Archive for the ‘06 Hagen mobil’ Category

Enger Takt, neue Linien: Viel Neues im Bus-Netz in Hagen

15. November 2019

Neue Linienführungen, dichterer Takt, ausgeweitetes Angebot auch zu jenen Zeiten, in denen bislang weniger Busse fuhren: Auf die Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs kommen mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember zahlreiche Änderungen zu. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Es ist höchste Zeit für eine Busspur in Hagen

Das beste Busnetz verpufft effektfrei, wenn sich die Busse genau wie jedes Auto zu den Stoßzeiten durch die Straßen quälen müssen. Ein attraktiver Nahverkehr ist schnell. Im Feierabendverkehr sogar schneller als der Individualverkehr. Dafür braucht es eine Vorrangschaltung an Ampeln und auf allen Hauptverkehrsachsen Spuren, die nur von Bussen und Fahrrädern genutzt werden. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Diesem Kommentar von WPWR-Redakteur Jens Stubbe ist nichts hinzuzufügen. Es scheint so, dass auch im Pressehaus (unter dem Druck drohender richterlicher Entscheidungen, Stichwort: Fahrbeschränkungen in der City) langsam ein Umdenken weg von der Ideologie hin zur Vernunft stattfindet. Zu wünschen wäre es jedenfalls.

Busse statt Bahnen

7. November 2019

S-Bahn-Linie 8: Verschlechterungen zum Fahrplanwechsel

Eigentlich sollte auf der S-Bahn-Linie 8 (Symbolfoto: VRR) von Hagen über Wuppertal nach Mönchengladbach zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember auch an Werktagen, wie schon immer abends und am Wochenende, ein 30-Minuten-Takt eingeführt werden. Eigentlich.

Daraus wird vorerst nichts, wie der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf seiner Homepage bekannt gab. Montags bis freitags bleibt es tagsüber bei dem schwer merkbaren unregelmäßigen 20/40-Minuten-Takt. Und das ist nicht alles: Am Wochenende soll die S-Bahn sogar nur noch stündlich fahren; für die zweite Fahrt pro Stunde ist ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Hagen Hbf. und Wuppertal-Oberbarmen geplant.

Die Ursache für dieses Chaos ist in der Vergabepraxis des VRR zu suchen. Bisher werden die S-Bahnen an Rhein und Ruhr von der Bahn-Tochter DB-Regio betrieben. Zeitgleich mit den ab Dezember geplanten umfangreichen Änderungen im Schienennetz der Region sollte ein Teil der Linien von anderen Betreibern bedient werden.

Für die S-Bahn von Hagen Richtung Wuppertal war geplant, die Linie aufzuspalten. Im vorgesehenen 30-Minuten-Takt sollte einmal weiterhin die Linie S 8 fahren, die jeweils zweite Fahrt sollte die verlängerte S 9 übernehmen, die aus Richtung Essen kommt und bisher am Wuppertaler Hauptbahnhof endet. Diese Linie wurde vom VRR mit Wirkung zum Fahrplanwechsel an Abellio vergeben, ein Tochterunternehmen der Niederländischen Staatsbahn, das in Hagen im ehemaligen Mark-E-Gebäude an der Körnerstraße seine NRW-Niederlassung und in Eckesey eine Werkstatt unterhält.

Aber Abellio hat ein Problem: Die Firma hat nicht genügend Lokführer, und damit steht sie nicht allein. Ebenfalls zum Fahrplanwechsel sollte der Zugbetreiber Eurobahn die beiden im Raum Dortmund verkehrenden S-Bahn-Linien 1 und 4 übernehmen. Auch die Eurobahn konnte laut VRR nicht im ausreichenden Maße Fahrpersonal stellen, woraufhin der Verkehrsverbund dem angepeilten Betreiber den Auftrag entzog und per Notvergabe die Linien bis 2021 weiter von der DB Regio bedienen lässt. Gegen die Entscheidung klagt die Eurobahn.

Den Abellio-Auftrag für die S 9 hat der VRR bisher noch nicht gekündigt. Hier wäre Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz gefragt. Als Vorsitzender der VRR-Verbandsversammlung, die in der Vergangenheit mit extrem kurzen Sitzungen von sich reden machte (inzwischen wird die Sitzungsdauer nicht mehr veröffentlicht), war von ihm zu den bevorstehenden Unannehmlichkeiten für die Bürger seiner Stadt noch nichts zu vernehmen.

Für Schulz und seinen Chauffeur mag das alles bedeutungslos sein, für die Hagener Fahrgäste aber nicht. Die Verschlechterungen im S-Bahn-Verkehr sollen immerhin den gesamten Winter über bis Ende April anhalten. Vorerst.

Angstorte verschwinden: Abriss am siffigen Vorhaller Bahnhof

7. November 2019

Nach Jahren des Stillstands tut sich endlich etwas: Die Deutsche Bahn beginnt mit der Sanierung mehrerer der insgesamt sieben Bahnhöfe im Stadtgebiet. Besonders große bauliche Eingriffe wird es am viel genutzten Pendler-Bahnhof in Vorhalle und in Oberhagen geben. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Ursprünglich sollte der Bahnhof Vorhalle (Foto: Stefan Flöper, CC BY-SA 3.0) mal von seiner peripheren Lage unter die zentralere Nöhstrassenbrücke verlegt werden. Das ist unterblieben, auch weil die Hagener Politik diese sinnvolle Maßnahme nie mit dem nötigen Nachdruck verfolgt hat. Jetzt also der Abbruch, nachdem das in den 1920er Jahren errichtete Gebäude jahrzehntelang vor sich hin rottete. Parallelen zum GWG-Block in Wehringhausen liegen auf der Hand.

ÖPNV: Flatrate vs. Nulltarif

2. November 2019

Städte erproben Mobilitätswende – In Hagen überwiegen die Abwehrreflexe

Augsburg hat zum Monatsbeginn eine Flatrate für den öffentlichen Personennahverkehr der Stadt eingeführt. Dafür sollen die Augsburger einen Monat lang alle Angebote des ÖPNV innerhalb des Stadtgebiets nutzen können. Das sind neben Straßenbahnen und Bussen Carsharing-Autos und Leihräder.

Kostenpunkt: 79 Euro. Geboten wird ein unbegrenzter Zugang zu Bussen und Straßenbahnen sowie eine halbe Stunde pro Tag Zugriff auf die Leihräder. Außerdem sind 15 Stunden im Monat Carsharing mit maximal 150 Kilometern drin. Zum Vergleich: Das Ticket 2000 kostet für das Stadtgebiet Hagen 83,70 Euro – ohne Carsharing und Leihräder.

Zur Verfügung stehen in Augsburg, einer Stadt mit 290.000 Einwohnern, 150 Leihräder und mittlerweile 176 Carsharing-Autos. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl müssten in Hagen etwa 100 Leihräder im Angebot sein und mehr als 110 Carsharing-Fahrzeuge. Tätsächlich gibt es keine Leihräder und nur noch 2 (in Worten: zwei) Carsharing-Autos.

Der Stadtsoziologe Andreas Knie lobt die Initiative – und mahnt zugleich: Für eine echte Verkehrswende reicht es noch nicht. „Die Augsburger Lösung zeigt eine erste Perspektive auf: Alles unter einem Dach, alles zu einem Preis,“ sagte er dem Deutschlandfunk.

Knie findet es trotzdem wichtig, dass die Stadt mit gutem Beispiel vorangehe und erste Erfahrungen sammle. Wenn es etwas zu bemängeln gebe, dann sei dies vielmehr die Symbolpolitik der Bundesregierung.

„Jetzt, wo die Verkehrswende langsam in die Diskussion kommt, zeigt sich das ganze Desaster. Wir geben jedes Jahr acht Milliarden Euro aus, um die Dieselpreise zu subventionieren. Für die Beschaffung von neuem Material für den ÖPNV, also neue U-Bahnen und S-Bahnen, geben wir aber nur eine Milliarde aus.“ Dass die Bundesregierung im neuen Klimapaket die eine Milliarde nun auf zwei Milliarden Euro angehoben habe, sei vor diesem Hintergrund ein Witz, so Andreas Knie.

Auch in der Parkraumbewirtschaftung sieht der Mobilitätsforscher noch viel Potential für Verbesserungen – und kritisiert unter anderem, dass Parkplätze in Städten den privaten Pkw vielfach kostenlos zur Verfügung ständen. Ein Privileg, das für Carsharing-Autos nicht gelte.

Noch einen Schritt weiter will ab April 2020 die Stadt Monheim zwischen Düsseldorf und Köln gehen. Dort soll dann der Nulltarif eingeführt werden.

Bürgermeister Daniel Zimmermann erklärte zur Begründung gegenüber der Presse: „Wir haben im Stadtrat ein Paket für den Klimaschutz beschlossen, das auf drei Säulen beruht: Gebäudesanierung, Energieversorgung und Verkehr. In den ersten beiden Bereichen haben wir unser Ziel schon fast geschafft. Aber im Verkehr haben wir nichts erreicht. Wir haben immer noch 55 Prozent Kfz-Anteil an allen Verkehrswegen und nur jeweils zehn Prozent Fahrrad- und Busanteil.“

Weitergehende Konsequenzenzen wollte er nicht ausschließen: „Wenn wir in den nächsten drei Jahren nicht maßgeblich mehr Leute in den ÖPNV bekommen haben, werden wir uns weitere Maßnahmen überlegen.“ Was ja nur bedeuten kann, den motorisierten Individualverkehr einzuschränken.

In Hagen ist der politische Raum dagegen ganz auf Abwehr eingestellt. Mit allerlei hanebüchenem Unsinn versuchen Ratsgruppen auch nur geringste Einschränkungen für Autofahrer zu verhindern, obwohl die Stadt am Individualverkehr erstickt.

Dabei wäre es notwendig, den öffentlichen Raum gerechter zu verteilen: Mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer und den Busverkehr. Da sieht es aber mau aus. Seit mittlerweile drei Jahren hängt eine simple Maßnahme wie die Errichtung von Busspuren auf der Körnerstraße in den Gremien fest. Mit immer neuen „Bedenken“ wird die Umsetzung blockiert.

Das neueste Highlight hat sich die CDU ausgedacht: Noch mehr Parkplätze. Wenn dieser Unfug eine Mehrheit finden sollte, kann sich Hagen endgültig ins Nirwana der Unverbesserlichen verabschieden.

32 neue Anzeigen, zwei neue Warteräume

29. Oktober 2019

DB verbessert Reisendeninformation und Komfort am Hagen Hauptbahnhof

Auf dem Weg zum Bahnsteig noch ein schneller Blick auf die Uhr oder in den „DB Navigator”, um zu sehen, ob der Zug planmäßig kommt: für Pendler Routine. Am Hagener Hauptbahnhof wird die Reisendeninformation nun ein Stück weit verbessert: Im gesamten Bahnhof werden insgesamt 32 neue Anzeigen und Monitore eingebaut. Reisende erhalten so an vielen Stellen des Bahnhofs aktuelle Infos zu ihren Verbindungen.

Im Empfangsgebäude wird die große Infotafel ersetzt. Auf dem Weg zum Bahnsteig erhält der Reisende zukünftig auch in der Personenunterführung aktuelle Informationen zur Verbindung: Auf neun neuen Zuganzeigern können sich Reisende über die nächsten Abfahrten der Züge am jeweiligen Bahnsteig informieren – das erleichtert die Wahl des Treppenaufgangs.

Auch in der Gleishalle verbessert die DB die Reisendeninformation: insgesamt 22 neue Zuganzeigen werden auf den Bahnsteigen installiert. Diese Anzeigen haben eine neue Optik: Die Folgezüge sind nicht mehr untereinander aufgeführt, sondern nebeneinander. Die Informationen werden so lange angezeigt, bis der nächste Zug abgefahren ist. Eine wesentliche Verbesserung ist, dass bei dieser Anzeige der aktuelle Wagenstand der Folgezüge angezeigt werden kann.

„Noch bevor der Bahnhof vollumfänglich modernisiert wird, gibt es hier spürbare Verbesserungen für alle Reisenden”, sagt Ralf Fielenbach, Bahnhofsmanager der DB für den Raum Hagen. „Mit der neuen Reisendeninformation sind wir auf dem neuesten Stand der Technik. Es werden Informationen für die visuelle Reisendeninformation übersichtlich aufbereitet und um neue Informationselemente ergänzt. Das erleichtert die Reise, gerade für Reisende, die nicht so häufig mit dem Zug unterwegs sind.”

Der Einbau der neuen Anzeigen beginnt noch im Oktober und soll im März 2020 abgeschlossen sein.

Darüber hinaus verbessert die DB auch den Komfort an den Bahnsteigen an Gleis 3/6 und 7/10: dort wird jeweils ein neuer Warteraum errichtet. Die beiden Warteräume bieten Schutz vor Wind und Kälte und haben jeweils eine Größe von rund 18 Quadratmetern. Vorbereitende Arbeiten laufen bereits – das erste Haus soll noch Ende des Monats/Anfang November errichtet werden. Bis Ende des Jahres sollen beide Warteräume fertiggestellt sein.

Insgesamt investieren der Bund und die DB in die Modernisierungsmaßnahmen rund 1,1 Millionen Euro.

Unabhängig davon treibt die Deutsche Bahn die Modernisierung der Verkehrsstation in Hagen voran. Die DB plant weiterhin mit einem Baubeginn im Jahre 2023. Bauvorbereitende Maßnahmen starten voraussichtlich bereits Ende 2022.

Erster Hagener Premium-Radweg führt entlang der Ennepe

23. Oktober 2019

Zwischen Wehringhausen und Haspe soll der erste Parade-Radweg auf Hagener Stadtgebiet nach dem Vorbild regionaler Trassen entstehen. Der etwa 1000 Meter lange Abschnitt zwischen der Bahnhofshinterfahrung und der Oberen Spiekerstraße (Kleingartenanlage Schlangenburg) sichert künftig abseits des motorisierten Verkehrs ein schnelles und sicheres Fortkommen entlang der Ennepe. Von dort aus wird es weiter auf der Hammerstraße, die zur Fahrradstraße umgewidmet werden soll und somit allen Zweirädern Vorrang garantiert, komfortabel bis zum S-Bahn-Haltepunkt Heubing gehen. (…)

Quelle: wp.de

So sieht der VRR-Beitrag zum Klimaschutz aus

27. September 2019

VRR beschließt Preiserhöhung um 1,8 Prozent

VRR-Beitrag zum Klimaschutz: Die S-Bahn-Züge werden grün umlackiert. Foto: VRR.

Tickets im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), zu dem auch die Hagener Straßenbahn AG gehört, werden im kommenden Jahr um durchschnittlich 1,8 Prozent teurer. Das beschloss der VRR-Verwaltungsrat.

So schlage sich der erhöhte Aufwand nieder, begründet das Verkehrsunternehmen die Anpassung. Die Preiserhöhung ergebe sich im Wesentlichen aus dem Verbraucherpreis-Index und einem kombinierten Index aus Personal- und Energiekosten.

Schwacher Trost: Nicht alle Tickets werden teurer. Stabil bleiben z. B. die Preise für Fahrkarten im sogenannten Bartarif, ebenso für das 4-StundenTicket und das HappyHourTicket und das ZusatzTicket. Dagegen steigen die Preise u.a. für das 4erTicket, das 10erTicket und die 24- bzw- 48-StundenTickets leicht an. Mehr zahlen auch Nutzer von Monatskarten und Abonnements.

Aufwandssteigerungen könnten nicht mehr im bisherigen Umfang durch die Nutzer refinanziert werden, so der VRR. Er fordert deshalb einen Ausbau der Finanzierung durch Kommunen, Land und Bund.

Weiterhin beschloss der Verwaltungsrat einen weiteren Test des elektronischen Tarifs nextTicket 2.0. Der eTarif setzt sich künftig zusammen aus einem Festpreis von 1,40 Euro sowie einem Leistungspreis von 0,26 Euro pro angefangenem Luftlinienkilometer. nextTicket 2.0 wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 starten.

Im kommenden Jahr feiert der VRR sein 40-jähriges Jubiläum. Geplant sind u.a. Aktionen wie ein ticketfreier Tag und die freie Fahrt am eigenen Geburtstag. Na, das sind ja Maßnahmen.

Ein Hauch von Münster: 700 Radfahrer in Hagen unterwegs

23. September 2019

Das hat es in Hagen noch nie gegeben. 700 Menschen fahren als Radgruppe durch das Stadtgebiet und setzen ein deutliches Zeichen. (…)

Oberbürgermeister Erik Schulz, der selbst mitradelt, bekräftigt durchs Mikrofon die Haltung aller im Rat vertretenen Parteien, die Fahrradfreundlichkeit in Hagen zu erhöhen. „1,5 Millionen Euro haben Kämmerer und Oberbürgermeister dafür in den kommenden Haushalt eingestellt“, spricht er über sich und Christoph Gerbersmann in der dritten Person. (…)

Die Umsetzung einer ersten Maßnahme in Hohenlimburg scheiterte bereits auf politischer Ebene – kein guter Start. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Erik O. Schulz weiter auf Wahlkampftour. Die Realität: siehe Hohenlimburg.

Fahrradsternfahrt Ruhr

19. September 2019

Am Sonntag startet zum Abschluss der Europäischen Mobilitätswoche die Fahrradsternfahrt Ruhr (https://fahrradsternfahrt.ruhr/) nach/in Hagen.

Die diversen Zubringerrouten aus NRW finden sich auf der Webseite. Los geht es in Hagen auf der Springe um 13:00. Der Rundkurs durch Hagen findet sich unter: https://www.gpsies.com/map.do?fileId=xxncdqoxbcsmawde .

Im Anschluss gibt es ab ca. 15:00 ein Fahrradfest mit Lifemusik und Infoständen an den Elbershallen.

CDU sieht Zukunftsperspektive im O-Bus

7. September 2019

„Möglicherweise eine sinnvolle Ergänzung zur Stadtbahn“

Oberleitungsbus mit Batteriespeicher auf dem Gelände der Stadtwerke Solingen. Foto: Michael Kramer, GNU.

Die CDU-Ratsfraktion schlägt die stufenweise Errichtung eines Batterie-Oberleitungsbus-Netzes (BOB-Netz) in Hagen vor. Das belegt ein Antrag der Fraktion für die Sitzung des Umweltausschusses am 11. September. „Ziel ist es, ein möglichst leistungsfähiges, wirtschaftliches und emissionsarmes Nahverkehrsmittel in der Stadt zu etablieren“, wie es im Antrag heißt.

Der Batterie-Oberleitungsbus – kurz BOB genannt – ist eine Neuentwicklung, die einen Nachteil  herkömmlicher Oberleitungsbussen aufhebt: Mit der vergleichsweise kleinen Batterie können die BOBs ohne Oberleitung und ohne schweren Diesel-Hilfsmotor verkehren – in Solingen bis zu 22 Kilometer weit. Auf diese Weise können Störungen umfahren oder Linienwege auch ohne Fahrdraht verlängert werden.

„Bislang sind O-Busse in Deutschland ein exotisches Verkehrsmittel“, wie der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende und Sprecher im Umweltausschuss, Jörg Klepper, erläutert. „Sie fahren lediglich in Eberswalde, Esslingen und Solingen. Nur Solingen bedient sein gesamtes Hauptverkehrsnetz damit. Anders im Ausland: Weltweit gibt es mehr als 300 O-Busbetriebe.“

Diese Zahl wird sich nach Ansicht Kleppers mit dem BOB voraussichtlich deutlich erhöhen. „Denn die Entwicklung des BOB mit eingebauter Hybridtechnik erlaubt nämlich ganz neue Einsatzmöglichkeiten. Der BOB kann bergab die Batterien aufladen und überschüssige Energie in das Oberleitungsnetz zurückspeisen. Zusammen mit der Bergischen Universität in Wuppertal arbeitet Solingen daran, den über Jahrzehnte erworbenen Erfahrungs- und Wissensvorsprung in diesem Bereich noch auszubauen. So sollen künftig ausgediente Batterien aus den Bussen helfen, die Netzstabilität aufrecht zu erhalten. Insgesamt scheint diese Art der Elektromobilität die meisten Vorteile bei überschaubaren Kosten zu bieten“, wie Klepper resümiert. „Deshalb wollen wir den BOB auch als flächendeckende Ergänzung oder Alternative zur Stadtbahn prüfen lassen.“

Für den Vorsitzenden des fraktionsübergreifenden Arbeitskreises ÖPNV, Achim Kämmerer, steht der BOB nicht in Konkurrenz zur Stadtbahn: „Sie ist für größte Transportkapazitäten entlang von verkehrsreichen Korridoren ausgelegt, während der BOB eher ein Instrument zur flächendeckenden Erschließung des Stadtgebiets sein wird. Schaffen wir es nicht, ein förderfähiges stadtweites Stadtbahnnetz zu entwickeln, wäre der BOB möglicherweise eine sinnvolle Ergänzung oder günstige Alternative.“

Für den Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschuss und CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Stephan Ramrath, ist es folgerichtig, sich auf die Erfahrungen der Klingenstadt zu stützen: „Solingen ist Hagen in vielen Punkten ähnlich – insbesondere bei Topographie und Siedlungsstruktur. Wir dürfen weder das Rad neu erfinden noch unnötige finanzielle Risiken eingehen. Deshalb müssen wir die Expertise des dortigen Verkehrsbetriebs nutzen. Ein Beratungsangebot aus Solingen, das jüngst den Bewilligungsbescheid für 32 weitere BOBs erhalten hat, liegt uns jedenfalls vor.“

Scanner-Technik soll in Hagen den Verkehrsfluss verbessern

23. August 2019

Per Scanner möchte die Stadt Hagen die Verkehrsbewegungen in der Innenstadt verfolgen und die Ampelprogramme entsprechend verbessern. (…)

Der Schlüssel für diese exakten Beobachtungen sind Bluetooth-Signale, die beispielsweise von Smartphones oder auch von im Auto verbauter Technologie ausgehen. Sie werden künftig an 20 Messpunkten entlang des Innenstadtrings erfasst. Anhand dieser Daten werden somit Bewegungsprofile einzelner Fahrzeuge erstellt. Fußgänger und Radfahrer, die ebenfalls die Scanner passieren, können anhand der Fahrzeiten automatisch herausgefiltert werden. Die Stadt Hagen versichert, dass im Rahmen der Datenschutzbestimmungen die gemessenen Ergebnisse allesamt anonymisiert und keinesfalls an Dritte weitergegeben werden. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Mobilitätswende in Hagen? Nicht doch, ein fröhliches Weiter-so ist angesagt: Freie Fahrt für freie Bürger! Fußgänger und Radfahrer sollen „automatisch herausgefiltert werden“ – die stören ja nur den Betriebsablauf. „Der Einzelne wird auch schon mal länger stehen müssen, wenn auf der Hauptachse viel Verkehr herrscht und man sich von einer Nebenstrecke einfädeln möchte,“ verspricht der neue Baudezernent Henning Keune. „Der Einzelne“, das sind zum Beispiel viele Menschen, die in einem Bus an den Einmündungen der diversen „Nebenstrecken“ noch länger als bisher vor roten Ampeln warten dürfen.

Hier braucht alles etwas länger

10. Juli 2019

Stadt Hagen tritt Zukunftsnetz Mobilität NRW bei

Bereits vor gut drei Jahren, am 29.06.2016, fand die erste Übergabe von Urkunden zur Mitgliedschaft im Zukunftsnetz Mobilität NRW an insgesamt 57 Kreise, Städte und Gemeinden im NRW-Verkehrsministerium in Düsseldorf statt. Jetzt ist die Botschaft auch in Hagen angekommen.

Die Stadt Hagen ist als dreißigste Kommune aus dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) dem Zukunftsnetz Mobilität NRW beigetreten. Oberbürgermeister Erik O. Schulz unterzeichnete gestern eine entsprechende Rahmenvereinbarung zwischen der Stadt und dem VRR, dem Träger der Koordinierungsstelle Rhein-Ruhr des Zukunftsnetz Mobilität NRW.

Mit dem Beitritt erklärt die Kommune das Thema Mobilität zur Chefsache und fördert verwaltungsweit eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung. „Lärmbelästigung, Luftverschmutzung und verstopfte Straßen stellen uns vor riesige Herausforderungen. Wir müssen uns klar darüber werden, wie wir Mobilität in Zukunft gestalten möchten“, erklärt Oberbürgermeister Schulz, der gleichzeitig auch Verbandsvorsteher des VRR-Zweckverbandes ist.

Zum kommenden Fahrplanwechsel im Dezember 2019 verbessert die Stadt Hagen ihr kommunales ÖPNV-Leistungsangebot. Geplant ist darüber hinaus, den Rad- und Fußverkehr sowie Sharingangebote zu stärken. Hierzu bietet die Zusammenarbeit im Netzwerk eine gute Möglichkeit.

Auch Michael Zyweck, Leiter der Koordinierungsstelle Rhein-Ruhr des Zukunftsnetz Mobilität NRW beim VRR, betonte, wie wichtig der Austausch der Kommunen untereinander ist: „Der Verkehr endet nicht an Stadt- oder Kreisgrenzen, deshalb ist die kommunale Zusammenarbeit im Zukunftsnetz Mobilität NRW so wichtig. Wir müssen gemeinsam attraktive Mobilitätsangebote für die Menschen in der Region entwickeln, die zu einem nachhaltigen Mobilitätsverhalten einladen. Dabei müssen alle Verkehrsmittel mit einbezogen werden – von Bus und Bahn über attraktive Fahrrad- und Fußwege bis hin zu Carsharing und Fahrgemeinschaften.

Im Zukunftsnetz Mobilität NRW arbeiten insgesamt 169 Kommunen zusammen. 29 Kommunen aus dem VRR-Raum tauschen inzwischen über das vom Ministerium für Verkehr des Landes NRW geförderte Zukunftsnetz Mobilität NRW regelmäßig Informationen und Erfahrungen aus und verknüpfen ihre Aktivitäten.

Hier gibt es weitere Informationen über das Zukunftnetz Mobilität.

Erneut Unfall an sogenannter Todeskreuzung in Hohenlimburg

6. Juli 2019

Wieder ein Unfall an der seit 2018 als „Todeskreuzung“ viel diskutierten Straßenecke Mühlenbergstraße/Iserlohner Straße/Stennertbrücke. Und wieder rückt die gefährliche Kreuzung dadurch in den Fokus der Hohenlimburger Öffentlichkeit. Ein Autofahrer ist bereits am vergangenen Sonntag gegen die Fangschutzbügel geprallt, die nach längerer Diskussion 2018 dort aufgestellt wurden. Der Fahrer flüchtete allerdings. Die Polizei ermittelt. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Eine Mischung aus reißerischer Boulevard-Schreibe („Todeskreuzung“) und Fehlinformation („Fangschutzbügel“). Die Stadt hat aus dem tragischen Unfall vom Mai 2018, bei dem ein 81 Jahre alter Mann von einem 40-Tonner getötet wurde, wieder einmal nur die Lehre gezogen, dass der Verkehr ohne Rücksicht auf Verluste weiter fließen muss. Anstatt ein sicheres Überqueren der Kreuzung durch Fußgänger per Rundum-Rot für Kraftfahrzeuge sicherzustellen, wurde einfach einer der Fußgängerüberwege gesperrt. Es handelt sich bei den Absperrungen also nicht um „Fangschutzbügel“ (für Kraftfahrzeuge), wie der Schreiber unterstellt, sondern um gegen Fußgänger gerichtete Barrieren. Sehr schön auf dem Foto im WPWR-Beitrag zu erkennen. Ein bezeichnendes Beispiel dafür, was in Hagen unter „Mobilitätswende“ verstanden wird.

Fast sieben Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart

6. Juli 2019

Abschlussveranstaltung zur Kampagne „STADTRADELN“

Die Abschlussveranstaltung zur Kampagne „STADTRADELN“, an der sich auch die Stadt Hagen beteiligt, findet am Freitag, 12. Juli, um 18 Uhr im AllerWeltHaus, Potthofstraße 22, statt.

Beruflich wie privat sollten die Teilnehmer der Aktion vom 15. Juni bis zum 5. Juli möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen. Die Nacherfassung der Kilometer über den Online-Radelkalender ist noch bis Freitag, 12. Juli, um 24 Uhr möglich. Bei der Kampagne, die als Wettbewerb konzipiert ist, treten Kommunalpolitiker, Bürger, Schulen, Vereine und Unternehmen in Teams oder als Einzelpersonen in die Pedale.

Während der Abschlussveranstaltung, die Oberbürgermeister Erik O. Schulz begleitet, präsentieren die Organisatoren die vorläufigen Ergebnisse zum „STADTRADELN“. Bisher sind 43 Teams mit insgesamt 227 aktiven Radlern beteiligt. Zusammen legten sie bereits über 52.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Mit dieser Leistung sparten die Teilnehmer schon fast sieben Tonnen Kohlenstoffdioxid ein.

Außerdem findet unter allen Teilnehmern eine Verlosung statt, bei der als Hauptpreis ein Trekkingbike von „Zweirad Trimborn“ zu gewinnen ist. Anschließend können die Radler ihre Erfahrungen und Erlebnisse während der Aktion austauschen.

Wer mit seinem Fahrrad wunschlos glücklich ist und nicht an der Verlosung teilnehmen möchte, kann sich bei Gregor Hengstermann unter Telefon 02331/207-3159 oder per E-Mail an gregor.hengstermann@stadt-hagen.de melden. Für die Abschlussveranstaltung ist eine Anmeldung bei Petra Leng unter Telefon 02331/207-3161 oder per E-Mail an petra.leng@stadt-hagen.de notwendig.

815 Mitarbeiter nutzen in Hagen ein Firmenticket

14. Juni 2019

Die Stadt Hagen fördert die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs durch ihre Mitarbeiter, indem sie ihnen ein Firmenticket zur Verfügung stellt. (…)

Doch mit der Resonanz auf das Firmenticket ist man bei der Hagener Straßenbahn AG nicht zufrieden, nur eine Handvoll Firmen (darunter Thalia und Kaufland) machen nach Auskunft von Hartmut Koch, Leiter des Verkehrsmanagements, davon Gebrauch: „Wir haben es zahlreichen Unternehmen angeboten, aber uns fast immer eine blutige Nase geholt.“

Ein Grund dafür ist nach Meinung von Koch, dass ausreichend Parkraum zur Verfügung steht: „Zu Konditionen, mit denen ein Firmenticket nicht mithalten kann.“

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Für Interessierte nichts Neues. Selbst zu Spitzenzeiten stehen im Stadtzentrum mindestens 1.000 freie Stellplätze in den Parkhäusern zur Verfügung. Täglich sehr schön ablesbar beispielsweise auf der Anzeigetafel an der Buscheystraße/Ecke Grünstraße.

Siehe dazu auch:

Parkplätze in Hagen: Zu viele und zu billig
Gutachter empfehlen für eine Verkehrswende Rückbau und Verteuerung

Praxis am Fahrradlenker statt Theorie im Sitzungssaal

26. Mai 2019

Radtour des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs mit dem Oberbürgermeister

Jedes Jahr lädt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club den Oberbürgermeister zu einer verkehrspolitischen Radtour ein. Am Freitag, 24.05.2019 war es wieder soweit und eine Gruppe von 13 Radlern ging am Rathaus an der Volme an den Start. Mit dabei waren diesmal neben dem Oberbürgermeister auch Radfahrer und Radfahrerinnen vom RSC, VCD, sowie Klaus Wetzel für die Bezirksvertretung Mitte. Von der Stadtverwaltung fuhren Ordnungsdezernent Thomas Huyeng, Verkehrsplaner Jörg Winkler und der neue Radverkehrsplaner Gregor Hengstermann mit (Fotos: ADFC).

Thema war in diesem Jahr, dass im April mit großer Mehrheit vom Rat verabschiedete Radverkehrskonzept für Hagen. Wegen der dort vorgeschlagenen umfangreichen Maßnahmen, schließlich hat das Konzept 206 Seiten, beschränkte man sich aus Zeitgründen auf den Bezirk Mitte. Mit 23 Besichtigungspunkten auf einer Strecke von 10 km hatte man sich einiges vorgenommen. Der ADFC war der Meinung, dass man sich die geplanten Maßnahmen am besten vom Fahrradlenker aus ansieht und nicht nur theoretisch im Sitzungssaal.

Zunächst ging es vom Rathaus nur ein paar Meter weiter zur Kreuzung Märkischer Ring / Rathausstraße / Rembergstraße (Foto links). Dieses ist die unfallträchtigste Kreuzung in Hagen. Zur besseren Erkennbarkeit der Radspuren sollen diese über den gesamten Kreuzungsbereich markiert werden; nach Meinung vom ADFC Tourenleiter Michael Schröder am besten in rot.

Als nächstes fuhr die Gruppe durch die Straße Am Hohen Graben. Diese kleine, für den Durchgangsverkehr gesperrte Straße, stellt zwischen der Rathausstraße und dem Märkischen Ring eine wichtige Radverbindung abseits des großen Verkehrs dar. Seit einiger Zeit ist jedoch die Kragplatte, über die der Radweg verläuft, aus Sicherheitsgründen gesperrt (Foto links).

Die Teilnehmer waren entsetzt, als sie vom Verkehrsplaner Jörg Winkler erfuhren, dass die Platte baufällig ist und abgerissen werden soll. Das bedeutet, dass der Radweg dort endgültig gesperrt wird und somit als wichtige Verbindung entlang der Volme entfällt. Michael Schröder meinte, dass es vielleicht doch noch eine preiswerte Lösung geben könne, um diese wichtige Verbindung des Radverkehrsnetzes zu erhalten.

Weiter ging es in Richtung Oberhagen über den Radweg an der Volmestraße (Foto links). Dieser Radweg, neben dem ein viel zu schmaler Gehweg verläuft, müsste nach dem aktuellen Regelwerk eigentlich drei Meter breit sein. Verbreiterungen kann es hier jedoch erst geben, wenn die Volmestraße erneuert wird. Ein weiterer Maßnahmenvorschlag aus dem Radverkehrskonzept ist eine Beleuchtung für den Rad- und Fußweg entlang der Volme in Richtung Eilpe. Heidi Wenke vom VCD merkte an, dass dieser Weg bei Dunkelheit zur Gefahr und zum Angstraum wird und deshalb von vielen abends nicht mehr genutzt würde.

Insgesamt gab es viele Stopps auf der Strecke über die teilweise auch angeregt diskutiert wurde. So wurde bemerkt, dass es sowohl im Museumsquartier, wie auch am Cuno-Berufskolleg keine Fahrradständer gibt.

Eine unangenehme Engstelle sowohl für Radfahrende, wie auch für Fußgänger ist der schmale Geh- und Radweg auf dem engen Bürgersteig der Augustastraße zwischen dem Märkischen Ring und der Södingstraße (Foto links). Dieser Abschnitt soll zum verkehrsberuhigten Bereich umgestaltet und für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Besonders am Herzen liegt dem ADFC die Baumaßnahme für den Bahntrassen-Radweg auf der ehemaligen Strecke der Rheinischen Bahn zwischen der Bahnhofshinterfahrung und Haspe. Die Bahntrasse zwischen Wehringhausen und Eckesey hatte die Stadt schon vor Jahren erworben, um dort die Bahnhofshinterfahrung zu bauen. Der Abschnitt zwischen Wehringhausen und Haspe wurde für den Radweg jetzt auch von der Bahn gekauft. So soll eine gute Radverbindung zwischen der Innenstadt bzw. Wehringhausen und Haspe entstehen, abseits der stark befahrenen L700 (ehemals B7).

Erste Rodungsarbeiten wurden vor kurzem durchgeführt und Jörg Winkler sagte, dass man seit drei Jahren an der Strecke plant und im nächsten Jahr mit den ersten Baumaßnahmen beginnen würde. Die im desolaten Zustand befindliche Hammerstraße soll erneuert werden und so, ab der Oberen Spiekerstraße, den weiteren Verlauf der Radstrecke bilden.

Zurück ging es dann über die Schwenke und den Graf-von-Galen-Ring an dem ein zweiter Überweg, dann auch für Radfahrende, in der Planung ist. Nach Meinung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz ist einiges für eine bessere Radfahrsituation in Bewegung gekommen. Michael Schröder vom ADFC und Heidi Wenke vom VCD hoffen, dass bald die ersten Maßnahmen aus ihrer Planungsphase kommen, um endlich auch auf der Straße sichtbar zu werden.

Die Tour endete dann auf dem Platz vor der Johannis Kirche, auf dem die Fridays for Future Demonstration gegen 13:00 Uhr ihren Abschluss fand.

Radverkehr im Check

25. Mai 2019

OB Schulz und ADFC radeln durch Hagen-Mitte

Zusammen mit Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und dem Radsportclub Hagen sind Oberbürgermeister Erik O. Schulz sowie der Beigeordnete Thomas Huyeng am Freitagvormittag zu einer Fahrradtour durch Hagen-Mitte aufgebrochen.

Unter Leitung von ADFC-Tourleiter Michael Schröder fuhr die Gruppe vom Startpunkt am Rathaus zunächst in Richtung Märkischer Ring und anschließend über den Volmeradweg sowie das Kunstquartier bis zur Althagener Brücke. Von dort radelten alle zum Zielort Johanniskirchplatz.

Bei der Erkundungstour durch die Volmestadt schauten sich die Teilnehmer Vor- und Nachteile bezüglich der Verkehrssicherheit für Radler im Stadtgebiet an, um eventuelle Verbesserungsvorschläge von ADFC und Radsportclub zu realisieren. Gerade im Alltagsverkehr besteht großes Potenzial, den Radverkehrsanteil in Hagen deutlich zu steigern.

So viele Nachtexpress-Fahrten wird es bald in Hagen geben

24. Mai 2019

Der Rat der Stadt hat gestern Nachmittag ein geschlossenes und einstimmiges Zeichen in Richtung einer Verkehrswende in Hagen gesetzt: Das höchste Gremium der Stadt beschloss deutliche Optimierungen im Hagener Busnetz. Insgesamt sollen Maßnahmen mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 2,9 Millionen Euro durchgesetzt werden. Die zusätzlichen Mittel werden insbesondere zur Verstärkung des Angebots ab 22.30 Uhr eingesetzt. Und zwar um mindestens folgende Fahrten aller Nachtexpress-Linien zu ermöglichen: sonntags bis donnerstags: drei Fahrten beginnend gegen 22.30 Uhr ab Stadtmitte im Stundentakt. Freitags, samstags und vor Feiertagen: vier Fahrten beginnend gegen 22.30 Uhr ab Stadtmitte im Stundentakt. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Das Hagener Einheitsblatt richtet sich pfuschend mit zunehmendem Tempo selbst zu Grunde – und merkt es nicht einmal. Diesmal (keine Premiere!) mit einer veritablen Falschmeldung des Schreibers Mike Fiebig: Die 2,9 Millionen Euro werden gerade nicht „insbesondere zur Verstärkung des Angebots ab 22.30 Uhr eingesetzt“. Dieser Posten ist mit 330.000 Euro veranschlagt, die die politischen Gremien zusätzlich zu den wesentlich umfangreicheren Optimierungen für geplante 2,57 Millionen Euro bewilligt haben. Ein Blick in die Beschlussvorlage hätte gereicht – aber schon das ist zuviel verlangt.

Einen Überblick über die Maßnahmen aus dem 2,57-Mio.-Paket hat DOPPELWACHOLDER.DE bereits am 8. Mai veröffentlicht: ÖPNV: Der Apparat kommt in die Hufe

Zu Fuß unterwegs in der Wohnumgebung

19. Mai 2019

Studentin befragt die Bewohner in Hagen-Emst und Hagen-Wehringhausen

Eine Hagener Studentin an der Hochschule für Gesundheit in Bochum im Studiengang „Gesundheit und Sozialraum“ schreibt Ihre Bachelorarbeit zum Thema „Zu Fuß gehen in Ihrer Wohnumgebung“. Und da diese Frage am besten die Bewohner selbst beantworten können, werden beispielhaft die der beiden Hagener Stadtteile Hagen-Emst und Hagen-Wehringhausen befragt.

Dabei geht es darum: „Wie gut können Sie zu Fuß in Ihrer Wohnumgebung gehen? Und welche Ziele in Ihrer Wohnumgebung erreichen Sie gut und gerne zu Fuß und welche nicht? Und welche Gründe gibt es dafür? Gibt es ausreichend Bürgersteige? Sind diese breit genug? Werden diese gut in Stand gehalten?“

Die Idee dahinter ist, dass die Umwelt um das Zuhause dazu beiträgt, dass man mehr oder weniger zu Fuß geht. Das Gehen im Alltag und in der Freizeit (z.B. ein Spaziergang) wiederum trägt als eine Art der Bewegung zur Gesundheit bei.

Es wird eine digitale Befragung mit einem Fragebogen durchgeführt. Die Befragung ist ANONYM. Der Fragebogen kann mit dem Smart-Phone, dem Tablet oder dem PC ausgefüllt werden. Die Befragung beginnt am 20.5.2019 und dauert 4 Wochen.

Der Fragebogen ist unter folgendem Link, der gerne geteilt werden darf, abrufbar:

https://ee.kobotoolbox.org/::uZYJmQsh

Röspel: Bahn muss ICE-Verbindungen wieder anbieten

17. Mai 2019

Wegen der leidigen Einschränkungen und Probleme bei der Hagener Fernverkehrs-Anbindung steht der Hagener SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel nach eigenen Angaben seit Jahren in einem „regem und sehr kritischen“ Austausch mit dem Vorstand der Deutschen Bahn AG.

„Das Fass zum Überlaufen“ habe schließlich der Ausfall des ICE-Halts für die Züge von und nach Berlin gebracht während der angekündigten Baumaßnahmen rund um Bielefeld bis Oktober. „Die von der Bahn versprochenen Umsteige-Ersatzverbindungen funktionierten nämlich in den ersten Tagen nicht oder nur mit erheblicher Verspätung“, berichtet Röspel aus eigener leidvoller Erfahrung.

Der Konzernbevollmächtigte für NRW, Werner Lübberink, habe in einem ausführlichen Antwortschreiben an ihn um Verständnis dafür geworben, dass die baustellenbedingten Einschränkungen für Hagen und die Region unvermeidlich seien, sagt Röspel. Nur durch den Entfall von Halten in Hagen und Hamm seien die Fahrzeitverluste im Fernverkehr zu kompensieren gewesen – jede andere Entscheidung hätte zur Folge gehabt, dass nur noch eine bedeutend geringere Zahl von Nah- und Fernverkehrszügen den Engpass passieren können und somit noch mehr Reisende betroffen gewesen wären.

Weitere Probleme seien schon jetzt im nächsten Frühjahr auf der ICE-Strecke Hamburg-Frankfurt absehbar, wenn die Züge nach Süden wegen Bahndammarbeiten zwischen Münster und Lünen bis Spätsommer 2020 nicht in Hagen halten.

Der Bahnsprecher habe ihm versichert, Hagen sei ein wichtiger Fernverkehrshalt und in der langfristigen Fahrplankonzeption mit Direktverbindungen, nicht nur nach Berlin, sondern auch nach Hamburg und Süddeutschland fest verankert.

„Ich werde die Bahn und ihren Vorstand auf die Zusage festnageln, nach Abschluss der Bauarbeiten für Hagen und für die gesamte Region Rhein-Ruhr die gewohnten Verbindungen wieder anzubieten“, verspricht Röspel. Dabei rechne er mit der Unterstützung der Lokalpolitik und der regionalen Wirtschaft und ermuntert auch Bahnreisende, dem DB-Vorstand bei Verspätungen und Zugausfällen zu schreiben, um die Bedeutung klar zu machen.

ÖPNV: Der Apparat kommt in die Hufe

8. Mai 2019

Verbesserungen im Busverkehr geplant – schon ab Dezember

Dichtere und leicht merkbare Takte, Nachtverkehr erst zu einem späteren Zeitpunkt, besseres Angebot an Sonn- und Feiertagen – das sind die Kernpunkte des neuen Hagener ÖPNV-Konzepts, das zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 realisiert werden soll.

So sieht es jedenfalls die Planung von Stadtverwaltung und Hagener Straßenbahn AG vor, die ab sofort den politischen Gremien der Stadt vorgestellt wird. Endgültig entscheiden wird am 23. Mai der Rat.

Neben den genannten Kernpunkten werden auch die Einführung eines Integralen Taktfahrplans innerhalb des Kernnetzes sowie verbesserte Anschlüsse an den Schienenpersonennahverkehr, insbesondere auch im Spätverkehr, angekündigt. Konkrete Aussagen hierzu liegen allerdings bisher nicht vor.

Auffallend ist das Tempo, mit dem das Nahverkehrskonzept entwickelt wurde. Man sieht also: Ist der Druck erst groß genug – drohende Strafzahlungen wegen Überschreitung von Schadstoffgrenzen und daraus folgende Einschränkungen für Pkws – kommt der Apparat in die Hufe. Sofern das Konzept nicht noch mit Sperrfeuer aus Politik oder Kämmerei wieder atomisiert wird, dürfen die Bürger zum ersten Mal seit dem Beginn der Kürzungsorgien vor fast eineinhalb Jahrzehnten mit einer substanziellen Verbesserung des Nahverkehrsangebots in der Stadt rechnen.

Bereits zum „kleinen Fahrplanwechsel“ am 9. Juni 2019 sind in einer ersten Stufe die Einführung eines festen 10-Minuten-Takts zwischen Stadtmitte und Haspe sowie eine Ausweitung des Spät- und Nachtverkehrs vorgesehen (DOPPELWACHOLDER.DE berichtete). Im Dezember sollen dann „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden.

Die Eckpfeiler dieses Maßnahmenkonzepts stellen nach Angabe der Beschlussvorlage die Vertaktungen von mehreren abschnittsweise parallel verlaufenden Linien auf Hauptstrecken dar. Je nach Bedeutung und Nachfrage werden Taktfolgen von 10 oder 15 Minuten eingerichtet. Folgende Streckenabschnitte sind dabei berücksichtigt:

  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Haspe – Westerbauer (10‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Altenhagen – Loxbaum – Boele (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Höing – Loxbaum – Boele – Kabel (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Markt – Eilpe (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Remberg (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Eilpe – Eilperfeld  (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Kuhlerkamp (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Buschey – Haspe (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Lange Str. – Haspe (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Landgericht – Tondernstraße – Halden (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Landgericht – Elsey – Hohenlimburg (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Stadthalle – Emst (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Altenhagen – Vorhalle (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Eckesey – Herdecke (15‘-Takt)

Die Takte werden jeweils zur Hauptverkehrszeit (HVZ) gefahren. Diese erstreckt sich von Montag bis Freitag von 6:00 bis 19:00 Uhr und an Samstagen von 9:00 bis 19:00 Uhr.

Anhand der Kundenresonanz wird das Angebot im Spätverkehr (nach 20:00 Uhr) als unzureichend angesehen. Hier erweist sich der frühe Einsatz des NachtExpress-Netzes (ab 21:00 Uhr) als Hemmnis bei der Nutzung des ÖPNV und zudem die Reduzierung des Angebots lediglich auf einen Stundentakt.

Hier ist im neuen Konzept vorgesehen, an den Wochentagen Montag bis Donnerstag die Linien des Tagnetzes auf den meisten Strecken mindestens im 30‘-Takt bis etwa 22:00 Uhr verkehren zu lassen. Durch Überlagerung entsteht zum Teil ein dichterer Takt. Um 22:30 Uhr und 23:30 Uhr erfolgt die Bedienung im Stadtgebiet, und auf einigen Linien darüber hinaus, ab Stadtmitte auf den Routen der NachtExpress-Linien.

Freitags und samstags verkehren die Taglinien ebenfalls bis ca. 22:00 Uhr im 30‘-Takt und im Anschluss daran die NE-Linien ausgehend von Stadtmitte stündlich ab 22:30 bis 1:30 Uhr.

An Sonn- und Feiertagen sollen die Taglinien ab 7:00 Uhr verkehren und sich auf den Hauptachsen zwischen 9:00 bis 12:00 Uhr zu einem 30‘-Takt ergänzen, in der Zeit von 12:00 bis 19:00 Uhr dann zu einem 15‘-Takt. Im Spätverkehr entspricht das Angebot an Sonntagen nahezu dem an Wochentagen Montag bis Donnerstag.

Im Schneckentempo

4. Mai 2019

Busspuren auf der Körnerstraße gewinnen langsam Kontur

Seit langem ist die Einrichtung von separaten Busspuren auf der Körnerstraße zur Beschleunigung des Personennahverkehrs in der Diskussion. Jetzt scheint nach Jahren langsam Bewegung in die Sache zu kommen. Betrachtet man das Schneckentempo, mit dem selbst eine so kleine Maßnahme ihren Verlauf nimmt, lässt sich leicht ausmalen, wie sich einschneidendere Operationen zum Klimaschutz, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Verkehrswende hinziehen werden.

Nachdem Anfang April ein Ortstermin mit großem Gefolge stattfand – beteiligt waren Vertreter der Bezirksvertretung Mitte, des Ausschusses für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität, des Arbeitskreises ÖPNV und der Herr Bezirksbürgermeister – liegt jetzt ein Beschlussvorschlag der Verwaltung vor.

Demnach wurde zunächst grundsätzlich festgehalten, dass diese Maßnahme ausschließlich der Busbeschleunigung dient. Entsprechend soll nun keine Kombinationsspur mit dem Radverkehr eingerichtet werden, sondern explizit eine Bussonderspur markiert und beschildert werden.

Dadurch entfallen alle dargestellten Maßnahmen für den Radverkehr. Diese Entscheidung erscheint auch vertretbar, da mit der Trasse entlang der Volme eine gute Verbindungsmöglichkeit zur Innenstadt gegeben ist und eine Hauptverbindungsachse Innenstadt-Bahnhof über die  Bahnhofsstraße geplant ist.

In Fahrtrichtung Innenstadt wird daher an der Kreuzung Körnerstraße/ Hindenburgstraße/ Gerberstraße eine Abbiegemöglichkeit in die Gerberstraße geplant.

Der Umbau bzw. die Verlängerung der Bushaltestelle gegenüber der Agentur für Arbeit bleibt wie bisher geplant Bestandteil der Baumaßnahme. Hier ist es auch möglich, ein Wartehäuschen mit Sitzgelegenheiten zu installieren.

Ebenso werden zur Vermeidung von Rückstauerscheinungen im Kreuzungsbereich Körnerstraße/ Hindenburgstraße/ Gerberstraße die geplanten Verkehrsbeziehungsbeschränkungen als sinnvoll erachtet und sollen so umgesetzt werden.

Im Bereich zwischen der Graben- und Neumarktstraße in Höhe Körnerstraße Hausnummer soll eine Mittelinsel als Überquerungsstelle eingerichtet werden. Diese Überschreithilfe dient quasi als Ersatz für die fehlende nördliche Fußgängerfurt an der Lichtsignalanlage Neumarktstraße/Körnerstraße. Da mehr als zwei Fahrspuren zu überqueren sind, kann die Ausbildung nicht umfassend barrierefrei erfolgen, sondern nur „rollstuhlgerecht“ mit entsprechenden Absenkungen. Auf taktile Elemente muss verzichtet werden.

In Fahrtrichtung Innenstadt existiert vor Haus Nr. 43 ein ca. 25 m langer Parkstreifen für knapp 4 Fahrzeuge – dieser wird für den Busverkehr als sehr „hinderlich“ angesehen, zumal die Parkflächen eng sind und nur mühsam ein- und ausgeparkt werden kann. Hierdurch entstehen oftmals Konflikte mit vorbeifahrenden Bussen. Daher soll diese Fläche als Motorrad- und Fahrradparkfläche genutzt werden. Entsprechend werden einige Anlehnbügeln installiert, die gleichzeitig das Beparken mit PKW verhindern.

Vor der Karl-Marx-Straße/ Springmannstraße soll (zunächst) die Maßnahme enden.

Eine Prüfung, in wie weit und mit welchem Aufwand eine Busführung bis zum Sparkassenkarree auf separaten Trassen (volksparkseitig) möglich ist, erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt, wird aber als Beschlussfassung aufgenommen.

Pläne (noch mit jetzt entfallender Radbenutzung): Graf-von-Galen-Ring bis Neumarktstraße und Neumarktstraße bis Sparkasse (pdf)

Links funktionieren nicht mehr, es geht nur noch so zu den Plänen:
https://www.hagen.de → Politik & Verwaltung → Stadtpolitik → Bürgerinformationssystem → Sitzungen/Kalender → 08.05.2019 → Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität → TOP Ö 6.6 VO → Anlagen: Markierungsplan Blatt 1 + Markierungsplan Blatt 2

Deutscher Städtetag: Kommunen sollen finanzielle Instrumente zur Verkehrslenkung erproben können

27. April 2019

Zur Debatte um eine City-Maut in deutschen Städten sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa):

„Wir wollen als Städtetag keine flächendeckenden neuen Abgaben für Verkehrsteilnehmer in den Städten einführen. Aber wir plädieren ausdrücklich dafür, einzelnen Städten die Möglichkeit zu geben, finanzielle Maßnahmen zu erproben, um den Verkehrsfluss in bestimmten Zonen zu lenken.

Die Städte müssen selbst diskutieren und entscheiden, welche Instrumente zur Verkehrslenkung vor Ort sinnvoll eingesetzt werden können. Denkbar wäre beispielsweise eine City-Maut oder Nahverkehrsabgaben in einzelnen Städten zu erproben, die dies wünschen. Auch Bürgertickets für den ÖPNV kommen für diese Versuche in Betracht.

Solche Instrumente könnten dabei helfen, den Verkehr flüssiger zu machen und schädliche Umwelteinwirkungen durch Abgase zu reduzieren. Die Einnahmen sollten zweckgebunden für den ÖPNV bzw. die Förderung von nachhaltiger Mobilität verwendet werden.

Für den Erfolg solcher Instrumente sind ein leistungsstarker und attraktiver ÖPNV und ein gut ausgebautes Radwegenetz unabdingbar, die zum Umstieg vom Auto auf alternative Angebote motivieren.“

Bessere Vertaktung – Mehr NachtExpresse

26. April 2019

Die wichtigsten Neuerungen zum Fahrplanwechsel am 9. Juni

Es ist ein erster kleiner Schritt zu einem besseren Nahverkehrsangebot in Hagen: Wie es lange Jahre üblich war, wird eine der zentralen Trassen wieder vertaktet. Und an Werktagen gibt es mehr Abendverbindungen.

Auf dem Abschnitt Innenstadt – Haspe über die L700 (direkte Route) werden die Linien 510, 511 und 542 in beiden Richtungen zu den Hauptverkehrszeiten montags bis samstags tagsüber gemeinsam einen 10-Minuten-Takt bilden. Da die Linie 542 weiterhin alle 15 Minuten fährt, wird die Wagenfolge teilweise sogar auf einen 5-Minuten-Takt verdichtet. Die Linie 511 wird in Haspe nicht mehr über die Preußerstraße, sondern über die Berliner Straße geführt.

Zur Verbesserung des Abendangebots werden einige NachtExpresslinien von montags bis samstags um zusätzliche Fahrten ergänzt und somit zwischen 21:00 Uhr und 22:30 Uhr auf vielen Abschnitten auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet. Insbesondere der Bereich Hohenlimburg/Hasselbach/Elsey profitiert von diesen Änderungen und erhält künftig auch abends eine schnelle Anbindung über die Autobahn.

Des Weiteren wird dem Wunsch vieler Kunden nachgekommen, die derzeit an der Haltestelle „Stadtmitte“ verknüpften NE-Linien als eine durchgängige Linie zu bezeichnen. Dadurch bleiben zwar die meisten Linienwege unverändert, jedoch bekommen einige NachtExpresse eine neue Linienbezeichnung.

Detailierte Informationen mit Links zu den neuen Fahrplantabellen und einer Übersichtskarte der NE-Linien auf der Homepage der Hagener Straßenbahn AG.

Buslinie 594 fährt ab Sommer häufiger

15. April 2019

Die Linie 594 wird demnächst an Sonn- und Feiertagen häufiger unterwegs sein. Momentan fährt die Buslinie, die den Hagener Hauptbahnhof über Boele, Garenfeld und Westhofen mit Schwerte verbindet, an Sonn- und Feiertagen nur im 90-Minuten-Takt. Ab Sommer soll sie im 60-Minuten-Takt und damit stündlich verkehren.

Das bestätigte der Betreiber der Linie, die Busverkehr Rheinland GmbH (BVR), am Freitag den Ruhr-Nachrichten. Weiter berichtet das Blatt, die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Schwerte habe sich lange für eine Verbesserung auf dieser Linie eingesetzt.

Ende März hatte auch der Hagener Mobilitätsausschuss den Rat mit einem Beschluss aufgefordert, bei der BVR den stündlichen Takt an Sonn- und Feiertagen zu bestellen. Das hat sich jetzt erübrigt: Andere waren schneller.

Hagen hält die Stellung – ganz hinten

10. April 2019

Wieder ein miserables Ergebnis beim Radklimatest des ADFC

Hagen bleibt eine der unfreundlichsten Städte für Radfahrer. Wie schon 2016 reichte es beim Radklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nur für Platz 40 von 41 Städten in der Kategorie 100.000 bis 200.000 Einwohner.

170.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich 2018 bundesweit an der Umfrage beteiligt – das sind 40 Prozent mehr als 2016. In Hagen waren es 327 Teilnehmer, die ihre Bewertung abgaben und der Stadt die Schulnote 4,7 verpassten.

Als Hauptkritikpunkte wurden genannt, Radfahren bedeute in Hagen Stress und man werde als Radfahrer nicht ernst genommen. Es werde kaum etwas für den Radverkehr getan, dafür aber großzügig geduldet, wenn Autofahrer auf Radwegen parkten. 78 Prozent (Schulnoten 5 und 6) gaben an, sich als Radfahrer gefährdet zu fühlen und 71 Prozent bemängelten, man werde auf der Fahrbahn bedrängt und behindert.

Positiv fiel nur ins Gewicht, dass es in Hagen so wenige Fahrraddiebstähle gäbe. Aber das ist wirklich kein Wunder in einer Stadt, in der das Radfahren so unattraktiv gemacht wird.

Das Datenblatt zu Hagen (pdf)

Siehe auch:

Schlechte Noten für Hagen beim Fahrradklimatest

Quelle: WDR (Video)

 

Neue ICE-Schnellfahrstrecke stärkt auch Hauptbahnhof Hagen

20. März 2019

Bundesregierung will Strecke Bielefeld – Hannover für Tempo 300 ausbauen. (…)

Die Planung hat Folgen für Hagen, denn der Ausbau ermöglicht einen Halbstundentakt zwischen Köln und Berlin, zudem würde sich die Fahrtzeit für diese Strecke auf unter vier Stunden verringern. Der Halbstundentakt stärkt die Wupperstrecke mit Halt in Hagen: Einmal stündlich würde ein Zug von Köln durch das Ruhrgebiet nach Berlin fahren, einmal über Wuppertal und Hagen. Der Fahrtzeitgewinn – aktuell benötigen die Züge 4 Stunden 40 Minuten – mache Überlegungen zu einem City-Sprinter, der unter anderen nicht in Hagen halten würde, hinfällig, betont Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn. (…)

Quelle: wp.de

ICE hält bis Oktober Monate nicht in Hagen

19. März 2019

Fernreisende in Hagen brauchen in den kommenden Monaten etwas stärkere Nerven. Wegen Bauarbeiten an Brücken in Bielefeld, ist Hagen seit Montag (18.03.2019) von den ICE-Direktanbindungen nach Berlin und Köln abgeschnitten. (…)

Die verlorene Zeit müssen die Züge irgendwo wieder einholen, damit der bundesweite Fahrplan nicht komplett durcheinander gerät. In Hagen steigen laut Bahn die wenigsten Fahrgäste ein oder aus. (…)

Quelle: WDR

Alle 15 Minuten vom Höing ins Zentrum?

7. Februar 2019

SPD will Park-and-Ride einführen – OB und Kämmerer blocken bereits ab

Die SPD-Fraktion im Hagener Rathaus will möglichst schnell einen ersten Park-and-Ride-Verkehr in der Stadt einführen. Das sieht ein Antrag vor, der in der heutigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses beraten wird.

Vorgesehen ist ein 15-Minuten-Takt montags bis samstags in der Zeit von 6:30 bis 21:00 Uhr zwischen den Parkplätzen an der Sportanlage Ischeland und dem Höing sowie dem Stadtzentrum. Erreicht werden soll damit eine Entlastung der Innenstadt vom motorisierten Individualverkehr.

Die SPD beruft sich dabei auf den Luftreinhalteplan der Stadt, der solche Maßnahmen ausdrücklich vorsieht, um die Belastung durch Autoabgase zu reduzieren: „Die Stadt Hagen erweitert und optimiert das P+R Angebot und vermarktet diese durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.“

Doch die Verwaltungsspitze in Form von Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Stadtkämmerer Christoph Gerbersmann blocken den Vorstoß bereits ab. Es ist die übliche Begründung: Die Kasse ist leer.

Die SPD weist dagegen darauf hin, dass der Luftreinhalteplan nicht eine freiwillige Leistung der Stadt sondern eine Pflichtaufgabe sei. Tatsächlich findet sich in dem (vom Regierungspräsidium genehmigten) Plan ein eindeutiger Satz. Laut Bundesimmissionsschutzgesetz seien „die zuständigen Behörden gesetzlich verpflichtet, die im Luftreinhalteplan festgelegten Maßnahmen durch Anordnungen und sonstige Entscheidungen (z. B. Genehmigungen, Untersagungen, Nebenbestimmungen) durchzusetzen.“

Die SPD warnt vor möglichen Folgen: „Angesichts des laufenden Verwaltungsstreitverfahrens der Umwelthilfe zur Erreichung von Fahrverboten in Hagen ist es dringend erforderlich, dass die Stadt Hagen nachweist, dass sie die im Luftreinhalteplan enthaltenen Maßnahmen auch umsetzt.“

Mehr Platz für Linienbusse

6. Februar 2019

Hagen-Aktiv will Ausweitung von Halteverbotszonen an Bushaltestellen

Die Fraktion Hagen-Aktiv will heute im Umwelt- und Mobilitätsausschuss beantragen, die Verwaltung möge prüfen, wie an Haltestellen der Hagener Straßenbahn AG, an denen Gelenkbusse eingesetzt werden, die geltenden Halteverbotszonen so ausgeweitet werden können, dass ein vollständiges Heranfahren an die Bordsteinkante möglich ist.

Die seit Jahrzehnten gültige Halteverbotszone (15 m vor und hinter einem Haltestellenschild) reiche für Gelenkbusse nicht mehr aus. Seit längerer Zeit könne deshalb an zahlreichen Haltestellen ein für viele Fahrgäste unhaltbarer Zustand festgestellt werden. Besonders betroffen seien dabei Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Personen mit Kinderwagen, mit Rollatoren und mit Rollstühlen.

Nur durch komplettes Heranfahren der Busse an die Gehwegkante sei es diesen Personengruppen möglich, gefahrlos ein- und auszusteigen.

Grüne fordern mehr Einsatz für Radverkehr

5. Februar 2019

Kritik an „unsinnigen Einzelaktionen“

Die Hagener Verwaltung hatte kürzlich sogenannte „Liebesschlösser“ an der Hohenlimburger Kettenbrücke entfernen lassen. Begründung: Diese stellten eine potentielle Verletzungsgefahr für Radfahrer dar. Das wiederum erstaunt die Hagener Grünen.

Kreisverbandssprecher Rolf Willaredt erklärt dazu: „Als Radfahrer*in hat man es schwer in Hagen. An den meisten Straßen gibt es keine Radwege. Da werden Radfahrer*innen von PKWs so eng überholt, dass sie zwangsläufig den Außenspiegeln geparkter Autos gefährlich nah kommen. Wo schmale Schutzstreifen angelegt sind, dürfen diese vom motorisierten Verkehr „bei Bedarf“ mitbenutzt werden. An Engstellen oder vor Kreuzungen enden sie ohnehin.

Selbst Radwege verfügen oft nicht über die angemessen Breite für sicheren Begegnungsverkehr. Dies gilt vor allem, wenn man auch die Nutzung mit behindertengerechten Dreirädern oder Fahrradanhängern bedenkt. Da ist eine 3,70 m breite Brücke, die dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten ist, ein wahrer Segen.

Doch genau dort sorgen sich die Wirtschaftsbetriebe Hagen so sehr um die Sicherheit der Radfahrer*innen, dass sie ohne jegliche Vorankündigung Liebesschlösser entfernen, die 2011 noch mit Wohlwollen gesehen wurden. Wir freuen uns natürlich sehr, dass die WBH die Interessen und Sicherheitsbelange der Radfahrer*innen inzwischen Ernst nimmt. Wir sehen allerdings an anderen Orten der Stadt wesentlich größeren Handlungsbedarf.

Wer wirklich um die Sicherheit von Radfahrer*innen besorgt ist, muss sich im gesamten Stadtgebiet um fahrradfreundliche Verkehrsführungen kümmern und zur Luftreinhaltung beitragen. Daher müssen wir erreichen, dass sich alle zuständigen Stellen und auch die WBH mit noch größerem Elan in die Umsetzung des neuen Radverkehrskonzeptes einbringen und auch in diesem Zusammenhang Interessenvertreter der Radfahrer*innen werden.

OB: Diese Kröte müssen wir schlucken

29. Januar 2019

Einschränkungen im ICE-Verkehr von März bis Oktober „unvermeidlich“

Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Auf Einladung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz fand am gestrigen Montag ein Spitzengespräch mit dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn (DB) für das Land Nordrhein-Westfalen, Werner J. Lübberink, weiteren Bahnvertretern sowie dem Hauptgeschäftsführer der SIHK zu Hagen, Dr. Ralf Geruschkat, im Hagener Rathaus statt.

Vertreter von Fahrgastverbänden waren im Gegensatz zu den Dienstwagenfahrern (mit Chauffeur) anscheinend nicht zu dem Gespräch geladen. Sie werden in der Pressemitteilung der Stadt jedenfalls nicht erwähnt.

Hintergrund waren die angekündigten, baustellenbedingten Einschränkungen im Fernverkehr von und nach Hannover/Berlin und Köln in der Zeit von Mitte März bis Mitte Oktober dieses Jahres. Oberbürgermeister Schulz und Dr. Geruschkat machten gegenüber den Bahnvertretern noch einmal sehr deutlich, welch große Bedeutung eine regelmäßige Hauptstadtverbindung für die Menschen aus Hagen und den Nachbarstädten sowie insbesondere auch für die Belange der Unternehmen in dieser so starken Wirtschaftsregion hat.

Die Berlin-Verbindung ist wahrscheinlich maßlos übertrieben, wichtiger dürfte für die Hagener Pendler die Verbindung in den Raum Köln-Bonn sein. Aber mit Bezug auf die „Hauptstadt“ kann man sich natürlich besser ins Rampenlicht schieben.

Der Konzernbevollmächtigte der Bahn gab die klare Zusage, dass der Haltepunkt Hagen dauerhaft in der ICE-Netzplanung verankert bleiben wird. „Damit“, so Oberbürgermeister Schulz, „ist sichergestellt, dass die Fernverkehrsanbindung unserer Stadt und der gesamten Region auch für die Zukunft langfristig garantiert ist.“

Eine Abkoppelung Hagens vom Fernverkehr hatte allerdings auch nie zur Debatte gestanden und war nur der Phantasie eher bahnferner Funktionäre aus Politik und Wirtschaftsverbänden entsprungen. Im Zielfahrplan 2030plus sind die bestehenden IC/ICE-Linien im Stundentakt weiterhin verankert.

Die von März bis Oktober eintretenden Einschränkungen im Fernverkehr seien nach den nochmaligen, detaillierten Einlassungen der Bahn allerdings unvermeidlich – insbesondere mit Blick auf die engen Taktungen zum Regionalverkehr, lässt das Rathaus verlautbaren. „Diese Kröte“, so Oberbürgermeister Schulz, „werden wir bei allem verständlichen Ärger schlucken müssen.“

Hintergrund des Fernverkehrsausfalls ist eine Brückenbaustelle im Raum Bielefeld. Mit dem Entfall des Stopps in Hagen sollen 2 Minuten aufgeholt werden, dabei gelten für die Bahn überhaupt erst Verzögerungen ab 6 Minuten als Verspätung. Trotzdem will OB Schulz „die Kröte schlucken“.

Wie groß wäre das Geschrei wohl gewesen, hätte Straßen NRW wegen Bauarbeiten die parallel verlaufenden Autobahnen über Monate gesperrt? So ist es „nur“ die Bahn. Da reiht sich OB Schulz gerne in die Brigade der Reptilienverspeiser ein.

Konzeptpapier – So soll Hagens ÖPNV umstruktiert werden

22. Januar 2019

Dass in Hagen das Busnetz weiter ausgebaut und in den Strukturen optimiert werden muss, um erfolgreich die Verkehrswende hinzubekommen, gilt in der Politik als unstrittig. Doch die finanziellen Möglichkeiten der Umsetzung liegen weiterhin im Nebel. Die Hagener Straßenbahn AG hat jetzt der Politik hinter verschlossenen Türen ein Konzeptpapier („Netzvorschlag zur Verbesserung des ÖPNV-Angebotes in Hagen“) vorgelegt, das zwar eine systematische Angebotsausweitung vorsieht, aber auch Mehrkosten von etwa vier Millionen Euro auslöst. Geld, das in der Haushaltsplanung des Kämmerers keine Rolle spielt. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Keine Zeit für Wegducker

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Politik sich bekennen muss, wie ernst sie es mit den gefälligen Lippenbekenntnissen zur angeblich ja so überfälligen Verkehrswende tatsächlich meint.

Wer die Menschen vom privaten Autoverkehr weglocken möchte, kommt an einer konsequenten Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs einfach nicht vorbei. Halbherzige Schritte bleiben da effektfrei. Und das kostet nun mal Geld. Das bislang geltende Credo, dass gewünschte Optimierungen „kostenneutral“ über die Bühne gehen müssten, hat sich überlebt. (…)

Quelle: wp.de

Lkw-Belastung – Jetzt schlägt auch Hagens Süden Alarm

22. Januar 2019

Es werden Masterpläne geschmiedet, und es werden Radverkehrskonzepte erstellt – doch Hagen ächzt im Hier und Jetzt unter der hohen Belastung von Lkw-Verkehren. Vor allem, weil das Stadtgebiet zwischen den Autobahnen 45 und 1 als Abkürzungsstrecke missbraucht wird. Nachdem schon 600 Anwohner des Tückings und Bürger in Boele, am Remberg, an der Fleyer Straße oder an der Feithstraße mehrfach um Hilfe gerufen haben, schlägt jetzt noch ein ganzer Stadtbezirk zusätzlich Alarm: Eilpe und Dahl. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Mit neuen Schildern, wie sie jetzt wieder gefordert werden, ist das Problem nicht zu lösen. Es müssen großflächige Durchfahrverbote her, die aber auch kontrolliert und bei denen Verstöße dagegen konsequent geahndet werden. In der Vergangenheit hat sich die Hagener Politik nur damit hervorgetan, Scheinlösungen wie die berüchtigte Umleitungsstrecke zur Umgehung des hochbelasteten Märkischen Rings in Höhe des Finanzamts zu produzieren.

Letztendlich wird aber nur eine Verlagerung auf die Schiene eine entscheidende Entlastung bringen. Da wäre das Bundesverkehrsministerium gefragt. Das aber wird nur noch als verlängerter Arm der Automobilindustrie wahrgenommen – wie bei der inzwischen jahrelangen Untätigkeit im Betrugsskandal bei Dieselmotoren.

Stress für Fußgänger – Wären diese Ampeln gut für Hagen?

31. Dezember 2018

Der Seniorenbeirat fordert längere Grünphasen für Fußgänger. Eine Bochumer Countdown-Technik soll Sicherheit schaffen – doch die Stadt winkt ab.

Sie bleiben am Ball. Doch dass das mulmige Gefühl, das Hagens Senioren beim Überqueren viel befahrener Kreuzungen haben, technisch beseitigt wird, wird immer unwahrscheinlicher. Seit bald drei Jahren macht sich der Seniorenbeirat der Stadt dafür stark, dass die Grünphasen für Fußgänger im Stadtgebiet verlängert werden. Im Masterplan Mobilität, der die bisherige Dominanz des motorisierten Individualverkehrs aufbrechen und nachhaltigere Fortbewegungsmöglichkeiten schaffen soll, ist den Fußgängern genau eine Seite gewidmet. Dem Seniorenbeirat ist das zu wenig. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Der sogenannte „Masterplan Mobilität“ ist ein reines Alibipapier und das Geld, was er gekostet hat (130.000 Euro) nicht wert.

Wie es der Zufall will, greift just an diesem Wochenende der Stadtsoziologe Richard Sennett das Thema des Seniorenbeirats in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung auf:

„Etwa all die Ampeln, die dir genau 15 Sekunden geben, um eine Straße zu überqueren. Nach diesen 15 Sekunden hatte ich gerade einmal ein Drittel der Strecke geschafft. (…) Kein wirklich alter Mensch kann eine Straße in 15 Sekunden überqueren! (…) Das Problem ist: Die Städte richten sich immer noch nicht nach dem Menschen aus, sondern nach dem Verkehr. Der große Fokus liegt darauf, die Autos in Bewegung zu halten.“

Passend dazu:

Der Mensch ist wichtiger als das Auto

Dass nun einer der mächtigsten Lobbyisten im Land, der ADAC, fordert, Parkplätze zu vergrößern, für die neueren Autos, die höher und breiter als früher sind, macht fassungslos. Straßen und Parkplätze nehmen längst riesige Flächen in Städten ein – jetzt also noch mehr davon? (…)

Wenn Privateigentum öffentlichen Raum zuparkt und verdreckt, ist das eine gesellschaftliche, ja eine Machtfrage. Die Fahrradfahrer, die Fußgänger und der öffentliche Nahverkehr müssen sich diesen Raum zurückerobern. Städte müssen sich radikal wandeln – und zwar schnell. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Und ein Gegenmodell:

So funktioniert eine Stadt ohne Autos

In der spanischen Stadt Pontevedra sind Autos weitgehend aus der Innenstadt verbannt, Fußgänger haben Vorrang.

Das Konzept funktioniert seit fast 20 Jahren. Einzelhändler profitieren davon, dass mehr Menschen vorbeikommen, Kinder wachsen mit mehr Freiheiten auf. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Bahnen und Busse zum Jahreswechsel

26. Dezember 2018

Zusätzliche Züge in der Silvesternacht:

RE 7: Köln – Wuppertal – Hagen – Hamm – Münster im durchgehenden Zweistundentakt zwischen Münster und Wuppertal und einzelnen Durchbindungen bis Köln.

RB 52: Dortmund – Hagen – Lüdenscheid im Zweistundentakt. In Lüdenscheid-Brügge bestehen jeweils Anschlüsse von/zur RB 25 von/nach Meinerzhagen und Gummersbach.

RB 91: Hagen – Iserlohn und Hagen – Siegen jeweils im Zweistundentakt.

Alle Züge sind mit Kundenbetreuern besetzt.

Fahrpläne (pdf)

Busverkehr:

31.12.: Die Busse fahren nach dem Samstagsfahrplan. Die NachtExpress-Abfahrt um 23:32 Uhr ab der Haltestelle „Stadtmitte“ entfällt. An Neujahr nehmen die NachtExpresse um 0:32 Uhr ihre Fahrt wieder auf. Wie in den Vorjahren werden um 2:32 Uhr und 3:32 Uhr noch zwei Extrarunden gefahren.

01.01.2019: die Busse nehmen ab ca. 10:00 Uhr ihre Fahrt nach dem Sonntagsfahrplan auf.

Fahrpläne (pdf)

VRR: Ab Januar höhere Ticketpreise

24. Dezember 2018

Änderungen beim FirmenTicket und neues 4-StundenTicket

Zum 1. Januar 2019 steigen die Ticketpreise im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) um durchschnittlich 1,9 Prozent. Diese bereits im Sommer 2018 durch den VRR-Verwaltungsrat beschlossene Anpassung hat eine Laufzeit von zwölf Monaten. Kunden mit Bartickets aus dem Jahr 2018 werden gebeten, diese entweder bis zum 31. März 2019 abzufahren oder bis zum 31. Dezember 2021 in den KundenCentern der Verkehrsunternehmen gegen Tickets mit neuem Preisstand umzutauschen.

Ebenfalls ab 1. Januar 2019 wird es ein „4-StundenTicket“ geben, mit dem Fahrgäste Bus und Bahn vier Stunden lang beliebig oft nutzen können. Das Angebot eignet sich beispielsweise für Kundinnen und Kunden, die zum Einkaufen in die Stadt fahren oder kurze Ausflüge in die nähere Umgebung machen möchten. Das Ticket gilt in allen Gebieten der Preisstufen A1 und A2 und kostet 4,20 Euro. Es ist als Tarifpilot angelegt und somit zunächst auf einen Zeitraum von zwei Jahren befristet.

Das FirmenTicket ermöglicht Pendlern eine stressfreie und zudem sichere Fahrt zur Arbeitsstelle mit Bus und Bahn. Auch in der Freizeit ist das FirmenTicket die ideale Alternative zum Auto, denn es gilt rund um die Uhr. Bislang galt dafür eine Mindestabnahmemenge von 50 Tickets. Um insbesondere mittelständischen Unternehmen die Nutzung des Angebots zu ermöglichen, wird die Mindestabnahmemenge ab Januar 2019 von 50 auf 30 Tickets gesenkt.

Alle Informationen zu Tickets und zum VRR-Tarif 2019 unter: www.vrr.de/de/tickets/index.html

ÖPNV in Hagen an den Weihnachtstagen

22. Dezember 2018

24.12.: RE-, RB- und S-Bahnen fahren nach dem Samstagsfahrplan.

Die Busse fahren bis ca. 15:30 Uhr nach dem Samstagsfahrplan. Ab ca. 16:00 Uhr wird der Busverkehr ausgedünnt und es fahren stündlich die NachtExpress-Linien. Die letzte Abfahrt ab der Haltestelle „Stadtmitte“ erfolgt um 18:32 Uhr. Gegen 19:30 Uhr endet der Betrieb.

25.12.: RE-, RB- und S-Bahnen fahren nach dem Sonntagsfahrplan.

Die Busse nehmen ab ca. 10:00 Uhr ihre Fahrt nach dem Sonntagsfahrplan auf. Der NachtExpress fährt an diesem Tag letztmalig um 23:32 Uhr ab der Haltestelle „Stadtmitte“.

26.12.: Für alle Verkehrsmittel gilt der normale Sonntagsfahrplan.

Hagener Buslinie 527 rollt wieder auf der bewährten Strecke

12. Dezember 2018

Die im Rahmen der Fahrplanumstellung vollzogene Umstellung der Linienführung für die Busstrecke 527 wird so schnell wie möglich wieder zurückgenommen. Das hat der Hagener Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Das Gremium räumte ein, dass dem ÖPNV-Arbeitskreis, der diese Maßnahme initiiert hatte, offenkundig ein Fehler unterlaufen sei und diese Entscheidung, die der Rat im Juli auf den Weg gebracht hatte, fachlich einfach nicht gut gemacht gewesen sei. Zudem hat die Politik die Hagener Straßenbahn AG aufgefordert, den alten, bewährten Linienweg so schnell wie möglich wieder herzustellen.

Die Bewohner in Altenhagen – vorzugsweise aus dem Drerup-Viertel – fühlten sich zuletzt vom öffentlichen Leben verkehrstechnisch abgeschnitten. Vor allem die kurzen Verbindungen zwischen den Wohnstraßen und den Lebensmittel-Märkten an der Altenhagener Straße, die die Nahversorgung der Menschen sichern, wurden plötzlich zu einer komplizierten Bus-Odyssee, die einschließlich eines Umstiegs über den Hauptbahnhof führten. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Der WPWR-Artikel ist weitestgehend Unsinn. Die 527 rollt nicht „wieder auf der bewährten Strecke“, wie es schon in der Überschrift formuliert ist – der Bus fuhr seit Menschengedenken nie anders. Eine geplante Umstellung kann nicht schon „vollzogen“ und somit auch nicht „wieder zurückgenommen“ worden sein. „Die Politik“ hat daher die Straßenbahn auch nicht „aufgefordert, den alten, bewährten Linienweg so schnell wie möglich wieder herzustellen“. Was noch gar nicht geändert wurde, muss auch nicht wiederhergestellt werden.

Also konnten sich die Bewohner auch nicht „abgeschnitten“ fühlen und zu einer „komplizierten Bus-Odyssee“ gezwungen sehen. Das hätte ihnen erst ab 6. Januar gedroht, wäre die Planung umgesetzt worden. Die ist aber, so wie es aussieht, bereits vom Tisch.

Jedenfalls hat die Hagener Straßenbahn AG den neuen Fahrplan, der ursprünglich ab Januar gelten sollte, bereits wieder von ihrer Homepage entfernt.

(In einer früheren Version dieser Anmerkung fehlten die Hinweise auf die Falschberichterstattung der WPWR. DW bedauert dieses Versäumnis.)

Fahrgäste sollen bis zu 37 Minuten im pausierenden Bus warten

9. Dezember 2018

Proteste gegen die geänderte Linienführung bei der 527 – SPD-Fraktion rudert gegenüber eigenem Votum zurück

Die ersten Vorboten der angeblichen „Verkehrswende“ lassen Schlimmes erwarten. Fahrgäste sollen ab Januar mehr als eine halbe Stunde auf der Stelle verharren – wenn sie nicht gar wegen der Pause des Fahrers die Zeit im Freien verbringen müssen.

Die Hagener Strassenbahn AG will ab 6. Januar 2019 den Weg der Buslinie 527 im Altenhagener Wohnbezirk Ischeland ändern. Statt einer Hin- und Rückfahrt von der Altenhagener Straße soll der Bereich in einer Schleifenfahrt nur noch im Uhrzeigersinn befahren werden.

Stadtauswärts soll die Fahrt nunmehr ab Hagen Hbf wie heute bis zur Haltestelle Wittekindstraße verlaufen, ab dort weiter im Verlauf der Kinkelstraße bis zum Märkischen Ring und über diesen zur Haltestelle Altenhagener Brücke und weiter bis zum Hbf. Eine direkte Anbindung zum Zentrum von Altenhagen und den dortigen Einkaufsmöglichkeiten an der Altenhagener Straße wäre dann nur noch mit Umsteigen möglich.

Das Umsteigen an der Haltestelle Altenhagener Brücke hat es allerdings in sich: Es müssen – egal ob im oder gegen den Uhrzeigersinn ca. 200 Meter Weg zurückgelegt werden, der über drei bis vier teils sehr fußgängerunfreundliche geschaltete Ampelanlagen führt. So stellen sich die Schaltstellen in Politik und Verwaltung offenbar die groß herausposaunte „Mobilitätswende“ in Hagen vor. Aber es geht noch schlimmer.

Wenn schon eine Schleifenfahrt, dann sollte sie natürlich nonstop erfolgen. Nicht so in Hagen. Nach Angaben der Straßenbahn macht der Bus an der Haltestelle Blumenstraße montags bis samstags tagsüber zwei Minuten Pause, am Samstagabend dürfen die Fahrgäste schon etwa eine Viertelstunde auf eine Weiterfahrt warten. Den Höhepunkt der Planung erwarten Fahrgäste, die sich noch erdreisten, an einem Sonntag die „Leistungen“ dieses Verkehrsbetriebs in Anspruch zu nehmen. Wer dann vom Ischeland zum Hauptbahnhof , ins Stadtzentrum oder sonstwo hin will, darf sich an der Haltestelle Blumenstraße auf einen Stillstand von sage und schreibe 37 Minuten einrichten.

Am Ischeland rührt sich inzwischen Protest gegen diese aberwitzige Planung. In einem Flugblatt merken die Verfasser an: „Wenn so die angepriesene und nutzerfreundliche Umgestaltung des ÖPNV in Hagen beginnt, dann können sich die Nutzer der Hagener Straßenbahn AG warm anziehen und am besten schon mal festes Schuhwerk anschaffen.“

Die vermurkste Planung ist in einem angeblichen „Facharbeitskreis“ entstanden, den der Hagener Rat zur „Verbesserung“ des öffentlichen Personennahverkehrs in Hagen eingesetzt hat. Der hat einige durchaus sinnvolle Vorschläge erarbeitet – aber eben auch Unfug wie im Fall der Linie 527. Gerade dieses Beispiel dokumentiert die in weiten Kreisen der Entscheider grassierende Ahnungslosigkeit, die zu dem seit Jahren herrschenden miserablen Zustand des ÖPNV in Hagen geführt hat.

Das zeigt sich auch an der Entscheidung des Stadtrats, der die Ergebnisse dieses Arbeitskreises am 5. Juli 2018 beschlossen hat. Es seien ja jedem Ratsmitglied die gut 400 Euro Aufwandsentschädigung pro Monat gegönnt – wenn es wenigstens die Beschlussvorlagen lesen würde. Das scheint aber nicht unbedingt so zu sein.

Wie anders ist es möglich, dass das Papier des ÖPNV-Arbeitskreises einstimmig (!) vom Rat beschlossen wurde, aber die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Mitte in der Sitzung am 12. Dezember plötzlich den Antrag stellen wird, die Verwaltung zu beauftragen, auf die Straßenbahn AG einzuwirken, die bisherige Linienführung beizubehalten. Fehlt da die Kommunikation untereinander?

„Es sind Pläne der Hagener Straßenbahn AG bekannt geworden, dass die bisherige Streckenführung (…) geändert werden soll (…)“, heißt es im Antrag der SPD – dabei entstammen die Pläne gar nicht der Straßenbahn, sondern einem Ratsgremium. Die Sozialdemokraten erwecken so den Eindruck, mit dem Ratsbeschluss nichts zu tun zu haben – obwohl sie dort zugestimmt haben.

Die Grünen haben ebenso auf einmal noch Gesprächsbedarf. Für die Sitzung des Arbeitskreises ÖPNV am 19. Dezember erwarten sie „Detailinformationen für die Buslinienführung im Bereich Ischeland“. Auch die Grünen haben im Juli im Rat zugestimmt. Bezeichnenderweise vermerkt das Protokoll an dieser Stelle: „Herr Dr. Preuß führt aus, dass die Politik mit dieser Vorlage selbst etwas gestaltet. Er bedankt sich dafür beim Arbeitskreis.“

„Selbst etwas gestaltet“ – das klingt nach einer Kindersendung, die vor vielen Jahren mal im WDR-Fernsehen lief: „Erzählen, spielen, basteln mit Tante Erika“. Und so sehen eben auch häufig die Ergebnisse aus, die der heimische politische Raum zu produzieren pflegt. Da hilft dann im Zweifel auch der akademische Grad nicht weiter.

Aufschlussreich für die Änderung der Linie 527 ist die Begründung der Straßenbahn AG. Demnach wird die Erschließung des sowieso schon privilegierten Hagener Stadtteils Emst auf Kosten von Altenhagen verbessert: „Durch die Anpassung im Bereich Ischeland wird die Linie 527 auf dem Abschnitt Innenstadt – Wasserloses Tal in Richtung Emst besser mit der Linie 518 vertaktet.“

Also genau dort, wo der Grüne Dr. Preuß residiert – so kann er demnächst besser seinen ICE erreichen.


%d Bloggern gefällt das: