Archive for the ‘05 Geschichte Hagen’ Category

Trotz Abrissdebatte: Hagener Finanzamtssäulen werden saniert

22. Juni 2018

So richtig schön findet sie kaum jemand, sogar ihr Abriss wurde schon gefordert. Doch jetzt werden die Stützen des Finanzamts am Ring saniert. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Autor Hubertus Heuel gibt den Experten: „Die Immobilie gilt als Hemmschuh für die Stadt- und Verkehrsentwicklung in Hagen.“  Obwohl er genau weiß, dass nicht das Finanzamt die Dreckschleuder ist: „Die Abgase, die die Autos auf dem Märkischen Ring ausstoßen, verpesten das Stadtklima.“ Nach dem Verursacherprinzip muss also nicht das Finanzamt weg, das aus gutem Grund unter Denkmalschutz steht, sondern der Verkehr muss eingedämmt werden.

Die „Diskussion“, die Heuel ins Feld führt, ist bislang eine von der WPWR propagandistisch aufbereitete Kampagne, hinter der der Lobbyverband SIHK und deren Hilfstruppen FDP und CDU stehen. Die Pfeiler mit den zugegebenermaßen potthässlichen gelben Pissoirkacheln sind das Ergebnis des Durchbruchs des Märkischen Rings in den 1960er Jahren an dieser Stelle. Da für einen Gehweg kein Platz mehr war, wurde schon damals dem Autoverkehr Vorrang eingeräumt und ein Teil des Erdgeschosses aus dem Finanzamtsbau herausgebrochen.

Jetzt böte sich eine Sanierung in Einklang mit der Architektur des Backsteinexpressionismus‘ an. Etwas befremdlich wirkt in diesem Kontext die Position der Leiterin der Unteren Denkmalbehörde, Ina Hanemann, an, die sich für die Erhaltung des Kloambientes stark macht – wenn die Darstellung der WPWR so den Tatsachen entspricht. Bei dem Blatt muss man bekanntlich vorsichtig sein.

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Auf den Spuren der Gebrüder Ludwigs

13. Juni 2018

Die Volkshochschule Hagen lädt in Kooperation mit dem Osthaus Museum am Mittwoch, 13. Juni, von 16 bis 17 Uhr zu einer Führung zu Häusern des Architekturbüros Gebrüder Ludwigs vom Jugendstil zum Expressionismus mit Dr. Elisabeth May ein.

Treffpunkt ist an Hassleyer Straße 14; die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro, die vor Ort bar kassiert werden. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1106 (Telefon 02331/207-3622 oder über die Webseite vhs-hagen.de/anmeldung).

VHS im Erzählcafé: Währungsreform 1948

12. Juni 2018

Der nächste Gesprächsabend im Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, mit dem Historiker Jörg Fritzsche findet am Freitag, 15. Juni, um 17 Uhr, zum Thema „Währungsreform 1948“ statt. Der Eintritt ist frei.

Die Währungsreform von 1948 gilt positiv als das wohl markanteste Ereignis in der direkten deutschen Nachkriegszeit. Genau vor 70 Jahren, am 20. Juni 1948, fand der Währungsumtausch statt, der von vielen als der Startschuss für das Wirtschaftswunder gesehen wird. Zunächst konnten nur 40 der neuen „D-Mark“ gegen die alte Reichsmark umgetauscht werden. Sonstige Sparguthaben wurden nur 10:1 umgerechnet, viele kleine Privatvermögen blieben daher auf der Strecke.

Der Schwarzmarkt und seine „Zigaretten-Währung“ verschwinden spurlos und plötzlich sind die Schaufenster der Geschäfte mit zum Teil vorher gehorteten Waren prall gefüllt. Mit der Einführung der Deutschen Mark wird auch die Rationierung der Güter des täglichen Bedarfs aufgehoben.

Ludwig Ehrhard verkündet: „Der einzige Bezugsschein ist jetzt die Deutsche Mark“. Verbunden mit der Währungsreform als dem wichtigsten Schritt zur sozialen Marktwirtschaft sind jedoch auch eine rapide Preiserhöhung und ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit verbunden.

Wie erlebten die Menschen diesen tiefen Einschnitt in ihren Alltag? Wer profitierte von dem Umtausch? Diesen und einigen anderen Fragen wird an diesem Abend nachgegangen. Wie immer sind Zeitzeugen und Interessierte herzlich eingeladen, ihre Erinnerungen und Meinungen einzubringen.

Informationen zur Reservierung unter der VHS-Kursnummer 1206 erhalten Interessierte unter www.vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/207-3622.

Führung im Hohenhof und am Stirnband

4. Juni 2018

Mittwoch, 06.06.2018 von 16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-entwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Anmeldung unter 0 23 31/207 2740.

Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen.

Eintritt: plus Führungsgebühr 9 Euro

Eine weltweite Gestaltungsphilosophie mit Hagener Wurzeln

28. Mai 2018

Das Jahr 2019 steht bundesweit ganz im Zeichen des 100-jährigen Gründungsjubiläums des Bauhauses – Synonym für moderne Gestaltung. 1919 in Weimar gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, bestand das Bauhaus letztlich bloß 14 Jahre. Dennoch wirkt die legendäre Hochschule für Gestaltung bis in die Gegenwart fort. Sie gilt als wirkungsvollster Exportartikel von Kultur aus Deutschland im 20. Jahrhundert.

Ein Teil des Nährbodens stammt aus Hagen: Immerhin hat der Kunstsammler Karl Ernst Osthaus seinen persönlichen Duzfreund Walter Gropius, Gründer des Bauhauses, nicht nur mit Projekten bedacht, sondern auch seinen Weg nach Weimar mit eingefädelt. Vor diesem Hintergrund möchten sich die heimischen Kulturschaffenden mit einem facettenreichen Programm, kleinen Budget, aber großem Enthusiasmus an den Feierlichkeiten zum Bauhaus-Jubiläum beteiligen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Was die Hagen-Agentur im Kreise der „Hagener Engagierten“ zu suchen hat, bleibt wieder einmal ein Rätsel. Die nötige Expertise (auch) zu diesem Thema dürfte ihr völlig fehlen.

„Alleskönner Behrens“

22. Mai 2018

Die lachende Kaffeekanne von „Kaiser’s Kaffee“, das AEG-Waben-Logo, der berühmte Schriftzug „Dem Deutschen Volke“ am Berliner Reichstagsgebäude – jeder kennt diese Ikonen der Gestaltung. Urheber dieser und vieler weiterer Schöpfungen ist der in Hamburg aufgewachsene Künstler Peter Behrens.

Zum 150. Geburtstag des bedeutenden Architekten und Designers Behrens gibt es im Kölner Museum für Angewandte Kunst bis zum 1. Juli die Ausstellung „Der Alleskönner“. In Hagen wurde der Geburtstag weitgehend vergessen, dabei war Peter Behrens vor dem Ersten Weltkrieg ein enger Mitstreiter von Karl Ernst Osthaus. In Hagen schuf er mehrere wegweisende Bauwerke – so die Villa Cuno an der Haßleyer Straße und insbesondere das Krematorium in Delstern. (…)

Quelle: Wochenkurier

VHS-Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern

13. Mai 2018

Die Volkshochschule Hagen lädt am Donnerstag, 17. Mai, von 16 bis 17 Uhr zu einer Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern mit Dr. Elisabeth May ein. Der Treffpunkt ist auf dem Friedhof Delstern, Am Berghang.

Der Entwurf für das Krematorium stammt von dem Künstler und Gestalter Peter Paul Behrens, der von dem Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus 1905 mit der Planung beauftragt wurde. Fertig gestellt wurde es bereits 1907, konnte aber erst 1912 eröffnet werden, nachdem es erstmals in Preußen eine gesetzliche Regelung zur Feuerbestattung gab.

Architektonisch hob sich das Krematorium mit seinem kubisch geschlossenen, streng symmetrisch gestalteten Baukörper und der für die damalige Schaffensperiode von Behrens‘ typischen, schablonierten Liniendekoration von früheren Entwürfen für Krematorien ab. Als Zeugnis eines Gesamtkunstwerks des Jugendstils ist die Andachtshalle ein Highlight Hagener Architektur. Nach der Führung schließt sich ein Rundgang zu den Prominentengräbern an.

Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und wird in bar vor Ort kassiert. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1092. Weitere Informationen unter Telefon 02331/207-3622 oder online unter www.vhs-hagen.de/anmeldung.

Jugendstil und mehr in Haspe

11. Mai 2018

Am Mittwoch, 16. Mai, laden die Volkshochschule Hagen und der Hagener Heimatbund von 18 bis 19.30 Uhr, zu einem Stadtspaziergang ein. Damit möchten die beiden Einrichtungen auch in diesem Jahr wieder ihre gemeinsame Reihe „Stadtspaziergänge – Baukunst um 1890/1930″ aufgreifen.

