Archive for the ‘05 Geschichte Hagen’ Category

Rundgang zur Architektur der Gebrüder Ludwigs

20. August 2019

Mittwoch, 21.08.2019 von 16:00 Uhr – 17:00 Uhr

Denkmalgeschützte Villa in Hagen-Eppenhausen, Lohestraße 3. Ehemalige Villa des Hagener Unternehmers Gustav Adolf Kerckhoff (1878-1936). Entworfen 1922 von den Architekten Gebrüder Ludwigs. Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY 3.0.

Hagener Architektenbrüder im Visier – Zwischen 1909 und 1938 realisierten die Gebrüder Ludwigs eine ganze Reihe unterschiedlicher Bauten im Hagener Stadtraum.

Dabei setzten sie sich intensiv mit dem „Neuen Stil“, wie ihn Karl Ernst Osthaus zum Teil in Hagen etablieren konnte, auseinander. Einflüsse des Jugendstils und der ästhetischen Erneuerungsversuche innerhalb der Reformbewegung nach 1900 sind bis heute im Hagener Stadtbild zu entdecken.

Anmeldung unter Tel.: 207 2740. 6 € Teilnahmegebühr sind vor Ort zu entrichten! Treffpunkt ist Haßleyerstraße 14, 58093 Hagen-Eppenhausen.

Führung durch die Villa Post und zur Cuno-Siedlung

19. August 2019

Zu einer Führung durch die Villa Post am Mittwoch, 21. August, von 16 bis 17.30 Uhr und zur sich anschließenden Besichtigung der Cuno-Siedlung von 17.30 bis 19 Uhr mit Jochen Becker, Leiter des städtischen Fachbereiches Bildung, lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) ein. Der Treffpunkt für die beiden Veranstaltungen ist jeweils im Eingangsbereich der Villa Post, Wehringhauser Straße 38.

Die Villa Post wurde im spätklassizistischen Stil in Anlehnung an die Renaissance erbaut und diente als repräsentativer Wohnsitz der Familie Post. Die Stadt Hagen kaufte den kubischen und zweigeschossigen Backsteinbau, der danach unterschiedlichste Verwendung fand. Das Spektrum reichte von der Nutzung als Museum bis zum Stützpunkt der Volkszählung.

1994 beschloss der Stadtrat, die Villa Post zu restaurieren und der Volkshochschule Hagen zur Verfügung zu stellen. Die Eröffnung der restaurierten Villa Post erfolgte 1998. Während der Führung können sich die Teilnehmer selbst ein Bild davon machen, wie Denkmalschutz und neue Funktionalität in ein harmonisches Zusammenspiel gebracht wurden.

Für die zweite Führung geht es vom Treffpunkt an der Villa Post über die neue Ennepebrücke ein Stück bergauf zur Cuno-Siedlung am Kuhlerkamp (Foto: Rainer Halama, CC BY-SA 3.0). Von 1926 bis 1927 entstanden dort 121 Wohnungen in neun Gebäuden.

Die vom damaligen Stadtbaurat Ewald Figge geplante Siedlung verfügte über ein innovatives Wohnkonzept mit einem Vorgänger der Einbauküche, der sogenannten „Frankfurter Küche“, die durch eine Glastür vom Wohn- und Essbereich abgetrennt war. Auch eine von den Bewohnern gemeinschaftlich genutzte Wäscherei und eine Badeanstalt mit Brausen- und Wannenbädern gingen über den damaligen Standard hinaus. Die Gebäude der nach dem langjährigen Hagener Oberbürgermeister Willi Cuno benannten Siedlung sind streng sachlich gehalten und geometrisch strukturiert. An Hausecken und Toren finden sich Skulpturen des Hagener Künstlers Karel Niestrath und neben Eingängen sowie Einfahrten stehen Reliefs von Hans Dorn.

Für die Teilnahme an der Führung durch die Villa Post (Kursnummer 1070) und zur Cuno-Siedlung (Kursnummer 1071) ist eine Anmeldung beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Internetseite www.vhs-hagen.de/anmeldung notwendig.

Bunkeranlage bei Arbeiten am Wilhelmsplatz in Hagen entdeckt

18. August 2019

Damit hatte keiner gerechnet: Bei der Sanierung des Wilhelmsplatzes in Wehringhausen sind die Arbeiter jetzt auf einen unterirdischen Bunker und einen Löschteich gestoßen. Den Bauplan wirft der Fund allerdings nicht durcheinander.

„Dass sich an dieser Stelle eine solche Anlage befindet, haben wir nicht gewusst“, so Matthias Hegerding, Leiter des Fachbereichs Bau (…).

Quelle: wp.de

Anmerkung: Ei der Daus! Nicht gewusst? Dabei hängt am Wilhelmsplatz ein Hinweisschild, dem folgendes zu entnehmen ist: „Im 2. Weltkrieg wurde auf dem Platz ein Luftschutzkeller gebaut und ein Feuerlöschteich angelegt (im Winkel Kottmann-/ Bismarckstr.), die aber nicht mehr vorhanden sind.“ Sogar ein Foto gibt es (siehe hier), das vom Hagener Pressefotografen Willy Lehmacher (1902 – 1976) Anfang der 1950er Jahre aufgenommen wurde.

Modell des alten Rathauses von 1954 aufgetaucht

18. August 2019

Fund im Hagener Bauhof

Eindrucksvoller Fund: Nach einem Hinweis aus der städtischen Bauverwaltung tauchte nun ein auf Juli 1954 datiertes Modell des alten Hagener Rathauses zum Zeitpunkt seines Wiederaufbaus nach der Kriegszerstörung auf (Foto: Stadt Hagen).

Das über Jahrzehnte „verwahrte“ Modell aus dem Depot des Hagener Bauhofes wird ab 2021 in der neuen Dauerausstellung des Stadtmuseums im historischen Landgerichtsgebäude zu sehen sein.

Der Entwurf stammt vom Hochbauamt der Stadt Hagen, den die Firma Planplastik Mersmann in Rösrath und Köln im Juli 1954 im Maßstab 1:200 als Modell umsetzte.

Das gut erhaltene Modell ist detailliert gearbeitet und einzelne Teile wie Fenstersimse, Erker, Türen und weiteres wurden hervorragend nachgebildet. Zum damaligen Zeitpunkt wurde das Rathaus noch aufwendig umgebaut, sodass das Modell den einstigen Planungsstand wiedergibt. Letztlich wurden nicht alle Planungen realisiert, wie beispielsweise der Anbau, der an die vormals mit einem neugotischen Stufengiebel versehene Eingangshalle gesetzt werden sollte.

Entdeckungstour durch das Buschey-Viertel

17. August 2019

Zu einer Entdeckungstour durch das Buschey-Viertel mit Jens Bergmann lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) zusammen mit dem Hagener Heimatbund im Rahmen des Urlaubskorbs alle Interessierten am Dienstag, 20. August, von 17 bis 18.30 Uhr ein. Der Treffpunkt ist vor dem Allgemeinen Krankenhaus, Grünstraße 35.

Das Buschey-Viertel bietet mit seinen schönen Villen und Beamten-Wohnhäusern viele besondere Architekturschätze. Auf ihre Besonderheiten, Erbauer und Bewohner geht Jens Bergmann, Vorstand des Hagener Heimatbundes, während seines Rundganges ein.

Das Serviceteam der VHS bittet um eine Anmeldung mit Angabe der Kursnummer 1079 unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Internetseite www.vhs-hagen.de/anmeldung.

Architektur um 1900 in Wehringhausen

13. August 2019

Denkmalgeschütztes Wohnhaus in Hagen-Wehringhausen, Buscheystraße 48 / Ecke Christian-Rohlfs-Straße. Vor 1910 von Architekt und Bauunternehmer Josef Fischer errichtet. Das imposante an einer Platanenallee gelegene ehemalige Beamtenhaus weist einen prachtvollen Turmaufbau auf. Zur Buscheystraße gerichtet ist der Balkon im Prachtgiebel in Omega-Form gestaltet, die in der Jugendstilarchitektur variiert Verwendung gefunden hat. Der Eingangsbereich ist ebenso hochherrschaftlich mit Säulen und Dreiecksgiebel inszeniert, mit dem der geometrische Reliefschmuck korrespondiert. Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY 3.0.

Am Mittwoch, 14. August findet ab 16 Uhr eine kulturgeschichtliche Führung durch Wehringhausen statt.

Im Stadtteil Wehringhausen ist die Hausarchitektur von den Kriegseinwirkungen weitestgehend verschont geblieben. Aus kunsthistorischer und architektonischer Sicht kann hier exemplarisch die städtebauliche Entwicklung über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren verfolgt werden.

