Archive for the ‘05 Geschichte Hagen’ Category

Koepchenwerk: Landmarke leuchtet wieder

12. Dezember 2018

Sie leuchtet wieder, die RWE-Lichtlandmarke oberhalb des Koepchenwerks (Foto: Markus Bollen). Seit dem Ende der 1920er Jahre, als das Pumpspeicherkraftwerk nach Plänen von Arthur Koepchen gebaut wurde, steht sie für die Aktivität der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke am Hengsteysee. Der RWE-Schriftzug hat eine starke Symbolkraft, er steht für ungebrochene, wirtschaftliche Prosperität des Standortes und ist für die Herdecker Bürgerinnen und Bürger ein weithin sichtbares Symbol ihrer Heimat am Hengsteysee.

Seit die Industriedenkmalstiftung das Koepchenwerk im Jahr 2017 in ihren Bestand übernahm, hat sich viel getan. „Zwei arbeitsintensive Jahre liegen hinter uns“, sagt Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung. „Der historische RWE-Schriftzug wurde rekonstruiert; das 4000 m² große Dach der Maschinenhalle ist dicht, 40 Fenster sind repariert, das Gebäude ist trocken und bietet jetzt wieder einen Schutz für den wertvollen Maschinenbestand.“

Für Ulrich Heckmann, Leiter des Referats Industriekultur beim Regionalverband Ruhr, ist das Denkmal ein technikgeschichtlicher Meilenstein auf der Route der Industriekultur, die mit ihren 25 Ankerpunkten jährlich mehr als 7 Millionen Besucher anzieht:  „Das Koepchenwerk repräsentiert das industriekulturelle Erbe unserer Region und steht als technische Pionierleistung bei der Speicherung von Energie für ein nach wie vor brandaktuelles Thema.“

Regina Schrader, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk e.V. in Herdecke, will mit den Mitgliedern die Industriedenkmalstiftung tatkräftig unterstützen. Der Verein hat sich etwas Besonderes zur Aufgabe gemacht: die 12-Buchstaben-Spendenkampagne KOEPCHENWERK. Regina Schrader zufolge soll damit der historische Schriftzug an der Fassade wieder zum Leuchten gebracht werden: „Erst dann ist das Denkmal auch als Lichtlandmarke wieder komplett.“

Pro Buchstabe fallen 5000 Euro für die Instandsetzung inklusive Beleuchtung und Stromkosten an. Spenden ab 1 Euro sind möglich.

Spendenkonto:
Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur
Volksbank Dortmund-Nordwest eG, IBAN: DE19 4406 0122 4168 6627 00, BIC: GENODEM1DNW
Verwendungszweck: Koepchenwerk leuchtet

Spendenquittungen werden ab 50 Euro automatisch und bei niedrigeren Beträgen auf Anfrage zugestellt.

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Zwangsarbeiter stirbt mit 53 Landsleuten im Bombenhagel

9. Dezember 2018

Nicola Sinesi trug nur noch ein zerlumptes Hemd. Und er durfte, als die Briten am 2. Dezember 1944 einen Luftangriff auf Hagen flogen, keinen Bunker aufsuchen. Das war den Zwangsarbeitern verboten, sie galten im Dritten Reich als Untermenschen. Senesi starb, zusammen mit 53 seiner Landesleute, im Bombenhagel.

Am Freitag verlegte der Kölner Bildhauer Gunter Demnig in Eckesey einen Stolperstein für den Italiener, der nur 39 Jahre alt wurde. Sinesi war Soldat im Zweiten Weltkrieg und geriet, nachdem sich Italien im September 1943 aus dem Bündnis mit dem NS-Reich gelöst und einen Waffenstillstand mit den Alliierten geschlossen hatte, in deutsche Gefangenschaft. Er wurde nach Hagen deportiert und zur Arbeit bei der Firma Schmiedag in Eckesey gezwungen. (…)

Quelle: wp.de

VHS-Erzählcafé: Ende des Ersten Weltkrieges und die Revolution 1918/19

8. Dezember 2018

Zu einem Gesprächsabend mit Jörg Fritzsche zum Thema „Vor 100 Jahren: Ende des Ersten Weltkrieges und die Revolution 1918/19“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, am Freitag, 14. Dezember, um 17 Uhr ein.

Soziale Missstände und die Entbehrungen des Ersten Weltkrieges verbitterten die kriegsmüde Bevölkerung und entwickelten im Herbst 1918 eine eigene Dynamik. Nach dem Abdanken des Kaisers und der Ausrufung der Republik herrschte zunächst ein labiles Gleichgewicht zwischen den um die Macht konkurrierenden Gruppen. Die – zunächst friedliche – Revolution eskalierte jedoch zum Jahreswechsel 1918/19 in blutige Kämpfe, die über 1500 Menschen das Leben kosteten. In der Veranstaltung sollen die Ereignisse dieser Monate – auch im lokalen Bezug – nachgezeichnet und analysiert werden.

Informationen zur Anmeldung für den Kurs 1212 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung.

Weitere Stolpersteine werden verlegt

5. Dezember 2018

Am 7.12.18 zwischen 9 und 12 Uhr werden in Hagen 7 neue Stolpersteine verlegt. Der Hagener Geschichtsverein und Schüler/innen des Rahel-Varnhagen-Kollegs mit ihrem Lehrer Pablo Arias haben zu den Biographien der Opfer recherchiert und die Verlegungen organisiert.

Dieses Jahr wurden bewusst auch neue Opfergruppen und Stadtteile gewählt, die bisher noch nicht repräsentiert waren:

  • Der katholische Priester Heinrich König, ermordet im KZ-Dachau (9:00 Uhr vor der Heilig-Geist-Kirche auf Emst).
  • Auch auf Emst der Widerstandskämpfer Heinrich Bohne, von der Gestapo in Dortmund zur Tode gefoltert (9:25 Uhr Cunostr. 1a, bei der Bücherei „Kersting“).
  • Eduard Dunker, 19-jähriger Kriegsverweigerer, ermordet in den letzten Kriegstagen (9:55 Uhr Franzstr. 79, vor der Gustav-Heinemann-Förderschule).
  • Der Wehringhauser Ernst Putzki, ein Mensch mit Behinderung (10:25, Franklinstr. 21).
  • Der Altenhagener Moritz Apt, in Auschwitz ermordet (11:00 Uhr, Lahnstr./Friedensstr.)
  • Der Eckeseyer Gewerkschafter August Drefsen (11:25 Uhr, Wielandplatz)
  • Nicola Sinesi, italienischer Zwangsarbeiter (11:50 Uhr, Sporthalle Eckesey, bei der Gärtnerei  „Knopp“).

Die Steine werden vom bekannten Künstler Gunter Demnig, dem Schöpfer der Stolpersteine, verlegt. Die jeweiligen Bezirksvertretungen und private Sponsoren haben dies ermöglicht. Rund um jede Verlegung wird ein Rahmenprogramm stattfinden.

Die Veranstaltung wird ihren Abschluss gegen 13 Uhr auf dem Friedhof in Delstern finden. Dort sind Nicola Sinesi und zahlreiche weitere Zwangsarbeiter bestattet, die mit ihm am 2.12.1944  bei einem Luftangriff im Schmiedag-Lager in Eckesey umkamen. Ihrer aller wird mit einer Kranzniederlegung gedacht.

Vortrag über die AFA in Hagen nach 1945

23. November 2018

Zu dem Vortrag „Die AFA in Hagen nach 1945“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahmen der Reihe „Hagen <w>örtlich“ am Donnerstag, 29. November, um 18 Uhr in die Stadtbücherei auf der Springe ein.

Als US-amerikanische Truppen am 14. April 1945 die Stadt Hagen eroberten, besetzte eine Spezialeinheit noch während der Kämpfe das Werksgelände der Accumulatorenfabrik im Stadtteil Wehringhausen. Für die Alliierten hatte die Hagener Batteriefabrik eine große Bedeutung. Bereits am 12. Mai 1945 erhielt der Hagener Batteriehersteller von den Alliierten die Erlaubnis, den Betrieb wieder anlaufen zu lassen. Es war eines der ersten Produktionspermits im rheinisch-westfälischen Industriegebiet.

Nach dem Wiederaufbau der bombenzerstörten Werkshallen war das 1962 in Varta Batterie AG umbenannte Unternehmen einer der Motoren des „Wirtschaftswunders“ in der Stadt und in der Bundesrepublik. Mit Gründung der Bundeswehr und Aufhebung des Besatzungsstatuts nahm der Hagener Betrieb im damaligen Besitz der Familie Quandt auch wieder die Rüstungsfertigung auf.

