Archive for the ‘05 Geschichte Hagen’ Category

Hagener Architektur-Kleinod im Angebot

16. August 2022

Milly-Steger-Haus steht für 1,2 Millionen Euro zum Verkauf

Blick_auf_das_Milly-Steger-Haus_2Der kleine Huldigungsbalkon wird von einer Karyadide getragen, das Haus mit 241 m² Wohnfläche steht auf einem 829 m² großen Grundstück. Zwischen 1911 und 1917 lebte und arbeitete dort die Bildhauerin Milly Steger. Ein Hagener Immobilienbüro bietet das Anwesen aktuell zum stolzen Preis von 1,2 Millionen Euro zum Kauf an (Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY-SA 4.0).

Das Haus am Stirnband 48 in Hagen-Eppenhausen war eines von neun Bauten, die der niederländische Architekt Johannes Ludovicus Mathieu Lauweriks zwischen 1910 und 1914 auf Veranlassung des Hagener Kunstmäzens Karl-Ernst Osthaus realisierte.

Lauweriks ent­wi­ckelte eine neue ar­chi­tek­to­ni­sche Sys­tem­lehre, der er eine Gestaltung nach arithmetisch-geometrischen For­meln mit fes­ten Maß­ein­hei­ten zu­grun­de­legte. Jedes der Häu­ser ist in­di­vi­du­ell ge­stal­tet, doch bil­den sie durch das an­ge­wandte Sys­tem, durch Li­nien, die vom einen zum an­dern Bau wie­der­auf­ge­nom­men wer­den und durch immer wiederkehrende Ma­te­ria­lien und Farben – Ziegel, Na­tur­stein, Holz – eine Ein­heit. Die vor- und zu­rück­sprin­gen­den Einzel- und Dop­pel­häu­ser ver­bin­den sich durch eine durch­lau­fende First­höhe, deren Zu­sam­men­hang durch die auf­ein­an­der be­zo­ge­nen Gie­bel ver­stärkt wird.

Milly Steger, die von Osthaus zur Übersiedlung nach Hagen bewegt worden war, erhielt damals vom Bauamt der Stadt Hagen den Auftrag, Plastiken für die Fassade des neuerbauten städtischen Theaters auszuführen.

Die vier überlebensgroßen nackten weiblichen Figuren lösten bei der Enthüllung am 5. Oktober 1911 einen Skandal aus, in erster Linie wohl aus dem Grunde, weil sie von einer jungen Frau stammten und zudem auch noch nackt waren. Durch Bomben ist die Figurengruppe im Zweiten Weltkrieg beschädigt worden. Nach dem Krieg hat sie der Hagener Bildhauer Karel Niestrath in mühevoller Arbeit restauriert.

Aus Milly Stegers Hagener Zeit sind neben den vier Skulpturen am Stadttheater die Karyatide an ihrem Haus am Stirnband, ein Teilstück des Frieses der alten Sparkasse, ein kleiner Kopf als Schlußstein des Mittelportals am Osthaus-Museum, zwei Figuren über dem Hintereingang und die Steinkanzel in der Aula der Realschule in Altenhagen erhalten geblieben.

Dagegen sind Stegers Arbeiten für die Stadthalle Hagen nach dem Abriss spurlos verlorengegangen. Es handelte sich um sechs Panther, die oberhalb der Eingangszone auf dem Dach links und rechts in zwei Dreier-Gruppen angeordnet waren. Nach Fotografien aus den 50er Jahren zu urteilen, haben die Figuren den Bombenangriff im März 1945 mehr oder weniger unbeschädigt überstanden.

Wo sie nach der endgültigen Sprengung der Stadthalle im Oktober 1954 geblieben sind, ist heute ein Rätsel. Mutmaßungen gehen dahin, dass die Panther entweder privat „abgezweigt“ oder als „Bauschutt“ irgendwo vergraben wurden.

Noch mal: Stadtteilrundgang durch Eilpe

6. August 2022

Lange Riege Eilpe_Guenter_Brandau_maxDie Lange Riege und viele weitere interessante Orte besuchen die Teilnehmer auf dem Stadtteilrundgang durch Eilpe. Foto: Günter Brandau.

Ein weiteres Mal organisiert die Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahmen des Urlaubskorb-Programms am Dienstag, 9. August, von 14 bis 16 Uhr einen Stadtteilrundgang durch Eilpe. Treffpunkt ist das Eilper Denkmal an der Eilper Straße.

Die Teilnehmer besichtigen interessante Orte wie das Eilper Denkmal, die Lange Riege, die Kurfürstenstraße, die Wippermann-Passage und die Evangelische Christuskirche. Sachkundig von Bezirksbürgermeister Michael Dahme und Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff begleitet, erhalten sie zu den Zielen interessante Hintergrundinformationen.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine vorherige Anmeldung zu dem kostenlosen Rundgang unter der Kursnummer 1013 auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 erforderlich.

Spaziergang zwischen Elbers und Potthof

3. August 2022

Zu einem Stadtspaziergang im Rahmen des Hagener Urlaubskorb-Programms lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) gemeinsam mit Claudia Eckhoff, Regionalpromotorin von „Eine-Welt-Netz NRW“, und Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff am Donnerstag, 4. August, von 14 bis 16 Uhr ein. Treffpunkt ist der Eingang der Max-Reger-Musikschule, Dödterstraße 10.

Hagen ist eine Stadt, in der Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte schon immer eine bedeutende Rolle gespielt haben. In ihrer Entwicklung hat die Volmestadt durch diese Impulse von außerhalb erheblich profitiert. Dazu gehören gewerbliche und kulturelle Einflüsse ebenso wie gastronomische und architektonische Aspekte.

Diese können die Teilnehmer im „alten Herzen der Volmestadt“ zwischen Elbers und Potthof besonders gut nachvollziehen. Der Rundgang endet am AllerWeltHaus mit einer kleinen Verkostung fair gehandelter Produkte aus dem dortigen Weltladen.

Informationen zur Anmeldung für die kostenlose Veranstaltung mit der Kursnummer 1044 erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Führung im Riemerschmid-Haus

2. August 2022

Mi., 03.08.2022, 16:00 – 17:00 Uhr

Walddorfsiedlung_W1Ein eigenes kleines Haus mit Nutzgarten – um 1907 sollte das für die Hagener Textilarbeiter kein Traum bleiben müssen. Karl Ernst Osthaus holte 1905 die Teilnehmer einer Konferenz für „Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen“ nach Hagen. In der Folge konnte er dem in München geborenen Künstler-Architekten Richard Riemerschmid einen Bauauftrag durch Elbers in Hagen verschaffen.

Riemerschmid ist bis heute berühmt für Projekte wie die erste deutsche Gartenstadt in Hellerau bei Dresden. Ab 1907 begann er den Bau einer Anlage für Arbeiterwohnungen in Hagen, die sogenannte „Walddorf-Siedlung“ (Foto: Osthaus-Museum). Nur elf Häuser konnten realisiert werden. Bei der öffentlichen Führung durch Haus Nr. 17 erhält man Einblick in die Lebenswelt der Arbeiter dieser Zeit.

Die Teilnahmegebühr in Höhe von 6 Euro ist vor Ort an der Walddorfstr. 17 zu entrichten. Eine verbindliche telefonische Anmeldung unter der Nummer +49 2331 207 2740 ist erforderlich, die Veranstaltung findet ab einer Teilnehmerzahl von zehn Personen statt.

Auf den Spuren der Familie Eversbusch

30. Juli 2022

Brennerei_Eversbusch_1Einen Stadtteilspaziergang durch Haspe veranstaltet die Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahmen des Urlaubskorb-Programms am Dienstag, 2. August, von 14 bis 16.30 Uhr. Treffpunkt ist die Ernststraße, Ecke Hasperbruch.

Wer den Namen „Eversbusch“ hört, denkt unweigerlich sofort an das Wachholderhäuschen an der Berliner Straße (Foto: Klaus Bärwinkel (CC BY 3.0 ).

Im Winter 1843 soll – angeblich – auch Heinrich Heine im Wachholderhäuschen eingekehrt sein. In seinem Epos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ beschreibt er jedenfalls einen kulinarischen Aufenthalt in unserem Städtchen:

Von Cöllen war ich drei Viertel auf Acht
Des Morgens fortgereiset;
Wir kamen nach Hagen schon gegen Drey,
Da wird zu Mittag gespeiset.

Der Tisch war gedeckt. Hier fand ich ganz
Die altgermanische Küche.
Sey mir gegrüßt, mein Sauerkraut,
Holdselig sind deine Gerüche!

Gestofte Kastanien im grünen Kohl!
So aß ich sie einst bei der Mutter!
Ihr heimischen Stockfische seid mir gegrüßt!
Wie schwimmt Ihr klug in der Butter!

Vielleicht war des Dichters Lob der Hagener Kochkünste zu diesem Zeitpunkt doch etwas verfrüht, denn bei der Weiterreise konstatierte Heine:

Dicht hinter Hagen ward es Nacht,
Und ich fühlte in den Gedärmen
Ein seltsames Frösteln. Ich konnte mich erst
Zu Unna, im Wirtshaus, erwärmen.

Die Hagener Mahlzeit konnte dennoch nicht allzu viel in des Dichters Gedärmen angerichtet haben, denn seine Aufmerksamkeit wandte sich sogleich anderen Genüssen zu:

Ein hübsches Mädchen fand ich dort,
Die schenkte mir freundlich den Punsch ein;
Wie gelbe Seide das Lockenhaar,
Die Augen sanft wie Mondschein.

Da war die „altgermanische Küche“ aus Hagen schnell vergessen.

Als die erste Familie Eversbusch 1780 nach Haspe zog, wohnte sie jedoch nicht an der Berliner Straße (mit dem Wachholderhäuschen), sondern an der Kölner Straße. Von dort aus haben sich zwei Familienlinien entwickelt, die Haspe sehr stark geprägt haben.

Gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Horst Wisotzki und Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff können die Teilnehmenden den verschiedenen Spuren dieser Familienlinien folgen. Außerdem erfahren sie Wissenswertes zu anderen Teilen der Hasper Geschichte. Vom Treffpunkt aus geht es zur früheren Villa Eversbusch, zum Wachholderhäuschen, zur ehemaligen Löwen-Apotheke sowie zur Swolinzkystraße und zur Kölner Straße. Ein Besuch der Brennerei ist nicht vorgesehen.

Eine Anmeldung zu dem Kurs mit der Nummer 1011 ist entweder auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 unbedingt erforderlich.

Architektur um 1900 in Wehringhausen

25. Juli 2022

Mi., 27.07.2022, 16:00-18:00 Uhr

Langestrasse47-siekmann_W1Langestraße 47, Foto: Marco Siekmann.

Im Stadtteil Wehringhausen ist die Hausarchitektur von den Kriegseinwirkungen weitestgehend verschont geblieben. Aus kunsthistorischer und architektonischer Sicht kann hier exemplarisch die städtebauliche Entwicklung über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren verfolgt werden.

Als besonders interessant rückt dabei die Zeit des Baubooms um 1900 und der Nachkriegsjahre in den Vordergrund: Der Historismus vor der Jahrhundertwende, der als Reformbewegung folgende Jugendstil sowie die nach dem 1. Weltkrieg versachlichenden Tendenzen im Hausbau werden bei der Führung mit ihren Besonderheiten in Augenschein genommen.

Eine telefonische Anmeldung unter der Nummer +49 2331 207 2740 ist notwendig. Es wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von 6 Euro erhoben. Treffpunkt ist die Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Str. 49, 58089 Hagen.

Führung am Hohenhof und am Stirnband

23. Juli 2022

So., 24.07.2022, 14.00-16.00 Uhr

Kinder am Hohenhof ca.1915

Sommerliche Erfrischungen am Hohenhof. Blick auf den Brunnen von Süden, historische Aufnahme eines unbekannten Fotografen aus dem Jahr 1915. Quelle: Bildarchiv Foto Marburg.

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-Entwürfe in die Tat umzusetzen. Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen.

Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk. Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Eine telefonische Anmeldung unter der Nummer +49 2331 207 2740 ist notwendig. Es wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von 12 Euro inkl. Eintrittsgeld erhoben. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen.

Rundgang durch den Stadtteil Boele

23. Juli 2022

Zu einem Stadtteilrundgang durch Boele mit der Gästeführerin Anne-Marie Proriol lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahmen des Urlaubskorbs am Dienstag, 26. Juli, von 17 bis 18.30 Uhr ein. Treffpunkt ist der Boeler Kirchplatz 17 vor der katholischen Kirche.

Der Stadtteil im Hagener Norden hat eine lange Geschichte. Bereits am Kirchplatz rund um die katholische Kirche St. Johannes Baptist lässt sich diese Geschichte ablesen. Während des Rundgangs entdecken die Teilnehmenden Orte wie die Wegekapelle oder den Boeler Marktplatz, die von der Entwicklung dieses Stadtteils erzählen.

Eine Anmeldung zu dem kostenlosen Rundgang mit der Kursnummer 1040 ist entweder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Internetseite www.vhs-hagen.de notwendig. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

Straßennamen erzählen Geschichte

22. Juli 2022

Stadtspaziergang rund um den Wilhelmsplatz

Wer waren die Herren Eugen Richter, Moltke und Roon? Welche Geschichte lässt sich über den Bodelschwinghplatz und den dortigen Drei-Kaiser-Brunnen erzählen?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhalten interessierte Hagenerinnen und Hagener bei einem gemeinsamen Stadtspaziergang der Volkshochschule Hagen (VHS) sowie dem Hagener Heimatbund mit dem Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff im Rahmen des Urlaubskorbes am Dienstag, 26. Juli, von 10 bis 12 Uhr. Treffpunkt ist am Wilhelmsplatz/Ecke Bismarck- und Kottmannstraße in Wehringhausen.

Die meisten Straßennamen erzählen ein Stück weit auch die Geschichte der Stadt Hagen. Viele dieser Namen lassen sich auf Flurbezeichnungen oder Ortsangaben zurückführen. Ferner sind weit über 200 Straßen- oder Gebäudenamen mehr oder weniger bekannten Frauen und Männern gewidmet. Dieser Stadtspaziergang mit Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff lässt die Teilnehmenden in die Zeit um 1900 eintauchen, als ein enormer Bauboom den 1876 mit Hagen vereinten Ort für immer veränderte.

Eine vorherige Anmeldung zu dem kostenlosen Rundgang mit der Kursnummer 1030 ist beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder über die Internetseite www.vhs-hagen.de notwendig. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

Führung durch die St. Petrus Canisius-Kirche in Eckesey

20. Juli 2022

Zu einer Führung durch die St. Petrus Canisius-Kirche mit dem Ehepaar Annegret und Joachim Schmidt im Rahmen des Hagener Urlaubskorbs lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Donnerstag, 21. Juli, um 17 Uhr ein. Der Treffpunkt ist an der Kirche in der Schillerstraße 16.

Im Jahr 1957 erhielt die katholische St. Petrus Canisius Gemeinde im Stadtteil Eckesey ein neues Gotteshaus nach den Plänen des Architekten Dipl. Ing. Otto Weicken. Die Kirche wurde gebaut in der Phase der „Ersten Nachkriegsmoderne“, die von der Rasterfassade bestimmt war.

Einige Kunstwerke in der Kirche geben Zeugnis vom Lebenswerk des Pfarrpatrons, des heiligen Petrus Canisius. „Führe zusammen, was getrennt ist!“ – Dieser Leitgedanke prägte sein Leben. Er wurde von Künstlern wie Josef Baron mit den Türgriffen des Eingangsportals der Kirche, Hilde Schürk-Frisch mit der Bronzefigur des Pfarrpatrons sowie Erentrud Trost mit dem Una-Sancta-Fenster dargestellt. Das Fenster beeindruckt nicht nur durch die Leuchtkraft und Harmonie der Farben: Die 15 Meter lange und 3,20 Meter hohe Glaswand stellt das Geheimnis der einen heiligen Kirche dar.

Auch die beiden Künstler Wilhelm Heising mit einer Nachbildung des Coesfelder Gabelkreuzes aus dem Jahre 1952 oder Wilhelm Buschulte mit dem modern gestalteten Westfenster, vom Fußboden bis zur Decke reichend, das aus geometrischen Mustern und klarem und grauem Opalglas besteht, hinterlassen mit ihren Kunstwerken bleibende Eindrücke bei dem Betrachter. Im September 2020 wurde St. Petrus Canisius unter Denkmalschutz gestellt.

Für die Führung wird kein Eintrittspreis festgelegt, sie steht unter dem Motto „Zahlen Sie, so viel Sie wollen“ (Pay what you want). Eine Anmeldung zu der Veranstaltung mit der Kursnummer 1066 ist erforderlich und beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Internetseite www.vhs-hagen.de möglich.

Zu erreichen ist die Kirche mit den Buslinien 515, 518, 519, 541 und 594 bis zur Haltestelle „Fuhrparkstraße“ oder mit den Linien 515 und 524 bis zur Haltestelle „HEB“.

Kunstwerke, Denkmäler und Geschichte rund um das AllerWeltHaus

19. Juli 2022

AllerWeltHaus Birgit_Andrich_maxZu einer Führung durch das AllerWeltHaus und das Potthof-Viertel im Rahmen des Urlaubskorb-Programms lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Donnerstag, 21. Juli, von 15 bis 16.30 Uhr ein.

Das AllerWeltHaus baut Brücken zwischen den unterschiedlichen in der Volmestadt vertretenen Kulturen und leistet entwicklungspolitische Bildungsarbeit (Foto: Birgit Andrich/Stadt Hagen). Es schafft Heimat und richtet zugleich den Blick aus Hagen in die weite Welt.

Die Teilnehmer lernen bei dieser Führung nicht nur das Haus und die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, sondern auch die Geschichte des Viertels sowie die an der Potthofstraße und im Dr.-Ferdinand-David-Park befindlichen Kunstwerke kennen. Außerdem gibt es einige fair gehandelte Köstlichkeiten zu probieren. Die Führung ist Teil der Reihe „Hagen.Heimat.Bunt“ des AllerWeltHauses und des Hagener Heimatbundes.

Informationen zur Anmeldung für den Kurs mit der Nummer 1043 erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Führung über den Buschey-Friedhof

18. Juli 2022

Mi., 20.07.2022, 16:00 – 17:30 Uhr

Buschey_May_W11810 wurde der Buschey-Friedhof eingeweiht. Dank seiner über zweihundert Jahre währenden Belegung erlaubt er ungewöhnliche Einblicke in Lebensgeschichten und ästhetische Vorlieben verschiedener Epochen.

Von Historismus über Jugendstil bis in die Moderne – jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Einige sind sogar von hohem künstlerischen Rang, wie die Werke Georges Minnes und J.L.M. Lauweriks`. Dr. Elisabeth May eröffnet Einsichten in die Entwicklung der Grabmalkultur (Foto: Elisabeth May).

Interessierte sollten sich im Vorfeld unter der Telefonnummer +49 2331 207 2740 verbindlich anmelden und die erforderliche Teilnahmegebühr zum Treffpunkt am Seiteneingang Grünstraße mitbringen. Die Führung findet bei mindestens zehn angemeldeten Personen statt.

Stadtteilrundgang durch Eilpe

16. Juli 2022

Lange Riege Eilpe_Guenter_Brandau_maxDie Lange Riege und viele weitere interessante Orte sind Ziele auf dem Stadtteilrundgang durch Eilpe. Foto: Günter Brandau.

Im Rahmen des Hagener Urlaubskorbs lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) alle interessierten Hagenerinnen und Hagener am Dienstag, 19. Juli, von 14 bis 16 Uhr zu einem Stadtteilrundgang durch Eilpe mit Bezirksbürgermeister Michael Dahme und Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff ein. Treffpunkt ist das Eilper Denkmal an der Eilper Straße.

Unter sachkundiger Begleitung erhalten die Teilnehmenden interessante Hintergrundinformationen zu Zielen wie dem Eilper Denkmal, der Langen Riege, der Kurfürstenstraße, der Wippermann-Passage und der Evangelischen Christuskirche.

Eine vorherige Anmeldung zu dem Stadtteilrundgang mit der Kursnummer 1013 ist entweder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder über die Internetseite www.vhs-hagen.de notwendig. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

Entwicklung der Region auf Karten

11. Juli 2022

Historischer Streifzug online durch Hagen und das Ruhrgebiet

Stadtplan Hagen 1950Hagen 1950: Die Autobahn A1 war erst projektiert, Hohenlimburg, Berchum und Garenfeld waren noch nicht eingemeindet. Abb.: RVR.

Von 1950 bis heute: Unter historisch.stadtplan.ruhr ermöglicht ein neuer Web-Viewer des Regionalverbandes Ruhr (RVR) die historische Betrachtung des Ruhrgebiets. Alte Papierdrucke von Karten der Region sind digitalisiert und in einer digitalen Anwendung aufbereitet worden.

Mit dem neuen Tool können nun sieben unterschiedliche Kartenbestände online miteinander verglichen werden, um die Entwicklung der Region zu verfolgen. Der Abgleich aktueller Karten mit Beispielen aus den 70er und 80er Jahren zeigt eine technisch immer präzisere Abbildung der Region.

Koloniale Spuren in Hagen

5. Juli 2022

Stadtführung durch die Innenstadt

Zu einer Führung durch die Innenstadt zu den kolonialen Spuren in Hagen lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) zusammen mit dem Lehrgebiet „Geschichte Europas in der Welt“ der FernUniversität im Rahmen des Urlaubskorbs am Samstag, 9. Juli, von 14 bis 16 Uhr ein. Der Treffpunkt ist auf dem Friedrich-Ebert-Platz vor dem ehemaligen Ratskeller.

Hagen liegt nicht am Meer. Kein Kolonialministerium war hier angesiedelt und die großen Entscheidungen im internationalen Handel wurden nicht zwischen Ruhrgebiet und Sauerland, sondern in Zentren wie Berlin, Hamburg oder Bremen getroffen, bei denen das koloniale Thema auf der Hand liegt.

Und doch zeigt gerade ein dezentrales Beispiel wie Hagen besonders deutlich, welche vielfältigen Verbindungslinien zwischen Stadtgeschichte und Kolonialgeschichte, vor allem zwischen etwa 1850 und 1960, bestanden. Koloniales Denken und Handeln waren im Alltag fest verankert.

Koloniale Vereine, Völkerschauen, unternehmerische Tätigkeit in Übersee, Auswanderung, die Entsendung von Missionaren und Kolonialbeamten, Alltagsrassismus, Straßenbenennungen und revisionistische Ansprüche verdeutlichen, dass koloniales Denken keine bloße Randnote von Stadtgeschichte ist. Während der Führung wird die koloniale Vergangenheit Hagens im Stadtbild verortet.

Der Rundgang ist barrierefrei und wird auf ebenem Gelände in der Hagener Innenstadt durchgeführt. Die Gehstrecke beträgt rund zwei Kilometer. Die Teilnahme an dem Stadtrundgang mit der Kursnummer 1056 ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich und kann beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder über die Internetseite www.vhs-hagen.de vorgenommen werden.

Stadtteilrundgang durch Halden

3. Juli 2022

Einen kostenlosen Stadtteilrundgang durch Halden veranstaltet die Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahmen des Urlaubskorbs am Mittwoch, 6. Juli, von 17 bis 19.15 Uhr. Treffpunkt ist die Bushaltestelle Dümpelstraße auf der Berchumer Straße.

Am Beispiel von Halden wird für Interessierte anschaulich sichtbar, wie aus einst landwirtschaftlich geprägten Dörfern Teile einer Großstadt wurden. Der Weg des Stadtteilrundgangs führt einerseits an alten Höfen und Schulgebäuden, andererseits an Neubaugebieten vorbei. Die Teilnehmenden können außerdem den anspruchsvollen Neubau der Lennetalbrücke für die A45 betrachten. Besuche bei der evangelischen Friedenskirche und der katholischen Heilig-Kreuz-Kirche bringen auch die Themen Glaube und Religion in den Blick.

Informationen zur Anmeldung für den Kurs mit der Nummer 1016 erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Hohenhof: Ein Blick unter die Erde

26. Juni 2022

Gartenarchäologische Untersuchungen fördern Rekonstruktion der Gartenanlage

Hohenhof_Luftbild_Graeben_Foto_LWL-AfW_Olpe_Lutz_Cramer_maxEin Luftbild der Gartenanlage am Hohenhof mit den Gräben für die neuen Mauern. Foto: LWL-AfW Olpe, Lutz Cramer.

Die Rekonstruktion der historischen Gartenanlage am Hohenhof im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA 2027) nimmt weiter Form an: Derzeit ziehen Mitarbeiter der Firma Eurovia Gräben für die neu zu errichtenden Mauern im Westgarten und bereiten einen Holzzaun mit Toranlage vor.

Damit eine Dokumentation und Sicherung historischer Bausubstanz gewährleistet ist, arbeiten die Untere Denkmalbehörde sowie die Planer der Stadt Hagen und der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) eng mit der Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zusammen. Die Ergebnisse aus den gartenarchäologischen Untersuchungen stellen eine Bereicherung für die möglichst detailgetreue Rekonstruktion der Gartenanlage am Hohenhof dar.

Rekonstruktion: wichtige Erkenntnisse bereits 2019

Bereits 2019 führten Archäologinnen und Archäologen des LWL unter der Leitung von Dr. Eva Cichy vorbereitende Untersuchungen an mehreren Stellen im Garten am Hohenhof durch. Damals wurden auf Grundlage eines gartendenkmalpflegerischen Entwicklungskonzeptes der Landschaftsarchitektin Susanne Weisser Bereiche festgelegt, in denen die Grabungen der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie genauere Informationen liefern sollten.

In einigen Bereichen fehlen historische Belege, ob die Planungen von Henry van de Velde und Leberecht Migge tatsächlich vollständig umgesetzt wurden. Ein Blick unter die Erde sollte Gewissheit bringen: Mit den gartenarchäologischen Untersuchungen gewannen die Untere Denkmalbehörde der Stadt Hagen und die LWL-Archäologie bereits wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der historischen Pläne, noch bevor die eigentliche Ausführungsplanung am Hohenhof durchgeführt wurde. Diese flossen in die Ausführungsplanung mit ein.

Denkmaltag 2019: wichtiges Fundstück verschwunden

Im September 2019 erhielten die Untere Denkmalbehörder der Stadt Hagen und die LWL-Archäologie einen Rückschlag: Nach dem Tag des offenen Denkmals im September 2019 verschwand ein wichtiges Fundstück aus den archäologischen Grabungen – ein historischer Ziegelstein aus der Buddhagrube.

Erst kürzlich entdeckte die Untere Denkmalbehörde bei einem ihrer Ortstermine den vermissten Ziegelstein in der Nähe der Buddhagrube wieder. Zur Freude aller Beteiligten soll der Stein als eines der wenigen Exponate vom Hohenhof Teil der geplanten Ausstellung „Archäologie der Moderne“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne werden.

Weitere Untersuchungen im aktuellen Baufortschritt

Die Stadtarchäologie Hagen und die beim LWL zuständige archäologische Außenstelle Olpe führten vor und während des diesjährigen Bauschritts baubegleitende Untersuchungen durch. Im April 2022 zeigte sich bei einzelnen Grabungsschnitten im Bereich des Waldgartens, dass die dort vermuteten Überreste eines Spielplatzes aus der Zeit von Karl Ernst Osthaus nicht mehr vorhanden sind.