Als besonders interessant rückt dabei die Zeit des Baubooms um 1900 und der Nachkriegsjahre in den Vordergrund: Der Historismus vor der Jahrhundertwende, der als Reformbewegung folgende Jugendstil sowie die nach dem 1. Weltkrieg versachlichenden Tendenzen im Hausbau werden bei der Führung mit ihren Besonderheiten in Augenschein genommen.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 3138 oder 02331/207 – 2740. Treffpunkt ist die Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Str. 49, 58089 Hagen.

Führung in der Andachtshalle des Krematoriums Delstern

5. August 2019

Eine weniger bekannte Perspektive: Rückansicht des Eduard-Müller-Krematoriums in Hagen-Delstern (Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY 3.0)

Am Mittwoch, 7. August ab 16.00 Uhr findet eine kulturgeschichtliche Führung durch die Andachtshalle ohne Besichtigung der Einäscherungsanlage statt.

Die erste Anlage für Feuerbestattung in Preußen wurde in Hagen gebaut – erst Jahre später konnte sie in Betrieb genommen werden, denn die Rechtslage sah eine solche Einrichtung noch gar nicht vor.

Dass das Hagener Krematorium zudem durch den später als AEG-Gestalter zu Welt-Ruhm gelangten Peter Behrens gebaut wurde, ist dem Kunstförderer und Museumsgründer Karl Ernst Osthaus zu verdanken. Dessen Leidenschaft für vorbildliche Gestaltung auch und gerade in Alltagsbereichen verdankt die Stadt Hagen eine ganze Reihe interessanter Bauwerke.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740 oder 207-3138. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt.

Führung im Riemerschmid-Haus

29. Juli 2019

Mittwoch, 31.07.2019 von 16:00 – 17:00 Uhr

Ein eigenes kleines Haus mit Nutzgarten – um 1907 sollte das für die Hagener Textilarbeiter kein Traum bleiben müssen.

Karl Ernst Osthaus holte 1905 die Teilnehmer einer Konferenz für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen nach Hagen. In der Folge konnte er dem in München geborenen Künstler-Architekten Richard Riemerschmid einen Bauauftrag durch Elbers in Hagen verschaffen.

Riemerschmid ist bis heute berühmt für Projekte wie die erste deutsche Gartenstadt in Hellerau bei Dresden. Ab 1907 begann er den Bau einer Anlage für Arbeiterwohnungen in Hagen, die sogenannte „Walddorf-Siedlung“ (Foto: Osthaus-Museum). Nur elf Häuser konnten realisiert werden. Bei der öffentlichen Führung durch Haus Nr. 17 erhält man Einblick in die Lebenswelt der Arbeiter dieser Zeit.

Treffpunkt ist die Walddorfsstr. 17, 58093 Hagen, Führungsgebühr: 6 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 2740

Ein Abbild der Sozialgeschichte

14. Juli 2019

Führung über den Buschey-Friedhof

Mittwoch, 17.07.2019 von 16:00 Uhr – 17:30 Uhr

Der Buschey-Friedhof in Hagen-Wehringhausen ist der älteste Friedhof Hagens, der noch belegt wird. Er wurde am Ostermontag 1810 eingeweiht und verdeutlicht heute in der Fülle verschiedener Grabmalgestaltung den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur (Foto: Dieter Faßdorf).

Historische Friedhöfe sind nicht nur Zeugen der Vergangenheit und dokumentieren den Umgang mit dem Tod, sondern sie sind auch Abbild unserer Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens. Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey-Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben verschiedener Epochen. Von Historismus über Jugendstil bis in die Moderne – jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Der Rundgang über den Buschey-Friedhof gibt Einsichten in die Entwicklung der Grabmalkultur.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt, Treffpunkt ist der Seiteneingang Grünstraße, 58089 Hagen.

Führung durch die Liebfrauenkirche Vorhalle

12. Juli 2019

Zu einer Führung durch die Liebfrauenkirche in Vorhalle, Liebfrauenstraße 21, im Rahmen des Urlaubskorbs lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Dienstag, 16. Juli, von 17.30 bis 19 Uhr ein. Der Treffpunkt ist am Eingang der Kirche.

Benno Schmolke, ehemaliger Kunstlehrer und Gründungsmitglied der Künstlergruppe Sepia14-TeamART, führt durch die 1911/12 nach Plänen des Architekten Carl Pinnekamp entstandene Liebfrauenkirche (Foto: Dieter Faßdorf). Die individuell gestalteten Altäre sind Zeugen der Künstler und Kunsthandwerker der „Wiedenbrücker Schule“. In ihnen zeigt sich der Übergang von historischen Vorbildern zum zeitgenössischen Jugendstil. Wandgemälde aus den Jahren 1934 bis 1936 und neu gestaltete Kirchenfenster von 1986 runden den Gesamteindruck ab und präsentieren die Liebfrauenkirche heute als eine der kunsthistorisch interessantesten und schönsten Kirchen Hagens.

Anmeldungen unter Angabe der Kursnummer 1176 nimmt das Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung entgegen. Für die Führung ist kein Eintrittspreis festgelegt. Sie steht unter dem Motto „Zahlen Sie, so viel Sie wollen“.

Hagener Schätze des Jugendstils

11. Juli 2019

Führung im Hohenhof und am Stirnband

Sonntag, 14.07.2019 von 14:00 Uhr – 16:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäudeentwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen (Foto: Marco Siekmann). Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Anmeldung unter 0 23 31/207 2740. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen. Eintritt: plus Führungsgebühr 12 Euro

Zwischen Tradition und Moderne

7. Juli 2019

Hagener Baukunst in den 20er Jahren

Im Rahmen der Veranstaltungen zum Projekt „100 jahre Bauhaus“ im Westen zeigt der HAGENRING e.V. in seiner Galerie in der Wippermann-Passage,( Eilper Straße 71-75, 58091 Hagen) vom 7.7. bis 28.7.2019 die Fotoausstellung „Hagener Baukunst in den 20er Jahren“. Zum einen haben sich die dem HAGENRING angehörenden Fotografen Peter Klein und Siegfried Rubbert zusammen mit ambitionierten Teilnehmern an Fotokursen der Volkshochschulen EnnepeRuhr-Süd und Iserlohn des Themas angenommen.

Zum anderen hat sich der Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff mit der Geschichte der Hagener Bauten jener Epoche befasst und sie in einer Broschüre zusammen mit ergänzenden Informationen veröffentlicht. Bekannte und weniger bekannte Hagener Bauten, die einen eindeutigen Bezug zum „Neuen Bauen“ der Weimarer Republik haben (Bauhaus, Expressionismus, Frühe Moderne etc.) werden vorgestellt. Er schlägt den Bogen von dem Hagener Kunstmäzen und Museumsgründer (u.a. Folkwang-Museum) Karl Ernst Osthaus (1874 – 1921) zur avantgardistischen Architektur in den 20er Jahren.

Viele Aspekte, die seinerzeit das Bauhaus verfolgt hat, wurden von Osthaus bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit umfangreichen Initiativen in Hagen vorgeprägt. Insofern spielt Hagen in der Geschichte des Bauhauses eine wesentliche Rolle. Der „Hagener Impuls“ ist der Beweis für die herausragende Baukultur in unserer Stadt.

Der Eintritt ist frei!

Die Broschüre wird in der HAGENRING-Galerie zum Preis von 5 Euro angeboten.

Hagen bekommt Stadtarchäologin

18. Juni 2019

Hagener Politik und Medien setzen weiter auf Brauchtumsgetöse

Schon vor über 200 Jahren wurden erste archäologische und geologische Funde entdeckt und in Publikationen veröffentlicht. Der Elseyer Stiftspfarrer Johann Friedrich Möller (1750-1807) regte bereits 1802 den Schutz von Bodenfunden und Denkmälern an.

An diese bis ins 18. Jahrhundert zurückreichende Sammlungs- und Forschungsgeschichte knüpfen das heutige Museum Wasserschloss Werdringen und nun auch die aktuell gegründete Stadtarchäologie in Hagen an.

Seit der Änderung des Denkmalschutzgesetzes in Nordrhein Westfalen im Jahre 2013, muss die archäologische Denkmalpflege bei vielen Bauvorhaben und vor allem bei der Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauflächen immer im Vorfeld angehört werden. Um hier nicht von Zufallsfunden überrascht zu werden, sondern weit im Vorfeld gezielt und damit kosten- und zeitsparend, die Maßnahmen zu begleiten, wurde das Team der Hagener Denkmalbehörde unter der Leitung von Ina Hanemann durch eine Archäologin erweitert.

Die studierte Archäologin Mirjam Kötter, seit einem Jahr auch Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum Wasserschloss Werdringen und in der Denkmalbehörde, steht als neue Stadtarchäologin in engem Austausch mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie mit dem städtischen Fachdienst Wissenschaft, Museen und Archive.

Sie ermittelt ein möglichst genaues Bild dessen, was in Hagen an Bodendenkmälern unter und über der Erde schlummert. Und das ist nicht wenig, sondern teilweise sogar international bedeutend. Ein Beispiel sind die sensationellen Steinzeitfunde auf dem Vorplatz und im Inneren der Blätterhöhle bei Hohenlimburg. Doch auch andere Bodendenkmäler zeigen, dass die Hagener Fundlandschaft über ein enormes Potenzial verfügt.

Erste Planungen für eine Stadtarchäologie in Hagen reichen einige Jahre zurück. Ina Hanemann, der Leiter der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen, Prof. Dr. Michael Baales, und der Hagener Museums- und Archivleiter, Dr. Ralf Blank, erkannten frühzeitig die Notwendigkeit, eine Stadtarchäologie in Hagen zu etablieren. Doch brauchte es Zeit und Geduld, um die entscheidenden Instanzen zu überzeugen und für das Vorhaben zu gewinnen.

Das war sicherlich ein arbeitsintensives Unterfangen. Denn das historische Bewusstsein reduziert sich im politisch-medialen Raum des Volmestädtchens traditionell bekanntlich auf aus der Zeit gefallene Brauchtumsrelikte. Dazu gehört der Versuch, ländliche Erscheinungsformen wie Schützenvereine im Rahmen einer Großstadt hochzuschreiben oder einen ganzen Stadtteil wie Haspe mit billigen Eselfiguren zu verunstalten.

Im Frühjahr 2019 würdigte die Oberste Denkmalbehörde im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung die Bedeutung der archäologischen Fundlandschaft in Hagen. Und in diesem Monat erhielt die Stadt den Rang einer Stadtarchäologie.

Damit eröffnet sich für Hagen auch die Möglichkeit, aus der Landesförderung für Bodendenkmalpflege zu schöpfen. Die LWL-Archäologie für Westfalen mit Sitz in Münster und die für Hagen zuständige LWL-Außenstelle für Bodendenkmalpflege in Olpe, begrüßen ebenfalls diesen Schritt. Bereits in Vorgesprächen signalisierte die LWL-Archäologie ihre Unterstützung bei der Zuweisung von Fördergeldern. Diese Finanzmittel werden unter den nunmehr sieben Dienststellen für Stadtarchäologie in Westfalen aufgeteilt. Sie dienen zur Finanzierung von laufenden Kosten im Bereich der Bodendenkmalpflege, aber vor allem für gezielte Forschungsprojekte.

Auch für die seit 2013 in NRW bestehende gesetzliche Regelung des sogenannten „Schatzregal“ ist eine Stadtarchäologie für die Kommune von Vorteil. Das „Schatzregal“ besagt, dass Funde von hoher wissenschaftlich Bedeutung automatisch in den Besitz des Landes übergehen. Über eine vertragliche Vereinbarung kann diese Regelung im Fall gelockert werden, sofern die fachlichen Grundlagen dafür vorhanden sind. Bodenfunde im Stadtgebiet können nun in Hagen verbleiben. Sie werden im Archäologiedepot aufbewahrt bzw. im Museum Wasserschloss Werdringen der Öffentlichkeit präsentiert.

Neben der behördlichen Arbeit zu bauplanungsrechtlichen Fragen und frühzeitiger Unterstützung bei der Entwicklung von Bauflächen, ist die Stadtarchäologie auch für die Mitarbeit bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung archäologischer Funde im Depot und im Museum Wasserschloss Werdringen zuständig. Hier besteht schon seit vielen Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Denkmalbehörde und den Instituten des zuständigen Fachdienstes: dem Museum Wasserschloss Werdringen, dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv Hagen.

Die Stadtarchäologie Hagen ist nicht nur für die Außendarstellung der Stadt von großer Bedeutung. Auch innerhalb der fachlichen Infrastruktur der LWL-Archäologie und der Stadt Hagen wird sie eine Schlüsselstellung einnehmen.

Der Abriss droht

12. Juni 2019

Abriss von Block 1 stoppen, Perspektiven für Wehringhausen ermöglichen!

Hier Petition unterzeichnen!

Der städtebaulich wertvolle und denkmalhistorisch schützenswerte Reformwohnblock 1 Minervastraße, Ewaldstraße, Gustavstraße, Lange Straße in Hagen Wehringhausen ist durch die Pläne der GWG (Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Hagen e.G.) vom Abriss bedroht.

Nach der gegenwärtigen Genehmigungslage könnten die Abrissarbeiten im schlimmsten Falle schon in wenigen Wochen beginnen. Bevor Tatsachen geschaffen und Wertvolles unwiederbringlich zerstört wird, gilt es, sich mit aller Kraft für den Erhalt des Reformwohnblocks einzusetzen.

Über den Wert des Reformwohnblock 1

Der ab 1899 nach einem Entwurf des Architekten Claus Hilker erbaute Reformwohnblock 1 mit 130 liebenswerten Wohneinheiten und seinem großzügigen Gartenhof, bildet zusammen mit der um 1875 erbauten Eicken-Siedlung und dem Reformwohnblock 2 an der Lange Straße in Hagen Wehringhausen, ein architekturhistorisch überregional bedeutendes und erhaltenswertes Gesamtensemble.

Die herausragende Bedeutung des gesamten Ensembles für die Entwicklung des sozialen Wohnungsbaus von 1870-1914 in Deutschland und auch international, wurde zuletzt durch die Forschung und ein Gutachten von Prof. Dr. Wolfgang Sonne (Lehrstuhl Geschichte und Theorie der Architektur, TU Dortmund) wissenschaftlich belegt.

Die Stadt Hagen kann sich glücklich schätzen, solch wertvolle historische Bausubstanz von internationaler Bedeutung zu besitzen. Dass mit der Altbauaktivierung vielfältige Vorteile für die Stadt- und Quartiersentwicklung verbunden sind, hat zuletzt 2018 das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen einer Veröffentlichung festgestellt.

Bund und Länder setzen sich nicht ohne Grund und stärker denn je für den Erhalt des baukulturellen Erbes ein – Beispiele aus Hann. Münden, Lüdenscheid, Plauen und Pößneck zeigen, wie die behutsame Sanierung von identitätsstiftender Altbausubstanz, Städte und Quartiere aufwerten und stärken kann.

Wir appellieren an die Stadt Hagen, sich mit ihrem wertvollen städtebaulichen Erbe auseinanderzusetzen und Perspektiven für dessen Erhalt und die zukünftige Nutzung zu entwickeln. Die Chance, mit der städtebaulich nahezu einmaligen Substanz des Refomwohnblocks überregional und sogar international Strahlkraft zu entwickeln, ist zukunftsweisend. Es sollte deshalb das Ziel der Stadt sein, gemeinsam mit den Menschen in Wehringhausen Perspektiven für den Erhalt und die Nutzung des Wohnblockensembles zu erarbeiten.

Für die zukünftige Nutzung dieses städtebaulich wertvollen Wohn- und Lebensraums gibt es vielfältige Ideen, die teils aus ehrenamtlichen Initiativkreisen im Stadtteil Wehringhausen entwickelt wurden. Diese reichen von Investitionen in generationenübergreifendes Wohnen, bis hin zur Integration einer Kindertagesstätte in die bestehende Blockarchitektur. Vieles ist denkbar, wenn im Planungsprozess Ideen und Bedürfnisse der Bürger gehört werden.

Einseitige Berichterstattung

Wir finden, dass über die Abriss- und Umgestaltungspläne für den Reformwohnblock 1 in Wehringhausen bislang einseitig und unausgewogen berichtet wurde. Aus diesem Grund möchten wir mit unserem Engagement ausdrücklich die Informations- und Diskussionsgrundlage für dieses Thema öffnen und so allen Interessierten die Möglichkeit geben, sich umfassend zu informieren und teilzunehmen.

Unsere Forderung

Wir fordern die Stadt Hagen auf, den geplanten Abriss des Reformwohnblocks 1 (Minervastraße, Ewaldstraße, Gustavstraße, Lange Straße) in Wehringhausen sofort zu stoppen und den wissenschaftlich belegten, besonderen Wert des Gesamtensembles (Eicken-Siedlung, Reformwohnblock 1 und Reformwohnblock 2) anzuerkennen.

Wir fordern einen offenen Planungsprozeß mit Bürgerbeteiligung und eine ernsthafte Diskussion, die Kompetenzen anerkennt und die Tatsache akzeptiert, dass wertvolle historische Bausubstanz identitätsstiftend und schützenswert ist. Nur durch deren Erhalt, kann die Möglichkeit entstehen, zusammen mit und aus der Geschichte des Stadtteils heraus Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

Wir fordern die Stadt Hagen mit ihrem Oberbürgermeister Erik O. Schulz auf, sich unter Ergreifung aller notwendigen Maßnahmen und unter Berücksichtigung der aktuellen Informationslage, gegen den Abriss und für den Erhalt des Reformwohnblocks 1 einzusetzen.

Hier Petition unterzeichnen!