Dr. Ralf Blank, Fachdienstleiter für Geschichte, Archäologie, Geologie und Leiter des Stadtarchivs, führt mit zahlreichen Abbildungen in die Nachkriegsgeschichte des Hagener Werks ein. Der Eintritt kostet 5 Euro, eine Anmeldung unter der Kursnummer 1003 ist unter vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622 notwendig.

Öffentliche Führung: Geschichte des Osthaus Museums

17. November 2018

Das Deutsche Museum für Kunst in Handel und Gewerbe

So, 18.11.2018, 12:15 – 13:15 Uhr, Hohenhof

Zeitgenössische Abbildung der Ausstellung „Kunst im Kriege“ (Foto: Osthaus-Museum)

Karl Ernst Osthaus begründete nicht nur 1902 mit dem Folkwang-Museum das erste deutsche Museum für zeitgenössische Kunst, sondern interessierte sich auch für Angewandte Kunst und die Gestaltung von Alltagsgegenständen. 1909 gründete er das Deutsche Museum für Kunst in Handel und Gewerbe, das ein wichtiges Forum für modernes Design wurde. Zeugnisse der Tätigkeiten dieses Museums werden im Hohenhof gezeigt und im Rahmen der Führung zu den gesellschaftlichen und künstlerischen Strömungen der Zeit in Bezug gesetzt.

Eine telefonische Anmeldung unter der Nummer + 49 2331 207 2740 ist notwendig. Es wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von € 4 zusätzlich zum Eintrittsgeld erhoben. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen.

Digitale Karte für Stolpersteine

16. November 2018

Im Rahmen eines Ausbildungsprojektes haben die Auszubildenden Birte Fidora und Jan Henrik Hembeck im Amt für Geoinformation und Liegenschaftskataster der Stadt Hagen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Rahel-Varnhagen-Kollegs und unter Beteiligung anderer Fachämter und Hagener Institutionen eine digitale Karte mit Hintergrundinfos für die Stolpersteine im Hagener Stadtgebiet entwickelt. Der Link zu der Karte ist hier abrufbar.

Das 1992 gestartete Projekt Stolpersteine ist mit fast 70.000 Steinen (Stand August 2018) in 1.265 deutschen Kommunen und in 21 Staaten Europas mittlerweile das größte dezentrale Mahnmal der Welt. In Hagen gibt es derzeit 113 durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte Stolpersteine.

Birte Fidora und Jan Henrik Hembeck haben zunächst mit der älteren Azubigeneration Marvin Temme, Simon Hartmann und Kardo Böttcher im Internet recherchiert, Ergebnisse zusammengestellt und eine erste Besprechung zu dem Thema vorbereitet. Thorsten Wagner, Sachgruppenleiter des Geodatenzentrums der Stadt Hagen, war Ideengeber für das Projekt und betreute die Auszubildenden von Beginn an bei ihrer Arbeit. Ziel war es ursprünglich, eine Karte zu erstellen, auf der die Lage der Stolpersteine zu sehen ist und die bei Klick den Namen und das Bild des Steines wiedergeben.

Doch im Rahmen der Recherchen landeten die engagierten Projektbeteiligten beim Hagener Geschichtsverein als Nachfolger des ehemaligen Vereins Stolpersteine Hagen. Aus diesen Kontakten heraus kam es dann zu einer ersten Besprechung in großer Runde und es entstand dort die letztlich umgesetzte Idee, mit Detailinformationen in Text und Bild auch die Menschen hinter den Steinen zu würdigen. In dieser Gruppe wirkten für den Hagener Geschichtsverein Helga Heukeroth, Dr. Wolfgang Müller, Rainer Stöcker, Rudolf Damm und Pablo Arias mit. Der Geschichtsverein lieferte die Geschichten der Opfer, die sich hinter den auf den Stolpersteinen aufgeführten Namen verbergen. Pablo Arias, Geschichtslehrer am Rahel-Varnhagen-Kolleg, konnte rund zehn Schülerinnen und Schüler des Kollegs für das Projekt begeistern.

Unter Einbindung des Hagener Betriebes für Informationstechnologie (HABIT) wurde eine digitale Stadtkarte entwickelt, auf der alle Stolpersteine aufgeführt sind und bei denen durch Anklicken zusätzliche Informationen abgerufen werden können. Bisher wurden 14 Stolpersteine aktiviert, also mit Hintergrundinformationen belegt. Viele Stadtteile und Opfergruppen werden vom Anfang an vertreten sein. Bei mindestens 30 weiteren Opfern könnte man dank Archivmaterial und Sekundärquellen sehr ausführliche Informationen hinterlegen.

Für einige Stolpersteine liegen bereits Audiodateien vor, damit die Nutzer die Geschichten der betroffenen Personen vor Ort oder von zu Hause hören können. Darüber hinaus können in der Zukunft durch die bunte Schülerschaft des Rahel-Varnhagen-Kollegs mehrsprachige Übersetzungen angeboten werden – zum Beispiel in englischer, Italienischer, arabischer, polnischer und türkischer Sprache. Auch dieses Angebot befindet sich bereits im Aufbau.

Die Projektgruppe möchte noch weitere Informationen auf der Seite der digitalen Stolpersteine integrieren. Denkbar wäre es, in einer weiteren Ausbaustufe beispielsweise Inhalte wie „NS-Unterorganisationen“, „Bombenkrieg“ oder „Fremdarbeiter in Hagen“ zu präsentieren.

Hagener Kinos im Wandel der Zeit

13. November 2018

Zu einem Gesprächsabend mit Uli Weishaupt zum Thema „Hagener Kinos im Wandel der Zeit“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, am Freitag, 16. November, um 17 Uhr ein.

Uli Weishaupt gibt Film- und Kinofans bereits zum siebten Mal einen interessanten Rückblick auf die Glanzzeiten des Hagener Kinos in den 1950er und 1960er Jahren und führt im Anschluss einen Original-Unterrichtsfilm aus den 1960ern mit einem 16 mm-Projektor vor. Auch Zeitzeugen berichten mithilfe von alten Filmplakaten und Filmprogrammheften aus dieser Zeit von ihren Erinnerungen an Hagener Kinos.

Der Eintritt zu dem Gesprächsabend beträgt 2 Euro. Das Serviceteam der VHS bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1200 auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

„Für Toleranz, Vielfalt und Respekt“

12. November 2018

Kulturschaffende gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus – bisher nur eine Unterzeichnung aus Hagen

Mehr als 50 Kulturinstitutionen, Verbände, Organisationen sowie freie Kunst- und Kulturschaffende haben die „NRW-Erklärung der Vielen“ gezeichnet. Vorgestellt wurde die Erklärung in einer Pressekonferenz am 9. November, dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht, in Düsseldorf. Aus Hagen findet sich in der Liste der Unterzeichner bisher nur eine einzige Eintragung: Theater Hagen – Kinder- und Jugendtheater Lutz.

Kein Wunder, pflegt man sich in der Volmestadt doch vornehmlich in Gedenkritualen zu ergehen. Auch nur den Versuch, aus Verbrechen der Vergangenheit Lehren für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen, sucht man hier vergebens. Im Gegenteil finden sich geradezu absurde personelle Verbindungen zwischen heutigen Funktionsträgern der damaligen Hauptopfergruppe, der jüdischen Bevölkerung, und der neurechten AfD (siehe hier und hier).

Die Initiative der NRW-Kulturschaffenden stellt dagegen die notwendige Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart dankenswerterweise her.

Die „NRW-Erklärung der Vielen“ im Wortlaut:

Als Kulturschaffende in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Kunstschaffende.

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich so im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Wir als Unterzeichnende der NRW Kunst- und Kultureinrichtungen, ihrer Interessensverbände und freien Kunst- und Kulturschaffenden begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

  • Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Alle Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch eine rechtsextreme Politik immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.
  • Rassismus ist Alltag. Rechtsextremismus ist ein Symptom davon. Dieses Bündnis will nicht nur Symptome bekämpfen, sondern in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Verhandlung. Wir müssen die Kunst- und Kulturräume sowie unsere Gesellschaft öffnen, damit wir wirklich Viele werden!

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

Zum Unterzeichnen der Erklärung oder bei Fragen: nrw.erklaerung@dievielen.de

Die Novemberrevolution in Hagen vor 100 Jahren

10. November 2018

Das Foto ist Mitte/Ende November 1918 aufgenommen. Es zeigt Soldaten, die von der Westfront zurückkehren und auf der Gevelsberger Ennepebrücke auf ihre Einquartierung warten. (Foto: Sammlung Hermann Korn, Gevelsberg)

von Rainer Stöcker

Schon Ende Juli 1914, wenige Stunden vor Kriegsausbruch, hatten in Hagen mehr als Tausend Arbeiter für den Frieden demonstriert. Mit zunehmender Kriegsdauer verschärfte sich dann die Kritik der örtlichen Sozialdemokratie an der Burgfriedenspolitik der Parteiführung. Diese hatte in den Kriegsjahren den Kurs der Obersten Heeresleitung grundsätzlich mitgetragen. Am 29.7.1916 erklärten sich die Hagener Sozialdemokraten auf einer Mitgliederversammlung mit dem Genossen Karl Liebknecht solidarisch, der in einem Hochverratsprozess zu mehr als zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, weil er am 1. Mai Tausenden von Demonstranten zugerufen hatte: „Nieder mit dem Krieg! Nieder mit der Regierung!“

Im Frühjahr 1917 beschloss die SPD-Kreiskonferenz Hagen-Schwelm, die Verbindung zum Parteivorstand abzubrechen und sich der Opposition anzuschließen. Wenig später erfolgte der Übertritt fast der gesamten Hagener Partei zur USPD. Die wenigen in der Mutterpartei verbliebenen Mitglieder sprachen von einem zerschmetterten Ortsverein.

Zwischenzeitlich nahm die Kriegsmüdigkeit auch in Hagen dramatisch zu. Die Lebensmittelversorgung brach zusammen. Die wöchentliche Zuteilung an Kartoffeln betrug wöchentlich oft nur drei Pfund oder wurde durch Streckrüben ersetzt. Vor dem Rathaus verlangten hungernde Frauen und Kinder verzweifelt Brot und Kartoffeln. Gegen den Willen der Gewerkschaftsleitung traten Ende August 1918 etwa 700 Wippermann-Arbeiter in den Streik und zogen in die Innenstadt. Insgesamt legten in Hagen und Haspe mehr als 12000 Beschäftigte aus rund 50 Betrieben die Arbeit nieder.

In den Novembertagen blieb es in Hagen zunächst ruhig. Der Anstoß zur Gründung eines Arbeiter- und Soldatenrates erfolgte von außen. In der Nacht vom 8. zum 9. November 1918 besetzten auswärtige revolutionäre Truppen den Hagener Bahnhof. Unter Führung des Matrosen Niermann und Hagener USPD-Mitgliedern erschien eine Abordnung von 30 Personen bei Oberbürgermeister Cuno und erklärte, dass der Arbeiter- und Soldatenrat die Verantwortung für die Stadt übernommen habe. Alle Maßnahmen der Stadtverwaltung bedurften von nun an der Zustimmung des Arbeiter- und Soldatenrates. Der Rat erklärte sich für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit verantwortlich.

Am Nachmittag des 9. November wurde auf der Springe eine Massenversammlung durchgeführt. Diszipliniert, nach Fabriken geordnet, rückten die Belegschaften an und bestätigten die Mitglieder des Arbeiter- und Soldatenrates, die alle der USPD angehörten oder mit ihr sympathisierten. In einem Aufruf an die Arbeiter und Bürger erklärte man: „Das deutsche Volk hat mit festem Griff sein Geschick selbst in die Hand genommen. Die herrschende Klasse, die bisherige Wirtschaftsordnung haben uns in ein Meer von Blut und Tränen geführt. Zwei Millionen Tote, unzählige Verstümmelte und Kranke draußen, Seuchen und großes Sterben drinnen, hungernde und frierende Kinder […] das sind die Produkte der Militaristen- und Junkerherrschaft. […] Da ermannte sich das mißhandelte Volk und mit einem gewaltigen Ruck warf es seine Fesseln ab.“

Auch in Hagen hatten die Arbeiter zunächst gesiegt. Aber die Rechte, angeführt von reaktionären Offizieren, war längst nicht geschlagen. In Haspe, Gevelsberg und Milspe versuchten durchziehende Militärverbände, die aus Frankreich zurückkehrten, die Wachlokale der Arbeiter- und Soldatenräte zu besetzen. Sie wurden zurückgeschlagen. Josef Ernst (USPD), Volkskommissar für den Landkreis Hagen, schickte ein Telegramm nach Berlin, in dem er gegen das Vorgehen der Konterrevolution protestierte. Wenn dem nicht Einhalt geboten werde, sei ein Bürgerkrieg unausweichlich. Seine Hoffnung auf Hilfe und Rückendeckung war frommer Wunsch, denn in der Hauptstadt wurden unter maßgeblicher Beteiligung der SPD-Führung um Ebert die Weichen rückwärts gestellt. Der Kampf galt der revolutionären Bewegung.

Die Ereignisse am 9. Januar 1919 zeigten, dass Ernsts Warnungen berechtigt waren. An diesem Tag kam es in Eilpe zu einem stundenlangen Gefecht zwischen Arbeitern und Soldaten des Freikorps Lichtschlag. Die Militärs hatten im Volmetal Sicherheitsmannschaften des Arbeiter- und Soldatenrates überfallen und forderten nun freien Durchzug durch Hagen. Niermann, der Vorsitzende des Arbeiter- und Soldatenrates, ließ die Zugänge nach Hagen absperren. Beide Seiten bezogen in Delstern und Eilpe Stellung. Durch Sirenenalarm herbeigerufene Arbeiter aus den umliegenden Fabriken hatten entscheidenden Anteil daran, dass sich die Truppe fluchtartig über Emst und Holthausen zurückziehen musste. Es gab Tote und Verletzte.

Dreizehn Monate später beteiligte sich das Freikorps Lichtschlag am Kapp-Putsch gegen die Republik, als am 13. März 1920 Militärverbände das Regierungsviertel in Berlin besetzten und die demokratisch gewählte Regierung verjagten. Parteien und Gewerkschaften riefen zum Generalstreik und Widerstand auf.

In den frühen Morgenstunden des 15. März wurde der Hagener Raum in die Ereignisse hineingezogen. Ein Panzerzug des Freikorps Lichtschlag lief in den Bahnhof Wetter ein. Tausende zum Teil bewaffnete Arbeiter aus Hagen und Umgebung zogen nach Wetter. Es entbrannte ein kurzer, aber heftiger Kampf, der auf beiden Seiten Opfer kostete. Die Soldaten wurden gefangen genommen und abgeführt.

Die Hagener Arbeiter leisteten einen wichtigen Beitrag zur Verteidigung der Republik. Philipp Scheidemann, einer der bedeutendsten Politiker seiner Zeit, hob ihren Anteil hervor. In der Nationalversammlung erklärte er: Der Sieg über die Militärgewalt sei hart erkämpft gewesen – in Dresden, Leipzig, Nürnberg, Hamburg, Harburg und Hagen. „Ich sage: Hut ab, vor denen, die für die Freiheit gekämpft haben und für die Freiheit gestorben sind.“

Dazu ein Veranstaltungstipp:

„Gegen Krieg und Miltarismus“, Pelmke, Kino Babylon, 12.11.2018, 19.00 Uhr. Lokalhistoriker Rainer Stöcker zeigt Fotos und Dokumente aus Anlass des 100. Jahrestages der Novemberrevolution. Veranstalter: Hagener Geschichtsverein und Friedenszeichen

„Gegen Krieg und Militarismus!“

6. November 2018

Veranstaltung des Geschichtsvereins und des Hagener Friedenszeichens zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution 1918

Kulturzentrum Pelmke (Kino Babylon), Montag, 12. November 2018 um 19.00 Uhr

Wenige Tage vor Kriegsausbruch findet in der Friedrichslust in Eppenhausen eine von der SPD organisierte Antikriegskundgebung statt. Nach Schluss der Veranstaltung ziehen mehr als 1000 Menschen, unter anderem die Internationale singend, in Richtung Innenstadt (Foto: Hagener Heimatbund).

Vor einhundert Jahren bildete sich im Zuge der Novemberrevolution auch in Hagen ein Arbeiter- und Soldatenrat und übernahm vorübergehend die Macht. Aus diesem Anlass laden Geschichtsverein und Hagener Friedenszeichen zu einer Informationsveranstaltung ein.

In einem Aufruf erklärte der Arbeiter- und Soldatenrat: Der Krieg habe millionenfaches  Elend hinterlassen. Man sei belogen und betrogen worden. Jetzt aber habe das Volk seine Fesseln abgeworfen. Anhand von zeitgenössischen Fotos und Dokumenten beleuchtet der Historiker Rainer Stöcker die lokalen Ereignisse, deren Vorgeschichte, Hintergründe und Folgen.