Diesmal „spazieren“ die Teilnehmer mit Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff (Vorstand Hagener Heimatbund) durch einen hinsichtlich der Architektur überaus spannenden Teil Haspes: Die Exkursion führt von der evangelischen Kirche an der Frankstraße durch die Kölner Straße und weiter durch die Voerder Straße bis zur Dammstraße. Treffpunkt ist an der evangelischen Kirche, Kölner Straße, Ecke Frankstraße.

Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1077. Informationen hierzu erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam unter Telefon 02331/207-3622.

Wenn Kriegsgeschichte durch Hagener Mägen geht

24. April 2018

Ist dies eine angemessene Form der Erinnerungskultur? Wird hier gar ein revisionistisches Geschichtsbild geprägt, also aufgrund pseudowissenschaftlicher Erkenntnisse historische Wahrheit umgedeutet? Diesen Fragen wollte zuletzt der Hagener Kulturausschuss mit Blick auf den Hochbunker Bergstraße auf den Grund gehen.

Die Ratsfraktion BfHo/Piraten hatte erhebliche Zweifel formulierte, ob die dort jüngst eröffnete Gastronomie „Flamm’s am Bunker“ einen angemessenen Umgang mit den tatsächlichen, meist unrühmlichen Kriegswahrheiten darstelle. Fraktionssprecher Christian Specht bat um eine fachliche Einordnung durch den städtischen Historiker Dr. Ralf Blank. (…)

Quelle: wp.de

Historische Führung über den Buschey-Friedhof

11. April 2018

Zu einem kulturgeschichtlichen Gang über den Buschey-Friedhof mit Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen am Mittwoch, 18. April, von 16 bis 17.30 Uhr alle Interessierten ein. Der Treffpunkt ist am Seiteneingang des Friedhofs in der Grünstraße.

Der Buschey-Friedhof in Wehringhausen ist der älteste, noch belegte Friedhof in Hagen (Foto: Dieter Faßdorf). Er wurde 1810 eingeweiht und verdeutlicht aufgrund der Fülle verschiedener Grabmalgestaltung den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur.

Historische Friedhöfe sind nicht nur Zeugen der Vergangenheit und dokumentieren den Umgang mit dem Tod, sondern sie sind auch ein Abbild unserer Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens. Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey-Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben verschiedener Epochen und gibt Einsichten in die Entwicklung der Grabmalkultur.

Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und wird vor Ort bar kassiert. Eine rechtzeitige Anmeldung unter Angabe der Kursnummer 1101 ist erforderlich. Weitere Informationen gibt es hier oder beim Serviceteam unter Telefon 02331/207-3622.

Historische Bunkertour mit der Volkshochschule

3. April 2018

Auch der Bunker in der Tuchmacherstraße ist Teil der Führung. Foto: Dieter Faßdorf/Volkshochschule Hagen

Zu einer großen Bunkertour durch die Hagener Innenstadt mit dem Gästeführer Rouven Recksick lädt die Volkshochschule Hagen am Samstag, 14. April, von 13 bis 16 Uhr ein. Die Führung beginnt vor dem Bunkermuseum, Bergstraße 98.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges und erfahren Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“. Das Kellergeschoss des Bunkermuseums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass man die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen kann.

Nach der rund einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker in der Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Auf dem anschließenden Weg durch die Innenstadt erhalten die Teilnehmer Details zu der Zerstörung dort. Die Führung endet auf Höhe der Marienstraße.

In dem Entgelt von 18 Euro ist der Eintritt für das Bunkermuseum bereits enthalten. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um rechtzeitige Anmeldung mit Angabe der Kursnummer 1057 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

Der Dreißigjährige Krieg in Südwestfalen

30. März 2018

Vortragsreihe im Hagener Kunstquartier

Eine Vortragsreihe zum Thema „Der Dreißigjährige Krieg 1618/1648“ findet am Donnerstag, 5. April, und Donnerstag, 12. April jeweils von 18.30 bis 20 Uhr im Auditorium im Kunstquartier Hagen, Museumplatz 1, statt.

Bei dem Auftakt der Vortragsreihe am Donnerstag, 5. April, thematisiert Prof. Dr. Ralf-Peter Fuchs von der Universität Duisburg-Essen in seinem Vortrag „Ein Dreißigjähriger Krieg? Kriegsverdichtung am Niederrhein und an der Ruhr nach 1618“ die Bedeutung dieses Ereignisses für die Region am Niederrhein und an der Ruhr.

Das Stichjahr 1618 soll zum Anlass genommen werden, um die internationalen Verwicklungen des Dreißigjährigen Krieges aufzuzeigen. Dabei geht es um die Erörterung von Ursachen und um eine Erklärung, warum der Weg zum Frieden lange Zeit nicht eingeschlagen wurde. Zugleich skizziert der Referent, wie sich dieser Krieg, der sich mit anderen bewaffneten Konflikten verband, in der Region konkret niederschlug.

In ihrem Vortrag „Dreißig Jahre Krieg in den Grafschaften Mark und Limburg“ geht Dr. Stephanie Marra von dem Universitätsarchiv Dortmund am Donnerstag, 12. April, der Frage nach, wie sich der Dreißigjährige Krieg in Südwestfalen und besonders in der Grafschaft Mark, hier vor allem im märkischen Amt Wetter, und in der Grafschaft Limburg entwickelte.

Gerade am Beispiel der Grafschaft Limburg mit ihrer Residenz Schloss Hohenlimburg zeigte sich, dass der Konflikt nicht nur konfessionelle, sondern vor allem auch politische Ziele verfolgte. Am Ende blieben ein verwüstetes Land, eine durch Krieg und Pest dezimierte Bevölkerung und drückende Reparationslasten, die noch im folgenden Jahrhundert beglichen werden mussten.

Hintergrund

Vor 400 Jahren kam es zum Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs, einem der schlimmsten Konflikte in der europäischen Geschichte. In der Geschichtsschreibung wird der Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 als Beginn des Dreißigjährigen Krieges gesehen. Allerdings hatten im Vorfeld bereits der Kölner Bistumskrieg (1584 bis 1589) sowie der Jülich-Klevische Erbfolgestreit (1609 bis 1614) für militärische und politische Spannungen gesorgt.

Der zwischen dem 15. Mai und 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossene „Westfälische Friede“ beendete den Krieg. Seine Auswirkungen und Folgen sind teilweise bis in die Gegenwart spürbar.

Die Vortragsreihe ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Museums- und Archivvereins Geschichtsfreunde Hagen und des Karl-Ernst-Osthaus-Bundes. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro an der Abendkasse. Infos über die Referenten erhalten Interessierte unter www.uni-due.de/members/ralf-peter-fuchs/ und www.stephanie-marra.de.

Vormärz und Revolution 1848/49 in Hagen

21. März 2018

Vortrag von Dr. Ralf Blank, Stadtmuseum / Stadtarchiv Hagen

Donnerstag, 22. März, 18:30 Uhr, Kunstquartier Hagen

Die historische Epoche des Vormärz umfasst die Zeit vom Wiener Kongress 1815 bis zum Ausbruch der Revolution in Preußen durch den Berliner Barrikaden-Aufstand vom 18. März 1848. Während der französischen Herrschaft 1808 bis 1813 war Hagen die Hauptstadt eines Arrondissements im Ruhrdepartement. Es umfasste den südlichen Teil der preußischen Grafschaft Mark. Zu dieser Zeit erhielt Hagen erstmalig eine überregionale Funktion als Verwaltungssitz.

Die in bürgerlichen Kreisen als „Fremdherrschaft“ empfundene französische Verwaltung hatte die Errungenschaften der Französischen Revolution nach Preußen gebracht. Diese Impulse wirkten fort. Im Vormärz erstarkte das Bürgertum. Kultur und Presse sowie Bildung erfassten die Gesellschaft.

Nach dem Ende der Befreiungskriegen 1813 bis 1815 erfolgte in Preußen eine Gebietsreform. 1817 wurde der Kreis Hagen gebildet. Als Teil des neuen Regierungsbezirks Arnsberg und der Provinz Westfalen war der Kreis Hagen in einen Stadt- und in einen Landkreis unterteilt.

Reformen in Justiz, Verfassung und Verwaltung konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Adel weiterhin die bestimmende Gesellschaftsschicht war. In Hagen sorgte zwischen 1814 und 1819 die Zeitschrift „Hermann“ für die Verbreitung nationaler und sozialer Fragen sowie für politische Auseinandersetzungen. Unter dem Druck der Reaktion wurde sie 1819 verboten.

Unter dem biedermeierlichen Ruhekissen brodelte es gewaltig. Durch das Bevölkerungswachstum, durch die beginnende Industrialisierung und die Erschließung der Territorien durch moderne Verkehrsmittel kamen vielfältige Probleme auf die Tagesordnung. Arbeitslosigkeit, Hungerkrisen, Epidemien trieben die immer drängende soziale Frage an.

Die reaktionäre Restaurationspolitik des „Systems Metternich“ führte in eine Sackgasse. Die französische Februar-Revolution 1848 zündete im folgenden März den Berliner Barrikaden-Aufstand. Von Bayern, Baden und Preußen aus breitete sich die Revolution über die deutschen Länder sowie über die K.u.K. Monarchie aus.

Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Wahlrecht, Parlamentarismus und eine demokratische Grundordnung bestimmten zumindest bis in das Frühjahr 1849 den letzten Abschnitt der Revolution. Doch mit der Reichsverfassungs-Kampagne endete die Revolution in Aufständen, wie in Hagens Nachbarstadt Iserlohn, bis Juli 1849 in einem letztlich blutigen Ende.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung im Vormärz und während der Revolution im Raum Hagen. Vorgestellt werden Akteure, Orte, Aspekte und Ereignisse. Eine weitere Frage ist, wie die Revolution 1848/49 rückblickend wahrgenommen wurde und welche Bedeutung sie 170 Jahre nach ihrem Ausbruch für die Gegenwart besitzt.

Eintritt: 2 Euro (Abendkasse)

Eine Veranstaltung des Museums- und Archivvereins Geschichtsfreunde Hagen e.V. gemeinsam mit dem Karl-Ernst-Osthaus-Bund.

Hohenhof und Stirnband

18. März 2018

VHS-Führung durch Hagens Schätze des Jugendstils

Zu einer Besichtigung des Gesamtkunstwerks Hohenhof sowie des Straßenzuges Stirnband mit Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen in Kooperation mit dem Osthaus Museum am Mittwoch, 21. März, von 16 bis 18 Uhr ein.

Im Hagener Stadtteil Emst steht im Grünen ein architektonisches Highlight aus der Zeit des Jugendstils. Für den Hagener Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus errichtete der belgische Jugendstilkünstler Henry van de Velde 1906 bis 1908 das Wohnhaus der Familie, den Hohenhof.

Heute zählt das Gebäude europaweit zu den wenigen begehbaren Gesamtkunstwerken im Jugendstil. Bis heute ist die Idee des Gesamtkunstwerks für den Betrachter in der minuziösen und individuellen Komposition der Räume erlebbar.

Die Bestrebungen des gebürtigen Hageners Karl Ernst Osthaus reichten über die Planung seines Wohnhauses weit hinaus. Neben dem 1902 eingeweihten Folkwang-Museum plante Osthaus die Villenkolonie Hohenhagen, zu der auch der Hohenhof gehört.

Der Treffpunkt ist vor dem Hohenhof, Stirnband 10. Die Teilnahmegebühr von 9 Euro (inklusive Eintritt für den Hohenhof) wird vor Ort in bar kassiert. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um vorherige Anmeldung unter Kursnummer 1083. Informationen erhalten Interessierte hier oder unter Telefon 02331/207-3622.

Gegen das Vergessen – Hagener GeDenken

13. März 2018

Hinweis: Für eine größere Darstellung bitte aufs Bild klicken.

In Erinnerung an die Ermordeten der letzten Kriegstage an Ostern 1945 findet jährlich am Karfreitag die Gedenkstunde in der Dortmunder Bittermark statt. Auf Bitten des DGB-Stadtverbandes Hagen, des Hagener Geschichtsvereines und des Hagener Friedenszeichens e.V. nahm im Jahr 2017 erstmals für die Stadt Hagen Bürgermeister Wisotzki offiziell teil. Er erinnerte daran, dass sich auch Hagener Bürger unter den damaligen Opfern befanden.

Im Vorfeld zum Karfreitag 2018 wird das Thema unter dem Titel „Hagener GeDenken“ mit einer gemeinsamen Veranstaltung auch in der Volmestadt präsent sein. Sie findet statt am Donnerstag, 22. März um 18:00 Uhr im Kultopia Hagen.

Für die erste Veranstaltung dieser Art haben sich zahlreiche Kooperationspartner zusammengeschlossen, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Region Ruhr-Mark und die Stadt Hagen unter Beteiligung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

Für den Abend ist folgendes Programm vorgesehen:

Gegen das Vergessen – Hagener GeDenken
Begrüßung durch den DGB und den Oberbürgermeister der Stadt Hagen Erik O. Schulz

Terror bis zuletzt
Rainer Stöcker vom Hagener Geschichtsverein erinnert an die Nazi-Morde im März und April 1945 im Dortmunder Rombergpark und in der Donnerkuhle.

„… keiner weiß, wer der Nächste ist.“
Schüler des Rahel-Varnhagen-Kolleg lesen einen bewegenden Brief und stellen das Schicksal von weiteren Hagener Opfern der Nazi-Diktatur vor.

„Das Projekt digitale Stadtkarte“
Wie Stolpersteine für die Opfer des Faschismus im digitalen Zeitalter ankommen. Auszubildende der Stadt Hagen präsentieren ihre Arbeit.

„Lichter der Großstadt “ & Gandhi Chahine
performen die Songs „Die Erinnerung bleibt“ und „Die dunkle Seite der Macht“.

Zum Abschluss wird das Hagener Trio um Horst Lappöhn (Gitarre/Gesang), Peter Boenig (Gitarre/Gesang) und Helmut Besten (Cello) mit ihrer Gruppe „Die Neuen Anonymen Volkswaisen“ den Abend musikalisch ausklingen lassen.

„Tag der offenen Tür“ im Stadtarchiv am 4. März

21. Februar 2018

Das Hagener Stadtarchiv ist eines der größten Kommunalarchive des Landes. Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Umzug von der Wippermann-Passage ins neue Domizil, den so genannten Archivturm auf dem WBH-Gelände an der Eilper Straße, lädt die Stadt Hagen am Sonntag, 4. März, von 11 bis 16 Uhr zu einem „Tag der offenen Tür“ ein. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, hinter die Kulissen des Stadtarchivs zu schauen. Das Stadtarchiv wird einige seiner Schätze präsentieren und die vielfältigen Möglichkeiten zeigen, die ein Stadtarchiv bietet.

Nach der Eingemeindung der Stadt Haspe und der Gemeinden Boele, Kabel und Vorhalle 1929 fasste die Stadt Hagen, die bereits seit vielen Jahren bestehenden Archive, zu einem eigenen Stadtarchiv zusammen. Im Laufe der Jahre wuchs das Stadtarchiv zu einem der größten Kommunalarchive in NRW heran. Über 1,5 Millionen Fotos, mehrere zehntausend Akten, eine Zeitungssammlung, die die vergangenen 200 Jahre nahezu komplett abbildet sowie eine Bibliothek mit über 20.000 Titeln sind nur einige Beispiele, die eine deutliche Sprache sprechen.

Die seit der Archivgründung enorm anwachsenden Bestände machten im Laufe der Jahre immer wieder Umzüge nötig. So führte der Weg das Stadtarchiv über die Hochstraße und die Rathausstraße bis nach Eilpe in die Wippermann-Passage. Zwanzig Jahre war die Wippermann-Passage der Sitz des Stadtarchivs, bis schließlich auch hier die Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft waren.

Im Oktober 2017 erfolgte der Auszug des Stadtarchivs aus der Wippermann-Passage in Eilpe. Mit allen seinen Archivalien und Schätzen zog es aufs WBH-Gelände an der Eilper Straße. Die Verlagerung ermöglichte eine deutliche Verbesserung der Ausstattung des Archivs sowie eine sachgerechte Aufbewahrung aller Bestände in den deutlich größeren Räumen, die zudem der Stadt Hagen gehören.

Vom Streben nach Glück

14. Februar 2018

Ausstellung zeigt 200 Jahre Auswanderung von Westfalen, darunter auch Hagener, nach Amerika – Parallelen zur Migration heute

„Hier lebt man besser als in Deutschland“, berichtete 1830 der Amerika-Auswanderer Peter Horn aus Pennsylvania in einem Brief an seine Eltern. Wohlstand, Freiheit, Abenteuer – das waren die Hoffnungen, die über 300.000 Menschen aus Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert dazu bewogen, in den USA ein neues Leben zu beginnen (Abb.: Plakat der Hamburg-Amerika-Linie. Foto: LWL).

Die Ausstellung „Vom Streben nach Glück“, die der Landschaftsverband Westfalen von Donnerstag (15.2.) bis zum 4. November in seinem Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop präsentiert, beleuchtet die Ursachen, zeichnet Reisewege nach und schildert die Biografien westfälischer Emigranten.

Das Spektrum der über 100 Exponate reicht von Fotos und Postkarten über ein Schiffsmodell bis hin zu persönlichen Gegenständen der Auswanderer. Das Begleitprogramm umfasst einen genealogischen Workshop und Vorträge rund um die Themen Auswanderung, Familienforschung und die USA.

Waltroper Lebensläufe
Im Schiffshebewerk Henrichenburg werden auch zwei Auswandererbiographien aus Waltrop vorgestellt: die Geschichten von Carl Leppelmann und der Familie Felling. Leppelmann war der Amtmann in Waltrop. Er erwarb sich einen zweifelhaften Ruf, indem er Gelder unterschlug und nicht durch übermäßige Gründlichkeit bei der Erledigung seiner städtischen Geschäfte glänzte. Im Jahr 1863 hatten sich zu viele Eskapaden angesammelt. Leppelmann sollte zur Rechenschaft gezogen werden, wofür er steckbrieflich gesucht wurde. Doch der Waltroper kam seinen Häschern zuvor und setzte sich über den Atlantik ab – samt der Stadtkasse, die 5.000 Taler enthielt. Mit seiner Familie gründete er eine neue Existenz in den USA. Als Charles Leppelmann, einer amerikanisierten Form des Vornamens, wurde er als Architekt tätig. Ob er je eine Ausbildung dafür genoss, ist unbekannt. Ein Haus, das er als Vereinsheim für einen deutschen Turnverein in St. Louis erbaute, wurde später ein Kino.

Wie viele Westfalen siedelte sich auch die Fellings im Mittleren Westen an. Fast eine Million Deutsche fanden in den Staaten Wisconsin, Ohio, Iowa und Minnesota eine neue Heimat. Johann Theodor Felling war der zweitgeborene Sohn einer Bauernfamilie aus Oberwiese. Er hatte keine Chance, den väterlichen Betrieb zu erben. Deshalb entschied er sich 1848, in die USA überzusiedeln. Im gleichen Jahrzehnt wanderten 30 weitere Waltroper nach Nordamerika aus. Die Nachfahren der Familie, die den gleichnamigen Bauernhof in Oberwiese besessen haben, leben noch heute in den USA: Es gibt dort über 200 Träger des Namens „Felling“. Tom Felling, der Urenkel von Theodor Johann, machte sich 1992 auf die Suche nach den Ursprüngen seiner Familie. Der in Minneapolis tätige Lehrer entdeckte im Gebetbuch seines Großonkels Joseph den Eintrag „Oberwiese, Waltrop“ und nahm Kontakt in die alte Heimat auf. 2009 trug er sich in das Goldene Buch der Stadt Waltrop ein.

Fluchtursachen
Nicht nur wirtschaftliche Not, die vor allem in den ländlich geprägten Regionen Westfalens der Hauptgrund für die Auswanderung war, trieb die Menschen in die Ferne. Auch politische Gründe bewogen die Menschen dazu, ihre Heimat in Deutschland zu verlassen. Das Streben nach politischer Freiheit brachte nach der Niederschlagung der demokratischen Revolution in Deutschland 1848/49 viele Aktivisten und Freidenker aus Westfalen in die USA. Die Vereinigten Staaten galten damals als das Vorzeigeland der Bürgerrechte, als Vorkämpfer für Freiheit und Gleichheit. Zu den Aktivisten, die nach dem Scheitern der Revolution nach Amerika emigrierten, gehörten unter anderem die Bürgerrechtlerin Mathilde Franziska Anneke aus Hiddinghausen bei Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) oder der Maler Carl Schlickum aus Hagen.

Einschiffen auf ein Auswandererschiff in Bremerhaven. Foto: Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven

Agenten vermittelten den Ausreisewilligen die Schiffsfahrkarten für die Überfahrt in die USA. Die Reise begann meist in den beiden großen deutschen Auswandererhäfen in Bremerhaven und Hamburg. Das Modell eines Auswandererschiffes aus dem Deutschen Technikmuseum in Berlin sowie Postkarten und Werbeplakate der Reedereien zeigen in der Ausstellung, wie diese Schiffe aussahen.

Die Deutschen in der Neuen Welt
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges hatten über acht Millionen Menschen in Nordamerika deutsche Vorfahren. Sie lebten als Farmer in den nördlichen Staaten des Mittleren Westens, waren aktiv in der Kultur, in der Politik und im Wirtschaftleben der Vereinigten Staaten. Vor allem der Bundestaat Indiana mit seiner Hauptstadt Indianapolis wurde zu einem Zentrum deutschen Wirkens. In Fort Wayne brauten und vertrieben die Dortmunder Berghoff-Brüder „Dortmunder Beer“. Clemens Vonnegut aus Münster brachte es mit einem Haushalts- und Eisenwarenhandel in kurzer Zeit zu Reichtum. Und William Edward Boeing, Sohn eines Einwanderers aus dem heutigen Hagen, gelang es gar, einen Weltkonzern aufzubauen.

Neben Knowhow brachten die Deutschen auch das Vereinswesen mit in die neue Heimat: In den meisten Städten des Mittleren Westens gab es Männerchöre und Turnvereine, auch Karneval wurde gefeiert.

Mit dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg veränderte sich das Verhältnis zwischen Amerikanern und Deutschen. „Die hoch geachteten und von manchen auch beneideten deutschen Eliten gerieten in den USA stark unter Druck. Viele ließen ihre Familiennamen amerikanisieren. Deutsche Zeitungen, deutschsprachige Reklametafeln und deutsche Bräuche verschwanden binnen weniger Wochen aus der Öffentlichkeit. Das war ein entscheidender Einschnitt, von dem sich die deutsche Gemeinschaft kaum wieder erholen konnte“, verrät der Leiter des LWL-Industriemuseums Schiffshebewerk Henrichenburg, Dr. Arnulf Siebeneicker.

Ein eigenes Kapitel widmet die Ausstellung dem Thema Vertreibung und Verfolgung nach 1933. So wanderten über 120.000 deutsche Intellektuelle und Juden nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nach Amerika aus.

Ein Thema für die Gegenwart
Auch Diskussionen über zeitgenössische Entwicklungen kann der Blick in die Geschichte der Amerika-Auswanderung anregen. „Die Parallelen zu aktuellen Fragen von Migration und Integration sind in dieser Ausstellung offensichtlich. Das LWL-Industriemuseum versteht sich dabei als Forum, in dem gesellschaftlich relevante Themen zur Diskussion gestellt werden“, erklärt Direktor Dirk Zache. Zwar seien die Deutschen damals nicht vor einem Bürgerkrieg geflohen, wohl aber aus einer hoffnungslosen Lebenssituation, die ihnen weder Auskommen noch berufliche Perspektive in ihrer Heimat bot.

Katalog
Vom Streben nach Glück. 200 Jahre Auswanderung aus Westfalen nach Amerika, hrsg. vom LWL-Industriemuseum und Willi Kulke, Essen 2016 (Klartext Verlag), 164 Seiten, 14,95 Euro.

LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, Am Hebewerk 26,  45731 Waltrop
Karte und Routenplaner

Historische Bunker-Tour mit der VHS

30. Januar 2018

Die Volkshochschule Hagen lädt am Samstag, 3. Februar, von 13 bis 16 Uhr wieder zu einer großen Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt ein. Treffpunkt mit Gästeführer Rouven Recksick ist vor dem Bunkermuseum in der Bergstraße 98, in dem die Führung beginnt.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges und erfahren Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“.

Das Kellergeschoss des Bunkermuseums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass man die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen kann. Nach der gut einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde.

Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung auf Höhe der Marienstraße. In dem Entgelt von 18 Euro ist der Eintritt für das Bunkermuseum Bergstraße bereits enthalten.

Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1055 (Telefon 02331/207-3622 oder über online unter www.vhs-hagen.de/anmeldung).

Gaststätten am Remberg und in Eppenhausen

17. Januar 2018

Im Rahmen der Reihe Hagen <w>örtlich laden die Stadtbücherei und die Volkshochschule Hagen in Kooperation mit dem Hagener Heimatbund am Dienstag, 23. Januar, ab 18 Uhr, in die Bücherei, Springe 1, zu einem Vortrag über die Gaststätten am Remberg und in Eppenhausen ein.

Remberg und Eppenhausen besaßen einmal eine große Kneipen-Dichte, von der heute nur noch wenig geblieben ist. Von kleinen Theken-Gaststätten und großen Einrichtungen mit Gärten und Sälen berichtet Jens Bergmann, Vorsitzender des Hagener Heimatbundes, in seinem Lichtbildervortrag.

Der Eintritt beträgt 5 Euro. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1003. Informationen hierzu erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam unter Telefon 02331/2073622.

VHS: Hagener Kinos im Wandel der Zeit

16. Januar 2018

Um das Thema „Hagener Kinos im Wandel der Zeit“ dreht sich der nächste Gesprächsabend mit Uli Weishaupt am Freitag, 19. Januar, um 17 Uhr im Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30.

An dem Gesprächsabend erfahren die Teilnehmer spannende Informationen über die Anfänge der Kinematographie in Hagen ab 1905. Zudem berichtet Uli Weishaupt über die Glanzzeiten der Hagener Kinos in den 1950er- und 1960er-Jahren und zeigt einige Kurzfilme aus dieser Zeit mit einem 16mm-Projektor. Auch Zeitzeugen erzählen von eigenen Erinnerungen und diskutieren mit den Teilnehmern über alte Filmprogramme und Künstlerpostkarten.

Die Veranstaltung geht nach dem erfolgreichen Start im September 2012 bereits in die sechste „Kino-Runde“. Der Eintritt beträgt 2 Euro. Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um eine rechtzeitige Anmeldung. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1200 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

VHS-Seminar zur Hagener Stadtgeschichte

15. Januar 2018

Wer sich für die Hagener Industrie- und Wirtschaftsgeschichte interessiert, ist bei dem Seminar „Hustelinchen, Hochöfen und Edelstahl“ der Volkshochschule Hagen ab Mittwoch, 17. Januar, an sechs Terminen jeweils von 19.30 bis 21 Uhr, in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38, richtig.

Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff berichtet von einer der wichtigsten Phasen der Hagener Geschichte. Zwischen 1888 und dem Ersten Weltkrieg lebten mit dem Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus und Oberbürgermeister Willi Cuno schillernde Persönlichkeiten in Hagen. Zudem prägten unter anderem die Hagener Unternehmer Theodor Springmann (Funcke & Hueck), Carl Brandt (Zwiebäcke), die Gebrüder Becker (Villosa/Hustelinchen), Carl Pouplier (Edelstahl), Emil Hoesch (Papier) oder Walter Haenel (Klöckner-Hochofenwerk) das öffentliche Leben. Darüber hinaus fand 1901 die Eingemeindung von Eckesey, Eppenhausen und Delstern statt.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1012 beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

Hagen 1918 bis 1933 – eine verpasste Chance?

9. Januar 2018

Donnerstag, 11. Januar, 18:30 bis 20:00 Uhr
Kunstquartier Hagen , Museumsplatz 1, 58095 Hagen

Referent: Dr. Ralf Blank, Fachbereich Kultur der Stadt Hagen

Die am 9. November 1918 ausgerufen deutsche Republik stand am Anfang der im August des folgenden Jahres konstituierten Weimarer Reichsverfassung. Sie begründete den ersten demokratischen Staat Deutschlands. Der Anfang der Weimarer Republik war schwer und steinig. Nach dem für das Reich verlorenen Ersten Weltkrieg kam es bis 1923 immer wieder zu innenpolitischen Unruhen und Putschversuchen. Eine Hyperinflation beherrschte bis zur Währungsreform 1923/24 die wirtschaftliche Entwicklung. Im Friedensvertrag von Versailles 1919 waren hohe Reparationsforderungen der Alliierten festgelegt worden. 1923 bis 1925 besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet.

Erst ab Mitte der zwanziger Jahre stabilisierte sich die Lage. Wenn von den „Goldenen Zwanziger“ gesprochen wird, dann sind besonders die fünf Jahre bis 1930 gemeint. Wirtschaftlich, gesellschaftlich und sozial herrschte in der Weimarer Republik über viele Jahre eine Krise. Dennoch gab es positive Fortschritte und demokratische Reformen, sei es nun kulturell, wirtschaftlich, städtebaulich und sozial. Sie konnten sich aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen nach 1929 nicht mehr umfassend und nachhaltig entfalten.

Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise nach dem New Yorker Börsensturz am 24. Oktober 1929 („Black Thursday“) waren dramatisch. Das wirtschaftliche und soziale System brach zusammen, die Arbeitslosigkeit stieg in den folgenden Jahren mehr und mehr an. Innenpolitisch entstand eine Instabilität des Mehrparteiensystems. Sie begünstigte den Aufstieg der Nationalsozialisten und anderen extremen Parteien aus dem linken und rechten Spektrum nach der Reichstagswahl im September 1930. Die deflatorischen Sparmaßnahmen und eine restriktive Wirtschaftspolitik der Regierung des Reichskanzlers Heinrich Brüning verschärften – auch vor dem Hintergrund der drückenden Reparationen – bis in den Sommer 1932 die Folgen der Krise. Das Ende ist bekannt. Am 30. Januar 1933 gelangten die Nationalsozialisten mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler auf demokratischen Weg an die Macht.

Der mit zahlreichen Abbildungen illustrierte Vortrag zeichnet anhand der Schwerpunkte Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Stadtentwicklung die Geschichte der Stadt Hagen zwischen 1918 und 1933 nach. War die Zeit der Weimarer Republik auch für Hagen eine verpasste Chance? Welches Resümee kann aus diesen knapp 15 Jahren für die Stadtgeschichte gezogen werden?

Historische Bunker-Tour mit der VHS

9. Januar 2018

Eine große Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt bietet die Volkshochschule Hagen allen Geschichtsinteressierten am Samstag, 13. Januar, um 13 Uhr an. Der Treffpunkt für die dreistündige Tour ist der Eingang des Bunkermuseums, Bergstraße 98.

Unter der Leitung von Gästeführer Rouven Recksick beginnt die Tour im original rekonstruierten Kellergeschoss des Bunkermuseums. Dort können die Teilnehmer die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen. Nach der rund einstündigen Besichtigung geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker in der Körnerstraße. Von dort aus führt die Tour durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten. Die Führung endet auf Höhe der Marienstraße. Die Teilnehmer erhalten Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges. Zudem kann der Gästeführer viel Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“ erzählen.

Die historische Führung ist eine Kooperationsveranstaltung des Stadtarchives und des Stadtmuseums Hagen. Die Führung kostet 18 Euro inklusive des Eintrittes für das Bunkermuseum Bergstraße. Eine rechtzeitige Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen gibt es beim Serviceteam der VHS unter Angabe der Kursnummer 1054 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

„Gesellschaft, Politik und Kultur haben sich tiefgreifend verändert“

5. Januar 2018

LWL veröffentlicht Buch über die 68er-Bewegung und ihre Folgen

Was passierte 1968 in Westfalen? Demonstrationen auf dem Prinzipalmarkt in Münster, „Teach-Ins“ in den neu gegründeten Universitäten von Bielefeld und Bochum, besetzte Häuser, die Gründung von Landkommunen – der 68er-Bewegung waren auch in der Provinz kaum Grenzen gesetzt.

Bis heute – 50 Jahre später – sind die Folgen des politischen und kulturellen Aufbruchs sichtbar. Wie und in welchem Maße ergründet das Buch „1968 in Westfalen. Akteure, Formen und Nachwirkungen einer Protestbewegung“, herausgegeben vom Institut für westfälische Regionalgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

„1968 hat die Gesellschaft, Politik und Kultur in der Region Westfalen verändert – und das intensiver und tiefgreifender als andere Zeitabschnitte“, betont Prof. Dr. Thomas Großbölting, Autor des Bandes und Historiker an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

Kaum eine Jahreszahl in der Geschichte der Bundesrepublik ist mit einer solchen Bedeutung aufgeladen wie 1968. Die Ereignisse stehen nicht nur für eine politische Bewegung, für die der Widerstand gegen den Vietnamkrieg (1955-1975) nur eines von vielen Protestmotiven war. Das Ende der 1960er-Jahre steht auch für einen Aufbruch in Alltagskultur und Lebensstil. „Der Abstand zwischen den Generationen verringerte sich. Dem Klischee nach wurde die Jugend lauter, die Haare länger und die Röcke kürzer“, beschreibt Großbölting die Entwicklungen.

In Westfalen machten zahlreiche kleine Konflikte die Bedeutung von 1968 aus. Es gab keinen westfälischen Rudi Dutschke und keine RAF-Terroristen wie Andreas Baader oder Gudrun Ensslin. Aber Aktionen wie die Proteste gegen die Notstandsgesetze im Mai 1968 in Bochum oder der Sturm von Studierenden auf das Fürstenberghaus der Universität Münster im Juni 1969 entfalteten ihre Wirkung in der Region.

„Prägend war nicht der große politische Knall oder der Skandal. Dazu waren die Bewegungen und Orte zu zersplittert, zu weitläufig und zu verschieden“, sagt Großbölting. „Auch wenn es in Westfalen – wie in vielen anderen Teilen der Bundesrepublik – nie zu einer radikalen Protestbewegung kam, bewirkten die unterschiedlichen Einzelgruppen und -aktivitäten einen anhaltenden Wandel.“ Der Zugewinn an Demokratiefähigkeit und Liberalität, das ökologische Bewusstsein, die Gleichstellung von Mann und Frau, die sexuelle Befreiung und eine grundsätzliche Friedensorientierung seien als Leitwerte und Praktiken noch heute spürbar.

Thomas Großbölting:
1968 in Westfalen.
Akteure, Formen und Nachwirkungen einer Protestbewegung

Ardey-Verlag, Münster 2018
172 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-87023-404-1
Preis: 13,90 Euro

Dazu zwei Beispiele aus Hagen:

„Macht Eure Schularbeiten“
1967: Großdemonstration gegen Fahrpreiserhöhungen

Der Widerstand 1967 gegen die Fahrpreiserhöhungen war einer der seltenen Fälle, in denen Hagen eine Vorreiterrolle gespielt hat. Der damals bundesweit durch die Medien verbreitete, wesentlich militantere (und erfolgreiche!) Protest gegen Erhöhungen der Fahrpreise in Bremen fand erst Anfang 1968 statt, die Rote-Punkt-Aktion in Hannover im Sommer 1969.

Notstandsgesetze

Demonstration im Mai 1968 auf der Mittelstrasse in Hagen gegen die am 30. Mai 1968 durch den Deutsche Bundestag mit einer Zweidrittel-Mehrheit verabschiedeten Notstandsgesetze. (Foto: Stadtarchiv Hagen)

Die AFA während des II. Weltkrieges

23. November 2017

Zu dem Vortrag „Die AFA in Hagen während des Zweiten Weltkrieges und in der frühen Nachkriegszeit“ mit Dr. Ralf Blank lädt die Volkshochschule Hagen gemeinsam mit der Stadtbücherei Hagen am Donnerstag, 30. November, um 18 Uhr in die Stadtbücherei auf der Springe ein.

Die Akkumulatoren Fabrik AG (AFA) zählte im „Dritten Reich“ zu den wichtigsten Rüstungslieferanten. Batterieanlagen wurden für alle denkbaren Verwendungszwecke – vor allem für Flugzeuge, U-Boote und Torpedos sowie für Raketen und andere Flugkörper – benötigt. Im Zweiten Weltkrieg produzierte die AFA in ihren Werken in Hagen, Hannover, Wien und Posen. Das Hagener Werk war das Entwicklungszentrum des Unternehmens. Bereits im Mai und Juni 1945 stellte die AFA ihre Produktion um. In den fünfziger Jahren zählte das Unternehmen zu den Motoren des „Wirtschaftswunders“. Der mit zahlreichen Abbildungen versehene Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung des Unternehmens zwischen 1933 und 1955.

Der Eintritt beträgt 5 Euro. Die VHS bittet um eine rechtzeitige Anmeldung. Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Angabe der Kursnummer 1002 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

Hinter der Bierdose

22. November 2017

Ein DW-Leser hat auf einen in der WPWR veröffentlichten Leserbrief zum Artikel „Unabkömmlicher Brauereibesitzer“ und die Antwort des Historikers Ralf Blank darauf hingewiesen (siehe hier).

In dem Beitrag ging es um die Tatsache, dass leitende Mitarbeiter der Andreas-Brauerei hochrangige SS-Chargen waren (siehe hier mit einigen Ergänzungen). Für die beiden Leserbriefschreiber war die Andreas-Bierdose allerdings wesentlich wichtiger. Ihre Empfehlung an Blank: „Hätten Sie doch den weiteren Weg der Bierdose verfolgt.“

Dazu Blank: „Die beiden ehemaligen Mitarbeiter der untergegangenen Andreas-Brauerei, die sich in ihrem persönlichen Geschichtsbild nun auf die Füße getreten fühlen, sollten sich noch einmal dafür interessieren, was hinter ihrer Bierdose steht.“

Notare in der NS-Zeit

22. November 2017

Dortmund, Hagen, Münster: Erste Studie zum Wirken im Unrechtsstaat

Sie blieben meist im Hintergrund, doch einige Notare wirkten im NS-Staat an der Enteignung jüdischer Bürger mit und unterstützten die sogenannte Arisierung. Die Studie „Notare in der nationalsozialistischen `Volksgemeinschaft`. Das westfälische Anwaltsnotariat 1933-1945“ untersucht nun erstmals die Praxis des Notarberufs im Nationalsozialismus. Im Fokus stehen die Landgerichtsbezirke Dortmund, Hagen und Münster.

Die Autoren, Michael Kißener und Andreas Roth von der Universität Mainz, analysierten für das gleichnamige Buch rund 30.000 Urkunden, um das Verhalten der westfälischen Notare während der NS-Zeit nachvollziehen zu können. Dabei geht es besonders um ihre Rolle in den „Arisierungsverfahren“, in denen jüdische Unternehmer und Bürger um Gewerbe oder auch Wohnhäuser gebracht wurden. So gibt es Beispiele, in denen beauftragte Notare Immobilien jüdischer Mitbürger unter Wert verkauften und sich an den „Arisierungen“ bereicherten.

Die Studie wurde von der westfälischen Notarkammer mit Sitz in Hamm beauftragt, um ihre Geschichte aufzuarbeiten. Sie ist im Nomos Verlag mit 502 Seiten zum Preis von 59 Euro erschienen.

Weitere Informationen: http://www.nomos-shop.de/Ki%c3%9fener-Roth-Notare-nationalsozialistischen-Volksgemeinschaft/productview.aspx?product=29947

Unabkömmlicher Brauereibesitzer

14. November 2017

Carl Horst Andreas war im „Dritten Reich“ Parteimitglied, SS-Führer – und begeisterter Reiter. Er veranstaltete Turniere und war als Standartenführer der Reiter-SS mehrfacher deutscher Dressur-Sieger. Ab 1939 gehörte Andreas als der Hauptsturm­führer zeitweise einem Kavallerie-Regiment der Waffen-SS an.

Das Kriegsende erlebte der zuletzt „unabkömmlich“ gestellte Brauereibesitzer in der Heimat. Seit 1948 unterstützte Andreas unter anderem die 1952 verbotene rechtsextreme Organisation „Bewegung Reich“. Später förderte er die „Hilfsgemeinschaft zur gegenseitigen Unterstützung“ (HIAG) von Angehörigen der früheren Waffen-SS. In seiner Brauerei beschäftigte Andreas zahlreiche ehemalige SS-Angehörige, Offiziere und Soldaten der Waffen-SS.

Unter den Führungskräften befanden sich Kurt Meyer („Panzermeyer“), der ab 1954 bis zu seinem Tod 1961 Vertriebsleiter war, Oskar Pahnke als Werbeleiter. Andreas‘ Verkaufsdirektor Kurt Parbel, ein früherer HJ-Oberbannführer, Gaupropagandaleiter sowie Leiter der Abteilung Film und stellv. Reichsfilmintendant im Reichspropaganda-Ministerium, wurde in der Session 1953/54 sogar zum Hagener Karnevalsprinzen ausgerufen. Acht Jahre nach Kriegsende spielte die tiefbraune Biografie des Brauerei-Managers keine Rolle mehr. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Es ist wohl das erste Mal, dass die ehemalige Andreas-Brauerei in der Öffentlichkeit nicht wie bislang üblich als Kultobjekt dargestellt wird, sondern als das, was sie war: ein Sammelbecken von SS-Schergen (Autor des Beitrags ist der Historiker Ralf Blank, Fachdienst Museen, Wissenschaft und Archive der Stadt Hagen).

Sogar der 2009 verstorbene Ex-CDU-Multifunktionär Oskar Pahnke findet Erwähnung. Jener SS-Mann, der sich in den 1940er Jahren seine Meriten an der russischen Front und in den besetzten Niederlanden „verdiente“ (siehe hier). Vor allem in den Niederlanden hat man ihn bis heute nicht vergessen (siehe hier), während Pahnkes Vergangenheit in Hagen unter den Teppich gekehrt wurde.

Führende damalige Hagener CDU-Funktionäre, Helmut Diegel (Regierungspräsident), Christian Kurrat (stellv. Kreisvorstand der CDU) und Bernd Löwenstein (Kreisgeschäftsführer der CDU), plazierten eine Traueranzeige für ihren verstorbenen „väterlichen Freund und Ratgeber“.

Sie erdreisteten sich allen Ernstes, dem Nachruf auf ihren SS-Freund ein Zitat des von den Nazis ermordeten Theologen Dietrich Bonhoeffer voranzustellen. Im Internet wird in einschlägigen Kreisen dagegen eine Art „Autogrammkarte“ des mit Orden behängten Pahnke in vollem SS-Wichs gehandelt (siehe Screenshot).

Hambacher Fest und die Revolution von 1848/49

14. November 2017

Der nächste Gesprächsabend im Erzählcafé „Altes Backhaus“ in der Lange Straße 30 mit dem Historiker Jörg Fritzsche findet am Freitag, 17. November, um 17 Uhr zum Thema „Hambacher Fest und die Revolution von 1848/49“ statt.

Mehr als 170 Jahre ist die Revolution von 1848/49 in Deutschland ein zentraler Gegenstand der politischen Identitätsstiftung und Traditionsbildung gewesen. Zunächst überwog unter dem Eindruck der Niederlage und angesichts der „Reichsgründung von oben“ durch Preußen und Bismarck eine negative Sicht. Diese zielte darauf, die Revolution politisch zu bewältigen und sie aus dem historischen Bewusstsein der Bevölkerung zu verdrängen. Erst nach 1918 und vor allem nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland setzte sich eine positive Identitätsbildung durch. Im Mittelpunkt des Abends sollen die Ereignisse der Deutschen Revolution von 1848/49 stehen.

Der Eintritt ist frei. Informationen zur Reservierung unter Kursnummer 1204 erhalten Interessierte online auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/2073622.

Erinnerung an die Pogromnacht

7. November 2017

Am 9. November Schweigemarsch und Gedenkveranstaltung

Anlässlich der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 gibt es auch in diesem Jahr zum Auftakt der Gedenkveranstaltung der Stadt Hagen einen Schweigemarsch. Dieser beginnt am Donnerstag, 9. November, um 17.30 Uhr auf dem Adolf-Nassau-Platz und führt zunächst zur Synagoge in der Potthofstraße. Nach einer Gedenkminute geht es von dort zum Rathaus an der Volme, Rathausstraße 13, wo gegen 18 Uhr im Ratssaal die eigentliche Veranstaltung stattfinden wird.

Gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Hagen und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung ruft Oberbürgermeister Erik O. Schulz die Hagenerinnen und Hagener dazu auf, an dem Schweigemarsch und der sich anschließenden Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Musikalisch umrahmt wird die Gedenkveranstaltung im Ratssaal von der Gruppe Vigholin unter Leitung von Tela Zabel.

Hagener Baukunst und Stadtplanung

27. Oktober 2017

Stadtgeschichte bei der VHS

Zu einem stadtgeschichtlichen Seminar mit Heimatpfleger Michael Eckhoff rund um die Hagener Baukunst und Stadtplanung zwischen 1918 und 1938 lädt die Volkshochschule Hagen alle Interessierten am Mittwoch, 8. November, ein. Der Kurs findet insgesamt sechsmal jeweils von 19.30 bis 21 Uhr in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38, statt.

Hagen erlebte in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen eine durchaus spannende (Baukunst-)Epoche. Es entstanden zahlreiche Siedlungen gemeinnütziger Unternehmen wie der „Cunohof“ am Kuhlerkamp, der Steinbrinkhof in Haspe oder die Bauvereinsbauten in Elsey. Ebenso wurden ambitionierte Villen und beeindruckende öffentliche Bauten errichtet wie das Laufwasserkraftwerk in Hengstey, das Finanzamt, das Stadion Boelerheide oder auch das Stadtbad Haspe. Zudem entstanden unter der Leitung der Stadt Hagen erstmals Pläne für ein Gewerbegebiet im Lennetal und für einen Innenstadtring. Auch die Eingemeindung von Haspe, Boele und Vorhalle 1929 veränderte die Stadtgeschichte.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Angabe der Kursnummer 1010 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

Stadtarchiv-Umzug: Weniger Kosten, mehr Fläche

20. Oktober 2017

Termin zur Wiedereröffnung wird noch bekannt gegeben

Stadtarchivar Korthals prüft mit einem Mitarbeiter von „Hansetrans“ die Ordnung beim Befüllen der Regale. Foto: Michael Kaub

Vier Kilometer Regale, über 1200 Quadratmeter Standfläche, eine Tonne Tragfähigkeit pro Quadratmeter, vier Etagen – das neue Stadtarchiv Hagen auf dem Gelände des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH) in Eilpe beeindruckt mit gewaltigen Zahlen.

Seit einer Woche rollen die LKWs der Hamburger Umzugsfirma „Hansetrans“ die Eilper Straße auf und ab. Zwölf Umzugsfachleute be- und entladen voraussichtlich noch bis Ende der Woche rund 15 Fahrten am Tag, schleppen Kisten und räumen diese aus. Aber auch für Archivmitarbeiter, Architekt, Bauleiter und Bauarbeiter entpuppt sich der Umzug eines der größten Kommunalarchive des Landes als Mammutaufgabe.

Von der Lagerhalle zum modernen Stadtarchiv

In rund neun Monate Bauzeit hat sich das ehemalige Lagergebäude der Mark-E unter Leitung des Architekten Manfred Radtke (Architekturbüro Schmahl und Gerigk) und des Bauleiters Jörg Mielke (WBH) in ein modernes und nutzerfreundliches Stadtarchiv verwandelt.

„Größte Herausforderung war für uns die kurze Bauzeit“, sagt Radtke. „Ebenso wie die unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnisse aller Beteiligten. Die Mitarbeiter des Stadtarchivs wünschen sich auf den Etagen mit Archivbestand möglichst keine Wasserleitungen – der Brandschutz besteht natürlich darauf.“ Bauleiter Mielke ergänzt: „Ein Stadtarchiv baut man nicht alle Tage. Das hat den Umbau ebenso spannend wie herausfordernd gemacht.“

Kühlkammer für Fotonegative

Auf drei Etagen finden zukünftig eine Präsenzbibliothek mit über 25.000 Büchern, ganze Berge von Archivkartons, kilometerweise Akten und mehr als 1,5 Millionen Fotografien Platz. In einer zusätzlichen Büroetage kommen Stadtarchivar Andreas Korthals und Kollegen, der Hagener Heimatbund sowie ein großer und barrierefreier Benutzerraum, den künftig beispielsweise auch Schulklassen nutzen können, unter.

„Das neue Archivgebäude erfüllt moderne Standards und bietet optimale Lagervoraussetzungen“, sagt Korthals. „Zum Beispiel eine Kühlkammer, die mittels eines Kühlaggregats für eine Raumtemperatur von 10 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent sorgt. Unter diesen Voraussetzungen halten sich Fotonegative und historische Fotoplatten länger.“

„Archiv-Turm“ ist sparsam und löst Platzproblem

Das neue Domizil des Stadtarchivs auf dem WBH-Gelände bietet mehr Fläche und spart Mietkosten. Außerdem ist der WBH eine städtische Tochter, die Miete bleibt also beim „Konzern“ Stadt. Mit einer Fläche von über 300 Quadratmetern pro Etage ist eine weitere Hauptursache für den Umzug des Archivs aus dem alten in das neue Quartier gefunden: Platzmangel.

Der „Archiv-Turm“ auf dem WBH-Gelände bietet auch in Zukunft ausreichend Stauraum für den Fundus an Hagener Stadtgeschichte. Korthals erklärt: „Einige Regale bleiben zunächst leer. Beim Einräumen lassen wir bewusst Lücken, denn in Zukunft kommen immer wieder Akten – beispielsweise aus dem Standesamt – nach. Denn wie Hagens Geschichte wächst das Stadtarchiv Tag für Tag.“

Service-Info

Das Stadtarchiv Hagen ist aufgrund des Umzugs derzeit geschlossen. Der genaue Termin zur Wiedereröffnung wird noch bekannt gegeben. Recherche-Anfragen werden wieder ab Donnerstag, 2. November, unter Telefon 02331/207-3339 oder E-Mail an anderas.korthals@stadt-hagen.de beantwortet.

Freiherr-vom-Stein-Turm in Hagen ist wieder betretbar

12. Oktober 2017

Das Ende der Vergessenheit ist nah für den ältesten Turm, der in dieser Stadt steht. Das Äußere des Freiherr-vom-Stein-Turms auf dem Kaisberg ist von der Gebäudewirtschaft Hagen mittlerweile instandgesetzt worden. Jetzt fehlen noch zwei Bausteine, um den Turm für die Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. (…)

Quelle: wp.de

Straßennamen im Nationalsozialismus

10. Oktober 2017

Im Rahmen der Reihe „Hagen <w>örtlich“ laden die Stadtbücherei und die Volkshochschule Hagen am Donnerstag, 19. Oktober, um 18 Uhr, in die Stadtbücherei auf der Springe zu einem Vortrag über die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit ein.

Während des Nationalsozialismus erhielten Straßen und Plätze in vielen deutschen Städten und Gemeinden neue Namen. Durch die zahlreichen Umbenennungen gewannen sowohl die neuen Machthaber, allen voran Hitler und Göring, als auch die neuen „Helden“ und „Erinnerungsorte“ des Nationalsozialismus zusätzliche Ehre. Der Fachreferent Dr. Marcus Weidner untersucht auf der Basis umfangreicher Recherchen in den heutigen Kommunen der Region Westfalen-Lippe die Praxis der Um- und Neubenennung und geht dabei vor allem Ursachen, Anlässen und Formen sowie der (teilweisen) Rückabwicklung in der Zeit nach 1945 nach.

Der Eintritt beträgt 5 Euro. Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS mit Angabe der Kursnummer 1001 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

Wieder Bunker-Tour mit der VHS

29. September 2017

Die Volkshochschule Hagen lädt am Samstag, 7. Oktober, von 13 bis 16 Uhr wieder zu einer großen Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt ein. Treffpunkt mit Gästeführer Rouven Recksick ist vor dem Bunkermuseum in der Bergstraße 98, in dem die Führung beginnt.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges und erfahren Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“.

Das Kellergeschoss des Bunkermuseums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass man die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen kann. Nach der gut einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung auf Höhe der Marienstraße.

Im Entgelt von 18 Euro ist der Eintritt für das Bunkermuseum Bergstraße bereits enthalten. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1052. Weitere Informationen unter Telefon 02331/2073622

Rundgang durch Altenhagen mit Jens Bergmann

21. September 2017

Am Donnerstag, 28. September, laden die Volkshochschule Hagen und der Hagener Heimatbund von 17 bis 18.30 Uhr zu einem Rundgang durch Altenhagen mit Jens Bergmann ein.

Vom Treffpunkt an der Altenhagener Straße unterhalb der Josefskirche geht es zunächst einmal zur Kirche selbst. Der Weg zum Ischeland führt dann am Melanchton-Haus und dem Marktplatz vorbei.

Am Ischeland wird unter anderem die Siedlung Am Rastebaum besichtigt, die 1930/31 im Auftrag der Gemeinnützigen Wohn- Bau- und Siedlungsgenossenschaft der freien Gewerkschaften erbaut wurde. Den Abschluss des Weges bildet ein Blick auf Jugendstilbauten an der Boeler Straße.

Das Teilnahmeentgelt von 6 Euro wird vor Ort bar kassiert. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung. Informationen erhalten Interessierte unter Telefon 02331/2073622.

VHS-Rundgang durch Wehringhausen

19. September 2017

Zu einem Stadtteilrundgang durch Wehringhausen mit Dr. Elisabeth May und dem Schwerpunkt auf der Architektur um 1900 lädt die Volkshochschule Hagen am Mittwoch, 27. September, von 16 bis ca. 18 Uhr ein.

Das vom Tal topographisch ansteigende Terrain des Stadtteils Wehringhausen findet eine städtebauliche Entsprechung in dem gesellschaftlich-hierarchischen Aufbau des Wohnviertels. Oben, an den Stadtgarten grenzend, entstand ein exponiertes Baugebiet nach den Gründerjahren. Im Buschey-Viertel zeugen prächtige Villen von einer glanzvollen Zeit.

Die Beamtenwohnhäuser im mittleren Bereich des Viertels sind nicht minder ansehnlich, denen weiter bergab die Arbeiterwohnhäuser mit schmucken Fassadengestaltungen folgen.

Das Teilnahmeentgelt von 6 Euro wird vor Ort bar kassiert. Treffpunkt ist vor der Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Straße 49. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung. Informationen erhalten Interessierte unter Telefon 02331/2073622.

110 Jahre Philharmonisches Orchester

16. September 2017

Der nächste Gesprächsabend im Erzählcafé „Altes Backhaus“ in der Lange Straße 30 mit Historiker Jörg Fritzsche findet am Freitag, 22. September, um 17 Uhr zum Thema „110 Jahre Philharmonisches Orchester“ statt.

Mit den Klängen zu Beethovens 5. Sinfonie und der Ouvertüre aus Wagners „Tannhäuser“ wurde am 7. Oktober 1907 der Grundstein für eine lange und glänzende Orchestertradition in Hagen gelegt. Das älteste städtische Orchester Westfalens blickt auf eine abwechslungsreiche, 110-jährige Erfolgsgeschichte zurück, die nur während der Weltkriege kurz unterbrochen wurde.

Das Philharmonische Orchester Hagen erlebte sowohl die Blütezeit der „Goldenen 1920er Jahre“ als auch improvisierte Konzerte auf den Trümmern der Nachkriegszeit. Insgesamt 13 Musikdirektoren standen an der Spitze des Ensembles, jeder prägte den Klangkörper auf seine spezielle Weise.

Seit seinem Bestehen hat das Orchester stets in enger Anbindung mit dem Theater Hagen, dem Opernhaus der Stadt, gewirkt. Der Historiker Jörg Fritzsche verfasste die 2007 erschienene Festschrift zum 100. Jubiläum der Hagener Philharmoniker und wird an diesem Vortragsabend auf die bewegte Geschichte des Hagener Orchesters zurückblicken.

Der Eintritt ist frei. Informationen zur Reservierung unter Kursnummer 1203 erhalten Interessierte beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/207-3622.

Führung in der Andachtshalle des Krematoriums Delstern

4. September 2017

Die Volkshochschule Hagen lädt am Mittwoch, 6. September, von 16 bis 17 Uhr zu einer Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern mit Dr. Elisabeth May. Treffpunkt ist auf dem Friedhof Delstern, Am Berghang, 58093 Hagen. Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und wird in bar vor Ort kassiert. Informationen zur Anmeldung unter der Kursnummer 1090 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/2073622.

Der Entwurf für das Krematorium stammt von dem Künstler und Gestalter Peter Behrens, der von dem Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus 1905 mit der Planung beauftragt wurde. Fertig gestellt wurde es bereits 1907, konnte aber erst 1912 eröffnet werden, nachdem es erstmals in Preußen eine gesetzliche Regelung zur Feuerbestattung gab.

Architektonisch hob sich das Krematorium mit seinem kubisch geschlossenen, streng symmetrisch gestalteten Baukörper und der für die damalige Schaffensperiode von Behrens‘ typischen, schablonierten Liniendekoration von früheren Entwürfen für Krematorien ab. Als Zeugnis eines Gesamtkunstwerks des Jugendstils ist die Andachtshalle ein Highlight Hagener Architektur. Nach der Führung schließt sich ein Rundgang zu den Prominentengräbern an.

„Macht und Pracht“

1. September 2017

Tag des offenen Denkmals in Hagen

„Macht und Pracht“ – Unter diesem Motto findet der diesjährige Tag des offenen Denkmals der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Sonntag, 10. September, statt. Im Mittelpunkt der zahlreichen Veranstaltungen und Vorträge rund um die Geschichte und die Denkmäler Hagens steht das Wasserschloss Werdringen und das Ruhrtal mit dem Kaisberg.

Das Wasserschloss Werdringen entstand aus einem hochmittelalterlichen Herrensitz, der erstmalig im 13. Jahrhundert erwähnt wird. Ursprünglich handelte es sich um ein „Festes Haus“ mit Wall und Graben. Die Überreste der mittelalterlichen Bebauung sind bis heute erkennbar. In der Frühen Neuzeit und gegen Mitte des 19. Jahrhunderts, damals im neugotischen Stil, wurde der Wehrbau zu einem Wasserschloss umgebaut. In den neunziger Jahren erfolgte eine Grundsanierung und seit 2004 dient ein Teil des Schlosses als archäologisches Museum für die Region.

Die Veranstalter präsentieren am Wasserschloss Werdringen den ganzen Tag über ein spannendes Vortrags- und Führungsprogramm: Dank der fachkundigen Verstärkung durch Dr. Ralf Blank, Ina Hanemann (Leiterin der Unteren Denkmalbehörde), Ilka Siegwarth (Leiterin der Unteren Wasser- und Bodenschutzbehörde), Jens Bergmann (Vorsitzender Hagener Heimatbund) und Mirjam Kötter (Organisatorin des Denkmaltages) können die Besucher sich von 13 bis 18 Uhr auf kompetente Führungen und Besichtigungen durch das Museum, über den GeoPfad und zu interessanten Themen rund um die Geschichte des Schlosses freuen.

Neben dem Programm am Wasserschloss findet auch eine Busrundfahrt von 13.30 bis 16 Uhr statt. Über die Stadtgrenzen hinaus entdecken die Teilnehmer Orte und Denkmäler, die durch den Einfluss wichtiger Industriepioniere wie Friedrich Harkort besondere Bedeutung erlangt haben. Die Rundfahrt führt durch Herdecke, Wetter, vorbei an Haus Busch und der Hohensyburg bis hin zum Laufwasserkraftwerk Hengstey. Am Burggelände in Wetter macht die Gruppe einen kurzen Halt. Treffpunkt für die zweieinhalbstündige Tour ist das Wasserschloss Werdringen. Die Teilnahme kostet 10 Euro pro Person und kann vor Ort gezahlt werden. Eine Anmeldung unter Telefon 02331/54418 (Donnerstag und Freitag jeweils von 9 bis 12 Uhr) ist erforderlich.

Zusätzlich besteht die Gelegenheit, am Tag des offenen Denkmals den Freiherr-vom-Stein-Turm am Kaisberg zu besichtigen. Warum ausgerechnet dieses Objekt, das normalerweise nicht zugänglich ist, nur eine Stunde geöffnet ist, müssen die Veranstalter erklären.

Der Flyer zum Tag des offenen Denkmals mit allen Terminen steht im Internet unter www.hagen.de zur Verfügung. Weitere Rückfragen beantwortet Mirjam Kötter unter Telefon 0157/37741096.


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