Archive for the ‘05 Geschichte Hagen’ Category

Rundgang durch Wehringhausen fällt aus

8. Oktober 2019

Der geplante Rundgang durch Wehringhausen der Volkshochschule Hagen (VHS) mit Dr. Elisabeth May am morgigen Mittwoch, 9. Oktober, muss leider wegen Krankheit abgesagt werden.

Ein Hagener Anachronismus

6. Oktober 2019

Rundgang durch Wehringhausen

Lange Straße in Wehringhausen. Foto: Dieter Faßdorf.

Während die GWG mit einem Freifahrtschein des Stadtrats gerade einen ganzen Gründerzeitblock dem Erdboden gleichmacht, lädt die Volkshochschule der Stadt zu einem Rundgang durch Wehringhausen mit Dr. Elisabeth May zur „abwechslungsreichen Architektur um 1900“ ein.

Treffpunkt ist am Mittwoch, 9. Oktober, 16 Uhr vor der Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Straße 49.

Zutreffend erklärt die VHS: Die topografischen Gegebenheiten des Stadtteils Wehringhausen finden eine städtebauliche Entsprechung in dem gesellschaftlich-hierarchischen Aufbau des Wohnviertels. Oben, an den Stadtgarten grenzend, entstand ein exponiertes Baugebiet nach den Gründerjahren. Im Buschey-Viertel zeugen prächtige Villen von einer glanzvollen Zeit.

Die Beamtenwohnhäuser im mittleren Bereich des Viertels sind ebenso ansehnlich wie die weiter bergab gelegenen Arbeiterwohnhäuser mit den ansprechenden Fassadengestaltungen, von denen aktuell gleich ein ganzes Karree trotz begründeter Bürgerproteste vernichtet wird.

Während die VHS verdienstvollerweise immer wieder auf die wenigen Highlights der Stadt aufmerksam macht, sorgen die berüchtigten Hagener Seilschaften aus Politik, Verwaltung, Unternehmen und Monopolpresse für irreversible Tatsachen. Angesichts der steigenden Beliebtheit gründerzeitlicher Viertel, die in anderen Städten gehegt und gepflegt werden, ein Anachronismus.

Die Teilnahmegebühr von 6 Euro wird vor Ort in bar kassiert. Anmeldungen nimmt das Team der VHS unter Angabe der Veranstaltungsnummer 1084 unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung entgegen.

Vor 100 Jahren: „Republik im Bürgerkrieg“

4. Oktober 2019

LWL veröffentlicht Buch über den Kapp-Putsch und die Gegenbewegung an Ruhr und Lippe

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat in einem jetzt veröffentlichten Buch „Republik im Bürgerkrieg“ den Kapp-Putsch und die Gegenbewegung an Ruhr und Lippe 1919/20 dokumentiert (Foto: LWL). Auch Hagen spielte im Ruhrkampf eine wichtige Rolle.

Die Konflikte der jungen Weimarer Republik wurden sowohl in den parlamentarischen Versammlungen als auch auf der Straße mit der Waffe in der Hand ausgetragen. Sie eskalierten bis zum Bürgerkrieg. Vor rund 100 Jahren schlossen sich im östlichen und im rechtsrheinischen Ruhrgebiet die Gegner der antirepublikanischen Putschisten um den Verwaltungsbeamten Wolfgang Kapp und den Oberbefehlshaber der vorläufigen Reichswehr, Walther Freiherr von Lüttwitz, zusammen.

„Für einige Wochen im März und April 1920 richtete sich das Augenmerk der deutschen und internationalen Öffentlichkeit auf den industriell geprägten Teil Westfalens und das damit verflochtene rechtsrheinische Industriegebiet“, sagt Prof. Dr. Rainer Pöppinghege, Historiker und Autor des im LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte erschienenen Bandes.

Als die Nachrichten vom Kapp-Lüttwitz-Putsch aus Berlin eintrafen, sahen sich viele Arbeiter bestätigt: Die schon lange befürchtete Konterrevolution hatte begonnen. Unterstützt von rechten Industriellen und Reichswehrtruppen, wollten die Putschisten die Errungenschaften der Novemberrevolution von 1918 kassieren und die Arbeiter unterdrücken, so deren Befürchtung.

Auch auf der Hagener Springe strömten die Menschen zusammen. Die „Volksstimme“, die örtliche USPD-Zeitung, beschreibt die Atmosphäre wie folgt: Zehntausende „jubelten den Rednern zu, als diese betonten, daß in dieser bitter ernsten Stunden jeder bereit sein müsse, auch die schwersten Opfer zu bringen […] Nieder mit der Verbrecherbande! Nieder mit der Reaktion!“

Daraufhin formierte sich die „Rote Ruhrarmee“, um den Putsch zu bekämpfen und die Novemberrevolution von 1918 doch noch zu einer sozialistischen Revolution zu machen. Bewaffnete Kräfte von links und rechts trafen aufeinander. Es folgten blutige Wochen mit einer ideologisch aufgeladenen, äußerst brutalen Kampfweise.

Am 15. März geriet der Hagener Raum ins Visier der Putschisten. Ein mit Kanonen bestückter Zug des Freikorps Lichtschlag fuhr in den Bahnhof der Nachbarstadt Wetter ein. Die Nachricht schlug in Hagen wie eine Bombe ein. Fabriksirenen lösten Alarm aus, Autos wurden beschlagnahmt, und Straßenbahnen, die wegen den Generalstreiks in den Depots standen, wurden ausgefahren, um bewaffnete und unbewaffnete Arbeiter nach Wetter zu bringen.

Nach erbittertem Kampf, der auf beiden Seiten Tote und Verwundete kostete, nahm man die Soldaten gefangen. Mit den erbeuteten Waffen zog ein Teil der Arbeiter weiter in Richtung Ruhrgebiet und stellte sich auch hier den Putschisten entgegen.

Der Sieg in Wetter war mehr als nur von lokaler Bedeutung. Als sich Tage später die Niederlage der Militärverbände abzeichnete, bedankte sich Philipp Scheidemann vor der in Stuttgart tagenden Nationalversammlung bei denen, die den Putsch niedergeschlagen hatten, wobei er besonders auch den Anteil der Hagener herausstellte.

„Das Ruhrgebiet war der zentrale Schauplatz jener gewaltsamen Ereignisse und der vorhergehenden Massenstreiks. Zugleich waren aber auch die Menschen in Ostwestfalen, im Sauerland und in Lippe von den Ereignissen der Jahre 1919 und 1920 betroffen“, erläutert Pöppinghege. „Das Resultat bestand in vermutlich mehr als 1.000 Toten auf Seiten der Arbeiterschaft, 500 umgekommenen Angehörigen der Reichswehr, Freikorps und Sicherheitspolizei sowie mindestens 80 getöteten Zivilisten.“

In seiner Studie bündelt Pöppinghege die Ereignisse an den einzelnen Schauplätzen Westfalens und bietet eine regionalhistorische Gesamtperspektive, die mit den Geschehnissen im Deutschen Reich eng verknüpft ist. Dass dabei das Ruhrgebiet stärker im Fokus steht als beispielsweise das Sauer- oder Münsterland und Ostwestfalen, ergibt sich aus der Ereignisgeschichte des gewaltsamen Konflikts.

„Die regional unterschiedlich ausgeprägte Gewaltgeschichte war nicht zuletzt auf die heterogene sozioökonomische und politische Struktur Westfalens zurückzuführen. Das Gesamtbild soll Antworten darauf geben, wie es zur Eskalation der gewaltsamen Ereignisse im Frühjahr 1920 kommen konnte und welche Handlungsoptionen die damaligen Akteure wählten beziehungsweise welche sie ausschlugen“, so Pöppinghege.

Rainer Pöppinghege:
Republik im Bürgerkrieg
Kapp-Putsch und Gegenbewegung an Ruhr und Lippe 1919/20

Ardey-Verlag, Münster 2019, 152 Seiten, Klappenbroschur,
ISBN 978-3-87023-443-0, Preis: 12,90 Euro

Vergessene NS-Opfer

2. Oktober 2019

Zwangssterilisierungen in Hagen

Am Montag, den 7.10.2019 um 18.00 Uhr findet im Rathaus an der Volme (Ratssaal) eine Veranstaltung des Hagener Geschichtsvereins, des Friedenszeichens und des Rahel-Varnhagen-Kollegs statt. Vorgestellt wird das Buch Rainer Stöckers mit dem o. a. Titel.

In Vertretung des Oberbürgermeisters wird Bürgermeister Horst Wisotzki das einleitende Grußwort halten.

Die Zeitzeugin Evarista Böttcher, geb, Furgeri, schildert den Rassenwahn der Nazis am Beispiel der eigenen Familie. Schüler des Rahel-Varnhagen-Kollegs stellen ausgewählte Opferbiographien vor. Der Autor Rainer Stöcker gibt einen Einblick in historische Zusammenhänge. Parallel zu den einzelnen Beiträgen werden zeitgenössische Fotos gezeigt.

Zum Buchinhalt:

Aufgrund des „Erbgesundheitsgesetzes“ von 1933 wurden allein in Hagen etwa 1000 Personen zwangssterilisiert. Mit dem Buch soll an das Schicksal und die Leiden dieser Menschen erinnert werden, die von den Nazis als „schwachsinnig“ und „erbkrank“ eingestuft wurden und deren Fortpflanzung zum „Schutz der Rasse“ verhindert werden sollte.

Betroffen waren in der Regel „einfache Leute“. Wer die „Hilfsschule“ besucht hatte oder als Fabrikarbeiter einer vermeintlich niedrigen Tätigkeit nachging, war besonders gefährdet, zumal dann, wenn er etwa uneheliche Kinder hatte oder sonstwie negativ aufgefallen war. Unzählige Menschen wurden zu Unrecht sterilisiert, selbst nach den Maßstäben der NS-Rassengesetzgebung. Soziale Vorurteile, Willkür und Opportunismus führten dazu, dass im Zweifelsfall gegen die Betroffenen entschieden wurde. Grundsätzlich konnte jeder ins Visier der Rassenfanatiker geraten.

Karrierebewusst stellten sich besonders Ärzte und Juristen in den Dienst der Rassenideologie. Zentrale Instanz des sogenannten Erbgesundheitsverfahrens war das städtische Gesundheitsamt. Hier wurden die Erbkrankverdächtigen „untersucht“ und einem höchst fragwürdigen Intelligenztest unterzogen. Hier wurde das „belastende“ Material gesammelt, das diverse Ämter, Behörden und Dienststellen auf Anordnung des Amtsarztes hinter dem Rücken der Opfer erschnüffelt hatten. Dazu gehörten auch Informationen – etwa zum Arbeits- und Sozialverhalten -, die beim betreffenden Arbeitgeber eingeholt wurden.

