Archive for the ‘06 Hagen mobil’ Category

„Hagen wörtlich“: Elektromobilität in Deutschland

3. Februar 2020

Adolf Müller, Direktor der Accumulatorenfabrik AG, in seinem Studebaker Runabout. Foto: Sammlung Hartwig Willmes.

Elektromobilität in Deutschland von circa 1888 bis etwa 1990 ist das Thema eines Bildervortrags des Diplom-Ingenieurs Hartwig Willmes am Donnerstag, 6. Februar, um 18 Uhr im Rahmen der gemeinsamen Vortragsreihe „Hagen <w>örtlich“ der Volkshochschule Hagen (VHS) und der Stadtbücherei auf der Springe in den Räumlichkeiten der Stadtbücherei.

Elektroautos scheinen die Zukunft der Mobilität zu sein, aber die Elektromobile haben in Deutschland schon eine lange Tradition. Bereits der erste Direktor der Accumulatorenfabrik AG (AFA), Adolf Müller, kaufte 1893 in Amerika ein Elektromobil der Marke Studebaker Runabout. Dieses war das erste fahrtüchtige Elektrofahrzeug in Deutschland. Adolf Müller dachte an seinen Batterie-Umsatz und stellte das Fahrzeug der deutschen Industrie vor, die aber nicht interessiert war.

So gibt es viele Parallelen aus der Vergangenheit im Vergleich zur heutigen Einführung von Elektrostraßenfahrzeugen. Allerdings haben sich einige Pro- und Kontra-Argumente zur Elektromobilität verändert und andere sind bis heute gültig. Im Laufe der Geschichte zeigen sich etliche bekannte Automobilfirmen wie zum Beispiel Porsche, Opel oder Volkswagen, die in den vergangenen 100 bis 125 Jahren mit Elektromobilen experimentiert haben.

Im Vortrag stellt Hartwig Willmes verschiedene historische E-Automobile und deren Hersteller vor. Den Abschluss bildet eine Übersicht über die Bemühungen, den öffentlichen Nahverkehr in einigen Stadtzentren auf elektrische Omnibusse umzustellen und zu erproben.

Der Eintritt zum Bildervortrag beträgt 5 Euro. Die VHS bittet um Anmeldung unter der Veranstaltungsnummer 1002 auf der Internetseite www.vhs-hagen.de/anmeldung oder unter Telefon 02331/207-3622.

Halbierung der Autoflächen – Vorbild Dortmund

30. Januar 2020

Dahin könnte der Weg beim Luftreinhalteplan gehen – CDU-Dunstabzugshauben sind irrelevant

Am 11. Februar wird auf Veranlassung des Oberverwaltungsgerichts NRW eine Vergleichsverhandlung zwischen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem Land Nordrhein-Westfalen stattfinden, die sich mit dem Luftreinhalteplan der Stadt Hagen beschäftigt.

Die Volmestadt überschreitet seit mehr als zehn Jahren die zulässigen Werte bei der Luftreinhaltung und hat es bisher nicht für nötig befunden, die vorgeschriebenen Richtlinien zu beachten. Die an nur zwei (!) Messstellen erhobenen Daten brechen Jahr für Jahr die maximal erlaubten Höchstwerte, und die politischen Akteure ändern nichts daran, sondern versuchen mit teilweise abenteuerlichen Ideen, sich notwendigen Maßnahmen zu entziehen.

Wohin die Reise bei einem Vergleich zwischen DUH und dem zuständigen Land (Hagen selbst ist hier sozusagen nicht satisfaktionsfähig) am 11. Februar gehen könnte, zeigt das in der letzten Woche erzielte Ergebniss für Dortmund: Eine Zuflussbeschränkung des motorisierten Individualverkehrs auf den Haupteinfallsrouten Richtung Innenstadt.

So soll auf der Brackeler Straße, einer Hauptzufahrt aus dem Dortmunder Osten, eine mehr als 800 Meter lange „Umweltspur“ eingerichtet werden, die nur für ÖPNV, Radverkehr und E-Mobile zur Verfügung steht. Damit würde die Kapazität für den gewöhnlichen motorisierten Individualverkehr (MIV) um die Hälfte eingeschränkt. Man erhofft sich dadurch eine Verminderung des MIV um 20 Prozent.

Das Einfallstor aus dem Süden, die Ruhrallee, soll mittels Pförtnerampeln, die den Zufluss regeln und einer Herabsetzung der maximal zulässigen Geschwindigkeit auf 30 km/h an die Kandarre genommen werden. Auch hier ist das Ziel eine Verminderung des MIV um etwa ein Fünftel. Stringente Überwachung ist laut Vergleich vorgeschrieben.

In der Hagener Stadtverwaltung gibt es inzwischen Überlegungen, den Linksabbiegerverkehr am Emilienplatz aus Richtung Landgericht in den Märkischen Ring zu unterbinden. Das würde allerdings nur zu einer höheren Belastung Richtung Stadtmitte bzw. Altenhagener Brücke führen. Das grundsätzliche Problem des überbordenden Verkehrs würde damit nicht beseitigt.

Zielgerichteter wäre sicherlich, den MIV bereits ab der Kreuzung am Landgericht in andere Kanäle zu leiten und den ehemaligen Park & Ride-Platz am Höing wiederzubeleben. Von dort gab es mal an Samstagen einen sehr erfolgreichen P&R-Verkehr mit Bussen in die Innenstadt, die teilweise im 7,5-Minuten-Takt verkehrten.

Dieses Modell könnte zukünftig für den täglichen Gebrauch installiert werden, um das Hagener Stadtzentrum zu entlasten. Seit der Fahrplanreform im Dezember verkehren vom Höing acht Busse pro Stunde ins Zentrum. Es fehlte also nicht viel, um den Takt in den Berufsverkehrszeiten auf fünf Minuten zu verdichten und so eine attraktive Verbindung zu schaffen.

Gleichzeitig ließe sich – analog zum Dortmunder Kompromiss – auf der Einfallschneise Autobahnzubringer stadteinwärts zwischen der Einmündung Aschenbergstraße/Saarlandstraße und dem Kreisel Stadtmitte eine Busspur einrichten und damit die Fläche für den MIV halbieren.

Die Zeit der Mogelpackungen ist jedenfalls vorbei. Spielereien wie die als Lösung aller Probleme von der CDU präferierten und am Straßenrand zu platzierenden Dunstabzugshauben, die sie zum wiederholten Male im Umwelt- und Mobilitätsausschuss präsentiert hat, ebenso.

Deutsche Bahn verkauft keine Tickets für Nahverkehr

25. Januar 2020

Stellen wir uns mal folgendes Szenario vor: Ein Kunde der Deutschen Bahn möchte gerne mit einem Zug der Deutschen Bahn eine Bahnfahrt unternehmen – zum Beispiel vom Hagener Hauptbahnhof nach Dortmund. Also geht der Kunde der Deutschen Bahn in das Reisezentrum der Deutschen Bahn, um eine Fahrplanauskunft zu erhalten und ein Ticket zu kaufen. Und hier erfährt er: Weder den einen noch den anderen Wunsch kann man ihm erfüllen.

Klingt absurd, ist es aber nicht. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Es ist allerdings absurd, dass an einem Knotenpunkt wie Hagen Hbf. samstags und sonntags kein Schalter mehr geöffnet ist (auch wenn der Schalter jetzt „Reisezentrum“ genannt wird). Hintergrund ist in erster Linie der Wettbewerbsfetischismus, den der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) betreibt. Leidtragende solcher kontraproduktiven Ideen sind die Bahnkunden – wie so oft. Großaktionär bei Transdev, dem Unternehmen, das nun die Ticketautomaten betreibt und den Verkauf an den Zeitschriftenhändler im Hauptbahnhof vergeben hat, ist die Milliardärsfamilie Rethmann, die nicht nur groß im Müllgeschäft ist, sondern auch gezielt weiter im ÖPNV-Bereich expandieren will (siehe bei DW: Schleichende Remondisierung und Milliardärsfamilie will ÖPNV abgreifen).

Gegen Verwässerung der Busspuren

23. Januar 2020

Mit einem Antrag für die Sitzung des Umwelt- und Mobilitätsausschusses am Mittwoch kommender Woche will die Fraktion Hagen Aktiv sicherstellen, dass Busspuren „grundsätzlich nicht für Elektrofahrzeuge oder Fahrgemeinschaften freigegeben“ werden.

In der Begründung des Antrags führt Hagen Aktiv aus:

Bussonderfahrstreifen sind grundsätzlich für die Beschleunigung des ÖPNV und damit des Umweltverbundes gedacht.

Die Freigabe von Bussonderstreifen für Fahrräder muss erfolgen, wenn keine andere Infrastruktur auf dem Straßenabschnitt vorhanden ist.

Elektrofahrzeuge jedoch sind nicht Teil des Umweltverbundes. Durch wartende E-Autos kann der Busverkehr behindert und eine vollständige Anfahrt der Bussteige nicht gewährleistet werden. Außerdem müssen dadurch, dass viele Busspuren mit den speziellen Lichtzeichen für den Busverkehr signalisiert sind, und dort ggf. baulich separierte Abschnitte bestehen, E-Fahrzeuge sich wieder auf die normale Fahrbahn zurück einordnen, was für weitere Störungen sorgt. Ähnliches gilt für ebenfalls mögliche Freigaben für Pkw-Fahrgemeinschaften.

Hiermit soll eine Vorgehensweise ähnlich wie bei der Neuanlage von grundsätzlich erwünschten Fahrbahnrandhaltestellen/Buskaps (anstelle von Busbuchten) im Kontext von Busspuren etabliert werden, so dass durch die Verwaltung angedachte Freigaben für Pkw nur in Abstimmung mit dem UWA nach Befassung mit den konkreten Situationen eingerichtet werden können. Der Unterausschuss Mobilität ist vorberatend zu beteiligen.

„Lieber Erik“

20. Januar 2020

Eine kleine Clique mit bestem Draht nach ganz oben macht Stimmung gegen eine längst überfällige Verbesserung des Busverkehrs

Die Bewohner der Großsiedlung „Am Waldesrand“ freuen sich über die neu eingerichtete Busverbindung …

… während ein Anwohner der Straße „Felsental“ dreist mit seiner direkt vor der Garage abgestellten Bonzenschleuder den einzig vorhandenen Gehweg blockiert, sodass Fußgänger auf die Fahrbahn ausweichen müssen. Fotos: DW.

Melanie Müller-Wiehl müsste man heißen. Dann kommt man mit gemeinwohlfernen Ansichten nicht nur dreimal in die Zeitung, sondern erhält auch noch eine Sonderbehandlung durch den ratseigenen Beschwerdeausschuss.

Am 20. Oktober letzten Jahres schickte die Dame aus der Alt-Emster Straße „Felsental“ einen Brief an den Hagener Oberbürgermeister („Lieber Erik“), in dem sie sich darüber beklagte, sie habe „mit Entsetzen“ festellen müssen, „dass offenbar eine Buslinie durch unsere beschauliche Wohnstraße fahren soll“. Dadurch werde „der Wert der anliegenden Immobilien massiv reduziert“.

Ein Durchkommen der Busse könne nicht gewährleitet werden, da „sehr viele Anwohner genötigt sind, am Straßenrand zu parken, da nicht genügend Parkmöglichkeiten zu den jeweiligen Wohnhäusern vorhanden sind“. Was seine Ursache darin haben dürfte, dass die dort beheimatete Wohlstandsklientel zu viele Kraftfahrzeuge ihr Eigen nennt.

Die Bewohner des dicht bebauten Komplexes oberhalb der Hagener Stadthalle werden dagegen die nach vielen Jahren erstmals erfolgte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr begrüßen. „In den letzten Jahren erreichen uns immer wieder Kundenwünsche aus der Großwohnsiedlung „Am Waldesrand“ mit dem Wunsch einer Busanbindung, da dieses Gebiet auf einem Berg liegt. Der demografische Wandel leistet seinen Beitrag dazu“, erklärt Rieke Hölscher, Sprecherin der Hagener Straßenbahn, laut einem Beitrag der WPWR.

Dem pflichtete auch Achim Kämmerer (CDU) stellvertretend für den „Arbeitskreis ÖPNV“ bei, wie das Blatt berichtete:

Es ergebe sich durch die Verstärkung der Linie 519 bei der Erschließung von Emst die Chance, die 527 früher vom Wasserlosen Tal abbiegen zu lassen und den dicht besiedelten Bereich „Am Waldesrand“ mit seinem hohen Fahrgastpotenzial zu erschließen. Neben kritischen Stimmen habe es eine Vielzahl von Bürgern gegeben, die die Änderung begrüßen würden. Insbesondere die Berglage und das hohe Alter der Bewohner sei entscheidend.

In einer Stellungnahme der Hagener Straßenbahn AG für den Beschwerdeausschuss erklärte das Verkehrsunternehmen, sofern sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln hielten (Durchfahrtsbreite 3,00 m, Halteverbot auf einer Länge von 5,00 m zum Kreuzungsschnittpunkt, Halteverbot 15 m vor und hinter dem Haltestellenschild) seien keine Probleme zu erwarten.

Am vergangenen Montag fanden sich die Ausschussmitglieder zu einem Ortstermin im Felsental ein. Das gibt es auch nicht alle Tage; das Müller-Wiehl-Schreiben an den „lieben Erik“ hatte wohl die nötige Hilfestellung geleistet. Ein schönes Beispiel dafür, wie ein kleines Grüppchen mit bestem Draht nach ganz oben für viel Wind sorgen kann.

Wie die WPWR berichtete, versuchte sich ein Vertreter des dort ansässigen saturierten Bürgertums während der Begehung sogar in Randale:

Ein aufgebrachter Anlieger der Straße Im Felsental auf Emst stellte sein Auto auf der Straße ab und blockierte damit die Weiterfahrt des Linienbusses. In seiner Not wandte sich der Busfahrer Hilfe suchend an Hartmut Koch, Verkehrsmanager der Hagener Straßenbahn, der wiederum gerade damit beschäftigt war, den Nachbarn des widerspenstigen Autofahrers zu erklären, warum die Linie 527 seit der Umstellung des Fahrplans die Route durchs Felsental und die Straße Am Waldesrand nimmt. Koch eilte herbei und zog, offenbar um die Polizei zu rufen, sein Handy aus der Tasche, ehe der Autofahrer seinen Wagen dann doch wegfuhr und dem Bus den Weg freigab.

Am Dienstag tagte dann der Beschwerdeausschuss und beschloss, die Angelegenheit an den Umwelt- und Mobilitätsausschuss zu überweisen. Dazu regte er an, Alternativrouten zu prüfen, zukünftig eine zeitnahe Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten sowie die Busfahrer hinsichtlich einer angepassten Geschwindigkeit im Bereich rund um das Felsental zu sensibilisieren.

Von einem Strafantrag wegen Nötigung gegen den Randalierer aus dem Felsental ist dagegen nichts bekannt.

Busse fahren an Heiligabend länger

23. Dezember 2019

Weihnachts- und Silvesterfahrplan

Traditionell ist an Heiligabend ab etwa 15:00 Uhr Feierabend für die Busse der Hagener Straßenbahn AG. In diesem Jahr wird der Verkehr erstmalig verlängert. Die Besonderheiten zu Weihnachten und zum Jahreswechsel im Überblick:

Am Montag, den 23.12., verkehren die Busse wie freitags. Die NachtExpresse fahren bis 01:32 Uhr.

An Heiligabend gilt bis ca. 15 Uhr der Samstagfahrplan. In diesem Jahr fahren von ca. 16:00 bis 19:30 Uhr die NachtExpresse auf den bekannten Wegen, um noch bis in den frühen Abend ein Grundangebot im Busnetz anzubieten. Die zentralen Abfahrten finden ab Haltestelle Stadtmitte/Volmegalerie um 16:32 Uhr, 17:32 Uhr und 18:32 Uhr statt. Auch die NE-Linien 22, 31 und 32 in Hohenlimburg und Haspe sind zu diesen Zeiten unterwegs.

Am 1. Weihnachtstag sowie an Neujahr fahren die Busse wie an Sonntagen, Betriebsbeginn ist gegen 10:00 Uhr. Die NachtExpresse verkehren letztmalig um 0:32 Uhr.

Am 2. Weihnachtstag gilt ganztägig der Sonntagsfahrplan. Die Nacht-Expresse verkehren letztmalig um 0:32 Uhr.

An Silvester verkehren die Busse nach Samstagsfahrplan. Die Abfahrten der NachtExpresse um 23:32 Uhr entfallen. Auch in diesem Jahr wird ein gesonderter Silvesternachtverkehr angeboten.

Sonderfahrpläne zu Weihnachten und zum Jahreswechsel

Kostenloser Busverkehr am vierten Advent

20. Dezember 2019

Seit Sonntag, 15. Dezember, rollen die Busse der Hagener Straßenbahn 1,2 Millionen Kilometer mehr durch das Hagener Stadtgebiet. Sie fahren öfter, länger und auch das Sonn- und Feiertagsangebot wurden verbessert.

Selbstverständlich soll dieses erweiterte Busangebot auch möglichst viele Menschen bewegen, den ÖPNV in Hagen intensiver oder auch voll umfänglich zu nutzen. Daher bietet die Stadt Hagen über die Hagener Straßenbahn ein besonderes Angebot: Am vierten Adventswochenende (Samstag, 21. Dezember und am Sonntag, 22. Dezember) können die Busse des Unternehmens kostenfrei genutzt werden. Damit bietet sich für alle Interessierten eine gute Gelegenheit, dass neue Busangebot zu testen. Im gesamten Stadtgebiet wird an den beiden Tagen für die Fahrt auf den Linien der Hagener Straßenbahn kein Ticket benötigt.

Dieses Angebot gilt nicht für die Nutzung der Busse anderer Verkehrsunternehmen, wie der VER, der BVR der MVG oder auch des Schienenverkehrs.

ÖPNV wird teurer

19. Dezember 2019

Tickets aus dem Jahr 2019 gültig bis Ende März 2020

Zum 1. Januar 2020 steigen die Ticketpreise im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) um durchschnittlich 1,8 Prozent. Kunden mit Bartickets aus dem Jahr 2019 werden gebeten, diese entweder bis zum 31. März 2020 abzufahren oder bis zum 31. Dezember 2022 in den KundenCentern der Verkehrsunternehmen gegen Tickets mit dem jeweilig neuen Preisstand umzutauschen.

Ab Januar fahren auch Kindergartenkinder über sechs Jahren bis zum Zeitpunkt ihrer Einschulung kostenlos. Diese Regelung wird bereits beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) sowie im Aachener Verkehrsverbund (AVV) angewandt. Die Regelung um VRR-Gebiet zielt auf eine einheitliche Regelung für ganz NRW ab.

Preistabelle ab 01.01.2020 (pdf)

Es ist noch (saubere) Luft nach oben

18. Dezember 2019

Der Start war gut – aber beim Öffentlichen Personennahverkehr in Hagen ist noch Luft nach oben. Das zumindest findet WP-Redakteur Jens Stubbe. (…)

Die Politik befindet sich auf einem guten Weg – und trotzdem möchte man ihr zurufen, dass all das noch nicht ausreicht, um eine Verkehrswende wirklich einzuleiten. Es braucht einen wesentlich preisgünstigeren ÖPNV, es braucht mehr Spuren, auf denen Busse zu den Hauptverkehrszeiten am Individualverkehr vorbeiziehen können. Und es braucht dringend Radwege, auf denen Berufspendler sich sicher und schnell bewegen können. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Für ein besseres Vorankommen

14. Dezember 2019

Hagen beteiligt sich an Plattform zur Baustellenkoordination

Die Ruhrgebietskommunen Bochum, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Mülheim an der Ruhr und der Kreis Wesel beteiligen sich am Baustellenmanagementsystem TIC Kommunal des Landes. Die interkommunale Plattform fasst Daten zu Bauprojekten aus allen beteiligten Kommunen zusammen, um eine bessere Koordination von Baustellen zu erreichen. Gestern (11. November) unterzeichneten Vertreter aus 25 Städten und Kreisen in Düsseldorf entsprechende Absichtserklärungen.

Die Plattform soll die größeren Baustellen auf Straßen und Schienen abbilden und so Baulastträgern die Planung erleichtern. Die Bahn und die Kommunen tragen ihre Daten zu Baustellen auf Schienen und Straßen selbst ein. Über die Schnittstelle zum Mobilitätsdatenmarktplatz des Bundes werden die Informationen auch in aktuelle Navigationsgeräte übertragen.

VRR: Freie Fahrt am Geburtstag

8. Dezember 2019

Anlässlich seines 40. Geburtstages im kommenden Jahr verschenkt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) freie Fahrten: Fahrgäste können 2020 an ihrem Geburtstag ganztägig kostenlos Bus und Bahn im gesamten VRR-Gebiet nutzen.

Um am Geburtstag kostenlos die Verkehrsmittel des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nutzen zu können, genügt es einen Lichtbildausweis mit Geburtsdatum bei sich zu haben und bei einer Fahrkartenkontrolle vorzuzeigen. Ausgenommen hiervon sind lediglich Fahrten mit On-Demand-Verkehren oder AnrufSammelTaxis (AST).

Inhaber eines Monatstickets oder eines 7-TageTickets dürfen noch zwei oder mehr zusätzliche Personen kostenfrei mitnehmen. Einzelheiten in der Übersicht.

„Eingeschränkter Horizont der Windschutzscheibe“

7. Dezember 2019

Busfahrgäste müssen nicht mehr im Stau stehen – Autofahrer toben

Manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder. So haben sich doch tatsächlich zwei Redakteure der Hagener Lokalredaktion der WPWR erdreistet, sich für eine fortschrittliche Verkehrspolitik in der Stadt stark zu machen und sich positiv zur ersten Etappe der neuen Busspuren in der Körnerstraße geäußert.

Bereits vor einer Woche meinte Jens Stubbe in einer Kolumne, dass „die Politik sich völlig zu recht seit Monaten mit Vehemenz für eine Beschleunigung des Öffentlichen Personennahverkehrs“ eingesetzt habe. Natürlich gebe es „auch Verlierer“. Die säßen „in ihren Vehikeln“ und ärgerten sich über Staus.

Das lasse aber jene kalt, die den Bus benutzen und jetzt sogar ihre Anschlüsse bekämen: „Einige zum ersten Mal seit langem.“

Am Mittwoch legte Mike Fiebig mit einem Kommentar nach: „Wenn wirklich eine Verkehrswende herbeigeführt werden soll, können wir nicht bei der ersten Busspur anfangen, alles in Schutt und Asche zu reden. Wenn man den ÖPNV stärken will, dann muss das zu Lasten anderer Verkehre gehen. Wir können ja keinen neuen Verkehrsraum herzaubern.“

Wie zu erwarten war, trudelten prompt die ersten negativen Leserbriefe ein. Von jenen Zeitgenossen, bei denen es nur zu Fakebook reicht, ganz zu schweigen. Ein Weinhändler beklagte den „Dauerstau gerade zu den Hauptverkehrszeiten“, als ob es den vorher nicht gegeben hätte – nur dass die Busse (mit wesentlich mehr Fahrgästen) mit im Stau standen. Ein anderer behauptete, Fiebig stände mit seiner Meinung „ziemlich alleine“ und sprach von „Narretei“, die sich „wie bei jeder Idee“ (!) angeblich gegen Anwohner, Gewerbetreibende, Unternehmen, Angestellte und Kunden richte.

Dazu eine Stellungnahme von Heidi Wenke (VCD Hagen):

Sicherlich teilen die Fahrgäste der HaStrBa – z.B. ich – Herrn Fiebigs positive Haltung zur Busspur auf der Körnerstraße, so dass er mit seiner Meinung keinesfalls allein steht. Leider hat die jahrzehntelange auf den MIV (motorisierter Individualverkehr) ausgerichtete Verkehrspolitik – nicht nur in Hagen – dazu geführt, dass viele Autofahrer die Welt im Wesentlichen durch den natürlicherweise eingeschränkten Horizont der Windschutzscheibe betrachten.

Es kommt vielen offensichtlich nicht in den Sinn, auch andere Verkehrsmittel zu nutzen – wie z.B. die jetzt beschleunigten Busse auf der Körnerstraße. Aber auch ihnen müsste langsam klar werden, dass bei ständig steigender Verkehrsleistung permanente freie Fahrt – ohnehin kein verbrieftes Recht – im eigenen Fahrzeug unmöglich ist. Das gilt insbesondere für kritische Tage wie letzten Freitag, als zwei Demonstrationen stattfanden und viele Geschäfte mit Schnäppchen lockten.

Wenn jetzt die Stadt und die HaStraBa zaghafte Schritte in eine Richtung weg vom Auto unternehmen, ist das im Sinne des Allgemeinwohls (Luftverbesserung, Lärmminderung etc) nachdrücklich zu begrüßen und stärkt diejenigen, die zur Verkehrsvermeidung beitragen. Deshalb ist zu hoffen, dass die Busspur auf der Körnerstraße erhalten bleibt und ihr weitere folgen werden.

Bzgl. der Existenzbedrohung des Einzelhandels sei hier gefragt: Könnte von Kunden, die so viele eher langlebige Produkte einkaufen, dass sie dafür einen Kofferraum brauchen, nicht erwartet werden, dass sie Stoßzeiten meiden?

Verspätung: Sanierung des Hauptbahnhofs Hagen erst 2023

3. Dezember 2019

Rund 32 Millionen Euro will die Deutsche Bahn in den Hagener Hauptbahnhof investieren. Doch die groß angekündigte Sanierung beginnt nicht, wie ursprünglich angekündigt, im Jahr 2020, sondern verschiebt sich um drei Jahre nach hinten. Baubeginn ist nun erst 2023, in diesem Jahr sollte die Sanierung den anfänglichen Plänen zufolge eigentlich abgeschlossen sein. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Neue Radboxen an Bahnhöfen werden viel genutzt

29. November 2019

Seit einem Jahr gibt es abschließbare Radboxen an vier Bahnhöfen in Hagen. Das Angebot kommt gut an – außer in Vorhalle. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Busspur auf der Körnerstraße wird jetzt markiert

28. November 2019

Maßnahme wurde bereits 2016 festgeschrieben

Die Körnerstraße wird ab sofort in Fahrtrichtung stadtauswärts einspurig, da eine neue Busspur zwischen den Bushaltestellen „Neumarktstraße“ und „Arbeitsamt“ eingerichtet wird.

Die veränderte Fahrbahneinteilung ist eine Maßnahme zur Beschleunigung des Busverkehrs, die bereits seit 2016 im Luftreinhalteplan festgeschrieben ist und danach auch Eingang in den Masterplan Mobilität fand.

Um Rückstau durch die Einspurigkeit auf der Körnerstraße zu vermeiden, ist gleichzeitig das Linksabbiegen aus der Hindenburgstraße auf die Körnerstraße nicht mehr möglich; die Hindenburgstraße kann in diese Fahrtrichtung nur noch geradeaus und nach rechts verlassen werden. Aufgrund dieser neuen Regelung und den damit einhergehenden Markierungsarbeiten kann es in den nächsten Tagen im Bereich der Körnerstraße zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Da eine endgültige Markierung der neuen Fahrspuren mit weißer Farbe witterungsbedingt aktuell nicht möglich ist, die neue Busspur für den Fahrplanwechsel der Hagener Straßenbahn AG im Dezember 2019 aber unbedingt erforderlich ist, wird die Spur zunächst vorrübergehend gelb markiert.

Im Frühjahr 2020 richtet die Stadt Hagen Busspuren in beide Fahrtrichtungen über die gesamte Länge der Körnerstraße zwischen der Springmannstraße (Höhe Volkspark) und dem Graf-von-Galen-Ring ein. Die Körnerstraße ist dann in beide Fahrtrichtungen nur noch einspurig für den Individualverkehr befahrbar. Die Busspuren können ab diesem Zeitpunkt in beide Fahrtrichtungen auch von Radfahrern genutzt werden.

Schnell wie nie

25. November 2019

ÖPNV-Konzept 2022+ wird bereits im Dezember umgesetzt

Was doch näherrückende Gerichtsentscheide und drohende EU-Strafzahlungen wegen andauernder Überschreitungen der Grenzwerte für Luftschadstoffe in der Stadt plötzlich alles ermöglichen: Vorrangig um Fahreinschränkungen für alte Dieselfahrzeuge zu vermeiden, wird das im Entwurf des Nahverkehrsplans eigentlich erst für 2022 angekündigte ÖPNV-Konzept im Wesentlichen schon zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember realisiert.

Jetzt stehen zur Überraschung der Fahrgäste unerwartet die nötigen Mittel bereit, um einen sinnvoll vertakteten Busverkehr zu organisieren, an dem die Planer jahrelang gescheitert waren (oder scheitern sollten). So wird ab Dezember die Wagenfolge beispielsweise zwischen Eilpe und Stadtmitte sowie zwischen Westerbauer und Stadtmitte werktags auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet. Zwischen Boele und Altenhagen/Siedlerstraße wird der Bus in den Hauptverkehrszeiten sogar im 5-Minuten-Abstand verkehren. Daneben finden sich auch auf einer Vielzahl anderer Linien zahlreiche Angebotsverbesserungen (siehe: Neues Netz – neuer Takt).

Der Nahverkehrsplan empfiehlt zusätzliche Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Busverkehrs:

Neben der Ausweisung und des Ausbaus von zentralen ÖPNV-Knotenpunkten in Bezug auf verbesserte Umsteigebeziehungen zwischen den Verkehrsträgern und die barrierefreie Gestaltung und Zuwegung dieser zentralen ÖPNV-Knotenpunkte sollen Maßnahmen zur Beschleunigung des ÖPNV durchgesetzt werden. Ziel ist die verbesserte Anbindung der Arbeits- und Wohnstandorte an die Hauptachsen des ÖPNV.

Darüber hinaus schlagen die Gutachter weitergehende Überlegungen vor:

Das langfristige Maßnahmenkonzept Hagen 2035+ sieht einen Wechsel von reinem Busverkehr zu einem höherwertigen ÖPNV-System und damit auch von einem personalintensiven hin zu einem investitionsorientierten ÖPNV vor. Daher sind längere Planung- und Umsetzungszeiträume, insbesondere bei einem Wechsel von straßen- zu schienengebundenem Verkehr, anzusetzen.

Darunter verstehen sie beispielsweise ein Stadtbahnsystem, das mit bestehenden Schienenstrecken verbunden ist. Nach dem Vorbild der Karlsruher Regio-Tram, das auch in Hagen in den 1990er schon einmal diskutiert, aber aus Kurzsichtigkeit verworfen wurde.

Die Gutachter drängen hier auf einen möglichst kurzfristigen Entscheidungsprozess, denn:

Eine Entscheidung erst nach der Umsetzung des Maßnahmenkonzeptes ÖPNV 2025+ oder einzelner Module könnte zu Investitionen in ein weniger effizientes System, wie beispielsweise das vorhandene Busnetz, führen. Bei einer nachträglichen Entscheidung für ein höherwertiges System entstünden dann vermeidbare Kosten. (…) Daher sollte bereits nach Umsetzung des Konzeptes 2022+ eine Machbarkeitsstudie für ein höherwertiges ÖPNV-System erstellt werden.

Da dieses Konzept bereits zum 15. Dezember realisiert wird – also ab sofort.

Alle Einzelheiten: Nahverkehrsplan (Stand: Oktober 2019)

Freie Fahrt für freie Bürger

21. November 2019

Kostenloser Busverkehr im gesamten Hagener Stadtgebiet am vierten Adventswochenende

Über die Mobilitätswende nicht nur reden, sondern die Mobilitätswende umsetzen und im besten Wortsinn „erfahrbar“ machen – unter diesem Motto steht das vierte Adventswochenende in Hagen. Denn: im gesamten Stadtgebiet können am Samstag (21. Dezember) und Sonntag (22. Dezember) die Busse der Hagener Straßenbahn AG kostenlos genutzt werden!

„Wir meinen es ernst mit dem uns selbst gegebenen Auftrag, mehr Menschen in unserer Stadt zum Umsteigen zu bewegen und intensiver den ÖPNV zu nutzen“, so Oberbürgermeister Schulz. „Ein erster wichtiger Schritt ist dabei sicherlich die beschlossene Zuschusserhöhung seitens der Stadt gegenüber der HVG um knapp drei Millionen Euro. Damit einher geht eine deutliche Attraktivitätssteigerung des Busangebots und ein Mehr an gefahrenen Kilometern von rund 15 Prozent.“

„Doch dabei allein wollen wir es natürlich nicht belassen“, so der Hagener OB weiter. „Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung für einen kostenlosen Busverkehr am 21./22. Dezember wollen wir neue Nutzungsmodelle testen. Gemeinsam mit der Straßenbahn AG werden wir die Erfahrungen auswerten und danach überlegen, ob wir dieses Angebot wiederholen oder gegebenenfalls sogar noch ausweiten wollen. Außerdem wird uns der in Kürze vorgelegte neue Nahverkehrsplan weitere Handlungsoptionen aufzeigen.“

Übrigens: nicht nur die Hagenrinnen und Hagener selbst werden am vierten Adventswochenende von dem kostenlosen Busverkehr profitieren, sondern auch die Besucher aus dem Umland, die zum Beispiel mit dem Zug die Volmestadt anfahren oder ihr Auto etwas außerhalb abstellen.

Neues Netz – neuer Takt

16. November 2019

Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember beginnt ein neues Zeitalter im Hagener ÖPNV. Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung: Die Taktfrequenzen werden auf den Hauptstrecken verdichtet und die Verkehre zeitlich ausgeweitet. Insgesamt werden die Busse der Hagener Straßenbahn AG jährlich ca. 1,2 Millionen Linienkilometer zusätzlich fahren.

Das neue Liniennetz (bitte aufs Bild klicken, dann öffnet sich eine vergrößerbare Darstellung):

Alle Informationen zum neuen Fahrplan im Detail sind hier zu finden: https://mehr-für-hagen.de

Enger Takt, neue Linien: Viel Neues im Bus-Netz in Hagen

15. November 2019

Neue Linienführungen, dichterer Takt, ausgeweitetes Angebot auch zu jenen Zeiten, in denen bislang weniger Busse fuhren: Auf die Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs kommen mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember zahlreiche Änderungen zu. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Es ist höchste Zeit für eine Busspur in Hagen

Das beste Busnetz verpufft effektfrei, wenn sich die Busse genau wie jedes Auto zu den Stoßzeiten durch die Straßen quälen müssen. Ein attraktiver Nahverkehr ist schnell. Im Feierabendverkehr sogar schneller als der Individualverkehr. Dafür braucht es eine Vorrangschaltung an Ampeln und auf allen Hauptverkehrsachsen Spuren, die nur von Bussen und Fahrrädern genutzt werden. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Diesem Kommentar von WPWR-Redakteur Jens Stubbe ist nichts hinzuzufügen. Es scheint so, dass auch im Pressehaus (unter dem Druck drohender richterlicher Entscheidungen, Stichwort: Fahrbeschränkungen in der City) langsam ein Umdenken weg von der Ideologie hin zur Vernunft stattfindet. Zu wünschen wäre es jedenfalls.

Busse statt Bahnen

7. November 2019

S-Bahn-Linie 8: Verschlechterungen zum Fahrplanwechsel

Eigentlich sollte auf der S-Bahn-Linie 8 (Symbolfoto: VRR) von Hagen über Wuppertal nach Mönchengladbach zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember auch an Werktagen, wie schon immer abends und am Wochenende, ein 30-Minuten-Takt eingeführt werden. Eigentlich.

Daraus wird vorerst nichts, wie der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf seiner Homepage bekannt gab. Montags bis freitags bleibt es tagsüber bei dem schwer merkbaren unregelmäßigen 20/40-Minuten-Takt. Und das ist nicht alles: Am Wochenende soll die S-Bahn sogar nur noch stündlich fahren; für die zweite Fahrt pro Stunde ist ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Hagen Hbf. und Wuppertal-Oberbarmen geplant.

Die Ursache für dieses Chaos ist in der Vergabepraxis des VRR zu suchen. Bisher werden die S-Bahnen an Rhein und Ruhr von der Bahn-Tochter DB-Regio betrieben. Zeitgleich mit den ab Dezember geplanten umfangreichen Änderungen im Schienennetz der Region sollte ein Teil der Linien von anderen Betreibern bedient werden.

Für die S-Bahn von Hagen Richtung Wuppertal war geplant, die Linie aufzuspalten. Im vorgesehenen 30-Minuten-Takt sollte einmal weiterhin die Linie S 8 fahren, die jeweils zweite Fahrt sollte die verlängerte S 9 übernehmen, die aus Richtung Essen kommt und bisher am Wuppertaler Hauptbahnhof endet. Diese Linie wurde vom VRR mit Wirkung zum Fahrplanwechsel an Abellio vergeben, ein Tochterunternehmen der Niederländischen Staatsbahn, das in Hagen im ehemaligen Mark-E-Gebäude an der Körnerstraße seine NRW-Niederlassung und in Eckesey eine Werkstatt unterhält.

Aber Abellio hat ein Problem: Die Firma hat nicht genügend Lokführer, und damit steht sie nicht allein. Ebenfalls zum Fahrplanwechsel sollte der Zugbetreiber Eurobahn die beiden im Raum Dortmund verkehrenden S-Bahn-Linien 1 und 4 übernehmen. Auch die Eurobahn konnte laut VRR nicht im ausreichenden Maße Fahrpersonal stellen, woraufhin der Verkehrsverbund dem angepeilten Betreiber den Auftrag entzog und per Notvergabe die Linien bis 2021 weiter von der DB Regio bedienen lässt. Gegen die Entscheidung klagt die Eurobahn.

Den Abellio-Auftrag für die S 9 hat der VRR bisher noch nicht gekündigt. Hier wäre Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz gefragt. Als Vorsitzender der VRR-Verbandsversammlung, die in der Vergangenheit mit extrem kurzen Sitzungen von sich reden machte (inzwischen wird die Sitzungsdauer nicht mehr veröffentlicht), war von ihm zu den bevorstehenden Unannehmlichkeiten für die Bürger seiner Stadt noch nichts zu vernehmen.

Für Schulz und seinen Chauffeur mag das alles bedeutungslos sein, für die Hagener Fahrgäste aber nicht. Die Verschlechterungen im S-Bahn-Verkehr sollen immerhin den gesamten Winter über bis Ende April anhalten. Vorerst.

Angstorte verschwinden: Abriss am siffigen Vorhaller Bahnhof

7. November 2019

Nach Jahren des Stillstands tut sich endlich etwas: Die Deutsche Bahn beginnt mit der Sanierung mehrerer der insgesamt sieben Bahnhöfe im Stadtgebiet. Besonders große bauliche Eingriffe wird es am viel genutzten Pendler-Bahnhof in Vorhalle und in Oberhagen geben. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Ursprünglich sollte der Bahnhof Vorhalle (Foto: Stefan Flöper, CC BY-SA 3.0) mal von seiner peripheren Lage unter die zentralere Nöhstrassenbrücke verlegt werden. Das ist unterblieben, auch weil die Hagener Politik diese sinnvolle Maßnahme nie mit dem nötigen Nachdruck verfolgt hat. Jetzt also der Abbruch, nachdem das in den 1920er Jahren errichtete Gebäude jahrzehntelang vor sich hin rottete. Parallelen zum GWG-Block in Wehringhausen liegen auf der Hand.

ÖPNV: Flatrate vs. Nulltarif

2. November 2019

Städte erproben Mobilitätswende – In Hagen überwiegen die Abwehrreflexe

Augsburg hat zum Monatsbeginn eine Flatrate für den öffentlichen Personennahverkehr der Stadt eingeführt. Dafür sollen die Augsburger einen Monat lang alle Angebote des ÖPNV innerhalb des Stadtgebiets nutzen können. Das sind neben Straßenbahnen und Bussen Carsharing-Autos und Leihräder.

Kostenpunkt: 79 Euro. Geboten wird ein unbegrenzter Zugang zu Bussen und Straßenbahnen sowie eine halbe Stunde pro Tag Zugriff auf die Leihräder. Außerdem sind 15 Stunden im Monat Carsharing mit maximal 150 Kilometern drin. Zum Vergleich: Das Ticket 2000 kostet für das Stadtgebiet Hagen 83,70 Euro – ohne Carsharing und Leihräder.

Zur Verfügung stehen in Augsburg, einer Stadt mit 290.000 Einwohnern, 150 Leihräder und mittlerweile 176 Carsharing-Autos. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl müssten in Hagen etwa 100 Leihräder im Angebot sein und mehr als 110 Carsharing-Fahrzeuge. Tätsächlich gibt es keine Leihräder und nur noch 2 (in Worten: zwei) Carsharing-Autos.

Der Stadtsoziologe Andreas Knie lobt die Initiative – und mahnt zugleich: Für eine echte Verkehrswende reicht es noch nicht. „Die Augsburger Lösung zeigt eine erste Perspektive auf: Alles unter einem Dach, alles zu einem Preis,“ sagte er dem Deutschlandfunk.

Knie findet es trotzdem wichtig, dass die Stadt mit gutem Beispiel vorangehe und erste Erfahrungen sammle. Wenn es etwas zu bemängeln gebe, dann sei dies vielmehr die Symbolpolitik der Bundesregierung.

„Jetzt, wo die Verkehrswende langsam in die Diskussion kommt, zeigt sich das ganze Desaster. Wir geben jedes Jahr acht Milliarden Euro aus, um die Dieselpreise zu subventionieren. Für die Beschaffung von neuem Material für den ÖPNV, also neue U-Bahnen und S-Bahnen, geben wir aber nur eine Milliarde aus.“ Dass die Bundesregierung im neuen Klimapaket die eine Milliarde nun auf zwei Milliarden Euro angehoben habe, sei vor diesem Hintergrund ein Witz, so Andreas Knie.

Auch in der Parkraumbewirtschaftung sieht der Mobilitätsforscher noch viel Potential für Verbesserungen – und kritisiert unter anderem, dass Parkplätze in Städten den privaten Pkw vielfach kostenlos zur Verfügung ständen. Ein Privileg, das für Carsharing-Autos nicht gelte.

Noch einen Schritt weiter will ab April 2020 die Stadt Monheim zwischen Düsseldorf und Köln gehen. Dort soll dann der Nulltarif eingeführt werden.

Bürgermeister Daniel Zimmermann erklärte zur Begründung gegenüber der Presse: „Wir haben im Stadtrat ein Paket für den Klimaschutz beschlossen, das auf drei Säulen beruht: Gebäudesanierung, Energieversorgung und Verkehr. In den ersten beiden Bereichen haben wir unser Ziel schon fast geschafft. Aber im Verkehr haben wir nichts erreicht. Wir haben immer noch 55 Prozent Kfz-Anteil an allen Verkehrswegen und nur jeweils zehn Prozent Fahrrad- und Busanteil.“

Weitergehende Konsequenzenzen wollte er nicht ausschließen: „Wenn wir in den nächsten drei Jahren nicht maßgeblich mehr Leute in den ÖPNV bekommen haben, werden wir uns weitere Maßnahmen überlegen.“ Was ja nur bedeuten kann, den motorisierten Individualverkehr einzuschränken.

In Hagen ist der politische Raum dagegen ganz auf Abwehr eingestellt. Mit allerlei hanebüchenem Unsinn versuchen Ratsgruppen auch nur geringste Einschränkungen für Autofahrer zu verhindern, obwohl die Stadt am Individualverkehr erstickt.

Dabei wäre es notwendig, den öffentlichen Raum gerechter zu verteilen: Mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer und den Busverkehr. Da sieht es aber mau aus. Seit mittlerweile drei Jahren hängt eine simple Maßnahme wie die Errichtung von Busspuren auf der Körnerstraße in den Gremien fest. Mit immer neuen „Bedenken“ wird die Umsetzung blockiert.

Das neueste Highlight hat sich die CDU ausgedacht: Noch mehr Parkplätze. Wenn dieser Unfug eine Mehrheit finden sollte, kann sich Hagen endgültig ins Nirwana der Unverbesserlichen verabschieden.

32 neue Anzeigen, zwei neue Warteräume

29. Oktober 2019

DB verbessert Reisendeninformation und Komfort am Hagen Hauptbahnhof

Auf dem Weg zum Bahnsteig noch ein schneller Blick auf die Uhr oder in den „DB Navigator”, um zu sehen, ob der Zug planmäßig kommt: für Pendler Routine. Am Hagener Hauptbahnhof wird die Reisendeninformation nun ein Stück weit verbessert: Im gesamten Bahnhof werden insgesamt 32 neue Anzeigen und Monitore eingebaut. Reisende erhalten so an vielen Stellen des Bahnhofs aktuelle Infos zu ihren Verbindungen.

Im Empfangsgebäude wird die große Infotafel ersetzt. Auf dem Weg zum Bahnsteig erhält der Reisende zukünftig auch in der Personenunterführung aktuelle Informationen zur Verbindung: Auf neun neuen Zuganzeigern können sich Reisende über die nächsten Abfahrten der Züge am jeweiligen Bahnsteig informieren – das erleichtert die Wahl des Treppenaufgangs.

Auch in der Gleishalle verbessert die DB die Reisendeninformation: insgesamt 22 neue Zuganzeigen werden auf den Bahnsteigen installiert. Diese Anzeigen haben eine neue Optik: Die Folgezüge sind nicht mehr untereinander aufgeführt, sondern nebeneinander. Die Informationen werden so lange angezeigt, bis der nächste Zug abgefahren ist. Eine wesentliche Verbesserung ist, dass bei dieser Anzeige der aktuelle Wagenstand der Folgezüge angezeigt werden kann.

„Noch bevor der Bahnhof vollumfänglich modernisiert wird, gibt es hier spürbare Verbesserungen für alle Reisenden”, sagt Ralf Fielenbach, Bahnhofsmanager der DB für den Raum Hagen. „Mit der neuen Reisendeninformation sind wir auf dem neuesten Stand der Technik. Es werden Informationen für die visuelle Reisendeninformation übersichtlich aufbereitet und um neue Informationselemente ergänzt. Das erleichtert die Reise, gerade für Reisende, die nicht so häufig mit dem Zug unterwegs sind.”

Der Einbau der neuen Anzeigen beginnt noch im Oktober und soll im März 2020 abgeschlossen sein.

Darüber hinaus verbessert die DB auch den Komfort an den Bahnsteigen an Gleis 3/6 und 7/10: dort wird jeweils ein neuer Warteraum errichtet. Die beiden Warteräume bieten Schutz vor Wind und Kälte und haben jeweils eine Größe von rund 18 Quadratmetern. Vorbereitende Arbeiten laufen bereits – das erste Haus soll noch Ende des Monats/Anfang November errichtet werden. Bis Ende des Jahres sollen beide Warteräume fertiggestellt sein.

Insgesamt investieren der Bund und die DB in die Modernisierungsmaßnahmen rund 1,1 Millionen Euro.

Unabhängig davon treibt die Deutsche Bahn die Modernisierung der Verkehrsstation in Hagen voran. Die DB plant weiterhin mit einem Baubeginn im Jahre 2023. Bauvorbereitende Maßnahmen starten voraussichtlich bereits Ende 2022.

Erster Hagener Premium-Radweg führt entlang der Ennepe

23. Oktober 2019

Zwischen Wehringhausen und Haspe soll der erste Parade-Radweg auf Hagener Stadtgebiet nach dem Vorbild regionaler Trassen entstehen. Der etwa 1000 Meter lange Abschnitt zwischen der Bahnhofshinterfahrung und der Oberen Spiekerstraße (Kleingartenanlage Schlangenburg) sichert künftig abseits des motorisierten Verkehrs ein schnelles und sicheres Fortkommen entlang der Ennepe. Von dort aus wird es weiter auf der Hammerstraße, die zur Fahrradstraße umgewidmet werden soll und somit allen Zweirädern Vorrang garantiert, komfortabel bis zum S-Bahn-Haltepunkt Heubing gehen. (…)

Quelle: wp.de

So sieht der VRR-Beitrag zum Klimaschutz aus

27. September 2019

VRR beschließt Preiserhöhung um 1,8 Prozent

VRR-Beitrag zum Klimaschutz: Die S-Bahn-Züge werden grün umlackiert. Foto: VRR.

Tickets im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), zu dem auch die Hagener Straßenbahn AG gehört, werden im kommenden Jahr um durchschnittlich 1,8 Prozent teurer. Das beschloss der VRR-Verwaltungsrat.

So schlage sich der erhöhte Aufwand nieder, begründet das Verkehrsunternehmen die Anpassung. Die Preiserhöhung ergebe sich im Wesentlichen aus dem Verbraucherpreis-Index und einem kombinierten Index aus Personal- und Energiekosten.

Schwacher Trost: Nicht alle Tickets werden teurer. Stabil bleiben z. B. die Preise für Fahrkarten im sogenannten Bartarif, ebenso für das 4-StundenTicket und das HappyHourTicket und das ZusatzTicket. Dagegen steigen die Preise u.a. für das 4erTicket, das 10erTicket und die 24- bzw- 48-StundenTickets leicht an. Mehr zahlen auch Nutzer von Monatskarten und Abonnements.

Aufwandssteigerungen könnten nicht mehr im bisherigen Umfang durch die Nutzer refinanziert werden, so der VRR. Er fordert deshalb einen Ausbau der Finanzierung durch Kommunen, Land und Bund.

Weiterhin beschloss der Verwaltungsrat einen weiteren Test des elektronischen Tarifs nextTicket 2.0. Der eTarif setzt sich künftig zusammen aus einem Festpreis von 1,40 Euro sowie einem Leistungspreis von 0,26 Euro pro angefangenem Luftlinienkilometer. nextTicket 2.0 wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 starten.

Im kommenden Jahr feiert der VRR sein 40-jähriges Jubiläum. Geplant sind u.a. Aktionen wie ein ticketfreier Tag und die freie Fahrt am eigenen Geburtstag. Na, das sind ja Maßnahmen.

Ein Hauch von Münster: 700 Radfahrer in Hagen unterwegs

23. September 2019

Das hat es in Hagen noch nie gegeben. 700 Menschen fahren als Radgruppe durch das Stadtgebiet und setzen ein deutliches Zeichen. (…)

Oberbürgermeister Erik Schulz, der selbst mitradelt, bekräftigt durchs Mikrofon die Haltung aller im Rat vertretenen Parteien, die Fahrradfreundlichkeit in Hagen zu erhöhen. „1,5 Millionen Euro haben Kämmerer und Oberbürgermeister dafür in den kommenden Haushalt eingestellt“, spricht er über sich und Christoph Gerbersmann in der dritten Person. (…)

Die Umsetzung einer ersten Maßnahme in Hohenlimburg scheiterte bereits auf politischer Ebene – kein guter Start. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Erik O. Schulz weiter auf Wahlkampftour. Die Realität: siehe Hohenlimburg.

Fahrradsternfahrt Ruhr

19. September 2019

Am Sonntag startet zum Abschluss der Europäischen Mobilitätswoche die Fahrradsternfahrt Ruhr (https://fahrradsternfahrt.ruhr/) nach/in Hagen.

Die diversen Zubringerrouten aus NRW finden sich auf der Webseite. Los geht es in Hagen auf der Springe um 13:00. Der Rundkurs durch Hagen findet sich unter: https://www.gpsies.com/map.do?fileId=xxncdqoxbcsmawde .

Im Anschluss gibt es ab ca. 15:00 ein Fahrradfest mit Lifemusik und Infoständen an den Elbershallen.

CDU sieht Zukunftsperspektive im O-Bus

7. September 2019

„Möglicherweise eine sinnvolle Ergänzung zur Stadtbahn“

Oberleitungsbus mit Batteriespeicher auf dem Gelände der Stadtwerke Solingen. Foto: Michael Kramer, GNU.

Die CDU-Ratsfraktion schlägt die stufenweise Errichtung eines Batterie-Oberleitungsbus-Netzes (BOB-Netz) in Hagen vor. Das belegt ein Antrag der Fraktion für die Sitzung des Umweltausschusses am 11. September. „Ziel ist es, ein möglichst leistungsfähiges, wirtschaftliches und emissionsarmes Nahverkehrsmittel in der Stadt zu etablieren“, wie es im Antrag heißt.

Der Batterie-Oberleitungsbus – kurz BOB genannt – ist eine Neuentwicklung, die einen Nachteil  herkömmlicher Oberleitungsbussen aufhebt: Mit der vergleichsweise kleinen Batterie können die BOBs ohne Oberleitung und ohne schweren Diesel-Hilfsmotor verkehren – in Solingen bis zu 22 Kilometer weit. Auf diese Weise können Störungen umfahren oder Linienwege auch ohne Fahrdraht verlängert werden.

„Bislang sind O-Busse in Deutschland ein exotisches Verkehrsmittel“, wie der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende und Sprecher im Umweltausschuss, Jörg Klepper, erläutert. „Sie fahren lediglich in Eberswalde, Esslingen und Solingen. Nur Solingen bedient sein gesamtes Hauptverkehrsnetz damit. Anders im Ausland: Weltweit gibt es mehr als 300 O-Busbetriebe.“

Diese Zahl wird sich nach Ansicht Kleppers mit dem BOB voraussichtlich deutlich erhöhen. „Denn die Entwicklung des BOB mit eingebauter Hybridtechnik erlaubt nämlich ganz neue Einsatzmöglichkeiten. Der BOB kann bergab die Batterien aufladen und überschüssige Energie in das Oberleitungsnetz zurückspeisen. Zusammen mit der Bergischen Universität in Wuppertal arbeitet Solingen daran, den über Jahrzehnte erworbenen Erfahrungs- und Wissensvorsprung in diesem Bereich noch auszubauen. So sollen künftig ausgediente Batterien aus den Bussen helfen, die Netzstabilität aufrecht zu erhalten. Insgesamt scheint diese Art der Elektromobilität die meisten Vorteile bei überschaubaren Kosten zu bieten“, wie Klepper resümiert. „Deshalb wollen wir den BOB auch als flächendeckende Ergänzung oder Alternative zur Stadtbahn prüfen lassen.“

Für den Vorsitzenden des fraktionsübergreifenden Arbeitskreises ÖPNV, Achim Kämmerer, steht der BOB nicht in Konkurrenz zur Stadtbahn: „Sie ist für größte Transportkapazitäten entlang von verkehrsreichen Korridoren ausgelegt, während der BOB eher ein Instrument zur flächendeckenden Erschließung des Stadtgebiets sein wird. Schaffen wir es nicht, ein förderfähiges stadtweites Stadtbahnnetz zu entwickeln, wäre der BOB möglicherweise eine sinnvolle Ergänzung oder günstige Alternative.“

Für den Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschuss und CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Stephan Ramrath, ist es folgerichtig, sich auf die Erfahrungen der Klingenstadt zu stützen: „Solingen ist Hagen in vielen Punkten ähnlich – insbesondere bei Topographie und Siedlungsstruktur. Wir dürfen weder das Rad neu erfinden noch unnötige finanzielle Risiken eingehen. Deshalb müssen wir die Expertise des dortigen Verkehrsbetriebs nutzen. Ein Beratungsangebot aus Solingen, das jüngst den Bewilligungsbescheid für 32 weitere BOBs erhalten hat, liegt uns jedenfalls vor.“

Scanner-Technik soll in Hagen den Verkehrsfluss verbessern

23. August 2019

Per Scanner möchte die Stadt Hagen die Verkehrsbewegungen in der Innenstadt verfolgen und die Ampelprogramme entsprechend verbessern. (…)

Der Schlüssel für diese exakten Beobachtungen sind Bluetooth-Signale, die beispielsweise von Smartphones oder auch von im Auto verbauter Technologie ausgehen. Sie werden künftig an 20 Messpunkten entlang des Innenstadtrings erfasst. Anhand dieser Daten werden somit Bewegungsprofile einzelner Fahrzeuge erstellt. Fußgänger und Radfahrer, die ebenfalls die Scanner passieren, können anhand der Fahrzeiten automatisch herausgefiltert werden. Die Stadt Hagen versichert, dass im Rahmen der Datenschutzbestimmungen die gemessenen Ergebnisse allesamt anonymisiert und keinesfalls an Dritte weitergegeben werden. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Mobilitätswende in Hagen? Nicht doch, ein fröhliches Weiter-so ist angesagt: Freie Fahrt für freie Bürger! Fußgänger und Radfahrer sollen „automatisch herausgefiltert werden“ – die stören ja nur den Betriebsablauf. „Der Einzelne wird auch schon mal länger stehen müssen, wenn auf der Hauptachse viel Verkehr herrscht und man sich von einer Nebenstrecke einfädeln möchte,“ verspricht der neue Baudezernent Henning Keune. „Der Einzelne“, das sind zum Beispiel viele Menschen, die in einem Bus an den Einmündungen der diversen „Nebenstrecken“ noch länger als bisher vor roten Ampeln warten dürfen.

Hier braucht alles etwas länger

10. Juli 2019

Stadt Hagen tritt Zukunftsnetz Mobilität NRW bei

Bereits vor gut drei Jahren, am 29.06.2016, fand die erste Übergabe von Urkunden zur Mitgliedschaft im Zukunftsnetz Mobilität NRW an insgesamt 57 Kreise, Städte und Gemeinden im NRW-Verkehrsministerium in Düsseldorf statt. Jetzt ist die Botschaft auch in Hagen angekommen.

Die Stadt Hagen ist als dreißigste Kommune aus dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) dem Zukunftsnetz Mobilität NRW beigetreten. Oberbürgermeister Erik O. Schulz unterzeichnete gestern eine entsprechende Rahmenvereinbarung zwischen der Stadt und dem VRR, dem Träger der Koordinierungsstelle Rhein-Ruhr des Zukunftsnetz Mobilität NRW.

Mit dem Beitritt erklärt die Kommune das Thema Mobilität zur Chefsache und fördert verwaltungsweit eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung. „Lärmbelästigung, Luftverschmutzung und verstopfte Straßen stellen uns vor riesige Herausforderungen. Wir müssen uns klar darüber werden, wie wir Mobilität in Zukunft gestalten möchten“, erklärt Oberbürgermeister Schulz, der gleichzeitig auch Verbandsvorsteher des VRR-Zweckverbandes ist.

Zum kommenden Fahrplanwechsel im Dezember 2019 verbessert die Stadt Hagen ihr kommunales ÖPNV-Leistungsangebot. Geplant ist darüber hinaus, den Rad- und Fußverkehr sowie Sharingangebote zu stärken. Hierzu bietet die Zusammenarbeit im Netzwerk eine gute Möglichkeit.

Auch Michael Zyweck, Leiter der Koordinierungsstelle Rhein-Ruhr des Zukunftsnetz Mobilität NRW beim VRR, betonte, wie wichtig der Austausch der Kommunen untereinander ist: „Der Verkehr endet nicht an Stadt- oder Kreisgrenzen, deshalb ist die kommunale Zusammenarbeit im Zukunftsnetz Mobilität NRW so wichtig. Wir müssen gemeinsam attraktive Mobilitätsangebote für die Menschen in der Region entwickeln, die zu einem nachhaltigen Mobilitätsverhalten einladen. Dabei müssen alle Verkehrsmittel mit einbezogen werden – von Bus und Bahn über attraktive Fahrrad- und Fußwege bis hin zu Carsharing und Fahrgemeinschaften.

Im Zukunftsnetz Mobilität NRW arbeiten insgesamt 169 Kommunen zusammen. 29 Kommunen aus dem VRR-Raum tauschen inzwischen über das vom Ministerium für Verkehr des Landes NRW geförderte Zukunftsnetz Mobilität NRW regelmäßig Informationen und Erfahrungen aus und verknüpfen ihre Aktivitäten.

Hier gibt es weitere Informationen über das Zukunftnetz Mobilität.

Erneut Unfall an sogenannter Todeskreuzung in Hohenlimburg

6. Juli 2019

Wieder ein Unfall an der seit 2018 als „Todeskreuzung“ viel diskutierten Straßenecke Mühlenbergstraße/Iserlohner Straße/Stennertbrücke. Und wieder rückt die gefährliche Kreuzung dadurch in den Fokus der Hohenlimburger Öffentlichkeit. Ein Autofahrer ist bereits am vergangenen Sonntag gegen die Fangschutzbügel geprallt, die nach längerer Diskussion 2018 dort aufgestellt wurden. Der Fahrer flüchtete allerdings. Die Polizei ermittelt. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Eine Mischung aus reißerischer Boulevard-Schreibe („Todeskreuzung“) und Fehlinformation („Fangschutzbügel“). Die Stadt hat aus dem tragischen Unfall vom Mai 2018, bei dem ein 81 Jahre alter Mann von einem 40-Tonner getötet wurde, wieder einmal nur die Lehre gezogen, dass der Verkehr ohne Rücksicht auf Verluste weiter fließen muss. Anstatt ein sicheres Überqueren der Kreuzung durch Fußgänger per Rundum-Rot für Kraftfahrzeuge sicherzustellen, wurde einfach einer der Fußgängerüberwege gesperrt. Es handelt sich bei den Absperrungen also nicht um „Fangschutzbügel“ (für Kraftfahrzeuge), wie der Schreiber unterstellt, sondern um gegen Fußgänger gerichtete Barrieren. Sehr schön auf dem Foto im WPWR-Beitrag zu erkennen. Ein bezeichnendes Beispiel dafür, was in Hagen unter „Mobilitätswende“ verstanden wird.

Fast sieben Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart

6. Juli 2019

Abschlussveranstaltung zur Kampagne „STADTRADELN“

Die Abschlussveranstaltung zur Kampagne „STADTRADELN“, an der sich auch die Stadt Hagen beteiligt, findet am Freitag, 12. Juli, um 18 Uhr im AllerWeltHaus, Potthofstraße 22, statt.

Beruflich wie privat sollten die Teilnehmer der Aktion vom 15. Juni bis zum 5. Juli möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen. Die Nacherfassung der Kilometer über den Online-Radelkalender ist noch bis Freitag, 12. Juli, um 24 Uhr möglich. Bei der Kampagne, die als Wettbewerb konzipiert ist, treten Kommunalpolitiker, Bürger, Schulen, Vereine und Unternehmen in Teams oder als Einzelpersonen in die Pedale.

Während der Abschlussveranstaltung, die Oberbürgermeister Erik O. Schulz begleitet, präsentieren die Organisatoren die vorläufigen Ergebnisse zum „STADTRADELN“. Bisher sind 43 Teams mit insgesamt 227 aktiven Radlern beteiligt. Zusammen legten sie bereits über 52.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Mit dieser Leistung sparten die Teilnehmer schon fast sieben Tonnen Kohlenstoffdioxid ein.

Außerdem findet unter allen Teilnehmern eine Verlosung statt, bei der als Hauptpreis ein Trekkingbike von „Zweirad Trimborn“ zu gewinnen ist. Anschließend können die Radler ihre Erfahrungen und Erlebnisse während der Aktion austauschen.

Wer mit seinem Fahrrad wunschlos glücklich ist und nicht an der Verlosung teilnehmen möchte, kann sich bei Gregor Hengstermann unter Telefon 02331/207-3159 oder per E-Mail an gregor.hengstermann@stadt-hagen.de melden. Für die Abschlussveranstaltung ist eine Anmeldung bei Petra Leng unter Telefon 02331/207-3161 oder per E-Mail an petra.leng@stadt-hagen.de notwendig.

815 Mitarbeiter nutzen in Hagen ein Firmenticket

14. Juni 2019

Die Stadt Hagen fördert die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs durch ihre Mitarbeiter, indem sie ihnen ein Firmenticket zur Verfügung stellt. (…)

Doch mit der Resonanz auf das Firmenticket ist man bei der Hagener Straßenbahn AG nicht zufrieden, nur eine Handvoll Firmen (darunter Thalia und Kaufland) machen nach Auskunft von Hartmut Koch, Leiter des Verkehrsmanagements, davon Gebrauch: „Wir haben es zahlreichen Unternehmen angeboten, aber uns fast immer eine blutige Nase geholt.“

Ein Grund dafür ist nach Meinung von Koch, dass ausreichend Parkraum zur Verfügung steht: „Zu Konditionen, mit denen ein Firmenticket nicht mithalten kann.“

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Für Interessierte nichts Neues. Selbst zu Spitzenzeiten stehen im Stadtzentrum mindestens 1.000 freie Stellplätze in den Parkhäusern zur Verfügung. Täglich sehr schön ablesbar beispielsweise auf der Anzeigetafel an der Buscheystraße/Ecke Grünstraße.

Siehe dazu auch:

Parkplätze in Hagen: Zu viele und zu billig
Gutachter empfehlen für eine Verkehrswende Rückbau und Verteuerung

Praxis am Fahrradlenker statt Theorie im Sitzungssaal

26. Mai 2019

Radtour des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs mit dem Oberbürgermeister

Jedes Jahr lädt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club den Oberbürgermeister zu einer verkehrspolitischen Radtour ein. Am Freitag, 24.05.2019 war es wieder soweit und eine Gruppe von 13 Radlern ging am Rathaus an der Volme an den Start. Mit dabei waren diesmal neben dem Oberbürgermeister auch Radfahrer und Radfahrerinnen vom RSC, VCD, sowie Klaus Wetzel für die Bezirksvertretung Mitte. Von der Stadtverwaltung fuhren Ordnungsdezernent Thomas Huyeng, Verkehrsplaner Jörg Winkler und der neue Radverkehrsplaner Gregor Hengstermann mit (Fotos: ADFC).

Thema war in diesem Jahr, dass im April mit großer Mehrheit vom Rat verabschiedete Radverkehrskonzept für Hagen. Wegen der dort vorgeschlagenen umfangreichen Maßnahmen, schließlich hat das Konzept 206 Seiten, beschränkte man sich aus Zeitgründen auf den Bezirk Mitte. Mit 23 Besichtigungspunkten auf einer Strecke von 10 km hatte man sich einiges vorgenommen. Der ADFC war der Meinung, dass man sich die geplanten Maßnahmen am besten vom Fahrradlenker aus ansieht und nicht nur theoretisch im Sitzungssaal.

Zunächst ging es vom Rathaus nur ein paar Meter weiter zur Kreuzung Märkischer Ring / Rathausstraße / Rembergstraße (Foto links). Dieses ist die unfallträchtigste Kreuzung in Hagen. Zur besseren Erkennbarkeit der Radspuren sollen diese über den gesamten Kreuzungsbereich markiert werden; nach Meinung vom ADFC Tourenleiter Michael Schröder am besten in rot.

Als nächstes fuhr die Gruppe durch die Straße Am Hohen Graben. Diese kleine, für den Durchgangsverkehr gesperrte Straße, stellt zwischen der Rathausstraße und dem Märkischen Ring eine wichtige Radverbindung abseits des großen Verkehrs dar. Seit einiger Zeit ist jedoch die Kragplatte, über die der Radweg verläuft, aus Sicherheitsgründen gesperrt (Foto links).

Die Teilnehmer waren entsetzt, als sie vom Verkehrsplaner Jörg Winkler erfuhren, dass die Platte baufällig ist und abgerissen werden soll. Das bedeutet, dass der Radweg dort endgültig gesperrt wird und somit als wichtige Verbindung entlang der Volme entfällt. Michael Schröder meinte, dass es vielleicht doch noch eine preiswerte Lösung geben könne, um diese wichtige Verbindung des Radverkehrsnetzes zu erhalten.

Weiter ging es in Richtung Oberhagen über den Radweg an der Volmestraße (Foto links). Dieser Radweg, neben dem ein viel zu schmaler Gehweg verläuft, müsste nach dem aktuellen Regelwerk eigentlich drei Meter breit sein. Verbreiterungen kann es hier jedoch erst geben, wenn die Volmestraße erneuert wird. Ein weiterer Maßnahmenvorschlag aus dem Radverkehrskonzept ist eine Beleuchtung für den Rad- und Fußweg entlang der Volme in Richtung Eilpe. Heidi Wenke vom VCD merkte an, dass dieser Weg bei Dunkelheit zur Gefahr und zum Angstraum wird und deshalb von vielen abends nicht mehr genutzt würde.

Insgesamt gab es viele Stopps auf der Strecke über die teilweise auch angeregt diskutiert wurde. So wurde bemerkt, dass es sowohl im Museumsquartier, wie auch am Cuno-Berufskolleg keine Fahrradständer gibt.

Eine unangenehme Engstelle sowohl für Radfahrende, wie auch für Fußgänger ist der schmale Geh- und Radweg auf dem engen Bürgersteig der Augustastraße zwischen dem Märkischen Ring und der Södingstraße (Foto links). Dieser Abschnitt soll zum verkehrsberuhigten Bereich umgestaltet und für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Besonders am Herzen liegt dem ADFC die Baumaßnahme für den Bahntrassen-Radweg auf der ehemaligen Strecke der Rheinischen Bahn zwischen der Bahnhofshinterfahrung und Haspe. Die Bahntrasse zwischen Wehringhausen und Eckesey hatte die Stadt schon vor Jahren erworben, um dort die Bahnhofshinterfahrung zu bauen. Der Abschnitt zwischen Wehringhausen und Haspe wurde für den Radweg jetzt auch von der Bahn gekauft. So soll eine gute Radverbindung zwischen der Innenstadt bzw. Wehringhausen und Haspe entstehen, abseits der stark befahrenen L700 (ehemals B7).

Erste Rodungsarbeiten wurden vor kurzem durchgeführt und Jörg Winkler sagte, dass man seit drei Jahren an der Strecke plant und im nächsten Jahr mit den ersten Baumaßnahmen beginnen würde. Die im desolaten Zustand befindliche Hammerstraße soll erneuert werden und so, ab der Oberen Spiekerstraße, den weiteren Verlauf der Radstrecke bilden.

Zurück ging es dann über die Schwenke und den Graf-von-Galen-Ring an dem ein zweiter Überweg, dann auch für Radfahrende, in der Planung ist. Nach Meinung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz ist einiges für eine bessere Radfahrsituation in Bewegung gekommen. Michael Schröder vom ADFC und Heidi Wenke vom VCD hoffen, dass bald die ersten Maßnahmen aus ihrer Planungsphase kommen, um endlich auch auf der Straße sichtbar zu werden.

Die Tour endete dann auf dem Platz vor der Johannis Kirche, auf dem die Fridays for Future Demonstration gegen 13:00 Uhr ihren Abschluss fand.

Radverkehr im Check

25. Mai 2019

OB Schulz und ADFC radeln durch Hagen-Mitte

Zusammen mit Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und dem Radsportclub Hagen sind Oberbürgermeister Erik O. Schulz sowie der Beigeordnete Thomas Huyeng am Freitagvormittag zu einer Fahrradtour durch Hagen-Mitte aufgebrochen.

Unter Leitung von ADFC-Tourleiter Michael Schröder fuhr die Gruppe vom Startpunkt am Rathaus zunächst in Richtung Märkischer Ring und anschließend über den Volmeradweg sowie das Kunstquartier bis zur Althagener Brücke. Von dort radelten alle zum Zielort Johanniskirchplatz.

Bei der Erkundungstour durch die Volmestadt schauten sich die Teilnehmer Vor- und Nachteile bezüglich der Verkehrssicherheit für Radler im Stadtgebiet an, um eventuelle Verbesserungsvorschläge von ADFC und Radsportclub zu realisieren. Gerade im Alltagsverkehr besteht großes Potenzial, den Radverkehrsanteil in Hagen deutlich zu steigern.

So viele Nachtexpress-Fahrten wird es bald in Hagen geben

24. Mai 2019

Der Rat der Stadt hat gestern Nachmittag ein geschlossenes und einstimmiges Zeichen in Richtung einer Verkehrswende in Hagen gesetzt: Das höchste Gremium der Stadt beschloss deutliche Optimierungen im Hagener Busnetz. Insgesamt sollen Maßnahmen mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 2,9 Millionen Euro durchgesetzt werden. Die zusätzlichen Mittel werden insbesondere zur Verstärkung des Angebots ab 22.30 Uhr eingesetzt. Und zwar um mindestens folgende Fahrten aller Nachtexpress-Linien zu ermöglichen: sonntags bis donnerstags: drei Fahrten beginnend gegen 22.30 Uhr ab Stadtmitte im Stundentakt. Freitags, samstags und vor Feiertagen: vier Fahrten beginnend gegen 22.30 Uhr ab Stadtmitte im Stundentakt. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Das Hagener Einheitsblatt richtet sich pfuschend mit zunehmendem Tempo selbst zu Grunde – und merkt es nicht einmal. Diesmal (keine Premiere!) mit einer veritablen Falschmeldung des Schreibers Mike Fiebig: Die 2,9 Millionen Euro werden gerade nicht „insbesondere zur Verstärkung des Angebots ab 22.30 Uhr eingesetzt“. Dieser Posten ist mit 330.000 Euro veranschlagt, die die politischen Gremien zusätzlich zu den wesentlich umfangreicheren Optimierungen für geplante 2,57 Millionen Euro bewilligt haben. Ein Blick in die Beschlussvorlage hätte gereicht – aber schon das ist zuviel verlangt.

Einen Überblick über die Maßnahmen aus dem 2,57-Mio.-Paket hat DOPPELWACHOLDER.DE bereits am 8. Mai veröffentlicht: ÖPNV: Der Apparat kommt in die Hufe

Zu Fuß unterwegs in der Wohnumgebung

19. Mai 2019

Studentin befragt die Bewohner in Hagen-Emst und Hagen-Wehringhausen

Eine Hagener Studentin an der Hochschule für Gesundheit in Bochum im Studiengang „Gesundheit und Sozialraum“ schreibt Ihre Bachelorarbeit zum Thema „Zu Fuß gehen in Ihrer Wohnumgebung“. Und da diese Frage am besten die Bewohner selbst beantworten können, werden beispielhaft die der beiden Hagener Stadtteile Hagen-Emst und Hagen-Wehringhausen befragt.

Dabei geht es darum: „Wie gut können Sie zu Fuß in Ihrer Wohnumgebung gehen? Und welche Ziele in Ihrer Wohnumgebung erreichen Sie gut und gerne zu Fuß und welche nicht? Und welche Gründe gibt es dafür? Gibt es ausreichend Bürgersteige? Sind diese breit genug? Werden diese gut in Stand gehalten?“

Die Idee dahinter ist, dass die Umwelt um das Zuhause dazu beiträgt, dass man mehr oder weniger zu Fuß geht. Das Gehen im Alltag und in der Freizeit (z.B. ein Spaziergang) wiederum trägt als eine Art der Bewegung zur Gesundheit bei.

Es wird eine digitale Befragung mit einem Fragebogen durchgeführt. Die Befragung ist ANONYM. Der Fragebogen kann mit dem Smart-Phone, dem Tablet oder dem PC ausgefüllt werden. Die Befragung beginnt am 20.5.2019 und dauert 4 Wochen.

Der Fragebogen ist unter folgendem Link, der gerne geteilt werden darf, abrufbar:

https://ee.kobotoolbox.org/::uZYJmQsh

Röspel: Bahn muss ICE-Verbindungen wieder anbieten

17. Mai 2019

Wegen der leidigen Einschränkungen und Probleme bei der Hagener Fernverkehrs-Anbindung steht der Hagener SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel nach eigenen Angaben seit Jahren in einem „regem und sehr kritischen“ Austausch mit dem Vorstand der Deutschen Bahn AG.

„Das Fass zum Überlaufen“ habe schließlich der Ausfall des ICE-Halts für die Züge von und nach Berlin gebracht während der angekündigten Baumaßnahmen rund um Bielefeld bis Oktober. „Die von der Bahn versprochenen Umsteige-Ersatzverbindungen funktionierten nämlich in den ersten Tagen nicht oder nur mit erheblicher Verspätung“, berichtet Röspel aus eigener leidvoller Erfahrung.

Der Konzernbevollmächtigte für NRW, Werner Lübberink, habe in einem ausführlichen Antwortschreiben an ihn um Verständnis dafür geworben, dass die baustellenbedingten Einschränkungen für Hagen und die Region unvermeidlich seien, sagt Röspel. Nur durch den Entfall von Halten in Hagen und Hamm seien die Fahrzeitverluste im Fernverkehr zu kompensieren gewesen – jede andere Entscheidung hätte zur Folge gehabt, dass nur noch eine bedeutend geringere Zahl von Nah- und Fernverkehrszügen den Engpass passieren können und somit noch mehr Reisende betroffen gewesen wären.

Weitere Probleme seien schon jetzt im nächsten Frühjahr auf der ICE-Strecke Hamburg-Frankfurt absehbar, wenn die Züge nach Süden wegen Bahndammarbeiten zwischen Münster und Lünen bis Spätsommer 2020 nicht in Hagen halten.

Der Bahnsprecher habe ihm versichert, Hagen sei ein wichtiger Fernverkehrshalt und in der langfristigen Fahrplankonzeption mit Direktverbindungen, nicht nur nach Berlin, sondern auch nach Hamburg und Süddeutschland fest verankert.

„Ich werde die Bahn und ihren Vorstand auf die Zusage festnageln, nach Abschluss der Bauarbeiten für Hagen und für die gesamte Region Rhein-Ruhr die gewohnten Verbindungen wieder anzubieten“, verspricht Röspel. Dabei rechne er mit der Unterstützung der Lokalpolitik und der regionalen Wirtschaft und ermuntert auch Bahnreisende, dem DB-Vorstand bei Verspätungen und Zugausfällen zu schreiben, um die Bedeutung klar zu machen.

ÖPNV: Der Apparat kommt in die Hufe

8. Mai 2019

Verbesserungen im Busverkehr geplant – schon ab Dezember

Dichtere und leicht merkbare Takte, Nachtverkehr erst zu einem späteren Zeitpunkt, besseres Angebot an Sonn- und Feiertagen – das sind die Kernpunkte des neuen Hagener ÖPNV-Konzepts, das zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 realisiert werden soll.

So sieht es jedenfalls die Planung von Stadtverwaltung und Hagener Straßenbahn AG vor, die ab sofort den politischen Gremien der Stadt vorgestellt wird. Endgültig entscheiden wird am 23. Mai der Rat.

Neben den genannten Kernpunkten werden auch die Einführung eines Integralen Taktfahrplans innerhalb des Kernnetzes sowie verbesserte Anschlüsse an den Schienenpersonennahverkehr, insbesondere auch im Spätverkehr, angekündigt. Konkrete Aussagen hierzu liegen allerdings bisher nicht vor.

Auffallend ist das Tempo, mit dem das Nahverkehrskonzept entwickelt wurde. Man sieht also: Ist der Druck erst groß genug – drohende Strafzahlungen wegen Überschreitung von Schadstoffgrenzen und daraus folgende Einschränkungen für Pkws – kommt der Apparat in die Hufe. Sofern das Konzept nicht noch mit Sperrfeuer aus Politik oder Kämmerei wieder atomisiert wird, dürfen die Bürger zum ersten Mal seit dem Beginn der Kürzungsorgien vor fast eineinhalb Jahrzehnten mit einer substanziellen Verbesserung des Nahverkehrsangebots in der Stadt rechnen.

Bereits zum „kleinen Fahrplanwechsel“ am 9. Juni 2019 sind in einer ersten Stufe die Einführung eines festen 10-Minuten-Takts zwischen Stadtmitte und Haspe sowie eine Ausweitung des Spät- und Nachtverkehrs vorgesehen (DOPPELWACHOLDER.DE berichtete). Im Dezember sollen dann „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden.

Die Eckpfeiler dieses Maßnahmenkonzepts stellen nach Angabe der Beschlussvorlage die Vertaktungen von mehreren abschnittsweise parallel verlaufenden Linien auf Hauptstrecken dar. Je nach Bedeutung und Nachfrage werden Taktfolgen von 10 oder 15 Minuten eingerichtet. Folgende Streckenabschnitte sind dabei berücksichtigt:

  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Haspe – Westerbauer (10‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Altenhagen – Loxbaum – Boele (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Höing – Loxbaum – Boele – Kabel (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Markt – Eilpe (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Remberg (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Eilpe – Eilperfeld  (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Kuhlerkamp (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Buschey – Haspe (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Lange Str. – Haspe (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Landgericht – Tondernstraße – Halden (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Landgericht – Elsey – Hohenlimburg (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Stadthalle – Emst (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Altenhagen – Vorhalle (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Eckesey – Herdecke (15‘-Takt)

Die Takte werden jeweils zur Hauptverkehrszeit (HVZ) gefahren. Diese erstreckt sich von Montag bis Freitag von 6:00 bis 19:00 Uhr und an Samstagen von 9:00 bis 19:00 Uhr.

Anhand der Kundenresonanz wird das Angebot im Spätverkehr (nach 20:00 Uhr) als unzureichend angesehen. Hier erweist sich der frühe Einsatz des NachtExpress-Netzes (ab 21:00 Uhr) als Hemmnis bei der Nutzung des ÖPNV und zudem die Reduzierung des Angebots lediglich auf einen Stundentakt.

Hier ist im neuen Konzept vorgesehen, an den Wochentagen Montag bis Donnerstag die Linien des Tagnetzes auf den meisten Strecken mindestens im 30‘-Takt bis etwa 22:00 Uhr verkehren zu lassen. Durch Überlagerung entsteht zum Teil ein dichterer Takt. Um 22:30 Uhr und 23:30 Uhr erfolgt die Bedienung im Stadtgebiet, und auf einigen Linien darüber hinaus, ab Stadtmitte auf den Routen der NachtExpress-Linien.

Freitags und samstags verkehren die Taglinien ebenfalls bis ca. 22:00 Uhr im 30‘-Takt und im Anschluss daran die NE-Linien ausgehend von Stadtmitte stündlich ab 22:30 bis 1:30 Uhr.

An Sonn- und Feiertagen sollen die Taglinien ab 7:00 Uhr verkehren und sich auf den Hauptachsen zwischen 9:00 bis 12:00 Uhr zu einem 30‘-Takt ergänzen, in der Zeit von 12:00 bis 19:00 Uhr dann zu einem 15‘-Takt. Im Spätverkehr entspricht das Angebot an Sonntagen nahezu dem an Wochentagen Montag bis Donnerstag.

Im Schneckentempo

4. Mai 2019

Busspuren auf der Körnerstraße gewinnen langsam Kontur

Seit langem ist die Einrichtung von separaten Busspuren auf der Körnerstraße zur Beschleunigung des Personennahverkehrs in der Diskussion. Jetzt scheint nach Jahren langsam Bewegung in die Sache zu kommen. Betrachtet man das Schneckentempo, mit dem selbst eine so kleine Maßnahme ihren Verlauf nimmt, lässt sich leicht ausmalen, wie sich einschneidendere Operationen zum Klimaschutz, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Verkehrswende hinziehen werden.

Nachdem Anfang April ein Ortstermin mit großem Gefolge stattfand – beteiligt waren Vertreter der Bezirksvertretung Mitte, des Ausschusses für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität, des Arbeitskreises ÖPNV und der Herr Bezirksbürgermeister – liegt jetzt ein Beschlussvorschlag der Verwaltung vor.

Demnach wurde zunächst grundsätzlich festgehalten, dass diese Maßnahme ausschließlich der Busbeschleunigung dient. Entsprechend soll nun keine Kombinationsspur mit dem Radverkehr eingerichtet werden, sondern explizit eine Bussonderspur markiert und beschildert werden.

Dadurch entfallen alle dargestellten Maßnahmen für den Radverkehr. Diese Entscheidung erscheint auch vertretbar, da mit der Trasse entlang der Volme eine gute Verbindungsmöglichkeit zur Innenstadt gegeben ist und eine Hauptverbindungsachse Innenstadt-Bahnhof über die  Bahnhofsstraße geplant ist.

In Fahrtrichtung Innenstadt wird daher an der Kreuzung Körnerstraße/ Hindenburgstraße/ Gerberstraße eine Abbiegemöglichkeit in die Gerberstraße geplant.

Der Umbau bzw. die Verlängerung der Bushaltestelle gegenüber der Agentur für Arbeit bleibt wie bisher geplant Bestandteil der Baumaßnahme. Hier ist es auch möglich, ein Wartehäuschen mit Sitzgelegenheiten zu installieren.

Ebenso werden zur Vermeidung von Rückstauerscheinungen im Kreuzungsbereich Körnerstraße/ Hindenburgstraße/ Gerberstraße die geplanten Verkehrsbeziehungsbeschränkungen als sinnvoll erachtet und sollen so umgesetzt werden.

Im Bereich zwischen der Graben- und Neumarktstraße in Höhe Körnerstraße Hausnummer soll eine Mittelinsel als Überquerungsstelle eingerichtet werden. Diese Überschreithilfe dient quasi als Ersatz für die fehlende nördliche Fußgängerfurt an der Lichtsignalanlage Neumarktstraße/Körnerstraße. Da mehr als zwei Fahrspuren zu überqueren sind, kann die Ausbildung nicht umfassend barrierefrei erfolgen, sondern nur „rollstuhlgerecht“ mit entsprechenden Absenkungen. Auf taktile Elemente muss verzichtet werden.

In Fahrtrichtung Innenstadt existiert vor Haus Nr. 43 ein ca. 25 m langer Parkstreifen für knapp 4 Fahrzeuge – dieser wird für den Busverkehr als sehr „hinderlich“ angesehen, zumal die Parkflächen eng sind und nur mühsam ein- und ausgeparkt werden kann. Hierdurch entstehen oftmals Konflikte mit vorbeifahrenden Bussen. Daher soll diese Fläche als Motorrad- und Fahrradparkfläche genutzt werden. Entsprechend werden einige Anlehnbügeln installiert, die gleichzeitig das Beparken mit PKW verhindern.

Vor der Karl-Marx-Straße/ Springmannstraße soll (zunächst) die Maßnahme enden.

Eine Prüfung, in wie weit und mit welchem Aufwand eine Busführung bis zum Sparkassenkarree auf separaten Trassen (volksparkseitig) möglich ist, erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt, wird aber als Beschlussfassung aufgenommen.

Pläne (noch mit jetzt entfallender Radbenutzung): Graf-von-Galen-Ring bis Neumarktstraße und Neumarktstraße bis Sparkasse (pdf)

Links funktionieren nicht mehr, es geht nur noch so zu den Plänen:
https://www.hagen.de → Politik & Verwaltung → Stadtpolitik → Bürgerinformationssystem → Sitzungen/Kalender → 08.05.2019 → Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität → TOP Ö 6.6 VO → Anlagen: Markierungsplan Blatt 1 + Markierungsplan Blatt 2


%d Bloggern gefällt das: