Archive for the ‘06 Hagen mobil’ Category

Freier Verkehr, befreite Luft?

15. Februar 2018

Es klingt wie eine Utopie: gebührenfreier öffentlicher Nahverkehr. Doch jetzt hat die amtierende Bundesregierung „kostenlosen öffentlichen Nahverkehr“ gegenüber der EU-Kommission offiziell als eine Maßnahme bezeichnet, um die Luftqualität in bundesdeutschen Städten zu verbessern. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) und Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU, alle geschäftsführend) schreiben das in ihrem Brief vom 11. Februar an EU-Umweltkommissar Karmenu Vella.

Mit dem Brief wollen die MinisterInnen die EU-Kommission milde stimmen. Diese erwägt eine Klage am Europäischen Gerichtshof unter anderem gegen Deutschland. (…)

Quelle: taz

Dazu ein Kommentar von Heiner Monheim:

Eine systemsprengende Idee

Der Vorstoß der amtierenden Minister kann den Weg für eine echte Verkehrswende bereiten. Es fehlt nur noch die Finanzierung und der Wille der Regierung. (…)

Quelle: taz

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Parkplätze an Hagener Schulen: Verkehrsclub übt Kritik

14. Februar 2018

Der Hagener Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland zeigt Verständnis für die Haltung der Stadt in Sachen Lehrerparkplätze.

Der Autoverkehr verursache überall – ganz besonders in Hagen – große Probleme (z. B. durch Stickoxid-Belastung) und werde trotzdem üppig subventioniert, etwa durch die kostenlose Bereitstellung von Parkflächen im öffentlichen Raum. „Dieser Service wird inzwischen von Autofahrern – egal ob als Anwohner oder Besucher – als eine Art Gewohnheitsrecht angesehen, von dem man sich natürlich nicht gern trennt“, so Heidi Wenke vom Hagener Kreisverband. (…)

Quelle: wp.de

Straßenbahn Hagen setzt sich gegen Kritik zur Wehr

12. Februar 2018

In der Hagener Politik wird dieser Tage über den Nahverkehr diskutiert. Nicht jede Kritik ist in den Augen der Straßenbahn AG berechtigt. (…)

„Man kann natürlich das Angebot, das wir derzeit im Auftrag der Stadt vorhalten, verbessern“, sagt Christoph Köther. „Aber letztlich liefern wir gerade genau das, was die Stadt bestellt hat. Für unser Unternehmen und insbesondere für unsere Fahrgäste würde ich es begrüßen, wenn künftig mehr Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr zur Verfügung  stünde und wir das Angebot wieder ausweiten könnten.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Eine Verbesserung des ÖPNV hat die Hagener Politik noch nie interessiert. Selbst die Grünen verstecken sich inzwischen hinter vermeintlich vertragsrechtlichen Hindernissen, die in Wahrheit nicht existieren (siehe hier). Zutreffend ist in diesem Zusammenhang die Äußerung des Beigeordneten Grothe in der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss vom 25. Januar 2018. Das Sitzungsprotokoll vermerkt an dieser Stelle:

„Herr Grothe verweist darauf, dass Hagen eine autoverkehrsgerechte Stadt ist, und dass andere Kommunen bereits vor Jahren innovativ vorausgedacht haben. Die Stadt Dortmund habe bereits in 2014 eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dem Thema Mobilität auseinandersetze. Man habe sich in Hagen in der Vergangenheit nicht intensiv genug mit dieser Thematik befasst, auch, weil nicht nachgefragt worden sei. Eine Veränderung im Mobilitätsverhalten in dieser Stadt sei ein langwieriger Prozess, und man wolle versuchen, noch auf den Zug aufzuspringen. Am Ende würde es aber um die Entscheidung gehen, ob man in dieser Stadt dem ÖPNV, dem Fahrrad und den anderen alternativen Verkehrsmitteln auch Raum gibt. Wenn man sich (Anm.: für Fördergelder) bewerben wolle, und dies wolle man lt. Verwaltungsspitze tun,  dann müsse eine Veränderung im Verkehrsverhalten stattfinden.“

Und diese Verhaltensänderung muss politisch gewollt sein. Danach sieht es in dieser Stadt weiterhin nicht aus. Der politische Raum wird erst aufwachen, wenn entweder Strafzahlungen wegen jahrelangen Verstoßes gegen EU-Recht fällig werden oder am 22. Februar 2018 das Bundesverwaltungsgericht möglicherweise Fahrverbote anordnet.

Dann wird das Gejammer der vereinigten Schlafmützen groß sein.

Lenneradweg soll an Stahlwerk in Hohenlimburg entlang führen

11. Februar 2018

Stadt favorisiert den Lenneradweg entlang der Oeger Straße. Gehwege sollen breiter werden. Vorgeschlagener Stelzen-Weg über Lenne ist vom Tisch. (…)

Quelle: wp.de

Nächste Haltestelle: Sankt Nimmerlein

4. Februar 2018

Grüne schieben Verbesserungen im Nahverkehr auf die lange Bank

Mit einer gemeinsamen Erklärung forderten Ende September 2017 die Hagener Parteivorstände von SPD und Grünen, das ÖPNV-Angebot zu erweitern und zu ergänzen. Und zwar „dringend“.

Dies gelte „umso mehr, da durch den dringend notwendigen Umstieg vom Individualverkehr auf den ÖPNV sich die Immissionsbelastungen mit Feinstaub und Stickoxiden senken lassen. Ein gleichbleibender oder gar abgesenkter Finanzbeitrag der Stadt Hagen für die Hagener Straßenbahn, in Kombination mit einem möglichen von Gericht verhängten Dieselfahrzeugverbot, führt zu einem Verkehrskollaps und Zusammenbruch des ÖPNV in unserer Stadt. Das gilt es zu verhindern.“

Eigentlich ein urgrünes Thema. Inzwischen ist klar geworden: das war es einmal. Denn was die grüne Partei fordert, wird von der eigenen Fraktion konterkariert.

Die heimische Presse titelte: „In der ÖPNV-Diskussion rudert die Grünen-Fraktion zurück“ und wies darauf hin, „dass die Grünen-Fraktion auf die Linie der selbsternannten „Allianz der Vernunft“, die (sie) mit CDU und FDP bildet, einschwenkt.“

Diese Meldung rief Rüdiger Ludwig auf den Plan, Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss und Aufsichtsratsvorsitzender der Hagener Straßenbahn AG. Der verkündete im Auftrag der Fraktion: „Von einem „Zurückrudern“ der grünen Fraktion beim Thema ÖPNV kann keine Rede sein, wenn man den gemeinsamen Beschluss von Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss richtig liest. Keine der Forderungen, die SPD und Grüne gemeinsam formuliert hatten, wird dort aufgegeben.“

Aufgegeben vielleicht nicht, aber auf die lange Bank geschoben. Was in dem gemeinsamen SPD/Grüne-Papier noch als „dringend“ klassifiziert wurde, verschwurbelt Ludwig in dem Satz: „Allerdings wurden diese wichtigen Entwicklungsperspektiven für den Hagener Nahverkehr in die zeitliche Systematik eingepasst, die sich durch die Neuaufstellung des Nahverkehrsplans ergibt.“

Wie Ludwig die „zeitliche Systematik“ versteht, gibt er auch bekannt: Es würden „alle Forderungen aus dem rot-grünen Papier geprüft und danach systematisiert, ob sie in die kurzfristigen Verbesserungen bis 2022 passen oder erst im Zusammenhang des neuen Nahverkehrsplans ab 2022 umgesetzt werden können.“

Nach den Vorstellungen der grünen (oder besser: ehemals grünen) Fraktion sollen wirksame Verbesserungen des ÖPNV also auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden.

Zur Begründung ihrer Position führt die Fraktion nicht etwa die politischen Gründe an, die ja für jeden sichtbar sind – die Einbindung in die berüchtigte „Allianz“ -, sondern sie schiebt vertragsrechtliche Gründe vor. Die gibt es allerdings nicht. Stichworte: Nahverkehrsplan und Direktvergabe.

Der Nahverkehrsplan wurde vom Rat im Jahre 2009 beschlossen und ist bis heute gültig. Ein Rat, der einen Plan mit einer derartig langen Laufzeit verabschiedet, wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn er die dort festgelegten (Mindest-)Standards in Beton gegossen hätte. Also hat er es auch nicht und musste es auch nicht.

Im Gegenteil schreibt das „Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen“ (ÖPNVG NRW) vor, dass die Aufgabenträger zur Bestimmung einer ausreichenden Verkehrsbedienung in ihrem Gemeindegebiet verpflichtet sind, einen Nahverkehrsplan aufzustellen – und bei Bedarf fortzuschreiben. Dabei sind u.a. die vorhandenen Verkehrsstrukturen, Ziele der Raumordnung und Landesplanung und Belange des Umweltschutzes zu berücksichtigen.

Die Unterstellung der grünen Fraktion, es gäbe vertragrechtliche Hindernisse, ist also nicht nur falsch – das Gegenteil ist der Fall: Nahverkehrspläne müssen bei Bedarf fortgeschrieben werden. Und dieser Bedarf ist in Hagen zweifelsfrei vorhanden, was auch die Grünen nicht grundsätzlich bestreiten.

Der Nahverkehrsplan verlangt u.a.: „Die Qualität der Verkehrsbedienung soll dabei nicht wesentlich hinter dem motorisierten Individualverkehr (MIV) zurückbleiben.“ Davon kann auch mit viel Wohlwollen in Hagen schon lange keine Rede mehr sein.

Weiter hält der Nahverkehrsplan fest: „Die Entscheidung über die Ausgestaltung des Verkehrangebots hängt von grundsätzlichen verkehrspolitischen Weichenstellungen ebenso ab wie von der Finanzierbarkeit. Es handelt sich daher um eine originäre Aufgabe der politischen Willensbildung (gefettet im Original).“

Die Fraktion beruft sich trotzdem weiter auf „vertragliche Gründe“ und behauptet: „Bis zur neuen Direktvergabe in 2022 können nur in sehr begrenztem Umfang Verbesserungen erfolgen.“

Die Direktvergabe hat nun gar nichts mehr mit dieser Diskussion zu tun. Mittels Direktvergabe hat die Stadt die Möglichkeit, eine EU-weite Ausschreibung der städtischen ÖPNV-Dienstleistungen zu umgehen, um nicht die Existenz der Hagener Straßenbahn AG aufs Spiel zu setzen.

In der 2012 vom Rat gebilligten Beschlussvorlage werden die Gründe genannt: „Die EU-Verordnung 1370/2007 bietet unter bestimmten Voraussetzungen dem ÖPNV-Aufgabenträger (hier: Stadt Hagen) die Möglichkeit, die Erbringung von öffentlichen Personenverkehrsdiensten direkt an einen sog. internen Bertreiber zu vergeben.

Diese Voraussetzungen sind auch nach eingehender rechtlicher Prüfung für das Verhältnis Stadt Hagen – Hagener Straßenbahn AG (HST) erfüllt: Die Vergabe erfolgt durch die Stadt Hagen als zuständige Behörde, sie übt dabei eine Kontrolle über den Betreiber aus wie über eine eigene Dienststelle (…).“

Als zuständiges Organ kann also der Rat jederzeit Änderungen, wie beispielsweise ein verbessertes Angebot, bei der 100-prozentigen Stadttochter beschließen – wenn er es denn will. Daran mangelt es allerdings.

Fazit: Es besteht eine Diskrepanz zwischen der grünen Partei und der Fraktion. Die Position der Ratsfraktion hat nichts mit vertragsrechtlichen Vorgaben zu tun, sondern ist ausschließlich koalitionspolitisch motiviert.

Selbst in Zeiten andauernder Dieselskandale mit Betrug, Tier- und Menschenversuchen (letztere nicht nur am Aachener Uniklinikum, sondern in erster Linie in den Zentren der Städte) gelten für die Hagener Fraktionäre die „Allianz“-Liebedienereien mehr als das eigene Wahlprogramm.

Dies sollten sich potenzielle Grüne-Wähler schon mal für die nächste Kommunalwahl 2020 vormerken.

Politik streitet um einen besseren Nahverkehr in Hagen

30. Januar 2018

Eigentlich hatten Sozialdemokraten und Grüne auf Parteiebene vereinbart, das Thema Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr in Hagen gemeinsam zu beschleunigen.

Jetzt aber zeigt sich in der politischen Diskussion wie jüngst im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss, dass die Grünen-Fraktion auf die Linie der selbsternannten „Allianz der Vernunft“, die sie mit CDU und FDP bildet, einschwenkt. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Grünen besaßen in früheren Zeiten mal verkehrspolitische Kompetenz. Das ist allerdings schon viele Jahre her. Inzwischen haben sie diese Kompetenz restlos verspielt und sind nicht nur bei diesem Thema als Bestandteil der „Allianz des Grauens“ auf einem Tiefpunkt angelangt. Selbst der Versuch, die Belastung durch den motorisierten Individualverkehr wenigstens durch ein gutes ÖPNV-Angebot zu vermindern, wird dem Kadavergehorsam gegenüber den Allianzpartnern und der Autolobby untergeordnet.

Aber was soll man von Preuß, Panzer, Riechel und der übrigen RRR (Rats-Reste-Rampe) auch noch erwarten?

Schwung in die Bude bringen offensichtlich nur noch Gerichtsurteile, während sich (nicht nur die grüne) Hagener Politik weiterhin im Aussitzen versucht. Wenn dann die Fahrverbote (hoffentlich bald) kommen, ist die Stadt nicht vorbereitet, weil die Entscheider Jahrzehnte verschlafen haben. Ignorantentum hilft letztendlich doch nicht weiter.

Siehe dazu aktuell:

Staatsregierung verstößt gegen Gerichtsbeschluss – Zwangshaft möglich

Die Bayerische Staatsregierung verstößt nach Ansicht des Verwaltungsgericht München gegen einen höchstrichterlichen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs.

Der Freistaat Bayern hat seit 2014 ein rechtskräftiges Urteil ignoriert und die notwendigen Schritte zur Einhaltung der Luftqualitätsgrenzwerte für das Dieselabgasgift NO2, dazu gehört die Vorbereitung von Diesel-Fahrverboten, nicht einleitet.

Das Gericht hat deutlich gemacht, dass es ein „Unding“ darstellt, dass das Umweltministerium des Freistaats erst durch Zwangsmaßnahmen zur Einhaltung eines aus dem Jahr 2012 stammenden Urteils des Verwaltungsgerichts gezwungen werden muss. Die hier nötige wiederholte Anwendung von Zwangsmaßnahmen gegenüber einer Landesbehörde sei einmalig in der deutschen Justizgeschichte. Die Vorsitzende Richterin sprach gar von einem ‚Novum in der Rechtsgeschichte’.

„Die Richterin geizte im Prozess deshalb nicht mit deutlichen Worten: Der aktuelle Luftreinhalteplan enthalte kein tragfähiges Konzept für Fahrverbote, mit „allgemeinem Blabla“ und „so einer halben Larifari-Seite“ im Luftreinhalteplan sei es nicht getan“, berichtet Spiegel online.

Das Gericht stellte klar, dass es das Gebot effektiven Rechtsschutzes gebietet, bei fortwährender Verletzung dieser Pflichten zukünftig deutlich härtere Maßnahmen anzuwenden. Das Gesetz sieht dazu unter anderem die Möglichkeit der Zwangshaft gegenüber der Behördenleiterin, und somit der Umweltministerin Ulrike Scharf, vor. Möglich wäre es auch, dass die Zwangsgelder von der Behördenleiterin persönlich zu zahlen sind.

Gutachter bringen Straßenbahn für Hagen ins Spiel

29. Januar 2018

Der Hagener Nahverkehr steht vor einer radikalen Wende. Gutachter bringen sogar eine Straßenbahn ins Spiel. Die war 1976 abgeschafft worden. (…)

Gutachter des Büros Stadt-Verkehr aus Hilden stellten den staunenden Fachpolitikern jetzt ein Konzept vor, in denen in zwei Szenarien auch die Einführung einer Straßenbahn nicht ausgeschlossen ist. Ähnliche Ansätze waren bereits um die Jahrtausendwende diskutiert worden. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: „Radikale Wenden“ sind in Hagen unbekannt, der Rat wird in alter Gepflogenheit die Probleme so lange aussitzen wie es nur irgendwie geht. Danach dürfte die Untätigkeit allerdings richtig teuer werden; vielleicht schon ab Ende Februar nach einem dann zu erwartenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu Fahrverboten.

Die (autobedingten) Hagener Verkehrsprobleme werden seit mindestens 40 Jahren diskutiert, vor 20 Jahren gab es bereits konkrete Planungen für die Einführung einer Regionalstadtbahn, die auch ins Umland fahren sollte. Aber die Entscheider im Stadtrat haben das Projekt abgelehnt und weiter ihre geliebte Auto-Vorang-Politik betrieben. Und betreiben sie immer noch – mit den bekannten Folgen: Stau, Flächenfraß, Luftverdreckung.

Wer wundert sich bei diesem Personal noch darüber, dass die Stadt immer unattraktiver wird? Da helfen auch keine Quasselrunden, bei denen am Ende bestenfalls Weinfeste herauskommen.

In der Welt ist man schon weiter:

Die Verkehrswende beginnt – überall

Die Vermutung, dass das Auto ein billiges Fortbewegungsmittel sei, ist ein frommer Selbstbetrug. Autofahren ist teuer, umweltzerstörend und lebensgefährlich. (…)

Quelle: Telepolis

Sanierung des Hagener Hauptbahnhofs im Herbst 2023 beendet

27. Januar 2018

32 Millionen Euro will die Deutsche Bahn in den Hagener Hauptbahnhof investieren. Fertig ist der Bahnhof im November 2023. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Pfefferer: „Noch ist Zeit!“

GRÜNE mahnen Umsetzung des Ratswillens zur Bahnhofsöffnung an

Nachdem die lokale Presse heute die Zeitschiene für die Sanierung des Hauptbahnhofs veröffentlicht hat, erinnern die GRÜNEN an den erklärten Willen des Rates, den Bahnhof durch einen Durchstich des Gleistunnels an die neu erschlossenen Flächen des „Westside“-Areals anzuschließen.

Fraktionssprecherin Pfefferer meint: „Wie schon in den ersten Berichten zur geplanten Sanierung ist von der dringend nötigen und einstimmig vom Rat gewollten Bahnhofsöffnung auch dieses Mal keine Rede. Man kann sich ja insgesamt fragen, warum bis zur  Ausschreibung und dem Beginn der konkreten Sanierungsarbeiten noch zwei volle Jahre vergehen müssen. In diesem Fall ist das aber sogar eine Chance: Denn diese zwei Jahre hat die Stadt nun Zeit, die Bahn davon zu überzeugen, die Tunnelöffnung in die Sanierungsplanung aufzunehmen. Der politische Wille ist lange hergestellt, doch die Verwaltung hat bislang keine schlüssige Planung für das Areal hinterm Bahnhof entwickelt. Die ist aber notwendig, um der Deutsche Bahn AG plausibel zu machen, dass ein solcher Durchstich nicht eine ungeordnete Dauerbrache erschließt, sondern ein relevantes Entwicklungsgebiet, das einen Anschluss an Nah- und Fernverkehr sowie einen direkten Durchgang zur Innenstadt zwingend benötigt. Wir bitten Oberbürgermeister Schulz und seine Planungsverwaltung, hier endlich mit höchster Priorität tätig zu werden, um das vorhandene Zeitfenster zu nutzen.“

Siehe zum Thema auch:

Tunnel nicht so teuer wie befürchtet

Der Durchstich des Bahnhof-Gleistunnel soll 7 statt 12 Millionen Euro kosten. Diese Verbindung wertet die Flächen westlich des Verkehrsknotenpunkts auf. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Soviel kosten in Düsseldorf 30 Meter der am Samstag eröffneten Wehrhahn-U-Bahnlinie, ein wohl etwas anspruchsvolleres Bauprojekt. Siehe auch den DW-Beitrag Goldene Pflastersteine im Hauptbahnhof – Abenteuerliche Zahlen aus dem Grothe-Amt“ vom Januar 2015.

Marktbrücke soll 2019 abgerissen werden

14. Januar 2018

Das wird Hagens Verkehr wohl vor eine große Herausforderung stellen: Die Marktbrücke (Märkischer Ring) über die Volme wird voraussichtlich schon im kommenden Jahr komplett abgerissen und neu gebaut. Das bedeutet, dass für eineinhalb bis zwei Jahre die viel befahrene Brücke nicht passierbar sein wird. Der Märkische Ring von der Potthoffstraße bis zum Bergischen Ring wird quasi zur verkehrsberuhigten Zone. (…)

Quelle: wp.de

„Wir brauchen 2018 messbare Erfolge für saubere Luft“

29. Dezember 2017

Deutscher Städtetag setzt auf ÖPNV – Hagener Provinzgrößen sind in der 1960er Jahren stehengeblieben und wollen weiter abreißen und Blaue Zone verhindern

Der Deutsche Städtetag hält es für entscheidend, dass 2018 messbare Erfolge beim Kampf gegen zu hohe Stickoxid-Werte in den Städten erzielt werden. Der kommunale Spitzenverband erwartet dafür mehr Engagement von der Autoindustrie und appelliert an Bund und Länder, stärker in den Öffentlichen Personennahverkehr zu investieren.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, sagte gestern in Berlin: „In wenigen Wochen kommt die Stunde der Wahrheit. Dann werden wir sehen, ob dem Bundesverwaltungsgericht ausreicht, was bisher passiert ist, um die Stickoxid-Emissionen zu senken. Im Verkehr in der Stadt verursachen Diesel-Pkw bis zu drei Viertel der Stickoxid-Emissionen.“

Wie ernst die Lage sei, zeige auch die drohende Klage der EU-Kommission gegen Deutschland wegen anhaltender Überschreitung von Grenzwerten der Luft in mehreren Städten und Regionen. Die Klage könne zu hohen Strafzahlungen der Bundesrepublik führen, so Dedy. Am 22. Februar verhandelt zudem das Bundesverwaltungsgericht zum Luftreinhalteplan des Landes Nordrhein-Westfalen für die Landeshauptstadt Düsseldorf.

Ein großer Teil der Vorschläge der Städte für nachhaltige Mobilität wird durch die Förderrichtlinien nicht berücksichtigt. „Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, der Ausbau des Radverkehrs, zusätzliche Fahrzeuge für einen dichteren ÖPNV-Takt und mehr Angebote im ÖPNV, die Menschen an der Haustür aufzunehmen, werden nicht durch den Mobilitätsfonds gefördert. Dabei ist der Bedarf riesengroß und die Nutzerzahlen im ÖPNV sollen ja auch weiter steigen.“

Der Effekt wären nicht nur sinkende Stickoxid-Emmissionen. Investitionen in nachhaltige Mobilität sind auch gut für den Klimaschutz und für bessere Luft. Sie würden Lärm mindern und Energie einsparen und so zu einer besseren Lebensqualität in den Städten beitragen.

„Deshalb fordern wir, dass der Bund in der Finanzierungsverantwortung für den öffentlichen Personennahverkehr bleibt. Nach jetzigem Stand verabschiedet sich der Bund im Jahr 2020 aus der Finanzierungspflicht und will das Projekt nachhaltige Mobilität in Deutschland den Ländern überlassen. Doch diese Aufgabe ist viel zu groß, um es allein zur Ländersache zu machen“, machte Dedy deutlich. Eine neue Bundesregierung müsse sich auch in diesem Punkt bewegen.

Während der Deutsche Städtetag eine Blaue Plakette fordert, damit die Städte bei möglichen Fahrverboten praktikabel handeln können, sind die heimischen Provinzheroen in den 1960er Jahren stehen geblieben und fordern mehr oder weniger unverholen Abrisse. Zum Beispiel auf dem von der Lokalpresse zur „Finanzamtsschlucht“ erklärten Märkischen Ring.

Ein Begriff, den der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Stephan Ramrath (CDU), gerne aufgreift: „Wenn ich auf die Finanzamtsschlucht blicke, ist das einer der wichtigsten Fördertöpfe, die aktuell zur Verfügung stehen. Von dem Thema hängt die Dynamik unserer städtischen Mobilität ab,“ sagte er nach Angaben der WPWR.

Die Verweigerungshaltung der Stadt sei ein weiteres Indiz dafür, dass die Verwaltung Vorschläge der Politik zum Thema Finanzamtsschlucht nicht ernst nähme und „eine blaue Umweltzone durchdrücken möchte“. Letzteres offensichtlich etwas, was Ramrath auf jeden Fall verhindern möchte.

Auch sein SPD-Kollege Jörg Meier, sieht in einem Bebauungsplan für den Bereich zwischen Bettermann-Insel, Emilienplatz und Volme die Lösung, um die Luftbelastung in diesem Quartier in den Griff zu bekommen. Im Klartext: Auch Meier will den Abriss.

Von der Schwerpunktforderung des Deutschen Städtetags nach einer Stärkung des ÖPNV ist von den beiden Vertretern des örtlichen Hinterwäldlertums selbstredend nichts zu hören. Ende Februar könnte das plötzliche Erwachen kommen.

Teurer Schildbürgerstreich

28. Dezember 2017

Laternenmasten auf der Bahnhofshinterfahrung müssen versetzt werden

Radwege sind für die Planer in Hagen immer noch fremde Welten. Als jüngste Schnapsidee hatten sie auf der als Allheilmittel für die heimischen Abgasprobleme angepriesenen und im Bau befindlichen Bahnhofshinterfahrung Laternenmasten mitten auf der für Radler vorgesehenen Fahrbahn plaziert.

Hagener Velozipedisten hatten diese geplanten Unfallpunkte kritisiert. Wie die lokale Presse berichtete, hat der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) die Masten inzwischen „entfernt und sucht nach geeigneteren Standorten für die Straßenleuchten hinter der dort errichteten Begrenzungsmauer“.

Zu den durch die Fehlplanung entstehenden zusätzlichen Kosten – die Straßenlänge in dem betreffenden Abschnitt beträgt mehrere hundert Meter – sind bisher keine Angaben bekannt.

Der WBH (Vorstände sind die Herren Thomas Grothe und Hans-Joachim Bihs) war zuletzt mit dem freihändigen Verkauf von Waldgrundstücken an die AWO zwecks des inzwischen gescheiterten Baus einer Forensik aufgefallen.

Regionalbahnen ins Sauerland fallen aus

23. Dezember 2017

Die Deutsche Bahn erklärt, dass es wegen eines außergewöhnlich hohen Krankenstandes im Sauerlandnetz aktuell zu Zugausfällen kommt. Betroffen sind aus Hagener Sicht die Linien RB 52 (Volmetalbahn von Dortmund nach Lüdenscheid), RB 53, RE 17 (Sauerland-Express von Kassel nach Hagen) und der RE 57. (…)

Quelle: wp.de

Weihnachts- und Silvesterverkehr 2017/2018

17. Dezember 2017

Wie in den vergangenen Jahren besteht an den einzelnen Weihnachtstagen und zum Jahreswechsel im Liniennetz der Hagener Straßenbahn AG ein besonderes Fahrplanangebot.

An Heiligabend gilt der normale Sonntagsfahrplan bis ca. 19:00 Uhr. Der NachtExpress verkehrt an diesem Tag nicht.

Am ersten Weihnachtsfeiertag sowie an Neujahr fahren die Busse nach dem Sonntagsfahrplan, Betriebsbeginn ist gegen 10 Uhr. Die letzten Nachtexpresse fahren um 23:32 Uhr ab Stadtmitte.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag gilt ganztägig der Sonntagsfahrplan. Der letzte Nachtexpress fährt an diesem Feiertag um 23:32 Uhr.

An Silvester sind die Busse wie an einem Sonntag unterwegs. Für alle Feiernden bietet die Hagener Straßenbahn wieder den Silvesternachtverkehr. Die Nachtexpresse verkehren zunächst wie gewohnt nach dem Sonntagsfahrplan, jedoch entfällt die Abfahrt von der Stadtmitte um 23:32 Uhr. Um 0:32 Uhr setzen die Nachtexpresse wieder an der Stadtmitte ein. Die letzte Fahrt ab Stadtmitte ist um 3:32 Uhr.

Die KundenCenter in der Körnerstraße und am Hauptbahnhof sind bis zum 23. Dezember geöffnet. Nach den Weihnachtsfeiertagen sind die KundenCenter ab dem 27. Dezember wieder geöffnet, Silvester und Neujahr geschlossen.

Weihnachts- und Silvesterfahrplan downloaden (pdf)

Wieder direkt ins Oberbergische

6. Dezember 2017

Fahrplanverbesserungen bei der Bahn

Nach mehr als 30 Jahren nimmt die Bahn zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember wieder den Personenverkehr auf der Strecke Lüdenscheid-Meinerzhagen auf. Damit entstehen neue Verbindungen auch von Hagen direkt nach Gummersbach und Umgebung. Vorerst allerdings nur im 2-Stunden-Takt mit Umstieg in Lüdenscheid-Brügge; am selben Bahnsteig mit 3 Minuten Übergang.

Weitere Verbesserungen:

RE 4: Das Angebot wird am Wochenende in den Nächten ab kurz vor Mitternacht durch insgesamt vier zusätzliche Hin- und Rückfahrten auf der Strecke Düsseldorf–Hagen ausgeweitet. Ab Hagen: 0:34, 1:32, 2.32 und 3.32 Uhr; ab Düsseldorf: 23:40, 0:40, 1:38 und 2:40 Uhr.

RB 40: Täglich zusätzlich ab Hagen in Richtung Essen über Wetter um 0:17 Uhr, ab Essen in Richtung Hagen um 0:12 Uhr. Fr/Sa und Sa/So ab Hagen auch um 1.17 und 2.17 Uhr, ab Essen um 1.07 und 2.07 Uhr.

RB 52: Täglich verkehren zusätzliche Fahrten am späten Abend ab Hagen um 22:53 und 23:53 Uhr über Herdecke bis Dortmund. Darüber hinaus wird samstags und sonntags eine weitere Fahrt ab Hagen (00:53) bis Dortmund angeboten. Auch in der Gegenrichtung wird das Angebot entsprechend verbessert: Es verkehren täglich zusätzliche Fahrten ab Hagen nach Lüdenscheid über HA-Oberhagen, -Dahl und -Rummenohl um 22:11 und 23:11 Uhr sowie am Wochenende um 0:11 und 1.41 Uhr. Montags bis freitags zusätzlicher Zug morgens von Hagen (4:53) bis Dortmund (5:27).

S 5: Montags bis freitags zusätzliche Hin- und Rückfahrt im Spätverkehr gegen 1 Uhr auf der Strecke Hagen–Dortmund.

S 8: Fahrzeitänderung des täglich in den frühen Morgenstunden einmal verkehrenden Flughafenzubringers, der künftig außerdem zwischen Hagen (02:23) und Düsseldorf Hbf (03:30) an allen S-Bahnhöfen hält. Am Wochenende verkehrt der Flughafenzubringer als zweiteiliger Zug und wird aus Hagen kommend in Düsseldorf geteilt, ein Zugteil fährt zum Flughafen, der andere Zugteil nach Mönchengladbach.

Neue Preise und Tickets beim VRR

2. Dezember 2017

Mit neuen Angeboten sowie Veränderungen bei Tickets und Preisen startet der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ins neue Jahr: Zum 1. Januar 2018 werden die Ticketpreise um durchschnittlich 1,9 Prozent angehoben.

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört das YoungTicketPlus, das gewerblichen und kaufmännischen Auszubildenden der Region ein ähnliches Angebot wie das SchokoTicket für Schüler zur Verfügung stellt. Eine Erweiterung bzw. Zusammenfassung von Gültigkeitsbereichen der Preisstufe C bedeutet für die Nutzer, in vielen Bereichen kein Zusatzticket mehr zu benötigen. An die zunehmende Zahl von Wochenend- und Städtereisenden in der Metropole Ruhr richten sich die 24/48-Stunden-Tickets, die damit flexibel in der Region unterwegs sein können.

Weitere Infos unter www.vrr.de

Sozialticket: Rolle rückwärts

29. November 2017

Der NRW-Landtag hat sich in einer Aktuellen Stunde mit der Zukunft des Sozialtickets im Öffentlichen Nahverkehr beschäftigt. Anlass war die Ankündigung der Landesregierung, den Anteil des Landes an den Kosten vom kommenden Jahr an zu reduzieren.

Zwischenzeitlich hat die Landesregierung mitgeteilt, dass im kommenden Jahr wie bisher 40 Millionen Euro für die ermäßigte Fahrkarte für Arbeitssuchende und Bedürftige im Haushalt 2018 zur Verfügung gestellt werden sollen.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, der das Geld eigentlich in den Straßenbau umleiten wollte, gibt jetzt den Sozialonkel: „Es ist unbestritten, dass Bedürftige auch in Zukunft zu fairen Preisen mobil sein müssen. Individuelle Mobilität bedeutet Teilhabe. Deswegen muss es auch in Zukunft ein entsprechendes Angebot geben.“

NRW plant Streichung der Sozialticket-Zuschüsse

26. November 2017

Verkehrsminister Wüst will das Geld in den Straßenbau stecken

von Ruth Sauerwein

Jetzt ist es heraus: Die schwarz-gelbe Landesregierung hat beschlossen, dass das Sozialticket ein Auslaufmodell ist. Das Sozialticket wurde unter der rot-grünen Landesregierung eingeführt und ermöglichte Hartz-IV-Empfängern, Aufstockern, Rentnern in Grundsicherung, Beziehern von Wohngeld und Flüchtlingen eine preisgünstige Möglichkeit, am öffentlichen Nahverkehr teilzuhaben.

Die Zuschüsse der Landesregierung haben schon in den letzten Jahren kaum ausgereicht, um die Finanzierungslücke in den Verkehrsverbünden – für Hagen den VRR – auszugleichen. Jetzt will Verkehrsminister Wüst die Zuschüsse in zwei Schritten weiter kürzen.

In Hagen sind, vorsichtig gerechnet, 32 400 Menschen anspruchsberechtigt. Etwa 4 200 machen inzwischen von der Möglichkeit Gebrauch. Hartz-IV-Empfänger müssen das Jobcenter aufsuchen, Rentnerinnen zum Arzt oder Einkaufen fahren, Aufstocker müssen ihren Arbeitsplatz erreichen. Sie alle mussten am 1. Oktober bereits eine Preiserhöhung von 6,3 Prozent (auf 37,80 €) verkraften. Jetzt drohen ihnen in der nächsten Zeit weitere finanzielle Belastungen – gerade denjenigen, bei denen jeder Cent zählt.

Minister Wüst will das Geld, das einkommensschwachen Menschen genommen wird, in den Ausbau des Straßennetzes stecken, ist zu vernehmen – noch nicht einmal zweckgebunden in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Die SozialAG von Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Hagen verurteilt diese Politik, die Menschen von ihrem Recht auf Mobilität ausschließt. Sie ist unsozial und setzt in Zeiten des Klimawandels falsche Signale für noch mehr Individualverkehr, von dem die Anspruchsberechtigten für ein Sozialticket ausgeschlossen sind. Wir fordern die Hagener Landtagsabgeordneten und den Oberbürgermeister auf, sich dem Protest gegen das Aus für das Sozialticket anzuschließen.

Hagener ÖPNV: „Angebot völlig indiskutabel“

24. November 2017

SPD und GRÜNE legen Positionspapier vor

Seit der Kommunalwahl 2014 herrschte beim Problemfall Hagener ÖPNV drei Jahre lang politischer Stillstand, obwohl SPD als auch GRÜNE dessen Mängel im Wahlkampf damals durchaus thematisiert hatten.

Um diese Debatte endlich voran zu bringen und gemeinsame Wege zu finden, haben sich SPD und GRÜNE heute an die anderen Hagener Parteien gewandt.

Die Attraktivität des ÖPNV in Hagen habe seit Jahren leider permanent abgenommen und das Angebot gerade für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei völlig indiskutabel, heißt es in dem Schreiben der beiden Parteien. Linienführungen und Taktfolgen vor allem außerhalb des Zeitraums von 7 bis 18 Uhr seien kaum noch vertretbar und berücksichtigten nicht den Wandel der Lebensverhältnisse. Ebenso entsprächen die Fahrzeuge hinsichtlich Komfort (z.B. bei der Klimatisierung) und Kapazität (in Bezug auf Rollatoren und Kinderwagen) überwiegend nicht mehr dem heute notwendigen Standard.

„Wir sind uns als SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN darin einig, dass wir den ÖPNV in Hagen dringend zu einem Schwerpunkt der politischen Arbeit machen müssen. Die Attraktivität unserer Stadt hängt entscheidend davon ab, wie gut unser Nahverkehrssystem funktioniert. Eine Alternative zum Individualverkehr ist das Busnetz nicht. Auch angesichts der Umweltbelastungen – insbesondere aufgrund der Tallage Hagens – ist es jedoch notwendig, ein attraktives Nahverkehrsangebot zu schaffen“, teilen die beiden Parteien weiter mit.

Mit ihrem gemeinsam erarbeiteten und jeweils einstimmig beschlossenen ÖPNV-Konzept böten sie konkrete inhaltliche Lösungsvorschläge an.

„Wir wollen diese Diskussion gemeinsam führen. Dies ist dringend nötig und daher laden wir Sie und Ihre Partei dazu ein, sich daran konstruktiv und zum Wohle unserer Stadt zu beteiligen.

Treten Sie mit uns in den Dialog – für die Zukunftsfähigkeit unseres ÖPNV in Hagen! Lassen Sie uns gemeinsam an den dort formulierten Zielen arbeiten und an die Fraktionen des Stadtrats herantreten, um eine breite Mehrheit dafür zu erreichen. Wir freuen uns Vorschläge und Diskussionsbeiträge Ihrerseits.“

Öffentlicher Personennahverkehr in Hagen

Positionspapier von SPD und GRÜNEN

Vorbemerkung

Das Busnetz der Hagener Straßenbahn, die Linienführung und die Taktfolge werden seit vielen Jahren überwiegend von dem Bemühen geprägt, das Defizit so gering wie möglich zu halten. Ausgehend von der Finanzkrise der Stadt Hagen, dem Verlust des steuerlichen Querverbundes und den wegbrechenden Erträgen der Mark E / Enervie wurden drastische Einschnitte in dem Angebot der Hagener Straßenbahn vorgenommen. Die dazu erforderlichen Entscheidungen wurden vom Rat der Stadt Hagen getroffen.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs in Hagen in den letzten Jahren permanent abgenommen hat.

Es muss festgehalten werden, dass das Angebot für Arbeitnehmer außerhalb der Innenstadt mit nicht regelmäßiger Tagesarbeitszeit völlig indiskutabel ist. Die Arbeitnehmer in dieser Stadt haben weitgehend ihren Arbeitsweg ohne Nahverkehr organisiert und sind auf den Individualverkehr ausgewichen. Formal werden die Gewerbegebiete zwar bedient, allerdings sind Taktfolge und Fahrtzeiten völlig unakzeptabel.

Negativ betroffen sind z.B. die Arbeitnehmer, die aufgrund ihrer sozialen Situation und der Arbeitszeiten eigentlich auf ein funktionierendes Nahverkehrssystem angewiesen sind. Dies gilt insbesondere für die  Mitarbeiterinnen des Einzelhandels und der Pflegeberufe.

Montags bis freitags sind außerhalb des Zeitraums von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr vertretbare Linienführungen und Taktfolgen nicht gegeben. Dies schränkt auch im erheblichen Umfang die Bewegungsmöglichkeiten der älteren Bevölkerungsteile ein. Verschärft wird diese Situation noch an den Wochenenden.

Insgesamt berücksichtigt die Planung nicht den Wandel der Lebensverhältnisse. Das Geschäftsleben in der Innenstadt endet nicht mehr wie vor vielen Jahren um 18.30 Uhr, an Samstagen sind nicht mehr ab 14.00 Uhr die Geschäfte geschlossen.

Deutlich weniger als 50 % der eingesetzten Fahrzeuge entsprechen dem notwendigen Komfort für Fahrgäste und Fahrer hinsichtlich der Klimatisierung der Fahrzeuge.

Die zunehmende Zahl der Fahrgäste, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind oder Kinderwagen mitführen, übersteigt die Kapazität der Busse bei weitem.

Die Bevölkerung kann ohne Nutzen des Individualverkehrs nicht mehr an dem gesellschaftlichen Leben in der Stadt in den Abendstunden und an den Wochenenden teilnehmen. Der demografische Wandel macht diese Entwicklung noch dramatischer, Ältere sind bis ins hohe Alter darauf angewiesen, mit dem PKW zu fahren.

Eine Alternative ist das Busnetz nicht.

Die Notwendigkeit dem Individualverkehr angesichts der Umweltbelastungen – insbesondere aufgrund der Tallage Hagens – ein attraktives Nahverkehrsangebot gegenüber zu stellen, wird in keiner Weise erreicht.

Konsequenz

Es ist dringend geboten, dass der öffentliche Personennahverkehr ein Schwerpunkt der politischen Arbeit in Hagen wird.

Dabei ist zunächst festzustellen, dass die Schwachstellen keine Kritik an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hagener Straßenbahn bedeuten. Die Vorgaben des Rates und deren Vertreter im Aufsichtsrat der Hagener Straßenbahn haben diese Situation herbeigeführt. Es gilt gemeinsam trotz der angespannten Haushaltslage der Stadt Verbesserungen und Optimierungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Die viel diskutierte Attraktivität Hagens hängt nicht zuletzt und entscheidend auch von einem gut funktionierenden Nahverkehrssystem ab.

Dies umso mehr, da durch den dringend notwendigen Umstieg vom Individualverkehr auf den ÖPNV sich die Immissionsbelastungen mit Feinstaub und Stickoxiden senken lassen. Das ist ein wichtiger Baustein, die Menschen an den vielbefahrenen Straßen vor erheblichen Gesundheitsgefahren zu bewahren und gleichzeitig drohende Strafzahlungen der EU wegen Nichteinhaltung der Grenzwerte zu vermeiden.

Maßnahmen

Nahverkehrsplan

Die vom Rat beschlossene Neufassung des Nahverkehrsplans für Hagen bietet die Chance, die notwendigen Änderungen umzusetzen.

Dabei sind folgende Ziele umzusetzen

  • Verstärkung des Angebots in den Abend- / Nachtstunden und an den Wochenenden, dies schließt auch individuelle Lösungen mit ein (z. B. Anrufsammeltaxen, oder Busse per App à http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/duisburg-bus-app-bestellen100.html )
  • Optimierung der Linienführung mit dem Ziel, die Reisezeiten zu verkürzen,
  • verbindliche Umsteigebeziehungen in den Nebenzentren um abseits gelegene Wohngebiete zu erschließen,
  • Anbindung der Nebenzentren in einem 15 Minuten-Takt, Linien mit dem selben Endziel müssen dieses Ziel zu unterschiedlichen Zeiten im Rahmen der Taktvorgabe erreichen,
  • Vermeiden von Parallelfahrten
  • Verlässlichkeit (Pünktlichkeit) der Verbindungen, Zusatzmaßnahmen aufgrund von langfristigen Verkehrsstörungen z. B. durch Straßenbauarbeiten,
  • Anbindung des Schienenverkehrs an die Innenstadt verbessern, z. B. durch
    • Schaffung eines Haltepunktes für die DB in Eilpe im Bereich des Einkaufscentrums schaffen, dafür könnte der Haltepunkt Oberhagen aufgegeben werden.
    • Die Aktivierung des Bahnhofs  Vorhalle. Abstimmen des Fahrplans und des Angebots mit überörtlichen Anbietern (z. B. DB)
  • Verpflichtende Ausstattung aller Fahrzeuge mit Klimaanlagen, Neuanschaffung von Bussen nur noch mit emissionsarmer Antriebstechnik (ab 2025?)
  •  Verstärkte Berücksichtigung der Transportnotwendigkeit für Menschen mit Handicaps.
  • Sicherung der vorhandenen Sozialstandards für die Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen als zwingende Vorgabe im Rahmen des Nahverkehrsplans

Stadtplanung

Bei der anstehenden Neuausrichtung der Verkehrsplanung aufgrund des Zustandes der Hagener Brücken ist darauf zu achten, dass eine Vorrangstellung für den ÖPNV sichergestellt wird,

Mögliche Maßnahmen sind

  • Vorrangschaltungen bei den Ampelanlagen, separate Busspuren für Busse, Taxen und Radfahrer,
  • Verknüpfung der unterschiedlichen Verkehrsmittel durch
    • Schaffung von Park-and-Ride Möglichkeiten (z.B. Höing, Eilpe, Haspe, Vorhalle),
    • Einbinden des Radnetzes in den ÖPNV durch zentrale Umsteigmöglichkeiten mit sicheren Abstellmöglichkeiten für die Räder.
    • Öffnung des Bahnhofstunnels nach Fertigstellung der Bahnhofshinterfahrung (dadurch kann eine Anbindung sowohl des Radverkehrs als auch der Fußgänger ermöglicht werden
  • Konsequente Vorrangpolitik für den ÖPNV durch Einschränkung des Individualverkehrs.

Neue und alternative Mobilitätskonzepte

Langfristig bzw. mittelfristig wird das ÖPNV-Angebot durch alternative Verkehrsmittel und –angebote sich verändern. Die Hagener Straßenbahn AG ist daher durch den Rat damit zu beauftragen, diese Konzepte für Hagen mit zu entwickeln und auch umzusetzen (Car Sharing, selbstfahrende kleinere Transporteinheiten, usw.).

Sicherheitsaspekt

Die Situation an der zentralen Haltestelle am Hauptbahnhof ist für viele Fahrgäste mehr als besorgniserregend, Belästigungen, Pöbeleien, Bedrohungen, Betteleien verunsichern die Fahrgäste. Dies gilt insbesondere in den Abendstunden, dann auch an der Haltestelle im Innenstadtbereich. Ältere Personen trauen sich häufig nicht mehr, bei Dunkelheit diese Bereiche zu nutzen.

Es sind daher zusätzliche Sicherheitskräfte in diesen Bereichen einzusetzen. Dabei ist auch zu prüfen, ob in den Abend- und Nachtstunden zur Sicherheit der Fahrer und der Fahrgäste Fahrbegleiter eingesetzt werden.

Weiteres Vorgehen

Es ist dringend geboten, dass die dargestellten Probleme, Maßnahmen und Anregungen in die öffentliche Diskussion intensiv einfließen. Im Gegensatz zu anderen Interessengruppen verfügen die Nutzer des ÖPNV über keine öffentliche Lobby.

Hier sind die Parteien von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gefordert, sich massiv zu engagieren.

Die Diskussion und die Ergebnisse werden nicht losgelöst von der Hagener Finanzsituation zu diskutieren und zu erzielen sein, dennoch ist es erforderlich, dass der öffentliche Personennahverkehr in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt wird.

Finanzielle Entscheidungen über die Konsequenzen des neuen Nahverkehrsplans sind im Gegensatz zum derzeitigen Ratsbeschluss am Ende des Diskussionsprozesses zu treffen.

Unabhängig von der aktuellen Diskussion zur Neufassung des Nahverkehrsplanes für Hagen besteht Einigkeit, dass gesellschaftspolitisch die Förderung des öffentlichen Personenverkehrs auf allen Ebenen die einzige Alternative zum drohenden Verkehrskollaps ist und eine wirksame Maßnahme zur Verbesserung der teilweise gesundheitsgefährdenden Immissionsbelastung darstellt.

Von daher müssen sowohl der Bund als auch die Länder die dafür erforderlichen Maßnahmen und Mittel zur Verfügung stellen, z.B.

  • durch verbesserte Zuschüsse bei der Anschaffung von Bussen mit emissionsarmen  Antrieben
  • ……

Es gilt diese Position stärker in den Schwerpunkt der öffentlichen Diskussion zu stellen.

Lärm auf der nahen A 1 lässt Anwohner in Hagen verzweifeln

16. November 2017

Die A 1 ist einer der wichtigsten Verkehrswege in Deutschland. Die Anwohner in Hagen treibt das beständige Tosen jedoch zur Verzweiflung. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Lärm – nicht nur an der Autobahn, Luftverschmutzung, im Stau feststeckende Busse, kein Raum für Fußgänger und Radfahrer – das sind die Ergebnisse einer seit Jahrzehnten völlig verfehlten Verkehrspolitik. Nicht nur auf der Bundesebene, die für die Autobahnen zuständig ist, sondern leider auch auf kommunaler Ebene.

Die Mischung aus unfähigen – zuletzt auch noch bajuwarischen – Bundesverkehrsministern und einem Stadtrat, dessen Mitglieder ihre eigene Kommune seit vielen Jahren ausschließlich durch die Windschutzscheibe wahrgenommen haben, führten zu den Ergebnissen, die heute zu beklagen sind.

Naive Stuhlkreisrunden, die sich mit Moosanpflanzungen und Finanzamtsabrissen beschäftigen, werden das Übel nicht beseitigen, sondern nur unnütze Kosten für noch mehr Gutachten verursachen. Eine spürbare Entlastung wird nur durch eine wirksame Eindämmung des motorisierten Individualverkehrs zu erzielen sein; sowohl der LKWs als auch der PKWs.

Die Mittel dafür stehen zur Verfügung: Pförtnerampeln, Citymaut, stringente ÖPNV-Vorangpolitik, eine andere Aufteilung des Straßenraum usw. Alles machbar, allerdings nicht gewollt. Aber es gibt ja noch Gerichte in Deutschland und die Klagen sind bereits anhängig. Sobald die ersten Urteile fallen, wird das Geschrei groß sein. Tja, Ratsleute, Ihr habt’s verpennt!

Hauptbahnhof Hagen wird öfter gereinigt

2. November 2017

Die Bahn reagiert auf Bürgerbeschwerden: Der Hauptbahnhof Hagen wird nun öfter gereinigt. Und der Taubenkot soll regelmäßig entfernt werden. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Aber erst nach der Chefarztvisite, wie dem Beitrag zu entnehmen ist.

Hagen Hbf: „Sicher kein Vorzeigebahnhof“

31. Oktober 2017

Ist der Hagener Bahnhof der schmutzigste im ganzen Land? Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn: „Hagen ist sicher kein Vorzeigebahnhof.“ (…)

Quelle: wp.de

Fahren ohne Fahrschein

30. Oktober 2017

Die Zeit teurer Tickets für schlechte Verkehrsverbindungen könnte zu Ende gehen

Die estnische Hauptstadt Tallinn hat den Nulltarif für Busse und Bahnen eingeführt und gleichzeitig viel Geld in den öffentlichen Nahverkehr investiert. Seitdem ist die Altstadt nahezu autofrei. Foto: Johannes Backes/ZDF

Verstopfte Städte, verspätete Busse, teure Tickets – Alltag in Deutschland, Alltag in Hagen. Geht das auch anders? Die ZDF-Sendung „plan b“ zeigt mögliche Auswege: Könnte ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr helfen?

In der estnischen Hauptstadt Tallinn und auch im französischen Dünkirchen wurde der Nulltarif eingeführt und das Angebot optimiert. Auch in Deutschland gibt es erste Anzeichen dafür, dass die Zeit teurer Tickets für schlechte Verkehrsverbindungen zu Ende geht.

Im brandenburgischen Templin leben die deutschen Pioniere des kostenlosen Nahverkehrs. Dort nahm nach der Wende der Autoverkehr so rasant zu, dass die Luftqualität des Kurortes ernsthaft in Gefahr geriet. Templin führte eine revolutionäre Reform durch: Unentgeltlich Bus fahren für jedermann. Die Fahrgastzahlen explodierten, neue Busse mussten angeschafft werden. Weil aber die Kosten stiegen, mussten die Bürger doch wieder an der Finanzierung beteiligt werden. Heute gibt es eine „Jahreskurkarte“ für nur 44 Euro, und die nutzen immer noch mehr Menschen als vor der Reform. Ein Teilerfolg für die Gemeinde in Brandenburg.

Verkehrsexperte Allan Allaküla ist stolz auf seine Heimatstadt Tallinn. Denn in der Hauptstadt von Estland können die Einwohner seit 2013 mit einem elektronischen Ticket alle Busse und Bahnen kostenlos nutzen. Die Autokolonnen sind dadurch aus den Straßen der Innenstadt verschwunden. Ein weiterer positiver Effekt: Der Gratisfahrschein für Anwohner zog immer mehr Bürger aus dem Umland an. Diese meldeten ihren Wohnsitz um und spülten Steuereinnahmen in Tallinns Stadtkasse. Diese Einnahmen nutzt die Stadt, um die öffentlichen Verkehrsverbindungen weiter zu modernisieren. Eine Erfolgsgeschichte findet Allan Allaküla: „Wir inspirieren andere Städte, den kostenlosen Nahverkehr einzuführen!“

„Gratuit“ steht mit großen Lettern an den öffentlichen Verkehrsmitteln der französischen Hafenstadt Dünkirchen. Hier läuft gerade ein Probebetrieb für den Nulltarif an den Wochenenden. Eingeführt hat ihn Patrice Vergriete, der mit seinen Verkehrsplänen den Einzug in das Bürgermeisteramt geschafft hat. Die Maßnahme zeigt bereits erste positive Auswirkungen auf die Entwicklung der strukturschwachen Innenstadt. Mit der Unterstützung einer in Frankreich gesetzlich möglichen „Arbeitgeberabgabe“ werden neue Busspuren und Haltestellen gebaut, die Busse modernisiert. „Das ist natürlich eine steuerliche Belastung“, weiß Patrice Vergriete, aber eine, die für Dünkirchen zum Erfolg führen kann.

plan b: Fahren ohne Fahrschein
Kostenloser Nahverkehr

Film von Julia Mayer und Johannes Backes

Video in der ZDF-Mediathek verfügbar bis 28.10.2018, 18:00

Mehr Platz für Begegnungen, weniger für Autos

11. Oktober 2017

Jeder Zweite wünscht Neuaufteilung des Stadtraums

Die Hälfte aller Bundesbürger wünscht sich eine andere Aufteilung des öffentlichen Raumes. 87 Prozent von ihnen wollen mehr Platz für Begegnungen, Rad- und Fußverkehr, 50 Prozent wollen diese Veränderung zulasten des Autoverkehrs.

Das ist das Ergebnis einer repräsentative Umfrage, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Auftrag gegeben hat. Der ADFC sieht das als Bestätigung, dass die Verkehrswende von breiten Bevölkerungsschichten gewollt ist.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Großbaustelle der nächsten Bundesregierung ist die Verkehrswende. Nur wenn es gelingt, den größten Teil des Stadtverkehrs auf Fuß, Rad und ÖPNV zu verlagern, bleiben Menschen und Waren mobil und Städte lebenswert. Mit mehr Platz zum Verweilen, zum Spielen, Schlendern und für das Radfahren. Und mit weniger Dominanz des Autos. Jetzt haben wir auch die Zahlen zu diesem Bedürfnis. Politiker sollten das ernst nehmen!“

Nur 10 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für mehr Parkplätze und Kfz-Fahrbahnen aus. Bei den weiblichen Befragten liegt der Wert sogar nur bei 8 Prozent. Ein Großteil der Menschen (87 Prozent der „Veränderer“ bzw. 42 Prozent der Gesamtbevölkerung) wünscht sich mehr Platz für aktive Mobilität und attraktive Aufenthaltsorte. Gefragt, woher der gewünschte Platz genommen werden soll, antworten die meisten (49,8 Prozent) „vom Autoverkehr“. Bei den Frauen ist der Ausschlag noch deutlicher (55,2 Prozent).

Der ADFC fordert Vorrang für Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV vor dem Autoverkehr, deutlich höhere Finanzmittel des Bundes, Verbesserungen bei der Verkehrssicherheit sowie verbindliche Qualitätsstandards für Radwege.

Die repräsentative Umfrage „Platz für Begegnungen“ wurde vom Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag des ADFC im August 2017 im Rahmen einer Mehrthemenuntersuchung durchgeführt. Befragt wurden 1.090 Bundesbürger ab 14 Jahren in persönlichen Interviews.

Willkommen in Hagen

4. Oktober 2017

Ankunft RE 7 aus Köln (jeweils links im Bild), Dienstag, 3. Oktober 2017, 14.19 Uhr, Gleis 3, Hagen Hbf.: Die „Heimat“ begrüßt den Reisenden. Mit Müll. Willkommen in Hagen – willkommen daheim.

„Heimat“ – das ist doch der neue Kampfbegriff der Konservativen und ihrer Presse. Sogar ein „Heimatministerium“ gibt es nicht nur im Freistaat der Seppelhosen, sondern seit der schwarzgelben Machtübernahme auch in NRW. Vorgegaukelt wird dem Publikum dabei eine Idylle aus vergangenen Zeiten. Die Realität ist auf den Fotos zu sehen. Die Stationsschilder „Hagen Hbf.“ könnten eigentlich abgeschraubt werden, der Reisende erkennt auch ohne diese Hinweise sofort wo er angekommen ist.

Der Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) testiert dem Hagener Hauptbahnhof ein „akzeptables Erscheinungsbild“ – welch ein Hohn. Hagens Oberbürgermeister Erik Null Schulz, der wie wild darauf versessen war, Vorsitzender der Verbandsversammlung des VRR zu werden, hat bisher nichts zur Verbesserung des ÖPNV in Hagen beigetragen. Und natürlich auch nichts für die Hagener Bahnhöfe erreicht. Im Gegensatz zu seinen vollmundigen Versprechungen, was er in seinem neuen Amt alles für Hagen und speziell für den Hauptbahnhof erreichen könne, hat er kürzlich angekündigt, auch noch die Mittel für den Busverkehr weiter kürzen zu wollen.

„ÖPNV-Angebot erweitern und ergänzen“

1. Oktober 2017

Gemeinsame Erklärung von Bündnis 90/Die Grünen und SPD Hagen zum ÖPNV

Mit Sorge betrachten wir die Diskussion zum städtischen Haushalt für die Jahre 2018 und 2019. Die nach wie vor angespannte Finanzlage darf jedoch keinesfalls dazu führen, dass weitere Einschnitte in das Leistungsangebot des ÖPNV vorgenommen werden.

Im Gegenteil, das ÖPNV-Angebot in unserer Stadt ist nach Überzeugung von Bündnis 90/Die Grünen und SPD Hagen dringend zu erweitern und ergänzen. Das gilt insbesondere für die Anbindung der einzelnen Stadtteile mit der Innenstadt sowie den Gewerbe- und Industriegebieten; die dort beschäftigen Arbeitnehmer sind für ihre Wege hin zur Arbeit und zurück nach Hause oftmals zwingend auf den ÖPNV angewiesen.

Das derzeitige Angebot in den Abendstunden und den Wochenenden schließt Menschen ohne PKW von weiten Teilen des gesellschaftlichen Lebens aus. Die viel diskutierte Attraktivität Hagens hängt nicht zuletzt und entscheidend auch von einem gut funktionierenden öffentlichen Nahverkehrssystem ab. Dies gilt umso mehr, da durch den dringend notwendigen Umstieg vom Individualverkehr auf den ÖPNV sich die Immissionsbelastungen mit Feinstaub und Stickoxiden senken lassen.

Ein gleichbleibender oder gar abgesenkter Finanzbeitrag der Stadt Hagen für die Hagener Straßenbahn, in Kombination mit einem möglichen von Gericht verhängten Dieselfahrzeugverbot, führt zu einem Verkehrskollaps und Zusammenbruch des ÖPNV in unserer Stadt. Das gilt es zu verhindern.

Als Bündnis 90/Die Grünen und SPD Hagen werden wir deshalb in Kürze ein gemeinsames ÖPNV-Konzept vorlegen und im Rat der Stadt bei der Neufassung des Nahverkehrs einbringen. Dieses Konzept wird die berechtigten Forderungen der Bürgerinnen und Bürger für ein gut funktionierendes öffentliches Hagener Nahverkehrssystem berücksichtigen und darüber hinaus Perspektiven zu einer langfristigen und nachhaltigen Finanzierung des ÖPNV aufzeigen.

Grüne Hagen fordern eine breite Diskussion über den ÖPNV

27. September 2017

Die Grünen Hagen wollen eine stadtweite Diskussion über die Zukunft des ÖPNV in Hagen herbeiführen. Bei der Mitgliederversammlung in dieser Woche wurden erste Impulse gesetzt.

Intensiv diskutierten die Hagener Grünen bei ihrer Mitgliederversammlung am Dienstag die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs in Hagen.

Dazu erklärt die Sprecherin Christa Stiller-Ludwig:

„Wir diskutieren seit Jahren über die bedrohlichen Luftwerte in der Hagener Innenstadt. Ein attraktiver und nutzerfreundlicher ÖPNV mit möglichst abgasarmen Fahrzeugen ist ein wichtiger Schritt zur Luftverbesserung und zur Vermeidung von Fahrverboten. Nicht nur deshalb ist der ÖPNV Teil der Daseinsvorsorge.

Vor diesem Hintergrund darf es nicht sein, dass schon wieder laut über Kürzungen des Busverkehrs nachgedacht wird. Wir sehen dies mit großer Sorge und regen eine stadtweite Diskussion über die Zukunft des ÖPNV in Hagen an.“

KV-Sprecher Rolf Willaredt ergänzt:

„Wir brauchen eine Attraktivierung des Nahverkehrs. Solange man seinen Arbeitsplatz nicht zu Schichtbeginn mit dem Bus erreicht und solange man abends nach dem Fitnessstudio nur mit dem Auto nach Hause kommt, kann kaum jemand auf das Autofahren verzichten. Gleichzeitig muss der Nahverkehr Kernelement einer vernetzten Mobilität sein. Sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, ein Ticket für verschiedene Beförderungsmöglichkeiten und die Diskussion über Bedienformen wie Fahrten auf Abruf gehören dazu.

Hagen braucht einen gut funktionierenden Nahverkehr. Wir möchten mit allen Parteien, aber auch mit den Bürger*innen über die besten Möglichkeiten dazu ins Gespräch kommen. Die Zeit drängt.“

Alte Bahntrassen als Basis für neue Radwege in Hagen

21. September 2017

Hagen belegt den letzten Platz im Fahrradfahren bei den Städten zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern beschert. Nun wird gegengesteuert. (…)

Quelle: wp.de

Hagen scheitert an Barrierefreiheit für Bushaltestellen

19. September 2017

Hagen schafft es nicht, wie vorgeschrieben alle 770 Bushaltestellen bis 2022 so zu gestalten, dass Menschen mit Behinderung sie nutzen können. (…)

Die Kommunen können beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) entsprechende Förderanträge stellen. Einige Kommunen haben das auch schon längst in Anspruch genommen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Andere Kommunen, Hagen offenbar nicht. Wieder einmal ein Versagen von Rat und Verwaltung, vor allem aber des Hagener Oberbürgermeisters Erik O. Schulz. Der hatte sich 2014 unter dubiosen Umständen zum Vorsitzenden der Verbandsversammlung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) wählen lassen. DOPPELWACHOLDER.DE hatte damals ausführlich über diesen Vorgang berichtet (siehe: OB trickst Rat aus, Ziel erreicht und Dehm lässt grüßen), in dem Kritiker einen Missbrauch des § 60 der NRW-Gemeindeordnung sahen.

Genau dort, in der von Schulz geleiteten Verbandsversammlung, wird gemäß ÖPNV-Gesetz NRW jährlich ein Katalog der zu fördernden investiven Maßnahmen festgelegt. Hagener Interessen in die Versammlung einzubringen, erschien dem allzu selbstbezogenen OB offensichtlich nicht opportun. Dabei wäre es eine seltene Gelegenheit gewesen, das seinerzeit mit allen verfügbaren Mitteln angestrebte Amt zum Wohle seiner Heimatstadt zu nutzen. Hintergründe, die Schulz‘ Haus- und Hofblatt naturgemäß unerwähnt lässt.

Mit dem operativen Geschäft des VRR hat die Verbandsversammlung ansonsten wenig zu tun; Sitzungen sind selten (dreimal in 2016) und enden in der Regel nach wenigen Minuten (siehe: Nur drei Viertelstündchen). Hier hätte der OB einmal beweisen können, dass er sich nicht nur selbst beweihräuchert.

Aber nichts da. Es gilt weiter der Hagener Fundamentalsatz: Der Posten ist alles – das Ziel ist nichts.

Wissen der Hagener Radfahrer gefragt

16. September 2017

Radcafé am 19. September im Rathaus

Der Radverkehr soll in Hagen gefördert werden. Neben Expertenwissen ist daher auch das Wissen der Ortskundigen und der Hagener Freizeit- und Alltagsradler gefragt. Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Vereine und die Politik sind eingeladen, das Radverkehrskonzept der Stadt Hagen mitzugestalten. Für die Beteiligung lädt die Verkehrsplanung der Stadt zum ersten Radcafé am Dienstag, 19. September, um 18 Uhr in die ehemalige Kantine des Rathauses, Rathausstraße 11, ein.

Der Rat der Stadt Hagen hat die wachsende Bedeutung des Radverkehrs erkannt und will dessen Anteil am Gesamtverkehr deutlich erhöhen. Dies gilt insbesondere für die Mobilität im Alltag. Dank der technischen Entwicklungen und dem stark wachsenden Markt der Fahrräder mit Elektroantrieb ist das Radfahren auch an anspruchsvollen Steigungen heute kein Hindernis mehr. Damit steigt auch in Hagen das Radverkehrspotenzial deutlich an.

Welche Maßnahmen für die Förderung des Radverkehrs in Hagen ergriffen werden müssen, um die Potenziale zu heben, soll ein Konzept ergeben, das die Verwaltung in Auftrag gegeben hat. Mit der Entwicklung von Maßnahmen wurde die Planersocietät aus Dortmund beauftragt. Das renommierte Planungsbüro hat auch für Iserlohn und den Stadtteil Wehringhausen Konzepte erstellt und kennt sich in der Region bestens aus.

Beim Radcafé berichtet die Planersocietät über erste Bestandserhebungen. Im Anschluss daran wird an fünf so genannten Thementischen über Verkehrssicherheit, Radkultur, Alltags- und Freizeitmobilität und die Wahrnehmung des Radverkehrs in der Öffentlichkeit diskutiert. Zum Schluss gibt es noch einen Ausblick auf den weiteren Verlauf der Arbeiten und die Verwendung der Ergebnisse aus dem Radcafé. Das Ende der Veranstaltung ist um 20.30 Uhr geplant.

Da die Veranstaltung außerhalb der Geschäftszeiten der Verwaltung liegt, ist der Einlass nur am Nebeneingang des Rathauses in der Rathausstraße (schräg gegenüber des Seiteneinganges Rathausgalerie in Höhe der Motorrad- und Fahrradabstellanlage) von 17.45 bis 18.15 Uhr möglich.

StadtRadeln – drei Wochen für das Klima

15. September 2017

Die Stadt Hagen beteiligte sich vom 24. Juni bis 15. Juli zum dritten Mal an der Kampagne StadtRadeln des Klima-Bündnis, dem größten kommunalen Netzwerk zum Klimaschutz. Während der Aktion legten 209 Radler in 18 Teams 44.026 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Verglichen mit Autokilometern wurden dabei 6.252 Kilogramm CO2 vermieden.

Neben Klimaschutz, Spaß, Gesundheitsförderung und Mobilität zum Nulltarif erbrachte die Aktion den langfristig wohl wichtigsten Effekt: Das Thema Fahrradnutzung in Hagen und die damit verbundene Radverkehrsplanung wurde stärker in den Fokus gerückt.

Am Donnerstag, 21. September, sind alle Teilnehmende des Hagener StadtRadeln um 19 Uhr zur lokalen Abschlussveranstaltung in das AllerWelthaus, Potthofstraße 22, herzlich eingeladen.

„Ich fahre Fahrrad in Hagen, weil es Spaß macht“, hatten Umweltberaterin Ingrid Klatte der Verbraucherzentrale sowie die meisten Besucher geantwortet, als sie beim Tag der Umwelt, dem Auftakt am 24. Juni, nach ihren Motiven gefragt wurden. „Die Hagener Radfahrenden können am besten beurteilen, wo genau Radfahren schon Spaß macht und wo noch Verbesserungsbedarf ist“, findet Klatte.

Daher werden bei der Abschlussveranstaltung Erfahrungen und Informationen über das Radfahren in Hagen und die Aktion „StadtRadeln“ 2017 ausgetauscht.

Weitere Mitglieder des Arbeitskreises Rad, die das StadtRadeln mit organisiert haben, sind Karl-Heinz Kubas vom Rad-Sport-Club Hagen und Günter Dörnen vom ADFC.

Die von den Sponsoren zur Verfügung gestellten Sachpreise und Gutscheine werden auf der Abschlussveranstaltung unter den Teilnehmern verlost.

Radler treffen sich zur „Critical Mass“

6. September 2017

Am kommenden Freitag, 8.9.2017, 19.00 Uhr treffen sich die Hagener Radfahrer und Radfahrerinnen zum zweiten Mal zur gemeinsamen Radtour durch die Stadt. Treffpunkt ist der Bahnhofsvorplatz / Berliner Platz.

Die sogenannte Critical Mass ist eine Aktionsform in vielen Städten weltweit, die auf die schlechten Zustände für Radfahrende hinweisen möchte. In der Gruppe wird auf dem Fahrrad durch Hagen gefahren. Der oder die Vorrausfahrenden bestimmen spontan den Weg.

In Hagen findet die Critical Mass an jedem 2. Freitag im Monat um 19.00 Uhr statt. Alle Hagener, die ein Fahrrad haben, können daran teilnehmen.

Zahl der Elektroautos in Hagen lässt Luft nach oben

23. August 2017

111 Elektrofahrzeuge rollen derzeit auf Hagens Straßen. Damit hat die Zahl der Zweiräder, Autos und Lieferwagen mit Alternativ-Antrieb eine Anzahl erreicht, die die Initiative Ecodrive schon vor zweieinhalb Jahren als Zielmarke ausgegeben hat. Ecodrive hatte bereits 2014 die Version, bis Januar 2015 111 Elektrofahrzeuge in Hagen fahren zu lassen.

Maßgeblich dazu beigetragen hat der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH). Die Stadttochter hat und wird allein in diesem Monat elf neue Elektroautos anmelden. Nach und nach ist der WBH dabei, seine komplette Fahrzeugflotte, mit der die Mitarbeiter in der Stadt unterwegs sind, umzurüsten. (…)

Quelle: wp.de

Von Bochum lernen

18. Juli 2017

Eine Fahrradexkursion durch die Ruhrgebietsstadt

Verkehrsplaner Uwe Herker aus Bochum erläutert den Hagenern die fahrradfreundliche Planung. Foto: M.Olschowy / Stadt Bochum

Bei der diesjährigen Radtour der Hagener Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) mit dem eigentlich eingeplanten Oberbürgermeister ging es mit der Bahn nach Bochum um sich die dortigen Fortschritte in Sachen Radinfrastruktur zeigen zu lassen.

Die Tour fand allerdings ohne OB Schulz statt. Dieser hatte sich schon frühzeitig abgemeldet, da ihm das dafür benötigte Zeitfenster zu groß war für die Vielzahl der Verpflichtungen auf seinem Terminkalender.

Zur Hagener Delegation gehörten Mitarbeiter des Umweltamtes, die Radverkehrsbeauftragte Petra Leng und der Verkehrsplaner Jörg Winkler. Ebenso kam auch der Vorsitzende des Umweltausschusses Hans-Georg Panzer und von der Straßenverkehrsbehörde Stefanie Wiener mit.

In den letzten Jahren hat sich in Bochum viel getan, und so möchten die Hagener anhand guter Beispiele von der Ruhrgebietsstadt einiges lernen. Unter Leitung des Bochumer Radverkehrsplaners Uwe Herker und des Nahmobilitätsbeauftragten Matthias Olschowy führte die 21 km lange Radstrecke die Hagener zu besonderen Verkehrseinrichtungen im Stadtgebiet.

Während Hagen zum zweiten Mal beim Fahrradklimatest des ADFC von seinen Bürgern zur fahrradunfreundlichsten Stadt Deutschlands gekürt wurde, kam Bochum auf Platz eins der Städte, die sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage erheblich verbessern konnten. Auch wenn Bochum noch weit von einer richtigen Fahrradstadt entfernt ist, gab es von den Bochumer Radfahrern und Radfahrerinnen Anerkennung für die Bemühungen in letzter Zeit. Die Entwicklung hin zu mehr Fahrradfreundlichkeit war auch für die Hagener Delegation nicht zu übersehen.

Die Bochumer Radstation mit ca. 200 Stellplätzen. Foto: A.Grabowski / Stadt Bochum

Zunächst wurde die Bochumer Radstation besichtigt, die sich in einem Seitentrakt des Hauptbahnhofs befindet. Die Bochumer Radstation hat gleich mehrere Funktionen. Neben der sicheren Abstellmöglichkeit für Fahrräder unterhält die Station auch eine kleine Werkstatt, in der einfache Reparaturen ausgeführt werden.

In den Zeiten geringer Auslastung werden auch defekte Spendenräder wieder instand gesetzt, die dann für wenig Geld an Studenten und Bedürftige weiter verkauft werden. Außerdem steht eine große Zahl an Leihrädern verschiedener Größen und Ausstattung zur Verfügung.

Erstaunt zeigten sich die Gäste aus Hagen auch über die Breite der Radfahrstreifen, auf denen man angenehm mit dem Rad fahren kann (Foto M. Schröder / ADFC Hagen.) Dagegen wurden in Hagen nur schmale Schutzstreifen markiert, die gerade mal die zulässige Mindestbreite von nur 125 cm erfüllen und teilweise nicht mal das. Herr Olschowy erklärte, dass bei neuen Planungen darauf geachtet wird, dass die Breite von mindestens 1,50 m zuzüglich eines Sicherheitstrennstreifens zu parkenden Kfz auch bei Schutzstreifen nicht unterschritten wird.

Bei den Radfahrstreifen sind Breiten von 2 oder sogar 3 Metern mittlerweile an einigen Stellen in Bochum zu finden. So lassen sie oftmals auch ein Nebeneinanderfahren, bzw. ein Überholen zu. An den Straßen Werner Hellweg, Oskar-Hoffmann-Straße und Bessemerstraße wurde uns die Neuaufteilung zu Gunsten des Radverkehrs gezeigt.

Zum Abschluss der Tour ging es noch ein Stück über die ehemalige Erzbahntrasse, die durch Fördermittel und den RVR bereits vor Jahren zum Geh- und Radweg ausgebaut wurde. Architektonisch sehenswert ist hier die Radwegbrücke „Erzbahnschwinge“, mit der eine Straße und eine Bahnlinie filigran überspannt werden. In Kooperation von Stadt Bochum und RVR wurden schon vor Jahren Förderanträge gestellt und so mehrere Bahntrassen zu vorbildlichen Geh- und Radwegen ausgebaut.

Der ADFC hofft, dass viele Eindrücke und Möglichkeiten aus Bochum in die Hagener Verwaltung mitgenommen wurden und es zu mehr Mut bei der Radverkehrsplanung führt.

Ein Abriss der maroden Hochbrücke „Ebene 2“ wäre möglich

6. Juli 2017

Angesichts der maroden Brücken überprüft die Hagener Planungsverwaltung ihre Verkehrsstrategie. Abrisse der Bauwerke wären vielfach möglich. (…)

Im Stadtentwicklungsausschuss rollte am Dienstag der Verkehrs- und Städteplaner Wolfgang Mesenholl, der mit seinem Fachbüro bereits seit drei Jahrzehnten als Experte die kommunalen Entwicklungsprozesse in Hagen extern begleitet, eine Konzeption aus, mit der künftig in Altenhagen nicht bloß auf das marode Stahlbeton-Monstrum „Ebene 2“, sondern in Eilpe auch auf die völlig überdimensionierte und ebenfalls sanierungsbedürftige Brückenkonstruktion der Volmetal­straße verzichtet werden könnte. Ein Mammut-Projekt, das nach ersten Grobschätzungen mindestens 300 Millionen Euro verschlingen und die Verkehrsflüsse in der Innenstadt über Jahrzehnte diktieren dürfte. (…)

Vor diesem Hintergrund hat die Planungsverwaltung jetzt die Initiative ergriffen, die innerstädtische Verkehrsplanung einmal grundsätzlich zu überdenken. Zumal parallel auch in der Politik immer häufiger andiskutiert wird, wie langfristig die Abkehr vom motorisierten Individualverkehr in Hagen gelingen kann, wie Räume für Radfahrer und ÖPNV geschaffen und alternative Mobilitätssysteme etabliert werden könnten. (…)

Quelle: wp.de

Dazu weitere Details:

Visionen diktieren Verkehrspolitik der nächsten 30 Jahre

Der mächtige, ungeliebte Beton-Koloss aus der Ära von Stadtbaurat Herbert Böhme aus dem Jahr 1968 würde von kaum einem Hagener vermisst. Die Hochbrücke in ­Altenhagen, die auch durch die „Ebene 2“-Kunst sich nicht wirklich in ein Schmuckstück verwandelt hat, beleidigt die Augen der meisten Betrachter und lässt die Anwohner in ihrem Schatten in relativer Dunkelheit leben. Aus heutiger Sicht gilt die B 54 zwischen Kegelcasino und Eckeseyer Straße als kapitale Bausünde, die man niemals erneut so errichten würde. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Nicht etwa die Einsicht, jahrzehntelang eine völlig falsche Verkehrspolitik betrieben zu haben, bringt jetzt (möglicherweise) die Wende, sondern die Tatsache, dass den Protagonisten dieser Politik jetzt buchstäblich der Beton unter dem Hintern wegzubröckeln droht und das Geld für den Wiederaufbau fehlt.

Taxen dürfen wieder durch die Kampstraße fahren

29. Juni 2017

Außerhalb der Ladenöffnungszeiten dürfen Taxen wieder die Kampstraße nutzen. Das hat die Bezirksvertretung Mitte für eine Testphase entschieden. (…)

Quelle: wp.de

Hagener Straßenbahn weist bestes Ergebnis seit 27 Jahren aus

24. Juni 2017

Die Hagener Versorgungs- und Verkehrs-Gesellschaft konnte ihr gutes Ergebnis gegenüber dem Vorjahr noch einmal verbessern. Das Unternehmen, zu dem unter anderem die Hagener Straßenbahn sowie Hagenbad gehören, weist für das Jahr 2016 ein Defizit von 14,6 Millionen Euro aus.

Zwar liegt der Fehlbetrag damit in den Büchern höher als 2015. Allerdings hat das mit der Auflösung stiller Reserven im Vorjahr zu tun. „Bei all dem ist zu berücksichtigen, dass auch 2016 keine Dividende des Energieversorgers Enervie geflossen ist“, so Geschäftsführer Christoph Köther. Damit fehlen der HVG 7,2 Millionen Euro. Das Minus falle um 4,5 Millionen Euro geringer aus als geplant. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Kein Bus fährt kostendeckend. Wird der Fahrplan zusammengestrichen, verringert sich also automatisch das Defizit.

Radwege-Planung stockt noch

19. Juni 2017

Es wäre sicherlich verfrüht, von einem Fehlstart zu sprechen. Gleichwohl hätte sich so mancher Hohenlimburger Kommunalpolitiker gewünscht, dass die Mitarbeiter des federführenden Dortmunder Büros zum Start der Planungen des Hagener Radverkehrskonzeptes etwas kräftiger in die Pedalen getreten hätten. Denn ein wesentlicher Bestandteil dieses Konzeptes ist der Lückenschluss des Radweges zwischen Letmathe und der Hohenlimburger Innenstadt. Diesen erhofft sich die Hohenlimburger Bezirksvertretung seit vielen Jahren. (…)

Quelle: wp.de

Rauf aufs Fahrrad und mitgemacht

15. Juni 2017

Hagen nimmt wieder am „Stadtradeln“ teil

Rauf auf die Fahrräder, in die Pedalen treten und Kilometer machen. Aufgrund der erfolgreichen Teilnahme in den vergangenen beiden Jahren, beteiligt sich die Stadt Hagen vom 24. Juni bis 14. Juli wieder an der Klimaschutz-Kampagne „Stadtradeln“. Die Kampagne wird vom Klima-Bündnis, dem größten kommunalen Netzwerk zum Schutz des Weltklimas, bundesweit koordiniert.

Am Samstag, 24. Juni, findet auf dem Friedrich-Ebert-Platz ab 11 Uhr der jährliche Hagener Umwelttag statt, bei dem auch der Startschuss zum „Stadtradeln“ fällt. Bei dieser Kampagne sollen bundesweit Kommunalpolitiker, Bürger, Schulen, Vereine und Unternehmen beruflich wie privat drei Wochen am Stück in Teams um die Wette radeln und so für den Klimaschutz sowie für eine vermehrte Radverkehrsförderung in ihrer Heimatkommune möglichst viele Radkilometer sammeln. In 2016 erradelten die Teilnehmer in Hagen circa 29.000 Kilometer und vermieden rund 4.100 Kilogramm Kohlendioxid.

Im Online-Radelkalender, einer internetbasierten Datenbank auf der Kampagnenwebsite, können sich die Teams und Radler registrieren und die geradelten Kilometer eintragen. Neben dem Online-Radelkalender können auch über eine App die Kilometer für das eigene Team gutgeschrieben werden. Mehr Infos dazu unter http://www.stadtradeln.de. Gesucht werden Deutschlands fahrradaktive Kommunen und Kommunalparlamente sowie die fleißigsten Teams und Radler in den Kommunen selbst.

Die Auftaktveranstaltung zum „Stadtradeln“ startet gegen 12 Uhr mit Ankunft der Teilnehmer einer Sternfahrt und wird mit einem zusätzlichen Rahmenprogramm begleitet, wie beispielsweise einem Rikscha-Transport-Angebot, verschiedenen Bühnenauftritten und vielen weiteren Aktionen und Angeboten zum Thema Fahrrad.

Die Stadt Hagen ruft alle Kommunalpolitiker (das kann ja nur ironisch gemeint sein) sowie Bürgerinnen und Bürger auf, teilzunehmen und so ein deutliches Zeichen für mehr Radverkehr und für den Klimaschutz zu setzen.

Fragen zur Aktion und zur möglichen eigenen Teilnahme beantworten vom Umweltamt der Stadt Hagen Michael Aust (Telefon 02331/207-2392, E-Mail michael.aust@stadt-hagen.de) oder Petra Leng (Telefon 02331/207-3161, E-Mail petra.leng@stadt-hagen.de).

Neuer Fahrplan der Hagener Straßenbahn

10. Juni 2017

Am Sonntag, 11. Juni 2017, ist der diesjährige Fahrplanwechsel in Hagen und Herdecke. Es gibt einige Fahrzeit- und Fahrplanoptimierungen, wodurch es auf diversen Linien zu Fahrzeitverschiebungen im Minutenbereich kommt. In Herdecke kommt es im Bereich des Bahnhofs zu veränderten Linienführungen.

An Samstagen werden auf den Linien 510, 513, 519, 520, 528, 541 und 542 in der Zeit von ca. 17 Uhr bis 19 Uhr zusätzliche Fahrten angeboten, wodurch der 30-Minuten-Takt auf einigen Abschnitten länger aufrechterhalten wird.

Die Änderungen im Einzelnen: Hagener Straßenbahn AG

Immer weniger Jugendliche haben Bock aufs Autofahren

24. Mai 2017

Kein Bock auf Auto fahren: Immer weniger Jugendliche in Deutschland machen den Führerschein. Im Vergleich zu 2008 klafft heute in den Fahrschulen NRWs eine Lücke von rund 26 000 Anwärtern – das entspricht in etwa der Bevölkerung des sauerländischen Städtchens Schmallenberg.

Eine Entwicklung, die auch Hagen zu spüren bekommt: „2016 gab es nur noch knapp 1900 Volljährige, die als Anwärter für einen Pkw-Führerschein in Frage kamen. Vor sechs Jahren waren es noch knapp 2400“, zitiert Fahrlehrer Ulf Schwebke aus der Statistik des Straßenverkehrsamtes. (…)

Quelle: wp.de

Dazu passend:

„Führerschein? Unnötig!“

Der Führerschein, ein eigenes Auto – ist das nicht der Traum von der ganz großen Freiheit? Nö, meinen immer mehr 18-Jährige. Zu teuer, zu schmutzig, zu lästig. Besonders in Großstädten haben Jugendliche kaum mehr Lust auf den Führerschein. Nur noch jeder Fünfte legt kurz vor dem 18. Geburtstag die Fahrprüfung ab. (…)

Quelle: Spiegel online

Anmerkung: So langsam scheint ein Umdenken weg vom PS-Kult einzusetzen. In Hagen allerdings behindert durch ein mangelndes ÖPNV-Angebot. Früher war das auch einmal ein Thema für die hiesigen „Grünen“, die heute lieber anerkennend Straßenbaustellen besichtigen.


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