Archive for the ‘31 Sonstiges’ Category

Umwelthilfe verklagt NRW wegen schlechter Luft in Hagen

17. Dezember 2018

Städte ersticken am motorisierten Individualverkehr

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat vier weitere Klagen gegen das Land Nordrhein-Westfalen beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster für „Saubere Luft“ in Bielefeld, Hagen, Oberhausen und Wuppertal eingereicht. In allen vier Städten wird der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg /m³) im Jahresmittel fortwährend erheblich überschritten.

Die beiden einzigen offiziellen Messstationen in Hagen stellen für 2017 NO2-Werte oberhalb des Grenzwerts fest: 49 µg/m³ (Märkischer Ring 85) und 48 µg/m³ (Graf-von-Galen-Ring). Ziel der Klagen ist die Einhaltung des bereits seit 2010 verbindlich geltenden NO2-Grenzwerts noch im Jahr 2019.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Der EU-Grenzwert dient dem Schutz unserer Gesundheit. Er steht nicht zur Debatte und gilt seit 2010. Doch die Landesregierung verweigert den Bürgern in Bielefeld, Hagen, Oberhausen und Wuppertal die ihnen rechtlich zustehende „Saubere Luft“. Wir brauchen eine wirkliche Verkehrswende. Unsere Städte ersticken am motorisierten Individualverkehr und an giftigen Dieselabgasen. Offensichtlich sind gegen den Widerstand der Dieselkonzerne nur noch die Gerichte in Deutschland in der Lage, geltendes Recht und Gesetz durchzusetzen. Wir brauchen mehr saubere Busse und Straßenbahnen und weniger schmutzige Diesel-Fahrzeuge in der Stadt.“

Das Bundesverwaltungsgericht hatte in seinen Grundsatzurteilen vom 27. Februar 2018 das Jahr 2019 als letztmöglichen Zeitpunkt zur Einhaltung des EU-weit gültigen Jahresmittelwerts von 40 µg/m³ höchstrichterlich festgelegt. Die „Saubere Luft“ in den vier Städten ist nur durch kurzfristig wirksame Maßnahmen wie Fahrverbote für schmutzige Diesel-Fahrzeuge möglich, die im realen Betrieb die Grenzwerte um ein Mehrfaches übersteigen.

Schmutzige Diesel-Pkw tragen wesentlich zu mehr als 800.000 jährlichen Neuerkrankungen an Diabetes und Asthma sowie zu knapp 13.000 vorzeitigen Todesfällen bei, verursacht durch die anhaltende Belastung der Atemluft mit dem Dieselgift NO2.

Das Umweltbundesamt hatte mit einer neuen Studie über die Gesundheitsfolgen von NO2 verdeutlicht, dass bereits bei Konzentrationen deutlich unterhalb des Grenzwertes mit 437.000 Neuerkrankungen an Diabetes Mellitus und 439.000 Asthmaerkrankungen zu rechnen ist.

Klageschrift Hagen (pdf)

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Drei Tage Winterschlaf

17. Dezember 2018

Verwaltung schließt „zwischen den Jahren“

Die Hagener Stadtverwaltung bleibt „zwischen den Jahren“ vom 22. bis einschließlich 31. Dezember 2018 geschlossen. Damit entfallen drei Arbeitstage, beim Rest handelt es sich um Samstage, Sonn- und Feiertage.

Wer eine Dienstleistung der Stadt Hagen benötigt oder in Anspruch nehmen möchte, wird daher gebeten, den Behördengang möglichst schon vor Weihnachten zu erledigen oder für das neue Jahr einzuplanen. Ab Mittwoch, 2. Januar 2019, stehen alle Dienstleistungen der Stadtverwaltung wieder im gewohnten Umfang zur Verfügung.

Durch die Schließung werden Einsparmöglichkeiten im Bereich der Energie- und Personalkosten realisiert, da die Rathäuser I und II sowie weitere Außenstellen bis auf einzelne Ausnahmen nicht beheizt werden müssen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung müssen zwischen den Feiertagen Urlaub bzw. Gleitzeitguthaben abbauen, welches – Achtung! – die bilanziell vorzunehmenden Rückstellungen verringert.

Am 27. und 28. Dezember sind die Annahme von Sterbefallanzeigen und die Erteilung von vorläufigen Bestattungsgenehmigungen jeweils von 8 bis 11 Uhr in den Räumlichkeiten des Standesamtes (Rathaus I (Bauteil B), Rathausstraße 11, 58095 Hagen) möglich.

Dringend notwendige Reisedokumente sollten frühzeitig beantragt werden. In Notfällen sollten sich Bürgerinnen und Bürger an die Bundespolizei oder das Auswärtige Amt wenden. Dort sind auch aktuelle Reiseinformationen (www.auswaertiges-amt.de, Rubrik „Länder/Reiseinfo“) erhältlich. Neben Informationen zu den Einreisebestimmungen des jeweiligen Reiselandes finden sich auch Hinweise unter anderem zur Sicherheitslage und zur medizinischen Vorsorge sowie Listen mit den Anschriften konsularischer Vertretungen. Ebenso ist dort eine Übersicht über die Anerkennung deutscher Kinderausweise durch ausländische Staaten abrufbar.

Der Telefonservice „hagen direkt“ (02331/207-5000) ist nicht besetzt. Über eine Bandansage wird aber auf die bestehenden Not- und Rufbereitschaftsdienste hingewiesen. Die Stadtbücherei auf der Springe, die Stadtteilbüchereien und das Tierheim der Stadt Hagen haben zwischen den Feiertagen ebenfalls geschlossen. Die bereits bestehenden Rufbereitschaftsdienste der Stadtverwaltung Hagen sind in gewohnter Form an allen Tagen sichergestellt.

107.7 radio eriwan

13. Dezember 2018

Hagener Dudelfunk erfindet eine „Nachricht“

Radio Eriwan war zu Zeiten des Kalten Krieges ein fiktiver Sender der damaligen Sowjetunion, der vermeintliche Zuhörerfragen beantwortete. Radio Hagen ist ein real existierender Sender, der heute eine vermeintliche „Nachricht“ verbreitete, die den falschen Bericht der WPWR zur erst geplanten und dann wieder rückgängig gemachten Änderung der Buslinie 527 noch toppt:

Die weitschweifige neue Busverbindung der 527 soll schnellstmöglich korrigiert werden

Die weitschweifige neue Busverbindung der 527 soll schnellstmöglich korrigiert werden. Seit dem Sommer fährt die Linie anders. Mit der Konsequenz, dass gerade ältere Leute, die einfach nur vom Wohngebiet Altenhagen zum Supermarkt an der Altenhagener Straße wollten nun eine Sightseeingtour zum Bahnhof in Kauf nehmen mussten. Die Anwohner hatten protestiert, und die Politiker haben sich mit der Sache beschäftigt und räumen ein: Das muss wieder anders werden. Die Politiker wollen so schnell wie möglich beschließen, dass der alte Linienweg wieder eingerichtet wird.

Quelle: 107.7 radio hagen

Frage an Radio Eriwan … äh, Hagen: Stimmt es, dass bei Ihrem Sender Journalisten arbeiten?
Antwort: Im Prinzip ja, aber nur dann, wenn die Putzfrau Urlaub hat.

Die Gehälter der Hagener Stadtspitze im Check

13. Dezember 2018

Wie viel Geld verdienen die Geschäftsführer städtischer Unternehmen in Hagen? Und was genau leisten sie dafür eigentlich? Ein Überblick. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Teilweise nicht auf dem neuesten Stand, aber natürlich ein Anhaltspunkt.

Hagener Schulen wollen raus aus dem digitalen Niemandsland

12. Dezember 2018

Bislang ist noch nicht eine einzige Hagener Schule an das schnelle Internet angeschlossen. Was in der Realität immer wieder für ernüchternde Ergebnisse sorgt. Denn das digitale Lernen scheitert häufig schon an der Geschwindigkeit des Anschlusses. Insbesondere dann, wenn von mehreren Rechnern gleichzeitig auf das Internet zugegriffen wird. (…)

Quelle: wp.de

Erneute Haus-Räumung in Hagen in letzter Minute abgewendet

12. Dezember 2018

Vermieter am Bodelschwinghplatz zahlt doch noch ausstehendes Wassergeld in fünfstelliger Euro-Höhe. Die erste Sperrung war manipuliert worden. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Der Vermieter war der Verursacher des Problems. Dem Einheitsblatt fällt aber nichts besseres ein, als in einer Infobox zu texten: „Die Stadt Hagen bietet zugewanderten Familien aus Rumänien und Bulgarien eine Mieter-Qualifizierung an, mit der der Weg in geordnete Mietverhältnisse ermöglicht werden soll.“

Bücherflohmarkt in der FernUni

10. Dezember 2018

11.12.2018, 15 bis 18 Uhr, Universitätsstraße 23, 58097 Hagen

Alle Jahre wieder: Die Universitätsbibliothek auf dem Campus lädt zu ihrem mittlerweile traditionellen Bücherflohmarkt im Advent ein. Besucherinnen und Besucher können aus einem vielfältigen und preisgünstigen Bestand von Lehrbüchern und Forschungsliteratur sowie Romanen und Fotobänden aus privaten Buchspenden auswählen.

Für zehn Euro gibt es am „Aktionstisch“ so viele Bücher, wie man ohne Taschen tragen kann. Wer mindestens zehn Bücher erwirbt, kann ein weiteres kostenlos mitnehmen (Preis maximal drei Euro).

Geschwister-Scholl-Schule ohne Rassismus

9. Dezember 2018

Die Geschwister-Scholl-Schule mit den beiden Standorten in Boelerheide und Vorhalle darf sich jetzt offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen. Damit ist sie Teil des bundesweiten Netzwerks von etwa 3.000 Schulen, die sich gegen Rassismus und Diskriminierung jeder Art einsetzen.

Sympathisanten

8. Dezember 2018

Hagener Presse rührt seit langem für heimische Rockergruppe die Werbetrommel

Michael Koch, Leiter der Hagener Lokalredaktion der WPWR, klingt schwer enttäuscht: „Die nette Fassade der Freeway Riders ist eingerissen“ überschreibt er seinen Kommentar zu der Razzia in einem Rockerclub am Nikolaustag. Dabei wurden mehrere Objekte durchsucht, ein umfangreiches Waffenlager sichergestellt (Foto: Polizei Hagen) und 14 Personen verhaftet, von denen inzwischen 10 wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Hintergrund ist u.a. ein versuchtes Tötungsdelikt.

Koch findet es „umso unverständlicher, dass es – vor allem bei Facebook — immer noch so viele gibt, die Verständnis für die Rocker zeigen“. Dabei breitet er den Mantel des Vergessens darüber aus, dass sein Blatt es war, das lange Jahre zur Legendenbildung beigetragen hat.

So erstarrte einst Kochs Kollege Hubertus Heuel in einem sehr ausführlichen Bericht geradezu vor Ehrfurcht: „Die Freeway Riders sind die Hagener Rocker. Männer wie Bäume, mit breitem Kreuz, ausladendem Brustkorb und muskelbepackten Armen. Männer wie Schränke.“ Liebevoll beschrieb er das Millieu: „Ihr Quartier liegt geduckt hinter Dekra und Peugeot im Gewerbepark Kückelhausen. Raue, heisere Stimmen erschallen, auf Spiegeln, Kutten und Pfosten klebt der geflügelte Totenkopf mit Kappe, das Emblem der Riders. Frauen heißen hier Schnitten und Kinder Blagen.“

Überhaupt sind die Rocker in Heuels Eloge Menschen wie du und ich: „Die Freeway Riders sammeln Spielzeug für bedürftige Familien, organisieren Blutspenden und Feste für krebskranke Kinder. Die meisten von ihnen haben selbst Familie und die gleichen Sorgen wie andere Väter.“

Besonders gefallen haben dürfte Heuel das kleinbürgerliche Weltbild der Rocker, die er als „wertkonservativ“ beschreibt und von denen jeder „ein Motorrad mit mindestens 550 ccm Hubraum“ fährt, „die meisten eine Harley Davidson.“ Auch wichtig: „Alle Mitglieder gehen einem ordentlichen Beruf nach, die meisten als Handwerker.“

In einem Bericht von 2016 über einen Aufmarsch der Rocker in Wehringhausen unterschied Redaktionsleiter Koch fein säuberlich zwischen dem „umstrittene Rocker-Club „Bandidos““ und dem „angestammten Motorradclub „Freeway Riders““. Brav wird deren Sprecher zitiert: „Wir wollten einfach durch die Stadt gehen und zeigen, dass wir in Hagen ansässig sind.“ Auch eine Anfrage an die „Bandidos“ hatte die WPWR gestellt, die aber nicht beantwortet wurde.

Ein Jahr später fragte das Einheitsblatt wieder an, Hintergrund war das sogenannte „Kutten-Verbot“, von dem die Freeway Riders allerdings nicht betroffen waren. „Auch wenn wir nicht betroffen sind, sehen wir darin einen Eingriff in die Bürgerrechte“, antwortete ein Sprecher der Rocker – und Kochs Blatt machte wieder einen ganzen Artikel daraus. Ohne daraufhinzuweisen, dass es weniger um „Bürgerrechte“ als vielmehr um ein Uniformverbot ging.

Schon lange vor Kochs und Heuels Tätigkeit in der heimischen schreibenden Zunft zeigte die lokale Presse eine wohlwollende Nachsicht gegenüber halbseidenen und kriminellen Kreisen. So wurde ein seinerzeit stadtbekannter Zuhälter, der sich am Ende in einem Nachtlokal die Kugel gab, in Permanenz als „Hagener Kaufmann“ tituliert.

Aber selbst jetzt, nachdem sich Koch in seinem Kommentar zerknirscht zeigt, wird am selben Tage so berichtet, als handele es sich bei dem Rockerclub um eine öffentliche Institution oder einen größeren Wirtschaftsbetrieb, bei dem man mal um ein Statement anfragt: „Ein Freeways-Sprecher wollte keine Stellungnahme zur Razzia abgeben.“

Unterzeichnet: mko – Michael Koch.

Lehrermangel: Lage an Hagener Grundschulen spitzt sich zu

5. Dezember 2018

An 24 der 28 städtischen Grundschulen in Hagen herrscht Lehrermangel. Auch Sonderpädagogen fehlen – an den Förder- wie auch den Grundschulen. (…)

Quelle: wp.de

Fahrverbot in Hagen – Klage der Umwelthilfe verzögert sich

1. Dezember 2018

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat immer noch nicht ihre Anfang Oktober angekündigte Klage auf Diesel-Fahrverbote in Hagen eingereicht. „Es ist noch nicht ganz klar, welches Gericht im Hagener Fall zuständig ist“, sagt eine DUH-Sprecherin.

Sobald darüber Klarheit herrsche, werde die Klage erhoben. Das Oberverwaltungsgericht Münster prüft aktuell, ob es künftig bereits in erster Instanz für derartige Klagen zuständig ist. Bis Ende des Jahres soll die Prüfung abgeschlossen sein. (…)

Quelle: wp.de

Entwarnung bei Gelben Säcken

1. Dezember 2018

Das Entsorgungsunternehmen aus Wetter hat sich die Kritik zu Herzen genommen und nicht nur drei zusätzliche Stellen ins Verteilernetz aufgenommen. Auch in den städtischen Einrichtungen Rathaus 1, Rathaus 2, Bürgerbüro Haspe und Bürgerbüro Hohenlimburg werden die gelben Säcke an die Bürger verteilt. (…)

Quelle: Lokalkompass

Auch ohne „Coca-Cola-Truck“: Weihnachtsmarkt im Wasserschloss Werdringen

29. November 2018

An über 30 Ständen im Hof des Schlosses und im Schloss selbst erwartet die Besucher des traditionellen Weihnachtsmarktes im Wasserschloss Werdringen in Hagen-Vorhalle am Samstag, 15. Dezember, von 14 bis 19 Uhr und Sonntag, 16. Dezember, von 11 bis 18 Uhr ein vielfältiges Angebot an holz- und kunstgewerblichen Produkten und eine besondere Atmosphäre (Foto: Stadt Hagen).

Der Weihnachtsmarkt im Wasserschloss Werdringen bietet besinnliche Weihnachtsmusik im Schlosshof und ein großes Angebot an Getränken sowie süßen und deftigen Speisen. Während des Weihnachtsmarktes ist das Museum für Ur- und Frühgeschichte geöffnet und bietet speziell für Kinder ab fünf Jahren ein besonderes Programm: Ein Geschichtenerzähler stimmt auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein und die Kinder können an einer Rallye rund um das Museum teilnehmen.

Der Eintritt zum Museum und zum Weihnachtsmarkt ist frei. Ortsfremde Besucher erreichen das Wasserschloss am besten über die A1, Ausfahrt Hagen-West. Da am Wasserschloss nur begrenzt Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wird die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel empfohlen.

Winterausgabe der Seniorenzeitung erschienen

28. November 2018

Die Winterausgabe der Seniorenzeitung Junges Altes Hagen ist erschienen. Im Prominenten-Interview stellt sie Roland Pröll vor, den Leiter der Kantorei der Johanniskirche, der dem traditionsreichen Chor neues Leben  einhauchen will. Geschichte und Gegenwart begegnen sich in der Titelgeschichte, in der Gottfried Auszra vom Pfadfinderleben in den 50er Jahren erzählt und die Hohenlimburger Pfadfinder berichten, wie es heute zugeht.

In diesen Tagen richten sich viele Erinnerungen in die Vergangenheit. Elisabeth Pehl hat uns einen alten Schulaufsatz aus dem Jahr 1944 zur Verfügung gestellt, in dem sie darüber berichtet, wie der Krieg Hagen veränderte. Christa Heine lässt uns die ersten hundert Tage im Leben eines Babies miterleben. Und der Gospelchor Living Voices feiert sein 25-jähriges Jubiläum gemeinsam mit den Mini Voices und dem Orchester Hagen. Das ist ein kleiner Ausschnitt aus dem Inhalt, zu dem natürlich wieder ein umfangreicher Veranstaltungskalender gehört.

Die Zeitungen liegen aus im Sozialen Rathaus am Bahnhof, in den Bürgerämtern, der Freiwilligenzentrale, Begegnungsstätten, bei der HagenInfo, in Apotheken, Arztpraxen – überall dort, wo die ehrenamtlichen Boten die Zeitung anliefern. Übrigens: Das Redaktions-Team sucht noch Menschen, die ehrenamtlich Zeitungen herumbringen können. Wer Interesse hat, kann sich melden bei Ruth Sauerwein, Telefon 02331-5 74 38.

Wie früher – ohne „Coca-Cola-Trucks“

27. November 2018

Romantischer Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum Hagen

Ganz ohne Limonaden-LKWs: Weihnachtmarkt im Freilichtmuseum (Foto: LWL)

Begleitet von großem Mediengetöse durfte der US-amerikanische Süßgetränkekonzern Coca-Cola sich in Form zweier Großlastwagen hinter Absperrungen neben der Johannis-Kirche am Markt breitmachen; das Umfeld dekoriert mit etwas Tannengrün – angeblich ging es ja um Weihnachten. Dem Hagener Einheitsblatt war der Aufmarsch der Dieselmonster gleich drei Beiträge wert. Auf ihrer Fakebook-Seite duzten sich die Animierschreiber ans Publikum ran: „Wen sehen wir von euch denn gleich vor der Johanniskirche?“

Allen, die nicht so „Event“-orientiert sind wie die örtlichen PR-Texter, bietet sich eine garantiert „Coca-Cola-Truck“-freie Alternative an:

Am ersten Adventswochenende (30.11. bis 2.12.) öffnet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) noch einmal für drei Tage sein Hagener Freilichtmuseum, um mit dem „Romantischen Weihnachtsmarkt“ stimmungsvoll den Advent zu beginnen. Die besondere Atmosphäre zwischen den illuminierten Fachwerkhäusern und den geschmückten Weihnachtsmarkthütten macht ihn seit Jahren zu einem Besuchermagneten.

In den historischen Häusern und kleinen Hütten zeigen etwa 85 Aussteller handgemachte, kunstgewerbliche Textilien, schöne Dinge aus Papier, Holz, Glas und Metall. Zu sehen und zu kaufen gibt es kreativen Schmuck, wollige Kleidung und winterliche Accessoires, Leckereien, Holzspiel­zeug, handgezogene Bienenwachs­kerzen sowie Krippen und Weihnachtsschmuck.

Statt „Musik aus der Konserve“ begleitet unterhaltende Live-Musik von Alphörnern, Orchestern und Chören, bis Weihnachtsjazz und -pop den Weihnachtsmarkt.

Auch das Beiprogramm ist nostalgisch: Sankt Nikolaus besucht im feierlichen roten Bischofsornat das LWL-Freilichtmuseum und der Märchenerzähler präsentiert wunderbare Geschichten. Ponyreiten und Bastelworkshops für die ganz jungen Besucher runden das Programm ab.

Tipp: Bequem per Bahn und Bus fahren die Besucher mit dem VRR-Kombiticket (Hin- und Rückfahrt und Eintritt, 5 Euro) direkt bis zum Museum oder nutzen den kostenlosen Pendelbus von einigen großen Ausweichparkplätzen. Parken direkt am Freilichtmuseum ist kaum möglich, denn die Parkplätze sind dort Mangelware.

Viele weitere Informationen zum Weihnachtsmarkt und zu den Parkmöglichkeiten finden sich unter: www.lwl-freilichtmuseum-hagen.de

Der Romantische Weihnachtsmarkt ist geöffnet:
Freitag, 30. Nov.:                                  14 – 21 Uhr
Samstag, 1. + Sonntag, 2. Dez.:        11 – 21 Uhr

Eintrittspreis inklusive VRR-Kombiticket: 5 Euro, Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt.

Neuer Entsorger: Was sich in Hagen bei Gelben Säcken ändert

26. November 2018

Ein neuer Dienstleister kümmert sich ab 1. Januar 2019 in Hagen um die Entsorgung der Gelben Säcke. Nach der jüngsten europaweiten Ausschreibung ging der Zuschlag an AHE (Tochter von AVU und Remondis). (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Gelben Säcke können in weiten Teilen des Stadtgebiets nicht mehr an zentralen Stellen abgeholt werden, denn „über eine weitere Verteilung in den städtischen Bürgerämtern konnte keine Einigkeit erzielt werden“.

In der Vergangenheit war AHE auch schon einige Jahre für die Altglascontainer zuständig, die damals mit der notwendigen Regelmäßigkeit entleert wurden. Das änderte sich grundlegend, nachdem HEB diesen Bereich übernommen hatte.

Es bröselt

26. November 2018

Nachdem bereits die Auffahrtsrampe hinter dem Arbeitsamt für LKWs gesperrt werden musste und nur noch eine Fahrspur genutzt werden kann und ebenfalls die Fuhrparkbrücke so marode ist, dass die Überfahrt für Lastkraftwagen untersagt ist, treten jetzt auch Schäden an der Hochstraße B 54 zwischen Oberhagen und Eilpe zutage. In der Verwaltung kursieren bereits Pläne, das Brückenbauwerk komplett abzureißen. Es bröselt allerorten.

Brücke Volmetalstraße: Schäden an Übergangskonstruktion

Im mittleren Bereich der Brücke der Volmetalstraße hat der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) gravierende Schäden an einer Fahrbahnübergangskonstruktion festgestellt, so dass eine Instandsetzung erforderlich wird. Bis diese im Frühjahr des kommenden Jahres instandgesetzt werden kann, muss sie gesichert werden. Hierzu wird die jeweils rechte Fahrspur im Übergangsbereich in der kommenden Woche gesperrt und die verbleibende Fahrspur mittels Stahlplatten abgedeckt. Aufgrund der Stahlplatten ist es erforderlich, die Geschwindigkeit auf 20 km/h zu begrenzen.

Brückenprüfungen in Eilpe

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) führt am kommenden Dienstag, 27. November, im Stadtteil Eilpe Brückenprüfungen durch. Aus diesem Grund muss die Abfahrtsrampe der Brücke Volmetalstraße zwischen 8 und 18 Uhr, und die Brücke Eilper Straße über die Volme von 20 bis 0 Uhr voll gesperrt werden. Eine Umleitung ist entsprechend ausgeschildert.

 

Anti-Rassismus-Baum steht wieder vor Gymnasium in Hagen

24. November 2018

Die Schüler des Christian-Rohlfs-Gymnasiums sind überzeugt, dass der Anschlag auf ihren Anti-Rassismusbaum einen politischen Hintergrund hatte: „Es ist doch kein Zufall, dass ausgerechnet dieser Baum umgehauen wurde“, sagt Tom Böhner (17), Sprecher der Jahrgangsstufe 12.

Doch die Freveltat hat die Jugendlichen in ihrem Engagement eher bestärkt. Nachdem der Baum aus dem Fluss geborgen und mit Spanngurten am abgesägten Stamm befestigt worden war, ließen sie am Freitagmorgen 150 mit Helium gefüllte Ballons in den Himmel steigen. Sie waren mit dem Slogan „No racism“ beschriftet – ebenso wie die bunten Bändchen und Schleifen, die den Baum schmücken. (…)

Quelle: wp.de

Volles Haus bei der 7. Hagener Bildungskonferenz

24. November 2018

Die 7. Hagener Bildungskonferenz fand am vergangenen Dienstag (20. November) im Käthe-Kollwitz-Berufskolleg, Liebigstraße 20-22, statt. Veranstaltet wurde die Konferenz vom Regionalen Bildungsbüro Hagen (RBB) und dem Lenkungskreis des Bildungsnetzwerks Hagen.

Die jährliche Bildungskonferenz hat zum Ziel, zentrale Bildungsthemen voranzubringen, Akteure und Interessierte einzubinden sowie Anschlussaktivitäten zu initiieren. Unter dem Titel „Ich – Du – Wir! Bildung gemeinsam verantworten“ haben 250 Akteure aus der Hagener Bildungslandschaft neben einem Fachvortrag an zehn Workshops rund um das Thema Verantwortung teilgenommen und im anschließenden Plenum zur Diskussion gestellt: Was bedeutet Verantwortung in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen? Was heißt das für Bildungsprozesse? Wo können wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Übernahme von Verantwortung und Partizipation motivieren?

Die gut besuchte Veranstaltung begann mit einleitenden Worten von Margarita Kaufmann, Dezernentin für Jugend und Soziales, Bildung und Kultur, sowie von Bettina Hund, Schulleiterin des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs. „Wir sind alle aufgefordert, uns unserer Verantwortung bewusst zu werden. Als Bildungsnetzwerk haben wir zudem eine gemeinsame strategische Verantwortung für Bildung. Das professionelle WIR steht im Zentrum, wenn es um diese strategische Verantwortung geht“, so die Dezernentin.

Im Anschluss referierte Prof. Dr. Kathrin Aghamiri vom Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Münster zum Thema „Über Löwen und Popcorn“ – Partizipation als Schlüssel zu Bildung und Demokratiebildung“. Der Vortrag bezog sich auf die Verantwortung in der täglichen pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sie stellte in vielen Praxisbeispielen anschaulich dar, dass Bildung ohne eine Beteiligung derer, die sich bilden (sollen), nicht gedacht werden kann. Nach dem Vortrag ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die einzelnen Workshops.

Antirassismusbaum abgeholzt

21. November 2018

Zwischen dem 15.11.2018 und dem 19.11.2018 fällten unbekannte Täter einen Baum auf dem Gelände des Hasper Christian-Rohlfs-Gymnasiums und warfen ihn in die Ennepe. Der Baum war im Rahmen des Antirassismusprogramms der Schule mit entsprechenden Botschaften geschmückt.

Der fünf Meter hohe Baum war vermutlich mit einer Axt gefällt worden. Am Freitag soll der Baum aus dem Fluss geborgen und provisorisch wieder aufgestellt werden.

Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb weniger Tage. Am Wochenende nach dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht waren Plakate, die an Opfer des Hitler-Faschismus erinnern sollten, auf der Rathausstraßenbrücke abgerissen und in die Volme geworfen worden.

Der Staatsschutz Hagen übernahm in beiden Fällen die Ermittlungen. Hinweise nimmt die Polizei unter 986 2066 entgegen.

Integrationsrat sucht engagierte Mitbürger

21. November 2018

Im Rahmen des Neujahrsempfangs 2019 möchte der Integrationsrat der Stadt Hagen erneut engagierte Menschen auszeichnen, die sich um Integration in Hagen verdient gemacht haben. Als Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit sollen diese mit einem Preisgeld in Höhe von bis zu 250 Euro ausgezeichnet werden.

Für diesen Preis können Einzelpersonen oder Gruppen und Institutionen mit einer kurzen Begründung vorgeschlagen werden. Nicht berücksichtigt werden Eigenbewerbungen. Die potentiellen Preisträger müssen mindestens 18 Jahre alt sein.

Die Vorschläge können bis zum 31. Dezember 2018 schriftlich bei der Geschäftsstelle des Integrationsrates im Kommunalen Integrationszentrum, Faten Alzahr, Berliner Platz 22, 58089 Hagen, oder per E-Mail an Faten.alzahr@stadt-hagen.de eingereicht werden. Die Preisverleihung findet am Samstag, 2. Februar 2019, um 16 Uhr im Rathaus an der Volme, Rathausstraße13, im Rahmen des Neujahrsempfangs des Integrationsrates statt.

Pogromerinnerung: Plakate in Volme geworfen

13. November 2018

Im Rahmen der Kulturveranstaltung „Das Klavier in der Volme“, das an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren erinnern soll, befestigten die Veranstalter Plakate mit Kabelbindern auf der Volmebrücke an der Badstraße. Einige dieser Kabelbinder wurden offensichtlich von Unbekannten am Wochenende durchtrennt. Einige Transparente landeten auf dem Gehweg, andere in der Volme. Da eine politisch motivierte Straftat nicht ausgeschlossen werden kann, übernahm der Staatsschutz der Hagener Polizei die weiteren Ermittlungen.

Auf dem Bodelschwinghplatz wurde ein Klavier der Kulturveranstaltung im Wert von 150 Euro zunächst entwendet, später aber beschädigt wieder aufgefunden. Nach bisherigem Ermittlungsstand besteht kein Zusammenhang mit dem Plakat-Vorfall.

„Für Toleranz, Vielfalt und Respekt“

12. November 2018

Kulturschaffende gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus – bisher nur eine Unterzeichnung aus Hagen

Mehr als 50 Kulturinstitutionen, Verbände, Organisationen sowie freie Kunst- und Kulturschaffende haben die „NRW-Erklärung der Vielen“ gezeichnet. Vorgestellt wurde die Erklärung in einer Pressekonferenz am 9. November, dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht, in Düsseldorf. Aus Hagen findet sich in der Liste der Unterzeichner bisher nur eine einzige Eintragung: Theater Hagen – Kinder- und Jugendtheater Lutz.

Kein Wunder, pflegt man sich in der Volmestadt doch vornehmlich in Gedenkritualen zu ergehen. Auch nur den Versuch, aus Verbrechen der Vergangenheit Lehren für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen, sucht man hier vergebens. Im Gegenteil finden sich geradezu absurde personelle Verbindungen zwischen heutigen Funktionsträgern der damaligen Hauptopfergruppe, der jüdischen Bevölkerung, und der neurechten AfD (siehe hier und hier).

Die Initiative der NRW-Kulturschaffenden stellt dagegen die notwendige Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart dankenswerterweise her.

Die „NRW-Erklärung der Vielen“ im Wortlaut:

Als Kulturschaffende in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Kunstschaffende.

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich so im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Wir als Unterzeichnende der NRW Kunst- und Kultureinrichtungen, ihrer Interessensverbände und freien Kunst- und Kulturschaffenden begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

  • Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Alle Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch eine rechtsextreme Politik immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.
  • Rassismus ist Alltag. Rechtsextremismus ist ein Symptom davon. Dieses Bündnis will nicht nur Symptome bekämpfen, sondern in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Verhandlung. Wir müssen die Kunst- und Kulturräume sowie unsere Gesellschaft öffnen, damit wir wirklich Viele werden!

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

Zum Unterzeichnen der Erklärung oder bei Fragen: nrw.erklaerung@dievielen.de

Marode Brücke könnte Hagen vom Bahnverkehr abkoppeln

11. November 2018

Die Hagener Fuhrparkbrücke ist dem Abriss geweiht. Eingedrungenes Salzwasser und minderwertiger Stahl lassen eine Sanierung nicht mehr zu. (…)

Sollten sich weitere Risse im Beton andeuten oder Spannglieder aus minderwertigem Stahl ausfallen, kann eine Vollsperrung nicht mehr ausgeschlossen werden. Und zwar nicht bloß für den kompletten Straßenverkehr, sondern auch die Bahnverbindungen darunter. Damit wäre der Hagener Hauptbahnhof vom deutschen Bahnnetz faktisch abgekoppelt. (…)

Quelle: wp.de

Perspektivenwechsel schaffen

10. November 2018

Workshops zur EU-Binnenmigration: Gegen antiziganistische Ansätze sensibilisieren

Im Zuge der Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien finden Roma in Hagen eine neue Heimat. Damit gehen für Mitarbeiter und Fachkräfte möglicherweise Herausforderungen einher, welche sich beispielsweise durch generalisierende und stereotypisierende Wahrnehmungen gegenüber Roma charakterisieren lassen. Derartige Wahrnehmungen können ein (zusätzliches) Integrationshemmnis bilden.

Um hierbei entgegenzuwirken und einen Perspektivenwechsel zu schaffen, hat das Kommunale Integrationszentrum (KI) der Stadt Hagen den Workshop „Herausforderungen und Handlungsoptionen im Kontext der EU-Binnenmigration aus Rumänien und Bulgarien“ organisiert.

Der Workshop wurde im September und November angeboten. Teilgenommen haben 50 Fachkräfte und Mitarbeiter der Stadt Hagen sowie von sonstigen Institutionen, die sich mit dem Thema der EU-Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien beschäftigen. Die eingeladenen Referenten, Sami Dzemailovski aus Düsseldorf und Christoph Leucht aus Berlin, verfügen über spezifisches Wissen zur Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien, das sie im Rahmen des ROMACT-Programms des Europarats in zahlreichen Kommunen vermittelten.

In ihrer Eröffnung der Workshops betonte Güler Kahraman, Leiterin des KI Hagen, die hohe Relevanz, Fachkräfte und Mitarbeiter in Berührung mit der Zuwanderung von Roma gegen antiziganistische Ansätze zu sensibilisieren. Die Referenten informierten zu den Rahmenbedingungen der EU-Binnenmigration aus Rumänien und Bulgarien und zeigten Stereotypen über Roma mit einhergehenden Konsequenzen auf.

Der zweite Workshop gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit, mit städtischen Sprach- und Kulturmittlern des Quartiersmanagements und des KI ins Gespräch zu kommen, die im Bereich der Zuwanderung aus Südosteuropa arbeiten und selbst Angehörige der Roma-Minderheit sind.

VHS-Abend zum Thema Mietrecht

9. November 2018

Ein Themenabend zum Mietrecht findet am Donnerstag, 15. November, von 18 bis 20.15 Uhr bei der Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahel-Varnhagen-Kolleg, Schwelmstück 3, statt.

Die Teilnehmer erhalten umfangreiches Material mit aktuellen Mustern, das in den Kursgebühren von 16 Euro bereits enthalten ist. Das Serviceteam der VHS bittet um Anmeldung für den Kurs 1922 unter Telefon 02331/207-3622 oder unter www.vhs-hagen.de/anmeldung.

Vielleicht hat der Referent auch Tipps parat, wie sich Mieter gegen Hausbesitzer und Immobilienkonzerne wehren können, die ihre Gebäude zu Schrott verfallen lassen oder Wasserrechnungen nicht bezahlen, sodass am Ende die Bewohner zwangsweise ausquartiert werden (müssen). Allein in den letzten Tagen in Hagen drei Fälle:

Unbewohnbar – Stadt Hagen lässt erneut ein Haus räumen

Mark-E hat die Wasserversorgung abstellen lassen, nachdem die Hausverwaltung Außenstände in Höhe eines fünfstelligen Euro-Betrages hatte auflaufen lassen. (…)

Quelle: wp.de

Am Bodelschwinghplatz in Hagen droht weitere Haus-Räumung

Wegen unbezahlter Rechnungen wird am Bodelschwinghplatz durch die Mark-E die Wasserversorgung gesperrt. Den Bewohnern droht die Zwangsräumung. (…) Besitzer Waldemar Nordheimer aus Heinsberg spricht gegenüber der WP ganz offen von rund 50.000 Euro, die offen sind. (…)

Quelle: wp.de

Wasserschaden: Vier Familien aus Hochhaus in Hagen evakuiert

Die Situation in dem Hochhaus war laut Ordnungsbehörden lebensgefährlich: In Hagen-Vorhalle mussten vier Familien in der Nacht evakuiert werden. (…) Ordnungsamt und Bauordnungsamt wollen am Donnerstag prüfen, ob das Haus noch bewohnbar ist. Die Wohnungsgesellschaft hat nach Auskunft von Anwohnern bisher auf Mails und Anrufe nicht reagiert. (…)

Quelle: wp.de

In den ersten beiden Artikel konnte es sich das Blatt wieder einmal nicht verkneifen darauf hinzuweisen, dass das Haus „vorwiegend von Zuwanderern“ bzw. „Zuwanderern aus Südosteuropa bewohnt wird“. Die sind zwar nicht für die unbeglichenen Mark-E-Rechnungen verantwortlich, aber die subtile Stimmungsmache funktioniert, wie die Kommentare unter einem der beiden Beiträge zeigen: Die Zielgruppe hat es schon verstanden. Ach, übrigens: heute ist der 9. November. Da war doch mal was, das auch einen medialen Vorlauf hatte.

Mehrsprachigkeit in frühkindlicher und schulischer Bildung

8. November 2018

Die mehrsprachige Erziehung ist keine Besonderheit, im Gegenteil – sie gehört zum Alltag unserer Gesellschaft. Welche Herausforderungen für migrationsbedingt mehrsprachige Kinder existieren und wie die Wertschätzung der Familiensprachen gestärkt werden kann, beleuchtete der Fachtag im Rathaus an der Volme, den die Abteilung „Tagesbetreuung für Kinder“ und das „Kommunale Integrationszentrum“ der Stadt Hagen als Kooperationspartner, veranstalteten.

Bildungsdezernentin Margarita Kaufmann eröffnete den Fachtag und brachte in ihrer Begrüßung den Mehrwert von sprachlicher Vielfalt und Mehrsprachigkeit zum Ausdruck. Über 60 Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen und Schulen unterschiedlicher Träger verfolgten den anschließenden Vortrag zum Thema „Gelebte Mehrsprachigkeit“ von Prof. Dr. Agyro Panagiotopoulou von der Universität Köln.

Panagiotopoulou, die international vergleichende Forschungsprojekte, unter anderem in Deutschland, Griechenland und Finnland durchgeführt hat, betonte die frühe Förderung der sprachlichen Ressourcen sowie die Notwendigkeit, Mehrsprachigkeit im Sinne der inklusiven Bildung und Erziehung als Normalfall anzusehen.

Im Anschluss an den Vortrag nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an thematischen Workshops teil („Gelebte Mehrsprachigkeit“ und „Griffbereit & Rucksack KiTa“), in denen die sprachwissenschaftliche Theorie an Beispielen aus der praktischen Arbeit verdeutlicht wurde. Nach der gelungenen Veranstaltung konnten die Beteiligten viel Motivation mit in ihre Einrichtungen nehmen.

Weniger als die Hälfte der Kinder in Hagen im Ganztag

22. Oktober 2018

Viel wird über die Ganztagsbetreuung in Hagen diskutiert. Dabei ist im vergangenen Schuljahr noch nicht einmal die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler in Grundschule und Sekundarstufe I über den normalen Unterricht hinaus betreut worden. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Auflistung der Zahlen ergibt natürlich nur dann einen Sinn, wenn diese in Relation gesetzt werden. Das soll an dieser Stelle nachgeholt werden:

49,9 Prozent der 1,7 Millionen Schülerinnen und Schüler in der Primarstufe und der Sekundarstufe I der allgemeinbildenden Schulen in NRW nahmen im Schuljahr 2017/18 ein Ganztagsangebot an ihren Schulen in Anspruch. In Hagen laut Statistischem Landesamt nur 41,8 Prozent.

An Realschulen und Gymnasien in NRW wurden mit 23,7 bzw. 26,6 Prozent die wenigsten Kinder ganztags betreut. In Hagen nur 3,3 bzw. 14,3 Prozent.

An Grundschulen nahmen im abgelaufenen Schuljahr NRW-weit 45,2 Prozent der Schüler ein Ganztagsangebot wahr. In Hagen waren es nur 30,5 Prozent.

Einzig an Hauptschulen liegt die Quote höher als im NRW-Durchschnitt. Während in Hagen 63,7 Prozent der Schüler ganztags betreut wurden, waren es landesweit nur 59,8 Prozent.

FESH plant einen Schulneubau an der Hasper Schlackenmühle

20. Oktober 2018

Die Freie Evangelische Schule (FESH) möchte an der Schlackenmühle einen neuen Bildungskomplex errichten. Dafür müssten die Kleingärtner weichen.

Die Freie Evangelische Schule (FESH) hat sich mit der Stadt weitgehend auf einen Umzug an die Schlackenmühle in Haspe geeinigt. Auf einem 15.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke von Schlackenmühle und Hördenstraße sollen die Gesamtschule samt einer Dreifachturnhalle und möglicherweise auch die Grundschule der FESH angesiedelt werden. Hinzu kommen könnte eine Kindertagesstätte. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Ersatzschulen wie die Fesh oder auch Waldorfschulen werden in der Regel zu 94 Prozent vom Staat finanziert. Der Eigenanteil der Eltern darf natürlich nicht „Schulgeld“ genannt werden, sonst würde die staatliche Finanzierung um den entsprechenden Betrag gekürzt, denn die Schulgeldfreiheit gilt  (offiziell) auch für Privatschulen. Stattdessen zahlen die Eltern normalerweise einen „freiwilligen“ Beitrag an einen Förderverein.

Welcher Geist bei der Fesh mit Steuergeldern finanziert wird, erschließt sich aus dem Interview mit dem Vorsitzenden des Trägervereins, das Ende Januar 2014 in der Printausgabe der WPWR erschienen ist: „Es hat separate Schöpfungsvorgänge gegeben, es ist nicht das eine aus dem anderen hervorgegangen. Den angeblichen Sprung vom Affen zum Menschen halte ich zum Beispiel für äußerst unwahrscheinlich. (…) Es war ja niemand dabei, der beweisen kann, ob die Welt in sieben Tagen oder in sieben Millionen Jahren erschaffen worden ist.“

Kreationismus pur.

Ab in den Reisswolf

19. Oktober 2018

Trend setzt sich fort: WPWR-Verkauf weiter rückläufig

Die meisten der über den Einzelverkauf an Kioske usw. gelieferten Exemplare des Hagener Einheitsblatts landen ungelesen im Altpapier. Das ergibt sich aus den neuesten Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) für das 3. Quartal 2018.

Danach wurden durchschnittlich pro Erscheinungstag 2.735 Exemplare der Zeitung an die Verkaufsstellen ausgeliefert, aber nur 1.138 davon tatsächlich verkauft. Der überwiegende Rest, 1.597 sogenannte Remittenden, wanderten ohne Leserkontakt direkt in die Tonne.

Der weitaus größere Teil der Auflage ging wie schon in der Vergangenheit an Abonnenten. Aber auch deren Zahl ist weiter rückläufig; die verkaufte Auflage insgesamt schrumpfte im Vergleich zum Vorjahresquartal um minus 4,8 Prozent.

Millionen für die Aufwertung des Hengstey-Freibades

14. Oktober 2018

Durch Investitionen in Millionenhöhe soll das Familien-Freibad in Hengstey zu einer der Hauptattraktionen des Seeparks aufgewertet werden. (…)

Quelle: wp.de

Wasserschloss Werdringen schließt für einige Monate seine Türen

14. Oktober 2018

Umfangreiche Neugestaltung

Ab Montag, 29. Oktober, schließt das Museum im Wasserschloss Werdringen in Hagen-Vorhalle für einige Monate seine Türen, um diese im Frühjahr 2019 mit neuem Ausstellungsbereich wieder zu öffnen. Die Zeit der Schließung wird für eine umfangreiche Neugestaltung des Steinzeitbereiches im ersten Obergeschoss der Ausstellung genutzt. Dazu wird neben der bereits vorhandenen Ausstellungsfläche ein weiterer Nebenraum erschlossen, indem die Funde aus der Blätterhöhle präsentiert werden.

Zudem sollen aktuelle Themen wie Klimaentwicklung, sowie verschiedene naturwissenschaftliche Datierungsmethoden anhand von Menschen- und Tierknochen und die Lebensweisen von steinzeitlichen Jägern und Sammlern behandelt werden.

Die Blätterhöhle in Hagen-Holthausen hat sich in den vergangenen Jahren für die europäische Archäologie zu einer der bedeutendsten Fundstellen der Alt- und Mittelsteinzeit entwickelt. Über das spannende Fundspektrum und die Grabungstätigkeiten in und an der Höhle, konnten sich Besucher zuletzt noch im September dieses Jahres bei einem Vortrag und einer anschließenden Spezial-Führung informieren. Um diesen besonderen Ort auch in Zukunft Besuchern präsentieren zu können, sollen die wichtigsten Funde in Werdringen ausgestellt und damit dauerhaft in die Ausstellung integriert werden. Dazu werden Leihgaben, die derzeit noch zu Untersuchungszwecken oder als Teil einer vorübergehenden archäologischen Ausstellung in anderen Städten (aktuell Berlin) sind, zurück nach Hagen geholt.

Als das Museum Wasserschloss Werdringen 2004 als Museum für Ur- und Frühgeschichte eröffnet wurde, versammelten sich in dem neu konzipierten Ausstellungsbereich in der ehemaligen Scheune, eine Vielzahl besonderer Fundobjekte aus Hagen und der Region. Unter anderem wurde so eine Alternative zum ursprünglichen „Hagener Vorgeschichtsmuseum“ geschaffen, das sich von 1975 bis 2002 in kleinen Räumlichkeiten auf Schloss Hohenlimburg befand. Hier wurden die Reste der weitgehend durch den 2. Weltkrieg zerstörten Hagener Sammlungen (städtisch und privat) zusammengeführt. Doch erst mit der Eröffnung des Museums in Werdringen verfügte die Region schließlich über eine eigene Einrichtung, die dem Umfang und der Bedeutung der archäologischen und geologischen Funde gerecht werden konnte.

Die nun bevorstehende Teilumgestaltung der Ausstellung soll auch Anlass für eine schrittweise Erneuerung und Aktualisierung einiger Vitrinen und Exponate sein. Damit möchte das Museum die Gelegenheit nutzen, Neufunde zu integrieren und bestehende Präsentationsweisen zu überarbeiten. Das Frühjahr 2019 soll daher ganz im Zeichen einer beginnenden Aufwertung und Renaissance des Standorts Wasserschloss Werdringen stehen.

Die Kosten für den Umbau des Raumes für die Blätterhöhle-Präsentation belaufen sich auf rund 14.000 Euro. Mit 15.000 Euro an den Geschichtsfreundeverein fördert die Sparkassenstiftung für Hagen zweckgebunden die Einrichtung des Raumes. Ein besonderer Anziehungspunkt wird ein Film über die Gesichtsrekonstruktion einer Jungneolitischen Frau sein, den der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit 30 Prozent (Gesamtkosten rund 5.000 Euro) fördert.

Während der Schließung ist kein regulärer Museumsbesuch in Werdringen möglich. Das museumspädagogische Programm des Fachbereichs Kultur soll aber, wenn auch eingeschränkt, stattfinden. Die Buchung von Kindergeburtstagen und Schulklassenführungen bleibt nach wie vor möglich. Während der Ausstellungsbereich im ersten Obergeschoss zum Großteil von den Umbauarbeiten betroffen ist; hier befinden sich die Wollnashörner und das Rentier sowie die Vitrinen zur Alt- und Mittelsteinzeit, können das Erdgeschoss und das zweite Obergeschoss im Rahmen von Gruppenführungen besichtigt werden. Dadurch bleiben die geologische Ausstellung, das Mammut und der Bereich zu den Metallzeiten und zum Mittelalter für die Besucher verfügbar. Das Schlosscafé agiert unabhängig vom Museumsbetrieb und ist von der Schließung ausgenommen.

Durch die bevorstehende Schließung und dem damit verbundenen eingeschränkten museumspädagogischen Programm, verzichtet die Museumsverwaltung auf die Erstellung eines Programmheftes für die restlichen Wochen des Jahres 2018. Dieses erscheint normalerweise im vierteljährlichen Takt für jeweils drei Monate. Über die noch bevorstehenden Programme und Exkursionen können sich Besucher auf den Internetseiten der Stadt Hagen informieren. Des Weiteren steht die Museumsverwaltung für Fragen und Anmeldungen zu Veranstaltungen unter Telefon 02331/207-2740 zur Verfügung.

Bildungserfolg von Kindern: Soziale Herkunft spielt immer noch eine sehr starke Rolle

12. Oktober 2018

Statistisch gesehen sind sie unwahrscheinlich: Berufliche Karrieren von Bildungsaufsteigern. Mit welchen Herausforderungen diese konfrontiert sind und ob Migranten zusätzliche Barrieren bewältigen müssen, beleuchtete ein Vortrag, den das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Hagen im Rathaus an der Volme veranstaltete.

Prof. Dr. Ahmet Toprak und Dr. Christina Möller, die selbst den Bildungsaufstieg in höhere Positionen trotz ihrer sozialen Herkunft schafften, zeigten mit wissenschaftlichen Befunden aus der Bildungsforschung auf, dass obwohl es in den vergangenen Jahren eine Verbesserung gab, der sozioökonomische Hintergrund immer noch eine sehr starke Rolle beim Bildungserfolg von Kindern spielt.

Kinder aus Arbeiterfamilien und bildungsfernen Hintergründen haben immer noch eine vielfach geringere Chance, einen hohen Bildungsabschluss oder gar eine Professur zu erreichen als Kinder aus Akademikerfamilien. Anhand ihrer eigenen Biographien zeigten Prof. Dr. Toprak (Ausschnitte aus seinem neuen Buch „Auch Alis werden Professor“ wurden verlesen) und Dr. Möller, beide ehemalige Hauptschüler, jedoch auf, dass es trotzdem möglich ist, den (Bildungs-)Aufstieg zu schaffen. Hierfür müssten aber Mentoren aus dem Bildungsbereich oder hohen gesellschaftlichen Positionen eine starke Rolle spielen, um den Glauben an sich und die eigenen Fähigkeiten zu stärken.

Chemisches Untersuchungsamt gibt Standort in Hagen auf

7. Oktober 2018

Die 30 Mitarbeiter des Chemischen Untersuchungsamtes an der Pappelstraße in Hagen werden spätestens 2025 nach Holzwickede umziehen müssen. (…)

Quelle: wp.de

Wochenkurier insolvent

1. Oktober 2018

Viel Altpapier wäre weg – aber die Funke-Gruppe hätte endgültig das Medienmonopol in Hagen

Mehr als 40 Jahre verstopfte sein Papier die Hagener Briefkästen. Jetzt hat das Reklameblatt Wochenkurier Insolvenzantrag gestellt.

Die Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH erklärte den Schritt mit blumigen Formulierungen. Die „Restrukturierung“ des Unternehmens verlaufe nicht „so glatt, wie man sich das wünsche“ und deshalb habe man „einen sicheren Zwischenschritt“ eingelegt. Sinn des Verfahrens, so Geschäftsführer Philipp Brück, sei es vielmehr, alte Zöpfe abzuschneiden und längst überholte Strukturen endlich aufbrechen zu können.

Um diese Ziele zu erreichen, wird allerdings normalerweise keine Insolvenz beantragt; auch keine, wie in diesem Fall, „Planinsolvenz in Eigenverwaltung“. Der Grund dürfte eher in der finanziellen Schieflage zu finden sein, in die das Anzeigenblatt gerutscht ist.

Der Jahresabschluss für 2017 weist bei einer Bilanzsumme von knapp 721.000 Euro einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von mehr als 251.000 Euro aus. Der Wochenkurier sah sich deshalb veranlasst, in seine Pflichtveröffentlichung eine Warnung einzuflechten:

Mit Schreiben vom 15.06.2018 wurde die Geschäftsführung darauf aufmerksam gemacht, dass die Notwendigkeit der Vorlage einer positiven Fortbestehensprognose gegeben ist. Die Arbeiten wurden deshalb ausgesetzt, bis am 02.07.2018 die Fortbestehensprognose für die Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH und Wochenkurier Vertriebsgesellschaft mbH, erstellt durch die Sozietät Thomas Uppenbrink und Collegen GmbH, Vorhaller Str. 21, 58089 Hagen, vorgelegt wurden.

Aus der Prognose geht hervor, dass eine insolvenzrechtliche Überschuldung aktuell nicht vorliegt. Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Neutralisierung der buchmäßigen Überschuldung nur und ausschließlich erfolgt, wenn die in der Fortbestehensprognose aufgeführten Auflagen zeitnah und vollumfänglich erfüllt und umgesetzt werden.

Letzteres gelang wohl nicht und führte zum Insolvenzantrag. Bereits 2015 landete ein Tochterunternehmen, die wochenkurier Ennepe-Ruhr GmbH, im Aus; DOPPELWACHOLDER.DE berichtete damals.

Verschwände der Wochenkurier endgültig von der Hagener Bildfläche, fielen Woche für Woche etliche Tonnen Altpapier weniger an. Bei aller Kritik am Reklamemüll – die Kehrseite der Pleite wäre die Vollendung des Monopols der Funke-Gruppe im Hagener Medienmarkt: Westfalenpost, das redaktionslose Geisterblatt Westfälische Rundschau, Radio Hagen und das Anzeigenblatt Stadtanzeiger – alles aus einer Hand.

Wochenkurier-Chefredakteur Michael Eckhoff hat all die Jahre immer wieder fachkundig historische und kulturhistorische Themen einem breiten Publikum zugänglich gemacht, das üblicherweise nicht damit konfrontiert worden wäre. Das wird fehlen. Der Lokalteil der WPWR hat dem nur eine Burger-Braterei- und Boutiquen-Kollumnistin entgegenzusetzen, die nebenbei auch über Kultur schreiben darf.

Wochenkurier-Geschäftsführer Philipp Brück hofft derweil auf ein Weiterleben seines Anzeigenblatts: „Das Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung gibt uns dazu die Möglichkeit und die Flexibilität, die wir brauchen, um den Wochenkurier endgültig neu auszurichten und wirtschaftlich kerngesund aufzustellen.“

Frischer Wind für die Städtepartnerschaft mit Smolensk durch Jugendaustausch

30. September 2018

Drei Jugendliche aus Hagen werden gemeinsam mit Jugendlichen aus der russischen Partnerstadt Smolensk am Jugendforum der Städtepartnerschaften teilnehmen. Vom 30. September bis 5. Oktober kommen 60 Jugendliche aus zehn deutsch-russischen Städtepartnerschaften in Hamburg zusammen und entwickeln unter dem Motto „Stadtentwicklung durch Jugendaustausch“ eigene Ideen für Austauschprojekte zwischen den Partnerstädten.

Die deutsch-russischen Beziehungen erleben eine schwierige Phase. Bereiche der zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit wie Städtepartnerschaften oder Jugendaustausch haben deshalb eine noch größere Bedeutung als sonst. Beides miteinander zu verbinden, das heißt mit zukunftsfähigen Projektideen von Jugendlichen, die sich für die Belange ihrer Städte interessieren, Städtepartnerschaften neue Impulse zu verleihen – darum geht es beim Jugendforum der Städtepartnerschaften in Hamburg.

Unter dem Motto „Stadtentwicklung durch Jugendaustausch“ werden die zehn deutsch-russischen Partner-Teams Ideen und Projekte entwickeln, um Städtepartnerschaften stärker ins Blickfeld von Jugendlichen zu rücken und durch Austauschprojekte für sie attraktiver zu machen.

Aus Hagen sind Chiara Maria Glouftsi, Anastasia Ioannidis und Maren Parzybok in Hamburg dabei. Ihre Projektidee wurde von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch aus zahlreichen Bewerbungen für die Teilnahme am Jugendforum ausgewählt. Gemeinsam mit ihren Partnern aus Smolensk möchten sie beim Jugendforum ökologische Bildungsprojekte entwickeln, die an Hagener und Smolensker Schulen oder bei Jugendaustauschprojekten zwischen beiden Städten umgesetzt werden sollen.

Nach der Eröffnung am 1. Oktober durch den Botschafter der Russischen Föderation, Sergej Netschajew, werden die zehn Teams an vier Tagen durch fachliche Inputs und erfahrene Trainer bei der Entwicklung ihrer Projekte unterstützt. Am Ende des Jugendforums haben die drei Jugendlichen aus Hagen Gelegenheit, ihre Projektidee einem offiziellen Vertreter der Stadtverwaltung Hagen vorzustellen und mit ihm die Möglichkeiten der Umsetzung zu besprechen.

Das Jugendforum der Städtepartnerschaften stellt den Abschluss des Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften dar, das unter der Schirmherrschaft der Außenminister Deutschlands und Russlands stand. Die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch ist seit 2006 bundesweit das deutsche Koordinierungsbüro für den Schüler- und Jugendaustausch mit Russland und Veranstalterin des Jugendforums.

Wo der Hund begraben liegt

29. September 2018

Die Stadt Hagen rühmte sich einst, die gruseligste Bahnhofsunterführung Südwestfalens auf oder besser unter ihrem Gemeindeboden zu besitzen. Ortskundige sprachen Hagen sogar den Titel der gruseligsten Bahnhofsunterführung ganz Westfalens, wenn nicht des gesamten Nordrhein-Westfalens zu: ein von Menschenhand geschaffener und doch jenseitiger Ort im Nichts verhallender Schritte, düsterer Gestalten und ewiger Nacht, die nicht ihresgleichen habe, nicht einmal in Wuppertal. (…)

Heute, nach einigen Sanierungsversuchen und aufgrund ernsthafter Konkurrenz ostbrandenburgischer Orte, durch deren verwaiste Bahnhofsviertel die Wölfe streichen, kann man das nicht mehr in dieser Eindeutigkeit sagen. Und doch bleibt Hagen ein Premiumstandort für den lichtlosen Raum. Neben dem verdienstvollen Bunkermuseum, das Freunde der Dunkelheit aus ganz Südwestfalen – wenn nicht West- und Ostwestfalen – anzieht, gibt es nämlich noch die bereits zur Mittelsteinzeit bewohnte Blätterhöhle. Nur Ignoranten vertreten also die Auffassung, dass es in Hagen ohnehin nichts zu sehen gebe, gleich ob unter oder über der Erde. Wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe nun mitteilt, fanden Archäologen in ebendieser Höhle „den ältesten Knochen eines Hundes in Westfalen“. Es geht hier um einen Haushund, präziser: um ein Stück seines Schienbeins, das auf 11 500 Jahre taxiert wird. (…)

Auf einer Weltrangliste alter Hundeknochen gebührt der Region dank der Hagener Sensation nun mindestens ein dreistelliger Spitzenplatz; legt man das Kriterium des bejahrten Schienbeins an, dürfte sie noch deutlich weiter oben im Skelettranking mitspielen. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung (kostenpflichtig, Probeabo für 0,– Euro)

Anmerkung: So hat es Hagen auf die Titelseite der auflagenstärksten deutschen Tageszeitung geschafft. Nicht mit „Premiumwanderwegen“, mit auf Liegebänken drapierten Großkopferten oder gar dem Highlight des Hagen-Films. Das Hallo wäre noch größer gewesen, wenn der Autor in den Untergrund der Hagener Politik eingetaucht wäre, dem fortwährenden Versteckspiel der res publica (also: der öffentlichen Sache) in den nichtöffentlichen Teilen der Gremiensitzungen (siehe beispielsweise hier, hier und hier).

Wie gut sind Lokalzeitungen?

29. September 2018

Große Studie zur Qualität der Lokalberichterstattung

Forscher der Universität Trier haben die Qualität der Lokalberichterstattung deutscher Zeitungen und Onlineangebote untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Lokaljournalismus sich zwar gegenüber früheren Defiziten verbessert hat, etwa im Bereich der Themenvielfalt und Unabhängigkeit. Er sei aber immer noch dadurch charakterisiert, dass eher unkritisch über lokales Geschehen berichtet werde, wenig Hintergründe vorkommen, die Vielfalt an Darstellungsformen eher gering ausfalle und die Möglichkeiten der Leser-Partizipation selten ausgeschöpft werden. (…)

Das Team rund um den im vergangenen Jahr verstorbenen Medienprofessor Dr. Klaus Arnold war das erste, das sich nach langer Zeit wieder intensiv der Erforschung des Lokaljournalismus in Deutschland gewidmet hat. Insgesamt 103 Lokalzeitungen sowie dazugehörige Internetauftritte mit über 18.000 Artikeln haben Arnold, Wagner und 18 studentische Hilfskräfte untersucht.

Dabei stießen die Wissenschaftler auch auf Kurioses: „Eine Lokalzeitung in einem kleineren Ort hat beinahe über jede Hochzeit und Familienfeier berichtet“, erzählt Anna-Lena Wagner. Tatsächlich sind die Qualitätsunterschiede zwischen Lokalzeitungen in ländlicheren Gemeinden und Metropolenzeitungen teils enorm – in beide Richtungen. (…)

Unabhängig von Stadt und Land ist die Tatsache, dass einige Redaktionen häufiger unausgewogene Artikel schreiben. So erwähnen sie bei kritischen Themen nur die Meinungen einer Seite. Manche der Lokaljournalisten lassen sich auch vor den Werbe-Karren spannen und berichten überwiegend positiv beispielsweise über die Eröffnung eines neuen Restaurants. (…)

Die Lücken, die Lokalzeitungen in ihrer Berichterstattung lassen, könnten letztlich nur von jenen gefüllt werden, die wieder mehr Wert auf pointierte Meinungen oder aufklärende Hintergrundberichte legen. (…)

Quelle: vor ort nrw – LfM-Stiftung 
für Lokaljournalismus gGmbH

Anmerkung: Für Hagener Leser alles nicht unbekannt. Bemerkenswert auch, wie die redaktionellen Kapazitäten eingesetzt werden: Erst gestern wurden für eine der beliebten Räuberpistolen gleich drei Autoren in Anschlag gebracht, darunter der Leiter der Lokalredaktion und sein Stellvertreter. Dazu noch mit einer üppigen Fotostrecke dekoriert. Trotz dieses enormen Aufgebots war der Erkenntnisgewinn nicht höher als bei der zur gleichen Sache veröffentlichten Pressemitteilung der Polizei.

Bürgerdialog zur Zukunft Europas

29. September 2018

Brexit, Finanzkrise, Zeitumstellung, Handelsstreit mit den USA oder der Umgang mit Flüchtlingen – all diese Themen aus der letzten Zeit haben sehr viel mit Europa zu tun. Zu einem Bürgerdialog mit dem Thema „Europa geht uns alle an!“ laden die Volkshochschule und das Europabüro Hagen am Montag, 29. Oktober, von 13.30 bis circa 17 Uhr in das Rathaus an der Volme ein.

Die Europäische Union hat in vielen Bereichen unseres Lebens einen großen Einfluss. Deshalb sind die Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa aufgerufen, darüber zu diskutieren, wie ihnen Europa im Alltag begegnet, welche Rolle Europa für die Lebenswirklichkeit in ihrem Land spielt und wie Europa in Zukunft gestaltet werden soll.

Nach einer Begrüßung durch den Oberbürgermeister der Stadt Hagen Erik O. Schulz wird an zehn Tischen intensiv über Europa diskutiert. Jede und jeder kann teilnehmen und die Zukunft Europas aktiv mitgestalten. Die Veranstaltungen „Bürgerdialog zur Zukunft Europas“ stehen in Deutschland unter der Schirmherrschaft der Bundesregierung und finden darüber hinaus europaweit statt. Die Ergebnisse werden protokolliert und sollen der Politik als wichtige Hinweise zur weiteren Gestaltung Europas dienen.

Eine Anmeldung zu der Veranstaltung „Bürgerdialog zur Zukunft Europas“ mit Kursnummer 1250 ist bis zum 15. Oktober erforderlich und beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder im Internet auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung möglich. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, findet eine Berücksichtigung in Reihenfolge des Eingangs der Anmeldung statt. Der Bürgerdialog zur Zukunft Europas wird mit Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Mit Kopftuch

27. September 2018

Das Medienzentrum des Landschaftsverbandes Westfalen-­Lippe (LWL) hat soeben eine neue DVD auf den Markt gebracht: „Vertrieben“.

Nein, es geht in diesem Film nicht um Syrer oder andere nahöstliche Flüchtlinge, sondern hauptsächlich um Migranten aus Schlesien. (…)

Ende der 1950er Jahre war schätzungsweise jeder vierte bundesrepublikanische Einwohner – wir sprechen somit von etwa 14 Millionen Menschen – ein Flüchtling, Vertriebener oder Übersiedler. Natürlich handelte es sich nach heutigem Sprachgebrauch um Migranten, denn sie haben ja dauerhaft ihre eigentliche Heimat verlassen und anderswo eine neue suchen müssen. (…)

„Man muß sich das so vorstellen: Sie kamen plötzlich an, sprachen anders, aßen anders, kleideten sich anders. So lief eine Reihe von Frauen in der Regel mit Kopftüchern herum. Die Flüchtlinge fielen sofort auf.“ (…)

Quelle: Wochenkurier


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