Archive for the ‘06 Hagen mobil’ Category

Mehr Platz für Begegnungen, weniger für Autos

11. Oktober 2017

Jeder Zweite wünscht Neuaufteilung des Stadtraums

Die Hälfte aller Bundesbürger wünscht sich eine andere Aufteilung des öffentlichen Raumes. 87 Prozent von ihnen wollen mehr Platz für Begegnungen, Rad- und Fußverkehr, 50 Prozent wollen diese Veränderung zulasten des Autoverkehrs.

Das ist das Ergebnis einer repräsentative Umfrage, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Auftrag gegeben hat. Der ADFC sieht das als Bestätigung, dass die Verkehrswende von breiten Bevölkerungsschichten gewollt ist.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Großbaustelle der nächsten Bundesregierung ist die Verkehrswende. Nur wenn es gelingt, den größten Teil des Stadtverkehrs auf Fuß, Rad und ÖPNV zu verlagern, bleiben Menschen und Waren mobil und Städte lebenswert. Mit mehr Platz zum Verweilen, zum Spielen, Schlendern und für das Radfahren. Und mit weniger Dominanz des Autos. Jetzt haben wir auch die Zahlen zu diesem Bedürfnis. Politiker sollten das ernst nehmen!“

Nur 10 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für mehr Parkplätze und Kfz-Fahrbahnen aus. Bei den weiblichen Befragten liegt der Wert sogar nur bei 8 Prozent. Ein Großteil der Menschen (87 Prozent der „Veränderer“ bzw. 42 Prozent der Gesamtbevölkerung) wünscht sich mehr Platz für aktive Mobilität und attraktive Aufenthaltsorte. Gefragt, woher der gewünschte Platz genommen werden soll, antworten die meisten (49,8 Prozent) „vom Autoverkehr“. Bei den Frauen ist der Ausschlag noch deutlicher (55,2 Prozent).

Der ADFC fordert Vorrang für Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV vor dem Autoverkehr, deutlich höhere Finanzmittel des Bundes, Verbesserungen bei der Verkehrssicherheit sowie verbindliche Qualitätsstandards für Radwege.

Die repräsentative Umfrage „Platz für Begegnungen“ wurde vom Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag des ADFC im August 2017 im Rahmen einer Mehrthemenuntersuchung durchgeführt. Befragt wurden 1.090 Bundesbürger ab 14 Jahren in persönlichen Interviews.

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Willkommen in Hagen

4. Oktober 2017

Ankunft RE 7 aus Köln (jeweils links im Bild), Dienstag, 3. Oktober 2017, 14.19 Uhr, Gleis 3, Hagen Hbf.: Die „Heimat“ begrüßt den Reisenden. Mit Müll. Willkommen in Hagen – willkommen daheim.

„Heimat“ – das ist doch der neue Kampfbegriff der Konservativen und ihrer Presse. Sogar ein „Heimatministerium“ gibt es nicht nur im Freistaat der Seppelhosen, sondern seit der schwarzgelben Machtübernahme auch in NRW. Vorgegaukelt wird dem Publikum dabei eine Idylle aus vergangenen Zeiten. Die Realität ist auf den Fotos zu sehen. Die Stationsschilder „Hagen Hbf.“ könnten eigentlich abgeschraubt werden, der Reisende erkennt auch ohne diese Hinweise sofort wo er angekommen ist.

Der Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) testiert dem Hagener Hauptbahnhof ein „akzeptables Erscheinungsbild“ – welch ein Hohn. Hagens Oberbürgermeister Erik Null Schulz, der wie wild darauf versessen war, Vorsitzender der Verbandsversammlung des VRR zu werden, hat bisher nichts zur Verbesserung des ÖPNV in Hagen beigetragen. Und natürlich auch nichts für die Hagener Bahnhöfe erreicht. Im Gegensatz zu seinen vollmundigen Versprechungen, was er in seinem neuen Amt alles für Hagen und speziell für den Hauptbahnhof erreichen könne, hat er kürzlich angekündigt, auch noch die Mittel für den Busverkehr weiter kürzen zu wollen.

„ÖPNV-Angebot erweitern und ergänzen“

1. Oktober 2017

Gemeinsame Erklärung von Bündnis 90/Die Grünen und SPD Hagen zum ÖPNV

Mit Sorge betrachten wir die Diskussion zum städtischen Haushalt für die Jahre 2018 und 2019. Die nach wie vor angespannte Finanzlage darf jedoch keinesfalls dazu führen, dass weitere Einschnitte in das Leistungsangebot des ÖPNV vorgenommen werden.

Im Gegenteil, das ÖPNV-Angebot in unserer Stadt ist nach Überzeugung von Bündnis 90/Die Grünen und SPD Hagen dringend zu erweitern und ergänzen. Das gilt insbesondere für die Anbindung der einzelnen Stadtteile mit der Innenstadt sowie den Gewerbe- und Industriegebieten; die dort beschäftigen Arbeitnehmer sind für ihre Wege hin zur Arbeit und zurück nach Hause oftmals zwingend auf den ÖPNV angewiesen.

Das derzeitige Angebot in den Abendstunden und den Wochenenden schließt Menschen ohne PKW von weiten Teilen des gesellschaftlichen Lebens aus. Die viel diskutierte Attraktivität Hagens hängt nicht zuletzt und entscheidend auch von einem gut funktionierenden öffentlichen Nahverkehrssystem ab. Dies gilt umso mehr, da durch den dringend notwendigen Umstieg vom Individualverkehr auf den ÖPNV sich die Immissionsbelastungen mit Feinstaub und Stickoxiden senken lassen.

Ein gleichbleibender oder gar abgesenkter Finanzbeitrag der Stadt Hagen für die Hagener Straßenbahn, in Kombination mit einem möglichen von Gericht verhängten Dieselfahrzeugverbot, führt zu einem Verkehrskollaps und Zusammenbruch des ÖPNV in unserer Stadt. Das gilt es zu verhindern.

Als Bündnis 90/Die Grünen und SPD Hagen werden wir deshalb in Kürze ein gemeinsames ÖPNV-Konzept vorlegen und im Rat der Stadt bei der Neufassung des Nahverkehrs einbringen. Dieses Konzept wird die berechtigten Forderungen der Bürgerinnen und Bürger für ein gut funktionierendes öffentliches Hagener Nahverkehrssystem berücksichtigen und darüber hinaus Perspektiven zu einer langfristigen und nachhaltigen Finanzierung des ÖPNV aufzeigen.

Grüne Hagen fordern eine breite Diskussion über den ÖPNV

27. September 2017

Die Grünen Hagen wollen eine stadtweite Diskussion über die Zukunft des ÖPNV in Hagen herbeiführen. Bei der Mitgliederversammlung in dieser Woche wurden erste Impulse gesetzt.

Intensiv diskutierten die Hagener Grünen bei ihrer Mitgliederversammlung am Dienstag die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs in Hagen.

Dazu erklärt die Sprecherin Christa Stiller-Ludwig:

„Wir diskutieren seit Jahren über die bedrohlichen Luftwerte in der Hagener Innenstadt. Ein attraktiver und nutzerfreundlicher ÖPNV mit möglichst abgasarmen Fahrzeugen ist ein wichtiger Schritt zur Luftverbesserung und zur Vermeidung von Fahrverboten. Nicht nur deshalb ist der ÖPNV Teil der Daseinsvorsorge.

Vor diesem Hintergrund darf es nicht sein, dass schon wieder laut über Kürzungen des Busverkehrs nachgedacht wird. Wir sehen dies mit großer Sorge und regen eine stadtweite Diskussion über die Zukunft des ÖPNV in Hagen an.“

KV-Sprecher Rolf Willaredt ergänzt:

„Wir brauchen eine Attraktivierung des Nahverkehrs. Solange man seinen Arbeitsplatz nicht zu Schichtbeginn mit dem Bus erreicht und solange man abends nach dem Fitnessstudio nur mit dem Auto nach Hause kommt, kann kaum jemand auf das Autofahren verzichten. Gleichzeitig muss der Nahverkehr Kernelement einer vernetzten Mobilität sein. Sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, ein Ticket für verschiedene Beförderungsmöglichkeiten und die Diskussion über Bedienformen wie Fahrten auf Abruf gehören dazu.

Hagen braucht einen gut funktionierenden Nahverkehr. Wir möchten mit allen Parteien, aber auch mit den Bürger*innen über die besten Möglichkeiten dazu ins Gespräch kommen. Die Zeit drängt.“

Alte Bahntrassen als Basis für neue Radwege in Hagen

21. September 2017

Hagen belegt den letzten Platz im Fahrradfahren bei den Städten zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern beschert. Nun wird gegengesteuert. (…)

Quelle: wp.de

Hagen scheitert an Barrierefreiheit für Bushaltestellen

19. September 2017

Hagen schafft es nicht, wie vorgeschrieben alle 770 Bushaltestellen bis 2022 so zu gestalten, dass Menschen mit Behinderung sie nutzen können. (…)

Die Kommunen können beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) entsprechende Förderanträge stellen. Einige Kommunen haben das auch schon längst in Anspruch genommen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Andere Kommunen, Hagen offenbar nicht. Wieder einmal ein Versagen von Rat und Verwaltung, vor allem aber des Hagener Oberbürgermeisters Erik O. Schulz. Der hatte sich 2014 unter dubiosen Umständen zum Vorsitzenden der Verbandsversammlung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) wählen lassen. DOPPELWACHOLDER.DE hatte damals ausführlich über diesen Vorgang berichtet (siehe: OB trickst Rat aus, Ziel erreicht und Dehm lässt grüßen), in dem Kritiker einen Missbrauch des § 60 der NRW-Gemeindeordnung sahen.

Genau dort, in der von Schulz geleiteten Verbandsversammlung, wird gemäß ÖPNV-Gesetz NRW jährlich ein Katalog der zu fördernden investiven Maßnahmen festgelegt. Hagener Interessen in die Versammlung einzubringen, erschien dem allzu selbstbezogenen OB offensichtlich nicht opportun. Dabei wäre es eine seltene Gelegenheit gewesen, das seinerzeit mit allen verfügbaren Mitteln angestrebte Amt zum Wohle seiner Heimatstadt zu nutzen. Hintergründe, die Schulz‘ Haus- und Hofblatt naturgemäß unerwähnt lässt.

Mit dem operativen Geschäft des VRR hat die Verbandsversammlung ansonsten wenig zu tun; Sitzungen sind selten (dreimal in 2016) und enden in der Regel nach wenigen Minuten (siehe: Nur drei Viertelstündchen). Hier hätte der OB einmal beweisen können, dass er sich nicht nur selbst beweihräuchert.

Aber nichts da. Es gilt weiter der Hagener Fundamentalsatz: Der Posten ist alles – das Ziel ist nichts.

Wissen der Hagener Radfahrer gefragt

16. September 2017

Radcafé am 19. September im Rathaus

Der Radverkehr soll in Hagen gefördert werden. Neben Expertenwissen ist daher auch das Wissen der Ortskundigen und der Hagener Freizeit- und Alltagsradler gefragt. Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Vereine und die Politik sind eingeladen, das Radverkehrskonzept der Stadt Hagen mitzugestalten. Für die Beteiligung lädt die Verkehrsplanung der Stadt zum ersten Radcafé am Dienstag, 19. September, um 18 Uhr in die ehemalige Kantine des Rathauses, Rathausstraße 11, ein.

Der Rat der Stadt Hagen hat die wachsende Bedeutung des Radverkehrs erkannt und will dessen Anteil am Gesamtverkehr deutlich erhöhen. Dies gilt insbesondere für die Mobilität im Alltag. Dank der technischen Entwicklungen und dem stark wachsenden Markt der Fahrräder mit Elektroantrieb ist das Radfahren auch an anspruchsvollen Steigungen heute kein Hindernis mehr. Damit steigt auch in Hagen das Radverkehrspotenzial deutlich an.

Welche Maßnahmen für die Förderung des Radverkehrs in Hagen ergriffen werden müssen, um die Potenziale zu heben, soll ein Konzept ergeben, das die Verwaltung in Auftrag gegeben hat. Mit der Entwicklung von Maßnahmen wurde die Planersocietät aus Dortmund beauftragt. Das renommierte Planungsbüro hat auch für Iserlohn und den Stadtteil Wehringhausen Konzepte erstellt und kennt sich in der Region bestens aus.

Beim Radcafé berichtet die Planersocietät über erste Bestandserhebungen. Im Anschluss daran wird an fünf so genannten Thementischen über Verkehrssicherheit, Radkultur, Alltags- und Freizeitmobilität und die Wahrnehmung des Radverkehrs in der Öffentlichkeit diskutiert. Zum Schluss gibt es noch einen Ausblick auf den weiteren Verlauf der Arbeiten und die Verwendung der Ergebnisse aus dem Radcafé. Das Ende der Veranstaltung ist um 20.30 Uhr geplant.

Da die Veranstaltung außerhalb der Geschäftszeiten der Verwaltung liegt, ist der Einlass nur am Nebeneingang des Rathauses in der Rathausstraße (schräg gegenüber des Seiteneinganges Rathausgalerie in Höhe der Motorrad- und Fahrradabstellanlage) von 17.45 bis 18.15 Uhr möglich.

StadtRadeln – drei Wochen für das Klima

15. September 2017

Die Stadt Hagen beteiligte sich vom 24. Juni bis 15. Juli zum dritten Mal an der Kampagne StadtRadeln des Klima-Bündnis, dem größten kommunalen Netzwerk zum Klimaschutz. Während der Aktion legten 209 Radler in 18 Teams 44.026 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Verglichen mit Autokilometern wurden dabei 6.252 Kilogramm CO2 vermieden.

Neben Klimaschutz, Spaß, Gesundheitsförderung und Mobilität zum Nulltarif erbrachte die Aktion den langfristig wohl wichtigsten Effekt: Das Thema Fahrradnutzung in Hagen und die damit verbundene Radverkehrsplanung wurde stärker in den Fokus gerückt.

Am Donnerstag, 21. September, sind alle Teilnehmende des Hagener StadtRadeln um 19 Uhr zur lokalen Abschlussveranstaltung in das AllerWelthaus, Potthofstraße 22, herzlich eingeladen.

„Ich fahre Fahrrad in Hagen, weil es Spaß macht“, hatten Umweltberaterin Ingrid Klatte der Verbraucherzentrale sowie die meisten Besucher geantwortet, als sie beim Tag der Umwelt, dem Auftakt am 24. Juni, nach ihren Motiven gefragt wurden. „Die Hagener Radfahrenden können am besten beurteilen, wo genau Radfahren schon Spaß macht und wo noch Verbesserungsbedarf ist“, findet Klatte.

Daher werden bei der Abschlussveranstaltung Erfahrungen und Informationen über das Radfahren in Hagen und die Aktion „StadtRadeln“ 2017 ausgetauscht.

Weitere Mitglieder des Arbeitskreises Rad, die das StadtRadeln mit organisiert haben, sind Karl-Heinz Kubas vom Rad-Sport-Club Hagen und Günter Dörnen vom ADFC.

Die von den Sponsoren zur Verfügung gestellten Sachpreise und Gutscheine werden auf der Abschlussveranstaltung unter den Teilnehmern verlost.

Radler treffen sich zur „Critical Mass“

6. September 2017

Am kommenden Freitag, 8.9.2017, 19.00 Uhr treffen sich die Hagener Radfahrer und Radfahrerinnen zum zweiten Mal zur gemeinsamen Radtour durch die Stadt. Treffpunkt ist der Bahnhofsvorplatz / Berliner Platz.

Die sogenannte Critical Mass ist eine Aktionsform in vielen Städten weltweit, die auf die schlechten Zustände für Radfahrende hinweisen möchte. In der Gruppe wird auf dem Fahrrad durch Hagen gefahren. Der oder die Vorrausfahrenden bestimmen spontan den Weg.

In Hagen findet die Critical Mass an jedem 2. Freitag im Monat um 19.00 Uhr statt. Alle Hagener, die ein Fahrrad haben, können daran teilnehmen.

Zahl der Elektroautos in Hagen lässt Luft nach oben

23. August 2017

111 Elektrofahrzeuge rollen derzeit auf Hagens Straßen. Damit hat die Zahl der Zweiräder, Autos und Lieferwagen mit Alternativ-Antrieb eine Anzahl erreicht, die die Initiative Ecodrive schon vor zweieinhalb Jahren als Zielmarke ausgegeben hat. Ecodrive hatte bereits 2014 die Version, bis Januar 2015 111 Elektrofahrzeuge in Hagen fahren zu lassen.

Maßgeblich dazu beigetragen hat der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH). Die Stadttochter hat und wird allein in diesem Monat elf neue Elektroautos anmelden. Nach und nach ist der WBH dabei, seine komplette Fahrzeugflotte, mit der die Mitarbeiter in der Stadt unterwegs sind, umzurüsten. (…)

Quelle: wp.de

Von Bochum lernen

18. Juli 2017

Eine Fahrradexkursion durch die Ruhrgebietsstadt

Verkehrsplaner Uwe Herker aus Bochum erläutert den Hagenern die fahrradfreundliche Planung. Foto: M.Olschowy / Stadt Bochum

Bei der diesjährigen Radtour der Hagener Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) mit dem eigentlich eingeplanten Oberbürgermeister ging es mit der Bahn nach Bochum um sich die dortigen Fortschritte in Sachen Radinfrastruktur zeigen zu lassen.

Die Tour fand allerdings ohne OB Schulz statt. Dieser hatte sich schon frühzeitig abgemeldet, da ihm das dafür benötigte Zeitfenster zu groß war für die Vielzahl der Verpflichtungen auf seinem Terminkalender.

Zur Hagener Delegation gehörten Mitarbeiter des Umweltamtes, die Radverkehrsbeauftragte Petra Leng und der Verkehrsplaner Jörg Winkler. Ebenso kam auch der Vorsitzende des Umweltausschusses Hans-Georg Panzer und von der Straßenverkehrsbehörde Stefanie Wiener mit.

In den letzten Jahren hat sich in Bochum viel getan, und so möchten die Hagener anhand guter Beispiele von der Ruhrgebietsstadt einiges lernen. Unter Leitung des Bochumer Radverkehrsplaners Uwe Herker und des Nahmobilitätsbeauftragten Matthias Olschowy führte die 21 km lange Radstrecke die Hagener zu besonderen Verkehrseinrichtungen im Stadtgebiet.

Während Hagen zum zweiten Mal beim Fahrradklimatest des ADFC von seinen Bürgern zur fahrradunfreundlichsten Stadt Deutschlands gekürt wurde, kam Bochum auf Platz eins der Städte, die sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage erheblich verbessern konnten. Auch wenn Bochum noch weit von einer richtigen Fahrradstadt entfernt ist, gab es von den Bochumer Radfahrern und Radfahrerinnen Anerkennung für die Bemühungen in letzter Zeit. Die Entwicklung hin zu mehr Fahrradfreundlichkeit war auch für die Hagener Delegation nicht zu übersehen.

Die Bochumer Radstation mit ca. 200 Stellplätzen. Foto: A.Grabowski / Stadt Bochum

Zunächst wurde die Bochumer Radstation besichtigt, die sich in einem Seitentrakt des Hauptbahnhofs befindet. Die Bochumer Radstation hat gleich mehrere Funktionen. Neben der sicheren Abstellmöglichkeit für Fahrräder unterhält die Station auch eine kleine Werkstatt, in der einfache Reparaturen ausgeführt werden.

In den Zeiten geringer Auslastung werden auch defekte Spendenräder wieder instand gesetzt, die dann für wenig Geld an Studenten und Bedürftige weiter verkauft werden. Außerdem steht eine große Zahl an Leihrädern verschiedener Größen und Ausstattung zur Verfügung.

Erstaunt zeigten sich die Gäste aus Hagen auch über die Breite der Radfahrstreifen, auf denen man angenehm mit dem Rad fahren kann (Foto M. Schröder / ADFC Hagen.) Dagegen wurden in Hagen nur schmale Schutzstreifen markiert, die gerade mal die zulässige Mindestbreite von nur 125 cm erfüllen und teilweise nicht mal das. Herr Olschowy erklärte, dass bei neuen Planungen darauf geachtet wird, dass die Breite von mindestens 1,50 m zuzüglich eines Sicherheitstrennstreifens zu parkenden Kfz auch bei Schutzstreifen nicht unterschritten wird.

Bei den Radfahrstreifen sind Breiten von 2 oder sogar 3 Metern mittlerweile an einigen Stellen in Bochum zu finden. So lassen sie oftmals auch ein Nebeneinanderfahren, bzw. ein Überholen zu. An den Straßen Werner Hellweg, Oskar-Hoffmann-Straße und Bessemerstraße wurde uns die Neuaufteilung zu Gunsten des Radverkehrs gezeigt.

Zum Abschluss der Tour ging es noch ein Stück über die ehemalige Erzbahntrasse, die durch Fördermittel und den RVR bereits vor Jahren zum Geh- und Radweg ausgebaut wurde. Architektonisch sehenswert ist hier die Radwegbrücke „Erzbahnschwinge“, mit der eine Straße und eine Bahnlinie filigran überspannt werden. In Kooperation von Stadt Bochum und RVR wurden schon vor Jahren Förderanträge gestellt und so mehrere Bahntrassen zu vorbildlichen Geh- und Radwegen ausgebaut.

Der ADFC hofft, dass viele Eindrücke und Möglichkeiten aus Bochum in die Hagener Verwaltung mitgenommen wurden und es zu mehr Mut bei der Radverkehrsplanung führt.

Ein Abriss der maroden Hochbrücke „Ebene 2“ wäre möglich

6. Juli 2017

Angesichts der maroden Brücken überprüft die Hagener Planungsverwaltung ihre Verkehrsstrategie. Abrisse der Bauwerke wären vielfach möglich. (…)

Im Stadtentwicklungsausschuss rollte am Dienstag der Verkehrs- und Städteplaner Wolfgang Mesenholl, der mit seinem Fachbüro bereits seit drei Jahrzehnten als Experte die kommunalen Entwicklungsprozesse in Hagen extern begleitet, eine Konzeption aus, mit der künftig in Altenhagen nicht bloß auf das marode Stahlbeton-Monstrum „Ebene 2“, sondern in Eilpe auch auf die völlig überdimensionierte und ebenfalls sanierungsbedürftige Brückenkonstruktion der Volmetal­straße verzichtet werden könnte. Ein Mammut-Projekt, das nach ersten Grobschätzungen mindestens 300 Millionen Euro verschlingen und die Verkehrsflüsse in der Innenstadt über Jahrzehnte diktieren dürfte. (…)

Vor diesem Hintergrund hat die Planungsverwaltung jetzt die Initiative ergriffen, die innerstädtische Verkehrsplanung einmal grundsätzlich zu überdenken. Zumal parallel auch in der Politik immer häufiger andiskutiert wird, wie langfristig die Abkehr vom motorisierten Individualverkehr in Hagen gelingen kann, wie Räume für Radfahrer und ÖPNV geschaffen und alternative Mobilitätssysteme etabliert werden könnten. (…)

Quelle: wp.de

Dazu weitere Details:

Visionen diktieren Verkehrspolitik der nächsten 30 Jahre

Der mächtige, ungeliebte Beton-Koloss aus der Ära von Stadtbaurat Herbert Böhme aus dem Jahr 1968 würde von kaum einem Hagener vermisst. Die Hochbrücke in ­Altenhagen, die auch durch die „Ebene 2“-Kunst sich nicht wirklich in ein Schmuckstück verwandelt hat, beleidigt die Augen der meisten Betrachter und lässt die Anwohner in ihrem Schatten in relativer Dunkelheit leben. Aus heutiger Sicht gilt die B 54 zwischen Kegelcasino und Eckeseyer Straße als kapitale Bausünde, die man niemals erneut so errichten würde. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Nicht etwa die Einsicht, jahrzehntelang eine völlig falsche Verkehrspolitik betrieben zu haben, bringt jetzt (möglicherweise) die Wende, sondern die Tatsache, dass den Protagonisten dieser Politik jetzt buchstäblich der Beton unter dem Hintern wegzubröckeln droht und das Geld für den Wiederaufbau fehlt.

Taxen dürfen wieder durch die Kampstraße fahren

29. Juni 2017

Außerhalb der Ladenöffnungszeiten dürfen Taxen wieder die Kampstraße nutzen. Das hat die Bezirksvertretung Mitte für eine Testphase entschieden. (…)

Quelle: wp.de

Hagener Straßenbahn weist bestes Ergebnis seit 27 Jahren aus

24. Juni 2017

Die Hagener Versorgungs- und Verkehrs-Gesellschaft konnte ihr gutes Ergebnis gegenüber dem Vorjahr noch einmal verbessern. Das Unternehmen, zu dem unter anderem die Hagener Straßenbahn sowie Hagenbad gehören, weist für das Jahr 2016 ein Defizit von 14,6 Millionen Euro aus.

Zwar liegt der Fehlbetrag damit in den Büchern höher als 2015. Allerdings hat das mit der Auflösung stiller Reserven im Vorjahr zu tun. „Bei all dem ist zu berücksichtigen, dass auch 2016 keine Dividende des Energieversorgers Enervie geflossen ist“, so Geschäftsführer Christoph Köther. Damit fehlen der HVG 7,2 Millionen Euro. Das Minus falle um 4,5 Millionen Euro geringer aus als geplant. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Kein Bus fährt kostendeckend. Wird der Fahrplan zusammengestrichen, verringert sich also automatisch das Defizit.

Radwege-Planung stockt noch

19. Juni 2017

Es wäre sicherlich verfrüht, von einem Fehlstart zu sprechen. Gleichwohl hätte sich so mancher Hohenlimburger Kommunalpolitiker gewünscht, dass die Mitarbeiter des federführenden Dortmunder Büros zum Start der Planungen des Hagener Radverkehrskonzeptes etwas kräftiger in die Pedalen getreten hätten. Denn ein wesentlicher Bestandteil dieses Konzeptes ist der Lückenschluss des Radweges zwischen Letmathe und der Hohenlimburger Innenstadt. Diesen erhofft sich die Hohenlimburger Bezirksvertretung seit vielen Jahren. (…)

Quelle: wp.de

Rauf aufs Fahrrad und mitgemacht

15. Juni 2017

Hagen nimmt wieder am „Stadtradeln“ teil

Rauf auf die Fahrräder, in die Pedalen treten und Kilometer machen. Aufgrund der erfolgreichen Teilnahme in den vergangenen beiden Jahren, beteiligt sich die Stadt Hagen vom 24. Juni bis 14. Juli wieder an der Klimaschutz-Kampagne „Stadtradeln“. Die Kampagne wird vom Klima-Bündnis, dem größten kommunalen Netzwerk zum Schutz des Weltklimas, bundesweit koordiniert.

Am Samstag, 24. Juni, findet auf dem Friedrich-Ebert-Platz ab 11 Uhr der jährliche Hagener Umwelttag statt, bei dem auch der Startschuss zum „Stadtradeln“ fällt. Bei dieser Kampagne sollen bundesweit Kommunalpolitiker, Bürger, Schulen, Vereine und Unternehmen beruflich wie privat drei Wochen am Stück in Teams um die Wette radeln und so für den Klimaschutz sowie für eine vermehrte Radverkehrsförderung in ihrer Heimatkommune möglichst viele Radkilometer sammeln. In 2016 erradelten die Teilnehmer in Hagen circa 29.000 Kilometer und vermieden rund 4.100 Kilogramm Kohlendioxid.

Im Online-Radelkalender, einer internetbasierten Datenbank auf der Kampagnenwebsite, können sich die Teams und Radler registrieren und die geradelten Kilometer eintragen. Neben dem Online-Radelkalender können auch über eine App die Kilometer für das eigene Team gutgeschrieben werden. Mehr Infos dazu unter http://www.stadtradeln.de. Gesucht werden Deutschlands fahrradaktive Kommunen und Kommunalparlamente sowie die fleißigsten Teams und Radler in den Kommunen selbst.

Die Auftaktveranstaltung zum „Stadtradeln“ startet gegen 12 Uhr mit Ankunft der Teilnehmer einer Sternfahrt und wird mit einem zusätzlichen Rahmenprogramm begleitet, wie beispielsweise einem Rikscha-Transport-Angebot, verschiedenen Bühnenauftritten und vielen weiteren Aktionen und Angeboten zum Thema Fahrrad.

Die Stadt Hagen ruft alle Kommunalpolitiker (das kann ja nur ironisch gemeint sein) sowie Bürgerinnen und Bürger auf, teilzunehmen und so ein deutliches Zeichen für mehr Radverkehr und für den Klimaschutz zu setzen.

Fragen zur Aktion und zur möglichen eigenen Teilnahme beantworten vom Umweltamt der Stadt Hagen Michael Aust (Telefon 02331/207-2392, E-Mail michael.aust@stadt-hagen.de) oder Petra Leng (Telefon 02331/207-3161, E-Mail petra.leng@stadt-hagen.de).

Neuer Fahrplan der Hagener Straßenbahn

10. Juni 2017

Am Sonntag, 11. Juni 2017, ist der diesjährige Fahrplanwechsel in Hagen und Herdecke. Es gibt einige Fahrzeit- und Fahrplanoptimierungen, wodurch es auf diversen Linien zu Fahrzeitverschiebungen im Minutenbereich kommt. In Herdecke kommt es im Bereich des Bahnhofs zu veränderten Linienführungen.

An Samstagen werden auf den Linien 510, 513, 519, 520, 528, 541 und 542 in der Zeit von ca. 17 Uhr bis 19 Uhr zusätzliche Fahrten angeboten, wodurch der 30-Minuten-Takt auf einigen Abschnitten länger aufrechterhalten wird.

Die Änderungen im Einzelnen: Hagener Straßenbahn AG

Immer weniger Jugendliche haben Bock aufs Autofahren

24. Mai 2017

Kein Bock auf Auto fahren: Immer weniger Jugendliche in Deutschland machen den Führerschein. Im Vergleich zu 2008 klafft heute in den Fahrschulen NRWs eine Lücke von rund 26 000 Anwärtern – das entspricht in etwa der Bevölkerung des sauerländischen Städtchens Schmallenberg.

Eine Entwicklung, die auch Hagen zu spüren bekommt: „2016 gab es nur noch knapp 1900 Volljährige, die als Anwärter für einen Pkw-Führerschein in Frage kamen. Vor sechs Jahren waren es noch knapp 2400“, zitiert Fahrlehrer Ulf Schwebke aus der Statistik des Straßenverkehrsamtes. (…)

Quelle: wp.de

Dazu passend:

„Führerschein? Unnötig!“

Der Führerschein, ein eigenes Auto – ist das nicht der Traum von der ganz großen Freiheit? Nö, meinen immer mehr 18-Jährige. Zu teuer, zu schmutzig, zu lästig. Besonders in Großstädten haben Jugendliche kaum mehr Lust auf den Führerschein. Nur noch jeder Fünfte legt kurz vor dem 18. Geburtstag die Fahrprüfung ab. (…)

Quelle: Spiegel online

Anmerkung: So langsam scheint ein Umdenken weg vom PS-Kult einzusetzen. In Hagen allerdings behindert durch ein mangelndes ÖPNV-Angebot. Früher war das auch einmal ein Thema für die hiesigen „Grünen“, die heute lieber anerkennend Straßenbaustellen besichtigen.

Studie – Hagen ist fahrradunfreundlichste Stadt Deutschlands

20. Mai 2017

Es ist ein erschreckendes Ergebnis: Nach dem Hagen etliche Jahre beim großen Fahrradfreundlichkeits-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) auf den hinteren Plätzen landete, kommt es diesmal noch schlechter. Hagen ist laut Studie 2016, an der 120 000 Radfahrer teilnahmen, die fahrradunfreundlichste Stadt Deutschlands.

Unter den Städten der Größenordnung zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern landet Hagen auf dem letzten Rang mit einer Gesamtnote von 4,72. Doch auch im Vergleich mit allen anderen Städten anderer Größenordnungen ist das die schlechteste Note, die in ganz Deutschland vergeben wurde. (…)

Quelle: wp.de

Fahrraddiebstahl: Hagen schneidet gut ab

18. Mai 2017

Hagen gehört zu den sichersten Städten in Sachen Fahrraddiebstahl in Deutschland. Die Ruhrgebietsstadt landet im 100-Städte-Ranking der Fahrraddiebstahl-Hochburgen des Vergleichsportals billiger.de auf dem drittletzten Platz.

Nur Solingen (Platz 99) und Remscheid (Platz 100) weisen ein geringeres Diebstahlrisiko auf. Für Hagen ermittelten die Statistiker im Jahr 2016 insgesamt 106 Diebstähle pro 100.000 Einwohner – in der Diebstahlhochburg Münster waren es 1.721.

Im unteren Drittel landeten auch Bochum (Platz 88), Herne (85), Oberhausen (83), Gelsenkirchen (80), Mülheim (77), Essen (69), Dortmund (65) und Hamm (64)

In den Monaten Mai bis August gehen nach Angaben des Vergleichsportals 44 Prozent aller Fahrraddiebstähle in Deutschland „über die Bühne“. Im Jahr 2016 waren es insgesamt 332.486 gestohlene Fahrräder. Allein 203.446 davon entfallen auf die 160 untersuchten Städte und Landkreise.

Hagener sind mit Busnetz zufrieden – mit Radwegen nicht

19. April 2017

Das Bürgerbarometer liefert klare Ergebnisse: Das Hagener Busnetz wird von vielen Bürgern gelobt, Hagens Fahrradunfreundlichkeit bemängelt. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Befragung weist erhebliche methodische Mängel auf. Wie soll beispielsweise ein notorischer Autofahrer wissen, wie die Qualität des ÖPNV zu beurteilen ist? Man hätte dazu ebenso gut die Bevölkerung von Uganda befragen können. Oder ermittelt der Lehrstuhl für Marketing & Handel der Universität Duisburg-Essen, dessen Forschungsstelle die Befragung konzpiert hat, die Kundenzufriedenheit von beispielsweise IKEA-Kunden, indem sie die Käufer bei Ostermann interviewt?

Und: Kein Fiebig-Artikel ohne Unstimmigkeit, das scheint sich zum running gag der WPWR-Redaktion zu entwickeln. Hier behauptet der begnadete Schreiber: „40 Prozent der Befragten sind mit dem ÖPNV zufrieden, 36 Prozent können ihn nicht richtig beurteilen.“

Das dazu gehörige Diagramm besagt allerdings etwas anderes:

Danach antworteten 20 Personen „weiß nicht“. Bei 400 Befragten entspricht das einer Quote von 5 Prozent. Selbst wenn man die hinzurechnet, die keine Angabe gemacht haben, kommt man nur auf 6,75 Prozent.

Kaum zu glauben: Bereits nach 20 Jahren setzt die Hagener Straßenverkehrsbehörde geltendes Recht um

19. April 2017

von Michael Schröder (ADFC Hagen)

Die WP berichtete in der gestrigen Printausgabe*, dass Ampeln in der Stadt wegen der Radfahrer umgestellt werden müssten und es zu längeren Rotphasen käme. Grund sei eine neue Änderung in der Straßenverkehrsordnung. Verschwiegen wird, dass diese Änderung bereits aus dem Jahr 1997 stammt und in diesem Jahr ihr 20jähriges Jubiläum feiert.

Die Nationalsozialisten hatten im Dritten Reich die allgemeine Radwegebenutzungspflicht für Radfahrer eingeführt. Danach war es verboten, die Fahrbahn zu nutzen, wenn es daneben einen Radweg gab. Dieses sollte die geplante Massenmotorisierung unterstützen und für von Radfahrern befreite Fahrbahnen sorgen.

Im Jahr 1997 gab es dann endlich, durch die Novelle der StVO, eine Änderung dieser Regelung. Es wurden erstmals in der StVO Qualitätskriterien, wie Regel- und Mindestbreiten für Radwege eingeführt oder dass Radwege frei von Hindernissen sein müssen, wenn eine Benutzungspflicht angeordnet werden soll. Auch gab es einen neuen Absatz, der Einschränkungen der Verkehrsteilnehmer, also auch der Radfahrer, nur erlaubt, wenn es auf der Straße eine erhöhte Gefahrenlage gibt, die das normale Maß erheblich überschreitet. Dieses betrifft auch die Radwegbenutzungspflicht, die seit dem nur noch durch die entsprechenden blauen Radwegschilder angeordnet werden darf, wenn auch die, in der StVO vorgeschriebenen Anforderungen, erfüllt sind.

Die Straßenverkehrsbehörden hatten eine Frist bis zum 01.10.1998, um die Rechtmäßigkeit der Benutzungspflicht ihrer örtlichen Radwege zu überprüfen. Bei fehlendem Erfordernis oder bei mangelhaften Qualitätskriterien musste die Benutzungspflicht entfallen und die blauen Radwegschilder sollten abgeschraubt werden.

Da ist es doch erfreulich, dass die Hagener Verwaltung jetzt, wenn auch mit mehrjähriger Verspätung, diesen Verpflichtungen nachkommt.

Die WP berichtete auch, dass es jetzt durch längere Räumzeiten für Radfahrer, die Abgasbelastung vor den Ampeln steigt. Ampeln werden allerdings dort benötigt, wo massenhaft Kfz-Verkehr auftritt. Radfahrer und Fußgänger brauchten eigentlich gar keine Ampeln. Sie werden aber durch diese, für sie nachteilige Schaltungen inklusiv sehr kurzer Grünphasen stark behindert. Eine andere Tatsache wird wohl auch gerne übersehen: Die giftigen Abgase kommen immer noch aus dem Auspuff der Autos.

* Auch online verfügbar: Grünphasen in Hagen werden verkürzt

Wegen der Radfahrer zeigen Hagens Ampeln jetzt länger rot

8. April 2017

Weil Radfahrer auf Straßen sicherer unterwegs sind als auf Radwegen, werden jetzt Ampeln umprogrammiert. Das hat Folgen für den Verkehrsfluss. (…)

Quelle: wp.de

Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr und Bogestra kooperieren

8. April 2017

Die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER), die auch in Hagen einige Buslinien betreibt, und das Bochumer Nahverkehrsunternehmen Bogestra wollen in Zukunft stärker kooperieren. Der Kreistag in Schwelm stimmte jetzt einem Verkauf von bis zu 30 Prozent der VER-Anteile an die Bogestra zu. Die Beteiligung ist eine Alternative zum ursprünglichen Plan, eine gemeinsame Tochtergesellschaft zu gründen.

Die Kooperation ist ein wichtiger Schritt, um die so genannte Direktvergabe der ÖPNV-Leistungen im Ennepe-Ruhr-Kreis auch in Zukunft sicherzustellen. Hohe Pensionsrückstellungen und vor allem die daraus resultierenden hohen Zuschüsse der öffentlichen Hand an die VER gefährden die Direktvergabe für das Jahr 2019.

Nach EU-Richtlinien dürfen Verkehrsbetriebe nur bis zu einer gewissen Obergrenze bezuschusst werden. Diese wurde zuletzt überschritten. Drohende Folge: Eine europaweite Ausschreibung der Buslinien mit wenig Chancen für die VER.

Neue Nahverkehrs-App bietet mehr Service für Kunden

6. April 2017

Eine einfachere Bedienung und mehr Funktionen hat die neue App des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und der Verkehrsunternehmen. Das Programm bietet eine schnellere und komfortablere Fahrplanauskunft sowie einen leichteren digitalen Ticketkauf.

Weitere Service-Angebote sind die Pendlerfunktion, bei der die Nutzer bevorzugte Verbindungen an verschiedenen Wochentagen festlegen können, und eine Live-Auskunft zu Störungen und Behinderungen. Die App steht ab dem 7. April zum Download bereit.

Infos: www.vrr.de

GRÜNES Team zum Stadtradeln angemeldet

5. April 2017

Die Grünen Hagen haben sich als Team für Hagen beim Stadtradeln 2017 angemeldet. Die Radkampagne findet vom 24.06. – 14.07.2017 statt. Mit ihrer Teilnahme stärken sie diese Aktion zum Klimaschutz. Gleichzeitig erhoffen sie vom Stadtradeln neue Impulse für verbesserte Radverkehrsmöglichkeiten in Hagen.

Beim Wettbewerb STADTRADELN geht es um Spaß am und beim Fahrradfahren, aber vor allem darum, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Achtzig Prozent der Haushalte in Deutschland besitzen ein Fahrrad, trotzdem liegt der Anteil aller Wege, die in Deutschland geradelt werden, durchschnittlich bei nur 10 %. Rund 82 % der Deutschen sind der Meinung, dass sich Entscheidungsträger*innen auf kommunaler Ebene stärker mit dem Thema Radverkehrsförderung beschäftigen sollten. Dabei sprechen sich die Befragten u.a. für den Bau von mehr Radwegen (63 %) und mehr Fahrradabstellanlagen (47 %) aus.

Etwa 7,5 Millionen Tonnen CO2 ließen sich vermeiden, wenn zirka 30 Prozent der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Innenstädten mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren werden.

Dazu erklärt Kreisverbandssprecher Rolf L. Willaredt:

„Hagen hat bekanntlich seit vielen Jahren sehr schlechte Luftwerte. Daher ist für uns ein Umstieg auf das Rad für kürzere Wegstrecken besonders wichtig. Aber es geht uns auch darum, mehr Kommunalpolitiker*innen aufs Fahrrad zu setzen, damit sie sich ein persönliches Bild von der Fahrradinfrastruktur machen können und künftig verstärkt daran mitarbeiten, sie zu verbessern.“

Wir GRÜNE haben uns bereits als Team für das Stadtradeln angemeldet und hoffen, dass viele Bürger*innen und Kommunalpolitiker*innen die Aktion unterstützen.

Informationen zur Aktion und Möglichkeiten zur Anmeldung sind zu finden unter: www.stadtradeln.de/home/

Ruhrtalradweg zwischen Hengsteysee und Westhofen freigegeben

2. April 2017

Fünf Jahre war er gesperrt. Jetzt ist der Ruhrtalradweg zwischen Hengsteysee und Westhofen freigegeben. Aber es gibt auch reichlich Kritik. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wäre es eine Straße, hätte es nie so lange gedauert. Wetten?

Grüne: Eigennutz zählt

15. März 2017

Rainer Preuß, Ratsmitglied der Hagener Grünen, ist sauer auf die Bahn. Die will während der Oster- und Sommerferien wegen Bauarbeiten den IC- und ICE-Verkehr vom Hagener Hauptbahnhof einstellen.

Das ist ärgerlich. Andererseits wird der Bahn zu Recht seit Jahren vorgehalten, wegen des politisch vorgegebenen Börsengangplans Reparaturmaßnahmen systematisch verschoben zu haben. Jetzt ist offenbar so viel Not am Mann, dass massiv investiert werden muss.

Von einem „Grünen“ hätte man vor einigen Jahren noch eine differenzierte Stellungnahme erwartet. Ein Plädoyer für einen öffentlichen Personenverkehr vielleicht, und durchaus verbunden mit einer Kritik an mangelnden Investitionen sowie kundenfeindlichen Aktionen der Betreiber. Inzwischen bleibt nur noch der persönliche Nachteil, der kritisiert wird. Preuß kann seine Netzkarte nicht voll ausschöpfen.

Das darf man zu Recht kritisieren. Nur – hat man von Preuß mal irgendetwas Kritisches zum Zustand des öffentlichen Personennahverkehrs in Hagen gehört? Nein. Der Mann sitzt im Stadtrat und ist Mitglied der Grünen. Das ist das Problem.

Denn die Hagener Grünen haben sich aus der verkehrspolitischen Debatte schon vor Jahren abgemeldet. Die Zuschüsse zur Hagener Straßenbahn AG werden gekürzt – ok. Anschlüsse zur S-Bahn funktionieren nicht – egal. Luftbelastung durch motorisierten Individualverkehr – na schaun wir mal. Sonst kommt da nichts aus den grünen Reihen.

Bleibt nur der – selbst innerhalb der eigenen Partei umstrittene – Preuß. Wo es ans eigene Interesse geht, mobilisiert er auf einmal die Labermedien: WPWR und die Quasselnachrichten der WDR-Lokalzeit. Eigennutz zählt, sonst ist da nur heiße Luft.

Grünphasen zu kurz für alte und behinderte Menschen

11. März 2017

Die Stadtverwaltung lehnt die Forderung nach einer Verlängerung der Grünphasen an Ampeln ab. Auch Hilfstechniken werden nicht eingeführt. (…)

„Wir halten die Notwendigkeit von Grünzeitverlängerungen für Fußgänger an keiner Ampel für erforderlich“, so Jörg Winkler, Leiter der Verkehrsplanung im Rathaus. (…) Veränderungen zugunsten von Fußgängern könnten den Verkehrsfluss nachhaltig beeinträchtigen.

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Gesellschaft altert? Kein Thema. Stattdessen wird das „Ehrenamt“ hochgehalten, am besten kontrolliert durch die (von der Stadt organisierte) „Freiwilligenzentrale“. Erleichterungen im Alltag für ältere Menschen sind da nicht mehr notwendig.

Die Luft wird mit Abgasen und Feinstaub belastet? Egal. Dafür werden neue Straßen und Parkhäuser gebaut, die nur noch mehr motorisierten Individualverkehr anziehen. Dessen Reduzierung wird erst gar nicht ins Auge gefasst.

Verkehrsplaner Winkler drückt es ganz unverholen aus: Die Oma mit dem Rollator soll doch gefälligst auf die nächste Grünphase warten, damit der Pkw-Verkehr ungestört rollen kann: „Dann ist sichergestellt, dass man es über die Fahrbahn schafft.“ Im Gegensatz zum „Verkehrsfluss“, der nicht „beinträchtigt“ werden darf, kann der Fußgänger ruhig warten.

Jeder Ansatz der Umsteuerung weg vom nicht mehr zu bewältigenden Autoverkehr in dieser Stadt wird von den einschlägigen Lobbygruppen sabotiert und diskreditiert. Ein funktionsfähiger öffentlicher Personennahverkehr ist diesen Verhinderern einer besseren Zukunft der Stadt ein Dorn im Auge (siehe: Feindbild Bus) genauso wie bessere Bedingungen für Fußgänger. Oder für den Radverkehr. Durch die momentane Berichterstattung sollte man sich nicht täuschen lassen.

Leserbriefschreiber Helmut Isken trifft in derselben Ausgabe daher den Nagel auf den Kopf (online versteckt unter waz.de):

Grauenhaft und gefährlich

Seit mehr als 50 Jahren wurden lediglich große Schneisen in die Stadt geschlagen, um noch mehr Platz für Autos zu schaffen. Getreu dem Motto: Die Straße gehört dem Autofahrer, Radfahrer gehören in die Gosse! Inzwischen gibt es im Rathaus ein zaghaftes Umdenken. Offensichtlich aber nur deshalb, weil die Straßen mit parkenden Autos vollgestopft sind und die Autoschlange inzwischen an ihrem Schwanz erstickt. (…)

Hochmoderne Radboxen für Hagen

9. März 2017

Ausgerechnet die Straßenbahn AG soll Betreiber werden

Die Nutzung des Fahrrads und die damit verbundene Radverkehrsplanung wird in Hagen in den kommenden Jahren deutlich stärker in den Fokus gerückt.

An den Bahnhöfen Heubing, Hohenlimburg und Vorhalle sowie am Hagener Hauptbahnhof werden insgesamt 34 hochmoderne und elektronisch verschließbare Radboxen errichtet. Pendler können so ihr Fahrrad diebstahlsicher und witterungsgeschützt abstellen und die Boxen zukünftig über eine App oder eine Internetseite reservieren und buchen.

Das Hagener Vorhaben ist ein Teilprojekt eines Verbundvorhabens mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und insgesamt 15 weiteren Kommunen, die gemeinsam mit einem Beitrag am Wettbewerb teilgenommen haben. Die Stadt Hagen erhält für ihr Vorhaben rund 180.000 Euro an Fördermitteln aus dem Wettbewerb und stellt rund 20.000 Euro an Eigenmitteln für die Errichtung der Boxen zur Verfügung.

Alle Abstellanlagen werden mit einem elektronischen Schließsystem und entsprechendem Hintergrundsystem mit einer Verbindung zu einer Reservierungs-App oder Webseite ausgestattet.

Der Haken an der Sache: Ausgerechnet die Hagener Straßenbahn, die schon beim Busverkehr nicht gerade die beste Figur abgibt, soll für die Fahrradboxen als Betreiber auftreten, also sich sowohl um die Funktionsfähigkeit der Fahrradboxen kümmern als auch die Nutzer beraten und betreuen.

Die OB-Etage jubiliert natürlich: Damit stärke die Straßenbahn ihre Position als „Mobilitätsdienstleister“. Auch als Anbieter von Carsharing hatte sich das städtische Verkehrsunternehmen bereits einmal versucht und war kläglich gescheitert.

Neun Vorschläge für mehr Fahrradfreundlichkeit

9. März 2017

Wo hakt es? Wo gibt es gut funktionierende Radstrecken in Hagen. Die Ortsgruppe des ADFC nimmt das Stadtgebiet in den Blick und macht Vorschläge. (…)

Quelle: wp.de

Radverkehr – Verbesserungen nur zu Lasten des Autoverkehrs

8. März 2017

Ist ein Neudenken beim Radverkehr und im öffentlichen Nahverkehr nur schöne Rederei oder ist es am Ende wirklich gesellschaftlich gewollt in Hagen? „Das wird sich jetzt bald alles zeigen“, sagt Jörg Winkler, der Verkehrsplaner der Stadt. In den kommenden Tagen flattert eine ausführliche Befragung in die Briefkästen von 6800 Hagener Haushalten. Zudem steht die Verwaltung kurz vor der Beauftragung eines Planungsbüros, das aufzeigen soll, wie Hagen fahrradfreundlicher werden kann. Der Verzicht auf bestehenden Auto-Verkehrsraum zugunsten von Radfahrern steht zur Diskussion. (…)

Wie viele und welche Personen in Hagen welches Verkehrsmittel und aus welchem Grund benutzen, ist der Stadt unbekannt. Das soll sich jetzt ändern. Bus- und Bahnangebot sollen optimiert werden. (…)

Die Ortsgruppe Hagen des Allgemeinem Deutschen Fahrradclubs hört das alles gern, vernimmt es aber auch mit größter Skepsis. „Wir glauben nicht, dass das Thema Radfahren tatsächlich schon richtig in den Köpfen der Verwaltung verankert ist“, sagt Ortsgruppen-Mitglied Peter Matthias. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Beim Thema ÖPNV laufen sich die ewigen Verweigerer und Verhinderer bereits warm, siehe: Feindbild Bus

Haushaltsbefragung: Wie mobil ist Hagen?

7. März 2017

Wie mobil ist Hagen? Mit einer erstmals durchgeführten umfassenden Haushaltsbefragung möchte die Stadt Hagen als Aufgabenträger des öffentlichen Personennahverkehrs die täglichen Wege der Bürgerinnen und Bürger innerhalb der Stadt besser kennenlernen und bei der Neuaufstellung des Nahverkehrsplans berücksichtigen.

Neben den grundlegenden, gesetzlich vorgegebenen Inhalten des Nahverkehrsplans bildet die nachfrageorientierte Optimierung des Bus- und Bahnangebotes einen zentralen Schwerpunkt. Fahren die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Hagen täglich mit dem Auto zum Einkaufen oder nehmen sie hierzu lieber das Fahrrad? Benutzen sie den öffentlichen Nahverkehr auf ihren Arbeitswegen oder laufen sie eventuell zu Fuß zum Büro? Wie viele und welche Personengruppen aktuell welches Verkehrsmittel aus welchem Grund benutzen, ist der Stadt unbekannt. Das soll sich ändern.

Um aktuelle Erkenntnisse über das Verkehrsverhalten der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt zu gewinnen, wird die Befragung bei zufällig ausgewählten Haushalten durchgeführt. Die Stadt Hagen bittet rund 6.800 Haushalte Auskunft darüber zu geben, welches Verkehrsmittel sie wählen, um von einem Ort zum anderen zu gelangen.

Eine Stadt mit Lebens- und Bewegungsqualität zeichnet sich auch durch optimale Bedingungen für die Nahmobilität aus, weshalb der Rad- und Fußverkehr ebenfalls einen wichtigen Stellenwert in der Befragung einnimmt. Darüber hinaus wird die Meinung der Hagener Bürger zu dem Thema ÖPNV abgefragt – was ist gut, was ist schlecht, wo gibt es konkret Verbesserungsbedarf im Stadtgebiet?

Die Befragung wird durchgeführt vom Büro StadtVerkehr – Planungsgesellschaft mbH & Co. KG, einem Stadt- und Verkehrsplanungsbüro aus Hilden. Aus den Ergebnissen über das Verkehrsverhalten der Befragten sollen mögliche Optimierungsmaßnahmen im Bereich der Verkehrsplanung abgeleitet werden. Die ausgewählten Haushalte bekommen in nächster Zeit Unterlagen zugestellt und werden gebeten, an der Befragung teilzunehmen.

Die Stadt hofft auf eine hohe Teilnahmebereitschaft der im Zufallsprinzip ausgewählten Haushalte. Neben den Fragen zu speziellen Themen der Mobilität werden übliche Standardfragen gestellt, wie sie bereits mehrfach bundesweit von renommierten Institutionen verwendet wurden. Das sichert auch die spätere Vergleichbarkeit der Daten.

Diplomingenieur Jean-Marc Stuhm, Geschäftsführer der Büro StadtVerkehr Planungsgesellschaft mbH & Co. KG, rechnet damit, dass nach zeitiger Rücksendung der ausgefüllten Unterlagen seitens der Bürger, schon im Sommer dieses Jahres erste Ergebnisse der Befragung vorliegen können.

Feindbild Bus

4. März 2017

FDP polemisiert gegen ÖPNV

Die Freien Demokraten sind vor allem in einer Hinsicht frei: Sie sind weitgehend frei von Unterstützung durch die Wähler. Bei den Kommunalwahlen 2014 landeten sie abgeschlagen auf Platz 7, noch hinter der AfD.

Mit 2.400 Wählern oder 3,6 % der abgegebenen Stimmen und damit zwei Sitzen im Rat reichte es noch nicht einmal zur Bildung einer Fraktion. Die wurde erst möglich, nachdem ein Mitglied der SPD zu den Liberalen überlief. Umso mehr pumpt sich die Splittergruppe auf, die zur Allianz des Grauens gehört, der Unterstützergemeinschaft des Hagener Oberbürgermeisters Erik O. Schulz.

Als das neueste Feindbild dieser Gruppierung scheint sich der öffentliche Personennahverkehr in der Stadt herauszukristallisieren. Seit wegen permanenter Schadstoffbelastung Fahrverbote näher rücken, droht aus Sicht der FDP offenbar die Zwangskollektivierung des Verkehrs.

Um eine Verbesserung des abgewirtschafteten Busverkehrs zu verhindern, wird das Kostenargument vorgeschoben. So in der letzten Sitzung des Mobilitätsausschusses, dem ein Antrag für die Neuaufstellung des Hagener Nahverkehrsplans vorlag.

Mit den Inhalten hielt sich der Ausschussvertreter der Liberalen, Alexander Plahr, laut Protokoll erst gar nicht auf, sondern versuchte sofort, über den Hebel „Mehrkosten“ jegliche auch nur ansatzweise Optimierung des ÖPNV abzublocken.

Das Sitzungsprotokoll vermerkt dazu Plahrs Position: „Der vorliegende Antrag würde den Beschluss des Rates insoweit modifizieren, als dass jetzt auch ein Szenario mit zusätzlichen Kosten geprüft werden solle. Der Antrag begrenze diese zusätzlichen Kosten nicht auf Fremdfinanzierung, sondern sagt aus, dass durchaus aus dem Stadtsäckel zusätzliches Geld fließen könnte. Aus diesem Grund könne die FDP diesen Antrag nicht mittragen. Eine Verbesserung des ÖPNV in Hagen sei zwar erwünscht, allerdings nicht mit zusätzlichen Kosten.“

Der (nur mit Überläufer-Glück) als FDP-Fraktionsvorsitzender agieren dürfende Claus Thielmann legte in einer Pressemitteilung nach. Die „konsequente Sparpolitik der Allianz“ (gemeint ist die Kürzungsorgie der vergangenen Jahre) werde „von der Opposition wenig gewürdigt und vielmehr als Startsignal für neue Ausgaben in verschiedenen Bereichen begriffen, so zuletzt mit der Forderung nach umfangreichen Mehrausgaben beim städtischen Nahverkehr“.

Getoppt wird die Argumentationskette dieses politischen Zwergenaufstands vom FDP-Vertreter im Mobilitätsausschuss, der gemäß Protokoll meinte, das Argument, dass ein optimierter Busverkehr ein Fahrverbot in der Innenstadt verhindern würde, könne er nicht teilen. Hier sei vielmehr die technologische Entwicklung der Fahrzeuge gefragt.

Wie sich diese „technologische Entwicklung“ konkret gestaltet, ist seit dem Dieselskandal hinlänglich bekannt: durch Betrug. Das scheint den Juristen Plahr aber nicht zu stören.

Leasing-Fahrräder für Mitarbeiter der Stadtverwaltung

3. März 2017

Mitarbeiter der Stadt sollen Fahrräder leasen und die Kosten von der Steuer absetzen dürfen. Doch rechtliche Bedenken widersprechen dem Vorhaben. (…)

Bestrebungen, die Stadt Hagen fahrradfreundlicher zu gestalten, gibt es schon lange. So hat der Stadtrat die Verwaltung unlängst beauftragt, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten. Denn dass die Infrastruktur für Fahrradfahrer ausgebaut werden muss, ist unumstritten. Jahr für Jahr schneidet die Stadt in der Fahrrad-Freundlichkeitsstudie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs miserabel ab, wird in schöner Regelmäßigkeit zu den fahrradunfreundlichsten Kommunen Deutschlands gezählt. Es fehlt an Fahrradwegen, Fahrbahnmarkierungen und Aufladestationen für E-Bikes. (…)

Quelle: wp.de

Dazu ein Kommentar von Michael Schröder, ADFC Hagen:

Geisterfahrende Radler in der Rathausstraße

geisterradler-wpwrDas große Aufmacherfoto in der Printausgabe zum WP/WR-Artikel „Mitarbeiter sollen mit dem Rad kommen“ zeigt, wie es besser nicht gemacht werden sollte: Fahren entgegengesetzt zur Fahrtrichtung, auch gerne als Geisterradeln bezeichnet. Nach dem Bußgeldkatalog kostet das 20 € , mit Gefährdung sogar 30 €. Auch wenn es sich nur um ein Fotoshooting handelt, so sollte auf so etwas doch geachtet werden.

Es zeigt jedoch mal wieder deutlich, wie wenig ernsthaft mit dem Thema Radverkehr in Hagen umgegangen wird. Geisterradeln ist keinesfalls ein Kavaliersdilekt, sondern hochgefährlich. Dieses Verhalten stellt eine der Hauptunfallursachen für Radfahrer dar, bei denen die Radfahrer selbst auch die Unfallverursacher sind.

Schlimm in dem Zusammenhang ist auch, dass die städtische Verkehrsplanung leichtfertig linksseitige Rad- und Gehwege verpflichtend für Radfahrer im gesamten Stadtgebiet ausschildert. Auch das legale Geisterradeln ist nämlich sehr gefährlich. So haben Untersuchungen gezeigt, dass die Unfallgefahr auf linksseitigen Radwegen um das Zwölffache steigt.

Ob das Fahrradleasingangebot überhaupt an den Start geht ist fraglich, denn findige Stadtjuristen haben herausgefunden, dass die sogenannte Barlohnumwandlung bei städtischen Mitarbeitern nicht möglich sei. Dabei würde ein Teil des vertraglichen Entgeldes nicht in bar, sondern als Sachbezug für den Zeitraum der Überlassung des Leasingrades geleistet. Durch die Umwandlung entsteht ein steuerlicher Vorteil, der die Gehaltsumwandlung attraktiv für Arbeitgeber und Arbeitnehmer macht.

Der städtische Umwelt- und Radfahrplan endet dann auch schnell bei den Dienstwagen. Laut WP soll es zwar weiterhin Dienstwagen für höhere Angestellte geben, jedoch keine Dienstfahrräder. Der Grund: Die Wartung der Fahrräder sei dann Sache der Stadt. Was kostet nochmal die Wartung bei BMW und Audi?

Hagen ist in den Oster- und Sommerferien ohne ICE-Anschluss

16. Februar 2017

Hagen wird in den Oster- und Sommerferien nicht von ICE- und IC-Zügen angefahren. Grund sind Bauarbeiten in Wuppertal. (…)

Nicht nur der Fernverkehr ist betroffen, sondern auch der Regional- und S-Bahn-Verkehr, der durch Hagen fährt.

RE 4 (Dortmund – Aachen): Wer in Hagen einsteigt oder nach Hagen fahren will, muss zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Düsseldorf-Hauptbahnhof auf den Schienenersatzverkehr mit Schnellbussen im 60-Minuten-Takt wechseln.

RE 7 (Rheine/Münster – Krefeld): Ausfälle zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Solingen; Schienenersatzverkehr mit Schnellbussen im 30-Minuten-Takt.

RE 13 (Hamm – Mönchengladbach/Venlo): Ausfälle zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Düsseldorf-Hbf; Schienenersatzverkehr mit Schnellbussen im 60-Minuten-Takt.

S 8 (Hagen – Mönchengladbach): Ausfall Wuppertal-Oberbarmen bis Düsseldorf-Gerresheim; Ersatz durch Schienenersatzverkehr im gewohnten Zugtakt (20- bzw. 30- Minuten-Takt) zwischen Oberbarmen und Düsseldorf-Gerresheim. (…)

Quelle: wp.de

Stadt Hagen will ihre Fahrradfreundlichkeit verbessern

14. Januar 2017

Hagen gilt als eine der fahrradunfreundlichsten Städte in ganz Deutschland. Das soll anders werden, die Stadt gibt ein Konzept in Auftrag. (…)

Quelle: wp.de

VRR: Neue Preise ab Januar 2017

29. Dezember 2016

Zum 1. Januar 2017 werden die Ticketpreise im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) um durchschnittlich 2,3 Prozent angehoben. Diese bereits im Sommer 2016 durch den VRR-Verwaltungsrat beschlossene Preiserhöhung hat eine Laufzeit von zwölf Monaten.

Aufgrund dieser Anpassung werden die Kunden gebeten, ihre im Jahr 2016 erworbenen Bartickets entweder bis zum 31. März 2017 abzufahren oder bis zum 31. Dezember 2019 in den KundenCentern der Verkehrsunternehmen gegen Tickets mit neuem Preisstand umzutauschen.

Preistabelle: Alle Preise ab 1. Jan. 2017 (pdf)

Mögliches Diesel-Verbot erst nach Urteil

25. Dezember 2016

Kommt das Diesel-Fahrverbot auf dem Märkischen Ring doch schneller als gedacht, weil die Stadt dafür eigene Regeln aufstellen darf? Experten der Bezirksregierung hatten das Diesel-Fahrverbot der Stadt Hagen bereits als Option empfohlen, damit die Ziele des Luftreinhalteplans erreicht werden. Und das Bundesumweltministerium will offensichtlich im Januar einen Gesetzentwurf vorlegen, der Städten hierzu eine Rechtsgrundlage bieten soll. (…)

Quelle: wp.de

Politik setzt sich für mehr Busse auf Hagener Straßen ein

19. Dezember 2016

Neues Jahr, neue Ansätze: In der ersten Sitzung des Rates 2017 soll es in einem Antrag darum gehen, welche Auswirkungen es auf den Verkehr in der Stadt hat, wenn mehr Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fließt. „Ich denke, dass wir alle Fraktionen unter einen Hut kriegen“, sagt Hans-Georg Panzer, Vorsitzender des Umweltausschusses.

In diesem Gremium war die Diskussion jüngst aufgepoppt, als wieder einmal der Luftreinhalteplan auf der Tagesordnung stand. Eine der Maßnahmen, die die zu hohen Schadstoffe in der Innenstadt reduzieren sollen, ist die Steigerung der Attraktivität des ÖPNV. (…)

Dass ein attraktiver ÖPNV durchaus Effekte nach sich zieht, ist für Professor Heiner Monheim, Mitinhaber des Raumkom-Instituts für Raumentwicklung und Kommunikation, klar. Der Verkehrs-Experte tritt für einen radikalen Ansatz ein: fünfmal mehr Haltestellen und ein Zehn-Minuten-Takt bis in die Wohnquartiere hinein. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: In seinem Kommentar zur möglichen Ausweitung des ÖPNV („Radikal aber richtig“) stellt WPWR-Redakteur Jens Stubbe zutreffend fest: „Dafür ist ein radikaler Ansatz der richtige. Nur wer so denkt, kann etwas bewegen. Wenn am Ende des Prozesses steht, dass eine Linie hinzukommt oder am Abend einzelne Linien länger verkehren, ist nichts erreicht.“

Ob aber die Überschrift des Artikels („Politik setzt sich für mehr Busse auf Hagener Straßen ein“) den Fakten entspricht, darf zum jetzigen Zeitpunkt arg bezweifelt werden. Hat diese Politik doch in den letzten Jahren die Mittel für den ÖPNV stark zusammengestrichen.

So schon im Dezember 2007 um 2 Millionen Euro pro Jahr. Dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst – also mit den Stimmen von SPD und GRÜNEN, die nun laut WPWR-Artikel eine Wende einleiten wollen. Weitere 2 Millionen Euro wurden ein Jahr später weggekürzt. Diesmal lehnten die GRÜNEN die Vorlage ab, aber die SPD votierte wiederum mit Ja.

Wenn Prof. Monheim konstatiert, es sei „für eine Kommune wie Hagen wesentlich teurer, ein viel zu großes Straßennetz zu unterhalten, in dem Autos Vorrang gewährt wird, als den ÖPNV auszubauen“, lässt sich diese These aufgrund der entstehenden Kosten leicht nachvollziehen.

Jedes Jahr werden in Hagen für Straßen und Parkplätze etwa 53 Millionen Euro aufgewandt, davon belasten 36 Millionen Euro Eigenmittel unmittelbar den städtischen Haushalt. Würde dieser Ansatz nur um 10 Prozent reduziert und zu Gunsten des ÖPNV umgeschichtet, könnte beim Busangebot zumindest der Zustand von 2007 wiederhergestellt werden.

Das wäre aber bestenfalls ein Anfang. Für eine wirkliche Verkehrswende – das hat Jens Stubbe völlig richtig beschrieben – sind dagegen weitaus radikalere Maßnahmen nötig, um der Überflutung der Stadt mit dem motorisierten Individualverkehr Einhalt zu gebieten.

Einige Vorschläge kamen zum Wochenende aus dem Bundesumweltministerium: Strecken- und gebietsbezogene Verkehrsbeschränkungen, zum Beispiel nur Einfahrt in belastete Gebiete wahlweise mit geraden oder ungeraden Endziffern auf den Nummernschildern.

Dazu: Interview mit Prof. Heiner Monheim:

monheimWPWR, 17.12.2016. Leider nicht online verfügbar, für eine größere Darstellung aufs Bild klicken.


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