Archive for the ‘06 Hagen mobil’ Category

Zu Fuß unterwegs in der Wohnumgebung

19. Mai 2019

Studentin befragt die Bewohner in Hagen-Emst und Hagen-Wehringhausen

Eine Hagener Studentin an der Hochschule für Gesundheit in Bochum im Studiengang „Gesundheit und Sozialraum“ schreibt Ihre Bachelorarbeit zum Thema „Zu Fuß gehen in Ihrer Wohnumgebung“. Und da diese Frage am besten die Bewohner selbst beantworten können, werden beispielhaft die der beiden Hagener Stadtteile Hagen-Emst und Hagen-Wehringhausen befragt.

Dabei geht es darum: „Wie gut können Sie zu Fuß in Ihrer Wohnumgebung gehen? Und welche Ziele in Ihrer Wohnumgebung erreichen Sie gut und gerne zu Fuß und welche nicht? Und welche Gründe gibt es dafür? Gibt es ausreichend Bürgersteige? Sind diese breit genug? Werden diese gut in Stand gehalten?“

Die Idee dahinter ist, dass die Umwelt um das Zuhause dazu beiträgt, dass man mehr oder weniger zu Fuß geht. Das Gehen im Alltag und in der Freizeit (z.B. ein Spaziergang) wiederum trägt als eine Art der Bewegung zur Gesundheit bei.

Es wird eine digitale Befragung mit einem Fragebogen durchgeführt. Die Befragung ist ANONYM. Der Fragebogen kann mit dem Smart-Phone, dem Tablet oder dem PC ausgefüllt werden. Die Befragung beginnt am 20.5.2019 und dauert 4 Wochen.

Der Fragebogen ist unter folgendem Link, der gerne geteilt werden darf, abrufbar:

https://ee.kobotoolbox.org/::uZYJmQsh

Röspel: Bahn muss ICE-Verbindungen wieder anbieten

17. Mai 2019

Wegen der leidigen Einschränkungen und Probleme bei der Hagener Fernverkehrs-Anbindung steht der Hagener SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel nach eigenen Angaben seit Jahren in einem „regem und sehr kritischen“ Austausch mit dem Vorstand der Deutschen Bahn AG.

„Das Fass zum Überlaufen“ habe schließlich der Ausfall des ICE-Halts für die Züge von und nach Berlin gebracht während der angekündigten Baumaßnahmen rund um Bielefeld bis Oktober. „Die von der Bahn versprochenen Umsteige-Ersatzverbindungen funktionierten nämlich in den ersten Tagen nicht oder nur mit erheblicher Verspätung“, berichtet Röspel aus eigener leidvoller Erfahrung.

Der Konzernbevollmächtigte für NRW, Werner Lübberink, habe in einem ausführlichen Antwortschreiben an ihn um Verständnis dafür geworben, dass die baustellenbedingten Einschränkungen für Hagen und die Region unvermeidlich seien, sagt Röspel. Nur durch den Entfall von Halten in Hagen und Hamm seien die Fahrzeitverluste im Fernverkehr zu kompensieren gewesen – jede andere Entscheidung hätte zur Folge gehabt, dass nur noch eine bedeutend geringere Zahl von Nah- und Fernverkehrszügen den Engpass passieren können und somit noch mehr Reisende betroffen gewesen wären.

Weitere Probleme seien schon jetzt im nächsten Frühjahr auf der ICE-Strecke Hamburg-Frankfurt absehbar, wenn die Züge nach Süden wegen Bahndammarbeiten zwischen Münster und Lünen bis Spätsommer 2020 nicht in Hagen halten.

Der Bahnsprecher habe ihm versichert, Hagen sei ein wichtiger Fernverkehrshalt und in der langfristigen Fahrplankonzeption mit Direktverbindungen, nicht nur nach Berlin, sondern auch nach Hamburg und Süddeutschland fest verankert.

„Ich werde die Bahn und ihren Vorstand auf die Zusage festnageln, nach Abschluss der Bauarbeiten für Hagen und für die gesamte Region Rhein-Ruhr die gewohnten Verbindungen wieder anzubieten“, verspricht Röspel. Dabei rechne er mit der Unterstützung der Lokalpolitik und der regionalen Wirtschaft und ermuntert auch Bahnreisende, dem DB-Vorstand bei Verspätungen und Zugausfällen zu schreiben, um die Bedeutung klar zu machen.

ÖPNV: Der Apparat kommt in die Hufe

8. Mai 2019

Verbesserungen im Busverkehr geplant – schon ab Dezember

Dichtere und leicht merkbare Takte, Nachtverkehr erst zu einem späteren Zeitpunkt, besseres Angebot an Sonn- und Feiertagen – das sind die Kernpunkte des neuen Hagener ÖPNV-Konzepts, das zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 realisiert werden soll.

So sieht es jedenfalls die Planung von Stadtverwaltung und Hagener Straßenbahn AG vor, die ab sofort den politischen Gremien der Stadt vorgestellt wird. Endgültig entscheiden wird am 23. Mai der Rat.

Neben den genannten Kernpunkten werden auch die Einführung eines Integralen Taktfahrplans innerhalb des Kernnetzes sowie verbesserte Anschlüsse an den Schienenpersonennahverkehr, insbesondere auch im Spätverkehr, angekündigt. Konkrete Aussagen hierzu liegen allerdings bisher nicht vor.

Auffallend ist das Tempo, mit dem das Nahverkehrskonzept entwickelt wurde. Man sieht also: Ist der Druck erst groß genug – drohende Strafzahlungen wegen Überschreitung von Schadstoffgrenzen und daraus folgende Einschränkungen für Pkws – kommt der Apparat in die Hufe. Sofern das Konzept nicht noch mit Sperrfeuer aus Politik oder Kämmerei wieder atomisiert wird, dürfen die Bürger zum ersten Mal seit dem Beginn der Kürzungsorgien vor fast eineinhalb Jahrzehnten mit einer substanziellen Verbesserung des Nahverkehrsangebots in der Stadt rechnen.

Bereits zum „kleinen Fahrplanwechsel“ am 9. Juni 2019 sind in einer ersten Stufe die Einführung eines festen 10-Minuten-Takts zwischen Stadtmitte und Haspe sowie eine Ausweitung des Spät- und Nachtverkehrs vorgesehen (DOPPELWACHOLDER.DE berichtete). Im Dezember sollen dann „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden.

Die Eckpfeiler dieses Maßnahmenkonzepts stellen nach Angabe der Beschlussvorlage die Vertaktungen von mehreren abschnittsweise parallel verlaufenden Linien auf Hauptstrecken dar. Je nach Bedeutung und Nachfrage werden Taktfolgen von 10 oder 15 Minuten eingerichtet. Folgende Streckenabschnitte sind dabei berücksichtigt:

  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Haspe – Westerbauer (10‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Altenhagen – Loxbaum – Boele (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Höing – Loxbaum – Boele – Kabel (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Markt – Eilpe (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Remberg (10‘-Takt)
  • Hauptbahnhof – Innenstadt – Eilpe – Eilperfeld  (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Kuhlerkamp (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Buschey – Haspe (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Lange Str. – Haspe (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Landgericht – Tondernstraße – Halden (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Landgericht – Elsey – Hohenlimburg (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Stadthalle – Emst (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Altenhagen – Vorhalle (15‘-Takt)
  • Innenstadt – Hauptbahnhof – Eckesey – Herdecke (15‘-Takt)

Die Takte werden jeweils zur Hauptverkehrszeit (HVZ) gefahren. Diese erstreckt sich von Montag bis Freitag von 6:00 bis 19:00 Uhr und an Samstagen von 9:00 bis 19:00 Uhr.

Anhand der Kundenresonanz wird das Angebot im Spätverkehr (nach 20:00 Uhr) als unzureichend angesehen. Hier erweist sich der frühe Einsatz des NachtExpress-Netzes (ab 21:00 Uhr) als Hemmnis bei der Nutzung des ÖPNV und zudem die Reduzierung des Angebots lediglich auf einen Stundentakt.

Hier ist im neuen Konzept vorgesehen, an den Wochentagen Montag bis Donnerstag die Linien des Tagnetzes auf den meisten Strecken mindestens im 30‘-Takt bis etwa 22:00 Uhr verkehren zu lassen. Durch Überlagerung entsteht zum Teil ein dichterer Takt. Um 22:30 Uhr und 23:30 Uhr erfolgt die Bedienung im Stadtgebiet, und auf einigen Linien darüber hinaus, ab Stadtmitte auf den Routen der NachtExpress-Linien.

Freitags und samstags verkehren die Taglinien ebenfalls bis ca. 22:00 Uhr im 30‘-Takt und im Anschluss daran die NE-Linien ausgehend von Stadtmitte stündlich ab 22:30 bis 1:30 Uhr.

An Sonn- und Feiertagen sollen die Taglinien ab 7:00 Uhr verkehren und sich auf den Hauptachsen zwischen 9:00 bis 12:00 Uhr zu einem 30‘-Takt ergänzen, in der Zeit von 12:00 bis 19:00 Uhr dann zu einem 15‘-Takt. Im Spätverkehr entspricht das Angebot an Sonntagen nahezu dem an Wochentagen Montag bis Donnerstag.

Im Schneckentempo

4. Mai 2019

Busspuren auf der Körnerstraße gewinnen langsam Kontur

Seit langem ist die Einrichtung von separaten Busspuren auf der Körnerstraße zur Beschleunigung des Personennahverkehrs in der Diskussion. Jetzt scheint nach Jahren langsam Bewegung in die Sache zu kommen. Betrachtet man das Schneckentempo, mit dem selbst eine so kleine Maßnahme ihren Verlauf nimmt, lässt sich leicht ausmalen, wie sich einschneidendere Operationen zum Klimaschutz, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Verkehrswende hinziehen werden.

Nachdem Anfang April ein Ortstermin mit großem Gefolge stattfand – beteiligt waren Vertreter der Bezirksvertretung Mitte, des Ausschusses für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität, des Arbeitskreises ÖPNV und der Herr Bezirksbürgermeister – liegt jetzt ein Beschlussvorschlag der Verwaltung vor.

Demnach wurde zunächst grundsätzlich festgehalten, dass diese Maßnahme ausschließlich der Busbeschleunigung dient. Entsprechend soll nun keine Kombinationsspur mit dem Radverkehr eingerichtet werden, sondern explizit eine Bussonderspur markiert und beschildert werden.

