Unten der Lidl – oben das Lernen

7. Dezember 2022 by

Das neue Hagener Bildungskonzept: Shopping und Schule versöhnen

Mit dem SUV-Elterntaxi in die Parketage rauschen, danach das Kind an den Quengelständen mit dem nötigen Süßfutter versorgen und anschließend an der Schultür abliefern – diese Vision könnte bald Wirklichtkeit werden, wenn die Vorstellungen der Hagener Verwaltungsspitze umgesetzt werden. Baudezernent Keune scheint jedenfalls nicht abgeneigt zu sein und Oberbürgermeister Schulz hält die Kombination von Parkdeck, Diskounter und Schule für „mutig und fortschrittlich“, wie er der WPWR anvertraute.

Perspektivisch wird der in Hagen vorhandene Schulraum aufgrund steigender Schülerzahlen nicht ausreichen. Dies ist die grundlegende Aussage des im März 2020 durch das externe Büro „biregio“ vorgelegte Gutachten zur Schulentwicklungsplanung. Auf der Grundlage des Gutachtens wurden verschiedene schulorganisatorische Maßnahmen mit dem Ziel der Schulraumerweiterung auf den Weg gebracht. Hinzu kommen Ersatzmaßnahmen für alte, abgängige Pavillons.

Gleichzeitig zeichnet sich bereits jetzt ab, dass für die Realisierung von Maßnahmen ein längerer Zeitraum benötigt wird, als zunächst angenommen wurde. Zudem ist es angesichts der Entwicklung notwendig, dass neben den beschlossenen Maßnahmen weitere geplant und umgesetzt werden. Hierzu schlägt die Verwaltung die Nutzung des Bettermann-Areals für den Bau einer zwei- bis dreizügigen Grundschule in Kombination mit einem Discounter vor.

Die WPWR nennt bereits Details der Bettermann-Planung:

Die Idee zum Bau einer Schule an dieser Stelle sei von Lidl selbst an die Stadtverwaltung herangetragen worden, verriet am Dienstag Baudezernent Henning Keune: „Es gibt sogar schon eine Machbarkeitsstudie, die besagt, dass die bautechnischen Voraussetzungen gegeben sind.“

Der gewaltige Baukörper überspannt, wie im Bebauungsplan vorgesehen, große Teile des bestehenden Parkplatzes. Das Erdgeschoss bleibt einem nach allen Seiten hin offenen Parkhaus vorbehalten, im ersten Stock wird Lidl seine Filiale eröffnen. Ins zweite und dritte Obergeschoss soll die neue Grundschule mit zwei Klassen pro Jahrgang einziehen: „Für Schulhöfe und eine Turnhalle ist ebenfalls Platz vorhanden“, so Keune.

Möglicherweise wird sogar ein viertes Stockwerk obendrauf gesetzt, was Platz für weitere vier Klassen bieten würde.

Ein „gewaltiger Baukörper“ war an dieser Stelle bereits einmal für eine weitere Einkaufs-Galeere geplant, aber u.a. wegen der behinderten Frischluftzufuhr vom Remberg in Richtung Innenstadt abgeblasen worden.

Mit der Lidl-Schule müsste die Stadt nach der Block-1-Schule der GWG in Wehringhausen wieder Schulräume zu vermutlich horrenden Kosten anmieten. Sich rechtzeitig ein Vorkaufsrecht für eine der letzten freien Flächen im Stadtzentrum zu sichern, wurde von der Stadt erkennbar versäumt.

Neben der Lidl-Schule wird eine schulische Nutzung des ehemals vom Reiterverein genutzten Geländes an der Humpertstraße sowie des früheren Sportplatzes des Post-SV am Höing geprüft.

In einer Vorlage für eine gemeinsame Sitzung des Ausschusses für Stadt-, Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie des Schulausschusses werden der aktuelle Stand sowie die zeitliche Perspektive der einzelnen Maßnahmen dargestellt. Dabei wird deutlich, dass bereits eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet wurden, um dem steigenden Bedarf an Schulplätzen gerecht zu werden.

Insgesamt sollen rund 500 Grundschulplätze sowie 767 Plätze in der Sekundarstufe I und 453 Plätze in der Sekundarstufe II geschaffen werden. Weitere Maßnahmen betreffen den OGS-Ausbau oder zum Beispiel den Ersatz von abgängigen Pavillons und die Sicherstellung des Raumangebots zur Umstellung von G 8 auf G 9. Das Investitionsvolumen beläuft sich ohne Berücksichtigung von Kostensteigerungen sowie der Konkretisierung von Planungen dabei in den nächsten Jahren bereits auf insgesamt rund 33,4 Millionen Euro.

Aus Sicht der Schulentwicklungsplanung ist im Hinblick auf die Umsetzung die Einhaltung der angegebenen Zeitziele eine zwingende Voraussetzung, um wie laut Schulgesetz NRW erforderlich künftig allen Schülerinnen und Schülern planmäßig einen Platz zur Verfügung stellen zu können. Sollte dies nicht möglich sein, wäre die Erfüllung der Schulpflicht gefährdet.

Notwendig sind auch die Planung und Umsetzung von schnell zu realisierenden Übergangslösungen. Hierzu gehört die Überlegung, die für die Bauzeit des THG-Umbaus gemieteten Klassencontainer auf den ehemaligen Sportplatz des Post-SV zu verlagern und künftig für Grundschulzwecke zu nutzen.

Zudem sollen alternative Umsetzungsmodelle geprüft werden, da die Personalkapazitäten im städtischen Baubereich nicht ausreichen, um alle Baumaßnahmen stemmen zu können. Hinzu kommen Lieferschwierigkeiten und Kostensteigerungen. Notwendig, so die Vertreter der Stadt, ist ein Schulterschluss zwischen Schulen, Verwaltung und Politik unter Einbeziehung weiterer Akteure.

Wasserstoffwirtschaft trifft auf großes Interesse

7. Dezember 2022 by

Die Stadt Hagen nimmt mit Partnern an einem geförderten Projekt zur Wasserstoffwirtschaft teil. Ziel des Projektes ist die Erstellung eines umsetzungsfähigen Gesamtkonzeptes für eine regionale Wasserstoffwirtschaft im Raum Hagen. Ein Regionalforum zum Projekt stieß auf großes Interesse.

Im Rahmen der HyLand-Förderung durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr setzt die Stadt Hagen darauf, zu einer der treibenden Wasserstoff-Regionen in Deutschland zu werden. Bis Ende 2023 werden nicht nur ein theoretisches Konzept erstellt, sondern ein konkreter Fahrplan für den Wasserstoff-Hochlauf in Hagen entwickelt und konkrete Projekt-Meilensteine angegangen. Das Konzept wird Wege für die Umsetzung von Wasserstoffanwendungen in Unternehmen aufzeigen. Mit dem Regionalforum ist nun der erste Baustein gesetzt.

Rund 40 interessierte Expertinnen und Experten konnten sich im Rahmen des Regionalforums über innovative Ideen und eigene Erfahrungen rund um die Wasserstofferzeugung und Infrastruktur sowie die Verteilung von Wasserstoff austauschen.

So hat sich das Projektkonsortium, bestehend aus Institutionen der Wirtschaft und Wissenschaft, zum Ziel gesetzt, Fachleute sowie Interessierte aktiv in die Konzept-Arbeit einzubinden und den Austausch sowie das Vernetzen rund um die Wasserstoffwirtschaft vor Ort zu fördern.

Die Entwicklung der Region Hagen als Wasserstoffregion wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP2) mit insgesamt 400.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.

„Hänsel und Gretel“ im Theater Hagen

7. Dezember 2022 by

Wiederaufnahme der Oper von Engelbert Humperdinck

Hänsel und GretelMit zwei Vorstellungen steht die beliebte Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck auf dem Spielplan des Theaters Hagen (Großes Haus): am 9. Dezember 2022 (19.30 Uhr) und am 1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2022 (16.00 Uhr).

Wer kennt sie nicht, die Geschichte über das populäre Geschwisterpaar, das sich im Wald verirrt, in die Fänge einer Hexe gerät und einige Abenteuer zu bestehen hat … Und all das begleitet von einer berührenden wie mitreißenden Musik. Der Komponist integrierte einige schlichte Kinder- und Volkslieder in seine kunstvolle spätromantische Partitur und schuf unvergessliche Nummern wie den „Abendsegen“.

In dieser als rundum gelungenen Neuinszenierung des berühmten Stücks für Jung und Alt bezeichneten Produktion (Foto: Volker Beushausen) erwecken Regisseur Holger Potocki, Ausstatterin Lena Brexendorff und Beleuchtungsmeister Hans-Joachim Köster die Märchenwelt in poetisch-traumhaften Bildern zu neuem Leben – eine Aufführung für die ganze Familie!

Informationen, Reservierungen und Karten an der Theaterkasse (dienstags bis freitags von 10.00 bis 19.00 Uhr, samstags von 10.00 bis 15.00 Uhr sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn), per Telefon (02331 / 207-3218), per E-Mail (theaterkasse@stadt-hagen.de) oder online über die Webseite (www.theaterhagen.de).

Neuer Band „Hagener Archivstücke“ erschienen

7. Dezember 2022 by

Hagener_Archivalien_cover_maxDie schriftliche Überlieferung der Hagener Stadtgeschichte im Blickpunkt: Martina Soddemann, Kulturdezernentin der Stadt Hagen, stellt den neu erschienenen Band „Hagener Archivstücke – 111 ausgewählte Schriftquellen zur Stadtgeschichte“ (Foto: Stadt Hagen) am Mittwoch, 7. Dezember, um 18 Uhr im Auditorium des Hagener Kunstquartiers statt. Nach der Buchvorstellung präsentieren einige Autoren die von ihnen im Buch vorgestellten Urkunden und Schriftquellen.

In dem Band werden Urkunden und Schriftstücke vom achten Jahrhundert bis zur Gegenwart gezeigt. Der größte Teil stammt aus dem Stadtarchiv Hagen, viele Urkunden und Dokumenten aber aus anderen Archiven wie die Österreichische Nationalbibliothek, die britischen und US-amerikanischen National Archive sowie aus dem nordrhein-westfälische Landesarchiv in Duisburg und Münster.

Das im Klartext-Verlag erschienene Buch ist die Fortsetzung der 2017 und 2020 herausgegebenen „111 Hagener Stücke“ und „111 Hagener Fundstücke“ mit ausgewählten Exponaten aus dem Stadtmuseum Hagen und dem Archäologiemuseum Hagen.

Das Stadtmuseum und das Stadtarchiv der Stadt Hagen nutzen den Abend außerdem für einen kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr und die Arbeit in der Coronakrise. Geschichtsinteressierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Das Buch kann vor Ort erworben werden.

Mobilität der Zukunft in Hagen

6. Dezember 2022 by

Mit der Mobilitätswende kann Hagen nicht länger warten. Sie ist für Fußgänger, Radfahrer sowie in den Bereichen Elektromobiltät, ÖPNV und Fernverkehr ein sozial-ökologischer Bestandteil der Klimawende.

Deshalb lädt das Hagener Forum Nachhaltigkeit Sachverständige und interessierte Bürger am Donnerstag, 8. Dezember, um 18.30 Uhr in den Saal des Kolpinghauses, Bergischer Ring 18, Saal im 1. Obergeschoss ein, um Informationen auszutauschen und ein gemeinsames Vorgehen zu koordinieren.

Es geht dabei nicht zuletzt auch um die Frage, welchen Beitrag ein höherwertiges Verkehrsmittel, zum Beispiel die Straßenbahn, als Ergänzung zum bestehenden Bussystem leisten kann.

Referenten des Abends sind unter anderen Rüdiger Ludwig, Vorsitzender des Umwelt- und Mobilitätsausschusses des Hagener Stadtrates, und Dipl.-Ing. Jürgen Sporbeck.

VHS: Ein Jahr Bundesregierung – eine Bilanz

6. Dezember 2022 by

Einen Rückblick auf das erste Jahr der Ampel-Koalition bieten die Professorin Ursula Münch sowie der Journalist Hans Moritz in einem Online-Vortrag der Volkshochschule Hagen (VHS) am Donnerstag, 8. Dezember, von 19.30 bis 21 Uhr.

Münch und Moritz ziehen ein Jahr nach der Bundestagswahl eine Bilanz: Wie hat sich die Regierung innen- wie außenpolitisch geschlagen? Welche Partei konnte sich innerhalb der Regierung bei welchen Themen durchsetzen? Gelang es den nicht an der Regierung beteiligten Parteien, eine wirkmächtige Opposition zu bilden?

Ursula Münch ist Professorin für Politikwissenschaft an der Universität der Bundeswehr München sowie Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See. Hans Moritz ist Chefredakteur des Erdinger Anzeigers (Münchener Merkur).

Eine Anmeldung zu dem Online-Vortrag mit der Kursnummer 0130Z ist bis Donnerstag, 8. Dezember, 12 Uhr entweder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder über die Internetseite www.vhs-hagen.de möglich. Mit der Anmeldebestätigung werden die Zugangsdaten für den Vortrag per E-Mail versendet. Voraussetzung für das Sehen und Hören des Vortrags ist ein PC, Laptop oder Smartphone mit einer Internetverbindung.

Umweltfreundliche Produktion für Batterien

6. Dezember 2022 by

In einer Firma im Hagener Stadtteil Haspe wird künftig an einer umweltfreundlicheren Herstellung von Batterien für E-Autos gearbeitet. Ein australisches Unternehmen richtet dafür eine neue Produktion ein. (…)

In ihrem Hagener Werk will die australische Firma „Pure Battery Technologies“ künftig Fahrzeugbatterien herstellen, deren Herstellung bis zu 70% weniger CO2-Ausstoß nach sich zieht. (…)

Quelle: WDR

„Zusammen in Vielfalt“

6. Dezember 2022 by

Volkshochschule Hagen mit neuem Programm

Gerade in Krisenzeiten ist zu beobachten, dass die Menschen zusammenhalten, sich gegenseitig unterstützen und teilen. Und so soll es auch bei der VHS in Hagen sein.

„Im kommenden Semester möchten wir den Schwerpunkt auf Zusammenhalt legen“, betont Bianca Sonnenberg, Leiterin der VHS. „Wir haben die Idee des ‚suspended coffee‘ aufgegriffen und in der Villa Post eine Pinnwand eingerichtet, an der Kursteilnehmer Kurse oder Gutscheine an Menschen verschenken können, die es gerade nicht ‚so dicke‘ haben, aber sich trotzdem weiterbilden wollen“, erklärt sie das Vorhaben. Das neue Programm der Volkshochschule wird so weiterhin dem gesteckten Ziel „Zusammen in Vielfalt“ gerecht.

Ein reichhaltiges Kursangebot mit vielen interessanten, innovativen und lehrreichen Veranstaltungen und Unterrichtsreihen fasst das neue VHS-Programm zusammen. Von Mitte Januar bis Mitte Juni 2023 liefern alle Studienbereiche gleichermaßen anspruchsvolle wie auch spannende Weiterbildungsangebote.

Die Reihe mit den kostenlosen Web-Vorträgen zu ganz unterschiedlichen Themen wird auch nach Weihnachten fortgesetzt. Damit bietet die VHS wieder die Möglichkeit, ganz bequem vom heimischen Sofa aus an hochkarätigen Vorträgen und Veranstaltungen teilzunehmen.

Aktiv geht es hingegen bei den Fahrten nach Luxemburg oder an den Rhein zu, die die VHS zusammen mit dem Europa-Büro für das neue Semester geplant hat.

Das neue Halbjahresprogramm liegt in allen städtischen Einrichtungen und an vielen anderen Orten der Stadt aus. Es lässt sich aber auch online einsehen und steht zum Download unter www.vhs-hagen.de bereit.

Einige Höhepunkte aus dem Programm:

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Radverkehr: Fahrradklima-Test abgeschlossen

6. Dezember 2022 by

Erfolgreiche Umfrage: 727 Personen haben den Radverkehr in Hagen beim ADFC-Fahrradklima-Test bewertet. Im Gegensatz zu dem letzten Fahrradklima-Test 2020 mit 363 Teilnehmenden hat sich die Teilnahme somit verdoppelt. Die Antworten werden im nächsten Schritt durch die Organisation des ADFC ausgewertet und im Frühjahr 2023 veröffentlicht.

Informationen zum Fahrradklima-Test finden Interessierte auf der Internetseite www.fahrradklima-test.adfc.de. Auf der Internetseite www.hagen.de/radverkehr informiert die Fachgruppe Verkehrsplanung aus dem Fachbereich Verkehr, Immobilien, Bauverwaltung und Wohnen der Stadt Hagen.

Fahrtausfälle am Dienstag, 06.12.2022

6. Dezember 2022 by

Wie viele andere Nahverkehrsunternehmen in Deutschland steht auch die Hagener Straßenbahn vor der aktuellen Herausforderung, die dünne Personaldecke und die zusätzlichen Auswirkungen der Pandemie bestmöglich abzufangen.

Am heutigen Dienstag sind Fahrten der Linien 525 und 542 betroffen. Informationen zum Fahrplan und den Einschränkungen im Linienverkehr gibt es in der elektronischen Fahrplanauskunft.

Hunderte Tonnen Müll lagern in Hagen

6. Dezember 2022 by

Knapp 17 Monate nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 warten Hunderte Tonnen Abfall weiter auf die endgültige Entsorgung. Der Abfall werde in Hagen zwischengelagert, es handle sich überwiegend um Boden und Bauschutt, teilte das NRW-Umweltministerium in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage zweier FDP-Abgeordneter mit. Mit der Entsorgung will man bis Ende des Jahres fertig sein. (…)

Quelle: FAZ

HEB: Gebühren sollen leicht sinken

5. Dezember 2022 by

Müllentsorgung, Straßenreinigung, Winterdienst

Die Gebühren, die der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) den Bürgern in Rechnung stellt, sollen 2023 leicht zurückgehen. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt beschlossen.

Die Kosten für die Entsorgung des Restmülls (graue Tonne) werden im kommenden Jahr von heute 4,32 Euro je Liter und Jahr auf nunmehr 3,97 Euro je Liter in 2023 sinken. Aber auch mit dem neuen Preis befindet sich Hagen im Vergleich mit den anderen kreisfreien Städten des Ruhrgebiets und des Bergischen Landes weiterhin in der teuersten Gesellschaft.

Die Absenkung der Müllgebühren kommt etwas überraschend, denn erst kürzlich hatte die Verwaltung eine Erhöhung der Abfallgebühren in Aussicht gestellt, um eine Sperrmüllentsorgung ohne Zusatzkosten zu etablieren. Eine Dienstleistung, die gerade in den benachbarten Kommunen, deren Tarife am niedrigsten sind, seit Jahren üblich ist.

Auch die Kosten für die Straßenreinigung werden moderat reduziert. In Wohnstraßen beträgt die Gebühr pro laufendem Meter künftig 4,78 Euro (- 0,18), in innerörtlichen Straßen 4,22 Euro (- 0,20) und in überörtlichen Straßen 3,65 Euro (- 0,23).

Ähnlich sieht es im Winterdienst aus. Während sich in der Winterdienststufe A die Gebühr leicht um 4 Cent pro laufendem Meter Straßenseite auf demnächst 1,35 Euro erhöht, reduziert sich der Betrag in der Stufe B um 22 Cent auf 0,34 Euro und in Stufe C bleibt er mit 0,14 Euro gleich.

Für alle Gebühren gilt: Nach § 6 Abs. 2 des Kommunalabgabengesetzes NRW (KAG) sind Kostenüberdeckungen am Ende eines Kalkulationszeitraumes innerhalb der nächsten vier Jahre auszugleichen. Kostenunterdeckungen sollen innerhalb dieses Zeitraumes ausgeglichen werden.

Eigentlich ein Plus-minus-null-Geschäft. Trotzdem macht der HEB erstaunlicherweise jedes Jahr einen Gewinn in siebenstelliger Höhe (2019: 2,0 Millionen Euro*, 2020: 1,2 Millionen Euro, 2021: 1,9 Millionen Euro), der traditionell an die Anteilseigner ausgeschüttet wird.

* Angabe der Pflichtveröffentlichung des HEB im Bundesanzeiger, laut Beteiligungsbericht 2021 der Stadt Hagen betrug 2019 der Gewinn 1,6 Millionen Euro.

EU-Ruhr-Dialog 2022: Oberbürgermeister und Landräte präsentieren in Brüssel das Ruhrgebiet als grüne Metropole im Wandel

5. Dezember 2022 by

EU_Ruhr_Dialog_2__Erik trifft UrsulaHagen zeigt überdeutliche Präsenz: Der RVR-Kommunalrat trifft EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und einige EU-Parlamentsabgeordnete aus dem Ruhrgebiet. Ganz vorne mit dabei: Hagens Oberbürgermeister Schulz (3. v. r.) Foto: RVR/Friedrich.

Das Ruhrgebiet macht sich auf den Weg, grünste Industrieregion Europas zu werden, so lautete die zentrale Botschaft beim EU-Ruhr-Dialog 2022. Der Kommunalrat, das Gremium der elf Oberbürgermeister und vier Landräte der Metropole Ruhr, und die Regionaldirektorin des RVR, waren für politische Gespräche nach Brüssel gereist.