Obwohl diese nicht bei den Neuplanungen weiterhelfen können, ziehen die Archäologinnen und Archäologen daraus eine positive Erkenntnis. Im Gegensatz dazu konnten die Archäologen im Westgarten, wo aktuell die Gräben angelegt werden, Teile der historischen Mauern dokumentieren. Die Mauern bildeten an dieser Stelle einst die Terrassen des Nutzgartens.

Aktuell arbeiten die Mitarbeiter der Firma Eurovia aufgrund von langen Lieferzeiten und Lieferengpässen unter anderem von Natursteinen und Holz in der Zwischenzeit an der Wiederherstellung der sogenannten Buddhagrube und den historischen Stufenanlagen im Waldgarten. Das vorhandene Material wird teilweise aufgenommen und gereinigt und soll überwiegend wiederverwendet werden.

Geologische Wanderung im Hasselbachtal

22. Juni 2022

Steinbruch_Vorhalle_Geologischer_Aufschluss01_copyright_Michael_Kaub_maxAn den geologischen Aufschlüssen im Hasselbachtal sind die Klimaveränderungen von über 350 Millionen Jahren Erdgeschichte ablesbar. Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen.

Eine geologische Wanderung im Hasselbachtal in Hohenlimburg veranstaltet das Stadtmuseum Hagen am Freitag, 24. Juni, von 16 bis 19 Uhr. Treffpunkt ist die Ecke Alter Henkhauser Weg und Obere Hasselbach.

Die offenliegenden Gesteinsschichten im Hasselbachtal mögen für den Betrachter recht unscheinbar aussehen. Eine dünne Schicht aus Devon und Karbon dokumentiert das Aussterben von ungefähr 50 Prozent aller Lebewesen vor 358 Millionen Jahren. Sie gibt Aufschluss über die massiven Klimaveränderungen in der Geschichte unserer Erde.

Was können wir aus dem vergangenen Massensterben bezüglich unserer jetzigen Klimaveränderungen lernen? Was sind die möglichen Folgen für die Menschheit? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt die Geologin Antje Selter.

Weitere Informationen zur Anmeldung erhalten Interessierte unter Telefon 02331/207-2740 oder 02331/51692. Die Teilnahmegebühr für Kinder ab zwölf Jahren und Erwachsene beträgt 15 Euro. Den Teilnehmenden wird empfohlen, wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk mitzubringen.

Spurensuche im Hagener Westen

19. Juni 2022

50 Jahre ohne die Hasper Hütte

Hasper Hütte KlöcknerBlick von der Ecke „An der Kohlenbahn“ und der „Gabelsberger Straße“ auf die Hasper Hütte. 1961. Foto: Stadtarchiv Hagen.

Zu einem Stadtrundgang durch Haspe lädt die Volkshochschule (VHS) Hagen am Mittwoch, 22. Juni, von 17 bis 18.30 Uhr ein. Los geht es am Markanaplatz.

Im Juli 2022 jährt sich zum 50. Mal die Stilllegung der Hasper Hütte. Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff begibt sich mit den Teilnehmenden auf eine kleine Spurensuche zwischen Corbacher Straße, Kreisel und Hüttenplatz. Er erläutert dabei, wie die Hasper Hütte in ihrer weit über hundertjährigen Geschichte den Hagener Westen prägte. Auch den Zielen und Ergebnissen der Sanierung schenkt er dabei Aufmerksamkeit.

Informationen zur Anmeldung erhalten Interessierte unter der Kursnummer 1155 auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Besitz und Anspruch in Karten

14. Juni 2022

Einblicke in die Kartensammlung des Hagener Stadtarchivs

Carte geographique de la MarckCarte geographique du Comté de la Marck. Ausschnitt des Bereichs der heutigen Stadt Hagen zwischen „Swierte“ und „Geffelsberg“, „Wolmestein“ und „Wiblinckwerd“. Foto: Stadt Hagen.

Eine Entdeckungsreise durch die Kartensammlung des Hagener Stadtarchivs veranstalten die Geschichtsfreunde Hagen e.V. am Mittwoch, 22. Juni, im Auditorium des Kunstquartiers Hagen, Museumsplatz 1.

Seit dem 15. Jahrhundert verdichteten sich die beherrschten Territorien im westfälischen und bergisch-märkischen Gebiet zunehmend. Ihre Herren ließen sich in der Folge ihren Besitz und Anspruch als Karten in Kupfer stechen. Dabei waren sie teils auf lokale Informationen und fehlerhafte Karten aus der Vergangenheit angewiesen.

Das Hagener Stadtarchiv besitzt eine umfangreiche Sammlung dieser historischen Landkarten und kartographischen Werke aus der Zeit ab dem 16. Jahrhundert. Teilnehmende können so ihren eigenen Spuren folgen oder die politischen Konflikte dieser Zeit nachvollziehen. Der Eintritt ist frei.

Geschichte der Hagener Akkumulatorenfabrik

8. Juni 2022

Zu einer Veranstaltung über die Geschichte der Hagener Akkumulatorenfabrik lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Freitag, 10. Juni, um 17 Uhr in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, ein.

Im Jahr 1887 begründete Adolph Müller in Wehringhausen die erste industrielle Akkumulatorenfertigung Deutschlands. Nach der Umbenennung in Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft (AFA), erhielt sie nach dem zweiten Weltkrieg schließlich den Namen Varta Aktiengesellschaft.

Zuletzt war die traditionsreiche Firma unter dem Namen Hawker bekannt. Die Betreiber stellten am 30. Juni 2021 die Produktion im Hagener Werk ein. Jens Bergmann, Vorsitzender des Hagener Heimatbundes, blickt, unterstützt von zahlreichen Fotos, gemeinsam mit den Teilnehmenden auf die über 130-jährige Geschichte des Wehringhauser Traditionsunternehmens zurück.

Informationen zur Anmeldung unter der Kursnummer 1215 erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622. Im Erzählcafé gilt die 2G+-Regel. Teilnehmende werden gebeten, die entsprechenden Nachweise mitzubringen.

Fast 100 Jahre alte Turnhalle ist nur noch Ruine

30. Mai 2022

„Die Turnhalle in der Nöhstraße ist zu einem Schandfleck erster Güte verkommen.“ Christiane Laufmann aus Vorhalle kann nicht glauben, dass die Stadt Hagen das Bauwerk, das vor acht Jahren unter Denkmalschutz gestellt wurde, einfach verkommen lässt. (…)

Niemanden scheint es zu interessieren, dass hier ein kommunaler Vermögenswert im Boden einsinkt und verwildert. „Das ist einfach nur noch traurig und deprimierend“, sagt Christiane Laufmann. (…)

„Auch wenn das Erscheinungsbild derzeit nicht sehr ansprechend ist, so stellt das Gebäude für mich nach wie vor ein Denkmal dar“, betont Mirjam Kötter, Leiterin der Unteren Denkmalbehörde. Die städtische Angestellte stammt selbst aus Vorhalle und hat noch in der Halle trainiert: „Die Architektur, der gestalterische Anspruch, aber auch die mit der Halle verbundene Orts- und Vereinsgeschichte sind Merkmale, die nach wie vor für die Ausweisung als Denkmal sprechen.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: 2015 wurde das 1.747 qm große Grundstück von der Stadt Hagen auf ihrer Homepage für 55.000 Euro zum Kauf angeboten, ein Gebäudewert für die Turnhalle wurde nicht festgesetzt. Weitere Aktivitäten sind nicht bekannt. Um zu verstehen, was sich da möglicherweise in der Kulisse abspielt – nämlich ein vorsätzlich in Kauf genommener Verfall des Gebäudes -, muss man sich nochmals die Stimmungsmache aus dem Jahr 2014 vergegenwärtigen:

Turnhalle soll kein Denkmal werden

„Zweifellos denkmalwürdig“
Ex-Stadtbaurat Dieckmann zur Turnhalle Nöhstraße

„Ruinen, Bretterbuden, Trümmerhaufen“
Ein Lokalschreiber hetzt gegen den Denkmalschutz

Die Wiederaufbau-Ära in Hagen

30. Mai 2022

Stadtspaziergang durch die Elberfelder Straße

Zu einem Stadtspaziergang durch die Elberfelder Straße zum Thema „Die Wiederaufbau-Ära in Hagen“ mit dem Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) alle Interessierten am Mittwoch, 1. Juni, von 17 bis 18.30 Uhr ein.

Vor rund 80 Jahren verwandelten die Bomben der Alliierten die Hagener Innenstadt in ein Trümmerfeld. Der Wiederaufbau setzte rasch ein, das Wirtschaftswunder schloss sich an. Diese Ära ist nicht nur untrennbar mit Nierentischen und Italienreisen verknüpft, sondern auch mit der Schaffung vieler breiter Straßen für eine autogerechte Stadt, großzügiger Parkanlagen, zahlreicher Kaufhäuser und der Platzierung etlicher Kunstwerke verbunden. Besonders gut lässt sich die seinerzeitige Entwicklung in der Elberfelder Straße nachvollziehen, die im Verlauf dieses Spaziergangs eingehend betrachtet wird.

Die Teilnahmegebühr für den Stadtspaziergang beträgt 6 Euro, Treffpunkt ist die Ecke Elberfelder Straße und Marienstraße. Eine Anmeldung zu der Veranstaltung mit der Kursnummer 1153 ist entweder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Internetseite www.vhs-hagen.de möglich.

Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern

29. Mai 2022

Krematorium__Copyright_Michael_Kaub-25_maxBlick in die Andachtshalle des Krematoriums in Hagen-Delstern. Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen.

Eine Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern mit Dr. Elisabeth May bietet die Volkshochschule Hagen (VHS) am Mittwoch, 1. Juni, von 16 bis 17 Uhr an. Treffpunkt ist auf dem Friedhof Delstern, Am Berghang.

Der Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus beauftragte 1905 den Künstler und Gestalter Peter Paul Behrens mit der Planung des Krematoriums. Nach der Fertigstellung im Jahr 1907 konnte das Krematorium erst 1912 eröffnet werden, als es erstmals in Preußen eine gesetzliche Regelung zur Feuerbestattung gab.

Architektonisch hob sich das Krematorium mit seinem kubisch geschlossenen, streng symmetrisch gestalteten Baukörper und der für die damalige Schaffensperiode von Behrens‘ typischen, schablonierten Liniendekoration von früheren Entwürfen für Krematorien ab. Als Zeugnis eines Gesamtkunstwerkes des Jugendstils ist die Andachtshalle ein Höhepunkt der Hagener Architektur. Im Anschluss an die Führung findet ein Rundgang zu den Gräbern bekannter Hagener Persönlichkeiten statt.

Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und ist vor Ort in bar zu bezahlen. Anmeldungen nimmt das Serviceteam der VHS unter Angabe der Kursnummer 1177 auf der Internetseite www.vhs-hagen.de oder unter Telefon 02331/207-3622 entgegen.

Thyssenkrupp digitalisiert altes Hoesch-Archiv

26. Mai 2022

Eine Historikerin sichtet für Thyssenkrupp Hohenlimburg historische Unterlagen der Unternehmensgeschichte vor Ort. Ziel: ein öffentliches Archiv. (…)

Das Archiv umfasst gesammelte Schriften aus weit mehr als hundert Jahren, die ältesten sind fast 170 Jahre alt, als die Produktion noch unter „Limburger Fabrik und Hüttenverein“ firmierte und es in der Werkshalle nicht mal eine Dampfmaschine gab. Erhalten sind Konzessionsverträge, Rechnungsbücher, Gehaltslisten, Arbeiterverzeichnisse, Bauzeichnungen, Briefverkehr der Unternehmensführung und mehr als 15.000 Fotos, die bis in jüngste Vergangenheit reichen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Waldarbeiten gefährden Bodendenkmäler

17. Mai 2022

Stadtarchaeologie_beschaedigte_Wallanlage_maxDurch schwere Maschinen und Fahrzeuge bei der Beseitigung von Sturmschäden oder Fäll- und Rodungsarbeiten in den Hagener Waldgebieten werden immer wieder Wallanlagen beschädigt. Foto: Stadtarchäologie Hagen.

Das archäologische Erbe in Hagen ist vielfältig und nicht immer auf den ersten Blick zu sehen, doch Hagen liegt inmitten einer überregional bedeutenden Fundlandschaft. Notwendige Fäll- und Rodungsarbeiten oder die unsachgemäße Beseitigung von Sturmschäden im Bereich von Bodendenkmälern in Hagener Waldgebieten, die nicht mit der Stadt abgestimmt sind, stellen ein großes Problem dar, wie die Untere Denkmalbehörde und Stadtarchäologie der Stadt Hagen informiert.

Immer wieder werden bei Waldarbeiten geschützte Strukturen wie Wälle, Wege und Fundamentreste beschädigt oder vollständig zerstört. Hagen ist hierbei kein Einzelfall: „Es handelt sich um ein flächendeckendes Problem, das nur schwer, in der Fläche derzeit eigentlich gar nicht in den Griff zu bekommen ist. Dies gilt besonders für die vermuteten, also nicht rechtskräftig in eine kommunale Denkmalliste eingetragenen Bodendenkmäler“, erklärt Prof. Dr. Michael Baales, Leiter der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen, das zuständige Fachamt für die Archäologische Denkmalpflege im Regierungsbezirk Arnsberg.

„Es ist enorm wichtig, dass sich Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer oder auch Forstleute rechtzeitig bei uns oder der zuständigen Stadtarchäologie melden, wenn Forstarbeiten notwendig sind, bei denen eingetragene oder auch vermutete Bodendenkmäler betroffen sind“, so Baales weiter. Denn Eingriffe im Bereich von Bau- und Bodendenkmälern sind nach dem Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen erlaubnispflichtig.

Mirjam Kötter, Leiterin der Unteren Denkmalbehörde und Stadtarchäologie der Stadt Hagen, ergänzt: „Es geht uns nicht darum, Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern etwas zu verbieten. Unser Interesse gilt dem Erhalt und dem Schutz der Bodendenkmäler. Das können wir nur schaffen, wenn wir die Maßnahmen gemeinsam abstimmen.“

Verursachte Schäden an Bodendenkmälern sind ordnungswidrig

Rücksichtslose Eingriffe mit schweren Maschinen und Fahrzeugen bei der Beseitigung von umgestürzten Bäumen richten häufig enorme Schäden an Bodendenkmälern an. Die Folge: Überschliffene Denkmalbereiche, eingefahrene Gräben oder sogar abgetragene Denkmalteile. Werden Schäden an Bodendenkmälern erkannt, die nachweislich nicht auf natürlichem Wege entstanden sind, muss die Denkmalbehörde ordnungsbehördlich eingreifen.

„Das wollen wir eigentlich nicht und es hilft letztendlich auch dem Bodendenkmal nicht“, verdeutlicht Mirjam Kötter. „Derartige Schäden an der Denkmalsubstanz, die beispielsweise durch eine vorherige Abstimmung über die Art der Forstarbeiten mit uns vermeidbar gewesen wäre, stellen in jedem Fall eine Ordnungswidrigkeit dar.“

Was ist bei Arbeiten im Bereich von Bodendenkmälern zu tun?

Die Untere Denkmalbehörde und Stadtarchäologie der Stadt Hagen erklärt auf ihrer Seite, was im Fall von geplanten Erdarbeiten im Bereich von bereits bekannten, aber auch vermuteten Bodendenkmälern zu beachten ist. Damit Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer nicht von Zufallsfunden überrascht werden und um eine fachgerechte Dokumentation und Bergung archäologischer Funde zu sichern, ist es wichtig und gesetzlich vorgeschrieben, die Stadtarchäologie frühzeitig bei geplanten Arbeiten zu informieren. Dadurch lassen sich unnötige Bauverzögerungen und Mehrkosten vermeiden. Bei einem Eigentümerwechsel muss die Denkmalbehörde ebenfalls informiert werden.

Wer nicht weiß, ob sich auf seinem Grundstück ein eingetragenes Bodendenkmal befindet, kann sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Denkmalbehörde und Stadtarchäologie der Stadt Hagen wenden.

Interessierte finden hier die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Unteren Denkmalbehörde und Stadtarchäologie.

Wandel in der Friedhofskultur

23. April 2022

Kulturgeschichtliche Führung über den Buschey-Friedhof

Zu einem kulturgeschichtlichen Gang über den Buschey-Friedhof mit Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Mittwoch, 27. April, von 16 bis 17.30 Uhr ein. Treffpunkt ist am Seiteneingang in der Grünstraße.

Der Buschey-Friedhof in Hagen-Wehringhausen ist der älteste Friedhof Hagens, der noch belegt wird. Dieser wurde am Ostermontag 1810 eingeweiht und verdeutlicht heute mit einer Fülle verschiedener Grabmalgestaltungen den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur.

Historische Friedhöfe sind nicht nur Zeugen der Vergangenheit und dokumentieren den Umgang mit dem Tod, sondern auch ein Abbild der Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens. Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey-Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben verschiedener Epochen. Von Historismus über Jugendstil bis in die Moderne – jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen.

Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und ist vor Ort in bar zu bezahlen. Anmeldungen nimmt das Serviceteam der VHS unter Angabe der Kursnummer 1173 auf der Internetseite www.vhs-hagen.de oder unter Telefon 02331/207-3622 entgegen.

Die Entwicklung des Verkehrs in Hagen

23. April 2022

Um das Thema „Straßen, Schienen und Verkehr in den vergangenen zwei Jahrhunderten in Hagen“ dreht sich ein fünfteiliger Kurs der Volkshochschule Hagen (VHS) mit Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff ab Mittwoch, 27. April, bis Mittwoch, 25. Mai, jeweils von 19.30 und 21 Uhr in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38.

Die Geschichte der Menschheit war immer eng mit dem Transport und den Transportwegen verknüpft. Dieses Thema wurde seit dem 18. Jahrhundert immer wichtiger: Ende der 1780er Jahre baute der preußische Staat die ersten Kunststraßen, sogenannte Chausseen, in der Region Hagen und die Ruhr wurde schiffbar gemacht. Ab 1848 kamen die ersten Eisenbahnstrecken, später auch Straßenbahnen und Busse, Autobahnen und Radwege hinzu.

Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff stellt diese Aspekte und Entwicklungen mittels zahlreicher Bilder dar, die vor allem aus der umfangreichen Sammlung des Hagener Heimatbundes stammen. Auch die Hagener Straßennamen werden im Kurs näher beleuchtet.

Informationen zur Anmeldung für den Kurs mit der Kursnummer 1131 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Internetseite www.vhs-hagen.de.

Ein Sieg der Unvernunft

8. April 2022

Es kommen schwere Zeiten für Denkmale in NRW

DenkmalgesetzAuch der WHB war bei der Demonstration des Denkmalschutz-Bündnisses am Tag der Gesetzesverabschiedung vor dem Landtag vertreten. Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Ab dem 1. Juni 2022 brechen schwere Zeiten für die Denkmale und ihre Eigentümer in NRW an: das neue Denkmalschutzgesetz von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung tritt in Kraft. Dieses wurde am 6. April unter dem lautstarken Protest einer Demonstration vor dem Landtag mit der Einstimmen-Mehrheit der Landesregierung verabschiedet.

Weder umfangreiche Stellungnahmen von Experten, noch eine Petition mit 24.500 Stimmen aus der Bevölkerung gegen das neue Gesetz wurden erhört, Brandbriefe an die Landesregierung und Abgeordneten, Gesprächsangebote und Podiumsveranstaltungen zeigten keine Wirkung.

Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, ist fassungslos:

„Dass ein Gesetz trotz erwiesener fachlicher Mängel, Verwirrung stiftender Verfahren, gewollter Ungleichbehandlung von Denkmaleigentümern und einer Vielzahl unbestimmter Rechtsbegriffe per Fraktionszwang wider besseres Wissen durchgedrückt wurde, ist erschütternd. Hier wird ein Gesetz ohne angemessene Debatte auf Basis falscher Behauptungen, Annahmen und Verzerrungen in einem höchst fragwürdigen Eilverfahren durchgesetzt.

Die zahlreichen Eingaben und Stellungnahmen zum neuen Gesetz waren fast durchweg von Kritik durchzogen – doch sie wurden auch in der letzten Beratungsstufe schlichtweg ignoriert. Der klare Tenor der Expertenanhörung wurde missachtet. Die Abläufe waren eines demokratischen Verfahrens unwürdig. Nun wird ein bewährtes Denkmalschutzgesetz durch ein Denkmal-NICHT-Schutzgesetz ersetzt.“

Denkmale werden als Probleme, statt als relevanter gesellschaftlicher Wert betrachtet und der Schritt von einer erhaltenden zu einer verbrauchenden Denkmalpflege eingeschlagen.

Auch der Westfälische Heimatbund (WHB) zeigte sich entsetzt, dass trotz einer noch nie dagewesenen vehementen Kritik aus Fachwelt und der Mitte der Gesellschaft die 1-Stimmen-Mehrheit der Regierungskoalition von CDU und FDP das neue Denkmalschutzgesetz für Nordrhein-Westfalen verabschiedet hat.

„Dies ist ein schwarzer Tag für die Denkmallandschaft in NRW. Dass ein Gesetz, das sich durch handwerkliche Fehler, die Schaffung einer Zwei-Klassen-Denkmalpflege und die Missachtung von Fachlichkeit zugunsten von Partikularinteressen auszeichnet, noch rasch vor den Landtagswahlen zur Abstimmung gebracht wurde, macht betroffen“, so Dr. Silke Eilers, WHB-Geschäftsführerin.

Seit Monaten hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit einer Vielzahl von Vereinen, Verbänden und Initiativen, Stiftungen, Hochschullehrern und Fachorganisationen, zusammengeschlossen im „Denkmalschutz-Bündnis NRW“, an dem nun verabschiedeten Entwurf der Ministerin massive Kritik geübt. Das Ziel eines jeden neuen Gesetzes, die Verbesserung eines bestehenden Zustandes, sei eklatant verfehlt worden.

Daher fordert das Bündnis in seiner „Düsseldorfer Erklärung zur Zukunft des Denkmalschutzes in NRW“, in der nächsten Legislaturperiode das bisher unbeantwortete Gesprächsangebot mit allen Beteiligten zu suchen, um im Konsens und parteiübergreifend ein gutes Denkmalschutzgesetz auf den Weg zu bringen. Nur in einem landesweiten Dialog zur Bedeutung des kulturellen Erbes für die Gesellschaft könne Denkmalschutz wieder ein zentrales kulturpolitisches Anliegen des Landes NRW werden.

Scharrenbach will Gesetzesnovelle durchdrücken

6. April 2022

Schon jetzt negative Auswirkungen des neuen Denkmalschutzes

Trotz Kritik und Protesten aus der Fachwelt hat der Entwurf für das neue Denkmalschutzgesetz am 1. April den NRW-Landtagsausschuss für Heimat, Kommunales, Bauen und Wohnen passiert. Das neue Gesetz, das am 1. Juni in Kraft treten soll, hat nach Angaben der Denkmalpflege beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) schon jetzt negative Auswirkungen für die Denkmäler, weil die Zahl der Abbruch-Anträge für Denkmäler stark gestiegen sei. Ministerin Scharrenbach zeige sich entschlossen, das Gesetz am heutigen Mittwoch (6.4.) im Landtag beschließen zu lassen.

In Westfalen-Lippe hat sich die Zahl der Anträge auf vollständigen oder Teilabbruch von Baudenkmälern in den vergangenen sechs Monaten gegenüber dem halben Jahr zuvor fast vervierfacht (15 statt 4 Vorhaben), so die LWL-Denkmalpflege. Dabei werde regelmäßig mit allgemeinen Hinweisen auf wirtschaftliche Fragen argumentiert.

LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens: „Das Gesetz wirft seinen dunklen Schatten voraus. Schon jetzt zeigt sich, wie die neuen gesetzlichen Regelungen in der Öffentlichkeit und teilweise auch auf der Eigentümerseite verstanden werden: Denkmäler sollen keinem Projekt mehr im Wege stehen. Schnelle Entscheidungen sollen her, wirtschaftliche und andere Aspekte sollen dabei Vorrang haben.“

Als Beispiel nennt Mertens die Justizvollzugsanstalt in Münster: „Leider beweist das Land selbst schon seit Jahren, welcher Umgang mit Baudenkmälern, deren Schutz in NRW immerhin Verfassungsrang genießt, für angemessen gehalten wird. Die Justizvollzugsanstalt in Münster gilt als die älteste noch umfassend erhaltene Gefängnisanlage aus preußischer Zeit. Mit dem neuen Denkmalschutzgesetz befürchten wir, dass dieses Filetstück nahe der Altstadt, auf dem die JVA steht, schon bald für den Bau von Luxuswohnungen oder Büroraum herangezogen wird.“

Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) war 2018 ihren Hagener Parteifreunden beigesprungen, die den Abriss des Wehringhauser GWG-Blocks massiv vorantrieben. Das von Scharrenbach geleitete Ministerium führt an erster Stelle den Begriff „Heimat“ im Namen. Dazu sagte sie einmal der Zeitung Welt: „Heimat ist das Gegenerlebnis. Sie vermittelt Halt, Kontinuität, die Erfahrung von etwas, das sich in allem Wandel nicht wandelt.“

Offensichtlich Sprüche fürs Schaufenster. In die Kritik war Scharrenbach schon vorher geraten, als ihr bei einem Heimatkongress am 17. März 2018 vom „NRW-Heimatbotschafter“ Heino eine Langspielplatte „Die schönsten deutschen Heimat- und Vaterlandslieder“ als Geschenk überreicht wurde. Mehrere der 24 Lieder auf dem Doppelalbum haben eine fragwürdige Geschichte und gehörten etwa zum üblichen Liedgut der nationalsozialistischen SS.

Das Ministerium versuchte sich daraufhin in Schadensbegrenzung und teilte mit, das Geschenk sei „bei der Übergabe nicht unter dem Aspekt der politischen Korrektheit überprüft worden“, die Ministerin verwahre sich aber strikt dagegen, „in irgendeiner Weise mit der nationalsozialistischen Ideologie in Verbindung gebracht zu werden“.

„Wir riskieren unser kulturelles Erbe“

5. April 2022

„Düsseldorfer Erklärung“ des Denkmalschutz-Bündnisses NRW veröffentlicht

Landtag Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf

Bereits im Dezember protestierte das Denkmalschutz-Bündnis bei der Übergabe von fast 25.000 Unterschriften gegen das Denkmal-NICHT-Schutzgesetz vor dem Düsseldorfer Landtag. Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Zwei Tage vor der geplanten Abstimmung im Landtag über ein neues Denkmalschutzgesetz für Nordrhein-Westfalen am 6. April 2022 hat das Denkmalschutz-Bündnis NRW die „Düsseldorfer Erklärung“ veröffentlicht. Darin appelliert das von dreizehn Denkmalschutz-Initiativen getragene Bündnis, darunter der Westfälische Heimatbund e. V. (WHB), an alle Parteien, das bestehende Gesetz nicht abzuschaffen, sondern in der nächsten Legislaturperiode in breitem Konsens für die Zukunft weiterzuentwickeln.