Dadurch entfallen alle dargestellten Maßnahmen für den Radverkehr. Diese Entscheidung erscheint auch vertretbar, da mit der Trasse entlang der Volme eine gute Verbindungsmöglichkeit zur Innenstadt gegeben ist und eine Hauptverbindungsachse Innenstadt-Bahnhof über die  Bahnhofsstraße geplant ist.

In Fahrtrichtung Innenstadt wird daher an der Kreuzung Körnerstraße/ Hindenburgstraße/ Gerberstraße eine Abbiegemöglichkeit in die Gerberstraße geplant.

Der Umbau bzw. die Verlängerung der Bushaltestelle gegenüber der Agentur für Arbeit bleibt wie bisher geplant Bestandteil der Baumaßnahme. Hier ist es auch möglich, ein Wartehäuschen mit Sitzgelegenheiten zu installieren.

Ebenso werden zur Vermeidung von Rückstauerscheinungen im Kreuzungsbereich Körnerstraße/ Hindenburgstraße/ Gerberstraße die geplanten Verkehrsbeziehungsbeschränkungen als sinnvoll erachtet und sollen so umgesetzt werden.

Im Bereich zwischen der Graben- und Neumarktstraße in Höhe Körnerstraße Hausnummer soll eine Mittelinsel als Überquerungsstelle eingerichtet werden. Diese Überschreithilfe dient quasi als Ersatz für die fehlende nördliche Fußgängerfurt an der Lichtsignalanlage Neumarktstraße/Körnerstraße. Da mehr als zwei Fahrspuren zu überqueren sind, kann die Ausbildung nicht umfassend barrierefrei erfolgen, sondern nur „rollstuhlgerecht“ mit entsprechenden Absenkungen. Auf taktile Elemente muss verzichtet werden.

In Fahrtrichtung Innenstadt existiert vor Haus Nr. 43 ein ca. 25 m langer Parkstreifen für knapp 4 Fahrzeuge – dieser wird für den Busverkehr als sehr „hinderlich“ angesehen, zumal die Parkflächen eng sind und nur mühsam ein- und ausgeparkt werden kann. Hierdurch entstehen oftmals Konflikte mit vorbeifahrenden Bussen. Daher soll diese Fläche als Motorrad- und Fahrradparkfläche genutzt werden. Entsprechend werden einige Anlehnbügeln installiert, die gleichzeitig das Beparken mit PKW verhindern.

Vor der Karl-Marx-Straße/ Springmannstraße soll (zunächst) die Maßnahme enden.

Eine Prüfung, in wie weit und mit welchem Aufwand eine Busführung bis zum Sparkassenkarree auf separaten Trassen (volksparkseitig) möglich ist, erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt, wird aber als Beschlussfassung aufgenommen.

Pläne (noch mit jetzt entfallender Radbenutzung): Graf-von-Galen-Ring bis Neumarktstraße und Neumarktstraße bis Sparkasse (pdf)

Links funktionieren nicht mehr, es geht nur noch so zu den Plänen:
https://www.hagen.de → Politik & Verwaltung → Stadtpolitik → Bürgerinformationssystem → Sitzungen/Kalender → 08.05.2019 → Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität → TOP Ö 6.6 VO → Anlagen: Markierungsplan Blatt 1 + Markierungsplan Blatt 2

Deutscher Städtetag: Kommunen sollen finanzielle Instrumente zur Verkehrslenkung erproben können

27. April 2019

Zur Debatte um eine City-Maut in deutschen Städten sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa):

„Wir wollen als Städtetag keine flächendeckenden neuen Abgaben für Verkehrsteilnehmer in den Städten einführen. Aber wir plädieren ausdrücklich dafür, einzelnen Städten die Möglichkeit zu geben, finanzielle Maßnahmen zu erproben, um den Verkehrsfluss in bestimmten Zonen zu lenken.

Die Städte müssen selbst diskutieren und entscheiden, welche Instrumente zur Verkehrslenkung vor Ort sinnvoll eingesetzt werden können. Denkbar wäre beispielsweise eine City-Maut oder Nahverkehrsabgaben in einzelnen Städten zu erproben, die dies wünschen. Auch Bürgertickets für den ÖPNV kommen für diese Versuche in Betracht.

Solche Instrumente könnten dabei helfen, den Verkehr flüssiger zu machen und schädliche Umwelteinwirkungen durch Abgase zu reduzieren. Die Einnahmen sollten zweckgebunden für den ÖPNV bzw. die Förderung von nachhaltiger Mobilität verwendet werden.

Für den Erfolg solcher Instrumente sind ein leistungsstarker und attraktiver ÖPNV und ein gut ausgebautes Radwegenetz unabdingbar, die zum Umstieg vom Auto auf alternative Angebote motivieren.“

Bessere Vertaktung – Mehr NachtExpresse

26. April 2019

Die wichtigsten Neuerungen zum Fahrplanwechsel am 9. Juni

Es ist ein erster kleiner Schritt zu einem besseren Nahverkehrsangebot in Hagen: Wie es lange Jahre üblich war, wird eine der zentralen Trassen wieder vertaktet. Und an Werktagen gibt es mehr Abendverbindungen.

Auf dem Abschnitt Innenstadt – Haspe über die L700 (direkte Route) werden die Linien 510, 511 und 542 in beiden Richtungen zu den Hauptverkehrszeiten montags bis samstags tagsüber gemeinsam einen 10-Minuten-Takt bilden. Da die Linie 542 weiterhin alle 15 Minuten fährt, wird die Wagenfolge teilweise sogar auf einen 5-Minuten-Takt verdichtet. Die Linie 511 wird in Haspe nicht mehr über die Preußerstraße, sondern über die Berliner Straße geführt.

Zur Verbesserung des Abendangebots werden einige NachtExpresslinien von montags bis samstags um zusätzliche Fahrten ergänzt und somit zwischen 21:00 Uhr und 22:30 Uhr auf vielen Abschnitten auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet. Insbesondere der Bereich Hohenlimburg/Hasselbach/Elsey profitiert von diesen Änderungen und erhält künftig auch abends eine schnelle Anbindung über die Autobahn.

Des Weiteren wird dem Wunsch vieler Kunden nachgekommen, die derzeit an der Haltestelle „Stadtmitte“ verknüpften NE-Linien als eine durchgängige Linie zu bezeichnen. Dadurch bleiben zwar die meisten Linienwege unverändert, jedoch bekommen einige NachtExpresse eine neue Linienbezeichnung.

Detailierte Informationen mit Links zu den neuen Fahrplantabellen und einer Übersichtskarte der NE-Linien auf der Homepage der Hagener Straßenbahn AG.

Buslinie 594 fährt ab Sommer häufiger

15. April 2019

Die Linie 594 wird demnächst an Sonn- und Feiertagen häufiger unterwegs sein. Momentan fährt die Buslinie, die den Hagener Hauptbahnhof über Boele, Garenfeld und Westhofen mit Schwerte verbindet, an Sonn- und Feiertagen nur im 90-Minuten-Takt. Ab Sommer soll sie im 60-Minuten-Takt und damit stündlich verkehren.

Das bestätigte der Betreiber der Linie, die Busverkehr Rheinland GmbH (BVR), am Freitag den Ruhr-Nachrichten. Weiter berichtet das Blatt, die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Schwerte habe sich lange für eine Verbesserung auf dieser Linie eingesetzt.

Ende März hatte auch der Hagener Mobilitätsausschuss den Rat mit einem Beschluss aufgefordert, bei der BVR den stündlichen Takt an Sonn- und Feiertagen zu bestellen. Das hat sich jetzt erübrigt: Andere waren schneller.

Hagen hält die Stellung – ganz hinten

10. April 2019

Wieder ein miserables Ergebnis beim Radklimatest des ADFC

Hagen bleibt eine der unfreundlichsten Städte für Radfahrer. Wie schon 2016 reichte es beim Radklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nur für Platz 40 von 41 Städten in der Kategorie 100.000 bis 200.000 Einwohner.

170.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich 2018 bundesweit an der Umfrage beteiligt – das sind 40 Prozent mehr als 2016. In Hagen waren es 327 Teilnehmer, die ihre Bewertung abgaben und der Stadt die Schulnote 4,7 verpassten.

Als Hauptkritikpunkte wurden genannt, Radfahren bedeute in Hagen Stress und man werde als Radfahrer nicht ernst genommen. Es werde kaum etwas für den Radverkehr getan, dafür aber großzügig geduldet, wenn Autofahrer auf Radwegen parkten. 78 Prozent (Schulnoten 5 und 6) gaben an, sich als Radfahrer gefährdet zu fühlen und 71 Prozent bemängelten, man werde auf der Fahrbahn bedrängt und behindert.

Positiv fiel nur ins Gewicht, dass es in Hagen so wenige Fahrraddiebstähle gäbe. Aber das ist wirklich kein Wunder in einer Stadt, in der das Radfahren so unattraktiv gemacht wird.

Das Datenblatt zu Hagen (pdf)

Siehe auch:

Schlechte Noten für Hagen beim Fahrradklimatest

Quelle: WDR (Video)

 

Neue ICE-Schnellfahrstrecke stärkt auch Hauptbahnhof Hagen

20. März 2019

Bundesregierung will Strecke Bielefeld – Hannover für Tempo 300 ausbauen. (…)

Die Planung hat Folgen für Hagen, denn der Ausbau ermöglicht einen Halbstundentakt zwischen Köln und Berlin, zudem würde sich die Fahrtzeit für diese Strecke auf unter vier Stunden verringern. Der Halbstundentakt stärkt die Wupperstrecke mit Halt in Hagen: Einmal stündlich würde ein Zug von Köln durch das Ruhrgebiet nach Berlin fahren, einmal über Wuppertal und Hagen. Der Fahrtzeitgewinn – aktuell benötigen die Züge 4 Stunden 40 Minuten – mache Überlegungen zu einem City-Sprinter, der unter anderen nicht in Hagen halten würde, hinfällig, betont Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn. (…)

Quelle: wp.de

ICE hält bis Oktober Monate nicht in Hagen

19. März 2019

Fernreisende in Hagen brauchen in den kommenden Monaten etwas stärkere Nerven. Wegen Bauarbeiten an Brücken in Bielefeld, ist Hagen seit Montag (18.03.2019) von den ICE-Direktanbindungen nach Berlin und Köln abgeschnitten. (…)

Die verlorene Zeit müssen die Züge irgendwo wieder einholen, damit der bundesweite Fahrplan nicht komplett durcheinander gerät. In Hagen steigen laut Bahn die wenigsten Fahrgäste ein oder aus. (…)

Quelle: WDR

Alle 15 Minuten vom Höing ins Zentrum?