Allen voran im Austausch mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Nicolas Schmit, EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, haben die kommunalen Spitzen verdeutlicht, dass die Metropole Ruhr maßgeblich zu den europäischen Klimazielen und zum industriellen Wandel in Europa beiträgt.

Die Potenziale der Metropole Ruhr bei der Reaktivierung von Brachflächen, der industriellen Nutzung von Wasserstoff und für lebenswerte grüne Infrastruktur wie Parks, Halden und Radwege wurde auch im fachlichen Austausch mit Vertretern der EU-Kommission und in Gesprächen mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments betont.

Der Kommunalrat reiste am 30. November und 1. Dezember gemeinsam nach Brüssel. Dort traf die Delegation aus dem Ruhrgebiet neben EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen unter anderem auf Nicolas Schmit, EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, sowie die Direktoren für Klimapolitik, Stadtentwicklung, Regionalpolitik, Energiefragen und Biodiversität. Auch Gespräche mit Mitgliedern des EU-Parlaments standen auf der Agenda.

Vorbereitet und organisiert wurde der sechste EU-Ruhr Dialog 2022 vom Europareferat des Regionalverbandes Ruhr. Eine aktuelle Auswertung des RVR zeigt, dass zwischen 2014 und 2020 insgesamt 1,87 Milliarden Euro aus unterschiedlichen EU-Programmen in das Ruhrgebiet geflossen sind.

Die Hauptforderungen im EU-Ruhr-Dialog 2022:

  • Beim Ausbau und der industriellen Nutzung von Wasserstoff braucht es einen einheitlichen Rechtsrahmen, für die notwendigen Investitionen in Infrastrukturen und Technologien.
  • Bei der Revitalisierung von altindustriellen Flächen in der Metropole Ruhr plädiert der Kommunalrat für passgenaue Rahmenbedingungen und Förderzugänge zur Bewältigung dieser besonderen Aufgabe.
  • Um die sozialen Folgen vom Industrie- und Energiewandel abzufedern, müssen Struktur- und Förderinstrumente wie der Europäische Sozialfonds dringend ausgeweitet bzw. spezifische Fonds geschaffen werden.
  • Bei der Strukturförderung darf es in der neuen Förderperiode keine Mittelkürzungen geben

Arbeitslosigkeit stabil hoch bei 11,1 Prozent

4. Dezember 2022 by

Wenig Angebote trotz angeblichem Arbeitskräftemangel

Die Chefin der Hagener Arbeitsagentur, Katja Heck, blickt wie immer durch ihre rosarote Brille: „Der Hagener Arbeitsmarkt ist aktuell weiter stabil. Die saisonale Belebung ist deutlicher als im Vormonat. Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter, sogar stärker als in den Jahren vor Corona zu dieser Jahreszeit und entwickelt sich erneut besser als der Landesdurchschnitt.“

Der erste Satz stimmt sogar: Auch im November waren die Hagener Arbeitslosenzahlen weiter stabil – mit 11,1 Prozent nämlich stabil hoch. Gegenüber dem Vormonat ging die Arbeitslosenquote lediglich um 0,1 Prozent zurück, im Vergleich zum November 2021 stieg sie um ebenfalls 0,1 Prozent.

Wie die Agenturchefin vor diesem Hintergrund einer verfestigten Lage zu ihrer Bewertung kommt, „saisonale Belebung“ und „sinkende Arbeitslosigkeit“ festzustellen, dürfte ihr persönliches Geheimnis bleiben.

Und „besser als der Landesdurschnitt“? Na ja, wenn ein Anstieg von 0,2 Prozent in NRW den entscheidenen Unterschied macht, kann man das so sagen. Aber dann sollte die Arbeitsamtschefin auch nicht vergessen hinzuzufügen, dass die landesweite Arbeitslosenquote bei 6,9 Prozent liegt – und nicht bei 11,1 Prozent wie in Hagen.

Dabei gibt die offizielle Arbeitslosenquote nur ein geschöntes Bild der tatsächlichen Lage wieder, da ganze Gruppen von Erwerbslosen in dieser Statistik gar nicht erfasst werden, z.B. die Über-58-Jährigen oder diejenigen, die in zu einem großen Teil nutzlosen „Maßnahmen“ geparkt werden.

Realitätsnäher ist die Unterbeschäftigungsquote, in der auch diese Menschen ohne Arbeitsplatz berücksichtigt werden. Diese Quote lag im November bei 13,7 Prozent, ebenfalls stabil mit 0,1 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Die monatlich wiederkehrenden verbalen Stanzen der Arbeitsagentur finden ihr Gegenstück im genauso regelmäßig wiederkehrenden Klagen von Wirtschaftsverbänden wie der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) über den angeblichen Fachkräftemangel.

Wenn es den tatsächlich gibt, so sollte man meinen, würden die entsprechenden Betriebe alle Kanäle nutzen, um die benötigten Beschäftigten anzuwerben. Also auch die Arbeitsagentur. Aber dort sieht es mau aus.

Das verarbeitende Gewerbe meldete im November in Hagen gerade einmal 20 offene Stellen – 20! Die aktuell höchste Kräftenachfrage mit 80 Stellen hatten freiberufliche Arbeitgeber, die überhaupt nicht von der SIHK vertreten werden. Genauso wenig wie das Gesundheits- und Sozialwesen mit 34 Stellen und die öffentliche Verwaltung, die 26 Stellen meldete.

Traditionell auf einem der vorderen Ränge waren auch im November wieder die Leiharbeitsfirmen vertreten, die von der Arbeitsagentur „Personaldienstleister“ genannt werden, im Volksmund aber als „Sklavenhändler“ bekannt sind. Die boten in ihrem Beritt 64 Stellen an.

Von der AFA zur VARTA

4. Dezember 2022 by

Neuerscheinung: Die Accumulatoren Fabrik AG – Batterien aus Hagen 1887-2021

24819-5_Blank_Ellerbrock_Cover_V2.inddDie im Dezember 1887 im westfälischen Hagen gegründete Accumulatoren Fabrik AG (AFA) war im ausgehenden 19. Jahrhundert ein Pionierunternehmen auf dem Gebiet der Elektrotechnik. Durch die Verbreitung der Elektrizität fanden die in Hagen erstmalig nach industriellen Maßstäben hergestellten Batterien vielfältige Anwendungen.

Eine jetzt im Aschendorff-Verlag erschienene 522 Seiten umfassende und stark bebilderte Publikation, herausgegeben von Dr. Ralf Blank, Leiter des Stadtarchivs Hagen, und Dr. Karl-Peter Ellerbrock, Direktor der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund, beleuchtet die Geschichte des 1962 in VARTA Batterie AG umbenannten Unternehmens. Der Fokus liegt auf dem „Stammwerk“ in Hagen, wo die Produktion von Batterien im Juni 2021 beendet wurde (Foto: Verlag).

Die AFA entwickelte sich seit ihrer Gründungsphase auch zu einem “Global Player“. Zum 25-jährigen Jubiläum 1913 verfügte das Unternehmen über ein weltumspannendes Netz aus Tochtergesellschaften, Beteiligungen und Vertretungen. Gleichzeitig spielte die AFA als Rüstungslieferant seit 1904 auf dem internationalen Absatzmarkt besonders für U-Boot-Batterien eine wichtige Rolle.

Doch auch als Produzent und Anbieter von Batterien für den Bedarf der Eisenbahn, den Bergbau, von Kraftwerken und der Industrie besaß die AFA große Marktanteile in Deutschland und in mehreren europäischen Ländern. Die Einführung der Elektromobilität wäre ohne den Hagener Batteriehersteller kaum denkbar gewesen.

Blank, Ralf/Ellerbrock, Karl-Peter (Hrsg.): Die Accumulatoren Fabrik AG
ISBN 978-3-402-24819-5, 39,80 Euro

Online-Vortrag: „Manipulation von Verbrauchern“

4. Dezember 2022 by

Zu einem kostenlosen Online-Vortrag mit der Professorin Lucia Reisch zu personalisierten Manipulationsmöglichkeiten lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) alle Interessierten am Dienstag, 6. Dezember, von 19.30 bis 21 Uhr ein.

In ihrem Vortrag mit dem Titel „Überall, unbemerkt und unterschätzt“ thematisiert die Dozentin die These, dass Unternehmen und Medien versuchen, Verbraucher gezielt zu steuern. Dies ist nichts Neues in der Konsumgesellschaft, allerdings haben sich die Möglichkeiten und die Missbrauchsgefahr durch die Datensammlung in der digitalen Welt vervielfacht.

Auch die Politik versucht, durch entsprechende Instrumente das Verhalten zu beeinflussen. Neben den klassischen Instrumenten wie Steuern, Gesetzen und Informationen kommt dafür seit einigen Jahren auch das „Nudging“ (dt. Stupsen) zum Einsatz. In den USA wurde es zunächst während der Präsidentschaft von Barack Obama genutzt, heute nutzen es hunderte von Regierungen weltweit.

Staatliches „Nudging“ muss immer die Wohlfahrt und das Wohlbefinden der Menschen steigern und ist strengen Regeln des „Guten Regierens“ wie zum Beispiel der Transparenz der Prozesse unterworfen. Dagegen sind Anwendungen von „Nudges“ durch Unternehmen von deren Zielsetzung und ethischem Verständnis abhängig. Hier wird die Methode, abweichend von der Grundidee, auch für Ziele eingesetzt, die rein kommerziell motiviert, manchmal sogar illegitim sind.

Dass aus Stupsen schnell Schubsen wird, hat vor allem mit der ständig wachsenden Menge personenbezogener Daten von Konsumentinnen und Konsumenten sowie immer intelligenter werdenden Algorithmen zu tun. Dadurch ergeben sich insbesondere im digitalen Bereich noch nie dagewesene, personalisierte Manipulationsmöglichkeiten von Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Wie kann das Design von Benutzerschnittstellen wie Internetseiten von Online-Shops fair und ethisch gestaltet werden? Sind Menschen sich überhaupt bewusst, dass ihre (Kauf-)Entscheidungen gelenkt werden? Wie lässt sich ihr Bewusstsein schärfen und wie können sie sich sogar wappnen?

Diese und weitere Fragen beantwortet Lucia Reisch in ihrem Vortrag. Sie ist „Professor of Behavioural Economics and Policy“ an der University of Cambridge, Mitglied der acatech und nahm in den vergangenen Jahren eine leitende Rolle in verschiedenen großen EU-Forschungsprojekten zu Verbraucherverhalten und Verbraucherpolitik ein. Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Verhaltensökonomik, nachhaltiges Konsumentenverhalten und der Zusammenhang von Digitalisierung und Verbraucherverhalten.

Eine Anmeldung zu dem Vortrag mit der Kursnummer 0128Z ist bis Dienstag, 6. Dezember, 12 Uhr entweder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder über die Internetseite www.vhs-hagen.de möglich. Mit der Anmeldebestätigung werden die Zugangsdaten für den Vortrag per E-Mail versendet. Voraussetzung für das Sehen und Hören des Vortrags ist ein PC, Laptop oder Smartphone mit einer Internetverbindung.

E-Roller: Ausleihe bald in ganz Hagen möglich

3. Dezember 2022 by

Die in Hagen durchaus nicht unumstrittenen E-Roller zum Ausleihen sollen demnächst auch in den Bezirken Nord, Eilpe/Süd und Hohenlimburg bereit gestellt werden. Vertreter der Stadtverwaltung sicherten sich in den jeweiligen Bezirksvertretungen die Zustimmung der örtlichen Politik für ihr Konzept. (…)

Umstritten sind die E-Roller auch im Hagener Süden, wo der Fachbereichsleiter Umwelt höchstselbst für das Verkehrs-Projekt – 50 Roller oder Fahrräder sollen hier angeschafft werden – warb: „Die Roller sind beliebt, das Projekt läuft gut“, so Thomas Köhler. „Eine Ausweitung liegt auf der Hand.“ (…)

Dagegen argumentierte vor allem Wolfram Schroll (Grüne): „Die Roller werden nicht wie angedacht für den letzten Kilometer genutzt. Vorzugsweise mieten Betrunkene oder Jugendliche die Scooter. Obendrein sind sie schwierig zu fahren. Ich sehe auch nicht, dass die Roller zwischen 40-Tonnern an der B 54 im Volmetal genutzt werden.“ Studien aus den USA zeigten auch, dass es mit der Nachhaltigkeit nicht so weit her sei.

Hagen-Aktiv-Vertreter Udo Pfeiffer verweist auf eine Studie des Umweltbundesamtes, die E-Roller äußerst kritisch sehe. „Ich kenne keine Studie, die mal aufzeigt, wie viele Menschen tatsächlich aufgrund eines E-Rollers ihr Auto stehen lassen.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: So sieht die Realität im Hagener Politikbetrieb aus: Zwei Hellsichtige in einem Heer von Blinden. Während andere Städte die Ausbreitung dieses Mülls einschränken oder sogar, wie aktuell Paris, ein Verbot der Roller in Betracht ziehen, machen Bezirksvertretungen, die sich ansonsten mit dem Aufstellen von Parkbänken oder Kirmeseseln und Geldzuweisungen für ihre Lieblingsvereine beschäftigen, den Weg frei für nutzlose Vehikel privater Verleihfirmen, deren Stellplatzausschilderungen (je 300 Euro) auch noch aus dem defizitären städtischen Haushalt bezahlt werden.

Nachrodt tat, was in Hohenlimburg nicht ging

3. Dezember 2022 by

In Hohenlimburgs Nachbarschaft wurde ein altes Hallenbad durchsaniert. Was mit dem Lennebad in Hagen nicht ging, ist hier realisiert worden. (…)

Decken, Betonflächen, ein Edelstahlbecken, die Fassade neu gedämmt, Fenster der Schwimmhalle getauscht und die Schwimmbadtechnik erneuert. Ein Blockheizkraftwerk wird gemeinsam mit der angrenzenden Turnhalle genutzt. (…)

Quelle: wp.de

Zahl der Grippefälle steigt deutlich an

3. Dezember 2022 by

Die Zahl der gemeldeten Influenza-Infektionen steigt in Hagen deutlich an. Lag die Zahl in den beiden Vorwochen zusammen noch bei 16 gemeldeten Fällen, so wurden in dieser Woche bereits 26 Fälle dem Gesundheitsamt der Stadt Hagen gemeldet.

Zudem steigt die Zahl deutlich früher als sonst üblich an. Vor der Corona-Pandemie tauchten die ersten Influenzapatienten erst im Januar/Februar auf. Dieses Mal geht das Gesundheitsamt aufgrund der bislang gemeldeten Fälle davon aus, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein fortlaufender Anstieg von Patienten erwartet werden muss.

Die verstärkten Hygiene-, aber auch Abstands- und Kontaktmaßnahmen – die inzwischen trotz nach wie vor hoher Corona-Zahlen aus ideologischen Gründen (FDP!) gestrichen wurden – sorgten in den beiden vergangenen Influenzasaisons 2020/21 und 2021/22 auch dafür, dass nur zwei bzw. drei (!) Influenza-Infektionen gemeldet wurden. So lag die Zahl der gemeldeten Fälle in der Volmestadt 2019/20 noch bei 145 sowie 2018/19 bei 140, 2017/18 waren es mit 265 sogar noch einmal deutlich mehr. Es muss allerdings von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Neben dem Influenzavirus kursieren aktuell auch zahlreiche andere Viren, wie zum Beispiel das RS-Virus. Wie bei allen Viren, die Atemwegserkrankungen hervorrufen, gelten auch beim Influenza-Virus die bekannten Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand halten, das Tragen einer Maske oder regelmäßiges Händewaschen.

Während bei Corona über einen langen Zeitraum fast flächendeckend getestet wurde und eine entsprechend niedrige Dunkelziffer angenommen werden konnte, wird auf Influenza kaum getestet. Ein Erregernachweis wird in der Regel nur bei krankenhauspflichtigem Verlauf und der dortigen Diagnostik durchgeführt. Dennoch spiegeln die aktuellen Zahlen deutlich das derzeit stark gestiegene Patientenaufkommen, das aus Praxen und Kliniken dem Gesundheitsamt mitgeteilt wird, wieder.

Von den insgesamt bislang 42 Betroffenen sind mehr als 50 Prozent noch nicht volljährig, die überwiegende Zahl sogar noch unter sechs Jahren. Nur eine der erkrankten Personen war gegen Grippe geimpft. Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen empfiehlt aufgrund der im Jahresverlauf sehr frühen sowie stark zunehmenden Anzahl an gemeldeten Fällen die Durchführung einer Grippeschutzimpfung beim Hausarzt.

Eine Grippe kann jeden treffen, normalerweise insbesondere ältere Menschen, Schwangere und chronisch Kranke, aber in diesem Jahr haben auch Kinder ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe.

KI Hagen: Neue Sprachmittler geschult

3. Dezember 2022 by

Weitere Verstärkung im Laien-Sprachmittlerpool: Nachdem das Kommunale Integrationszentrum (KI) der Stadt Hagen im März und Juni bereits 27 neue Sprachmittlerinnen und Sprachmittler für den Laien-Sprachmittlerpool hinzugewinnen konnte, fand nun eine dritte Grundlagenschulung zur ehrenamtlichen Sprachmittlung am KI Hagen statt.

Die promovierte Dolmetscherin und Dozentin Dr. Natalia Tilton vermittelte den Teilnehmern die wichtigsten Grundlagen des ehrenamtlichen Sprachmittelns. Dabei ging es auch um die verschiedenen Arten des Dolmetschens, der Unterschied zwischen ehrenamtlichen Sprachmittlern und professionellen Dolmetschern sowie die Rolle der Sprachmittler.

Weitere Themen waren die ethischen Prinzipien in der Sprachmittlung sowie der Umgang mit Konfliktsituationen. So können die neuen Sprachmittlerinnen und Sprachmittler künftig dabei helfen, Sprachbarrieren zwischen Bildungseinrichtungen und zugewanderten Menschen abzubauen, um so eine bessere Kommunikation und Teilhabechance zu ermöglichen.

Unter den Teilnehmenden der Grundlagenschulung befanden sich vor allem angehende Sprachmittler für Ukrainisch und Russisch. Doch auch für Sprachen wie Arabisch, Bulgarisch, Rumänisch und Serbisch, für die in Hagen seit längerer Zeit Bedarf besteht, konnte das KI sich mit neuen Sprachmittlern weiter verstärken. Zudem sind im Sprachmittlerpool erstmalig die Sprachen Aserbaidschanisch, Paschtu und Persisch vertreten.

Durch die neugewonnenen Kräfte wächst das Angebot auf insgesamt 56 Personen und 28 unterschiedliche Sprachen an. Die Vergrößerung des Laien-Sprachmittlerpools stellt wegen des hohen Bedarfs an Übersetzungshilfen einen kontinuierlichen Prozess dar.

KI sucht weitere Laien-Sprachmittler

Interessierte, die den Laien-Sprachmittlerpool als ehrenamtlicher Sprachmittler oder ehrenamtliche Sprachmittlerin unterstützen möchten, können sich bei Robin Palm, zuständiger Ansprechpartner beim KI Hagen, unter Telefon 02331/207-3851 oder per E-Mail an robin.palm@stadt-hagen.de melden.

Volles Risiko: Erstmals haben in Hagen Radfahrer Vorfahrt

2. Dezember 2022 by

Einem durchaus spannenden, vielleicht sogar riskanten Feldversuch dürften sich die Radfahrer künftig in Hagen-Haspe an der Kohlenbahn ausgesetzt sehen. Die Verwaltung möchte jetzt doch die dortige Querung des Radweges zwischen Martin- und Stephanstraße so ausbauen, dass entgegen der bisherigen Gewohnheit die Auto- und Lkw-Fahrer den Zweirad-Nutzern die Vorfahrt gewähren müssen. Ein Vorstoß, der im Frühjahr 2021 von den Hasper Bezirkspolitikern ursprünglich abgeschmettert worden war. Doch bei einem zweiten Anlauf haben sich jetzt urplötzlich die Mehrheiten ebenso wie die politischen Zuständigkeiten verschoben. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Wie „Mehrheitsmeinung“ gemacht wird

2. Dezember 2022 by

„Literaturzeit“ in der Stadtbücherei auf der Springe

Um das Buch „Die vierte Gewalt“ von Richard David Precht und Harald Welzer geht es in der nächsten „Literaturzeit“ des Hagener FORUM NACHHALTIGKEIT für politisch Interessierte am Montag, 5. Dezember, von 17 bis 19 Uhr in der Stadtbücherei auf der Springe. Die Journalistin Ruth Sauerwein stellt das Buch vor.

Precht und Welzer sind Wissenschaftler sowie bekannte Publizisten und damit selbst Teil der medialen Szene, die sie in ihrem Buch kritisch in den Mittelpunkt stellen. Ihnen geht es dabei nicht um die fragwürdigen Skandalmedien, sondern um renommierte Leitmedien. Sie zeigen auf, wie von diesen Medien die sogenannte „Mehrheitsmeinung“ gemacht wird. Zudem beschreiben die Autoren ausführlich die verbreiteten Tendenzen der emotionalen Aufbereitung der Berichterstattung, deren Personalisierung sowie die Identifikation eines Großteils der Journalistinnen und Journalisten mit dem herrschenden Politikbetrieb. Dabei resümieren sie, dass in der Gesellschaft der Gegenwart und der Zukunft ein nachhaltiger Aufklärungsjournalismus gebraucht wird, der sich einer eigenen Existenzvoraussetzungen bewusst und diesen verpflichtet ist.

Zur Verlagsseite (mit Leseprobe)

Das Hagener FORUM NACHHALTIGKEIT pflegt einen regelmäßigen Austausch über aktuelle gesellschaftspolitische Buchveröffentlichungen. Alle politisch Interessierten sind dazu eingeladen, gemeinsam in der „Literaturzeit“ über die vorgestellte Lektüre zu diskutieren. Die Teilnehmenden müssen diese vorher nicht gelesen haben. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In nur zwei Monaten: 24 Millionen mehr Schulden

1. Dezember 2022 by

Steigende Zinsen und keine Altschuldenregelung – Verstärke Aktivitäten der Hagener Rathausoberen sind nicht zu sehen

In der heutigen Sitzung des Hagener Haupt- und Finanzausschusses wird von Kämmerer Christoph Gerbersmann der aktuelle Bericht zur Haushaltslage der Stadt vorgestellt. Stolz wird er dort seine Einsparungen („Konsolidierungsmaßnahmen“) präsentieren.

Tatsächlich ist der Schuldenstand im Bereich der Liquiditätskredite (Kassenkredite) zum Stand 07.11.2022 im Vergleich zum Vorjahr von 957,3 Millionen Euro auf 910,2 Millionen Euro zurückgegangen. Aber, so Gerbersmann in der Beschlussvorlage einschränkend, das sei „überwiegend auf noch nicht abgeflossene Mittel aus Förderprogrammen zurückzuführen“.

Das reicht allerdings nicht als Entwarnung, denn gegenüber dem Stand zum September 2022 mit 886,1 Millionen Euro hat sich das Kreditvolumen bereits wieder dramatisch erhöht. Innerhalb von weniger als zwei Monaten wuchs der kommunale Schuldenberg um 24 Millionen Euro.

Dazu kommt die Entwicklung des Zinsniveaus, das geradezu explosionsartig unter die Decke geht, wie aus der Verwaltungsvorlage zu erkennen ist (in Klammern jeweils die Zinssätze des Vorjahrs):

Zinsentwicklung Screenshot 2022-12-01 at 01-25-17 Stadt Hagen - Allris Buerger

Über allem schwebt die ungelöste Altschuldenproblematik. Altschulden, die in erster Linie durch Gesetzgebungen von Bund und Land zu verantworten sind, weil diese Ebenen das sogenannte Konnexitätsprinzip nicht eingehalten haben, nach dem die entsprechenden auf die Kommunen abgewälzten Ausgaben gegenfinanziert werden müssen.

Der Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind reagierte direkt am Tag der Verkündung der Erhöhung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank am 27.10.2022: „Die heute verkündete Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank wird die städtischen Finanzen weiter verschlechtern. Gerade die Zinsen für das kurzfristig benötigte Geld, den sogenannten Kassenkrediten, werden eine positive Haushaltsgestaltung zukünftig deutlich erschweren.“

Mülheims Oberbürgermeister Marc Buchholz erinnerte im Gespräch mit den Funke-Medien an den Ruhr-Berlin-Dialog der Ruhrgebiets-Oberbürgermeister im März:

Damals habe Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den anwesenden Revier-OB und Landräten eine Lösung der Altschuldenfrage noch bis Ende dieses Jahres zugesagt. „Doch bis heute hat sich nichts getan“, sagt Buchholz.

Deswegen habe er sich noch einmal persönlich an den Kanzler gewandt. Am 4. November erging demnach aus dem Mülheimer Rathaus ein Schreiben an Scholz mit der Bitte um Antwort auf die Frage, wann denn die Ampel ihren Vorschlag zur Altschuldenlösung in das Gesetzgebungsverfahren einbringen wolle. „Leider haben wir bis heute keine Reaktion aus Berlin erhalten, nicht einmal eine Eingangsbestätigung“, so Buchholz – und das trotz zweimaliger Nachfrage im Kanzleramt. „Der Kanzler hält nicht ein, was er verspricht. Und die Beweggründe dafür werden nicht kommuniziert“, kritisiert der Mülheimer Stadtchef.

Vergleichbare Aktivitäten aus dem Hagener Rathaus sind nicht bekannt.

Stadt Hagen verzichtet bis 2025 auf höhere Kita-Beiträge

1. Dezember 2022 by

Frühzeitige Bescherung für die finanziell ohnehin schon stark geforderten Hagener Eltern: Die Stadtverwaltung möchte in den nächsten beiden Jahren die ursprünglich beschlossene zweiprozentige Dynamisierung der Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen und die Tagespflege aus sozialpolitischen Gründen erneut aussetzen. Damit bleiben die Kosten auch in den Kita-Jahren 2023/24 sowie 2024/25 auf dem aktuellen Niveau. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Auf der Suche nach Reichtum, Macht und einer besseren Zukunft

1. Dezember 2022 by

Premiere im Theater Hagen: „La fanciulla del West“ von Giacomo Puccini

La fanciulla del WestSzene aus der Produktion: Susanne Serfling (als Minnie), Anton Kuzenok (als Nick) und Angelos Samartzis (als Dick Johnson). Foto: Volker Beushausen.

Am Samstag, 3. Dezember 2022, 19:30 Uhr, Großes Haus, steht eine weitere szenische Musiktheater-Premiere des Theaters Hagen im Großen Haus auf dem Programm: die Oper „La fanciulla del West“ („Das Mädchen aus dem goldenen Westen“) von Giacomo Puccini (in italienischer Sprache mit deutschen Übertexten).

Gold! Als 1848 die ersten Goldnuggets in Kalifornien entdeckt werden, strömen bald Zehntausende in den bislang kaum besiedelten amerikanischen Westen: Sie verlassen ihre Heimat auf der Suche nach Reichtum, Macht und einer besseren Zukunft. Doch nur wenige finden das ersehnte Gold – alle anderen versinken in Hoffnungslosigkeit und Tristesse.

In diesem Milieu siedelt Puccini „La fanciulla del West“ an. Die Goldgräber in dieser Oper sind gebrochene Männer. In Minnie, die sich als einzige Frau in diesem gefährlichen Umfeld behaupten muss, projiziert jeder auf seine Weise Träume von Liebe und Geborgenheit. Als der neu zum Lager gestoßene Dick Johnson Minnies Herz zu erobern droht, bricht sich eine verzweifelte Wut Bahn; angeführt vom Sheriff Jack Rance wird der Fremde zum Gejagten …

Puccinis 1910 an der New Yorker Metropolitan Opera uraufgeführtes Musikdrama bezeichnete er damals selbst als seine beste Oper. Obwohl selten gespielt, gilt sie doch als Meisterwerk, das durch seine komplexe und feingewobene Partitur ebenso herausragt wie durch seine ungewöhnliche, beinahe filmische Erzählweise.

In ihrer Neuinszenierung, durch die „La fanciulla del West“ nach fast 60 Jahren wieder in Hagen zu erleben sein wird, folgen Regisseur Holger Potocki und seine Ausstatterin Lena Brexendorff Puccinis differenzierter und einfühlsamer Schilderung einer Gesellschaft, der nur noch die Träume geblieben sind.

Weitere Vorstellungen: 10.12. (19.30 Uhr), 21.12. (19.30 Uhr), 28.12.2022 (19.30 Uhr), 20.1. (19.30 Uhr), 9.2. (19.30 Uhr), 11.3.2023 (19.30 Uhr).

Reservierungen und Karten an der Theaterkasse (dienstags bis freitags von 10.00 bis 19.00 Uhr, samstags von 10.00 bis 15.00 Uhr sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn), per Telefon (02331 / 207-3218), per E-Mail (theaterkasse@stadt-hagen.de) oder online über die Webseite (www.theaterhagen.de).

Mit der VHS auf Bunkertour durch Hagen

1. Dezember 2022 by

Zu einer Bunkertour durch Hagen laden die Volkshochschule Hagen (VHS) und das Bunkermuseum alle interessierten Hagenerinnen und Hagener am Samstag, 3. Dezember, von 11.30 bis 14.30 Uhr ein. Treffpunkt ist vor dem Bunkermuseum, Bergstraße 98, in dem die Führung beginnt.

Bei der Bunkertour erhalten die Teilnehmer Informationen zu einigen in Hagen erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges. In dem originalgetreu rekonstruierten Kellergeschoss lässt sich die Atmosphäre der Bombennächte im Krieg gut nachempfinden.

Nach der ungefähr einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht die Tour weiter zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker an der Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Der Rückweg führt am früheren Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße, der heutige Standort der Polizeiwache, vorbei zurück zum Bunker in der Bergstraße.

Dort erfahren die Teilnehmer anschaulich, wie der Bunker in der Nachkriegszeit genutzt wurde: beispielsweise als Hotel, Jazz-Keller und Friseursalon. Die vielen kleinen Bunkerräume sind mit etlichen historischen Exponaten zeitgenössisch ausgestattet und zeigen so ein gutes Bild von der früheren Nutzung. Außerdem kann dort die alte originale Einrichtung des Atombunkers an der Bahnhofstraße besichtigt werden.

In dem Entgelt von 19 Euro ist der Eintritt für den Bunker an der Bergstraße bereits enthalten. Die VHS bittet um Anmeldung unter Angabe der Kursnummer 1148 unter Telefon 02331/207-3622 oder über die Internetseite www.vhs-hagen.de.

Weniger Studenten an Hagener Hochschulen

1. Dezember 2022 by

Rückgang stärker als im Landesschnitt

An der Hagener Fernuniversität, weiterhin die größte Hochschule des Landes, sind im Wintersemester 2022/23 60.240 Studierende eingeschrieben – ein Jahr zuvor waren es jedoch noch 64.788. Das Minus von 4.548 bedeutet einen Rückgang von 7,0 Prozent. Auch die Zahl der Studienanfänger war rückläufig, sie reduzierte sich von 2.610 auf 2.502 Personen – ein Minus von 4,1 Prozent.

Einen ähnlichen Trend hat die Fachhochschule Südwestfalen zu verzeichnen: In diesem Semester waren nur noch 11.015 Studierende eingeschrieben, im Vorjahr waren es noch 11.392 – ein Minus von 3,3 Prozent. Die Zahl der Erstsemester ging noch weiter zurück: Lediglich 1.249 Studienanfänger schrieben sich neu ein, ein Jahr zuvor waren es noch 1.352 – ein Rückgang von 7,6 Prozent.

Insgesamt sind im laufenden Wintersemester 2022/23 an den nordrhein-westfälischen Hochschulen rund 743.400 Studierende eingeschrieben. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, sind das rund 12 800 bzw. 1,7 Prozent weniger als im Wintersemester 2021/22.

Auch die Zahl der Studienanfänger ist niedriger als ein Jahr zuvor: Für das laufende Wintersemester haben sich an den nordrhein-westfälischen Hochschulen rund 88 900 Studierende erstmals für ein Studium eingeschrieben. Das sind 500 Personen bzw. 0,6 Prozent weniger als im Wintersemester 2021/22.

ÖPNV: Gutachten empfiehlt Straßenbahn

30. November 2022 by

Hohenlimburg_Straßenbahn_Linie_2Schon zwischen 1884 und 1976 existierte in Hagen ein Straßenbahnnetz. Hier die 1968 eingestellte Linie 2 der an der Endhaltestelle Hohenlimburg. Foto: Klaus Bärwinkel (CC BY 3.0).

Mit dem Masterplan Mobilität hat sich die Stadt Hagen das Ziel gesetzt, eine Verlagerung der Mobilität vom motorisierten Individualverkehr (MIV) auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV) zu bewirken.

Bis zum Jahr 2035 soll der Umweltverbund einen Anteil von insgesamt 50 Prozent (heute: 38 Prozent) bei den zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel haben. Die übrigen 50 Prozent entfallen in dem Konzept weiterhin auf den MIV (heute: 62 Prozent). Für den ÖPNV bedeutet dies eine Steigerung von heute 19 Prozent auf mindestens 25 Prozent im Jahr 2035.

Vor dem Hintergrund dieser beschriebenen notwendigen Steigerung des ÖPNV-Anteils wurde die Verwaltung im Januar 2020 im Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität damit beauftragt, ein Gutachten in Auftrag zu geben, welches die technischen Möglichkeiten alternativer Verkehrsmittel darstellt. Der Endbericht des Gutachtens liegt nun vor und wird in den Sitzungen des Ausschusses für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität sowie des Ausschusses für Stadt-, Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung in der kommenden Woche beraten. Zusätzlich soll ein gemeinsamer Workshop zwischen Politik und Verwaltung stattfinden.

Ziel des Gutachtens war es zu untersuchen, inwiefern sich das heute bestehende ÖPNV-Angebot eignet, die Steigerung des ÖPNV-Anteils zu erreichen. Außerdem sollte geprüft werden, ob höherwertige ÖPNV-Systeme mit größerem Fassungsvermögen und höherer Leistungsfähigkeit besser geeignet sind, den höheren ÖPNV-Anteil zukünftig abzubilden.

Aufgrund ihrer hohen Kapazität, ihrer Fahrplanstabilität und ihres hohen Zuspruchs durch potenzielle Fahrgäste empfiehlt das Gutachten die Straßenbahn als vorrangiges hochwertiges ÖPNV-System für die Stadt Hagen. Die Straßenbahn sei am besten dazu geeignet, die Rückgratfunktion des ÖPNV auf den nachfragestarken Korridoren abzubilden und biete auch für weitere Fahrgastzuwächse die notwendigen Reserven.

Insgesamt sind die vorliegenden Ergebnisse jedoch noch nicht ausreichend, um zum jetzigen Zeitpunkt eine Systementscheidung treffen zu können. „Das Gutachten stellt eine gute Grundlage dar, um weitere Schritte anzugehen“, so Oberbürgermeister Erik O. Schulz. In einem nächsten Schritt sollen wichtige Aspekte zunächst in einem Folgegutachten näher untersucht werden, bevor eine Entscheidung für oder gegen ein System getroffen werden kann.

So sind beispielsweise weitere Untersuchungen zur Trassenfindung notwendig. Ebenfalls ist zu untersuchen, ob sich die einzelnen Korridore aufgrund der topographischen Verhältnisse überhaupt eignen, eine Straßenbahn zu realisieren oder ob insgesamt nicht ein höherwertiges Bussystem geeigneter ist.

Trotz noch ausstehender Untersuchungen hat sich der erste der üblichen Bedenkenträger bereits zu Wort gemeldet. „Teilweise gibt es im Stadtgebiet so erhebliche Steigungen, dass eine Straßenbahn an diesen Stellen allein aus trassierungstechnischer Sicht gar nicht umsetzbar ist“, weiß Baudezernent Henning Keune schon heute.

Weihnachtskonzert der Salonlöwen

30. November 2022 by

4. Kammerkonzert des Philharmonischen Orchesters Hagen

SalonlöwenIm vierten Kammerkonzert am 4. Dezember 2022 (11.30 Uhr, Auditorium im Kunstquartier) treten die beliebten „Salonlöwen“ auf (Foto: Theater Hagen). Hinter dieser instrumentalen Formation verbergen sich sechs Musiker: Rüdiger Brandt (Violoncello), Werner Köhn (Violine), Lucjan Mikolajczyk (Violine), Steffen Müller-Gabriel (Klavier), Hubert Otten (Kontrabass) und Alexander Schwalb (Klarinette).

Auf dem facettenreichen Programm steht ein Potpourri von bekannten Weihnachtsliedern, darunter „Alle Jahre wieder“, „Tochter Zion“ und „Morgen, Kinder, wird’s was geben“. Zudem werden ABBA-Songs wie „Dancing Queen“, Walzer von Charles Gounod, Franz Lehár und Dmitri Schostakowitsch und weitere Stücke im Stil der Salonmusik dargeboten.

Eintritt 12 / 6 Euro

Reservierungen und Karten an der Theaterkasse (dienstags bis freitags von 10.00 bis 19.00 Uhr, samstags von 10.00 bis 15.00 Uhr sowie eine Stunde vor Vorstellungs- und Konzertbeginn), per Telefon (02331 / 207-3218), per E-Mail (theaterkasse@stadt-hagen.de) oder online über die Webseite (www.theaterhagen.de).

Strenge Lehrer, Schiefertafel, Tintenfässer

30. November 2022 by

Schule – gestern und heute

Zu einem Gesprächsabend mit dem Historiker Jörg Fritzsche zum Thema „Schule – gestern und heute“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) alle Interessierten am Freitag, 2. Dezember, von 17 bis 19.15 Uhr in das Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, ein.

Strenge Lehrer, Schiefertafel oder Tintenfässer – all dies sind Begriffe, die mit der Schule von früher verbunden werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Lehrpläne demokratisiert und jedem Kind sollte es ermöglicht werden, eine weiterführende Schule zu besuchen.

In dieser Veranstaltung sind junge und alte „Zeitzeugen“ aufgefordert, ihre Erlebnisse und Erfahrungen zu vergleichen. Was hat sich verändert? Wie wirken sich neue pädagogische Konzepte aus? Gibt es noch Gemeinsamkeiten zwischen Schule gestern und heute? Jörg Fritzsche lädt alle Teilnehmenden zu einer spannenden Diskussion ein.

Der Eintritt für das Erzählcafé ist frei. Informationen zur Anmeldung zu der Veranstaltung mit der Kursnummer 1206 erhalten Interessierte auf der Internetseite www.vhs-hagen.de sowie beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Ab 11. Dezember häufiger mit dem ICE von Hagen nach München und Hamburg

30. November 2022 by

DB160146-ICE-4-mit-Fahrrad-AbteilZum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 baut die Deutsche Bahn (DB) ihr Fernverkehrsangebot in NRW deutlich aus. Schnellere und häufigere Direktverbindungen sowie mehr neue „XXL-ICE“ mit 918 Sitzplätzen und acht Fahrradstellplätzen (Foto: Deutsche Bahn AG / Tobias Gromatzki) schaffen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verkehrswende und für mehr Klimaschutz.

Statt bislang zweimal pro Tag geht es ab Hagen Hauptbahnhof künftig nahezu im Zweistundentakt sechsmal umsteigefrei z.B. von und nach Münster, Bremen und Hamburg sowie über die Schnell­fahrstrecke via Frankfurt Flughafen nach Mannheim, davon fünfmal weiter bis Stuttgart und München und einmal bis Karlsruhe und Basel. In der Gegenrichtung von Basel fahren sogar drei ICE am Tag umsteigefrei nach Hagen.

Hamburg und Stuttgart werden jeweils in 3 ¼ Stunden erreicht. Neu ist dabei auch eine späte umsteigefreie ICE-Verbindung um 20:45 Uhr ab Hamburg direkt nach Hagen (an 23:55 Uhr). Zum Einsatz kommen neue XXL-ICE mit über 900 Sitzplätzen.

Von und nach Bonn, Koblenz und Mainz geht es weiterhin nahezu zweistündlich umsteigefrei – etwa stündlich versetzt zu den bisherigen Intercity-Verbindungen jetzt mit modernen Intercity 2-Doppelstockzügen, die künftig über Köln hinaus auch über das Mittelrheintal, Mannheim und Heidelberg von und nach Stuttgart verlängert werden.

Das halbstündliche Fernverkehrsangebot zum Knoten Köln, die stündlichen ICE-Verbindungen nach Hannover und Berlin sowie die zweistündlichen Intercity-Verbindungen via Hannover, Braunschweig und Magdeburg nach Leipzig und Dresden bleiben unverändert.

Wissenschaftsministerin zu Gast an der FernUni

30. November 2022 by

Bei ihrem Antrittsbesuch am 25. November tauschte sich Ina Brandes mit dem Rektorat über Potenziale der führenden Universität für das lebenslange Lernen aus

„Angesichts der großen Veränderungen unserer Arbeitswelt und des Mangels an qualifiziertem Personal wird lebenslanges Lernen immer mehr von einem Schlagwort zu einer der wichtigsten Erfolgsbedingungen für unsere Wirtschaft“, sagte Ministerin Ina Brandes.

„Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die FernUniversität in Hagen. Menschen, die einen akademischen Grad anstreben, sich beruflich weiterqualifizieren oder sich persönlich neu orientieren wollen, finden hier optimale Bedingungen. Wir sind stolz darauf, die führende Fernuniversität Deutschlands in Nordrhein-Westfalen zu haben.“

Einen zweiten Schwerpunkt der Gespräche bildeten aktuelle Forschungsaktivitäten der FernUniversität. Seit diesem Jahr baut sie das Forschungsinstitut Arbeit-Bildung-Digitalisierung auf. In anwendungsnahen Projekten soll dort untersucht werden, wie Unternehmen und Beschäftigte durch lebenslanges Lernen und Kompetenzentwicklung auf die digitale Transformation der Arbeitswelt vorbereitet werden können.

Die FernUniversität in Hagen ist mit rund 73.000 Studierenden die größte Universität Deutschlands und zugleich die einzige staatliche Fernuniversität des Landes. Das Studienangebot der FernUniversität nutzen Studierende aus allen Bundesländern, rund 7 % leben zudem im Ausland.

Hinter der Schranke

30. November 2022 by

WPWR: Jetzt soll auch schon für Pressemitteilungen bezahlt werden

Die Medien der Funke-Gruppe müssen arg mit dem Rücken an der Wand stehen. Anders ist es nicht zu verstehen, dass neuerdings auch schon Pressemitteilungen, die z.B. vom Hagener Einheitsblatt WPWR wiedergegeben werden, hinter einer Bezahlschranke verborgen werden.

So bei einem Bericht zur Strom- und Gaspreiserhöhung des heimischen Energieversorgers Mark-E. Der Text ist fast ausschließlich einer Mitteilung der Mark-E entnommen, ein eigenständiger Beitrag oder kritische Anmerkungen der Redaktion fehlen (Screenshot: DW).

Screenshot 2022-11-29 at 03-33-51 Hagen Es wird teurer – Mark-E erhöht Strom- und Gaspreise

Pressemitteilungen sind natürlich dazu gedacht, ihren Weg in die Öffentlichkeit zu finden. Dass die WPWR allerdings den Eindruck erweckt, der Artikel sei auf ihrem eigenen Mist gewachsen, indem sie ihn hinter der Bezahlschranke versteckt, ist schon dreist.

Das Funke-Blatt will sich auf diese Weise für eine Leistung bezahlen lassen, die es selbst bzw. seine Schreibstube, gar nicht erbracht hat. Und es handelt sich nicht um einen Einzelfall, Leser hinter die Bezahlschranke zu locken.

Einen anderen Trick, diesmal aus Meschede, beschreibt zoom – das sauerland und mehr („Westfalenpost: Große Klappe, nichts dahinter„). Demnach verspricht das Funke-Blatt hinter einer aufgebauschten Überschrift: „Das sind die Gründe:“

„Die Gründe“ werden allerdings nicht geliefert. Die Formulierung entpuppt sich nur als Lockstoff, mit dem Leser in den Bezahlbereich gelockt werden sollen.

Plakatkleber dringend gesucht

29. November 2022 by

Hagener SPD sieht ihre „Kampagnenfähigkeit“ gefährdet

Nein, um Inhalte ging es nicht bei der Klausurtagung des Unterbezirksvorstands der Hagener SPD Ende September. So ist es zumindest einem Schreiben an die Vorstände der Ortsvereine zu entnehmen, in dem das Wort „Politik“ keinerlei Erwähnung findet. Thema war vielmehr der Verlust an Mitgliedern und vor allem die Befürchtung, man habe nicht mehr genügend „Genossinnen und Genossen, die mit uns Plakate aufhängen“.

Denn, so der Anspruch der Sozialdemokraten, „wir wollen bei der Kommunalwahl 2025 wieder stärkste politische Kraft in dieser Stadt werden und den Oberbürgermeister stellen“. Dazu brauche man „eine funktionierende Partei mit engagierten und schlagkräftigen Ortsvereinen und Arbeitsgemeinschaften“.

Nun ja, gerade die jetzt geforderten „schlagkräftigen Ortsvereine“ hat der Hagener SPD-Vorstand unter Führung seines Chefs Timo Schisanowski in den letzten Jahren schließlich „erfolgreich“ zerlegt. Um jede innerparteiliche Opposition abzuräumen, die den Karrierebestrebungen führender „Genossen“ im Wege stand, wurden beispielsweise die Ortsvereine Remberg und Haspe-Nord eliminiert.

Erwünscht von der Parteispitze sind eben keine engagierten Mitglieder, die in eine Partei (in diesem Fall die SPD) eintreten, weil sie politische Vorstellungen haben – Plakatkleber werden gesucht! Bodentruppen, die stromlinienförmigen Karrieristen als Hilfsarbeiter den Weg zu den Pfründen ebnen. Was in früheren Jahrzehnten vielleicht noch funktioniert hat, klappt aber heute nicht mehr; der personelle Notstand belegt es.

Hatte die Hagener SPD 1999 noch 2.752 Mitglieder, sind es nach heutigem Stand nur noch 1.084. Allein seit Anfang 2018 sind fast 60 Prozent der damaligen Mitglieder ausgetreten, die meisten ohne Angabe von Gründen. Ein Zusammenhang mit der Politikferne des Parteivorstands, der sich lieber mit Karrierestrategien einzelner seiner Mitglieder beschäftigte und den damit verbundenen Säuberungsaktionen, ist zumindest naheliegend.

Jetzt herrschen in der Elberfelder Straße 57, der parteieigenen Immobilie des Unterbezirks Hagen und Sitz des Parteivorstandes, offenbar Heulen und Zähneklappern. Immerhin brauchte die Parteileitung nach ihrer Klausurtagung einen ganzen Monat, um sich geeignete Formulierungen zu überlegen, die sie an die Genossen weiterleiten konnte.

Die schlichten Ziele des Vorstands lauten:

1. Wir wollen wieder mehr werden!
2. Wir wollen wieder mehr machen!
3. Wir wollen wieder besser werden!

Das bedeutet im Umkehrschluss: Wir haben Mitglieder verloren, wir haben bisher weniger (oder nichts) gemacht und wir waren in der Vergangenheit schlecht(er).

Erwarten könnten die angeschriebenen Ortsvereine konkrete Vorschläge des Vorstands, wird den Adressaten des Schreibens versprochen. Hinter den „Zielen“ sollen sich nicht nur „einzelne kleine Maßnahmen“, sondern sogar „ganze Projektideen“ verbergen.

Die werden allerdings nicht genannt. Ersatzweise können sie sich die SPD-Gliederungen bei Geschäftsführer Claus Homm abholen. Begründung: „Diese im Einzelnen in einem Anschreiben vorzustellen, würde den Rahmen dieses Schreibens deutlich sprengen.“

Das müssen ja plötzlich dolle „Projektideen“ sein – nach jahrelangem inhaltsleeren Niedergang unter dem Vorsitzenden Timo Schisanowski.

FernUni pflanzt 2.000 Bäume

29. November 2022 by

Im Hagener Süden entsteht jetzt im Zuge eines Bauprojekts ein „FernUni-Wäldchen“ mit Eichen und Buchen

Für rund 19 Millionen Euro baut die FernUniversität in Hagen aus Landesmitteln ein klimaneutrales Gebäude für ihre 2018 gegründete Fakultät für Psychologie. Zehn Fahrminuten und knapp zehn Kilometer vom Campus entfernt entsteht jetzt im Zuge des Bauprojekts ein „FernUni-Wäldchen“ mit 2000 Bäumen im Hagener Süden. Als freiwilliger Beitrag zum Klimaschutz.

2000 Tonnen CO2 werden voraussichtlich durch das laufende Bauvorhaben freigesetzt, so die vorläufige Berechnung. Kompensiert werden die Emissionen durch zwei Projekte in Südamerika zum Schutz des Regenwaldes. Die regionale Baumpflanzaktion ist ein Zusatzengagement für die Region. Ein Baum in Hagen steht dabei jeweils symbolisch für eine kompensierte Tonne CO2.

Im Umfeld von Gut Kuhweide in Hagen-Delstern entsteht ein Laubmischwald mit 1600 Eichen und 400 Buchen. Die ausgewählte Fläche muss neu aufgeforstet werden, da die Borkenkäferplage und die Hitze der vergangenen Sommer auch im Volmetal zu großen Schäden des Baumbestands geführt hatten.

„Der Neubau Psychologie ist für uns ein Leuchtturmprojekt und die Pflanzaktion ein wichtiger Teil davon“, so die Kanzlerin der FernUni, Birgit Rimpo-Repp. „Wir sind als Universität der Nachhaltigkeit verpflichtet und möchten uns dafür auch vor Ort in der Region engagieren.“

Tretroller: Das Märchen von der „letzten Meile“

28. November 2022 by

ÖPNV-Studie: Entfernung zur Haltestelle ist nicht das Problem

Eine zentrale Begründung der Hagener Verwaltung für das von ihr betriebene Pushen der Aufstellung von E-Tretrollern ist die angebliche „Lösung für die letzte Meile“. Damit soll die Entfernung zwischen ÖPNV-Haltestelle und Wohnung oder Arbeitsplatz überbrückt werden.

Eine repräsentative Studie des Forschungsinstituts Kantar im Auftrag von Allianz pro Schiene, BUND und Deutschem Verkehrssicherheitsrat belegt hingegen, dass „die letzte Meile“ nicht entscheidend bei der Wahl des Verkehrsmittels ist.

Die Studie zeigt deutlich, dass die Menschen mehrheitlich nicht die Entfernung zur nächsten Haltestelle als Problem empfinden, sondern die als zu selten empfundenen Abfahrten an einer Haltestelle. Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, betonte denn auch: „Damit haben wir die klare Erkenntnis, dass nicht die Entfernung, sondern die Taktung die Menschen unzufrieden macht.“

Jede dritte Person in Deutschland ist laut Studie unzufrieden mit der Erreichbarkeit von Bus und Bahn am eigenen Wohnort. Die Befragten wünschen sich mehrheitlich eine deutlich bessere Taktung von Bus und Bahn. Unzufriedenheit gibt es auch mit der Infrastruktur und der Sicherheit von Rad- und Fußverkehr.

Das Ergebnis der Studie widerlegt die Argumentation der Hagener Verwaltung. Die „letzte Meile“ ist nicht das Problem. Es ist nur eine nicht belegte Behauptung, die auch aus einem anderen Grund unsinnig ist. In der Regel befindet sich am Ziel (Wohnung oder Arbeitsplatz) kein gekennzeichneter Abstellplatz für den Spielzeugroller. Ein solcher Stellplatz ist aber notwendig, um die Fahrt ohne weitere Kosten beenden zu können.

Dass die sinnfreie E-Roller-Manie offenbar von einem einzelnen Mitarbeiter der Verwaltung vorangetrieben wird, hat sich inzwischen wohl auch in den Kreisen der Vorlagenverfasser und -unterschreiber (der Beigeordneten Arlt, Keune und Gerbersmann) herumgesprochen.

Da der Apparat es aber nicht gewohnt ist, Fehler und Irrtümer einzugestehen, haben sich die Verantwortlichen deshalb strategisch neu aufgestellt und ihr Spektrum erweitert. Neuerdings, wie jüngst in der Bezirksvertretung Hohenlimburg, wird der eigentliche Kern des Anliegens – die Verbreitung der Tretroller – in ein Umfeld anderer Fahrzeugtypen eingebettet, die eine bessere Akzeptanz versprechen: E-Fahrräder und Lastenräder.

Der Roller-Vermarkter hat sich inzwischen aus seinem ersten Testgebiet Haspe schon wieder zurückgezogen. Hoffentlich bleibt es dabei.

Exotisch, skurril, verblüffend

28. November 2022 by

Tobias Bülows Klangwelten

Tobias Bülow Handpan 07.12.22 Foto Tobias BülowTobias Bülow ist Musiker und Künstler. Und: Er hat ein Faible für exotische und skurrile Instrumente. Außerdem geht er als Instrumentenbauer äußerst kreative Wege und verwandelt Alltagsgegenstände in beeindruckende Klangkörper, denen er neues Leben verleiht. So wurde z.B. ein leckgeschlagenes Ruderboot zu einem 30-saitigen Monochord, ein alter Kompressor-Tank zu einer Basstrommel und ein Heizungsrohr zu einer Obertonflöte.

In seinem 90-minütigen Soloprogramm sind am Mittwoch, 7. Dezember, ab 19 Uhr in der Villa Post an der Wehringhauser Straße 38 außer selbstgebauten Instrumenten auch die indische Traversflöte Bansuri, die chinesische Wölbbrettzither Ghu Zeng und Handpans (Foto: Tobias Bülow) zu hören.

Um Anmeldung unter der Kursnummer 1480 wird gebeten unter www.vhs-hagen.de oder unter Tel. 02331/ 2073622. Statt eines festen Eintrittsgelds gilt die Devise „Pay what you want“.

Noch höhere Müllgebühren?

27. November 2022 by

Stadt will offenbar Sperrmüll auf die Entsorgungstarife umlegen

Noch sind es vage Ankündigungen. Aber die Stadt Hagen prüft, so die Formulierung aus der Teppichetage des Oberbürgermeisters, eine „umlagefinanzierte“ Sperrgutabfuhr. Das bedeutet nichts anderes als eine weitere Erhöhung der Müllgebühren.

Abfallentsorgung, die eigentlich zur Daseinsvorsorge gehört, wird in Hagen damit zunehmend zum Luxusgut. Ein Trend, der seit Jahren anhält. Bereits 2018 hatte DOPPELWACHOLDER.DE eine Übersicht veröffentlicht: Von allen kreisfreien Städten des Ruhrgebiets und des Bergischen Landes mussten die Hagener damals den zweithöchsten Preis für die Leerung ihrer Mülltonnen bezahlen. Nur in Bochum war die Müllabfuhr noch teurer.

Daran hat sich auch sechs Jahre später nicht viel geändert. Wesentlich günstiger ist damals wie heute die Müllentsorgung beispielsweise in Gelsenkirchen. Während in der Schalke-Stadt die Restmüll-Gebühr 2,32 Euro pro Liter und Jahr beträgt, müssen die Hagener für die gleiche Menge 4,32 Euro berappen – fast das Doppelte.

Was in Hagen mit einer weiteren Gebührenerhöhung geplant wird, ist in den viel niedrigeren Gebühren in Gelsenkirchen bereits enthalten. Auf seiner Internetseite offeriert der Entsorger Gelsendienste seinen Service: „Um Ihnen die Entsorgung von Sperrmüll und Elektrogroßgeräten so leicht wie möglich zu machen, holen wir die oftmals unhandlichen und schweren Gegenstände gerne kostenlos direkt bei Ihnen ab.“

Selbst die Entsorgungsbetriebe Essen liegen mit einem Liter-Preis von 3,04 Euro weit unter dem Hagener Preisniveau und bieten kostenlose Sperrmüllentsorgung an – trotz einer 49-Prozent-Beteiligung des privaten Remondis-Konzerns.

Von der Essener Entsorgung kam im Dezember 2019 Uwe Unterseher-Herold als Geschäftsführer zum HEB, der jetzt seinerseits entsorgt werden soll. Die genauen Gründe für den Abschuss liegen – wie immer im örtlichen Mauschelmilieu – im Dunkeln.

Lernen trotz Alzheimerdemenz

27. November 2022 by

Promotionsprojekt an der FernUniversität Hagen

Nora-Berner-PMUnsere Gesellschaft wird immer älter. Im Zuge des demografischen Wandels nimmt die Zahl alterstypischer Erkrankungen stark zu. Aktuell leben etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. Laut Schätzungen wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 nahezu verdoppeln.

„Wir haben ja heute schon fast alle einen persönlichen Bezug zu Betroffenen in der Familie oder im Bekanntenkreis, die an Demenz erkrankt sind“, sagt Bildungswissenschaftlerin Nora Berner von der FernUniversität in Hagen (Foto: Volker Wiciok).

Ihr Promotionsprojekt „Alzheimerdemenz als biografische Erfahrung“ könnte daher nicht aktueller sein. Es zeigt unter anderem auf, wie Lernen und Bildung auch mit Demenz stattfinden können. „Gerade im Anfangsstadium lässt sich der eigenständige Umgang mit der Krankheit lernen und auf biografisch erworbene Fähigkeiten zurückgreifen“, fasst Nora Berner zusammen.

Forschen mit Betroffenen

Bislang wird überwiegend mit einem medizinischen Fokus über Menschen mit Demenz geforscht. Die 32-jährige wissenschaftliche Mitarbeiterin aus dem Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung wählt nun eine erziehungswissenschaftliche Perspektive und bindet erkrankte Menschen im Sinne des lebenslangen Lernens mit ein.

Im deutschsprachigen Raum gibt es nur wenige Studien, in denen mit Menschen mit Demenz geforscht wird. „Auch in der Forschung dominiert die Verlustperspektive. Betroffenen wird ein sinnvoller Beitrag im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung oft nicht zugetraut“, bedauert Berner.

Als Forscherin geht sie bewusst einen anderen Weg. „Ich zeige eine Fähigkeitsperspektive auf“, betont sie. „Der Subjektstatus von Menschen mit Demenz wird gestärkt, indem sie selbst über ihr Leben und ihr Krankheitserleben Auskunft geben.“ Das ist allerdings nur möglich, da die FernUni-Wissenschaftlerin gleichzeitig Pädagogin und Praktikerin ist.

Nach dem Studium der Erziehungswissenschaft und Gerontologie arbeitete sie als Leiterin des Sozialen Dienstes in einer Altenpflegeeinrichtung. „Ich verfüge über krankheitsspezifisches Fachwissen und kann mit Menschen mit kognitiven, funktionellen und verhaltensspezifischen Beeinträchtigungen umgehen“, sagt sie.

Biografisch-narrative Interviews

Im Zuge ihrer Promotion rücken die Biografien von 18 an Alzheimerdemenz erkrankten Menschen zwischen 70 und 92 Jahren in den Fokus. Berner hat biografisch-narrative Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen geführt. Neben der Krankheitsgeschichte erfasst sie die Lebensgeschichte und biografische Entwicklung ihrer Interviewpartnerinnen und Interviewpartner.

„Die Hälfte der Gespräche ist gut verlaufen“, bilanziert sie. Bei der anderen Hälfte brach sie zum Wohl der Teilnehmenden ab und leitete stattdessen in eine pädagogische Maßnahme wie ein Spiel oder einen Spaziergang über.

Wie prägen biografische Erfahrungen und erworbene Fähigkeiten den Umgang mit Alzheimerdemenz? Und wie gestalten sich Lern- und Bildungsprozesse bei betroffenen Menschen? Um diese Fragen ging es in den Gesprächen.

Eine pauschale Antwort darauf und allgemeingültige Ergebnisse gibt es nicht. „Jede Lebenssituation ist vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte und der aktuellen Fähigkeiten, aber auch Einschränkungen durch das Älterwerden und eben auch demenzieller Veränderungen zu betrachten“, fasst Nora Berner zusammen.

Da ist zum Beispiel der ehemalige Soldat, der von Marschplänen spricht und sich To-do-Listen schreibt, um zu wissen, was er wann wie erledigen muss. Oder der frühere Selbstständige, der trotz Alzheimerdemenz wie einst im Beruf auch im Umgang mit der Krankheit selbstbestimmt entscheiden will, bis zu welchem Punkt sein Leben für ihn noch lebenswert ist. Und die Seniorin, die durch ihre Alzheimerdemenz von Zwängen befreit wird und trotz der Erkrankung aufblüht.

Strategien für mehr Lebensqualität

Erste Ergebnisse des Projekts zeigen, dass durch die Konfrontation mit den Gegebenheiten des Alters Umgangsstrategien entwickelt werden, um Lebensqualität zu sichern.

Auf der einen Seite werden negative Gefühle reduziert, indem die Alzheimerdemenz verharmlost oder bagatellisiert wird. Auf der anderen Seite, versuchen Betroffene Kontrolle über die Krankheit zu gewinnen, indem sie sich über die Diagnose und Therapien informieren. Deutlich werden aber auch Einschränkungen und Grenzen möglicher Bildungsprozesse aufgrund der Erkrankung.

In Nora Berners Promotion bleiben praktische Implikationen außen vor. Eine Empfehlung stellt die Bildungswissenschaftlerin dennoch heraus: „Ein Großteil der an Alzheimerdemenz erkrankten Personen wird zu Hause versorgt“, sagt sie. „Mehr individuelle Förderung, aber auch Anerkennung und Angebote für Angehörige sind angesichts der zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft unverzichtbar.“

HEB-Chef soll bei vollen Bezügen zu Hause bleiben

26. November 2022 by

Der Hagener Entsorgungsbetrieb kommt an der Spitze des Unternehmens nicht zur Ruhe: Nach Informationen der Stadtredaktion muss Geschäftsführer Uwe Unterseher-Herold nach gerade einmal gut drei Jahren im Amt Ende März 2023 seinen Schreibtisch wieder räumen. Der amtierende HEB-Chef soll Platz machen für einen Nachfolger, der dann von allen Gesellschaftern gemeinsam ausgesucht und getragen wird. Über diese bislang unter dem Siegel der Verschwiegenheit eingefädelte Spitzen-Personalie im Konzern Stadt Hagen soll der Rat noch vor der Weihnachtspause in nicht-öffentlicher Sitzung final entscheiden.

Der frühzeitigen Beendigung des ursprünglich auf fünf Jahre angelegten Geschäftsführervertrages waren nicht bloß interne Auseinandersetzungen auf der HEB-Geschäftsführer-Ebene, sondern auch erhebliche atmosphärische Störungen zwischen den Gesellschaftern aus Hagen und Dortmund vorausgegangen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Unterseher-Herold schied auch schon aus seiner vorherigen Tätigkeit als Geschäftsführer der Entsorgungsbetriebe Essen nicht ganz freiwillig aus, fand aber beim HEB einen Unterschlupf (DW berichtete: „In Hagen findet sich immer noch ein Plätzchen„).

Ob, und wenn ja, welche Rolle der private Remondis-Konzern in der Causa spielt, ist bisher unklar. Remondis ist an der Essener Entsorgung mit 49 Prozent beteiligt, beim HEB hält das Unternehmen über die Enervie durchgerechnet 5,5 Prozent. Im Juni dieses Jahres geriet Remondis im Zusammenhang mit den Entsorgungsbetrieben Essen ins Visier der dortigen Staatsanwaltschaft.


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