Er zieht einen Bogen von der Friedenskundgebung Ende Juli 1914, als Hunderte von Menschen in der „Friedrichslust“ in Eppenhausen gegen den drohenden Krieg protestierten, bis zum 15. März 1920. An diesem Tag erlangte Hagen reichsweite Bedeutung. Massen von Arbeitern eilten zum Bahnhof nach Wetter und entwaffneten eine Einheit des Freikorps Lichtschlag, das sich am Militärputsch gegen die Republik beteiligte. Es gab Tote und Verletzte.

Gevelsberg für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt

5. November 2018

Hagen beschränkt sich auf Gedenken und blendet so die notwendigen Lehren für die Gegenwart aus

Die alte Synagoge in der Hagener Potthofstraße nach dem Pogrom am 9. November 1938. Der zerstörte Eingang ist mit einer Bretterwand provisorisch abgesperrt (Fotograf unbekannt). An der gleichen Stelle wurde 1960 die heutige Synagoge erbaut.

Gevelsberg beschreibt sich als eine tolerante Stadt mit vielen Farben und Lebensstilen. Das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen zu bewahren und zu fördern, sei eine wichtige Aufgabe nicht nur der Politik, sondern auch der Bürgerschaft. Getragen von diesem Leitgedanken, so die Stadt, finde seit 2008 in Gevelsberg jährlich die Aktionswoche für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt in Gevelsberg statt.

Mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm positioniert sich Hagens Nachbarstadt im Umfeld des 9. November, der als Reichspogromnacht unrühmlich in die deutsche Geschichte eingegangen ist. Einem Programm, das sich nicht allein in Gedenkkultur ergeht, sondern die historischen Ereignisse zum Anhalt nimmt, gefährliche aktuelle Tendenzen kritisch zu hinterfragen und Gegenbewegungen zu fördern.

Die Gevelsberger Aktionswoche für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt kann sich auf eine wirklich breite Unterstützung der Bevölkerung verlassen. Getragen werden die Veranstaltungen von 40 (!) Gruppierungen und Institutionen der Stadt, die gerade einmal so viele Einwohner zählt wie jeder der Hagener Stadtbezirke Haspe oder Hohenlimburg einzeln aufzuweisen hat.

Vom Antifaschistischen Arbeitskreis über Gewerkschaften, Kirchengemeinden und sämtliche Ratsfraktionen bis hin zu Schulen und Sportvereinen ist so ziemlich alles vertreten, was in Gevelsberg etwas zu melden hat. Ganz anders sieht das Bild in Hagen aus, das von solchen Verhältnissen nur träumen kann.

Hagen blendet die Bedrohungen, die in diesen Zeiten durch wiedererstarkte nationalistische und faschistische Regungen auf die Tagesordnung geraten sind, weitestgehend aus. Hier gibt es zwar eine – sicherlich gut gemeinte – Kunstaktion der Kooperative K, die aber nicht über das historische Gedenken hinausweist und schon gar keine Bezüge zu den Gefahren der Gegenwart herstellt. Ein Grund für diesen Mangel dürfte in der Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Hagen liegen, die von der Kooperative K als Kooperationspartner genannt wird.

Das mag auf den ersten Blick erstaunen, war doch die Reichspogromnacht am 9. November 1938 gewissermaßen das Startsignal zur industriellen Vernichtung der Juden. Das Problem liegt auch nicht in der Jüdischen Gemeinde Hagen als solcher begründet, sondern in der Person ihres Vorsitzenden Hagay Feldheim.

Feldheim war in der Vergangenheit schon mit einem „Eklat im Forum der Religionen“ aufgefallen, wie die WPWR damals titelte. Der Gemeindevorsitzende und seine Gattin, die als Lehrerin am Rahel-Varnhagen-Kolleg unterrichtet, das auch als Kooperationspartner der Kooperative K auftritt, hatten die im Forum vertretenden Muslime pauschal als vermeintliche Hamas-Sympathisanten attackiert.

Feldheim und sein Sohn wurden – was noch erschreckender ist – zudem auch auf dem Ticket der rechtsextrem agierenden AfD in Ausschüssen des Hagener Stadtrats tätig; ausgerechnet jener Partei, die die Nazidiktatur als „Vogelschiss in unserer über 1000-jährigen Geschichte“ verniedlicht. Die AfD-Verbindung des Gemeindevorsitzenden hat auch dazu geführt, dass beispielsweise Mitglieder der von den Nazis ebenfalls verfolgten Sozialdemokraten sich weigerten, an Veranstaltungen teilzunehmen, an denen auch Feldheim beteiligt war.

Im Unterschied zur etwas eingeengten Betrachtungsweise der Hagener Akteure verstehen die Gevelsberger ihre Aktionwoche dagegen als breit angelegtes Forum gegen jede Art von Dämonisierung, „um das weltoffene Verständnis der Bürgerschaft weiter zu stärken und dafür Sorge zu tragen, dass in Gevelsberg alle Menschen gleich welcher Nationalität, Herkunft oder Religion friedvoll und ohne jede Diskriminierung zusammen leben können“.

Diese Haltung hätte – neben dem unverzichtbaren Gedenken – auch der Stadt Hagen gut angestanden.

Schicht im Schacht

30. Oktober 2018

In Hagen wurde in 70 Zechen malocht

Im Ruhrgebiet spielt der Bergbau-Standort Hagen bislang eine wenig beachtete Rolle. Dabei wurde hier einst in 70 Zechen malocht. (…)

„Der Raum Hagen war spätestens seit der Frühen Neuzeit nicht nur als Standort der Metallverarbeitung, sondern auch für die Gewinnung von Bodenschätzen bedeutsam“, erklärt der Hagener Chef-Historiker Ralf Blank. Im Bereich des in der Region anstehenden mitteldevonischen Massenkalks seien verschiedene Metallerze, wie Eisen, Kupfer und Blei, in unterschiedlicher Qualität vorhanden. Im Norden der Stadt treten in den Schichten des unteren Oberkarbons entlang des Ruhrtals an verschiedenen Stellen auch Steinkohleflöze zu Tage. (…)

Quelle: wp.de

Hagener Orchester erinnert an Bombennacht

28. Oktober 2018

Die Hagener Philharmoniker erinnern an die Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg. Ein Blick auf die Musikgeschichte Westfalens in der Nazizeit. (…)

Was macht ein Orchester, wenn die Bomben fallen? In Hagen lautet die Antwort: Weiterspielen. Obwohl die historische Stadthalle am 1. Oktober zerstört wird und das für den 3. Oktober geplante Sinfoniekonzert mithin auf Dezember verschoben werden muss, bleibt das Orchester im Dienst. Die Musiker werden nicht an die Front geschickt. Warum? Ralf Blank hat sich eingehend mit der Person des damaligen Chefdirigenten Hans Herwig beschäftigt. „1942 wurde Hagen zur Gaukulturhauptstadt des Gaus Westfalen Süd erhoben. Die Nationalsozialisten wollten unter Hans Herwig auch ein Gauorchester installieren, weil man eine eigene Provinz Südwestfalen errichten wollte. Daraus ist nichts geworden.“ (…)

Quelle: wp.de

Sonderkonzert „Die zerstörte Stadt“

27. Oktober 2018

Am 1. November 2018 (18 Uhr) findet ein Sonderkonzert des Philharmonischen Orchesters Hagen unter dem Titel „Die zerstörte Stadt“ im Theater Hagen (Großes Haus) statt.

In der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 1943 erfolgte der erste Großangriff britischer Bomber auf Hagen. Hierbei wurden weite Teile der Innenstadt und der angrenzenden Vororte Wehringhausen, Eilpe und Altenhagen zerstört. Die Sachschäden waren schwerwiegend und veränderten die 200 Jahre lang gewachsene Silhouette der Stadt über Nacht grundlegend. Allerdings hatte die Stadt Glück im Unglück: Bei günstigen Wetterbedingungen und Bodensicht hätte der britische Luftangriff zweifellos noch gravierendere Auswirkungen gehabt. Diesem Bombardement fiel auch die Stadthalle am Volme-Ufer als damaliger Aufführungsort der Konzerte des Städtischen Orchesters zum Opfer.

Dieses historische Gedenkkonzert unter der Leitung von Rodrigo Tomillo erinnert an die Zerstörungen des Jahres 1943 und bringt eine Originalkomposition des damaligen Musikdirektors Hans Herwig erstmals nach mehr als 75 Jahren noch einmal zur Aufführung. Zugleich erinnert es mit „Nobilissima Visione“ von Paul Hindemith aus dem Jahr 1937 daran, dass auch im Hagen der NS-Zeit ein Aufführungsverbot für Werke von als „entartet“ eingestuften Komponisten galt. Zudem interpretiert der 1. Konzertmeister Shotaro Kageyama Bachs Violinkonzert E-Dur (Foto: Theater).

In einem Vortrag veranschaulicht der Stadthistoriker Dr. Ralf Blank die Geschehnisse in Hagen und zeigt historisches Bildmaterial, das den Kontext der Musik eindrücklich illustriert.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

In Kooperation mit dem Stadtmuseum Hagen

Hotels der Vorkriegszeit in Hagen

19. Oktober 2018

Zu einem Vortrag über die Hotels in der Vorkriegszeit laden die Stadtbücherei und die Volkshochschule Hagen (VHS) in Kooperation mit dem Hagener Heimatbund im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Hagen <w>örtlich“ für Donnerstag, 25. Oktober, um 18 Uhr in die Stadtbücherei auf der Springe ein.

In der Vorkriegszeit gab es vor allem in Bahnhofsnähe eine große Anzahl von Hotels. Aus den vielen Postkartengrüßen hat Jens Bergmann, Vorsitzender des Hagener Heimatbundes, die anschaulichsten Außen- und Innenaufnahmen ausgewählt. Mit seinem Lichtbildervortrag beleuchtet er den Aufstieg und Niedergang der Hotelszene in Hagen.

Der Eintritt beträgt 5 Euro. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1000. Informationen hierzu erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam unter Telefon 02331/207-3622.

Architektonischer Rundgang durch Wehringhausen

8. Oktober 2018

Zu einem Stadtteilrundgang durch Wehringhausen mit dem Thema „Architektur um 1900“ mit Dozentin Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Mittwoch, 10. Oktober, von 16 bis 18 Uhr ein. Treffpunkt ist vor der Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Straße 49.

Das vom Tal topographisch ansteigende Terrain des Stadtteils Wehringhausen findet eine städtebauliche Entsprechung in dem gesellschaftlich-hierarchischen Aufbau des Wohnviertels. Oben, an den Stadtgarten grenzend, entstand ein exponiertes Baugebiet nach den Gründerjahren. Im Buschey-Viertel zeugen prächtige Villen von einer glanzvollen Zeit. Die Beamtenwohnhäuser im mittleren Bereich des Viertels sind nicht minder ansehnlich, weiter bergab folgen die Arbeiterwohnhäuser mit schmucker Fassadengestaltung.

Das Teilnahmeentgelt von 6 Euro wird vor Ort bar kassiert. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um rechtzeitige Anmeldung unter Kursnummer 1092. Informationen hierzu erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

Vor 75 Jahren – die zerstörte Stadt Hagen

29. September 2018

Vortrag und Veranstaltung mit Dr. Ralf Blank, Leiter des Stadtmuseums und Stadtarchivs Hagen

1. Oktober 2018, 18:30 Uhr, Osthaus-Museum Hagen

Vor 75 Jahren, am Abend des 1. Oktober 1943, erlebte die Hagener Bevölkerung den ersten schweren Luftangriff auf ihre Stadt. 229 viermotorige “Lancasters“ und zehn zweimotorige “Mosquitos“ bombardierten mit rund 1.200 t Spreng- und Brandbomben das Stadtgebiet. Das britische Bomber Command verlor zwei Maschinen, von den beiden siebenköpfigen Crews überleben zwei Besatzungsmitglieder.

Der Luftangriff dauerte eine Viertelstunde: von 21.57 bis 22.12 Uhr. Die Bomber hinterließen eine verwüstete Hagener Innenstadt. Mindestens 250 Menschen fanden den Tod, hunderte Personen wurden verletzt. Durch den Luftangriff wurden weite Teile des Stadtzentrums völlig zerstört. Auch Verkehrsanlagen und Industriebetriebe erhielten Treffer. Unter ihnen befand sich die rüstungswirtschaftlich besonders wichtige Akkumulatoren Fabrik in Wehringhausen.

Auf den Tag genau 75 Jahre nach dem verheerenden Bombardement werden die Hintergründe, der Ablauf und die Folgen des Luftangriffs vorgestellt. Zahlreiche Fotografien ermöglichen einen Eindruck von den Zerstörungen sowie einen Rundgang durch die im Oktober 1943 zerstörte Stadt.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Museums- und Archivverein Geschichtsfreunde Hagen e.V., dem Hagener Heimatbund e.V. und vom Karl-Ernst-Osthaus-Bund e.V.

Eintritt 3 Euro (Abendkasse)

Dazu:

Sonderkonzert im Theater Hagen

Am 1. November 2018 um 18.00 Uhr findet im Theater Hagen (Großes Haus) unter dem Titel „Die zerstörte Stadt“ ein Sonderkonzert zum Gedenken an den ersten Großangriff auf Hagen im Oktober 1943 statt.

Gespielt werden: Johann Sebastian Bach – Violinkonzert E-Dur BWV 1042; Hans Herwig – Trauermusik; Paul Hindemith – Nobilissima visione. Es handelt sich u.a. um Stücke, die zu dieser Zeit vom Philharmonischen Orchester Hagen gespielt wurden, darunter auch die Trauermusik für großes Orchester des damaligen Generalmusikdirektors Hans Herwig.

Die für den 2. Oktober 1943 in der Hagener Stadthalle geplante Uraufführung dieses Werks musste aufgrund des Bombenangriffs um mehr als ein Jahr verschoben werden. Der Leiter des Hagener Stadtarchivs Dr. Ralf Blank führt in die historischen Zusammenhänge ein.

Normalpreis Ticket: 15 Euro, für Teilnehmer/innen des Vortrags 12 Euro

Führung im Riemerschmid-Haus

28. September 2018

Sonntag, 30.09.2018 von 15:00 Uhr – 16:00 Uhr

Ein eigenes kleines Haus mit Nutzgarten – um 1907 sollte das für die Hagener Textilarbeiter kein Traum bleiben müssen.

Karl Ernst Osthaus holte 1905 die Teilnehmer einer Konferenz für „Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen“ nach Hagen. In der Folge konnte er dem in München geborenen Künstler-Architekten Richard Riemerschmid einen Bauauftrag durch Elbers in Hagen verschaffen.

Riemerschmid ist bis heute berühmt für Projekte wie die erste deutsche Gartenstadt in Hellerau bei Dresden. Ab 1907 begann er den Bau einer Anlage für Arbeiterwohnungen in Hagen, die sogenannte „Walddorf-Siedlung“. Nur elf Häuser konnten realisiert werden. Bei der öffentlichen Führung durch Haus Nr. 17 erhält man Einblick in die Lebenswelt der Arbeiter dieser Zeit.

Treffpunkt ist die Walddorfsstr. 17, 58093 Hagen, Führungsgebühr: 6 Euro, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 2740

Mit Kopftuch

27. September 2018

Das Medienzentrum des Landschaftsverbandes Westfalen-­Lippe (LWL) hat soeben eine neue DVD auf den Markt gebracht: „Vertrieben“.

Nein, es geht in diesem Film nicht um Syrer oder andere nahöstliche Flüchtlinge, sondern hauptsächlich um Migranten aus Schlesien. (…)

Ende der 1950er Jahre war schätzungsweise jeder vierte bundesrepublikanische Einwohner – wir sprechen somit von etwa 14 Millionen Menschen – ein Flüchtling, Vertriebener oder Übersiedler. Natürlich handelte es sich nach heutigem Sprachgebrauch um Migranten, denn sie haben ja dauerhaft ihre eigentliche Heimat verlassen und anderswo eine neue suchen müssen. (…)

„Man muß sich das so vorstellen: Sie kamen plötzlich an, sprachen anders, aßen anders, kleideten sich anders. So lief eine Reihe von Frauen in der Regel mit Kopftüchern herum. Die Flüchtlinge fielen sofort auf.“ (…)

Quelle: Wochenkurier

Hagener Schätze des Jugendstils

25. September 2018

Führung im Hohenhof und am Stirnband
Mittwoch, 26.09.2018 von 16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-entwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk. Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Eintritt: plus Führungsgebühr 9 Euro, Anmeldung unter 0 23 31/207 3622, Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen

Menschenverachtende Systeme und Organisationen erkennen

23. September 2018

Mehr als 30.000 Besucher bislang bei der Wanderausstellung „NS-Jugend“

Schüler führen Schüler durch die Ausstellung NS-Jugend (Foto: Stadt Hagen)

Sie ist nach wie vor ein Renner des Stadtmuseums Hagen: Die Wanderausstellung zum Thema „Jugend im Nationalsozialismus“. Seit 2009 war sie bislang an 25 Stationen zu sehen und hat mehr als 30.000 Besucherinnen und Besucher angelockt.

Das Thema ist heute aktueller denn je, denn der Rechtsextremismus ist in Deutschland nach wie vor ein gravierendes Problem. Zuletzt haben der NSU-Prozess und die Ereignisse in Chemnitz gezeigt, wie verbreitet rechtsextremes Gedankengut ist, wie offen und in welch hohem Ausmaß mittlerweile mobilisiert werden kann und auch unmissverständlich dargelegt, wie groß die Gefahr ist, die davon ausgeht. Bei der Mobilisierung stehen insbesondere Jugendliche als mögliche Ansprechpartner im Vordergrund.

Vornehmlich wird die Ausstellung an Schulen und Bildungseinrichtungen ausgeliehen, doch war sie auch schon an anderen Orten zu sehen, so beispielsweise im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Obwohl die Ausstellung hauptsächlich an verschiedenen Schulen im Hagener Raum gezeigt wurde, so ist ihr Einsatz nicht auf die Stadt beschränkt. Auch an den Bodensee und nach Norddeutschland wurde sie schon verschickt.

Das Interesse an der Ausstellung ist nach wie vor ungebrochen. Die nächsten Ausstellungsorte stehen bereits fest. Noch im September wird sie im Rahmen einer Projektwoche an der Lieselotte-Funcke-Schule in Hagen gezeigt und danach an das Fichte-Gymnasium, Albrecht-Dürer-Gymnasium, Ricarda-Huch-Gymnasium und die Gesamtschule Eilpe ausgeliehen.

Aus der Beschäftigung mit dem historischen Thema lassen sich Erkenntnisse gewinnen und Einstellungen ableiten, die dazu beitragen, Strukturen antidemokratischer, menschenverachtender und selbst vor Gewalt nicht zurückschreckender Systeme und Organisationen zu erkennen und dagegen zu sensibilisieren.

Die Ausstellung besteht aus 20 einfach aufzubauenden Displays, der Zeitaufwand dafür beträgt nicht mehr als eine Stunde. Für Lehrerinnen und Lehrer gibt es das passende Unterrichtsmaterial dazu. Wer Interesse hat, kann sich beim Stadtmuseum Hagen (Telefon 02331/207-3603) melden. Die Ausleihe ist kostenlos.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs war für Hagen eine Zäsur

12. September 2018

Vor rund 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Die Entwicklung in Hagen wurde bereits durch den Kriegsausbruch gebremst. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Ein Interview mit dem Stadthistoriker Dr. Ralf Blank, Leiter des Fachdienstes Wissenschaft, Museen und Archive. Zu der Aussage Blanks, „auf einer Veranstaltung 1924 in der neuen Stadthalle forderte Konrad Adenauer, das Ruhrgebiet Frankreich anzugliedern“ hätte man sich eine Nachfrage des Interviewers gewünscht; hieß es doch in den einschlägigen Quellen bisher, Adenauer habe „nur“ eine von Preußen unabhängige Rheinische Republik angepeilt.

1000 Jahre Hagener Kirchengeschichte

7. September 2018

Im Januar 2018 begannen in der Johanniskirche und somit an der „Mutter aller Kirchen in Hagen“ umfassende Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten. In diesem Kontext bieten die Volkshochschule Hagen (VHS) und der Hagener Heimatbund am Mittwoch, 12. September, von 17.30 bis 19 Uhr einen Stadtspaziergang mit dem Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff an, der diverse Aspekte der rund 1000-jährigen Hagener Kirchengeschichte aufgreift.

Im Verlauf der Exkursion durch die Innenstadt geht es von der Johanniskirche aus weiter zur Synagoge, zur Marienkirche und dann zur Reformierten Kirche. Dabei werden die Teilnehmer mit der Kirchen-Baugeschichte der „Ära 1900“ ebenso konfrontiert wie zum Beispiel mit den Bildnissen der mittelalterlichen Hagener Kirchenpatrone Gervasius und Protasius an der Marienkirche. Es sind keine Innenbesichtigungen der Kirchen vorgesehen.

Die Anmeldung zu dem kostenpflichtigen Stadtspaziergang (6 Euro) mit der Kursnummer 1076 nimmt das Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 entgegen.

Walddorf-Siedlung und Riemerschmid-Haus

5. September 2018

Die Volkshochschule Hagen (VHS) lädt in Kooperation mit dem Osthaus Museum am Mittwoch, 12. September, von 16 bis 17 Uhr zu einer Führung durch die Walddorf-Siedlung und das Riemerschmid-Haus mit Dr. Elisabeth May ein.

Nicht nur der Hohenhof und andere großartige Villen, sondern auch Arbeiterwohnhäuser gehören zu den architektonischen Schätzen, die unter dem Begriff „Hagener Impuls“ zusammengefasst werden. Zwischen 1907 und 1911 baute der Architekt und Kunstgewerbler Richard Riemerschmid im „Wasserlosen Tal“ eine Häuserzeile, die eigentlich als Teil einer großen Gesamtanlage für Arbeiterwohnungen geplant war. Von dieser sogenannten „Walddorf-Siedlung“ wurden jedoch nur elf Häuser gebaut. Bei der öffentlichen Führung durch Hausnummer 17 werden die alten Zeiten wieder lebendig, wenn die Ideen von Karl Ernst Osthaus und der Hagener Textilindustrie als Auftraggeber dieser Bauten dargestellt werden.

Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Der Treffpunkt ist vor dem Haus, Walddorfstraße 17. Die Teilnahmegebühr von 6 Euro wird vor Ort in bar kassiert. Informationen zur Anmeldung unter der Kursnummer 1090 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Plötzliche Sanierungs-Chance für die Turnhalle Nöhstraße

31. August 2018

Plötzlich gibt es eine Chance: Die Stadt Hagen möchte mit Geldern aus einem spontanen Förderprogramm des Bundesbauministeriums die dem Verfall freigegebene und denkmalgeschützte Turnhalle Nöhstraße sanieren. Knapp über eine Million Euro würde das kosten. Damit soll nicht nur ein Denkmal instandgesetzt, sondern dem großen Platzdruck des Schul- und Vereinssports in Vorhalle Rechnung getragen werden. (…)

Obwohl die Stadt im Nothaushalt sich die Sanierung nicht leisten konnte, blieb die Halle stehen und wurde nicht abgerissen. Denn: Die Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe befand, dass es sich hierbei um ein Denkmal handele. Die 1928 vermutlich vom TSV Vorhalle errichtete Halle in Vollholz-Bauweise sei bedeutend für die Geschichte der Menschen in Hagen und zeige Aspekte des Sportes nach dem Ersten Weltkrieg. Zudem werde historisch deutlich, wie die Stadt damals der Aufgabe, den Sport auch in wirtschaftlich schwachen Jahren zu unterstützen, nachgekommen sei. Und: Das Gebäude dokumentiere den Stand des Turnhallenbaus in den 20er-Jahren. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wäre es nach der Bezirksvertretung Nord und dem Hagener Einheitsblatt gegangen, stände dieses Denkmal schon längst nicht mehr. In einer Mischung aus Dummheit, Geschichts- und Kulturlosigkeit sowie einer sturen Verweigerungshaltung sachbezogenen Argumenten gegenüber wurde vor vier Jahren eine wahre Hetzkampagne gegen das Bauwerk losgetreten. Es lohnt sich, die Chronologie der Ereignisse noch einmal nachzulesen, weil diese Art der Herangehensweise (nicht nur) in Hagen immer wieder anzutreffen ist.

Turnhalle soll kein Denkmal werden (25. Sep. 2014)

BV Nord muss nachsitzen (23. Okt. 2014)

„Zweifellos denkmalwürdig“ (24. Okt. 2014)

„Ruinen, Bretterbuden, Trümmerhaufen“ (27. Okt. 2014)

Kapitel Turnhalle Nöhstraße noch nicht beendet (1. Nov. 2014)

Führung im Hohenhof und am Stirnband

29. August 2018

Mittwoch, 29.08.2018 von 16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäudeentwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Eintritt: plus Führungsgebühr 9 Euro, Anmeldung unter 0 23 31/207 3622, Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen.

Führung in der Andachtshalle des Krematoriums Delstern

25. August 2018

Am Sonntag, 26. August ab 15.00 Uhr findet eine kulturgeschichtliche Führung durch die Andachtshalle ohne Besichtigung der Einäscherungsanlage statt.

Die erste Anlage für Feuerbestattung in Preußen wurde in Hagen gebaut – erst Jahre später konnte sie in Betrieb genommen werden, denn die Rechtslage sah eine solche Einrichtung noch gar nicht vor.

Dass das Hagener Krematorium (Foto: Tobias Roch) zudem durch den später als AEG-Gestalter zu Welt-Ruhm gelangten Peter Behrens gebaut wurde, ist dem Kunstförderer und Museumsgründer Karl Ernst Osthaus zu verdanken. Dessen Leidenschaft für vorbildliche Gestaltung auch und gerade in Alltagsbereichen verdankt die Stadt Hagen eine ganze Reihe interessanter Bauwerke.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740 oder 207-3138. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt.

Rundgang zur Architektur der Gebrüder Ludwigs

20. August 2018

Mittwoch, 22.08.2018 von 16:00 Uhr – 17:00 Uhr

Hagener Architektenbrüder im Visier – Zwischen 1909 und 1938 realisierten die Gebrüder Ludwigs eine ganze Reihe unterschiedlicher Bauten im Hagener Stadtraum.

Dabei setzten sie sich intensiv mit dem „Neuen Stil“, wie ihn Karl Ernst Osthaus zum Teil in Hagen etablieren konnte, auseinander. Einflüsse des Jugendstils und der ästhetischen Erneuerungsversuche innerhalb der Reformbewegung nach 1900 sind bis heute im Hagener Stadtbild zu entdecken.

Anmeldung unter Tel.: 207 2740. 6 € Teilnahmegebühr sind vor Ort zu entrichten! Treffpunkt ist Haßleyerstraße 14, 58093 Hagen.

Gestaltung und Demokratie

15. August 2018

100 jahre Bauhaus im Westen – Hagen-Agentur fälscht erst einmal um

„Die Welt neu denken“ – dieser Gedanke schwebte Walter Gropius vor, als er 1919 das Staatliche Bauhaus in Weimar und damit eine der weltweit einflussreichsten Institutionen der Moderne für Architektur, Kunst und Design gründete.

Mit „100 jahre bauhaus im westen“ leistet Nordrhein-Westfalen von 2018 bis 2020 unter der Schirmherrschaft von NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen einen besonderen Beitrag zum bundesweiten Bauhaus-Jubiläum.

Auch Hagen macht mit. Auf Einladung der Beigeordneten für Kultur, Margarita Kaufmann, versammelte sich am 5. Juli der Bauhaus-Initiativkreis „Hagener Impulse“, um gemeinsam ein Bauhausjahr-Programm zu entwickeln. Die Stadt Hagen ist Partner im NRW-Bauhaus-Verbund.

Auf Spurensuche nach den Wurzeln des 1919 in Weimar gegründeten Bauhauses in Westfalen stößt man auf den Folkwang-Gründer Karl Ernst Osthaus. Osthaus hat die Ideen des Bauhauses vorgedacht und den Bauhausgründer Walter Gropius gefördert. Daher stellt sich im Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019 in Hagen ein Verbund aus Kulturschaffenden um die Initiatoren Osthaus Museum und Fachbereich Kultur der Stadt Hagen in die Tradition von Osthaus und mittels kultureller Projekte in die Stadt hinein- und über Hagen hinauszuwirken.

Historischer Bezugspunkt der Hagener Projekte sind die rund 400 Briefe zwischen Osthaus und Gropius aus dem Karl Ernst Osthaus-Archiv, eine wahre Fundgrube für die Bauhaus-Forschung – die das Osthaus Museum veröffentlichen wird. Die Herausgabe dieser Briefedition wird großzügig unterstützt durch die Sparkassenstiftung für Hagen.

Nicht dabei ist offensichtlich im Verbund der Initiatoren die untere Denkmalbehörde, speziell in Form ihrer Leiterin Ina Hanemann, die sicherlich einiges zum Thema beizutragen hätten. Stattdessen darf wieder einmal die inzwischen berüchtigte Hagen-Agentur ihren Senf dazugeben, indem sie erst einmal den Leitgedanken der Bauhaus-Feierlichkeiten dreist umfälscht: Aus dem Motto „Die Welt neu denken“ macht die als Wirtschaftsförderungsgesellschaft gescheiterte Tochterfirma der Stadt „Die Welt neu entdecken“. Um daran ihre touristischen Aktivitäten aufzuhängen. Unter anderem sollen auch „Gäste aus Holland“ angesprochen werden.

„Neu denken“ wäre von der Hagen-Agentur wohl auch zuviel verlangt. Der Impetus des 100-Jahre-Jubiläums wird durch solche Umdeutungen nicht gerade befördert. Dabei hätte Hagen durchaus seriöse Dinge im Angebot, nur sind die bei der Hagen-Agentur offensichtlich unbekannt. Auf NRW-Ebene werden die Chancen andernorts durchaus gesehen.

Im Sinne der Bauhaus-Idee, die Welt neu zu denken, verorten die NRW-Projekte das Bauhaus in seinem kultur-, sozial-, industrie- und politikgeschichtlichen Umfeld. Sie fragen nach den Wechselwirkungen zwischen der Welt, in der sich das Bauhaus im Westen entwickelte und den Impulsen, mit denen es diese Welt durch Gestaltung, Kunst und Bildung neu dachte sowie nach den Nachwirkungen der Bauhaus-Idee in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit. Die fortdauernde Aktualität der Bauhaus-Idee wird dabei verknüpft mit einem Blick auf die Weimarer Republik, der nicht deren Ende und Scheitern in den Mittelpunkt stellt, sondern die Impulse, die nach 1945 wieder aufgegriffen wurden.

Für Hagener Entscheider, vor allem aus der Hagen-Agentur, stellen solche Gedankengänge schon eine Überforderung dar.

Führung: Architektur um 1900 in Wehringhausen

11. August 2018

Am Mittwoch, 15. August findet ab 16 Uhr eine kulturgeschichtliche Führung durch Wehringhausen statt.

Im Stadtteil Wehringhausen ist die Hausarchitektur von den Kriegseinwirkungen weitestgehend verschont geblieben. Aus kunsthistorischer und architektonischer Sicht kann hier exemplarisch die städtebauliche Entwicklung über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren verfolgt werden.

Als besonders interessant rückt dabei die Zeit des Baubooms um 1900 und der Nachkriegsjahre in den Vordergrund: Der Historismus vor der Jahrhundertwende, der als Reformbewegung folgende Jugendstil sowie die nach dem 1. Weltkrieg versachlichenden Tendenzen im Hausbau werden bei der Führung mit ihren Besonderheiten in Augenschein genommen.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 3138 oder 02331/207 – 2740. Treffpunkt ist die Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Str. 49, 58089 Hagen.

Architektonische Zeitreise mit der VHS

9. August 2018

In Kooperation mit dem Osthaus Museum Hagen lädt die Volkshochschule Hagen am Samstag, 11. August, von 11 bis 12.30 Uhr zu einer architektonische Zeitreise rund um das Kunstquartier Hagen mit Gästeführerin Bettina Becker ein.

Vom Klassizismus über Historismus und Jugendstil bis hin zur Architektur des 21. Jahrhunderts sind rund um das Kunstquartier Hagen über 200 Jahre Architekturgeschichte vereint. Nach einem Rundgang zu den einzelnen Gebäuden besteht die Möglichkeit zur Besichtigung des historischen Teils des Osthaus Museums, des ehemaligen Folkwang-Museums, das der belgische Künstler Henry van de Velde im Jugendstil gestaltet hat.

Treffpunkt ist vor dem Eingang des Osthaus Museums. Der Eintritt für das Kunstquartier von 5 Euro wird vor Ort bar kassiert; die Führung ist darin enthalten. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kurs-Nummer 1047 unter Telefon 02331/207-3622.

Führung über den Buschey-Friedhof

6. August 2018

Am Mittwoch, 8. August ab 16 Uhr, gibt es die Gelegenheit, an einer kulturgeschichtlichen Führung über den Buschey-Friedhof teilzunehmen.

Der Buschey-Friedhof in Hagen-Wehringhausen ist der älteste Friedhof Hagens, der noch belegt wird. Er wurde am Ostermontag 1810 eingeweiht und verdeutlicht heute in der Fülle verschiedener Grabmalgestaltung den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur.

Historische Friedhöfe sind nicht nur Zeugen der Vergangenheit und dokumentieren den Umgang mit dem Tod, sondern sie sind auch Abbild unserer Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens. Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey-Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben verschiedener Epochen. Von Historismus über Jugendstil bis in die Moderne – jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Der Rundgang über den Buschey-Friedhof gibt Einsichten in die Entwicklung der Grabmalkultur.

Treffpunkt: Seiteneingang Grünstraße, Teilnahmegebühr: 6 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt.

Auf den Spuren von Wirtschaftswunder und Wiederaufbau

1. August 2018

Am Mittwoch, 8. August, laden die Volkshochschule Hagen und der Hagener Heimatbund von 18 bis 19.30 Uhr zu einem Spaziergang durch die Innenstadt zwischen Volkspark und Graf-von-Galen-Ring mit Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff ein. Treffpunkt ist der Vorplatz des Osthaus Museums, Ecke Hochstraße und Museumsplatz; die Teilnahme ist kostenlos. Die Anmeldung zu dem Stadtspaziergang mit der Kurs-Nummer 1049 nimmt das Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 entgegen.

Der Wiederaufbau der Hagener Innenstadt geschah im Kontext des damaligen europäischen Zeitgeistes, der sich zum Beispiel in der seinerzeitigen Architektur zeigt und in der Ausrichtung auf die autogerechte Stadt. Diese Exkursion stellt auch einen kleinen Beitrag des Urlaubskorbes und des Hagener Heimatbundes zum „Europäischen Kulturerbejahr 2018“ („Sharing Heritage“) dar; der deutsche Fokus liegt unter anderem auf dem baulichen Erbe.

Insbesondere auch das Viertel rund um Mittelstraße, Marktbrücke und Johanniskirchplatz – Hagens „altes Herz“ – ist von den Veränderungen in den ersten 15 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt. Der Weg führt auch durch die Potthoffstraße an der Synagoge vorbei.

Führung im Hohenhof und am Stirnband

28. Juli 2018

Sonntag, 29.07.2018 von 14:00 Uhr – 16:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-entwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Anmeldung unter 0 23 31/207 2740. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen. Eintritt: plus Führungsgebühr 12 Euro

Führung durch die Heilig-Geist-Kirche

26. Juli 2018

Zu einer Führung durch die Heilig-Geist-Kirche auf Emst mit Karl-Josef Sievers lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Mittwoch, 1. August, um 17 Uhr ein.

Die katholische Heilig-Geist-Kirche auf Emst, die 1955 errichtet wurde, ist das letzte Bauwerk des bekannten deutschen Kirchenbaumeisters Dominikus Böhm. Sie liegt beinahe burgartig, mit einem markanten, runden und weit sichtbaren Turm auf der Emster Höhe.

Die Kirche entpuppt sich von Innen als eine hohe, säulenlose Halle, an die sich übergangslos ein halbrunder Chorraum anschließt. Besondere Einrichtungsgegenstände sind eine freihängende Stuckdecke mit Feuerzungen-Motiven, der Altar, der Ambo, das Taufbecken aus grünem Marmor, ein textiler Kreuzweg (Stickarbeit) von Hildegard Buchholz sowie ein Glasfenster von Dr. Egbert Lammers in Turm- und Taufkapelle.

Bei der Führung erfahren die Teilnehmer viel Wissenswertes über die Geschichte, die Architektur, die Symbolik des Kirchenraumes und die Einrichtungsgegenstände. Die Kirche steht seit 2008 auf der Denkmalliste der Stadt Hagen.

Die Führung ist kostenlos, steht aber unter dem Motto „Zahlen Sie, so viel Sie wollen“ (Pay what you want). Die Teilnehmer treffen sich am Eingang der Kirche, Willdestraße 19. Informationen zur Anmeldung erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1174 unter Telefon 02331/207-3622.

Das Drerupviertel entdecken

24. Juli 2018

Zu einer kostenlosen Entdeckungstour durch das Drerupviertel in Altenhagen mit Jens Bergmann, Vorsitzender des Hagener Heimatbundes, lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) in Kooperation mit dem Hagener Heimatbund im Rahmen des „Hagener Urlaubskorbes“ am Montag, 30. Juli, von 17 bis 18.30 Uhr ein.

Von der Altenhagener Brücke führt Jens Bergmann über die Funckebrücke ins Drerupviertel, das die Baufirma Drerup & Co. zwischen 1896 und 1930 erbaute. Villen und Wohnblocks aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts und interessante Wiederaufbauten nach dem Krieg ermöglichen spannende Einblicke in die Baugeschichte eines interessanten Hagener Stadtviertels.

Die Teilnehmer treffen sich an der Altenhagener Brücke an der Bushaltestelle in Richtung Boele. Eine Anmeldung ist beim Serviceteam der VHS unter Angabe der Kursnummer 1079 unter Telefon 02331/207-3622 erforderlich. Weitere Informationen gibt es hier.

Wirtschaftswunder und Wiederaufbau in Hagen

22. Juli 2018

Zu einem Stadtspaziergang mit dem Thema „Auf den Spuren des Wirtschaftswunders und des Wiederaufbaus“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) in Kooperation mit dem Hagener Heimatbund alle Interessierten am Mittwoch, 25. Juli, von 18 bis 19.30 Uhr ein.

Michael Eckhoff, Stadtheimatpfleger, führt die Geschichtsinteressierten vom Volkspark ausgehend durch die Hagener Innenstadt bis zum Graf-von-Galen-Ring. Auf der Tour erhalten die Teilnehmer einen spannenden Einblick in das kulturelle Erbe der Hagener Innenstadt. Der Wiederaufbau der Hagener Innenstadt geschah im Sinne des damaligen europäischen Zeitgeistes. Dieser zeigt sich zum Beispiel in der Architektur und in der Ausrichtung auf eine autogerechte Stadt, mit deren Folgen Hagen heute zu kämpfen hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschlossen sich die Stadtväter, die historische Straßenstruktur mit Körner-, Bahnhof- und Elberfelder Straße beizubehalten. Eine besondere Rolle fiel dem Volkspark zu.

Die Führung findet im Rahmen des „Hagener Urlaubskorbes“ statt und stellt einen Beitrag des Heimatbundes zum „Europäischen Kulturerbejahr 2018“ („Sharing Heritage“) dar. Die Teilnehmer treffen sich am Haupteingang der SIHK an der Ecke Bahnhofstraße/Karl-Marx-Straße. Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch eine Anmeldung unter Angabe der Kursnummer 1048 unter Telefon 02331/207-3622 erforderlich.

Führung im Hohenhof und am Stirnband

17. Juli 2018

Mittwoch, 18.07.2018 von 16:00 – 18:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-entwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Anmeldung unter 0 23 31/207 2740. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen. Eintritt plus Führungsgebühr 9 Euro.

Durch die Liebfrauenkirche in Vorhalle

16. Juli 2018

Zu einer Führung durch die Liebfrauenkirche in Vorhalle lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahmen des „Hagener Urlaubskorbes“ am Dienstag, 17. Juli, von 17.30 bis 19 Uhr ein. Der Treffpunkt ist am Eingang der Kirche, Liebfrauenstraße 21 (Foto: Dieter Faßdorf).

Unter der Leitung von Benno Schmolke, ehemaliger Kunstlehrer und Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Sepia14-TeamART“ erkunden die Teilnehmer die Kirche. Diese entstand von 1911 bis 1912 als dreischiffige neuromanische Basilika nach Plänen des Architekten Carl Pinnekamp und ist damit eine Kirche des ausklingenden Historismus mit Hinwendung zum Jugendstil.

Die Gebäude und die Inneneinrichtung bilden ein Gesamtkunstwerk. Die individuell gestalteten Altäre sind Zeugen der Künstler und Kunsthandwerker der „Wiedenbrücker Schule“. In diesen zeigt sich der Übergang von historischen Vorbildern zum zeitgenössischen Jugendstil. Die Wandgemälde aus den Jahren 1934 bis 1936 und das neu gestaltete Kirchenfenster von 1986 runden den Gesamteindruck ab. Nach einer Generalrenovierung 1986 ist die Liebfrauenkirche heute eine der kunsthistorisch interessantesten Kirchen in Hagen.

Die Führung ist kostenlos, steht aber unter dem Motto „Zahlen Sie, so viel sie wollen“. Eine Anmeldung ist unter der Angabe der Kursnummer 1176 beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 erforderlich. Weitere Informationen gibt es hier.


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