Archive for Mai 2017

Dementieren, was nie behauptet wurde

31. Mai 2017

Die Antwort aus dem Rathaus auf die Kritik des VfL Eintracht

Eine Mischung aus Dummheit und Bauerschläue kennzeichnet die Oberbürgermeister-Etage im Hagener Rathaus. Wie anders soll man sich den abwehrenden Umgang mit kritischen Stimmen aus der Hagener Zivilgesellschaft erklären, der aus dem politischen Zentrum der Stadt abgesondert wird?

Nur zwei Beispiele: Der Hagener Oberbürgermeister Erik O. Schulz weigerte sich, die in einer Petition gesammelten Unterschriften gegen die Kürzungen beim Theater vom Initiator entgegen zu nehmen, weil er die beleidigte Leberwurst glaubte spielen zu müssen. Jetzt die Retourkutsche gegen die Kritik des Vorsitzenden des Hagener Traditionsvereins VfL Eintracht an der Verteilpraxis der Mittel aus der Sportpauschale.

Hintergrund ist die Abneigung gegen alles, was das Rathaus und das mit ihm verbundene Pressehaus am gegenüberliegenden Ufer der Volme nicht unter ihrer Kontrolle haben. Menschen, die nicht über Abhängigkeiten irgendwelcher Couleur, sei es bedrohter Aufstiegsmöglichkeiten in Partei- oder Verwaltungsstrukturen oder Degradierungen irgendwelcher Art, unter Druck zu setzten sind.

Die Strategie des Sprachrohrs des Oberbürgermeisters läuft also konsequent darauf hinaus, Dinge zu dementieren, die der Kontrahent nie behauptet hat. Mitmenschen, die den Offenen Brief des Vorsitzenden des VfL Eintracht nicht gelesen haben, können dadurch den Eindruck gewinnen, der Mann habe irgendwelchen Unsinn erzählt.

Zunächst spielt OB-Pressesprecher Bleicher die moralische Nummer und versucht, mit einer Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche, einen Spaltpilz in die Hagener Sportvereine zu treiben:

„Sicher ist es mehr als nur eine Stilfrage, ob der 1. Vorsitzende des VfL Eintracht Hagen e.V., Detlef Spruth, mit seinem „Offenen Brief“ der Hagener Sportfamilie in ihrer öffentlichen Wahrnehmung insgesamt einen Gefallen tut. Und auch die Frage, ob die großartige sportliche Leistung, die die Handballer des VfL Eintracht mit ihrem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga ohne jeden Zweifel vollbracht haben, mit diesem Brief eine angemessene Würdigung erfährt, muss sich der Verfasser letztlich selbst beantworten.“

Danach unterstellt er dem Eintracht-Vorsitzenden „Behauptungen, Thesen und Konstruktionen“, die aus seiner Sicht einer Richtigstellung bedürfen:

  1. Investive Maßnahmen im Sportbereich können mit Mitteln der sogenannten „Sportpauschale“ finanziert werden. Derzeit stehen dafür 513.000,- Euro im Jahr zur Verfügung. Hieraus werden auch Investitionen von Vereinen in ihre vereinseigenen Anlagen mit insgesamt 75.000,- Euro pro Jahr gefördert. Über die Verwendung der Sportpauschale entscheidet abschließend allein der Sport- und Freizeitausschuss.

Diese Fakten wurden in dem Offenen Brief überhaupt nicht infrage gestellt.

  1. In seiner Sitzung am 17. Mai 2017 hat der Sport- und Freizeitausschuss mit breiter Mehrheit beschlossen, dass die Stadt Hagen für die Ischelandhalle einen bundesligatauglichen Basketball-Boden aus Mitteln der Sportpauschale erwerben soll, um diesen dann an künftige Nutzer zu vermieten. Zugleich wurde die Verwaltung beauftragt, alle in diesem Zusammenhang offenen rechtlichen Fragen zu prüfen und zu klären. Sollte sich bei dieser Prüfung herausstellen, dass ein entsprechendes Modell – aus welchen Gründen auch immer – nicht dem Beschluss entsprechend umgesetzt werden kann, wird sich der Sport- und Freizeitausschuss nach Aussagen seines Vorsitzenden Dietmar Thieser erneut mit dem Thema Hallenboden beschäftigen.

Der ursprüngliche Verwaltungsvorschlag befürwortete einen Kauf aus Steuermitteln für die Basketballfirma: „Der Sport- und Freizeitausschuss stimmt der Finanzierung des erforderlichen mobilen Parkettbodens für die Basketball Hagen GmbH & Co KGaA in Höhe von 30.000,00 € aus Mitteln der Sportpauschale zu.“

Der letztendliche Beschluss entspricht der o.g. Darstellung des OB-Sprechers. Aber etwas anderes hat auch der Offene Brief nicht behauptet.

  1. Durch die vom Sport- und Freizeitausschuss gewählte Finanzierung des Hallenbodens aus Mitteln der Sportpauschale ist gewährleistet, dass der bereits erwähnte Etat von 75.000,- Euro für die Förderung von Investitionen von Vereinen in ihre vereinseigenen Anlagen in keiner Weise geschmälert wird.

Aus dem Protokoll des Sportausschusses von 17.05.2017: „Lt. Verwendungstabelle für die Sportpauschale stehen für das Haushaltsjahr 2017 noch Mittel in Höhe von ca. 439.000 € zur Verfügung.“ Das ist schon etwas mehr als 75.000.

  1. Die Behauptung, die Ischelandhalle sei zu einer Basketballhalle umgebaut worden, ist falsch. Die Halle ist und bleibt in erster Linie eine Schulsporthalle, die aufgrund ihrer Zuschauerkapazität ausgezeichnet für den Leistungssport genutzt werden kann. Auch der VfL Eintracht spielt hier in der 3. bzw. jetzt wieder 2. Bundesliga Handball; auch hat hier der TTC Hagen zwischenzeitlich seine Erstliga-Tischtennisspiele ausgetragen.

Das ist der Höhepunkt der „Argumentation“ des OB-Sprechers, der die Ischelandhalle als „Schulsporthalle“ verkaufen will. Auch wenn das Theodor-Heuss-Gymnasium die Einrichtung als Turnhalle benutzt – benötigt eine Schule 3.000 Zuschauerplätze für Unterricht und Bundesjugendspiele? Wohl eher abwegig, aber die Stadtspitze entblödet sich nicht, so etwas als „Bestätigung“ ihrer Politik anzuführen.

  1. Phoenix Hagen hat in den zurückliegenden Jahren keinerlei (!) Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt erhalten. Dem Verein wurde seitens der Stadt lediglich einen Kredit gewährt, der für jenen Eigenanteil notwendig war, den Phoenix Hagen für den Ausbau der Ischelandhalle aufbringen musste. Bis auf eine Restsumme von 60.000,- Euro wurde dieser Kredit vollständig an die Stadt Hagen zurückgezahlt. Bedingt durch die Insolvenz des Vereins konnte die Restsumme nicht mehr beglichen werden.

Auch dass – direkte – Zuschüsse gewährt wurden, hat der Vorsitzende des VfL Eintracht nicht behauptet. Die Stadt bestätigt hingegen, dass die allseits hofierte Basketballfirma finanziellen Schaden hinterlassen hat. Zu den Ausfällen über die 60.000 Euro hinaus, die der Eintracht-Vorsitzende erwähnt, schweigt der Pressesprecher des OBs.

  1. Im Gegensatz zu Phoenix Hagen haben in den zurückliegenden Jahren viele Hagener Vereine in Millionenhöhe von Investitionen aus der Sportpauschale profitiert. So wurden im Stadtgebiet unter anderem mehrere Kunstrasenplätze neu gebaut und neue Funktionsgebäude an Sportplätzen errichtet.

Das hat auch Eintracht-Chef Spruth mit keiner Zeile infrage gestellt. Das OB-Sprachrohr insinuiert das aber mit diesem Punkt.

  1. In dem Brief erwähnt wird ferner, dass der Verein für den Trainingsbetrieb der erfolgreichen Jugendmannschaften für 32.500,- Euro neue Geräte anschaffen muss. Hierfür kann der VfL Eintracht Hagen – wie alle anderen Vereine auch – selbstverständlich einen Zuschussantrag stellen. Über eine entsprechende Gewährung entscheidet auch in diesem Fall abschließend der Sport- und Freizeitausschuss. Ein solcher Antrag liegt allerdings bis heute nicht vor.

Das ist bedauerlich, hat aber mit dem grundsätzlichen Gebaren – sprich der einseitigen Fokussierung auf sportähnliche Eventveranstalter – wenig zu tun.

  1. Die sportlichen Erfolge der Handballer des VfL Eintracht Hagen werden seitens der Stadt Hagen nicht nur mit großer Freude zur Kenntnis genommen, sondern natürlich auch angemessen gewürdigt. Bereits nach dem 2015er-Aufstieg in die 2. Bundesliga lud Oberbürgermeister Erik O. Schulz die Mannschaft zu einem Empfang ins Rathaus ein. Dabei fand auch eine Eintragung ins Gästebuch der Stadt Hagen statt. Der Einladung des VfL Eintracht zum kurzfristig erreichten Aufstiegsspiel am 13. Mai 2017 ist OB Schulz trotz lange vorher vereinbarter anderer Termine sehr gerne gefolgt und hat bis kurz vor Schluss gemeinsam mit vielen weiteren Handballfans in der Ischelandhalle mitgefiebert. Zudem ist – wie schon beim Aufstieg 2015 – abermals ein Empfang im Rathaus vorgesehen.

Honig ums Maul.

  1. Die unterschwellige Behauptung, dass Oberbürgermeister Schulz seine politische Einflussnahme nutze, um sich einseitig als Geldbeschaffer für Phoenix Hagen einzusetzen, ist falsch! In Sachen Hallenbodenbeschaffung – siehe oben – lag und liegt die Zuständigkeit allein beim Sport- und Freizeitausschuss.

Die formal sicher richtige Trennung zwischen OB, Ausschuss – und nicht zu vergessen dem Pressehaus – dürfte keiner realistischen Prüfung standhalten. Die Dauerkarteninhaber der – inzwischen muss man sagen: diversen Basketball-GmbHs und Co KGs – sind in allen Strukturen vorhanden.

Die von OB-Sprecher Bleicher inkiminierten „Behauptungen, Thesen und Konstruktionen“ fallen im Wesentlichen auf ihn selbst respektive seinen Auftraggeber zurück. Der souveräne Umgang mit Kritik und eine qualifizierte Antwort darauf ist nicht unbedingt etwas, das hiesigen Protagonisten und ihren Sprechblasen in die Wiege gelegt wurde.

