Archive for the ‘06 Hagen mobil’ Category

Konzeptpapier – So soll Hagens ÖPNV umstruktiert werden

22. Januar 2019

Dass in Hagen das Busnetz weiter ausgebaut und in den Strukturen optimiert werden muss, um erfolgreich die Verkehrswende hinzubekommen, gilt in der Politik als unstrittig. Doch die finanziellen Möglichkeiten der Umsetzung liegen weiterhin im Nebel. Die Hagener Straßenbahn AG hat jetzt der Politik hinter verschlossenen Türen ein Konzeptpapier („Netzvorschlag zur Verbesserung des ÖPNV-Angebotes in Hagen“) vorgelegt, das zwar eine systematische Angebotsausweitung vorsieht, aber auch Mehrkosten von etwa vier Millionen Euro auslöst. Geld, das in der Haushaltsplanung des Kämmerers keine Rolle spielt. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Keine Zeit für Wegducker

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Politik sich bekennen muss, wie ernst sie es mit den gefälligen Lippenbekenntnissen zur angeblich ja so überfälligen Verkehrswende tatsächlich meint.

Wer die Menschen vom privaten Autoverkehr weglocken möchte, kommt an einer konsequenten Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs einfach nicht vorbei. Halbherzige Schritte bleiben da effektfrei. Und das kostet nun mal Geld. Das bislang geltende Credo, dass gewünschte Optimierungen „kostenneutral“ über die Bühne gehen müssten, hat sich überlebt. (…)

Quelle: wp.de

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Lkw-Belastung – Jetzt schlägt auch Hagens Süden Alarm

22. Januar 2019

Es werden Masterpläne geschmiedet, und es werden Radverkehrskonzepte erstellt – doch Hagen ächzt im Hier und Jetzt unter der hohen Belastung von Lkw-Verkehren. Vor allem, weil das Stadtgebiet zwischen den Autobahnen 45 und 1 als Abkürzungsstrecke missbraucht wird. Nachdem schon 600 Anwohner des Tückings und Bürger in Boele, am Remberg, an der Fleyer Straße oder an der Feithstraße mehrfach um Hilfe gerufen haben, schlägt jetzt noch ein ganzer Stadtbezirk zusätzlich Alarm: Eilpe und Dahl. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Mit neuen Schildern, wie sie jetzt wieder gefordert werden, ist das Problem nicht zu lösen. Es müssen großflächige Durchfahrverbote her, die aber auch kontrolliert und bei denen Verstöße dagegen konsequent geahndet werden. In der Vergangenheit hat sich die Hagener Politik nur damit hervorgetan, Scheinlösungen wie die berüchtigte Umleitungsstrecke zur Umgehung des hochbelasteten Märkischen Rings in Höhe des Finanzamts zu produzieren.

Letztendlich wird aber nur eine Verlagerung auf die Schiene eine entscheidende Entlastung bringen. Da wäre das Bundesverkehrsministerium gefragt. Das aber wird nur noch als verlängerter Arm der Automobilindustrie wahrgenommen – wie bei der inzwischen jahrelangen Untätigkeit im Betrugsskandal bei Dieselmotoren.

Stress für Fußgänger – Wären diese Ampeln gut für Hagen?

31. Dezember 2018

Der Seniorenbeirat fordert längere Grünphasen für Fußgänger. Eine Bochumer Countdown-Technik soll Sicherheit schaffen – doch die Stadt winkt ab.

Sie bleiben am Ball. Doch dass das mulmige Gefühl, das Hagens Senioren beim Überqueren viel befahrener Kreuzungen haben, technisch beseitigt wird, wird immer unwahrscheinlicher. Seit bald drei Jahren macht sich der Seniorenbeirat der Stadt dafür stark, dass die Grünphasen für Fußgänger im Stadtgebiet verlängert werden. Im Masterplan Mobilität, der die bisherige Dominanz des motorisierten Individualverkehrs aufbrechen und nachhaltigere Fortbewegungsmöglichkeiten schaffen soll, ist den Fußgängern genau eine Seite gewidmet. Dem Seniorenbeirat ist das zu wenig. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Der sogenannte „Masterplan Mobilität“ ist ein reines Alibipapier und das Geld, was er gekostet hat (130.000 Euro) nicht wert.

Wie es der Zufall will, greift just an diesem Wochenende der Stadtsoziologe Richard Sennett das Thema des Seniorenbeirats in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung auf:

„Etwa all die Ampeln, die dir genau 15 Sekunden geben, um eine Straße zu überqueren. Nach diesen 15 Sekunden hatte ich gerade einmal ein Drittel der Strecke geschafft. (…) Kein wirklich alter Mensch kann eine Straße in 15 Sekunden überqueren! (…) Das Problem ist: Die Städte richten sich immer noch nicht nach dem Menschen aus, sondern nach dem Verkehr. Der große Fokus liegt darauf, die Autos in Bewegung zu halten.“

Passend dazu:

Der Mensch ist wichtiger als das Auto

Dass nun einer der mächtigsten Lobbyisten im Land, der ADAC, fordert, Parkplätze zu vergrößern, für die neueren Autos, die höher und breiter als früher sind, macht fassungslos. Straßen und Parkplätze nehmen längst riesige Flächen in Städten ein – jetzt also noch mehr davon? (…)

Wenn Privateigentum öffentlichen Raum zuparkt und verdreckt, ist das eine gesellschaftliche, ja eine Machtfrage. Die Fahrradfahrer, die Fußgänger und der öffentliche Nahverkehr müssen sich diesen Raum zurückerobern. Städte müssen sich radikal wandeln – und zwar schnell. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Und ein Gegenmodell:

So funktioniert eine Stadt ohne Autos

In der spanischen Stadt Pontevedra sind Autos weitgehend aus der Innenstadt verbannt, Fußgänger haben Vorrang.

Das Konzept funktioniert seit fast 20 Jahren. Einzelhändler profitieren davon, dass mehr Menschen vorbeikommen, Kinder wachsen mit mehr Freiheiten auf. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Bahnen und Busse zum Jahreswechsel

26. Dezember 2018

Zusätzliche Züge in der Silvesternacht:

RE 7: Köln – Wuppertal – Hagen – Hamm – Münster im durchgehenden Zweistundentakt zwischen Münster und Wuppertal und einzelnen Durchbindungen bis Köln.

RB 52: Dortmund – Hagen – Lüdenscheid im Zweistundentakt. In Lüdenscheid-Brügge bestehen jeweils Anschlüsse von/zur RB 25 von/nach Meinerzhagen und Gummersbach.

RB 91: Hagen – Iserlohn und Hagen – Siegen jeweils im Zweistundentakt.

Alle Züge sind mit Kundenbetreuern besetzt.

Fahrpläne (pdf)

Busverkehr:

31.12.: Die Busse fahren nach dem Samstagsfahrplan. Die NachtExpress-Abfahrt um 23:32 Uhr ab der Haltestelle „Stadtmitte“ entfällt. An Neujahr nehmen die NachtExpresse um 0:32 Uhr ihre Fahrt wieder auf. Wie in den Vorjahren werden um 2:32 Uhr und 3:32 Uhr noch zwei Extrarunden gefahren.

01.01.2019: die Busse nehmen ab ca. 10:00 Uhr ihre Fahrt nach dem Sonntagsfahrplan auf.

Fahrpläne (pdf)

VRR: Ab Januar höhere Ticketpreise

24. Dezember 2018

Änderungen beim FirmenTicket und neues 4-StundenTicket

Zum 1. Januar 2019 steigen die Ticketpreise im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) um durchschnittlich 1,9 Prozent. Diese bereits im Sommer 2018 durch den VRR-Verwaltungsrat beschlossene Anpassung hat eine Laufzeit von zwölf Monaten. Kunden mit Bartickets aus dem Jahr 2018 werden gebeten, diese entweder bis zum 31. März 2019 abzufahren oder bis zum 31. Dezember 2021 in den KundenCentern der Verkehrsunternehmen gegen Tickets mit neuem Preisstand umzutauschen.

Ebenfalls ab 1. Januar 2019 wird es ein „4-StundenTicket“ geben, mit dem Fahrgäste Bus und Bahn vier Stunden lang beliebig oft nutzen können. Das Angebot eignet sich beispielsweise für Kundinnen und Kunden, die zum Einkaufen in die Stadt fahren oder kurze Ausflüge in die nähere Umgebung machen möchten. Das Ticket gilt in allen Gebieten der Preisstufen A1 und A2 und kostet 4,20 Euro. Es ist als Tarifpilot angelegt und somit zunächst auf einen Zeitraum von zwei Jahren befristet.

Das FirmenTicket ermöglicht Pendlern eine stressfreie und zudem sichere Fahrt zur Arbeitsstelle mit Bus und Bahn. Auch in der Freizeit ist das FirmenTicket die ideale Alternative zum Auto, denn es gilt rund um die Uhr. Bislang galt dafür eine Mindestabnahmemenge von 50 Tickets. Um insbesondere mittelständischen Unternehmen die Nutzung des Angebots zu ermöglichen, wird die Mindestabnahmemenge ab Januar 2019 von 50 auf 30 Tickets gesenkt.

Alle Informationen zu Tickets und zum VRR-Tarif 2019 unter: www.vrr.de/de/tickets/index.html

ÖPNV in Hagen an den Weihnachtstagen

22. Dezember 2018

24.12.: RE-, RB- und S-Bahnen fahren nach dem Samstagsfahrplan.

Die Busse fahren bis ca. 15:30 Uhr nach dem Samstagsfahrplan. Ab ca. 16:00 Uhr wird der Busverkehr ausgedünnt und es fahren stündlich die NachtExpress-Linien. Die letzte Abfahrt ab der Haltestelle „Stadtmitte“ erfolgt um 18:32 Uhr. Gegen 19:30 Uhr endet der Betrieb.

25.12.: RE-, RB- und S-Bahnen fahren nach dem Sonntagsfahrplan.