Das Denkmalschutz-Bündnis NRW sieht sich in der Pflicht, mit diesem letzten Aufruf die Denkmäler des Landes vor Gefahren zu bewahren. Der Sinn eines jeden neuen Gesetzes liegt in der Verbesserung einer bestehenden Situation, diesem Anspruch werde die Novelle nicht gerecht. „Es ist einem Thema von Verfassungsrang unwürdig, die Neufassung im deutlichen Dissens mit Denkmalschützerinnen und -schützern kurz vor Ende der aktuellen Legislaturperiode durchzusetzen“, so Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes.

„Unsere Denkmäler haben ein Gesetz verdient, das ihren Schutz in den Mittelpunkt stellt und nicht tagespolitisch motivierte Interessenlagen. Wir riskieren nicht nur unser kulturelles Erbe, indem Rechtsunsicherheit geschaffen, das Vier-Augen-Prinzip abgeschafft und sachfremden Belangen der Vorzug gegeben wird, sondern auch das Renommee Nordrhein-Westfalens als Kulturland.“ Dies könne nicht das Interesse der politischen Entscheider im Land sein.

Für den Tag der Abstimmung am 6. April 2022 plant die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gemeinsam mit dem Denkmalschutz-Bündnis NRW ab 13:00 Uhr eine Demonstration vor dem Landtag auf der Landtagswiese.

Düsseldorfer Erklärung zur Zukunft des Denkmalschutzes in NRW.pdf

„Sachfremde Belange auf politischer Agenda“

4. April 2022

Geplante Novelle des Denkmalschutzgesetzes schwächt Forschung und Lehre in NRW

Das geplante neue Denkmalschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen steht seit Monaten in der Kritik. Nun diskutierten auch die Hochschulprofessorinnen und -professoren des Landes, die sich fachlich mit Denkmälern und Denkmalpflege beschäftigen und sich dem Denkmalschutz-Bündnis NRW angeschlossen haben, über die Folgen der Gesetzesnovelle. Sie sehen den Hochschulstandort NRW gefährdet und lehnen die Neufassung des Denkmalschutzgesetzes ab.

Unter dem Titel „Denkmalschutz in Forschung und Lehre. Warum die Wissenschaft gegen das neue Denkmalschutzgesetz NRW ist“ fand am 30. März 2022 an der Universität Münster eine Podiumsdiskussion statt, zu der Prof. Dr. Jens Niebaum (Universität Münster) und Prof. Dr. Wolfgang Sonne (TU Dortmund) eingeladen hatten.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Novelle des Denkmalschutzgesetzes, deren dritter Entwurf am 6. April zur Abstimmung steht, an den Hochschulen des Landes auf breite Ablehnung stößt.

Als besonders kritisch wurde dabei die im Gesetz vorgesehene starke Schwächung der bei den Landschaftsverbänden angesiedelten Denkmalfachämter mit deren Expertise und wissenschaftlichen Netzwerken eingestuft. So wies Prof. Dr. Eva von Engelberg (Universität Siegen) darauf hin, dass die Unteren Denkmalbehörden, deren Position gegenüber den Fachämtern der Gesetzentwurf stärkt, mit dieser Stärkung personell wie fachlich in aller Regel überfordert seien.

Zudem wies sie auf das Problem der Weisungsgebundenheit der Mitarbeitenden hin, die eine Berücksichtigung denkmalpflegerischer Belange ohne die verbindliche Mitwirkung der unabhängigen Fachämter deutlich erschweren werde.

Prof. Dr. Wolfgang Sonne, der sich in Hagen für die Erhaltung des inzwischen abgerissenen GWG-Blocks in Wehringhausen stark gemacht hatte, richtete sich mit Nachdruck gegen die Einbeziehung von aktueller politischer Agenda geprägter, aber sachfremder Belange in das Denkmalschutzgesetz selbst.

In einem Gedankenspiel illustrierte er sehr eindrücklich die Gefahren, die von einem vergleichbar tagespolitisch orientierten Gesetz in den 1960er-Jahren mit dem damaligen Ideal der autogerechten Stadt für viele Denkmäler ausgegangen wären. Insbesondere sei es abwegig, den per se nachhaltigen Denkmalschutz gegen Nachhaltigkeitsbelange auszuspielen.

Karfreitag: Kostenfreie Busfahrt zur Gedenkveranstaltung für NS-Opfer

3. April 2022

BittermarkDer 1971 in Hagen verstorbene Bilhauer Karel Niestrath schuf Relief und Skulpturen am Dortmunder Mahnmal Bittermark zum Gedenken an die Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer, die an den Tagen vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen in Dortmund ermordet wurden. Foto: mbdortmund.

Eine kostenlose Fahrt zur diesjährigen Gedenkveranstaltung für Opfer des Nationalsozialismus in der Bittermark in Dortmund findet am Karfreitag, 15. April, statt. Ein Bus der Hagener Straßenbahn fährt interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer um 13.30 Uhr vom Rathaus an der Volme in Hagen zur Gedenkveranstaltung und gegen 16.30 Uhr zurück zum Hagener Rathaus, wo der Bus um etwa 17 Uhr ankommt. Oberbürgermeister Erik O. Schulz hat sich bereit erklärt, die Kosten für den Bustransfer zu übernehmen.

Bereits seit mehreren Jahren beteiligt sich die Stadt Hagen gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Hagen, dem Hagener Geschichtsverein und weiteren Institutionen an der Gedenkveranstaltung in der Bittermark, die dort jährlich auf Einladung der Stadt Dortmund am Karfreitag um 15 Uhr stattfindet. Dort wurden in den letzten Kriegstagen 1945 rund 300 politische Gefangene und Widerstandskämpfern von den Nationalsozialisten brutal ermordet.

Unter den Opfern befanden sich auch Hagener Bürgerinnen und Bürger. Für die Stadt Hagen wird Bürgermeister Dietmar Thieser an der Gedenkveranstaltung teilnehmen und einen Kranz niederlegen.

Da im Bus nur 50 Sitzplätze zur Verfügung stehen, ist eine Anmeldung beim DGB Hagen per E-Mail unter hagen@dgb.de erforderlich.

Im Film: Jüdische Spuren in Hohenlimburg

24. März 2022

2021 fand die Veranstaltungsreihe „Vergessene Orte jüdischen Lebens in Westfalen“ statt, siehe https://www.stadtakademie.de/festival-landsynagogen.html

Auch Hohenlimburg wurde besucht. Vor zwei Wochen wurde ein Film über das Projekt in Dortmund vorgestellt. Verlinkung zum Film: https://youtu.be/vFbyqj-amgg. Für die Hagener/Hohenlimburger sind ca. 3 Minuten über Hohenlimburg besonders interessant (ab Minute 22:19).

Die Geschichtsschüler des Rahel-Varnhagen-Kollegs sind zur Zeit im Kontakt mit dem Filmclub Hohenlimburg, der mit Unterstützung des Heimatvereins Hohenlimburg dieses Jahr einen Film über unbekannte Orte in Hohenlimburg vorbereitet. Die Schüler werden einige Minuten übernehmen und auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof über die Geschichte des Ortes vor der Kamera berichten.

Hagen und die Schlacht bei Waterloo

22. März 2022

Zu einem Vortrag über Hagener Soldaten bei der Schlacht von Waterloo im Rahmen der Reihe „Hagen <w>örtlich“ laden die Stadtbücherei und die Volkshochschule (VHS) Hagen am Donnerstag, 31. März, um 19 Uhr in die Stadtbücherei auf der Springe ein.

Im März 1815 kehrte Napoleon Bonaparte, der abgesetzte Kaiser der Franzosen, aus seinem Exil auf der Mittelmeerinsel Elba zurück. Seine hunderttägige Herrschaft gipfelte erneut in einem Krieg. Umgehend wurde die preußische Armee mobilisiert und auch die schon 1813 formierte westfälische Landwehr griff zu den Waffen.

An den Schlachten gegen Napoleon waren etliche Landwehrmänner und freiwillige Jäger aus Hagen beteiligt. Darunter viele auch heute noch bekannte Personen wie zum Beispiel Friedrich Harkort und sein Bruder Gustav. Auch der Pastorensohn Carl Baedeker gehörte als Leutnant dem Offizierskorps an. Die lange Liste der Landwehrmänner enthält Namen wie Adrian aus Eilpe, Böing aus Hohenlimburg, Holtschmidt aus Elsey und Schaberg aus Eilpe.

Die Eintrittsgebühr beträgt 5 Euro. Eine Anmeldung unter der Kursnummer 1101 ist erforderlich und kann entweder über die Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 erfolgen. Es gelten die Regeln der aktuellen Coronaschutzverordnung.

Stadtführung: Auf den Spuren der Kolonialzeit

21. März 2022

Eine Stadtführung zu den Spuren der Kolonialzeit in der Hagener Innenstadt bietet die Volkshochschule (VHS) Hagen am Sonntag, 27. März, von 15 bis 17 Uhr an. Treffpunkt ist auf dem Friedrich-Ebert-Platz vor dem ehemaligen Ratskeller.

Hagen liegt nicht am Meer und hier war kein Kolonialministerium angesiedelt. Die großen Entscheidungen im internationalen Handel wurden nicht zwischen Ruhrgebiet und Sauerland getroffen, sondern in Zentren wie Berlin, Hamburg oder Bremen. Und doch zeigt gerade ein dezentrales Beispiel wie Hagen besonders deutlich, welche vielfältigen Verbindungslinien zwischen Stadtgeschichte und Kolonialgeschichte bestanden.

Koloniales Denken und Handeln waren im Alltag fest verankert. Koloniale Vereine, Völkerschauen, unternehmerische Tätigkeit in Übersee, Auswanderung, die Entsendung von Missionaren und Kolonialbeamten, Alltagsrassismus, Straßenbenennungen und revisionistische Ansprüche verdeutlichen, dass koloniales Denken keine bloße Randnotiz der Hagener Stadtgeschichte ist.

Während der Führung wird die koloniale Vergangenheit Hagens im Stadtbild verortet. Der Rundgang ist barrierefrei und wird auf ebenem Terrain in der Hagener Innenstadt durchgeführt. Die Strecke der Führung umfasst ungefähr zwei Kilometer.

Der Stadtrundgang findet im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung unter der Kursnummer 1305 ist erforderlich und kann beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder über die Seite www.vhs-hagen.de erfolgen.

„Warum ich Nazi wurde“

19. März 2022

Lesung mit Sven Söhnchen

Eine Lesung mit Sven Söhnchen zum Buch „Warum ich Nazi wurde“ von Wieland Giebel veranstalten die Volkshochschule Hagen (VHS), das Europabüro Hagen und das Kulturzentrum Hasper Hammer am Dienstag, 22. März, von 18 bis 20 Uhr im Kulturzentrum Hasper Hammer, Hammerstraße 10.

Was hat Menschen dazu veranlasst, sich den Nationalsozialisten anzuschließen? Dieser Frage ging der amerikanische Professor Theodore Abel im Jahr 1934 mit einem Preisausschreiben nach. Viele Jahrzehnte später hat der Journalist Wieland Giebel die Schreiben aufbereitet und zu dem Buch „Warum ich Nazi wurde“ mit den Biografien früherer Nationalsozialisten zusammengefasst. In der Veranstaltung trägt Sven Söhnchen Texte aus dem Buch vor und zeigt so, welche verschiedenen Beweggründe Menschen hatten, sich den Nationalsozialisten anzuschließen.

Die Einführung zur Veranstaltung übernimmt der Historiker Holger Flick von der VHS Hagen. Flick gibt einen Einblick in die damalige Zeit und bezieht sich dabei insbesondere auf Hagen. Musikalisch begleitet wird die Lesung von dem Liedermacher und „Fingerstyle“-Gitarrist Björn Nonnweiler.

Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist nur beim Kulturzentrum Hasper Hammer unter Telefon 02331/463681, per E-Mail an info@hasperhammer.de oder über das Ticketsystem auf www.hasperhammer.de/veranstaltungen/tickets möglich.

Hagener NS-Opfer und Menschenrechte

15. März 2022

Wochen gegen Rassismus: Doppelausstellung im Rathaus

Zwei Ausstellungsformate zu den Themen „Hagener Opfer der NS-Militärjustiz“ und „Hagenerinnen und Hagener erklären 30 Menschenrechte in 26 Sprachen“ können Interessierte im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus ab heute, 14. März, bis Freitag, 25. März, im Rathaus an der Volme, Rathausstraße 13, 1. Obergeschoss, im Foyer, besuchen. Die Ausstellungen sind montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr zu sehen.

Die Wanderausstellung „Hagener Opfer der NS-Militärjustiz“ von Studierenden des Rahel-Varnhagen-Kollegs unter der Leitung ihres Geschichtslehrers Pablo Arias zeigt eine eindrucksvolle Dokumentation über Hagener Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz in den Jahren 1933 bis 1945. Auf 13 Schautafeln werden Opfer- und Täterbiografien sowie menschliche Schicksale von Personen, deren Namen bis heute in Hagen bekannt sind, vorgestellt.

Ergänzt wird die Ausstellung durch sieben Schautafeln des Dokumentations- und Informationszentrums Torgau, die am Beispiel des Leutnants Arne Bischoff das Schicksal eines Soldaten darstellen. Die Wanderausstellung des Rahel-Varnhagen-Kollegs ist im Laufe des Jahres unter anderem noch in verschiedenen Hagener Schulen zu sehen.

Außerdem zeigt die Amnesty International-Gruppe Hagen im Foyer anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen Videobeitrag zum Thema Menschenrechte. Dort stellen Menschen aus Hagen, der Region und der Welt die 30 Menschenrechte in 26 Sprachen vor. Über einen QR-Code im Eingangsbereich des Rathauses an der Volme können sich Interessierte den Videobeitrag direkt auf ihre Medien laden.

In der Stadtverwaltung gilt die 3G-Regel, eine entsprechende Kontrolle findet im Eingangsbereich des Rathauses an der Volme statt.

Industriekultur erradeln in Hagen

4. März 2022

Heimatbund, Elbershallen und Rad-Sport-Club haben Route 2 vorgestellt

Hagen ist zwar alles andere als eine „klassische“ Radfahrstadt, dennoch gewinnt dieses Verkehrsmittel auch an Lenne und Volme einen immer größeren Stellenwert. Und weil es inzwischen E-Bikes und Pedelecs gibt, stellen auch die hiesigen Berge kein großes Hindernis mehr dar. Der Tritt in die Pedale macht Spaß, ist gesund und ein ganz, ganz wichtiger Beitrag zur Mobilitätswende.

Außerdem: Wer mit dem Rad unterwegs ist, sieht und erlebt mehr als ein Autofahrer. Das ist eine Binsenweisheit. Das gilt erst recht in unserer Region mit ihren vielen industriekulturellen Sehenswürdigkeiten. Um sie zu erleben, lohnt es sich, das „Radrevier Ruhr“, aber auch das Sauerland auf seinen zahlreichen attraktiven Strecken zu erkunden.

Die bekannteste Route folgt bekanntlich dem Lauf der Ruhr. Aber der berühmte Ruhrtalradweg hat längst viele „Brüder“ bekommen – und auch in Hagen wird an einer weiteren Verbesserung der Radwege gearbeitet. Vor allem bezogen auf die hiesigen Täler tut sich in den kommenden Jahren einiges, einer der „Motoren“ soll im Jahr 2027 die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) in der Metropole Ruhr sein.

Bis ins Jahr 2027 wollte aber ein ehrenamtlich agierender Arbeitskreis nicht warten. Ihm gehören an: Christian Isenbeck (Manager der Elbershallen), Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff (Vorsitzender des Hagener Heimatbundes), Karl-Heinz Kubas (Vorsitzender des Rad-Sport-Clubs Hagen) und Katja Kamp (Kreativagentur „herzeigen.ruhr“). Das Quartett hatte sich bereits „vor Corona“ auf die Fahnen geschrieben, insgesamt fünf Routen zu erstellen, die an möglichst vielen Punkten zum Thema „Industriekultur“ vorbeiführen sollen.

Die erste Route wurde schon im Hinblick auf das 275-jährige Hagener Stadtjubiläum vor über einem Jahr präsentiert. Sie führt durch den Hagener Norden und startet am Amtshaus, Boeler Straße. Die zweite Route wurde jetzt „auf die Strecke“ gebracht – sie führt dem Radler unter anderem Emst, Eppenhausen, Halden, Altenhagen und die Innenstadt vor Augen.

Zu den Highlights auf dieser Route zählen der Hohenhof, der Steinbruch in der Donnerkuhle und Teile des Lennetals. Start und Ziel der 2. Route sind die Elbershallen, die selbst ebenfalls zu den besonderen Sehenswürdigkeiten auf dieser Route gehören.

Faltblätter, auf denen die Sehenswürdigkeiten entlang den Strecken in „Kurzform“ beschrieben werden, im Internet zu finden – unter www.industriekultur-erradeln-in-hagen.de.

„Geschichte der russisch-ukrainischen Beziehungen“

4. März 2022

Flagge UkraineEinen kostenlosen Online-Vortrag zum Thema „Die Geschichte der russisch-ukrainischen Beziehungen“ mit Ricarda Vulpius bietet die Volkshochschule Hagen (VHS) am Sonntag, 6. März, von 19.30 bis 21 Uhr an.

Wladimir Putin greift für die Rechtfertigung seines Angriffskrieges auf ein Narrativ zurück, nachdem die Ukraine schon immer ein Teil Russlands gewesen sei. Doch der Konflikt mit Russland um die ukrainische Unabhängigkeit reicht bis ins Mittelalter zurück. In dem Vortrag zeichnet die Historikerin Prof. Ricarda Vulpius den Konflikt nach und nimmt dabei auch die Geschichte des russischen Imperialismus in den Blick.

Ricarda Vulpius ist Professorin für Osteuropäische Geschichte an der Universität Münster mit Forschungsschwerpunkt russländische Imperiumsgeschichte sowie die Geschichte der Ukraine und ihre Verflechtungen.

Eine Anmeldung zu dem Vortrag ist bei der VHS unter der Kursnummer 0137Z über die Internetseite www.vhs-hagen.de möglich. Die Zugangsdaten für den Vortrag sind bei dem Kurs auf der Internetseite hinterlegt. Voraussetzung für das Sehen und Hören des Vortrags ist ein PC, Laptop oder Smartphone mit einer Internetverbindung.


%d Bloggern gefällt das: