Enttäuschter Mark Krippner zieht seine Bilanz

4. Mai 2016 by

SPD-Ex-Fraktionschef hat sein Schweigen gebrochen. Beim SPD-Parteitag bezog er nach seiner Abwahl Position. Seine Kritik traf vor allem Parteichef Schisanowski. (…)

Quelle: DerWesten

Ballett Hagen zu Gast in der Stadtbücherei

4. Mai 2016 by

Foto1_Hesse-DecheneFotos von Kerstin Hesse und Ballettstudien von Sigrun Dechêne zeigen Impressionen aus dem Ballettsaal. Abb.: Stadt Hagen

Das Ballett des Theater Hagen präsentiert sich vom 7. Mai bis zum 1. Juni mit einer Ausstellung und einem bunten Programm in der Stadtbücherei auf der Springe.

Die Ausstellung zeigt großformatige Fotografien aus aktuellen Ballettproduktionen sowie künstlerische Arbeiten aus dem Ballettsaal von den Künstlerinnen Sigrun Dechêne und Kerstin Hesse.

Dramaturgin Dr. Maria Hilchenbach eröffnet die Ausstellung zusammen mit den Ballettfreunden Hagen am Samstag, 7. Mai, um 11 Uhr.

Fast jeder 6. Arbeitsplatz prekär

4. Mai 2016 by

Die Zahl der prekär Beschäftigten in Hagen (hauptsächlich geringfügig Beschäftigte und Ein-Euro-Jobber) war 2014 mit 14.600 um 4,2 Prozent niedriger als 2013. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, war das der höchste prozentuale Rückgang von allen in den Kreisen und kreisfreien Städten in NRW.

Trotzdem liegt der Anteil prekärer Beschäftigungsverhältnisse noch bei 15 Prozent. Das sind allerdings 0,7 Prozentpunkte unterhalb des Landesdurchschnitts.

Insgesamt zählten die Statistiker 2014 in Hagen 97.500 Arbeitsplätze (- 0,3 Prozent gegenüber 2013), davon 74.000 (+ 0,2 Prozent) im Dienstleistungssektor, 23.300 (- 2,1 Prozent) im produzierenden Gewerbe und 200 (+ 3 Prozent) in der Landwirtschaft.

Im Nierenzentrum Hagen drohen ab Mai Streiks

4. Mai 2016 by

Betroffen wären unter anderem 170 Dialyse-Patienten: Im Nierenzentrum Hagen drohen ab Mitte Mai Streiks. Hintergrund ist der Streit um einen neuen Haustarifvertrag. (…)

Quelle: DerWesten

VRR ruft zur Bürgerbeteiligung beim Nahverkehrsplan auf

3. Mai 2016 by

Für Hagen kleine Verbesserungen ab Ende 2019 angedacht

Der Verkehrsverband Rhein-Ruhr (VRR) startet eine Bürgerbefragung zur Erstellung des Nahverkehrsplans 2016. Bis zum 31. Mai kann jeder online Hinweise und Verbesserungsvorschläge abgeben. Der VRR verspricht, dass die Anregungen ausgewertet und diskutiert werden und gegebenenfalls in den Nahverkehrsplan einfließen.

Im Bereich Hagen sind ab Ende 2019 Veränderungen im S-Bahn-Bereich geplant. So soll die heutige S 8 durch eine Kombination aus S 8 (Hagen-Wuppertal-Düsseldorf-Mönchengladbach) und S 9 (Hagen-Wuppertal-Essen-Haltern) ersetzt werden und in einem echten 30-Minuten-Takt gefahren werden.

Geplant sind daneben erweiterte Verkehrszeiten der Regionalexpress-Linien auf den Relationen Hagen-Düsseldorf, Hagen-Köln und Hagen-Essen. Für den Zeitraum ab 2020 sind solche Verbesserungen auch für die RB 52 (Dortmund-Herdecke-Hagen-Lüdenscheid) angedacht.

Der Nahverkehrsplan dient dem VRR als fachliche Grundlage, um gemeinsam mit den kommunalen Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen Nahverkehrslösungen zu entwickeln. Der Verband ist verantwortlich für die Planung, Ausgestaltung und Finanzierung der Regionalexpress-, Regionalbahn- und S-Bahn-Linien. Zudem koordiniert er das Gesamtsystem ÖPNV.

Infos: www.vrr.de/buergerbeteiligung

Hagens Genossen wählen Schisanowski erneut zum Parteichef

3. Mai 2016 by

Timo Schisanowski bleibt Chef der Hagener SPD. Der 34-Jährige wurde beim Parteitag im Amt bestätigt. Er erhielt von den Delegierten 70,7 Prozent Ja-Stimmen. (…)

Große Aufmerksamkeit fand Ex-Fraktionschef Mark Krippner mit seinem Auftritt im Rahmen der Aussprache. Dabei kritisierte er nicht bloß die in seinen Augen durch gezielt aus den eigenen Reihen gestreute Falschinformationen entstandenen Diffamierungen und Lügen zu seiner Person in der Öffentlichkeit, sondern formulierte auch sein Unverständnis, dass Schisanowski ihn ohne Legitimation zum Rücktritt aufgefordert habe. (…)

Quelle: DerWesten

Historische Bunkerführung mit der VHS

3. Mai 2016 by

Am Samstag, 7. Mai, findet um 13 Uhr wieder eine große Bunkertour der Volkshochschule Hagen statt. Diese startet im Bunkermuseum in der Bergstraße 98. Hier erhalten die Besucher zunächst Informationen über die noch komplett erhaltene Technik eines solchen Hochluftschutzbunkers und werden dann in die Katakomben des Betonkolosses hinabsteigen, um sich ein Bild in den original rekonstruierten Räumen vom Aufenthalt der Schutzsuchenden im zweiten Weltkrieg zu machen. Rouven Recksick wird als Gästeführer viele Details zum Leben und der Todesangst der Menschen und Kinder in diesem Bunker berichten.

Nach der gut einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde.

Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung am der Rathausgalerie.

In der Teilnahmegebühr von 18 Euro ist der Eintritt für das Bunkermuseum bereits enthalten. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kurs-Nummer 1068 unter Telefon 02331/2073622.

Hagens SPD-Chef Schisanowski bestätigt

2. Mai 2016 by

Fast jeder dritte Delegierte wollte ihn nicht

Timo Schisanowski ist am Samstag beim Parteitag des Unterbezirks Hagen der SPD in der Stadthalle als Vorsitzender bestätigt worden. Gut 70 Prozent der Delegierten gaben ihm ihre Stimme. Das sind zwar vier Prozentpunkte mehr im Vergleich zur letzten Wahl, aber fast 30 Prozent der Delegierten sahen in Schisanowski wohl nicht das Gelbe vom Ei, obwohl kein Gegenkandidat antrat.

Die SPD peilt offenbar eine noch größere Zusammenarbeit mit der sogenannten „Allianz der Vernunft“ im Hagener Rat an. Für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt ein schlechtes Zeichen: Weitere Einschnitte sind absehbar.

Zuletzt hatte sich die SPD-Fraktion schon mit der „Allianz der Vernunft“ verbündet, um weitere erhebliche Einschnitte im Kulturetat durchzupeitschen.

Freuen dürfen sich über solche strategischen Ansätze die Völkisch-Nationalen von der AfD. Denen bestellt diese Allianz des Grauens den Acker.

CDU verhindert gesetzliches Fracking-Verbot

2. Mai 2016 by

René Röspel enthält sich lediglich der Stimme – mit dünnster Begründung

Auf scharfe Kritik stößt bei den SPD-Bundestagsabgeordneten aus Südwestfalen, dass die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein neues Fracking-Gesetz verhindert, mit dem das unkonventionelle Fracking verboten werden soll. „Seit über einem Jahr liegt der Gesetzentwurf nun auf Eis, da CDU und CSU mit immer neuen Forderungen versuchen, ein Fracking-Verbot auszuhöhlen“, kommentierte der Hagener MdB René Röspel. Ihnen gehe es anscheinend darum, eine Umsetzung des Gesetzes in dieser Legislaturperiode zu verhindern.

„In den Reihen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gibt es viele Befürworter des unkonventionellen Frackings“, sagt René Röspel: „Mit einem Fracking-Gesetz gäbe es endlich deutlich bessere Möglichkeiten, das unkonventionelle Fracking in NRW dauerhaft zu verhindern.“ Ohne ein neues Gesetz würden Anträge und entsprechende Genehmigungen auf Dauer nur sehr schwer oder gar nicht zu verhindern sein.

Um den politischen Stillstand aufzulösen, hatten die Grünen einen eigenen Antrag eingebracht, in dem sie auf ein Komplettverbot von Fracking drängen. Die Fracking-Technologie berge große umweltliche und gesundheitliche Risiken, etwa die Verunreinigung des Grundwassers, seismische Erschütterungen und die bis dato ungeklärte Frage, wo und wie das giftige Lagerstättenwasser entsorgt werden soll, heißt es in dem Antrag.

Außerdem bestehen in Erdöl- und Erdgasförderungsgebieten überdurchschnittlich hohe Krebsraten, die möglicherweise durch die Förderung verursacht werden. Um den Beschluss von der UN-Klimakonferenz, die globale Erwärmung unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, zu erreichen, müsse man vermehrt auf erneuerbare Energien setzen.

Auch die Linksfraktion plädierte für ein Frackingverbot. Sie forderte die Bundesregierung auf, ein Gesetzentwurf für einen Komplettverbot von Fracking vorzulegen. Die Linken kritisieren, dass in Deutschland bereits mehrere Erlaubnisse zur Anwendung der Fracking-Technologie vergeben worden seien, in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sogar für eine Fläche, die die Hälfte der Landesoberfläche übersteige.

Im internationalen Vergleich blieben die geplanten deutschen Bestimmungen zum Fracking weit zurück, trotzdem werde behauptet, die deutsche Fracking-Gesetzgebung seien die „strengsten Regeln, die es in diesem Bereich jemals gab“, heißt es in dem Linken-Antrag. In Frankreich und Bulgarien etwa sei Fracking bereits aufgrund massiver Bürgerproteste verboten worden. Der Antrag der Linken-Fraktion wurde ebenfalls abgelehnt.

René Röspel enthielt sich als einer von 40 SPD-Abgeordneten der Stimme. In einer persönlichen Erklärung nannte er seine Gründe: „Ich halte unkonventionelles Fracking für nicht verantwortbar und setze mich für eine gesetzliche Regelung ein, die Fracking in Nordrhein-Westfalen unmöglich macht. Leider blockiert die CDU/CSU ein solches Gesetz und verschärft damit Rechtsunsicherheit.“

Zu einem klaren Votum war er trotzdem nicht bereit: „Die Anträge von Linken und Grünen schaden der Zielsetzung eines Fracking-Verbotes und sind wohl nur politische Effekthascherei, weil sie eine öffentliche Aussprache darüber ablehnen!“

Eine reichlich dünne Begründung.

Vortrag zur Klimapartnerschaft in der Villa Post

2. Mai 2016 by

Die Volkshochschule Hagen und das Umweltamt der Stadt Hagen laden am Dienstag, 3. Mai, von 18 bis 19.30 Uhr zu einem Vortrag über die Klimapartnerschaft zwischen Hagen und der jamaikanischen Stadt Portmore ein. Dr. Ralf-Dieter Braun und Hans Joachim Wittkowski werden in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38, Informationen zum aktuellen Stand des deutsch-jamaikanischen Klimaprojektes geben.

Die Städte Portmore auf Jamaika und Hagen starteten 2012 ihre Partnerschaft im Rahmen des Bundesprojektes „50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“, um Klimaschutzmaßnahmen vor Ort umzusetzen.

In Portmore wurde auf dem Dach einer Berufsschule eine größere Solaranlage installiert und eine Schulpartnerschaft zwischen dem Theodor-Heuss-Gymnasium und dem Community College in Portmore wurde gegründet. Die dritte Maßnahme war der Expertenaustausch im Rahmen eines dreimonatigen Programmes zu Klimaschutz und Katastrophenmanagement in Hagen sowie auf Jamaika. Anfang 2015 wurde ein „Hagen-Portmore-Klima-Wandel-Park“ angelegt, ein Demonstrationsareal für regenerative Techniken und damit eine kombinierte Bildungs-, Grün- und Erholungsfläche.

In beiden Kommunen soll die Klimapartnerschaft einem breiteren Kreis näher gebracht werden. Informationen zur Anmeldung erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/2073622.

„Grenze des Machbaren“

2. Mai 2016 by

Die neue Rektorin der Fernuni Hagen fordert Geld vom Bund. Bisher wird ihr Haus – das mit Abstand die größte Hochschule Deutschlands ist – nur vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert. Obwohl die meisten Studenten nicht dort wohnen, wie Ada Pellert erklärt. (…)

Interview von Kim Björn Becker

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Hagen vermüllt – wer ist Schuld?

2. Mai 2016 by

Thomas Bielefeld führt in Hagen ein Restaurant direkt am Museum. Seine Altpapier-Container stehen um die Ecke und ziehen weiteren Müll magisch an. Jüngst lehnte an ihnen ein Sack voller gebrauchter Windeln. Das hat den Gastronom sehr geärgert. (…)

Natürlich habe das aktuelle Hagener Problem mit den Migranten zu tun, sagt er. Das sei aber nur die halbe Wahrheit. In den vielen Mülltüten, in denen er gestöbert habe, wären auch „Lieschen Müller“ und „Hänschen Meier“ zu finden. Selbst Gewerbebetriebe hätten an seinem Altpapier-Container haufenweise Müll abgestellt. (…)

Die Menschen, die das tun, haben erst einmal kein Unrechtsbewusstsein, sagt Veska Petrova-Schneider. Im Gegenteil, sie sind es aus ihrer Heimat so gewohnt, zumindest in Bulgarien, weiß die Sozialarbeiterin. Denn dort gibt es Sammelstellen für Müll, die dann von den Entsorgern abgefahren werden. Ein Mülltonnensystem wie hier, sei dort nicht bekannt.

Die Sozialarbeiterin mit bulgarischen Wurzeln ärgert sich sehr, dass in den sozialen Netzwerken viele Hagener bei den Müllproblemen auf ihre Landsleute zeigen. In dem Projekt „NRW hält zusammen“ hat sie schon sehr früh den Kontakt zum HEB gesucht. Bulgaren und Rumänen fehlten einfach die Informationen, wie, wo und wann Müll in Hagen entsorgt wird. (…)

Aurora Bauernfeind lebt seit zwei Jahren im Hagener Stadtteil Wehringhausen. „Das ist jetzt meine neue Heimat“, sagt sie. Vor sechs Jahren lernte sie ihren Mann in Bukarest kennen und ist mit ihm nach Deutschland gezogen. Die Rumänin ärgert sich massiv über die in den sozialen Netzwerken verbreiteten Vorurteile. Dabei fehlen in ihrem Stadtteil Container. In Wehringhausen würden etwa 16.000 Menschen leben, aber es gebe für diese vielen Leute an einem einzigen Standort nur jeweils drei Altpapier- und Flaschencontainer. Auf der Augustastraße, wo derzeit viel wilder Müll herumfliegt, seien die Container abgebaut worden. (…)

Quelle: WDR

Vom wahren Souverän …

1. Mai 2016 by

5000.theaterEin Teil der Belegschaft des Hagener Theaters. Bildquelle: Theater

Mehr als 5.000 Menschen unterstützen inzwischen die Petition gegen die Kürzungen in der Hagener Kulturlandschaft, speziell beim Hagener Theater.

Es geht voran.

Der beleidigte Volmesultan

1. Mai 2016 by

OB Schulz will die Unterschriften der Theater-Petition nicht vom Initiator entgegennehmen

Es geht nicht nur ums Theater. Es geht auch nicht nur um Kultur. Es geht um viel mehr.

Vieles an alltäglichen Dingen, die die Lebensqualität einer Stadt ausmachen, ist in den letzten Jahren in Hagen dem Kürzungskurs zum Opfer gefallen.

Angefangen von erheblichen Einschnitten im Busverkehr über Personalausdünnungen in publikumsrelevanten Bereichen wie den Bürgerämtern bis hin zur Abschaffung öffentlicher Toiletten – kaum etwas ist verschont geblieben.

Die meisten der schon umgesetzten oder noch geplanten Maßnahmen haben dabei nur sehr gegrenzte Auswirkungen auf eine Verringerung des Haushaltsdefizits. Echte Bringer im Sinne der Kürzungsapologeten waren eigentlich nur die Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer sowie der massive Personalabbau bei der Stadtverwaltung, laut einer Presseverlautbarung ca. 600 Stellen innerhalb der letzten fünf Jahre.

Letztendlich alles kontraproduktive Beschlüsse: Grundsteuer ist – über die Mietnebenkosten – von fast allen Hagenern zu zahlen und entzieht Handel und Handwerk Umsätze, was sich wiederum auf die Gewerbesteuereinnahmen auswirkt. Die Gewerbesteuererhöhung dürfte sich auf die Ansiedlung neuer Unternehmen, mit denen zusätzliche Arbeitsplätze gewinnen ließen, negativ auswirken. Auch der Personalabbau, der im Einzelnen gerechtfertigt sein mag, führt – neben weniger Bürgerservice – zu Einnahmeverlusten bei der Einkommenssteuer, an der die Kommunen beteiligt sind.

Der einzige Ort des Widerstands gegen diesen Abbruch ist momentan das Hagener Theater. Die Bühne verweist deshalb auf die von Christoph Rösner angestoßene Petition gegen den Kulturabbau. Unterschriftenlisten wurden ausgelegt und im Newsletter darauf hingewiesen.

Das darf natürlich aus Sicht der Verwaltungsspitze und der Kürzungsparteien nicht sein. Die renitente Bande muss an die Kette gelegt werden. Wie die WPWR in ihrer Samstagsausgabe berichtet (siehe: Online-Petition gegen Sparkurs am Theater Hagen), will Oberbürgermeister Schulz „nun aber rechtlich überprüfen, ob die Grenzen überschritten sind“.

Das dürfte sich als Sprechblase entpuppen, waren es doch OB und Rat, die das Theater in eine privatrechtliche Unternehmensform überführt haben. Eine GmbH ist eben kein städtisches Amt mehr, in dem Schulz als oberster Dienstherr schalten und walten kann, wie er möchte. Das Rathaus hat es ja selbst so gewollt.

In eine Beleidigtsein-Pose fast nach dem Muster des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gleitet Erik O. Schulz ab, wenn er sich – wie in dem Artikel angekündigt – weigern will, nach Ablauf der Frist der Theater-Petition von Initiator Christoph Rösner die Unterschriften entgegen zu nehmen.

Begründung: Rösner habe sich „in Internetforen so abwertend gegenüber ihm, aber auch gegenüber dem Kämmerer und dem Kulturdezernenten geäußert, dass er sich nicht mit ihm treffen werde“. Nun, was Christoph Rösners Glossen (!) bei DOPPELWACHOLDER.DE betrifft – hier sind sie alle aufzurufen.

Jovial gesteht Schulz zu, die Petition sei ein „legitimes Mittel“ und: „Für mich ist das kein feindlicher Akt“. Als hinge es von seiner Gnade ab, ob irgendjemand so etwas startet oder es bleiben lässt.

Auch an anderer Stelle liegt der kleine Volmesultan leicht daneben: Zum Kürzungsbeschluss des Stadtrats stellte er fest: „Da hat der Souverän gesprochen.“ Aman yarabbim, efendi! Der Souverän ist in demokratisch verfassten Gesellschaften aber immer noch das Volk und nicht ein, wenn auch gewähltes, Gremium oder der OB.

Merke: Auch wenn man in der Schule im Politikunterricht nicht aufgepasst hat, kann man in Hagen trotzdem noch Bürgermeister werden.

Wie die Funke Mediengruppe ihre CDU-Spende begründet

30. April 2016 by

Unter den Parteispendern des Jahres 2014 taucht überraschend die Funke Mediengruppe auf, zu der u.a. die Berliner Morgenpost und das Hamburger Abendblatt gehören (Anm.: und die Hagener Westfalenpost). Warum ließ der Essener Verlag der CDU 15.000 Euro zukommen? (…)

Die Frage ist, warum ein Verlag 15.000 Euro für eine politische Partei übrig hat, noch dazu in wirtschaftlich schwierigen Zeiten? Nur wenige Monate vor der Spendenzahlung an die CDU hatte Funke beispielsweise 120 Redaktionsmitarbeiter der defizitären Westfälischen Rundschau vor die Tür gesetzt. (…)

Interessant ist zudem die Aussage, man spende auf lokaler Ebene. Das mag bei einem Medienhaus wie Funke mit seinen vielen Regional- und Lokalzeitungen sogar naheliegen. Auf der anderen Seite ist die Loaklberichterstattung geprägt von einer besonderen Nähe zwischen Journalisten und Politikern. Die Spende eines Verlages, der mit seiner Lokalzeitung die Politik vor Ort aus kritischer Distanz begleiten will, wirkt da zumindest befremdlich. (…)

Quelle: abgeordnetenwatch.de

Retrospektive des Hagener Künstlers Siegfried Kaul im kunstkontorhagen

30. April 2016 by

sigi_kaulDas kunstkontorhagen in Wehringhausen eröffnet am Samstag, 30. April, um 19 Uhr die Retrospektive „contraphobie“ zum Gedenken an den im August 2015 verstorbenen Hageners Siegfried Kaul (Henry Bedbourg).

Der Begriff „Contraphobie“ stand für den Künstler grob übersetzt für „den Versuch, seine Ängste durch kreative Gegenwehr und schwarzen Humor zu mildern und aufzuheben.“ Von starken Selbstzweifeln geprägt, gelang es ihm zeitlebens nur selten und auch nur einige seiner Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. So wird nun sein Freundeskreis seine künstlerische Gabe für ihn ausstellen.

Inspiriert haben Kaul alte Kupferstiche der Renaissance, die japanische und indische Kultur. Das Androgyne war häufig Bestandtteil seiner Bildwelten – der weibliche und männliche Körper zu gleichen Teilen. Der Tanz, die Kostüme und die Bewegung. Alles mischt sich in Körperform und Farbe. Betrachte man die Bilder genau, tauchen kleine, gekonnt versteckte Figuren im Bild auf – vor allem in seinen minimalistischen Landschaftszeichnungen. Eine magische Ebene hinter der Realität.

Die schnellen Strichzeichnungen der 80er Jahre wiederum tragen in sich Aberwitz und Ironie. Und dann wieder setzt er gekonnt die Vereinigung von Mystik und Melancholie in seinen Zeichnungen um. Die spezielle Art der gezeichneten Erotik machen die Werke aus und so begehrenswert, man entdeckt sie meist erst auf den zweiten Blick in den figürlichen Bildern. Die Begegnung mit ihr variiert. Mal kommt sie als laszive Diva daher und erreicht den Betrachter eher subtil. Einige Zeichnungen sind für mutige Voyeure.

Die gesamte Werkschau überrascht in Vielfalt und Stimmung. Nach der Eröffnung der Vernissage sind alle Besucher zu Umtrunk und Tanz eingeladen. Ausstellungsdauer bis 30. Mai 2016. Geöffnet donnerstags von 15 bis 19 Uhr, kunstkontor, Andrea Zappe, Södingstraße 16–18.

„Grünes Netz Mediation – Vermitteln in der Flüchtlingskrise“ auf Tour

30. April 2016 by

Oberbürgermeister Erik O. Schulz begrüßte gestern (28. April) Professorin Katharina von Schlieffen vom „Grünen Netz Mediation“ im Rathaus an der Volme.

Das Netzwerk ist ein 2015 gegründeter bundesweiter Zusammenschluss von über 400 ausgebildeten Mediatorinnen und Mediatoren, die ehrenamtlich Hilfe in der aktuellen Migrationssituation leisten. Die federführende Koordination hat das Lehrgebiet von Dr. Katharina von Schlieffen an der FernUniversität in Hagen übernommen.

Aktuell besuchen die ehrenamtlichen Mitglieder des Netzwerkes mit einem Informationsbus Einrichtungen der Flüchtlingshilfe und informieren über die Möglichkeiten von Mediation und Moderation. Oberbürgermeister Erik O. Schulz begrüßt diese wichtige Initiative und unterstützt die Aktivitäten im Rahmen einer Kooperation mit dem Bereich Bürgerbeteiligung und Partizipation.

Weitere Informationen im Internet unter www.gruenes-netz-mediation.de .

Politik macht sich für Bahnhofsumbau stark

30. April 2016 by

Im Streit um den Bahnübergang und den Bahnhof Rummenohl in Hagen kritisiert die Politik das Verhalten der Deutschen Bahn. (…)

Quelle: DerWesten

Amprion favorisiert 380-kv-Trasse durch Elsey

30. April 2016 by

Sie hatten viele Fragen an die Mitarbeiter des Netzbereibers Amprion. Doch die Antworten, so das Fazit der Bürgerinitiative „Hohenlimburg unter Höchstspannung“ nach einem Meinungsaustausch, seien eher vage geblieben. So wollte sie zum Beispiel wissen: Führt die Trasse der geplanten 380-kv-Höchstspannungsleitungen durch Elsey oder über die Reher Heide? Oder gibt es gar noch eine weitere Variante? Wie hoch sind die Masten? Wie ist die Anzahl der Seile? Wann werden die Planungen der Öffentlichkeit vorgestellt? (…)

Quelle: DerWesten

Gebührenexplosion beim Rettungsdienst beschlossen

30. April 2016 by

Um fast 100 Prozent steigen die Rettungsdienst-Gebühren. Das hat die Politik einstimmig beschlossen. Hintergrund sind erhebliche Defizite aus den Vorjahren. (…)

An den Bürger gehen diese Entwicklungen zunächst vorbei, weil die Rettungsdienstgebühren üblicherweise direkt mit den Kostenträgern abgerechnet werden. Die Versicherten bekommen den Anstieg erst bei einer möglichen Erhöhung der Krankenkassenbeiträge zu spüren.

Quelle: DerWesten

Hengstey: Firma wehrt sich gegen Vorwürfe

30. April 2016 by

Die Firma Krutmann aus Menden wehrt sich gegen den Vorwurf, die Eisenbahnbrücke am Freibad verspätet und technisch unzulänglich saniert zu haben.

Die Anschuldigungen gegen seine Firma könne er so nicht stehen lassen, sagt Hubertus Laaser. Seit 30 Jahren sei er jetzt im Baugeschäft, aber so etwas habe er doch noch nicht erlebt: „Unsere Referenzliste ist lang. Nur mit der Stadt Hagen bzw. deren Wirtschaftsbetrieb (WBH) ist die Zusammenarbeit einzigartig.“ Einzigartig schlecht, meint der Unternehmer. (…)

Quelle: DerWesten

WP gekündigt – Petition unterzeichnet

29. April 2016 by

Hagener beenden Zeitungs-Abo wegen Theater-Berichten

Es sind zwei von mehr als 1.000 Hagenern, die bereits die Petition zur Unterstützung ihres Theaters unterzeichnet haben. Das Ehepaar Christiane und Georg Classen war aber schon vorher einen Schritt weiter gegangen und hat die örtliche Tageszeitung abbestellt, die es mehr als 30 Jahre bezogen hatte.

Es ist ein Protest gegen die redaktionelle Linie der WPWR in Kulturfragen, die sich verschärft als integraler Bestandteil des politisch-medialen Komplexes dieser Stadt darstellt. Neu ist diese Ausrichtung allerdings nicht.

In den 1980er Jahren saß der wichtigste Gegner, der bekämpft werden musste, im Karl-Ernst-Osthaus-Museum. Es war dessen damaliger Leiter, Johann Heinrich Müller, der unter ständigem Beschuss der vereinten Front aus Politik und WP stand. Müller stand nur ein mickriger Ausstellungsetat von 60.000 DM pro Jahr zur Verfügung, wusste ihn aber für interessante Projekte zu nutzen und kümmerte sich zudem engagiert um die Hagener Künstlerszene.

Diesen „Missstand“ wusste ein „Kulturredakteur“ der WP aufzumischen, indem er in seiner Berichterstattung Schritt für Schritt die Bildende Kunst durch hobbymalende Hausfrauen ersetzte und zu diesem Zweck sogar eigenhändig einen Verein gründete. Später schwätzte er einem der Hagener Kulturzentren noch einen vorbestraften Hochstapler als Geschäftsführer auf.

Gelernt hat die Gazette aus diesen Fehltritten offenbar nichts. Der Kulturbereich der Lokalredaktion ist weiterhin unqualifiziert wie eh und je besetzt, nur die Stoßrichtung der Anfeindungen hat sich mittlerweile dem Theater zugewandt – dort finden sich momentan die größten Schnittmengen zwischen Rathaus und Pressehaus. Das Triviale verbindet halt: Wir sind alle Kirmesesel.

So darf es nicht verwundern, dass jetzt dieses seit vielen Jahren unter Auflagenschwund leidende Blatt zwei weitere Leser verlor, die Theater-Petition hingegen zwei neue Unterstützer gewann.

Im Folgenden das Kündigungsschreiben. Eine Antwort haben die Classens übrigens bis heute nicht erhalten.

„Aufmachung stellt selbst die Bild-Zeitung in den Schatten“

An die Lokalredaktion der Westfalenpost Hagen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe heute, nach über 30 Jahren, mein WP-Abonnement gekündigt und möchte Ihnen in diesem Schreiben den Grund dafür nennen.

Seit geraumer Zeit ärgere ich mich immer wieder über Ihre Berichterstattung zur Spardiskussion am Theater Hagen und ganz besonders über die Artikel des Herrn Weiske.

Man muß nicht einmal zwischen den Zeilen lesen, um die Absicht des Herrn Weiske zu erkennen, mit seinen Artikeln dem Theater möglichst zu schaden.

Den letzen Anstoß für meine Kündigung gab Ihr Artikel vom Freitag, den 08.01.2016 in dem sie auf einer Doppelseite die Kosten des Theaters und die Zuschüsse der Stadt Hagen dargestellt haben, um der Öffentlichkeit so eine „Diskussionsgrundlage“ zu liefern.

Damit wir uns richtig verstehen: selbstverständlich hat die Öffentlichkeit ein Anrecht darauf über die Kosten und Zuschüsse des Theaters aufgeklärt zu werden, sofern diese Zahlen gut recherchiert sind und stimmen, aber was mich und nicht nur mich gestört hat, ist diese zweiseitige Aufmachung, die selbst die Bild-Zeitung in den Schatten stellt und die ich so in den 30 Jahren meiner Abonnentenzeit in der WP noch nicht gesehen habe!

Auch da ist doch wohl die ganz deutliche Absicht Ihrer Zeitung zu erkennen, das Theater an den Pranger zu stellen, damit auch derjenige, der sich nicht für das Theater interessiert und einen Artikel in „normaler“ Größe vielleicht gar nicht erst gelesen hätte, sieht, welche Kosten das Theater verursacht.

Was aus dieser Grafik natürlich nicht hervorgeht, ist die phantastische Arbeit, die von den Mitarbeitern des Theaters vor und hinter den Kulissen Tag für Tag geleistet und die vom Publikum allabendlich mit viel Applaus honoriert wird und dieses Theater und damit auch diese Stadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt macht.

Dass eben diese Menschen für ihre Arbeit tatsächlich auch noch Geld bekommen geht wiederum aus Ihrer Grafik hervor, leider auch verfälscht, wie man in der Richtigstellung der Theaterleitung in Ihrer Ausgabe vom 11.01.2016 nachlesen konnte – ein Artikel den ein nicht-Theater-Interessierter wahrscheinlich wieder überlesen wird.

Vielleicht gelingt es Ihnen ja, dem Theater mit Ihrer Berichterstattung weiter zu schaden und denjenigen Lokalpolitikern, die das Theater nur als Kostenfaktor sehen, in die Hände zu spielen.

Ich möchte Ihnen aber abschließend noch einen Satz des Kölner Kabarettisten Wilfried Schmickler mit auf den Weg geben, der mir damals so gut gefiel, dass ich ihn mir nach der Vorstellung direkt aufgeschrieben habe und über den unsere Politiker und auch Ihr Redakteur Herr Weiske einmal nachdenken sollte.

Herr Schmickler sagte nach seinem Gastspiel „Weiter“ im Juni 2012 nach der Vorstellung vor ausverkauftem Haus: „Es gibt auf dieser Welt sicher nicht viele Dinge um die ein Kölner einen Hagener beneiden würde, aber dieses wunderbare Theater mit seinen freundlichen Mitarbeitern könnte so etwas sein.“

Dafür erntete er tosenden Beifall.

Das Geld, welches ich durch die Abo-Kündigung spare, werde ich übrigens dem Theater-Förderverein zukommen lassen. Vielleicht ein winziger Beitrag, um dieses wunderbare Theater doch zu erhalten!

Barbara Hanning gibt nicht auf

29. April 2016 by

Ausgeschlossene Grüne will weiterkämpfen

„Meine Bereitschaft, in und mit der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam für grüne Politik und Standpunkte zu werben und zu kämpfen besteht unverändert.“ So lautet die Reaktion der aus der grünen Fraktion ausgeschlossenen Ratsfrau Barbara Hanning auf das Urteil des Verwaltungsgerichts Arnsberg. Das werde jetzt von ihr in Ruhe geprüft, alles weitere ergebe sich daraus.

In der Begründung ihrer Entscheidung führte die 12. Kammer des Verwaltungsgerichts im Wesentlichen aus:

Der Ausschluss aus der Fraktion sei rechtmäßig. Die Fraktion habe die maßgeblichen Verfahrensvorschriften eingehalten. Auch die sachlichen Anforderungen seien erfüllt.

Das Vertrauensverhältnis zwischen der Klägerin und den übrigen Fraktionsmitgliedern sei nachhaltig in einer Weise gestört gewesen, dass diesen eine weitere Zusammenarbeit mit der Klägerin nicht habe zugemutet werden können. Dies zeigten die wechselseitigen schwerwiegenden Vorwürfe, mit denen sich die Beteiligten bis zum Zeitpunkt des Ausschlusses überzogen hätten.

Die dennoch erfolgten Äußerungen der Klägerin, sie halte eine Zusammenarbeit mit ihren Fraktionskollegen nach wie vor für möglich, werde durch die eigenen Einlassungen der Klägerin widerlegt, in denen die Zerstörung des Vertrauensverhältnisses innerhalb der Fraktion handgreiflich zum Ausdruck komme.

Der Fraktionsausschluss verstoße auch nicht gegen das Willkürverbot. Denn die Ursachen für die Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses seien nicht allein anderen Fraktionsmitgliedern, sondern jedenfalls auch der Klägerin zuzurechnen. Bei dieser Beurteilung brauche das Gericht nicht jede einzelne Handlung der beteiligten Personen im Hinblick auf wechselseitige Verschuldensanteile zu untersuchen und zu gewichten. Es reiche aus, wenn dem ausgeschlossenen Fraktionsmitglied zumindest ein wesentlicher Beitrag am Entstehen des Konflikts zuzuschreiben sei. Das sei hier der Fall.

Zu den insoweit erheblichen Vorgängen gehöre das öffentlich registrierte Fernbleiben der Klägerin von der konstituierenden Fraktionssitzung im Mai 2014, über das sie die Fraktion zuvor nicht unterrichtet habe, und das in kurzer Zeit mehrfach erfolgte Abweichen vom Stimmverhalten der Fraktionsmehrheit. Dies spreche gegen die Bereitschaft der Klägerin, ihre persönliche Auffassung zugunsten der Mehrheitsentscheidung der Fraktion zurückzustellen. Die Klägerin habe auch nicht dargelegt, dass es sich um Sachentscheidungen gehandelt habe, bei denen wegen ihrer persönlichen Überzeugung ein Abweichen von der Fraktionslinie für sie unausweichlich gewesen sei.

Über einen Antrag auf Zulassung der Berufung hätte das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster zu entscheiden.

Frühjahrsmüdigkeit auf dem Hagener Arbeitsmarkt

29. April 2016 by

Nur drei Agenturen für Arbeit im Ruhrgebiet weisen zum April 2015 höhere Arbeitslosenzahlen auf. Am deutlichsten fällt der Anstieg mit 2,5 Prozent in Hagen aus.

Mit Sorge beobachten die Hagener Gewerkschaften die untypische Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Statt jahreszeitlicher Belebung steigt die Arbeitslosigkeit an und das Angebot an Stellen sinkt deutlich im Vorjahresvergleich.

Anne Sandner für den Hagener DGB: „Statt auf jahreszeitliche Entwicklungen zu hoffen, sind die verantwortlichen Akteure gefragt, aktiv in den Arbeitsmarkt einzugreifen. Die Tatsache, dass Jugendliche unter 25 Jahre und Langzeitarbeitslose besonders betroffen sind, zeigt einerseits die Schwachstellen unseres Arbeitsmarktes und andererseits den erhöhten Handlungsbedarf auf. Mehr Ausbildung und Infrastrukturprojekte ständen der Stadt gut zu Gesicht, denn damit würde die Attraktivität der Stadt erhöht und gleichzeitig Arbeitsplätze geschaffen. Und wenn mehr Beschäftigte einen ordentlichen Lohn bekommen, steigt die Binnennachfrage und potenziert die positive Entwicklung.“

Alles wird gut

28. April 2016 by

Schulz und Gerbersmann reisen nach Mainz

Das Bündnis „Raus aus den Schulden – Für die Würde unserer Städte“ aus 68 finanzschwachen Kommunen aus ganz Deutschland, darunter auch Hagen, traf sich am gestrigen Mittwoch zu einer Kommunalkonferenz in Mainz.

„Der starke Zusammenhalt und vor allem das geschlossene und parteiübergreifende Auftreten von 68 Kommunen in Sachen Kommunalfinanzen hat sich erneut bewährt!“ So lautet das Resümee von Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz, der gemeinsam mit Stadtkämmerer Christoph Gerbersmann an dem Treffen teilgenommen hat.

Starker Zusammenhalt und geschlossenes Auftreten – diese abgedroschenen Sprüche verkauft die Verlautbarungsabteilung im Hagener Rathaus als „klare Worte“ des OBs. Tenor: Alles wird gut.

Keine „klaren Worte“ findet der OB aber dazu, dass der Bund den klammen Kommunen Milliarden zugesagt hat, die allerdings „bislang noch nicht angekommen“ seien, wie der SWR in einem Bericht über die Mainzer Konferenz mitteilt.

Bereits im Koalitionsvertrag 2013 habe sich die Bundesregierung auf eine Entlastung der Kommunen um fünf Milliarden Euro geeinigt, heiße es in der „Mainzer Erklärung“, die das Städtebündnis verabschiedete, so der SWR. Von diesem Geld sei aber erst eine Milliarde für die Jahre 2015/2016 bereitgestellt worden.

Die Mainzer Erklärung im Wortlaut:

„Mainzer Erklärung 2016 zur Neuordnung des Kommunalen Finanzsystems“

Politik bewährt sich vor Ort. Sobald kommunale Gestaltungsfähigkeit nicht mehr gegeben ist, droht unserer Demokratie Gefahr. Vor allem als Folge von Jahrzehnte lang nicht ausreichend gegenfinanzierten Gesetzen zu Lasten von Städten und Gemeinden haben immer mehr Kommunen derart hohe Schuldenberge anwachsen lassen müssen, dass ihnen trotz weiterer eigener Spar- und Konsolidierungsprogramme zeitnah der Verlust kommunalpolitischer Gestaltungsfähigkeit droht.

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Kramer schreibt Bahnchef wegen Rummenohler Bahnhof an

28. April 2016 by

Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Kramer teilt die Ansicht der Rummenohler, dass es sinnvoll ist, den Übergang und den Bahnhof in einem Rutsch zu sanieren. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Hubertus Kramer ist natürlich Landtagsabgeordneter. Es gab mal Zeiten, da wurde in den Redaktionen noch Korrektur gelesen.

Müll: Es wird jeden Tag schlimmer

28. April 2016 by

Die Vermüllung weiter Bereiche der Innenstadt bleibt in diesen Tagen das beherrschende Thema der politischen Diskussion. Derzeit konzentriert sich der Meinungsaustausch um Sicherheit und Sauberkeit vor allem auf Wehringhausen.

Aus dem gebeutelten Stadtteil sendete die Initiative „Liebenswertes Wehringhausen“ gestern eine Art Hilferuf an die Öffentlichkeit: „Es muss endlich etwas passieren“, so Gabriele Haasler, Besitzerin des Reformhauses in der Lange Straße: „All der Dreck am Wilhelmsplatz und weiteren Stellen – es ist einfach fürchterlich.“

Durch die zunehmende Vermüllung nehme die Fremdenfeindlichkeit zu: „Wehringhausen rutscht, was wir gar nicht wollen, nach rechts.“

Oberbürgermeister Erik O. Schulz müsse das Thema Stadtsauberkeit endlich zur Chefsache machen, wie er es einst im Wahlkampf versprochen habe. Mittlerweile hätten die Menschen in Wehringhausen jedoch den Eindruck, das Stadtoberhaupt sei abgetaucht und drücke sich vor der Verantwortung: „Und die Ämter schieben die Verantwortung hin und her. Es ist nicht wirklich der Wille zu sehen, die Lage ändern zu wollen.“

Die Bürger im Stadtteil fühlten sich von den Spitzen der Verwaltung nicht mehr ernst genommen. (…)

Quelle: DerWesten

Bücherflohmarkt in der FernUni-Bibliothek

28. April 2016 by

Wissenschaftliche Literatur, Romane, Sachbücher und Fotobände im Angebot

Die Universitätsbibliothek (UB) der FernUniversität, Universitätsstraße 23, 58097 Hagen, lädt zu ihrem großen Bücherflohmarkt ein. Er findet am 28. April 2016 von 16 bis 19 Uhr im Foyer der UB statt.

Die Besucherinnen und Besucher können aus einem vielfältigen und sehr preisgünstigen Bestand von Lehrbüchern und wissenschaftlicher Spezialliteratur ihre Auswahl treffen. Angeboten werden aber auch Romane, Sachbücher und Fotobände aus privaten Buchspenden.

Alle Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, für zehn Euro an einem „Aktionstisch“ so viele Bücher zu kaufen wie sie ohne Taschen und sonstige „Hilfsmittel“ tragen können.

Wer mindestens zehn Bücher erwirbt (Preis maximal drei Euro), kann einen weiteren Titel nach freier Wahl kostenlos mitnehmen.

Bundesweiter Erfolg der Theater-Petition

27. April 2016 by

Inzwischen mehr als 4.000 Unterzeichner

4000-theaterBildquelle: Open Petition

Innerhalb von nur zehn Tagen haben bereits über 4.000 Unterstützer die Petition gegen die Kürzungsvorhaben beim Hagener Theater unterzeichnet. Mehr als 900 davon sind Hagener, dazu kommen viele Bürger aus den umliegenden Städten sowie aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus dem Ausland.

Die Zahl 900 – und das Ende der Fahnenstange ist längst nicht absehbar, geschweige denn erreicht – wird richtig interessant, wenn man sie mit den Wahlergebnissen der Vorsitzenden der Kürzungsfraktionen im Hagener Rat bei den letzten Kommunalwahlen vergleicht.

Am besten schnitt noch der kürzlich geschasste Fraktionschef der SPD, Mark Krippner, ab, er erhielt in seinem Wahlkreis 891 Stimmen. Danach kommt lange nichts, es folgen auf den Plätzen: Jochen Riechel (Grüne, 493), Wolfgang Röspel (CDU, 403), Claus Thielmann (FDP, 252) und Dr. Josef Bücker (Hagen aktiv, 165).

Alle sind also zu einem Mandat gekommen mit zum überwiegenden Teil wesentlich weniger Unterstützung als sie das Theater schon jetzt allein von den Hagenern erfährt.

Hanning scheitert vor Gericht: Fraktionsausschluss ist rechtmäßig

27. April 2016 by

Ratsfrau Barbara Hanning ist mit ihrem Versuch gescheitert, ihren Ausschluss aus der grünen Fraktion Hagen gerichtlich aufheben zu lassen. Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat ihre Klage in allen Punkten als unbegründet abgewiesen.

Fraktionssprecher Joachim Riechel sagt dazu: „Diesen Prozessausgang haben wir erwartet. Es ist offensichtlich, dass eine Fraktion, in der freiwillig zusammenarbeitende Mandatsträger gemeinsam Politik gestalten, nicht gezwungen werden kann, einen nicht ins Team einbindbaren Menschen zu integrieren. Das wäre eine unzumutbare Härte, die motiviertes ehrenamtliches Arbeiten auf Dauer unmöglich machen würde.

Die grüne Fraktion fordert Barbara Hanning auf, ihr Mandat niederzulegen, damit die Grünen in Hagen wieder in der vom Wähler beauftragten Personalstärke politisch arbeiten können.“

Der Vorstand des Kreisverbandes Bündnis 90/DIE GRÜNEN Hagen begrüßt ebenfalls die Entscheidung des Verwaltungsgerichts und hofft, dass durch die Ablehnung der Klage von Barbara Hanning auf Wiederaufnahme in die Ratsfraktion endlich klare Verhältnisse geschaffen worden sind.

Die volle Arbeitsfähigkeit der GRÜNEN im Rat würde wiederhergestellt, wenn Barbara Hanning nun der Aufforderung der Fraktion nachkäme, ihr Mandat niederzulegen.

SPD aus Schmollwinkel herausmanövrieren

27. April 2016 by

Parteipolitisches Lautsprechertum gepaart mit einer knallhart-kompromisslosen Oppositionsstrategie sind weniger sein Ansatz. Claus Rudel steht mehr für inhaltliches Brückenbauen, möchte seine Fraktion besser mitnehmen, transparenter agieren und vor allem die Sozialdemokraten im Hagener Rat wieder gestaltungs- und damit politikfähig machen.

Seit Montagabend hat er für diesen eher konstruktiven Politikansatz nicht bloß die inhaltliche Rückendeckung der SPD-Ratsfraktion, sondern auch das entsprechende Mandat: Mit einem klaren 12:4-Votum bei einer Enthaltung wurde der 49-Jährige zum neuen Fraktionsvorsitzenden der Genossen und somit zum Nachfolger des vor drei Wochen mit einem Misstrauensvotum aus dem Amt gefegten Hohenlimburgers Mark Krippner gewählt. (…)

Der stellvertretende Unterbezirksvorsitzende unterstützte im Herbst vergangenen Jahres auch die intensiven Bemühungen von Parteichef Timo Schisanowski, hinter den Kulissen eine Große Koalition mit CDU-Frontmann Christoph Purps einzufädeln. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Wo hat die Hagener SPD denn je eine „knallhart-kompromisslose Oppositionsstrategie“ verfolgt, wie Redakteur Martin Weiske in seinem Beitrag schreibt. Das Gegenteil ist der Fall: Alle maßgeblichen Kürzungsorgien haben die ehemaligen Sozialdemokraten brav mitgetragen. Dazu passt es bestens, dass die Beobachter der Szene hier lesen dürfen, was Schisanowski so in der Kulisse treibt. Die „Genossen“ bereiten mit solchen Manövern der AfD das Bett. Sie können froh sein, dass die nächsten Kommunalwahlen erst 2020 stattfinden. Und bis dahin hoffen.

Silvia Droste in Concert mit Max Reger Big Band

27. April 2016 by

Freitag, 29.04.2016, 20:00 Uhr
Max-Reger-Musikschule, Dödterstraße 10, 58095 Hagen

Die Big Band der Hagener Max-Reger-Musikschule, Leitung Stephan Mehl, gibt gemeinsam mit den Gästen Silvia Droste (Gesang), Bernt Laukamp (Posaune) und Waldemar Kowalski (Saxophon) ein Konzert der Extraklasse.

Stephan Mehl konnte die international erfolgreiche Jazzsängerin Silvia Droste für das gemeinsame Konzert gewinnen. Die in Herne geborene Sängerin arbeitete u.a. mit Größen wie Charly Antolini, Ack van Rooyen, Peter Herbolzheimer, Archie Shepp, Daniel Humair, Scott Hamilton und Carolyn Breuer, trat mehrfach beim North Sea Jazz Festival auf, war Moderatorin des „ZDF Jazz Club“, Dozentin an der Essener Folkwang Hochschule und künstlerische Beraterin für Jazzreihen des Konzerthauses Dortmund.

Die 20köpfige Big Band aus Lernenden und Lehrenden der Musikschule hat das Programm aus eigens für Silvia Droste von Peter Herbolzheimer, Thad Jones und der HR Big Band geschriebene Arrangements zusammengestellt. Bernt Laukamp war viele Jahre Mitglied der WDR Big Band und hat ebenso wie Waldemar Kowalski mit der Big Band bereits gearbeitet.

Eintritt VVK: 9,- € / AK: 12,-

Kanzlerin im Flüchtlingslager

27. April 2016 by

von Ruth Sauerwein

Die Kanzlerin hat in der vergangenen Woche gemeinsam mit EU-Chef Tusk syrische Flüchtlingslager in der Türkei besucht. Sie wollte in Augenschein nehmen, ob die Türkei ihre Zusagen in Sachen Flüchtlingsabkommen einhält.

Sie hätte bei dieser Gelegenheit einen Abstecher nach Idomeni machen sollen. Dort lagern seit Monaten über 10.000 Menschen im Dreck, weil ihnen die Weiterreise in die EU durch Gitter, Stacheldraht und Blendgranaten verwehrt ist. Sie wollen ihre Hoffnung nicht aufgeben, denn hinter ihnen liegen Armut, Gewalt und Krieg. Viele Kinder sind unter den Flüchtlingen.

Wer in die Suchmaschine den Begriff „refugee support“ eingibt, wird zahlreiche Gruppen finden, die regelmäßig nach Idomeni fahren, Hilfsgüter auf diesem Weg mitnehmen, verzweifelten Menschen in ihrem Elend beistehen.

Es wäre schön, wenn die Kanzlerin sich mit diesen jungen Leuten dort getroffen und ihnen ihre Anerkennung ausgesprochen hätte. Und wenn sie sich beim Anblick der Menschen dazu entschlossen hätte, einem Internet-Aufruf unter dem Motto „We act“ nachzukommen: Die 10.000 Menschen auf die Bahn zu setzen und in einem humanitären Akt nach Deutschland zu bringen.

Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN unterstützt diese Aktion.

1. Mai 2016: Zeit für mehr Solidarität

26. April 2016 by

Der 1. Mai steht in 2016 unter dem Motto: „Zeit für mehr Solidarität“ – Solidarität zwischen den arbeitenden und erwerbslosen Menschen, den Generationen, Einheimischen und Flüchtlingen, Schwachen und Starken. Es ist an der Zeit für mehr Solidarität, und alle brauchen Zeit für mehr Solidarität!

Die diesjährige Kundgebung am „Tag der Arbeit“ der Hagener DGB Gewerkschaften startet traditionell mit der Andacht um 9.45 Uhr in der Johanniskirche. Ab 10.00 Uhr startet von dort der Demonstrationszug, der über den Märkischen Ring und B54 am Rathaus vorbei Richtung Volkspark ziehen wird.

Die Mairede hält im Volkspark das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall Ralf Kutzner. Neben den Forderungen nach Guter Arbeit, Guter Bildung sowie sicherer und ausreichender Rente werden die laufenden Tarifverhandlungen von ver.di und der IG Metall ein weiterer Schwerpunkt sein.

Zusätzlich zu den Reden und Bühnenprogramm mit Folklore und „A Few Songs Left“ bietet das Solidaritätsfest bis ca. 15.00 Uhr viele Informationen an den 30 Ständen der Gewerkschaften und Verbände, aber auch vielseitiges internationales Essen und Trinken. Die Falken sorgen wieder mit Kistenklettern und vielen anderen Aktivitäten dafür, dass auch das jüngere Publikum auf seine Kosten kommt.

Röspel sagt klares Nein zur Rente mit 70

26. April 2016 by

Als „respektlos und zynisch“ bezeichnet der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel die Vorschläge von Bundesfinanzminister Schäuble, das Rentenalter auf 70 Jahre zu erhöhen. Ebenso wie die Junge Union könne Schäuble sich offenbar nicht vorstellen, dass es „in diesem Land immer noch sehr viele Menschen gibt, die sehr schwer körperlich arbeiten müssen.“ Er jedenfalls werde alles dafür tun, dass „eine gelernte Pflegekraft nicht mehr mit 70 Jahren einen Patienten in den Rollstuhl heben muss“, versichert Röspel.

In Wirklichkeit sei Schäubles Vorschlag die Androhung einer „versteckten Rentenkürzung“, ist Röspel sicher. Wer wegen der hohen körperlichen Belastung früher „in Rente“ gehen müsse, bekomme dann nur noch Leistungen „auf Hartz-IV-Niveau“, vermutet der Abgeordnete: „Das hat niemand verdient, der ein Leben lang gearbeitet hat.“ Deshalb brauche man keine „fixe“ Altersgrenze, sondern flexible Übergänge in die Rente und viel mehr Prävention, damit alle ihr heutiges Renteneintrittsalter auch erreichen. Dafür werde sich die SPD einsetzen, verspricht Röspel.

Grüne fordern 30 Jahre nach Tschernobyl: Tihange abschalten

26. April 2016 by

30 Jahre nach Tschernobyl und fünf Jahre nach Fukushima gibt es aktuell immer noch konkrete Bedrohungen durch Kernkraftwerke. Daher fordern DIE GRÜNEN Hagen zu diesem traurigen Jubiläum, auch die maroden belgischen Kraftwerke in Tihange und Doel endlich abzuschalten.

Dazu erklärt Kreisverbandssprecherin Christa Stiller-Ludwig:

„30 Jahre nach dem furchtbaren Reaktorunglück in Tschernobyl erinnert die verlassene Geisterstadt an die vielen Menschen, deren Leben durch den schrecklichen Unfall zerstört wurde. Und auch Fukushima ist ein Synonym für Tod und für die nicht beherrschbare Technik in Atomkraftwerken geworden.

Dennoch werden in Belgien, nah an der deutschen Grenze, mit den Kraftwerken Tihange und Doel immer noch AKWs betrieben, von denen bei dem üblicherweise herrschenden Westwind im Falle eines Unfalls verheerende Folgen für Hagen ausgehen würden. Beide Kraftwerke mussten in der letzten Zeit etliche Male heruntergefahren werden, bei beiden wurden in den Reaktorhüllen tausende von Rissen festgestellt. Trotzdem werden diese Schrottreaktoren weiter betrieben. Hinzu kommt eine sehr reale terroristische Bedrohung. Nach den Anschlägen von Brüssel wurde bekannt, dass in Tihange jahrelang ein Sicherheitsingenier gearbeitet hat, gegen den gleichzeitig ein Verfahren als Mitglied einer islamistischen Terrorzelle lief.

Wenn nicht die grundsätzliche Gefahr durch den Betrieb von Kernkraftwerken schon gereicht hätte, müssten spätestens jetzt alle einig sein in dem Ruf: Tihange abschalten.

Deswegen hat der Rat der Stadt Hagen auf unseren Antrag hin die inhaltliche Unterstützung der Klagen der StädteRegion Aachen gegen den Betrieb der AKWs in Tihange und Doel beschlossen und den Oberbürgermeister beauftragt, die Möglichkeiten einer konkreten Unterstützung der Klagen zu erkunden.

Wir wollen, dass der öffentliche Druck aus vielen Städten Deutschlands mit dazu beiträgt, dass wir und unsere Kinder und Enkelkinder in Hagen nicht weiter der atomaren Gefahr aus Belgien ausgesetzt werden. Das sind wir auch den Opfern von Tschernobyl und Fukushima schuldig.“

Film-Tipp: Power to Change

26. April 2016 by

Dokumentation über erneuerbare Energien und die kommende Energiewende

Dienstag, 26.04.2016 um 20:00 Uhr
Kino Babylon im Kulturzentrum Pelmke

D 2016, Regie: Carl-A. Fechner, Doku, 94 Min.

Deutschland steht zweifellos vor der größten strukturellen Veränderung seit Beginn des Industriezeitalters. Mit der Doku „Power to Change“ wird das Jahrhundertprojekt Energiewende filmisch erlebbar.

Der Film will die Auseinandersetzung um eine Energiewende darstellen, die von unten erfolgt – dezentral und regional. Er greift die persönlichen Geschichten von Menschen auf, die die Erhaltung ihrer natürlichen Lebensgrundlage selbst in die Hand nehmen und verwebt dabei Personen und Schauplätze zu einem authentischen Zeitdokument. Regisseur Fechner versammelt Aktivisten, Unternehmer, Zweifler und Kritiker und zeigt ihren Kampf für oder gegen die Energiewende, kurzweilig, spannend und ohne moralischen Zeigefinger.

Daltons Orckestrar in der Pelmke

26. April 2016 by

Freitag, 29.04.2016, Einlass ab 20:00 Uhr
Eintritt VVK: 12,- €  AK 15,- €

dalton_orckestrar_auf_wieseFoto: Daltons Orckestrar

Dramaturgische Ereignisse werfen lange Schatten. Vorausgesetzt die Scheinwerfer stehen im rechten Winkel, wenn die vier Herren des Daltons Orckestrar die Bühne betreten um mit ihren musikalischen Operationen zu beginnen.

Patient ist Patient, so ihre Überzeugung, ungeachtet der musikalischen Herkunft. Eine Frage der Ethik. La Paloma, Ballroom Blitz, Sweet Dreams sowie Aram Chatschaturjans Säbeltanz sind nur einige ihrer weltberühmten Klinikgäste. Auch Eigenkompositionen werden munter seziert und erst nach der Implantation eines fliegenden Ghettoblasters oder eines Kinderklimperklaviers ins Ohr des Zuhörers entlassen.

Ein ungewöhnliches Operationsbesteck gehört ebenso zu ihrem Repertoire wie der gekonnt minimale Einsatz von Requisiten. Zu den Klängen eines Klassikers der erotischen Musik mischen sich schmatzende Kau-Geräusche, eine sinnliche Geräusch-Performance entsteht, hervorgerufen durch den genussvollen Verzehr eines rotbackigen Apfels. Ein quietschender Teewagen bildet den Auftakt zu einer mongolischen Spritzzeremonie und ein paar Konfettikanonen sorgen für den nötigen Knalleffekt.

Busverkehr in Hagen von Warnstreik betroffen

25. April 2016 by

Sonderfahrpläne am Streiktag

Im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst kommt es bei der Hagener Straßenbahn AG voraussichtlich am Mittwoch, 27. April 2016, zu einem Warnstreik. Das Verkehrsunternehmen geht im Falle eines Streiks von erheblichen Einschränkungen im Busverkehr aus und bietet dann einen Notfahrplan an.

Der Notfahrplan wird sich an dem NachtExpress-Angebot des Unternehmens orientieren. Die Einsatzwagen für den Schülerverkehr entfallen, bis auf die Busse für die Gustav-Heinemann-Schule. Der Anschluss an Linien der umliegenden Nachbarstädte kann nicht über den Notfahrplan gesichert werden. Die Fahrgäste werden deshalb gebeten, alternativ den regionalen Zugverkehr zu nutzen.

Aktuelle Informationen und konkrete Angaben zum noch vorhandenen Fahrtenangebot sind am Mittwoch fortlaufend und aktuell im Newsticker auf der Homepage der Hagener Straßenbahn AG zu sehen.

Ergänzung:

Die Linie 511 der VER (EN-Milspe-Voerde-Haspe-HA Stadtmitte) fährt bis ca. 20:00 Uhr stündlich, Abfahrtszeiten wie sonntags. Die VER-Linien 523 (Dahl-Priorei-Breckerfeld) und 529 (Haspe-Voerde-Breckerfeld) fallen aus.

Nicht betroffen vom Streik sind die MVG-Linien 1 (Hohenlimburg-Elsey-Letmathe), 15 (Hohenlimburg-Oege-Letmathe) und 84 (HA Hbf-Eilpe-Breckerfeld-Halver). Die Bahnbuslinien 591 (HA Hbf-Eckesey-Vorhalle-Wetter) und 594 (HA Hbf-Eckesey-Boele-Kabel-Garenfeld-Schwerte) fahren ebenfalls nach Plan.

Hagens strahlende Geschichte

25. April 2016 by

Teure Atom-Abenteuer reichen bis in die Zukunft

In diesen Tagen jährt sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl zum 30. Mal, vor gut fünf Jahren havarierte das Atomkraftwerk im japanischen Fukushima. Aktuell stehen die maroden Meiler an den belgischen Standorten Doel und Tirange in der Kritik. Aber auch Hagen spielte eine nicht unbedeutende Rolle in der Verbreitung dieser mörderischen Technologie, die die Bürger der Volmestadt noch teuer zu stehen kommen wird.

Es war die Zeit des Kalten Krieges. Von regierungsamtlicher Seite wurde den Menschen erzählt, gegen die Folgen einer Atombombe könne man sich mit einer Aktentasche über dem Kopf schützen. Da lag es nahe, auch an eine „friedliche“ Nutzung der Kernenergie zu glauben.

In diesen Jahren, genau 1959, erreichte der „Fortschritt“ auch Hagen. Das Kommunale Elektrizitätswerk Mark, besser bekannt als Elektromark und ein Vorläufer der heutigen Problemzone Enervie, gründete gemeinsam mit 14 anderen Energieunternehmen die Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor (AVR).

Die Anlage steht in Jülich unmittelbar neben dem Gelände des Forschungszentrums und wurde von 1966 bis 1988 betrieben. Es traten mehrere Pannen und Störfälle auf, Kritiker sehen Indizien, dass der Reaktor sogar havariert ist. Der AVR-Betrieb und mögliche Gefährdungen beim Betrieb wurden 2011 bis 2014 von externen Experten untersucht; laut Abschlussbericht vom April 2014 gab es gravierende verheimlichte Probleme und Fehlverhalten.

Der Rückbau des AVR gilt als außergewöhnlich schwierig, langwierig und teuer. Aber Elektromark bzw. Rechtsnachfolger Enervie hatten viel Glück.

Da die Betreiber sich überfordert zeigten, werden Rückbau und Entsorgung von staatlichen Stellen in Auftrag gegeben und bezahlt. 2003 wurde die öffentliche Hand auch formal Eigentümer des AVR und seines Atommülls. Damit waren die Hagener finanziell aus dem Schneider.

Im Januar 1968 wurden beim Bau des AKW Würgassen erste Proteste laut. Ein SPD-Politiker namens Prof. Karl Bechert forderte: „Die Bevölkerung muss aufstehen wie ein Mann.“ Das hinderte die Elektromark allerdings nicht daran, in das nächste Atomabenteuer einzusteigen.

In jenem Jahr gründete der Stromversorger wiederum gemeinsam mit anderen Elektrizitätsunternehmen die Hochtemperatur-Kernkraftwerks-GmbH, die einen 300 MW-Reaktor bauen und betreiben sollte. Die Gründungsversammlung fand übrigens in Hagen statt.

Im Mai 1971 wurde die erste Teilerrichtungsgenehmigung erteilt und im November 1985 wurde der „THTR 300“ genannte Reaktor in Hamm-Uentrop im Betrieb genommen. Das Glück währte allerdings nicht lange: Nach nur 423 Betriebstagen wurde der THTR wegen „Kinderkrankheiten“ vom Netz genommen und 1989 endgültig stillgelegt.

Zu diesem Zeitpunkt lief Abenteuer Nummer 3 bereits auf vollen Touren: das Kernkraftwerk Emsland in Lingen.

Nach der Ölkrise im Jahr 1973 warb Elektromark-Vorstand Hecker weiter für die Nutzung der Atomkraft.  Das war das Jahr, in dem 500 Traktoren durch den Kaiserstuhl rollten und die Bevölkerung alarmiert war: In Wyhl, mitten im Weinanbaugebiet, war ein Atomkraftwerk geplant.

Hecker argumentierte auf der Hauptversammlung gegenüber den Aktionären, die Elektromark fühle sich als Stromerzeuger durch den von der Bundesregierung angestrebten Ausbau der Kernenergie in der Pflicht – so der Geschäftsbericht – „weil nach dem heutigen Stand der Technik die Kernenergie ihren wachsenden Beitrag zur Energieversorgung nur über die Umsetzung in elektrische Energie leisten kann.“

1975 gründete Elektromark gemeinsam mit den Vereinigten Elektrizitätswerken (VEW) die Kernkraftwerk Hamm GmbH, um einen 1300-MV-Druckwasserreaktor zu bauen. Elektromark hielt an der Gesellschaft einen Anteil von 26 Prozent, das bis dato größte Finanzvolumen für ein Einzelprojekt des Energieversorgers.

Aber die Genehmigung kam nicht so recht voran. Die Elektromark machte dafür „die Einstellung der Landesregierung“ verantwortlich, die von der SPD geführt wurde. Also wich man nach Niedersachsen aus, wo unter der CDU-Regierung des Ministerpräsidenten Ernst Albrecht ein atomgünstigeres Klima herrschte.

1982 wurde die Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH gegründet, im April 1988 ging das AKW Emsland ans Netz. Elektromark hielt eine Beteiligung von 25 Prozent und hatte sich damit wirtschaftlich verhoben, zu viel Kapital war ans Atom gebunden.

Daher beschloss der Aufsichtsrat im Dezember 1993 einschneidende Maßnahmen zur Umstrukturierung des Unternehmens. Dazu gehörte vor allem der Verkauf der Beteiligung am AKW Emsland. Damit waren auch die Kosten für Stilllegung und Entsorgung des Meilers vom Tisch.

In der Folge wurden RWE und VEW mit 20 Prozent des Aktienkapitals Anteilseigner des Hagener Energieversorgers. Möglich wurde diese Veränderung, weil die Stadt Hagen einen Teil ihrer Aktien verkaufte.

Während die Elektromark aus den Abenteuern Jülich und Lingen mit einem blauen Auge davon kam, klebt der Nachfolgerin Enervie Hamm-Uentrop weiter an der Backe. Genauer betrachtet natürlich nicht Enervie, sondern deren Kunden – vielleicht sogar allen Bürgern dieses Landes.

Enervie ist weiter Gesellschafterin der Betreibergesellschaft des seit mehr als einem Vierteljahrhundert stillgelegten Atommeilers (mehr dazu in unserem Beitrag vom Dezember 2015: „Eingekapselt und vergessen“). Die eher konservativen Schätzungen der Kosten für Abriss und Entsorgung liegen bei 1 Milliarde Euro, der Enervie-Anteil liegt bei 26 Prozent.

Für 260 Millionen Euro hätte man die marode Elektrobude vielleicht doch besser in die Insolvenz schicken sollen.


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