Archive for the ‘07 Wissenschaft Hagen’ Category

4,4 Millionen für die FernUniversität

22. Januar 2022

4,4 Millionen Euro erhält die FernUniversität in Hagen vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Kultur und Wissenschaft für ihr zukünftiges Forschungsinstitut „Arbeit – Bildung – Digitalisierung“.

Im Zusammenhang mit der Veränderung zahlreicher Arbeitsbereiche und des Arbeitsalltags vieler Menschen soll ihnen das neue Institut Orientierung bieten und die nötigen Fertigkeiten für eine digitalisierte Arbeitswelt vermitteln. Es widmet sich den vielfältigen Prozessen, die mit der immer schneller fortschreitenden digitalen Transformation der Arbeitswelt einhergehen, es soll passgenaue Konzepte für die berufliche Weiterbildung und Spezialisierung entwickeln. Mit diesem Schritt setzen das Land und die FernUniversität den gemeinsamen erfolgreichen Weg zur Realisierung der Open University gezielt fort.

Den Kern bilden zwei Professuren. Zusätzlich erhält die FernUniversität eine Anschubfinanzierung für eine Mitarbeiterstelle. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft unterstützt die FernUni bei diesem Projekt mit einer Fördersumme von 4,4 Millionen Euro für die Jahre 2022 bis 2024.

„Die FernUniversität in Hagen besitzt herausragende Kompetenzen im Bereich der digitalen Fernlehre und des Lebenslangen Lernens. Mit dem neuen Institut stärkt sie dieses Profil weiter und bietet Beschäftigten wie Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen beste Chancen, in einem Prozess Lebenslangen Lernens den digitalen Wandel der Arbeitswelt zu meistern“, sagt Dr. Dirk Günnewig, Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin der FernUniversität, ergänzt: „Mit dem neuen Institut können wir durch stark transferorientierte Forschung die digitale Transformation in Wirtschaft und öffentlichem Sektor unterstützen.“

Mit diesem Schritt setzen das Land und die FernUniversität den gemeinsamen erfolgreichen Weg zur Realisierung der Open University gezielt fort. Nach der Initialisierungsphase geht die Open University jetzt in eine Phase der Stabilisierung über.

Seit 2018 arbeiten die Landesregierung und die FernUniversität in Hagen unter dem Namen „Open University“ gemeinsam an einem gezielten Ausbau des schon bestehenden Angebots der Hochschule für das Lebenslange Lernen. Vorbild für diesen Ausbau ist das finnische Open University-Modell, das sich besonders durch einen flexiblen Zugang zu online-basierten Lehr-Lern-Formaten auszeichnet.

Von A bis ZeBO

17. Januar 2022

Digitale Veranstaltungsreihe der FernUni zur Bildungspraxis

Den Austausch zwischen Wissenschaft und pädagogischer Praxis stärken: Dafür ist das Zentrum für pädagogische Berufsgruppen und Organisationsforschung (ZeBO) an der FernUniversität eine zentrale Anlaufstelle weit über Hagen hinaus.

In der neuen Veranstaltungsreihe „Von A bis ZeBO“ wollen Sprecherin Prof. Dr. Julia Schütz und Koordinatorin Dr. Anne-Kathrin Bestgen über Themen aus der Bildungspraxis diskutieren. Nach Kurzvorträgen von wechselnden Referentinnen und Referenten bleibt Raum für einen offenen Dialog und zur Diskussion.

Das 60-minütige Format widmet sich in alphabetischer Reihenfolge relevanten Themen aus der Bildungspraxis. Die Veranstaltungen finden digital über ZOOM in unregelmäßigen Abständen donnerstags zwischen 16 und 17 Uhr statt. Am 27. Januar startet die neue Reihe mit A wie Anfang. Julia Schütz und Anne-Kathrin Bestgen stellen das ZeBO Hagen allen Interessierten vor und beantworten Fragen.

Gesucht werden Mitwirkende aus der pädagogischen Praxis, aus der Erziehungs- und Bildungswissenschaft sowie aus der Bildungspolitik und Bildungsadministration, die sich einbringen. „Wir freuen uns über Themenvorschläge für einzelne Buchstaben“, sagt ZeBO-Koordinatorin Anne-Kathrin Bestgen. Ideen sind herzlich willkommen per E-Mail an zebo@fernuni-hagen.de.

Die Anmeldung für den Auftakt am 27. Januar ist unter folgenden Link möglich: https://www.fernuni-hagen.de/form/ksw/vortragsreihe-a-bis-zebo.shtml . Der Teilnahmelink wird Ihnen kurz vor der Veranstaltung zugeschickt. Die weiteren Ankündigungen und jeweiligen Themen sind auf der Webseite des pädagogischen Zentrums einsehbar.

Mehr über das ZeBO Hagen

FernUni: Neubau für die Fakultät für Psychologie

15. Januar 2022

FernUni psycho-campusSo soll sich das neue Gebäude (vorne links) in die Architektur auf dem Campus einfügen. Foto: Goldbeck.

Der Vertrag ist kurz vor Weihnachten unterzeichnet worden. Die Bagger rollen im Sommer 2022 auf dem Campus an. Für rund 19 Millionen Euro baut die FernUniversität in Hagen aus Landesmitteln einen Neubau für ihre 2018 gegründete Fakultät für Psychologie. Dieser soll bis Ende 2023 fertig sein.

Umgesetzt wird das Konzept der Baufirma Goldbeck West. Auf rund 2700 Quadratmetern Nutzfläche werden den Forschenden, Lehrenden und Studierenden flexibel nutzbare Büroflächen und offene Begegnungsräume zur Verfügung stehen.

Zum ersten Mal ist die FernUniversität selbst Bauherrin bei einem größeren Neubau-Projekt und setzt dabei auf eine nachhaltige Bauweise. „Es handelt sich zwar um ein klassisches Stahlbetongebäude. Dies hat aber höchsten Anspruch an den Klimaschutz“, sagt Baudezernent Wolfram Krunke. Gebaut wird daher materialreduziert mit besonders schlanken Bauteilen und einem hohen Anteil an Recyclingmaterialien. Erdwärme und Photovoltaik liefern die Energie.

Das nachhaltige Gebäude an der Ecke Feithstraße / Universitätsstraße wird als eigenständiger Bau an die Riegel der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften angrenzen. Bisher waren die Lehrgebiete und Mitarbeitenden der Fakultät für Psychologie auf verschiedene Gebäude auf dem gesamten Campus verteilt. Sie können mit der Einweihung des Neubaus inhaltlich und räumlich enger zusammenrücken und haben dann deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig werden für die weiteren vier Fakultäten der FernUniversität in den anderen Gebäuden Kapazitäten frei. Zudem werden angemietete Flächen außerhalb des Campus aufgegeben.

Vorbild für nachhaltige Entwicklung

11. Dezember 2021

Interdisziplinäres Fernstudium Umweltwissenschaften ausgezeichnet

Die Weiterbildung infernum von FernUniversität und Fraunhofer UMSICHT erhielt erneut die nationale Auszeichnung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Deutschen UNESCO-Kommission für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Das „Interdisziplinäre Fernstudium Umweltwissenschaften“ überzeugte die Jury durch ein beispielhaftes Engagement für BNE und einen besonderen Einsatz für die Globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen.

Damit wurde das Weiterbildungsstudium infernum, gemeinsam angeboten von der FernUniversität in Hagen und Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen, zum nunmehr sechsten Mal von der deutschen UNESCO-Kommission und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für sein Engagement im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.

2020 riefen die Vereinten Nationen die „Dekade des Handelns“ aus, um die globalen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu erreichen. Die UNESCO startete ihr Programm „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen“ (kurz „BNE 2030“) im Anschluss an das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (2015 – 2019).

Im neuen UNESCO-Programm „BNE 2030“ zeichnen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission Initiativen aus, die die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele fördern und Menschen befähigen, Veränderungen zu bewirken.

FernUni: Aus „Regionalzentrum“ wird „Campus“

2. Dezember 2021

Die FernUniversität in Hagen hat ihre 13 bundesweiten Standorte umbenannt: Aus „Regionalzentrum“ wird „Campus“.

Mit dem Namenswechsel macht Deutschlands größte staatliche Universität noch stärker sichtbar, dass sie überall dort zu Hause ist, wo ihre Studierenden leben oder arbeiten. Die Umbenennung gibt außerdem den Startschuss zu einer Weiterentwicklung der FernUni-Präsenz in den Regionen.

Online-Vortrag über Klimawandel und Klimapolitik

28. November 2021

Einen kostenlosen Online-Vortrag mit Prof. Ottmar Edenhofer über den Klimawandel und die Klimapolitik bietet die Volkshochschule Hagen (VHS) am Donnerstag, 2. Dezember, von 19.30 bis 21 Uhr an.

Prof. Ottmar Edenhofer ist Direktor sowie Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Er ist einer der meistzitieren Wissenschaftler der Welt und berät als Experte für Umweltökonomik unter anderem die OECD und die Vereinen Nationen.

In seinem Vortrag geht Prof. Ottmar Edenhofer auch auf die Ursache des Klimawandels ein. Dabei wird vom Phänomen des anthropogenen Klimawandels gesprochen. Noch ist die Zeit zum Handeln da, aber das Zeitfenster, das zur Verfügung steht, schließt sich. Nur ein von der gesamten Staatengemeinschaft getragenes globales Abkommen kann die Erderwärmung aufhalten.

Vor allem die politischen Entscheidungsträger müssen erkennen, dass Instrumente wie eine CO2-Bepreisung oder ein Emissionshandel wirksame, gerechte Maßnahmen darstellen, von denen alle Staaten profitieren können, so Prof. Edenhofer. Ist der EU Green Deal ein Schritt in die richtige Richtung?

Eine Anmeldung zu dem Online-Vortrag mit der Kursnummer 0132Z ist bis Donnerstag, 2. Dezember, um 12 Uhr entweder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder über die Internetseite www.vhs-hagen.de möglich.

Mit der Anmeldebestätigung werden die Zugangsdaten für den Vortrag per E-Mail versendet. Voraussetzung für das Sehen und Hören des Vortrags ist ein PC, Laptop oder Smartphone mit einer Internetverbindung.

FernUni: Digitaler Hackathon verlegt

20. November 2021

Leider kann der geplante Bildungshackathon der FernUniversität in Hagen am 26. und 27. November 2021 nicht stattfinden. Die Veranstaltung war zwar als rein digitales Event für Studierende geplant, dennoch arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Teil vor Ort, um Events ermöglichen zu können.

Wegen stark steigender Corona-Inzidenzen möchte die FernUni einen Beitrag zur Verbesserung der Gesamtsituation leisten und wird den Hackathon daher auf einen noch unbekannten Termin verlegen. Aktuell wird nach einem Ersatztermin voraussichtlich im Frühsommer 2022 gesucht, dies wird allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.

Für neue Fachhochschule in Hagen fehlt Finanzierungszusage

15. November 2021

Unbestritten ist der Neubau der Hagener Fachhochschule wirtschaftlich sinnvoller als eine Sanierung. Dennoch fehlt die Finanzierungszusage. (…)

Zur 200-Jahr-Feier der traditionsreichen Bildungseinrichtung im Jahr 2024 verfolgte Rektor Prof. Claus Schuster ursprünglich die Idee, die Jubiläumsgäste in einer neuen, großzügigeren und vor allem auf die Zukunft ausgerichteten Immobilie im Schatten des Fernuni-Campus begrüßen zu können. Doch aktuell erscheint es sogar fraglich, ob bis zu dem Jubel-Jahr überhaupt ein Spatenstich für das Millionen-Projekt gelingen kann. (…)

Quelle: wp.de

Gibt es „hässliche Natur“?

12. November 2021

Reihe Wissenschaftsgespräche im Hagener Forschungsdialog

17.11.2021, 16:00 Uhr
Seminargebäude der FernUniversität, Raum 4. und 5

Im nächsten Teil der Wissenschaftsgespräche der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften geht es um „Naturschönes / Naturhässliches“. Dr. Jessica Güsken und Prof. Dr. Michael Niehaus vom Lehrgebiet Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienästhetik stellen das Thema am Mittwoch, 17. November, gemeinsam vor.

Dass es Naturschönes gibt, dürfte kaum jemand bezweifeln, dass es Naturhässliches gibt, hingegen schon. Seit die Ästhetik als philosophische Disziplin Einzug gehalten hat – das heißt, seit 1750 – ist das Naturschöne eines ihrer zentralen Probleme. Der Vortrag möchte dieses Problem entfalten, indem er sich mit einigen Beispielen beschäftigt, die immer wieder für Naturschönes, aber auch für Naturhässliches gegeben werden.

Ist denn das Pferd wirklich schöner als das Faultier? Sind Ratten oder Spinnen ekelhaft? Müssen wir den Sternenhimmel schön nennen, das unbewegte Meer oder die Wüste aber öde? Kann eine zerstörte Landschaft schön sein? Gibt es schönere und weniger schöne Ethnien? Von Anfang an haben solche Fragen auch eine ethische Dimension, die uns bis heute vielleicht mehr heimsucht, als wir es gerne hätten.

Interessierte sind herzlich willkommen; die Veranstaltung ist kostenlos. Es gilt die 3G-Regel.

Bessere Noten im Studium durch Belohnung

9. November 2021

Studie der FernUni Hagen

Fleiß sollte belohnt werden: Das ist das Ergebnis eines Experiments der FernUniversität Hagen. Ein Forschungsteam hat untersucht, wie Studierende ihr Lernverhalten ändern, wenn sie die Aussicht auf eine Belohnung haben. Die Studie zeigt, dass Studenten sogar bessere Noten erreichen, wenn sie sich vorher konkrete Ziele setzen.

Untersucht wurde das Verhalten von Studierenden an einer niederländischen Universität. Während des Experiments mussten sie immer wieder Fragen zu ihrem Lernverhalten beantworten und angeben, wie hoch ihr wöchentlicher Lernaufwand ist. Anschließend erhielten sie die Aussicht auf eine Verlosung, bei der zwischen 25 und 100 Euro vergeben wurden, wenn sie ein bestimmtes Notenziel erreichen.

Es stellte sich heraus, dass diese Studierenden dadurch motivierter waren und sich im Vergleich zu denen, die nicht am Experiment teilgenommen haben, teilweise sogar um eine halbe Note im Durchschnitt verbessert haben.

Buchvorstellung: „Ich bin ohne Sinnen gestorben.“

6. November 2021

Leben und Leid der Rosa Schillings

Gabriele Lübke hat ein Buch über ihre von den Nazis ermordete Großmutter geschrieben. Sie stellt es in einer Veranstaltung der Bibliothek der FernUniversität am 23. November vor.

Portrait Rosa Schillings„Ich bin ohne Sinnen gestorben“, ahnte Rosa Schillings ihr Schicksal voraus: Sie wurde 1941 von den Nationalsozialisten in der T4-Tötungsanstalt in Hadamar ermordet (Foto: Privates Archiv Gabriele Lübke). Anders als viele andere Angehörige von Menschen, die von der NS-Vernichtungsmaschinerie umgebracht wurden, sprach ihre Familie offen über ihr Schicksal – über das Schicksal einer standhaften Frau, die sich von den Nazis nicht beugen ließ, die ihren eigenen Willen hatte, die sich offen gegen das Regime stellte.

Ihre Enkelin Gabriele Lübke zeichnet in ihrem kürzlich bei Marta-Press erschienenen Buch „Ich bin ohne Sinnen gestorben. Leben und Leid der Rosa Schillings“ den Weg ihrer Großmutter anhand von familiären Überlieferungen, Schriftstücken, Briefen und ihrer Krankenakte nach. Sie dokumentiert damit eindrücklich, wie diese in die Maschinerie des nationalsozialistischen Psychiatriesystems geriet und schließlich ermordet wurde.

Rosa Schillings steht stellvertretend für die vielen Menschen, die im Rahmen der so genannten „Aktion T4“ der nationalsozialistischen Euthanasie-Ideologie zum Opfer fielen. Das Buch ist eine würdige Sichtbarmachung einer Frau, die trotz allem widerständig und bei Sinnen blieb.

Lübke, Referentin im Referat Transfer und Alumni der FernUniversität, hat das Leben ihrer Großmutter über Jahre hinweg aus persönlichem Interesse aufgearbeitet. Ihre Ergebnisse fanden und finden in der Fachwelt und auch beim SPIEGEL großes Interesse.

In einer Online-Veranstaltung der Universitätsbibliothek (UB) der FernUniversität in Hagen stellt die Autorin ihr Buch am Dienstag, 23. November, von 10.30 bis 12 Uhr online via Zoom vor. Alle Interessierten können kostenfrei teilnehmen und sich per E-Mail an veranstaltungen.ub@fernuni-hagen.de anmelden. Die UB sendet dann den Veranstaltungslink zu.

Gespräch beleuchtet Erinnerungskultur

Die Veranstaltung möchte auch die durch das Buch aufgeworfenen Fragen nach Formen und Möglichkeiten der Erinnerung diskutieren, denn von vielen der Opfer sind – anders als bei Rosa Schillings – keine eigenen Zeugnisse geblieben. Die Krankenakten wiederum bieten nur den durch die NS-Ideologie verzerrten Blick, der meist entpersonalisierend und entwürdigend war. In einem von Dr. Jeanine Tuschling-Langewand (UB) moderierten Gespräch diskutieren daher Gabriele Lübke, der Historiker Dr. Robert Parzer und Sarah Saulheimer, FernUni-Referentin für Inklusion, über neue Perspektiven auf eine Erinnerungskultur, in der die persönlichen Erinnerungen und die Sichtbarmachung des Individuums einen zentralen Platz einnehmen.

Robert Parzer, Historiker und Redakteur der Webseite www.gedenkort-t4.eu sowie ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Tiergartenstraße 4, hat sich intensiv mit Formen der Erinnerung an die Krankenmorde auseinandergesetzt. Als Gedenkstättenmitarbeiter und Redakteur des virtuellen Gedenkorts „T4“ hat er auch alternative Gedenkformen ausgelotet. Sarah Saulheimer, Referentin für Chancengerechtigkeit an der FernUniversität, hat sich mit Ansätzen der partizipativen Vermittlung der Erinnerung an die NS-Euthanasieverbrechen im Rahmen von inklusiven Hochschulseminaren befasst.

Ein Grußwort spricht der Dekan der Hagener Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Jürgen G. Nagel. Er ist Leiter des FernUni-Lehrgebiets Geschichte Europas in der Welt und des Projekts „CoVio – Collective Violence. Forschungsverbund Kollektive Gewalt“.

Digitaler Hackathon an der FernUniversität

2. November 2021

Wie sieht meine Uni der Zukunft aus? Das fragt die FernUniversität in Hagen Studierende bei ihrem zweiten Bildungshackathon „HackUcation“ am 26. und 27. November 2021. Gesucht werden Ideen für Apps, Prototypen für Softwareanwendungen oder innovative Lehrkonzepte. Angesprochen sind nicht nur die eigenen, sondern Studierende aller Hochschulen und aus allen Fachrichtungen.

1.000 Preisgeld für innovativsten Ansatz

Den Auftakt zum Hackathon bildet ein erstes Kennenlernen am Abend des 26. November. Im Anschluss können sich die Teilnehmenden in Gruppen zusammenfinden. Am Folgetag arbeiten die Teams dann gemeinsam an ihren Projekten. Bei dem virtuellen Treffen erhalten sie zudem die Möglichkeit, ihre Ideen von fachkundigen Patinnen und Paten in einer Machbarkeitsprüfung bewerten zu lassen. Zum Abschluss des Hackathon präsentieren die Studierenden ihre Ergebnisse vor einer Jury. Das Team mit dem innovativsten Ansatz gewinnt ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Eigene Ideen ausdrücklich erwünscht

Interessierte können sich entweder für eine von zwölf Challenges anmelden oder ganz eigene Ideen mitbringen. Mögliche Fragestellungen sind: Wie kann lebenslange und selbstbestimmte Bildung auch digital funktionieren? Welche Tools fördern die Chancengerechtigkeit an Hochschulen? Wodurch lässt sich der Einsatz von Technologien in der Lehre vorantreiben?

Die Challenges orientieren sich an zwölf Thesen zu New Learning, wie sie die FernUniversität in ihrem Hagener Manifest niedergeschrieben hat. In dem Positionspapier mit mehr als 1.200 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern fordern die Universität und führende Bildungsfachleute ein grundlegend neues Verständnis von Lernen im Kontext der digitalen Transformation.

Wer am Hackathon der FernUniversität teilnehmen möchte, kann sich noch bis zum 23. November anmelden. Die Veranstaltung ist offen für Studierende aller Hochschulen und Fachrichtungen. Programmierkenntnisse sind kein Muss. Den Link zur Anmeldung, das detaillierte Programm und mehr Informationen zu den Challenges finden Interessierte unter www.fernuni.de/hackucation.

Ten, nine, eight…

29. Oktober 2021

FernUni-Absolvent Matthias Maurer startet ins All

Als erster Absolvent der FernUniversität in Hagen startet der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer zur internationalen Raumstation ISS. Auf dem Raumanzug, den er bei der Mission „Cosmic Kiss“ tragen wird, befindet sich auch ein Patch der FernUniversität, an der er von 2002 bis 2006 studierte. Planmäßig abheben soll die SpaceX Crew Dragon Endurance am Sonntag, 31. Oktober, um 7.21 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit in Florida (USA).

Dr. Matthias Maurer schrieb sich zum Wintersemester 2002/03 in den Zusatzstudiengang „Wirtschaftswissenschaft für Ingenieure und Naturwissenschaftler“ ein, um seine technische Ausbildung durch ökonomisches Wissen zu ergänzen und zu komplettieren. Dieses Fernstudium schloss er im Juni 2006 mit dem Diplom ab. Er ist überzeugt, dass es ihm während seiner Karriere bereits mehrfach von Nutzen war. Vor dem Beginn der Mission leitete er im ESA-Astronautenzentrum in Köln die Entwicklung der Simulationsanlage Luna Moon.

Kurz vor dem geplanten Starttermin konnten wir Matthias Maurer noch interviewen:

Herr Maurer, worüber werden Sie wohl nachdenken, wenn Sie selbst aus der ISS auf die Erde hinunterschauen werden?

Ich werde ja erst noch die Gelegenheit haben, unseren wunderschönen Planeten vom Orbit aus zu betrachten. Aber auch ohne diesen Blick gehabt zu haben, mache ich mir natürlich Sorgen. Ich bin mir aber sicher, dass die Raumfahrt mit ihren Erdbeobachtungssatelliten z.B. dazu beiträgt, den Schaden auf der Erde zu minimieren.

Worum geht es bei Ihrer Arbeit im Orbit?

Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Durchführung wissenschaftlicher Experimente, welche zum einen auf Fortschritte und Innovation für irdische Anwendungen und zum anderen auf eine kontinuierliche Verbesserung von Raumfahrttechnologie abzielen.

Welche Beiträge kann die Raumfahrt zur Lösung der schweren Probleme leisten, vor denen die Welt gerade steht, insbesondere beim Klimawandel?

(more…)

Worüber Skeptiker sich irren

27. Oktober 2021

Forum Philosophicum im Hagener Forschungsdialog

28.10.2021, 16:30 Uhr
FernUni Gebäude 3 (IZ), Universitätsstr. 11, 58097 Hagen, Raum D005 und D006

Menschen sind fehlbare Wesen. Wir können aus eigener Kraft nicht sicherstellen, dass etwas, was wir mit guten Gründen für wahr halten, tatsächlich wahr ist. Warum ist das so? Was in uns oder in der Welt ist dafür verantwortlich, dass wir niemals alle Irrtumsmöglichkeiten ausschließen können? Fehlen uns bestimmte Fähigkeiten, die wir im Prinzip erwerben könnten?

Referent: Prof. Dr. Geert Keil, Humboldt­-Universität Berlin

FernUni: Bibliothek baut um

24. Oktober 2021

Auf den ersten Blick willkommen – die Universitätsbibliothek baut um und erhält einen neuen Eingangsbereich. Ab dem 2. November wird aufgrund der Umbauarbeiten der Eingang ins Gebäude 8 (AVZ) verlegt.

Bibliothek der FernUni Hagen. Foto: Hardy Welsch.

Anfang November starten die Arbeiten zur Umgestaltung des Eingangs- und Thekenbereichs. „Die bisherige Theke ist rund 20 Jahre alt. Inzwischen ist sie viel zu groß und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Ziel ist es einen freundlichen einladenden Eingangsbereich zu gestalten, mit einer modernen und möglichst barrierefreien Servicetheke“, sagt Claudia Schneider, Dezernentin für Benutzung in der Universitätsbibliothek.

Nach etlichen Entwurfsplanungen steht die Umsetzung fest: Es soll heller und freundlicher werden. Neben der Theke für Buchausleihen und -rückgaben und einem Platz der Zentralen Information wird es zukünftig einen Loungebereich mit gemütlichen Sesseln und Tischen zum Lesen und Arbeiten geben. „Bibliothek ist mehr als Bücherausleihen“, sagt Schneider. „Wir möchten die Aufenthaltsqualität für unsere Besucherinnen und Besucher erhöhen sowie unseren Beschäftigten ergonomische Arbeitsplätze bieten.“ Wenn alles klappt, soll bis Weihnachten alles fertig sein und die neue Theke stehen.

Bis dahin gibt es allerdings noch viel zu tun. Es wird Staub und Lärm geben, denn auch der Fußboden wird zum Teil erneuert. Ab dem 2. November wird der Eingang der UB ins AVZ verlegt. Im Bauteil C geht es dann durch die Glastür in die Bibliothek. In der Campus Lounge wird eine provisorische Theke aufgebaut. Die Bibliothek kann weiterhin vollumfänglich genutzt werden.

Ebenfalls ab November werden auch die Öffnungszeiten deutlich erweitert: Montag 12-18 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 10-18 Uhr und am Freitag 10-16 Uhr.

Selbstbewußtsein und Zeit: Friedrich Hölderlin

24. September 2021

Im Jahre 2020 jährte sich der Geburtstag des Ausnahmedichters Friedrich Hölderlin (1770-1843) zum 250. Mal. Bedingt durch die Pandemie fielen zahlreiche Veranstaltungen, die an ihn erinnern sollten, aus.

Das „Forum philosophicum“ der FernUniversität in Hagen holt eine auch für Hagen geplante Hommage jetzt mit einer Veranstaltung nach, die Hölderlin als Dichter, zugleich aber auch als Denker würdigt. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Verschränkung von Selbstbewusstsein und Zeitbewusstsein bei einem Meister der Sprache, dem die philosophischen Koryphäen seiner Zeit nicht unbekannt waren.

Der Referent, Dr. Werner Schmitt, war der letzte Assistent des Frankfurter Sprachphilosophen Bruno Liebrucks (1911-1986), der dem Werk Friedrich Hölderlins den stattlichen siebten Band seines Hauptwerkes „Sprache und Bewußtsein“ gewidmet hat.

Liebrucks wie auch Schmitt sind dabei konsequent der Frage nachgegangen, inwiefern erst ein Verständnis des Hegelschen „Begriffs des Begriffs“ die logischen wie auch die unausweichlich mythischen Räume erschließen kann, die Hölderlins Dichtung aufrufen. Sie sind dabei bis zu der Frage vorgestoßen, ob Hölderlin nicht Zeuge einer absoluten Sprachlichkeit ist, die unsere logischen Welten noch einmal auf eine eigene Fülle-Erfahrung hin übersteigt.

Die Veranstaltung findet am 30. September ab 16.30 Uhr in der FernUniversität in Hagen, Universitätsstr. 33, Gebäude 2, Raum 1 bis 3, 58097 Hagen, statt. Alle Interessierten sind willkommen, der Eintritt ist frei, Corona-Regeln sind zu befolgen.

Rassismus und Ausgrenzung – ein Beitrag zur Prävention

23. September 2021

Antisemitismus-Beauftragte informierte sich über den Forschungsverbund CoVio von FernUni und Ruhr-Universität

Drei Jahre lang entwickeln Forschende im Rahmen einer Forschungskooperation der FernUniversität in Hagen und der Ruhr-Universität Bochum (RUB) den neuen weiterbildenden Masterstudiengang „Kollektive Gewalt, Antisemitismus und Prävention“. Der Forschungsverbund CoVio (Collective Violence) wird vom Land NRW mit 1 Million Euro gefördert. Über den Stand der Planungen hat sich die Antisemitismus-Beauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger jetzt an der RUB informiert.

Leutheusser-Schnarrenberger sieht einen breiten Bedarf für den Master – bei Lehrerinnen und Lehrern, in Verwaltungen des Öffentlichen Dienstes oder der Justiz, bei Polizei und Sicherheitsbehörden.

Mit dem Institut für Diaspora- und Genozidforschung der RUB und seiner fachübergreifenden Vernetzung sowie der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften an der FernUniversität stehen die Forschung und künftige Lehre auf einer breiten wissenschaftliche Basis, um das Thema Antisemitismus und kollektive Gewalt zu bearbeiten.

FernUni unterstützt „Zukunftszentrum KI NRW“

22. September 2021

Mit menschlicher Kompetenz Künstliche Intelligenz für Unternehmen besser nutzen

Künstliche Intelligenz (KI) in mittelständischen Unternehmen erproben, in Betrieben vor Ort einführen und daraus Lehr- und Lernkonzepte für andere Unternehmen ableiten: Das sind die Aufgaben des „Zukunftszentrums KI NRW“. Die FernUniversität in Hagen bringt ihre Expertise für innovative Lehr-Lern-Konzepte auf Grundlage neuester technologischer und pädagogischer Erkenntnisse in dieses Projekt ein.

Ziel des Zukunftszentrums Künstliche Intelligenz NRW (ZuZ KI NRW) ist es, vor allem produzierende kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dahingehend zu beraten, KI-Verfahren und digitale Transformation für neue und optimierte Arbeits- und Geschäftsprozesse zu nutzen. Doch ohne die Einbindung der beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auch die besten Konzepte wertlos, daher richtet sich das Angebot auch an Betriebsräte und Beschäftigte.

„Es geht um die Erprobung innovativer Lehr-Lern-Konzepte, mit denen Kompetenzen für den digitalen Wandel erworben werden können“, so Dr. Sylke Lützenkirchen, die zusammen mit Natán Azabal im FernUni-Referat für Transfer und Alumni an der praktischen Umsetzung des Vorhabens arbeitet.

Für die Bewältigung des digitalen Wandels auf der betrieblichen Ebene müssen innovative Lernsettings bzw. Lern- oder Qualifizierungsinhalte entwickelt werden. „Das können zum Beispiel auch innovative Methoden und Möglichkeiten der Beteiligung von Beschäftigten an der Gestaltung sein“, erläutert Lützenkirchen.

Hinter dem ZuZ KI NRW stehen die beiden Bildungswerke der NRW-Sozialpartnerinnen und -Sozialpartner, die TBS Technologieberatungsstelle beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und das Bildungswerk der NRW-Wirtschaft (BW.NRW), die Gewerkschaften IG-Metall und IG BCE NRW sowie ZENIT als Innovations- und Technologie-Transferagentur des Mittelstands und des Landes NRW.

Die Agentur Mark vertritt in diesem Kreis die NRW-Regionalagenturen, die FernUniversität in Hagen und die Universität Siegen bringen ihre wissenschaftliche Kompetenz in das Gemeinschaftsprojekt ein, das von Unternehmer.NRW und DGB NRW unterstützt wird. Konsortialführer ist die nordrhein-westfälische Innovations- und Technologie-Transferagentur Zenit GmbH.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW fördern das Vorhaben für zunächst zwei Jahre mit rd. 5,3 Mio. EUR. Insgesamt soll das Projekt bis 2027 laufen.

Transferbüro der FernUniversität: https://www.fernuni-hagen.de/forschung/transfer/transferbuero-hagen.shtml
Kurzvorstellung ZuZ KI NRW: http://www.zenit.de/wp-content/uploads/One-Pager-ZuZ-ZENIT.pdf

Ada Pellert bleibt Rektorin der FernUniversität

19. September 2021

pellert-wiederwahl-vortragIn der hybriden Hochschulwahlversammlung stellte FernUni-Rektorin Ada Pellert das Arbeitsprogramm für ihre zweite Amtszeit vor. Foto: Fernuni.

Die 59-jährige österreichische Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin steht seit 2016 an der Spitze der einzigen staatlichen Fernuniversität Deutschlands.

Hochschulrat und Senat der FernUniversität hatten Ada Pellert dazu aufgefordert, erneut für das Amt der Rektorin zu kandidieren. Bei der Wahl gab es keine Gegenkandidatinnen oder ‑kandidaten. Mit 93% Ja-Stimmen erzielte die Rektorin ein deutliches Wahlergebnis. Nach ihrer ersten, sechsjährigen Amtszeit, die im März 2016 begann, schließt sich ab März 2022 nun, entsprechend der Grundordnung der FernUniversität, eine zweite, vierjährige Amtszeit bis 2026 an.

In ihrer Bewerbungsrede skizzierte die amtierende Rektorin ihr Arbeitsprogramm für die Zeit von 2022 bis 2026. Im Mittelpunkt steht für Pellert die Mission des lebenslangen Lernens: „Wir sind die Universität des lebenslangen Lernens. Wenn es uns gelingt, die inhaltliche Qualität und das Themenspektrum einer öffentlichen Universität mit der Flexibilität, der Servicequalität und dem offensiven Außenauftritt der privaten Hochschulen zu verknüpfen, dann sind wir unschlagbar!“

Die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin Ada Pellert (Jahrgang 1962) ist seit März 2016 Rektorin der FernUniversität. Zuvor war sie von 2009 bis 2015 Gründungspräsidentin der Deutschen Universität für Weiterbildung in Berlin. Zudem war sie von 2011 bis Februar 2016 Präsidentin der Carl Benz Academy in Peking. Als Hochschullehrerin und -managerin war sie davor in verschiedenen Funktionen an der Donau-Universität Krems, der Universität Klagenfurt und der Universität Graz tätig.

Seit den 1990er Jahren ist sie in der international vergleichenden Bildungs- und Hochschulforschung, der Weiterbildung von Hochschullehrenden sowie der Beratung von Hochschuleinrichtungen aktiv. Promoviert zur Doktorin der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften hatte Ada Pellert 1987 an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Seit September 2016 ist Ada Pellert Vorsitzende der Kooperationsplattform Digitale Hochschule NRW (DH-NRW), seit August 2018 Mitglied des Digitalrates der Bundesregierung.

Arbeit gegen Antisemitismus

15. September 2021

Mit dem Thema Antisemitismus befasst sich ein neuer Weiterbildungsstudiengang, den die Ruhr-Uni Bochum und die Fernuni Hagen gemeinsam konzipieren. Unter dem Titel „Kollektive Gewalt, Antisemitismus und Prävention“ entwickeln Forschende der Hagener Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und des Bochumer Instituts für Diaspora- und Genozidforschung derzeit ein digitales Studienangebot.

Der Masterstudiengang richtet sich an Lehrkräfte, Mitarbeitende in Gedenkstätten und Bildungseinrichtungen, Mitarbeitende in Verwaltung, Justiz und Politik.

Corona und Klima – zwei Krisen, eine Strategie?

14. September 2021

Der gut besuchte Politische Salon Hagen lieferte unter dem Titel „Klimaneutraler Umbau der Wirtschaft“ einen konstruktiv-kontroversen Diskussionsabend im Emil Schumacher Museum

politischer-salon-töllerProf. Annette Elisabeth Töller und Andreas Meyer-Lauber saßen auf dem Podium. Foto: FernUni.

In ihrem Buch „Covid-19: Der große Um­bruch“ – 2020 vom Weltwirtschaftsforum herausgegeben – fordern die Autoren Klaus Schwab und Thierrey Malleret eine Neugestaltung der weltweiten Gesellschaft und Wirtschaft nach ökologischen, solidarischen, inklusiven und ethischen Prinzipien. Schon die literarische Grundlage des Abends, zu dem FernUniversität, Schumacher Museum und Theater Hagen eingeladen hatten, gab Anlass zu kritischer Auseinandersetzung: Ist das Buch bloß trivial und polemisch oder meinungsstark und leidenschaftlich?

Leidenschaftlich und lebhaft war auf jeden Fall die Diskussion entlang der großen Linien Klimaschutz, Energieressourcen und -träger, Ordnungspolitik und Umverteilung – im Kleinen wie auf globaler Ebene. Die Corona-Krise bildete dafür den Hintergrund.

Klimaschutzgesetz: Maßnahmen unzureichend

Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Annette Elisabeth Töller von der FernUniversität dämpfte den aufkeimenden Optimismus des Buches, dass nun alles anders und vor allem besser werden könne. „Langfristig führen Krisen nicht zu Veränderungen. Die Pandemie hat uns allerdings gravierende Einschnitte vor Augen geführt und sensibilisiert uns für Gefahren, die auch durch den Klimawandel auf uns zukommen.“

Auf die wiederum reagiere die Politik zu inkonsequent. Beispiel Klimaschutzgesetz: Das wurde auf Druck des Bundesgerichtshofs-Urteils angepasst, allerdings ohne die dringend erforderlichen Maßnahmen dafür festzulegen. „So sind die Reduktionsziele nicht zu erreichen“, kritisiert Töller. Sie ist Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen, der Empfehlungen für die Umweltpolitik der Bundesregierung erarbeitet. „Ausgerechnet in der Klima- und Umweltpolitik kommt immer was dazwischen. Dann wird die Industrie im Kanzleramt vorstellig und die Maßnahmen verschwinden aus dem Programm.“

„Klein-klein“ versus globale Lösungen

Kommt es im Kampf um den Klimawandel überhaupt auf Deutschland an? Wie steht es mit der Verantwortlichkeit: Staat, Industrie, Einzelne? An diesen Fragen schieden sich ebenfalls die Geister auf dem Podium und im Auditorium, das sich rege beteiligte. Die Empfehlungen zu Reduktion und Verzicht stoßen auf Forderungen nach einem Weiter-so und mehr Wachstum. Während die einen auf Technologie setzen, um die Folgen des Klimawandels abzumildern, mahnen die anderen den schonenderen Umgang mit Ressourcen an.

Prof. Dr. Görge Deerberg appellierte: „Wir brauchen den Austausch, den Diskurs zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft – so wie heute Abend hier.“ Der Chemieingenieur, der an der FernUniversität in den Studiengang Umweltwissenschaften eingebunden ist, spricht sich für globale Lösungen und finanzielle Anreize aus, um den Umstieg auf andere Energieträger voranzubringen. Für den Umbau der Wirtschaft sei künftig mehr Strom notwendig – aus welcher Ressource am nachhaltigsten?

Wasserstoff-Hype

Die regionale Stahlindustrie setzt dabei auf Wasserstoff. Das Hagener Kaltwalzwerk hat bereits ein eigenes Netz aufgebaut und plant weiter auszubauen. Podiumsteilnehmer Dr. Heino Buddenberg, Technischer Geschäftsführer bei C. D. Wälzholz. „Wir wollen Klimaneutralität im eigenen Unternehmen.“

Wasserstoff als zukunftsträchtiger Ersatz für fossile Brennstoffe oder doch nur heiße Luft? Wissenschaftlerin Töller zieht ein aktuelles Gutachten des Sachverständigenrats heran. Es warne vor dem „Wasserstoffhype“ und plädiere dafür, den Einsatz stark zu begrenzen – „und insbesondere auf ökologische sowie soziale Kriterien zu achten“.

Fazit

Zum Ende des Politischen Salons fasste Schirmherr Andreas Meyer-Lauber zusammen: „Die Lage ist offenkundig so komplex, dass wir sie nur gemeinschaftlich bewältigen können. Wir brauchen den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Das ist wohl der gemeinsame Nenner beider Krisen.

FernUni-Podcast „Lernen neu denken“ gestartet

21. August 2021

Bildungspolitik unter der Lupe: Expertinnen und Experten der Parteien zur Bundestagswahl im Vier-Augen-Gespräch

BTW 2021„Lernen neu denken“ heißt der neue Podcast der FernUniversität in Hagen. Zur Bundestagswahl am 26. September hat sich Rektorin und Bildungsexpertin Ada Pellert die Programme der Parteien genau angeschaut und führende Bildungspolitikerinnen und -politiker aus dem Deutschen Bundestag gefragt, wie sie sich für lebensbegleitendes Lernen einsetzen wollen. Jetzt ist die erste Folge der Interview-Reihe erschienen (https://newlearning.fernuni-hagen.de/).

Klimakrise, Digitalisierung, Globalisierung – unsere Lebens- und Arbeitswelt verändert sich rasant. Lebenslanges Lernen wird immer mehr zu einem Stützpfeiler sowohl für individuellen Erfolg als auch für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Denn Deutschland lebt vom Wissen, und wir werden immer wieder und immer schneller Neues lernen müssen.

„Wir stehen vor einer Richtungswahl – auch was die Bildung in unserem Land angeht“, stellt Ada Pellert fest. „Wenn wir die Zukunft aktiv gestalten wollen, müssen wir über die entsprechenden Kompetenzen und das Know-how verfügen. Deshalb wollte ich von führenden deutschen Bildungspolitikerinnen und -politikern wissen: Wie können wir Lernen neu denken?“

Der Blick in die Wahlprogramme der Parteien zeigt: Sie haben recht unterschiedliche Vorstellungen davon, wie lebensbegleitendes Lernen aussehen soll. Ada Pellert, auch Mitglied im Digitalrat der Bundesregierung, sprach mit den bildungspolitischen Sprecherinnen und Sprechern von Die Linke, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und CDU/CSU. „Wir brauchen eine mutige Bildungspolitik, die Wandel ermöglicht und die nötigen finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen schafft“, fordert Pellert.

Im Podcast befragt sie ihre Gäste zu den bildungspolitischen Versprechen der Parteien zur Bundestagswahl und spricht mit ihnen über Lernerlebnisse, Fehlerkultur und die Tücken des deutschen Bildungssystems. „Die neue Bundesregierung muss zusammen mit den Ländern die Ärmel hochkrempeln. Bildungspolitik ist Zukunftspolitik. Wir brauchen eine nationale Strategie des lebensbegleitenden Lernens“, so Pellert.

Folge 1, ab 19. August: Ada Pellert im Gespräch mit Dr. Birke Bull-Bischoff MdB (Die Linke), Bildungspolitische Sprecherin

Bull-Bischoff fordert ein „Recht auf Weiterbildung“ und sagt, die bildungspolitischen Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern sollten neu verhandelt werden. Die Bildungsfinanzierung solle für den Bund keine Kann-Frage mehr sein, sondern zur Pflichtaufgabe werden.

Folge 2, ab 26. August: Ada Pellert im Gespräch mit Dr. Jens Brandenburg MdB (FDP), Sprecher für Studium, berufliche Bildung und Lebenslanges Lernen

Brandenburg schlägt eine digitale Bildungsarena vor, in der der Zugang zur Weiterbildung per Smartphone so einfach wird wie das Online-Shopping. Zudem setzt er sich für eine European Digital University ein, die über die Grenzen der Bildungssysteme und Länder hinweg die beste Lehre aus ganz Europa bündeln solle.

Folge 3, ab 02. September: Ada Pellert im Gespräch mit Kai Gehring MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule

Gehring setzt sich für einen individuellen Rechtsanspruch auf Weiterbildung sowie eine Grundsicherung für Menschen in Studium und Ausbildung ein. Mehr Bildungsgerechtigkeit und eine bessere Kooperationskultur im Bildungssystem seien die Voraussetzung für klimagerechten Wohlstand, gesellschaftliche und technische Innovationen.

Folge 4, ab 09. September: Ada Pellert im Gespräch mit Oliver Kaczmarek MdB (SPD), Bildungspolitischer Sprecher

Kaczmarek fordert ein Ende des Kooperationsverbots im Bildungsbereich. Er möchte mehr Geld für Bildung ausgeben, in die digitale Infrastruktur sowie in die Aus- und Weiterbildung investieren – beispielsweise in bezahlte Bildungszeiten für Beschäftigte, ein Bafög ohne Altersgrenzen und eine nationale Bildungsplattform.

Folge 5, ab 16. September: Ada Pellert im Gespräch mit Katrin Staffler MdB (CDU/CSU), Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung

Staffler möchte den Bildungsföderalismus nicht abschaffen. Aber sie wünscht sich niedrigere bürokratische Hürden, damit Ideen in Zukunft leichter umgesetzt werden können. Menschen die Angst vor der Digitalisierung nehmen und niedrigschwellige Bildungsangebote schaffen, dafür möchte sie sich einsetzen.

Blog zu New Learning

Zeitgleich mit dem Podcast „Lernen neu denken“ hat die FernUniversität in Hagen ihren neuen New-Learning-Blog an den Start gebracht: Unter newlearning.fernuni-hagen.de/ bloggen Bildungsexpertinnen und –experten der FernUni und der New-Learning-Community regelmäßig zu aktuellen bildungsrelevanten Themen.

Erstaunliche Gemeinsamkeiten

9. August 2021

FernUni-Professor Robert Schmidt hat Parallelen zwischen Klima- und Corona-Krise erkannt

schmidt_robert FernuniCorona-Pandemie und Klimakrise: Bei aller Unterschiedlichkeit haben beide viel mehr miteinander gemein als nur die Tatsache, dass sie die ganze Welt vor riesige Herausforderungen stellen. Das Klimaproblem analysiert Prof. Dr. Robert Schmidt (Foto: privat) bereits seit Jahren aus ökonomischer Sicht, jetzt hat der Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insb. Mikroökonomie an der FernUniversität in Hagen „erstaunliche Parallelen zwischen Klima- und Coronakrise“ erkannt: „Die Coronakrise kann als ‚Lehrstück‘ dafür betrachtet werden, wie insbesondere demokratische Staaten mit Problemen einer bestimmten Art umgehen.“

Da die beiden Probleme unterschiedlich schnell verlaufen, werden etwaige Fehler der Politik beim Umgang mit der Coronakrise schon nach einigen Wochen sichtbar, wohingegen der dramatische Mangel an adäquater Bekämpfung des Klimawandels erst mit vielen Jahren Verzögerung sichtbar wird: „Vielleicht können aus der Coronakrise Lehren für den Umgang mit dem Klimawandel gezogen werden“, hofft Prof. Schmidt.

Eine von mehreren Gemeinsamkeiten zwischen Corona-Pandemie und Klimawandel ist, dass bei beiden Krisen frühzeitige Anstrengungen entscheidend sind, um spätere Schäden – wirtschaftliche wie menschliche – drastisch zu reduzieren. Daher ist frühzeitiges, sehr vorausschauendes Handeln der Politik gefragt.

Der Umgang mit dem Klimawandel wird offensichtlich durch die zeitliche Verzögerung zwischen den Anstrengungen zur Senkung der Emissionen und ihren Früchten, die vor allem zukünftigen Generationen zugutekommen, erschwert. „Auch bei Corona gibt es eine zeitliche Verzögerung zwischen den Anstrengungen, die Verbreitung des Virus einzudämmen, und den möglichen Erfolgen“, so Robert Schmidt. „Während der Klimawandel jedoch auf einer Zeitskala von Jahrzehnten abläuft, verläuft das Geschehen bei Corona quasi im Zeitraffer.“

Dennoch ist die zeitliche Verzögerung auch bei Corona ein massives Problem. „Harte, zeitlich begrenzte Maßnahmen Anfang Februar 2020 hätten womöglich eine globale Ausbreitung des Virus, also die Pandemie, noch verhindern können und es eventuell gestattet, das neuartige Corona-Virus vollständig auszurotten.“

Dafür wären jedoch zeitnah nach dem Ausbruch der Epidemie in China massive Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Menschen zwischen Ländern oder Regionen, wo das Virus bereits grassierte, und solchen, wo dies nicht der Fall war, von Nöten gewesen, sowie drastische Maßnahmen in den betroffenen Regionen. Als Beispiel nennt Schmidt Neuseeland, das das Virus mit frühzeitigen massiven Einreise- und Quarantänebestimmungen in Schach halten konnte.

Prof. Schmidt erklärt sich das – aus seiner Sicht – globale Versagen in der (sehr) frühen Phase der Corona-Krise zudem durch Fehlanreize für Politiker, sich des Problems anzunehmen. „Die Bevölkerungen der noch nicht betroffenen Länder haben die Notwendigkeit harter Maßnahmen damals noch nicht eingesehen“, sagt Schmidt rückblickend auf die frühe Phase der Corona-Epidemie.

„Ein Zyniker könnte sagen, dass die Schäden der Epidemie erst für jedermann sichtbar gemacht werden mussten, also die Pandemie musste zunächst ihren Lauf nehmen, bevor entschiedenes Handeln in einer Demokratie eine Mehrheit gewinnen konnte. Anschließend konnten sich Politiker sogar als Krisenmanager profilieren, während drastische Maßnahmen noch vor dem Auftreten erster Fälle in noch nicht betroffenen Staaten zu der Zeit drakonisch und unverhältnismäßig gewirkt hätten.“

Ähnliches gilt auch für die Klimakrise. „Auch hier, so scheint es, müssen die Schäden erst sichtbar für jedermann gemacht werden, bevor entschiedenes Handeln in einer Demokratie möglich wird.“

FernUni-Thema „Kolonialismus und Hagen“

4. Juni 2021

Online-Buchvorstellung: „Fernes Hagen. Kolonialismus und wir“

Hagen postkolonialHintersinniges Titelbild der Publikation: „Lüderitzbucht von der Haifisch-Insel gesehen“. Im Vordergrund der Montage die Behausungen der „Haifische“ – Rathaus, die gleichnamige Einkaufs-Galeere und SIHK. Foto: FernUniversität / Klaus Bärwinkel / Klaus Ehlers.

Exotisches liegt nicht nur in der Ferne, es ist häufig ganz nah. Kolonialismus und Stadthistorie sind immer noch eng miteinander verschränkt: über materielle Zeugnisse, Geschichten und Geschichte.

Sie wirken immer noch nach in Unternehmensportraits, über Sammelobjekte wie großformatige Wandbilder der deutschen „Schutzgebiete“ aus einer Hasper Schule. Am Nachlass eines Hagener Missionars wird die Beziehung zwischen Ostafrika und Nordrhein-Westfalen greifbar.

Barbara Schneider und Dr. Fabian Fechner aus dem Lehrgebiet Geschichte Europas in der Welt an der FernUniversität in Hagen forschen zu dem Thema Kolonialismus und Hagen. Sie haben ein Buch darüber herausgegeben, das am 10. Juni von 16 bis 17.30 Uhr online über die Plattform Zoom vorgestellt wird.

Anlass für die Publikation ist eine geplante Ausstellung im Rahmen des 275-jährigen Hagener Stadtjubiläums, die im Herbst in der Bibliothek der FernUniversität zu sehen sein wird.

Für die Onlineveranstaltung ist eine Anmeldung vorab notwendig, um die Zugangsdaten zu bekommen: veranstaltungen.ub@fernuni-hagen.de

Wissenschaftliche Bildungskompetenz gegen frischen Wind aus der Praxis tauschen

14. Mai 2021

Fünf Startups aus der Bildungsbranche erhielten von Fachleuten auf der Basis ihrer Erfahrungen im Lehrbetrieb der FernUniversität fundiertes Feedback zu ihren Plänen und Projekten

Gemeinsam die Bildung der Zukunft gestalten: Dazu lud die FernUniversität in Hagen fünf hochinnovative Startups aus dem Bildungsbereich ein, um mit ihnen über ihre Ideen und Vorhaben zu digitaler Lehre ins Gespräch zu kommen und ihnen Rückmeldungen aus der Wissenschaft zu ihren Projekten zu geben.

Gleichzeitig erhoffte sich die FernUniversität auch, von den innovativen Ideen der Gründerinnen und Gründern Anregungen für ihre eigene Arbeit zu erhalten und so mit der Veranstaltung „‚Start UP!‘ – Gemeinsam morgen denken“ den Wissenstransfer in beide Richtungen zu befördern.

Fachleute der FernUniversität – unter anderem aus Didaktik, Marketing, Usability, Datenschutz und Personalführung – gaben den fünf ausgewählten Unternehmen aus dem Bildungswesen fundierte Rückmeldungen. Studierende brachten die Perspektive der Lernenden ein.

„Wir sind zwar keine Business Angels, die Ihnen ein Investment bieten können, aber wir können Ihre Ideen auf der Basis unserer Erfahrungen im Lehrbetrieb bewerten“, erläuterte die FernUni-Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert die Intentionen der Vorreiterin der digitalen Lehre. „Wir hoffen, für Sie ist es ein Gewinn, so eine Rückmeldung aus der Wissenschaft in dieser differenzierten Sicht zu bekommen.“

„Generation Startup“: Mutig und zielorientiert

Startup-Gründerinnen und Gründer stellt man sich häufig als unkonventionelle, unkomplizierte, kommunikative Turnschuh-Trägerinnen und -Träger vor, die ihre „sportlich“ gesteckten Ziele mutig, überlegt und selbstbewusst angehen. Vorurteile, die durchaus überzeugend bestätigt wurden.

Alle wollen aber auch hochmotiviert zeigen, dass ihre Idee erfolgreich umgesetzt werden kann. Sie suchten Marktlücken, entwickeln Apps und Browseranwendungen oder bieten Beratungen an. Sie wollen das konkrete Lernen und seine Rahmenbedingungen verbessern oder die Effizienz von Verwaltungsvorgängen bei Bildungseinrichtungen steigern.

Bei aller Unterschiedlichkeit haben alle einen gemeinsamen Nenner: Sie wollen Bildung besser machen.

Interessante Partner für die FernUniversität

Das macht sie auch als Partner für die FernUniversität interessant: „Als Fernuniversität beschäftigen wir uns schon sehr lange mit der Frage, wie Lehre und Lernen sein müssen, damit gut gelernt werden kann“, betonte deren Rektorin bereits in der Begrüßung. Und, ganz wichtig für die Hagener Bildungsexpertin: „Wie kann Lernen auch Spaß machen? Gute Online-Lehre vereint für mich all das!“

Lernen muss neu gedacht werden

Damit schloss sich die Veranstaltung an das im Jahr 2020 von der FernUniversität auf den Weg gebrachte „Hagener Manifest zu New Learning“ an. Es fordert, Lernen im Rahmen der digitalen Transformation noch einmal völlig neu zu denken, weil die Digitalisierung die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen des Lernens verändert. Das neue Lernen ist viel selbstgesteuerter und stellt die einzelnen Lernenden stärker in den Mittelpunkt.

Lernen neu zu denken umfasst weit mehr als digitale Technik. Gefragt sind auch hybride Lehr- und Lernkonzepte, zukunftsfähige kooperative Organisationsformen und innovative Konzepte. Pellert: „Wir brauchen Menschen wie Sie, die uns mit Ihren Ideen bereichern!“

Am Ende der Veranstaltung stand für die Beteiligten fest, dass dies keineswegs das Ende der Veranstaltung sein sollte. Vielmehr sollen die Gespräche, vielleicht auch in größeren Runden mit mehr Fachleuten, fortgesetzt werden. Gerne in Präsenzform, denn auch das persönliche Zusammenkommen behält im Zeitalter der Digitalisierung seinen Sinn.

FernUni: Deutschlands Klimaneutralität 2050

9. Mai 2021

Ringvorlesung „Energie, Umwelt & Nachhaltigkeit“

Welche politischen Entscheidungen müssen heute getroffen werden, um im Jahr 2050 das Ziel der Klimaneutralität Deutschlands zu erreichen?

Mit dieser Frage befasst sich Dr. Patrick Graichen von Agora Energiewende, Smart Energy for Europe Platform (SEFEP) gGmbH, am Dienstag, 11. Mai. Sein Online-Vortrag findet ab 18 Uhr in der Ringvorlesung „Energie, Umwelt & Nachhaltigkeit“ des gleichnamigen Forschungsschwerpunktes der FernUniversität in Hagen statt.

Wie ist es möglich, ein Deutschland ohne Kohle, Erdöl und Erdgas zu schaffen? Und was ist dafür in den kommenden zehn Jahren nötig?

Agora Energiewende, Agora Verkehrswende und die Stiftung Klimaneutralität haben die Prognos AG, Basel, das Öko-Institut, Freiburg, und das Wuppertal Institut damit beauftragt, ein machbares Szenario für ein klimaneutrales Deutschland zu entwickeln. Dabei bilden Wirtschaftlichkeit, Wahrung der Investitionszyklen und Akzeptanz die Kernkriterien.

Zu der öffentlichen Veranstaltung „Deutschlands Klimaneutralität 2050: Welche politischen Entscheidungen müssen heute getroffen werden, um das Ziel zu erreichen?“ sind alle Interessierten willkommen.

Anmeldung

Digitale Bildung im Fokus

1. Mai 2021

FernUniversität startet virtuelle Vortragsreihe

Die Corona-Krise hat digitale Bildung mehr denn je zur Herausforderung für Schulen und Hochschulen gemacht. Wichtig ist das Thema aber auch abseits von Bildungsinstitutionen. Es betrifft die Menschen privat wie beruflich – und beeinflusst z.B. den Arbeitsmarkt. Im Raum steht dabei immer die Frage nach neuen Formen des Lernens.

Diesem Komplex wendet sich jetzt die virtuelle Vortragsreihe „Digitale Bildung im Fokus“ der FernUniversität in Hagen zu. Das Format gliedert sich in drei Teile, in denen sich Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachrichtungen zu einem bestimmten Stichwort austauschen.

Der erste Teil der Reihe startet am Donnerstag, 6. Mai, mit dem Thema „Lebenslanges Lernen“. Dazu liefert Prof. Dr. Uwe Elsholz (FernUniversität) wissenschaftlichen Input. Ayad Al-Ani (Einstein Center Digital Future, Berlin) kommentiert den Vortrag.

Die Veranstaltung findet online von 18 bis 19 Uhr statt. Alle Interessierten sind herzlich einladen, am ZOOM Meeting teilzunehmen.

Einwahllink für ZOOM: Meeting-ID: 861 8333 1974, Kenncode: 08724833

Der nächste Teil am 27. Mai nimmt „Digitale Kompetenzen“ in den Blick. Inhaltlich knüpft die Reihe an das Hagener Manifest zu New Learning an, um die damit angestoßene Debatte weiterzubefördern und zu vertiefen. Weitere Infos zur Reihe

Für Rückfragens steht das Berlin-Büro für Transfer & Kooperation der FernUniversität gerne zur Verfügung. (Mail: berlin-büro@fernuni-hagen.de).

Auf dem „dritten Bildungsweg“

28. März 2021

Fernuni Hagen hat bundesweit die meisten Erstsemester ohne Abitur

Die Fernuni Hagen bleibt weiterhin die erste Adresse für Studienanfängerinnen und -anfänger ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife. 1.400 Einschreibungen von Erstsemestern, die sich über den sogenannten „dritten Bildungsweg“ qualifiziert hatten, zählte die Fernuniversität laut aktuellen Berechnungen des CHE Centrum für Hochschulentwicklung 2019. Damit liegt sie bundesweit an der Spitze.

Mit rund 64.000 nutzen so viele Menschen wie noch nie in Deutschland die Möglichkeit, über ihre berufliche Qualifikationen einen Studienplatz zu erhalten. Darunter seien zunehmend mehr Frauen, so das CHE.

Erinnerung an etwas, das nie passiert ist

25. März 2021

FernUni-Professorin Aileen Oeberst ist Hauptautorin einer Studie zur Korrektur falscher Erinnerungen

Viele kennen solche Szenen aus dem Fernsehen: Ein Patient liegt auf einer Couch. Die Psychiaterin stellt ihm Fragen, gräbt in seinem Unterbewusstsein. Plötzlich löst sie etwas in ihm aus. Der Patient ist überwältigt von Bildern, die er lange verdrängt hatte.

Mit dem tatsächlichen Erkenntnisstand der Psychologie sind solche Fiktionen schwer in Einklang zu bringen. Längst ist bekannt: Das menschliche Gedächtnis funktioniert anders. Erinnerungen werden weder von einem inneren Recorder aufgenommen und bei Bedarf im Hirn abgespult, noch sind sie als unveränderliche Aufnahmen in einer Schublade des Unterbewusstseins versteckt. Vielmehr sind sie situative Rekonstruktionen, die sich sogar aus fremden Quellen speisen können.

Manche Kindheitserinnerungen setzen sich zum Beispiel allein aus anschaulichen Erzählungen der Eltern zusammen. So können sich unbemerkt auch falsche Erinnerungen ins Gedächtnis einschleichen. „Das ist höchst relevant für die psychologische Praxis“, erklärt Prof. Dr. Aileen Oeberst von der FernUniversität in Hagen.

Die Leiterin des Lehrgebiets Medienpsychologie hat unlängst eine Studie zu dem Thema veröffentlicht. Mitverfassende waren ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Merle Wachendörfer, Prof. Dr. Roland Imhoff (Mainz) und Dr. Hartmut Blank (Portsmouth, UK). Zudem wirkten einige Studierende bei der Studie mit.

Die Studie bildet eine wichtige Grundlage für die weitere Forschung. Mehr Erkenntnisse zu gewinnen, aufzuklären und die Sensibilität zu erhöhen, ist aus Sicht der FernUni-Psychologinnen von großer Bedeutung. Denn die suggestive Beeinflussbarkeit von Erinnerungen birgt handfeste Risiken – etwa, wenn es im juristischen Kontext zu Aussagen aufgrund falscher Erinnerungen kommt.

Aber auch in klassischen Therapie-Situationen: Sind Therapierende überzeugt von einer bestimmten Theorie, könnten sie den Patienten versehentlich die dazu passenden Erinnerungen einpflanzen. „Über die Hälfte unserer Versuchspersonen hat in nur zwei Wochen falsche Erinnerungen entwickelt. Was macht dann eine suggestive Therapie mit einem, die über Monate und Jahre geht?“, zeigt sich Oeberst besorgt. „Leuten, die erst nach vielen Jahren in der Therapie anfangen zu glauben, ihnen sei in der Kindheit dieses und jenes passiert, muss man also sagen: es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich dabei um falsche Erinnerungen handelt.“

Impfstoffe nicht dem freien Markt überlassen

1. März 2021

Prof. Orsolya Friedrich. Foto: Volker Wiciok.

Unter bestimmten Bedingungen hat der Schutz der Allgemeinheit Vorrang vor dem individuellen Schutz, sagt die Medizinethikern Jun.-Prof. Orsolya Friedrich von der FernUniversität

Frau Prof. Friedrich, ist es ethisch zu rechtfertigen, bestimmte Personen oder Personengruppen zu bevorzugen, nur weil sie besonders alt sind oder einer sonstigen Risikogruppe angehören?

Jun.-Prof. Orsolya Friedrich: „Durchaus. Bei knappen Impfstoff-Ressourcen und damit verbundenen Priorisierungsentscheidungen gilt zwar weiterhin die ärztliche Pflicht, das Wohl jeder einzelnen Patientin und jedes einzelnen Patienten bestmöglich zu unterstützen. Diese wird aber niedriger angesetzt als die Pflichten gegenüber besonders stark von der Erkrankung betroffenen Gruppen.“

Ist das gerecht?

„Bei der Priorisierungsentscheidung der Impfreihenfolge geht es darum, Schäden zu vermeiden und dabei gleichzeitig bestimmte Gerechtigkeitsgrundsätze zu beachten. Es sollen also Menschen mit gleicher Gefährdungslage gleichen Impfstoffzugang haben.

Für die Schadensvermeidung wurden in dem Vorschlag zur Impfreihenfolge der Ständigen Impfkommission (STIKO) sowohl direkte gesundheitliche Schäden an der Person als auch Schäden durch Übertragung von Krankheitserregern sowie durch Gefährdung von relevanten gesellschaftlichen Prozessen diskutiert. Dringlichkeit spielt für die Umsetzung dieser Grundsätze eine wichtige Rolle. Dringlichkeit bedeutet in diesem Fall eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit, an der Infektion zu versterben oder intensivmedizinische Behandlung zu benötigen oder einen besonders exponierten Beruf auszuüben, sodass eine Erkrankung an vulnerable Gruppen übertragen werden kann.

Man sieht aber an den Aktualisierungen der Impfempfehlung der STIKO, dass es konkret sehr schwer sein kann, zu definieren, was Dringlichkeit bedeutet.

Auf individueller Ebene können Priorisierungsentscheidungen auch immer zu Ungerechtigkeit führen. Wobei die STIKO auch darauf hinweist, dass in einer solchen Pauschalzuordnung nicht alle Impfindikationen berücksichtigt werden können, sodass Impfverantwortliche auch Einzelfallentscheidungen treffen könnten, etwa bei seltenen, schweren Vorerkrankungen.“

Gibt es Alternativen zur Priorisierung?

„Gesundheit ist ein sehr hohes Gut, sodass es aus meiner Sicht grundsätzlich wichtig ist, allen den gleichen Zugang zu Gesundheitsleistungen zu ermöglichen. Lassen sich keine Wege finden, akute Knappheit an bestimmten Gesundheitsgütern wie an Impfstoffen zu beseitigen, scheint mir eine allgemeine, für alle geltende und sich an ethischen Grundsätzen ausrichtende Priorisierung alternativlos zu sein.

Die theoretische Alternative, die Verteilung von knappen Gesundheitsgütern dem freien Markt zu überlassen und sich dabei an individuellen gesundheitsbezogenen Präferenzen oder individueller Zahlungsfähigkeit auszurichten, ist mit Gerechtigkeitsgrundsätzen aus meiner Sicht nicht zu rechtfertigen. Eine andere mögliche Alternative, Impfstoffe beispielsweise zu verlosen, berücksichtigt hingegen die medizinischen Faktoren nicht, nämlich, dass manche Gruppen besonders schwer von der Erkrankung betroffen sind.“

Welche Gründe dürfen bei der Priorisierung eine Rolle spielen?

(…)

Quelle: FernUni

Wie wo gewählt wurde

19. Februar 2021

Hagener Informatiker entwickelt Tool zur geografischen Darstellung von Wahlergebnissen

2021 wird in Deutschland ein „Superwahljahr“. Neben der Bundestagswahl stehen in etlichen Ländern Landtags- und Kommunalwahlen an. Da kommt die Entwicklung des Hagener Informatikabsolventen Kevin Arutyunyan gerade richtig. In seiner Bachelorarbeit hat der Student der Fachhochschule Südwestfalen die erste Webanwendung entwickelt, die Wahlergebnisse mithilfe offener Wahldaten visualisiert und für jedermann transparent macht.

Die Wahl des Oberbürgermeisters, des Stadtrats, der Bezirksvertretungen oder des sogenannten Ruhrparlaments – alle Ergebnisse sind jetzt auch geografisch ablesbar, ohne dass sich Interessierte durch Tabellen arbeiten müssen. Auf einer Karte der Stadt Hagen sind die Daten abrufbar, ob Stadtbezirke, Wahlbezirke oder sogar einzelne Stimmbezirke.

Arutyunyan hatte 2019 auch schon einen sehr benutzerfreundlichen schematischen ÖPNV-Linienplan entwickelt, mit dem die tatsächliche Abfahrtzeit unter Berücksichtigung von Verspätungen und Ausfällen aller in Hagen verkehrenden Bus- und Bahnlinien von jedem Haltepunkt in der Stadt abgerufen werden kann.

Interaktive geographische Darstellung von Wahlergebnissen

Kulturelle „Leitplanken“ für das eigene Leben

5. Dezember 2020

Frank Hillebrandt, Soziologieprofessor an der FernUniversität, fordert angesichts der Pandemie eine Struktur für kulturelle Veranstaltungen

Welche Bedeutung hat die Kultur für die Gesellschaft? Ist sie tatsächlich „systemrelevant“? Beides sind grundsätzliche Fragen, sie stellen sich jedoch verschärft im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Der Soziologie-Professor Dr. Frank Hillebrandt von der FernUniversität in Hagen sagt hierzumit großem Nachdruck: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Lebensführung nicht vorgegeben ist, etwa durch die Geburt. Um die Form, in der wir ganz persönlich leben wollen, zu finden, brauchen wir das Kulturelle als Orientierungshilfe. Kultur ist damit grundsätzlich eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass wir unser Leben selbst nach unseren eigenen Vorstellungen gestalten können. Sie ist nicht nur systemrelevant, sie ist existentiell für unsere Gesellschaft!“

Beispielhaft macht der Leiter des Hagener Lehrgebietes Soziologie 1 – Allgemeine Soziologie und Soziologische Theorie das an Konzerten und Festivals fest: „Sie sind höchst wichtig, weil wir da genau die Menschen finden, mit denen zusammen wir unsere kulturellen Vorstellungen verwirklichen können. Wenn das nicht möglich ist, geht enorm viel verloren und letztendlich könnte unsere Gesellschaftan den Abgrund geführt werden.“ Soweit ist die Situation für den Wissenschaftler zurzeit aber nicht.

Dass es die Diskussion über die Systemrelevanz der Kultur überhaupt gibt, ist für den Soziologen eine Folge der heutigen Überbewertung des Wirtschaftlichen. Jeden Abend werde zur besten Sendezeit im Fernsehen für fünf Minuten zur Börse geschaltet, kritisiert er: „Alles Mögliche, was auf der Welt geschieht, wird mit den Aktienkursen in Verbindung gebracht: Was hat die Börse jetzt dazu gesagt? Alles muss bewertet und ‚eingeordnet‘ werden, ohne den Sinn zu hinterfragen.“

Demgegenüber werde über gesellschaftliche Themen viel zu wenig diskutiert: „Kultur kommt gar nicht mehr vor.“ Und das wirkt sich sehr negativ auf die Kultur aus, wenn es um deren Systemrelevanz geht: „Die Frage nach der ‚Systemrelevanz‘ hat ihren Ursprung eindeutig in einer ökonomischen Logik. Es gibt jedoch erste Anzeichen dafür, dass die ‚neoliberale Phase‘ langsam zu Ende geht und es auch Diskurse über andere Themen gibt als wirtschaftliche. Wir müssen daran arbeiten, die Kultur wieder aus der Defensive zu holen!“

Kultur ist aus soziologischer Sicht also höchstrelevant für das (Gesellschafts-)System, eine existenzielle Grundlage für pluralistisches, offenes Zusammenleben.

Deshalb hat Hillebrandt auch große Probleme mit der Diskussion über die Systemrelevanz: „Wer sagt, dass die Kultur diese Relevanz nicht hat, hat überhaupt keine Ahnung, in welcher Gesellschaft wir leben. Kultur und alle expressiven Formen, die wir darunter fassen, sind einfach unbedingt notwendig für unsere Gesellschaft.“

Seine große Sorge ist, dass – wenn sich die Situation nicht bessert – viele Veranstalter und Veranstalterinnen pleitegehen: „Und die kommen nicht wieder zurück, darüber müssen wir uns im Klaren sein.“ Eine längerfristige Lockdown-Situation würde damit auch Nachwuchskünstlerinnen und Nachwuchskünstlern die Chancen nehmen, bekannt zu werden, sich weiterzuentwickeln, erfolgreich zu werden und zu wirken.

Arbeiten im Homeoffice

25. November 2020

FernUni Hagen startet zweite Befragungswelle

Das Fachgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie der FernUniversität Hagen hat mit dem zweiten Lockdown die erneute Befragungswelle seiner Homeoffice-Studie gestartet.

Während derzeit noch die vollständige Auswertung der Ergebnisse aus dem Frühjahr läuft, erhalten Interessenten nun die Möglichkeit, neu dazu zu kommen und an der Befragung teilzunehmen.

Die Top Drei der größten Vor- und Nachteile des Arbeitens im Homeoffice stehen bereits fest. So schätzen die Teilnehmenden vor allem den Wegfall von Pendelzeiten, eine größere Flexibilität und ein konzentriertes und störungsfreies Arbeiten. Zu den Nachteilen gehören soziale Aspekte wie der fehlenden Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, außerdem eine ungenügend räumliche und technische Ausstattung und die fehlende Abgrenzung zwischen Privat- und Berufsleben.

Zur Umfrage: ww2.unipark.de/uc/HomeSweetHome/

Soziologie-Vorlesungen jetzt online

21. November 2020

Die Vorträge der erfolgreichen Veranstaltungsreihe der FernUniversität sind jetzt allen zugänglich, die wissen wollen, was die Wissenschaft – vor allem die Soziologie – zu vielen aktuellen Themen sagt

Die Pandemie hat viele negative Folgen, sie eröffnet aber auch neue Chancen. Etwa die, neue Zielgruppen zu erreichen. So können die beliebten öffentlichen Vorlesungen und Seminare der BürgerUniversität Coesfeld (BUC) zu aktuellen Themen aus der Welt der Wissenschaft vorerst nicht in Präsenzform stattfinden.

Daher macht das Veranstaltungsteam der FernUniversität die Inhalte jetzt – über die regionale Öffentlichkeit hinaus – allen Interessierten online zugänglich: aus BUC wird BUD. Das D steht für „Digital“. Referentinnen und Referenten des Wintersemesters 2020/21 haben ihre Vorlesungen aufgezeichnet. Die Videos sind jeweils ab dem ursprünglichen Vortragstermin online in der Mediathek unter https://e.feu.de/mediathek zugänglich.

Der erste Vortrag der digitalen BürgerUni ist bereits freigeschaltet:

  • „Israel und der ‚Orient‘: Eine Hassliebe?“ (Referentin: Julia Gosert, M.A.)
  • Hinzukommen wird, passend zur Weihnachtszeit, ab 2. Dezember 2020 „‚Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft‘ – Schenken als offenkundige, aber auch vertrackte Form der Reziprozität“ (Referent: Dr. Thomas Loer).
  • Wenig später werden „Vom Pilgern und Fasten: Gelebte Religion in der späten Moderne“ (Aschermittwoch, 17. Februar 2021, Referent: Dr. Patrick Heiser) und
  • „Politisches Wissen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland“ (10. März 2021, Referent: Dr. Markus Tausendpfund) freigeschaltet.

Inhaltliche Informationen zu diesen Vorträgen des Wintersemesters 2020/2021 enthält der Flyer https://fernuni.de/bu-2021

Noch vor Publikum konnten 2020 „Was hat Theater in der Psychiatrie verloren?“ und „Klimapolitik, Ziele, Konflikte“ in der BürgerUni Coesfeld gehalten werden. Sie gehören – zusammen mit Aufzeichnungen aus den letzten Jahren – zu den bereits fast 50 Videos der Mediathek.

Zusammen auf Entfernung

17. November 2020

FernUniversität feiert Dies Academicus

Rektorin Prof. Ada Pellert (o.re.) gratulierte den Preisträgerinnen und Preisträgern für herausragende Bachelor- und Masterarbeiten per Videokonferenz. Foto: FernUni.

Am 13. November veranstaltete die FernUniversität in Hagen ihre akademische Jahresfeier – den Dies Academicus. Statt auf den Campus lud die größte Universität Deutschlands diesmal ins Internet.Urkundenübergaben inklusive Händeschütteln, mit Prominenz aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft sowie vielen Angehörige und Freunde der FernUniversität im Publikum – das alles war in diesem Pandemie-Herbst natürlich undenkbar. Aber genauso undenkbar war es, den Dies Academicus einfach ausfallen zu lassen. Zum Glück ist die FernUniversität dank ihres Studienmodells mit Videotechnik in TV-Qualität ausgestattet und hat Profis, die damit umzugehen wissen.

FernUni-Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert betonte in ihrer Begrüßung, wie wichtig es gerade in der aktuellen Situation eines gesellschaftlichen Lockdowns für sie war, den Dies Academicus zu veranstalten: „Gerade jetzt, wo wir im Alltag immer öfter Abstand voneinander nehmen müssen, sind gemeinsame Erlebnisse wichtig. Ich finde den Ausdruck ,social distancing‘ – soziales Distanzieren – deshalb ganz schrecklich. Wir sollten ihn besser umkehren zu ,distant socialising‘ – also auf Entfernung zusammen sein.“

In ihrem Jahresrückblick ließ die Rektorin ein außergewöhnliches Jahr mit einer besonderen Zeitrechnung – „vor Corona“ und „seit Corona“ – Revue passieren. Die FernUniversität war mit ihrembesonderen Studienmodell zwar besser für die Pandemie gerüstet als die Präsenzuniversitäten, dennoch musste auch sie mit vielen Einschränkungen auf dem Campus und in ihren Regionalzentren zurechtkommen.

Für das „entfernte Zusammensein“ hat sich in diesem Jahr das Medium der Videokonferenz allgemein etabliert. Die Rektorin nutzte es beim Dies Academicus für ein Gespräch mit dem Ehrengast Dr. Jörg Dräger über die Gegenwart des Bildungssystems und die Zukunft des Lernens. Der Vorstand der Bertelsmann Stiftung zählt gemeinsam mit anderen führenden Bildungsexpertinnen und -experten zu den Erstunterzeichnern des von der FernUniversität initiierten „Hagener Manifests zu New Learning“.

„New Learning bedeutet, auch heute schon so zu lernen, wie wir morgen leben und arbeiten wollen“, fasste Dräger zusammen, worauf es ihm dabei im Wesentlichen ankommt. Die Rektorin und der Manager waren sich darüber einig, dass die Digitalisierung große Chancen dafür biete, das Lernen in Zukunft viel stärker auf die persönlichen Bedürfnisse der Lernenden auszurichten und damit auch mehr Chancengerechtigkeit zu ermöglichen. Hochschulen seien dabei herausgefordert, „die Verzahnung von leben, lernen und arbeiten“ noch besser hinzubekommen, als es bisher der Fall sei, so Dräger. „Menschen sind in unterschiedlichen Lebensphasen und wir müssen sie dort begleiten, als Partnerin im lebenslangen Lernen“, ergänzte Pellert.

Über den Link https://fernuni.de/dies20 kann die Aufzeichnung des Dies Academicus im YouTube-Channel der FernUniversität aufgerufen werden. Im Infotext sind die einzelnen Programmpunkte verlinkt.

Schwarze Null und Rote Zahlen – Finanzpolitik in Krisenzeiten

11. November 2020

Online-Vortrag des Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität Hagen

11.11.2020, 17:00 Uhr

Im Gefolge der internationalen Finanzkrise 2007/2008 legte die staatliche Verschuldung auch in Deutschland deutlich zu. Um einen weiteren Anstieg zu bremsen, wurde das Grundgesetz geändert. Im Zuge der Covid-19 Pandemie werden die Folgen der „schwarzen Null“ neu bewertet. Die einen sehen darin eine Investitionsbremse. Kaum jemand argumentiert, dass die Verschuldungsbremse zur Entlastung der nächsten Generation notwendig ist. Umdenken ist angesagt.

Prof. Dr. Mechthild Schrooten zeigt, wie und warum die renditeorientierte Geldwirtschaft durch die „schwarze Null“ an ihre Grenzen kommt. Die Konsequenzen sind gerade in Krisenzeiten gravierend.

Mechthild Schrooten ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Bremen. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen „Geld“ und „Internationale Integration“. Sie ist Sprecherin der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik („Memogruppe“).

Die Veranstaltung wird öffentlich gestreamt und aufgezeichnet. Es ist beabsichtigt, eine Aufzeichnung im Nachgang zu veröffentlichen. Mit Betreten des virtuellen Raumes erklären Sie sich mit der Aufzeichnung und deren Veröffentlichung einverstanden.

Link zur Zoom-Veranstaltungsadresse – Bitte geben Sie anschließend den Kenncode 5U%SQ^YB (per Copy and Paste) ein, um teilnehmen zu können | mehr

Quelle: FernUni

Defizite in Schulen und Medien verantwortlich für geringes politisches Wissen

9. November 2020

Dr. Markus Tausendpfund von der FernUniversität hat mit einer Kollegin eine Bevölkerungsumfrage ausgewertet

„Das politische Wissen in Deutschland ist insgesamt auf einem eher geringen Niveau, aber je nach sozialen Gruppen sehr heterogen“, sagt Dr. Markus Tausendpfund von der FernUniversität in Hagen (Foto: Bernhard Kreutzer). Dabei steht politisches Wissen in engem Zusammenhang mit der Qualität einer Demokratie und hat großen Einfluss auf die politische Chancengleichheit

.Die Gründe für die Defizite bei Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland sieht der Leiter der FernUni-Arbeitsstelle Quantitative Methoden zunächst einmal in fehlendem Politikunterricht, dann aber auch in der Struktur der Medienlandschaft. Zum politischen Wissen in Deutschland haben Tausendpfund und Prof. Dr. Bettina Westle (Philipps-Universität Marburg) gerade ein Buch herausgegeben.

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Corona: Kita- und Schulschließungen in Europa

15. Oktober 2020

FernUni-Wissenschaftlerin hat 28 Länder miteinander verglichen

In der Corona-Pandemie waren Schulen und Kitas in Deutschland ab Mitte März geschlossen und wurden in den Wochen vor den Sommerferien schrittweise wieder geöffnet. In Schweden hingegen waren sie nie zu und Italien hat sie gerade erst wieder geöffnet. Jedes Land hat hinsichtlich Schul- und Kita-Schließungen unterschiedlich auf die Corona-Bedrohung reagiert. Die FernUni-Politikwissenschaftlerin Dr. Sonja Blum hat sich die Reaktionen von 28 europäischen Ländern genauer angeschaut und miteinander verglichen (Foto: FernUni).

„Schweden stand sehr im Fokus der Medien. Es gab aber noch einige weitere Länder, die ihre Schulen und Kitas offengelassen oder sehr schnell wieder geöffnet haben“, erklärt die Habilitandin im Lehrgebiet Politikfeldanalyse und Umweltpolitik der FernUniversität in Hagen. So blieben auch in Island Schulen und Kitas oder in Finnland die Kitas geöffnet.

Ein Grund für die jeweiligen Entscheidungen waren die Infektionszahlen in den Ländern. „Darüber hinaus kann man aber auch festhalten, dass die allgemeine Präventionsstrategie des jeweiligen Landes die Schließungen beziehungsweise Wiedereröffnungen beeinflusst hat“, erläutert die Politikwissenschaftlerin.

Länder, die das primäre Ziel hatten, die Hochrisikogruppen zu schützen – zu denen Kinder nun einmal nicht gehören – haben sich eher dazu entschlossen, die Einrichtungen nicht zu schließen beziehungsweise schnell wieder zu öffnen. Länder, bei denen gemeinsame Präventionsmaßnahmen der Gesamtbevölkerung im Vordergrund standen, haben sich eher für Schließungen entschieden.

Insgesamt hat Blum festgestellt, dass es bei den Reaktionen nicht nur schwarz oder weiß, also geöffnet oder geschlossen, sondern dazwischen auch sehr viele Graustufen gab.

In Deutschland konnten die Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen weiterhin die Einrichtungen besuchen, in Österreich alle Kinder, für die es keine Betreuungsalternative gab. Bei der Wiedereröffnung haben sich einige Länder zunächst für eingeschränkte Öffnungszeiten entschieden, andere haben die Gruppen geteilt.

Welche Strategien hier gefahren wurden, hing auch davon ab, welcher Aspekt der Kinderbetreuung als besonders wichtig angesehen wurde. Denn Kitas und Grundschulen ermöglichen Kindern nicht nur Bildung, sondern geben ihren Eltern auch Zeit zu arbeiten und verringern soziale Ungleichheiten.

Was den Ländervergleich in Hinblick auf Kinderbetreuung angeht, ist die FernUni-Wissenschaftlerin eine Expertin. Sie ist bereits seit zehn Jahren im Netzwerk „Leave network“ aktiv. Das interdisziplinäre Netzwerk ist aus einem EU-Projekt hervorgegangen und schaut sich in aktuell 45 Länder die Themenbereiche Elterngeld und Elternzeit an.

Einmal im Jahr veröffentlicht es einen Bericht, in dem der Status quo in 45 Ländern dargestellt und miteinander verglichen wird. Blum ist eine der Herausgeberinnen des Berichts. „Er wird viel für weitere Forschungen, aber auch von nationalen Verbänden und internationalen Organisationen genutzt, so zum Beispiel von der Europäischen Kommission oder der Internationalen Arbeitsorganisation.“

FernUni: Hagener Manifest zu New Learning

2. Oktober 2020

Wie wollen, wie können, wie müssen wir zukünftig lernen? Diesen Fragen widmet sich das Hagener Manifest zu New Learning.

Das Manifest entstand in einem kollaborativen Arbeitsprozess von 37 Bildungsexpertinnen und -experten aus ganz Deutschland. Initiiert hat es die FernUniversität in Hagen. Die Autorinnen und Autoren wollen die bildungspolitische Debatte um neue Formen des Lernens in Zeiten der digitalen Transformation vorantreiben.

Das Hagener Manifest zu New Learning formuliert in zwölf Thesen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für einen neuen Lernbegriff, der dem digitalen Wandel der Gesellschaft Rechnung trägt. New Learning ist die entscheidende Fähigkeit, diesen Wandel zu verstehen und ihn aktiv mitzugestalten. Es stellt die Lernenden in den Mittelpunkt und befähigt sie, in ihrer digitalen Lebensrealität lebenslang zu lernen.

Mit diesem Ziel beleuchten die Autorinnen und Autoren im Manifest Fragen von lebenslanger Bildung und Chancengerechtigkeit, von digitalen Kompetenzen und Lernsettings, von Technologie und Datenschutz und thematisieren bildungspolitische Rahmenbedingungen des Lernens.

Webseite zum Hagener Manifest

Seuchen verstärkten langfristige Entwicklungen

28. September 2020

Pest, Cholera und Typhus suchen die Menschen heim, seit sie sesshaft wurden und eng mit ihren Tieren zusammenleben. Bereits Steinzeit-Menschen starben an der Pest, der letzte große Ausbruch war Anfang des 18. Jahrhunderts in Marseille.

Für PD Dr. Eva-Maria Butz, Lehrgebiet Geschichte und Gegenwart Alteuropas an der FernUniversität in Hagen, wirkten Seuchen in der Geschichte eher schleichend und bereits bestehende Entwicklungen verstärkend denn als Revolutionen. Sie konnten sogar positive Folgen haben. (…)

In gewisser Weise – aber bei weitem nicht so, wie angesichts der Coronakrise heute oft vermutet wird – verstärkte auch 1918 die Spanische Grippe längerfristige Entwicklungen: „In Deutschland hatte sie, anders als oft kolportiert, nur sehr geringen Einfluss auf den negativen Verlauf des Ersten Weltkriegs, die November-Revolution und das Ende des Kaiserreichs“, so Butz. Die Deutschen betrachteten sie damals vielmehr als Teil der allgemeinen Verschlechterung der Volksgesundheit, die aber schon ab 1916 wahrgenommen wurde. Für die Hagener Historikerin war die Seuche nur ein Teil des Weltkriegsleids, das die Kriegsmüdigkeit und die Kritik am Versagen der politischen Führung verstärkte, die gegen die Krankheit nichts unternahm.

Nicht neu sind Quarantänemaßnahmen, die auch in heutigen Coronazeiten wieder eine Rolle spielen. Gegen das bis ins 19. Jahrhundert von Pestwellen heimgesuchte Osmanische Reich bildete Österreich im 18. Jahrhundert eine „Pestfront“, eine militärische Grenze: „Dieser Machtbildungsprozess ergab sich bereits am Ende des 16. Jahrhunderts.“

Die Grenze wurde als Seuchenprävention ausgebaut, mit einem ganz dezidierten Quarantänesystem an den einzelnen Grenzstationen, mit genauen Quarantäne- und Desinfektionsvorschriften. Wer über die Grenze wollte wie z.B. Händler, mussten erst einmal in eine Quarantäne. Und erneut nach dem Treffen mit ihrem Handelspartner. An einem Teil der Stationen wurden die Waren kontaktlos auf die andere Grenzseite gebracht. Sogar Briefe wurden ausgeräuchert und Münzen in Essig gespült.

Butz: „Was man heute kennt, hat man schon damals relativ erfolgreich versucht. Letztendlich konnten in diesem Bereich Ausbrüche regional eingegrenzt und ein Vordringen nach Westeuropa verhindert werden.“ (…)

Quelle: FernUni


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