Die Busse nehmen ab ca. 10:00 Uhr ihre Fahrt nach dem Sonntagsfahrplan auf. Der NachtExpress fährt an diesem Tag letztmalig um 23:32 Uhr ab der Haltestelle „Stadtmitte“.

26.12.: Für alle Verkehrsmittel gilt der normale Sonntagsfahrplan.

Hagener Buslinie 527 rollt wieder auf der bewährten Strecke

12. Dezember 2018

Die im Rahmen der Fahrplanumstellung vollzogene Umstellung der Linienführung für die Busstrecke 527 wird so schnell wie möglich wieder zurückgenommen. Das hat der Hagener Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Das Gremium räumte ein, dass dem ÖPNV-Arbeitskreis, der diese Maßnahme initiiert hatte, offenkundig ein Fehler unterlaufen sei und diese Entscheidung, die der Rat im Juli auf den Weg gebracht hatte, fachlich einfach nicht gut gemacht gewesen sei. Zudem hat die Politik die Hagener Straßenbahn AG aufgefordert, den alten, bewährten Linienweg so schnell wie möglich wieder herzustellen.

Die Bewohner in Altenhagen – vorzugsweise aus dem Drerup-Viertel – fühlten sich zuletzt vom öffentlichen Leben verkehrstechnisch abgeschnitten. Vor allem die kurzen Verbindungen zwischen den Wohnstraßen und den Lebensmittel-Märkten an der Altenhagener Straße, die die Nahversorgung der Menschen sichern, wurden plötzlich zu einer komplizierten Bus-Odyssee, die einschließlich eines Umstiegs über den Hauptbahnhof führten. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Der WPWR-Artikel ist weitestgehend Unsinn. Die 527 rollt nicht „wieder auf der bewährten Strecke“, wie es schon in der Überschrift formuliert ist – der Bus fuhr seit Menschengedenken nie anders. Eine geplante Umstellung kann nicht schon „vollzogen“ und somit auch nicht „wieder zurückgenommen“ worden sein. „Die Politik“ hat daher die Straßenbahn auch nicht „aufgefordert, den alten, bewährten Linienweg so schnell wie möglich wieder herzustellen“. Was noch gar nicht geändert wurde, muss auch nicht wiederhergestellt werden.

Also konnten sich die Bewohner auch nicht „abgeschnitten“ fühlen und zu einer „komplizierten Bus-Odyssee“ gezwungen sehen. Das hätte ihnen erst ab 6. Januar gedroht, wäre die Planung umgesetzt worden. Die ist aber, so wie es aussieht, bereits vom Tisch.

Jedenfalls hat die Hagener Straßenbahn AG den neuen Fahrplan, der ursprünglich ab Januar gelten sollte, bereits wieder von ihrer Homepage entfernt.

(In einer früheren Version dieser Anmerkung fehlten die Hinweise auf die Falschberichterstattung der WPWR. DW bedauert dieses Versäumnis.)

Fahrgäste sollen bis zu 37 Minuten im pausierenden Bus warten

9. Dezember 2018

Proteste gegen die geänderte Linienführung bei der 527 – SPD-Fraktion rudert gegenüber eigenem Votum zurück

Die ersten Vorboten der angeblichen „Verkehrswende“ lassen Schlimmes erwarten. Fahrgäste sollen ab Januar mehr als eine halbe Stunde auf der Stelle verharren – wenn sie nicht gar wegen der Pause des Fahrers die Zeit im Freien verbringen müssen.

Die Hagener Strassenbahn AG will ab 6. Januar 2019 den Weg der Buslinie 527 im Altenhagener Wohnbezirk Ischeland ändern. Statt einer Hin- und Rückfahrt von der Altenhagener Straße soll der Bereich in einer Schleifenfahrt nur noch im Uhrzeigersinn befahren werden.

Stadtauswärts soll die Fahrt nunmehr ab Hagen Hbf wie heute bis zur Haltestelle Wittekindstraße verlaufen, ab dort weiter im Verlauf der Kinkelstraße bis zum Märkischen Ring und über diesen zur Haltestelle Altenhagener Brücke und weiter bis zum Hbf. Eine direkte Anbindung zum Zentrum von Altenhagen und den dortigen Einkaufsmöglichkeiten an der Altenhagener Straße wäre dann nur noch mit Umsteigen möglich.

Das Umsteigen an der Haltestelle Altenhagener Brücke hat es allerdings in sich: Es müssen – egal ob im oder gegen den Uhrzeigersinn ca. 200 Meter Weg zurückgelegt werden, der über drei bis vier teils sehr fußgängerunfreundliche geschaltete Ampelanlagen führt. So stellen sich die Schaltstellen in Politik und Verwaltung offenbar die groß herausposaunte „Mobilitätswende“ in Hagen vor. Aber es geht noch schlimmer.

Wenn schon eine Schleifenfahrt, dann sollte sie natürlich nonstop erfolgen. Nicht so in Hagen. Nach Angaben der Straßenbahn macht der Bus an der Haltestelle Blumenstraße montags bis samstags tagsüber zwei Minuten Pause, am Samstagabend dürfen die Fahrgäste schon etwa eine Viertelstunde auf eine Weiterfahrt warten. Den Höhepunkt der Planung erwarten Fahrgäste, die sich noch erdreisten, an einem Sonntag die „Leistungen“ dieses Verkehrsbetriebs in Anspruch zu nehmen. Wer dann vom Ischeland zum Hauptbahnhof , ins Stadtzentrum oder sonstwo hin will, darf sich an der Haltestelle Blumenstraße auf einen Stillstand von sage und schreibe 37 Minuten einrichten.

Am Ischeland rührt sich inzwischen Protest gegen diese aberwitzige Planung. In einem Flugblatt merken die Verfasser an: „Wenn so die angepriesene und nutzerfreundliche Umgestaltung des ÖPNV in Hagen beginnt, dann können sich die Nutzer der Hagener Straßenbahn AG warm anziehen und am besten schon mal festes Schuhwerk anschaffen.“

Die vermurkste Planung ist in einem angeblichen „Facharbeitskreis“ entstanden, den der Hagener Rat zur „Verbesserung“ des öffentlichen Personennahverkehrs in Hagen eingesetzt hat. Der hat einige durchaus sinnvolle Vorschläge erarbeitet – aber eben auch Unfug wie im Fall der Linie 527. Gerade dieses Beispiel dokumentiert die in weiten Kreisen der Entscheider grassierende Ahnungslosigkeit, die zu dem seit Jahren herrschenden miserablen Zustand des ÖPNV in Hagen geführt hat.

Das zeigt sich auch an der Entscheidung des Stadtrats, der die Ergebnisse dieses Arbeitskreises am 5. Juli 2018 beschlossen hat. Es seien ja jedem Ratsmitglied die gut 400 Euro Aufwandsentschädigung pro Monat gegönnt – wenn es wenigstens die Beschlussvorlagen lesen würde. Das scheint aber nicht unbedingt so zu sein.

Wie anders ist es möglich, dass das Papier des ÖPNV-Arbeitskreises einstimmig (!) vom Rat beschlossen wurde, aber die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Mitte in der Sitzung am 12. Dezember plötzlich den Antrag stellen wird, die Verwaltung zu beauftragen, auf die Straßenbahn AG einzuwirken, die bisherige Linienführung beizubehalten. Fehlt da die Kommunikation untereinander?

„Es sind Pläne der Hagener Straßenbahn AG bekannt geworden, dass die bisherige Streckenführung (…) geändert werden soll (…)“, heißt es im Antrag der SPD – dabei entstammen die Pläne gar nicht der Straßenbahn, sondern einem Ratsgremium. Die Sozialdemokraten erwecken so den Eindruck, mit dem Ratsbeschluss nichts zu tun zu haben – obwohl sie dort zugestimmt haben.

Die Grünen haben ebenso auf einmal noch Gesprächsbedarf. Für die Sitzung des Arbeitskreises ÖPNV am 19. Dezember erwarten sie „Detailinformationen für die Buslinienführung im Bereich Ischeland“. Auch die Grünen haben im Juli im Rat zugestimmt. Bezeichnenderweise vermerkt das Protokoll an dieser Stelle: „Herr Dr. Preuß führt aus, dass die Politik mit dieser Vorlage selbst etwas gestaltet. Er bedankt sich dafür beim Arbeitskreis.“

„Selbst etwas gestaltet“ – das klingt nach einer Kindersendung, die vor vielen Jahren mal im WDR-Fernsehen lief: „Erzählen, spielen, basteln mit Tante Erika“. Und so sehen eben auch häufig die Ergebnisse aus, die der heimische politische Raum zu produzieren pflegt. Da hilft dann im Zweifel auch der akademische Grad nicht weiter.

Aufschlussreich für die Änderung der Linie 527 ist die Begründung der Straßenbahn AG. Demnach wird die Erschließung des sowieso schon privilegierten Hagener Stadtteils Emst auf Kosten von Altenhagen verbessert: „Durch die Anpassung im Bereich Ischeland wird die Linie 527 auf dem Abschnitt Innenstadt – Wasserloses Tal in Richtung Emst besser mit der Linie 518 vertaktet.“

Also genau dort, wo der Grüne Dr. Preuß residiert – so kann er demnächst besser seinen ICE erreichen.

Verwaltung möchte Ausbau des Lenneradweges vorantreiben

1. Dezember 2018

Jetzt kommt Bewegung in die Planung des Lenneradweges. Die Verwaltung möchte bis 2021 den Ausbau vorantreiben. Eine Stelzenlösung ist angedacht. (…)

Quelle: wp.de

Fahrradklimatest – heute letzte Gelegenheit

30. November 2018

Am heutigen Freitag (30. Nov. 2018) besteht zum letzten mal die Gelegenheit beim diesjährigen Fahrradklimatest des ADFC mitzumachen.

Wer bisher noch nicht mitgemacht hat, kann heute noch die Fragen unter www.fahrradklima-test.de/ beantworten. Mitmachen können alle Hagener Radfahrer und Radfahrerinnen und diejenigen, die gerne Radfahren würden, aber sich, wegen der fahrradfeindlichen Verkehrsverhältnisse in unserer Stadt, nicht trauen.

Update: Radverkehrskonzept

29. November 2018

Der nicht funktionierende Link im Beitrag „Das Radverkehrskonzept für Hagen“ ist wiederhergestellt. Die 206 Seiten Radplanung können jetzt aufgerufen werden.

Das Radverkehrskonzept für Hagen

22. November 2018

Das Konzept gliedert sich in die Abschnitte

  • Allgemeinde Rahmenbedingungen und Zielsetzungen der Radverkehrsförderung,
  • Analyse der allgemeinen Radverkehrsförderung und der bestehenden Radverkehrsinfrastruktur,
  • Definition eines Radverkehrsnetzes für den Alltags- und Freizeitradverkehrs,
  • Ableitung von Maßnahmen in investiven und nicht-investiven Bereichen sowie Empfehlung einer Umsetzungsstrategie.

Insgesamt wird im Konzept die Umsetzung von 81 Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur und 25 Maßnahmen zur allgemeinen Radverkehrsförderung in einem Zeitraum von 10 Jahren empfohlen.

Die Maßnahmen für die Infrastruktur beziehen sich auf den Ausbau eines durchgängigen Radnetzes mit direkten, schnellen, komfortablen, zusammenhängenden, sicheren und oft kreuzungsfreien Radwegen sowie sicher gestalteten Knotenpunkten.

Die Maßnahmen erstrecken sich auf die Kategorien:

  • Herstellen eines straßenverkehrsordnungskonformen Radverkehrsnetzes, das auch den Anforderungen der Empfehlungen für die Anlage von Radverkehrsanlagen (ERA) entspricht
  • Schließen von Netzunterbrechungen im Radverkehrsnetz
  • Beseitigen von Unfallschwerpunkten im Radverkehrsnetz
  • Ausbau des ruhenden Radverkehrs
  • Ausbau und Anbindung des regionalen Radwegenetzes
  • Abbau von Hindernissen und Barrieren
  • Überprüfung der Beleuchtungssituationen

Link: Radverkehrskonzept Stadt Hagen (pdf, 34 MB)

Radkonzept ist da – Umbau der Stadt kostet 19 Millionen Euro

22. November 2018

Das Radverkehrskonzept für die Stadt Hagen liegt vor. Das 206 Seiten starke Werk stellt den Verkehrsraum in Hagen in vielen Punkten in Frage.

Auf diesen 206 Seiten bahnt sich der größte Eingriff der vergangenen 60 Jahre in den Hagener Stadtverkehr an. Das vom Büro „Planungssocietät“ entworfene Radverkehrskonzept für die Stadt Hagen ist nicht nur eine Frage von Kosten und Umverteilungen. In der Umsetzung dieses Maßnahmenpakets wird sich entscheiden, ob Hagen die Verkehrswende wirklich will oder ob es im Status einer Auto-Stadt verharrt. (…)

Quelle: wp.de

E-Lastenrad: Förderung möglich

16. November 2018

Das Umweltamt der Stadt Hagen weist darauf hin, dass das Land NRW – passend zu den Bemühungen um eine nachhaltige Mobilität in Hagen – die Anschaffung von elektrisch betriebenen, fabrikneuen Lastenfahrrädern fördert. Für Hagen greift die Förderung, weil nur Personen in NRW antragsberechtigt sind, die mit Erstwohnsitz in Städten mit NO2-Grenzwertüberschreitung leben.

Diese E-Lastenräder müssen eine Nutzlast von mindestens 70 Kilogramm ohne Fahrer aufweisen und entweder einen verlängerten Radstand besitzen oder Transportmöglichkeiten aufweisen, die unlösbar mit dem Fahrrad verbunden sind und dabei mehr Volumen oder Gewicht aufnehmen können als ein herkömmliches Fahrrad. Dann beträgt die Förderquote 30 Prozent der Ausgaben der Anschaffung bis maximal 1.000 Euro für natürliche Personen, also für private Bürger. Allerdings ist nur ein Lastenrad pro Wohneinheit förderfähig. Dazu muss die antragstellende Person nachweisen, dass sie zum Zeitpunkt der Auszahlung der Zuwendung den Erstwohnsitz im Land Nordrhein-Westfalen haben wird.

Bewilligungsbehörde ist die Bezirksregierung Arnsberg – Abteilung 6 – Bergbau und Energie in NRW – Postfach 10 25 45 in 44025 Dortmund. Antragsvordrucke sind erhältlich auf den Seiten der Bezirksregierung (www.bezregarnsberg.nrw.de) oder unter Telefon 0211/837-1001.

Unternehmen oder auch Vermieter von Gebäuden können sich im Internet bei der Bezirksregierung Arnsberg ebenfalls über die für sie speziellen Förderbedingungen zur Anschaffung eines E-Lastenrades informieren.

Marode Brücke könnte Hagen vom Bahnverkehr abkoppeln

11. November 2018

Die Hagener Fuhrparkbrücke ist dem Abriss geweiht. Eingedrungenes Salzwasser und minderwertiger Stahl lassen eine Sanierung nicht mehr zu. (…)

Sollten sich weitere Risse im Beton andeuten oder Spannglieder aus minderwertigem Stahl ausfallen, kann eine Vollsperrung nicht mehr ausgeschlossen werden. Und zwar nicht bloß für den kompletten Straßenverkehr, sondern auch die Bahnverbindungen darunter. Damit wäre der Hagener Hauptbahnhof vom deutschen Bahnnetz faktisch abgekoppelt. (…)

Quelle: wp.de

Wer darf über Radweg in Hohenlimburg entscheiden?

9. November 2018

Jetzt prüft das Rechtsamt, wer über den umstrittenen Radweg auf der Bundesstraße 7 Stennertstraße/Hohenlimburger Straße entscheiden darf: Der Stadtentwicklungsausschuss oder doch letztlich die Bezirksvertretung (BV) Hohenlimburg. (…)

Quelle: wp.de

Stadt will weiter umstrittenen Radweg in Hohenlimburg

7. November 2018

Protest aus Hohenlimburg bleibt ungehört: Ein Radweg auf der viel befahrenen B 7 soll kommen. Fraglich bleibt, welches Gremium entscheiden darf. (…)

Quelle: wp.de

Radfahren in Hagen: Was passt, was muss sich ändern?

6. November 2018

Klimatest des ADFC

Die letzten schönen Herbsttage locken nochmal aufs Rad – und beim Radfahren tut sich was in Hagen. Neben den neuen innovativen Radboxen, die am Hauptbahnhof sowie den Bahnhöfen Hohenlimburg, Heubing und Vorhalle gebaut wurden, ist auch das Radverkehrskonzept für Hagen fertig gestellt und wird in den nächsten Wochen den politischen Gremien vorgestellt und anschließend veröffentlicht.

Viele aktive Radler nutzten die Chance, ihre Meinungen und Anregungen in die Erstellung des Konzeptes einfließen zu lassen. Und diese Meinung ist jetzt auch beim Klimatest des ADFC wieder gefragt. Wie ist es, mit dem Rad in Hagen unterwegs zu sein und was gilt es zu verbessern? Noch bis Ende dieses Monats können Radfahrerinnen und Radfahrer in ganz Deutschland die Radverkehrsbedingungen in ihren Städten und Gemeinden unter www.fahrradklima-test.de bewerten.

Neben der Onlinebefragung liegen die Fragebögen auch an den Infotheken des Rathauses I und II, in den Stadtbüchereien und im Fahrradfachhandel aus.

ICE – Oberbürgermeister Schulz übt Kritik bei NRW-Bahnchef

6. November 2018

Oberbürgermeister Erik O. Schulz gibt sich nicht damit zufrieden, dass der ICE 2019 in Hagen sieben Monate lang nicht halten soll. (…)

Quelle: wp.de

CDU will Regionalexpress-Halt in Haspe

5. November 2018

Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Haspe will den ehemaligen Bahnhof Hagen-Haspe reaktivieren. Das geht aus einem Antrag für die nächste Sitzung der BV hervor. Die Hasper Christdemokraten schreiben in der Begründung ihres Antrags:

„Da die Regionalbahnen in Hagen (die auch über Haspe fahren) ausschließlich am Hagener Hauptbahnhof halten, bietet sich der Hasper Bahnhof als möglicher weiterer Haltepunkt in Hagen an. Der Hasper Bahnhof liegt zentral im Einzugsbereich vieler Betriebe, so dass durchaus Bedarf für eine entsprechende Entwicklung an dieser Stelle besteht. Sollte die Möglichkeit der Ertüchtigung des Hasper Bahnhofs bestehen, ist in einem weiteren Schritt die Anbindung des ÖPNV Netz in Hagen anzugehen.“

Der Antrag ist sehr zu begrüßen, ist es doch auch nach 30 Jahren S-Bahn-Betrieb auf der anderen Seite des Tales der Hagener Straßenbahn AG nicht gelungen, den Stadtteil vernünftig an den S-Bahnhof Heubing anzubinden.

Aber man merkt dem Vorstoß der CDU auch an, dass der ÖPNV für die Partei immer noch eine fremde Welt ist. Der Standort des ehemaligen Hasper Bahnhofs ist weder an den Busverkehr angeschlossen noch ist ein Anschluss realistisch, da die Linien umgeleitet werden müssten. Das wäre zum einen mit Fahrzeiterhöhungen verbunden, zum anderen mit entsprechend höheren Kosten. Sinnvoller wäre ein Standort zwischen Voerder und Hestertstr., der auch ohne großen Aufwand barrierefrei einzurichten wäre und mit gleich fünf Buslinien verknüpft werden könnte.

Auch eine zweite Idee der Hasper CDU ist eher aus Unkenntnis heraus geboren: Die Einrichtung eines Ersatzhaltes für ICE-Züge an gleicher Stelle. Den begründen die Fraktionäre damit, „dass aufgrund von Widrigkeiten im Hagener Hauptbahnhof die ICE Linien an Hagen vorbei nach Dortmund geleitet werden mussten“. Dies sei „ärgerlich“ und könne in Haspe „dann verhindert werden“.

Offenbar haben die Urheber dieser Idee noch nie einen ICE ab Hagen benutzt, sonst wüssten sie, dass ein ICE, der den Hagener Hauptbahnhof nicht anfahren kann und deshalb umgeleitet wird, auch nicht über Haspe verkehrt.

Luxusprobleme

3. November 2018

von Udo Pfeiffer

Ist es tatsächlich ein „Luxusproblem“, wenn Fahrgäste auf einer der stark genutzten Hauptachsen der Hagener Straßenbahn (von Stadtmitte nach Eilpe) manchmal 10 (bzw. 12) Minuten auf einen Bus warten müssen, wie es ein Mitarbeiter des Verkehrsbetriebs beim letzten Fahrgastforum ausdrückte?

Die Wartezeiten auf der elektronischen Anzeige gehören zu Linien, die alle die gleiche Strecke von der Innnenstadt zum Eilper Denkmal fahren. Der fünfte Bus gehört zur Linie 516 und müsste mit 28 Minuten angezeigt werden, wenn er noch draufpassen würde.

Nun könnte man einwenden, dass diese Situation eine Ausnahme sei und nicht vorhersehbaren Verspätungen geschuldet sei.

Der Fahrplan der Haltestelle Stadtmitte gibt für die Linien, die in der Zeit von 16 bis 17h nach Eilpe fahren, folgende Abfahrtzeiten an:

00 (Linie 512); 03 (519); 08 (510); 12 (SB71); 15 (512); 18 (516); 30 (512); 33 (519); 38 (510); 42 (SB71); 45 (512); 48 (516);

Wie man sieht, gibt es zwei Lücken von jeweils 12 Minuten (Min 18 – 30; Min 48 – 00). Die Linie 84, die nicht zur Hagener Straßenbahn gehört, fährt um 34, hilft also auch nicht, eine der Lücken zu schließen. Dafür fahren dann andere Linien kurz hintereinander.

In der entgegengesetzten Richtung (Eilpe – Stadtmitte) gibt es zwar keine 12-minütigen Lücken, dafür aber vier Lücken von jeweils 9 Minuten.

Bei 12 Bussen, die innerhalb einer Stunde weitgehend die gleiche Strecke fahren, hätte man idealerweise eine Wartezeit von 60:12 = 5 Minuten. Nun lässt sich dieser Idealzustand wohl nicht ohne weiteres erreichen, da es noch viele weitere Bedingungen zu berücksichtigen gibt. Eine gleichmäßigere Verteilung der Abfahrtzeiten wäre aber erstrebenswert.

Für Leute, die viel Zeit haben oder über keine anderen Verkehrsmittel verfügen, mag dies ein Luxusproblem sein. Wenn die Stadt Hagen aber ernsthaft an der Mobilitätswende interessiert ist und mehr Menschen dazu bringen will, mit dem Bus statt dem eigenen PKW in die Stadt zu fahren, ist ein solcher Fahrplan ein Problem.

Man kann nur hoffen, dass sich bei der Hagener Straßenbahn diejenigen durchsetzen, die sich dieser Problematik bewusst sind und an Verbesserungen arbeiten wollen, und nicht die, die das Ganze für ein Luxusproblem halten.

ICE hält 2019 sechs Monate lang nicht in Hagen

30. Oktober 2018

SIHK irritiert über fehlende Kommunikation der Deutschen Bahn

Starke Irritationen löst die geplante weitestgehende Einstellung der ICE-Anbindung Hagens an die Bundeshauptstadt von Mitte März bis Mitte Oktober 2019 bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) aus.

Private Recherchen im Fahrplan der Deutschen Bahn hatten ergeben, dass bis auf eine abendliche Verbindung von Berlin nach Hagen kein ICE auf dieser Strecke in der Volmestadt halten wird. „Am meisten ärgert uns hierbei die fehlende Kommunikation der Bahn. Es kann nicht sein, dass nur zufällig bei dem Versuch, eine Zugverbindung zu buchen, auffällt, dass Hagen als ICE-Halt gestrichen wurde“, zeigt sich SIHK-Geschäftsbereichsleiter Christoph Brünger enttäuscht.

Gerade vor dem Hintergrund der Diskussion um die stündliche ICE-Anbindung in den letzten Monaten hätte den Verantwortlichen bewusst sein müssen, welch große Bedeutung diese Anbindung für die Region hat.

Auch wenn in diesem Falle eine Baustelle der Grund ist und der Ausfall zeitlich befristet, hätte man dieses seitens der Deutschen Bahn frühzeitig mitteilen müssen. „So stellt sich auch die Frage, warum wieder Hagen abgeschnitten wird“, so Brünger. „Außerdem hoffen wir, dass ab Oktober, wie im Fahrplan schon jetzt ersichtlich, die stündliche Anbindung wieder gesichert ist.“

Altes Denken endet tödlich

27. Oktober 2018

Fußgänger sind in den Etagen der Entscheider noch nicht angekommen

Im Mai 2018 wurde an einem Fußgängerüberweg im Hagener Stadtteil Hohenlimburg ein 81jähriger Mann von einem Lkw überfahren und tödlich verletzt. Die in einer Kurve gelegene Kreuzung wird nach Presseberichten von Anwohnern als unübersichtlich beschrieben. Es soll deshalb schon häufiger Beinaheunfälle gegeben haben.

Wie reagiert daraufhin die Stadt Hagen? Sie verändert nicht etwa die Ampelschaltung zum Schutz der Passanten, indem beispielsweise während einer Grünphase für die Fußgänger alle Lichtzeichen für den Kraftfahrzeugverkehr auf Rot gestellt werden. Nein – die Stadt Hagen sperrt den Fußgängerübergang an der Iserlohner Straße/Mühlenbergstraße. „Aus Gründen der Verkehrssicherheit“ hängt sie die Fußgängerampel ab und blockiert den Überweg mit Bügeln und Absperrzäunen.

Die Verkehrssicherheit wurde allerdings nicht von dem Todesopfer oder anderen Fußgängern gefährdet, sondern von einem 40-Tonnen-Lkw. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr die Ideologie der „autogerechten Stadt“ nach wie vor in den Köpfen der Entscheider in Politik und Verwaltung verankert ist, während der Fußverkehr als zu vernachlässigende Größe behandelt wird. Ein altes Denken, das auch tödlich enden kann.

Wer läuft, hat in Deutschland nicht nur unter Abgasen, Lärm und Enge zu leiden, sondern ist eben auch stark unfallgefährdet: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Verkehrstoten innerorts waren zu Fuß unterwegs.

Deshalb untersuchte kürzlich das Deutsche Institut für Urbanistik im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA), wie sich die Aufmerksamkeit für den Fußverkehr erhöhen lässt und unter welchen Voraussetzungen er gezielt gefördert werden kann. Die neue Studie „Geht doch! Grundzüge einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie“ wurde im Rahmen des 2. Deutschen Fußverkehrskongresses am 11./12. Oktober in Berlin präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Um zu Fuß gehen attraktiver zu machen, hat das UBA verschiedene Vorschläge entwickelt: beispielsweise die Verankerung der fußläufigen Erreichbarkeit im Planungsrecht, die Einführung der Regelgeschwindigkeit Tempo 30 innerorts, Erhöhung der Bußgelder für fußgängerfeindliches Verhalten oder die Festlegung baulicher Mindeststandards für Fußwege oder Ampelschaltungsphasen, bei denen die Zu-Fuß-Gehenden nicht das Nachsehen haben.

Die Ziele sind: Mehr Menschen legen mehr Wege zu Fuß zurück, der Fußverkehr wird sicherer und barrierefrei, das Thema wird mit festen Zuständigkeiten in Verwaltungen von Bund, Ländern sowie Kommunen verankert und die Aufenthaltsqualität für zu Fuß-Gehende steigt.

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Fußgängerinnen und Fußgänger sind die blinden Flecken der Verkehrspolitik. Dabei ist Gehen die natürlichste und grundlegendste Form der Mobilität. Unser Konzept zeigt, wie wir den Fußverkehr stärken können – für mehr Umweltschutz und lebenswertere Städte. Wir brauchen eine bundesweite Strategie zum Fußverkehr, wie es sie bereits in mehreren europäischen Ländern gibt.“

Das europäische Ausland hat die Bedeutung des Fußverkehrs längst erkannt. Länder wie Österreich, Schottland und Wales sowie Finnland und Norwegen fördern den Fußverkehr durch nationale Fußverkehrsstrategien. Eine bundesweite Strategie kann dazu beitragen, den maßgeblich für den Fußverkehr zuständigen Kommunen von Seite des Bundes in ihren Aufgaben zu helfen.

Neuland

24. Oktober 2018

Hagener Grüne: Ups, Carsharing gibt’s ja auch noch

Verkehrspolitik ist für die Hagener Grünen kein großes Thema mehr. Schon im Programm für die letzte Kommunalwahl findet sich kein eigenes Kapitel mehr zu diesem umweltrelevanten Bereich. Es langte nur noch für einen schmalen Unterpunkt.

Aber jetzt haben die Grünen plötzlich das Carsharing entdeckt. Immerhin. Es handelt sich wohl um Neuland. Tauchte das Autoteilen im grünen Programm lediglich als Füllsel im Kontext der Bahnhofshinterfahrung auf („Hinter dem Bahnhof ist Platz“), stellt die Ratsfraktion aktuell einen Antrag für die kommende Sitzung des Umwelt- und Mobilitätsausschusses am 30. Oktober:

Der Umweltausschuss begrüßt die Ankündigung der Verwaltung, Maßnahmen zur Förderung des Carsharing in Hagen auflegen zu wollen, bittet um einen kurzen Sachstandsbericht, wie weit die Überlegungen gediehen sind, und beauftragt die Erstellung eines entsprechenden Konzepts bis zum 1. Quartal 2019.

Interessant ist die Begründung des Antrags, aus der hervorgeht, dass die Grünen offenbar erst auf die Erlaubnis des Oberbürgermeisters warten mussten, dem sie aufs Engste verbunden sind, um die Initiative zu ergreifen. So formulierten sie:

Im Lokalteil der Funke-Mediengruppe vom 12.09.2018 wird Stadtsprecher Michael Kaub wie folgt zitiert:

„Die Stadt will nun reagieren: ‚Zum Einen sollen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Anbietern ermöglichen, ihr Modell zu etablieren“, sagt Stadtsprecher Michael Kaub. Das heißt: Flächen sollen bereit gestellt werden und es soll Unterstützung beim Marketing geben. „Zum anderen will die Stadt Hagen aktiv auf (E-)Carsharing-Anbieter zugehen.“

Dieses begrüßenswerte städtische Vorhaben sollte – auch aus Gründen der notwendigen Maßnahmen zur Luftreinhaltung – rasch auf den Weg gebracht werden.

Das Sprachrohr des OBs gab also den Startschuss und die Fraktion folgte. Dabei hätten die Grünen bereits seit 25 Jahren – so lange gibt es Autoteilen in Hagen – Gelegenheit gehabt, Carsharing als eine alternative Möglichkeit zum völlig entgrenzten motorisierten Individualverkehr zu unterstützen. Vor allem hätte sich die Thematik seit dem inzwischen drei Jahre andauerden Dieselskandal geradezu angeboten. Aber die Hagener Grünen brauchten wohl erst das o.k. aus der OB-Etage, um sachte in die Gänge zu kommen.

Siehe dazu auch:

„Carsharing wäre wünschenswert“
Hagens Stadtspitze entdeckt plötzlich das Autoteilen

Parkplätze in Hagen: Zu viele und zu billig

15. Oktober 2018

Gutachter empfehlen für eine Verkehrswende Rückbau und Verteuerung

In Städten und Gemeinden steigt die Lebensqualität, wenn öffentliche Flächen gerechter allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung stehen. Dafür muss die Anzahl der Parkplätze verringert und ihre Nutzung teurer werden – die heutigen Preise bilden den Wert des öffentlichen Raumes nicht angemessen ab.

Entgegen weit verbreiteter Mythen in der automobilen Bevölkerung stehen selbst zu Spitzenzeiten im Hagener Stadtzentrum Hunderte von Parkplätzen ungenutzt zur Verfügung; abzulesen an den Hinweistafeln des Parkleitsystems. Und sie sind im Gegensatz zu einer weiteren Mär spottbillig.

Eine Stunde Parken im Zentrum ist bereits für 1 Euro zu haben, einen Kurzzeitplatz für 30 Minuten bekommt man zum Beispiel in der Rathaus-Galerie sogar kostenlos. Bereits für ein Kurzstreckenticket im öffentlichen Nahverkehr müssen dagegen schon 1,60 Euro auf den Zahlteller gelegt werden – pro Person und Strecke. Solche Verhältnisse fordern geradezu auf, anstelle des Busses lieber den eigenen Pkw zu nehmen.

Im Rahmen einer Verkehrswende, die diesen Namen wirklich verdient, wäre es neben vielen anderen Bausteinen nötig, Parkplätze zurückzubauen und zu verteuern. Das empfiehlt auch der vom Hagener Rat einstimmig verabschiedete Masterplan Mobilität:

„Durch eine Erhöhung der Parkgebühren (der bewirtschafteten städtischen Parkplätze) kann ein Anreiz gesetzt werden, den motorisierten Individualverkehr (MIV) weniger zu nutzen und dafür mehr Wege mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen (relative Kostenvorteile für den Umweltverbund). Die dadurch zusätzlich eingenommenen Mittel können zudem für Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität in Hagen eingesetzt werden. Gleichzeitig soll es kostenlose Parkmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge geben, um den Umstieg zu fördern.“

„Heute dient ein unverhältnismäßig großer Teil des knappen Raums dem motorisierten Individualverkehr, rollenden und ruhenden privaten Pkw“, so ein von der Berliner Anwaltskanzlei Becker Büttner Held im Auftrag des Thinktanks Agora Verkehrswende angefertigtes Gutachten. Damit Wohnquartiere attraktiver werden, müsse der motorisierte Individualverkehr, insbesondere der ruhende Verkehr, auf Raumansprüche verzichten, schreiben die Autoren der Studie. Das lasse sich durch die Verknappung von Parkflächen und die Bepreisung von Parkraum erreichen. Allerdings müsse dieser Prozess durch die Schaffung von Alternativen zum privaten Pkw begleitet werden, zum Beispiel durch Carsharing-Angebote, Park & Ride Möglichkeiten und durch einen attraktiven vernetzten ÖPNV.

„Lebenswertere Städte entstehen dann, wenn bei der Verteilung der Nutzungsansprüche im öffentlichen Raum nicht mehr die Interessen der Nutzerinnen und Nutzer von privaten Pkw einseitig im Vordergrund stehen“, so Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende. „Nicht zuletzt, weil die Bundeskanzlerin klar gemacht hat, dass die Verkehrswende notwendig ist, steht diese Herausforderung jetzt in vielen Städten auf der politischen Tagesordnung. Mit unserem Gutachten betreten wir juristisches Neuland und ebnen den Weg dorthin.“

Kommunen können schon heute Parkraum umwidmen und auf diese Weise für eine nachhaltige und klimafreundliche Mobilität zum Nutzen aller Verkehrsteilnehmer sorgen. Nennenswerte Spielräume bestehen auch bei der Festsetzung angemessener Gebühren für das Kurzzeitparken.

Wie ein Vergleich der Parkgebühren in deutschen Innenstädten mit denen in Städten des europäischen Auslands zeigt, machen die Kommunen von ihren Möglichkeiten allerdings „noch nicht genügend Gebrauch“, heißt es in der Agora-Studie. So kostet eine Stunde Parken in London 5,60 Euro, während in Berlin nur 3 Euro zu zahlen sind.

Erheblich eingeschränkt ist der kommunale Spielraum dagegen beim Bewohnerparken; Bundesrecht begrenzt die maximale Gebühr für einen Bewohnerparkausweis auf 30,70 Euro pro Jahr. In Stockholm kostet das Bewohnerparken bereits 827 Euro, in Amsterdam 535 Euro. Damit von der Parkgebühr eine Steuerungswirkung für die verstärkte Nutzung alternativer Mobilitätsformen ausgehen kann, sollte das Parkverbot als Regelfall in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen werden, so die Agora-Studie; nach aktueller Rechtslage gilt Parken als „Gemeingebrauch“ und ist immer dann erlaubt, wenn es nicht explizit verboten ist. „Ein Grundrecht auf Parken ist mit der Mobilitätswende in unseren Städten nicht vereinbar“, so Agora-Direktor Hochfeld.

Die Gutachter empfehlen dem Bundesgesetzgeber nicht nur, den Gebührenrahmen für Bewohnerparkausweise an den Wert des Parkraums anzupassen, sondern auch die Bußgeldsätze für regelwidriges Parken anzuheben. „Die Gebühren für Schwarzparken in Höhe von 10 bis 20 Euro stehen in keinem angemessenen Verhältnis zur Ahndung des Schwarzfahrens im ÖPNV“, sagt Dr. Roman Ringwald, Partner bei BBH und einer der Autoren des Agora-Rechtsgutachtens.

Gesetzgeberischer Anpassungsbedarf besteht auch beim Rechtsrahmen für benutzerfreundliche Carsharing-Angebote, die als Alternative zum privaten Pkw gestärkt werden müssen. Zwar können Kommunen bereits heute exklusive Stellplätze für stationäres Carsharing reservieren (was die Hagener Stadtverwaltung in der Vergangenheit wiederholt bestritten hat) und festlegen, dass die Anbieter Mindestbedingungen zu erfüllen haben. Welche Auflagen im Einzelnen zulässig sind, ist aber mangels klarer Vorgaben nicht abschließend geklärt. Die Bundesländer sollten deswegen eigene Regeln dazu erlassen und auf diese Weise Rechtssicherheit für individuelle Lösungen vor Ort schaffen, so die Empfehlung der Agora-Studie.

„Die Mobilitätswende in den Städten hat schon begonnen“, so Agora-Direktor Hochfeld. „Sie kann Millionen Menschen bessere Luft, weniger Lärm und mehr Raum für Begegnungen verschaffen. Diese Aussicht ist erfreulich, sie sollte nicht an Paragrafen scheitern.“

„Carsharing wäre wünschenswert“

13. Oktober 2018

Hagens Stadtspitze entdeckt plötzlich das Autoteilen

In Hagen angeblich nicht möglich, in Aachen schon: Carsharingplätze im öffentlichen Raum (Foto: DW).

Die Zufrühgekommenen sind nicht gern gesehn.
Aber ihre Milch trinkt man dann.
Wolf Biermann: Frühzeit. 1963

In Hagen dauert bekanntlich alles etwas länger. Sehr viel länger. Auch schon mal Jahrzehnte länger. Da bleibt es nicht aus, dass die Stadt so dasteht, wie sie dasteht: weit unter ihren Möglichkeiten.

So hatte die CDU kürzlich die famose Idee, Wehringhausen zu einem Szeneviertel und Wohnstandort für Studenten umzumodeln. Nun, so etwas gab es alles schon einmal – vor vier Jahrzehnten. Für die CDU war das alles des Teufels: Linksradikale und Hippies. Damals war Hagen Standort einer Pädagogischen Hochschule und einer Fachhochschule mit diversen Fachbereichen, von denen nur noch ein kläglicher Rest unter dem Dach der heutigen FH Südwestfalen übrig geblieben ist.

Jetzt hat die Stadt – schon nach einem Vierteljahrhundert! – plötzlich das Carsharing entdeckt und sieht darin einen Baustein, um die massiven Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen. „Die Etablierung von Carsharing und speziell E-Carsharing – also elektrobetriebene Autos – wäre für Hagen wünschenswert“, sagte Stadt-Pressesprecher Michael Kaub nach einem Bericht der WPWR und verwies auf den Masterplan „nachhaltige Mobilität“. Ein eher mangelhaftes Konstrukt, das auch nicht wegen Einsicht, sondern nur unter dem Druck drohender Einschränkungen des motorisierten Individualverkehrs zustande kam.

Carsharing ist für die Hagener Politik und Verwaltungsspitze also offenbar Neuland. Dabei existiert das Autoteilen in der Volmestadt bereits seit 25 Jahren. Das Verhalten der Stadt dem Carsharing gegenüber bewegte sich allerdings im Spektrum zwischen Desinteresse und Blockadehaltung.

1993 wurde auf Initiative des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) der Verein Stadtteilauto Hagen gegründet. Was mit einigen geschenkten Altfahrzeugen begann, entwickelte sich recht rasch zu einer alternativen Möglichkeit zum eigenen Pkw. Die Kombination ÖPNV für den Normalfall und Carsharing für die Ausnahme wurde immerhin so attraktiv, dass der Verein bereits 1999 mehr als 250 Fahrberechtigte zählte, die sich 17 Fahrzeuge teilten.

Vom Kleinwagen bis zum Transporter reichte die Palette für die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten. Der Wochenendausflug in die Pampa (ohne Bahnanbindung), der Einkaufstransport oder der Umzug – für alle Gelegenheiten stand ein passendes (Neu-)Fahrzeug zur Verfügung.

2002 kam die Hagener Straßenbahn AG auf die Idee, ebenfalls eine solche Dienstleistung anzubieten. Da klar war, dass der Hagener Markt für zwei Anbieter zu klein und die Straßenbahn kapitalstärker war, beschloss der Verein, den Geschäftsbetrieb an das städtische Verkehrsunternehmen zu verkaufen.

Viele Vereinsmitglieder bezweifelten allerdings, dass die Straßenbahn dieses für sie neue Geschäftsfeld erfolgreich bedienen kann. Sie sollten sich nicht getäuscht haben. Obwohl der Busbetreiber für den inzwischen komplett auf Ford-Fahrzeuge umgestellten Wagenpark sogar eine Lizenz als Vertragswerkstatt erhalten hatte und freie Kapazitäten im Betriebshof günstig für Wartungsarbeiten einsetzen konnte, erwies sich die Stadttochter als überfordert.

2005 wurde das Carsharing-Geschäft also an Shell Drive weitergereicht, eine Tochtergesellschaft des Mineralölkonzerns. Der gab bereits ein Jahr später diesen Geschäftsbereich auf. Seit 2006 betreibt das niederländisch-berlinerische Unternehmen Greenwheels das Carsharing in Hagen.

Vor Ort beworben wurde das Angebot von den neuen Betreibern nicht, und so ging Carsharing in Hagen langsam aber sicher immer weiter den Bach hinunter. Schon 2013 existierten nur noch vier Stationen mit insgesamt sechs Fahrzeugen, heute sind es noch zwei Stationen mit je einem Kleinwagen.

Die Stadt war all die Jahre nicht an einer Förderung des Carsharing interessiert und verhinderte sogar die Einrichtung von Stellplätzen im öffentlichen Raum. Vorgeschoben wurden angeblich vorhandene rechtliche Einschränkungen. Nur merkwürdig: Woanders scheint es diese nicht zu geben. Zum Beispiel in Aachen. Dort herrschen bekanntlich dieselben Gesetze, die aber wohl anders gelesen werden.

Aachen stellt seit 2006 Carsharingplätze im öffentlichen Straßenraum zur Verfügung. Geregelt wird das über die Sondernutzungssatzung. Die dortige Verwaltung begründet ihr Verhalten so: „Die Förderung von CarSharing-Unternehmen wird als ein generelles Interesse des öffentlichen Wohls angesehen. Es dient ökologischen Zielen, z.B. Verminderung des Kraftfahrzeugverkehrs in überlasteten Innenstädten und Wohngebieten, verminderter Verkehrslärm und verminderte Abgase.“ Der Beschluss im Rat der Stadt Aachen erfolgte einstimmig.

Nach 25 Jahren Carsharing in Hagen ist – möglicherweise – auch die hiesige Stadtspitze aufgewacht. Laut Zeitungsbericht sollen jetzt Flächen „bereit gestellt werden und es soll Unterstützung beim Marketing geben“. Aber, schränkt das Blatt ein: „Eine genaue Ausarbeitung der Maßnahmen zum Carsharing von Seiten der Stadt steht allerdings noch aus. Aktuell können keine konkreten Angaben über die Größe der geplanten Flotte oder ähnliches gemacht werden.“

Campuslinie – schnell vom Bahnhof zu den Hochschulen

27. September 2018

Kosten werden gedrittelt

Vom Bahnhof schnell zur FernUniversität und zur Fachhochschule Südwestfalen – ein Problem für Studierende und Beschäftigte, die mit dem Zug nach Hagen kommen und dann mit dem Bus ihre Hochschule erreichen wollen (DOPPELWACHOLDER.DE berichtete bereits vor drei Wochen ausführlich).

Auf Initiative von FernUni-Rektorin Prof. Ada Pellert und Fachhochschul-Rektor Prof. Claus Schuster wird es ab dem 1. Oktober zu den Hauptverkehrszeiten zusätzlich die Campuslinie im Hagener Busverkehr geben. In einem Rundkurs vom Hauptbahnhof aus wird die Campuslinie die FernUniversität und die Fachhochschule in rund elf Minuten erreichen und zurück zum Hauptbahnhof fahren (Foto: FernUni).

Beide Hochschulen hatten in einer internen Befragung die Bedarfe von Studierenden und Mitarbeitenden ermittelt und festgestellt, dass insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten morgens und spätnachmittags die Anbindung der Hochschulen an Bahnhof und Innenstadt als ungünstig empfunden wird.

„Wir sind sehr erleichtert, dass die Hochschulen jetzt auch ohne Auto gut zu erreichen sind. Ein lang gehegter Wunsch geht damit in Erfüllung“, sagt FernUni-Rektorin Ada Pellert. Und der Rektor der Fachhochschule Südwestfalen führt aus: „Unseren rund 3.000 Studierenden und Beschäftigen am Standort Hagen bieten wir mit der neuen Campuslinie jetzt eine schnelle und umweltgerechte Anfahrt zum Studien- und Arbeitsplatz.“

„Dass wir heute den Start einer neuen Buslinie präsentieren, ist das Ergebnis einer konstruktiven und zielgerichteten Zusammenarbeit der Beteiligten“, erklärt Straßenbahn-Vorstand Christoph Köther. Da das Angebot der Hagener Straßenbahn auf dem Nahverkehrsplan basiert, kann es nicht ohne weiteres kostenerhöhend erweitert werden. Deshalb musste hinsichtlich der gewünschten Campuslinie gemeinsam mit Oberbürgermeister Erik O. Schulz, der Rektorin und dem Rektor der Hochschulen über Fragen der Angebotsgestaltung und auch über deren Finanzierung gesprochen werden.

„Ich freue mich sehr, dass wir letztendlich eine gemeinsame Lösung fanden, die für uns als Verkehrsunternehmen auch unter wirtschaftlichen Aspekten vertretbar ist. Die entstehenden Mehrkosten werden verabredungsgemäß gedrittelt, was bedeutet, dass sich auch die beiden Hochschulen an den Kosten für die Buslinie beteiligen“, so Köther.

Die neue Campuslinie ist auf ihrem Weg zu den Hochschulen nicht nur schneller als die bisherigen Busverbindungen, sondern sie ist auch so gut als möglich mit den wichtigsten Zugverbindungen am Hauptbahnhof abgestimmt.

In einem Jahr soll geprüft werden, ob die Buslinie von den Studierenden und Beschäftigten angenommen wird.

Lenneradweg: Hohenlimburg baut auf ThyssenKrupp Steel Europe

20. September 2018

Die Hohenlimburger Politik und die Mitglieder des ADFC hoffen bei der Entwicklung des Lenneradweges auf Unterstützung von ThyssenKrupp Steele. (…)

Quelle: wp.de

Corbacher Straße: Einbahnstraße wird „gedreht“

19. September 2018

Zu viele Autos und viele davon schneller als erlaubt. Auf diese Beschwerden der Anwohner der Corbacher Straße in Haspe reagierte jetzt die Verkehrsabteilung der Stadt Hagen und beschloss in der Verkehrsbesprechung die Drehung der Einbahnstraße.

Demnach soll die Corbacher Straße künftig nicht mehr von der Berliner Straße, sondern von der Markanastraße aus befahrbar sein. Voraussichtlich in drei Wochen wird die bisherige Beschilderung durch die neue ersetzt.

Da werden sich die Anwohner erst recht freuen, ergibt sich doch durch die veränderte Regelung ein prima Schleichweg für den automobilen Verkehr aus Richtung Ennepetal-Voerde, die in Spitzenzeiten hochbelastete Leimstraße zu umfahren. Als Trostpreis bietet die Stadt an: Für Radfahrer wird weiterhin ein Befahren von beiden Seiten möglich sein.

Es wäre interessant gewesen zu erfahren, wer an der „Verkehrsbesprechung“ beteiligt war. Vielleicht auch Vertreter aus der Knallerrunde der Bezirksvertretung Haspe, deren Kompetenz sich im Absägen von Bäumen und Aufstellen von Kitscheseln erschöpft?

Jetzt buchen: Radboxen am Hohenlimburger Bahnhof und am Heubing in Haspe

19. September 2018

Die Installation der insgesamt 34 Radboxen an Hagener Bahnhöfen befindet sich auf der Zielgeraden: Heute konnte Marc Henningfeld, Servicetechniker vom Radparksystemanbieter Kienzler, sechs Boxen am Hohenlimburger Bahnhof sowie fünf Boxen am Bahnhof Heubing in Haspe anschließen.

Fahrgäste können die Stellplätze bei der Hagener Straßenbahn AG via Internet unter www.dein-radschloss.de/# reservieren. Als letzter Standort wird in den kommenden Wochen der Bahnhof Vorhalle mit sechs Radboxen ausgestattet.

Hagen gehört zu einer von 15 Kommunen, die gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr an größeren Verknüpfungspunkten zum öffentlichen Nahverkehr digital gesteuerte Radabstellanlagen mit dazugehörigem modernen, elektronischen Zugangs- und Hintergrundsystem anbieten. Die Radabstellanlagen werden vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Stündliche ICE-Halte in Hagen und Wuppertal bleiben

7. September 2018

Hagen und Wuppertal behalten ihren stündlichen ICE-Anschluss. Die Deutsche Bahn hat ihre Pläne fallen lassen, die Fernverkehrsverbindungen auszudünnen. Das hat der Konzernbevollmächtigte der DB für NRW, Werner Lübberink, am Mittwoch (05.09.18) im Verkehrsausschuss des Landtags mitgeteilt. (…)

Quelle: WDR

Radwege statt überbreiter Fahrbahn

6. September 2018

Ausbau und Neugestaltung der Enneper Straße

Am kommenden Montag, 10. September, beginnen der Ausbau und die Neugestaltung der Enneper Straße. Aufgrund der Teilsperrungen der Anschlussstellen der A1 in Volmarstein und Gevelsberg wurde Ende des vergangenen Jahres in den politischen Gremien eine Verschiebung der Bauarbeiten diskutiert, aber letztlich abgelehnt, so dass der von der Stadt Hagen beauftragte Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) die Arbeiten von der Firma Kutsch aus Witten durchführen lässt.

Der für den Ausbau vorgesehene, rund 800 Meter lange Abschnitt der L 700, Enneper Straße, beginnt an der Stadtgrenze zu Gevelsberg und endet hinter der Einmündung der Straße „An der Wacht“. Er soll zur Erhöhung der Sicherheit und Leichtigkeit für alle Verkehrsarten nach den heutigen Vorstellungen einer modernen Straßenraumgestaltung umgebaut werden. Die bisher vorhandene Streckencharakteristik wird durch eine überbreite Fahrbahn mit beidseitigen Mehrzweckstreifen und begleitenden Gehwegen geprägt.

Die Planung sieht vor, den Abschnitt an die Anforderungen einer zeitgemäßen Integration in den Stadtraum anzupassen. Die Entwicklung im Bereich des Brandt-Geländes wurde dabei berücksichtigt. So hat man dem Investor der Brandt-Brache per Kontrakt zugesagt, dass die Umgestaltung, zu der auch eine eigene Linksabbiegerspur für das neue Einzelhandelszentrum gehört, bis zur Eröffnung seines Neubauprojektes fertiggestellt sei.

Die überbreite Fahrbahn wird auf die notwendige Breite reduziert, die Gehwege werden ausgebaut, Radwege angelegt und teilweise Parkstreifen vorgesehen. Insgesamt wird eine zeitgemäße Aufteilung der Verkehrsflächen für alle Verkehrsarten angestrebt. Für die Umsetzung der rund 3,5 Millionen Euro teuren Maßnahme, die mit Bundes- und Landesmitteln gefördert wird, kalkuliert der WBH mit einer Bauzeit von circa zwei Jahren.

Neben dem vollflächigen Umbau des Straßenraumes werden noch Arbeiten an den Versorgungsleitungen der Enervie getätigt, weiterhin wird die Beleuchtungsanlage komplett umgerüstet von Seilleuchten auf Mastaufsatzleuchten mit modernen LED Leuchtmitteln.

Die Baustelle wird in sechs Bauphasen umgesetzt, wobei zu Beginn der nördliche Teil der Enneper Straße ab der Stadtgrenze Gevelsberg in vier Teilabschnitten von jeweils rund 200 Meter Länge umgebaut wird. In diesen Bauphasen wird der Verkehr noch in beiden Fahrtrichtungen an der Baustelle vorbeigeführt. Dieser Zustand hat Bestand bis etwa September 2019.

Ab Oktober 2019 soll in der Bauphase 5 der mittlere Teil der Straße umgebaut werden. Dies erfordert eine Umleitungsstrecke für den Verkehr in Richtung Hagen über die Breddestraße, Am Sinnerhoop, Neue Straße, Martinstraße, während der Verkehr in Richtung Gevelsberg einspurig auf dem südlichen (alten) Fahrbahnteil geführt wird. Danach wir der südliche Teil der Straße in Angriff genommen. Es ist geplant, in Abschnitten von circa 200 Meter Länge zu arbeiten, die einzelnen Längen können jedoch je nach Gegebenheiten variieren. Die Umleitungsstrecke bleibt hierbei erhalten.

Bei der Durchführung der Maßnahme kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Der WBH ist bemüht, diese so gering wie möglich zu halten.

Lageplan 1, Lageplan 2, Lageplan 3

ADFC-Fahrradklimatest 2018 geht an den Start

5. September 2018

Vom 1. September bis 30. November können die Hagener Radfahrer und Radfahrerinnen wieder die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt bewerten. Bei der Online-Umfrage zum ADFC-Fahrradklima-Test 2018 werden 32 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt. 2016 haben bundesweit mehr als 120.000 Bürgerinnen und Bürger mitgemacht und die Situation in 539 Städten und Gemeinden beurteilt.

Bei den letzten zwei Umfragen in den Jahren 2014 und 2016 kam Hagen jeweils mit einer Durchschnittsnote von 4,7 auf den letzten Platz aller Deutschen Großstädte und nicht nur in ihrer Kategorie der Städte mit 100 000 bis 200 000 Einwohnern. Ist Hagen in der Zwischenzeit fahrradfreundlicher geworden oder gibt es zum dritten Mal den unrühmlichen Titel der fahrradunfreundlichsten Stadt Deutschlands?

In diesem Jahr will der ADFC die Beteiligung noch einmal deutlich erhöhen. An der Umfrage teilnehmen können alle – egal, ob sie jung oder alt sind, viel oder wenig Rad fahren, mit dem Rad zum Job pendeln oder lieber veloflanieren. Besonders erwünscht sind auch die Rückmeldungen von Kindern und Jugendlichen – bei Bedarf gern mit Unterstützung von Erwachsenen! Je vielfältiger die Teilnehmenden sind, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

Wo fühlen sich in Hagen Radfahrer gefährdet? An welchen Stellen läuft’s rund und welche Wege sind eher Rumpelpisten? Wo gibt es benachteiligende Ampelschaltungen? – Macht Radfahren Stress oder Spaß? Über einen Fragenkatalog können sich Radfahrer dazu äußern und dieses in verschiedenen Kategorien benoten. Neben vorgegebenen Fragen zum Anklicken, gibt es auch noch eine Möglichkeit für Freitexte, in denen Gefahrenstellen oder Verbesserungsvorschläge gemeldet werden können.

Den Online-Fragebogen gibt es über den Link: www.fahrradklima-test.de

In den nächsten Tagen werden auch Fragebögen im AllerWeltHaus in der Potthofstraße 22 ausgelegt.

Die Umfrage läuft bis zum 30. November. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2019 präsentiert. Die Resultate münden in eine Note, die mit Schulnoten vergleichbar ist. Der Test gibt Politik und Verwaltung lebensnahe Rückmeldungen zu Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung. Beim ADFC und auch in der Stadtverwaltung ist man gespannt auf das Ergebnis.

Neu ab 1. Okt.: Der Campusexpress

3. September 2018

Straßenbahn AG richtet Schnellverbindung zur Fachhochschule und FernUni ein

Ab 1. Oktober 2018 wird es eine Direktverbindung vom Hagener Hauptbahnhof zur Abteilung Hagen der Fachhochschule Südwestfalen und zur FernUniversität geben. Die neue Linie 540 wird während der Hauptverkehrszeiten montags bis freitags im 30-Minuten-Takt die beiden Hochschulstandorte mit dem Regionalverkehr der Bahn verbinden.

Erstmals seit Gründung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) im Jahre 1980 stellt das Hagener Nahverkehrsunternehmen damit eine abgestimmte Verbindung mit zwei wichtigen Regionalexpresslinien her. Fast vier Jahrzehnte hatten die Straßenbahn-Manager eine wesentliche Aufgabe des VRR nicht verstanden, nämlich die Angebote der verschiedenen Verkehrsunternehmen im Sinne der Fahrgäste zu verknüpfen.

Diese eigentlich einleuchtende Idee scheint jetzt auch in Hagen angekommen zu sein. Morgens bestehen bei der neuen Buslinie 540 Anschlüsse von den Linien RE 4 und RE 13 aus beiden Richtungen: Einerseits RE 4 von Dortmund und Witten, RE 13 aus Hamm und Unna, andererseits beide Linien aus Richtung  Düsseldorf und Wuppertal. Nachmittags sind die Anschlüsse in die entsprechenden Gegenrichtungen eingeplant.

Die neue 540 verkehrt abwechselnd im und gegen den Uhrzeigersinn in einem Ringverkehr mit nur wenigen Zwischenhalten über Stadtmitte zur Fachhochschule und zur FernUni, von dort weiter über Loxbaum und Altenhagen zurück zum Hauptbahnhof; entsprechend in Gegenrichtung. Die Fahrzeit beträgt je nach Ziel (FH oder FernUni) zwischen 11 und 14 Minuten.

Warum der Campusexpress erst am 1. Oktober eingerichtet wird und nicht zum Vorlesungsbeginn der Fachhochschule am 24. September, bleibt ein Mysterium der Denker und Lenker der Hagener Straßenbahn AG.

Fahrplan Linie 540

Einchecken. Abstellen. Sicher.

22. August 2018

17 neue Radboxen am Hagener Hauptbahnhof

„Einchecken. Abstellen. Sicher“ – Unter diesem Motto und dem Markennamen „DeinRadschloss“ stehen bald insgesamt 34 Radboxen an den Bahnhöfen im Hagener Stadtgebiet zur Miete bereit. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit Oberbürgermeister Erik O. Schulz, Christoph Köther, Vorstand der Hagener Straßenbahn AG, und Michael Zyweck vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) werden 17 Radboxen am Hagener Hauptbahnhof am Freitag, 24. August, von 9.30 bis 10.30 Uhr eingeweiht (Foto: Clara Berwe, Stadt Hagen).

Hagener Radfahrer und interessierte Bürger sind herzlich dazu eingeladen, sich vor Ort über die Radboxen zu informieren. Wer ein Fahrrad mitbringt, kann sich mit einem kleinen „Radlerfrühstück“ inklusive Kaffee und Croissant stärken.

Hagen gehört zu einer von 15 Kommunen, die gemeinsam mit dem VRR an größeren Verknüpfungspunkten zum öffentlichen Personennahverkehr digital gesteuerte Radabstellanlagen mit dazugehörigem modernen, elektronischen Zugangs- und Hintergrundsystem anbieten. Fahrgäste können die Stellplätze in Zukunft bei der Hagener Straßenbahn AG via Internet unter www.dein-radschloss.de/# reservieren, buchen und mittels einer Chipkarte dann auf die Boxen zugreifen. Die Radabstellanlagen werden vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

55 Prozent der Hagener Busflotte ist schon klimatisiert

14. August 2018

Busfahren ist bei der Hitze in Hagen nicht immer ein Vergnügen. Doch 55 Prozent der Busse haben eine Klimaanlage. Es sollen noch mehr werden. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Bereits 2011 waren bundesweit knapp 70 Prozent der Stadtbusse mit einer Klimaanlage ausgerüstet. Damals hieß es in Hagen noch: Lohnt sich nicht. Aktuell verfügen beispielsweise mehr als 95 Prozent der Busse der Stadtwerke Osnabrück über eine Klimatisierung, bei der Stadtwerke Münster waren es schon vor drei Jahren mehr als 90 Prozent.

Radwegenetz: Brücke über die Volme kann gebaut werden

10. August 2018

Der Brückenschlag über die Volme im Mündungsbereich zur Ruhr ist seit gut zwei Jahrzehnten eines der wichtigsten Projekte rund um den Harkort- und Hengsteysee. Mit einer Förderung von über 1,7 Millionen Euro aus Finanzmitteln des Landes Nordrhein-Westfalen können nun die Südufer beider Seen für Radfahrer und Fußgänger miteinander verbunden werden. Den entsprechenden Förderbescheid übergab Regierungspräsident Hans-Josef Vogel am Donnerstag (9.8.) an Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Karola Geiß-Netthöfel vom Regionalverband Ruhr (RVR).

Die beiden Seen sind für die Hagener und Menschen aus den umliegenden Kommunen gern genutzte Naherholungsziele, werden jedoch auch von immer mehr Radtouristen angesteuert. Bisher war weder eine durchgängige Fahrt entlang der beiden Südufer möglich, noch eine problemlose Rundfahrt um den Harkortsee. Durch den Bau der neuen Brücke wird es möglich, die attraktiven, naturnahen und land- und forstwirtschaftlich genutzten Landschaften südlich des Harkortsees zu erschließen. Die Querung trägt auch dem Aufeinandertreffen des Ruhrtalradweges mit der Lenneroute Rechnung.

„Durch die neue Verbindung werden auch andere touristische Ziele wie etwa das Wasserschloss Werdringen an das bestehende Radwegenetz angebunden. Davon profitieren die Hagener, aber auch die Gäste, die diese Region zunehmend als Urlaubsland entdecken“, so Regierungspräsident Hans-Josef Vogel. Mit einer Förderung von 1,761.938,00 Euro trägt das Land 80 Prozent der Gesamtkosten der neuen Brücke.

Sechs Radboxen für den Hohenlimburger Bahnhof

8. August 2018

„Einchecken. Abstellen. Sicher“ – Unter diesem Motto und dem Markennamen „DeinRadschloss“ können Radfahrer und Pendler bald insgesamt 34 Radboxen am Hagener Hauptbahnhof und an anderen Bahnhöfen im Stadtgebiet nutzen. Die Markierungsarbeiten für sechs Boxen am Bahnhof Hohenlimburg haben bereits stattgefunden, der Startschuss für den Baubeginn fällt in den nächsten Tagen.

Hagen gehört zu einer von 15 Kommunen, die gemeinsam mit dem VRR an größeren Verknüpfungspunkten zum ÖPNV digital gesteuerte Radabstellanlagen mit dazugehörigem modernen, elektronischen Zugangs- und Hintergrundsystem anbieten. Fahrgäste können die Stellplätze in Zukunft via Internet reservieren, buchen und mittels einer Chipkarte dann auf die Boxen zugreifen. Die Radabstellanlagen werden vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Bahn verspricht: Baubeginn in Hohenlimburg ist im Jahr 2020

14. Juli 2018

Der Hohenlimburger Bahnhof soll barrierefrei werden. Dieses Ziel hat sich der Bürgerverein Wesselbach seit dem Jahr 1995 (siehe dazu Zweittext) auf die Fahnen geschrieben. Jetzt gibt es ein weiteres Signal der Deutschen Bahn, dass die Wünsche und Ideen des Vereins ab dem Jahr 2020 Realität werden können. (…)

Quelle: wp.de

Verkehrswende? Vielleicht – in 17 Jahren

9. Juli 2018

Nichts Entscheidendes im Masterplan Mobilität

Der am Donnerstag im Rat der Stadt Hagen vorgestellte „Masterplan Mobilität“ enttäuscht auf ganzer Linie. Das vorrangige Ziel des Masterplanes sollte nach Angaben der Planverfasser darin bestehen, eine Verkehrswende in Hagen einzuleiten. Die dazu vorgeschlagenen Maßnahmen werden allerdings nicht ansatzweise ausreichen.

Angepeilt wird eine Umschichtung im sogenannten Modal Split (also der Verteilung der zurückgelegten Wege auf einzelne Verkehrsmittel). Der Anteil des Umweltverbundes aus öffentlichem Verkehr sowie Rad- und Fußverkehr an den zurückgelegten Wegen der Hagener Bürgerinnen und Bürger soll auf 50 Prozent steigen. Aber erst bis 2035 – also in 17 Jahren. Heute liegt dieser Anteil nur bei 38 Prozent, während der Pkw-Verkehr mit 62 Prozent überproportional hoch ist.

Auf 147 Seiten bietet der Masterplan im Wesentlichen eine Zusammenstellung von sowie schon geplanten oder diskutierten Maßnahmen, ergänzt durch mehr oder weniger fundierte Berechnungen der Auswirkungen auf die zu erwartenden Reduzierungen (oder auch Nicht-Reduzierungen) der Abgasemmisionen. Flächenfraß und Lärm spielen dagegen beispielsweise keine Rolle.

So legen die Gutachter einen Schwerpunkt auf den Ausbau des Radverkehrs, ohne dass es ihnen möglich ist, positive Folgen zu prognostizieren. Es bleibt bei Vermutungen wie beim „City Vorrang Fahrrad (Fahrradstraßen)“: „Es werden leichte positive Auswirkungen auf den Modal Split erwartet. Da auf den einzelnen Verkehrswegen der Stadt Hagen keine Erhebung der Radfahrer durchgeführt wird, ist eine Abschätzung mit konkreten Zahlen hier nicht so ohne weiteres möglich.“

Oder: „Noch schwieriger wird eine konkrete Abschätzung der Radverkehre aus den Stadtteilzentren und Vororten in oder durch die Innenstadt. Hier sind ebenfalls zurzeit keine belastbaren Radverkehrsmengen vorhanden.“

Trotzdem gehen die Gutachter von einer Verdoppelung des Radverkehranteils am Modal Split aus – allerdings auf niedrigem Niveau: von 3 auf 6 Prozent.

Für die Erreichung der Mobilitätswende in Hagen spiele der öffentliche Verkehr eine entscheidende Rolle, schreiben die Gutachter. Dazu gehöre vor allem der Ausbau des ÖPNV-Angebots, durch beispielsweise Taktverdichtungen und die Schließung von räumlichen und zeitlichen Bedienungslücken durch die Ausdehnungen des Bedienungszeitraums und -gebietes. Grundsätzlich gelte es, die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in Hagen weiter zu steigern.

Banalitäten. Warum werden Gutachter für solche „Erkenntnisse“ bezahlt, die zudem sowohl zeitlich als auch inhaltlich hinter den Realitäten zurückbleiben? Konkrete Verbesserungsvorschläge zum ÖPNV sind längst in einem Arbeitskreis von zwei Ratsausschüssen erarbeitet worden.

Das gilt auch für den im Gutachten genannten Punkt „Busspur Körnerstraße“. Längst geplant, nur – wie so häufig in Hagen – noch nicht umgesetzt. Vielleicht ist ja gerade keine weiße Farbe auf dem Markt.

Was in der Liste der Gutachter völlig fehlt, sind irgendwelche Vorschläge, den Pkw-Verkehr Restriktionen zu unterwerfen. Eine Umverteilung der Verkehrsflächen wird nur mit äußerster Zurückhaltung angepeilt: Neben der Busspur Körnerstraße wird nur noch die Einrichtung von Radwegen auf dem Graf-von-Galen-Ring erwähnt. Aber hier wollen bekanntlich die Freunde des Fernbusverkehrs schon eine 9 Meter breite Haltestelle einbauen. Da bleibt dann für Radwege wohl kein Platz mehr.

Der Katalog ließe sich endlos fortsetzen, aber damit sollen sich bitte die Ratsmitglieder beschäftigen, denen man allerdings die Pistole auf die Brust gesetzt hat: Schon am Donnerstag dieser Woche muss beschlossen werden. Da bleibt nicht mehr viel Zeit zum Lesen.

Masterplan Mobilität (pdf)


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