Archive for the ‘05 Geschichte Hagen’ Category

VHS mit Schwerpunkt-Thema „Heimat“

22. Juni 2017

Neues Programm ab sofort erhältlich

Die Volkshochschule Hagen hat ihr Programmangebot für das Studienjahr 2017/2018 unter das zentrale Thema „Heimat“ gestellt. Mit dem vielfältigen Angebot von über 900 Kursen möchte die VHS dazu beitragen, dass alt eingesessene wie neue Hagener Bürgerinnen und Bürger sich in ihrer Heimatstadt wohlfühlen und mit deren Geschichte und Geschichten vertraut werden.

Zur Eröffnung des Semesters lädt die VHS am 14. September dieses Jahres um 19 Uhr zu einer Lesung mit dem Hohenlimburger Jörn Klare ein, der in seinem Buch „Nach Hause gehen“ sehr persönlich und ganz wörtlich den Fragen nachgeht: „Was genau ist Heimat? Was bedeutet sie? Und warum ist sie wichtig?“ Von seiner Berliner Haustür aus wanderte er an den Ort seiner Kindheit und Jugend in Hohenlimburg. Ein Weg über gut 600 Kilometer, erst durch Ostdeutschland, das ihm immer noch fremd ist, dann durch Westdeutschland, das ihm oft nicht mehr vertraut ist.

Der Studienbereich Politik und Gesellschaft bietet wieder eine Vielzahl von Erkundungen unserer Stadt. In der Rubrik „Hagen und Region“ wird es wegen der starken Nachfrage noch einmal deutlich mehr Rundgänge und Führungen in den Sommerferien geben. Fortgesetzt wird auch die Reihe „Hagen <w>örtlich“ in Kooperation mit der Stadtbücherei mit Vorträgen zur Geschichte der Varta, zu Straßenumbenennungen in der NS-Zeit und zu geologischen Schätzen in Hagen.

(more…)

Hochbunker in der Tuchmacherstraße kommt unter den Hammer

20. Juni 2017

Der Hochbunker an der Ecke Tuchmacher-/Dödterstraße kommt unter den Hammer. Das Mindestgebot für das ungewöhnliche Objekt liegt bei 69 000 Euro. (…)

Quelle: wp.de

Die Deutschland-Reisen von Le Corbusier

19. Juni 2017

Vortrag im Kunstquartier

Le Corbusier war einer der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts, dessen Ideen noch bis heute diskutiert werden. Seit 2016 gehören 17 seiner Bauten zum Unesco-Welterbe. Die Henry van de Velde-Gesellschaft und der Karl-Ernst-Osthaus-Bund veranstalten einen Vortrag über den berühmten Künstler-Architekten.

Le Corbusier reiste im Mai 1911, noch am Beginn seiner Laufbahn, auch nach Hagen, um dort Karl Ernst Osthaus zu treffen und die damals revolutionären Bauten von Peter Behrens und Henry van de Velde zu besichtigen. Während seines Besuchs im Hohenhof von Henry van de Velde begegnete ihm auch der niederländische Architekt J.L.M. Lauweriks, dessen Siedlung damals gerade ebenfalls in Hagen gebaut wurde.

Für den Vortrag am Dienstag, dem 20. Juni 2017, um 18.00 Uhr im Auditorium des Emil Schumacher Museums im Kunstquartier konnte Elise Koering (Paris/Straßburg) gewonnen werden.

Die Architekturhistorikerin am L.A.C.T.H. (Laboratoire Conception Territoire Histoire) in Lille stellt ihre aktuelle Forschung vor und spricht über den Einfluss u.a. des Hagener Impulses auf den jungen Le Corbusier unter dem Titel: DIE DEUTSCHLAND-REISEN VON CHARLES-EDOUARD JEANNERET – Der Einfluss des deutschen Kunstgewerbes auf das künstlerische und theoretische Werk Le Corbusiers der 1910er- und 1920er-Jahre.

Mit ihrer Studie des doppelten Einflusses von Frankreich und Deutschland auf Werk und Denken des frühen Le Corbusiers erforscht Elise Koering den bisher wenig untersuchten Werkkomplex der Innenausstattung und die bei ihm bisher kaum beachteten 1910er-Schaffensjahre. Dabei tritt augenscheinlich zu Tage, dass das deutsche Kunstgewerbe einen entscheidenden und anhaltenden Einfluss auf das künstlerische Schaffen des jungen Jeannerets bzw. des späteren Le Corbusiers der 1920er-Jahre hatte. Der Austausch mit dem Gründer des Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe, Karl Ernst Osthaus, spielte dabei eine wichtige Rolle.

Der Eintritt ist frei.

Wie läufts am Koepchenwerk?

12. Juni 2017

Wobei kann der Stiftung geholfen werden? Gedankenaustausch zwischen Mitgliedern und am Koepchenwerk Interessierten

Donnerstag, 22.06.2017, 20.00 Uhr, Begegnungsstätte Frühlingstr. in 58313 Herdecke

Bei der Jahreshauptversammlung 2016 Ende November wurden einige Änderungen beschlossen, die dann vom Amtsgericht genehmigt wurden.

Veränderungen im Vorstand:

Turnusmäßige Neuwahl wird gegen Jahresende sein. Aktuell im Vorstand: Regina Schrader (Erste Vorsitzende), Peter Altmaier (stellvertretender Vorsitzender) und Michael Kranz (Kassierer). Der Schriftführer Christopher Leon Korge hat aus beruflichen Gründen sein Amt abgegeben. Ihm folgt Cornelia Heckmann. Die Kassenprüfer wechseln alternierend, deshalb wurde Margarete Burkhardt entlastet. Ihr Nachfolger für die Jahre 2017 – 2018 ist Matthias Hartmann. Herr Willi Creutzenberg arbeitet nun im 2. Jahr als Kassenprüfer.

Es gab eine Änderung in der Satzung:

Als Nutznießer des Vereinsvermögens im Fall einer Auflösung des Vereins wurde die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur festgelegt mit der Auflage, dass die Summe für das Industriedenkmal KOEPCHENWERK verwendet wird.

Die Stiftung hat ihr eigenes Presseportal und berichtet über den Stand der Sanierung:

http://www.industriekultur-nrw.de/de_DE/aktuelles-uebersicht

http://www.industriedenkmal-stiftung.de/res/txt.php?id=3207&group=1&=de

Die Zusammenarbeit mit der neuen Eigentümerin ist aktuell gefragt auf zwei Gebieten:

Teilnahme am Zeitzeugenprojekt – Zeitzeugen suchen und benennen, damit dann im Interview ihre Erinnerungen oder die Erzählungen von Verwandten und ehemaligen Arbeitskollegen zur Auswertung in einem Gästeführer-Handbuch eingearbeitet werden können.

Wenn die Maschinenhalle so abgesichert ist, dass auswärtige Besucher hineinkönnen, werden später Gästeführer benötigt. Geben Sie Ihr Wissen weiter!

Weitere Infos: www.ag-koepchenwerk.de

Kulturgeschichtlicher Gang über den Buschey-Friedhof

8. Juni 2017

Die Volkshochschule Hagen lädt am Mittwoch, 14. Juni, von 16 bis 17.30 Uhr zu einem kulturgeschichtlichen Gang über den Buschey-Friedhof ein, der von Dr. Elisabeth May geleitet wird. Treffpunkt ist am Seiteneingang Grünstraße; die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro, die vor Ort bar kassiert werden. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kurs-Nummer 1101 unter Telefon 02331/2073622.

Der Buschey-Friedhof in Wehringhausen (Foto: Dieter Faßdorf) ist der älteste Friedhof Hagens, der noch belegt wird. Er wurde am Ostermontag 1810 eingeweiht und verdeutlicht heute in der Fülle verschiedener Grabmalgestaltung den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur.

Historische Friedhöfe sind nicht nur Zeugen der Vergangenheit und dokumentieren den Umgang mit dem Tod, sondern sie sind auch Abbild unserer Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens.

Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey-Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben verschiedener Epochen. Von Historismus über Jugendstil bis in die Moderne – jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Der Rundgang über den Buschey-Friedhof gibt Einsichten in die Entwicklung der Grabmalkultur.

VHS im Erzählcafé: Die Kneipenszene rund um den Hauptbahnhof bis Altenhagen

4. Juni 2017

Der nächste Gesprächsabend im Erzählcafé „Altes Backhaus“ in der Lange Straße 30 findet am Freitag, 9. Juni, um 17 Uhr zum Thema „Die Kneipenszene rund um den Hauptbahnhof bis Altenhagen“.

Jens Bergmann, Vorstand des Hagener Heimatbundes und Mitautor eines Buches zur Hagener Kneipenszene, berichtet über seine Recherchen und zeigt Fotos von alten Hagener Gaststätten, Restaurants, Hotels und Kneipen. Zeitzeugen sind herzlich eingeladen, Fotos und Geschichten zur Kneipenszene in Hagen beizutragen.

Der Eintritt beträgt 2 Euro. Informationen zur Anmeldung unter Kursnummer 1214 erhalten Interessierte beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/2073622.

Zu Pfingsten ins Freilichtmuseum Hagen

3. Juni 2017

Viel ist los: am Sonntag kommen wieder viele Oldtimer zum traditionellen Pfingsttreffen ins Hagener LWL-Freilichtmuseum Hagen, da blitzen die raren Schätzchen und „heiligen Blechle“ um die Wette. Jeder, der einen echten Oldtimer fährt, kann mit seinem Boliden vorfahren. Mit der kostenlosen Führung und/oder Mitmachaktion (ab 14 Uhr) lässt sich der Nachmittag interessant gestalten.

Auch einen Abstecher in die Brauerei (Foto: LWL) lohnt, da der Brauer den nächsten Sud mit Hopfen & Malz ansetzt und eine Menge zum Craftbier erzählen wird.

Am Pfingstmontag, dem deutschen Mühlentag, drehen sich alle Mühlen im Freilichtmuseum, bei der kostenlosen Führung wie auch bei der Mitmachaktion. Beides ab 14 Uhr.

Das Programm im Einzelnen:

Sonntag, 4.6. Pfingsten

„OLDIE-CARS & COFFEE“
Großes offenes Oldtimertreffen, mehr Infos unter www.hac1905.de und Tel. 02338 488324, 02335 801135

9 –17:30 Uhr
HOPFEN & MALZ
Heute wird in der Museumsbrauerei gebraut. Schauen Sie uns beim Ansetzen des Sudes und Herstellen unseres leckeren Bieres zu! An diesen Tagen können Sie uns über die Schulter schauen und Ihre Fragen rund ums Bierbrauen stellen.

14 Uhr kostenlose Sonntagsführung für alle ab 8 Jahren durch das Zinkwalzwerk
ROSTFREI: Zink – DAS ACHTE METALL

14 – 17 Uhr kostenlose Mitmachangebot für alle ab 8 Jahren im Forscherlabor
PAPIER, FASERN, EXPERIMENTE

Montag, 5.6. Deutscher Mühlentag

14 Uhr offene Führung für alle ab 8 Jahren ab Treffpunk B
WASSER AUF DIE MÜHLEN

14 – 17 Uhr kostenlose Mitmachangebot für alle ab 8 Jahren in der Windmühle
MEHL MAHLEN

Ausstellung wird zur Hängepartie

1. Juni 2017

Weil die personellen Voraussetzungen in der Verwaltung fehlen, konnte die Boeing-Jubiläums-Ausstellung nicht in die Tat umgesetzt werden. (…)

Quelle: wp.de

„Läuft wieder!“

20. Mai 2017

Freilichtmuseum Hagen zeigt erstmals Ausstellung über Autowerkstatt

Die diesjährige Sonder­ausstellung im Hagener Freilichtmu­seum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat das Kfz-Handwerk im Blick. Über 200 Objekte wie Werkzeuge, Kassenbücher und Rechnungen, die mit persönlichen Geschichten inszeniert sind, lassen die Besucher in der Zeit vom 21. Mai bis zum 31. Oktober durch die Ausstellung wie durch eine KFZ-Werkstatt der 1960er Jahre gehen (Illustration: Schulmuseum Ottweiler).

„Bis heute verändert sich der Beruf stetig, immer entsprechend dem neuen technischen Fortschritt“, sagt Ausstellungsleiterin Dr. Lisa Maubach. „Trotz dieser permanenten Entwicklung ist das Kfz-Handwerk bisher nur wenig erforscht und präsentiert worden.“ Das Hagener LWL-Freilichtmuseum als Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik richtet zum ersten Mal mit einer Museumsausstellung den Blick auf den „Kosmos Autowerkstatt“ und zwar im Zeitschnitt der 1960er-Jahre.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm: Zwei Lichtbildvorträge ge­ben Einblicke in die Ge­schichte des Automo­bils und in die Ent­wicklung der Werk­statt­ausstattung.  An mehreren Wochen­enden heißt es „Achtung Oldtimer!“ Verschiedene Clubs zeigen rollende Automobilgeschichte auf dem Museums­gelände.

Die 1950er Jahre – vom Trümmerfeld zum Wirtschaftswunder

17. Mai 2017

Der nächste Gesprächsabend im Erzählcafé „Altes Backhaus“ in der Lange Straße 30 mit Historiker Jörg Fritzsche findet am Freitag, 19. Mai, um 17 Uhr, zum Thema „Die 50er Jahre: vom Trümmerfeld zum Wirtschaftswunder“ statt.

Rock ’n‘ Roll, Jeans und der Käfer, aber auch die Wiederbewaffnung und das Wirtschaftswunder – all dies sind Begriffe, die untrennbar mit den 1950er Jahren verbunden werden. Zu Beginn des Jahrzehnts ist Deutschland eine Trümmerwüste, am Ende eine der führenden Wirtschaftsnationen in Europa. Es ist eine Zeit des Neuanfangs, des Auf- und Umbruchs die die Mentalität der noch jungen Bundesrepublik prägen. Im Westen Coca-Cola, im Osten Marx und Engels, viele Gegensätze bestimmen die „Jahre der Widersprüche“.

Gemeinsam mit Interessierten will Jörg Fritzsche diese Jahre Revue passieren lassen. Dazu sind Zeitzeugen herzlich eingeladen, ihre Erinnerungen und Erfahrungen aus dieser Zeit einzubringen. Der Eintritt ist frei. Informationen zur Reservierung unter Kursnummer 1204 erhalten Interessierte beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/2073622.

Architektur um 1900 in Wehringhausen

16. Mai 2017

Mittwoch, 17.05.2017 von 16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Im Stadtteil Wehringhausen ist die Hausarchitektur von den Kriegseinwirkungen weitestgehend verschont geblieben. Aus kunsthistorischer und architektonischer Sicht kann hier exemplarisch die städtebauliche Entwicklung über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren verfolgt werden.

Als besonders interessant rückt dabei die Zeit des Baubooms um 1900 und der Nachkriegsjahre in den Vordergrund: Der Historismus vor der Jahrhundertwende, der als Reformbewegung folgende Jugendstil sowie die nach dem 1. Weltkrieg versachlichenden Tendenzen im Hausbau werden bei der Führung mit ihren Besonderheiten in Augenschein genommen.

  • Teilnahmegebühr: 6 €
  • Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 3622 oder 02331/207 – 2740
  • Treffpunkt ist die Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Str. 49, 58089 Hagen.

Geister der Geschichte

29. April 2017

Fotoprojekt verbindet Hagener Gegenwart und Vergangenheit

Lange Straße in Wehringhausen. Foto: Nina Bülbring, Stadtarchiv. Montage: Nina Bülbring. Zum Vergrößern bitte anklicken. Weitere Arbeiten aus der Serie sind im Artikel zu finden.

„Geister der Hagener Geschichte“ heißt ein Fotoprojekt des Archivs. Die Aufnahmen sind eine Zeitreise von der Gegenwart in die Vergangenheit. (…)

Nina Bülbring, Fotografin, reist durch die Zeit. Und sie reist mit Smartphone und Spiegelreflex-Kamera durch ihre Heimat. „Geister der Hagener Geschichte“ heißt das spannende Projekt, das das Archiv der Stadt Hagen in Zusammenarbeit mit der Fotografin entwickelt hat. Dabei werden historische und aktuelle Aufnahmen übereinandergelegt. Stadtentwicklung wird so auf eine ganz eigene Art sichtbar.

An Bildern mangelt es nicht. Mehr als 1,5 Millionen gibt es im Archiv der Stadt Hagen. 30 davon haben Nina Bülbring und Archivar Andreas Korthals ausgewählt. „In einigen wenigen Fällen gibt es Karten, auf denen die Standorte des Fotografen verzeichnet sind“, sagt Korthals. „In der Regel aber müssen wir uns am Original orientieren.“ (…)

Quelle: wp.de

Vor 75 Jahren begann Judendeportation in Hagen

29. April 2017

Foto: Stadtarchiv. Für eine größere Ansicht Bild anklicken.

Heute vor 75 Jahren begann die Deportation der Juden. Auch in Hagen. Fotos aus dem Stadtarchiv dokumentieren dieses bedrückende Ereignis. (…)

Quelle: wp.de

Historische Bunker-Touren mit der VHS

28. April 2017

Die Volkshochschule Hagen lädt am Samstag, 5. Mai, sowie für den Samstag, 3. Juni, jeweils von 13 bis 16 Uhr, wieder zu einer großen Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt ein. Treffpunkt mit Gästeführer Rouven Recksick ist vor dem Bunkermuseum in der Bergstraße 98, in dem die Führung beginnt.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges und erfahren Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“.

Das Kellergeschoss des Bunkermuseums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass man die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen kann. Nach der gut einstündigen Führung im Inneren dieses Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung an der Rathaus Galerie.

Im Entgelt von 18 Euro ist der Eintritt für das Bunkermuseum Bergstraße bereits enthalten. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter Telefon 02331/2073622.

Ein neues Domizil für das Stadtarchiv

27. April 2017

„Stadtarchive sind oft unentdeckte Perlen, die in der Öffentlichkeit nicht die verdiente Beachtung finden. Dabei ist das Stadtarchiv Hagen eines der größten Kommunalarchive und mit 1,5 Millionen Fotos, 15.000 Geschichtsbänden und einem Fundus von 200 Jahren Pressegeschichte das Gedächtnis unserer Stadt“, betonte Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz, als er am gestrigen Mittwoch gemeinsam mit Vertretern des Fachbereichs Kultur die Pläne für den Umzug des Hagener Stadtarchivs vorstellte. Am 3. Juli schließt dieses am bisherigen Standort in der Wippermann-Passage seine Pforten, um dann bereits im November am neuen Standort in Eilpe wieder zu eröffnen.

Archive gelten gemeinhin als verstaubte und langweilige Orte. Das Hagener Stadtarchiv konnte dieses Vorurteil in den vergangenen 20 Jahren an seinem Standort in der Wippermann Passage im Stadtteil Eilpe zumindest an der Volme zu den Akten legen. Heute präsentiert es sich als modernes Archiv, das Jahr für Jahr zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer nach Hagen lockt. Archivpädagogische Programme gehören ebenso zum Service des Archivs, wie auch die Nutzung elektronischer Medien und Verfahren zur Erschließung der aneinandergereiht viele Kilometer langen Akten- und Sammlungsbestände.

Der Betrieb eines Stadtarchivs ist eine hoheitliche Pflichtaufgabe der Stadt. Es sammelt und verwahrt das Schriftgut der Stadtverwaltung sowie Dokumente zur Stadtgeschichte. Das Hagener Archiv ist das Gedächtnis der Stadt und ihrer Region.

Mit Erreichen des Status einer Großstadt im Jahre 1928 wurde das Stadtarchiv als eigenes Amt eingerichtet; zum ersten Leiter wurde der Historiker Prof. Dr. Friedrich Schemann bestellt. Doch bereits zur Stadtgründung 1746 besaß Hagen ein Archiv, das dem Bürgermeister zugeordnet war und wichtige Unterlagen aufbewahrte.

Zu größeren Verlusten kam es zum Ende der Französischen Herrschaft im November 1813. Kosaken der russischen Armee lagerten in der Stadt und nutzen das teilweise aus dem Mittelalter stammende Schriftgut des Hagener Archivs als Pferdestreu. Einige Lücken in der Überlieferung zur Stadtentwicklung dürften rückblickend so erklärbar sein.

Im 19. und 20. Jahrhundert kam es durch Eingemeindungen, Übernahmen und Stiftungen zu einer deutlich Erweiterung der Bestände. Das als zentrale Einrichtung der jungen Großstadt Hagen angelegte Stadtarchiv übernahm 1929 auch die Bestände der damals eingemeindeten Stadt Haspe sowie von umliegenden Amtsbezirken und Gemeinden, etwa des Amts Enneper Straße sowie der Gemeinden Vorhalle und Boele.

Anders als in anderen Großstadtarchiven blieb das Hagener Stadtarchiv während des Zweiten Weltkriegs von Zerstörungen und Verlusten weitgehend verschont. Allerdings verbrannten beim ersten schweren Luftangriff auf die Stadt in der Nacht des 1. Oktober 1943 in den Amtsstuben und Ämtern tausende Akten der Stadtverwaltung. Dadurch ging dem Stadtarchiv ein Teil der Überlieferung zur nationalsozialistischen Zeit 1933-1943 verloren. 1975 kamen die Bestände des Stadtarchivs Hohenlimburg hinzu. In den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts erweiterten das Westfälische Literatur- und Musikarchiv sowie verschiedene Sammlungen zu speziellen Themen und herausragenden Personen den Bestand.

(more…)

Führung über den Buschey-Friedhof

23. April 2017

Am Mittwoch, 26. April 2017 ab 16 Uhr findet eine kulturgeschichtliche Führung über den Buschey-Friedhof statt

Der Buschey-Friedhof in Hagen-Wehringhausen ist der älteste Friedhof Hagens, der noch belegt wird. Er wurde am Ostermontag 1810 eingeweiht und verdeutlicht heute in der Fülle verschiedener Grabmalgestaltung den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur.

Historische Friedhöfe sind nicht nur Zeugen der Vergangenheit und dokumentieren den Umgang mit dem Tod, sondern sie sind auch Abbild unserer Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens. Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey-Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben verschiedener Epochen. Von Historismus über Jugendstil bis in die Moderne – jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Der Rundgang über den Buschey-Friedhof gibt Einsichten in die Entwicklung der Grabmalkultur.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt. Treffpunkt ist der Seiteneingang Grünstraße, 58089 Hagen.

Hagener Schätze des Jugendstils

21. April 2017

Führung im Hohenhof und am Stirnband

Sonntag, 23.04.2017 um 14.00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-entwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Eintritt: plus Führungsgebühr 12 Euro, Anmeldung unter 0 23 31/207 2740.

VHS-Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern

10. April 2017

Die Volkshochschule Hagen lädt am Mittwoch, 12. April, von 16 bis 17 Uhr zu einer Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern mit Dr. Elisabeth May. Treffpunkt ist auf dem Friedhof Delstern, Am Berghang.

Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und wird in bar vor Ort kassiert. Informationen zur Anmeldung unter der Kursnummer 1091 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Der Entwurf für das Krematorium stammt von dem Künstler und Gestalter Peter Behrens, der von dem Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus 1905 mit der Planung beauftragt wurde. Fertig gestellt wurde es bereits 1907, konnte aber erst 1912 eröffnet werden, nachdem es erstmals in Preußen eine gesetzliche Regelung zur Feuerbestattung gab.

Architektonisch hob sich das Krematorium mit seinem kubisch geschlossenen, streng symmetrisch gestalteten Baukörper und der für die damalige Schaffensperiode von Behrens‘ typischen schablonierten Liniendekoration von früheren Entwürfen für Krematorien ab.

Als Zeugnis eines Gesamtkunstwerks des Jugendstils ist die Andachtshalle ein Highlight Hagener Architektur. Nach der Führung schließt sich ein Rundgang zu den Prominentengräbern an.

Führung im Hohenhof und am Stirnband

4. April 2017

Hagener Schätze des Jugendstils
Mittwoch, 05.04.2017 von 16 – 18 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen. Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-entwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Eintritt plus Führungsgebühr 6 Euro, Anmeldung unter 0 23 31/207 2740. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen.

Die Kneipenszene in der Elberfelder- und Körnerstraße

22. März 2017

Der nächste Gesprächsabend im Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, mit Jens Bergmann findet am Freitag, 24. März, um 17 Uhr zum Thema „Die Kneipenszene in der Elberfelder- und Körnerstraße“ statt. In Vorbereitung eines Buches zu Hagener Gastwirtschaften werden noch Bilder und Geschichten gesucht.

Jens Bergmann, Vorstand des Hagener Heimatbundes und Mitautor des Buches, berichtet über seine Recherchen und zeigt Fotos von alten Hagener Gaststätten, Restaurants, Hotels und Kneipen. Zeitzeugen sind herzlich eingeladen, Fotos und Geschichten zur Kneipenszene in Hagen beizutragen.

Der Eintritt beträgt 2 Euro. Informationen zur Anmeldung unter Kursnummer 1212 erhalten Interessierte beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/207-3622.

„Hagener Impuls“ lockt touristisch kaum Leute in die Stadt

13. März 2017

Setzt Hagen in der Vermarktung noch auf die richtigen Sehenswürdigkeiten. Experten raten dazu, die Außendarstellung der Stadt zu verändern. (…)

Quelle: wp.de

Was bringt Hagen die Route der Industriekultur?

36 Sehenswürdigkeiten liegen in Hagen an der Route der Industriekultur. Viele davon sind schwer zugänglich oder schwierig zu vermarkten. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die offizielle Homepage der „Route der Industriekultur“ verzeichnet für Hagen nur drei Objekte. Woher die 36er-Liste kommt, erschließt sich nicht. Ebensowenig ist erklärbar, wie mit der Matthäuskirche und der Heilig-Geist-Kirche zwei Sakralbauten in das Verzeichnis gelangt sind.

Weder auf der Homepage der Stadt noch auf der des Historischen Zentrums (Leiter ist der im Text mehrfach erwähnte Ralf Blank) finden sich Hinweise auf die „Route der Industriekultur“. Da lässt sich natürlich gut jammern.

Ähnliches trifft auf den Bereich „Hagener Impuls“ zu. Fast nichts auf der Seite der Stadt Hagen, wenig im Internetangebot des Osthaus-Museums – und beim Historischen Zentrum? Siehe oben.

Aber der eindeutige Tenor liegt eben auch nicht mehr in der Vermittlung von Informationen. Es geht schlicht und ergreifend um Wirtschaftsförderung, diesmal beim Tourismus. So werden zwei Dinge, die man erst einmal „nicht in einen Topf werfen“ darf, wie WPWR-Autor Mike Fiebig (diesmal richtig) anmerkt, für ein drittes Anliegen instrumentalisiert.

Dieser Schuss wird wohl wieder einmal nach hinten losgehen.

VHS-Führung: Hohenhof und Stirnband

10. März 2017

Thorn-Prikker-Haus am Stirnband. Foto: Dieter Fassdorf.

Eine spannende Besichtigung des Gesamtkunstwerks Hohenhof sowie des Straßenzuges Stirnband bietet die Volkshochschule Hagen in Kooperation mit dem Osthaus Museum am Mittwoch, 15. März, von 16 bis 18 Uhr an. Treffpunkt mit der Leiterin Dr. Elisabeth May ist vor dem Hohenhof, Stirnband 10.

Im Stadtteil Eppenhausen steht im Grünen ein architektonisches Highlight aus der Zeit des Jugendstils. Für den Hagener Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus errichtete der belgische Jugendstilkünstler Henry van de Velde von 1906 bis 1908 das Wohnhaus der Familie, den Hohenhof.

Heute zählt das Gebäude europaweit zu den wenigen begehbaren Gesamtkunstwerken im Jugendstil. Die Bestrebungen des gebürtigen Hageners Karl Ernst Osthaus reichten über die Planung seines Wohnhauses weit hinaus. Neben dem 1902 eingeweihten Folkwang -Museum plante Osthaus die Villenkolonie Hohenhagen, zu der auch der Hohenhof gehört.

In der Teilnahmegebühr von 9 Euro ist der Eintritt für den Hohenhof bereits enthalten. Das Team der VHS bittet um vorherige Anmeldung zu der Führung 1082. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 02331/207-3622.

Koepchenwerk: Erste Sicherungsmaßnahmen

10. März 2017

Am Koepchenwerk in Herdecke soll sich schon bald etwas tun: Gestern präsentierte die Industriedenkmalstiftung die Planungen für die bauliche Sicherung des historischen Pumpspeicherkraftwerks am Hengsteysee in Herdecke. Erst im November hatte die Stiftung das Denkmal übernommen.

Die Planungen sehen erste Grundsicherungen am Maschinen- und Kommandohaus sowie am Schieberhaus vor. Als weithin sichtbares Zeichen soll der sechs Meter hohe RWE-Schriftzug bald wieder leuchten. Die eigentliche Sanierung inklusive der Maschinenbestände und die Erschließung des Denkmals für Besucher folgen später.

Das Koepchenwerk ist Station mehrerer Themenrouten der Route der Industriekultur, die vom Regionalverband Ruhr (RVR) unterhalten wird.

„Lebendiges Judentum“ in der Alten Synagoge Hohenlimburg

8. März 2017

Die Alte Synagoge in Hohenlimburg. Foto: Dieter Fassdorf.

Eine spannende Führung durch die Alte Synagoge Hohenlimburg, Jahnstraße 46, bietet die Volkshochschule Hagen am Samstag, 11. März, von 10.30 bis 12 Uhr an.

Im Mittelpunkt steht die Besichtigung der Dauerausstellung „Lebendiges Judentum“ mit dem Referenten Horst Gerber, Studiendirektor a. D., der seit Jahren bei der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung e. V. ehrenamtlich tätig ist. Gerber gibt einen Überblick über die verschiedenen Kultgegenstände sowie die jüdischen Feste. Die Besucher lernen Beschneidungsbesteck und Gebetsmantel, Gebetsriemen, einen jüdischen Hochzeitsring und Hochzeitsverträge sowie verschiedene Gegenstände zu den Festen kennen. Im Mittelpunkt steht die Torarolle. Leittexte, Fotos und Zeichnungen ergänzen die Ausstellungsstücke.

Das Team der VHS bittet um Anmeldung für den kostenlosen Vortrag 1361 unter Telefon 02331/207-3622.

Bunkertour durch Hagens Innenstadt

24. Februar 2017

Bunker-Touren_dieterfassdorfBunker Dödterstraße. Foto: Dieter Fassdorf.

Die große Bunkertour der Volkshochschule Hagen durch die Hagener Innenstadt findet wieder am Samstag, 4. März, sowie am ersten Samstag im April, von 13 bis 16 Uhr statt. Der Treffpunkt mit dem Gästeführer Rouven Recksick ist vor dem Bunkermuseum in der Bergstraße 98.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges.

Bei dem Besuch des Bunkermuseums gibt es Einblicke in das rekonstruierte Kellergeschoss. Nach der gut einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung auf Höhe der Marienstraße.

In dem Entgelt von 18 Euro ist der Eintritt für das Bunkermuseum Bergstraße bereits enthalten. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter Telefon 02331/207-3622.

„Sport ohne Leistung ist Kappes“

17. Februar 2017

Willi Weyer, FDP-Urgestein aus Hagen, wäre am Donnerstag 100 Jahre alt geworden. Als Politiker und Sportfunktionär hinterließ er bleibende Spuren. (…)

Was bleibt heute drei Jahrzehnte nach seinem Tod von dem zweiten Präsidenten des größten deutschen Landessportbundes? Eine ehrliche Betrachtung muss auch erwähnen, dass Weyer wegen seiner Vergangenheit während der Zeit des Nationalsozialismus – er war Mitglied der NSDAP und arbeitete an der nationalsozialistischen Akademie für Deutsches Recht mit – bis heute keineswegs unumstritten ist. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

willi-weyer-nsdapWilli Weyer trat am 1.5.1937 in die NSDAP ein, Mitgliedsnummer 4971711.

Die Belastung der FDP in NRW durch Altnazis war nicht nur ein Problem älterer Jahrgänge. Selbst junge Abgeordnete wie Willi Weyer, der im Alter von gerade einmal 33 Jahren 1950 in den Düsseldorfer Landtag einzog, waren im Dritten Reich Mitglied der NSDAP gewesen.

Entgegen der landläufigen Einschätzung, dass der spätere Fraktionsvorsitzende und mehrfache Minister der Liberalen durch seinen Vater, ein langjähriges DDP-Mitglied und Mitbegründer der FDP, „schon früh mit liberalem Gedankengut in Berührung gekommen“ sei, lässt sich heute zweifellos feststellen, dass Weyer offenkundig noch früher mit faschistischem Gedankengut in Berührung geraten sein muss. Wie anders ließe sich sonst Weyers Eintritt in die NSDAP gleich zu Beginn seiner Studienzeit im Mai 1937 erklären (dies in einem politisch gewiss nicht mehr so naiven Alter von 20 Jahren)?

Sein aktives Bekenntnis zum Nationalsozialismus dürfte es Weyer in den Jahren 1941/42 sicherlich erleichtert haben, eine Anstellung als Assistent in der von Hans Frank begründeten und persönlich geleiteten nationalsozialistischen Akademie für Deutsches Recht in Berlin zu erhalten. Eine allein hinreichende Erklärung für seine NS-Mitgliedschaft freilich bietet diese Anstellung nicht. Im Übrigen behielt Willi Weyer sein NSDAP-Parteibuch bis zum bitteren Ende 1945 bei.

Zur vornehmlichen Aufgabe der Akademie für Deutsches Recht gehörte die Angleichung des aus dem Kaiserreich und der Weimarer Republik übernommenen Rechtsystems an die rassistische NS-Ideologie. Dies geschah vor allem mit der Ausarbeitung eines sogenannten „Volksgesetzbuchs“, mit dessen Hilfe etwa die in den Nürnberger Gesetzen bereits vorbereitete Entrechtung der Juden in Deutschland ihren vollständigen Abschluss finden sollte.

aus: Dr. Michael Carlo Klepsch: Das vergessene braune Erbe. Nahtloser Übergang in neue Führungspositionen – Alte Nazis in den nordrhein-westfälischen Landtagsfraktionen von CDU und FDP, Düsseldorf 2009

Walddorf-Siedlung und Riemerschmid-Haus

14. Februar 2017

Die Volkshochschule Hagen lädt in Kooperation mit dem Osthaus Museum am Mittwoch, 15. Februar von 16 bis 17 Uhr zu einer Führung durch die Walddorf-Siedlung und das Riemerschmid-Haus mit Dr. Elisabeth May ein.

Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Treffpunkt ist vor dem Haus in der Walddorfstraße 17. Die Teilnahmegebühr von 6 Euro wird vor Ort in bar kassiert. Informationen zur Anmeldung unter der Kurs-Nummer 1109 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/2073622.

Nicht nur der Hohenhof und andere großartige Villen, sondern auch Arbeiterwohnhäuser gehören zu den architektonischen Schätzen, die unter dem Begriff „Hagener Impuls“ zusammengefasst werden.

Zwischen 1907 und 1911 baute der Architekt und Kunstgewerbler Richard Riemerschmid im Wasserlosen Tal eine Häuserzeile, die eigentlich als Teil einer großen Gesamtanlage für Arbeiterwohnungen geplant war. Von dieser sogenannten „Walddorf-Siedlung“ wurden jedoch nur elf Häuser gebaut.

Bei der öffentlichen Führung durch Haus Nr. 17 werden die alten Zeiten wieder lebendig, wenn die Ideen von Karl Ernst Osthaus und der Hagener Textilindustrie als Auftraggeber dieser Bauten dargestellt werden.

Denkmalschutz für Breker-Bau

4. Februar 2017

Gerling-Haus mit braunem Schatten

gerling-hausBreker-Bau Gerling-Haus. Foto: DW.

Der ehemalige Sitz der Hagener Filiale des Versicherungskonzern Gerling in der Körnerstraße 45 ist unter Denkmalschutz gestellt worden.

Der Bau fügt sich ein in ein Ensemble mit Gebäuden im typischen Stil der 1950er Jahre im Umfeld des Volksparks. Dazu zählen die Kaufmannsschule, die frühere Firmenzentrale der Elektromark (später Enervie/Mark-E), die Konzertmuschel, der Nierentisch-Vorbau der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer sowie der 1990 von einer Bürgerinitiative vor dem Abriss gerettete Reisepavillion Elberfelder/Ecke Karl-Marx-Straße.

Geplant wurde das 1955/56 errichtete Gerling-Haus vom Bildhauer und Architekten Arno Breker (1900 – 1991). Der umstrittene Breker galt als Lieblingsbildhauer Adolf Hitlers und war 1937 der NSDAP beigetreten. Im selben Jahr wurde Breker Professor einer Bildhauerklasse an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin.

In Brekers Figuren sahen die Nationalsozialisten die ästhetischen Ideale ihrer Rassenlehre, den „gesunden, arischen Menschentyp“, versinnbildlicht, und er erhielt zahlreiche Staatsaufträge.

Diese Aufträge bildeten den Beginn der engen persönlichen Zusammenarbeit zwischen Breker und Albert Speer, seit 30. Januar 1937 Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, der die „Neugestaltung Berlins zur Hauptstadt des Großgermanischen Reiches“ planen und durchführen sollte. Breker wurde die Aufgabe übertragen, die Neubauten mit seinen Plastiken zu schmücken.

Zu seinem 40. Geburtstag 1940 erhielt Breker von Hitler das ehemalige Rittergut Jäckelsbruch in Eichwerder (Wriezen) zum Geschenk, in „dankbarer Anerkennung seiner schöpferischen Arbeit im Dienste der deutschen Kunst“. 1941 wurde Breker Vizepräsident der Reichskulturkammer der Bildenden Künste.

Nach 1945 wirkte er unter anderem bei der Gestaltung der Gerling-Konzernzentrale in Köln mit. Wegen des monumentalen Charakters der Bauten, die Erinnerungen an die Kolossalgebäude Albert Speers weckten, wurde das Gebäude-Ensemble von der Bevölkerung schon bald „Kleine Reichskanzlei“ genannt.

In dem ebenfalls von Arno Breker geplanten Hagener Gerlinghaus residiert heute u.a. das Anzeigenblatt Wochenkurier. Der verkniff sich in einem Artikel anlässlich seines Umzugs 2015 jeglichen Hinweis auf die Vergangenheit Brekers:

„Ein Blick ins Innere lässt nicht nur die Herzen von Historikern höher schlagen. Tradition und Moderne gehen Hand in Hand, wenn das Team des Wochenkuriers den neuen Verlagssitz bezieht.“

Tradition und Moderne – das hätte Arno Breker sicherlich gefallen.

Hagen – eine Stadt und der U-Boot-Krieg

4. Februar 2017

8. Februar 2017, 18 – 20 Uhr
Kunstquartier Hagen, Museumsplatz 1, 58095 Hagen

Eine Veranstaltung mit Jürgen Pottebaum (Theater Hagen), Dr. Ralf Blank (Stadtmuseum / Stadtarchiv Hagen) und Rouven Lotz (Emil Schumacher Museum)

Am 1. Februar 1917 – vor 100 Jahren – begann Deutschland den uneingeschränkten U-Boot-Krieg. Was aber haben U-Boote mit der Stadt Hagen zu tun? Im Hagener Werk der Accumulatoren Fabrik AG wurden seit 1904 Batterien für U-Boote gefertigt, ebenso Batterien für Elektrotorpedos, im Zweiten Weltkrieg eine der Hauptwaffen von U-Booten. Der U-Boot-Krieg wäre ohne die Hagener Fabrik kaum möglich gewesen.

Um U-Boote ranken sich Legenden und ein eigener Mythos. In beiden Weltkriegen 1914-1918 / 1939-1945 zu „Helden“ verklärt, verloren zehntausende meist junge Besatzungsmitglieder ihr Leben. Auf der anderen Seite versenkten die deutschen U-Boote auch tausende Schiffe, auf denen zahllose Seeleute und Passagiere beim Untergang den Tod fanden. Es war ein erbarmungsloser, fürchterlicher Krieg um Tonnagen und Nachschub.

Von Oktober bis Dezember 1941 nahm der damalige Kriegsberichterstatter Lothar-Günther Buchheim (1918-2007) an einer „Feindfahrt“ auf dem U-Boot „U 96“ teil. Seine Erlebnisse verarbeitete er 1973 in seinem Roman „Das Boot“. Das Buch wurde 1981 durch Wolfgang Petersen unter dem gleichnamigen Titel verfilmt. Der auch international bekannte Spielfilm festigte den U-Boot-Mythos auch in der Nachkriegszeit.

Lothar-Günther Buchheim betätigte sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Kunstsammler. Seine Sammlung enthält vor allem Expressionisten, die seit 2001 im „Museum der Phantasie“ (Buchheim-Museum) in Bernried ausgestellt sind.

Ein Teil der Geschichte des Romans wird seit 2012 als Theaterstück auf deutschen Bühnen aufgeführt. Am 15. Februar 2017 führt das Hagener Theater das Stück „Das Boot“ an einem historisch belasteten Ort auf.

Die Veranstaltung führt in das Theaterstück ein. Die Bedeutung von Hagen für den Bau und den Einsatz von U-Booten sowie ein Überblick über den U-Boot-Krieg sind ein Thema. Vorgestellt wird auch Lothar-Günther Buchheim und seine Bedeutung als Kunstsammler und Museumsgründer.

Eintritt 5 Euro (Vorverkauf im Museum bzw. Abendkasse)

Historische Bunker-Tour mit der VHS

1. Februar 2017

Die Volkshochschule Hagen lädt am Samstag, 4. Februar, sowie an den ersten Samstag im März und April, jeweils von 13 bis 16 Uhr, wieder zu einer großen Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt ein. Treffpunkt mit Gästeführer Rouven Recksick ist vor dem Bunkermuseum in der Bergstraße 98, in dem die Führung beginnt.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges und erfahren Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“.

Das Kellergeschoss des Bunkermuseums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass man die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen kann. Nach der gut einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde.

Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung auf Höhe der Marienstraße. In dem Entgelt von 18 Euro ist der Eintritt für das Bunkermuseum Bergstraße bereits enthalten. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter Telefon 02331/207-3622.

„Bürger machen ihre Zeitung selbst“

30. Januar 2017

Vor 40 Jahren versuchten Hagener, der örtlichen Monopolpresse etwas entgegenzusetzen: Das Hagener VolksBlatt. Zeit für einen Rückblick.

hvbkopfvon Bernhard Sander*

Hagen Mitte der 1970er Jahre. Der Ratssaal als kommunalpolitisches Zentrum lag noch im Herzen der Stadt (und nicht wie heute im Hinterhof), das Pressehaus nur wenige Meter entfernt in der Mittelstraße. Mittendrin, auf ziemlich genau der Hälfte der Strecke, floss im Tönnchen schon mittags das Pils in Strömen.

Beherrschendes Möbelstück des Lokals war ein langer Tresen; „Stehbierhalle“ war eine damals geläufige Gattungsbezeichnung für Einrichtungen dieser Art. Hier trafen die Protagonisten beider genannten Häuser aufeinander: die aus dem Rat und die von der Presse.

Beide Gruppen waren auf eine bestimmte Art und Weise aufeinander angewiesen. Die Einen mussten die damals noch existierenden beiden Lokalteile füllen, die Anderen wollten sich in den Blättern wiederfinden. Im Tönnchen diffundierten die Informationen durch den Tabakrauch von der einen zur anderen Seite und beide waren zufrieden. Das Spiel über Bande funktionierte schon damals recht gut.

Auf der Wehringhauser Lange Straße gab es (und gibt es noch immer) eine andere Lokalität, die, wie das Tönnchen, ebenfalls nach der Miniausgabe eines Gefäßes benannt war. Dort, im Fässchen, startete vor gut 40 Jahren der Versuch, der einvernehmlichen Gemengelage zwischen heimischer Presse und Politik etwas anderes entgegenzusetzen.

Im Hinterzimmer der Gaststätte traf sich regelmäßig eine Gruppe junger Hagener, um eine neue Art von Öffentlichkeit herzustellen. Es sollte ein Blatt „von unten“ werden, gemacht von Aktivisten, Bürgerinitiativen und „Bewegten“, die sich mit dem Kartell aus Rat- und Pressehaus nicht abfinden wollten; „Bürger machen ihre Zeitung selbst“ hieß das Motto.

Die erste Ausgabe dieses Mediums, einer Monatszeitung, erschien im November 1976. Das Hagener VolksBlatt war geboren.

Gegenöffentlichkeit

So lautete das Ziel des Hagener VolksBlatts (HVB). „Ca. 80 interessierte Bürger, Lehrlinge, Arbeiter, Schüler, Sozialarbeiter, Hausfrauen und Studenten“ wollten ein „Lokalblatt, das die Hagener Probleme beim Namen nennt … die Informationen bringen, die die Hagener Tagespresse verschweigt oder entstellt wiedergibt“. Sie wollten eine Zeitung von unten, „die da oben“ keilten schon bald hysterisch zurück und schlugen dabei über die Stränge.

Ein Trägerverein wurde bereits am 28.6.1976 gegründet. Die Gründer waren getrieben von der Sorge, dass es nach der Einstellung der Hasper Zeitung und dem Übergang der Westfälischen Rundschau in den  Konzern der WAZ „nicht mehr lange dauern wird, bis es in Hagen nur noch eine Tageszeitung geben wird“ (Selbstdarstellung Okt. 1976), ein Zustand der de facto heute eingetreten ist. Demensprechend bestimmte die Satzung als Vereinszweck die Förderung der „materiellen und personellen Voraussetzungen einer Unternehmerfreien Zeitung“. Die Null-Nummer nennt eine Auflage von 5000 Exemplaren.

Mitmach-Zeitung

Man wollte sich auf Initiativen stützen. Zu Anfang machten mit: Bürgerinitiative Oedeweg, Initiative Abenteuerspielplatz Loxbaum, Projekt Stadtentwicklung Haspe u.a. Die Schnittmenge zwischen Initiativen und Volksblatt waren Studierenden der Sozialarbeit aus dem Alten Holz. Das Abenteuer HVB wäre ohne ein spezifisches Umfeld der Nach-68er nicht denkbar.

Heute nahezu unvorstellbar waren die Arbeitsformen. Die Initiative traf sich jeden Dienstag im Hinterzimmer des Fässchen am Wilhelmsplatz bei Bier und Cola. Was nicht in der Vereinssatzung geregelt war: Die zufälligen Kollektive der Dienstagsrunden mit 10, 20 und mehr Teilnehmenden fungierten faktisch als Redaktion. Zum Selbstverständnis gehörte auch das Prinzip, dass Artikel nicht namentlich gekennzeichnet wurden. Nur die Kontaktadressen von Initiativen wurden veröffentlicht, markiert mit einem großen Punkt, der aufforderte: „Hier können Sie mitmachen“.

Da das Spektrum der Aktiven auch eine Reihe von Menschen umfasste, die arbeiteten oder den sogenannten zweiten Bildungsweg gegangen waren, konnte man auf deren handwerklichen Fähigkeiten zurückgreifen: Grafik mit Letraset, Texterfassung mit Schreibmaschine, Photographie usw. Der Vertrieb erfolgte im Handverkauf auf den Wochenmärkten und bald auch über eine wachsende Zahl von Kiosken, die keine Rücksicht auf die Konkurrenz für den WAZ-Konzern nehmen wollten.

Das Blatt hatte monatlich in der Regel acht Seiten. Das Volksblatt hatte von der ersten Nummer an immer eine (teure) Bildstrecke, z. B. schon in der ersten regulären Ausgabe über die Behinderung von Rollstuhlfahrern im öffentlichen Raum, dazu Stadtteil-Reportagen. Ebenso regelmäßig: Terminkalender. Fester Bestandteil war die Seite „Hagener Bürgerinitiativen stellen sich vor“, die ohne Zensur von diesen selbst gestaltet wurde. Die Macher legten großen Wert darauf, die Leserresonanz zu dokumentieren und forderten zum Dialog mit dem Dienstagskollektiv auf. Fast alle abgedruckten Leserbriefe waren voller Lob, empfanden das Blatt aber als zu lang, zu kompliziert geschrieben.

hvb-1Bilderbuchstart – Gegen die da oben

Die detailgenauen Berichte in der Nullnummer über die Pressekonzentration im WAZ-Konzern und Vorgänge bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) schlugen hohe Wellen. Die Auseinandersetzung mit so mächtigen Gegnern waren die Hagener nicht mehr gewohnt. Die völlig überzogenen persönlichen Reaktionen von WAZ-Geschäftsführer Grotkamp und dem AWO-Geschäftsführer sorgten für Auflage beim Volksblatt. Grotkamp ließ drei Rechtsanwaltsschreiben vom Stapel.

Das HVB beschrieb, wie der SPD-Landtagsabgeordnete Nolzen als Geschäftsführer der AWO versucht hatte, die Gründung eines ihm genehmen Betriebsrates in einer Teileinrichtung zu betreiben, um das gewählte Gremium zu verdrängen. Es gab u.a. ein ExtraBlatt am 15.12.76. Für zwei Betroffene wurde die Kündigung ausgesprochen, die später zurückgezogen wurden (Nr.3).

Die AWO-Auseinandersetzung war über andere Volksblätter bis nach Wuppertal, Köln, Dortmund, Münster und eben auch in die SPD-nahe Westfälische Rundschau gelangt. Innerhalb der SPD wurde Nolzens Abwehrkampf gegen Betriebsräte, „Kommunisten und Chaoten“ des HVB zunehmend peinlich und ein Antrag gegen Nolzen auf dem SPD-Unterbezirksparteitag gestellt. Den dokumentierte das Volksblatt umgehend ebenso sowie den Brief Nolzens an die Delegierten. In der Sache obsiegte die Belegschaft und damit das Volksblatt.

In einem anderen Fall wurde der verantwortliche „Stadtverbaurat“ Böhme bloßgestellt weil er die Dokumentation seines Auftritts (auf Kassette!) angriff und über die Gesetzeslage zur Pressefreiheit instruiert werden musste.

Das Hagener Volksblatt war einerseits stets den Fakten verpflichtet, aber es blieb dabei parteiisch und persönlich. Gegenüber mächtigen Interessengruppen und ihren Vertretern war die Lage des HVB und seiner Macher prekär. Es ging für das VolksBlatt geradezu existenziell um die Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit.

Daher war man von Beginn an auf den Erhalt der Freiräume für die politische Linke bedacht und berichtete auch über Polizeiübergriffe: Auf einen Schüler, der das Polizeipräsidium fotografiert hatte, auf Demonstrationen türkischer Gruppen, dokumentierte die Aktionen gegen die Preiserhöhung bei der Hagener Straßenbahn.

Man kommentierte, wie in der WP /WR die Vorgänge um eine Ausstellung des DGB zur Militärdiktatur in Chile dargestellt wurden, wie der DGB der CDU-Kritik nachgibt und der CDU-Bundestagsabgeordnete Reddemann die WP instrumentalisiert, um Chiles Diktatoren reinzuwaschen.

Das Hagener VolksBlatt fühlte sich immer dem verbunden, was man später „die sozialen Bewegungen“ nennen sollte. Die Zeitung war ganz nah vor Ort:

Bürgerbeteiligung war ein Schlagwort der emanzipatorischen Bewegung, an dem die damals noch im Alten Holz residierenden angehenden Sozialarbeiter stark interessiert waren, die einen Teil der Aktivisten des Volksblatts stellten und z. B. hinter den vielfältigen Abenteuerspielplatz-Inis standen. Die geplante Umgestaltung Fleys und die Lenne-Umbettung, Projekte wie der drohende vierspurige Ausbau der Buscheystraße wurden behandelt und die betroffenen Einwohner kamen selbst zu Wort, ebenso wie bei Mieterproblemen. Kritik am Eilper Monster Hochstraße B54, Verkauf der Werkswohnungen Klöckner in Haspe, Umgestaltung Fley. „Wer spricht denn noch von Heimat“ hieß ein Film über Sanierung in Haspe.

Ein Schwerpunkt wurde die Umgestaltung der Innenstadt und die Schaffung der Fußgängerzone vom Rathaus, Kampstraße, Elberfelder Straße. Filz allenthalben: die von der IHK vorgeschlagenen Planer traten als Beteiligte in den Wettbewerben wieder auf. Man ist heute verblüfft über die Aktualität: „Zentrum des Einkaufs“, „Stadtkultur“, „qualifizierte Architekten“ klingelten die Stadtspitzen wie einige Jahrzehnte später. Mit dem Unterschied, dass die SPD und die Jusos damals noch Bürgerbefragungen in der Innenstadt organisierten.

hvb7Soziale Bewegung war aber auch der kritische Bezug auf die Organisationen der Arbeiterbewegung. Während die Rolle der Gewerkschaft ÖTV im AWO-Konflikt noch vorsichtig und zögerlich bewertet wurde, hatte man mit der Berufung des ÖTV-Geschäftsführers in den Aufsichtsrat der Straßenbahn-AG mit prognostischem Gespür bereits auf die kommenden Konflikte bei der Fahrpreiserhöhung hingewiesen.

Über Arbeitskämpfe beim Grotkamp-Druckhaus „Westdruck“ und die Repression gegen den Betriebsratsvorsitzenden Horst Wisotzki wurde im Volksblatt berichtet, während die Blätter der WAZ-Gruppe das Thema verschwiegen. Die lokalen Auswirkungen der Stahlkrise, Betriebsversammlungen, Stellungnahmen von Betriebsräten zur Fahrpreiserhöhung usw. waren Teil der laufenden Berichterstattung. Schon bei der Auseinandersetzung mit dem WAZ-Konzern wurden die betriebswirtschaftlichen Optimierungsmechanismen breit dargestellt (von wegen die Leser sind mit komplexen Zusammenhängen überfordert!).

HVB berichtete von Auseinandersetzungen des BR-Vorsitzenden der Hasper Hütte mit K-Gruppen. Denen „die Mitarbeiter dieser Zeitung distanziert gegenüber stehen, auch weil oft durch Selbstüberschätzung und dogmatisches Auftreten dieser Gruppe eine solidarischen Auseinandersetzung schwer gemacht wird“. Der Nachruf auf Paul Harig zeigt exemplarisch das politische Selbstverständnis, dass die Zeitung sich zur DKP (KPD) kritisch solidarisch aber distanziert positionierte.

So konnte man selbstbewusst Fazit ziehen: „Mit unserer Ausgabe zum 1. Mai haben wir zum ersten Mal eine Zeitung fast ganz ausverkauft, obwohl unser Versuch, mit dieser Ausgabe Probleme der Arbeitswelt anzusprechen, oft als zu unkonkret und oberflächlich kritisiert wurde, Dennoch freuen wir uns, dass sich ein Leserkreis herausgebildet hat, der der geistigen Diät von WP / WR überdrüssig ist und Informationen sucht, die helfen können, Problem und Missstände in Hagen zu beseitigen.“ („Lieber Leser …“  – Leserinnen gab es offenbar nicht).

Alternatives Ökotop

Am Hagener VolksBlatt lassen sich die Spuren der sozio-kulturellen Entwicklungen entziffern. Die sozial-geografische Verankerung des HVB blieb der Wilhelmsplatz.

So findet sich die Ankündigung der Eröffnung des Frauenzentrums Iserlohner Str. 19 und der Frauenkneipe mittwochs Bei Rainer. Es folgen in späteren Ausgaben ganze Seiten zur Lage berufstätiger Frauen, ungleicher Bezahlung usw. 1977 war erst das Recht geschaffen worden, dass Frauen ohne Einwilligung des Ehemanns eine Erwerbsarbeit aufnehmen konnten.

Die Kneipe Bei Rainer lebte von der Leserschaft und subventionierte ihrerseits das Blatt per Anzeige aus dem Bierumsatz. Rainer überwarf sich später mit diesem Teil seiner Kundschaft. Die Positionen von Rainer Ahrens und dem Frauenkollektiv wurden im HVB dokumentiert. Da diesem Widerstandsnest am Wilhelmsplatz die Nachtkonzession entzogen worden war, sah er sich gezwungen, seinen Ruhetag abzuschaffen, an dem die autonome Frauenkneipe Wirtschaft machte.

Ebenso berichtete das HVB über die Aktivitäten der lokalen alternativen Kulturszene (Folkclub, E.Roc). In einer Kleinanzeige wird zur Gründung eines Filmclubs aufgerufen, der dann endgültig 1977 an den Start ging mit durchaus politischem Programm.

An den Anzeigen lässt sich der Einzug der Alternativ-Kultur in die Stadt ablesen: „kollo“ verschenkt per Kleinanzeige Kefirpilze. Das intellektuelle Umfeld repräsentieren die Anzeigen von „das neueste“, Zuelch, Wagenbach, Trikont-Verlag. Dann folgten die Alternativökonomie, Druckereien, Achims Teelädchen, Folk-Boutique van Laak, La Mano (Kunsthandwerk). Während die Szene noch links tickte, eroberte die Marktwirtschaft die Szene. Einer der Vereinsgründer war jahrelang in der Buchhandlung Quadrux engagiert.

Atom- und andere Spaltpilze

Aufgrund der intensiven Befassung Einzelner mit der Kommunalpolitik wurde ein Landesentwicklungsplan im HVB bekannt gemacht, der sonst in den Gremien vergraben geblieben wäre, – mit einem möglichen Kernkraftwerk-Standort in Hagen-Halden. Danach wurde die Anti-Atom-Bewegung zum Dauerthema. Das Volksblatt mutierte nun auch zum organisierenden Akteur mit Filmabenden und Info-Veranstaltungen. Das Thema nahm immer breiteren Raum ein. Demoberichte aus Brokdorf, Kalkar, eine ganze Seite über den von französischen Polizisten zu Tode gebrachten  AKW-Gegner Vital Michalon führten immer weiter von Hagen weg. Aber dieser politische Aktivismus des Blattes, der „Spontis“ und des Spektrums, das zwei Jahre später die “Grünen“ gründen sollte, wurde bald zu einem Problem. Zweifelhafte „Selbsthilfetipps“ fürs Schwarzfahren führten zu internem Ärger. Seyfried-Karikaturen breiteten sich im Blatt aus, ganz solidarisch ohne Honorar-Tantiemen versteht sich.

Einige begannen weitere Projekte. Das nahm manpower aus der Zeitung, die jede Hand brauchte z.B. im Kneipenverkauf. Die z. T. Substanzen-befeuerte „Selbstverwirklichung“ kollidierte mit den Erfordernissen der professionellen Arbeit, politische Differenzen (lokaler Bezug – nationale Themen, Aktivismus oder Journalismus) spitzten sich zu. Der Elan stockte und versackte bei Rainer oder im Fässchen. Mit den entsprechenden Konsequenzen, die wiederum Produktion und Vertrieb belasteten.

Noch verteidigten Teile des Gründervereins den Anspruch des Blattes auf Seriosität und Parteilichkeit, doch der Streit mit den „Spontis“ intensivierte sich. Statt Gegenöffentlichkeit ging es einem Teil um „Selbstverwirklichung“ der Szene. „Ohnehin wächst uns die Arbeit mittlerweile über den Kopf“ (Nr. 3 Februar 1977) deutet man dem „lieben Leser“ bereits an, dass trotz des immensen Erfolges die internen Spannungen zunahmen.

Die angekündigte Doppelnummer erst am Ende des Sommers 77 „endlich nach großen Schwierigkeiten und langer Verzögerung vor“. Die „Urlaubszeit und interne Diskussionen“ werden als Grund angeführt. Die dem lieben Leser angekündigte Lösung sollte bestehen in der „Planung einer Wochenendtagung, auf der alle Meinungsverschiedenheiten und Zukunftsvorstellungen behandelt werden sollen“.

„Zum Preis: Das Volksblatt war stets auf 8 Seiten kalkuliert. Mit Müh und Not war es uns möglich, auch 10 Seiten für nur 50 Pfennig zu verkaufen. Da diese Ausgabe allerdings 12 Seiten stark ist, müssen wir zwei Groschen drauflegen“, versuchte man die finanziellen Schwierigkeiten und Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung zu verdecken.

Die journalistische und technische Mitarbeit am Volksblatt blieb bis zum Schluss ehrenamtlich, da die wirtschaftliche Basis des Blattes prekär war und blieb. Spenden und Anzeigen blieben eine dankbar genommene Ergänzung, doch das Blatt musste sich aus dem Vertrieb tragen. Daher war der Handverkauf durch die Aktivisten in Kneipen, vor Schulen und auf Festen eine tragende Säule.

Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen war das Volksblatt-Geld in Subkultur-Projekte abgezweigt worden, so lief ein Gerücht. Vereinsmitbegründer Jörg Hoppe war im Juni 77 nach Sympathien für die Wiener Aktionisten-Kommune und in einer Männergruppe ausgestiegen. Er lancierte bald darauf die Musikszene um „Extrabreit“ und sollte einige Jahre später mit sexistischen Castings-Shows im Unterschichten-TV zu noch mehr Geld kommen. Sänger Kai Hawaii hockte ebenfalls im Fässchen beim VolksBlatt.

„Zusammenfassend lässt sich sagen, … dass es ein schwerer Fehler war, wichtige grundsätzliche Gespräche über Aufbau und Zielgruppe einer Alternativzeitung ständig zu verschleppen“. „In Juni war dann nämlich der Knall da: Mitarbeiter, die die Brocken hinwarfen, allgemeine Lustlosigkeit etc. Wir hoffen, dass wir jetzt über den toten Punkt hinweg sind. .. Mittlerweile ist der Volksblattverein über ein Jahr alt und das heißt, dass er die seit langer Zeit ausdauerndste und wichtigste kritisch-politische Initiative am Ort ist. Das ist für uns Verpflichtung …“

Das sollte sich als Selbsttäuschung erweisen. Die verbliebenen Macher scheiterten am Gegensatz von Selbstüberforderung und Selbstverwirklichungswunsch.

Rückblickend war das Hagener VolksBlatt trotz seines Scheiterns etwas, was im Business-Jargon „Inkubator“ (ein Wachstumsbeschleuniger) genannt wird. Sein positives Erbe als lokale Gegenöffentlichkeit trägt heute der Doppelwacholder weiter. Aber auch gute Ideen brauchen aktive Mitarbeit und materielle Ressourcen.

* Autor Bernhard Sander war Mitbegründer des Hagener VolksBlatts. Der Politikwissenschaftler ist heute Redakteur der marxistischen Zeitschrift Sozialismus und Mitglied des Wuppertaler Stadtrats für die Partei DIE LINKE.

Schwieriger Prozess um ein Vernichtungslager

30. Januar 2017

Damals war er ein junger Mann. Friedrich Grawert, Jahrgang 41, Jurist. Es war vor etwas mehr als 51 Jahren, als er die Anklageschrift zum ersten gelesen hat. Und die Erinnerung daran ist noch wach: „Das“, so sagt er noch heute, „war ein Horrortrip. Während meiner Schulzeit am Albrecht-Dürer-Gymnasium wurde dieser Aspekt der Deutschen Geschichte ja komplett ausgespart.“

Grawert las über die systematische Vernichtung von 150 000 Juden in Sobibor (heutiges Polen). Er las über Transporte, über das Lagerleben, über die Gaskammern. Er las über das exzessive, spontane und das lang geplante Töten von Menschen. Und er las über die Täter, die vor gut 50 Jahren am Landgericht Hagen verurteilt wurden. Bei einer Veranstaltung des Fachdienstes Museen, Wissenschaft und Archive der Stadt Hagen im Emil-Schumacher-Museum blickt er zurück. (…)

Quelle: wp.de

Altenhagen und das Drerup-Viertel

29. Januar 2017

Im Rahmen der Reihe „Hagen wörtlich“ laden die Stadtbücherei und die Volkshochschule Hagen am Dienstag, 31. Januar, ab 18 Uhr, in die Bücherei, Springe 1, zu einem Vortrag über das Stadtgebiet von der Altenhagener Brücke durch Altenhagen und das Drerup-Viertel ein.

Dieser Bereich der Stadt Hagen, der bis 1901 zu Eckesey gehörte, hat durch Krieg und Neuaufbau sein Aussehen stark verändert. Mit ausgesuchten Lichtbildern aus dem Foto-Archiv des Hagener Heimatbundes möchte Jens Bergmann Glanz und Elend, Entwicklung und Veränderungen der letzten 100 Jahre noch einmal lebendig werden lassen.

Der Eintritt beträgt 5 Euro. Informationen zur Anmeldung unter der Kursnummer 1003 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/2073622.

„Der Hungertot sitzt uns allen im Nacken“

28. Januar 2017

Brief eines von Nazis ermordeten Hageners im Bundestag verlesen

Am Jahrestag der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz gedachte gestern der Deutsche Bundestag der Opfer des Nationalsozialismus. In diesem Jahr stand die Gedenkstunde im Parlament im Zeichen der Erinnerung an die Opfer der sogenannten Euthanasie-Morde.

Nach einer Begrüßungsansprache von Bundestagspräsident Norbert Lammert las Sebastian Urbanski, Schauspieler mit Down-Syndrom am Berliner Theater RambaZamba, einen Brief des Hageners Ernst Putzki, der 1945 in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet wurde:

„Liebe Mutter!

Wir haben heute schon 4 Jahre Krieg und den 3.9.1943. Wir geben Nachrichten! Euer Brief kam am Sonntag d. 22.8. hier an. Die Stachelbeeren bekam ich nicht. Das angekündigte Paket erhielt ich erst gestern und wurde wahrscheinlich zu Fuß hierhin gebracht. Der Inhalt, 2 Pfund Äpfel u. eine faule matschige Masse von stinkenden [sic] Birnenmus[,] wurde mit heißhunger überfallen. Um eine Hand voll zu faulem Zeug rissen sich andere Todeskandidaten drum.

Meine Schilderungen aus Wunstorf wurden nicht geglaubt aber diese hier muß man glauben weil sich jeder von der Wahrheit überzeugen kann. Also: Nachdem ich an Paul 2, an Paula 1 Brief von Warstein schrieb, schickte ich Dir 6 Tage vor dem Transport die Nachricht von unserer Übersiedlung nach hier und bat noch um Deinen Besuch. Der Transport war am 26. Juli und ich bin Montag genau 6 Wochen hier.

Wir wurden nicht wegen der Flieger verlegt sondern damit man uns in dieser wenig bevölkerten Gegend unauffällig verhungern lassen kann. Von den Warsteinern, die mit mir auf diese Siechenstation kamen, leben nur noch wenige. Die Menschen magern hier zum Skelett ab und sterben wie die Fliegen. Wöchentlich sterben rund 30 Personen. Man beerdigt die hautüberzogenen Knochen ohne Sarg. Die Bilder aus Indien oder Rus[s]land von verhungerten Menschen, habe ich in Wirklichkeit um mich.

Die Kost besteht aus täglich 2 Scheiben Brot mit Marmelade, selten Margarine oder auch trocken. Mittags u. abends je ¾ Liter Wasser mit Kartoffelschnitzel u. holzigen Kohlabfällen. Die Menschen werden zu Tieren und essen alles was man eben von anderen kriegen kann so auch rohe Kartoffel und Runkel, ja wir wären noch anderer Dinge fähig zu essen wie die Gefangenen aus Rus[s]land[.]

Der Hungertot sitzt uns allen im Nacken, keiner weiß wer der Nächste ist. Früher ließ man in dieser Gegend die Leute schneller töten und in der Morgendämmerung zur Verbrennung fahren. Als man bei der Bevölkerung auf Widerstand traf, da ließ man uns einfach verhungern.

Wir leben in verkommenen Räumen ohne Radio, Zeitung und Bücher, ja, ohne irgend eine Beschäftigung. Wie sehne ich mich nach meiner Bastelei. Wir essen aus kaputtem Essgeschirr und sind in dünnen Lumpen gekleidet in denen ich schon mehr gefrohren [sic] habe wie einen ganzen Winter in Hagen. Vor 5 Wochen haben wir zuletzt gebadet und ob wir in diesem Jahre noch baden, wissen wir nicht. Alle 14 Tage gibt es ein reines Hemd u. Strümpfe. Das ist Sozialismus der Tat.

Euer Ernst“

Literaturhinweis:

Jochen Becker/Hermann Zabel (Hg.): Hagen unterm Hakenkreuz.
2. verbesserte Auflage. Hagen: Rainer Padligur Verlag, 1996

Darin auch weitere Informationen zum Schicksal Ernst Putzkis.
Inhaltsverzeichnis (pdf)

Begegnung mit dem Holocaust

20. Januar 2017

Der Hagener Sobibor-Prozess
25.01.2017, 18:00 Uhr, Emil-Schumacher-Museum

Vor 50 Jahren ergingen am Hagener Landgericht gegen ehemalige SS-Männer aus dem Vernichtungslager Sobibor die Urteile. Das Lager diente einem einzigen Zweck: der Ermordung von möglichst vielen Juden. Etwa 250.000 Menschen fanden in Sobibor den Tod.

Der Prozess konfrontierte die Stadt mit der Shoah. Doch die Wahrnehmung war in Hagen selber nur gering. Heute gilt der Sobibor-Prozess als einer der wichtigsten Strafprozesse zur Aufarbeitung des Holocaust.

Friedrich Grawert ist einer der wenigen Zeitzeugen des Prozesses. Nach seinem Studium in Bonn, München und Köln absolvierte er sein Referendariat in Hagen. 1964 trat er in die Rechtsanwaltskanzlei seines Vaters ein. Aus der Perspektive eines jungen Rechtsanwalts erlebte er den gesamten Prozess, die Angeklagten und die Zeugen.

Im Gespräch mit den Historikern Dr. Ralf Blank und Thomas Walter berichtet Friedrich Grawert über seine Wahrnehmungen und Erfahrungen. Gleichzeitig werden auch verschiedene Aspekte der juristischen Bewältigung des Nationalsozialismus nach 1945 in Hagen und in der Bundesrepublik erörtert.

Eintritt € 5,-

Siehe auch:

Rückblende: Der Sobibor-Prozess 1965

Die Architektur der nationalsozialistischen Vernichtungslager am Beispiel von Sobibór

Beule am Kopf

19. Januar 2017

Geklaute Büste von August Prentzel wieder da

bueste-prentzelBuntmetalldiebe schlugen im November des letzten Jahres auf dem Rembergfriedhof zu und trieben dort ihr Unwesen. Sie stahlen neben mehreren Metallvasen und Grablampen auch eine über 100 Jahre alte Büste (Foto: Polizei) des ehemaligen Bürgermeisters August Prentzel (und nicht Wilhelm, wie in verschiedenen Medien zu lesen ist).

Die Berichterstattung der Hagener Presse über den Diebstahl fiel dem in Hagen wohnenden Geschäftsführer eines metallverarbeitenden Betriebs in Iserlohn auf. Zwei Iserlohner im Alter von 38 und 46 Jahren haben ihm kurz nach der Tat die Beute, die insgesamt über 200 Kilogramm schwer war, für rund 300 Euro zur Einschmelzung verkauft.

Der aufmerksame Mann informierte die Polizei und übergab das Diebesgut den Beamten. Kriminalpolizeiliche Ermittlungen führten letztlich zu den Tatverdächtigen. Gegen die Männer ermittelt nun die Kriminalpolizei.

Die Büste von August Prentzel, die leider eine deutliche Beule am Kopf davongetragen hat, wird in Kürze wieder dem Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) übergeben.

Prentzel war von 1876 bis zu seinem überraschenden Tod im Jahre 1900 Hagener Bürgermeister. 1888 verlieh ihm die preußische Staatsregierung den Titel Oberbürgermeister.

Während der Amtszeit von August Prentzel erfolgte die Gestaltung des Stadtgartens und des Stadtwaldes, aber auch der Neubau der Ingenieurschule am Volmeufer, des Gymnasiums an der Goldbergstraße und von drei Kirchen im Stadtgebiet.

Außerdem wurde noch vor der Jahrhundertwende Hagens erste Badeanstalt eröffnet, die erste elektrische Eisenbahn in Betrieb genommen und mit dem Neubau des Rathauses, der allerdings erst 1903 fertiggestellt wurde, begonnen. Die gleichzeitige Ansiedlung neuer Industriebetriebe und die Entstehung neuer Wohnviertel leiteten den Weg Hagens zu einer Großstadt ein.

Hagener Kinos im Wandel der Zeit

19. Januar 2017

VHS im Erzählcafé

„Hagener Kinos im Wandel der Zeit“ ist das Thema des nächstes Gesprächsabends mit Uli Weishaupt am Freitag, 27. Januar, um 17 Uhr im Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30.

Nach dem erfolgreichen Start im September 2012 geht es auf Wunsch der Erzählcafé-Gäste in die fünfte „Kino-Runde“. Ein Schwerpunkt ist diesmal Filmmusik, denn viele Titelmelodien rufen selbst nach Jahrzehnten sofort Erinnerungen wach. Beliebte Beispiele sind die Sound-Tracks „Dr. Schiwago“ von Maurice Jarre und „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Ennio Morricone. Außerdem werden verschiedene Daumenkinos mit historischen Fotoserien herumgereicht, mit denen die Teilnehmer den 130 Jahre zurückgelegenen Ursprung des Films in den Händen halten. Zeitzeugen sind herzlich eingeladen, mit Hilfe von Filmplakaten und Filmprogrammheften aus den 1950er und 1960er Jahren von ihren Erinnerungen an Hagener Kinos zu erzählen.

Der Eintritt beträgt 2 Euro. Informationen zur Anmeldung unter Kursnummer 1208 erhalten Interessierte beim Team der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Von Brandt und Killing bis Eicken und Wippermann

14. Januar 2017

Bei der Volkshochschule Hagen beginnt am Mittwoch, 18. Januar, ein interessantes stadtgeschichtliches Seminar unter der Leitung von Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff. Es findet insgesamt sechs Mal, jeweils von 19.30 bis 21 Uhr, in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38, statt und wird sich mit einigen der Hagener Industriepioniere beschäftigen.

Der Aufstieg Hagens zur größten Stadt Südwestfalens ist eng verbunden mit der gewerblichen Entwicklung zwischen circa 1850 und 1914. Insbesondere zahlreiche Industriepioniere trugen zur Entwicklung bei. Stellvertretend für viele Unternehmer und Unternehmen seien hier Namen wie Killing, Vorster, Böing, Eicken, Post, Brandt (Zwieback) und Wippermann genannt. Im Verlauf dieses Kurses lernen die Teilnehmer einen Teil des industriellen Kulturerbes unserer Stadt kennen. Im Mittelpunkt steht dabei die AFA (der Vorgänger der späteren VARTA).

Nähere Informationen zur Anmeldung für diesen Kurs mit der Nummer 1012 erhalten Interessierte beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/207-3622.

Historische Bunker-Tour mit der VHS

12. Januar 2017

Zu einer großen Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt lädt die Volkshochschule Hagen am Samstag, 14. Januar, von 13 bis 16 Uhr ein. Der Treff- und Startpunkt mit dem Gästeführer Rouven Recksick ist vor dem Bunkermuseum, Bergstraße 98.

Bei dieser historischen Führung erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern in Hagen. Sie erfahren Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“. Das Kellergeschoss des Bunkermuseums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass man die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen kann.

Nach der einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung auf Höhe der Marienstraße.

In der Teilnahmegebühr von 18 € ist der Eintritt für das Bunkermuseum bereits enthalten. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um rechtzeitige Anmeldung unter Telefon 02331/207-3622.

Mehr Besucher im Freilichtmuseum

3. Januar 2017

freil-museumIn den Vorführbetrieben im LWL-Freilichtmuseum Hagen lässt sich Handwerk hautnah erleben. Foto: LWL/Studnar

Das Freilichtmuseum Hagen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) kann einen deutlichen Anstieg der Besuchszahlen verzeichnen.

Über 134.000 Besucher – und damit rund 11.000 mehr als 2015 – nutzten das Angebot des Museums mit Sonderausstellungen und einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm, von den Gartentagen und dem Treckertreffen über Aktionstage zu den Sonderausstellungen und einem Steampunk-Picknick bis hin zum Weihnachtsmarkt.

Nach verhaltenem Beginn mit vielen verregneten Wochenenden entwickelte sich die Zahl der Besuche in der zweiten Saisonhälfte sehr positiv. Der Weihnachtsmarkt brachte dann bei gutem Wetter ebenfalls hervorragende Zahlen.

Insgesamt haben 2016 über 1,4 Millionen Menschen die 17 Museen des Landschaftsverbandes besucht. Zum zweiten Mal in Folge haben die LWL-Museen somit die 1,4-Millionen-Marke überschritten. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis und großes Lob für unsere Häuser“, so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.


%d Bloggern gefällt das: