Archive for the ‘05 Geschichte Hagen’ Category

Vom Streben nach Glück

14. Februar 2018

Ausstellung zeigt 200 Jahre Auswanderung von Westfalen, darunter auch Hagener, nach Amerika – Parallelen zur Migration heute

„Hier lebt man besser als in Deutschland“, berichtete 1830 der Amerika-Auswanderer Peter Horn aus Pennsylvania in einem Brief an seine Eltern. Wohlstand, Freiheit, Abenteuer – das waren die Hoffnungen, die über 300.000 Menschen aus Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert dazu bewogen, in den USA ein neues Leben zu beginnen (Abb.: Plakat der Hamburg-Amerika-Linie. Foto: LWL).

Die Ausstellung „Vom Streben nach Glück“, die der Landschaftsverband Westfalen von Donnerstag (15.2.) bis zum 4. November in seinem Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop präsentiert, beleuchtet die Ursachen, zeichnet Reisewege nach und schildert die Biografien westfälischer Emigranten.

Das Spektrum der über 100 Exponate reicht von Fotos und Postkarten über ein Schiffsmodell bis hin zu persönlichen Gegenständen der Auswanderer. Das Begleitprogramm umfasst einen genealogischen Workshop und Vorträge rund um die Themen Auswanderung, Familienforschung und die USA.

Waltroper Lebensläufe
Im Schiffshebewerk Henrichenburg werden auch zwei Auswandererbiographien aus Waltrop vorgestellt: die Geschichten von Carl Leppelmann und der Familie Felling. Leppelmann war der Amtmann in Waltrop. Er erwarb sich einen zweifelhaften Ruf, indem er Gelder unterschlug und nicht durch übermäßige Gründlichkeit bei der Erledigung seiner städtischen Geschäfte glänzte. Im Jahr 1863 hatten sich zu viele Eskapaden angesammelt. Leppelmann sollte zur Rechenschaft gezogen werden, wofür er steckbrieflich gesucht wurde. Doch der Waltroper kam seinen Häschern zuvor und setzte sich über den Atlantik ab – samt der Stadtkasse, die 5.000 Taler enthielt. Mit seiner Familie gründete er eine neue Existenz in den USA. Als Charles Leppelmann, einer amerikanisierten Form des Vornamens, wurde er als Architekt tätig. Ob er je eine Ausbildung dafür genoss, ist unbekannt. Ein Haus, das er als Vereinsheim für einen deutschen Turnverein in St. Louis erbaute, wurde später ein Kino.

Wie viele Westfalen siedelte sich auch die Fellings im Mittleren Westen an. Fast eine Million Deutsche fanden in den Staaten Wisconsin, Ohio, Iowa und Minnesota eine neue Heimat. Johann Theodor Felling war der zweitgeborene Sohn einer Bauernfamilie aus Oberwiese. Er hatte keine Chance, den väterlichen Betrieb zu erben. Deshalb entschied er sich 1848, in die USA überzusiedeln. Im gleichen Jahrzehnt wanderten 30 weitere Waltroper nach Nordamerika aus. Die Nachfahren der Familie, die den gleichnamigen Bauernhof in Oberwiese besessen haben, leben noch heute in den USA: Es gibt dort über 200 Träger des Namens „Felling“. Tom Felling, der Urenkel von Theodor Johann, machte sich 1992 auf die Suche nach den Ursprüngen seiner Familie. Der in Minneapolis tätige Lehrer entdeckte im Gebetbuch seines Großonkels Joseph den Eintrag „Oberwiese, Waltrop“ und nahm Kontakt in die alte Heimat auf. 2009 trug er sich in das Goldene Buch der Stadt Waltrop ein.

Fluchtursachen
Nicht nur wirtschaftliche Not, die vor allem in den ländlich geprägten Regionen Westfalens der Hauptgrund für die Auswanderung war, trieb die Menschen in die Ferne. Auch politische Gründe bewogen die Menschen dazu, ihre Heimat in Deutschland zu verlassen. Das Streben nach politischer Freiheit brachte nach der Niederschlagung der demokratischen Revolution in Deutschland 1848/49 viele Aktivisten und Freidenker aus Westfalen in die USA. Die Vereinigten Staaten galten damals als das Vorzeigeland der Bürgerrechte, als Vorkämpfer für Freiheit und Gleichheit. Zu den Aktivisten, die nach dem Scheitern der Revolution nach Amerika emigrierten, gehörten unter anderem die Bürgerrechtlerin Mathilde Franziska Anneke aus Hiddinghausen bei Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) oder der Maler Carl Schlickum aus Hagen.

Einschiffen auf ein Auswandererschiff in Bremerhaven. Foto: Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Agenten vermittelten den Ausreisewilligen die Schiffsfahrkarten für die Überfahrt in die USA. Die Reise begann meist in den beiden großen deutschen Auswandererhäfen in Bremerhaven und Hamburg. Das Modell eines Auswandererschiffes aus dem Deutschen Technikmuseum in Berlin sowie Postkarten und Werbeplakate der Reedereien zeigen in der Ausstellung, wie diese Schiffe aussahen.

Die Deutschen in der Neuen Welt
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges hatten über acht Millionen Menschen in Nordamerika deutsche Vorfahren. Sie lebten als Farmer in den nördlichen Staaten des Mittleren Westens, waren aktiv in der Kultur, in der Politik und im Wirtschaftleben der Vereinigten Staaten. Vor allem der Bundestaat Indiana mit seiner Hauptstadt Indianapolis wurde zu einem Zentrum deutschen Wirkens. In Fort Wayne brauten und vertrieben die Dortmunder Berghoff-Brüder „Dortmunder Beer“. Clemens Vonnegut aus Münster brachte es mit einem Haushalts- und Eisenwarenhandel in kurzer Zeit zu Reichtum. Und William Edward Boeing, Sohn eines Einwanderers aus dem heutigen Hagen, gelang es gar, einen Weltkonzern aufzubauen.

Neben Knowhow brachten die Deutschen auch das Vereinswesen mit in die neue Heimat: In den meisten Städten des Mittleren Westens gab es Männerchöre und Turnvereine, auch Karneval wurde gefeiert.

Mit dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg veränderte sich das Verhältnis zwischen Amerikanern und Deutschen. „Die hoch geachteten und von manchen auch beneideten deutschen Eliten gerieten in den USA stark unter Druck. Viele ließen ihre Familiennamen amerikanisieren. Deutsche Zeitungen, deutschsprachige Reklametafeln und deutsche Bräuche verschwanden binnen weniger Wochen aus der Öffentlichkeit. Das war ein entscheidender Einschnitt, von dem sich die deutsche Gemeinschaft kaum wieder erholen konnte“, verrät der Leiter des LWL-Industriemuseums Schiffshebewerk Henrichenburg, Dr. Arnulf Siebeneicker.

Ein eigenes Kapitel widmet die Ausstellung dem Thema Vertreibung und Verfolgung nach 1933. So wanderten über 120.000 deutsche Intellektuelle und Juden nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nach Amerika aus.

Ein Thema für die Gegenwart
Auch Diskussionen über zeitgenössische Entwicklungen kann der Blick in die Geschichte der Amerika-Auswanderung anregen. „Die Parallelen zu aktuellen Fragen von Migration und Integration sind in dieser Ausstellung offensichtlich. Das LWL-Industriemuseum versteht sich dabei als Forum, in dem gesellschaftlich relevante Themen zur Diskussion gestellt werden“, erklärt Direktor Dirk Zache. Zwar seien die Deutschen damals nicht vor einem Bürgerkrieg geflohen, wohl aber aus einer hoffnungslosen Lebenssituation, die ihnen weder Auskommen noch berufliche Perspektive in ihrer Heimat bot.

Katalog
Vom Streben nach Glück. 200 Jahre Auswanderung aus Westfalen nach Amerika, hrsg. vom LWL-Industriemuseum und Willi Kulke, Essen 2016 (Klartext Verlag), 164 Seiten, 14,95 Euro.

LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, Am Hebewerk 26,  45731 Waltrop
Karte und Routenplaner

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Historische Bunker-Tour mit der VHS

30. Januar 2018

Die Volkshochschule Hagen lädt am Samstag, 3. Februar, von 13 bis 16 Uhr wieder zu einer großen Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt ein. Treffpunkt mit Gästeführer Rouven Recksick ist vor dem Bunkermuseum in der Bergstraße 98, in dem die Führung beginnt.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges und erfahren Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“.

Das Kellergeschoss des Bunkermuseums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass man die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen kann. Nach der gut einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde.

Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung auf Höhe der Marienstraße. In dem Entgelt von 18 Euro ist der Eintritt für das Bunkermuseum Bergstraße bereits enthalten.

Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1055 (Telefon 02331/207-3622 oder über online unter www.vhs-hagen.de/anmeldung).

Gaststätten am Remberg und in Eppenhausen

17. Januar 2018

Im Rahmen der Reihe Hagen <w>örtlich laden die Stadtbücherei und die Volkshochschule Hagen in Kooperation mit dem Hagener Heimatbund am Dienstag, 23. Januar, ab 18 Uhr, in die Bücherei, Springe 1, zu einem Vortrag über die Gaststätten am Remberg und in Eppenhausen ein.

Remberg und Eppenhausen besaßen einmal eine große Kneipen-Dichte, von der heute nur noch wenig geblieben ist. Von kleinen Theken-Gaststätten und großen Einrichtungen mit Gärten und Sälen berichtet Jens Bergmann, Vorsitzender des Hagener Heimatbundes, in seinem Lichtbildervortrag.

Der Eintritt beträgt 5 Euro. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1003. Informationen hierzu erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam unter Telefon 02331/2073622.

VHS: Hagener Kinos im Wandel der Zeit

16. Januar 2018

Um das Thema „Hagener Kinos im Wandel der Zeit“ dreht sich der nächste Gesprächsabend mit Uli Weishaupt am Freitag, 19. Januar, um 17 Uhr im Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30.

An dem Gesprächsabend erfahren die Teilnehmer spannende Informationen über die Anfänge der Kinematographie in Hagen ab 1905. Zudem berichtet Uli Weishaupt über die Glanzzeiten der Hagener Kinos in den 1950er- und 1960er-Jahren und zeigt einige Kurzfilme aus dieser Zeit mit einem 16mm-Projektor. Auch Zeitzeugen erzählen von eigenen Erinnerungen und diskutieren mit den Teilnehmern über alte Filmprogramme und Künstlerpostkarten.

Die Veranstaltung geht nach dem erfolgreichen Start im September 2012 bereits in die sechste „Kino-Runde“. Der Eintritt beträgt 2 Euro. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um eine rechtzeitige Anmeldung. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1200 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

VHS-Seminar zur Hagener Stadtgeschichte

15. Januar 2018

Wer sich für die Hagener Industrie- und Wirtschaftsgeschichte interessiert, ist bei dem Seminar „Hustelinchen, Hochöfen und Edelstahl“ der Volkshochschule Hagen ab Mittwoch, 17. Januar, an sechs Terminen jeweils von 19.30 bis 21 Uhr, in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38, richtig.

Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff berichtet von einer der wichtigsten Phasen der Hagener Geschichte. Zwischen 1888 und dem Ersten Weltkrieg lebten mit dem Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus und Oberbürgermeister Willi Cuno schillernde Persönlichkeiten in Hagen. Zudem prägten unter anderem die Hagener Unternehmer Theodor Springmann (Funcke & Hueck), Carl Brandt (Zwiebäcke), die Gebrüder Becker (Villosa/Hustelinchen), Carl Pouplier (Edelstahl), Emil Hoesch (Papier) oder Walter Haenel (Klöckner-Hochofenwerk) das öffentliche Leben. Darüber hinaus fand 1901 die Eingemeindung von Eckesey, Eppenhausen und Delstern statt.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1012 beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

Hagen 1918 bis 1933 – eine verpasste Chance?

9. Januar 2018

Donnerstag, 11. Januar, 18:30 bis 20:00 Uhr
Kunstquartier Hagen , Museumsplatz 1, 58095 Hagen

Referent: Dr. Ralf Blank, Fachbereich Kultur der Stadt Hagen

Die am 9. November 1918 ausgerufen deutsche Republik stand am Anfang der im August des folgenden Jahres konstituierten Weimarer Reichsverfassung. Sie begründete den ersten demokratischen Staat Deutschlands. Der Anfang der Weimarer Republik war schwer und steinig. Nach dem für das Reich verlorenen Ersten Weltkrieg kam es bis 1923 immer wieder zu innenpolitischen Unruhen und Putschversuchen. Eine Hyperinflation beherrschte bis zur Währungsreform 1923/24 die wirtschaftliche Entwicklung. Im Friedensvertrag von Versailles 1919 waren hohe Reparationsforderungen der Alliierten festgelegt worden. 1923 bis 1925 besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet.

Erst ab Mitte der zwanziger Jahre stabilisierte sich die Lage. Wenn von den „Goldenen Zwanziger“ gesprochen wird, dann sind besonders die fünf Jahre bis 1930 gemeint. Wirtschaftlich, gesellschaftlich und sozial herrschte in der Weimarer Republik über viele Jahre eine Krise. Dennoch gab es positive Fortschritte und demokratische Reformen, sei es nun kulturell, wirtschaftlich, städtebaulich und sozial. Sie konnten sich aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen nach 1929 nicht mehr umfassend und nachhaltig entfalten.

Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise nach dem New Yorker Börsensturz am 24. Oktober 1929 („Black Thursday“) waren dramatisch. Das wirtschaftliche und soziale System brach zusammen, die Arbeitslosigkeit stieg in den folgenden Jahren mehr und mehr an. Innenpolitisch entstand eine Instabilität des Mehrparteiensystems. Sie begünstigte den Aufstieg der Nationalsozialisten und anderen extremen Parteien aus dem linken und rechten Spektrum nach der Reichstagswahl im September 1930. Die deflatorischen Sparmaßnahmen und eine restriktive Wirtschaftspolitik der Regierung des Reichskanzlers Heinrich Brüning verschärften – auch vor dem Hintergrund der drückenden Reparationen – bis in den Sommer 1932 die Folgen der Krise. Das Ende ist bekannt. Am 30. Januar 1933 gelangten die Nationalsozialisten mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler auf demokratischen Weg an die Macht.

Der mit zahlreichen Abbildungen illustrierte Vortrag zeichnet anhand der Schwerpunkte Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Stadtentwicklung die Geschichte der Stadt Hagen zwischen 1918 und 1933 nach. War die Zeit der Weimarer Republik auch für Hagen eine verpasste Chance? Welches Resümee kann aus diesen knapp 15 Jahren für die Stadtgeschichte gezogen werden?

Historische Bunker-Tour mit der VHS

9. Januar 2018

Eine große Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt bietet die Volkshochschule Hagen allen Geschichtsinteressierten am Samstag, 13. Januar, um 13 Uhr an. Der Treffpunkt für die dreistündige Tour ist der Eingang des Bunkermuseums, Bergstraße 98.

Unter der Leitung von Gästeführer Rouven Recksick beginnt die Tour im original rekonstruierten Kellergeschoss des Bunkermuseums. Dort können die Teilnehmer die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen. Nach der rund einstündigen Besichtigung geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker in der Körnerstraße. Von dort aus führt die Tour durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten. Die Führung endet auf Höhe der Marienstraße. Die Teilnehmer erhalten Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges. Zudem kann der Gästeführer viel Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“ erzählen.

Die historische Führung ist eine Kooperationsveranstaltung des Stadtarchives und des Stadtmuseums Hagen. Die Führung kostet 18 Euro inklusive des Eintrittes für das Bunkermuseum Bergstraße. Eine rechtzeitige Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen gibt es beim Serviceteam der VHS unter Angabe der Kursnummer 1054 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

„Gesellschaft, Politik und Kultur haben sich tiefgreifend verändert“

5. Januar 2018

LWL veröffentlicht Buch über die 68er-Bewegung und ihre Folgen

Was passierte 1968 in Westfalen? Demonstrationen auf dem Prinzipalmarkt in Münster, „Teach-Ins“ in den neu gegründeten Universitäten von Bielefeld und Bochum, besetzte Häuser, die Gründung von Landkommunen – der 68er-Bewegung waren auch in der Provinz kaum Grenzen gesetzt.

Bis heute – 50 Jahre später – sind die Folgen des politischen und kulturellen Aufbruchs sichtbar. Wie und in welchem Maße ergründet das Buch „1968 in Westfalen. Akteure, Formen und Nachwirkungen einer Protestbewegung“, herausgegeben vom Institut für westfälische Regionalgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

„1968 hat die Gesellschaft, Politik und Kultur in der Region Westfalen verändert – und das intensiver und tiefgreifender als andere Zeitabschnitte“, betont Prof. Dr. Thomas Großbölting, Autor des Bandes und Historiker an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

Kaum eine Jahreszahl in der Geschichte der Bundesrepublik ist mit einer solchen Bedeutung aufgeladen wie 1968. Die Ereignisse stehen nicht nur für eine politische Bewegung, für die der Widerstand gegen den Vietnamkrieg (1955-1975) nur eines von vielen Protestmotiven war. Das Ende der 1960er-Jahre steht auch für einen Aufbruch in Alltagskultur und Lebensstil. „Der Abstand zwischen den Generationen verringerte sich. Dem Klischee nach wurde die Jugend lauter, die Haare länger und die Röcke kürzer“, beschreibt Großbölting die Entwicklungen.

In Westfalen machten zahlreiche kleine Konflikte die Bedeutung von 1968 aus. Es gab keinen westfälischen Rudi Dutschke und keine RAF-Terroristen wie Andreas Baader oder Gudrun Ensslin. Aber Aktionen wie die Proteste gegen die Notstandsgesetze im Mai 1968 in Bochum oder der Sturm von Studierenden auf das Fürstenberghaus der Universität Münster im Juni 1969 entfalteten ihre Wirkung in der Region.

„Prägend war nicht der große politische Knall oder der Skandal. Dazu waren die Bewegungen und Orte zu zersplittert, zu weitläufig und zu verschieden“, sagt Großbölting. „Auch wenn es in Westfalen – wie in vielen anderen Teilen der Bundesrepublik – nie zu einer radikalen Protestbewegung kam, bewirkten die unterschiedlichen Einzelgruppen und -aktivitäten einen anhaltenden Wandel.“ Der Zugewinn an Demokratiefähigkeit und Liberalität, das ökologische Bewusstsein, die Gleichstellung von Mann und Frau, die sexuelle Befreiung und eine grundsätzliche Friedensorientierung seien als Leitwerte und Praktiken noch heute spürbar.

Thomas Großbölting:
1968 in Westfalen.
Akteure, Formen und Nachwirkungen einer Protestbewegung

Ardey-Verlag, Münster 2018
172 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-87023-404-1
Preis: 13,90 Euro

Dazu zwei Beispiele aus Hagen:

„Macht Eure Schularbeiten“
1967: Großdemonstration gegen Fahrpreiserhöhungen

Der Widerstand 1967 gegen die Fahrpreiserhöhungen war einer der seltenen Fälle, in denen Hagen eine Vorreiterrolle gespielt hat. Der damals bundesweit durch die Medien verbreitete, wesentlich militantere (und erfolgreiche!) Protest gegen Erhöhungen der Fahrpreise in Bremen fand erst Anfang 1968 statt, die Rote-Punkt-Aktion in Hannover im Sommer 1969.

Notstandsgesetze

Demonstration im Mai 1968 auf der Mittelstrasse in Hagen gegen die am 30. Mai 1968 durch den Deutsche Bundestag mit einer Zweidrittel-Mehrheit verabschiedeten Notstandsgesetze. (Foto: Stadtarchiv Hagen)

Die AFA während des II. Weltkrieges

23. November 2017

Zu dem Vortrag „Die AFA in Hagen während des Zweiten Weltkrieges und in der frühen Nachkriegszeit“ mit Dr. Ralf Blank lädt die Volkshochschule Hagen gemeinsam mit der Stadtbücherei Hagen am Donnerstag, 30. November, um 18 Uhr in die Stadtbücherei auf der Springe ein.

Die Akkumulatoren Fabrik AG (AFA) zählte im „Dritten Reich“ zu den wichtigsten Rüstungslieferanten. Batterieanlagen wurden für alle denkbaren Verwendungszwecke – vor allem für Flugzeuge, U-Boote und Torpedos sowie für Raketen und andere Flugkörper – benötigt. Im Zweiten Weltkrieg produzierte die AFA in ihren Werken in Hagen, Hannover, Wien und Posen. Das Hagener Werk war das Entwicklungszentrum des Unternehmens. Bereits im Mai und Juni 1945 stellte die AFA ihre Produktion um. In den fünfziger Jahren zählte das Unternehmen zu den Motoren des „Wirtschaftswunders“. Der mit zahlreichen Abbildungen versehene Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung des Unternehmens zwischen 1933 und 1955.

Der Eintritt beträgt 5 Euro. Die VHS bittet um eine rechtzeitige Anmeldung. Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Angabe der Kursnummer 1002 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

Hinter der Bierdose

22. November 2017

Ein DW-Leser hat auf einen in der WPWR veröffentlichten Leserbrief zum Artikel „Unabkömmlicher Brauereibesitzer“ und die Antwort des Historikers Ralf Blank darauf hingewiesen (siehe hier).

In dem Beitrag ging es um die Tatsache, dass leitende Mitarbeiter der Andreas-Brauerei hochrangige SS-Chargen waren (siehe hier mit einigen Ergänzungen). Für die beiden Leserbriefschreiber war die Andreas-Bierdose allerdings wesentlich wichtiger. Ihre Empfehlung an Blank: „Hätten Sie doch den weiteren Weg der Bierdose verfolgt.“

Dazu Blank: „Die beiden ehemaligen Mitarbeiter der untergegangenen Andreas-Brauerei, die sich in ihrem persönlichen Geschichtsbild nun auf die Füße getreten fühlen, sollten sich noch einmal dafür interessieren, was hinter ihrer Bierdose steht.“

Notare in der NS-Zeit

22. November 2017

Dortmund, Hagen, Münster: Erste Studie zum Wirken im Unrechtsstaat

Sie blieben meist im Hintergrund, doch einige Notare wirkten im NS-Staat an der Enteignung jüdischer Bürger mit und unterstützten die sogenannte Arisierung. Die Studie „Notare in der nationalsozialistischen `Volksgemeinschaft`. Das westfälische Anwaltsnotariat 1933-1945“ untersucht nun erstmals die Praxis des Notarberufs im Nationalsozialismus. Im Fokus stehen die Landgerichtsbezirke Dortmund, Hagen und Münster.

Die Autoren, Michael Kißener und Andreas Roth von der Universität Mainz, analysierten für das gleichnamige Buch rund 30.000 Urkunden, um das Verhalten der westfälischen Notare während der NS-Zeit nachvollziehen zu können. Dabei geht es besonders um ihre Rolle in den „Arisierungsverfahren“, in denen jüdische Unternehmer und Bürger um Gewerbe oder auch Wohnhäuser gebracht wurden. So gibt es Beispiele, in denen beauftragte Notare Immobilien jüdischer Mitbürger unter Wert verkauften und sich an den „Arisierungen“ bereicherten.

Die Studie wurde von der westfälischen Notarkammer mit Sitz in Hamm beauftragt, um ihre Geschichte aufzuarbeiten. Sie ist im Nomos Verlag mit 502 Seiten zum Preis von 59 Euro erschienen.

Weitere Informationen: http://www.nomos-shop.de/Ki%c3%9fener-Roth-Notare-nationalsozialistischen-Volksgemeinschaft/productview.aspx?product=29947

Unabkömmlicher Brauereibesitzer

14. November 2017

Carl Horst Andreas war im „Dritten Reich“ Parteimitglied, SS-Führer – und begeisterter Reiter. Er veranstaltete Turniere und war als Standartenführer der Reiter-SS mehrfacher deutscher Dressur-Sieger. Ab 1939 gehörte Andreas als der Hauptsturm­führer zeitweise einem Kavallerie-Regiment der Waffen-SS an.

Das Kriegsende erlebte der zuletzt „unabkömmlich“ gestellte Brauereibesitzer in der Heimat. Seit 1948 unterstützte Andreas unter anderem die 1952 verbotene rechtsextreme Organisation „Bewegung Reich“. Später förderte er die „Hilfsgemeinschaft zur gegenseitigen Unterstützung“ (HIAG) von Angehörigen der früheren Waffen-SS. In seiner Brauerei beschäftigte Andreas zahlreiche ehemalige SS-Angehörige, Offiziere und Soldaten der Waffen-SS.

Unter den Führungskräften befanden sich Kurt Meyer („Panzermeyer“), der ab 1954 bis zu seinem Tod 1961 Vertriebsleiter war, Oskar Pahnke als Werbeleiter. Andreas‘ Verkaufsdirektor Kurt Parbel, ein früherer HJ-Oberbannführer, Gaupropagandaleiter sowie Leiter der Abteilung Film und stellv. Reichsfilmintendant im Reichspropaganda-Ministerium, wurde in der Session 1953/54 sogar zum Hagener Karnevalsprinzen ausgerufen. Acht Jahre nach Kriegsende spielte die tiefbraune Biografie des Brauerei-Managers keine Rolle mehr. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Es ist wohl das erste Mal, dass die ehemalige Andreas-Brauerei in der Öffentlichkeit nicht wie bislang üblich als Kultobjekt dargestellt wird, sondern als das, was sie war: ein Sammelbecken von SS-Schergen (Autor des Beitrags ist der Historiker Ralf Blank, Fachdienst Museen, Wissenschaft und Archive der Stadt Hagen).

Sogar der 2009 verstorbene Ex-CDU-Multifunktionär Oskar Pahnke findet Erwähnung. Jener SS-Mann, der sich in den 1940er Jahren seine Meriten an der russischen Front und in den besetzten Niederlanden „verdiente“ (siehe hier). Vor allem in den Niederlanden hat man ihn bis heute nicht vergessen (siehe hier), während Pahnkes Vergangenheit in Hagen unter den Teppich gekehrt wurde.

Führende damalige Hagener CDU-Funktionäre, Helmut Diegel (Regierungspräsident), Christian Kurrat (stellv. Kreisvorstand der CDU) und Bernd Löwenstein (Kreisgeschäftsführer der CDU), plazierten eine Traueranzeige für ihren verstorbenen „väterlichen Freund und Ratgeber“.

Sie erdreisteten sich allen Ernstes, dem Nachruf auf ihren SS-Freund ein Zitat des von den Nazis ermordeten Theologen Dietrich Bonhoeffer voranzustellen. Im Internet wird in einschlägigen Kreisen dagegen eine Art „Autogrammkarte“ des mit Orden behängten Pahnke in vollem SS-Wichs gehandelt (siehe Screenshot).

Hambacher Fest und die Revolution von 1848/49

14. November 2017

Der nächste Gesprächsabend im Erzählcafé „Altes Backhaus“ in der Lange Straße 30 mit dem Historiker Jörg Fritzsche findet am Freitag, 17. November, um 17 Uhr zum Thema „Hambacher Fest und die Revolution von 1848/49“ statt.

Mehr als 170 Jahre ist die Revolution von 1848/49 in Deutschland ein zentraler Gegenstand der politischen Identitätsstiftung und Traditionsbildung gewesen. Zunächst überwog unter dem Eindruck der Niederlage und angesichts der „Reichsgründung von oben“ durch Preußen und Bismarck eine negative Sicht. Diese zielte darauf, die Revolution politisch zu bewältigen und sie aus dem historischen Bewusstsein der Bevölkerung zu verdrängen. Erst nach 1918 und vor allem nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland setzte sich eine positive Identitätsbildung durch. Im Mittelpunkt des Abends sollen die Ereignisse der Deutschen Revolution von 1848/49 stehen.

Der Eintritt ist frei. Informationen zur Reservierung unter Kursnummer 1204 erhalten Interessierte online auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/2073622.

Erinnerung an die Pogromnacht

7. November 2017

Am 9. November Schweigemarsch und Gedenkveranstaltung

Anlässlich der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 gibt es auch in diesem Jahr zum Auftakt der Gedenkveranstaltung der Stadt Hagen einen Schweigemarsch. Dieser beginnt am Donnerstag, 9. November, um 17.30 Uhr auf dem Adolf-Nassau-Platz und führt zunächst zur Synagoge in der Potthofstraße. Nach einer Gedenkminute geht es von dort zum Rathaus an der Volme, Rathausstraße 13, wo gegen 18 Uhr im Ratssaal die eigentliche Veranstaltung stattfinden wird.

Gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Hagen und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung ruft Oberbürgermeister Erik O. Schulz die Hagenerinnen und Hagener dazu auf, an dem Schweigemarsch und der sich anschließenden Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Musikalisch umrahmt wird die Gedenkveranstaltung im Ratssaal von der Gruppe Vigholin unter Leitung von Tela Zabel.

Hagener Baukunst und Stadtplanung

27. Oktober 2017

Stadtgeschichte bei der VHS

Zu einem stadtgeschichtlichen Seminar mit Heimatpfleger Michael Eckhoff rund um die Hagener Baukunst und Stadtplanung zwischen 1918 und 1938 lädt die Volkshochschule Hagen alle Interessierten am Mittwoch, 8. November, ein. Der Kurs findet insgesamt sechsmal jeweils von 19.30 bis 21 Uhr in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38, statt.

Hagen erlebte in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen eine durchaus spannende (Baukunst-)Epoche. Es entstanden zahlreiche Siedlungen gemeinnütziger Unternehmen wie der „Cunohof“ am Kuhlerkamp, der Steinbrinkhof in Haspe oder die Bauvereinsbauten in Elsey. Ebenso wurden ambitionierte Villen und beeindruckende öffentliche Bauten errichtet wie das Laufwasserkraftwerk in Hengstey, das Finanzamt, das Stadion Boelerheide oder auch das Stadtbad Haspe. Zudem entstanden unter der Leitung der Stadt Hagen erstmals Pläne für ein Gewerbegebiet im Lennetal und für einen Innenstadtring. Auch die Eingemeindung von Haspe, Boele und Vorhalle 1929 veränderte die Stadtgeschichte.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1010 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

Stadtarchiv-Umzug: Weniger Kosten, mehr Fläche

20. Oktober 2017

Termin zur Wiedereröffnung wird noch bekannt gegeben

Stadtarchivar Korthals prüft mit einem Mitarbeiter von „Hansetrans“ die Ordnung beim Befüllen der Regale. Foto: Michael Kaub

Vier Kilometer Regale, über 1200 Quadratmeter Standfläche, eine Tonne Tragfähigkeit pro Quadratmeter, vier Etagen – das neue Stadtarchiv Hagen auf dem Gelände des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH) in Eilpe beeindruckt mit gewaltigen Zahlen.

Seit einer Woche rollen die LKWs der Hamburger Umzugsfirma „Hansetrans“ die Eilper Straße auf und ab. Zwölf Umzugsfachleute be- und entladen voraussichtlich noch bis Ende der Woche rund 15 Fahrten am Tag, schleppen Kisten und räumen diese aus. Aber auch für Archivmitarbeiter, Architekt, Bauleiter und Bauarbeiter entpuppt sich der Umzug eines der größten Kommunalarchive des Landes als Mammutaufgabe.

Von der Lagerhalle zum modernen Stadtarchiv

In rund neun Monate Bauzeit hat sich das ehemalige Lagergebäude der Mark-E unter Leitung des Architekten Manfred Radtke (Architekturbüro Schmahl und Gerigk) und des Bauleiters Jörg Mielke (WBH) in ein modernes und nutzerfreundliches Stadtarchiv verwandelt.

„Größte Herausforderung war für uns die kurze Bauzeit“, sagt Radtke. „Ebenso wie die unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnisse aller Beteiligten. Die Mitarbeiter des Stadtarchivs wünschen sich auf den Etagen mit Archivbestand möglichst keine Wasserleitungen – der Brandschutz besteht natürlich darauf.“ Bauleiter Mielke ergänzt: „Ein Stadtarchiv baut man nicht alle Tage. Das hat den Umbau ebenso spannend wie herausfordernd gemacht.“

Kühlkammer für Fotonegative

Auf drei Etagen finden zukünftig eine Präsenzbibliothek mit über 25.000 Büchern, ganze Berge von Archivkartons, kilometerweise Akten und mehr als 1,5 Millionen Fotografien Platz. In einer zusätzlichen Büroetage kommen Stadtarchivar Andreas Korthals und Kollegen, der Hagener Heimatbund sowie ein großer und barrierefreier Benutzerraum, den künftig beispielsweise auch Schulklassen nutzen können, unter.

„Das neue Archivgebäude erfüllt moderne Standards und bietet optimale Lagervoraussetzungen“, sagt Korthals. „Zum Beispiel eine Kühlkammer, die mittels eines Kühlaggregats für eine Raumtemperatur von 10 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent sorgt. Unter diesen Voraussetzungen halten sich Fotonegative und historische Fotoplatten länger.“

„Archiv-Turm“ ist sparsam und löst Platzproblem

Das neue Domizil des Stadtarchivs auf dem WBH-Gelände bietet mehr Fläche und spart Mietkosten. Außerdem ist der WBH eine städtische Tochter, die Miete bleibt also beim „Konzern“ Stadt. Mit einer Fläche von über 300 Quadratmetern pro Etage ist eine weitere Hauptursache für den Umzug des Archivs aus dem alten in das neue Quartier gefunden: Platzmangel.

Der „Archiv-Turm“ auf dem WBH-Gelände bietet auch in Zukunft ausreichend Stauraum für den Fundus an Hagener Stadtgeschichte. Korthals erklärt: „Einige Regale bleiben zunächst leer. Beim Einräumen lassen wir bewusst Lücken, denn in Zukunft kommen immer wieder Akten – beispielsweise aus dem Standesamt – nach. Denn wie Hagens Geschichte wächst das Stadtarchiv Tag für Tag.“

Service-Info

Das Stadtarchiv Hagen ist aufgrund des Umzugs derzeit geschlossen. Der genaue Termin zur Wiedereröffnung wird noch bekannt gegeben. Recherche-Anfragen werden wieder ab Donnerstag, 2. November, unter Telefon 02331/207-3339 oder E-Mail an anderas.korthals@stadt-hagen.de beantwortet.

Freiherr-vom-Stein-Turm in Hagen ist wieder betretbar

12. Oktober 2017

Das Ende der Vergessenheit ist nah für den ältesten Turm, der in dieser Stadt steht. Das Äußere des Freiherr-vom-Stein-Turms auf dem Kaisberg ist von der Gebäudewirtschaft Hagen mittlerweile instandgesetzt worden. Jetzt fehlen noch zwei Bausteine, um den Turm für die Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. (…)

Quelle: wp.de

Straßennamen im Nationalsozialismus

10. Oktober 2017

Im Rahmen der Reihe „Hagen <w>örtlich“ laden die Stadtbücherei und die Volkshochschule Hagen am Donnerstag, 19. Oktober, um 18 Uhr, in die Stadtbücherei auf der Springe zu einem Vortrag über die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit ein.

Während des Nationalsozialismus erhielten Straßen und Plätze in vielen deutschen Städten und Gemeinden neue Namen. Durch die zahlreichen Umbenennungen gewannen sowohl die neuen Machthaber, allen voran Hitler und Göring, als auch die neuen „Helden“ und „Erinnerungsorte“ des Nationalsozialismus zusätzliche Ehre. Der Fachreferent Dr. Marcus Weidner untersucht auf der Basis umfangreicher Recherchen in den heutigen Kommunen der Region Westfalen-Lippe die Praxis der Um- und Neubenennung und geht dabei vor allem Ursachen, Anlässen und Formen sowie der (teilweisen) Rückabwicklung in der Zeit nach 1945 nach.

Der Eintritt beträgt 5 Euro. Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS mit Angabe der Kursnummer 1001 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

Wieder Bunker-Tour mit der VHS

29. September 2017

Die Volkshochschule Hagen lädt am Samstag, 7. Oktober, von 13 bis 16 Uhr wieder zu einer großen Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt ein. Treffpunkt mit Gästeführer Rouven Recksick ist vor dem Bunkermuseum in der Bergstraße 98, in dem die Führung beginnt.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges und erfahren Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“.

Das Kellergeschoss des Bunkermuseums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass man die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen kann. Nach der gut einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung auf Höhe der Marienstraße.

Im Entgelt von 18 Euro ist der Eintritt für das Bunkermuseum Bergstraße bereits enthalten. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1052. Weitere Informationen unter Telefon 02331/2073622

Rundgang durch Altenhagen mit Jens Bergmann

21. September 2017

Am Donnerstag, 28. September, laden die Volkshochschule Hagen und der Hagener Heimatbund von 17 bis 18.30 Uhr zu einem Rundgang durch Altenhagen mit Jens Bergmann ein.

Vom Treffpunkt an der Altenhagener Straße unterhalb der Josefskirche geht es zunächst einmal zur Kirche selbst. Der Weg zum Ischeland führt dann am Melanchton-Haus und dem Marktplatz vorbei.

Am Ischeland wird unter anderem die Siedlung Am Rastebaum besichtigt, die 1930/31 im Auftrag der Gemeinnützigen Wohn- Bau- und Siedlungsgenossenschaft der freien Gewerkschaften erbaut wurde. Den Abschluss des Weges bildet ein Blick auf Jugendstilbauten an der Boeler Straße.

Das Teilnahmeentgelt von 6 Euro wird vor Ort bar kassiert. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung. Informationen erhalten Interessierte unter Telefon 02331/2073622.

VHS-Rundgang durch Wehringhausen

19. September 2017

Zu einem Stadtteilrundgang durch Wehringhausen mit Dr. Elisabeth May und dem Schwerpunkt auf der Architektur um 1900 lädt die Volkshochschule Hagen am Mittwoch, 27. September, von 16 bis ca. 18 Uhr ein.

Das vom Tal topographisch ansteigende Terrain des Stadtteils Wehringhausen findet eine städtebauliche Entsprechung in dem gesellschaftlich-hierarchischen Aufbau des Wohnviertels. Oben, an den Stadtgarten grenzend, entstand ein exponiertes Baugebiet nach den Gründerjahren. Im Buschey-Viertel zeugen prächtige Villen von einer glanzvollen Zeit.

Die Beamtenwohnhäuser im mittleren Bereich des Viertels sind nicht minder ansehnlich, denen weiter bergab die Arbeiterwohnhäuser mit schmucken Fassadengestaltungen folgen.

Das Teilnahmeentgelt von 6 Euro wird vor Ort bar kassiert. Treffpunkt ist vor der Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Straße 49. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung. Informationen erhalten Interessierte unter Telefon 02331/2073622.

110 Jahre Philharmonisches Orchester

16. September 2017

Der nächste Gesprächsabend im Erzählcafé „Altes Backhaus“ in der Lange Straße 30 mit Historiker Jörg Fritzsche findet am Freitag, 22. September, um 17 Uhr zum Thema „110 Jahre Philharmonisches Orchester“ statt.

Mit den Klängen zu Beethovens 5. Sinfonie und der Ouvertüre aus Wagners „Tannhäuser“ wurde am 7. Oktober 1907 der Grundstein für eine lange und glänzende Orchestertradition in Hagen gelegt. Das älteste städtische Orchester Westfalens blickt auf eine abwechslungsreiche, 110-jährige Erfolgsgeschichte zurück, die nur während der Weltkriege kurz unterbrochen wurde.

Das Philharmonische Orchester Hagen erlebte sowohl die Blütezeit der „Goldenen 1920er Jahre“ als auch improvisierte Konzerte auf den Trümmern der Nachkriegszeit. Insgesamt 13 Musikdirektoren standen an der Spitze des Ensembles, jeder prägte den Klangkörper auf seine spezielle Weise.

Seit seinem Bestehen hat das Orchester stets in enger Anbindung mit dem Theater Hagen, dem Opernhaus der Stadt, gewirkt. Der Historiker Jörg Fritzsche verfasste die 2007 erschienene Festschrift zum 100. Jubiläum der Hagener Philharmoniker und wird an diesem Vortragsabend auf die bewegte Geschichte des Hagener Orchesters zurückblicken.

Der Eintritt ist frei. Informationen zur Reservierung unter Kursnummer 1203 erhalten Interessierte beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/207-3622.

Führung in der Andachtshalle des Krematoriums Delstern

4. September 2017

Die Volkshochschule Hagen lädt am Mittwoch, 6. September, von 16 bis 17 Uhr zu einer Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern mit Dr. Elisabeth May. Treffpunkt ist auf dem Friedhof Delstern, Am Berghang, 58093 Hagen. Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und wird in bar vor Ort kassiert. Informationen zur Anmeldung unter der Kursnummer 1090 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/2073622.

Der Entwurf für das Krematorium stammt von dem Künstler und Gestalter Peter Behrens, der von dem Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus 1905 mit der Planung beauftragt wurde. Fertig gestellt wurde es bereits 1907, konnte aber erst 1912 eröffnet werden, nachdem es erstmals in Preußen eine gesetzliche Regelung zur Feuerbestattung gab.

Architektonisch hob sich das Krematorium mit seinem kubisch geschlossenen, streng symmetrisch gestalteten Baukörper und der für die damalige Schaffensperiode von Behrens‘ typischen, schablonierten Liniendekoration von früheren Entwürfen für Krematorien ab. Als Zeugnis eines Gesamtkunstwerks des Jugendstils ist die Andachtshalle ein Highlight Hagener Architektur. Nach der Führung schließt sich ein Rundgang zu den Prominentengräbern an.

„Macht und Pracht“

1. September 2017

Tag des offenen Denkmals in Hagen

„Macht und Pracht“ – Unter diesem Motto findet der diesjährige Tag des offenen Denkmals der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Sonntag, 10. September, statt. Im Mittelpunkt der zahlreichen Veranstaltungen und Vorträge rund um die Geschichte und die Denkmäler Hagens steht das Wasserschloss Werdringen und das Ruhrtal mit dem Kaisberg.

Das Wasserschloss Werdringen entstand aus einem hochmittelalterlichen Herrensitz, der erstmalig im 13. Jahrhundert erwähnt wird. Ursprünglich handelte es sich um ein „Festes Haus“ mit Wall und Graben. Die Überreste der mittelalterlichen Bebauung sind bis heute erkennbar. In der Frühen Neuzeit und gegen Mitte des 19. Jahrhunderts, damals im neugotischen Stil, wurde der Wehrbau zu einem Wasserschloss umgebaut. In den neunziger Jahren erfolgte eine Grundsanierung und seit 2004 dient ein Teil des Schlosses als archäologisches Museum für die Region.

Die Veranstalter präsentieren am Wasserschloss Werdringen den ganzen Tag über ein spannendes Vortrags- und Führungsprogramm: Dank der fachkundigen Verstärkung durch Dr. Ralf Blank, Ina Hanemann (Leiterin der Unteren Denkmalbehörde), Ilka Siegwarth (Leiterin der Unteren Wasser- und Bodenschutzbehörde), Jens Bergmann (Vorsitzender Hagener Heimatbund) und Mirjam Kötter (Organisatorin des Denkmaltages) können die Besucher sich von 13 bis 18 Uhr auf kompetente Führungen und Besichtigungen durch das Museum, über den GeoPfad und zu interessanten Themen rund um die Geschichte des Schlosses freuen.

Neben dem Programm am Wasserschloss findet auch eine Busrundfahrt von 13.30 bis 16 Uhr statt. Über die Stadtgrenzen hinaus entdecken die Teilnehmer Orte und Denkmäler, die durch den Einfluss wichtiger Industriepioniere wie Friedrich Harkort besondere Bedeutung erlangt haben. Die Rundfahrt führt durch Herdecke, Wetter, vorbei an Haus Busch und der Hohensyburg bis hin zum Laufwasserkraftwerk Hengstey. Am Burggelände in Wetter macht die Gruppe einen kurzen Halt. Treffpunkt für die zweieinhalbstündige Tour ist das Wasserschloss Werdringen. Die Teilnahme kostet 10 Euro pro Person und kann vor Ort gezahlt werden. Eine Anmeldung unter Telefon 02331/54418 (Donnerstag und Freitag jeweils von 9 bis 12 Uhr) ist erforderlich.

Zusätzlich besteht die Gelegenheit, am Tag des offenen Denkmals den Freiherr-vom-Stein-Turm am Kaisberg zu besichtigen. Warum ausgerechnet dieses Objekt, das normalerweise nicht zugänglich ist, nur eine Stunde geöffnet ist, müssen die Veranstalter erklären.

Der Flyer zum Tag des offenen Denkmals mit allen Terminen steht im Internet unter www.hagen.de zur Verfügung. Weitere Rückfragen beantwortet Mirjam Kötter unter Telefon 0157/37741096.

Historische Bunker-Tour mit der VHS

30. August 2017

Zu einer großen Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt lädt die Volkshochschule Hagen am Samstag, 2. September, von 13 bis 16 Uhr ein. Der Treffpunkt ist der Eingang des Bunkermuseums, Bergstraße 98.

Die Teilnehmer können zunächst im original rekonstruierten Kellergeschoss des Bunkermuseums die Atmosphäre der Bombennächte nachfühlen. Nach der gut einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker in der Körnerstraße.

Die Teilnehmer bekommen zahlreiche Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges. Zudem gibt Gästeführer Rouven Recksich viele Informationen über das Leben in Zeiten der „Bedrohung von oben“.

Die Führung kostet 18 Euro inklusive des Eintrittes für das Bunkermuseum Bergstraße. Eine rechtzeitige Anmeldung für die Tour ist erforderlich. Weitere Informationen gibt es beim Serviceteam der VHS unter Angabe der Kursnummer 1051 unter Telefon 02331/207-3622 oder im Internet unter www.vhs-hagen.de.

Neue „Stolpersteine“ für Hagen

25. August 2017

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Gunter Demnig verlegte am 27. Mai 2005 in der Rathausstraße die ersten Hagener „Stolpersteine“. Foto: privat

Zum Gedenken an die zahlreichen Opfer von Krieg und Faschismus und anlässlich des bevorstehenden Antikriegstages am 1. September organisiert der DGB in Hagen am 29. August die Verlegung von fünf weiteren „Stolpersteinen“.

In Zusammenarbeit mit dem Hagener Geschichtsverein und Hagener Friedenszeichen e.V. begrüßen die Veranstalter den Kölner Künstler Gunter Demnig, der europaweit für die Anfertigung und Verlegung der „Stolpersteine“ unterwegs ist. Die fünf Opfer, denen mit den Steinen nun dauerhaft gedacht wird, entstammen der Arbeiterbewegung oder wurden wegen ihres jüdischen Glaubens verfolgt und schließlich ermordet.

„Stolpersteine“ ist eine Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig, die im Jahr 1992 ins Leben gerufen wurde und an die Deportationen durch die Nationalsozialisten erinnern soll. Weitere Informationen zu dieser Aktion finden sich unter www.stolpersteine.com.

Ist das Wohnraum oder kann das weg?

24. August 2017

Was die GWG in Wehringhausen abreissen will

Block Lange/Ewald/Minerva/Gustavstr. Luftbild: RVR

Ansicht des Wohnblocks aus der Gustavstraße. Links im Anschnitt das Haus Lange Straße 118. Foto: DW

Tafel am Haus Lange Straße 118. Das erste Haus, das der Spar- und Bauverein Hagen-Wehringhausen 1899 errichtete. 1941 wurde er mit dem Spar- und Bauverein Haspe zur Gemeinnützigen Wohnstätten Genossenschaft Hagen (heute GWG) zusammengelegt. Foto: DW

Weitere Informationen siehe:

Abriss im großen Stil

In Hagen-Wehringhausen soll ganzer Wohnblock verschwinden

Mit der VHS die Walddorf-Siedlung erkunden

22. August 2017

Zu einer Führung durch die Walddorf-Siedlung und das Riemerschmid-Haus (Foto: Osthaus-Museum) mit Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen gemeinsam mit dem Osthaus Museum im Rahmen des Urlaubskorbes am Donnerstag, 24. August, von 16 bis 17 Uhr ein. Die Teilnehmer treffen sich vor dem Haus in der Walddorfstraße 17.

Zum „Hagener Impuls“ gehören nicht nur der Hohenhof und andere großartige Villen, sondern auch die weniger bekannten Arbeiterwohnhäuser der Walddorf-Siedlung. Zwischen 1907 und 1911 baute der Architekt und Kunstgewerbler Richard Riemerschmid im Wasserlosen Tal eine Häuserzeile mit elf Häusern, die eigentlich als Teil einer großen Gesamtanlage für Arbeiterwohnungen geplant war.

Dr. Elisabeth May führt die Teilnehmer durch das Haus Nummer 17, gibt zahlreiche Hintergrundinformationen und erläutert die Ideen von Karl Ernst Osthaus und der Hagener Textilindustrie hinter dem Bauvorhaben.

Die Teilnahme kostet 6 Euro und wird vor Ort bar kassiert. Eine rechtzeitige Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1108 beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Hagener Architektenbrüder im Visier

21. August 2017

Gebäude der Gebrüder Ludwigs – Geführter Rundgang
Mittwoch, 23.08.2017 von 16:00 Uhr – 17:00 Uhr

Haßleyer Straße 12, Foto Marco Siekmann, Hagen

Ab 1909 realisierten die Gebrüder Ludwigs eine ganze Reihe unterschiedlicher Bauten im Hagener Stadtraum. Dabei setzten sie sich intensiv mit dem „Neuen Stil“, wie ihn Karl Ernst Osthaus zum Teil in Hagen etablieren konnte, auseinander.

Einflüsse des Jugendstils und der ästhetischen Erneuerungsversuche innerhalb der Reformbewegung nach 1900 sind bis heute im Hagener Stadtbild zu entdecken.

Die Anmeldung erfolgt bei der Volkshochschule Hagen unter Tel.: 207 3622. 6 € Teilnahmegebühr vor Ort zu entrichten! Treffpunkt ist Haßleyerstraße 14, 58093 Hagen.

Schätze des Hagener Jugendstils

16. August 2017

Tor zum Hohenhof, Fotografie: Willy Moll, Hagen

Zu einer Besichtigung des Hohenhofs und des Stirnbands mit Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen gemeinsam mit dem Osthaus Museum am Donnerstag, 17. August, von 11 bis 13 Uhr ein. Treffpunkt für die Führung ist der Platz vor dem Hohenhof, Stirnband 10.

Das ehemalige Wohnhaus des Hagener Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus auf Emst gehört zu den wenigen begehbaren Gesamtkunstwerken im Jugendstil, das der belgische Künstler Henry van de Velde von 1906 bis 1908 errichtete. Durch die sehr genaue und individuelle Planung des Wohnhauses erleben die Teilnehmer die minuziöse Komposition der Räume.

Eine Anmeldung für die Führung ist erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt 9 Euro inklusive des Eintrittes für den Hohenhof und wird vor Ort kassiert. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1081 beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Kulturgeschichtlicher Gang über den Buschey-Friedhof

15. August 2017

Mittwoch, 16.08.2017 von 16:00 Uhr – 17:30 Uhr

Der Buschey-Friedhof in Hagen-Wehringhausen ist der älteste Friedhof Hagens, der noch belegt wird. Er wurde am Ostermontag 1810 eingeweiht und verdeutlicht heute in der Fülle verschiedener Grabmalgestaltung den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur.

Historische Friedhöfe sind nicht nur Zeugen der Vergangenheit und dokumentieren den Umgang mit dem Tod, sondern sie sind auch Abbild unserer Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens. Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey-Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben verschiedener Epochen. Von Historismus über Jugendstil bis in die Moderne – jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Der Rundgang über den Buschey-Friedhof gibt Einsichten in die Entwicklung der Grabmalkultur.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt. Teilnahmegebühr: 6 €. Treffpunkt ist der Seiteneingang Grünstraße, 58089 Hagen.

Spurensuche: Moll, Elbers, Bettermann und Co.

14. August 2017

Zu einer spannenden Spurensuche zwischen dem Emilienplatz und der Potthofstraße mit Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff laden die Volkshochschule Hagen und der Hagener Heimatbund im Rahmen des Hagener Urlaubskorbes am Mittwoch, 16. August, von 18 bis 19.15 Uhr ein. Treffpunkt für die Führung ist die Ecke Rathausstraße/Holzmüllerstraße.

Bei dem Spaziergang erfahren die Teilnehmer spannende Informationen rund um die Textilunternehmer Moll und Elbers, die Brauerei Bettermann und den Industriepionier Huth. Zudem zeigt Michael Eckhoff verschiedene „Kunstwerke am Straßenrand“.

Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen zur Anmeldung erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1049 beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

VHS-Führung durch die Heilig-Geist-Kirche Emst

8. August 2017

Zu einer Führung durch die Heilig-Geist-Kirche in Hagen-Emst mit Karl-Josef Sievers lädt die Volkshochschule Hagen für Mittwoch, 9. August, um 16 Uhr ein. Der Treffpunkt ist am Eingang der Kirche, Willdestraße 19.

Die katholische Heilig-Geist-Kirche in Emst ist das letzte Bauwerk des bekannten deutschen Kirchenbaumeisters Dominikus Böhm, errichtet im Jahr 1955.

Böhm ist der Begründer der gleichnamigen Kölner Architekten-Dynastie. Sein Sohn Gottfried Böhm entwarf die Wallfahrtskirche in Neviges, die gemeinhin als sein wichtigstes Werk gilt. 1986 zeichnete ihn die Jury des renommierten Pritzker-Preises aus. Enkel Paul Böhm gewann 2006 mit seinem Büro den ausgeschriebenen Wettbewerb für den inzwischen auch medial bekannt gewordenen Bau der Zentralmoschee Köln.

Das Hagener Bauwerk des Großvaters liegt beinahe burgartig, mit einem markanten, runden und weit sichtbaren Turm auf der Emster Höhe. Innen stellt sich die Kirche als eine hohe, säulenlose Halle dar, an die sich übergangslos ein halbrunder Chorraum anschließt. Besondere Einrichtungsgegenstände sind eine freihängende Stuckdecke mit Feuerzungen-Motiven, Altar, Ambo, und Taufbecken aus grünem Marmor, ein textiler Kreuzweg (Stickarbeit) von Hildegard Buchholz sowie Glasfenster von Dr. Egbert Lammers in Turm- und Taufkapelle.

Die Führung geht auf die Geschichte, die Architektur und die Symbolik des Kirchenraumes ein und gibt Erläuterungen zu den Einrichtungsgegenständen. Die Kirche ist seit 2008 in die Denkmalliste der Stadt Hagen aufgenommen.

Der Kostenbeitrag für die Führung ist nicht festgelegt. Die Teilnehmer entscheiden selbst, welcher Beitrag ihnen die Führung wert ist. Informationen zur Anmeldung unter der Kursnummer 1174 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Architektur um 1900 in Wehringhausen

5. August 2017

Langestraße 47, Foto: Marco Siekmann.

Am Mittwoch, 9. August findet ab 16 Uhr eine kulturgeschichtliche Führung durch Wehringhausen statt.

Im Stadtteil Wehringhausen ist die Hausarchitektur von den Kriegseinwirkungen weitestgehend verschont geblieben.

Aus kunsthistorischer und architektonischer Sicht kann hier exemplarisch die städtebauliche Entwicklung über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren verfolgt werden. Als besonders interessant rückt dabei die Zeit des Baubooms um 1900 und der Nachkriegsjahre in den Vordergrund: Der Historismus vor der Jahrhundertwende, der als Reformbewegung folgende Jugendstil sowie die nach dem 1. Weltkrieg versachlichenden Tendenzen im Hausbau werden bei der Führung mit ihren Besonderheiten in Augenschein genommen.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 02331/207-3138 oder 02331/207-2740, Treffpunkt ist die Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Str. 49, 58089 Hagen.

Führung in der Andachtshalle des Krematoriums Delstern

1. August 2017

Mittwoch, 02.08.2017 von 16:00 – 18:00 Uhr

Am Mittwoch, 2. August ab 16 Uhr findet eine kulturgeschichtliche Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums Delstern statt (Foto: Tobias Roch).

Die erste Anlage für Feuerbestattung in Preußen wurde in Hagen gebaut – erst Jahre später konnte sie in Betrieb genommen werden, denn die Rechtslage sah eine solche Einrichtung noch gar nicht vor.

Dass das Hagener Krematorium zudem durch den später als AEG-Gestalter zu Weltruhm gelangten Peter Behrens gebaut wurde, ist dem Kunstförderer und Museumsgründer Karl Ernst Osthaus zu verdanken. Dessen Leidenschaft für vorbildliche Gestaltung auch und gerade in Alltagsbereichen verdankt die Stadt Hagen eine ganze Reihe interessanter Bauwerke.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740 oder 207-3138. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt.

Historische Bunker-Führungen mit der VHS

27. Juli 2017

Der Bunker an der Dödterstraße. Foto: Dieter Faßdorf

Zu einer großen Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt lädt die Volkshochschule Hagen am Samstag, 5. August, und am Samstag, 2. September, jeweils von 13 bis 16 Uhr ein. Der Treff- und Startpunkt mit dem Gästeführer Rouven Recksick ist vor dem Bunkermuseum, Bergstraße 98.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern in Hagen. Sie erfahren Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“. Das Kellergeschoss des Bunkermuseums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass man die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen kann. Nach der einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung auf Höhe der Marienstraße.

In der Teilnahmegebühr von 18 € ist der Eintritt für das Bunkermuseum bereits enthalten. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um rechtzeitige Anmeldung unter Telefon 02331/207-3622.

Führung im Hohenhof und am Stirnband

26. Juli 2017

Donnerstag, 27.07.2017 von 11:00 – 12:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäudeentwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof (Foto: Marco Siekmann) architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Eintritt: plus Führungsgebühr 9 Euro, Anmeldung unter 0 23 31/207 3622

Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen.

Führung im Riemerschmid-Haus

25. Juli 2017

Mittwoch, 26.07.2017 von 16:00 – 17:00 Uhr

Ein eigenes kleines Haus mit Nutzgarten – um 1907 sollte das für die Hagener Textilarbeiter kein Traum bleiben müssen.

Karl Ernst Osthaus holte 1905 die Teilnehmer einer Konferenz für „Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen“ nach Hagen. In der Folge konnte er dem in München geborenen Künstler-Architekten Richard Riemerschmid einen Bauauftrag durch Elbers in Hagen verschaffen.

Riemerschmid ist bis heute berühmt für Projekte wie die erste deutsche Gartenstadt in Hellerau bei Dresden. Ab 1907 begann er den Bau einer Anlage für Arbeiterwohnungen in Hagen, die sogenannte „Walddorf-Siedlung“ (Foto: Osthaus-Museum). Nur elf Häuser konnten realisiert werden. Bei der öffentlichen Führung durch Haus Nr. 17 erhält man Einblick in die Lebenswelt der Arbeiter dieser Zeit.

Treffpunkt ist die Walddorfsstr. 17, 58093 Hagen

Führungsgebühr 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740 oder 207-3138

Führung im Hohenhof und am Stirnband

17. Juli 2017

Mittwoch, 19.07.2017 von 16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-entwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Eintritt plus Führungsgebühr 6 Euro, Anmeldung unter 0 23 31/207 2740

Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen.

Haus der Ruhrkohle im neuen Glanz

15. Juli 2017

Video, verfügbar bis 20.07.2017, Quelle: WDR

Das Gebäude wurde 1925–1926 nach Entwurf des Hagener Architekten Ernst Kohlhage für das Unternehmen Kohlenhandelsgesellschaft „Mark“ Siepmann, Schrader & Co. KG erbaut, an das die vom Bergbau-Symbol Schlägel und Eisen flankierte Inschrift am Portikus erinnert (Foto: Klaus Hommerich, Wikimedia Commons, CC-BY-SA-3.0).

Später wurde das Gebäude durch die Ruhrkohle AG genutzt, auf die der heute gebräuchliche Name des Hauses verweist. Danach war es Sitz verschiedener kommunaler Behörden (Amt für Statistik, Forstamt, Liegenschaftsamt, Amt für Katastrophenschutz, Straßenverkehrsamt), die aber alle jeweils nach kurzer Zeit wieder auszogen.


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