PS: Im Unterschied zu einem abgebrannten Polit-Veteranen, der jetzt als Vorstand in die Wiederauflage des Mehrfach-Pleitisten Phoenix einziehen soll, ist der Vorsitzende des VfL Eintracht Hagen ein richtiger Sportsmann.

Hagen58 berichtete: 1970 bejubelte er im Trikot der Grüngelben in der Halle den Aufstieg in die Regionalliga. 1971 gelang ihm als Westdeutscher Meister der Aufstieg in die Feld-Bundesliga. Ein Jahr später stand Detlef Spruth mit dem VfL Eintracht als Meister der Bundesligagruppe Nord im Halbfinale der deutschen Meisterschaft.

Als Spielertrainer führte er dann 1978 Rot-Weiß Lüdenscheid in die Oberliga, bevor er 1986 großen Anteil am Aufstieg der Verbandsligareserve des VfL Eintracht hatte. Und auch als Trainer wandelte Detlef Spruth stets auf der Erfolgsspur: So bejubelte er mit den Damen von Rot-Weiß Lüdenscheid 1985 den Sprung in die Oberliga und feierte mit den Damen des Hasper SV sogar 1992 den Aufstieg in die Regionalliga (1992) und dann 1995 als Westdeutscher Meister in die 2. Bundesliga.

Advertisements

„OB ist Geldbeschaffer für Phoenix“

30. Mai 2017

VfL Eintracht Hagen kritisiert Politik scharf

Der Vorstand des Sportvereins VfL Eintracht Hagen von 1863 e.V. wirft Oberbürgermeister Erik O. Schulz und dem Stadtrat vor, einseitig die Basketballfirma Phoenix Hagen GmbH* zu fördern. Die Sportvereine hätten das Nachsehen.

In einem Offenen Brief, gerichtet an den Oberbürgermeister und die Mitglieder des Stadtrats sowie des Sportausschusses (Vorsitzender: Dietmar Thieser!), schreibt Detlef Sputh, Vorsitzender von VfL Eintracht Hagen:

„Im November des vergangenen Jahres musste Phönix Hagen wieder einmal (zum 3. Mal – allerdings in unterschiedlichen Konstellationen) Insolvenz anmelden. Zurück blieben nicht unerhebliche Schulden, die von der Stadt Hagen und vom Steuerzahler zu tragen sind: nicht gezahlte Lohn- und Umsatzsteuern, schuldig gebliebene Sozialbeiträge, Ausfall der Restschulden für den Eigenanteil des Hallenumbaus der Ischelandhalle in eine Basketballhalle und vieles mehr.

Es grenzt allerdings schon an Frechheit und ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten, dass die neue Basketball Hagen GmbH & Co KG aA* in einem Brief an den Sportausschuss der Stadt Hagen zwar ihr Bedauern ausdrückt, dass man ein Darlehen von 60.000,00 EUR durch die Insolvenz nicht zurückzahlen konnte, gleichzeitig wird aber um Unterstützung bei der Anschaffung eines neuen Hallenbodens in Höhe von 75.000,00 EUR gebeten. Besondere Brisanz erhält dieser Vorgang dadurch, dass nicht ein Verein den Antrag gestellt hat, sondern eine juristische Person.*

Die Sportpauschale, aus der diese Mittel kommen sollen, sollte doch wohl für Leistungen an die Vereine gedacht sein (Förderung von vereinsinternen Anlagen)!

In diesem Zusammenhang ist unbedingt darauf hinzuweisen, dass unlängst der Rat der Stadt Hagen aufgrund der maroden Finanzsituation alle Sportvereine mit einer Energie- und Bewirtschaftungsumlage „beglückt“ hat. Hierdurch sollten jährlich Einnahmen in Höhe von 180.000,00 EUR erzielt werden. Mehr als 2/5 dieser Einnahmen wären auf einem Schlag wieder ausgegeben. Deshalb ist wohl anzunehmen, dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen deutlich verbessert haben. Anders kann ich die Entscheidung des Sportausschusses, dem Rat der Stadt mehrheitlich die Anschaffung des Hallenbodens zur Vermietung an Phönix Hagen, zu empfehlen, nicht interpretieren. (…)

Von allen politischen Gremien erhoffen und erwarten wir aber Neutralität. Es darf nicht sein, dass der Oberbürgermeister seine politische Einflussnahme nutzt, um sich einseitig für nur einen Verein als Geldbeschaffer einzusetzen; was sich zwangsläufig zum Nachteil aller anderen Sportvereine auswirkt.“

Anmerkung: Sowohl die Phoenix Hagen GmbH als auch die Basketball Hagen GmbH & Co KG aA sind keine Vereine, sondern Kapitalgesellschaften.

Freitag, 9. Juni 2017: theaterhagenTag

29. Mai 2017

Die Chance für „Der fliegende Holländer“
Stark vergünstigte Tickets am theaterhagenTag

Szenenfoto aus der Produktion „Der fliegende Holländer“. Foto: Klaus Lefebvre.

Was für eine Gelegenheit für alle Opern- und Theaterfans! Das Theater Hagen schenkt seinen Besuchern einen interessanten Opern-Abend zu einem stark ermäßigten Preis.

Beim nächsten theaterhagenTag am Freitag, 9. Juni 2017 (19.30 Uhr), kosten alle Plätze für den Besuch der Aufführung von Richard Wagners romantischer Oper „Der fliegende Holländer“ im Großen Haus nur 8,00 beziehungsweise ermäßigt 6,00 Euro. Das Angebot gilt ab sofort.

Alle sieben Jahre, so erzählt die Legende vom Fliegenden Holländer, geht der zur Ruhelosigkeit verdammte Seemann an Land auf der Suche nach der Liebe und Treue einer Frau. Nur diese könnten ihn erlösen. Als der norwegische Seefahrer Daland seiner Tochter Senta einen fremden Seemann vorstellt, ist sie gebannt von dessen dunkler Anziehungskraft. Niemand anderem als dem fliegenden Holländer steht sie gegenüber. Senta will ihm folgen und entscheidet sich gegen einen bürgerlich sicheren Weg mit ihrem Verehrer Erik. Wird das für den Holländer die Erlösung sein? Welchen Preis hat Senta dafür zu zahlen?

Die Schwestern Beverly und Rebecca Blankenship setzen als Regie-Duo ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und nehmen in Hagen den Mythos von ewiger Liebe und der Forderung nach ewiger Treue genauer unter die Lupe. In archaischen Bildern erzählen sie mit Wagners 1843 in Dresden uraufgeführter Oper „Der fliegende Holländer“ eine Geschichte von den Schattenseiten der Gesellschaft, in der die Angst vor dem Fremden und der eigenen dunklen Seite umgeht wie ein Gespenst. Der Ausstatter Peer Palmowski entwarf dazu ein spektakuläres Bühnenbild mit 24 000 Litern Wasser auf der Bühne…

Unter der musikalischen Leitung von Mihhail Gerts singen und spielen: Joachim Goltz (Holländer), Veronika Haller (Senta), Rena Kleifeld (Mary), Mirko Roschkowski (Erik), Kejia Xiong (Steuermann), Rainer Zaun (Daland); Chor und Extrachor und Statisterie des Theater Hagen, Philharmonisches Orchester Hagen.

Karten sind ab sofort an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de (zzgl. 1 Euro Systemgebühr) erhältlich.

Wie kleine Geschäfte in Hagen ganze Viertel versorgen

29. Mai 2017

Während Discounter kleine Standorte aufgeben, schließen Händler vor Ort die Lücke. Zwei Geschäfte in Altenhagen und Boelerheide sind Beispiele.

Während sich die großen Discounter in Deutschland für Ladenflächen unter 800 Quadratmeter überhaupt nicht mehr interessieren und etliche kleine Aldi-, Lidl- oder Rewe-Filialen im Zuge dieser Großflächen-Strategie dicht gemacht werden, passiert an der Kinkelstraße in Altenhagen aktuell quasi die Umkehr vom großen Ketten-Denken.

Nachdem Rewe beschloss, den Nahkauf dort zu schließen und etliche, vor allem ältere Menschen von jetzt auf gleich von der wichtigen Zu-Fuß-Versorgung abschnitt, ist plötzlich wieder Leben in der 266 Quadratmeter großen Filiale. Zwei Beispiele dafür, wie lokale Händler Viertel retten, die Discounter verließen. (…)

Quelle: wp.de

Investor plant im Marienhospital 78 neue Wohnungen

28. Mai 2017

Im Herbst hat Immobilien-Kaufmann Udo Krollmann das ehemalige Marienhospital in Hagen gekauft. Jetzt entstehen dort 78 Innenstadt-Appartments. (…)

Der Investor, der in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in Berlin sowie in den neuen Bundesländern geschäftlich erfolgreich war und sich inzwischen mit seinen Unternehmungen wieder auf seine westfälische Heimat fokussiert, möchte das Objekt weitgehend entkernen und dort 78 Appartement-Wohneinheiten mit verschiedenen Dienstleistungsangeboten entstehen lassen. (…)

Quelle: wp.de

Zum ganzen Bild gehört auch:

Renovierungsobjekte ohne Perspektive

„Hier entsteht ein schönes Stück Dortmund!“ Unter diesem Werbeslogan werden die 49 Häuser der Alten Kolonie Westhusen im Dortmunder Stadtteil Westerfilde vermarktet. Die Mieterinnen und Mieter passen nicht in das Verkaufskonzept für den „Wohnpark Westhusen“ und sollen ausziehen.

Es begann im Dezember 1998: Die damalige VEBA Wohnen (später Viterra und Deutsche Annington) verkaufte die Alte Kolonie Westhusen an ein Dortmunder Familienunternehmen, die Waldburg GbR. Im Jahr 2003 folgte ein Weiterverkauf an die heutige Wohnwelt und Wohnbau GmbH mit Sitz in Berlin, die in Westerfilde die ersten Jahre unter den zwei Namen Alpha sowie Westerfilde GbR firmierte.

Der Geschäftsführer der Wohnwelt und Wohnbau GmbH, Udo Krollmann, ist kein unbeschriebenes Blatt. „Halbwelt zwischen Rotlichtmilieu und Immobilienfilz – und einem dubiosen Finanzinvestor“, so beschrieb am 14.08.2009 DER SPIEGEL das Geschäftsumfeld Krollmanns in einem Artikel über dessen Geschäftspartner Friedhelm Sodenkamp, der im November 2008 in Berlin ermordet wurde. Die SPIEGEL-Story liest sich wie ein Krimi und ist im Internet zu finden.

Bereits in der Vergangenheit fiel Krollmanns Immobiliengesellschaft in der Alten Kolonie Westhusen durch mangelnde Instandhaltungen und fehlerhafte Betriebskostenabrechnungen auf. Die Gangart hat sich verschärft, seit die Häuser einzeln zum Kauf angeboten werden. Inkasso und Entmietung sind die Geschäftspraktiken, mit denen sich die aktuellen Aktivitäten beschreiben lassen. (…)

Unter den betroffenen Mietern sind auch Angehörige der Sinti und Roma, die im Stadtteil unter rassistischen Übergriffen aus der Bevölkerung leiden. So wurden ein direkt am Haus stehender Abfallcontainer in Brand gesteckt und Fenster mit Steinen eingeworfen. Die rassistische Stimmung wurde von Krollmanns Hausverwalter weiter geschürt, indem er in anderen Wohnhäusern mit dem Einzug der „Zigeuner“ drohte, wenn die dortigen Mieter nicht freiwillig ihre Wohnungen kündigten. (…)

Quelle: Mieterforum Ruhr (20.09.2010)

Dazu:

Der Kampf um die Mieter wird härter

Der Kampf um immer weniger Mieter auf dem Wohnungsmarkt in Lauchhammer wird härter. Die kommunalen Wohnungen sind in Privathand verkauft – an den Berliner Unternehmer Udo Krollmann (65), eine schillernde Persönlichkeit im Immobiliengeschäft.

Der Ruf ist Udo Krollmann nach Lauchhammer voraus geeilt. Der Unternehmer, der im Ruhrpott als Autohändler und Diskothekenbetreiber begonnen hat und später ins Immobiliengeschäft eingestiegen ist, beantwortet die brennendste der aufgekommenen Fragen mit äußerster Gelassenheit: Rote Laternen sind nicht über den Hauseingängen zu erwarten. An Damen des Rotlichtmilieus habe er einst zwar Wohnungen vermietet. „Aber das war kein gutes Geschäft“, resümiert der Wahl-Berliner. (…)

Quelle: Lausitzer Rundschau (14.11.2013)

Und weiter:

Udo Krollmann, der in Herdecke lebt, ist im Hagener Rotlichtmilieu nicht unbekannt. Ihm gehört beispielsweise im Hagener Ortsteil Wehringhausen ein Haus, das als Bordell genutzt wird. Im selben Haus ist Krollmanns Haus- und Grundstücksverwaltung tätig. (…)

Quelle: wr.de (05.11.2008)

Nur bedingt politikbereit

28. Mai 2017

Nur noch die Hälfte der Fraktion bemühte sich zur Klausurtagung der SPD

Lediglich 10 von 19 Mitgliedern der SPD sahen die Notwendigkeit, an der jüngsten Klausurtagung der Fraktion im Hagener Rat teilzunehmen. Der Rückhalt für den Vorsitzenden Claus Rudel scheint nicht gerade dem Höhepunkt entgegen zustreben.

Thematisch war das Spektrum zwischen Stadtentwicklung und Wohnen angesagt, aber analytisch kam nichts wirklich Neues auf den Tisch und Lösungsvorschläge für die altbekannten Probleme sucht man nach wie vor vergebens.

So refererierte die Raumplanerin Sabine Schmidt über die Abwanderung vornehmlich junger Leute. Sehr häufig sind demnach persönliche Gründe wie der Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums aber auch die Notwendigkeit eines Arbeitsplatzwechsels der Auslöser, dass diese Menschen darüber nachdenken, aus Hagen wegzuziehen.

Nur noch ein Viertel der Weggezogenen habe die Bereitschaft, irgendwann einmal wieder zurückzukehren. Denn immer häufiger entscheiden sich Menschen für einen Wegzug aus Hagen aufgrund der Stadtsauberkeit, des  schlechten Zustandes des Wohnungsbestandes und Wohnumfeldes in den benachteiligten Bezirken, des schlechten ÖPNV-Angebotes in den Abend- und Nachtstunden, des verbesserungswürdigen „Nachtlebens“ im Innenstadtbereich sowie die unattraktiven Lebensumstände für junge Erwachsene aberauch für Familien mit Kindern. Diese Motive wurden von den Weggezogenen im Rahmen einer Umfrage deutlich benannt.

Die Tendenz zum „Braindrain“ ist keine neue Erscheinung und seit Jahrzehnten Realität, ohne dass es die Hagener Stadtoberen wirklich tangiert hat. Die haben es mehr oder weniger hingenommen, dass ehemals vorhandene Hochschulangebote wie Fachhochschule und Pädagogische Hochschule geschlossen wurden und durch eine Minimallösung wie die FernUni, die keine Präsenzhochschule ist, und einen Restbestand an Studienangeboten der Fachhochschule Südwestfalen ersetzt wurden.

Die Lösungsansätze, die Stadtbaurat Thomas Grothe und die Vertreter der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft NRW präsentierten, konnten keine überzeugenden Perspektiven anbieten und verloren sich im Hinweis auf zu beantragende Fördermittel.

Bei der Klausurtagung wurde wieder einmal viel geredet, es wurden längst bekannte Fakten benannt und ein sicherlich nettes Zusammensein zelebriert. Lösungsansätze kamen am Ende nicht heraus.

P.S.: Demokratie kostet Geld. Auch Fraktionsklausuren, die selbstverständlich aus Steuergeldern finanziert werden, gehören dazu. Man darf allerdings erwarten, dass am Ende Ergebnisse, die die Stadt voranbringen, präsentiert werden. Man darf ebenso erwarten, dass eine Fraktion eine Klausur als Pflichttermin akzeptiert und nicht die Hälfte der Mitglieder durch Abwesenheit glänzt. Dazu sind die Hagener Parteigliederungen, und die SPD steht da nicht allein auf weiter Flur, offenbar nicht mehr in der Lage.

Für reine Lustreisen, egal ob ins Sauerland oder nach Jamaika darf kein Geld mehr aus dem notleidenden städtischen Haushalt oder sonstigen Steuerquellen zur Verfügung gestellt werden.

Jochen schaute weit über den Tellerrand hinaus

27. Mai 2017

von Rainer Stöcker

Vielen Dank an Jürgen Klippert für den einfühlsamen Nachruf auf Jochen Marquardt. Er bleibt unvergessen.

Ab und an schaue ich auf das Nachbarhaus gegenüber, wo er lebte. Wir wohnten beide in der dritten Etage, nur wenige Meter voneinander getrennt. Mein Draht zu ihm war kurz. Ich sah, wenn er zu Hause war, und dann rief ihn im „Bedarfsfall“ unbürokratisch an.

Friedenszeichen und Geschichtsverein fanden in ihm einen Freund, der es nie bei nur verbaler Unterstützung beließ. Mitunter nahm er persönlich an unseren Veranstaltungen teil. Ihm war es zu verdanken, dass sich der DGB im letzten Jahr an der Kranzniederlegung im Rombergpark zu Ehren der dort von den Nazis ermordeten Hagener Antifaschisten beteiligte.

Jochen schaute weit über den Tellerrand gewerkschaftlicher Tarifpolitik hinaus. Er war unermüdlich. Leicht konnte ich ihn nie erreichen, weil er sehr spät nach Hause kam und früh aus dem Haus ging. Sein Terminkalender war übervoll, gerade auch an Wochenenden.

Paul Michalowicz, das Hagener Urgestein der Linken, sagte einmal: Ich komme mir oft vor wie ein „Stehaufmännchen“, trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge muss ich mich immer wieder aufrichten, nach vorne schauen und weitermachen.

Jochen Marquardt war ein solches „Stehaufmännchen“. Besonders hatte er sich dem Kampf gegen den Neoliberalismus verschrieben, wie er von den Mainstream-Medien kritiklos verbreitet wurde und ungehinderter denn je verbreitet wird. „Gegen den Strom“ hieß folgerichtig seine insgesamt mehrjährige, fast durchweg gut besuchte Veranstaltungsreihe mit exzellenten Referenten. „Hier habe ich mehr gelernt über wirtschaftspolitische Zusammenhänge als in Schule und Zeitung“, hörte ich eine Besucherin einmal sagen.

Jochen hat Zeichen gesetzt und Spuren hinterlassen, in vielerlei Hinsicht. Er schwamm gegen den Strom, ausdauernd und kräftezehrend.

Jochen Marquardt fehlt in Hagen

27. Mai 2017

Die Zeit rennt dahin, unsere tiefe Wertschätzung und Erinnerung an Jochen Marquardt bleibt und ebenso schmerzhaft bleibt der große Verlust eines derart brillanten DGB Regionsgeschäftsführers, politischen Aktivisten und Visionärs mit exzellenter Diskussions- und Streitkultur im unermüdlichen Einsatz für mehr soziale Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität.

Jochen Marquardt fehlt in Hagen, Ruhr Mark und weit darüber hinaus, auch in unserem aktuell notwendigem Engagement. Er hat unsere gemeinsamen politischen Ziele im DGB-Netzwerk wie kein anderer in die öffentliche Diskussion und Aktivität getragen.

Karibik-Touristen machen „Außenpolitik“

26. Mai 2017

Klimaschutz und Firmenansiedlung – gerne in der Ferne

Oh, island in the sun: Dezernent Huyeng mit Begleitern und Gastgebern in karibischer Sommerfrische. Foto: Stadt Hagen.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit sind Hagens Umweltdezernent Thomas Huyeng und Umweltamtsleiter Dr. Ralf-Rainer Braun zusammen mit Markus Vetter, Mitarbeiter der Firma Kostal, zurzeit in Jamaika zu Gast, um sich im Rahmen der Kommunalen Klimapartnerschaft unter anderem mit dem deutschen Botschafter auszutauschen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen der Fortschritt der Klimaschutzprojekte und mögliche Perspektiven der Ansiedlung deutscher Unternehmen in Jamaika und in der Karibik.

Dagegen wäre nichts einzuwenden, könnte Huyeng auf wirksame Erfolge in seinem Zuständigkeitsbereich verweisen. Dort ist aber nichts außer – im wahrsten Sinne des Wortes –  dicker Luft zu finden. Es ist ja auch einfacher, mit einem Minister in der fernen Karibik fürs Gruppenbild zu posieren als in Hagen etwas zu tatsächlichem Klimaschutz beizutragen anstatt nutzlose Alibimaßnahmen in Angriff zu nehmen.

Das gleiche gilt sinngemäß auch für die Ansiedlung von Unternehmen, für die Huyeng in Hagen zwar nicht zuständig ist, was aber in Jamaika (und gleich in der gesamten Karibik!) interessanterweise zu seinem Aufgabenbereich gehört; mitreisende Unternehmensvertreter bilden bei dieser Art von Außenpolitik das Standartrepertoire.

So schätzten sich die Hagener Touristen sicherlich glücklich, persönlich von Dr. Andrew Wheatley, jamaikanischer Minister für Wissenschaft, Energie und Technologie, zusammen mit Leon Thomas, Bürgermeister von Portmore, begrüßt zu werden. In einem – natürlich „intensiven“  –  Gespräch unterstrich Wheatley die Bedeutung der seit 2012 bestehenden Klimapartnerschaft zwischen den beiden Städten. Er dankte der Bundesrepublik Deutschland und im Besonderen der Stadt Hagen für ihr Engagement.

Trotz Sparmaßnahmen will Hagen ein gutes Theater

26. Mai 2017

Das Hagener Theater muss sparen. Ein Maßnahmenkatalog zeigt auf, wo Einnahmen erhöht und Ausgaben reduziert werden können. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkungen: Praktisch alle genannten Maßnahmen laufen unter Erfolgsvorbehalt. So heißt es zum geplanten Personalabbau, der immerhin ohne betriebsbedingte Kündigungen bewerkstelligt werden soll (weil sich sonst durch die Rückverlegung der Stellen in die Kernverwaltung ein Null-Summen-Spiel für den Haushalt ergeben würde): „Das Papier räumt ein, dass die Einsparungen zu einer Beeinträchtigung der künstlerischen Leistungsfähigkeit führt, deren Auswirkungen auf die Einnahmesituation derzeit nicht beurteilt werden kann.“ Der Schuss kann also durchaus nach hinten losgehen.

Eine ganz persönliche Erinnerung an Jochen Marquardt

25. Mai 2017

Jochen Marquardt († 26. Mai 2016)

von Jürgen Klippert

Als ich gefragt wurde, ob ich nicht vielleicht einen Text schreiben wollte anlässlich des ersten Todestags von Jochen Marquardt, wurde mir mulmig: Es gibt soviel, was er getan hat, von dem ich allerhöchstens vom Hörensagen weiß. Und dann gibt es noch das Problem, dass ich wohl darauf achten müsste, dass Leserinnen und Leser, die Jochen kannten, nicht unangenehm berührt würden oder sich gar fremdschämen müssten, weil der Text unangemessen pathetisch, banal oder gar ehrfürchtig erscheint. Was also tun?

Ich habe mich dazu entschieden ein paar persönliche Erlebnisse niederzuschreiben, in denen mir Jochen und seine Art die Dinge des (politischen) Lebens zu verarbeiten weiterhelfen. Es gibt auch ein Jahr nach Jochens Tod häufig Momente im Leben, in denen ich mich frage, wie er wohl reagiert hätte mit seinem unerschütterlichen Willen die Welt ein Stück im Sinne der Mehrheit der Bevölkerung zu verbessern.

Ein Beispiel aus der Politik: Jens Berger kritisierte gestern auf den Nachdenkseiten völlig zu Recht Angela Merkels Aussagen zum Exportwahnsinn der deutschen Wirtschaft. Dabei stellt Berger nach einer schlüssigen Analyse die Frage, ob die Kanzlerin eigentlich selbst glaubt, was sie sagt. Berger gibt folgende Möglichkeiten vor: Sie handelt aus Dummheit, Opportunismus oder aufgrund von ideologischer Überzeugung.

Ich glaube, hier hätte Jochen Marquardt über unsere Kanzlerin einfach verschmitzt fallen gelassen, dass es nun einmal Leute gibt, die überhaupt nicht dumm, aber total doof sind. Dummheit oder Opportunismus als Erklärung für Merkels Verhalten scheiden somit aus, aber die von ihr vertretene Ideologie, die derart verheerende Wirkungen hat, muss einfach „doof“ sein, ganz einfach schon deshalb, weil man niemandem bösen Willen unterstellen sollte. Und das nicht, weil kein Anfangsverdacht auf „bösen Willen“ besteht, sondern weil nur so die konstruktive Auseinandersetzung mit solchen Menschen wie der Kanzlerin überhaupt möglich bleibt.

Jochen argumentierte einmal folgendermaßen: Geht man von den beiden Optionen „Dummheit oder Opportunismus“ als Erklärung für das Handeln von Mächtigen aus, so entsteht aus der wahrgenommenen faktischen eigenen Ohnmacht ggf. die Gefahr vermeintliche Lösungen für den offenkundig katastrophalen Zustand unserer Demokratie in untauglichen Methoden, z.B. wie zu Zeiten der RAF zu suchen. Und das würde niemandem nutzen. Danke für den Tipp, Jochen!

Und was war das für eine Landtagswahl, Jochen? Nach der Landtagswahl wurde ich gefragt, warum die Leute der FDP wieder auf den Leim gegangen sind? Ich bin zwar auch entsetzt darüber, dass die Partei, die allenfalls nachhaltige Politik für das oberste Prozent der Bevölkerung macht, von weiteren 11 % der Wählerinnen und Wähler das Vertrauen ausgesprochen bekam, aber auch hier gilt ein Spruch von Jochen Marquardt: „Die Dummheit ist kraft ihrer selbst nicht in der Lage sich zu erkennen“.

Diese Erkenntnis hilft übrigens auch sonst im täglichen Leben häufig dabei gelassen zu bleiben: Wenn bei drohendem Stau auf der Autobahn Menschen bei Anzeige von Tempo 60 km/h auf den variablen Signalanlagen richtig Gas geben, weil vor ihnen doch alles frei ist, und sie mit ihrem irrationalen Verhalten so den Stau selbst erst herstellen, dann lässt sich die Gelassenheit mit dem Spruch mit der Dummheit schnell wiederfinden. Danke auch dafür, Jochen…

Aber wenn nun dennoch einmal der Mut sinkt, weil die politischen Gegebenheiten unerträglich erscheinen? Auch da hilft die Erinnerung an Jochens Grundhaltung vielleicht weiter: Jahrelang sind wir gemeinsam zu den Wochenenden der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik gefahren, um mitzuerleben, wie die ganz großen linken Wirtschaftsfachleute wie Jörg Huffschmid, Karl Georg Zinn, Rudi Hickel oder Heinz-Josef Bontrup die vertrackte Lage der real existierenden kapitalistischen Volkswirtschaft analysierten und dann jedes Jahr im Jahresmemo Lösungen aufzeigten (das tun sie übrigens immer noch). Wenn wir dann auf der Rückfahrt lange darüber diskutierten, wie weit weg doch die eigentlich völlig plausiblen und durchführbaren Lösungswege vom Stand der herrschenden Politik entfernt waren, dann verzweifelte Jochen nie (ich dagegen schon eher). Vielmehr stellte er sich und mir einfach die Frage: „Und wie machen wir jetzt mit den gewonnen Erkenntnissen vor Ort weiter?“ Für ihn gab es kein Aufgeben, er forderte ein immer weiterzukämpfen, Leute von der richtigen Sache zu überzeugen. Ich werde es versuchen, Jochen!

Doch wie sieht es eigentlich derzeit konkret aus mit Jochens politischem Erbe? Es gibt Dinge, die wirklich weh tun: Jochen hatte es geschafft, dass die lokalen Medien seine für den DGB auf kommunale Ebene heruntergebrochenen volkswirtschaftlichen Erkenntnisse in Form von Pressemitteilungen regelmäßig veröffentlichten. Ich weiß nicht, wann die letzte politisch relevante Pressemitteilung des DGB in Hagens Lokalblatt erschienen ist.

Der von Jochen erfundene DGB-Neujahrsempfang ist immerhin (bisher) ein politisch wichtiges Ereignis geblieben. Hier gibt es tatsächlich noch die Möglichkeit, dass gewerkschaftliche Positionen geäußert und weithin gehört werden. Hoffentlich bleibt das so.

Der diesjährige Empfang im Rathaus anlässlich des Vorabends zum ersten Mai lässt allerdings Schlimmes erahnen: Jochens Nachfolger Stefan Marx hat sich offenbar bereits bei seiner Rathauspremiere von Erik O. Schulz den Schneid abkaufen lassen: Der Oberbürgermeister setzte die Agenda, ein großer Teil der Veranstaltung war nette Musik, aber der gewerkschaftliche Donnerschlag blieb auf der Strecke. Vielleicht war das bereits zuvor erkennbar gewesen?

Bei der Aussicht von Jochen Marquardt wieder einmal argumentativ entblößt zu werden hat der derzeitige Oberbürgermeister gerne gekniffen und seine Stellvertreter zur Veranstaltung geschickt. Von Stefan Marx, der offenbar eher Verwaltungs- statt Politikeifer an den Tag legt, war wohl bereits im Vorfeld keine Gegenwehr zu erwarten, so dass der OB persönlich anwesend war. Dementsprechend blutarm verlief die Veranstaltung, die so natürlich eine verschenkte Gelegenheit für den DGB war.

Hoffentlich kommt der „Geist von Jochen“ in dieser Hinsicht doch noch in den DGB Hagen zurück. Denn da fällt mir gerade leider nicht viel zu ein, was Jochen mir als Rat mit auf den Weg gegeben hätte. Schade.

Immer weniger Jugendliche haben Bock aufs Autofahren

24. Mai 2017

Kein Bock auf Auto fahren: Immer weniger Jugendliche in Deutschland machen den Führerschein. Im Vergleich zu 2008 klafft heute in den Fahrschulen NRWs eine Lücke von rund 26 000 Anwärtern – das entspricht in etwa der Bevölkerung des sauerländischen Städtchens Schmallenberg.

Eine Entwicklung, die auch Hagen zu spüren bekommt: „2016 gab es nur noch knapp 1900 Volljährige, die als Anwärter für einen Pkw-Führerschein in Frage kamen. Vor sechs Jahren waren es noch knapp 2400“, zitiert Fahrlehrer Ulf Schwebke aus der Statistik des Straßenverkehrsamtes. (…)

Quelle: wp.de

Dazu passend:

„Führerschein? Unnötig!“

Der Führerschein, ein eigenes Auto – ist das nicht der Traum von der ganz großen Freiheit? Nö, meinen immer mehr 18-Jährige. Zu teuer, zu schmutzig, zu lästig. Besonders in Großstädten haben Jugendliche kaum mehr Lust auf den Führerschein. Nur noch jeder Fünfte legt kurz vor dem 18. Geburtstag die Fahrprüfung ab. (…)

Quelle: Spiegel online

Anmerkung: So langsam scheint ein Umdenken weg vom PS-Kult einzusetzen. In Hagen allerdings behindert durch ein mangelndes ÖPNV-Angebot. Früher war das auch einmal ein Thema für die hiesigen „Grünen“, die heute lieber anerkennend Straßenbaustellen besichtigen.

Hagen-Agentur sieht viele Verbesserungen im Bahnhofsviertel

24. Mai 2017

Die Hagen-Agentur widerspricht dem Vorwurf, die Aufwertung des stark sanierungsbedürftigen Bahnhofsviertels nach großer Ankündigung im Jahr 2014 nicht weiter vorangetrieben zu haben (…). „Aus unserer Sicht haben sich, nicht zuletzt auch durch diese Diskussionen und dem Austausch mit einer Reihe von Institutionen, positive Veränderungen für das Bahnhofsquartier ergeben“, erklärt die Hagen-Agentur schriftlich. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die obskure Hagen-Agentur hält sich lauter Dinge zugute, auf die sie keinen Einfluss hat: Verkehrssituation, Vermietungen in der Bahnhofshalle, Sanierung des Hauptbahnhofs, Verlegung der Polizeiwache, Aufenthaltsqualität am ZOB und Müllentsorgung.

Als besonderes Highlight nennt diese vermutlich unbrauchbarste aller städtischen Einrichtungen laut Pressebericht: „Im Graf-von-Galen-Karree seien zwei Leerstände beseitigt worden. Dort hätten sich ein Fitnessstudio und ein Teamsportverkauf etabliert.“

Na dann sind ja alle Ziele des laufenden 5-Jahres-Plans bereits übererfüllt.

Druck auf Zusteller steigt ständig

24. Mai 2017

Der Belastungsdruck für die Zusteller der Post steigt ständig. „Insbesondere der Dienstag ist unerträglich geworden“, klagen diese.

Zunächst betraf die Neuausrichtung der Zustellbezirke der Deutschen Post AG nur den Stadtteil Hohenlimburg; jetzt wird diese Neuausrichtung auch auf andere Stadtgebiete von Hagen übertragen. (…)

Quelle: wp.de

Schon 2012 (!) berichtete SPON:

„Sie fallen um wie die Fliegen“

Lange Touren, massenhaft Überstunden, keine Pause – Zusteller der Deutschen Post beklagen harte Arbeitsbedingungen. Vor allem in der Weihnachtszeit steigt das Pensum der Postboten. Die Stimmung ist mies, viele halten den Job nicht mehr aus. Immer häufiger bekommen Kunden ihre Briefe zu spät. (…)

Quelle: Spiegel online

Anmerkung: Privatisierung „wirkt“.

Renten-Sinkflug stoppen!

24. Mai 2017

Bundesweiter DGB-Aktionstag am 31. Mai auch in Hagen

Die DGB-Gewerkschaften wollen den politisch verordneten Renten-Sinkflug stoppen. Deshalb haben sie im Herbst mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 die Kampagne „Rente muss reichen“ gestartet. Mit dem Aktionstag am 31. Mai, an dem insgesamt 270 Aktionen in ganz Deutschland durchgeführt werden, erreicht sie ihren nächsten Höhepunkt.

Auch im Hagener Hauptbahnhof werden von 6:30 bis 8:00 Uhr Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter informieren und für eine starke gesetzliche Rente werben. „Wir brauchen wieder eine gesetzliche Rente, von der man menschenwürdig im Alter leben kann!“, so Ruth Schäfer, stellv. DGB-Vorsitzende in Hagen. „Und im Wahljahr haben wir alle gemeinsam die Chance, viel zu bewegen. Wir fordern die im Bundestag vertretenen Parteien auf, die gesetzliche Rente in den nächsten vier Jahren wieder stark zu machen. Jede Stimme zählt!“

Hintergrund:

Um die Beitragssätze niedrig zu halten, hatte der Gesetzgeber Anfang des Jahrtausends entschieden, das Niveau der gesetzlichen Rente kontinuierlich sinken zu lassen. Die Beschäftigten sollten stattdessen privat vorsorgen (Riester-Rente), die Arbeitgeber wurden entlastet. Aber die Erwartungen an die private Altersvorsorge haben sich nicht erfüllt.

Ohne Kurswechsel droht den Beschäftigten sozialer Abstieg im Alter: Sinkt das Rentenniveau weiter von 48 Prozent (heute) auf unter 42 Prozent (2045), müssen alle für die gleiche Rente wesentlich länger arbeiten – bei einem Lohn von 2500 Euro wären es z. B. 42 statt 37 Jahre. Und selbst dann läge die Rente nur gerade in Höhe der Grundsicherung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund will das Rentenniveau sofort auf dem heutigen Stand stabilisieren und im weiteren Schritt anheben, etwa auf 50 Prozent.

Mehr Informationen unter www.rente-muss-reichen.de

SPD trauert um Wilfried Kramps

24. Mai 2017

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands trauert um Wilfried Kramps (geb.15.12.1939 †22.05.2017). Nach seiner kaufmännischen Lehre und einer kurzen Zeit als Angestellter im Verkehrswesen wurde Wilfried Kramps 1965 Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks Hagen und übte diese hauptamtliche Funktion aus bis zu seiner Wahl in den Landtag von Nordrhein-Westfalen im Jahr 1985.

Davor war er bereits 1969 in den Rat der Stadt Hagen gewählt worden, dem er bis 1989 angehörten sollte und in dem er von 1980 bis 1985 auch Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion war. Darüber hinaus lenkte er von 1989 bis 2001 auch als Parteivorsitzender die Geschicke der Hagener SPD.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag im Jahr 2005 engagierte sich Wilfried Kramps vor allem für die Arbeitsgemeinschaft 60plus, zunächst als dessen Vorsitzender in Hagen und bis zuletzt sogar als Landesvorsitzender der AG 60plus in NRW.

„Es kann auch um versuchten Mord gehen“

23. Mai 2017

Strafrechts-Experte Prof. Osman Isfen bloggt über Hagener Raserfall

19. Mai 2016: Nicht weit vom Campus der FernUniversität in Hagen liefern sich zwei Männer ein illegales Autorennen und verursachen einen schweren Verkehrsunfall. Eine Mitarbeiterin der FernUni ist als Ersthelferin vor Ort. Vier Menschen werden schwer verletzt. Ein sechsjähriger Junge ist erst nach mehreren Tagen außer Lebensgefahr. Gut ein Jahr später beginnt am 29. Mai vor dem Hagener Landgericht der Prozess zum Unfall auf der Hagener Feithstraße.

Im Gerichtssaal wird auch Prof. Dr. Osman Isfen sitzen, Leiter des Lehrstuhls für Wirtschaftsstrafrecht und Strafprozessrecht an der FernUniversität. Er wird die Hauptverhandlung gegen die beiden Angeklagten mit einem Monitoring wissenschaftlich begleiten und nach jedem der fünf geplanten Verhandlungstage einen Beitrag in sein strafrechtliches Blog einstellen. Neben einer Zusammenfassung der Verhandlung will der Jurist auch eine erste rechtliche Einordnung vornehmen. Geplant ist zudem ein wissenschaftlicher Aufsatz, in dem Prof. Isfen einen Vergleich zum Berliner Raserfall ziehen wird.

Zur Erinnerung: Im Prozess um das illegale tödliche Autorennen in Berlin war erstmals in Deutschland in einem Autorennen-Fall Anklage wegen Mordes erhoben worden. Ein 69-jähriger Mann war auf dem Ku‘damm noch am Unfallort gestorben. Die beiden Angeklagten wurden im Februar dieses Jahres wegen Mordes verurteilt. Ihre Strafe lautet: lebenslange Haft, lebenslanger Führerscheinentzug.

Mit einer Prognose für den Hagener Raserfall hält sich Osman Isfen bewusst zurück. „Ob es eine Gefängnisstrafe geben wird, ist nicht abzuschätzen. Es wird spannend, wie das Berliner Urteil rezipiert wird“, sagt der Experte für Strafrecht.

Die Anklage in Hagen lautet auf vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässige Körperverletzung. „Selbstverständlich kann es aber dabei nach einem entsprechenden Hinweis des Gerichts auch um versuchten Mord gehen“, so Osman Isfen.

Insgesamt fünf Verhandlungstermine sind angesetzt, im Anschluss daran ist jeweils ein Blogbeitrag geplant: Montag, 29. Mai, Donnerstag, 1. Juni, Montag, 12. Juni, Donnerstag, 29. Juni, Montag, 3. Juli.

Zum strafrechtlichen Blog „Audiatur et altera pars“ von Osman Isfen

52 Zweitstimmen mehr für AfD

23. Mai 2017

Kreiswahlausschuss korrigiert Ergebnis der Landtagswahl

Im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung hat der Kreiswahlausschuss am Montagmittag das Ergebnis der Landtagswahl im Wahlkreis 103 (Hagen I) vom 14. Mai 2017 im Briefwahlbezirk 7312 korrigiert. Zuvor hatte es Hinweise der AfD an den Landeswahlleiter auf Unstimmigkeiten unter anderem in Hagen gegeben.

Nach erneuter Überprüfung erhält die AfD im Briefwahlbezirk 7312 jetzt 52 Zweitstimmen mehr und kommt dort auf insgesamt 54 Stimmen. Damit erhöht sich ihr Zweitstimmenanteil im Wahlkreis 103 von 10,03 auf 10,11 Prozent.

Die Partei „AD-Demokraten NRW“ erhält insgesamt 54 Stimmen weniger und kommt im Ergebnis auf jetzt 0 Stimmen, die Partei „Aufbruch C“ erhält 2 Stimmen mehr und kommt im Ergebnis auf jetzt 2 Stimmen.

Nachdem die Stimmen im zuständigen Briefwahllokal am Wahlabend zunächst korrekt ausgezählt und protokolliert worden waren, kam es anschließend zu einer fehlerhaften Übertragung ins Computersystem. Dieser Fehler wurde bei der anschließenden Kontrolle der gesamten Wahlprotokolle übersehen.

Oberbürgermeister Erik O. Schulz als Kreiswahlleiter machte im Ausschuss am Montagmittag noch einmal deutlich, dass der Wahlvorstand vor Ort im Briefwahllokal korrekt gehandelt und lediglich der Übertragungsfehler zu der irrtümlichen Eintragung geführt habe.

Grüner Kreisverband weist Behauptungen zurück

22. Mai 2017

Die Grünen Hagen stellen klar, dass die Veröffentlichung von Sebastian Kayser, die offensichtlich auch im Namen von Barbara Hanning, Jürgen Klippert und Andreas Kroll formuliert wurde, ihrer Ansicht nach auf einer Reihe falscher Angaben beruht

Dazu erklären die Sprecherin Christa Stiller-Ludwig und Sprecher Dr. Rolf L. Willaredt:

1. Es wurde im Kreisverband Hagen von Bündnis90/Die Grünen kein „Netzwerk Grün-Linke“ gegründet. Dazu hätte offen in der Mitgliedschaft eingeladen werden müssen und eine basisdemokratische Verständigung über Ziele, Vorgehensweise und Koordinator*innen herbeigeführt. Nichts davon ist geschehen. Insofern stellt das Etikett eine unrechtmäßige Selbsternennung dar.

2. Die Veröffentlichung von Sebastian Kayser, die offensichtlich auch im Namen von Barbara Hanning, Jürgen Klippert und Andreas Kroll formuliert wurde, besteht aus Fehlinformationen und Unwahrheiten:

  • So stand die Mitgliederversammlung am 16.05.2017 nicht unter dem Motto „Wir haben doch alles richtig gemacht“, wie Sebastian Kayser behauptet. Die Versammlung hat hingegen mit sehr großer Mehrheit beschlossen, das Landtagswahlergebnis anhand folgender Leitfragen zu erörtern:
    – An welchen (Politik-)Feldern hat es gelegen?
    – Auf welche Felder hätten wir setzen müssen?
    – Nenne unsere Schwerpunkte bis Ende 2017.
  • Daraus ergab sich eine selbstkritische und konstruktive Betrachtung der Beteiligten. Sebastian Kayser verließ mit Barbara Hanning und Andreas Kroll die Versammlung vor der eigentlichen Erarbeitungsphase. Jürgen Klippert war ohnehin nicht anwesend.
  • Der KV-Vorstand hat angekündigt, noch vor der Sommerpause die Mitglieder des grünen KV Hagen für eine weitere Vertiefung der Wahlanalyse zu einer Tagesklausur einzuladen, um eine umfassende Vorlage für die nächste Mitgliederversammlung zu erarbeiten.
    Alle Mitglieder wurden bereits am nächsten Tag dazu aufgefordert, die im Fotoprotokoll aufgeführten Ergebnisse zu ergänzen.
  • Falsch ist die Behauptung von Sebastian Kayser, dass der Landtagskandidatin Sylvia Olbrich die Unterstützung für Anträge zum Bundesparteitag verweigert worden sei. Im Gegenteil hat der Kreisverband gleich mehrere ihrer Anträge am 26.04. beschlossen. Die Versammlung hat es aber damals per Beschluss abgelehnt, sich mit solchen Änderungsanträgen zum Bundestagswahlprogrammentwurf zu befassen, die ihr nicht fristgerecht vorlagen.
  • Dass ein Webauftritt nach 10 Jahren mal modernisiert wird und ganz alte Pressemitteilungen dort nicht mehr präsentiert werden, kann mit einer Bezeichnung „digitales Nirvana“ auch nicht seriös skandalisiert werden. Selbstverständlich sind die älteren Texte archiviert.
  • Wie Sebastian Kayser bekannt ist, wird es eine neue interne Mailingliste mit klaren Nutzungsbedingungen und Regeln geben. Alle Mitglieder werden auch bisher gleichberechtigt direkt informiert. Der erhobene Vorwurf, Sebastian Kayser sei von wichtigen Informationen in der Partei willkürlich ausgeschlossen worden, ist somit haltlos.

Was er wohl eigentlich meint, aber falsch adressiert, ist eine Folge seines Ausschlusses aus der Gesamtfraktion. Umgekehrt erhält diese ja auch seinerseits keine Informationen mehr aus dem Aufsichtsrat der WBH, in welchen er einst durch Fraktionsvorschlag an den Rat gelangte und nach seinem Ausschluss aber nicht niederlegte. Mit dieser Weigerung schadet er seit Jahren der hiesigen politischen Arbeit der Fraktion.

3. Wenn Kayser behauptet: „Die Stadtratsfraktion berichtet der Partei gegenüber nur noch schriftlich und glänzt bei Nachfragen mit Abwesenheit.“, so generalisiert er gleich einen lediglich einmaligen Vorgang. Er beklagt hier jedoch eine Folge auch des eigenen Diskussionsverhaltens.  Der Vorstand ist jedoch zuversichtlich, da die überwältigende Mehrheit der Mitglieder sich über grüne Politik zielorientiert und zivilisiert auseinander zu setzen vermag. Wir sind stolz auf eine lebendige Diskussionskultur.

Sponsoring – Diskussion um Namen der Enervie-Arena in Hagen

22. Mai 2017

Die Ischelandhalle heißt weiter Enervie-Arena, obwohl das Unternehmen gar nicht mehr als Sponsor auftritt. Teile der Politik fordern Prüfung. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Bemerkenswert ist die „Argumentation“ des CDU-Fraktionschefs Wolfgang Röspel, gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des Nachfolgemodells des in die Pleite gerutschten Vereins Phönix Hagen: „Wir sind es dem Versorger schuldig, ihn nicht mit solchen Kinkerlitzchen zu belästigen.“ Da wird sofort klar, welche Interessen der Mann im Rat vertritt.

Ins gleiche Horn stößt, wer hätte auch anderes erwartet, der Hasper Großpolitiker Dietmar Thieser: „Wir reden hier nicht über ein der Stadt gegenüber feindlich gesinntes Unternehmen. Wir sind größter Enervie-Aktionär, und so sollten wir uns auch verhalten.“

Zur Erinnerung: Nach selbstverschuldetem und von der Vertretern der Politik im Aufsichtsrat der Enervie gedecktem jahrelangen Missmanagement wird das Unternehmen vornehmlich auf Kosten der Beschäftigten saniert.

Germany’s next Tattoomodel – Körperkunst im Capitol in Hagen

22. Mai 2017

Verzierte Körper, Prominente und eine Rotlicht-Legende. Ein Blick in das Event „Germany’s next Tattoomodel“, das im Capitol stattfand. (…)

Rotlicht-Legende Bert Wollersheim war einer der Juroren im Capitol. „Ich achte vor allem auf die Optik der Models“, erklärt der mehrfache Bordell-Besitzer. „Aber auch das Gesamtbild muss natürlich stimmen.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Nach dem „Boxen der Gastronomen“ das nächste Trash-„Event“ in kürzester Zeit. Der Abstieg der Stadt schreitet voran und die WPWR ist mit ihrer ausgiebigen Berichterstattung wieder mittenmang dabei. Das Blatt schreckt vor keinem Müll zurück. Vorbestrafte Sportfunktionäre und Puffgrößen – alles schon seit Zeiten von Jürgen Medenbach immer gern genommen und kein Problem für die heimische Gazette.

Drogenklinik – Strafanzeige wegen Veruntreuung erstattet

21. Mai 2017

Nach dem die Bürgerinitiative gegen die Erweiterung der Drogenklinik im Deerth dem Hagener Rat rund 11.500 Unterschriften aus der Bevölkerung für einen Bürgerantrag überreicht hat, hat im städtischen Statistik-Ressort die Auswertung der Unterschriftenlisten begonnen. Parallel dazu hat die Bürgerinitiative bei der Staatsanwaltschaft Hagen Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Veruntreuung erstattet. (…)

Und zwar, weil die Initiative glaubt, dass die beiden Grundstücke im Deerth an die AWO 2012 und 2014 deutlich unter Wert verkauft wurden. Und das, obwohl die Stadt gewusst habe, welch enorme Wertsteigerung sich durch eine Klinik-Erweiterung ergeben würde. (…)

Quelle: wp.de

Neo Rauch – Gefährten und Begleiter

21. Mai 2017

Kino Babylon im Emil-Schumacher-Museum

Neo Rauch ist einer der weltweit erfolgreichsten und vielleicht trotzdem oder gerade deshalb der am meisten überschätzte deutsche Maler seiner Generation.

Die Veranstaltergemeinschaft aus Emil-Schumacher-Museum und Kino Babylon schließt sich allerdings dem Mainstream des Kunstbetriebs an und lobt Rauch in den höchsten Tönen:

Seine Bilder faszinieren durch ihren rätselhaften Realismus, die Figuren scheinen wie aus der Zeit gefallen. Schlafwandlerisch gehen sie ihren Tätigkeiten nach. Das, was der Maler auf der Leinwand zeigt, bewegt sich zwischen Traum, Phantasie und schwer greifbarer Wirklichkeit, zugänglich und eigenwillig zugleich. Nie ist das Bildgeschehen eindeutig oder konkret – und doch zieht es den Betrachter in seinen Bann.

Im Mittelpunkt des Films steht Neo Rauch selbst: Erstmals seit Jahren spricht er vor der Kamera über seinen Zugang zur Kunst, seine Bilderwelten und die vom frühen Verlust seiner Eltern geprägte Vergangenheit. Filmemacherin Nicola Graef zeigt den Künstler bei der Arbeit im Atelier, beobachtet den kritischen Austausch mit seiner Frau, der Malerin Rosa Loy, und diskutiert mit internationalen Sammlern, Galeristen und Kunstliebhabern das Phänomen Neo Rauch.

Wer sich selbst ein Bild machen will: Der Film ist am 22.05.2017 um 19 Uhr im Emil-Schumacher-Museum zu sehen.

Eintritt: 6 € / ermäßigt 4,50 €
Reservierungen: T +49 2331 / 33 69 67 oder kino@pelmke.de

Karten bitte spätestens bis zehn Minuten vor Veranstaltungsbeginn abholen.

Studie – Hagen ist fahrradunfreundlichste Stadt Deutschlands

20. Mai 2017

Es ist ein erschreckendes Ergebnis: Nach dem Hagen etliche Jahre beim großen Fahrradfreundlichkeits-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) auf den hinteren Plätzen landete, kommt es diesmal noch schlechter. Hagen ist laut Studie 2016, an der 120 000 Radfahrer teilnahmen, die fahrradunfreundlichste Stadt Deutschlands.

Unter den Städten der Größenordnung zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern landet Hagen auf dem letzten Rang mit einer Gesamtnote von 4,72. Doch auch im Vergleich mit allen anderen Städten anderer Größenordnungen ist das die schlechteste Note, die in ganz Deutschland vergeben wurde. (…)

Quelle: wp.de

SCRATCH 2017 – Carl Orff: “Carmina Burana”

20. Mai 2017

MitsängerInnen gesucht

»O Fortuna!« – Beim diesjährigen Mitsingkonzert SCRATCH geht es um eines der größten und mitreißendsten Chorwerke überhaupt: Carl Orffs weltberühmte „Carmina Burana“. Die großen und kleinen Themen des Lebens sind hier so zeitlos vertont, dass sie alle Menschen gleichermaßen ansprechen.

Für diese ca. einstündige Aufführung am 10. Juni 2017 in der Stadthalle Hagen, gemeinsam mit Gesangssolisten, dem Philharmonischen Orchester Hagen, dem Chor und Extrachor des Theater Hagen, werden noch daran interessierte Erwachsene wie auch sangesfreudige Kinder zwischen 6 und 14 Jahren, die die besondere Atmosphäre eines großen Konzerts als aktiv Mitwirkende live erleben wollen, gesucht. Vorkenntnisse sind dabei nicht zwingend nötig, auch wer noch nie im Chor gesungen hat, kann mitmachen – das Gemeinschaftserlebnis steht im Vordergrund!

Weitere Informationen (Probentermine, Anmeldung etc.) sind an der Theaterkasse (Tel. 02331-207-3218) oder unter www.theaterhagen.de zu erhalten.

Natürlich können Sie auch als reiner Konzertbesucher diese außergewöhnliche Aufführung erleben – sichern Sie sich jetzt Ihre Tickets.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel: 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

Francis Hüsers wird neuer Intendant des Hagener Theaters

20. Mai 2017

Am 15. August dieses Jahres nimmt Francis Hüsers seine Arbeit als neuer Intendant des Hagener Theaters auf.

Nachdem der Aufsichtsrat der Theater gGmbH sich bereits einstimmig für den freischaffenden Autor, Dramaturg und Kulturberater aussprach, stimmte auch der Rat der Stadt Hagen vorgestern (18. Juli) in nichtöffentlicher Sitzung ebenfalls einstimmig für den 57-Jährigen, der somit für fünf Jahre bestellt ist.

„Läuft wieder!“

20. Mai 2017

Freilichtmuseum Hagen zeigt erstmals Ausstellung über Autowerkstatt

Die diesjährige Sonder­ausstellung im Hagener Freilichtmu­seum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat das Kfz-Handwerk im Blick. Über 200 Objekte wie Werkzeuge, Kassenbücher und Rechnungen, die mit persönlichen Geschichten inszeniert sind, lassen die Besucher in der Zeit vom 21. Mai bis zum 31. Oktober durch die Ausstellung wie durch eine KFZ-Werkstatt der 1960er Jahre gehen (Illustration: Schulmuseum Ottweiler).

„Bis heute verändert sich der Beruf stetig, immer entsprechend dem neuen technischen Fortschritt“, sagt Ausstellungsleiterin Dr. Lisa Maubach. „Trotz dieser permanenten Entwicklung ist das Kfz-Handwerk bisher nur wenig erforscht und präsentiert worden.“ Das Hagener LWL-Freilichtmuseum als Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik richtet zum ersten Mal mit einer Museumsausstellung den Blick auf den „Kosmos Autowerkstatt“ und zwar im Zeitschnitt der 1960er-Jahre.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm: Zwei Lichtbildvorträge ge­ben Einblicke in die Ge­schichte des Automo­bils und in die Ent­wicklung der Werk­statt­ausstattung.  An mehreren Wochen­enden heißt es „Achtung Oldtimer!“ Verschiedene Clubs zeigen rollende Automobilgeschichte auf dem Museums­gelände.

„Vonovia“ übernimmt Hoesch-Häuser in Hagen-Hohenlimburg

20. Mai 2017

Die Mieter der rund 260 Wohnungen in den ehemaligen Hoesch-Häusern an der Piepenstockstraße, am Ahmer Weg und auch am Predigerstuhl sind leidgeprüft. In den zurückliegenden Jahren mussten sie gleich mehrfach hinnehmen, dass die Eigentümer und somit die Verwaltung der Immobilien wechselte. Jetzt steht ein neuer Wechsel an, denn das Wohnungsunternehmen „Vonovia“ aus Bochum hat die „Conwert Immobilienverwaltung GmbH“ übernommen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wohnen als Ware.

Politik ringt um richtige Fördertöpfe für Ruhrseenprojekte

20. Mai 2017

Plötzlich soll nach dem peinlichen „Regionale“-Flop alles ganz schnell gehen: Innerhalb der nächsten 14 Tage muss die Stadt, sekundiert von einem externen Fachbüro, eine geschliffene Bewerbung auf den Weg bringen, um vielleicht doch noch Zugriff auf das bereits seit 2014 laufende Landesförderprogramm „Grüne Infrastruktur“ zu erhalten. Doch die Vorbehalte in der Politik sind unüberhörbar. (…)

Quelle: wp.de

Lob und Kritik für das „Boxen der Gastronomen“ in Hagen

20. Mai 2017

Zwölf Hagener Ga­stronomen hauen sich am Samstag etwas auf die Glocke. Im Trainingsbereich von „Karate Kidz“ (Elberfelder Straße 50 bis 52) steigen die Betreiber oder Mitarbeiter verschiedener Gastronomien oder Kioske mit Boxhandschuhen in den Ring. Während die Organisatoren und der Gaststättenverband die ungewöhnliche Verbindung von Gastronomie und Boxen loben, erntet die Veranstaltung bei alteingesessenen Gastronomen Kopfschütteln. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Kritiker dieser Event-Scheiße kommen erst ganz zum Schluß und nur kurz zu Wort. Der Rest ist Werbung für eine Veranstaltung, die Hagen wieder einmal ungemein nach vorne bringen wird.

Netzwerk Grüne-Linke Hagen gegründet

19. Mai 2017

„Wenn man die Augen zumacht, klingt der Regen wie Applaus“
(nach Enno Bunger)

von Sebastian Kayser

Die Situation bei den Hagener Grünen ist ähnlich verheerend schlecht, wie sie Enno Bunger in seinem Song „Regen“ für zwei Menschen beschreibt. Kreissprecherin Christa Stiller-Ludwig und Kreissprecher Rolf Willaredt handeln offensichtlich aus Angst vor der eigenen Courage. Eingeladen wird zu einer Mitgliederversammlung zur Aussprache über die Landtagswahl, angeboten wird ein Workshop, den man eigentlich nur dann macht, wenn das oft besagte Kind nicht schon gerade im Brunnen ertrunken ist.

Der Umgang mit dem Landtagswahlergebnis unter den Motto „Wir haben doch alles richtig gemacht“ ist ein Verarschen der Wählerinnen und Wähler, die sich am letzten Sonntag dankenswerter Weise noch für Grüne entschieden haben. Sicherlich sind auch inhaltliche Fehler beim Landesvorstand zu finden und klar zu benennen.

Dennoch gehört es sich für einen Kreisverband gerade auch einmal die inneren Strukturen und Konflikte zu hinterfragen, die sicherlich ebenfalls zu den hohen Verlusten gerade in Hagen geführt haben. Immerhin liegt das Ergebnis noch einmal 2 Prozentpunkte hinter dem landesweiten Wahlergebnis zurück: Die Grünen haben in Hagen also ein Drittel weniger Stimmen erhalten als in der NRW-Durchschnittskommune.

Das Wolzenburg’sche Mantra „Wir liegen immer 2 Prozentpunkte hinter dem Landestrend“ mag ein häufig vorkommendes Faktum sein, ist allerdings nicht dazu geeignet eine Lösung aus diesem Dilemma aufzuzeigen.

Diese Lösung sollte nun durch einen Workshop, zu dem noch nicht einmal eingeladen wurde, herbeigeführt werden. Wieder einmal hat es der gesamte Vorstand um Rolf Willaredt geschafft mit pädagogischen Tricksereien das so nötig gewordene Streiten um Struktur, gegenseitigen Respekt und politische Ausrichtung grüner Funktionsträgerinnen und -träger in Kreispartei und Stadtratsfraktion zu verhindern.

Zuvor sind bereits der innerparteiliche Debattenverteiler abgeschaltet, die 10 Jahre lang bestehende Webseite mit dem Parteigedächtnis ins elektronische Nirwana verbannt und der Landtagskandidatin die Unterstützung für wichtige Anträge auf dem Bundesdelegiertenkonferenz (Bundesparteitag) vom 16.06. bis 18.06. versagt worden. Die Stadtratsfraktion berichtet der Partei gegenüber nur noch schriftlich und glänzt bei Nachfragen mit Abwesenheit.

In Anbetracht solch schlechter Ergebnisse vom letzten Wochenende ist über dieses abschätzige Verhalten Parteimitgliedern gegenüber ab sofort das Schweigen zu brechen. Mehr als drei Jahre haben sich Parteimitglieder demütigen, beleidigen und von für die politische Arbeit wichtigen Informationen abschneiden lassen.

Höhepunkte dieses Konflikts sind sicherlich der Fraktionsausschluss von Barbara Hanning (vormals Richter) und die in der Presse veröffentlichten Lügen des Fraktionssprechers Joachim Riechel mit den daraufhin erfolgten weiteren Ausschlüssen von  Jürgen Klippert und meiner Person von der Fraktionsarbeit, um auf diese Weise die letzten Kritiker los zu werden.

Für die Menschen, denen es noch etwas bedeutet den Grünen in Hagen anzugehören oder nahezustehen haben wir nun das innerparteiliche Netzwerk Grüne-Linke-Hagen gegründet. Wir lügen nicht und heucheln keine Herzlichkeit vor, dafür sind wir offen und ehrlich und für uns bleiben nach wie vor die tragenden Säulen unserer Partei: basisdemokratisch, ökologisch, sozial und gewaltfrei!

Verwaltungsmitarbeiter sind in Hagen zu alt und zu krank

19. Mai 2017

Die Krankenquote im Hagener Rathaus liegt über dem Schnitt. Ursache ist die Überalterung der Belegschaft. Doch das Geld zum Umsteuern fehlt. (…)

Quelle: wp.de

„Konkrete Kunst“ einer starken Frau

19. Mai 2017

Sie ist die von der Stadt Hagen meist beauftragte Künstlerin für Arbeiten im öffentlichen Raum. Kein Wunder also, dass man über Werke von Eva Niestrath-Berger in beinahe jedem Hagener Stadtteil stolpert. „Daher wird sie landläufig auch als ,Stadtbildhauerin’ bezeichnet“, sagt Elisabeth May.

Die Kunsthistorikerin am Osthaus-Museum und Niestrath-Berger-Expertin bezeichnet die außergewöhnliche Frau auch deshalb als besonders spannende Künstlerin, da sie sehr früh in die Abstraktion gegangen ist: „In den 1960er-Jahren gab es in Westfalen insgesamt 15 Bildhauerinnen, von denen nur drei abstrakt arbeiteten. Eine davon war Eva Niestrath-Berger.“

Am Freitag, 19. Mai, spricht May einführende Worte zur Ausstellung „Idee und Materie“ in der ­Ardenku-Galerie. 50 Arbeiten, größtenteils in den 1980er-Jahren entstanden, sind zu sehen. Es handelt sich um Werke, die erstmals in Hagen gezeigt werden. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Und kein Wort davon, dass ein Kleinod Niestrath-Bergers im öffentlichen Raum, die Vogeltränke in der Fußgängerzone, mit Billigung der Stadt inzwischen unter dem Verschlag einer Außengatronomie verschwunden ist.

Neuntes Kammerkonzert am Sonntag

19. Mai 2017

Im neunten Kammerkonzert unter dem Titel „Russisch“ am Sonntag, 21. Mai 2017 (Beginn 11.30 Uhr) im Auditorium im Kunstquartier Hagen, stehen mit Sergej Prokofjew und Dmitri Schostakowitsch zwei der berühmtesten russischen Komponisten auf dem Programm.

Von Prokofjew wird seine Sonata für zwei Violinen op. 56 aus dem Jahre 1932 aufgeführt, von Schostakowitsch sein einziges, 1940 verfasstes Klavierquintett op. 57. Die Interpreten sind Shotaro Kageyama, Evgeny Selitsky (Violine), Hindenburg Leka (Viola), Isabel Martin (Violoncello) und Shuri Tomita (Klavier).

Vor Beginn des Konzertes besteht wie gehabt die Möglichkeit, um 11 Uhr an einer, dieses Mal von Saskia Lipps gestalteten Kurzführung teilzunehmen (Treffpunkt: Foyer des Kunstquartiers). In dieser Kurzführung wird der Materialaspekt im Werk von Emil Schumacher, der in einzigartiger Weise Fundstücke aus der Alltagswelt in sein malerisches Oeuvre integriert, thematisiert. Für die TeilnehmerInnen der Kurzführung sind Plätze für das Kammerkonzert reserviert.

Kombiticket (Führung und Konzert) 11,- / 7,- Euro; Konzertkarte 8,- / 4,- Euro

Karten an der Theaterkasse, unter 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel: 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

Koryphäen unter sich

19. Mai 2017

Es ist immer wieder aufschlussreich zu beobachten, welche Koryphäen die Hagener im Rat vertreten. Jüngstes Beispiel aus der gestrigen Sitzung: die Herren Hentschel und Preuß.

Während der UnLinke sich gegen eine Dringlichkeit zur Akteneinsicht im Fall der Grundstücksverkäufe am Deerth zu Gunsten der AWO aussprach und damit freiwillig auf ein unverzügliches Kontrollrecht verzichtete (darauf muss man auch erst einmal kommen), hatte der „Grüne“ offensichtlich aus lauter Langeweile nichts besseres zu tun, als – während der Sitzung – einen Beitrag für ein Quasselmedium zu verfassen:

Das ging wohl selbst einigen seiner Fakebook-„Freunde“ zu weit:

Aber Preuß sieht sich anscheinend selbst auch eher als Besucher denn als Ratsmitglied, wie einem weiteren seiner Textfragmente zu entnehmen ist:

„Politik“ darf man sowas wohl nicht nennen – deshalb erscheint dieser Beitrag in der Rubrik „Fundsachen“.

„Noch einmal besprechen“

18. Mai 2017

CDU zum „Konnexitätsprinzip“

Die CDU-Fraktion in Hagen will ein altes Thema neu ins Gespräch bringen, meldet Radio Hagen. Die Zielrichtung: Die Städte sollten nicht permanent Gesetze bezahlen, die sie gar nicht beschlossen haben. Der Rat der Stadt solle das noch einmal besprechen.

Die Stadt Hagen müsse 52 Mio Euro im Jahr alleine deswegen ausgeben, weil Landes- und Bundesgesetze das erzwängen.

DOPPELWACHOLDER.DE hatte erst gestern ausführlich zum Thema berichtet („Der große Raubzug“). Dass die CDU-Fraktion sich jetzt auch dieser Angelegenheit annehmen will, ist grundsätzlich zu begrüßen. Gleichzeitig ist aber Skepsis angebracht.

Bereits im März 2017 hatte die CDU nämlich einen Antrag in den Haupt- und Finanzausschuss eingebracht, der sich mit „Belastungen der Stadtfinanzen durch Konnexitätsverstöße des Bundes und des Landes“ beschäftigte.

Der Antrag bezog sich aber im Wesentlichen nur auf das Unterhaltsvorschussgesetz und die Union fokussierte sich dabei ausschließlich auf eine Kritik an der rot-grünen Landesregierung: „Die Landesregierung in Düsseldorf sorgt allerdings dafür, dass sich die NRW-Kommunen Gedanken darüber machen müssen, wie sie das im Rahmen ihrer Haushalte finanzieren sollen. Denn anders als in anderen Bundesländern, lädt sie den Großteil der Kosten für diese objektive Verbesserung bei den ohnehin klammen NRW-Kommunen ab. (…) Während die Bundesregierung in den vergangenen Jahren intensive Anstrengungen unternommen hat, die Kommunen zu entlasten, hat das Land in den vergangenen Jahren durch immer neue Haushaltstricks weiter Lasten auf die Kommunen abgewälzt.“

Der positive Hinweis der Christdemokraten auf die (CDU-geführte) Bundesregierung führt allerdings in die Irre. Für die jährlich anfallenden Belastungen des städtischen Haushalts ist das Land nur zu etwa 2 Prozent verantwortlich, zu 98 Prozent hingegen der Bund.

Stadt fordert vom Fürsten Vertragstreue

18. Mai 2017

Margarita Kaufmann und Dr. Ralf Blanke (beide Stadt Hagen) forderten in einem Gespräch mit dem Fürstenhaus Einhaltung der Schloss-Verträge. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Mit schöner Regelmäßigkeit schreibt der Hohenlimburg-Statthalter der WPWR untertänigst vom „Fürstenhaus“, dabei ist die Monarchie in Deutschland schon seit der Weimarer Verfassung von 1919 abgeschafft und damit auch der Titel „Fürst“ obsolet geworden. Leider wurde es damals versäumt, die zusammen geraubten Besitztümer des Adels zu vergesellschaften. Dann gäbe es heute auch in Hohenlimburg keine Probleme mit sich selbstherrlich gebärdenden Aristokraten.

Stadt Hagen plant Sandstrand und Badeboot am Hengsteybad

18. Mai 2017

Ein integriertes Handlungskonzept bündelt die Hagener Ideen für Harkortsee und Hengsteysee. Eine davon ist ein Sandstrand im Hengsteybad.

Die Schockstarre nach dem Scheitern der Bewerbung um die Regionale hat sich gelöst. Es geht darum, weitere Fördertöpfe zu erschließen. In den Fokus rücken dabei auch Hengstey- und Harkortsee. Die Vielfalt der Themen im Hagener Norden ist so groß, dass ein integriertes Handlungskonzept Ordnung in das Verfahren bringen und Perspektiven aufzeigen soll.

Das Konzept, dessen Sachstand die Planungsverwaltung gerade der Politik vorstellt, ist Voraussetzung dafür, an Fördergelder des Landes zu kommen. „Grüne Infrastruktur“ ist eines von mehreren Programmen, das Gelder an die Ufer der Seen im Norden der Stadt spülen könnte. Weil am 1. Juni die Bewerbung der Stadt Hagen in Düsseldorf vorliegen muss, drängt die Zeit. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Das ist den Herrschaften ja wieder früh eingefallen. So wurde auch schon die Regionale vergeigt.

Feuerwehr Hagen hat offene Rechnungen von 12 Millionen Euro

18. Mai 2017

Die Feuerwehr Hagen schiebt beim Rettungsdienst einen Berg offener Rechnungen vor sich her. Sogar Fahrten aus 2015 sind noch nicht abgerechnet. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: „Offene“ Rechnungen sind Beträge, die in Rechnung gestellt, aber noch nicht beglichen wurden. Der Autor meint aber wohl Rechnungen, die noch gar nicht geschrieben wurden.

Me and the Devil

18. Mai 2017

Ein teuflischer Abend von und mit Dominique Horwitz und dem Philharmonischen Orchester Hagen

Der deutsch-französische Sänger und Schauspieler Dominique Horwitz ist in Hagen kein Unbekannter, hat er doch mit einem Jacques Brel-Konzert und im Schauspiel „Rot“ das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen.

Nun präsentiert er an drei Terminen (20., 26., 27. Mai, jeweils 19.30 Uhr, Theater Hagen, Großes Haus) einen teuflischen Abend unter dem Titel „Me and the Devil“. Keiner kann dem Bösen entrinnen, dem Teufel, oder »Just call me Lucifer« frei nach Mick Jagger, oder Samiel, wie der Satan in Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ genannt wird. Irgendwann kriegt er uns alle.

Rock und Klassik, Libretto und Songwriting, der teuflische rote Faden, den der furiose Dominique Horwitz (Foto: Theater) da in einer wahnwitzigen Revue spannt, ist ein wahrhaft satanisches Knäuel. Um die Gestalt des Teufels ranken sich viele Mythen, und jeder stellt ihn mit anderen Facetten dar – mal als Verführer, mal als Spaßmacher, mal düster, mal fantastisch, mal skurril. Diese verschiedenen Seiten greifen die Stücke auf, die Horwitz ausgewählt hat, um sich musikalisch dem Leibhaftigen anzunähern.

Auf seinem Höllenritt wird Dominique Horwitz teuflisch gut vom Philharmonischen Orchester Hagen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Florian Ludwig begleitet.

Karten an der Theaterkasse, unter 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 207-5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.


%d Bloggern gefällt das: