Archive for the ‘05 Geschichte Hagen’ Category

Friedhofskultur im Wandel – Der Buschey-Friedhof

15. April 2019

Am Mittwoch, 17. April 2019 wird ab 16 Uhr eine kulturgeschichtliche Führung über den Buschey-Friedhof angeboten.

Der 1810 eingeweihte Buschey Friedhof in Hagen-Wehringhausen (Foto: Dieter Fassdorf) verdeutlicht in der Fülle verschiedener Grabmalgestaltung den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur. Historische Friedhöfe sind auch Abbild unserer Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens.

Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben von Klassizismus und Historismus über Jugendstil bis in die Moderne.

So hielt mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert auf dem Friedhof seriell gefertigter Grabschmuck Einzug, was zu einer Gegenbewegung führte, die auf individualisierte Grabmäler und künstlerische Entwürfe setzte. Davon zeugen auf dem Friedhof u.a. Skulpturen des belgischen Bildhauers George Minne, die auf Initiative des Hagener Kulturreformers Karl Ernst Osthaus entstanden. Ein weiterer von Osthaus beauftragter Gedenkstein von J.L.M. Lauweriks verweist bereits mit seinem modularen Entwurfssystem auf den beginnenden versachlichten Blick auf den Tod.

Teilnahmegebühr: 6 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt. Treffpunkt ist der Seiteneingang Grünstraße, 58089 Hagen.

100 Jahre Bauhaus: Hagener entwarf Antifa-Logo

14. April 2019

Bei Demonstationen gegen neofaschistische Umtriebe sieht man es mit schöner Regelmäßigkeit: Das Logo der Antifa mit einer stilisierten roten und schwarzen Fahne. Entworfen hat das Signet in seiner Urform (s. Abb. links) einst ein Hagener Bauhaus-Schüler, Max Gebhard.

In den 1970er Jahren griffen Antifagruppen das Signet der „Antifaschistischen Aktion“ von 1932 auf. Beide Fahnen und der Rettungsring waren ursprüglich rot und standen für Sozialismus und Kommunismus. In den 1980er Jahren wurde die kleinere Fahne als Zeichen für den autonomen Anarchismus schwarz.

Der Schöpfer des Logos, Max Gebhard, machte nach dem Besuch der Volksschule in Hagen zunächst eine Lehre als Schaufensterdekorateur und besuchte danach die Malerfachschule. Von 1926 bis 1928 war er Schüler am Bauhaus Dessau mit den Schwerpunkten Typographie und Plakatgestaltung.

Dank seiner Vorkenntnisse konnte Gebhard rasch bei Formmeister Herbert Bayer in der Reklame-Werkstatt bei Auftragsarbeiten mitarbeiten. Mit Kurt Stolp und Walter Funkat gestaltete er Bauhaus-Drucksachen. Ab 1927 war er Mitglied der KPD.

Ab 1929 war Gebhard freischaffender Grafiker in Berlin und arbeitete bei László Moholy-Nagy an Bühnenausstattungen für die Kroll-Oper und Inszenierungen von Erwin Piscator. Er wurde Mitglied in der Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ASSO) und arbeitete für die Agitprop-Abteilung des Zentralkomitees der KPD, die ihm Arbeitsmöglichkeiten im Karl-Liebknecht-Haus stellte. Bei der Arbeiter Illustrierten Zeitung (AIZ) kam er in Kontakt zu John Heartfield.

Nach Kriegsende holte Max Keilson ihn 1946 als Ressortleiter und Pressezeichner zur SED-Zeitung Vorwärts, Vorgänger der Zeitung Neues Deutschland. Nach einem Zwischenspiel als Formgestalter bei Mart Stam am Institut für industrielle Formgestaltung war er von 1950 an zehn Jahre bis zu seiner Pensionierung als Grafiker und Atelierleiter beim Dietz-Verlag in Ost-Berlin beschäftigt.

Säkulare Funktion mit sakraler Atmosphäre

13. April 2019

Führung in der Andachtshalle des Krematoriums Delstern

Am Sonntag, 14. April 2019 ab 15.00 Uhr findet eine kulturgeschichtliche Führung durch die Andachtshalle ohne Besichtigung der Einäscherungsanlage statt.

Der Entwurf für das Krematorium stammt von dem Künstler und Gestalter Peter Behrens, der von dem Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus 1905 mit der Planung beauftragt wurde.

Das zwei Jahre später fertig gestellte Gebäude hob sich mit seinem kubisch geschlossenen, streng symmetrisch gestalteten Baukörper und der für die damalige Schaffensperiode von Behrens’ typischen schablonierten Liniendekoration von früheren Entwürfen für Krematorien ab (Foto: Tobias Roch, Hagen).

Bezug nehmend auf die Florentiner Kirche San Miniato al Monte vereinte Behrens die säkulare Funktion mit einer sakralen Atmosphäre. Ihm gelang es, der relativ kleinen Halle Monumentalität und so eine dem Anlass angemessene Atmosphäre zu verleihen. Dem Sakralbau hat Behrens eine streng geometrische Form gegeben. Das Gebäude erscheint sowohl stark entfernt von den Lineaturen des Jugendstils als auch von der funktionalen Sachlichkeit, zu der sich Behrens später bekannte. Das Gebäude wirkt in seiner strengen Monumentalität fast klassizistisch.

Teilnahmegebühr: 7 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740 oder 207-3138. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt.

Gedenken an 200 Jahre Karl Halle

12. April 2019

Vor genau 200 Jahren am 11. April 1819 wurde in Hagen Karl F. Halle geboren. Um an das Wirken dieses hochbedeutenden Musikers zu erinnern, legten an seinem Geburtstag Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer, Kulturdezernentin Margarita Kaufmann und Dr. Peter Schütze (Vertreter der ehemaligen Karl-Halle-Gesellschaft) ein Blumengebinde vor der Karl-Halle-Statue an der Johanniskirche nieder. Dort erinnert die Stadt Hagen seit 2008 mit einer lebensgroßen Skulptur des Künstlers Uwe Will an einen ihrer großen Söhne.

Als Komponist, Orchesterleiter, Pianist und Pädagoge war Halle auf zahlreichen Konzertreisen in Europa, Australien und Südafrika unterwegs, kehrte aber auch regelmäßig nach Hagen zurück.

Eine große Berühmtheit wurde er besonders in Großbritannien. Das Hallé-Orchester in Manchester, eines der ältesten und bedeutendsten Orchester des Landes, trägt bis heute seinen Namen. Karl Halle gründete das Ensemble 1858 und hatte sich damals längst einen Namen in den Musikmetropolen dieser Welt gemacht. Zudem war er maßgeblich an der Gründung der königlichen Musikhochschule seiner Wahlheimat Manchester beteiligt. Für seine großen künstlerische Verdienste erhob ihn das englische Königshaus in den Adelsstand

Grabungen am Hohenhof in Hagen

10. April 2019

Historischer Garten soll wieder hergestellt werden

Archäologin Dr. Eva Cichy erläutert die Ausgrabungen in der sogenannten Buddhagrube. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Das Außengelände des Hagener Hohenhofs verändert sich und lockt Archäologen an: Auf der Grundlage eines gartendenkmalpflegerischen Gesamtkonzepts der Landschaftsarchitektin und Gartendenkmalpflegerin Susanne Weisser aus Wuppertal soll der Garten am Hohenhof entsprechend der historischen Pläne von Henry van de Velde und Leberecht Migge wieder hergerichtet werden. Doch die Natur hat das Regiment übernommen und macht die Unterstützung von Archäologen erforderlich.

Denn schon nach den ersten Arbeiten auf dem Außengelände zeigte sich, dass nicht sicher ist, was von den historischen Plänen tatsächlich umgesetzt wurde. Aufgrund der natürlichen Veränderungen ist heute vieles nicht mehr erkennbar.

Mirjam Kötter von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Hagen suchte Unterstützung bei dem für Hagen zuständigen Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)-Archäologie in Olpe, der seine Hilfe zusicherte. Obwohl die Wissenschaftler aus Olpe meistens in ganz anderen, deutlich ältere Zeitschichten unterwegs sind, wendeten sie für die Untersuchungen am Hohenhof die üblichen Grabungsverfahren an. In der westfälischen Archäologie kommt es immer häufiger vor, dass auch neuzeitliche und moderne Fundorte untersucht werden.

Im März dieses Jahres rückten die LWL-Archäologen das erste Mal im Hohenhof an. Begonnen wurden die Untersuchungen im Bereich der sogenannten „Buddhagrube“ im Südwald des Außenbereichs. Bereits nach Abtrag der ersten Schichten konnten Hinweise auf einen ehemaligen Fußbodenhorizont entdeckt werden, der über Jahrzehnte unter dem Waldboden verschwunden war und sich nur zu Teilen erhalten hat.

Bei den Grabungen verwendeten die Archäologen neben den üblichen Handwerkzeugen, wie Spaten, Kratzern und Besen, auch eine Drohne. Der Einsatz von Drohnen bei der Dokumentation des Grabungsareals gehört in vielen Grabungsfirmen und Forschungseinrichtungen längst zum Alltag. Sie helfen dabei, qualitätsvolle Gesamtaufnahmen der Grabungsstätten zu erstellen.

In einem nächsten Schritt werden weitere Bereiche im Südwald des Hohenhofs untersucht und damit zusätzliche Einblicke in die Vergangenheit geschaffen. Am Samstag, 8. Juni, findet am „Tag der Parkanlagen und Gärten“ ab 15 Uhr eine Führung im Garten des Hohenhofes statt, bei der Landschaftsarchitektin Susanne Weisser das denkmalpflegerische Konzept präsentieren wird.

Zudem sind im Laufe des Sommers weitere archäologische Grabungen am Hohenhof geplant, die bis zum „Tag des offenen Denkmals“ am 8. September dieses Jahres abgeschlossen und dann von den anwesenden Archäologen ausführlich vorgestellt werden.

Zwischen Bauhaus und Diktatur: Die zwanziger Jahre in Hagen

9. April 2019

13. April – 2. Juni 2019, Osthaus-Museum Hagen

Die Ausstellung belegt den Einfluss und die Tradition des Bauhauses in der Stadt von Karl Ernst Osthaus. Fotografien, Pläne, Dokumente und Objekte aus den reichen Beständen des Stadtarchivs und Stadtmuseums ermöglichen Einblicke in die Gesellschaft, Kultur, Stadtplanung und Politik der Revolutionszeit 1918-1920 sowie der Weimarer Republik in Hagen.

Sie dokumentieren die Not und das Elend der Krisen- und Inflationsjahre und die politischen Auseinandersetzungen sowie den kurzzeitigen Aufschwung, der sich vor allem auch in der Überlieferung zur Standplanung und Architektur widerspiegelt.

Ein überregional herausragendes Beispiel für den Wohnungsbau ist die „Cuno Siedlung“ im Stadtteil Kuhlerkamp (Foto: Rainer Halama). Sie greift allein schon äußerlich die Architektur und Gestaltung des Bauhauses auf. Die in Hagen während der Zwanziger Jahre entstandenen Konzepte zum sozialen Wohnungsbau und zur Stadtgestalt orientierten sich an den Inhalten des Bauhauses.

Im Rahmen der Ausstellung wird auch der Zeichner und Karikaturist Carl Grimm vorgestellt. Er kommentierte die Zwanziger Jahre in der Umbruchsituation vor 1933 mit zahlreichen Zeichnungen.

Erzählcafé: Kneipenszene Altenhagen

19. März 2019

Der nächste Gesprächsabend der Volkshochschule Hagen (VHS) im Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, findet am Freitag, 22. März, um 17 Uhr zum Thema „Die Kneipenszene in Altenhagen“ statt.

Zwischen der Altenhagener Brücke und der Alleestraße existierten vor dem Krieg unzählige Kneipen. Viele wurden in den 1950er Jahren wieder eingerichtet, bis das Kneipensterben der 1970er und -80er Jahre einsetzte. An traditionelle Einrichtungen und Namen möchte Jens Bergmann, Vorstand des Hagener Heimatbundes, mit ausgesuchten Bildern erinnern.

Der Eintritt beträgt zwei Euro. Informationen zur Anmeldung erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1206 auf der Internetseite vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Auge in Auge mit einem Menschen aus der Steinzeit

16. März 2019

Modernste Technik macht es möglich, während der Fernseher läuft: Die Rekonstruktion des Steinzeitmenschen aus der Hagener Blätterhöhle betrachtet den eigenen Schädel. Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen.

Die Hagener Blätterhöhle zählt zu den wichtigsten steinzeitlichen Fundstellen in Europa. In den vergangenen Jahren wurden im Innenraum der Höhle, die zur frühen Mittelsteinzeit und in der späten Jungsteinzeit als Deponierungs- und Bestattungsort genutzt wurde, sowie auf dem Vorplatz, der seit der Altsteinzeit bis in die späte Mittelsteinzeit als Lagerplatz diente, immer wieder neue Erkenntnisse gewonnen. Einige waren von so grundlegender Bedeutung für die Forschung, dass unter anderem die Lehrmeinung über die Jungsteinzeit ergänzt werden musste. In deutschsprachigen und internationalen Fachjournalen und Medien ist die Hagener Blätterhöhle mittlerweile ebenso präsent, wie in Ausstellungen und Museen.

Begleitet werden die Ausgrabungen in der Blätterhöhle und auf ihrem Vorplatz durch modernste Digitaltechnik sowie archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungsverfahren. Die menschlichen Überreste sind auch Gegenstand von genetischen Analysen. Anhand der Genetik und anderen Untersuchungen lassen sich sehr viele Details über die Menschen herausfinden. Darunter auch Hinweise darauf, wie der jeweilige Mensch ausgesehen hat, welchem Geschlecht er angehörte, wo er geboren und aufgewachsen ist, welche Krankheiten ihn plagten oder wovon er sich ernährt hatte. Archäologen werden zu Kriminalisten, da immer mehr Aussagen über die Funde gemacht werden können, die sich allmählich zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen.

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Hagener Schätze des Jugendstils

15. März 2019

Führung im Hohenhof und am Stirnband

Sonntag, 17.03.2019 von 14:00 Uhr – 16:00 Uhr

1906 begründete Karl Ernst Osthaus die Künstlerkolonie Hohenhagen mit dem Ziel, ein „Freiluftmuseum moderner Baukultur“ zu schaffen. Dazu lud er ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um individuelle Gebäudeentwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ von dem belgischen Künstler Henry van de Velde sein Wohnhaus, den Hohenhof, erbauen, der heute architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende zählt und eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk ist.

Die Villa Cuno, erbaut nach einem Entwurf von Peter Behrens, ist bestimmt durch eine klassizistisch-strenge Fassadengestaltung: Kreis-, Quadrat- und Dreieckelemente betonen die Geometrisierung des Gebäudes.

Der holländische Architekt J.L.M. Lauweriks schuf basierend auf theosophischem Gedankengut ein Maßsystem, womit er den Vorläufer der Normierung im modernen Hausbau entwickelte.

Aufgrund dieses erstrangigen Bautenensembles gilt Hagen unter anderem heute als eine Wiege der modernen Architektur um 1900.

Anmeldung unter 0 23 31/207 2740. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen. Eintritt: plus Führungsgebühr 12 Euro

„Bleibense Mensch“

14. März 2019

Jürgen von Manger fand vor 25 Jahren seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Delstern

Er wurde als Vater der deutschen Comedy geadelt und in einer TV-Sendung kürte man ihn gar zum erfolgreichsten Comedian aller Zeiten. Die Rede ist von Jürgen von Manger, der mit seiner bereits 1961 entwickelten Kunstfigur „Adolf Tegtmeier“ unbestritten als Wegbereiter für Ruhrgebietskünstler wie Herbert Knebel, Ludger Stratmann oder Fritz Eckenga angesehen werden darf (Foto: Jürgen von Manger in einer Karikatur von Hans Pfannmüller).

Am morgigen Freitag, 15. März, jährt sich zum 25. Mal der Todestag dieses vielseitigen Künstlers, der Zeit seines Lebens auf ganz besondere Weise Hagen verbunden war und der seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Delstern fand.

Das Licht der Welt erblickte Jürgen von Manger am 6. März 1923 in Koblenz. Mit neun Jahren kam er in die Volmestadt, drückte am Hagener Fichte-Gymnasium (an dem später sein Bruder unterrichtete) und danach am Albrecht-Dürer Gymnasium die Schulbank, ehe er im Jahre 1939 erstmals als Statist am Theater Hagen auf jenen Brettern stand, die später für ihn die Welt bedeuten sollten. Zwei Jahre lang sammelte er an der städtischen Bühne Erfahrungen, ehe er 1941 zum Frontdienst in Russland einberufen wurde.

Nach Beendigung des 2. Weltkriegs erhielt Jürgen von Manger einen Vertrag als Schauspieler am Theater Hagen.

Hier glänzt er in verschiedenen Rollen bis er 1947 zum Bochumer Schauspielhaus wechselte. Es folgen einige Theater und viele Rollen. Daneben studierte er von 1954 bis 1958 Rechts- und Staatswissenschaften in Köln und Münster und absolvierte zudem eine Schauspiel- und Gesangsausbildung.

Mit seiner Figur des „Adolf Tegtmeier“, die er 1961 eigentlich für den Hörfunk entwickelte, erreichte von Manger bis in die 1980er Jahre mit seinem „Ruhrpott-Dialekt“ einen unglaublichen Popularitätsgrad in ganz Deutschland. Die Sprech- und Denkweise der Menschen im Ruhrgebiet, die sympathischen Schwächen und Probleme des „Mannes auf der Straße“ standen im Mittelpunkt seiner Geschichten, Erzählungen und Anekdoten. „Tegtmeier“ philosophiert mit gesundem Menschenverstand über das Leben im Allgemeinen und im Besonderen und avanciert damit zum Sinnbild eines Ruhrgebiet-Originals.

Gleichzeitig avancierte Jürgen von Manger mit seinem „Tegtmeier“ zu einer Kultfigur im deutschen Fernsehen. Von 1972 bis 1980 war er mit „Tegtmeiers Reisen“ einer der Dauerbrenner im ZDF. Daneben machte sich Jürgen von Manger auch als Sprecher in verschiedenen Hörspielproduktionen des WDR einen Namen, wobei seine Darstellung des Gollum aus J. R. R. Tolkiens „Der kleine Hobbit“ bis heute Kultstatus genießt. Sein musikalisches Talent unterstrich er mit Platten wie „Bottroper Bier“, eine gesungene Hommage an die Vorliebe für Gerstensaft…

Am 15. März 1994 verstarb der ebenso vielseitige wie sympathische Schauspieler, Kabarettist und Komiker, der mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen auszeichnet wurde und dem ein Stern auf dem Mainzer „Walk of Fame des Kabaretts“ gewidmet ist, in Herne.

Führung durch die Alte Synagoge Hohenlimburg

8. März 2019

Zu einer Besichtigung der Dauerausstellung „Lebendiges Judentum“ in der Alten Synagoge Hohenlimburg, Jahnstraße 46, lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Samstag, 9. März, von 10.30 bis 12 Uhr ein (Foto: Dieter Fassdorf).

Der Referent ist Rudolf Damm, ehemaliger Gesamtschullehrer für Deutsch, Geschichte und Religion sowie Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung. Er führt die Teilnehmer sachkundig durch die Ausstellung, in der das Judentum lebendig wird. Rudolf Damm gibt einen Überblick über die verschiedenen Kultgegenstände sowie die jüdischen Feste. Die Besucher lernen Beschneidungsbesteck und Gebetsmantel, Gebetsriemen, einen jüdischen Hochzeitsring und Hochzeitsverträge sowie verschiedene Gegenstände zu den Festen kennen. Im Mittelpunkt steht die Torarolle. Leittexte, Fotos und Zeichnungen ergänzen die Ausstellungsstücke.

Der Eintritt ist frei. Informationen zur Anmeldung unter der Kursnummer 1361 erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Nichts war vergeblich

28. Februar 2019

Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Mittwoch, 6. März 2019, 18:00 Uhr
KULTOPIA, Konkordiastraße 23 – 25, 58095 Hagen

Der Beitrag von Frauen im Widerstand gegen die Hitler-Diktatur ist wenig erforscht und gewürdigt worden. Ihr Mut stand dem der Männer nicht nach, doch ihre Geschichten sind wenig im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert. Dem will eine Ausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V. abhelfen, die Frauen vorstellt, die sich nicht mit Gleichschaltung und Terror abfinden wollten. Sie halfen Verfolgten, verfassten Flugblätter und setzten bei gefahrvollen Aktionen ihr Leben aufs Spiel.

Die Ausstellung zeigt 18 Biografien von Frauen, die sich in vielfältiger Weise gegen das Naziregime aufgelehnt haben – widerständig waren.  Sie räumt mit der Vorstellung auf, dass nur Männer im Widerstand aktiv waren und die Frauen eine nebensächliche, dienende Rolle gespielt hätten und erzählt Geschichten von Frauen, die mutig und eigenständig handelten. Einige der in der Ausstellung gezeigten Frauen sind einer größeren Öffentlichkeit bekannt, wie beispielsweise die Autorin Erika Mann oder die Kriegsfotografin Gerda Taro, viele der Frauen sind in der öffentlichen Wahrnehmung aber kaum präsent.

Anlässlich der Vernissage werden auch Original-Gegenstände gezeigt, die von Frauen im Zuchthaus oder Konzentrationslager gefertigt wurden und die dokumentieren, dass auch dort der Widerstandswille der Frauen deutlich wurde.

Anlässlich des Internationalen Frauentages findet die Vernissage zur Ausstellung am Mittwoch, 6. März um 18:00 Uhr im Kultopia statt. Gudrun Schmidt vom Studienkreis Deutscher Widerstand – die selbst an der Erstellung der Ausstellung mitgearbeitet hat – wird in die Ausstellung einführen. Grußworte durch den Oberbürgermeister Erik O. Schulz und den Vorsitzenden des DGB Hagen Stefan Marx ergänzen die Eröffnung. Bei einem kleinen Imbiss und Getränken ist für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.

Die Ausstellung ist zu folgenden Öffnungszeiten zu besuchen: 7 . und 8. März sowie 11.-13. März 10:00-20:00 Uhr, 14. März 10:00-14:00 Uhr. Führungen durch die Ausstellung können unentgeltlich vereinbart werden mit Paula Neubauer: paula@kultopia.de oder 02331 207-3834.

Neue Forschung: Spezialeinheit „Ritchie Boys“ in Hagen aktiv

19. Februar 2019

Die „Ritchie Boys“ waren Spezialkräfte der US-Armee. Sie waren auch in Hagen im Einsatz. In Firmen und auf der Suche nach Nazi-Größen. (…)

Quelle: wp.de

Hagener Kinos im Wandel der Zeit

13. Februar 2019

Zum nächsten Gesprächsabend mit Uli Weishaupt und dem Thema „Hagener Kinos im Wandel der Zeit“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Freitag, 15. Februar, um 17 Uhr in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, ein. Nach dem erfolgreichen Start der Veranstaltung im September 2012 gibt es damit bereits zum achten Mal einen Rückblick auf die Geschichte des Hagener Kinos.

Zur Einstimmung zeigt Uli Weishaupt Innen- und Außenaufnahmen der großen Filmtheater „LICHTBURG“, „CAPITOL“, „VIKTORIA“ und „GLORIA“ in den 1950- und 1960er Jahren. Dazu werden Anekdoten von Zeitzeugen erzählt. Anschließend können die Gäste einen Fragebogen über persönliche Erinnerungen zum Kino ausfüllen sowie in alten UFA-Plakaten, Filmprogrammen und Daumenkinos blättern.

Abschließend folgt noch ein stummer Schwarzweißfilm über Hagen und Umgebung in der Nachkriegszeit. Dieses historisch wertvolle Dokument wurde 2013 während der Schließung der Stadtbildstelle wiederentdeckt.

Der Eintritt beträgt zwei Euro. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Plätzen bittet das Serviceteam der VHS um frühzeitige Anmeldung unter Kursnummer 1202. Informationen hierzu erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

Osthaus machte Bauhaus-Gründer Gropius groß

11. Februar 2019

Es sind die Unternehmer, welche um die Jahrhundertwende die Fürsten ablösen. Fabriken werden zu neuen Schlössern. Doch wie baut man sie? Um diese Frage gibt es erbitterte Konflikte. Der Streit wird zu einem Motor der Industriekultur.

Der Weg dafür wird in Hagen bereitet. Ohne Hagen kein Bauhaus. Auf diese Formel lassen sich die Forschungsergebnisse von Dr. Birgit Schulte und Prof. Dr. Reinhold Happel bringen. Die Kustodin des Osthaus-Museums und der Kunsthistoriker haben erstmals die Korrespondenz zwischen dem Hagener Kunst-Mäzen Karl Ernst Osthaus und dem Bauhaus-Gründer Walter Gropius ausgewertet. (…)

Quelle: wp.de

Neue Broschüre „Terror in Hohenlimburg: der Pogrom am 10.11. 1938“

3. Februar 2019

Präsentation der Schüler des Rahel-Varnhagen-Kolleg Hagen

Dienstag, 5. Februar 2019, 19:00 Uhr
Alte Synagoge, Jahnstr. 46, HA-Hohenlimburg

„Der Inhalt unseres Wohnhauses wurde von diesen Schergen von Dach bis zum Keller zerstört.[…] Alle Fenster, Möbel, Einrichtungs- und Küchengegenständen, Haus- und Tischwäsche, Bücher, Betten usw. wurden in die Gartenanlagen hinter dem Haus geworfen  und in Brand gesteckt. Mein Vater wurde in Haft genommen.“

So erinnert sich Kurt Rosenberg aus Hohenlimburg an den 10.1.1938. Ähnliche Szenen spielten sich in vielen anderen Wohnungen Hohenlimburger Juden an diesem Tag ab – bei Tageslicht. Die Polizei schreitet nicht ein. Im Gegenteil: einige Opfer wurden festgenommen und ins KZ eingewiesen. Die Täter sammelten ein Teil der Beute am Rathausplatz.

Wie war möglich, dass langjährige Nachbarn zu hasserfüllten Feinden wurden?

Die Hohenlimburger Juden waren gut integriert: sie waren in den örtlichen Vereine ehrenamtlich tätig, bekleideten öffentliche  Ämter in der Stadt, nicht wenige opferten ihr Leben für das Vaterland 1914-1918. Umsonst: ab 1933 wurden sie verfolgt, diskriminiert, später ermordet. Der Pogrom 1938 war ein entscheidendes Datum auf dem Weg nach Auschwitz.

Der Hohenlimburger Pogrom wirft sehr aktuelle Fragen auf: Ist Integration überhaupt möglich? Wie entstehen Feindbilder gegen Minderheiten? Was unterscheidet  Ausländerhetze heute und Antisemitismus damals?

Schüler des Projektkurses Geschichte des Rahel-Varnhagen-Kolleg haben historische Bilder und  Zeitzeugenberichte gesammelt und als kleine Broschüre präsentiert (s. Link am Ende).

Das Projekt wird von Herr Arias, Lehrer, koordiniert und ist möglich dank der Unterstützung des Heimatvereins Hohenlimburg, des Hagener Geschichtsverein und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Tatort Hohenlimburg – Das Pogrom 1938 und die Zerstörung der jüdischen Gemeinde (pdf)

Kein Denkmalschutz für Block 1 in Hagen-Wehringhausen

20. Januar 2019

Prüfungen der Denkmalschutzbehörden haben ergeben, dass dem Abriss von Block 1 in Hagen-Wehringhausen aus fachlicher Sicht nichts entgegensteht. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Nach DW-Informationen hat die Obere Denkmalbehörde nach Besichtigung des Blocks ein Gutachten verfasst. In dem Gutachten werde festgestellt, das die Häuser Langestr. 118, 120, 122 und 124 als besonders erhaltenswert betrachtet werden, da diese aus städtebaulicher und stadtgeschichtlicher Sicht einen besonderen Wert darstellten. Die Obere Denkmalbehörde habe die Empfehlung ausgesprochen, die genannten Häuser zu erhalten.

Stahl, Strom und Städtebau

11. Januar 2019

Hagens Industrie- und Wirtschaftsgeschichte zwischen 1901 und 1914

Ein Seminar der Volkshochschule Hagen (VHS) mit Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff über Hagens Industrie- und Wirtschaftsgeschichte zwischen 1901 und 1914 beginnt am Mittwoch, 16. Januar, von 19.30 bis 21 Uhr in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38.

Eine der wichtigsten Phasen der Hagener Geschichte war die Ära zwischen 1901 (Eingemeindung von Eckesey, Eppenhausen und Delstern) und dem Ersten Weltkrieg. Die Einwohnerzahl stieg in diesen Jahren rapide von 68.000 auf fast 100.000 an – wohlgemerkt: ohne Haspe, Boele, Vorhalle, Dahl und dem Lennetal. Zahlreiche neue Siedlungen wie Drerup und Wehringhausen, Schulen und Kirchen waren vonnöten. Hinzu kam, dass mit der Elektromark ab 1906/08 ein bedeutender regionaler Stromversorger aktiv wurde.

In dieser Zeit wirkten mit dem Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus, Oberbürgermeister Willi Cuno und Stadtbaurat Ewald Figge nicht nur schillernde Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der hiesigen Region, sondern – um nur einige wenige zu nennen – mit Theodor Springmann (Schraubenfabrik Funcke & Hueck), Friedrich Gustav Theis (Kaltwalzwerk), Carl Pouplier (Edelstahl), Emil Hoesch (Papier) oder Hugo von der Heyden (Heyda-Schulhefte) auch wagemutige Unternehmer und Firmengründer.

Allen Aspekten wird sich Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff in diesem Kurs widmen. Nähere Informationen zur Anmeldung für den Kurs mit der Nummer 1012 erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/207-3622.

Historische Halle Nöhstraße: Hagen wartet auf Förder-Antwort

10. Januar 2019

Es bleibt spannend rund um die alte Turnhalle Nöhstraße. Noch wartet man in Hagen auf eine Antwort des Bundesbauministeriums. (…)

Die 1928 vermutlich vom TSV Vorhalle errichtete Halle in Vollholz-Bauweise ist laut Denkmalamt bedeutend für die Geschichte der Menschen in Hagen und zeige Aspekte des Sportes nach dem Ersten Weltkrieg. Zudem werde historisch deutlich, wie die Stadt damals der Aufgabe, den Sport auch in wirtschaftlich schwachen Jahren zu unterstützen, nachgekommen sei. Und: Das Gebäude dokumentiere den Stand des Turnhallenbaus in den 20er-Jahren. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Historische Halle? Offensichtlich hat die Lokalredaktion der WPWR nach vier Jahren dazugelernt. Damals war im Einheitsblatt noch von „Ruinen, Bretterbuden und Trümmerhaufen“ die Rede, als es um die Turnhalle ging. Auch von den Argumenten des ehemaligen Stadtbaurats Johann Dieckmann („Zweifellos denkmalwürdig“) ließ man sich in der Redaktionsstube nicht beeindrucken. Noch peinlicher war der – einstimmige (!) – Beschluss der Bezirksvertretung Nord, das historische Gebäude abzureissen. Vehement vorgetragen nicht nur vom CDU-Vertreter Winfried Dorn, sondern ebenso von seinem SPD-Kollegen Peter Timm.

Anders als im Artikel dargestellt, hatte „die Stadt“ (Hagen) mit dem Bau der Turnhalle – auch nicht durch Unterstützung des Sports – nichts zu tun: Die Gemeinde Vorhalle wurde erst ein Jahr später, 1929, nach Hagen eingemeindet.

Hagen im Zeichen der Revolution 1918/19

6. Januar 2019

Vortrag von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus

16.01.2019, 18:30 Uhr – 21:00 Uhr
Auditorium Emil Schumacher Museum Hagen

Hagen war im Halbjahr von November 1918 bis April 1919 einer der Brennpunkte in Westfalen beim revolutionären Übergang von der Monarchie zur Republik. Hier hatten die Unabhängigen Sozialisten (USPD) ihre westfälische Hochburg und hier bauten die Linksliberalen der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) ihren wichtigsten Stützpunkt im südlichen Westfalen aus.

Die Vertreter dieser beiden Parteien waren die prägenden kommunalpolitischen Kräfte der Übergangszeit, die weit über Hagen hinaus wirkten: Konrad Ludwig und Josef Ernst bei der USPD und Oberbürgermeister Willi Cuno und Li Fischer-Eckert bei der DDP.

Der Vortrag zeichnet die Entwicklung in Hagen von der Machtübernahme durch den Arbeiter- und Soldatenrat im November 1918 bis zu den Wahlen im Januar und März 1919 und der Besetzung der Stadt durch Freikops im April/Mai 1919 nach. Die sogenannte „Schlacht von Eilpe und Delstern“ am 10. Januar 1919 wirkte im Rückblick wie eine Ouvertüre zum Kapp-Putsch und Ruhrkampf 1920, bei dem Hagen und Umgebung wieder im Mittelpunkt standen.

Der Referent ist Historiker und war von 2004 bis 2013 Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen.

Die Vortragsreihe „Politik, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft 1918 bis 1933“ greift im Rahmen des Bauhaus-Jahres 2019 Themen aus der Revolutionszeit und der Weimarer Republik auf. Im Vordergrund stehen politische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Aspekte, die aus Sicht der aktuellen kultur-, kunst- und geschichtswissenschaftlichen Forschung beleuchtet werden.

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Museums- und Archivverein Geschichtsfreunde Hagen e.V. und den Karl-Ernst-Osthaus-Bund e.V.

Eintritt 3 Euro (Abendkasse)

Hagen und das Bauhaus

5. Januar 2019

2019 findet das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses statt, der bedeutenden Hochschule für Gestaltung, die 1919 in Weimar von dem Architekten Walter Gropius (1883-1969) gegründet wurde.

Unter dem Motto „Die Welt neu denken“ lädt der bundesweite Bauhaus Verbund 2019 gemeinsam mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern dazu ein, die historischen Zeugnisse des Bauhauses ebenso neu zu entdecken wie seine Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft: www.bauhaus100.de.

Die Stadt Hagen ist Partner im NRW-Bauhaus-Verbund, der unter dem Motto „Weimar im Westen. Gestaltung und Demokratie“ firmiert, den Neubeginn und die Weichenstellungen im Rheinland und in Westfalen beleuchtet und untersucht, welche Wurzeln das Bauhaus in dieser Region hat.

Nur wenige Monate vor Gründung des Bauhauses in Weimar schrieb Walter Gropius an seinen Duzfreund Karl Ernst Osthaus (1874-1921) nach Hagen: „Ich bin dabei, etwas ganz anderes ins Werk zu setzen – eine Bauhütte! Mit einigen wesensverwandten Künstlern. Ich bitte Dich, darüber Schweigen zu bewahren.“

Diese Zeilen belegen anschaulich, welche bedeutende Rolle der Hagener Museumsgründer, Mäzen und Netzwerker der Reformbewegung für Gropius in den entscheidenden Jahren zwischen 1908 und 1921 spielte, nachdem sie sich im Frühjahr 1908 kennengelernt hatten. Das betrifft die Förderung seiner künstlerischen Karriere, indem Osthaus dem jungen Architekten Kontakte und Aufträge verschaffte.

Von der engen freundschaftlichen Verbindung zeugen rund 400 Briefe und Dokumente im Karl Ernst Osthaus-Archiv Hagen. Darüber hinaus ist Osthaus für Gropius ein wichtiger Gesprächspartner und Mitstreiter in der Debatte um die Frage, in welcher Weise Kunst und Künstler in die Gesellschaft hineinwirken können und sollen.

Viele Aspekte, die das 1919 gegründete Bauhaus verfolgt, hat Osthaus mit seinen umfangreichen Initiativen in seiner westfälischen Heimatstadt Hagen zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorgeprägt. So ist es kein Zufall, dass Osthaus sich bei Henry van de Velde dafür einsetzt, Gropius für die Fortführung der Weimarer Kunstgewerbeschule vorzuschlagen.

Daher hat Osthaus einen nicht geringen Anteil daran, dass Walter Gropius in Weimar das Bauhaus gegründet hat. Gropius selbst resümiert dies kurz vor seinem Tod in einem Brief an die damalige Direktorin des Osthaus Museums mit den Worten: „Osthaus was instrumental in supporting me …“

DOPPELWACHOLDER.DE wird auf die geplanten Hagener Veranstaltungen zum Bauhaus-Jahr zeitnah hinweisen.

Koepchenwerk: Landmarke leuchtet wieder

12. Dezember 2018

Sie leuchtet wieder, die RWE-Lichtlandmarke oberhalb des Koepchenwerks (Foto: Markus Bollen). Seit dem Ende der 1920er Jahre, als das Pumpspeicherkraftwerk nach Plänen von Arthur Koepchen gebaut wurde, steht sie für die Aktivität der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke am Hengsteysee. Der RWE-Schriftzug hat eine starke Symbolkraft, er steht für ungebrochene, wirtschaftliche Prosperität des Standortes und ist für die Herdecker Bürgerinnen und Bürger ein weithin sichtbares Symbol ihrer Heimat am Hengsteysee.

Seit die Industriedenkmalstiftung das Koepchenwerk im Jahr 2017 in ihren Bestand übernahm, hat sich viel getan. „Zwei arbeitsintensive Jahre liegen hinter uns“, sagt Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung. „Der historische RWE-Schriftzug wurde rekonstruiert; das 4000 m² große Dach der Maschinenhalle ist dicht, 40 Fenster sind repariert, das Gebäude ist trocken und bietet jetzt wieder einen Schutz für den wertvollen Maschinenbestand.“

Für Ulrich Heckmann, Leiter des Referats Industriekultur beim Regionalverband Ruhr, ist das Denkmal ein technikgeschichtlicher Meilenstein auf der Route der Industriekultur, die mit ihren 25 Ankerpunkten jährlich mehr als 7 Millionen Besucher anzieht:  „Das Koepchenwerk repräsentiert das industriekulturelle Erbe unserer Region und steht als technische Pionierleistung bei der Speicherung von Energie für ein nach wie vor brandaktuelles Thema.“

Regina Schrader, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk e.V. in Herdecke, will mit den Mitgliedern die Industriedenkmalstiftung tatkräftig unterstützen. Der Verein hat sich etwas Besonderes zur Aufgabe gemacht: die 12-Buchstaben-Spendenkampagne KOEPCHENWERK. Regina Schrader zufolge soll damit der historische Schriftzug an der Fassade wieder zum Leuchten gebracht werden: „Erst dann ist das Denkmal auch als Lichtlandmarke wieder komplett.“

Pro Buchstabe fallen 5000 Euro für die Instandsetzung inklusive Beleuchtung und Stromkosten an. Spenden ab 1 Euro sind möglich.

Spendenkonto:
Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur
Volksbank Dortmund-Nordwest eG, IBAN: DE19 4406 0122 4168 6627 00, BIC: GENODEM1DNW
Verwendungszweck: Koepchenwerk leuchtet

Spendenquittungen werden ab 50 Euro automatisch und bei niedrigeren Beträgen auf Anfrage zugestellt.

Zwangsarbeiter stirbt mit 53 Landsleuten im Bombenhagel

9. Dezember 2018

Nicola Sinesi trug nur noch ein zerlumptes Hemd. Und er durfte, als die Briten am 2. Dezember 1944 einen Luftangriff auf Hagen flogen, keinen Bunker aufsuchen. Das war den Zwangsarbeitern verboten, sie galten im Dritten Reich als Untermenschen. Senesi starb, zusammen mit 53 seiner Landesleute, im Bombenhagel.

Am Freitag verlegte der Kölner Bildhauer Gunter Demnig in Eckesey einen Stolperstein für den Italiener, der nur 39 Jahre alt wurde. Sinesi war Soldat im Zweiten Weltkrieg und geriet, nachdem sich Italien im September 1943 aus dem Bündnis mit dem NS-Reich gelöst und einen Waffenstillstand mit den Alliierten geschlossen hatte, in deutsche Gefangenschaft. Er wurde nach Hagen deportiert und zur Arbeit bei der Firma Schmiedag in Eckesey gezwungen. (…)

Quelle: wp.de

VHS-Erzählcafé: Ende des Ersten Weltkrieges und die Revolution 1918/19

8. Dezember 2018

Zu einem Gesprächsabend mit Jörg Fritzsche zum Thema „Vor 100 Jahren: Ende des Ersten Weltkrieges und die Revolution 1918/19“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, am Freitag, 14. Dezember, um 17 Uhr ein.

Soziale Missstände und die Entbehrungen des Ersten Weltkrieges verbitterten die kriegsmüde Bevölkerung und entwickelten im Herbst 1918 eine eigene Dynamik. Nach dem Abdanken des Kaisers und der Ausrufung der Republik herrschte zunächst ein labiles Gleichgewicht zwischen den um die Macht konkurrierenden Gruppen. Die – zunächst friedliche – Revolution eskalierte jedoch zum Jahreswechsel 1918/19 in blutige Kämpfe, die über 1500 Menschen das Leben kosteten. In der Veranstaltung sollen die Ereignisse dieser Monate – auch im lokalen Bezug – nachgezeichnet und analysiert werden.

Informationen zur Anmeldung für den Kurs 1212 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung.

Weitere Stolpersteine werden verlegt

5. Dezember 2018

Am 7.12.18 zwischen 9 und 12 Uhr werden in Hagen 7 neue Stolpersteine verlegt. Der Hagener Geschichtsverein und Schüler/innen des Rahel-Varnhagen-Kollegs mit ihrem Lehrer Pablo Arias haben zu den Biographien der Opfer recherchiert und die Verlegungen organisiert.

Dieses Jahr wurden bewusst auch neue Opfergruppen und Stadtteile gewählt, die bisher noch nicht repräsentiert waren:

  • Der katholische Priester Heinrich König, ermordet im KZ-Dachau (9:00 Uhr vor der Heilig-Geist-Kirche auf Emst).
  • Auch auf Emst der Widerstandskämpfer Heinrich Bohne, von der Gestapo in Dortmund zur Tode gefoltert (9:25 Uhr Cunostr. 1a, bei der Bücherei „Kersting“).
  • Eduard Dunker, 19-jähriger Kriegsverweigerer, ermordet in den letzten Kriegstagen (9:55 Uhr Franzstr. 79, vor der Gustav-Heinemann-Förderschule).
  • Der Wehringhauser Ernst Putzki, ein Mensch mit Behinderung (10:25, Franklinstr. 21).
  • Der Altenhagener Moritz Apt, in Auschwitz ermordet (11:00 Uhr, Lahnstr./Friedensstr.)
  • Der Eckeseyer Gewerkschafter August Drefsen (11:25 Uhr, Wielandplatz)
  • Nicola Sinesi, italienischer Zwangsarbeiter (11:50 Uhr, Sporthalle Eckesey, bei der Gärtnerei  „Knopp“).

Die Steine werden vom bekannten Künstler Gunter Demnig, dem Schöpfer der Stolpersteine, verlegt. Die jeweiligen Bezirksvertretungen und private Sponsoren haben dies ermöglicht. Rund um jede Verlegung wird ein Rahmenprogramm stattfinden.

Die Veranstaltung wird ihren Abschluss gegen 13 Uhr auf dem Friedhof in Delstern finden. Dort sind Nicola Sinesi und zahlreiche weitere Zwangsarbeiter bestattet, die mit ihm am 2.12.1944  bei einem Luftangriff im Schmiedag-Lager in Eckesey umkamen. Ihrer aller wird mit einer Kranzniederlegung gedacht.

Vortrag über die AFA in Hagen nach 1945

23. November 2018

Zu dem Vortrag „Die AFA in Hagen nach 1945“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahmen der Reihe „Hagen <w>örtlich“ am Donnerstag, 29. November, um 18 Uhr in die Stadtbücherei auf der Springe ein.

Als US-amerikanische Truppen am 14. April 1945 die Stadt Hagen eroberten, besetzte eine Spezialeinheit noch während der Kämpfe das Werksgelände der Accumulatorenfabrik im Stadtteil Wehringhausen. Für die Alliierten hatte die Hagener Batteriefabrik eine große Bedeutung. Bereits am 12. Mai 1945 erhielt der Hagener Batteriehersteller von den Alliierten die Erlaubnis, den Betrieb wieder anlaufen zu lassen. Es war eines der ersten Produktionspermits im rheinisch-westfälischen Industriegebiet.

Nach dem Wiederaufbau der bombenzerstörten Werkshallen war das 1962 in Varta Batterie AG umbenannte Unternehmen einer der Motoren des „Wirtschaftswunders“ in der Stadt und in der Bundesrepublik. Mit Gründung der Bundeswehr und Aufhebung des Besatzungsstatuts nahm der Hagener Betrieb im damaligen Besitz der Familie Quandt auch wieder die Rüstungsfertigung auf.

Dr. Ralf Blank, Fachdienstleiter für Geschichte, Archäologie, Geologie und Leiter des Stadtarchivs, führt mit zahlreichen Abbildungen in die Nachkriegsgeschichte des Hagener Werks ein. Der Eintritt kostet 5 Euro, eine Anmeldung unter der Kursnummer 1003 ist unter vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622 notwendig.

Öffentliche Führung: Geschichte des Osthaus Museums

17. November 2018

Das Deutsche Museum für Kunst in Handel und Gewerbe

So, 18.11.2018, 12:15 – 13:15 Uhr, Hohenhof

Zeitgenössische Abbildung der Ausstellung „Kunst im Kriege“ (Foto: Osthaus-Museum)

Karl Ernst Osthaus begründete nicht nur 1902 mit dem Folkwang-Museum das erste deutsche Museum für zeitgenössische Kunst, sondern interessierte sich auch für Angewandte Kunst und die Gestaltung von Alltagsgegenständen. 1909 gründete er das Deutsche Museum für Kunst in Handel und Gewerbe, das ein wichtiges Forum für modernes Design wurde. Zeugnisse der Tätigkeiten dieses Museums werden im Hohenhof gezeigt und im Rahmen der Führung zu den gesellschaftlichen und künstlerischen Strömungen der Zeit in Bezug gesetzt.

Eine telefonische Anmeldung unter der Nummer + 49 2331 207 2740 ist notwendig. Es wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von € 4 zusätzlich zum Eintrittsgeld erhoben. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen.

Digitale Karte für Stolpersteine

16. November 2018

Im Rahmen eines Ausbildungsprojektes haben die Auszubildenden Birte Fidora und Jan Henrik Hembeck im Amt für Geoinformation und Liegenschaftskataster der Stadt Hagen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Rahel-Varnhagen-Kollegs und unter Beteiligung anderer Fachämter und Hagener Institutionen eine digitale Karte mit Hintergrundinfos für die Stolpersteine im Hagener Stadtgebiet entwickelt. Der Link zu der Karte ist hier abrufbar.

Das 1992 gestartete Projekt Stolpersteine ist mit fast 70.000 Steinen (Stand August 2018) in 1.265 deutschen Kommunen und in 21 Staaten Europas mittlerweile das größte dezentrale Mahnmal der Welt. In Hagen gibt es derzeit 113 durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte Stolpersteine.

Birte Fidora und Jan Henrik Hembeck haben zunächst mit der älteren Azubigeneration Marvin Temme, Simon Hartmann und Kardo Böttcher im Internet recherchiert, Ergebnisse zusammengestellt und eine erste Besprechung zu dem Thema vorbereitet. Thorsten Wagner, Sachgruppenleiter des Geodatenzentrums der Stadt Hagen, war Ideengeber für das Projekt und betreute die Auszubildenden von Beginn an bei ihrer Arbeit. Ziel war es ursprünglich, eine Karte zu erstellen, auf der die Lage der Stolpersteine zu sehen ist und die bei Klick den Namen und das Bild des Steines wiedergeben.

Doch im Rahmen der Recherchen landeten die engagierten Projektbeteiligten beim Hagener Geschichtsverein als Nachfolger des ehemaligen Vereins Stolpersteine Hagen. Aus diesen Kontakten heraus kam es dann zu einer ersten Besprechung in großer Runde und es entstand dort die letztlich umgesetzte Idee, mit Detailinformationen in Text und Bild auch die Menschen hinter den Steinen zu würdigen. In dieser Gruppe wirkten für den Hagener Geschichtsverein Helga Heukeroth, Dr. Wolfgang Müller, Rainer Stöcker, Rudolf Damm und Pablo Arias mit. Der Geschichtsverein lieferte die Geschichten der Opfer, die sich hinter den auf den Stolpersteinen aufgeführten Namen verbergen. Pablo Arias, Geschichtslehrer am Rahel-Varnhagen-Kolleg, konnte rund zehn Schülerinnen und Schüler des Kollegs für das Projekt begeistern.

Unter Einbindung des Hagener Betriebes für Informationstechnologie (HABIT) wurde eine digitale Stadtkarte entwickelt, auf der alle Stolpersteine aufgeführt sind und bei denen durch Anklicken zusätzliche Informationen abgerufen werden können. Bisher wurden 14 Stolpersteine aktiviert, also mit Hintergrundinformationen belegt. Viele Stadtteile und Opfergruppen werden vom Anfang an vertreten sein. Bei mindestens 30 weiteren Opfern könnte man dank Archivmaterial und Sekundärquellen sehr ausführliche Informationen hinterlegen.

Für einige Stolpersteine liegen bereits Audiodateien vor, damit die Nutzer die Geschichten der betroffenen Personen vor Ort oder von zu Hause hören können. Darüber hinaus können in der Zukunft durch die bunte Schülerschaft des Rahel-Varnhagen-Kollegs mehrsprachige Übersetzungen angeboten werden – zum Beispiel in englischer, Italienischer, arabischer, polnischer und türkischer Sprache. Auch dieses Angebot befindet sich bereits im Aufbau.

Die Projektgruppe möchte noch weitere Informationen auf der Seite der digitalen Stolpersteine integrieren. Denkbar wäre es, in einer weiteren Ausbaustufe beispielsweise Inhalte wie „NS-Unterorganisationen“, „Bombenkrieg“ oder „Fremdarbeiter in Hagen“ zu präsentieren.

Hagener Kinos im Wandel der Zeit

13. November 2018

Zu einem Gesprächsabend mit Uli Weishaupt zum Thema „Hagener Kinos im Wandel der Zeit“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, am Freitag, 16. November, um 17 Uhr ein.

Uli Weishaupt gibt Film- und Kinofans bereits zum siebten Mal einen interessanten Rückblick auf die Glanzzeiten des Hagener Kinos in den 1950er und 1960er Jahren und führt im Anschluss einen Original-Unterrichtsfilm aus den 1960ern mit einem 16 mm-Projektor vor. Auch Zeitzeugen berichten mithilfe von alten Filmplakaten und Filmprogrammheften aus dieser Zeit von ihren Erinnerungen an Hagener Kinos.

Der Eintritt zu dem Gesprächsabend beträgt 2 Euro. Das Serviceteam der VHS bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1200 auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

„Für Toleranz, Vielfalt und Respekt“

12. November 2018

Kulturschaffende gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus – bisher nur eine Unterzeichnung aus Hagen

Mehr als 50 Kulturinstitutionen, Verbände, Organisationen sowie freie Kunst- und Kulturschaffende haben die „NRW-Erklärung der Vielen“ gezeichnet. Vorgestellt wurde die Erklärung in einer Pressekonferenz am 9. November, dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht, in Düsseldorf. Aus Hagen findet sich in der Liste der Unterzeichner bisher nur eine einzige Eintragung: Theater Hagen – Kinder- und Jugendtheater Lutz.

Kein Wunder, pflegt man sich in der Volmestadt doch vornehmlich in Gedenkritualen zu ergehen. Auch nur den Versuch, aus Verbrechen der Vergangenheit Lehren für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen, sucht man hier vergebens. Im Gegenteil finden sich geradezu absurde personelle Verbindungen zwischen heutigen Funktionsträgern der damaligen Hauptopfergruppe, der jüdischen Bevölkerung, und der neurechten AfD (siehe hier und hier).

Die Initiative der NRW-Kulturschaffenden stellt dagegen die notwendige Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart dankenswerterweise her.

Die „NRW-Erklärung der Vielen“ im Wortlaut:

Als Kulturschaffende in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Kunstschaffende.

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich so im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Wir als Unterzeichnende der NRW Kunst- und Kultureinrichtungen, ihrer Interessensverbände und freien Kunst- und Kulturschaffenden begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

  • Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Alle Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch eine rechtsextreme Politik immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.
  • Rassismus ist Alltag. Rechtsextremismus ist ein Symptom davon. Dieses Bündnis will nicht nur Symptome bekämpfen, sondern in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Verhandlung. Wir müssen die Kunst- und Kulturräume sowie unsere Gesellschaft öffnen, damit wir wirklich Viele werden!

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

Zum Unterzeichnen der Erklärung oder bei Fragen: nrw.erklaerung@dievielen.de

Die Novemberrevolution in Hagen vor 100 Jahren

10. November 2018

Das Foto ist Mitte/Ende November 1918 aufgenommen. Es zeigt Soldaten, die von der Westfront zurückkehren und auf der Gevelsberger Ennepebrücke auf ihre Einquartierung warten. (Foto: Sammlung Hermann Korn, Gevelsberg)

von Rainer Stöcker

Schon Ende Juli 1914, wenige Stunden vor Kriegsausbruch, hatten in Hagen mehr als Tausend Arbeiter für den Frieden demonstriert. Mit zunehmender Kriegsdauer verschärfte sich dann die Kritik der örtlichen Sozialdemokratie an der Burgfriedenspolitik der Parteiführung. Diese hatte in den Kriegsjahren den Kurs der Obersten Heeresleitung grundsätzlich mitgetragen. Am 29.7.1916 erklärten sich die Hagener Sozialdemokraten auf einer Mitgliederversammlung mit dem Genossen Karl Liebknecht solidarisch, der in einem Hochverratsprozess zu mehr als zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, weil er am 1. Mai Tausenden von Demonstranten zugerufen hatte: „Nieder mit dem Krieg! Nieder mit der Regierung!“

Im Frühjahr 1917 beschloss die SPD-Kreiskonferenz Hagen-Schwelm, die Verbindung zum Parteivorstand abzubrechen und sich der Opposition anzuschließen. Wenig später erfolgte der Übertritt fast der gesamten Hagener Partei zur USPD. Die wenigen in der Mutterpartei verbliebenen Mitglieder sprachen von einem zerschmetterten Ortsverein.

Zwischenzeitlich nahm die Kriegsmüdigkeit auch in Hagen dramatisch zu. Die Lebensmittelversorgung brach zusammen. Die wöchentliche Zuteilung an Kartoffeln betrug wöchentlich oft nur drei Pfund oder wurde durch Streckrüben ersetzt. Vor dem Rathaus verlangten hungernde Frauen und Kinder verzweifelt Brot und Kartoffeln. Gegen den Willen der Gewerkschaftsleitung traten Ende August 1918 etwa 700 Wippermann-Arbeiter in den Streik und zogen in die Innenstadt. Insgesamt legten in Hagen und Haspe mehr als 12000 Beschäftigte aus rund 50 Betrieben die Arbeit nieder.

In den Novembertagen blieb es in Hagen zunächst ruhig. Der Anstoß zur Gründung eines Arbeiter- und Soldatenrates erfolgte von außen. In der Nacht vom 8. zum 9. November 1918 besetzten auswärtige revolutionäre Truppen den Hagener Bahnhof. Unter Führung des Matrosen Niermann und Hagener USPD-Mitgliedern erschien eine Abordnung von 30 Personen bei Oberbürgermeister Cuno und erklärte, dass der Arbeiter- und Soldatenrat die Verantwortung für die Stadt übernommen habe. Alle Maßnahmen der Stadtverwaltung bedurften von nun an der Zustimmung des Arbeiter- und Soldatenrates. Der Rat erklärte sich für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit verantwortlich.

Am Nachmittag des 9. November wurde auf der Springe eine Massenversammlung durchgeführt. Diszipliniert, nach Fabriken geordnet, rückten die Belegschaften an und bestätigten die Mitglieder des Arbeiter- und Soldatenrates, die alle der USPD angehörten oder mit ihr sympathisierten. In einem Aufruf an die Arbeiter und Bürger erklärte man: „Das deutsche Volk hat mit festem Griff sein Geschick selbst in die Hand genommen. Die herrschende Klasse, die bisherige Wirtschaftsordnung haben uns in ein Meer von Blut und Tränen geführt. Zwei Millionen Tote, unzählige Verstümmelte und Kranke draußen, Seuchen und großes Sterben drinnen, hungernde und frierende Kinder […] das sind die Produkte der Militaristen- und Junkerherrschaft. […] Da ermannte sich das mißhandelte Volk und mit einem gewaltigen Ruck warf es seine Fesseln ab.“

Auch in Hagen hatten die Arbeiter zunächst gesiegt. Aber die Rechte, angeführt von reaktionären Offizieren, war längst nicht geschlagen. In Haspe, Gevelsberg und Milspe versuchten durchziehende Militärverbände, die aus Frankreich zurückkehrten, die Wachlokale der Arbeiter- und Soldatenräte zu besetzen. Sie wurden zurückgeschlagen. Josef Ernst (USPD), Volkskommissar für den Landkreis Hagen, schickte ein Telegramm nach Berlin, in dem er gegen das Vorgehen der Konterrevolution protestierte. Wenn dem nicht Einhalt geboten werde, sei ein Bürgerkrieg unausweichlich. Seine Hoffnung auf Hilfe und Rückendeckung war frommer Wunsch, denn in der Hauptstadt wurden unter maßgeblicher Beteiligung der SPD-Führung um Ebert die Weichen rückwärts gestellt. Der Kampf galt der revolutionären Bewegung.

Die Ereignisse am 9. Januar 1919 zeigten, dass Ernsts Warnungen berechtigt waren. An diesem Tag kam es in Eilpe zu einem stundenlangen Gefecht zwischen Arbeitern und Soldaten des Freikorps Lichtschlag. Die Militärs hatten im Volmetal Sicherheitsmannschaften des Arbeiter- und Soldatenrates überfallen und forderten nun freien Durchzug durch Hagen. Niermann, der Vorsitzende des Arbeiter- und Soldatenrates, ließ die Zugänge nach Hagen absperren. Beide Seiten bezogen in Delstern und Eilpe Stellung. Durch Sirenenalarm herbeigerufene Arbeiter aus den umliegenden Fabriken hatten entscheidenden Anteil daran, dass sich die Truppe fluchtartig über Emst und Holthausen zurückziehen musste. Es gab Tote und Verletzte.

Dreizehn Monate später beteiligte sich das Freikorps Lichtschlag am Kapp-Putsch gegen die Republik, als am 13. März 1920 Militärverbände das Regierungsviertel in Berlin besetzten und die demokratisch gewählte Regierung verjagten. Parteien und Gewerkschaften riefen zum Generalstreik und Widerstand auf.

In den frühen Morgenstunden des 15. März wurde der Hagener Raum in die Ereignisse hineingezogen. Ein Panzerzug des Freikorps Lichtschlag lief in den Bahnhof Wetter ein. Tausende zum Teil bewaffnete Arbeiter aus Hagen und Umgebung zogen nach Wetter. Es entbrannte ein kurzer, aber heftiger Kampf, der auf beiden Seiten Opfer kostete. Die Soldaten wurden gefangen genommen und abgeführt.

Die Hagener Arbeiter leisteten einen wichtigen Beitrag zur Verteidigung der Republik. Philipp Scheidemann, einer der bedeutendsten Politiker seiner Zeit, hob ihren Anteil hervor. In der Nationalversammlung erklärte er: Der Sieg über die Militärgewalt sei hart erkämpft gewesen – in Dresden, Leipzig, Nürnberg, Hamburg, Harburg und Hagen. „Ich sage: Hut ab, vor denen, die für die Freiheit gekämpft haben und für die Freiheit gestorben sind.“

Dazu ein Veranstaltungstipp:

„Gegen Krieg und Miltarismus“, Pelmke, Kino Babylon, 12.11.2018, 19.00 Uhr. Lokalhistoriker Rainer Stöcker zeigt Fotos und Dokumente aus Anlass des 100. Jahrestages der Novemberrevolution. Veranstalter: Hagener Geschichtsverein und Friedenszeichen

„Gegen Krieg und Militarismus!“

6. November 2018

Veranstaltung des Geschichtsvereins und des Hagener Friedenszeichens zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution 1918

Kulturzentrum Pelmke (Kino Babylon), Montag, 12. November 2018 um 19.00 Uhr

Wenige Tage vor Kriegsausbruch findet in der Friedrichslust in Eppenhausen eine von der SPD organisierte Antikriegskundgebung statt. Nach Schluss der Veranstaltung ziehen mehr als 1000 Menschen, unter anderem die Internationale singend, in Richtung Innenstadt (Foto: Hagener Heimatbund).

Vor einhundert Jahren bildete sich im Zuge der Novemberrevolution auch in Hagen ein Arbeiter- und Soldatenrat und übernahm vorübergehend die Macht. Aus diesem Anlass laden Geschichtsverein und Hagener Friedenszeichen zu einer Informationsveranstaltung ein.

In einem Aufruf erklärte der Arbeiter- und Soldatenrat: Der Krieg habe millionenfaches  Elend hinterlassen. Man sei belogen und betrogen worden. Jetzt aber habe das Volk seine Fesseln abgeworfen. Anhand von zeitgenössischen Fotos und Dokumenten beleuchtet der Historiker Rainer Stöcker die lokalen Ereignisse, deren Vorgeschichte, Hintergründe und Folgen.

Er zieht einen Bogen von der Friedenskundgebung Ende Juli 1914, als Hunderte von Menschen in der „Friedrichslust“ in Eppenhausen gegen den drohenden Krieg protestierten, bis zum 15. März 1920. An diesem Tag erlangte Hagen reichsweite Bedeutung. Massen von Arbeitern eilten zum Bahnhof nach Wetter und entwaffneten eine Einheit des Freikorps Lichtschlag, das sich am Militärputsch gegen die Republik beteiligte. Es gab Tote und Verletzte.

Gevelsberg für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt

5. November 2018

Hagen beschränkt sich auf Gedenken und blendet so die notwendigen Lehren für die Gegenwart aus

Die alte Synagoge in der Hagener Potthofstraße nach dem Pogrom am 9. November 1938. Der zerstörte Eingang ist mit einer Bretterwand provisorisch abgesperrt (Fotograf unbekannt). An der gleichen Stelle wurde 1960 die heutige Synagoge erbaut.

Gevelsberg beschreibt sich als eine tolerante Stadt mit vielen Farben und Lebensstilen. Das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen zu bewahren und zu fördern, sei eine wichtige Aufgabe nicht nur der Politik, sondern auch der Bürgerschaft. Getragen von diesem Leitgedanken, so die Stadt, finde seit 2008 in Gevelsberg jährlich die Aktionswoche für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt in Gevelsberg statt.

Mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm positioniert sich Hagens Nachbarstadt im Umfeld des 9. November, der als Reichspogromnacht unrühmlich in die deutsche Geschichte eingegangen ist. Einem Programm, das sich nicht allein in Gedenkkultur ergeht, sondern die historischen Ereignisse zum Anhalt nimmt, gefährliche aktuelle Tendenzen kritisch zu hinterfragen und Gegenbewegungen zu fördern.

Die Gevelsberger Aktionswoche für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt kann sich auf eine wirklich breite Unterstützung der Bevölkerung verlassen. Getragen werden die Veranstaltungen von 40 (!) Gruppierungen und Institutionen der Stadt, die gerade einmal so viele Einwohner zählt wie jeder der Hagener Stadtbezirke Haspe oder Hohenlimburg einzeln aufzuweisen hat.

Vom Antifaschistischen Arbeitskreis über Gewerkschaften, Kirchengemeinden und sämtliche Ratsfraktionen bis hin zu Schulen und Sportvereinen ist so ziemlich alles vertreten, was in Gevelsberg etwas zu melden hat. Ganz anders sieht das Bild in Hagen aus, das von solchen Verhältnissen nur träumen kann.

Hagen blendet die Bedrohungen, die in diesen Zeiten durch wiedererstarkte nationalistische und faschistische Regungen auf die Tagesordnung geraten sind, weitestgehend aus. Hier gibt es zwar eine – sicherlich gut gemeinte – Kunstaktion der Kooperative K, die aber nicht über das historische Gedenken hinausweist und schon gar keine Bezüge zu den Gefahren der Gegenwart herstellt. Ein Grund für diesen Mangel dürfte in der Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Hagen liegen, die von der Kooperative K als Kooperationspartner genannt wird.

Das mag auf den ersten Blick erstaunen, war doch die Reichspogromnacht am 9. November 1938 gewissermaßen das Startsignal zur industriellen Vernichtung der Juden. Das Problem liegt auch nicht in der Jüdischen Gemeinde Hagen als solcher begründet, sondern in der Person ihres Vorsitzenden Hagay Feldheim.

Feldheim war in der Vergangenheit schon mit einem „Eklat im Forum der Religionen“ aufgefallen, wie die WPWR damals titelte. Der Gemeindevorsitzende und seine Gattin, die als Lehrerin am Rahel-Varnhagen-Kolleg unterrichtet, das auch als Kooperationspartner der Kooperative K auftritt, hatten die im Forum vertretenden Muslime pauschal als vermeintliche Hamas-Sympathisanten attackiert.

Feldheim und sein Sohn wurden – was noch erschreckender ist – zudem auch auf dem Ticket der rechtsextrem agierenden AfD in Ausschüssen des Hagener Stadtrats tätig; ausgerechnet jener Partei, die die Nazidiktatur als „Vogelschiss in unserer über 1000-jährigen Geschichte“ verniedlicht. Die AfD-Verbindung des Gemeindevorsitzenden hat auch dazu geführt, dass beispielsweise Mitglieder der von den Nazis ebenfalls verfolgten Sozialdemokraten sich weigerten, an Veranstaltungen teilzunehmen, an denen auch Feldheim beteiligt war.

Im Unterschied zur etwas eingeengten Betrachtungsweise der Hagener Akteure verstehen die Gevelsberger ihre Aktionwoche dagegen als breit angelegtes Forum gegen jede Art von Dämonisierung, „um das weltoffene Verständnis der Bürgerschaft weiter zu stärken und dafür Sorge zu tragen, dass in Gevelsberg alle Menschen gleich welcher Nationalität, Herkunft oder Religion friedvoll und ohne jede Diskriminierung zusammen leben können“.

Diese Haltung hätte – neben dem unverzichtbaren Gedenken – auch der Stadt Hagen gut angestanden.

Schicht im Schacht

30. Oktober 2018

In Hagen wurde in 70 Zechen malocht

Im Ruhrgebiet spielt der Bergbau-Standort Hagen bislang eine wenig beachtete Rolle. Dabei wurde hier einst in 70 Zechen malocht. (…)

„Der Raum Hagen war spätestens seit der Frühen Neuzeit nicht nur als Standort der Metallverarbeitung, sondern auch für die Gewinnung von Bodenschätzen bedeutsam“, erklärt der Hagener Chef-Historiker Ralf Blank. Im Bereich des in der Region anstehenden mitteldevonischen Massenkalks seien verschiedene Metallerze, wie Eisen, Kupfer und Blei, in unterschiedlicher Qualität vorhanden. Im Norden der Stadt treten in den Schichten des unteren Oberkarbons entlang des Ruhrtals an verschiedenen Stellen auch Steinkohleflöze zu Tage. (…)

Quelle: wp.de

Hagener Orchester erinnert an Bombennacht

28. Oktober 2018

Die Hagener Philharmoniker erinnern an die Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg. Ein Blick auf die Musikgeschichte Westfalens in der Nazizeit. (…)

Was macht ein Orchester, wenn die Bomben fallen? In Hagen lautet die Antwort: Weiterspielen. Obwohl die historische Stadthalle am 1. Oktober zerstört wird und das für den 3. Oktober geplante Sinfoniekonzert mithin auf Dezember verschoben werden muss, bleibt das Orchester im Dienst. Die Musiker werden nicht an die Front geschickt. Warum? Ralf Blank hat sich eingehend mit der Person des damaligen Chefdirigenten Hans Herwig beschäftigt. „1942 wurde Hagen zur Gaukulturhauptstadt des Gaus Westfalen Süd erhoben. Die Nationalsozialisten wollten unter Hans Herwig auch ein Gauorchester installieren, weil man eine eigene Provinz Südwestfalen errichten wollte. Daraus ist nichts geworden.“ (…)

Quelle: wp.de

Sonderkonzert „Die zerstörte Stadt“

27. Oktober 2018

Am 1. November 2018 (18 Uhr) findet ein Sonderkonzert des Philharmonischen Orchesters Hagen unter dem Titel „Die zerstörte Stadt“ im Theater Hagen (Großes Haus) statt.

In der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 1943 erfolgte der erste Großangriff britischer Bomber auf Hagen. Hierbei wurden weite Teile der Innenstadt und der angrenzenden Vororte Wehringhausen, Eilpe und Altenhagen zerstört. Die Sachschäden waren schwerwiegend und veränderten die 200 Jahre lang gewachsene Silhouette der Stadt über Nacht grundlegend. Allerdings hatte die Stadt Glück im Unglück: Bei günstigen Wetterbedingungen und Bodensicht hätte der britische Luftangriff zweifellos noch gravierendere Auswirkungen gehabt. Diesem Bombardement fiel auch die Stadthalle am Volme-Ufer als damaliger Aufführungsort der Konzerte des Städtischen Orchesters zum Opfer.

Dieses historische Gedenkkonzert unter der Leitung von Rodrigo Tomillo erinnert an die Zerstörungen des Jahres 1943 und bringt eine Originalkomposition des damaligen Musikdirektors Hans Herwig erstmals nach mehr als 75 Jahren noch einmal zur Aufführung. Zugleich erinnert es mit „Nobilissima Visione“ von Paul Hindemith aus dem Jahr 1937 daran, dass auch im Hagen der NS-Zeit ein Aufführungsverbot für Werke von als „entartet“ eingestuften Komponisten galt. Zudem interpretiert der 1. Konzertmeister Shotaro Kageyama Bachs Violinkonzert E-Dur (Foto: Theater).

In einem Vortrag veranschaulicht der Stadthistoriker Dr. Ralf Blank die Geschehnisse in Hagen und zeigt historisches Bildmaterial, das den Kontext der Musik eindrücklich illustriert.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

In Kooperation mit dem Stadtmuseum Hagen

Hotels der Vorkriegszeit in Hagen

19. Oktober 2018

Zu einem Vortrag über die Hotels in der Vorkriegszeit laden die Stadtbücherei und die Volkshochschule Hagen (VHS) in Kooperation mit dem Hagener Heimatbund im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Hagen <w>örtlich“ für Donnerstag, 25. Oktober, um 18 Uhr in die Stadtbücherei auf der Springe ein.

In der Vorkriegszeit gab es vor allem in Bahnhofsnähe eine große Anzahl von Hotels. Aus den vielen Postkartengrüßen hat Jens Bergmann, Vorsitzender des Hagener Heimatbundes, die anschaulichsten Außen- und Innenaufnahmen ausgewählt. Mit seinem Lichtbildervortrag beleuchtet er den Aufstieg und Niedergang der Hotelszene in Hagen.

Der Eintritt beträgt 5 Euro. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1000. Informationen hierzu erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam unter Telefon 02331/207-3622.

Architektonischer Rundgang durch Wehringhausen

8. Oktober 2018

Zu einem Stadtteilrundgang durch Wehringhausen mit dem Thema „Architektur um 1900“ mit Dozentin Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Mittwoch, 10. Oktober, von 16 bis 18 Uhr ein. Treffpunkt ist vor der Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Straße 49.

Das vom Tal topographisch ansteigende Terrain des Stadtteils Wehringhausen findet eine städtebauliche Entsprechung in dem gesellschaftlich-hierarchischen Aufbau des Wohnviertels. Oben, an den Stadtgarten grenzend, entstand ein exponiertes Baugebiet nach den Gründerjahren. Im Buschey-Viertel zeugen prächtige Villen von einer glanzvollen Zeit. Die Beamtenwohnhäuser im mittleren Bereich des Viertels sind nicht minder ansehnlich, weiter bergab folgen die Arbeiterwohnhäuser mit schmucker Fassadengestaltung.

Das Teilnahmeentgelt von 6 Euro wird vor Ort bar kassiert. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um rechtzeitige Anmeldung unter Kursnummer 1092. Informationen hierzu erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

Vor 75 Jahren – die zerstörte Stadt Hagen

29. September 2018

Vortrag und Veranstaltung mit Dr. Ralf Blank, Leiter des Stadtmuseums und Stadtarchivs Hagen

1. Oktober 2018, 18:30 Uhr, Osthaus-Museum Hagen

Vor 75 Jahren, am Abend des 1. Oktober 1943, erlebte die Hagener Bevölkerung den ersten schweren Luftangriff auf ihre Stadt. 229 viermotorige “Lancasters“ und zehn zweimotorige “Mosquitos“ bombardierten mit rund 1.200 t Spreng- und Brandbomben das Stadtgebiet. Das britische Bomber Command verlor zwei Maschinen, von den beiden siebenköpfigen Crews überleben zwei Besatzungsmitglieder.

Der Luftangriff dauerte eine Viertelstunde: von 21.57 bis 22.12 Uhr. Die Bomber hinterließen eine verwüstete Hagener Innenstadt. Mindestens 250 Menschen fanden den Tod, hunderte Personen wurden verletzt. Durch den Luftangriff wurden weite Teile des Stadtzentrums völlig zerstört. Auch Verkehrsanlagen und Industriebetriebe erhielten Treffer. Unter ihnen befand sich die rüstungswirtschaftlich besonders wichtige Akkumulatoren Fabrik in Wehringhausen.

Auf den Tag genau 75 Jahre nach dem verheerenden Bombardement werden die Hintergründe, der Ablauf und die Folgen des Luftangriffs vorgestellt. Zahlreiche Fotografien ermöglichen einen Eindruck von den Zerstörungen sowie einen Rundgang durch die im Oktober 1943 zerstörte Stadt.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Museums- und Archivverein Geschichtsfreunde Hagen e.V., dem Hagener Heimatbund e.V. und vom Karl-Ernst-Osthaus-Bund e.V.

Eintritt 3 Euro (Abendkasse)

Dazu:

Sonderkonzert im Theater Hagen

Am 1. November 2018 um 18.00 Uhr findet im Theater Hagen (Großes Haus) unter dem Titel „Die zerstörte Stadt“ ein Sonderkonzert zum Gedenken an den ersten Großangriff auf Hagen im Oktober 1943 statt.

Gespielt werden: Johann Sebastian Bach – Violinkonzert E-Dur BWV 1042; Hans Herwig – Trauermusik; Paul Hindemith – Nobilissima visione. Es handelt sich u.a. um Stücke, die zu dieser Zeit vom Philharmonischen Orchester Hagen gespielt wurden, darunter auch die Trauermusik für großes Orchester des damaligen Generalmusikdirektors Hans Herwig.

Die für den 2. Oktober 1943 in der Hagener Stadthalle geplante Uraufführung dieses Werks musste aufgrund des Bombenangriffs um mehr als ein Jahr verschoben werden. Der Leiter des Hagener Stadtarchivs Dr. Ralf Blank führt in die historischen Zusammenhänge ein.

Normalpreis Ticket: 15 Euro, für Teilnehmer/innen des Vortrags 12 Euro

Führung im Riemerschmid-Haus

28. September 2018

Sonntag, 30.09.2018 von 15:00 Uhr – 16:00 Uhr

Ein eigenes kleines Haus mit Nutzgarten – um 1907 sollte das für die Hagener Textilarbeiter kein Traum bleiben müssen.

Karl Ernst Osthaus holte 1905 die Teilnehmer einer Konferenz für „Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen“ nach Hagen. In der Folge konnte er dem in München geborenen Künstler-Architekten Richard Riemerschmid einen Bauauftrag durch Elbers in Hagen verschaffen.

Riemerschmid ist bis heute berühmt für Projekte wie die erste deutsche Gartenstadt in Hellerau bei Dresden. Ab 1907 begann er den Bau einer Anlage für Arbeiterwohnungen in Hagen, die sogenannte „Walddorf-Siedlung“. Nur elf Häuser konnten realisiert werden. Bei der öffentlichen Führung durch Haus Nr. 17 erhält man Einblick in die Lebenswelt der Arbeiter dieser Zeit.

Treffpunkt ist die Walddorfsstr. 17, 58093 Hagen, Führungsgebühr: 6 Euro, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 2740


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