Archive for the ‘31 Sonstiges’ Category

Vom Streben nach Glück

14. Februar 2018

Ausstellung zeigt 200 Jahre Auswanderung von Westfalen, darunter auch Hagener, nach Amerika – Parallelen zur Migration heute

„Hier lebt man besser als in Deutschland“, berichtete 1830 der Amerika-Auswanderer Peter Horn aus Pennsylvania in einem Brief an seine Eltern. Wohlstand, Freiheit, Abenteuer – das waren die Hoffnungen, die über 300.000 Menschen aus Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert dazu bewogen, in den USA ein neues Leben zu beginnen (Abb.: Plakat der Hamburg-Amerika-Linie. Foto: LWL).

Die Ausstellung „Vom Streben nach Glück“, die der Landschaftsverband Westfalen von Donnerstag (15.2.) bis zum 4. November in seinem Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop präsentiert, beleuchtet die Ursachen, zeichnet Reisewege nach und schildert die Biografien westfälischer Emigranten.

Das Spektrum der über 100 Exponate reicht von Fotos und Postkarten über ein Schiffsmodell bis hin zu persönlichen Gegenständen der Auswanderer. Das Begleitprogramm umfasst einen genealogischen Workshop und Vorträge rund um die Themen Auswanderung, Familienforschung und die USA.

Waltroper Lebensläufe
Im Schiffshebewerk Henrichenburg werden auch zwei Auswandererbiographien aus Waltrop vorgestellt: die Geschichten von Carl Leppelmann und der Familie Felling. Leppelmann war der Amtmann in Waltrop. Er erwarb sich einen zweifelhaften Ruf, indem er Gelder unterschlug und nicht durch übermäßige Gründlichkeit bei der Erledigung seiner städtischen Geschäfte glänzte. Im Jahr 1863 hatten sich zu viele Eskapaden angesammelt. Leppelmann sollte zur Rechenschaft gezogen werden, wofür er steckbrieflich gesucht wurde. Doch der Waltroper kam seinen Häschern zuvor und setzte sich über den Atlantik ab – samt der Stadtkasse, die 5.000 Taler enthielt. Mit seiner Familie gründete er eine neue Existenz in den USA. Als Charles Leppelmann, einer amerikanisierten Form des Vornamens, wurde er als Architekt tätig. Ob er je eine Ausbildung dafür genoss, ist unbekannt. Ein Haus, das er als Vereinsheim für einen deutschen Turnverein in St. Louis erbaute, wurde später ein Kino.

Wie viele Westfalen siedelte sich auch die Fellings im Mittleren Westen an. Fast eine Million Deutsche fanden in den Staaten Wisconsin, Ohio, Iowa und Minnesota eine neue Heimat. Johann Theodor Felling war der zweitgeborene Sohn einer Bauernfamilie aus Oberwiese. Er hatte keine Chance, den väterlichen Betrieb zu erben. Deshalb entschied er sich 1848, in die USA überzusiedeln. Im gleichen Jahrzehnt wanderten 30 weitere Waltroper nach Nordamerika aus. Die Nachfahren der Familie, die den gleichnamigen Bauernhof in Oberwiese besessen haben, leben noch heute in den USA: Es gibt dort über 200 Träger des Namens „Felling“. Tom Felling, der Urenkel von Theodor Johann, machte sich 1992 auf die Suche nach den Ursprüngen seiner Familie. Der in Minneapolis tätige Lehrer entdeckte im Gebetbuch seines Großonkels Joseph den Eintrag „Oberwiese, Waltrop“ und nahm Kontakt in die alte Heimat auf. 2009 trug er sich in das Goldene Buch der Stadt Waltrop ein.

Fluchtursachen
Nicht nur wirtschaftliche Not, die vor allem in den ländlich geprägten Regionen Westfalens der Hauptgrund für die Auswanderung war, trieb die Menschen in die Ferne. Auch politische Gründe bewogen die Menschen dazu, ihre Heimat in Deutschland zu verlassen. Das Streben nach politischer Freiheit brachte nach der Niederschlagung der demokratischen Revolution in Deutschland 1848/49 viele Aktivisten und Freidenker aus Westfalen in die USA. Die Vereinigten Staaten galten damals als das Vorzeigeland der Bürgerrechte, als Vorkämpfer für Freiheit und Gleichheit. Zu den Aktivisten, die nach dem Scheitern der Revolution nach Amerika emigrierten, gehörten unter anderem die Bürgerrechtlerin Mathilde Franziska Anneke aus Hiddinghausen bei Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) oder der Maler Carl Schlickum aus Hagen.

Einschiffen auf ein Auswandererschiff in Bremerhaven. Foto: Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Agenten vermittelten den Ausreisewilligen die Schiffsfahrkarten für die Überfahrt in die USA. Die Reise begann meist in den beiden großen deutschen Auswandererhäfen in Bremerhaven und Hamburg. Das Modell eines Auswandererschiffes aus dem Deutschen Technikmuseum in Berlin sowie Postkarten und Werbeplakate der Reedereien zeigen in der Ausstellung, wie diese Schiffe aussahen.

Die Deutschen in der Neuen Welt
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges hatten über acht Millionen Menschen in Nordamerika deutsche Vorfahren. Sie lebten als Farmer in den nördlichen Staaten des Mittleren Westens, waren aktiv in der Kultur, in der Politik und im Wirtschaftleben der Vereinigten Staaten. Vor allem der Bundestaat Indiana mit seiner Hauptstadt Indianapolis wurde zu einem Zentrum deutschen Wirkens. In Fort Wayne brauten und vertrieben die Dortmunder Berghoff-Brüder „Dortmunder Beer“. Clemens Vonnegut aus Münster brachte es mit einem Haushalts- und Eisenwarenhandel in kurzer Zeit zu Reichtum. Und William Edward Boeing, Sohn eines Einwanderers aus dem heutigen Hagen, gelang es gar, einen Weltkonzern aufzubauen.

Neben Knowhow brachten die Deutschen auch das Vereinswesen mit in die neue Heimat: In den meisten Städten des Mittleren Westens gab es Männerchöre und Turnvereine, auch Karneval wurde gefeiert.

Mit dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg veränderte sich das Verhältnis zwischen Amerikanern und Deutschen. „Die hoch geachteten und von manchen auch beneideten deutschen Eliten gerieten in den USA stark unter Druck. Viele ließen ihre Familiennamen amerikanisieren. Deutsche Zeitungen, deutschsprachige Reklametafeln und deutsche Bräuche verschwanden binnen weniger Wochen aus der Öffentlichkeit. Das war ein entscheidender Einschnitt, von dem sich die deutsche Gemeinschaft kaum wieder erholen konnte“, verrät der Leiter des LWL-Industriemuseums Schiffshebewerk Henrichenburg, Dr. Arnulf Siebeneicker.

Ein eigenes Kapitel widmet die Ausstellung dem Thema Vertreibung und Verfolgung nach 1933. So wanderten über 120.000 deutsche Intellektuelle und Juden nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nach Amerika aus.

Ein Thema für die Gegenwart
Auch Diskussionen über zeitgenössische Entwicklungen kann der Blick in die Geschichte der Amerika-Auswanderung anregen. „Die Parallelen zu aktuellen Fragen von Migration und Integration sind in dieser Ausstellung offensichtlich. Das LWL-Industriemuseum versteht sich dabei als Forum, in dem gesellschaftlich relevante Themen zur Diskussion gestellt werden“, erklärt Direktor Dirk Zache. Zwar seien die Deutschen damals nicht vor einem Bürgerkrieg geflohen, wohl aber aus einer hoffnungslosen Lebenssituation, die ihnen weder Auskommen noch berufliche Perspektive in ihrer Heimat bot.

Katalog
Vom Streben nach Glück. 200 Jahre Auswanderung aus Westfalen nach Amerika, hrsg. vom LWL-Industriemuseum und Willi Kulke, Essen 2016 (Klartext Verlag), 164 Seiten, 14,95 Euro.

LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, Am Hebewerk 26,  45731 Waltrop
Karte und Routenplaner

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Falsches Signal – Wie die Bahn beim Gütertransport versagt

2. Februar 2018

Fernsehtipp: Freitag, 02.02.2018, 20:15 Uhr, 3sat

LKW verstopfen die Autobahnen, Autofahrer sind verärgert; dabei verspricht die Politik seit vielen Jahren, Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen. Warum schafft es die Bahn nicht?

Der Güterverkehr auf der Schiene verliert Marktanteile, und die Bahn will weiter abbauen. Filmautor Hermann Abmayr zeigt, wie die Bahn heute noch mit Technik von vorgestern arbeitet, während LKW modernste Technologie einsetzen.

Was gestern noch mit der Bahn kam, wird heute im LKW angeliefert: zum Beispiel Bananen. Spediteure würden oft lieber auf die Bahn setzen, aber ihre Infrastruktur erfüllt nicht die Anforderungen moderner Unternehmen. Und jetzt wird auch noch der Gotthard-Basistunnel eröffnet, der den europäischen Schienengüterverkehr auf der Nord-Süd-Achse nach vorne bringen sollte. Aber Deutschland hat seine Aufgaben nicht erledigt, bremst die Zukunft aus, denn der zugesagte Ausbau der Rheintaltrasse hängt nach.

Dabei geht Gütertransport auf der Schiene auch anders, wie man im Bahnmusterland Schweiz sehen kann. In Deutschland passiert nichts. Warum sind die Signale falsch gestellt? Und was bedeutet das für den Konsumenten?

Nach Straßensperrung herrscht in Wehringhausen Verkehrschaos

24. Januar 2018

Sturm Friederike fegte über Hagen hinweg und blies die Dachziegel von einem der Problem-Häuser an der Eugen-Richter-Straße ­hinab.

Sie landeten auf dem Bürgersteig, brachen auseinander, und die Splitter verteilten sich über die Fahrbahn. Die Hauptverkehrsachse, die den Stadtteil mit Haspe und der Innenstadt verbindet, ist zwischen Franklinstraße und Rehstraße gesperrt. Auf den Straßen breitet sich das Chaos aus. (…)

Horst Edel ist Eigentümer des Mehrfamilienhauses mit der Nummer 102. Der schillernde Senior, einst Opernsänger und Schauspieler, hatte in der Vergangenheit immer wieder mit seinen heruntergekommenen Immobilien, in denen vor allem Zuwanderer aus Südosteuropa wohnten, für Ärger im Viertel gesorgt. Zuletzt hatte die Stadt Hagen die Immobilien zwangsgeräumt. Seither stehen die Häuser leer und gammeln vor sich hin.

Den Dachschaden will Edel, der bei der Stadt in der Kreide steht, nach eigener Aussage schleunigst beseitigen lassen. (…) Bei der Stadt scheint man sich aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht sicher zu sein, ob man dem Braten trauen kann. (…)

Quelle: wp.de

Siehe dazu:

Der letzte Vorhang
Ex-Opernsänger will seine Schrottimmobilien abstoßen

WP-Chefredakteur wird Jurymitglied bei Journalismuspreis

21. Januar 2018

CDU-nahe Stiftung belohnt ihre Claqueure

Der Journalist Pascal Hesse hat in einem offenen Brief die Besetzung der Jury des Deutschen Lokaljournalistenpreises der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung mit Jost Lübben kritisiert.

Lübben ist nicht nur Chefredakteur der Hagener „Westfalenpost“, sondern auch der  „Westfälischen Rundschau“, die nur noch als redaktionslose Hülle existiert. Beschwerdeführer Hesse kritisiert: „Die Funke Mediengruppe, die diese Zeitung ja vertreibt, herausgibt, hat die Redaktion in den letzten Jahren erlassen und die Inhalte werden heute von anderen Medien übernommen. Ich frage mich persönlich, warum man ausgerechnet den Chefredakteur einer solchen Zeitung in eine Jury beruft, die sich qualitativ hochwertige Beiträge anschaut und dafür den Deutschen Lokaljournalismuspreis vergeben soll.“

Heike Groll, die Vorsitzende der „Jury Deutscher Lokaljournalistenpreis“ der Konrad-Adenauer-Stiftung, teilte nach Angaben des Deutschlandfunks schriftlich mit, „dass Jost Lübben eine große Bereicherung für die Jury sei und in der Branche als einer der Vordenker des modernen Lokaljournalismus gelte“.

Wie der „moderne Lokaljournalismus“ des Weges kommt, dürfen die Leser der Hagener Lokalteile von WP und (textidentischer) WR an sechs Tagen in der Woche über sich ergehen lassen. Wenn das die Ergebnisse des „Vordenkers“ Lübben sind, darf sich die verbliebene Leserschaft des eh schon an Auflagenschwindsucht leidenden Blattes noch auf einiges einstellen.

Kritik an der Besetzung der Jury des Deutschen Lokaljournalistenpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung

Offener Brief an den Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und die Jury des ‚Deutschen Lokaljournalistenpreises’

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Norbert Lammert, sehr geehrte Frau Heike Groll,

mit großer Verwunderung habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) mit Wirkung zum 1. Januar 2018 Herrn Dr. Jost Lübben in die Jury Ihres renommierten ‚Deutschen Lokaljournalistenpreises’ berufen hat. Herr Dr. Lübben ist seit 2015 Chefredakteur der im nordrhein-westfälischen Hagen publizierten Westfalenpost Hagen sowie der in Dortmund erscheinenden Westfälische Rundschau. Zuvor war er Chefredakteur der Nordsee-Zeitung in Bremerhaven.

(more…)

WPWR: Talfahrt beschleunigt sich

19. Januar 2018

Nicht nur qualitativ, auch quantitativ führt der Weg des örtlichen Einheitsblatts weiter geradewegs nur in eine Richtung: nach unten.

Im 4. Quartal 2017 verlor die Hagener Ausgabe der WPWR, zu der inzwischen neben Hohenlimburg auch die Städte Wetter und Herdecke gerechnet werden, nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum 6 Prozent der verkauften Auflage.

Damit beschleunigt sich der langjährige Niedergang des Blattes erheblich. Zwischen den 3. Quartalen 2016 und 2017 war der Verkauf „nur“ um 3,8 Prozent zurückgegangen.

Siehe dazu auch:

WPWR: 56 Tonnen Altpapier weniger

DW jetzt noch wacholdriger

1. Januar 2018

Titel-Relaunch zum Jahreswechsel

Es ist die erste visuelle Veränderung, seit DOPPELWACHOLDER.DE Ende 2008 online ging: Der Kopf dieses Mediums wird prägnanter und spielt jetzt noch deutlicher auf die beliebteste Droge in der Hagener Entscheiderszene an.

1896 ließ sich Bayer den Markennamen Heroin schützen, Coca-Cola enthielt bis 1906 Kokain. Crystal Meth wurde im 3. Reich als „Panzerschokolade“ und „Hermann-Göring-Pillen“ verbreitet. Die auch als Pervitin bekannte Droge lagerte auch die Bundeswehr ein, Bundeskanzler Konrad Adenauer soll sie zwecks „Leistungssteigerung“ eingeworfen haben.

Das alles hat Hagen nicht nötig, die Stadt kann aber trotzdem locker mithalten: Seit 1817 wird im heutigen Hagener Stadtteil Haspe Doppelwacholder produziert, das Original nur mit Doppel-h („Wachholder“). Manch Hagener Politiker und andere Lokalgrößen fällen unter dem Einfluss dieser Flüssigkeit immer noch ihre Entscheidungen. In Einzelfällen lässt sich nicht ausschließen, dass die Substanz nicht oral sondern intravenös zugeführt wird.

Da muss man sich doch eigentlich über nichts mehr wundern, oder?

Greatest Hits 2017

1. Januar 2018

Die Top 10 der beliebtesten DW-Beiträge im Jahr 2017

  1. Bilstein: Beschäftigte unter Druck
    Unternehmensführung droht mit Verlagerung von Investitionen
  2. AfD will der Pelmke den Saft abdrehen
  3. Romberg „kleiner Fisch im Hagener Rathaus“
    Leserbrief zum Fall des CDU-Ratsherrn
  4. „Verschonen Sie mich mit Ihrer Inkompetenz“
    Grußwort des Hagener Intendanten Norbert Hilchenbach beim Neujahrsempfang des Theaterfördervereins am 8. Januar
  5. Ermittlungen gegen Timo Schisanowski
    Veruntreuungen in Altenhagener SPD ziehen weitere Kreise
  6. Abriss im großen Stil
    In Hagen-Wehringhausen soll ganzer Wohnblock verschwinden
  7. Boeler SPD-Vorstand tritt zurück
  8. König: „Halt Dein Maul!“
    Rauhe Töne in der Ratsfraktion der SPD
  9. Der letzte Vorhang
    Ex-Opernsänger will seine Schrottimmobilien abstoßen
  10. „Unzutreffende Äußerungen“
    SPD Boele: Ex-Vorständler weisen Pressedarstellungen zurück

Breitbandverkabelung: Millionen für den Ausbau sichern flächendeckende Versorgung

22. Dezember 2017

Hagen erhält 21,4 Millionen Euro an Fördermitteln für den Ausbau der Breitbandverkabelung. Damit sollen weiße Flecken von der Karte verschwinden. (…)

Quelle: wp.de

Verlässlicher Ansprechpartner zur Rente

18. Dezember 2017

Peter Mager ist als ehrenamtlicher Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund für den Stadtkreis Hagen gewählt worden.

Wie beantrage ich eine Altersrente oder Erwerbsminderungsrente, wie hoch wird meine Rente einmal sein? Es sind Fragen wie diese, die Peter Mager mit Versicherten und Rentnern im Stadtkreis Hagen im persönlichen Gespräch klärt. Mager kümmert sich ehrenamtlich um deren Anliegen und Sorgen, nimmt Anträge für sie auf oder lässt auf Wunsch beim zuständigen Rentenversicherungsträger den gegenwärtigen Rentenanspruch berechnen. Nun ist Peter Mager bei der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund am 6. Dezember 2017 in Berlin als Versichertenberater für die kommenden sechs Jahre gewählt worden.

„Ich freue mich, bei allen Fragen rund um die Rente für die Menschen im Stadtkreis Hagen da zu sein“, sagte Peter Mager. Die Versichertenberaterinnen und Versichertenberater werden von der Vertreterversammlung, dem Sozialparlament der Deutschen Rentenversicherung Bund, gewählt, die von den Versicherten bei der diesjährigen Sozialwahl ein neues Mandat erhalten hat. „Das große Engagement unserer Versichertenberaterinnen und Versichertenberater vor Ort zeigt, worum es bei der Selbstverwaltung geht: Versicherte treten aktiv für die Interessen der Versicherten ein“, betonte Rüdiger Herrmann als Vorsitzender der Vertreterversammlung.

Bundesweit engagieren sich rund 2.600 Ehrenamtliche als Versichertenberaterinnen und -berater der Deutschen Rentenversicherung Bund. In über einer Million Beratungen jährlich informieren sie etwa über die Voraussetzungen der verschiedenen Rentenarten oder die Möglichkeiten zum persönlichen Rentenbeginn. Diese Serviceleistungen sind für die Versicherten und Rentner kostenfrei.

Persönliche Beratungen durch Peter Mager erfolgen nach vorheriger telefonischer Terminabsprache. Telefon: 02334 1428.

Verwaltung schließt „zwischen den Jahren“

18. Dezember 2017

Die Hagener Stadtverwaltung bleibt „zwischen den Jahren“ vom 23. bis einschließlich 30. Dezember 2017 geschlossen. Wer eine Dienstleistung der Stadt Hagen benötigt oder in Anspruch nehmen möchte, wird daher gebeten, den Behördengang möglichst schon vor Weihnachten zu erledigen oder für das neue Jahr einzuplanen. Ab Dienstag, 2. Januar 2018, stehen alle Dienstleistungen der Stadtverwaltung wieder im gewohnten Umfang zur Verfügung.

Der Telefonservice „hagen direkt“ (02331/207-5000) ist nicht besetzt. Über eine Bandansage wird aber auf die bestehenden Not- und Rufbereitschaftsdienste hingewiesen. Die Stadtbücherei auf der Springe und die Stadtteilbüchereien sowie das Tierheim haben zwischen den Feiertagen ebenfalls geschlossen. Die bereits bestehenden Rufbereitschaftsdienste der Stadtverwaltung Hagen sind in gewohnter Form an allen Tagen sichergestellt.

„Rufmord der lokalen Presse“

15. Dezember 2017

Stellungnahme des Reiterverein Hagen zum WPWR-Artikel „Reitervereins-Chef muss 1000 Euro Bußgeld zahlen

Der 1. Vorsitzende des Reiterverein muss erstmal gar nichts zahlen, da zu erwarten ist, dass das Verfahren neu aufgenommen wird, da er nicht verhandlungsfähig gewesen ist. Darf man nicht einmal mehr krank sein? Daher ist er folglich auch nicht verurteilt worden, sondern bisher wurde jediglich der Einspruch gegen die zwei Bußgelder zurückgewiesen. Der Richter stellte in Aussicht, dass die Verfahren im neuen Jahr verhandelt werden.

Die Berichterstattung der Westfalenpost ist voreilig und falsch.

An den beiden benannten Kontrollterminen des Veterinäramtes wurden auch sicherlich keine kranken Pferde gefunden. Gegen das Tierschutzgesetz bezüglich Tiereswohl ist unter diesem Vorstand nicht einmal verstoßen worden bzw. alle Verfahren wurden eingestellt.

Das Bußgeld aus 2011 über 150 Euro rührt daher, dass bei einem Kontrolltermin ein Schlüssel zu einer Tür fehlte. Der 1. Vorsitzende wollte die besagte Tür nicht für das Veterinäramt aufbrechen lassen und das Veterinäramt verweigerte den Zutritt durch ein drei Meter hohes Hallentor, das in die gleiche Richtung führte.

An diesem Verhandlungstermin im Jahr 2011 wurden drei Verfahren gleichzeitig verhandelt, von denen zwei in den ersten Zügen eingestellt wurden. In dem dritten Verfahren wurde geraten, das „kleine“ Bußgeld – welches ursprünglich höher angesetzt war – hinzunehmen, damit „die Sache vom Tisch sei.“ Der Vorsitzende nahm diesen Ratschlag leider an, obwohl er gerne einen Ortstermin mit dem Richter anberaumt hätte, um anhand der örtlichen Begebenheiten zu verdeutlichen, dass das Bußgeld zu Unrecht auferlegt wird. Aus Kostengründen wurde hiervon leider abgeraten.

Was hier betrieben wird, ist schlicht Rufmord der lokalen Presse.

Einem der derzeitigen Verfahren, die Mittwoch verhandellt werden sollten, liegt der Vorwurf zugrunde, man habe dem Veterinäramt den Zutritt zu der Futterkammer verwehrt. Lächerlich und abstrus, da eine solche Kammer gar nicht existent ist. Allein dafür hat das Amt ein Bußgeld über 400 Euro angesetzt. Das spricht hiermit für sich selbst.

Im Übrigen ist in der gestrigen Ratssitzung sicherlich nicht beschlossen worden, dass der Verein keinen neuen Pachtvertrag bekommt, sondern der Verein hat vorher einen neuen Vertrag abgelehnt. Dieses war reine Formsache. Aktuell setzt die Stadt alles daran, den Verein aus fadenscheinigen Gründen zu schließen. Derzeit versucht Herr Huyeng über Brandschutzkontrollen, den Verein weiter zu bemängeln.

Ein gewisser „Schimmelpilzbefall“ ist laut fachlich versierten Meinungen in Stallungen allerdings Normalität, gerade im Winter, weil es Kältebrücken gibt, die baulich bedingt sind durch die Stallfester. Aus Tierschutzgründen solle der Verein die Pferde des Vereins nun 24 Stunden auf die Weide  stellen, besagt die jüngste Auflage des Veterinäramtes. Aber man wolle nur, dass es den Tieren gut ginge……

Der Reiterverein Hagen

Reitervereins-Chef muss 1000 Euro Bußgeld zahlen

15. Dezember 2017

Zwei verletzte Pferde, Schimmel an Wand und Dach: Gericht verwirft Einspruch

Der Vorsitzende des Reitervereins Hagen muss wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz insgesamt 1000 Euro Bußgeld zahlen. Das Amtsgericht verwarf gestern in Abwesenheit seine Einsprüche gegen zwei Bußgeldbescheide der Stadt. (…)

Für den ersten Bußgeldbescheid sind 400 Euro zu berappen. Darin wird dem Vorstand vorgeworfen, bei einer amtlichen Kontrolle am 21. Dezember letzten Jahres auf dem Vereinsgelände am Höing hartnäckig Auskünfte verweigert zu haben. (…)

Der zweite Bußgeldbescheid beträgt 600 Euro. Am 15. Mai mussten sogar die Polizei und ein Schlüsseldienst hinzugezogen werden, um das Gelände auf dem Höing kontrollieren zu können. (…)

Quelle: WPWR (14. Dez. 2017, online nicht verfügbar)

„Untragbare Behauptungen“

12. Dezember 2017

Wehringhauser wehren sich gegen mediale Hetze

Offener Brief der Wehringhauser Initiativen und Vereine:

Der Hagener Stadtteil Wehringhausen erfährt aktuell eine breite mediale Aufmerksamkeit: Kleinere Beiträge im Regionalprogramm zeigen die schönen Seiten unseres Viertels, weisen auf die bewegte jüngere Geschichte und popkulturelle Bedeutung des Quartiers zwischen Goldberg und Ennepe hin.

Doch insbesondere in den vergangenen Wochen und Monaten macht sich eine gewisse Unruhe breit: In Zeitungsartikeln wird von einem drohenden „Kippen“ des Stadtteils berichtet. Ein auf einem privaten Fernsehsender ausgestrahlter Beitrag stilisiert Wehringhausen gar zu einem „neuen Duisburg-Marxloh“ hoch. Verwackelte Kamerafahrten und untragbare Behauptungen, beispielsweise man könne sich als Frau am Nachmittag nicht mehr auf die Straße trauen, werden unreflektiert gesendet.

Befeuert werden diese Diskussionen von Facebook-Gruppen, in denen sich einige Einwohner gegenseitig in Frustration und Fremdenangst bestätigen und eine bei der Boulevardpresse willkommene „Lobbyarbeit“ leisten, an deren Ende es nur noch Verlierer geben kann: Denn nicht nur der Zusammenhalt im Stadtteil, auch die Außenwirkung im restlichen Hagen und weit darüber hinaus leiden massiv.

Die Herausforderungen, vor denen der Stadtteil steht, wollen wir nicht negieren. Die Stadtsauberkeit und die Integration von Zugewanderten sollten verbessert werden, dennoch leben wir gerne in Wehringhausen und engagieren uns in und für unseren Stadtteil und glauben, dass die positiven Seiten die Schwierigkeiten bei weitem überwiegen.

Wehringhausen liegt in unmittelbarer Nähe zum ausgedehnten Stadtwald und bietet neben dichter Urbanität die fußläufige Möglichkeit zur Naherholung. Die Nahversorgung ist durch die inhabergeführten Geschäfte im Quartier und die fußläufige Erreichbarkeit der Hagener Innenstadt samt Hauptbahnhof gesichert.

Wehringhausen ist ein Stadtteil der kurzen Wege und dadurch auch der guten Kontakte. Liebenswert macht den Stadtteil daher nicht nur seine gründerzeitliche Bebauung, die zum typischen Flair beiträgt, sondern auch die regelmäßigen und teils täglichen Begegnung der Menschen. Sie bieten die Chance zum Dialog über gutes und über Herausforderungen und ermöglicht gemeinsames Engagement.

Es gibt viel zu tun, doch es gibt genug Menschen, die in unserem Viertel mitanpacken und Wehringhausen besonders lebens- und liebenswert machen wollen.

Ehrenamtliche – privat und spontan oder organisiert in Vereinen – arbeiten Hand in Hand mit professionellen Einrichtungen, sozialen Trägern, der Stadtverwaltung, Händlerinnen und Händlern sowie Kulturschaffenden. Wir reden miteinander, wir sitzen zusammen und wir schaffen stetig und bestimmt eine Realität, die weit von dem abweicht, was manche Medien in Wehringhausen offenbar gerne sehen möchten.

Wir wünschen uns in diesem Sinne eine differenziertere Berichterstattung, die z.B. auch die bürgerschaftlich und städtisch initiierten Initiativen thematisiert.

Für diese Sichtweise unseres Quartieres stehen WIR, die hier leben, den Stadtteil aktiv und öffentlich prägen und uns selbstbewusst engagieren um uns und anderen ein liebenswertes Quartier zu schaffen, das Anerkennung und Beachtung verdient hat:

  • Initiative L(i)ebenswertes Wehringhausen (Street Art, Urban Art, Stadtsauberkeit)
  • Händlergemeinschaft „Wir in Wehringhausen“ (Veranstaltet u.a. die „Nacht der langen Tische“ und andere „Umsonst und draußen“–Aktionen
  • Die Initiatoren des Garagenrock–Festivals (Musik Umsonst und draußen im Garagenhof)
  • Die Initiatoren des Wehringhauser Schnurlosfestivals (akkubetriebenes Musikfestival auf dem Goldberg)
  • Die Organisatoren des „Tags der offenen Hinterhöfe“ (u.a. grüner Stern Wehringhausen e.V.)
  • Der grüne Stern Wehringhausen (Repair Cafe, Projekte mit Zuwanderern, Straßenkunst, etc.)
  • Das Kulturzentrum Pelmke (Musik, Kultur, Programmkino, Veranstalter Stadtteilfest, etc.)
  • Evangelische Pauluskirchengemeinde (Gospelfestival, Nachbarschaftstreffen, Konzerte,…)
  • Katholische Kirchengemeinde St. Michael (Soziale Projekte, Kirche in anderem Licht, Kulturangebot, Sommerfest, Trödelmarkt)
  • Die Falken (Jugendprojekte und Projekte mit Zuwanderern)
  • Das Paulazzo (Jugendeinrichtung der evang. Kirche, Zuwandererprojekte, u.v.am.)
  • Der Lenkungskreis der Sozialen Stadt Wehringhausen (bestehend aus Vertretern diverser Einrichtungen, Vereinenund Bürger)
  • Initiative „Kunst vor Ort“ (u.a. Kunstprojekte mit Kindern aus Südosteuropa)
  • Die Initiatoren und Unterzeichner des Wehringhausen-Codex
  • Das Quartiersmanagement der Sozialen Stadt Wehringhausen (Fördermittel für Ehrenamt, Stadtumbau, Vernetzung der Initiativen, Kommunikation zwischen Verwaltung und Stadtteil)
  • Das Projekt „Soziallotsen“ des Sozialdienst katholischer Frauen e.V.
  • Erzählcafe „Altes Backhaus“ e.V.
  • Das Projekt „NRW hält zusammen“ (Integrationsprojekt für Zuwanderer aus Südosteuropa)
  • Förderverein der Wildgehege im Wehringhauser Bachtal e.V.

Repair-Café feiert ersten Geburtstag

11. Dezember 2017

Das Repair-Café in der Lange Str. 65 in Hagen feiert am kommenden Samstag, den 16.12.17, von 15-19 Uhr seinen ersten Geburtstag.

Vor einem Jahr erfreuten sich die Initiatoren gemeinsam mit vielen Besuchern an den beiden Eröffnungstagen, dies soll jetzt wiederholt werden. Mit Gebäck und Heißgetränken, sowie Live Musik Hagener Musiker, will das Repair-Café Revue passieren lassen, was in diesem Jahr alles geschehen ist. Seit der Eröffnung kamen über 1.500 Besucher und Hunderte, denen beim Reparieren geholfen werden konnte.

Das Repair-Café freut sich auf 2018 und dankt allen Ehrenamtlichen und Spendern, die geholfen haben.

Pflege-Mängel – Aufnahmestopp in Hagener DRK-Heim

10. Dezember 2017

Aufnahmestopp in einem der größten Pflegeheime der Stadt. Weil die Hagener Heimaufsicht im Seniorenheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Lange Straße Mängel in der pflegerischen Dokumentation und Arbeit festgestellt hat, darf die Einrichtung aktuell keine neuen Bewohner aufnehmen.

Das DRK sieht die Verantwortung für die Probleme bei der bisherigen Pflegedienstleiterin, mit der man sich vor dem Arbeitsgericht streitet, weil man sie kündigen möchte. Doch von Seiten der Frau, die in den Vormonaten mehrere Überlastungsanzeigen an ihre Vorgesetzten gesendet hat, heißt es, dass das Problem im DRK-Heim an der Lange Straße eher struktureller Natur sei. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Viel zu kurz gedacht

(…) dass es viel zu kurz gedacht ist, wenn ein bis ins kleinste Ritzel durchorganisierter Verband wie das Deutsche Rote Kreuz eine einzige Person für die pflegerische Schieflage in einem Heim für 124 Bewohner mit 80 Vollzeitkräften verantwortlich machen will. (…)

Quelle: wp.de

Nobelpreisverleihung an ICAN – Hagen feiert mit

6. Dezember 2017

Wenn am 10. Dezember um 13 Uhr in Oslo der Friedensnobelpreis an ICAN, die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung, verliehen wird, gehört auch die Stadt Hagen zu den Preisträgern. Darum weht an diesem Wochenende die Fahne der Bewegung „Bürgermeister für den Frieden“ am Rathaus. Die Stadt Hagen ist seit 1984 Mitglied des weltweiten Städtebündnisses „Mayors for peace“, das wiederum Partnerorganisation von ICAN ist.

Der Oberbürgermeister von Hannover und Vizepräsident der Mayors for Peace, Stefan Schostok, erklärte zur Verleihung des Friedensnobelpreises: „Die Verleihung an ICAN ist gerade in dieser Zeit ein wichtiges politisches Signal an die Atomwaffenstaaten – und vor allem an jene, die durch entsprechende Tests den Weltfrieden massiv gefährden. Hannover als Lead City in Deutschland der ‚Mayors for Peace‘ gratuliert ICAN zu dieser bedeutenden Auszeichnung. Wir sind sicher, dass die Entscheidung des norwegischen Nobelkomitees auch unsere gemeinsamen Netzwerkaktionen für eine atomwaffenfreie Welt stärken wird.“

ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) ist ein Zusammenschluss von rund 460 Partnerorganisationen in mehr als 100 Ländern. Die Organisation erhält den Friedensnobelpreis „für ihre Arbeit, mit der sie die Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanitären Konsequenzen eines jeglichen Einsatzes von Atomwaffen lenkt und für ihre bahnbrechenden Bemühungen, ein vertragliches Verbot solcher Waffen zu erreichen“, so das norwegische Nobelkomitee.

ICAN setzt sich seit rund zehn Jahren für einen Atomwaffenverbotsvertrag ein. Dieser wurde am 20. September von der Generalversammlung der UN zur Unterschrift ausgelegt. Der Vertrag tritt in Kraft, sobald ihn 50 Mitglieder der UN ratifiziert haben. Er untersagt den Unterzeichnern den Besitz, Erwerb und die Weiterverbreitung von Atomwaffen.

Oberbürgermeister Schostok: „Hannover unterstützt aktuell eine Unterschriftenkampagne der ‚Mayors for Peace‘, die weitere Regierungen – auch die zukünftige neue Bundesregierung – auffordert, dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten.“ Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN fordert die Stadt Hagen auf, sich dieser Kampagne anzuschließen.

Die Preisverleihung wird am 10. Dezember um 13 Uhr per Livestream aus Oslo übertragen.

Eine Bühne für den Ideologen

5. Dezember 2017

Friedrich Merz Gastredner bei der SIHK

Friedrich Merz, Vorsitzender des Vereins Atlantik-Brücke und Aufsichtsratschef für Deutschland beim weltweit größten Vermögensverwalter BlackRock, hält die Festansprache auf der 67. Jahresveranstaltung der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) am 7. Dezember 2017 in der Stadthalle Hagen.

Erst kürzlich hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet den neoliberalen Flügelmann der CDU aus der politischen Versenkung zurückgeholt und ihn zum „Brexit-Beauftragten“ der Landesregierung ernannt. Daneben soll er den Aufsichtsratsvorsitz beim Flughafen Köln/Bonn übernehmen.

Die 1952 gegründete Atlantik-Brücke gilt als eine der effektivsten und konservativsten Pressuregroups in Deutschland. Als Ausgangspunkt für die Gründung des Vereins galt der Beginn des sogenannten Kalten Krieges. Die USA suchten nach Möglichkeiten verdeckter Einflussnahme auf die Bundesrepublik Deutschland.

Die Mitgliedschaft in diesem mit namhaften Personen aus Wirschaft, Politik und Gesellschaft besetzen Verein kann nur durch Nominierung und Kooptation durch den Vorstand erreicht werden. Die Arbeitsweise ist durch Verschwiegenheit und mangelnde Transparenz gekennzeichnet, trotz unmittelbarer Nähe von Politik zur Wirtschaft.

Diese nicht-offizielle, nicht-demokratisch legitimierte Struktur trägt dazu bei, dass Schranken zwischen Wirtschaft und Politik verschwinden und selbsternannte Eliten zunehmend wieder an Gewicht gewinnen.

BlackRock ist die größte Investmentgesellschaft der Welt. Sie verwaltet etwa 6 Billionen US-$ (nicht billions = Milliarden) und ist damit ein Akteur, dessen Einfluss weit über die Grenzen des Marktes hinausreicht.

Die Wirtschaftsjournalistin Heike Buchter beschreibt den Giganten so: „BlackRock ist ein Unternehmen, das Beteiligungen an so ziemlich allen großen Unternehmen dieser Welt hat. Auf der Kundenliste haben sie die großen Pensionskassen der Welt, Stiftungen, Staatsfonds, sie beraten Zentralbanken, unter anderem auch die Europäische Zentralbank. Sie können nennen, wen oder was Sie wollen, im großen Bereich der Finanzen: BlackRock ist irgendwo mit irgendwas beteiligt.“

Heike Buchter hat ein Buch über dieses verschwiegene Imperium verfasst:

„Black Rock ist ein Vermögensverwalter. Aber das ist so, als wenn man sagen würde, Versailles sei ein Sommerhaus oder die Pyramiden ein Haufen Grabsteine … Goldman Sachs, die Deutsche Bank, die Allianz – sie alle verblassen dagegen. (…)

„Das Problem der neuen Germany Inc. ist nicht, dass sich BlackRock oder die ausländischen Großaktionäre in die Unternehmen einkaufen, um dann den Vorstand herumzukommandieren. Im Verhältnis zu den deutschen Unternehmen ist BlackRock wie ein New Yorker Immobilienmogul, der sich müht, seine Besitzungen in Übersee so profitabel und reibungslos wie möglich zu betreiben. So lange der Verwalter sich als zuverlässig erweist, besteht kein Grund sich einzumischen. Doch irgendwann passt das Haus nicht mehr in das Portfolio oder das Haus braucht eine aufwendige und langwierige Sanierung, dann verkauft der Eigentümer es einfach. Im schlimmsten Fall an ein Abbruchunternehmen, eine Heuschrecke.“

Dazu passend:

Von Atlantik-Brücken und BlackRock-Monstern konnte der Frankfurter Arzt und Psychiater Heinrich Hoffmann noch nichts ahnen, als er im Jahr 1845 sein weltberühmtes Bilderbuch Struwwelpeter herausbrachte; darin die Geschichte vom bösen Friederich. Die Methoden haben sich inzwischen verfeinert, aber die Rolle des am Ende siegreichen Hundes, in diesem Zusammenhang allegorisch zu verstehen, ist noch immer nicht besetzt.

Die Geschichte vom bösen Friederich

Der Friederich, der Friederich
das war ein arger Wüterich!
Er fing die Fliegen in dem Haus
und riß ihnen die Flügel aus.
Er schlug die Stühl und Vögel tot,
die Katzen litten große Not.
Und höre nur, wir bös er war:
Er peitschte seine Gretchen gar!

Am Brunnen stand ein großer Hund,
trank Wasser dort mit seinem Mund.
Da mit der Peitsch herzu sich schlich
der bitterböse Friederich;
und schlug den Hund, der heulte sehr,
und trat und schlug ihn immer mehr.
Da biß der Hund ihn in das Bein,
recht tief bis in das Blut hinein.
Der bitterböse Friederich,
der schrie und weinte bitterlich.
Jedoch nach Hause lief der Hund
und trug die Peitsche in dem Mund.

Ins Bett muß Friedrich nun hinein,
litt vielen Schmerz an seinem Bein;
und der Herr Doktor sitzt dabei
und gibt ihm bittre Arzenei.

Der Hund an Friedrichs Tischchen saß,
wo er den großen Kuchen aß;
aß auch die gute Leberwurst
und trank den Wein für seinen Durst.
Die Peitsche hat er mitgebracht
und nimmt sie sorglich sehr in acht.

TV-Tipp: Heinrich Böll, Ansichten eines Anarchisten

2. Dezember 2017

Film von Norbert Busé
Samstag, 2. Dez., 20:15 Uhr, 3sat

Am 21. Dezember 2017 wäre Heinrich Böll 100 Jahre alt geworden. Der Film schaut aus diesem Anlass noch einmal neu auf den Nobelpreisträger und engagierten Repräsentanten des 20. Jahrhunderts.

Heinrich Böll, ein Mann von gestern? Jedenfalls ein Schriftsteller-Tycoon, der im Laufe seines Lebens schon mehrere Tode gestorben ist: den des Antifaschisten, Antimilitaristen und Antibourgeois. In der Erinnerung scheint er alt, grau und verstaubt. Kannte den Schriftsteller Böll Anfang der 1970er-Jahre laut einer Umfrage fast jeder Deutsche, ist er heute so gut wie vergessen. Schon lange sei er aus der Zeit gefallen, spötteln Kritiker, und in der Schule gehört er seit einiger Zeit nicht mehr zur Pflichtlektüre.

Bis heute stehen Böll und Adenauer für die verschiedenen Pole Deutschlands nach dem Krieg, für seine komplementären Vertreter, den „rechten und den linken Schuh der jungen Demokratie“. Durch die 1950er-Jahre hindurch kämpft der christliche Pazifist Böll leidenschaftlich gegen Adenauers Wiederbewaffnung, Aufrüstung und das Konzept der atomaren Teilhabe. Unermüdlich stellt er sich gegen Militär und Krieg. „Wann gab es einen Fall gerechter Verteidigung? Wer will je herausfinden, wo Verteidigung anfängt oder Angriff aufhört?“ In seinem Radio-Essay „Brief an einen jungen Katholiken“ beklagt er 1958 eine Kirche, die den Moralbegriff nur als Sexualmoral verhandelt, anstatt mit ihm Gewalt und Soldatentum zu befragen. Damals war das ein Skandal, sodass der katholische Intendant des Süddeutschen Rundfunks den Beitrag kurz vor der Ausstrahlung aus dem Programm nahm.

Und heute? Heinrich Böll sah die Rolle, die Künstler in der deutschen Gesellschaft einnehmen sollten, ganz klar: Die Kunst muss, frei von jeder kommerziellen Verwertbarkeit, in einem grenzfreien Raum, eine Gesellschaft infrage stellen dürfen. In seinen Widersprüchen, Ängsten und geglückten Formen kann Kunst zur Katharsis führen und frei machen, das eigene Leben besser zu beurteilen. „Die Kunst muss anarchisch sein“, formulierte Böll in den 1970er-Jahren, „Anarchie ist der Wunsch nach Herrschaftslosigkeit und auch der Wunsch, selber nicht zu herrschen.“

Redaktionshinweis: 3sat zeigt „Heinrich Böll, Ansichten eines Anarchisten“ zum 100. Geburtstag des Schriftstellers am 21. Dezember. Im Anschluss folgen um 21.00 Uhr „Gruppenbild mit Dame“ und um 22.40 Uhr „Die große Literatour – Heinrich Bölls Irland“. Am Sonntag, 3. Dezember, um 11.40 Uhr zeigt 3sat aus der Reihe „Die Besten im Westen“ eine weitere Sendung über Heinrich Böll, einen der bedeutendsten Autoren der Nachkriegszeit.

Quelle: 3sat

Die Zombiemacher

1. Dezember 2017

Ständig liest man diesen Namen, aber was ist eigentlich die Funke-Mediengruppe? Ein Blick ins Innere des Systems

Am Strand von Mallorca lässt Christian Lindner die Bombe platzen. Man müsse die Krim zunächst als dauerhaftes Provisorium ansehen, erklärt der Parteivorsitzende mitten im Wahlkampf. Tagesschau und Onlinemedien stürzen sich auf die Nachricht: „Christian Lindner: Neustart der Beziehungen mit Russland.“

Doch weder Tagesschau noch der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung oder die Zeit haben persönlich mit Lindner geredet. Das „Urlaubsinterview“ findet in keinem nationalen Leitmedium statt. Dafür erscheint es „exklusiv“ in der Berliner Morgenpost, dem Hamburger Abendblatt und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Es erscheint zeit- und wortgleich, in der Thüringer Allgemeinen, dem Harzkurier, der WR, WP, NRZ und anderen Titeln mit Buchstabenkombinationen. „Christian Lindner beim Gespräch mit unserer Redaktion auf Mallorca“ steht jeweils in der Bildunterschrift. Man kann nur erahnen, was Lindner für einen Stress gehabt haben muss, mit einem Dutzend Redaktionen gleichzeitig im Schatten der mallorquinischen Sonne über die Krim zu reden. Was für ein Aufwand es gewesen sein muss, in jede der Redaktionskameras exakt gleich analytisch, am Objektiv vorbei, auf die Dutzenden Redakteure zu blicken, die – was für ein Zufall! – auch noch alle denselben, exklusiven Namen tragen: Jochen Gaugele. (…)

Quelle: Freitag

Den Grauschleier wegwaschen

26. November 2017

Im nordrhein-westfälischen Hagen treten linke Stadtteilinitiativen rassistischer Stimmungsmache entgegen

Der Hagener Stadtteil Wehringhausen galt jahrzehntelang als links­alternatives Viertel. Seit einigen Monaten machen Anwohner dort Stimmung gegen den Zuzug von Menschen aus Südosteuropa. Lokale Initiativen arbeiten dem entgegen und für Integration. (…)

Auch die Lokalzeitung Westfalenpost beteilige sich an der Stimmungsmache gegen Roma, zudem gebe es institutionellen Rassismus in Hagen. Das dortige Jobcenter wurde im Sommer von einem Sozialgericht verurteilt, an einen rumänischen Vater Leistungen auszuzahlen. Das Gericht kritisierte im Urteil offen die Behörde: diese »erwecke den Eindruck, dass sie es in einer Vielzahl derartiger Fälle regelmäßig darauf anlege, nur zu leisten, wenn sie von dem Gericht dazu verpflichtet« werde. (…)

Quelle: Jungle World

70 Studenten ersetzen Lehrer an Grundschulen

25. November 2017

Angesichts der grassierenden Lehrermangels greift die Stadt Hagen bei der Stellenbesetzung an den Grundschulen auf Studenten zurück. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Von 400 Vollzeitstellen an Hagener Grundschulen werden rechnerisch 30 von Studenten abgedeckt. Daneben haben zwölf Rektoren die „Freiwilligenzentrale“ um die Entsendung ehrenamtlicher Kräfte gebeten, die die Lehrer im Unterricht unterstützen sollen. Zusätzlich zu den Amateuren, die den Betrieb der offenen Ganztagsgrundschulen absichern.

Die Entprofessionalisierung des öffentlichen Schulwesens schreitet voran, Privatschulen mit ideologischer Ausrichtung boomen. Armes Hagen, arme Republik.

Bewährung für Ex-Oberbürgermeisterin

22. November 2017

Prozess um Pforzheimer Zinswetten

In einem Prozess wegen Anleihen, die der Stadt Pforzheim Millionenverluste beschert haben, wurden die frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und die ehemalige Kämmerin Susanne Weishaar verurteilt. Sie hätten immer das Wohl der Stadt im Auge gehabt, sagten sie. (…)

Quelle 1: Stuttgarter Zeitung
Quelle 2: Stuttgarter Nachrichten

Anmerkung: In Hagen war der Schaden, der durch solche Zockereien entstanden war, viermal so hoch. Aber verfolgt wurde nichts. Die Hauptverantwortlichen beziehen heute ein schönes Gehalt resp. eine gute Rente.

Ehrenamtliche unterstützen Lehrer an Grundschulen in Hagen

19. November 2017

In Hagen haben sich mehrere Grundschulen an die Freiwilligenzentrale gewandt und um die Entsendung ehrenamtlicher Kräfte im Unterricht gebeten. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Hier wiederholt sich der Fehler, der schon bei der Einführung der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) gemacht wurde. Damals wurden mit Fachpersonal ausgestattete funktionierende Hortgruppen in Kitas geschlossen und im Rahmen der OGS durch Bespaßung mit Amateuren ersetzt.

WPWR-Redakteur Martin Weiske spricht in seinem Kommentar „Muttis als Retter des Schulsystems“ zutreffend von einer „peinlichen Bankrott-Erklärung“.

Ebendstraße: Stadt Hagen stellt klar: „Das ist ein Beherbergungsbetrieb“

17. November 2017

Nach einem unangekündigten Besichtigungstermin der Gebäude hat die Stadt Hagen die Nutzung der Häuser als „Beherbergungsbetriebe“ definiert, weil die Nutzung, so die Verwaltung, weit über eine normale Wohnnutzung hinausgeht. Der Eigentümer kann, so Pressesprecher Michael Kaub, einen Antrag auf eine Nutzungsänderung für diese Gebäude stellen. „Die Stadt hat ihm deshalb eine Anhörungsfrist bis Ende des Monats gewährt.“ Bis zu diesem Termin muss er sich äußern, ob er einen Antrag stellt.

Kaub: „Tut er dieses nicht, muss er die Wohnungen wieder so herrichten, dass sie der reinen Wohnnutzung dienen.“ (…)

Quelle: wp.de

Winterausgabe der Seniorenzeitung erschienen

17. November 2017

Die Winterausgabe der Seniorenzeitung Junges Altes Hagen ist erschienen. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsstress besuchte ein Redaktionsteam das Paketverteilzentrum in Bathey und machte sich ein Bild von der Arbeit.

Dr. Andreas Backes schildert die Bedeutung der geriatrischen Abteilung im St.-Josefs-Hospital. Mobilität ist für Seniorinnen und Senioren ein wichtiges Thema – aber wie sieht es mit der Fahrsicherheit aus? In der Zeitung finden sich Tipps, wie sich dieser Personenkreis auf seine Fahrtüchtigkeit hin testen lassen kann.

Ansonsten gibt es einen bunten Strauß an Themen – Reiseberichte, Gedichte, ein Portrait der Hagener Malerin Ida Gerhardi und vieles mehr.

Die Zeitungen liegen aus im Sozialen Rathaus am Bahnhof, in den Bürgerämtern, der Freiwilligenzentrale, Begegnungsstätten, bei HagenInfo, in Apotheken, Arztpraxen – überall dort, wo die ehrenamtlichen Boten die Zeitung anliefern. Das Redaktions-Team sucht noch Menschen, die ehrenamtlich Zeitungen anliefern können.

Wohnumfeld in Wehringhausen verbessern

15. November 2017

Förderprogramm „Fassaden- und Hofgestaltung“

Die in vielen Bereichen gründerzeitlich geprägte Bausubstanz in Wehringhausen stellt ein wichtiges Potenzial für die Entwicklung des Stadtteils als Wohnstandort dar. Eigentümern bietet das Förderprogramm „Fassaden- und Hofgestaltung“ im Programmgebiet „Soziale Stadt Wehringhausen“ attraktive finanzielle Anreize, das Wohnumfeld nachhaltig zu verbessern.

Die Eigentümer sollen so animiert werden, ihre wohnungsnahen Bereiche durch die Gestaltung der privaten Fassaden und Hofflächen aufzuwerten. Durch die Erneuerung der Ansichtsflächen wird die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Stadtteil wesentlich geprägt. Eine ansprechende Hausfassade steigert den Wert der Immobilie und sorgt somit für eine bessere Vermietbarkeit des Objektes.

Insgesamt wurden seit 2013 in diesem Bereich Zuschüsse aus dem Fassaden- und Hofprogramm in Höhe von rund 850.000 Euro bewilligt. Durch die Gestaltung mehrerer Objekte nebeneinander hat der Stadtteil bei allen bekannten Problemen eine positive Entwicklung genommen.

Wehringhausen hat viele Jugendstilobjekte, die eine aufwändige und erhaltenswerte Stuckfassade aufweisen. Die Restaurierung dieser besonderen Fassaden wird durch die Gewährung eines Zuschusses für die Eigentümer bezahlbar.

Fördervoraussetzungen:

(more…)

Rettet dem Akkusativ vor der Westfalenpost

15. November 2017

Früher setzte die Lokalzeitung Sprachstandards, und heute?

Früher war nicht alles besser, aber wenigstens habe ich mich nicht für meine Lokalzeitung fremdgeschämt. Nicht das erste Mal patzt die WP bei Grammatik und Orthographie. (…)

Quelle: zoom – das Sauerland und mehr

Bestechung im Lokaljournalismus

13. November 2017

In einem Debattenbeitrag für kress.de warnt Benjamin Piel, Redaktionsleiter der „Elbe-Jeetzel-Zeitung“, Lokaljournalisten davor, in die „Eitelkeitsfalle“ zu tappen. Dabei gehe es nicht um Geld, sondern um soziale Anerkennung vor Ort. (…)

Je größer die soziale Nähe, je kleiner das Verbreitungsgebiet, desto wirksamer ist die Taktik, desto größer ist die Gefahr in die Eitelkeitsfalle zu tappen und in ihr mitsamt der eigenen Autonomie zu verenden. Kein Menschen enttäuscht gerne einen anderen. Doch gerade da setzt die Taktik der sozialen Bestechung an. Je lauter der Beifall für Journalisten, desto schwieriger haben die es, die Klatschenden nicht zu beklatschen. Dass sie durch Nähe, Lob und Anbiederung gefügig gemacht werden sollen oder können, das müssen sich Journalisten gerade im Lokalen immer wieder vor Augen führen. (…)

Quelle: kress.de

Anmerkung: In Hagen funktioniert das auch in die andere Richtung. Immer mehr Hagener denken sogar, dass sich die Verhältnisse inzwischen geradezu umgekehrt haben: Eitle Personen (der Begriff „Persönlichkeiten“ wäre hier stark übertrieben) versuchten sich auch hierzulande bei den schreibenden Monopolisten anzubiedern. Diese erhöben aber den vermessenen Anspruch, Sprachrohr der Hagener zu sein und nutzten die ihnen angebotene Chance, den Spieß sogar umzudrehen und den eigentlichen Repräsentanten die Themen in den Block zu diktieren.

WPWR bei Hooligans nachsichtig

8. November 2017

Müll. Das Thema für das Hagener Einheitsblatt. Am liebsten in Kombination mit dem anderen M-Wort: Migranten. Jetzt kam sogar noch eine Waffe ins Spiel, und man hätte meinen können, bei einem solchen Szenario liefe die Redaktion zur Hochform auf. Schließlich ging es um Wehringhausen, Sperrmüll wurde abgeladen und mit einer Axt gedroht.

Aber das Gegenteil war der Fall: Nur wenige Zeilen wurden vermeldet. Was war passiert?

Ein Fußball-Krawallo hatte seinen Sperrmüll auf der Wehringhauser Straße geworfen und wollte ihn mit einer Axt mit einem Outfit in einer interessanten Mischung aus BvB- und Schalke-Farben zertrümmern (Foto: Polizei). Dabei geriet er mit Jugendlichen in Streit und drohte ihnen mit dem Spaltwerkzeug.

Die Jugendlichen informierten daraufhin die Polizei, die den Hooligan festnahm. Der hatte die Axt inzwischen entsorgt, aber Polizeihund Fridolin wurde fündig, wie die Behörde mitteilte.

Für die WPWR, die eigentlich keinen Anlass verpasst, vermeintliche Müllferkel anzuprangern und unterirdische Kampagnen zu starten, ist ein mit einer Axt bewaffneter Hooligan, der Sperrmüll auf die Straße wirft und Passanten bedroht, nur ein „frustrierter Fan von Borrusia Dortmund“.

Merkwürdig viel Nachsicht, aber sobald Fußballkonzerne im Spiel sind, gelten für die Redaktionen offenbar andere Maßstäbe.

»Früher waren wir die Bösen«

1. November 2017

Einst wurde vor »Terroristenfreunden« in Wehringhausen gewarnt, nun werden Migranten zu Sündenböcken gemacht. (…)

Eine bestimmte Gruppe werde immer als Problem dargestellt, sagt die Frau aus dem Buchladen. Menschen mit türkischem Hintergrund seien es schon gewesen, ebenso Drogenabhängige.

Nun sind es Einwanderer aus Rumänien und Bulgarien, die vielen als Problemgruppe gelten. Die Lokalzeitung fragte kürzlich, ob der Stadtteil »kippt«. Im Regionalfernsehen von Sat1 erschien ein Beitrag, der sich mit Müll und Ängsten von Anwohnern befasste. Auch hier wurden die Einwanderer als die Schuldigen genannt.

Knapp 1200 Menschen mit rumänischer oder bulgarischer Staatsangehörigkeit leben im Stadtteil. Vor fünf Jahren waren es gerade einmal 120. Einige der Einwanderer sind Roma. Sie kommen nach Wehringhausen, weil der Wohnraum günstig ist. Das war aber schon immer so. (…)

Probleme, die es zweifellos im Stadtteil gebe, würden aufgebauscht und einzelnen Gruppen zugeschrieben. Viele dächten nicht weit genug. Manches Haus, das jetzt als »Problemhaus« gelte, in dem Rumänen und Bulgaren wohnen, sei schon lange in einem miserablen Zustand. (…)

Quelle: neues deutschland

Halleluja WBH!

28. Oktober 2017

Wirtschaftsbetrieb bietet religiöse Dienstleistungen an

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) ist auf einer Vielzahl von Geschäftsfeldern unterwegs: Entwässerung, Straßenbau, Sport- und Spielplätze, Gewässer, Forstwirtschaft und vieles mehr.

Zum WBH-Beritt gehören auch die städtischen Friedhöfe. Und in diesem Segment steigt das Unternehmenskonglomerat aus dem sogenannten „Konzern Hagen“ in ein neues Geschäftsfeld ein. Angeboten werden religiöse Dienstleistungen.

„WBH lädt zu Andachten an Allerheiligen ein“ ist eine Mitteilung der Stadt betittelt. Der Wirtschaftsbetrieb lädt demnach „zu mehreren Gedenkgottesdiensten ein“. Angeheuert wurden nach Angaben der Stadt für die Zeremonien vier Pastoren und ein Pater.

Nun herrscht in diesem Lande ein grundgesetzlich verbrieftes Recht auf Religionsfreiheit – und das ist gut so. Dieses Recht wahrzunehmen ist die Angelegenheit der Religionsgemeinschaften und ihrer Gläubigen. Aber was hat ein Wirtschaftsbetrieb damit zu tun? Der Staat, und damit auch die Kommune und ihr Unternehmen haben sich neutral zu verhalten.

Ob es sich nur um einen Feldversuch handelt oder ob diese Diversifizierung, wie so etwas im BWLer-Sprech genannt wird, ausgebaut werden soll, geht aus der Mitteilung der Stadt nicht hervor.

Denkbar wären beispielsweise die Einführung von Krönungsmessen für den Oberbürgermeister, Einsegnungen neuer Einkaufszentren oder die feierliche Ernennung der Insassen des Pressehauses zur städtischen Glaubenskongregation.

Hagens Drei-Türme-Weg erhält erneut das Premium-Siegel

26. Oktober 2017

Der Drei-Türme-Weg in Hagen bleibt „Premium“. Bei der Zertifizierung hat er sogar 13 Punkte mehr erhalten als noch vor drei Jahren. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wiederum bleibt die Frage unbeantwortet, wieviel Geld die Hagen-Agentur in diese Zertifizierung gesteckt hat. Aber stattdessen ist „Tim Turmi“ wieder auferstanden, die Inkarnation des schlichten Gemüts (siehe: Infantil-Marketing made in Hagen). Der Eindruck verstärkt sich zunehmend, dass die Hagen-Agentur außer einer (grundlosen) Fokussierung auf den Drei-Türme-Weg nichts im Angebot hat (siehe auch hier). Dafür gibt es eine neue Homepage, ersonnen – natürlich – von der Hagen-Agentur: www.3tuermeWEG.de. Das liest sich wie: 3 Türme weg! Auch ganz toll, Abrissphantasien sind ja in Hagen gerade angesagt.

Auswärtige Besucher gießen inzwischen Hohn und Spott aus:

Der liebe Herrgott kann sich das Elend wohl nicht länger ansehen, denn plötzlich verschwindet das schlimme Wetter und das Auenland tut sich vor unseren Augen auf. Grün, warm, sonnig. Jacke aus, Mütze vom Kopf, ab jetzt wird’s Premium.

Direkt folgt Premium-Unterhaltung, wie es nur das Ruhrgebiet kann: herz- und charmelose Dinge mit Augen drauf. Zunächst ist es Tim Turmi, der uns und alle Kinder auf dem Weg begrüßt. Tim Turmi folgt der Logik, mit der alle Kinder ihre Kuscheltiere benennen: Hansi Hase, Iggi Igel, Bernd Broti. (…)

Langsam stirbt die Hoffnung auf Premium-Unterhaltung. Wir gehen weiter. Bei Forsthaus Deeth wird es kurz schön, als die Sonne über Wiesen strahlen kann. Dann aber folgt schon der Eugen-Richter-Turm, der da rumsteht, wie vergessen. Zugewachsen und mit Funkturm oben drauf. Da steckt keine Liebe drin. Verschlossen ist er natürlich auch – dies ist der mieseste Premium- oder Sonstwieweg, den wir jemals gelaufen sind! (…)

Vielleicht hat die Stadt Hagen noch eine Idee. Zum Beispiel eine Art Industrie-Aufzugs-Kabine mitten im Wald, auf der zwei Plastikgehäuse in Form dieser Münzfernrohre den Anschein erwecken, hier gebe es doch noch was zu sehen. Und da ist es schon: Etwas. Etwas Rotes mit zwei Fernrohr-Gehäusen, die tatsächlich nur aus dem Gehäuse bestehen. (…)

Quelle: wander-woman

Fürstenhaus und Heimatverein sprechen über neue Museumspläne

26. Oktober 2017

Das Fürstenhaus hat neue Museumspläne für Schloss Hohenlimburg und setzt auf den Heimatverein. Das ist wegen der jüngsten Querelen umstritten. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Immer wieder aristokratische Randale im Hagener Osten.

„Goldene Bild der Frau“ für Bettina Landgrafe aus Hagen

26. Oktober 2017

Mit der „Goldenen Bild der Frau“ ist die Hagenerin Bettina Landgrafe gewürdigt worden. Sie engagiert sich seit 15 Jahren für Projekte in Ghana. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: „Bild der Frau“ ist eine Zeitschrift der Funke-Mediengruppe, zu der auch die WPWR gehört. Im Beitrag findet sich kein Hinweis auf diesen Zusammenhang. Zur Qualität dieser sogenannten „Frauenzeitschriften“ siehe hier:

Funke-Medien sollen weniger lügen, haben damit aber noch nicht angefangen

Allein Funkes „Echo der Frau“ hat seit 2013 (also seit Grotkamp und Becker gemeinsam im Aufsichtsrat sitzen) mindestens 135 Fake-Babys in die Welt gesetzt. (…)

In den anderen Blättern des Verlags haben wir jetzt nicht genau nachgezählt, auf jeden Fall waren es noch viele, viele mehr.

Und auf einmal, nach Jahren, finden die Funke-Frauen solche Lügengeschichten total inakzeptabel? (…)

Quelle: übermedien

AfD – Wer hinterher läuft, hat schon verloren !!

23. Oktober 2017

Wilfried Schmickler in den Mitternachtsspitzen am 21. 10. 2017

Hunderte Erzieher kehren der Stadt Hagen den Rücken

19. Oktober 2017

Rund 100 ausgebildete Erzieher verlassen jedes Jahr das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg. Und trotzdem herrscht in Hagen ein riesiger Mangel. Wie groß der Bedarf ist, lässt sich seriös kaum beziffern. Allerdings können offene Stellen, wie sie sich beispielsweise im Falle einer Elternzeit ergeben, derzeit nicht nachbesetzt werden. (…)

Quelle: wp.de

Mozartstraße Hohenlimburg: Aufzug wieder defekt

19. Oktober 2017

Im Juli 2016 übernahm die Altro Mondo die Verwaltung des Häuser-Ensembles an der Mozartstraße. Jegliche Kontaktaufnahmen mit der Altro Mondo, um den Fahrstuhl kurzfristig wieder in Betrieb zu nehmen, sind bisher gescheitert.

Quelle: wp.de

Kaltwalzmuseum: Rechtsstreit mit Förderkreis geht weiter

16. Oktober 2017

Laut dem Fürstenhaus Bentheim-Tecklenburg in Rheda-Wiedenbrück geht der Rechtsstreit mit dem Förderkreis des Kaltwalzmuseums weiter. (…)

Quelle: wp.de

Saurer Fürst

14. Oktober 2017

Maximilian Fürst zu Bentheim ist sauer. „Ihro Durchlaucht“, Eigentümer des stolzen Schlosses hoch über dem Lennetal im Hagener Osten, hat schon früher gegen so manchen Volmestädter gewettert. Jetzt hat er wieder einmal den Kaltwalzverein auf dem blaublütigen Kieker. (…)

Quelle: Wochenkurier

Willkommen in Hagen

4. Oktober 2017

Ankunft RE 7 aus Köln (jeweils links im Bild), Dienstag, 3. Oktober 2017, 14.19 Uhr, Gleis 3, Hagen Hbf.: Die „Heimat“ begrüßt den Reisenden. Mit Müll. Willkommen in Hagen – willkommen daheim.

„Heimat“ – das ist doch der neue Kampfbegriff der Konservativen und ihrer Presse. Sogar ein „Heimatministerium“ gibt es nicht nur im Freistaat der Seppelhosen, sondern seit der schwarzgelben Machtübernahme auch in NRW. Vorgegaukelt wird dem Publikum dabei eine Idylle aus vergangenen Zeiten. Die Realität ist auf den Fotos zu sehen. Die Stationsschilder „Hagen Hbf.“ könnten eigentlich abgeschraubt werden, der Reisende erkennt auch ohne diese Hinweise sofort wo er angekommen ist.

Der Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) testiert dem Hagener Hauptbahnhof ein „akzeptables Erscheinungsbild“ – welch ein Hohn. Hagens Oberbürgermeister Erik Null Schulz, der wie wild darauf versessen war, Vorsitzender der Verbandsversammlung des VRR zu werden, hat bisher nichts zur Verbesserung des ÖPNV in Hagen beigetragen. Und natürlich auch nichts für die Hagener Bahnhöfe erreicht. Im Gegensatz zu seinen vollmundigen Versprechungen, was er in seinem neuen Amt alles für Hagen und speziell für den Hauptbahnhof erreichen könne, hat er kürzlich angekündigt, auch noch die Mittel für den Busverkehr weiter kürzen zu wollen.


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