Schließlich stellte der Leiter des Gesundheitsamtes beim Hagener Erbgesundheitsgericht den Antrag auf Unfruchtbarmachung. Ihm wurde in der Regel entsprochen. Der Eingriff geschah entweder im Allgemeinen Krankenhaus oder im Evangelischen Krankenhaus Haspe. Widersetzte sich jemand der Anordnung, dann wurde die widerspenstige Person von zu Hause oder auf der Arbeitsstelle abgeholt und von der Polizei zwangsweise dem Krankenhaus zugeführt.

Nach erfolgter Sterilisierung setzte sich die Diskriminierung fort. Einmal registriert und als minderwertig abgestempelt, standen die Betroffenen weiterhin im Abseits und wurden streng überwacht. In Gefahr gerieten selbst Familienangehörige, Freunde und Bekannte. Die Gesundheitsbürokratie arbeitete unermüdlich weiter, selbst als weite Teile Hagens bereits in Schutt und Asche lagen und sich das Ende des Regimes abzeichnete.

Bezeichnend ist das Schicksal von Else Neuhaus und Hermann Weißenborn. Else Neuhaus war 1936 zwangssterilisiert worden. Eine Heirat wurde verwehrt, weil diese als „in volksbiologischer Hinsicht“ unerwünscht war. 1943 nahm Else Neuhaus ihren Lebensgefährten bei sich auf, als dieser ausgebombt wurde. Auf Druck der Behörden sollten sie ihre Beziehung beenden. Im Oktober 1944 musste Hermann Weißenborn bei der Polizei erscheinen. Laut Protokoll erklärte er: „Mir ist eröffnet worden, dass das Zusammenleben mit der Frau Neuhaus nicht gestattet werden kann und ich evtl. in ein Konzentrationslager eingewiesen werde, wenn ich diese außereheliche Gemeinschaft fortsetze.“ Dazu kam es jedoch nicht mehr. Else Neuhaus und Hermann Weißenborn starben Anfang November 1944 bei einem Bombenangriff. Ihre Akte konnte geschlossen werden.

Nach dem Ende der NS-Diktatur kamen die Täter ungeschoren davon und konnten ihre berufliche Tätigkeit fortsetzen. Den Opfern blieb die Rehabilitierung verwehrt. Sie erfolgte erst nach Jahrzehnten, für fast alle kam sie zu spät.

Das Buch ist ab dem 7.10.2019 zum Preis von 12 Euro in den Hagener Buchhandlungen erhältlich.

Archäologen entdecken erneut über 11.500 Jahre alte Funde

28. September 2019

Abschluss der jüngsten Grabungskampagne in und vor der Blätterhöhle

Die Blätterhöhle in Hagen-Holthausen ist für die Steinzeit einer der wichtigsten Fundplätze in Westfalen und darüber hinaus. Jetzt sind Archäologen kurz davor die fünfte Grabungskampagne unter der Leitung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) abzuschließen. Und sie haben dabei erneut besondere Funde wie Pfeilspitzen aus Feuerstein gemacht, die einen Einblick in die Welt der Menschen vor über 11.500 Jahren erlauben.

Zum Abschluss der fünften Grabungskampagne präsentierten sie ihre Funde jetzt der Öffentlichkeit. Zu den wichtigsten Entdeckungen zählen Pfeilspitzen aus Feuerstein. In ihrer Form seien diese noch völlig unbekannt und ungewöhnlich, so die Wissenschaftler. Außerdem bargen die Archäologen vor der Höhle auch Teile der bearbeiteten Werkzeuge, Reste erlegter Tiere und mehrere Holzkohlen. In der Höhle legten sie auch einige weitere Menschenknochen frei.

2004 waren in der Blätterhöhle erstmals Menschenreste aus der Mittel- und Jungsteinzeit entdeckt worden. Seitdem gab es 13 Grabungskampagnen.

Erstes Design-Museum im modernen Sinn

23. September 2019

Führung durch das „Deutsche Museum für Kunst in Handel und Gewerbe“ im Hohenhof

Zu einer Führung durch die Ausstellungsräume des Hohenhofs im Zeichen des „Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe“ mit Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Mittwoch, 25. September, von 16 bis 17 Uhr ein. Der Treffpunkt ist vor dem Hohenhof, Stirnband 10.

Das von Karl Ernst Osthaus gemeinsam mit dem Deutschen Werkbund initiierte „Deutsche Museum für Kunst in Handel und Gewerbe“ war ein innovativer Museumstyp im 20. Jahrhundert. Als erstes Design-Museum im modernen Sinn reformierte es das traditionelle Kunstgewerbemuseum. Anstelle der Sammlung historischer Bestände sollte in erster Linie die aktuelle Produktion gefördert werden. Ausgehend von der Kritik an den ästhetisch überformten Gegenständen des Historismus, verfolgten Osthaus und der Deutsche Werkbund das Ziel, die Herstellung und Verbreitung modernen „Designs“ voranzutreiben und in Ausstellungen zu zeigen.

Das „Deutsche Museum“ war mit der ersten Sammlung zeitgenössischen Designs ein entscheidendes Ereignis in der Geschichte des „Industrial Designs“. In den Ausstellungsräumen des Hohenhofs erinnern unter anderem Exponate der Hagener Handfertigkeitsseminare oder der Hagener Silberschmiede an dieses ungewöhnliche Museum, die in der Führung vorgestellt werden. Der Eintritt kostet 9 Euro und wird vor Ort in bar kassiert. Weitere Informationen und Anmeldung unter Angabe der Veranstaltungsnummer 1082 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung.

Führung im Hohenhof und am Stirnband

17. September 2019

Hagener Schätze des Jugendstils

Mittwoch, 18.09.2019 von 16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Tor zum Hohenhof, Fotografie: Willy Moll, Hagen

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-entwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Anmeldung unter 0 23 31/207 2740. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen. Eintritt: plus Führungsgebühr 9 Euro

2.000 Besucher beim Hagener Denkmaltag

12. September 2019

OB Erik O. Schulz wollten nur Wenige hören

Ina Hanemann, Leiterin der Denkmalbehörde, präsentiert einen bei den Ausgrabungen auf dem Außengelände des Hohenhofs gefundenen Ziegelstein. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Mit diesem Ansturm haben die Veranstalter des Tag des offenen Denkmals nicht gerechnet: Mit rund 2.000 Besucherinnen und Besuchern gilt der Hagener Denkmaltag 2019 als der erfolgreichste der letzten Jahre. Zur offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Baudezernent Hennig Keune am Sonntagvormittag (8. September) hatten sich dagegen nur 100 Besucher am Hohenhof eingefunden. Doch den großen Erfolg der Veranstaltung mindert ein Diebstahl auf dem Gelände des Hohenhofs.

Ein bei den Ausgrabungen auf dem Außengelände gefundener historischer Ziegelstein ist während einer der Führungen entwendet worden. Es handelt sich dabei um einen archäologischen Fund, der dem Land Nordrhein-Westfalen gehört. Seine Entwendung ist daher als Straftat zu bewerten. Zudem gilt das Verschwinden des Ziegelsteins als Verlust für die Archäologie und für die bisher sehr erfolgreichen Maßnahmen im Außengelände des Hohenhofs. Womöglich war sich die Person, die den Ziegelstein mitgenommen hat, dessen nicht bewusst. Die Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und die Stadtarchäologie Hagen fordern daher zu einer anonymen Rückgabe des Ziegelsteins bei der Denkmalbehörde der Stadt Hagen im Rathaus auf.

Insgesamt spiegeln die Besucherzahlen das große Interesse an den Kulturdenkmälern der Stadt und das eher geringe an den Ansprachen des Oberbürgermeisters wider. Insbesondere der Hohenhof besitzt nach wie vor eine besondere Anziehungskraft und sorgt für Begeisterung bei den Besucherinnen und Besuchern.

Ina Hanemann, Leiterin der Denkmalbehörde Hagen, Dr. Birgit Schulte vom Osthaus Museum und Miriam Weber aus dem Architektenbüro Spital-Frenking+Schwarz aus Dortmund haben bis zum Nachmittag durchgängig Führungen durch das Gebäude gegeben. Parallel dazu gab es Gelegenheit, sich im Theaterzimmer des Hohenhof einen Film des LWL zu Karl-Ernst Osthaus und zur Geschichte des Hohenhofs anzusehen oder das ehemalige Wohnhaus der Familie Osthaus zu entdecken. Außerdem haben Dr. Eva Cichy von der LWL-Archäologie und Landschaftsarchitektin Susanne Weisser den ganzen Nachmittag Führungen durch den Garten zu den gartenarchäologischen und gartendenkmalpflegerischen Maßnahmen gegeben.

Nicht nur am Hohenhof war die Resonanz enorm, sondern auch das ehemalige Kesselhaus auf dem Elbersgelände und das ehemalige Umspannwerk in Haspe waren gut besucht. Am Umspannwerk berichteten Zeitzeugen und ein Film über die Zeiten, in denen das Werk noch aktiv war und eine Bahn durch das idyllische Tal Richtung Breckerfeld fuhr. Die von Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff angebotene Busrundfahrt durch das Stadtgebiet war restlos ausgebucht.

Gesprächsabend zum Thema Zweiter Weltkrieg

9. September 2019

Der Beginn des Zweiten Weltkrieges ist das Thema beim nächsten Gesprächsabend der Volkshochschule Hagen (VHS) mit Jörg Fritzsche am Freitag, 13. September, um 17 Uhr im Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30.

In den frühen Morgenstunden des 1. Septembers 1939 startete mit den Schüssen des Linienschiffs „Schleswig-Holstein“ auf die Westerplatte bei Danzig und Luftangriffen auf die Stadt Wielun der deutsche Überfall auf Polen. Lange vorbereitet und als Reaktion auf vermeintliche Grenzzwischenfälle getarnt, begann mit dem sogenannten „Fall Weiß“ der Zweite Weltkrieg. Die deutsche Bevölkerung nahm den Beginn der Kampfhandlungen mit gedrückter Stimmung auf. Der Begriff „Krieg“ war vom NS-Regime ausdrücklich untersagt. Die Skepsis wuchs noch, als Großbritannien sowie Frankreich ihre Verpflichtungen gegenüber Polen einlösten und Deutschland am 3. September den Krieg erklärten. Neben den Ereignissen dieser schicksalsträchtigen Tage sollen beim Gesprächsabend die Erlebnisse und Emotionen der Menschen im Vordergrund stehen. Wie wurde der Kriegsausbruch erlebt? Welche Veränderungen gab es im alltäglichen Leben?

Auch Zeitzeugen sind dazu eingeladen, ihre Erinnerungen einzubringen. Das Serviceteam der VHS bittet für den Kurs 1200 um eine Anmeldung auf der Internetseite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

„Lieber Osthaus – lieber Gropius“

7. September 2019

Umfangreicher Briefwechsel zwischen dem Bauhausgründer und dem Hagener Folkwang-Gründer erschienen

Der Bauhausgründer Walter Gropius (1883-1969) erinnerte sich kurz vor seinem Tod daran, dass Karl Ernst Osthaus (1874-1921, Foto), der Hagener Folkwang-Gründer, sein naher Freund gewesen sei, dem er maßgeblich seine Berufung nach Weimar zu verdanken habe. Nachzulesen sind diese Sätze, formuliert in einem Brief nach Hagen im Mai 1969, nun in einem Buch, das im Rahmen des Jubiläumsjahres „Hagener Impulse“ vom Osthaus Museum Hagen herausgegeben wird.

Auf über 500 Seiten ist der vollständige Briefwechsel zwischen den beiden Protagonisten der Moderne transkribiert. Von der engen freundschaftlichen Verbindung zwischen Osthaus und Gropius zeugen rund 400 Dokumente im Karl Ernst Osthaus-Archiv Hagen. Sämtliche Dokumente werden nun erstmals im Zusammenhang veröffentlicht. Die Publikation „Karl Ernst Osthaus und Walter Gropius. Der Briefwechsel 1908-1920“, herausgegeben von Reinhold Happel und Birgit Schulte, erscheint im Klartext Verlag Essen.

Die starken Wurzeln des Bauhauses im westfälischen Hagen werden auch seitens der Verantwortlichen des NRW-Verbundes „100 jahre bauhaus im westen“ hervorgehoben. So betont Dr. Cornelia Bauer vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, als Vertreterin des Lenkungskreises: „Der Standort Hagen spielt eine Schlüsselrolle im Narrativ des Bauhaus-Jubiläums in Nordrhein-Westfalen. Hier erzählen wir gewissermaßen die Vorgeschichte des Bauhauses.“

Dr. Birgit Schulte, Projektleiterin des Bauhausjahres in Hagen und Mitherausgeberin, beschreibt, wie spannend es ist, „sich in die Korrespondenz zwischen zwei Persönlichkeiten zu vertiefen, die gemeinsam mehr als ein Jahrzehnt lang wesentliche Projekte der Moderne diskutiert und entwickelt haben, und dabei feststellen zu können, wie kontinuierlich und energisch Osthaus seinen Freund Gropius gefördert und wie Gropius sich dieser Strategie dankbar bedient hat.“ Ihr Dank geht an die Kunstmuseen Krefeld, mit deren Leihgaben die Rekonstruktion der von Walter Gropius kuratierten Ausstellung „Vorbildliche Industriebauten“ möglich wurde, die ab 1911 als Wanderausstellung von Hagen aus auf Tournee geschickt wurde. Die rekonstruierte Ausstellung ist vom 7. September bis 12. Januar 2020 im Osthaus Museum Hagen zu sehen.

Der Kurator Prof. Dr. Reinhold Happel erläutert die Bedeutung der Industriebauten-Ausstellung: „Diese Präsentation mit Fotografien herausragender wegweisender Industriearchitektur, die in zahlreichen Städten in Deutschland sowie in Amsterdam und in den USA zu sehen war, dokumentiert einen wichtigen Diskurs über moderne Architektur am Beginn des 20. Jahrhunderts. Gropius und Osthaus haben diesen Diskurs maßgeblich mitbestimmt, und das Bauhausjahr ist der passende Anlass, in Hagen diese Ausstellung mit möglichst vielen Originalfotografien und Dokumenten zu rekonstruieren.“

Vorbildliche Industriebauten

6. September 2019

Die ökonomische Kraft der künstlerischen Idee

7. September 2019 – 12. Januar 2020, Osthaus-Museum Hagen

Karl Ernst Osthaus hat Ideen des Bauhauses vorgedacht und den Bauhausgründer Walter Gropius maßgeblich gefördert. „Osthaus was instrumental in supporting me“, resümmierte Gropius wenige Monate vor seinem Tod 1969. Von der engen freundschaftlichen Verbindung zwischen Gropius und Osthaus zeugen Hunderte, bisher nicht veröffentlichte Briefe im Karl Ernst Osthaus-Archiv Hagen. Der Hagener Mäzen war für Gropius ein wichtiger Mitstreiter in der Debatte um die Frage, in welcher Weise Kunst und Künstler in die Gesellschaft hineinwirken können und sollen.

Im Zusammenhang mit der Arbeit im Deutschen Werkbund diskutierten sie die Frage, wie sich der Fabrikbau mit dem künstlerischen Anspruch verbinden lässt. Osthaus erkannte und nutzte früh das kommunikative Potential der Fotografie, um vorbildliche Baukunst weithin bekannt zu machen. Schließlich erwirkte er für Gropius den Auftrag, eine Ausstellung „Vorbildlicher Industriebauten“ zusammenzustellen, die ab 1911 als Wanderausstellung des „Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe“ von Hagen aus auf Tournee geschickt wurde.

Dieses gemeinsame Projekt von Gropius und Osthaus wird im Osthaus Museum Hagen rekonstruiert und durch die Publikation ihres Briefwechsels begleitet. Kooperationspartner sind die Krefelder Kunstmuseen, die 1922 die Bestände des „Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe“ aus Hagen übernommen haben. Rund 40 Original-Abzüge der insgesamt 110 Fotografien sind in der Graphischen Sammlung der Krefelder Kunstmuseen verwahrt. Neue Abzüge nach den Originalnegativen aus dem Bildarchiv Marburg ermöglichen erstmals eine Komplettierung der Ausstellung, wie sie 1914 auf der Werkbundausstellung in Köln zu sehen war.

Anlässlich der Ausstellung wird der mehrere hundert Schriftstücke umfassende Briefwechsel zwischen Osthaus und Gropius, den das Osthausmuseum im Karl Ernst Osthaus-Archiv verwahrt, in einer wissenschaftlich kommentierten Edition unter dem Titel „‘Osthaus was instrumental in supporting me‘… – Walter Gropius, Karl Ernst Osthaus und das Bauhaus“ erscheinen.

„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“

3. September 2019

Vielfältiges Programm zum Tag des offenen Denkmals in Hagen

Die Eröffnung des Programms findet am Hohenhof statt. Foto: Karsten Thilo-Raab/Stadt Hagen.

„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ lautet das Motto zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Sonntag, 8. September. Die Abteilung Denkmalschutz und Stadtarchäologie der Stadt Hagen hat dazu ein spannendes Programm rund um Baudenkmäler aus der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts entwickelt, das zugleich Bezug auf das 100-jährige Bauhausjubiläum nimmt. Dazu bieten Privateigentümer und Initiatoren aus öffentlichen Einrichtungen ein eigenes Programm zu ihren Denkmälern an.

Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz eröffnet den Denkmaltag um 11 Uhr im Hohenhof. Im Anschluss werden Führungen zu aktuellen denkmalpflegerischen Maßnahmen und Restaurierungen in und am Hohenhof angeboten. Unter anderem gewähren Archäologin Dr. Eva Cichy und Kollegen von der Archäologie des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) Einblicke in die laufenden Ausgrabungen auf dem Außengelände. Für das leibliche Wohl sorgen die Muschelsalatretter. Der Hohenhof kann bis 18 Uhr besichtigt werden.

Neben dem Programm am Hohenhof öffnet auch das ehemalige Umspannwerk in Haspe, Voerder Straße 131 a, seine Türen. Von 10 bis 17 Uhr können die Besucherinnen und Besucher das Gebäude, das heute eine christliche Gemeinschaft beheimatet, besichtigen. Das ehemalige Umspannwerk diente ursprünglich der Hagener Straßenbahn AG für die Umstellung der Hochspannungsleitungen der Straßenbahn an der Strecke Hagen-Haspe-Ennepetal/Voerde-Breckerfeld. Es wurde zur Zeit des damaligen Hasper Stadtbaurates Günther Oberste-Berghaus entworfen und steht mit seiner Architektur in der Tradition des Bauhauses.

Auf dem Elbersgelände wird das ehemalige Kesselhaus für zwei geführte, kostenlose Rundgänge um 15 und 16.30 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung zu den Führungen ist per E-Mail an gabriele.fuchs@stadt-hagen.de bis zum 6. September erforderlich, da die Teilnahmezahl pro Führung auf 20 Teilnehmende begrenzt ist.

Der Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff bietet von 14 bis etwa 17.30 Uhr eine Busrundfahrt zu Orten und Denkmälern aus der Zeit des Jugendstils und des Bauhauses an. Die Fahrt führt unter anderem durch die Stadtteile Haspe, Emst, Eckesey und Wehringhausen vorbei am früheren Hallenbad an der Berliner Straße und der Christ-König-Kirche in Boelerheide. Die Teilnahme kostet 12 Euro pro Person und kann vor Ort gezahlt werden. Eine Anmeldung ist bis zum 6. September unter Telefon 02331/54654 oder per E-Mail an info@michaeleckhoff.de erforderlich. Treffpunkt ist die Villa Cuno, Haßleyerstraße/Ecke Stirnband.

Der Flyer zum Tag des offenen Denkmals liegt in den städtischen Gebäuden aus und steht unter www.hagen.de auf der Seite der Unteren Denkmalbehörde als PDF-Datei zur Verfügung. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Mirjam Kötter, städtische Bodendenkmalpflege, unter Telefon 02331/207-3026.

Des Weiteren bieten einige Privateigentümer und öffentliche Einrichtungen ein eigenes Programm zum Denkmaltag an.

Die Liebfrauenkirche in Vorhalle, Liebfrauenstraße 23, ist von 13 bis 15 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Interessierte können zudem an einer Führung teilnehmen. Erbaut zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Bochumer Architekten Carl Pinnekamp, ist die Kirche ein Zeugnis der Neoromanik, zeigt aber auch Anklänge des Jugendstils. Um 15 Uhr findet noch eine 15-minütige Andacht statt.

Auch die evangelisch-reformierte Kirche in Hohenlimburg, Freiheitstraße 37, ist für Interessierte ab 12 Uhr geöffnet. Mitglieder der Gemeinde stehen für Fragen zur Verfügung. Um 17 Uhr veranstaltet die Kirche ein Orgelkonzert.

Am Denkmaltag kann ebenfalls der „Hof Niemeyer“ in Berchum, Tiefendorfer Straße 8, von 12 bis 16 Uhr besichtigt werden. Hier wird den Besucherinnen und Besuchern die Instandsetzung eines Fachwerkhauses unter denkmalrechtlichen Aspekten näher gebracht. Ein Höhepunkt der Besichtigung ist das eingerichtete Schustermuseum in einem Nebenraum der Tenne, einem gepflasterten Platz in der Scheuen zum Dreschen von Getreide.

Die Bewohner des 1705 errichteten und mehrfach erweiterten Bauernhauses Baukey in Vorhalle, Baukey 1, öffnen von 12 bis 16 Uhr die Diele und das Kaminzimmer des Hauses. Eine Diashow zeigt eindrucksvoll die Restaurierungen der vergangenen Jahre.

Hagener Geschichte(n) postkolonial erzählt

31. August 2019

Welche Spuren der Kolonialismus in der Stadtgeschichte und im Alltag hinterlässt, zeigt ein Forschungsprojekt der FernUni

Mitte der 1960er Jahre in Hagen: Der Brauereibesitzer Carl Horst Andreas schoss „auf großer Pirsch” auf allen Kontinenten exotische Jagdtrophäen für sein privates Museum, bis hin zum Elefantenfuß (Bildmitte). Für Werbezwecke setzte er Fotos von Menschen aus Afrika in diskriminierender Weise ein. Foto: Hagener Heimatbund.

Kolonialgeschichte streift ihre Nebenrolle ab: Klassischerweise wird sie als Geschichtsschreibung von oben angelegt, erzählt aus der Perspektive von Imperien, Kaisern, Ministerien. Mittlerweile etabliert sich eine Globalgeschichte „von unten“, drängt sich in die National- und insbesondere Lokalgeschichte. „Die historische Perspektive hat sich in den vergangenen Jahren verändert“, bestätigt Dr. Fabian Fechner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Lehrgebiet Geschichte Europas in der Welt an der FernUniversität in Hagen.

Mit Fokus auf die Stadt Hagen hat Fechner gemeinsam mit seiner Kollegin Barbara Schneider nach Verbindungen zwischen Kommune und Kolonialismus für die Zeit zwischen 1850 und 1960 gesucht, dabei Erstaunliches herausgefunden – und die Geschichte(n) in einem Seminar für Studierende verarbeitet. Nachlesbar sind sie in einer Publikation und einem Stadtplan.

Nach Bielefeld und Düsseldorf nun also Hagen: „Wir sind die dritte Uni bundesweit, die Spuren der Kolonialzeit vor Ort aufgespürt hat und dauerhaft dokumentiert“, sagt Fechner zu dem jungen Zweig der Lokalhistorie. „Deutschland war zur Zeit des Kolonialismus ein Auswanderungsland“, beschreibt der Historiker. „Die große Not, die in Deutschland herrschte, trieb überall Menschen dazu, nach Übersee zu gehen.“ Für Frauen etwa bedeutete die Missionsarbeit einen Sprung in der sozialen Hierarchie und mehr persönlichen Handlungsspielraum, wie Barbara Schneider erarbeitet hat.

Um in die lokale Geschichte einzutauchen, wühlten sich Barbara Schneider und Fabian Fechner durch Archive und sichteten Quellen, blätterten händisch alte Zeitungsausgaben durch und sortierten Fotos. Neben drei Hagener Archiven waren vor allem die Bestände der Archiv- und Museumsstiftung der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal ausschlaggebend.

Ansätze für Geschichten fanden Schneider und Fechner viele: Völkerschauen und palmengeschmückte Kolonialfeste als Unterhaltungsprogramm, revisionistische Heldenverehrung auf Straßenschildern, die Betrügereien durch den Hagener „Bund für Siedlung in Brasilien“, der zur Schau getragene Rassismus des Brauereibesitzers Carl Horst Andreas – und: Wie kam eigentlich der Kaffee nach Hagen?

Eine Anzeige in der Hagener Zeitung vom 15. Mai 1892 wirbt für eine Völkerschau, die damals das meist Bild des „Schwarzen” in der Öffentlichkeit verfestigte: wild, animalisch und kriegerisch zu sein. Foto: Stadtarchiv Hagen.

Hagens koloniale Spuren zeigen dabei einen Querschnitt durch die lokale Gesellschaft: vom Tagelöhner und der Zugehfrau bis zum Admiral und Millionenerben werden sie repräsentiert, ebenso wie durch Kolonialgesellschaften, Kriegervereine und Missionsorganisationen. „Letztere machten die Menschen mit dem kolonialen Gedankengut vertraut und sorgten für die koloniale Grundierung der Bevölkerung“, so Barbara Schneider. Denken und Handeln in dieser Kategorie war fest im Alltag verankert.

An dem Seminar, das das Lehrgebiet anbot, nahmen überdurchschnittlich viele Studierende teil. „Das Interesse an Lokalgeschichte und Zeithistorie ist offenkundig groß“, freut sich die Geschichtswissenschaftlerin über die Resonanz. Insgesamt 23 Bachelor- wie Promotionsstudierende zogen los, forschten ebenfalls in Archiven und Bibliotheken. Neben einigen Hausarbeiten schrieben alle einen Artikel zu ihrem Thema, die zu einer umfangreichen Broschüre mit Lokalkolorit zusammengefasst werden.

„Darin finden sich viele Aspekte, die so in Hagen noch nicht aufgearbeitet wurden und die vor allem das koloniale Erbe über Einzelpersonen, Institutionen, Kunstwerke, Sammlungen und symbolische Handlungen veranschaulichen“, so Schneider und Fechner.

Der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden die Forschungsergebnisse und das Buch „die welt in hagen – hagen in der welt“ am 17. September von 18 bis 20 Uhr im Kunstquartier Hagen, Museumsplatz 1.

Führung im Riemerschmid-Haus

26. August 2019

Mittwoch, 28.08.2019 von 16:00 – 17:00 Uhr

Ein eigenes kleines Haus mit Nutzgarten – um 1907 sollte das für die Hagener Textilarbeiter kein Traum bleiben müssen.

Karl Ernst Osthaus holte 1905 die Teilnehmer einer Konferenz für „Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen“ nach Hagen. In der Folge konnte er dem in München geborenen Künstler-Architekten Richard Riemerschmid einen Bauauftrag durch Elbers in Hagen verschaffen.

Riemerschmid ist bis heute berühmt für Projekte wie die erste deutsche Gartenstadt in Hellerau bei Dresden. Ab 1907 begann er den Bau einer Anlage für Arbeiterwohnungen in Hagen, die sogenannte „Walddorf-Siedlung“. Nur elf Häuser konnten realisiert werden. Bei der öffentlichen Führung durch Haus Nr. 17 erhält man Einblick in die Lebenswelt der Arbeiter dieser Zeit.

Treffpunkt ist die Walddorfsstr. 17, 58093 Hagen, Führungsgebühr 6 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 3622 oder 207-3138

Rundgang zur Architektur der Gebrüder Ludwigs

20. August 2019

Mittwoch, 21.08.2019 von 16:00 Uhr – 17:00 Uhr

Denkmalgeschützte Villa in Hagen-Eppenhausen, Lohestraße 3. Ehemalige Villa des Hagener Unternehmers Gustav Adolf Kerckhoff (1878-1936). Entworfen 1922 von den Architekten Gebrüder Ludwigs. Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY 3.0.

Hagener Architektenbrüder im Visier – Zwischen 1909 und 1938 realisierten die Gebrüder Ludwigs eine ganze Reihe unterschiedlicher Bauten im Hagener Stadtraum.

Dabei setzten sie sich intensiv mit dem „Neuen Stil“, wie ihn Karl Ernst Osthaus zum Teil in Hagen etablieren konnte, auseinander. Einflüsse des Jugendstils und der ästhetischen Erneuerungsversuche innerhalb der Reformbewegung nach 1900 sind bis heute im Hagener Stadtbild zu entdecken.

Anmeldung unter Tel.: 207 2740. 6 € Teilnahmegebühr sind vor Ort zu entrichten! Treffpunkt ist Haßleyerstraße 14, 58093 Hagen-Eppenhausen.

Führung durch die Villa Post und zur Cuno-Siedlung

19. August 2019

Zu einer Führung durch die Villa Post am Mittwoch, 21. August, von 16 bis 17.30 Uhr und zur sich anschließenden Besichtigung der Cuno-Siedlung von 17.30 bis 19 Uhr mit Jochen Becker, Leiter des städtischen Fachbereiches Bildung, lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) ein. Der Treffpunkt für die beiden Veranstaltungen ist jeweils im Eingangsbereich der Villa Post, Wehringhauser Straße 38.

Die Villa Post wurde im spätklassizistischen Stil in Anlehnung an die Renaissance erbaut und diente als repräsentativer Wohnsitz der Familie Post. Die Stadt Hagen kaufte den kubischen und zweigeschossigen Backsteinbau, der danach unterschiedlichste Verwendung fand. Das Spektrum reichte von der Nutzung als Museum bis zum Stützpunkt der Volkszählung.

1994 beschloss der Stadtrat, die Villa Post zu restaurieren und der Volkshochschule Hagen zur Verfügung zu stellen. Die Eröffnung der restaurierten Villa Post erfolgte 1998. Während der Führung können sich die Teilnehmer selbst ein Bild davon machen, wie Denkmalschutz und neue Funktionalität in ein harmonisches Zusammenspiel gebracht wurden.

Für die zweite Führung geht es vom Treffpunkt an der Villa Post über die neue Ennepebrücke ein Stück bergauf zur Cuno-Siedlung am Kuhlerkamp (Foto: Rainer Halama, CC BY-SA 3.0). Von 1926 bis 1927 entstanden dort 121 Wohnungen in neun Gebäuden.

Die vom damaligen Stadtbaurat Ewald Figge geplante Siedlung verfügte über ein innovatives Wohnkonzept mit einem Vorgänger der Einbauküche, der sogenannten „Frankfurter Küche“, die durch eine Glastür vom Wohn- und Essbereich abgetrennt war. Auch eine von den Bewohnern gemeinschaftlich genutzte Wäscherei und eine Badeanstalt mit Brausen- und Wannenbädern gingen über den damaligen Standard hinaus. Die Gebäude der nach dem langjährigen Hagener Oberbürgermeister Willi Cuno benannten Siedlung sind streng sachlich gehalten und geometrisch strukturiert. An Hausecken und Toren finden sich Skulpturen des Hagener Künstlers Karel Niestrath und neben Eingängen sowie Einfahrten stehen Reliefs von Hans Dorn.

Für die Teilnahme an der Führung durch die Villa Post (Kursnummer 1070) und zur Cuno-Siedlung (Kursnummer 1071) ist eine Anmeldung beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Internetseite www.vhs-hagen.de/anmeldung notwendig.

Bunkeranlage bei Arbeiten am Wilhelmsplatz in Hagen entdeckt

18. August 2019

Damit hatte keiner gerechnet: Bei der Sanierung des Wilhelmsplatzes in Wehringhausen sind die Arbeiter jetzt auf einen unterirdischen Bunker und einen Löschteich gestoßen. Den Bauplan wirft der Fund allerdings nicht durcheinander.

„Dass sich an dieser Stelle eine solche Anlage befindet, haben wir nicht gewusst“, so Matthias Hegerding, Leiter des Fachbereichs Bau (…).

Quelle: wp.de

Anmerkung: Ei der Daus! Nicht gewusst? Dabei hängt am Wilhelmsplatz ein Hinweisschild, dem folgendes zu entnehmen ist: „Im 2. Weltkrieg wurde auf dem Platz ein Luftschutzkeller gebaut und ein Feuerlöschteich angelegt (im Winkel Kottmann-/ Bismarckstr.), die aber nicht mehr vorhanden sind.“ Sogar ein Foto gibt es (siehe hier), das vom Hagener Pressefotografen Willy Lehmacher (1902 – 1976) Anfang der 1950er Jahre aufgenommen wurde.

Modell des alten Rathauses von 1954 aufgetaucht

18. August 2019

Fund im Hagener Bauhof

Eindrucksvoller Fund: Nach einem Hinweis aus der städtischen Bauverwaltung tauchte nun ein auf Juli 1954 datiertes Modell des alten Hagener Rathauses zum Zeitpunkt seines Wiederaufbaus nach der Kriegszerstörung auf (Foto: Stadt Hagen).

Das über Jahrzehnte „verwahrte“ Modell aus dem Depot des Hagener Bauhofes wird ab 2021 in der neuen Dauerausstellung des Stadtmuseums im historischen Landgerichtsgebäude zu sehen sein.

Der Entwurf stammt vom Hochbauamt der Stadt Hagen, den die Firma Planplastik Mersmann in Rösrath und Köln im Juli 1954 im Maßstab 1:200 als Modell umsetzte.

Das gut erhaltene Modell ist detailliert gearbeitet und einzelne Teile wie Fenstersimse, Erker, Türen und weiteres wurden hervorragend nachgebildet. Zum damaligen Zeitpunkt wurde das Rathaus noch aufwendig umgebaut, sodass das Modell den einstigen Planungsstand wiedergibt. Letztlich wurden nicht alle Planungen realisiert, wie beispielsweise der Anbau, der an die vormals mit einem neugotischen Stufengiebel versehene Eingangshalle gesetzt werden sollte.

Entdeckungstour durch das Buschey-Viertel

17. August 2019

Zu einer Entdeckungstour durch das Buschey-Viertel mit Jens Bergmann lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) zusammen mit dem Hagener Heimatbund im Rahmen des Urlaubskorbs alle Interessierten am Dienstag, 20. August, von 17 bis 18.30 Uhr ein. Der Treffpunkt ist vor dem Allgemeinen Krankenhaus, Grünstraße 35.

Das Buschey-Viertel bietet mit seinen schönen Villen und Beamten-Wohnhäusern viele besondere Architekturschätze. Auf ihre Besonderheiten, Erbauer und Bewohner geht Jens Bergmann, Vorstand des Hagener Heimatbundes, während seines Rundganges ein.

Das Serviceteam der VHS bittet um eine Anmeldung mit Angabe der Kursnummer 1079 unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Internetseite www.vhs-hagen.de/anmeldung.

Architektur um 1900 in Wehringhausen

13. August 2019

Denkmalgeschütztes Wohnhaus in Hagen-Wehringhausen, Buscheystraße 48 / Ecke Christian-Rohlfs-Straße. Vor 1910 von Architekt und Bauunternehmer Josef Fischer errichtet. Das imposante an einer Platanenallee gelegene ehemalige Beamtenhaus weist einen prachtvollen Turmaufbau auf. Zur Buscheystraße gerichtet ist der Balkon im Prachtgiebel in Omega-Form gestaltet, die in der Jugendstilarchitektur variiert Verwendung gefunden hat. Der Eingangsbereich ist ebenso hochherrschaftlich mit Säulen und Dreiecksgiebel inszeniert, mit dem der geometrische Reliefschmuck korrespondiert. Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY 3.0.

Am Mittwoch, 14. August findet ab 16 Uhr eine kulturgeschichtliche Führung durch Wehringhausen statt.

Im Stadtteil Wehringhausen ist die Hausarchitektur von den Kriegseinwirkungen weitestgehend verschont geblieben. Aus kunsthistorischer und architektonischer Sicht kann hier exemplarisch die städtebauliche Entwicklung über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren verfolgt werden.

Als besonders interessant rückt dabei die Zeit des Baubooms um 1900 und der Nachkriegsjahre in den Vordergrund: Der Historismus vor der Jahrhundertwende, der als Reformbewegung folgende Jugendstil sowie die nach dem 1. Weltkrieg versachlichenden Tendenzen im Hausbau werden bei der Führung mit ihren Besonderheiten in Augenschein genommen.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 3138 oder 02331/207 – 2740. Treffpunkt ist die Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Str. 49, 58089 Hagen.

Führung in der Andachtshalle des Krematoriums Delstern

5. August 2019

Eine weniger bekannte Perspektive: Rückansicht des Eduard-Müller-Krematoriums in Hagen-Delstern (Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY 3.0)

Am Mittwoch, 7. August ab 16.00 Uhr findet eine kulturgeschichtliche Führung durch die Andachtshalle ohne Besichtigung der Einäscherungsanlage statt.

Die erste Anlage für Feuerbestattung in Preußen wurde in Hagen gebaut – erst Jahre später konnte sie in Betrieb genommen werden, denn die Rechtslage sah eine solche Einrichtung noch gar nicht vor.

Dass das Hagener Krematorium zudem durch den später als AEG-Gestalter zu Welt-Ruhm gelangten Peter Behrens gebaut wurde, ist dem Kunstförderer und Museumsgründer Karl Ernst Osthaus zu verdanken. Dessen Leidenschaft für vorbildliche Gestaltung auch und gerade in Alltagsbereichen verdankt die Stadt Hagen eine ganze Reihe interessanter Bauwerke.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740 oder 207-3138. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt.

Führung im Riemerschmid-Haus

29. Juli 2019

Mittwoch, 31.07.2019 von 16:00 – 17:00 Uhr

Ein eigenes kleines Haus mit Nutzgarten – um 1907 sollte das für die Hagener Textilarbeiter kein Traum bleiben müssen.

Karl Ernst Osthaus holte 1905 die Teilnehmer einer Konferenz für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen nach Hagen. In der Folge konnte er dem in München geborenen Künstler-Architekten Richard Riemerschmid einen Bauauftrag durch Elbers in Hagen verschaffen.

Riemerschmid ist bis heute berühmt für Projekte wie die erste deutsche Gartenstadt in Hellerau bei Dresden. Ab 1907 begann er den Bau einer Anlage für Arbeiterwohnungen in Hagen, die sogenannte „Walddorf-Siedlung“ (Foto: Osthaus-Museum). Nur elf Häuser konnten realisiert werden. Bei der öffentlichen Führung durch Haus Nr. 17 erhält man Einblick in die Lebenswelt der Arbeiter dieser Zeit.

Treffpunkt ist die Walddorfsstr. 17, 58093 Hagen, Führungsgebühr: 6 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 2740

Ein Abbild der Sozialgeschichte

14. Juli 2019

Führung über den Buschey-Friedhof

Mittwoch, 17.07.2019 von 16:00 Uhr – 17:30 Uhr

Der Buschey-Friedhof in Hagen-Wehringhausen ist der älteste Friedhof Hagens, der noch belegt wird. Er wurde am Ostermontag 1810 eingeweiht und verdeutlicht heute in der Fülle verschiedener Grabmalgestaltung den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur (Foto: Dieter Faßdorf).

Historische Friedhöfe sind nicht nur Zeugen der Vergangenheit und dokumentieren den Umgang mit dem Tod, sondern sie sind auch Abbild unserer Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens. Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey-Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben verschiedener Epochen. Von Historismus über Jugendstil bis in die Moderne – jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Der Rundgang über den Buschey-Friedhof gibt Einsichten in die Entwicklung der Grabmalkultur.

Teilnahmegebühr: 6 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt, Treffpunkt ist der Seiteneingang Grünstraße, 58089 Hagen.

Führung durch die Liebfrauenkirche Vorhalle

12. Juli 2019

Zu einer Führung durch die Liebfrauenkirche in Vorhalle, Liebfrauenstraße 21, im Rahmen des Urlaubskorbs lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Dienstag, 16. Juli, von 17.30 bis 19 Uhr ein. Der Treffpunkt ist am Eingang der Kirche.

Benno Schmolke, ehemaliger Kunstlehrer und Gründungsmitglied der Künstlergruppe Sepia14-TeamART, führt durch die 1911/12 nach Plänen des Architekten Carl Pinnekamp entstandene Liebfrauenkirche (Foto: Dieter Faßdorf). Die individuell gestalteten Altäre sind Zeugen der Künstler und Kunsthandwerker der „Wiedenbrücker Schule“. In ihnen zeigt sich der Übergang von historischen Vorbildern zum zeitgenössischen Jugendstil. Wandgemälde aus den Jahren 1934 bis 1936 und neu gestaltete Kirchenfenster von 1986 runden den Gesamteindruck ab und präsentieren die Liebfrauenkirche heute als eine der kunsthistorisch interessantesten und schönsten Kirchen Hagens.

Anmeldungen unter Angabe der Kursnummer 1176 nimmt das Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung entgegen. Für die Führung ist kein Eintrittspreis festgelegt. Sie steht unter dem Motto „Zahlen Sie, so viel Sie wollen“.

Hagener Schätze des Jugendstils

11. Juli 2019

Führung im Hohenhof und am Stirnband

Sonntag, 14.07.2019 von 14:00 Uhr – 16:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäudeentwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen (Foto: Marco Siekmann). Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Anmeldung unter 0 23 31/207 2740. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen. Eintritt: plus Führungsgebühr 12 Euro

Zwischen Tradition und Moderne

7. Juli 2019

Hagener Baukunst in den 20er Jahren

Im Rahmen der Veranstaltungen zum Projekt „100 jahre Bauhaus“ im Westen zeigt der HAGENRING e.V. in seiner Galerie in der Wippermann-Passage,( Eilper Straße 71-75, 58091 Hagen) vom 7.7. bis 28.7.2019 die Fotoausstellung „Hagener Baukunst in den 20er Jahren“. Zum einen haben sich die dem HAGENRING angehörenden Fotografen Peter Klein und Siegfried Rubbert zusammen mit ambitionierten Teilnehmern an Fotokursen der Volkshochschulen EnnepeRuhr-Süd und Iserlohn des Themas angenommen.

Zum anderen hat sich der Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff mit der Geschichte der Hagener Bauten jener Epoche befasst und sie in einer Broschüre zusammen mit ergänzenden Informationen veröffentlicht. Bekannte und weniger bekannte Hagener Bauten, die einen eindeutigen Bezug zum „Neuen Bauen“ der Weimarer Republik haben (Bauhaus, Expressionismus, Frühe Moderne etc.) werden vorgestellt. Er schlägt den Bogen von dem Hagener Kunstmäzen und Museumsgründer (u.a. Folkwang-Museum) Karl Ernst Osthaus (1874 – 1921) zur avantgardistischen Architektur in den 20er Jahren.

Viele Aspekte, die seinerzeit das Bauhaus verfolgt hat, wurden von Osthaus bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit umfangreichen Initiativen in Hagen vorgeprägt. Insofern spielt Hagen in der Geschichte des Bauhauses eine wesentliche Rolle. Der „Hagener Impuls“ ist der Beweis für die herausragende Baukultur in unserer Stadt.

Der Eintritt ist frei!

Die Broschüre wird in der HAGENRING-Galerie zum Preis von 5 Euro angeboten.

Hagen bekommt Stadtarchäologin

18. Juni 2019

Hagener Politik und Medien setzen weiter auf Brauchtumsgetöse

Schon vor über 200 Jahren wurden erste archäologische und geologische Funde entdeckt und in Publikationen veröffentlicht. Der Elseyer Stiftspfarrer Johann Friedrich Möller (1750-1807) regte bereits 1802 den Schutz von Bodenfunden und Denkmälern an.

An diese bis ins 18. Jahrhundert zurückreichende Sammlungs- und Forschungsgeschichte knüpfen das heutige Museum Wasserschloss Werdringen und nun auch die aktuell gegründete Stadtarchäologie in Hagen an.

Seit der Änderung des Denkmalschutzgesetzes in Nordrhein Westfalen im Jahre 2013, muss die archäologische Denkmalpflege bei vielen Bauvorhaben und vor allem bei der Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauflächen immer im Vorfeld angehört werden. Um hier nicht von Zufallsfunden überrascht zu werden, sondern weit im Vorfeld gezielt und damit kosten- und zeitsparend, die Maßnahmen zu begleiten, wurde das Team der Hagener Denkmalbehörde unter der Leitung von Ina Hanemann durch eine Archäologin erweitert.

Die studierte Archäologin Mirjam Kötter, seit einem Jahr auch Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum Wasserschloss Werdringen und in der Denkmalbehörde, steht als neue Stadtarchäologin in engem Austausch mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie mit dem städtischen Fachdienst Wissenschaft, Museen und Archive.

Sie ermittelt ein möglichst genaues Bild dessen, was in Hagen an Bodendenkmälern unter und über der Erde schlummert. Und das ist nicht wenig, sondern teilweise sogar international bedeutend. Ein Beispiel sind die sensationellen Steinzeitfunde auf dem Vorplatz und im Inneren der Blätterhöhle bei Hohenlimburg. Doch auch andere Bodendenkmäler zeigen, dass die Hagener Fundlandschaft über ein enormes Potenzial verfügt.

Erste Planungen für eine Stadtarchäologie in Hagen reichen einige Jahre zurück. Ina Hanemann, der Leiter der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen, Prof. Dr. Michael Baales, und der Hagener Museums- und Archivleiter, Dr. Ralf Blank, erkannten frühzeitig die Notwendigkeit, eine Stadtarchäologie in Hagen zu etablieren. Doch brauchte es Zeit und Geduld, um die entscheidenden Instanzen zu überzeugen und für das Vorhaben zu gewinnen.

Das war sicherlich ein arbeitsintensives Unterfangen. Denn das historische Bewusstsein reduziert sich im politisch-medialen Raum des Volmestädtchens traditionell bekanntlich auf aus der Zeit gefallene Brauchtumsrelikte. Dazu gehört der Versuch, ländliche Erscheinungsformen wie Schützenvereine im Rahmen einer Großstadt hochzuschreiben oder einen ganzen Stadtteil wie Haspe mit billigen Eselfiguren zu verunstalten.

Im Frühjahr 2019 würdigte die Oberste Denkmalbehörde im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung die Bedeutung der archäologischen Fundlandschaft in Hagen. Und in diesem Monat erhielt die Stadt den Rang einer Stadtarchäologie.

Damit eröffnet sich für Hagen auch die Möglichkeit, aus der Landesförderung für Bodendenkmalpflege zu schöpfen. Die LWL-Archäologie für Westfalen mit Sitz in Münster und die für Hagen zuständige LWL-Außenstelle für Bodendenkmalpflege in Olpe, begrüßen ebenfalls diesen Schritt. Bereits in Vorgesprächen signalisierte die LWL-Archäologie ihre Unterstützung bei der Zuweisung von Fördergeldern. Diese Finanzmittel werden unter den nunmehr sieben Dienststellen für Stadtarchäologie in Westfalen aufgeteilt. Sie dienen zur Finanzierung von laufenden Kosten im Bereich der Bodendenkmalpflege, aber vor allem für gezielte Forschungsprojekte.

Auch für die seit 2013 in NRW bestehende gesetzliche Regelung des sogenannten „Schatzregal“ ist eine Stadtarchäologie für die Kommune von Vorteil. Das „Schatzregal“ besagt, dass Funde von hoher wissenschaftlich Bedeutung automatisch in den Besitz des Landes übergehen. Über eine vertragliche Vereinbarung kann diese Regelung im Fall gelockert werden, sofern die fachlichen Grundlagen dafür vorhanden sind. Bodenfunde im Stadtgebiet können nun in Hagen verbleiben. Sie werden im Archäologiedepot aufbewahrt bzw. im Museum Wasserschloss Werdringen der Öffentlichkeit präsentiert.

Neben der behördlichen Arbeit zu bauplanungsrechtlichen Fragen und frühzeitiger Unterstützung bei der Entwicklung von Bauflächen, ist die Stadtarchäologie auch für die Mitarbeit bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung archäologischer Funde im Depot und im Museum Wasserschloss Werdringen zuständig. Hier besteht schon seit vielen Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Denkmalbehörde und den Instituten des zuständigen Fachdienstes: dem Museum Wasserschloss Werdringen, dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv Hagen.

Die Stadtarchäologie Hagen ist nicht nur für die Außendarstellung der Stadt von großer Bedeutung. Auch innerhalb der fachlichen Infrastruktur der LWL-Archäologie und der Stadt Hagen wird sie eine Schlüsselstellung einnehmen.

Der Abriss droht

12. Juni 2019

Abriss von Block 1 stoppen, Perspektiven für Wehringhausen ermöglichen!

Hier Petition unterzeichnen!

Der städtebaulich wertvolle und denkmalhistorisch schützenswerte Reformwohnblock 1 Minervastraße, Ewaldstraße, Gustavstraße, Lange Straße in Hagen Wehringhausen ist durch die Pläne der GWG (Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Hagen e.G.) vom Abriss bedroht.

Nach der gegenwärtigen Genehmigungslage könnten die Abrissarbeiten im schlimmsten Falle schon in wenigen Wochen beginnen. Bevor Tatsachen geschaffen und Wertvolles unwiederbringlich zerstört wird, gilt es, sich mit aller Kraft für den Erhalt des Reformwohnblocks einzusetzen.

Über den Wert des Reformwohnblock 1

Der ab 1899 nach einem Entwurf des Architekten Claus Hilker erbaute Reformwohnblock 1 mit 130 liebenswerten Wohneinheiten und seinem großzügigen Gartenhof, bildet zusammen mit der um 1875 erbauten Eicken-Siedlung und dem Reformwohnblock 2 an der Lange Straße in Hagen Wehringhausen, ein architekturhistorisch überregional bedeutendes und erhaltenswertes Gesamtensemble.

Die herausragende Bedeutung des gesamten Ensembles für die Entwicklung des sozialen Wohnungsbaus von 1870-1914 in Deutschland und auch international, wurde zuletzt durch die Forschung und ein Gutachten von Prof. Dr. Wolfgang Sonne (Lehrstuhl Geschichte und Theorie der Architektur, TU Dortmund) wissenschaftlich belegt.

Die Stadt Hagen kann sich glücklich schätzen, solch wertvolle historische Bausubstanz von internationaler Bedeutung zu besitzen. Dass mit der Altbauaktivierung vielfältige Vorteile für die Stadt- und Quartiersentwicklung verbunden sind, hat zuletzt 2018 das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen einer Veröffentlichung festgestellt.

Bund und Länder setzen sich nicht ohne Grund und stärker denn je für den Erhalt des baukulturellen Erbes ein – Beispiele aus Hann. Münden, Lüdenscheid, Plauen und Pößneck zeigen, wie die behutsame Sanierung von identitätsstiftender Altbausubstanz, Städte und Quartiere aufwerten und stärken kann.

Wir appellieren an die Stadt Hagen, sich mit ihrem wertvollen städtebaulichen Erbe auseinanderzusetzen und Perspektiven für dessen Erhalt und die zukünftige Nutzung zu entwickeln. Die Chance, mit der städtebaulich nahezu einmaligen Substanz des Refomwohnblocks überregional und sogar international Strahlkraft zu entwickeln, ist zukunftsweisend. Es sollte deshalb das Ziel der Stadt sein, gemeinsam mit den Menschen in Wehringhausen Perspektiven für den Erhalt und die Nutzung des Wohnblockensembles zu erarbeiten.

Für die zukünftige Nutzung dieses städtebaulich wertvollen Wohn- und Lebensraums gibt es vielfältige Ideen, die teils aus ehrenamtlichen Initiativkreisen im Stadtteil Wehringhausen entwickelt wurden. Diese reichen von Investitionen in generationenübergreifendes Wohnen, bis hin zur Integration einer Kindertagesstätte in die bestehende Blockarchitektur. Vieles ist denkbar, wenn im Planungsprozess Ideen und Bedürfnisse der Bürger gehört werden.

Einseitige Berichterstattung

Wir finden, dass über die Abriss- und Umgestaltungspläne für den Reformwohnblock 1 in Wehringhausen bislang einseitig und unausgewogen berichtet wurde. Aus diesem Grund möchten wir mit unserem Engagement ausdrücklich die Informations- und Diskussionsgrundlage für dieses Thema öffnen und so allen Interessierten die Möglichkeit geben, sich umfassend zu informieren und teilzunehmen.

Unsere Forderung

Wir fordern die Stadt Hagen auf, den geplanten Abriss des Reformwohnblocks 1 (Minervastraße, Ewaldstraße, Gustavstraße, Lange Straße) in Wehringhausen sofort zu stoppen und den wissenschaftlich belegten, besonderen Wert des Gesamtensembles (Eicken-Siedlung, Reformwohnblock 1 und Reformwohnblock 2) anzuerkennen.

Wir fordern einen offenen Planungsprozeß mit Bürgerbeteiligung und eine ernsthafte Diskussion, die Kompetenzen anerkennt und die Tatsache akzeptiert, dass wertvolle historische Bausubstanz identitätsstiftend und schützenswert ist. Nur durch deren Erhalt, kann die Möglichkeit entstehen, zusammen mit und aus der Geschichte des Stadtteils heraus Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

Wir fordern die Stadt Hagen mit ihrem Oberbürgermeister Erik O. Schulz auf, sich unter Ergreifung aller notwendigen Maßnahmen und unter Berücksichtigung der aktuellen Informationslage, gegen den Abriss und für den Erhalt des Reformwohnblocks 1 einzusetzen.

Hier Petition unterzeichnen!

#BlockIsBeautiful

Mehr Informationen unter: www.blockisbeautiful.info

Führung auf den Spuren der Gebrüder Ludwigs

10. Juni 2019

Das Architekturbüro Gebrüder Ludwigs realisierte eine ganze Reihe unterschiedlicher Bauten im Hagener Stadtraum. Hier als Beispiel die Villa Eppenhauser Str. 151. Foto: Dieter Faßdorf.

Zu einer Führung zu Häusern des Architekturbüros Gebrüder Ludwigs vom Jugendstil zum Expressionismus mit Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Dienstag, 18. Juni, von 16 bis 17 Uhr ein. Treffpunkt ist an der Hassleyer Straße 14.

Zwischen 1909 und 1938 realisierte das Architekturbüro Gebrüder Ludwigs eine ganze Reihe unterschiedlicher Bauten im Hagener Stadtraum. Neben so prägnanten Gebäuden wie dem der heutigen Spedition Schenker in Kückelhausen entstanden im Dunstkreis des Stirnbandes, wo Karl Ernst Osthaus eine Villenkolonie begründete, acht Gebäude in verschiedenen Stilen mit Einflüssen aus dem Appenzeller Land. Die Architektur spiegelt den Zeitgeist von drei Jahrzehnten wider: Einflüsse des Jugendstils und des Modernen Bauens bis in die 1930er sind dort zu entdecken.

Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und wird vor Ort bar kassiert. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1088 über die Internetseite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

VHS-Erzählcafé zum Thema Weltwirtschaftskrise

8. Juni 2019

Zum nächsten Gesprächsabend mit Jörg Fritzsche und dem Thema „Schwarzer Freitag – der New Yorker Börsencrash vom Oktober 1929“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Freitag, 14. Juni, um 17 Uhr in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, ein.

Der „Schwarze Freitag“ markierte den Beginn der schweren Weltwirtschaftskrise zum Ende der 1920er Jahre, die in vielen Ländern bis in die späten 1930er Jahre andauerte. Ein starker Rückgang der Industrieproduktion und des Welthandels, eine Deflationsspirale, Bankenkrisen sowie Massenarbeitslosigkeit und soziales Elend waren die Folgen. Es ereigneten sich häufig politische Krisen, die unter anderem in Deutschland den Aufstieg des Nationalsozialismus begünstigten.

Welche Ursachen und Verlaufsbedingungen prägten die Krise? Welche Folgen ergaben sich in den einzelnen Ländern und welche Ansätze zur Problembewältigung gab es? Und wie veränderte die Krise das Leben des Einzelnen? All diesen Fragen soll im Laufe dieses Abends nachgegangen werden.

Das Serviceteam der Volkshochschule bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1216. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums

1. Juni 2019

Zu einer Führung durch die Andachtshalle des Krematoriums in Delstern (Foto: Dieter Faßdorf) mit Dr. Elisabeth May lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Mittwoch, 5. Juni, von 16 bis 17 Uhr ein. Der Treffpunkt ist auf dem Friedhof Delstern, Am Berghang.

Der Entwurf für das Krematorium stammt vom Künstler und Gestalter Peter Paul Behrens, der vom Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus 1905 mit der Planung beauftragt wurde. Fertig gestellt wurde es bereits 1907, konnte aber erst 1912 eröffnet werden, nachdem es erstmals in Preußen eine gesetzliche Regelung zur Feuerbestattung gab.

Architektonisch hob sich das Krematorium mit seinem kubisch geschlossenen, streng symmetrisch gestalteten Baukörper und der für die damalige Schaffensperiode von Behrens‘ typischen, schablonierten Liniendekoration von früheren Entwürfen für Krematorien ab. Als Zeugnis eines Gesamtkunstwerks des Jugendstils ist die Andachtshalle ein Höhepunkt Hagener Architektur. Nach der Führung schließt sich ein Rundgang zu den Prominentengräbern an.

Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro und wird in bar vor Ort kassiert. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1096. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung.

VHS-Erzählcafé zum Thema Grundgesetz

23. Mai 2019

Zum nächsten Gesprächsabend mit Jörg Fritzsche und dem Thema Grundgesetz lädt die Volkshochschule Hagen am Freitag, 24. Mai, um 17 Uhr in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, ein.

Am 24. Mai 1949 wurde das – am Tag zuvor verkündete – Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft gesetzt und damit auf Bestreben der Westmächte die Demokratisierung Westdeutschlands über die Landes- und Kommunalgrenzen hinaus vorangetrieben. Im Mittelpunkt des VHS-Themenabends sollen die Menschen in der Gründungsperiode der beiden deutschen Staaten stehen. Wie erlebten sie die Staatsgründung? Welche Sorgen, Hoffnungen und Bedürfnisse verbanden sie mit der neuen Verfassung? Was machte die junge Bundesrepublik zum Erfolgsmodell?

Wie gewohnt sind auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen dazu eingeladen, ihre Erinnerungen einzubringen. Das VHS-Serviceteam bittet um Anmeldung unter Kursnummer 1214. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Seite vhs-hagen.de/anmeldung oder beim Serviceteam unter Telefon 02331/207-3622

Filmschätze im Stadtarchiv

23. Mai 2019

Bewegte Bilder sind für jedes Archiv ein großer Schatz. Mehr noch als Fotos geben Filme einen Einblick in eine vergangene Zeit. Allerdings sind diese Zeugnisse der Vergangenheit auch sehr empfindlich, mitunter sogar gefährlich. Im Stadtarchiv Hagen hat sich glücklicherweise eine große Anzahl von historischen Filmen aus der Hagener Geschichte erhalten.

Daher ist das Stadtarchiv froh, mit dem LWL-Medienzentrum für Westfalen einen kompetenten Partner gefunden zu haben, der sich bestens im Umgang mit alten Filmen auskennt und mit dessen Hilfe nun nach und nach die lange vergessenen Filmschätze gehoben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Das LWL-Medienzentrum für Westfalen in Münster ist eine öffentliche Bildungs- und Kultureinrichtung in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und eines von zwei Landesmedienzentren in Nordrhein-Westfalen. 1928 als „Landesbildstelle“ gegründet, hat das LWL-Medienzentrum für Westfalen – wie es seit 2006 heißt – heute einen dreifachen Auftrag: Die Förderung des Lernens mit und über Medien in Schule und außerschulischer Bildung, die mediengestützte Dokumentation und Vermittlung von Geschichte und Gegenwart Westfalens und die Sicherung der fotografischen, filmischen und tonlichen Überlieferung Westfalens in einem Bild-, Film- und Tonarchiv.

Zu seinen besonderen Aufgaben gehört die mediengestützte Vermittlung des Landesteils Westfalen in die schulische und außerschulische Bildungsarbeit. Filme, Fotodokumentationen, Hörbücher und Multimedia-Produktionen machen die Geschichte und Gegenwart Westfalens erlebbar. In einem hauseigenen Studio werden die Aufnahmen zu Bildungsmedien weiterverarbeitet, in einem Archiv historische Film- und Fotoschätze der Region gesammelt.

Der Ausgangspunkt der Kooperation mit dem LWL-Medienzentrum liegt unter anderem im Jahre 1930 in Hohenlimburg. Die Stadt Hohenlimburg hatte beschlossen, im Jahr 1930 ihr vermeintlich 700-jähriges Jubiläum zu feiern. Zu diesem Anlass wurde ein mehrtägiges Fest mit einem gigantischen Aufwand abgehalten, das auch filmisch festgehalten wurde. Es wurden zahlreiche historische Gruppen in einem Festzug präsentiert, die Szenen aus der Hohenlimburger Geschichte darstellten. Dies reichte von der Antike bis ins 19. Jahrhundert.

Der aus diesem Anlass 1930 gedrehte Film war ein 35mm Nitrofilm und hatte eine Laufzeit von rund 52 Minuten. Gezeigt wurden Ansichten von Hohenlimburg, die Vorbereitung des Festes, der große Festzug und die überall in der Stadt stattfindenden Feiern. Der Originalfilm, der 1974 mit der Eingemeindung der Stadt Hohenlimburg in den Besitz des Hagener Stadtarchivs gelangte, stellte einen großen historischen Schatz dar, war allerdings auch nicht ganz ungefährlich. Der für die Aufnahmen benutzte Zelluloidfilm gilt als sehr leicht entzündlich.

Aus diesem Grund wurde der Originalfilm bereits Ende der 1990er Jahre vom LWL-Medienarchiv kopiert und das gefährliche Original vernichtet. Nun steht im Jahre 2020 wieder ein wichtiges Jubiläum an, der Verein für Orts- und Heimatkunde Hohenlimburg wird 100 Jahre. Dieses Jubiläum ist nun zum Anlass genommen worden, zwischen dem LWL-Medienzentrum, dem Stadtarchiv Hagen und dem Verein für Orts- und Heimatkunde eine Kooperation zu schließen. Inhalt dieser Kooperation ist es unter anderem, den Film zur 700-Jahr-Feier von Hohenlimburg einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Weiterhin sollen nach und nach weitere Filme aus dem Stadtarchiv veröffentlicht werden.

Vergessene Opfer

20. Mai 2019

Neues Buch über NS-Euthanasie in Hagen

Mehr als 300 Kranke und Menschen mit Behinderung aus Hagen wurden in der NS-Zeit ermordet, viele davon Kinder. Ein Verbrechen, das bis heute kaum bekannt ist.

Am 23.5.2019 um 18:30 Uhr wird das Buch „Vergessene Opfer. NS-Euthanasie in Hagen“ in der Johanniskirche am Markt in Hagen vorgestellt. Schüler des Rahel-Varnhagen-Kolleg werden bewegende Texte vorlesen ( z.B. Zeitzeugenberichte und Briefe von Opfern) und Opferbiographien vorstellen. Die Veranstaltung wird ca. eine Stunde dauern. Eintritt ist frei.

Der Herausgeber der Veröffentlichung ist der Hagener Geschichtsverein, „Bildungspartner NRW“ des Rahel-Varnhagen-Kollegs. Der Autor ist Pablo Arias. Der Lehrer des Kollegs suchte nach Antworten auf die Fragen, wie die Opfer ausgewählt wurden, wo und wie sie starben, und ob es Widerstand gab.

Die Entstehung des Buches hängt mit einem Schulprojekt zusammen. 2018 rekonstruierten Studierende des Projektkurses Geschichte die Biographien mehrerer Hagener Opfer, darunter des Euthanasie-Opfers Ernst Putzki, der einen Stolperstein in Wehringhausen bekam. Bei der Recherche im Hagener Stadtarchiv stieß der Autor auf umfangreiche Akten über weitere Opfer. Es folgten Besuche und Anfragen in Archiven in Deutschland, Österreich und Polen.

Friedhofskultur im Wandel – Der Buschey-Friedhof

15. April 2019

Am Mittwoch, 17. April 2019 wird ab 16 Uhr eine kulturgeschichtliche Führung über den Buschey-Friedhof angeboten.

Der 1810 eingeweihte Buschey Friedhof in Hagen-Wehringhausen (Foto: Dieter Fassdorf) verdeutlicht in der Fülle verschiedener Grabmalgestaltung den stilistischen Wandel in der Friedhofskultur. Historische Friedhöfe sind auch Abbild unserer Sozialgeschichte und Ausdruck künstlerischen Schaffens.

Aus kultur- und kunsthistorischer Sicht erlaubt der Buschey Friedhof ungewöhnliche Einblicke in die ästhetischen Vorlieben von Klassizismus und Historismus über Jugendstil bis in die Moderne.

So hielt mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert auf dem Friedhof seriell gefertigter Grabschmuck Einzug, was zu einer Gegenbewegung führte, die auf individualisierte Grabmäler und künstlerische Entwürfe setzte. Davon zeugen auf dem Friedhof u.a. Skulpturen des belgischen Bildhauers George Minne, die auf Initiative des Hagener Kulturreformers Karl Ernst Osthaus entstanden. Ein weiterer von Osthaus beauftragter Gedenkstein von J.L.M. Lauweriks verweist bereits mit seinem modularen Entwurfssystem auf den beginnenden versachlichten Blick auf den Tod.

Teilnahmegebühr: 6 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt. Treffpunkt ist der Seiteneingang Grünstraße, 58089 Hagen.

100 Jahre Bauhaus: Hagener entwarf Antifa-Logo

14. April 2019

Bei Demonstationen gegen neofaschistische Umtriebe sieht man es mit schöner Regelmäßigkeit: Das Logo der Antifa mit einer stilisierten roten und schwarzen Fahne. Entworfen hat das Signet in seiner Urform (s. Abb. links) einst ein Hagener Bauhaus-Schüler, Max Gebhard.

In den 1970er Jahren griffen Antifagruppen das Signet der „Antifaschistischen Aktion“ von 1932 auf. Beide Fahnen und der Rettungsring waren ursprüglich rot und standen für Sozialismus und Kommunismus. In den 1980er Jahren wurde die kleinere Fahne als Zeichen für den autonomen Anarchismus schwarz.

Der Schöpfer des Logos, Max Gebhard, machte nach dem Besuch der Volksschule in Hagen zunächst eine Lehre als Schaufensterdekorateur und besuchte danach die Malerfachschule. Von 1926 bis 1928 war er Schüler am Bauhaus Dessau mit den Schwerpunkten Typographie und Plakatgestaltung.

Dank seiner Vorkenntnisse konnte Gebhard rasch bei Formmeister Herbert Bayer in der Reklame-Werkstatt bei Auftragsarbeiten mitarbeiten. Mit Kurt Stolp und Walter Funkat gestaltete er Bauhaus-Drucksachen. Ab 1927 war er Mitglied der KPD.

Ab 1929 war Gebhard freischaffender Grafiker in Berlin und arbeitete bei László Moholy-Nagy an Bühnenausstattungen für die Kroll-Oper und Inszenierungen von Erwin Piscator. Er wurde Mitglied in der Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ASSO) und arbeitete für die Agitprop-Abteilung des Zentralkomitees der KPD, die ihm Arbeitsmöglichkeiten im Karl-Liebknecht-Haus stellte. Bei der Arbeiter Illustrierten Zeitung (AIZ) kam er in Kontakt zu John Heartfield.

Nach Kriegsende holte Max Keilson ihn 1946 als Ressortleiter und Pressezeichner zur SED-Zeitung Vorwärts, Vorgänger der Zeitung Neues Deutschland. Nach einem Zwischenspiel als Formgestalter bei Mart Stam am Institut für industrielle Formgestaltung war er von 1950 an zehn Jahre bis zu seiner Pensionierung als Grafiker und Atelierleiter beim Dietz-Verlag in Ost-Berlin beschäftigt.

Säkulare Funktion mit sakraler Atmosphäre

13. April 2019

Führung in der Andachtshalle des Krematoriums Delstern

Am Sonntag, 14. April 2019 ab 15.00 Uhr findet eine kulturgeschichtliche Führung durch die Andachtshalle ohne Besichtigung der Einäscherungsanlage statt.

Der Entwurf für das Krematorium stammt von dem Künstler und Gestalter Peter Behrens, der von dem Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus 1905 mit der Planung beauftragt wurde.

Das zwei Jahre später fertig gestellte Gebäude hob sich mit seinem kubisch geschlossenen, streng symmetrisch gestalteten Baukörper und der für die damalige Schaffensperiode von Behrens’ typischen schablonierten Liniendekoration von früheren Entwürfen für Krematorien ab (Foto: Tobias Roch, Hagen).

Bezug nehmend auf die Florentiner Kirche San Miniato al Monte vereinte Behrens die säkulare Funktion mit einer sakralen Atmosphäre. Ihm gelang es, der relativ kleinen Halle Monumentalität und so eine dem Anlass angemessene Atmosphäre zu verleihen. Dem Sakralbau hat Behrens eine streng geometrische Form gegeben. Das Gebäude erscheint sowohl stark entfernt von den Lineaturen des Jugendstils als auch von der funktionalen Sachlichkeit, zu der sich Behrens später bekannte. Das Gebäude wirkt in seiner strengen Monumentalität fast klassizistisch.

Teilnahmegebühr: 7 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740 oder 207-3138. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt.

Gedenken an 200 Jahre Karl Halle

12. April 2019

Vor genau 200 Jahren am 11. April 1819 wurde in Hagen Karl F. Halle geboren. Um an das Wirken dieses hochbedeutenden Musikers zu erinnern, legten an seinem Geburtstag Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer, Kulturdezernentin Margarita Kaufmann und Dr. Peter Schütze (Vertreter der ehemaligen Karl-Halle-Gesellschaft) ein Blumengebinde vor der Karl-Halle-Statue an der Johanniskirche nieder. Dort erinnert die Stadt Hagen seit 2008 mit einer lebensgroßen Skulptur des Künstlers Uwe Will an einen ihrer großen Söhne.

Als Komponist, Orchesterleiter, Pianist und Pädagoge war Halle auf zahlreichen Konzertreisen in Europa, Australien und Südafrika unterwegs, kehrte aber auch regelmäßig nach Hagen zurück.

Eine große Berühmtheit wurde er besonders in Großbritannien. Das Hallé-Orchester in Manchester, eines der ältesten und bedeutendsten Orchester des Landes, trägt bis heute seinen Namen. Karl Halle gründete das Ensemble 1858 und hatte sich damals längst einen Namen in den Musikmetropolen dieser Welt gemacht. Zudem war er maßgeblich an der Gründung der königlichen Musikhochschule seiner Wahlheimat Manchester beteiligt. Für seine großen künstlerische Verdienste erhob ihn das englische Königshaus in den Adelsstand

Grabungen am Hohenhof in Hagen

10. April 2019

Historischer Garten soll wieder hergestellt werden

Archäologin Dr. Eva Cichy erläutert die Ausgrabungen in der sogenannten Buddhagrube. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Das Außengelände des Hagener Hohenhofs verändert sich und lockt Archäologen an: Auf der Grundlage eines gartendenkmalpflegerischen Gesamtkonzepts der Landschaftsarchitektin und Gartendenkmalpflegerin Susanne Weisser aus Wuppertal soll der Garten am Hohenhof entsprechend der historischen Pläne von Henry van de Velde und Leberecht Migge wieder hergerichtet werden. Doch die Natur hat das Regiment übernommen und macht die Unterstützung von Archäologen erforderlich.

Denn schon nach den ersten Arbeiten auf dem Außengelände zeigte sich, dass nicht sicher ist, was von den historischen Plänen tatsächlich umgesetzt wurde. Aufgrund der natürlichen Veränderungen ist heute vieles nicht mehr erkennbar.

Mirjam Kötter von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Hagen suchte Unterstützung bei dem für Hagen zuständigen Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)-Archäologie in Olpe, der seine Hilfe zusicherte. Obwohl die Wissenschaftler aus Olpe meistens in ganz anderen, deutlich ältere Zeitschichten unterwegs sind, wendeten sie für die Untersuchungen am Hohenhof die üblichen Grabungsverfahren an. In der westfälischen Archäologie kommt es immer häufiger vor, dass auch neuzeitliche und moderne Fundorte untersucht werden.

Im März dieses Jahres rückten die LWL-Archäologen das erste Mal im Hohenhof an. Begonnen wurden die Untersuchungen im Bereich der sogenannten „Buddhagrube“ im Südwald des Außenbereichs. Bereits nach Abtrag der ersten Schichten konnten Hinweise auf einen ehemaligen Fußbodenhorizont entdeckt werden, der über Jahrzehnte unter dem Waldboden verschwunden war und sich nur zu Teilen erhalten hat.

Bei den Grabungen verwendeten die Archäologen neben den üblichen Handwerkzeugen, wie Spaten, Kratzern und Besen, auch eine Drohne. Der Einsatz von Drohnen bei der Dokumentation des Grabungsareals gehört in vielen Grabungsfirmen und Forschungseinrichtungen längst zum Alltag. Sie helfen dabei, qualitätsvolle Gesamtaufnahmen der Grabungsstätten zu erstellen.

In einem nächsten Schritt werden weitere Bereiche im Südwald des Hohenhofs untersucht und damit zusätzliche Einblicke in die Vergangenheit geschaffen. Am Samstag, 8. Juni, findet am „Tag der Parkanlagen und Gärten“ ab 15 Uhr eine Führung im Garten des Hohenhofes statt, bei der Landschaftsarchitektin Susanne Weisser das denkmalpflegerische Konzept präsentieren wird.

Zudem sind im Laufe des Sommers weitere archäologische Grabungen am Hohenhof geplant, die bis zum „Tag des offenen Denkmals“ am 8. September dieses Jahres abgeschlossen und dann von den anwesenden Archäologen ausführlich vorgestellt werden.

Zwischen Bauhaus und Diktatur: Die zwanziger Jahre in Hagen

9. April 2019

13. April – 2. Juni 2019, Osthaus-Museum Hagen

Die Ausstellung belegt den Einfluss und die Tradition des Bauhauses in der Stadt von Karl Ernst Osthaus. Fotografien, Pläne, Dokumente und Objekte aus den reichen Beständen des Stadtarchivs und Stadtmuseums ermöglichen Einblicke in die Gesellschaft, Kultur, Stadtplanung und Politik der Revolutionszeit 1918-1920 sowie der Weimarer Republik in Hagen.

Sie dokumentieren die Not und das Elend der Krisen- und Inflationsjahre und die politischen Auseinandersetzungen sowie den kurzzeitigen Aufschwung, der sich vor allem auch in der Überlieferung zur Standplanung und Architektur widerspiegelt.

Ein überregional herausragendes Beispiel für den Wohnungsbau ist die „Cuno Siedlung“ im Stadtteil Kuhlerkamp (Foto: Rainer Halama). Sie greift allein schon äußerlich die Architektur und Gestaltung des Bauhauses auf. Die in Hagen während der Zwanziger Jahre entstandenen Konzepte zum sozialen Wohnungsbau und zur Stadtgestalt orientierten sich an den Inhalten des Bauhauses.

Im Rahmen der Ausstellung wird auch der Zeichner und Karikaturist Carl Grimm vorgestellt. Er kommentierte die Zwanziger Jahre in der Umbruchsituation vor 1933 mit zahlreichen Zeichnungen.


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