Archive for the ‘22 Medien’ Category

Hagener Corona-Leugner mobilisiert 4.500 Gleichgesinnte zur Demo in Düsseldorf

21. September 2020

Westfalenpost bot Michael Schele zuvor breite Plattform

Der Hagener Corona-Leugner Michael Schele, der sich selbst als „Spezialist für Events & Hochzeiten“ beschreibt, hat gestern bei einer Demonstration in Düsseldorf etwa 4.500 Gleichgesinnte auf die Straße gebracht. Angemeldet hatte er in einem Anflug von Größenwahn 50.000 Teilnehmer.

Zuvor hatte die Westfalenpost Schele eine breite Plattform zur Selbstdarstellung zur Verfügung gestellt. Am Donnerstag durfte sich der Hochzeits-DJ auf fast einer ganzen Seite (Foto: DW) im überegionalen Teil des Blattes auslassen, ohne dass Autor Daniel Berg, der bei der WP als „Chefreporter“ geführt wird, dem Corona-Agitator mit kritischen Anmerkungen in die Quere kam.

Im Gegenteil: Man könnte das Machwerk des „Chefreporters“ wohlwollend oder mitfühlend nennen – wohlgemerkt: dem Corona-Leugner gegenüber, nicht den an der Seuche Erkrankten oder Verstorben. Der eine oder andere Leser würde den Schreiber wahrscheinlich als heimlichen Sympathisanten sehen.

Schon in der Überschrift des Online-Artikels schwingt eine gewisse Anerkennung mit: „Wie Michael Schele zum Frontmann der Querdenker NRW wurde“. In der Print-Ausgabe in ähnlicher Diktion als Zitat: „Ich will die Welt retten“.

Auszüge aus dem Beitrag, der hinter einer Bezahlschranke verborgen ist:

Und Merkel und Spahn und die anderen? Gehörten, so meint er, in den Knast „wegen Körperverletzung, Totschlags, Meineids“. (…)

„Wir müssen diese faschistoide Lüge im Ansatz ersticken“, sagt Schele. (…) Dieses Virus, mindestens aber seine Gefahr für die Menschen, sei frei erfunden von weltumspannenden Konzernen, die sich an den Folgen bereicherten. Bill Gates sei ein Geldgeber der WHO und die habe 2017 den Stufenplan zum Ausruf einer Pandemie von sechs auf vier Stufen verkürzt. (…) Die Frau von Markus Söder produziere Gesichtsmasken und verdiene daran. Der Mann von Jens Spahn sei Chef-Lobbyist für die Hubert Burda Media. So hätten die Politiker auch die Medien auf ihrer Seite. (…)

Schele fragt, wo denn die ganzen Kranken seien. Er kenne keinen. (…)

Er wirkt nicht wie ein schlechter Mensch, er redet viel und gern und lacht dabei. (…)

Pharma-Faschismus sei das alles. Parallelen zu 1933 sieht er. (…) „Damals war es nur ein Stern, jetzt ist es nur eine Maske“, sagt er. (…)

Selbst den letztgenannten Schwachsinn lässt Autor Daniel Berg kommentarlos stehen. Ein Blättchen, das sich solch einen „Chefreporter“ leistet, darf sich nicht wundern, dass die Auflagezahlen permanent rückläufig sind. An einer Stelle sagte der promotete Corona-Leugner laut Artikel: „Ich habe in der Zeit gelernt, dass Bildung und Intelligenz nicht dasselbe sind.“ Gut möglich, dass das auch auf den „Chefreporter“ zutrifft.

Immer Ärger mit der Lokalredaktion der WP

15. August 2020

Am letzten Dienstag startete in der Westfalenpost die Vorstellungsrunde der OB-Kandidaten. Diese hatten im Vorfeld 58 Satzanfänge serviert bekommen, die sie in jeweils ihrem Sinne ergänzen sollten. Mittlerweile ist die dritte Vorstellungsrunde durch.

Der Start war am 11. August mit Dr. Josef Bücker von Hagen Aktiv, weil es laut WP alphabetisch zugehen soll. Prompt war aber auch hier wieder der Wurm drin, wie zuletzt in allen Beiträgen der WP über Hagen Aktiv:

1. Die WP vertauschte die Reihenfolge der Satzergänzungen mit der Nr. 44 und 45 und ergänzte bei 44 mit der Antwort eines anderen Kandidaten – wahrscheinlich der, der morgen (Freitag) dran ist – und ergänzte bei 45 mit der Bücker – Ergänzung zu 44. Die Zusage, das am Folgetag (Mittwoch) in Gänze richtig zu stellen, gelang der WP jedoch nicht. (…)

2. Die Bücker-Vorstellung wurde in der WP-Ausgabe in Hohenlimburg erst gar nicht abgedruckt, so, als würden die Menschen in Hohenlimburg nicht zur Wahl gehen. Man hatte angeblich nicht aufgepasst, auf welcher Seite des Lokalteils der Hagener Ausgabe die Vorstellung abgedruckt wurde, so der verantwortliche Lokalredakteur.

„So etwas kann nach langjähriger Erfahrung mit dem Ausgabendouble in der WP-Redaktion doch gar nicht passieren Herr Stubbe. Oder? Danke aber, dass Sie Herrn Dr. Bücker am Ende der Serie in der Hohenlimburger Ausgabe dann doch entsprechend zu Wort kommen lassen wollen“. (…)

Quelle: Hagen Aktiv

Anmerkung: Die Kritik an den handwerklichen Mängeln der WPWR-Redaktion ist ja richtig. Aber die entscheidende Frage ist doch: Aus welchem Grunde lassen sich lokale Politiker – wenigstens die, die ernst genommen werden wollen – auf solche an Schwachsinn grenzenden Fragenkataloge überhaupt ein? Welchen Erkenntnisgewinn sollen die Wähler daraus erzielen?

Hauptsache nichts mit Politik

12. August 2020

WPWR: 58 Fragen Boulevard-Journalismus

Auf Seite 1 des Hagener Lokalteils der WPWR tönt Redakteur Mike Fiebig noch: „Es liegt in der Natur der Sache, dass wir als Redaktionsteam Kommunalpolitik und die, die sie machen, kritisch begleiten.“

Das Ergebnis dieser „kritischen Begleitung“ konnte der Leser dann auf Seite 5 derselben Ausgabe vom Dienstag bestaunen. In einer Interview-Reihe unter dem Titel „58 Fragen an …“ sollen die Hagener OB-Kandidaten den Wählern vorgestellt werden. Wer politische Inhalte erwartet hatte, wurde schon in der ersten Folge mit Hagen-Aktiv-Kandidat Dr. Josef Bücker komplett enttäuscht.

Die Anzahl der Fragen begründete die Redaktion mit den beiden ersten Ziffern der Hagener Postleitzahlen. Genauso zusammengekrampft war auch der Inhalt der Fragen – von Politik keine Spur. Stattdessen ein Katalog wie aus den bunten Blättern (von denen die Funke-Mediengruppe eine Menge herausgibt).

Beispiele:

Ich wähle mich, weil… ich kandidiere

An meinem Zuhause mag ich… besonders meine große Dachterrasse

Glücklich macht mich… wenn ich Zeit für meine Hobbys habe

Und so geht es weiter bis zum Schluß. Online ist dieser Schmarren natürlich hinter einer Bezahlschranke verborgen. Wer dafür zahlt, hat selber schuld.

WPWR verliert 6 Prozent Abonnenten

22. Juli 2020

Größter Rückgang seit 2014 – Boulevardisierung erfolglos

Die Hagener Ausgabe der WPWR hat innerhalb eines Jahres so viele Abonnenten verloren wie seit 2014 nicht mehr. Das zeigen die neuesten Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw).

Die verkaufte Auflage der Zeitung, in der seit einigen Jahren auch die Ausgaben Hohenlimburg, Herdecke und Wetter mitgezählt werden, ging im 2. Quartal 2020 im Vergleich zum 2. Quartal 2019 um 5,47 Prozent zurück.

Es sind vor allem die treuesten Kunden, die das Blatt nicht mehr lesen wollen: die Abonnenten. Deren Zahl reduzierte sich sogar um 6,01 Prozent, der stärkste Rückgang seit 2014. Dabei sind die regelmäßigen Bezieher die Stütze der WPWR. Von der gesamten Verkaufsauflage in Höhe von 26.508 täglichen Exemplaren decken sie allein 24.461 Stück ab, während der Einzelverkauf nur noch bei 1.061 liegt.

Zahlen nur für Hagen werden zwar nicht mehr ausgewiesen, doch kann man davon ausgehen, dass nicht einmal jeder zehnte Einwohner der Stadt noch die Lokalpresse erwirbt. Die Redaktion versucht mit zunehmender Boulevardisierung des Blattes gegenzusteuern, was aber erkennbar nicht von Erfolg gekrönt ist.

So hat sich das Pressehaus, wohl auch um das Sommerloch zu füllen, aktuell eine ganz spezielle Serie ausgedacht: „Tabu – Worüber Hagen sonst nicht spricht“. In der werden vom Schicksal oder sonstigen Eigentümlichkeiten gebeutelte Mitmenschen dem Publikum vorgeführt.

DOPPELWACHOLDER.DE hatte bereits die Vorankündigung dieser Serie als „Endstation Trash“ eingeordnet. Der Journalist Martin Krehl, der selbst viele Jahre als Lokalredakteur gearbeitet hat (u.a. auch in Hagen) zeigte sich entsetzt: „In mehr als 40 Jahren journalistischer Tätigkeit ist mir so etwas Übles nicht untergekommen.“

Verkauft wird diese Präsentation quasi als Psychotherapie: „Auszusprechen, worüber sonst nicht gesprochen wird, ist für viele Menschen ein seelischer Kraftakt. Es erfordert Mut, Rückgrat und Selbstreflexion“, reicht Redakteur Mike Fiebig die Verantwortung für die Zurschaustellung an die Betroffenen zurück.

Es ist ein Strickmuster, das man schon von „Qualitätsmedien“ wie dem Fernsehsender RTL 2 kennt. Der präsentiert – so nennt der Sender es – „Sozial-Dokus“. Die „Argumentation“ von RTL 2 ähnelt der der WPWR auf verblüffende Art und Weise:

„Viele Medienbeobachter geißeln „Hartz und herzlich“ und „Armes Deutschland“ als Elendstourismus und Menschenzoo. Das Unbehagen von Hans Hoff (Kolumnist bei „DWDL“; Anm. d. Red.) und anderen zeigt aber vor allem eines: Nicht die Machart der Dokus ist das Problem, sondern die Weigerung der Kritiker, die harten Realitäten anzunehmen und armen Menschen einfach zuzuhören.

Reportagen und Dokumentationen über das Leben von Menschen am Rande der Gesellschaft sind in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Bestandteil des Programms von RTLZWEI geworden. „Hartz und herzlich“, „Armes Deutschland“ und weitere Formate lenken den Blick auf Schicksale, die die meisten von uns nicht sehen wollen, oder von denen sie nicht wussten, dass es sie im reichen Deutschland gibt.“

Die Marktanteile von RTL 2 sind seit Jahren rückläufig, die pseudosozial kaschierten Menschenvorführungen haben offenbar nicht den erwünschten Erfolg gezeitigt. Ähnliches dürfte auch der WPWR widerfahren, die nächsten Quartalszahlen der ivw Mitte Oktober werden es zeigen.

Funke Mediengruppe: Vom Kahlschläger in der Presselandschaft zum „Faktenchecker“

13. Juli 2020

Die Medienunternehmen sind Dienstleister, die Informationen bereitstellen und gleichzeitig auf Gewinn zielende Betriebe. Mit der Informationsvermittlung wird allerdings immer weniger Geld verdient. Um den möglichst größten Profit zu erzielen, setzten die Medienkonzerne in Deutschland auf Werbung, Sport und seichte Unterhaltung. Sensations-Journalismus trat an die Stelle der Berichterstattung. (…)

Gleichzeitig wurden neue Betätigungsfelder aufgetan, es entstanden sogenannte Rechercheverbünde und Recherchezentren.

Das Recherchezentrum CORRECTIV wurde im Juni 2014 in Essen in der Huyssenallee 11 gegründet. Im gleichen Gebäude residiert auch die Brost-Stiftung, benannt nach Anneliese Brost (1920-2010) einer Verlegerin, Gesellschafterin der WAZ-Mediengruppe, Milliardärin und Mäzenin. Von der Brost-Stiftung erhielt CORRECTIV eine Anschubfinanzierung in Höhe von drei Millionen Euro.

Das Recherchezentrum CORRECTIV wurde maßgeblich von David Schraven aufgebaut. Von 2010 bis Mai 2014 leitete er das Ressort Recherche der vier NRW-Zeitungen, WAZ, NRZ, Westfälische Rundschau und Westfalenpost, der WAZ-Mediengruppe in Essen. Heute ist er Publisher und inhaltlicher Geschäftsführer des vorgeblich gemeinnützigen Recherchezentrums, mit einem Jahresgehalt 2015 in Höhe von 111.038 Euro. (…)

Das Recherchezentrum finanziert sich aus Spenden, besser gesagt, es wird gesponsert. Nach dem alten Wahlspruch „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe“ ist die Unabhängigkeit anzuzweifeln, auch wenn man sich die Personen in den einzelnen Gremien von dem Recherchezentrum anschaut. (…)

Quelle: Gewerkschaftsforum Dortmund

Einheitsblatt stürzt weiter ab

24. April 2020

Auch im 1. Quartal 2020 ging es mit der WPWR in Hagen weiter nur in eine Richtung: nach unten. Um 5,6 Prozent verringerte sich der Verkauf nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Noch im März hatte die Zeitung versucht, den Lesern der gedruckten Ausgabe ihr hinter einer Bezahlschranke verborgenes Online-Angebot schmackhaft zu machen. „Als Abonnent Premiuminhalte gratis lesen!“, tönte das Blatt in teils großflächigen Anzeigen und fragte: „Wussten Sie, dass für unsere Zeitungs- und E-Paper-Abonnenten diese Inhalte weiterhin gratis sind?“

Wer auf den angebotenen Link ging, stellte schnell fest, dass er erst einmal ein neues Abo abschließen sollte und fühlte sich natürlich betrogen.

Das Hauptinteresse von Lesern der Lokalblätter gilt den Ereignissen vor Ort. Für Überregionales stehen bessere Angebote zur Verfügung, seien es – bei aller Kritik auch dort – öffentlich-rechtliche Sender oder gedruckte „Qualitätsmedien“ mit bundesweiter Verbreitung. Trotzdem wird der Lokalteil der WPWR weiter geschwächt.

So hat die Hagener Lokalredaktion seit Jahresanfang eine Stelle weniger, nachdem der ehemalige Verantwortliche, Michael Koch, die Redaktion verließ und seitdem den Titel der Westfalenpost mitgestalten darf. Nachdem DOPPELWACHOLDER.DE darüber berichtet hatte, mokierte sich Koch in einem Kommentar: „Eine ganz leichte Recherche hätte die Falschmeldung verhindern können“, und verwies auf eine Anzeige in einem wie die WPWR von Funke-Medien betriebenen Stellenmarkt.

Dort wurde tatsächlich eine Stelle angeboten, aber schon die Anschrift des Arbeitsorts ließ ernste Zweifel aufkommen: Hohensyburgstraße 65-67 in HA-Bathey. Das ist die Adresse der Funke-Druckerei, nicht die des Pressehauses. Die vakante Stelle in der Lokalredaktion ist bis heute nicht besetzt – soviel zur „Falschmeldung“.

Dazu kommen die qualitativen Mängel in der Redaktion. Die aufzuzählen, würde viele Seiten füllen und vor allem viel Arbeit bedeuten. Daher nur der Hinweis auf zwei Beiträge zum bisherigen Höhepunkt des Jahres (das ja noch lange nicht rum ist):

Endstation Trash
Niveau der WPWR droht ins Bodenlose zu sinken

Tabubruch in Hagen
„Westfalenpost“ fragt Leser: Kennen Sie einen Mörder? Oder eine Frau, die sich nicht rasiert?

Tabubruch in Hagen

6. April 2020

„Westfalenpost“ fragt Leser: Kennen Sie einen Mörder? Oder eine Frau, die sich nicht rasiert?

Martin Krehl bringt die Aktion immer noch auf die Palme: „In mehr als 40 Jahren journalistischer Tätigkeit ist mir so etwas Übles nicht untergekommen“, sagt er. Es wundere ihn sehr, „dass die Teilnehmer der Konferenzen, in denen das besprochen worden sein muss, allesamt nichts dazu gesagt haben“.

Krehl, gebürtiger Hagener, ist Gewerkschafter, war früher Landesvorsitzender der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in NRW und viele Jahre Betriebsratsmitglied der „Westfälischen Rundschau“, ebenfalls ein Funke-Titel. Krehl ärgert sich also auch aus alter Verbundenheit: „Wie kann man auf die Idee kommen, die Körperbehaarung einer Frau als berichtenswertes Tabu-Thema auszuweisen? Mörder oder Totschläger sollen der Redaktion genannt werden, auch Menschen, die ihre Kinder misshandeln.“ (…)

Krehl fürchtet, das rufe „Denunzianten und Selbstdarsteller“ auf den Plan. „Da geht es der Redaktion nicht darum, zu informieren“, sagt er. Es gehe ausschließlich „um Trash und Sensationsgier“, die so vielleicht befriedigt werde. „Und dafür ist die traditionsreiche südwestfälische Heimatzeitung da?“ Krehl hat eine Beschwerde an den Deutschen Presserat gerichtet. (…)

Quelle: übermedien

Anmerkung: Es ist gut, dass diese unsägliche Aktion des Hagener Monopolblatts Eingang in die überregionale Berichterstattung gefunden hat. DOPPELWACHOLDER.DE hatte bereits vor vier Wochen darüber berichtet: „Endstation Trash“.

Endstation Trash

9. März 2020

Niveau der WPWR droht ins Bodenlose zu sinken

Es wird immer schauriger mit dem örtlichen Blättchen. „Wir brauchen Ihre Hilfe“ bettelte die Hagener Lokalausgabe der WPWR am Freitag und forderte die Leser auf, Futter zu liefern, um das bevorstehende Sommerloch zu füllen.

Dieses Jahr sollen „Tabus“ gebrochen werden: „Wir möchten Hagener das aussprechen lassen, worüber sie sich sonst nicht zu sprechen trauen.“ Redakteur Mike Fiebig liefert auch gleich die Erklärung für das Warum: „Nicht, weil wir reißerisch sein wollen. Nicht weil wir einfach nur außergewöhnliche Geschichten suchen. Und auch nicht, weil wir provozieren wollen.“

Nein, natürlich nicht, „wir wollen Mut machen“. Deshalb – und nicht etwa, weil die Auflage seit Jahren in den Keller rauscht und reißerische Themen Quote bringen – fordert das Blatt mit einem halbseitigen Formular seine Leser auf, Informationen in der Redaktion abzuliefern: „Kennen Sie jemanden, auf den einer der Punkte zutrifft? Dann wenden Sie sich an uns.“

Beispielsweise „jemanden, der nicht schreiben und lesen kann“ oder „jemanden, der sein Kind geschlagen hat“ oder „eine Frau, die sich nicht rasiert“ oder „jemanden mit Blasenschwäche“ oder „einen Mörder/Totschläger“ oder „jemanden, der unter Zwangsstörungen leidet“. Insgesamt listet der Coupon 50 solcher Fragen auf, am Ende die Anweisung: „Coupon ausfüllen, ausschneiden und an die Stadtredaktion schicken.“ Für mehr Nachdruck fehlt nur das Ausrufungszeichen.

Die WPWR ist damit auf dem Niveau des Trash-TVs angelangt. Auch diese Privatsender würden nie einräumen, dass sie „reißerisch sein wollen“, wenn sie in ihren „Reportagen“ benachteiligte oder gescheiterte Mitmenschen vorführen.

Die Medienpsychologen Gary Bente und Bettina Fromm haben schon 1997 die Intimisierung als eines der zentralen Merkmale der Trash-Medien charakterisiert. Vormals eindeutig im privaten Bereich liegende persönliche Belange und Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen werden zum öffentlichen Thema. Die emotionalen Aspekte der Geschichten, also das persönliche Erleben und Empfinden, werden betont.

Man kann nur hoffen, dass sich die Wünsche der Redaktion nach vielen Einsendungen des Fragebogens nicht erfüllen. Zu befürchten ist aber, dass sich genügend Selbstdarsteller finden, die sich auch mal in der Zeitung sehen wollen. Und Denunzianten, die endlich beweisen möchten, was sie alles wissen.

Dann droht im Sommer zwei Monate lang täglich redaktioneller Müll ins Haus zu flattern. Da kann man das Blättchen eigentlich auch gleich abbestellen.

WPWR: Auflagenrückgang setzt sich fort

19. Januar 2020

Hagener Lokalredaktion wurde verkleinert

Erwartungsgemäß hat sich der Rückgang der heimischen WPWR-Auflage auch im 4. Quartal 2019 fortgesetzt. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal ging die Zahl der verkauften Exemplare pro Tag im Schnitt um 5,26 Prozent zurück. Das meldet die IVW – Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern.

Der Verlust von mehr als 1.500 gedruckten Exemplaren konnte auch durch einen leichten Zugewinn bei den ePapers in Höhe von gut 200 nicht wettgemacht werden. Reichlich skurril mutet da die Behauptung des neuen Leiters der Hagener Lokalredaktion Jens Stubbe an, das Blatt erreiche heute weit mehr Leser an als 1993 – das Jahr, in dem er seine Laufbahn bei der WP begann.

Die Mediaunterlagen des Verlags (Preisliste Nr. 20) geben für das 2. Quartal 1993 für den heute als Einheit ausgewiesenen Bereich Hagen/Hohenlimburg/Herdecke/Wetter eine tägliche verkaufte Auflage von über 66.000 Exemplaren an – aktuell sind es gerade einmal 27.279. Darin ist die digitale Ausgabe (ePaper) bereits enthalten. Verlässliche Angaben zum Internet sind für die örtliche Ebene nicht greifbar, allerdings auch nicht maßgeblich, da fast alle Artikel hinter einer Bezahlschranke (WPplus etc.) verborgen sind. Die Anzahl der hier abgeschlossenen Abos ist ebenfalls unbekannt.

Mit dem Wechsel der Leitung des Hagener Lokalteils wurde die Redaktion gleichzeitig verkleinert. Nachdem Jens Stubbe die Nachfolge des in die Titelredaktion des Mantelteils aufgerückten ehemaligen Lokalchefs Michael Koch angetreten hat, wurde dessen frühere Position nicht nachbesetzt.

Manipulation durch Weglassen

9. Dezember 2019

Wie Medien mittels Halbwahrheiten das Wutbürgermilieu anfachen

Als großer Kracher geisterte in der vergangenen Woche eine Studie des Umweltbundesamtes durch die Medien. „Umweltbundesamt will 70 Cent mehr pro Liter Diesel“ titelte ein Regionalblatt beispielsweise, und die Bildzeitung wusste sofort: „Völliger Quatsch“.

Die heimische Westfalenpost lieferte zu dem Papier wenigstens ein bisschen Hintergrund: Die Überlegungen beständen „nicht ohne Grund: Während in der Industrie die Emissionen seit den 90er-Jahren zurückgegangen sind, stagnieren die Zahlen beim Verkehr“.

Das hielt den Chefredakteur der Zentralredaktion der Funke-Mediengruppe (von der die WP den größten Teil ihrer überregionalen Inhalte bezieht) nicht davon ab, im selben Blatt kräftig vom Leder zu ziehen: Das Umweltbundesamt verprelle die Bürger. Jörg Quoos, so der Name dieses Mannes, der den meisten der in Beschlag genommenen „Bürger“ völlig unbekannt sein dürfte, weiß auch: „Die Leute jeden Tag mit neuen Horror-Vorschlägen zu erschrecken ist der völlig falsche Weg.“ Und er warnt davor, „immer mehr Menschen endgültig in die Arme politischer Bauernfänger zu treiben.“ Ironischerweise genau das Geschäft, das er mit seinem Kommentar betreibt.

Was weiter nicht verwundern darf, hat er doch seine Lehrjahre als Journalist zu großen Teilen bei einschlägig berüchtigten Medien verbracht. Laut Wikipedia tummelte sich Quoos 20 Jahre lang bei der Bildzeitung. Seit 1992 als Ressortleiter, von 1997 bis 2001 als stellvertretender Chefredakteur für Politik und Wirtschaft, von 2001 bis 2004 als Mitglied der Chefredaktion Bild und Bild am Sonntag. Seit Ende 2004 war er neben Alfred Draxler Stellvertreter des Chefredakteurs Kai Diekmann.

Was der Mann mit den „Horror-Vorschlägen“ genauso wie seine Kollegen bei ähnlich gelagerten Blättern geflissentlich unterschlägt, sind die in der Studie des Umweltbundesamts empfohlenen Vorschläge, wie die Mehreinnahmen sozialverträglich an die Bürger zurückerstattet werden könnten. Diese Informationen passten offensichtlich nicht zu der von Quoos und seinen Gesinnungsfreunden verfolgten politischen Agenda.

Im Kapitel „Nachhaltige Mobilität für alle“ der Studie heißt es dazu:

Ein entscheidender Punkt für die Sozialverträglichkeit ist, wie der Staat die steuerlichen Mehreinnahmen verwendet. Senkt er zum Beispiel bei Einführung einer CO2-Komponente in der Energiesteuer die EEG-Umlage, stellen sich Haushalte mit niedrigen Einkommen im Durchschnitt nicht schlechter, sondern besser.

Gleiches gilt, wenn die Mehreinnahmen in Form eines Ökobonus direkt an die Bürgerinnen und Bürger ausgezahlt werden, wie dies bereits in der Schweiz erfolgreich praktiziert wird. Zudem können Mehreinnahmen auch gezielt zur Abfederung sozialer Härten und zur Senkung anderer Steuern und Abgaben eingesetzt werden. In jedem Fall sollten die Mehreinnahmen zur Förderung des öffentlichen Verkehrs verwendet werden, was attraktive Alternativen zum Autofahren schafft.

Außerdem kann eine klimafreundliche Mobilität auch Kosten bei jedem und jeder Einzelnen sparen. (…) So können Autofahrerinnen und -fahrer den schrittweise steigenden Kosten durch Steuern und Abgaben entgehen, in dem sie beim nächsten Fahrzeugkauf umwelt- und klimafreundlichere Fahrzeuge wählen.

Auch wer konsequent Verkehrsmittel wie Busse, Bahnen oder das Fahrrad nutzt, kann bares Geld sparen. Daher ist es wichtig, dass der öffentliche Verkehr entsprechend ausgebaut und attraktiver gemacht sowie die Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr verbessert werden. (…)

Zudem gibt es direkte Synergieeffekte zwischen Umweltschutz und sozialen Zielen: So profitieren von klimaschädlichen Subventionen derzeit vor allem einkommensstarke Bevölkerungsschichten – beispielsweise bei der steuerlichen Begünstigung von Dienstwagen. Eine Abschaffung der Privilegien sorgt für mehr soziale Gerechtigkeit. Außerdem sind Haushalte mit niedrigen Einkommen überdurchschnittlich von Umwelt- und Gesundheitsbelastungen betroffen, weil sie oft an Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen wohnen. (…)

All das wird von Quoos & Co nicht einmal genannt, geschweige denn einer kritischen Würdigung unterzogen. Diese Art von Weglassen wesentlicher Informationen stellt ein wirksames Instrument zur Manipulation der öffentlichen Meinung dar, mit der das Wutbürgermilieu weiter angefacht wird.

Wenn die AfD auf Zack ist, hat sie für Quoos aus Dankbarkeit schon ein Weihnachtspäckchen zur Post gebracht.

WPWR weiter auf Talfahrt

18. Oktober 2019

Die Auflage der Hagener Ausgabe der WPWR ist weiter rückläufig. Auch die Abschaffung der Möglichkeit, das Blatt während des Urlaubs abzubestellen (stattdessen kann es für diese Zeit nur noch „gespendet“ werden), konnte die Talfahrt nicht wirklich stoppen.

Der Verkauf der Zeitung lag im 3. Quartal 2019 mit durchschnittlich 27.488 Exemplaren um 4,54 Prozent niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum mit 28.796 Stück. Das teilte jetzt die Informationsgemeinschaft zur Festellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) mit.

Grundpfeiler beim Verkauf sind fast ausschließlich die treuen Abonnenten, während die Zahl der frei über den Handel abgesetzten Exemplare inzwischen nur noch bei 1.052 liegt.

„Westfalenpost“ im Abstiegskampf

29. April 2019

Druckauflage in Hagen liegt nur noch bei etwa 13.000 Exemplaren

Die Verlagsgruppe Funke-Medien gerät in ihrem Stammland Nordrhein-Westfalen immer mehr in die Defensive. Das berichtet der Mediendienst Kress, dem nach eigenen Angaben interne Zahlen zu den Druckauflagen der Funke-Zeitungen vorliegen.

Seit Langem hat der Konzern nur Gesamtsummen seiner einzelnen Blätter für bestimmte Verbreitungsgebiete, die auch noch nach Bedarf erweitert wurden, veröffentlicht. Kress hat jetzt Zahlen zu den einzelnen Zeitungen genannt.

Demnach beläuft sich die gedruckte Hagener Ausgabe der Westfalenpost nur noch auf 13.155 Exemplare pro Tag. Die Anzahl der tatsächlich verkauften Zeitungen liegt naturgemäß noch darunter. Für das Stadtgebiet Hagen kommt noch die Ausgabe Hohenlimburg mit 1.694 gedruckten Exemplaren dazu.

Insgesamt erreicht die im südwestfälischen Raum verbreitete Westfalenpost nach Kress-Angaben aktuell eine Auflage von nur noch 92.372, davon 80.000 Abos.

Laut Kress hieß es auf einer Belegschaftsversammlung vor wenigen Wochen, die Westfalenpost habe 2018 noch mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Das habe aber um 800.000 Euro unter Plan gelegen. Funkes NRW-Verlagsgeschäftsführer Thomas Kloß habe bei der Gelegenheit auch gleich die Katze aus dem Sack gelassen: Die konzerninternen „Forecasts“ für die Jahre bis 2021 hätten für ganz NRW ergeben, dass „wir dann kein Geld mehr mit Tageszeitungen verdienen“.

Dies habe – angeblich – nichts mit den „Leistungen in den Redaktionen und der Produktqualität“ zu tun, sondern mit den „harten Bedingungen“, die die Branche vorgebe.

Nicht erst nachdem die Funke-Medien durch das Aus für den Wochenkurier in Hagen endgültig das Monopol errungen haben, spielt hier allerdings die „Branche“ keine Rolle mehr, sondern für den fortgesetzten Niedergang sind in erster Linie die „Leistungen in den Redaktionen“ und die „Produktqualität“ verantwortlich. Hier mangelt es bekanntermaßen erheblich.

WPWR: Weiter in die Miesen

19. April 2019

Die thematische Fixierung auf Roma, Rapper und Rocker hat nicht den gewünschten Erfolg gezeitigt: Auch im 1. Quartal 2019 musste die Hagener Ausgabe der WPWR weitere Leser einbüßen.

Nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) verminderte sich die Zahl der verkauften Exemplare der Zeitung im Vergleich zum 1. Quartal 2018 um 5 Prozent. Das entscheidende Segment der Abonnements war sogar um 5,27 Prozent rückläufig.

Auch der geringfügige Anstieg des Verkaufs der insgesamt bedeutungslos bleibenden ePaper konnte den weiteren Marsch in die Miesen nicht aufhalten.

Erneut Kahlschlag in der Presselandschaft

8. Februar 2019

DJV: Funke Mediengruppe handelt immer noch ohne Zukunftsstrategie

Die Position als führender Publisher von Regional- und Lokalmedien stärken und ausbauen – das möchte die Funke Mediengruppe mit ihrem Zukunftsprogramm FUNKE 2022 erreichen. So teilt es der ehemals als WAZ-Konzern bekannte Verlag mit. In Hagen zählen zum Funke-Imperium die Westfalenpost, die redaktionslose und im Lokalteil mit der WP textidentische Westfälische Rundschau, Radio Hagen und der Stadtanzeiger samt seinem Internet-Auftritt Lokalkompass.

„Mehr denn je brauchen wir guten, verlässlichen Regional- und Lokaljournalismus. Wir dürfen uns aber nichts vormachen, seine Zukunft ist extrem gefährdet“, sagt Ove Saffe, für das Zeitungsgeschäft verantwortlicher Geschäftsführer.

Und wie schafft man „guten, verlässlichen Regional- und Lokaljournalismus“? Nach Funke-Logik indem Stellen abgebaut werden.

So müsse in Nordrhein-Westfalen die Ausgabe der Westfalenpost in Warstein eingestellt werden; sie sei trotz großer Anstrengungen seit Jahren schon nicht mehr wirtschaftlich zu führen.

Aufgrund der strukturell rückläufigen Tageszeitungsauflagen seien die beiden NRW-Druckereien in Essen und Hagen jeweils nur noch etwa zur Hälfte ausgelastet. Deswegen ist geplant, die Druckaktivitäten an dem größeren Standort Hagen zusammenzuführen.

„Dahinter steckt blinde Profitgier. Um ihre Renditeziele zu erreichen, werden reihenweise Menschen auf die Straße gesetzt. Der Schein des Aufbruchs in Wertschätzung der Mitarbeiter durch die Geschäftsführung  in der neuen Firmenzentrale in Essen trügt.“ Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes NRW (DJV-NRW) Frank Stach hat die Geschäftsführung der Funke Mediengruppe mit scharfen Worten für die Abbaupläne kritisiert.

Das von der Funke Mediengruppe vorgelegte Sparprogramm sieht nach gut informierten Kreisen vor, in NRW erneut 10 Prozent der Stellen an den drei Funke Titeln in NRW einzusparen.

„Damit setzt der Konzern die alte, verhängnisvolle Politik des Personalabbaus fort, die bereits hunderte Arbeitsplätze gekostet hat“, betont DJV-NRW Geschäftsführer Volkmar Kah. Die Konzentration auf Sparmaßnahmen als Geschäftsmodell konterkariert Funkes Anspruch, sich im digitalen Zukunftsmarkt einen guten Platz zu sichern. „Der kontinuierliche Abbau der Belegschaft und der Aufbau neuer, personalintensiver Online- Projekte schließen sich gegenseitig aus.“

„Wir erkennen, dass das Print-Geschäftsfeld weniger profitabel geworden ist“, so Kah. Die Funke Manager handeln jedoch ohne Konzept. Weiterer Personalabbau sei keine Lösung. Funke müsse jetzt schnell die angekündigte Neuausrichtung auf digitale Medien umsetzen. „Dieses Ziel kann nur mit einer ausreichenden Zahl an hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreicht werden. Der Stellenplan der Funke Mediengruppe ist aber schon jetzt auf Kante genäht, die Redaktionen sind am Limit.“

Kah fordert die Gesellschafter und Geschäftsführer der Funke Mediengruppe auf, ihrer sozialen Verpflichtung gerecht zu werden und dafür Sorge zu tragen, dass der angekündigte Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgt.

Die Funke Mediengruppe hatte bereits 2008 ca. 300 von 900 redaktionellen Stellen in NRW abgebaut, 2013 wurden alle 120 Stellen der Westfälischen Rundschau gestrichen. Die Westfälische Rundschau rangiert seitdem in der Kategorie „Zombie-Blätter“, d.h. eine Zeitung ohne eigene Redaktion. Während die Mediengruppe am Personal spart, kauft sie fleißig weitere Zeitungen und Zeitschriften ein, alleine 2013 für insgesamt 920 Millionen Euro. Weitere Käufe sind aktuell angekündigt.

Kurioses am Rande: Das Hagener Anzeigenblatt Wochenkurier kommentierte die Ankündigungen der Funke-Gruppe mit dem Satz: „Vor dem Hintergrund dieser Funke-Maßnahmen ist es umso wichtiger, dass vor Ort konzernunabhängige Blätter erhalten bleiben.“ Damit meint der Wochenkurier offenbar sich selbst. Pech nur, dass aller Wahrscheinlichkeit nach sein letztes Stündlein geschlagen hat.

Am Montag hatte das Amtsgericht Hagen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH bekannt gegeben – um genau 12:56 Uhr, wie das Gericht akribisch vermerkte. Im Gläubigerausschuss sitzt u.a. die Druckzentrum Hagen GmbH. Dahinter verbirgt sich die Hagener Druckerei der Funke-Mediengruppe.

WPWR weiter auf Talfahrt

18. Januar 2019

Wie schon seit Jahren zu beobachten, war die Auflage der WPWR auch im 4. Quartal 2018 weiter rückläufig. Nach den aktuellen Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) wurden in Hagen einschl. Herdecke und Wetter im Zeitraum Oktober bis Dezember des vergangenen Jahres 4,87 Prozent weniger Zeitungen verkauft als im entsprechenden Vorjahresquartal.

Die Zahl der Abonnements ging sogar um 5,12 Prozent zurück, der Einzelverkauf um 5,11 Prozent. Nur der „sonst. Verkauf“ legte auf niedrigem Niveau von 990 auf 1.015 Exemplare zu (+ 2,53 Prozent). Der Gesamtverkauf für die drei Städte betrug noch 28.794 Exemplare. Die leicht gestiegene Zahl der ePaper ist  darin enthalten, konnte aber mit 3.143 Stück (IV/2018 gegenüber 2.850 in IV/2017) den Verlust nicht wettmachen.

Ab in den Reisswolf

19. Oktober 2018

Trend setzt sich fort: WPWR-Verkauf weiter rückläufig

Die meisten der über den Einzelverkauf an Kioske usw. gelieferten Exemplare des Hagener Einheitsblatts landen ungelesen im Altpapier. Das ergibt sich aus den neuesten Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) für das 3. Quartal 2018.

Danach wurden durchschnittlich pro Erscheinungstag 2.735 Exemplare der Zeitung an die Verkaufsstellen ausgeliefert, aber nur 1.138 davon tatsächlich verkauft. Der überwiegende Rest, 1.597 sogenannte Remittenden, wanderten ohne Leserkontakt direkt in die Tonne.

Der weitaus größere Teil der Auflage ging wie schon in der Vergangenheit an Abonnenten. Aber auch deren Zahl ist weiter rückläufig; die verkaufte Auflage insgesamt schrumpfte im Vergleich zum Vorjahresquartal um minus 4,8 Prozent.

WPWR weiter auf Schrumpfkurs

20. Juli 2018

Wieder wollten weniger Hagener ihr Einheitsblatt lesen. Auch im 2. Quartal 2018 ist die verkaufte Auflage der heimischen Ausgabe der WPWR weiter rückläufig gewesen. Das verkündete die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) am gestrigen Donnerstag.

Damit setzt sich ein langjähriger Trend fort. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging die Zahl der durchschnittlich pro Tag verkauften Zeitungen um 4,7 Prozent zurück. Im Zeitraum der letzten 10 Jahre betrug das Minus fast 40 Prozent. Während im 2. Viertaljahr 2008 noch fast 47.800 Blätter pro Tag verkauft wurden, waren es im 2. Quartal 2018 nur noch 29.451 Exemplare.

Wieder Minus für WPWR

20. April 2018

Auch im 1. Vierteljahr 2018 wollten wieder weniger Hagener die WPWR lesen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ging die verkaufte Auflage weiter zurück. Diesmal lag das Minus nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) bei 5,1 Prozent. Damit setzt sich der Niedergang des Monopolblattes fort.

Gekauft werden solche regionalen Zeitungen in erster Linie wegen des Lokalteils. Der ist aber seit Jahren bei WP und WR textidentisch und unterscheidet sich nur in Typografie und Schmuckfarbe.

Einschließlich Herdecke und Wetter fanden sich durchschnittlich keine 30.000 Käufer mehr für diese Art von Funke-Journalismus. Die Hagener Auflagezahlen werden seit Anfang 2016 nicht mehr separat ausgewiesen und dürften bei etwa 22.000 liegen. Mitgerechnet sind die ePaper.

Vor 20 Jahren wurden von den damals noch zwei Zeitungen Westfalenpost und Westfälische Rundschau werktäglich noch mehr als 50.000 Exemplare verkauft.

WPWR: Talfahrt beschleunigt sich

19. Januar 2018

Nicht nur qualitativ, auch quantitativ führt der Weg des örtlichen Einheitsblatts weiter geradewegs nur in eine Richtung: nach unten.

Im 4. Quartal 2017 verlor die Hagener Ausgabe der WPWR, zu der inzwischen neben Hohenlimburg auch die Städte Wetter und Herdecke gerechnet werden, nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum 6 Prozent der verkauften Auflage.

Damit beschleunigt sich der langjährige Niedergang des Blattes erheblich. Zwischen den 3. Quartalen 2016 und 2017 war der Verkauf „nur“ um 3,8 Prozent zurückgegangen.

Siehe dazu auch:

WPWR: 56 Tonnen Altpapier weniger

Rettet dem Akkusativ vor der Westfalenpost

15. November 2017

Früher setzte die Lokalzeitung Sprachstandards, und heute?

Früher war nicht alles besser, aber wenigstens habe ich mich nicht für meine Lokalzeitung fremdgeschämt. Nicht das erste Mal patzt die WP bei Grammatik und Orthographie. (…)

Quelle: zoom – das Sauerland und mehr

WPWR: 56 Tonnen Altpapier weniger

22. Oktober 2017

Hagener Lokalblatt-Auflage weiter rückläufig

Immer weniger Hagener wollen die örtliche Ausgabe der WPWR lesen. Selbstinszenierte Wahlen von Schützenfestköniginnen, Berichte über von der Redaktion organisierte Busausflüge und kaum kaschierte PR-Artikel zu Heißluftgrillstationen sind anscheinend nicht das, was die Hagener von ihrer Zeitung erwarten.

Die Hoffnung, mit rassistisch grundierten Beiträgen Stimmung zu machen, ist erkennbar auch in die Hose gegangen, wenn man sich die Wahlergebnisse im von der WPWR in den Mittelpunkt gestellten Hagener Stadtteil Wehringhausen ansieht. Dort blieb die AfD hinter den Erwartungen zurück, in Kernbereichen weit unter dem Hagener Durchschnitt. Die Stimmungsmache hatte also wenig Erfolg.

So verwundert es kaum, dass sich die Auflage des Hagener Einheitsblatts weiter im Sinkflug befindet. Nach den aktuellen Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Festellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) sind die Verkaufszahlen im 3. Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahr weiter gesunken: um -3,8 Prozent. Besonders drastisch schlug der Rückgang bei den Abonnementszahlen zu Buche, dort wurde ein Minus von 5,5 Prozent registriert. Dabei sind die Abos das Rückgrat des Verkaufs, im Freiverkauf werden laut ivw lediglich 4,2 Prozent der Blätter abgesetzt.

Die Strategie einer zunehmenden Fokussierung auf Boulevardsujets, verbunden mit dem Versuch eine Art Nebenregierung zu bilden, die den gewählten Vertretern der Bürgerschaft die Themen vorgibt, kann somit als gescheitert angesehen werden. So etwas wollen die Leser nicht mehr sehen.

Der seit Jahren fortschreitende qualitative, und in der Folge entsprechend auch quantitative Niedergang der Hagener Presse ist sehr bedauerlich, aber mit dem (noch) vorhandenen schreibenden Personal wohl nicht zu ändern.

Ein Gutes gibt es aber doch noch zu vermelden: Durch den abermaligen Rückgang des Verkaufs fallen aufs Jahr gerechnet auch etwa 56 Tonnen Altpapier weniger an.

WPWR: Auflagenschwund setzt sich fort

20. Juli 2017

Auch im 2. Quartal 2017 setzte sich der Niedergang der Hagener Ausgaben der WPWR unvermindert fort. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahrsquartal wurden 5,3 Prozent weniger Zeitungen verkauft. Das ergeben die neuen Zahlen des ivw.

Wurden im 2. Vierteljahr 2016 täglich noch 32.600 Exemplare an den Mann gebracht, sank diese Zahl 2017 auf 30.884. Zu Beginn des Jahres erst war die Zählweise vom Verlag Funke-Medien verändert worden. Die vorher separat ausgewiesenen Zahlen der Ausgabe Herdecke/Wetter wurden kurzerhand Hagen zugeschlagen. So sahen die Daten etwas netter aus.

Die Zahl der in Hagen verkauften Zeitungen der Funke-Medien dürfte – rechnet man den Schwund um – nur noch bei gut 23.000 Exemplaren liegen.

WPWR verliert weiter an Auflage

22. Januar 2017

wpwr-auflagen-4-qurt-98-16Immer weiter bergab: Auflagenentwicklung der Hagener WPWR-Ausgaben, jeweils 4. Quartal. Datenquelle: ivw.

Auch im 4. Quartal 2016 setzte sich der anhaltende Rückgang der Verkaufszahlen der Hagener Ausgaben der Funke-Medien fort. Fanden im letzten Vierteljahr 2015 noch täglich durchschnittlich 26.054 Exemplare der Zeitungen einen Käufer, waren es im 4. Quartal 2016 nur noch 24.727, ein Rückgang um 5,09 Prozent.

Die Druckauflage sank sogar um 7,43 Prozent. So meldet es die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) in ihrer aktuellen Mitteilung zu den Auflagezahlen deutscher Printmedien.

Mit dem Auflagenrückgang geht natürlich auch ein weiterer Verlust an Bedeutung einher, der nicht durch die Online-Präsenz aufgefangen wird. Letztere zeichnet sich u.a. durch Unvollständigkeit und ein mangelhaftes Archiv aus. Artikel verschwinden teilweise schon nach einem Tag von der Bildfläche und sind auch mithilfe der internen Suchfunktion nicht unbedingt leicht zu finden.

WPWR-Auflage verliert 5,6 Prozent

21. Oktober 2016

Mit den Hagener WPWR-Ausgaben geht es weiter bergab. Auch im 3. Quartal 2016 verloren die Blätter an Auflage. Der Verlust belief sich im Vergleich zum 3. Quartal des Vorjahres auf 5,6 Prozent. Damit verfestigt sich der langjährige Trend, der auch durch die zwischenzeitliche Einführung eines ePaper-Angebots nicht gestoppt werden konnte. Seit 1998 haben sich die Verkaufszahlen der Zeitung mehr als halbiert (siehe auch hier).

Die gesamte verkaufte Auflage erreichte nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) im Durchschnitt nur noch 24.402 Exemplare pro Tag. Darin enthalten sind die Print-Ausgaben Hagen und Hohenlimburg sowie die ePaper.

Da Regionalblätter erfahrungsgemäß und durch Untersuchungen gestützt in erster Linie wegen der lokalen Berichterstattung gelesen werden, lässt sich dieser Niedergang nicht allein mit veränderten Lesegewohnheiten erklären. Die Alternativen zur örtlichen Berichterstattung etwa im Internet halten sich in Hagen in einem sehr überschaubaren Rahmen. Es muss auch etwas mit der immer öfter kritisierten mangelnden redaktionellen Qualität zu tun haben (siehe z.B. hier).

Abwärts immer, aufwärts nimmer

25. Juli 2016

WPWR verliert weiter an Zuspruch

WPWR-Auflage

Auflagenentwicklung der Hagener WPWR-Ausgaben seit 1998, jeweils 2. Quartal. Datenquelle: ivw

Die Auflagen der Hagener Ausgaben der Funke-Medien (WPWR) sind weiter rückläufig. Im 2. Quartal 2016 verloren die Blätter im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres 4,51 Prozent.

Die gesamte verkaufte Auflage erreichte nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) im Durchschnitt nur noch 25.094 Exemplare pro Tag. Darin enthalten sind die Print-Ausgaben Hagen und Hohenlimburg sowie die ePaper.

WP gekündigt – Petition unterzeichnet

29. April 2016

Hagener beenden Zeitungs-Abo wegen Theater-Berichten

Es sind zwei von mehr als 1.000 Hagenern, die bereits die Petition zur Unterstützung ihres Theaters unterzeichnet haben. Das Ehepaar Christiane und Georg Classen war aber schon vorher einen Schritt weiter gegangen und hat die örtliche Tageszeitung abbestellt, die es mehr als 30 Jahre bezogen hatte.

Es ist ein Protest gegen die redaktionelle Linie der WPWR in Kulturfragen, die sich verschärft als integraler Bestandteil des politisch-medialen Komplexes dieser Stadt darstellt. Neu ist diese Ausrichtung allerdings nicht.

In den 1980er Jahren saß der wichtigste Gegner, der bekämpft werden musste, im Karl-Ernst-Osthaus-Museum. Es war dessen damaliger Leiter, Johann Heinrich Müller, der unter ständigem Beschuss der vereinten Front aus Politik und WP stand. Müller stand nur ein mickriger Ausstellungsetat von 60.000 DM pro Jahr zur Verfügung, wusste ihn aber für interessante Projekte zu nutzen und kümmerte sich zudem engagiert um die Hagener Künstlerszene.

Diesen „Missstand“ wusste ein „Kulturredakteur“ der WP aufzumischen, indem er in seiner Berichterstattung Schritt für Schritt die Bildende Kunst durch hobbymalende Hausfrauen ersetzte und zu diesem Zweck sogar eigenhändig einen Verein gründete. Später schwätzte er einem der Hagener Kulturzentren noch einen vorbestraften Hochstapler als Geschäftsführer auf.

Gelernt hat die Gazette aus diesen Fehltritten offenbar nichts. Der Kulturbereich der Lokalredaktion ist weiterhin unqualifiziert wie eh und je besetzt, nur die Stoßrichtung der Anfeindungen hat sich mittlerweile dem Theater zugewandt – dort finden sich momentan die größten Schnittmengen zwischen Rathaus und Pressehaus. Das Triviale verbindet halt: Wir sind alle Kirmesesel.

So darf es nicht verwundern, dass jetzt dieses seit vielen Jahren unter Auflagenschwund leidende Blatt zwei weitere Leser verlor, die Theater-Petition hingegen zwei neue Unterstützer gewann.

Im Folgenden das Kündigungsschreiben. Eine Antwort haben die Classens übrigens bis heute nicht erhalten.

„Aufmachung stellt selbst die Bild-Zeitung in den Schatten“

An die Lokalredaktion der Westfalenpost Hagen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe heute, nach über 30 Jahren, mein WP-Abonnement gekündigt und möchte Ihnen in diesem Schreiben den Grund dafür nennen.

Seit geraumer Zeit ärgere ich mich immer wieder über Ihre Berichterstattung zur Spardiskussion am Theater Hagen und ganz besonders über die Artikel des Herrn Weiske.

Man muß nicht einmal zwischen den Zeilen lesen, um die Absicht des Herrn Weiske zu erkennen, mit seinen Artikeln dem Theater möglichst zu schaden.

Den letzen Anstoß für meine Kündigung gab Ihr Artikel vom Freitag, den 08.01.2016 in dem sie auf einer Doppelseite die Kosten des Theaters und die Zuschüsse der Stadt Hagen dargestellt haben, um der Öffentlichkeit so eine „Diskussionsgrundlage“ zu liefern.

Damit wir uns richtig verstehen: selbstverständlich hat die Öffentlichkeit ein Anrecht darauf über die Kosten und Zuschüsse des Theaters aufgeklärt zu werden, sofern diese Zahlen gut recherchiert sind und stimmen, aber was mich und nicht nur mich gestört hat, ist diese zweiseitige Aufmachung, die selbst die Bild-Zeitung in den Schatten stellt und die ich so in den 30 Jahren meiner Abonnentenzeit in der WP noch nicht gesehen habe!

Auch da ist doch wohl die ganz deutliche Absicht Ihrer Zeitung zu erkennen, das Theater an den Pranger zu stellen, damit auch derjenige, der sich nicht für das Theater interessiert und einen Artikel in „normaler“ Größe vielleicht gar nicht erst gelesen hätte, sieht, welche Kosten das Theater verursacht.

Was aus dieser Grafik natürlich nicht hervorgeht, ist die phantastische Arbeit, die von den Mitarbeitern des Theaters vor und hinter den Kulissen Tag für Tag geleistet und die vom Publikum allabendlich mit viel Applaus honoriert wird und dieses Theater und damit auch diese Stadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt macht.

Dass eben diese Menschen für ihre Arbeit tatsächlich auch noch Geld bekommen geht wiederum aus Ihrer Grafik hervor, leider auch verfälscht, wie man in der Richtigstellung der Theaterleitung in Ihrer Ausgabe vom 11.01.2016 nachlesen konnte – ein Artikel den ein nicht-Theater-Interessierter wahrscheinlich wieder überlesen wird.

Vielleicht gelingt es Ihnen ja, dem Theater mit Ihrer Berichterstattung weiter zu schaden und denjenigen Lokalpolitikern, die das Theater nur als Kostenfaktor sehen, in die Hände zu spielen.

Ich möchte Ihnen aber abschließend noch einen Satz des Kölner Kabarettisten Wilfried Schmickler mit auf den Weg geben, der mir damals so gut gefiel, dass ich ihn mir nach der Vorstellung direkt aufgeschrieben habe und über den unsere Politiker und auch Ihr Redakteur Herr Weiske einmal nachdenken sollte.

Herr Schmickler sagte nach seinem Gastspiel „Weiter“ im Juni 2012 nach der Vorstellung vor ausverkauftem Haus: „Es gibt auf dieser Welt sicher nicht viele Dinge um die ein Kölner einen Hagener beneiden würde, aber dieses wunderbare Theater mit seinen freundlichen Mitarbeitern könnte so etwas sein.“

Dafür erntete er tosenden Beifall.

Das Geld, welches ich durch die Abo-Kündigung spare, werde ich übrigens dem Theater-Förderverein zukommen lassen. Vielleicht ein winziger Beitrag, um dieses wunderbare Theater doch zu erhalten!

WPWR weiter im Sinkflug

23. April 2016

Die verkaufte Auflage der Hagener Ausgaben der Funke-Medien (ehemals WAZ) bewegt sich weiter abwärts.

Wie die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) mitteilt, lag die Auflage der WRWP im 1. Quartal 2016 nur noch bei durchschnittlich 25.575 verkauften Exemplaren pro Erscheinungstag. Das entspricht einem Rückgang von rund 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im Vergleich mit dem 1. Quartal 2014 beträgt der Verlust sogar 9 Prozent. Damit hat sich innerhalb von zwei Jahren fast jeder zehnte Abonnent oder Gelegenheitskäufer von dem Blatt verabschiedet.

Zeitungen weiter auf Talfahrt

26. Januar 2016

Der Verkauf Hagener Tageszeitungen ist weiter rückläufig. Das meldet die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW).

Die durchschnittliche verkaufte Auflage der hiesigen Ausgaben der Funke-Mediengruppe sank im vierten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,3 Prozent. Wurden 2015 im Schnitt täglich noch 27.510 Exemplare abgesetzt, fanden ein Jahr später nur noch 26.054 Zeitungen einen Käufer.

Noch deutlicher zeigt sich der negative Trend, wenn man eine längere Zeitstrecke betrachtet. Innerhalb der letzen 15 Jahre haben die Hagener Blätter einen Rückgang der verkauften Exemplare von 44,8 Prozent zu verzeichnen. Im vierten Quartal 2000 lag der durchschnittliche Verkauf noch bei 47.232 Zeitungen pro Tag.

Zeitungen verlieren weiter

22. Oktober 2014

Der Verkauf der Hagener Tageszeitungen ist weiter rückläufig. Im dritten Quartal 2014 mussten Westfalenpost und die nur noch als redaktionslose Hülle existierende Westfälische Rundschau im Jahresvergleich Rückgänge ihrer verkauften Auflagen von insgesamt 4,7 Prozent hinnehmen.

Das ergibt sich aus den Vierteljahreszahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw), die am Montag veröffentlicht wurden.

Lag der werktägliche Verkauf der Hagener Blätter im dritten Quartal 2013 noch bei durchschnittlich 28.380 Exemplaren, ging er im gleichen Zeitraum 2014 auf nur noch 27.048 Stück zurück.

95 Prozent der verkauften Auflage gehen an Abonnenten, nur 5 Prozent werden frei verkauft.

Kläsener verlässt die Westfalenpost

10. Mai 2014

Der Chefredakteur der Hagener Westfalenpost und gelernte Theologe Stefan Hans Kläsener (49) verlässt das Blatt und wird Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags. Dr. Jost Lübben (ebenfalls 49), der zuletzt Chefredakteur der Nordsee-Zeitung war, tritt seine Nachfolge an.

Weiter Schwund bei den Hagener Zeitungen

29. April 2014

Für die Hagener Tageszeitungen gibt es weiter nur eine Richtung: abwärts. Das ergeben die neuen Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw).

Betrug die Verbreitung von Westfalenpost und Westfälischer Rundschau in Hagen im 1. Quartal 2012 noch knapp 33.600 Exemplare, waren es ein Jahr später nur noch gut 30.600. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 2014 fiel die Zahl der täglich verbreiteten Blätter um weitere 2.000 auf nur noch ca. 28.600 Stück. Vor 20 Jahren lag die verbreitete Auflage in Hagen noch bei durchschnittlich 55.600 Exemplaren am Tag.

Anzumerken ist an dieser Stelle, dass es sich bei der Westfälischen Rundschau nicht mehr um eine klassische Zeitung mit eigener Redaktion handelt. Der Lokalteil beispielsweise wird inhaltlich von der Redaktion der Westfalenpost erstellt und nur typografisch und farblich angepasst, sodass der Eindruck eines anderen Blattes entsteht.

Die ivw ermittelt seit 1950 die nachgewiesenen Auflagen von Zeitungen, Zeitschriften und weiteren periodischen Presseerzeugnissen.

Immer weniger lesen Hagener Tageszeitungen

22. Januar 2014

Auch ein Qualitätsproblem

Die Anzahl der tatsächlich verkauften Exemplare der Hagener Tageszeitungen ist weiter rückläufig. Nach Angabe der alteingesessenen ivw (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) ging der Verkauf im 4. Quartal 2013 gegenüber dem 4. Quartal 2011 um 12 Prozent zurück.

Fanden im letzten Quartal 2011 durchschnittlich pro Tag noch 33.226 Zeitungen einen Käufer, waren es zwei Jahre später nur noch 29.259 Exemplare. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren wurden pro Tag noch fast 54.000 in Hagen erscheinende Tageszeitungen an den Mann bzw. die Frau gebracht.

Die ivw liefert zwar keine Gründe für den Auflagenschwund, aber offensichtlich ist die Strategie der Funke-Mediengruppe (ehemals WAZ) ins Leere gelaufen. Die Schließung der Redaktion der Westfälischen Rundschau, dessen weiterhin existierender Titel nur noch als Hülle für fremde Inhalte dient, und der Ersatz gewinnbringender Beiträge durch erkenntnisarme Fotostrecken sowie die ausufernde Thematisierung von Belanglosigkeiten z. B. aus dem Schützenfest-Milieu in der Westfalenpost haben den Schwund jedenfalls nicht gestoppt, sondern vermutlich noch befördert.

Auch die immer wiederkehrenden subtilen Manipulationsversuche in Richtung der Leserschaft dürften für eine Stabilisierung der Auflage wenig hilfreich sein. So erschien erst gerade gestern in der WP ein Aufmacher über die Möglichkeit von Bürgerentscheiden.

Obwohl sich von den drei konkret Genannten, zwei Politikwissenschaftlern und dem Verein „Mehr Demokratie“, nur einer kritisch zu Bürgerentscheiden äußerte (die beiden anderen aber positiv), wurde die Essenz des Berichts in der Überschrift schlicht umgelogen: „Kritik an Bürgerentscheiden wächst“. Das war nicht einmal subtil, sondern ziemlich plump.

Auf absteigendem Ast

22. Oktober 2013

Hagener Zeitungen verlieren immer mehr Leser

Die Hagener Tageszeitungen werden immer weniger gelesen. Das ergeben die neuesten Daten der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw).

Danach ist die verkaufte Auflage der Westfalenpost und der zum Chimärenblatt geschrumpften Westfälischen Rundschau innerhalb eines Jahres um 7,5 Prozent zurückgegangen. Betrug die durchschnittlich verkaufte Auflage pro Tag im III. Quartal 2012 nach den Berechnungen der ivw noch 30.689, waren es im gleichen Quartal dieses Jahres nur noch 28.380. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Jahres 2011 war die Verkaufsauflage gar um 13 Prozent rückläufig.

Richtig dramatisch wird diese Entwicklung, wenn man sie über einen längeren Zeitabschnitt betrachtet. Vor 20 Jahren lag die Zahl der täglich in Hagen verkauften Zeitungen noch bei 54.000 Exemplaren, gegenüber heute waren das fast doppelt so viele.

Hagener Zeitungen im Sinkflug

21. April 2013

Verbreitung und Verkaufszahlen der Hagener Tageszeitungen gehen immer weiter zurück. Das ergibt sich aus den aktuellen Daten der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW).

Im 1. Quartal 2013 lag die Verbreitung der Hagener Ausgaben von Westfalenpost und Westfälischer Rundschau um 15,5 Prozent niedriger als im 1. Quartal 2010, die Verkaufszahlen verminderten sich im gleichen Zeitraum um 13,1 Prozent.

Tendenziell nimmt der Sinkflug noch zu. Im Vergleich mit dem Jahr 2000 ist die verkaufte Auflage seitdem um 37 Prozent zurückgegangen.

Mögliche Auswirkungen durch Abo-Kündigungen in Folge der Schließung der Rundschau-Redaktionen werden sich erst noch zeigen.

Infos: IVW

Kläsener: “Westfalenpost bleibt Heimatzeitung”

11. Januar 2011

Am 1. Februar 2011 übernimmt Stefan Kläsener die Chefredaktion der Westfalenpost von Bodo Zapp, der zum 31. Januar in den Ruhestand geht. Mit dem Wechsel stehen auch organisatorische und inhaltliche Veränderungen an. Kläsener hat ein Konzept entwickelt, das die lokale und regionale Berichterstattung stärken soll.

Entgegen einer Meldung von Kress soll die „Heimatzeitung” aber nicht an den Content-Desk der WAZ-Gruppe in Essen „angeschlossen“ werden. Von dort aus werden bereits die Mäntel von WAZ, Westfälische Rundschau, Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung mit Inhalten bestückt.

Quelle: zoom

Regionalzeitungen verlieren

21. Oktober 2009

Deutschlands Regionalzeitungen verlieren weiterhin Abonnenten und Kiosk-Käufer. Fast alle der wichtigsten Titel befinden sich laut der neuen IVW-Quartalsauflagen im Minus. Auch (…) die Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (in Hagen sind das die Westfälische Rundschau und die Westfalenpost, Red.) gehören zu den großen Verlierern.

Um 27.509 Exemplare ist die verkaufte Gesamtauflage der WAZ-Mediengruppe geschrumpft – ein Minus von 3,3%. Ohne den Anstieg von 4.700 sonstigen Verkäufen sähe es sogar noch schlechter bei den WAZ-Zeitungen aus: Die Abos gingen um 3,7% zurück, der Einzelverkauf um 6,9%.

Quelle: Meedia


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