#BlockIsBeautiful

Mehr Informationen unter: www.blockisbeautiful.info

Führung auf den Spuren der Gebrüder Ludwigs

10. Juni 2019

Das Architekturbüro Gebrüder Ludwigs realisierte eine ganze Reihe unterschiedlicher Bauten im Hagener Stadtraum. Hier als Beispiel die Villa Eppenhauser Str. 151. Foto: Dieter Faßdorf.

Zu einer Führung zu Häusern des Architekturbüros Gebrüder Ludwigs vom Jugendstil zum Expressionismus mit Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Dienstag, 18. Juni, von 16 bis 17 Uhr ein. Treffpunkt ist an der Hassleyer Straße 14.

Zwischen 1909 und 1938 realisierte das Architekturbüro Gebrüder Ludwigs eine ganze Reihe unterschiedlicher Bauten im Hagener Stadtraum. Neben so prägnanten Gebäuden wie dem der heutigen Spedition Schenker in Kückelhausen entstanden im Dunstkreis des Stirnbandes, wo Karl Ernst Osthaus eine Villenkolonie begründete, acht Gebäude in verschiedenen Stilen mit Einflüssen aus dem Appenzeller Land. Die Architektur spiegelt den Zeitgeist von drei Jahrzehnten wider: Einflüsse des Jugendstils und des Modernen Bauens bis in die 1930er sind dort zu entdecken.

Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und wird vor Ort bar kassiert. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1088 über die Internetseite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

VHS-Erzählcafé zum Thema Weltwirtschaftskrise

8. Juni 2019

Zum nächsten Gesprächsabend mit Jörg Fritzsche und dem Thema „Schwarzer Freitag – der New Yorker Börsencrash vom Oktober 1929“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Freitag, 14. Juni, um 17 Uhr in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, ein.

Der „Schwarze Freitag“ markierte den Beginn der schweren Weltwirtschaftskrise zum Ende der 1920er Jahre, die in vielen Ländern bis in die späten 1930er Jahre andauerte. Ein starker Rückgang der Industrieproduktion und des Welthandels, eine Deflationsspirale, Bankenkrisen sowie Massenarbeitslosigkeit und soziales Elend waren die Folgen. Es ereigneten sich häufig politische Krisen, die unter anderem in Deutschland den Aufstieg des Nationalsozialismus begünstigten.

Welche Ursachen und Verlaufsbedingungen prägten die Krise? Welche Folgen ergaben sich in den einzelnen Ländern und welche Ansätze zur Problembewältigung gab es? Und wie veränderte die Krise das Leben des Einzelnen? All diesen Fragen soll im Laufe dieses Abends nachgegangen werden.

Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1216. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums

1. Juni 2019

Zu einer Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern (Foto: Dieter Faßdorf) mit Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Mittwoch, 5. Juni, von 16 bis 17 Uhr ein. Der Treffpunkt ist auf dem Friedhof Delstern, Am Berghang.

Der Entwurf für das Krematorium stammt vom Künstler und Gestalter Peter Paul Behrens, der vom Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus 1905 mit der Planung beauftragt wurde. Fertig gestellt wurde es bereits 1907, konnte aber erst 1912 eröffnet werden, nachdem es erstmals in Preußen eine gesetzliche Regelung zur Feuerbestattung gab.

Architektonisch hob sich das Krematorium mit seinem kubisch geschlossenen, streng symmetrisch gestalteten Baukörper und der für die damalige Schaffensperiode von Behrens‘ typischen, schablonierten Liniendekoration von früheren Entwürfen für Krematorien ab. Als Zeugnis eines Gesamtkunstwerks des Jugendstils ist die Andachtshalle ein Höhepunkt Hagener Architektur. Nach der Führung schließt sich ein Rundgang zu den Prominentengräbern an.

Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und wird in bar vor Ort kassiert. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1096. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung.

VHS-Erzählcafé zum Thema Grundgesetz

23. Mai 2019

Zum nächsten Gesprächsabend mit Jörg Fritzsche und dem Thema Grundgesetz lädt die Volkshochschule Hagen am Freitag, 24. Mai, um 17 Uhr in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, ein.

Am 24. Mai 1949 wurde das – am Tag zuvor verkündete – Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft gesetzt und damit auf Bestreben der Westmächte die Demokratisierung Westdeutschlands über die Landes- und Kommunalgrenzen hinaus vorangetrieben. Im Mittelpunkt des VHS-Themenabends sollen die Menschen in der Gründungsperiode der beiden deutschen Staaten stehen. Wie erlebten sie die Staatsgründung? Welche Sorgen, Hoffnungen und Bedürfnisse verbanden sie mit der neuen Verfassung? Was machte die junge Bundesrepublik zum Erfolgsmodell?

Wie gewohnt sind auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen dazu eingeladen, ihre Erinnerungen einzubringen. Das VHS-Serviceteam bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1214. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam unter Telefon 02331/207-3622

Filmschätze im Stadtarchiv

23. Mai 2019

Bewegte Bilder sind für jedes Archiv ein großer Schatz. Mehr noch als Fotos geben Filme einen Einblick in eine vergangene Zeit. Allerdings sind diese Zeugnisse der Vergangenheit auch sehr empfindlich, mitunter sogar gefährlich. Im Stadtarchiv Hagen hat sich glücklicherweise eine große Anzahl von historischen Filmen aus der Hagener Geschichte erhalten.

Daher ist das Stadtarchiv froh, mit dem LWL-Medienzentrum für Westfalen einen kompetenten Partner gefunden zu haben, der sich bestens im Umgang mit alten Filmen auskennt und mit dessen Hilfe nun nach und nach die lange vergessenen Filmschätze gehoben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Das LWL-Medienzentrum für Westfalen in Münster ist eine öffentliche Bildungs- und Kultureinrichtung in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und eines von zwei Landesmedienzentren in Nordrhein-Westfalen. 1928 als „Landesbildstelle“ gegründet, hat das LWL-Medienzentrum für Westfalen – wie es seit 2006 heißt – heute einen dreifachen Auftrag: Die Förderung des Lernens mit und über Medien in Schule und außerschulischer Bildung, die mediengestützte Dokumentation und Vermittlung von Geschichte und Gegenwart Westfalens und die Sicherung der fotografischen, filmischen und tonlichen Überlieferung Westfalens in einem Bild-, Film- und Tonarchiv.

Zu seinen besonderen Aufgaben gehört die mediengestützte Vermittlung des Landesteils Westfalen in die schulische und außerschulische Bildungsarbeit. Filme, Fotodokumentationen, Hörbücher und Multimedia-Produktionen machen die Geschichte und Gegenwart Westfalens erlebbar. In einem hauseigenen Studio werden die Aufnahmen zu Bildungsmedien weiterverarbeitet, in einem Archiv historische Film- und Fotoschätze der Region gesammelt.

Der Ausgangspunkt der Kooperation mit dem LWL-Medienzentrum liegt unter anderem im Jahre 1930 in Hohenlimburg. Die Stadt Hohenlimburg hatte beschlossen, im Jahr 1930 ihr vermeintlich 700-jähriges Jubiläum zu feiern. Zu diesem Anlass wurde ein mehrtägiges Fest mit einem gigantischen Aufwand abgehalten, das auch filmisch festgehalten wurde. Es wurden zahlreiche historische Gruppen in einem Festzug präsentiert, die Szenen aus der Hohenlimburger Geschichte darstellten. Dies reichte von der Antike bis ins 19. Jahrhundert.

Der aus diesem Anlass 1930 gedrehte Film war ein 35mm Nitrofilm und hatte eine Laufzeit von rund 52 Minuten. Gezeigt wurden Ansichten von Hohenlimburg, die Vorbereitung des Festes, der große Festzug und die überall in der Stadt stattfindenden Feiern. Der Originalfilm, der 1974 mit der Eingemeindung der Stadt Hohenlimburg in den Besitz des Hagener Stadtarchivs gelangte, stellte einen großen historischen Schatz dar, war allerdings auch nicht ganz ungefährlich. Der für die Aufnahmen benutzte Zelluloidfilm gilt als sehr leicht entzündlich.

Aus diesem Grund wurde der Originalfilm bereits Ende der 1990er Jahre vom LWL-Medienarchiv kopiert und das gefährliche Original vernichtet. Nun steht im Jahre 2020 wieder ein wichtiges Jubiläum an, der Verein für Orts- und Heimatkunde Hohenlimburg wird 100 Jahre. Dieses Jubiläum ist nun zum Anlass genommen worden, zwischen dem LWL-Medienzentrum, dem Stadtarchiv Hagen und dem Verein für Orts- und Heimatkunde eine Kooperation zu schließen. Inhalt dieser Kooperation ist es unter anderem, den Film zur 700-Jahr-Feier von Hohenlimburg einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Weiterhin sollen nach und nach weitere Filme aus dem Stadtarchiv veröffentlicht werden.

Vergessene Opfer

20. Mai 2019

Neues Buch über NS-Euthanasie in Hagen

Mehr als 300 Kranke und Menschen mit Behinderung aus Hagen wurden in der NS-Zeit ermordet, viele davon Kinder. Ein Verbrechen, das bis heute kaum bekannt ist.

Am 23.5.2019 um 18:30 Uhr wird das Buch „Vergessene Opfer. NS-Euthanasie in Hagen“ in der Johanniskirche am Markt in Hagen vorgestellt. Schüler des Rahel-Varnhagen-Kolleg werden bewegende Texte vorlesen ( z.B. Zeitzeugenberichte und Briefe von Opfern) und Opferbiographien vorstellen. Die Veranstaltung wird ca. eine Stunde dauern. Eintritt ist frei.

Der Herausgeber der Veröffentlichung ist der Hagener Geschichtsverein, „Bildungspartner NRW“ des Rahel-Varnhagen-Kollegs. Der Autor ist Pablo Arias. Der Lehrer des Kollegs suchte nach Antworten auf die Fragen, wie die Opfer ausgewählt wurden, wo und wie sie starben, und ob es Widerstand gab.

Die Entstehung des Buches hängt mit einem Schulprojekt zusammen. 2018 rekonstruierten Studierende des Projektkurses Geschichte die Biographien mehrerer Hagener Opfer, darunter des Euthanasie-Opfers Ernst Putzki, der einen Stolperstein in Wehringhausen bekam. Bei der Recherche im Hagener Stadtarchiv stieß der Autor auf umfangreiche Akten über weitere Opfer. Es folgten Besuche und Anfragen in Archiven in Deutschland, Österreich und Polen.

Friedhofskultur im Wandel – Der Buschey-Friedhof

15. April 2019

Am Mittwoch, 17. April 2019 wird ab 16 Uhr eine kulturgeschichtliche Führung über den Buschey-Friedhof angeboten.

Der 1810 eingeweihte Buschey Friedhof in Hagen-Wehringhausen (Foto: Dieter Fassdorf) verdeutlicht in der Fülle verschiedener Grabmalgestaltung den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur. Historische Friedhöfe sind auch Abbild unserer Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens.

Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben von Klassizismus und Historismus über Jugendstil bis in die Moderne.

So hielt mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert auf dem Friedhof seriell gefertigter Grabschmuck Einzug, was zu einer Gegenbewegung führte, die auf individualisierte Grabmäler und künstlerische Entwürfe setzte. Davon zeugen auf dem Friedhof u.a. Skulpturen des belgischen Bildhauers George Minne, die auf Initiative des Hagener Kulturreformers Karl Ernst Osthaus entstanden. Ein weiterer von Osthaus beauftragter Gedenkstein von J.L.M. Lauweriks verweist bereits mit seinem modularen Entwurfssystem auf den beginnenden versachlichten Blick auf den Tod.

Teilnahmegebühr: 6 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt. Treffpunkt ist der Seiteneingang Grünstraße, 58089 Hagen.

100 Jahre Bauhaus: Hagener entwarf Antifa-Logo

14. April 2019

Bei Demonstationen gegen neofaschistische Umtriebe sieht man es mit schöner Regelmäßigkeit: Das Logo der Antifa mit einer stilisierten roten und schwarzen Fahne. Entworfen hat das Signet in seiner Urform (s. Abb. links) einst ein Hagener Bauhaus-Schüler, Max Gebhard.

In den 1970er Jahren griffen Antifagruppen das Signet der „Antifaschistischen Aktion“ von 1932 auf. Beide Fahnen und der Rettungsring waren ursprüglich rot und standen für Sozialismus und Kommunismus. In den 1980er Jahren wurde die kleinere Fahne als Zeichen für den autonomen Anarchismus schwarz.

Der Schöpfer des Logos, Max Gebhard, machte nach dem Besuch der Volksschule in Hagen zunächst eine Lehre als Schaufensterdekorateur und besuchte danach die Malerfachschule. Von 1926 bis 1928 war er Schüler am Bauhaus Dessau mit den Schwerpunkten Typographie und Plakatgestaltung.

Dank seiner Vorkenntnisse konnte Gebhard rasch bei Formmeister Herbert Bayer in der Reklame-Werkstatt bei Auftragsarbeiten mitarbeiten. Mit Kurt Stolp und Walter Funkat gestaltete er Bauhaus-Drucksachen. Ab 1927 war er Mitglied der KPD.

Ab 1929 war Gebhard freischaffender Grafiker in Berlin und arbeitete bei László Moholy-Nagy an Bühnenausstattungen für die Kroll-Oper und Inszenierungen von Erwin Piscator. Er wurde Mitglied in der Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ASSO) und arbeitete für die Agitprop-Abteilung des Zentralkomitees der KPD, die ihm Arbeitsmöglichkeiten im Karl-Liebknecht-Haus stellte. Bei der Arbeiter Illustrierten Zeitung (AIZ) kam er in Kontakt zu John Heartfield.

Nach Kriegsende holte Max Keilson ihn 1946 als Ressortleiter und Pressezeichner zur SED-Zeitung Vorwärts, Vorgänger der Zeitung Neues Deutschland. Nach einem Zwischenspiel als Formgestalter bei Mart Stam am Institut für industrielle Formgestaltung war er von 1950 an zehn Jahre bis zu seiner Pensionierung als Grafiker und Atelierleiter beim Dietz-Verlag in Ost-Berlin beschäftigt.

Säkulare Funktion mit sakraler Atmosphäre

13. April 2019

Führung in der Andachtshalle des Krematoriums Delstern

Am Sonntag, 14. April 2019 ab 15.00 Uhr findet eine kulturgeschichtliche Führung durch die Andachtshalle ohne Besichtigung der Einäscherungsanlage statt.

Der Entwurf für das Krematorium stammt von dem Künstler und Gestalter Peter Behrens, der von dem Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus 1905 mit der Planung beauftragt wurde.

Das zwei Jahre später fertig gestellte Gebäude hob sich mit seinem kubisch geschlossenen, streng symmetrisch gestalteten Baukörper und der für die damalige Schaffensperiode von Behrens’ typischen schablonierten Liniendekoration von früheren Entwürfen für Krematorien ab (Foto: Tobias Roch, Hagen).

Bezug nehmend auf die Florentiner Kirche San Miniato al Monte vereinte Behrens die säkulare Funktion mit einer sakralen Atmosphäre. Ihm gelang es, der relativ kleinen Halle Monumentalität und so eine dem Anlass angemessene Atmosphäre zu verleihen. Dem Sakralbau hat Behrens eine streng geometrische Form gegeben. Das Gebäude erscheint sowohl stark entfernt von den Lineaturen des Jugendstils als auch von der funktionalen Sachlichkeit, zu der sich Behrens später bekannte. Das Gebäude wirkt in seiner strengen Monumentalität fast klassizistisch.

Teilnahmegebühr: 7 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740 oder 207-3138. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt.

Gedenken an 200 Jahre Karl Halle

12. April 2019

Vor genau 200 Jahren am 11. April 1819 wurde in Hagen Karl F. Halle geboren. Um an das Wirken dieses hochbedeutenden Musikers zu erinnern, legten an seinem Geburtstag Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer, Kulturdezernentin Margarita Kaufmann und Dr. Peter Schütze (Vertreter der ehemaligen Karl-Halle-Gesellschaft) ein Blumengebinde vor der Karl-Halle-Statue an der Johanniskirche nieder. Dort erinnert die Stadt Hagen seit 2008 mit einer lebensgroßen Skulptur des Künstlers Uwe Will an einen ihrer großen Söhne.

Als Komponist, Orchesterleiter, Pianist und Pädagoge war Halle auf zahlreichen Konzertreisen in Europa, Australien und Südafrika unterwegs, kehrte aber auch regelmäßig nach Hagen zurück.

Eine große Berühmtheit wurde er besonders in Großbritannien. Das Hallé-Orchester in Manchester, eines der ältesten und bedeutendsten Orchester des Landes, trägt bis heute seinen Namen. Karl Halle gründete das Ensemble 1858 und hatte sich damals längst einen Namen in den Musikmetropolen dieser Welt gemacht. Zudem war er maßgeblich an der Gründung der königlichen Musikhochschule seiner Wahlheimat Manchester beteiligt. Für seine großen künstlerische Verdienste erhob ihn das englische Königshaus in den Adelsstand

Grabungen am Hohenhof in Hagen

10. April 2019

Historischer Garten soll wieder hergestellt werden

Archäologin Dr. Eva Cichy erläutert die Ausgrabungen in der sogenannten Buddhagrube. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Das Außengelände des Hagener Hohenhofs verändert sich und lockt Archäologen an: Auf der Grundlage eines gartendenkmalpflegerischen Gesamtkonzepts der Landschaftsarchitektin und Gartendenkmalpflegerin Susanne Weisser aus Wuppertal soll der Garten am Hohenhof entsprechend der historischen Pläne von Henry van de Velde und Leberecht Migge wieder hergerichtet werden. Doch die Natur hat das Regiment übernommen und macht die Unterstützung von Archäologen erforderlich.

Denn schon nach den ersten Arbeiten auf dem Außengelände zeigte sich, dass nicht sicher ist, was von den historischen Plänen tatsächlich umgesetzt wurde. Aufgrund der natürlichen Veränderungen ist heute vieles nicht mehr erkennbar.

Mirjam Kötter von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Hagen suchte Unterstützung bei dem für Hagen zuständigen Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)-Archäologie in Olpe, der seine Hilfe zusicherte. Obwohl die Wissenschaftler aus Olpe meistens in ganz anderen, deutlich ältere Zeitschichten unterwegs sind, wendeten sie für die Untersuchungen am Hohenhof die üblichen Grabungsverfahren an. In der westfälischen Archäologie kommt es immer häufiger vor, dass auch neuzeitliche und moderne Fundorte untersucht werden.

Im März dieses Jahres rückten die LWL-Archäologen das erste Mal im Hohenhof an. Begonnen wurden die Untersuchungen im Bereich der sogenannten „Buddhagrube“ im Südwald des Außenbereichs. Bereits nach Abtrag der ersten Schichten konnten Hinweise auf einen ehemaligen Fußbodenhorizont entdeckt werden, der über Jahrzehnte unter dem Waldboden verschwunden war und sich nur zu Teilen erhalten hat.

Bei den Grabungen verwendeten die Archäologen neben den üblichen Handwerkzeugen, wie Spaten, Kratzern und Besen, auch eine Drohne. Der Einsatz von Drohnen bei der Dokumentation des Grabungsareals gehört in vielen Grabungsfirmen und Forschungseinrichtungen längst zum Alltag. Sie helfen dabei, qualitätsvolle Gesamtaufnahmen der Grabungsstätten zu erstellen.

In einem nächsten Schritt werden weitere Bereiche im Südwald des Hohenhofs untersucht und damit zusätzliche Einblicke in die Vergangenheit geschaffen. Am Samstag, 8. Juni, findet am „Tag der Parkanlagen und Gärten“ ab 15 Uhr eine Führung im Garten des Hohenhofes statt, bei der Landschaftsarchitektin Susanne Weisser das denkmalpflegerische Konzept präsentieren wird.

Zudem sind im Laufe des Sommers weitere archäologische Grabungen am Hohenhof geplant, die bis zum „Tag des offenen Denkmals“ am 8. September dieses Jahres abgeschlossen und dann von den anwesenden Archäologen ausführlich vorgestellt werden.

Zwischen Bauhaus und Diktatur: Die zwanziger Jahre in Hagen

9. April 2019

13. April – 2. Juni 2019, Osthaus-Museum Hagen

Die Ausstellung belegt den Einfluss und die Tradition des Bauhauses in der Stadt von Karl Ernst Osthaus. Fotografien, Pläne, Dokumente und Objekte aus den reichen Beständen des Stadtarchivs und Stadtmuseums ermöglichen Einblicke in die Gesellschaft, Kultur, Stadtplanung und Politik der Revolutionszeit 1918-1920 sowie der Weimarer Republik in Hagen.

Sie dokumentieren die Not und das Elend der Krisen- und Inflationsjahre und die politischen Auseinandersetzungen sowie den kurzzeitigen Aufschwung, der sich vor allem auch in der Überlieferung zur Standplanung und Architektur widerspiegelt.

Ein überregional herausragendes Beispiel für den Wohnungsbau ist die „Cuno Siedlung“ im Stadtteil Kuhlerkamp (Foto: Rainer Halama). Sie greift allein schon äußerlich die Architektur und Gestaltung des Bauhauses auf. Die in Hagen während der Zwanziger Jahre entstandenen Konzepte zum sozialen Wohnungsbau und zur Stadtgestalt orientierten sich an den Inhalten des Bauhauses.

Im Rahmen der Ausstellung wird auch der Zeichner und Karikaturist Carl Grimm vorgestellt. Er kommentierte die Zwanziger Jahre in der Umbruchsituation vor 1933 mit zahlreichen Zeichnungen.

Erzählcafé: Kneipenszene Altenhagen

19. März 2019

Der nächste Gesprächsabend der Volkshochschule Hagen (VHS) im Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, findet am Freitag, 22. März, um 17 Uhr zum Thema „Die Kneipenszene in Altenhagen“ statt.

Zwischen der Altenhagener Brücke und der Alleestraße existierten vor dem Krieg unzählige Kneipen. Viele wurden in den 1950er Jahren wieder eingerichtet, bis das Kneipensterben der 1970er und -80er Jahre einsetzte. An traditionelle Einrichtungen und Namen möchte Jens Bergmann, Vorstand des Hagener Heimatbundes, mit ausgesuchten Bildern erinnern.

Der Eintritt beträgt zwei Euro. Informationen zur Anmeldung erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1206 auf der Internetseite vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Auge in Auge mit einem Menschen aus der Steinzeit

16. März 2019

Modernste Technik macht es möglich, während der Fernseher läuft: Die Rekonstruktion des Steinzeitmenschen aus der Hagener Blätterhöhle betrachtet den eigenen Schädel. Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen.

Die Hagener Blätterhöhle zählt zu den wichtigsten steinzeitlichen Fundstellen in Europa. In den vergangenen Jahren wurden im Innenraum der Höhle, die zur frühen Mittelsteinzeit und in der späten Jungsteinzeit als Deponierungs- und Bestattungsort genutzt wurde, sowie auf dem Vorplatz, der seit der Altsteinzeit bis in die späte Mittelsteinzeit als Lagerplatz diente, immer wieder neue Erkenntnisse gewonnen. Einige waren von so grundlegender Bedeutung für die Forschung, dass unter anderem die Lehrmeinung über die Jungsteinzeit ergänzt werden musste. In deutschsprachigen und internationalen Fachjournalen und Medien ist die Hagener Blätterhöhle mittlerweile ebenso präsent, wie in Ausstellungen und Museen.

Begleitet werden die Ausgrabungen in der Blätterhöhle und auf ihrem Vorplatz durch modernste Digitaltechnik sowie archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungsverfahren. Die menschlichen Überreste sind auch Gegenstand von genetischen Analysen. Anhand der Genetik und anderen Untersuchungen lassen sich sehr viele Details über die Menschen herausfinden. Darunter auch Hinweise darauf, wie der jeweilige Mensch ausgesehen hat, welchem Geschlecht er angehörte, wo er geboren und aufgewachsen ist, welche Krankheiten ihn plagten oder wovon er sich ernährt hatte. Archäologen werden zu Kriminalisten, da immer mehr Aussagen über die Funde gemacht werden können, die sich allmählich zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen.

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Hagener Schätze des Jugendstils

15. März 2019

Führung im Hohenhof und am Stirnband

Sonntag, 17.03.2019 von 14:00 Uhr – 16:00 Uhr

1906 begründete Karl Ernst Osthaus die Künstlerkolonie Hohenhagen mit dem Ziel, ein „Freiluftmuseum moderner Baukultur“ zu schaffen. Dazu lud er ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um individuelle Gebäudeentwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ von dem belgischen Künstler Henry van de Velde sein Wohnhaus, den Hohenhof, erbauen, der heute architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende zählt und eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk ist.

Die Villa Cuno, erbaut nach einem Entwurf von Peter Behrens, ist bestimmt durch eine klassizistisch-strenge Fassadengestaltung: Kreis-, Quadrat- und Dreieckelemente betonen die Geometrisierung des Gebäudes.

Der holländische Architekt J.L.M. Lauweriks schuf basierend auf theosophischem Gedankengut ein Maßsystem, womit er den Vorläufer der Normierung im modernen Hausbau entwickelte.

Aufgrund dieses erstrangigen Bautenensembles gilt Hagen unter anderem heute als eine Wiege der modernen Architektur um 1900.

Anmeldung unter 0 23 31/207 2740. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen. Eintritt: plus Führungsgebühr 12 Euro

„Bleibense Mensch“

14. März 2019

Jürgen von Manger fand vor 25 Jahren seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Delstern

Er wurde als Vater der deutschen Comedy geadelt und in einer TV-Sendung kürte man ihn gar zum erfolgreichsten Comedian aller Zeiten. Die Rede ist von Jürgen von Manger, der mit seiner bereits 1961 entwickelten Kunstfigur „Adolf Tegtmeier“ unbestritten als Wegbereiter für Ruhrgebietskünstler wie Herbert Knebel, Ludger Stratmann oder Fritz Eckenga angesehen werden darf (Foto: Jürgen von Manger in einer Karikatur von Hans Pfannmüller).

Am morgigen Freitag, 15. März, jährt sich zum 25. Mal der Todestag dieses vielseitigen Künstlers, der Zeit seines Lebens auf ganz besondere Weise Hagen verbunden war und der seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Delstern fand.

Das Licht der Welt erblickte Jürgen von Manger am 6. März 1923 in Koblenz. Mit neun Jahren kam er in die Volmestadt, drückte am Hagener Fichte-Gymnasium (an dem später sein Bruder unterrichtete) und danach am Albrecht-Dürer Gymnasium die Schulbank, ehe er im Jahre 1939 erstmals als Statist am Theater Hagen auf jenen Brettern stand, die später für ihn die Welt bedeuten sollten. Zwei Jahre lang sammelte er an der städtischen Bühne Erfahrungen, ehe er 1941 zum Frontdienst in Russland einberufen wurde.

Nach Beendigung des 2. Weltkriegs erhielt Jürgen von Manger einen Vertrag als Schauspieler am Theater Hagen.

Hier glänzt er in verschiedenen Rollen bis er 1947 zum Bochumer Schauspielhaus wechselte. Es folgen einige Theater und viele Rollen. Daneben studierte er von 1954 bis 1958 Rechts- und Staatswissenschaften in Köln und Münster und absolvierte zudem eine Schauspiel- und Gesangsausbildung.

Mit seiner Figur des „Adolf Tegtmeier“, die er 1961 eigentlich für den Hörfunk entwickelte, erreichte von Manger bis in die 1980er Jahre mit seinem „Ruhrpott-Dialekt“ einen unglaublichen Popularitätsgrad in ganz Deutschland. Die Sprech- und Denkweise der Menschen im Ruhrgebiet, die sympathischen Schwächen und Probleme des „Mannes auf der Straße“ standen im Mittelpunkt seiner Geschichten, Erzählungen und Anekdoten. „Tegtmeier“ philosophiert mit gesundem Menschenverstand über das Leben im Allgemeinen und im Besonderen und avanciert damit zum Sinnbild eines Ruhrgebiet-Originals.

Gleichzeitig avancierte Jürgen von Manger mit seinem „Tegtmeier“ zu einer Kultfigur im deutschen Fernsehen. Von 1972 bis 1980 war er mit „Tegtmeiers Reisen“ einer der Dauerbrenner im ZDF. Daneben machte sich Jürgen von Manger auch als Sprecher in verschiedenen Hörspielproduktionen des WDR einen Namen, wobei seine Darstellung des Gollum aus J. R. R. Tolkiens „Der kleine Hobbit“ bis heute Kultstatus genießt. Sein musikalisches Talent unterstrich er mit Platten wie „Bottroper Bier“, eine gesungene Hommage an die Vorliebe für Gerstensaft…

Am 15. März 1994 verstarb der ebenso vielseitige wie sympathische Schauspieler, Kabarettist und Komiker, der mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen auszeichnet wurde und dem ein Stern auf dem Mainzer „Walk of Fame des Kabaretts“ gewidmet ist, in Herne.

Führung durch die Alte Synagoge Hohenlimburg

8. März 2019

Zu einer Besichtigung der Dauerausstellung „Lebendiges Judentum“ in der Alten Synagoge Hohenlimburg, Jahnstraße 46, lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Samstag, 9. März, von 10.30 bis 12 Uhr ein (Foto: Dieter Fassdorf).

Der Referent ist Rudolf Damm, ehemaliger Gesamtschullehrer für Deutsch, Geschichte und Religion sowie Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung. Er führt die Teilnehmer sachkundig durch die Ausstellung, in der das Judentum lebendig wird. Rudolf Damm gibt einen Überblick über die verschiedenen Kultgegenstände sowie die jüdischen Feste. Die Besucher lernen Beschneidungsbesteck und Gebetsmantel, Gebetsriemen, einen jüdischen Hochzeitsring und Hochzeitsverträge sowie verschiedene Gegenstände zu den Festen kennen. Im Mittelpunkt steht die Torarolle. Leittexte, Fotos und Zeichnungen ergänzen die Ausstellungsstücke.

Der Eintritt ist frei. Informationen zur Anmeldung unter der Kursnummer 1361 erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Nichts war vergeblich

28. Februar 2019

Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Mittwoch, 6. März 2019, 18:00 Uhr
KULTOPIA, Konkordiastraße 23 – 25, 58095 Hagen

Der Beitrag von Frauen im Widerstand gegen die Hitler-Diktatur ist wenig erforscht und gewürdigt worden. Ihr Mut stand dem der Männer nicht nach, doch ihre Geschichten sind wenig im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert. Dem will eine Ausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V. abhelfen, die Frauen vorstellt, die sich nicht mit Gleichschaltung und Terror abfinden wollten. Sie halfen Verfolgten, verfassten Flugblätter und setzten bei gefahrvollen Aktionen ihr Leben aufs Spiel.

Die Ausstellung zeigt 18 Biografien von Frauen, die sich in vielfältiger Weise gegen das Naziregime aufgelehnt haben – widerständig waren.  Sie räumt mit der Vorstellung auf, dass nur Männer im Widerstand aktiv waren und die Frauen eine nebensächliche, dienende Rolle gespielt hätten und erzählt Geschichten von Frauen, die mutig und eigenständig handelten. Einige der in der Ausstellung gezeigten Frauen sind einer größeren Öffentlichkeit bekannt, wie beispielsweise die Autorin Erika Mann oder die Kriegsfotografin Gerda Taro, viele der Frauen sind in der öffentlichen Wahrnehmung aber kaum präsent.

Anlässlich der Vernissage werden auch Original-Gegenstände gezeigt, die von Frauen im Zuchthaus oder Konzentrationslager gefertigt wurden und die dokumentieren, dass auch dort der Widerstandswille der Frauen deutlich wurde.

Anlässlich des Internationalen Frauentages findet die Vernissage zur Ausstellung am Mittwoch, 6. März um 18:00 Uhr im Kultopia statt. Gudrun Schmidt vom Studienkreis Deutscher Widerstand – die selbst an der Erstellung der Ausstellung mitgearbeitet hat – wird in die Ausstellung einführen. Grußworte durch den Oberbürgermeister Erik O. Schulz und den Vorsitzenden des DGB Hagen Stefan Marx ergänzen die Eröffnung. Bei einem kleinen Imbiss und Getränken ist für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.

Die Ausstellung ist zu folgenden Öffnungszeiten zu besuchen: 7 . und 8. März sowie 11.-13. März 10:00-20:00 Uhr, 14. März 10:00-14:00 Uhr. Führungen durch die Ausstellung können unentgeltlich vereinbart werden mit Paula Neubauer: paula@kultopia.de oder 02331 207-3834.

Neue Forschung: Spezialeinheit „Ritchie Boys“ in Hagen aktiv

19. Februar 2019

Die „Ritchie Boys“ waren Spezialkräfte der US-Armee. Sie waren auch in Hagen im Einsatz. In Firmen und auf der Suche nach Nazi-Größen. (…)

Quelle: wp.de

Hagener Kinos im Wandel der Zeit

13. Februar 2019

Zum nächsten Gesprächsabend mit Uli Weishaupt und dem Thema „Hagener Kinos im Wandel der Zeit“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Freitag, 15. Februar, um 17 Uhr in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, ein. Nach dem erfolgreichen Start der Veranstaltung im September 2012 gibt es damit bereits zum achten Mal einen Rückblick auf die Geschichte des Hagener Kinos.

Zur Einstimmung zeigt Uli Weishaupt Innen- und Außenaufnahmen der großen Filmtheater „LICHTBURG“, „CAPITOL“, „VIKTORIA“ und „GLORIA“ in den 1950- und 1960er Jahren. Dazu werden Anekdoten von Zeitzeugen erzählt. Anschließend können die Gäste einen Fragebogen über persönliche Erinnerungen zum Kino ausfüllen sowie in alten UFA-Plakaten, Filmprogrammen und Daumenkinos blättern.

Abschließend folgt noch ein stummer Schwarzweißfilm über Hagen und Umgebung in der Nachkriegszeit. Dieses historisch wertvolle Dokument wurde 2013 während der Schließung der Stadtbildstelle wiederentdeckt.

Der Eintritt beträgt zwei Euro. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Plätzen bittet das Serviceteam der VHS um frühzeitige Anmeldung unter Kursnummer 1202. Informationen hierzu erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

Osthaus machte Bauhaus-Gründer Gropius groß

11. Februar 2019

Es sind die Unternehmer, welche um die Jahrhundertwende die Fürsten ablösen. Fabriken werden zu neuen Schlössern. Doch wie baut man sie? Um diese Frage gibt es erbitterte Konflikte. Der Streit wird zu einem Motor der Industriekultur.

Der Weg dafür wird in Hagen bereitet. Ohne Hagen kein Bauhaus. Auf diese Formel lassen sich die Forschungsergebnisse von Dr. Birgit Schulte und Prof. Dr. Reinhold Happel bringen. Die Kustodin des Osthaus-Museums und der Kunsthistoriker haben erstmals die Korrespondenz zwischen dem Hagener Kunst-Mäzen Karl Ernst Osthaus und dem Bauhaus-Gründer Walter Gropius ausgewertet. (…)

Quelle: wp.de

Neue Broschüre „Terror in Hohenlimburg: der Pogrom am 10.11. 1938“

3. Februar 2019

Präsentation der Schüler des Rahel-Varnhagen-Kolleg Hagen

Dienstag, 5. Februar 2019, 19:00 Uhr
Alte Synagoge, Jahnstr. 46, HA-Hohenlimburg

„Der Inhalt unseres Wohnhauses wurde von diesen Schergen von Dach bis zum Keller zerstört.[…] Alle Fenster, Möbel, Einrichtungs- und Küchengegenständen, Haus- und Tischwäsche, Bücher, Betten usw. wurden in die Gartenanlagen hinter dem Haus geworfen  und in Brand gesteckt. Mein Vater wurde in Haft genommen.“

So erinnert sich Kurt Rosenberg aus Hohenlimburg an den 10.1.1938. Ähnliche Szenen spielten sich in vielen anderen Wohnungen Hohenlimburger Juden an diesem Tag ab – bei Tageslicht. Die Polizei schreitet nicht ein. Im Gegenteil: einige Opfer wurden festgenommen und ins KZ eingewiesen. Die Täter sammelten ein Teil der Beute am Rathausplatz.

Wie war möglich, dass langjährige Nachbarn zu hasserfüllten Feinden wurden?

Die Hohenlimburger Juden waren gut integriert: sie waren in den örtlichen Vereine ehrenamtlich tätig, bekleideten öffentliche  Ämter in der Stadt, nicht wenige opferten ihr Leben für das Vaterland 1914-1918. Umsonst: ab 1933 wurden sie verfolgt, diskriminiert, später ermordet. Der Pogrom 1938 war ein entscheidendes Datum auf dem Weg nach Auschwitz.

Der Hohenlimburger Pogrom wirft sehr aktuelle Fragen auf: Ist Integration überhaupt möglich? Wie entstehen Feindbilder gegen Minderheiten? Was unterscheidet  Ausländerhetze heute und Antisemitismus damals?

Schüler des Projektkurses Geschichte des Rahel-Varnhagen-Kolleg haben historische Bilder und  Zeitzeugenberichte gesammelt und als kleine Broschüre präsentiert (s. Link am Ende).

Das Projekt wird von Herr Arias, Lehrer, koordiniert und ist möglich dank der Unterstützung des Heimatvereins Hohenlimburg, des Hagener Geschichtsverein und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Tatort Hohenlimburg – Das Pogrom 1938 und die Zerstörung der jüdischen Gemeinde (pdf)

Kein Denkmalschutz für Block 1 in Hagen-Wehringhausen

20. Januar 2019

Prüfungen der Denkmalschutzbehörden haben ergeben, dass dem Abriss von Block 1 in Hagen-Wehringhausen aus fachlicher Sicht nichts entgegensteht. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Nach DW-Informationen hat die Obere Denkmalbehörde nach Besichtigung des Blocks ein Gutachten verfasst. In dem Gutachten werde festgestellt, das die Häuser Langestr. 118, 120, 122 und 124 als besonders erhaltenswert betrachtet werden, da diese aus städtebaulicher und stadtgeschichtlicher Sicht einen besonderen Wert darstellten. Die Obere Denkmalbehörde habe die Empfehlung ausgesprochen, die genannten Häuser zu erhalten.

Stahl, Strom und Städtebau

11. Januar 2019

Hagens Industrie- und Wirtschaftsgeschichte zwischen 1901 und 1914

Ein Seminar der Volkshochschule Hagen (VHS) mit Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff über Hagens Industrie- und Wirtschaftsgeschichte zwischen 1901 und 1914 beginnt am Mittwoch, 16. Januar, von 19.30 bis 21 Uhr in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38.

Eine der wichtigsten Phasen der Hagener Geschichte war die Ära zwischen 1901 (Eingemeindung von Eckesey, Eppenhausen und Delstern) und dem Ersten Weltkrieg. Die Einwohnerzahl stieg in diesen Jahren rapide von 68.000 auf fast 100.000 an – wohlgemerkt: ohne Haspe, Boele, Vorhalle, Dahl und dem Lennetal. Zahlreiche neue Siedlungen wie Drerup und Wehringhausen, Schulen und Kirchen waren vonnöten. Hinzu kam, dass mit der Elektromark ab 1906/08 ein bedeutender regionaler Stromversorger aktiv wurde.

In dieser Zeit wirkten mit dem Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus, Oberbürgermeister Willi Cuno und Stadtbaurat Ewald Figge nicht nur schillernde Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der hiesigen Region, sondern – um nur einige wenige zu nennen – mit Theodor Springmann (Schraubenfabrik Funcke & Hueck), Friedrich Gustav Theis (Kaltwalzwerk), Carl Pouplier (Edelstahl), Emil Hoesch (Papier) oder Hugo von der Heyden (Heyda-Schulhefte) auch wagemutige Unternehmer und Firmengründer.

Allen Aspekten wird sich Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff in diesem Kurs widmen. Nähere Informationen zur Anmeldung für den Kurs mit der Nummer 1012 erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/207-3622.

Historische Halle Nöhstraße: Hagen wartet auf Förder-Antwort

10. Januar 2019

Es bleibt spannend rund um die alte Turnhalle Nöhstraße. Noch wartet man in Hagen auf eine Antwort des Bundesbauministeriums. (…)

Die 1928 vermutlich vom TSV Vorhalle errichtete Halle in Vollholz-Bauweise ist laut Denkmalamt bedeutend für die Geschichte der Menschen in Hagen und zeige Aspekte des Sportes nach dem Ersten Weltkrieg. Zudem werde historisch deutlich, wie die Stadt damals der Aufgabe, den Sport auch in wirtschaftlich schwachen Jahren zu unterstützen, nachgekommen sei. Und: Das Gebäude dokumentiere den Stand des Turnhallenbaus in den 20er-Jahren. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Historische Halle? Offensichtlich hat die Lokalredaktion der WPWR nach vier Jahren dazugelernt. Damals war im Einheitsblatt noch von „Ruinen, Bretterbuden und Trümmerhaufen“ die Rede, als es um die Turnhalle ging. Auch von den Argumenten des ehemaligen Stadtbaurats Johann Dieckmann („Zweifellos denkmalwürdig“) ließ man sich in der Redaktionsstube nicht beeindrucken. Noch peinlicher war der – einstimmige (!) – Beschluss der Bezirksvertretung Nord, das historische Gebäude abzureissen. Vehement vorgetragen nicht nur vom CDU-Vertreter Winfried Dorn, sondern ebenso von seinem SPD-Kollegen Peter Timm.

Anders als im Artikel dargestellt, hatte „die Stadt“ (Hagen) mit dem Bau der Turnhalle – auch nicht durch Unterstützung des Sports – nichts zu tun: Die Gemeinde Vorhalle wurde erst ein Jahr später, 1929, nach Hagen eingemeindet.

Hagen im Zeichen der Revolution 1918/19

6. Januar 2019

Vortrag von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus

16.01.2019, 18:30 Uhr – 21:00 Uhr
Auditorium Emil Schumacher Museum Hagen

Hagen war im Halbjahr von November 1918 bis April 1919 einer der Brennpunkte in Westfalen beim revolutionären Übergang von der Monarchie zur Republik. Hier hatten die Unabhängigen Sozialisten (USPD) ihre westfälische Hochburg und hier bauten die Linksliberalen der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) ihren wichtigsten Stützpunkt im südlichen Westfalen aus.

Die Vertreter dieser beiden Parteien waren die prägenden kommunalpolitischen Kräfte der Übergangszeit, die weit über Hagen hinaus wirkten: Konrad Ludwig und Josef Ernst bei der USPD und Oberbürgermeister Willi Cuno und Li Fischer-Eckert bei der DDP.

Der Vortrag zeichnet die Entwicklung in Hagen von der Machtübernahme durch den Arbeiter- und Soldatenrat im November 1918 bis zu den Wahlen im Januar und März 1919 und der Besetzung der Stadt durch Freikops im April/Mai 1919 nach. Die sogenannte „Schlacht von Eilpe und Delstern“ am 10. Januar 1919 wirkte im Rückblick wie eine Ouvertüre zum Kapp-Putsch und Ruhrkampf 1920, bei dem Hagen und Umgebung wieder im Mittelpunkt standen.

Der Referent ist Historiker und war von 2004 bis 2013 Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen.

Die Vortragsreihe „Politik, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft 1918 bis 1933“ greift im Rahmen des Bauhaus-Jahres 2019 Themen aus der Revolutionszeit und der Weimarer Republik auf. Im Vordergrund stehen politische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Aspekte, die aus Sicht der aktuellen kultur-, kunst- und geschichtswissenschaftlichen Forschung beleuchtet werden.

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Museums- und Archivverein Geschichtsfreunde Hagen e.V. und den Karl-Ernst-Osthaus-Bund e.V.

Eintritt 3 Euro (Abendkasse)


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