7. Februar 2019

SPD will Park-and-Ride einführen – OB und Kämmerer blocken bereits ab

Die SPD-Fraktion im Hagener Rathaus will möglichst schnell einen ersten Park-and-Ride-Verkehr in der Stadt einführen. Das sieht ein Antrag vor, der in der heutigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses beraten wird.

Vorgesehen ist ein 15-Minuten-Takt montags bis samstags in der Zeit von 6:30 bis 21:00 Uhr zwischen den Parkplätzen an der Sportanlage Ischeland und dem Höing sowie dem Stadtzentrum. Erreicht werden soll damit eine Entlastung der Innenstadt vom motorisierten Individualverkehr.

Die SPD beruft sich dabei auf den Luftreinhalteplan der Stadt, der solche Maßnahmen ausdrücklich vorsieht, um die Belastung durch Autoabgase zu reduzieren: „Die Stadt Hagen erweitert und optimiert das P+R Angebot und vermarktet diese durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.“

Doch die Verwaltungsspitze in Form von Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Stadtkämmerer Christoph Gerbersmann blocken den Vorstoß bereits ab. Es ist die übliche Begründung: Die Kasse ist leer.

Die SPD weist dagegen darauf hin, dass der Luftreinhalteplan nicht eine freiwillige Leistung der Stadt sondern eine Pflichtaufgabe sei. Tatsächlich findet sich in dem (vom Regierungspräsidium genehmigten) Plan ein eindeutiger Satz. Laut Bundesimmissionsschutzgesetz seien „die zuständigen Behörden gesetzlich verpflichtet, die im Luftreinhalteplan festgelegten Maßnahmen durch Anordnungen und sonstige Entscheidungen (z. B. Genehmigungen, Untersagungen, Nebenbestimmungen) durchzusetzen.“

Die SPD warnt vor möglichen Folgen: „Angesichts des laufenden Verwaltungsstreitverfahrens der Umwelthilfe zur Erreichung von Fahrverboten in Hagen ist es dringend erforderlich, dass die Stadt Hagen nachweist, dass sie die im Luftreinhalteplan enthaltenen Maßnahmen auch umsetzt.“

Mehr Platz für Linienbusse

6. Februar 2019

Hagen-Aktiv will Ausweitung von Halteverbotszonen an Bushaltestellen

Die Fraktion Hagen-Aktiv will heute im Umwelt- und Mobilitätsausschuss beantragen, die Verwaltung möge prüfen, wie an Haltestellen der Hagener Straßenbahn AG, an denen Gelenkbusse eingesetzt werden, die geltenden Halteverbotszonen so ausgeweitet werden können, dass ein vollständiges Heranfahren an die Bordsteinkante möglich ist.

Die seit Jahrzehnten gültige Halteverbotszone (15 m vor und hinter einem Haltestellenschild) reiche für Gelenkbusse nicht mehr aus. Seit längerer Zeit könne deshalb an zahlreichen Haltestellen ein für viele Fahrgäste unhaltbarer Zustand festgestellt werden. Besonders betroffen seien dabei Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Personen mit Kinderwagen, mit Rollatoren und mit Rollstühlen.

Nur durch komplettes Heranfahren der Busse an die Gehwegkante sei es diesen Personengruppen möglich, gefahrlos ein- und auszusteigen.

Grüne fordern mehr Einsatz für Radverkehr

5. Februar 2019

Kritik an „unsinnigen Einzelaktionen“

Die Hagener Verwaltung hatte kürzlich sogenannte „Liebesschlösser“ an der Hohenlimburger Kettenbrücke entfernen lassen. Begründung: Diese stellten eine potentielle Verletzungsgefahr für Radfahrer dar. Das wiederum erstaunt die Hagener Grünen.

Kreisverbandssprecher Rolf Willaredt erklärt dazu: „Als Radfahrer*in hat man es schwer in Hagen. An den meisten Straßen gibt es keine Radwege. Da werden Radfahrer*innen von PKWs so eng überholt, dass sie zwangsläufig den Außenspiegeln geparkter Autos gefährlich nah kommen. Wo schmale Schutzstreifen angelegt sind, dürfen diese vom motorisierten Verkehr „bei Bedarf“ mitbenutzt werden. An Engstellen oder vor Kreuzungen enden sie ohnehin.

Selbst Radwege verfügen oft nicht über die angemessen Breite für sicheren Begegnungsverkehr. Dies gilt vor allem, wenn man auch die Nutzung mit behindertengerechten Dreirädern oder Fahrradanhängern bedenkt. Da ist eine 3,70 m breite Brücke, die dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten ist, ein wahrer Segen.

Doch genau dort sorgen sich die Wirtschaftsbetriebe Hagen so sehr um die Sicherheit der Radfahrer*innen, dass sie ohne jegliche Vorankündigung Liebesschlösser entfernen, die 2011 noch mit Wohlwollen gesehen wurden. Wir freuen uns natürlich sehr, dass die WBH die Interessen und Sicherheitsbelange der Radfahrer*innen inzwischen Ernst nimmt. Wir sehen allerdings an anderen Orten der Stadt wesentlich größeren Handlungsbedarf.

Wer wirklich um die Sicherheit von Radfahrer*innen besorgt ist, muss sich im gesamten Stadtgebiet um fahrradfreundliche Verkehrsführungen kümmern und zur Luftreinhaltung beitragen. Daher müssen wir erreichen, dass sich alle zuständigen Stellen und auch die WBH mit noch größerem Elan in die Umsetzung des neuen Radverkehrskonzeptes einbringen und auch in diesem Zusammenhang Interessenvertreter der Radfahrer*innen werden.

OB: Diese Kröte müssen wir schlucken

29. Januar 2019

Einschränkungen im ICE-Verkehr von März bis Oktober „unvermeidlich“

Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Auf Einladung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz fand am gestrigen Montag ein Spitzengespräch mit dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn (DB) für das Land Nordrhein-Westfalen, Werner J. Lübberink, weiteren Bahnvertretern sowie dem Hauptgeschäftsführer der SIHK zu Hagen, Dr. Ralf Geruschkat, im Hagener Rathaus statt.

Vertreter von Fahrgastverbänden waren im Gegensatz zu den Dienstwagenfahrern (mit Chauffeur) anscheinend nicht zu dem Gespräch geladen. Sie werden in der Pressemitteilung der Stadt jedenfalls nicht erwähnt.

Hintergrund waren die angekündigten, baustellenbedingten Einschränkungen im Fernverkehr von und nach Hannover/Berlin und Köln in der Zeit von Mitte März bis Mitte Oktober dieses Jahres. Oberbürgermeister Schulz und Dr. Geruschkat machten gegenüber den Bahnvertretern noch einmal sehr deutlich, welch große Bedeutung eine regelmäßige Hauptstadtverbindung für die Menschen aus Hagen und den Nachbarstädten sowie insbesondere auch für die Belange der Unternehmen in dieser so starken Wirtschaftsregion hat.

Die Berlin-Verbindung ist wahrscheinlich maßlos übertrieben, wichtiger dürfte für die Hagener Pendler die Verbindung in den Raum Köln-Bonn sein. Aber mit Bezug auf die „Hauptstadt“ kann man sich natürlich besser ins Rampenlicht schieben.

Der Konzernbevollmächtigte der Bahn gab die klare Zusage, dass der Haltepunkt Hagen dauerhaft in der ICE-Netzplanung verankert bleiben wird. „Damit“, so Oberbürgermeister Schulz, „ist sichergestellt, dass die Fernverkehrsanbindung unserer Stadt und der gesamten Region auch für die Zukunft langfristig garantiert ist.“

Eine Abkoppelung Hagens vom Fernverkehr hatte allerdings auch nie zur Debatte gestanden und war nur der Phantasie eher bahnferner Funktionäre aus Politik und Wirtschaftsverbänden entsprungen. Im Zielfahrplan 2030plus sind die bestehenden IC/ICE-Linien im Stundentakt weiterhin verankert.

Die von März bis Oktober eintretenden Einschränkungen im Fernverkehr seien nach den nochmaligen, detaillierten Einlassungen der Bahn allerdings unvermeidlich – insbesondere mit Blick auf die engen Taktungen zum Regionalverkehr, lässt das Rathaus verlautbaren. „Diese Kröte“, so Oberbürgermeister Schulz, „werden wir bei allem verständlichen Ärger schlucken müssen.“

Hintergrund des Fernverkehrsausfalls ist eine Brückenbaustelle im Raum Bielefeld. Mit dem Entfall des Stopps in Hagen sollen 2 Minuten aufgeholt werden, dabei gelten für die Bahn überhaupt erst Verzögerungen ab 6 Minuten als Verspätung. Trotzdem will OB Schulz „die Kröte schlucken“.

Wie groß wäre das Geschrei wohl gewesen, hätte Straßen NRW wegen Bauarbeiten die parallel verlaufenden Autobahnen über Monate gesperrt? So ist es „nur“ die Bahn. Da reiht sich OB Schulz gerne in die Brigade der Reptilienverspeiser ein.

Konzeptpapier – So soll Hagens ÖPNV umstruktiert werden

22. Januar 2019

Dass in Hagen das Busnetz weiter ausgebaut und in den Strukturen optimiert werden muss, um erfolgreich die Verkehrswende hinzubekommen, gilt in der Politik als unstrittig. Doch die finanziellen Möglichkeiten der Umsetzung liegen weiterhin im Nebel. Die Hagener Straßenbahn AG hat jetzt der Politik hinter verschlossenen Türen ein Konzeptpapier („Netzvorschlag zur Verbesserung des ÖPNV-Angebotes in Hagen“) vorgelegt, das zwar eine systematische Angebotsausweitung vorsieht, aber auch Mehrkosten von etwa vier Millionen Euro auslöst. Geld, das in der Haushaltsplanung des Kämmerers keine Rolle spielt. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Keine Zeit für Wegducker

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Politik sich bekennen muss, wie ernst sie es mit den gefälligen Lippenbekenntnissen zur angeblich ja so überfälligen Verkehrswende tatsächlich meint.

Wer die Menschen vom privaten Autoverkehr weglocken möchte, kommt an einer konsequenten Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs einfach nicht vorbei. Halbherzige Schritte bleiben da effektfrei. Und das kostet nun mal Geld. Das bislang geltende Credo, dass gewünschte Optimierungen „kostenneutral“ über die Bühne gehen müssten, hat sich überlebt. (…)

Quelle: wp.de

Lkw-Belastung – Jetzt schlägt auch Hagens Süden Alarm

22. Januar 2019

Es werden Masterpläne geschmiedet, und es werden Radverkehrskonzepte erstellt – doch Hagen ächzt im Hier und Jetzt unter der hohen Belastung von Lkw-Verkehren. Vor allem, weil das Stadtgebiet zwischen den Autobahnen 45 und 1 als Abkürzungsstrecke missbraucht wird. Nachdem schon 600 Anwohner des Tückings und Bürger in Boele, am Remberg, an der Fleyer Straße oder an der Feithstraße mehrfach um Hilfe gerufen haben, schlägt jetzt noch ein ganzer Stadtbezirk zusätzlich Alarm: Eilpe und Dahl. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Mit neuen Schildern, wie sie jetzt wieder gefordert werden, ist das Problem nicht zu lösen. Es müssen großflächige Durchfahrverbote her, die aber auch kontrolliert und bei denen Verstöße dagegen konsequent geahndet werden. In der Vergangenheit hat sich die Hagener Politik nur damit hervorgetan, Scheinlösungen wie die berüchtigte Umleitungsstrecke zur Umgehung des hochbelasteten Märkischen Rings in Höhe des Finanzamts zu produzieren.

Letztendlich wird aber nur eine Verlagerung auf die Schiene eine entscheidende Entlastung bringen. Da wäre das Bundesverkehrsministerium gefragt. Das aber wird nur noch als verlängerter Arm der Automobilindustrie wahrgenommen – wie bei der inzwischen jahrelangen Untätigkeit im Betrugsskandal bei Dieselmotoren.

Stress für Fußgänger – Wären diese Ampeln gut für Hagen?

31. Dezember 2018

Der Seniorenbeirat fordert längere Grünphasen für Fußgänger. Eine Bochumer Countdown-Technik soll Sicherheit schaffen – doch die Stadt winkt ab.

Sie bleiben am Ball. Doch dass das mulmige Gefühl, das Hagens Senioren beim Überqueren viel befahrener Kreuzungen haben, technisch beseitigt wird, wird immer unwahrscheinlicher. Seit bald drei Jahren macht sich der Seniorenbeirat der Stadt dafür stark, dass die Grünphasen für Fußgänger im Stadtgebiet verlängert werden. Im Masterplan Mobilität, der die bisherige Dominanz des motorisierten Individualverkehrs aufbrechen und nachhaltigere Fortbewegungsmöglichkeiten schaffen soll, ist den Fußgängern genau eine Seite gewidmet. Dem Seniorenbeirat ist das zu wenig. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Der sogenannte „Masterplan Mobilität“ ist ein reines Alibipapier und das Geld, was er gekostet hat (130.000 Euro) nicht wert.

Wie es der Zufall will, greift just an diesem Wochenende der Stadtsoziologe Richard Sennett das Thema des Seniorenbeirats in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung auf:

„Etwa all die Ampeln, die dir genau 15 Sekunden geben, um eine Straße zu überqueren. Nach diesen 15 Sekunden hatte ich gerade einmal ein Drittel der Strecke geschafft. (…) Kein wirklich alter Mensch kann eine Straße in 15 Sekunden überqueren! (…) Das Problem ist: Die Städte richten sich immer noch nicht nach dem Menschen aus, sondern nach dem Verkehr. Der große Fokus liegt darauf, die Autos in Bewegung zu halten.“

Passend dazu:

Der Mensch ist wichtiger als das Auto

Dass nun einer der mächtigsten Lobbyisten im Land, der ADAC, fordert, Parkplätze zu vergrößern, für die neueren Autos, die höher und breiter als früher sind, macht fassungslos. Straßen und Parkplätze nehmen längst riesige Flächen in Städten ein – jetzt also noch mehr davon? (…)

Wenn Privateigentum öffentlichen Raum zuparkt und verdreckt, ist das eine gesellschaftliche, ja eine Machtfrage. Die Fahrradfahrer, die Fußgänger und der öffentliche Nahverkehr müssen sich diesen Raum zurückerobern. Städte müssen sich radikal wandeln – und zwar schnell. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Und ein Gegenmodell:

So funktioniert eine Stadt ohne Autos

In der spanischen Stadt Pontevedra sind Autos weitgehend aus der Innenstadt verbannt, Fußgänger haben Vorrang.

Das Konzept funktioniert seit fast 20 Jahren. Einzelhändler profitieren davon, dass mehr Menschen vorbeikommen, Kinder wachsen mit mehr Freiheiten auf. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Bahnen und Busse zum Jahreswechsel

26. Dezember 2018

Zusätzliche Züge in der Silvesternacht:

RE 7: Köln – Wuppertal – Hagen – Hamm – Münster im durchgehenden Zweistundentakt zwischen Münster und Wuppertal und einzelnen Durchbindungen bis Köln.

RB 52: Dortmund – Hagen – Lüdenscheid im Zweistundentakt. In Lüdenscheid-Brügge bestehen jeweils Anschlüsse von/zur RB 25 von/nach Meinerzhagen und Gummersbach.

RB 91: Hagen – Iserlohn und Hagen – Siegen jeweils im Zweistundentakt.

Alle Züge sind mit Kundenbetreuern besetzt.

Fahrpläne (pdf)

Busverkehr:

31.12.: Die Busse fahren nach dem Samstagsfahrplan. Die NachtExpress-Abfahrt um 23:32 Uhr ab der Haltestelle „Stadtmitte“ entfällt. An Neujahr nehmen die NachtExpresse um 0:32 Uhr ihre Fahrt wieder auf. Wie in den Vorjahren werden um 2:32 Uhr und 3:32 Uhr noch zwei Extrarunden gefahren.

01.01.2019: die Busse nehmen ab ca. 10:00 Uhr ihre Fahrt nach dem Sonntagsfahrplan auf.

Fahrpläne (pdf)

VRR: Ab Januar höhere Ticketpreise

24. Dezember 2018

Änderungen beim FirmenTicket und neues 4-StundenTicket

Zum 1. Januar 2019 steigen die Ticketpreise im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) um durchschnittlich 1,9 Prozent. Diese bereits im Sommer 2018 durch den VRR-Verwaltungsrat beschlossene Anpassung hat eine Laufzeit von zwölf Monaten. Kunden mit Bartickets aus dem Jahr 2018 werden gebeten, diese entweder bis zum 31. März 2019 abzufahren oder bis zum 31. Dezember 2021 in den KundenCentern der Verkehrsunternehmen gegen Tickets mit neuem Preisstand umzutauschen.

Ebenfalls ab 1. Januar 2019 wird es ein „4-StundenTicket“ geben, mit dem Fahrgäste Bus und Bahn vier Stunden lang beliebig oft nutzen können. Das Angebot eignet sich beispielsweise für Kundinnen und Kunden, die zum Einkaufen in die Stadt fahren oder kurze Ausflüge in die nähere Umgebung machen möchten. Das Ticket gilt in allen Gebieten der Preisstufen A1 und A2 und kostet 4,20 Euro. Es ist als Tarifpilot angelegt und somit zunächst auf einen Zeitraum von zwei Jahren befristet.

Das FirmenTicket ermöglicht Pendlern eine stressfreie und zudem sichere Fahrt zur Arbeitsstelle mit Bus und Bahn. Auch in der Freizeit ist das FirmenTicket die ideale Alternative zum Auto, denn es gilt rund um die Uhr. Bislang galt dafür eine Mindestabnahmemenge von 50 Tickets. Um insbesondere mittelständischen Unternehmen die Nutzung des Angebots zu ermöglichen, wird die Mindestabnahmemenge ab Januar 2019 von 50 auf 30 Tickets gesenkt.

Alle Informationen zu Tickets und zum VRR-Tarif 2019 unter: www.vrr.de/de/tickets/index.html

ÖPNV in Hagen an den Weihnachtstagen

22. Dezember 2018

24.12.: RE-, RB- und S-Bahnen fahren nach dem Samstagsfahrplan.

Die Busse fahren bis ca. 15:30 Uhr nach dem Samstagsfahrplan. Ab ca. 16:00 Uhr wird der Busverkehr ausgedünnt und es fahren stündlich die NachtExpress-Linien. Die letzte Abfahrt ab der Haltestelle „Stadtmitte“ erfolgt um 18:32 Uhr. Gegen 19:30 Uhr endet der Betrieb.

25.12.: RE-, RB- und S-Bahnen fahren nach dem Sonntagsfahrplan.

Die Busse nehmen ab ca. 10:00 Uhr ihre Fahrt nach dem Sonntagsfahrplan auf. Der NachtExpress fährt an diesem Tag letztmalig um 23:32 Uhr ab der Haltestelle „Stadtmitte“.

26.12.: Für alle Verkehrsmittel gilt der normale Sonntagsfahrplan.

Hagener Buslinie 527 rollt wieder auf der bewährten Strecke

12. Dezember 2018

Die im Rahmen der Fahrplanumstellung vollzogene Umstellung der Linienführung für die Busstrecke 527 wird so schnell wie möglich wieder zurückgenommen. Das hat der Hagener Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Das Gremium räumte ein, dass dem ÖPNV-Arbeitskreis, der diese Maßnahme initiiert hatte, offenkundig ein Fehler unterlaufen sei und diese Entscheidung, die der Rat im Juli auf den Weg gebracht hatte, fachlich einfach nicht gut gemacht gewesen sei. Zudem hat die Politik die Hagener Straßenbahn AG aufgefordert, den alten, bewährten Linienweg so schnell wie möglich wieder herzustellen.

Die Bewohner in Altenhagen – vorzugsweise aus dem Drerup-Viertel – fühlten sich zuletzt vom öffentlichen Leben verkehrstechnisch abgeschnitten. Vor allem die kurzen Verbindungen zwischen den Wohnstraßen und den Lebensmittel-Märkten an der Altenhagener Straße, die die Nahversorgung der Menschen sichern, wurden plötzlich zu einer komplizierten Bus-Odyssee, die einschließlich eines Umstiegs über den Hauptbahnhof führten. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Der WPWR-Artikel ist weitestgehend Unsinn. Die 527 rollt nicht „wieder auf der bewährten Strecke“, wie es schon in der Überschrift formuliert ist – der Bus fuhr seit Menschengedenken nie anders. Eine geplante Umstellung kann nicht schon „vollzogen“ und somit auch nicht „wieder zurückgenommen“ worden sein. „Die Politik“ hat daher die Straßenbahn auch nicht „aufgefordert, den alten, bewährten Linienweg so schnell wie möglich wieder herzustellen“. Was noch gar nicht geändert wurde, muss auch nicht wiederhergestellt werden.

Also konnten sich die Bewohner auch nicht „abgeschnitten“ fühlen und zu einer „komplizierten Bus-Odyssee“ gezwungen sehen. Das hätte ihnen erst ab 6. Januar gedroht, wäre die Planung umgesetzt worden. Die ist aber, so wie es aussieht, bereits vom Tisch.

Jedenfalls hat die Hagener Straßenbahn AG den neuen Fahrplan, der ursprünglich ab Januar gelten sollte, bereits wieder von ihrer Homepage entfernt.

(In einer früheren Version dieser Anmerkung fehlten die Hinweise auf die Falschberichterstattung der WPWR. DW bedauert dieses Versäumnis.)

Fahrgäste sollen bis zu 37 Minuten im pausierenden Bus warten

9. Dezember 2018

Proteste gegen die geänderte Linienführung bei der 527 – SPD-Fraktion rudert gegenüber eigenem Votum zurück

Die ersten Vorboten der angeblichen „Verkehrswende“ lassen Schlimmes erwarten. Fahrgäste sollen ab Januar mehr als eine halbe Stunde auf der Stelle verharren – wenn sie nicht gar wegen der Pause des Fahrers die Zeit im Freien verbringen müssen.

Die Hagener Strassenbahn AG will ab 6. Januar 2019 den Weg der Buslinie 527 im Altenhagener Wohnbezirk Ischeland ändern. Statt einer Hin- und Rückfahrt von der Altenhagener Straße soll der Bereich in einer Schleifenfahrt nur noch im Uhrzeigersinn befahren werden.

Stadtauswärts soll die Fahrt nunmehr ab Hagen Hbf wie heute bis zur Haltestelle Wittekindstraße verlaufen, ab dort weiter im Verlauf der Kinkelstraße bis zum Märkischen Ring und über diesen zur Haltestelle Altenhagener Brücke und weiter bis zum Hbf. Eine direkte Anbindung zum Zentrum von Altenhagen und den dortigen Einkaufsmöglichkeiten an der Altenhagener Straße wäre dann nur noch mit Umsteigen möglich.

Das Umsteigen an der Haltestelle Altenhagener Brücke hat es allerdings in sich: Es müssen – egal ob im oder gegen den Uhrzeigersinn ca. 200 Meter Weg zurückgelegt werden, der über drei bis vier teils sehr fußgängerunfreundliche geschaltete Ampelanlagen führt. So stellen sich die Schaltstellen in Politik und Verwaltung offenbar die groß herausposaunte „Mobilitätswende“ in Hagen vor. Aber es geht noch schlimmer.

Wenn schon eine Schleifenfahrt, dann sollte sie natürlich nonstop erfolgen. Nicht so in Hagen. Nach Angaben der Straßenbahn macht der Bus an der Haltestelle Blumenstraße montags bis samstags tagsüber zwei Minuten Pause, am Samstagabend dürfen die Fahrgäste schon etwa eine Viertelstunde auf eine Weiterfahrt warten. Den Höhepunkt der Planung erwarten Fahrgäste, die sich noch erdreisten, an einem Sonntag die „Leistungen“ dieses Verkehrsbetriebs in Anspruch zu nehmen. Wer dann vom Ischeland zum Hauptbahnhof , ins Stadtzentrum oder sonstwo hin will, darf sich an der Haltestelle Blumenstraße auf einen Stillstand von sage und schreibe 37 Minuten einrichten.

Am Ischeland rührt sich inzwischen Protest gegen diese aberwitzige Planung. In einem Flugblatt merken die Verfasser an: „Wenn so die angepriesene und nutzerfreundliche Umgestaltung des ÖPNV in Hagen beginnt, dann können sich die Nutzer der Hagener Straßenbahn AG warm anziehen und am besten schon mal festes Schuhwerk anschaffen.“

Die vermurkste Planung ist in einem angeblichen „Facharbeitskreis“ entstanden, den der Hagener Rat zur „Verbesserung“ des öffentlichen Personennahverkehrs in Hagen eingesetzt hat. Der hat einige durchaus sinnvolle Vorschläge erarbeitet – aber eben auch Unfug wie im Fall der Linie 527. Gerade dieses Beispiel dokumentiert die in weiten Kreisen der Entscheider grassierende Ahnungslosigkeit, die zu dem seit Jahren herrschenden miserablen Zustand des ÖPNV in Hagen geführt hat.

Das zeigt sich auch an der Entscheidung des Stadtrats, der die Ergebnisse dieses Arbeitskreises am 5. Juli 2018 beschlossen hat. Es seien ja jedem Ratsmitglied die gut 400 Euro Aufwandsentschädigung pro Monat gegönnt – wenn es wenigstens die Beschlussvorlagen lesen würde. Das scheint aber nicht unbedingt so zu sein.

Wie anders ist es möglich, dass das Papier des ÖPNV-Arbeitskreises einstimmig (!) vom Rat beschlossen wurde, aber die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Mitte in der Sitzung am 12. Dezember plötzlich den Antrag stellen wird, die Verwaltung zu beauftragen, auf die Straßenbahn AG einzuwirken, die bisherige Linienführung beizubehalten. Fehlt da die Kommunikation untereinander?

„Es sind Pläne der Hagener Straßenbahn AG bekannt geworden, dass die bisherige Streckenführung (…) geändert werden soll (…)“, heißt es im Antrag der SPD – dabei entstammen die Pläne gar nicht der Straßenbahn, sondern einem Ratsgremium. Die Sozialdemokraten erwecken so den Eindruck, mit dem Ratsbeschluss nichts zu tun zu haben – obwohl sie dort zugestimmt haben.

Die Grünen haben ebenso auf einmal noch Gesprächsbedarf. Für die Sitzung des Arbeitskreises ÖPNV am 19. Dezember erwarten sie „Detailinformationen für die Buslinienführung im Bereich Ischeland“. Auch die Grünen haben im Juli im Rat zugestimmt. Bezeichnenderweise vermerkt das Protokoll an dieser Stelle: „Herr Dr. Preuß führt aus, dass die Politik mit dieser Vorlage selbst etwas gestaltet. Er bedankt sich dafür beim Arbeitskreis.“

„Selbst etwas gestaltet“ – das klingt nach einer Kindersendung, die vor vielen Jahren mal im WDR-Fernsehen lief: „Erzählen, spielen, basteln mit Tante Erika“. Und so sehen eben auch häufig die Ergebnisse aus, die der heimische politische Raum zu produzieren pflegt. Da hilft dann im Zweifel auch der akademische Grad nicht weiter.

Aufschlussreich für die Änderung der Linie 527 ist die Begründung der Straßenbahn AG. Demnach wird die Erschließung des sowieso schon privilegierten Hagener Stadtteils Emst auf Kosten von Altenhagen verbessert: „Durch die Anpassung im Bereich Ischeland wird die Linie 527 auf dem Abschnitt Innenstadt – Wasserloses Tal in Richtung Emst besser mit der Linie 518 vertaktet.“

Also genau dort, wo der Grüne Dr. Preuß residiert – so kann er demnächst besser seinen ICE erreichen.

Verwaltung möchte Ausbau des Lenneradweges vorantreiben

1. Dezember 2018

Jetzt kommt Bewegung in die Planung des Lenneradweges. Die Verwaltung möchte bis 2021 den Ausbau vorantreiben. Eine Stelzenlösung ist angedacht. (…)

Quelle: wp.de

Fahrradklimatest – heute letzte Gelegenheit

30. November 2018

Am heutigen Freitag (30. Nov. 2018) besteht zum letzten mal die Gelegenheit beim diesjährigen Fahrradklimatest des ADFC mitzumachen.

Wer bisher noch nicht mitgemacht hat, kann heute noch die Fragen unter www.fahrradklima-test.de/ beantworten. Mitmachen können alle Hagener Radfahrer und Radfahrerinnen und diejenigen, die gerne Radfahren würden, aber sich, wegen der fahrradfeindlichen Verkehrsverhältnisse in unserer Stadt, nicht trauen.

Update: Radverkehrskonzept

29. November 2018

Der nicht funktionierende Link im Beitrag „Das Radverkehrskonzept für Hagen“ ist wiederhergestellt. Die 206 Seiten Radplanung können jetzt aufgerufen werden.

Das Radverkehrskonzept für Hagen

22. November 2018

Das Konzept gliedert sich in die Abschnitte

  • Allgemeinde Rahmenbedingungen und Zielsetzungen der Radverkehrsförderung,
  • Analyse der allgemeinen Radverkehrsförderung und der bestehenden Radverkehrsinfrastruktur,
  • Definition eines Radverkehrsnetzes für den Alltags- und Freizeitradverkehrs,
  • Ableitung von Maßnahmen in investiven und nicht-investiven Bereichen sowie Empfehlung einer Umsetzungsstrategie.

Insgesamt wird im Konzept die Umsetzung von 81 Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur und 25 Maßnahmen zur allgemeinen Radverkehrsförderung in einem Zeitraum von 10 Jahren empfohlen.

Die Maßnahmen für die Infrastruktur beziehen sich auf den Ausbau eines durchgängigen Radnetzes mit direkten, schnellen, komfortablen, zusammenhängenden, sicheren und oft kreuzungsfreien Radwegen sowie sicher gestalteten Knotenpunkten.

Die Maßnahmen erstrecken sich auf die Kategorien:

  • Herstellen eines straßenverkehrsordnungskonformen Radverkehrsnetzes, das auch den Anforderungen der Empfehlungen für die Anlage von Radverkehrsanlagen (ERA) entspricht
  • Schließen von Netzunterbrechungen im Radverkehrsnetz
  • Beseitigen von Unfallschwerpunkten im Radverkehrsnetz
  • Ausbau des ruhenden Radverkehrs
  • Ausbau und Anbindung des regionalen Radwegenetzes
  • Abbau von Hindernissen und Barrieren
  • Überprüfung der Beleuchtungssituationen

Link: Radverkehrskonzept Stadt Hagen (pdf, 34 MB)

Radkonzept ist da – Umbau der Stadt kostet 19 Millionen Euro

22. November 2018

Das Radverkehrskonzept für die Stadt Hagen liegt vor. Das 206 Seiten starke Werk stellt den Verkehrsraum in Hagen in vielen Punkten in Frage.

Auf diesen 206 Seiten bahnt sich der größte Eingriff der vergangenen 60 Jahre in den Hagener Stadtverkehr an. Das vom Büro „Planungssocietät“ entworfene Radverkehrskonzept für die Stadt Hagen ist nicht nur eine Frage von Kosten und Umverteilungen. In der Umsetzung dieses Maßnahmenpakets wird sich entscheiden, ob Hagen die Verkehrswende wirklich will oder ob es im Status einer Auto-Stadt verharrt. (…)

Quelle: wp.de

E-Lastenrad: Förderung möglich

16. November 2018

Das Umweltamt der Stadt Hagen weist darauf hin, dass das Land NRW – passend zu den Bemühungen um eine nachhaltige Mobilität in Hagen – die Anschaffung von elektrisch betriebenen, fabrikneuen Lastenfahrrädern fördert. Für Hagen greift die Förderung, weil nur Personen in NRW antragsberechtigt sind, die mit Erstwohnsitz in Städten mit NO2-Grenzwertüberschreitung leben.

Diese E-Lastenräder müssen eine Nutzlast von mindestens 70 Kilogramm ohne Fahrer aufweisen und entweder einen verlängerten Radstand besitzen oder Transportmöglichkeiten aufweisen, die unlösbar mit dem Fahrrad verbunden sind und dabei mehr Volumen oder Gewicht aufnehmen können als ein herkömmliches Fahrrad. Dann beträgt die Förderquote 30 Prozent der Ausgaben der Anschaffung bis maximal 1.000 Euro für natürliche Personen, also für private Bürger. Allerdings ist nur ein Lastenrad pro Wohneinheit förderfähig. Dazu muss die antragstellende Person nachweisen, dass sie zum Zeitpunkt der Auszahlung der Zuwendung den Erstwohnsitz im Land Nordrhein-Westfalen haben wird.

Bewilligungsbehörde ist die Bezirksregierung Arnsberg – Abteilung 6 – Bergbau und Energie in NRW – Postfach 10 25 45 in 44025 Dortmund. Antragsvordrucke sind erhältlich auf den Seiten der Bezirksregierung (www.bezregarnsberg.nrw.de) oder unter Telefon 0211/837-1001.

Unternehmen oder auch Vermieter von Gebäuden können sich im Internet bei der Bezirksregierung Arnsberg ebenfalls über die für sie speziellen Förderbedingungen zur Anschaffung eines E-Lastenrades informieren.

Marode Brücke könnte Hagen vom Bahnverkehr abkoppeln

11. November 2018

Die Hagener Fuhrparkbrücke ist dem Abriss geweiht. Eingedrungenes Salzwasser und minderwertiger Stahl lassen eine Sanierung nicht mehr zu. (…)

Sollten sich weitere Risse im Beton andeuten oder Spannglieder aus minderwertigem Stahl ausfallen, kann eine Vollsperrung nicht mehr ausgeschlossen werden. Und zwar nicht bloß für den kompletten Straßenverkehr, sondern auch die Bahnverbindungen darunter. Damit wäre der Hagener Hauptbahnhof vom deutschen Bahnnetz faktisch abgekoppelt. (…)

Quelle: wp.de

Wer darf über Radweg in Hohenlimburg entscheiden?

9. November 2018

Jetzt prüft das Rechtsamt, wer über den umstrittenen Radweg auf der Bundesstraße 7 Stennertstraße/Hohenlimburger Straße entscheiden darf: Der Stadtentwicklungsausschuss oder doch letztlich die Bezirksvertretung (BV) Hohenlimburg. (…)

Quelle: wp.de

Stadt will weiter umstrittenen Radweg in Hohenlimburg

7. November 2018

Protest aus Hohenlimburg bleibt ungehört: Ein Radweg auf der viel befahrenen B 7 soll kommen. Fraglich bleibt, welches Gremium entscheiden darf. (…)

Quelle: wp.de

Radfahren in Hagen: Was passt, was muss sich ändern?

6. November 2018

Klimatest des ADFC

Die letzten schönen Herbsttage locken nochmal aufs Rad – und beim Radfahren tut sich was in Hagen. Neben den neuen innovativen Radboxen, die am Hauptbahnhof sowie den Bahnhöfen Hohenlimburg, Heubing und Vorhalle gebaut wurden, ist auch das Radverkehrskonzept für Hagen fertig gestellt und wird in den nächsten Wochen den politischen Gremien vorgestellt und anschließend veröffentlicht.

Viele aktive Radler nutzten die Chance, ihre Meinungen und Anregungen in die Erstellung des Konzeptes einfließen zu lassen. Und diese Meinung ist jetzt auch beim Klimatest des ADFC wieder gefragt. Wie ist es, mit dem Rad in Hagen unterwegs zu sein und was gilt es zu verbessern? Noch bis Ende dieses Monats können Radfahrerinnen und Radfahrer in ganz Deutschland die Radverkehrsbedingungen in ihren Städten und Gemeinden unter www.fahrradklima-test.de bewerten.

Neben der Onlinebefragung liegen die Fragebögen auch an den Infotheken des Rathauses I und II, in den Stadtbüchereien und im Fahrradfachhandel aus.

ICE – Oberbürgermeister Schulz übt Kritik bei NRW-Bahnchef

6. November 2018

Oberbürgermeister Erik O. Schulz gibt sich nicht damit zufrieden, dass der ICE 2019 in Hagen sieben Monate lang nicht halten soll. (…)

Quelle: wp.de

CDU will Regionalexpress-Halt in Haspe

5. November 2018

Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Haspe will den ehemaligen Bahnhof Hagen-Haspe reaktivieren. Das geht aus einem Antrag für die nächste Sitzung der BV hervor. Die Hasper Christdemokraten schreiben in der Begründung ihres Antrags:

„Da die Regionalbahnen in Hagen (die auch über Haspe fahren) ausschließlich am Hagener Hauptbahnhof halten, bietet sich der Hasper Bahnhof als möglicher weiterer Haltepunkt in Hagen an. Der Hasper Bahnhof liegt zentral im Einzugsbereich vieler Betriebe, so dass durchaus Bedarf für eine entsprechende Entwicklung an dieser Stelle besteht. Sollte die Möglichkeit der Ertüchtigung des Hasper Bahnhofs bestehen, ist in einem weiteren Schritt die Anbindung des ÖPNV Netz in Hagen anzugehen.“

Der Antrag ist sehr zu begrüßen, ist es doch auch nach 30 Jahren S-Bahn-Betrieb auf der anderen Seite des Tales der Hagener Straßenbahn AG nicht gelungen, den Stadtteil vernünftig an den S-Bahnhof Heubing anzubinden.

Aber man merkt dem Vorstoß der CDU auch an, dass der ÖPNV für die Partei immer noch eine fremde Welt ist. Der Standort des ehemaligen Hasper Bahnhofs ist weder an den Busverkehr angeschlossen noch ist ein Anschluss realistisch, da die Linien umgeleitet werden müssten. Das wäre zum einen mit Fahrzeiterhöhungen verbunden, zum anderen mit entsprechend höheren Kosten. Sinnvoller wäre ein Standort zwischen Voerder und Hestertstr., der auch ohne großen Aufwand barrierefrei einzurichten wäre und mit gleich fünf Buslinien verknüpft werden könnte.

Auch eine zweite Idee der Hasper CDU ist eher aus Unkenntnis heraus geboren: Die Einrichtung eines Ersatzhaltes für ICE-Züge an gleicher Stelle. Den begründen die Fraktionäre damit, „dass aufgrund von Widrigkeiten im Hagener Hauptbahnhof die ICE Linien an Hagen vorbei nach Dortmund geleitet werden mussten“. Dies sei „ärgerlich“ und könne in Haspe „dann verhindert werden“.

Offenbar haben die Urheber dieser Idee noch nie einen ICE ab Hagen benutzt, sonst wüssten sie, dass ein ICE, der den Hagener Hauptbahnhof nicht anfahren kann und deshalb umgeleitet wird, auch nicht über Haspe verkehrt.

Luxusprobleme

3. November 2018

von Udo Pfeiffer

Ist es tatsächlich ein „Luxusproblem“, wenn Fahrgäste auf einer der stark genutzten Hauptachsen der Hagener Straßenbahn (von Stadtmitte nach Eilpe) manchmal 10 (bzw. 12) Minuten auf einen Bus warten müssen, wie es ein Mitarbeiter des Verkehrsbetriebs beim letzten Fahrgastforum ausdrückte?

Die Wartezeiten auf der elektronischen Anzeige gehören zu Linien, die alle die gleiche Strecke von der Innnenstadt zum Eilper Denkmal fahren. Der fünfte Bus gehört zur Linie 516 und müsste mit 28 Minuten angezeigt werden, wenn er noch draufpassen würde.

Nun könnte man einwenden, dass diese Situation eine Ausnahme sei und nicht vorhersehbaren Verspätungen geschuldet sei.

Der Fahrplan der Haltestelle Stadtmitte gibt für die Linien, die in der Zeit von 16 bis 17h nach Eilpe fahren, folgende Abfahrtzeiten an:

00 (Linie 512); 03 (519); 08 (510); 12 (SB71); 15 (512); 18 (516); 30 (512); 33 (519); 38 (510); 42 (SB71); 45 (512); 48 (516);

Wie man sieht, gibt es zwei Lücken von jeweils 12 Minuten (Min 18 – 30; Min 48 – 00). Die Linie 84, die nicht zur Hagener Straßenbahn gehört, fährt um 34, hilft also auch nicht, eine der Lücken zu schließen. Dafür fahren dann andere Linien kurz hintereinander.

In der entgegengesetzten Richtung (Eilpe – Stadtmitte) gibt es zwar keine 12-minütigen Lücken, dafür aber vier Lücken von jeweils 9 Minuten.

Bei 12 Bussen, die innerhalb einer Stunde weitgehend die gleiche Strecke fahren, hätte man idealerweise eine Wartezeit von 60:12 = 5 Minuten. Nun lässt sich dieser Idealzustand wohl nicht ohne weiteres erreichen, da es noch viele weitere Bedingungen zu berücksichtigen gibt. Eine gleichmäßigere Verteilung der Abfahrtzeiten wäre aber erstrebenswert.

Für Leute, die viel Zeit haben oder über keine anderen Verkehrsmittel verfügen, mag dies ein Luxusproblem sein. Wenn die Stadt Hagen aber ernsthaft an der Mobilitätswende interessiert ist und mehr Menschen dazu bringen will, mit dem Bus statt dem eigenen PKW in die Stadt zu fahren, ist ein solcher Fahrplan ein Problem.

Man kann nur hoffen, dass sich bei der Hagener Straßenbahn diejenigen durchsetzen, die sich dieser Problematik bewusst sind und an Verbesserungen arbeiten wollen, und nicht die, die das Ganze für ein Luxusproblem halten.

ICE hält 2019 sechs Monate lang nicht in Hagen

30. Oktober 2018

SIHK irritiert über fehlende Kommunikation der Deutschen Bahn

Starke Irritationen löst die geplante weitestgehende Einstellung der ICE-Anbindung Hagens an die Bundeshauptstadt von Mitte März bis Mitte Oktober 2019 bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) aus.

Private Recherchen im Fahrplan der Deutschen Bahn hatten ergeben, dass bis auf eine abendliche Verbindung von Berlin nach Hagen kein ICE auf dieser Strecke in der Volmestadt halten wird. „Am meisten ärgert uns hierbei die fehlende Kommunikation der Bahn. Es kann nicht sein, dass nur zufällig bei dem Versuch, eine Zugverbindung zu buchen, auffällt, dass Hagen als ICE-Halt gestrichen wurde“, zeigt sich SIHK-Geschäftsbereichsleiter Christoph Brünger enttäuscht.

Gerade vor dem Hintergrund der Diskussion um die stündliche ICE-Anbindung in den letzten Monaten hätte den Verantwortlichen bewusst sein müssen, welch große Bedeutung diese Anbindung für die Region hat.

Auch wenn in diesem Falle eine Baustelle der Grund ist und der Ausfall zeitlich befristet, hätte man dieses seitens der Deutschen Bahn frühzeitig mitteilen müssen. „So stellt sich auch die Frage, warum wieder Hagen abgeschnitten wird“, so Brünger. „Außerdem hoffen wir, dass ab Oktober, wie im Fahrplan schon jetzt ersichtlich, die stündliche Anbindung wieder gesichert ist.“

Altes Denken endet tödlich

27. Oktober 2018

Fußgänger sind in den Etagen der Entscheider noch nicht angekommen

Im Mai 2018 wurde an einem Fußgängerüberweg im Hagener Stadtteil Hohenlimburg ein 81jähriger Mann von einem Lkw überfahren und tödlich verletzt. Die in einer Kurve gelegene Kreuzung wird nach Presseberichten von Anwohnern als unübersichtlich beschrieben. Es soll deshalb schon häufiger Beinaheunfälle gegeben haben.

Wie reagiert daraufhin die Stadt Hagen? Sie verändert nicht etwa die Ampelschaltung zum Schutz der Passanten, indem beispielsweise während einer Grünphase für die Fußgänger alle Lichtzeichen für den Kraftfahrzeugverkehr auf Rot gestellt werden. Nein – die Stadt Hagen sperrt den Fußgängerübergang an der Iserlohner Straße/Mühlenbergstraße. „Aus Gründen der Verkehrssicherheit“ hängt sie die Fußgängerampel ab und blockiert den Überweg mit Bügeln und Absperrzäunen.

Die Verkehrssicherheit wurde allerdings nicht von dem Todesopfer oder anderen Fußgängern gefährdet, sondern von einem 40-Tonnen-Lkw. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr die Ideologie der „autogerechten Stadt“ nach wie vor in den Köpfen der Entscheider in Politik und Verwaltung verankert ist, während der Fußverkehr als zu vernachlässigende Größe behandelt wird. Ein altes Denken, das auch tödlich enden kann.

Wer läuft, hat in Deutschland nicht nur unter Abgasen, Lärm und Enge zu leiden, sondern ist eben auch stark unfallgefährdet: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Verkehrstoten innerorts waren zu Fuß unterwegs.

Deshalb untersuchte kürzlich das Deutsche Institut für Urbanistik im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA), wie sich die Aufmerksamkeit für den Fußverkehr erhöhen lässt und unter welchen Voraussetzungen er gezielt gefördert werden kann. Die neue Studie „Geht doch! Grundzüge einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie“ wurde im Rahmen des 2. Deutschen Fußverkehrskongresses am 11./12. Oktober in Berlin präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Um zu Fuß gehen attraktiver zu machen, hat das UBA verschiedene Vorschläge entwickelt: beispielsweise die Verankerung der fußläufigen Erreichbarkeit im Planungsrecht, die Einführung der Regelgeschwindigkeit Tempo 30 innerorts, Erhöhung der Bußgelder für fußgängerfeindliches Verhalten oder die Festlegung baulicher Mindeststandards für Fußwege oder Ampelschaltungsphasen, bei denen die Zu-Fuß-Gehenden nicht das Nachsehen haben.

Die Ziele sind: Mehr Menschen legen mehr Wege zu Fuß zurück, der Fußverkehr wird sicherer und barrierefrei, das Thema wird mit festen Zuständigkeiten in Verwaltungen von Bund, Ländern sowie Kommunen verankert und die Aufenthaltsqualität für zu Fuß-Gehende steigt.

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Fußgängerinnen und Fußgänger sind die blinden Flecken der Verkehrspolitik. Dabei ist Gehen die natürlichste und grundlegendste Form der Mobilität. Unser Konzept zeigt, wie wir den Fußverkehr stärken können – für mehr Umweltschutz und lebenswertere Städte. Wir brauchen eine bundesweite Strategie zum Fußverkehr, wie es sie bereits in mehreren europäischen Ländern gibt.“

Das europäische Ausland hat die Bedeutung des Fußverkehrs längst erkannt. Länder wie Österreich, Schottland und Wales sowie Finnland und Norwegen fördern den Fußverkehr durch nationale Fußverkehrsstrategien. Eine bundesweite Strategie kann dazu beitragen, den maßgeblich für den Fußverkehr zuständigen Kommunen von Seite des Bundes in ihren Aufgaben zu helfen.

Neuland

24. Oktober 2018

Hagener Grüne: Ups, Carsharing gibt’s ja auch noch

Verkehrspolitik ist für die Hagener Grünen kein großes Thema mehr. Schon im Programm für die letzte Kommunalwahl findet sich kein eigenes Kapitel mehr zu diesem umweltrelevanten Bereich. Es langte nur noch für einen schmalen Unterpunkt.

Aber jetzt haben die Grünen plötzlich das Carsharing entdeckt. Immerhin. Es handelt sich wohl um Neuland. Tauchte das Autoteilen im grünen Programm lediglich als Füllsel im Kontext der Bahnhofshinterfahrung auf („Hinter dem Bahnhof ist Platz“), stellt die Ratsfraktion aktuell einen Antrag für die kommende Sitzung des Umwelt- und Mobilitätsausschusses am 30. Oktober:

Der Umweltausschuss begrüßt die Ankündigung der Verwaltung, Maßnahmen zur Förderung des Carsharing in Hagen auflegen zu wollen, bittet um einen kurzen Sachstandsbericht, wie weit die Überlegungen gediehen sind, und beauftragt die Erstellung eines entsprechenden Konzepts bis zum 1. Quartal 2019.

Interessant ist die Begründung des Antrags, aus der hervorgeht, dass die Grünen offenbar erst auf die Erlaubnis des Oberbürgermeisters warten mussten, dem sie aufs Engste verbunden sind, um die Initiative zu ergreifen. So formulierten sie:

Im Lokalteil der Funke-Mediengruppe vom 12.09.2018 wird Stadtsprecher Michael Kaub wie folgt zitiert:

„Die Stadt will nun reagieren: ‚Zum Einen sollen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Anbietern ermöglichen, ihr Modell zu etablieren“, sagt Stadtsprecher Michael Kaub. Das heißt: Flächen sollen bereit gestellt werden und es soll Unterstützung beim Marketing geben. „Zum anderen will die Stadt Hagen aktiv auf (E-)Carsharing-Anbieter zugehen.“

Dieses begrüßenswerte städtische Vorhaben sollte – auch aus Gründen der notwendigen Maßnahmen zur Luftreinhaltung – rasch auf den Weg gebracht werden.

Das Sprachrohr des OBs gab also den Startschuss und die Fraktion folgte. Dabei hätten die Grünen bereits seit 25 Jahren – so lange gibt es Autoteilen in Hagen – Gelegenheit gehabt, Carsharing als eine alternative Möglichkeit zum völlig entgrenzten motorisierten Individualverkehr zu unterstützen. Vor allem hätte sich die Thematik seit dem inzwischen drei Jahre andauerden Dieselskandal geradezu angeboten. Aber die Hagener Grünen brauchten wohl erst das o.k. aus der OB-Etage, um sachte in die Gänge zu kommen.

Siehe dazu auch:

„Carsharing wäre wünschenswert“
Hagens Stadtspitze entdeckt plötzlich das Autoteilen

Parkplätze in Hagen: Zu viele und zu billig

15. Oktober 2018

Gutachter empfehlen für eine Verkehrswende Rückbau und Verteuerung

In Städten und Gemeinden steigt die Lebensqualität, wenn öffentliche Flächen gerechter allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung stehen. Dafür muss die Anzahl der Parkplätze verringert und ihre Nutzung teurer werden – die heutigen Preise bilden den Wert des öffentlichen Raumes nicht angemessen ab.

Entgegen weit verbreiteter Mythen in der automobilen Bevölkerung stehen selbst zu Spitzenzeiten im Hagener Stadtzentrum Hunderte von Parkplätzen ungenutzt zur Verfügung; abzulesen an den Hinweistafeln des Parkleitsystems. Und sie sind im Gegensatz zu einer weiteren Mär spottbillig.

Eine Stunde Parken im Zentrum ist bereits für 1 Euro zu haben, einen Kurzzeitplatz für 30 Minuten bekommt man zum Beispiel in der Rathaus-Galerie sogar kostenlos. Bereits für ein Kurzstreckenticket im öffentlichen Nahverkehr müssen dagegen schon 1,60 Euro auf den Zahlteller gelegt werden – pro Person und Strecke. Solche Verhältnisse fordern geradezu auf, anstelle des Busses lieber den eigenen Pkw zu nehmen.

Im Rahmen einer Verkehrswende, die diesen Namen wirklich verdient, wäre es neben vielen anderen Bausteinen nötig, Parkplätze zurückzubauen und zu verteuern. Das empfiehlt auch der vom Hagener Rat einstimmig verabschiedete Masterplan Mobilität:

„Durch eine Erhöhung der Parkgebühren (der bewirtschafteten städtischen Parkplätze) kann ein Anreiz gesetzt werden, den motorisierten Individualverkehr (MIV) weniger zu nutzen und dafür mehr Wege mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen (relative Kostenvorteile für den Umweltverbund). Die dadurch zusätzlich eingenommenen Mittel können zudem für Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität in Hagen eingesetzt werden. Gleichzeitig soll es kostenlose Parkmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge geben, um den Umstieg zu fördern.“

„Heute dient ein unverhältnismäßig großer Teil des knappen Raums dem motorisierten Individualverkehr, rollenden und ruhenden privaten Pkw“, so ein von der Berliner Anwaltskanzlei Becker Büttner Held im Auftrag des Thinktanks Agora Verkehrswende angefertigtes Gutachten. Damit Wohnquartiere attraktiver werden, müsse der motorisierte Individualverkehr, insbesondere der ruhende Verkehr, auf Raumansprüche verzichten, schreiben die Autoren der Studie. Das lasse sich durch die Verknappung von Parkflächen und die Bepreisung von Parkraum erreichen. Allerdings müsse dieser Prozess durch die Schaffung von Alternativen zum privaten Pkw begleitet werden, zum Beispiel durch Carsharing-Angebote, Park & Ride Möglichkeiten und durch einen attraktiven vernetzten ÖPNV.

„Lebenswertere Städte entstehen dann, wenn bei der Verteilung der Nutzungsansprüche im öffentlichen Raum nicht mehr die Interessen der Nutzerinnen und Nutzer von privaten Pkw einseitig im Vordergrund stehen“, so Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende. „Nicht zuletzt, weil die Bundeskanzlerin klar gemacht hat, dass die Verkehrswende notwendig ist, steht diese Herausforderung jetzt in vielen Städten auf der politischen Tagesordnung. Mit unserem Gutachten betreten wir juristisches Neuland und ebnen den Weg dorthin.“

Kommunen können schon heute Parkraum umwidmen und auf diese Weise für eine nachhaltige und klimafreundliche Mobilität zum Nutzen aller Verkehrsteilnehmer sorgen. Nennenswerte Spielräume bestehen auch bei der Festsetzung angemessener Gebühren für das Kurzzeitparken.

Wie ein Vergleich der Parkgebühren in deutschen Innenstädten mit denen in Städten des europäischen Auslands zeigt, machen die Kommunen von ihren Möglichkeiten allerdings „noch nicht genügend Gebrauch“, heißt es in der Agora-Studie. So kostet eine Stunde Parken in London 5,60 Euro, während in Berlin nur 3 Euro zu zahlen sind.

Erheblich eingeschränkt ist der kommunale Spielraum dagegen beim Bewohnerparken; Bundesrecht begrenzt die maximale Gebühr für einen Bewohnerparkausweis auf 30,70 Euro pro Jahr. In Stockholm kostet das Bewohnerparken bereits 827 Euro, in Amsterdam 535 Euro. Damit von der Parkgebühr eine Steuerungswirkung für die verstärkte Nutzung alternativer Mobilitätsformen ausgehen kann, sollte das Parkverbot als Regelfall in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen werden, so die Agora-Studie; nach aktueller Rechtslage gilt Parken als „Gemeingebrauch“ und ist immer dann erlaubt, wenn es nicht explizit verboten ist. „Ein Grundrecht auf Parken ist mit der Mobilitätswende in unseren Städten nicht vereinbar“, so Agora-Direktor Hochfeld.

Die Gutachter empfehlen dem Bundesgesetzgeber nicht nur, den Gebührenrahmen für Bewohnerparkausweise an den Wert des Parkraums anzupassen, sondern auch die Bußgeldsätze für regelwidriges Parken anzuheben. „Die Gebühren für Schwarzparken in Höhe von 10 bis 20 Euro stehen in keinem angemessenen Verhältnis zur Ahndung des Schwarzfahrens im ÖPNV“, sagt Dr. Roman Ringwald, Partner bei BBH und einer der Autoren des Agora-Rechtsgutachtens.

Gesetzgeberischer Anpassungsbedarf besteht auch beim Rechtsrahmen für benutzerfreundliche Carsharing-Angebote, die als Alternative zum privaten Pkw gestärkt werden müssen. Zwar können Kommunen bereits heute exklusive Stellplätze für stationäres Carsharing reservieren (was die Hagener Stadtverwaltung in der Vergangenheit wiederholt bestritten hat) und festlegen, dass die Anbieter Mindestbedingungen zu erfüllen haben. Welche Auflagen im Einzelnen zulässig sind, ist aber mangels klarer Vorgaben nicht abschließend geklärt. Die Bundesländer sollten deswegen eigene Regeln dazu erlassen und auf diese Weise Rechtssicherheit für individuelle Lösungen vor Ort schaffen, so die Empfehlung der Agora-Studie.

„Die Mobilitätswende in den Städten hat schon begonnen“, so Agora-Direktor Hochfeld. „Sie kann Millionen Menschen bessere Luft, weniger Lärm und mehr Raum für Begegnungen verschaffen. Diese Aussicht ist erfreulich, sie sollte nicht an Paragrafen scheitern.“

„Carsharing wäre wünschenswert“

13. Oktober 2018

Hagens Stadtspitze entdeckt plötzlich das Autoteilen

In Hagen angeblich nicht möglich, in Aachen schon: Carsharingplätze im öffentlichen Raum (Foto: DW).

Die Zufrühgekommenen sind nicht gern gesehn.
Aber ihre Milch trinkt man dann.
Wolf Biermann: Frühzeit. 1963

In Hagen dauert bekanntlich alles etwas länger. Sehr viel länger. Auch schon mal Jahrzehnte länger. Da bleibt es nicht aus, dass die Stadt so dasteht, wie sie dasteht: weit unter ihren Möglichkeiten.

So hatte die CDU kürzlich die famose Idee, Wehringhausen zu einem Szeneviertel und Wohnstandort für Studenten umzumodeln. Nun, so etwas gab es alles schon einmal – vor vier Jahrzehnten. Für die CDU war das alles des Teufels: Linksradikale und Hippies. Damals war Hagen Standort einer Pädagogischen Hochschule und einer Fachhochschule mit diversen Fachbereichen, von denen nur noch ein kläglicher Rest unter dem Dach der heutigen FH Südwestfalen übrig geblieben ist.

Jetzt hat die Stadt – schon nach einem Vierteljahrhundert! – plötzlich das Carsharing entdeckt und sieht darin einen Baustein, um die massiven Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen. „Die Etablierung von Carsharing und speziell E-Carsharing – also elektrobetriebene Autos – wäre für Hagen wünschenswert“, sagte Stadt-Pressesprecher Michael Kaub nach einem Bericht der WPWR und verwies auf den Masterplan „nachhaltige Mobilität“. Ein eher mangelhaftes Konstrukt, das auch nicht wegen Einsicht, sondern nur unter dem Druck drohender Einschränkungen des motorisierten Individualverkehrs zustande kam.

Carsharing ist für die Hagener Politik und Verwaltungsspitze also offenbar Neuland. Dabei existiert das Autoteilen in der Volmestadt bereits seit 25 Jahren. Das Verhalten der Stadt dem Carsharing gegenüber bewegte sich allerdings im Spektrum zwischen Desinteresse und Blockadehaltung.

1993 wurde auf Initiative des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) der Verein Stadtteilauto Hagen gegründet. Was mit einigen geschenkten Altfahrzeugen begann, entwickelte sich recht rasch zu einer alternativen Möglichkeit zum eigenen Pkw. Die Kombination ÖPNV für den Normalfall und Carsharing für die Ausnahme wurde immerhin so attraktiv, dass der Verein bereits 1999 mehr als 250 Fahrberechtigte zählte, die sich 17 Fahrzeuge teilten.

Vom Kleinwagen bis zum Transporter reichte die Palette für die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten. Der Wochenendausflug in die Pampa (ohne Bahnanbindung), der Einkaufstransport oder der Umzug – für alle Gelegenheiten stand ein passendes (Neu-)Fahrzeug zur Verfügung.

2002 kam die Hagener Straßenbahn AG auf die Idee, ebenfalls eine solche Dienstleistung anzubieten. Da klar war, dass der Hagener Markt für zwei Anbieter zu klein und die Straßenbahn kapitalstärker war, beschloss der Verein, den Geschäftsbetrieb an das städtische Verkehrsunternehmen zu verkaufen.

Viele Vereinsmitglieder bezweifelten allerdings, dass die Straßenbahn dieses für sie neue Geschäftsfeld erfolgreich bedienen kann. Sie sollten sich nicht getäuscht haben. Obwohl der Busbetreiber für den inzwischen komplett auf Ford-Fahrzeuge umgestellten Wagenpark sogar eine Lizenz als Vertragswerkstatt erhalten hatte und freie Kapazitäten im Betriebshof günstig für Wartungsarbeiten einsetzen konnte, erwies sich die Stadttochter als überfordert.

2005 wurde das Carsharing-Geschäft also an Shell Drive weitergereicht, eine Tochtergesellschaft des Mineralölkonzerns. Der gab bereits ein Jahr später diesen Geschäftsbereich auf. Seit 2006 betreibt das niederländisch-berlinerische Unternehmen Greenwheels das Carsharing in Hagen.

Vor Ort beworben wurde das Angebot von den neuen Betreibern nicht, und so ging Carsharing in Hagen langsam aber sicher immer weiter den Bach hinunter. Schon 2013 existierten nur noch vier Stationen mit insgesamt sechs Fahrzeugen, heute sind es noch zwei Stationen mit je einem Kleinwagen.

Die Stadt war all die Jahre nicht an einer Förderung des Carsharing interessiert und verhinderte sogar die Einrichtung von Stellplätzen im öffentlichen Raum. Vorgeschoben wurden angeblich vorhandene rechtliche Einschränkungen. Nur merkwürdig: Woanders scheint es diese nicht zu geben. Zum Beispiel in Aachen. Dort herrschen bekanntlich dieselben Gesetze, die aber wohl anders gelesen werden.

Aachen stellt seit 2006 Carsharingplätze im öffentlichen Straßenraum zur Verfügung. Geregelt wird das über die Sondernutzungssatzung. Die dortige Verwaltung begründet ihr Verhalten so: „Die Förderung von CarSharing-Unternehmen wird als ein generelles Interesse des öffentlichen Wohls angesehen. Es dient ökologischen Zielen, z.B. Verminderung des Kraftfahrzeugverkehrs in überlasteten Innenstädten und Wohngebieten, verminderter Verkehrslärm und verminderte Abgase.“ Der Beschluss im Rat der Stadt Aachen erfolgte einstimmig.

Nach 25 Jahren Carsharing in Hagen ist – möglicherweise – auch die hiesige Stadtspitze aufgewacht. Laut Zeitungsbericht sollen jetzt Flächen „bereit gestellt werden und es soll Unterstützung beim Marketing geben“. Aber, schränkt das Blatt ein: „Eine genaue Ausarbeitung der Maßnahmen zum Carsharing von Seiten der Stadt steht allerdings noch aus. Aktuell können keine konkreten Angaben über die Größe der geplanten Flotte oder ähnliches gemacht werden.“


%d Bloggern gefällt das: