Noch vor Dienstantritt eine (erste) Unverschämtheit

30. September 2016 by

von Christoph Rösner

„Ich werde mich mit ganzer Kraft meiner neuen Aufgabe in Hagen widmen, das traditionsreiche Theater mit seinen erfolgreichen Inszenierungen und seinem engagierten Mitarbeiterstab in eine erfolgreiche und sichere Zukunft zu führen.“

Diese Aussage, verehrte Madame Caron, wäre Ihnen, der designierten Intendantin unseres wunderbaren Theaters, angemessen gewesen.

Stattdessen lassen Sie sich im Ostholsteiner Anzeiger vom 28. September mit dem hinreißenden Satz zitieren: „Für Eutin wird das keinen Verlust bedeuten.“

Das ist eine respektlose Unverschämtheit gegenüber dem Theater, seinem engagierten Mitarbeiterstab und seinem Publikum.

Und die Lübecker Nachrichten Online titeln am 27. September gar: „Intendantin der Eutiner Festspiele bekommt Zweitjob in Hagen“.

Einen Zweitjob also werden Sie in Hagen antreten. Gehen wir mal nicht davon aus, dass Ihr Arbeitgeber Sie dafür bei der Minijob-Zentrale anmelden wird, oder?

Ihre Zweitjob-Fantasien in allen Ehren.

Aber Sie werden doch wohl nicht wirklich annehmen, ein Haus wie das Theater Hagen mit rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit seiner über hundertjährigen Tradition und einer imposanten Auslastungsquote von rund 80 Prozent in Ihrem fahrenden Büro zwischen Eutin und Hagen in eine gute und vor allem sichere Zukunft führen zu können?

Aber möglich scheint ja alles, heutzutage.

So wie es ja auch möglich war, dass die Verantwortlichen für die Hagener Kultursparpolitik das Theater an den Rand des Abgrunds gedrängt haben – über dem es im Übrigen immer noch schwebt – und die so genannte Findungskommission die Suche nach einem Nachfolger für Norbert Hilchenbach zur Intendantenresterampe hat verkommen lassen.

„Wie die Organisation sich gestalten werde, sei noch offen […] 450 Kilometer – das ist heute keine Entfernung mehr. Schlecht ist das nur für meinen Tacho“, so Caron, ebenfalls in den Lübecker Nachrichten Online.

Ihr Tacho, verehrte Madame Caron, interessiert uns hier herzlich wenig. Uns interessiert hier nur, ob und wie Sie sich mit ganzer Kraft Ihrer neuen Aufgabe in Hagen widmen werden, das traditionsreiche Theater mit seinen erfolgreichen Inszenierungen und seinem engagierten Mitarbeiterstab in eine erfolgreiche und sichere Zukunft zu führen.

Hagener Findungskommission schlägt Intendantin vor

30. September 2016 by

Dominique Caron soll die neue Hagener Intendantin am Theater Hagen heißen, so der Vorschlag der Findungskommission des Aufsichtsrates der Theater Hagen gGmbH. Die Vakanz der Intendantenstelle führte zu teils peinlichen Auftritten der Stadt Hagen. Die Stelle wird kommissarisch von dem derzeitigen Intendanten Norbert Hilchenbach bis zum Stellenantritt einer/eines neuen Intendantin/Intendanten geführt. Die Zustimmung des Aufsichtsrat der Theater Hagen gGmbH und dem Rat der Stadt Hagen ist nur eine Formsache. Wie Frau Caron allerdings die 1,5 Millionen Euro am Theater Hagen einsparen will, dazu wollte sich keine der Parteien äußern.

Dominique Caron, derzeit Intendantin der Eutiner Festspiele, steht im Moment selber in einem kritischen Umfeld indem der Beirat der Neuen Eutiner Festspiele GmbH die Geschäftsführerin Sabine Kuhnert weg rationalisiert hat. Caron äußerte sich in diesem Zusammenhang zu dieser Personalie, die gegen ihren Vorschlag vom Beirat der Festspiele umgesetzt wurde: „Ich fühle keinen Respekt für mich.“ Damit verlässt Dominique Caron sicherlich im Zorn die Eutiner Festspiele. (…)

Quelle: EN-Mosaik

SPD hinterfragt Schulverkauf an christlichen Verein

30. September 2016 by

Die SPD hat den Verkauf des Schulzentrums in Wehringhausen an die Freie evangelische Gesamtschule (FESH) in Frage gestellt. Friedrich-Wilhelm Geiersbach, bildungspolitischer Sprecher der Sozialdemokraten, sorgte mit seiner Erklärung, die angedachte Veräußerung des Schulzentrums sei angesichts der nicht vorhersehbaren Entwicklung der Schülerzahlen in der Stadt möglicherweise nicht mehr zeitgemäß, für Aufregung im Schulausschuss. „Das geht doch nicht, Sie können doch nicht der FESH die Verträge kündigen“, empörte sich Thomas Walter seitens der CDU. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Die Fehler der Hagener Schulpolitik fallen auf ihre Urheber zurück. Schon vor Gründung der FESH-Einrichtung war im Oktober 2013 auf DOPPELWACHOLDER.DE zu lesen:

„Eine Stadt, die es sich leistet, über Jahre eine dreistellige Zahl von Bewerbern für die Hagener Gesamtschulen mangels ausreichenden Platzangebots abzuweisen, darf sich nicht wundern, wenn andere Akteure auf den Plan treten. Aber vielleicht ist gerade das auch politisch gewollt: weitere Privatisierung des Schulwesens. Kuriosum am Rande: Das als möglicher Standort genannte Gebäude des ehemaligen Schulzentrums Wehringhausen war schon einmal als vierte Hagener Gesamtschule im Gespräch. Der damalige Stadtrat entschied sich aber (im Sinne der herrschenden Tonnenideologie) dafür, lieber die bis dahin vierzügige Hasper Gesamtschule auf sechs Züge aufzustocken.“

SPD setzt auf Stadtentwicklung mit Prioritäten

30. September 2016 by

Die Bewahrung der großstädtischen Infrastruktur, die Bereitstellung neuer Industrie- und Gewerbeflächen sowie die Bekämpfung der (Langzeit-)Arbeitslosigkeit sind für die Hagener SPD die dominierenden Themen der nächsten Monate und Jahre. Das ist das Ergebnis einer ganztägigen Klausurtagung, zu der sich die Fraktion am vergangenen Wochenende im Arcadeon zusammengefunden hatte. (…)

Über diese Frage möchte die SPD mit der Allianz ins Gespräch kommen. „Allerdings nicht auf einem Stühlchen am Rande“, gibt sich Rudel selbstbewusst. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Die SPD-Fraktion unter der Leitung von Claus Rudel will sich also langsam-langsam der Allianz des Grauens annähern.

Arbeit: Herbstbelebung fällt in Hagen aus

30. September 2016 by

Arbeitslosigkeit steigt im Vergleich zum Vorjahr kräftig an

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Hagen zeigt kaum Anzeichen einer Herbstbelebung. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Vergleich zum August geringfügig um 91 auf 11 017, die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 11,3 Prozent.

Im Vorjahr waren es allerdings nur 10,2 Prozent gewesen. Schon im August lag die Arbeitslosenquote mit 11,4 Prozent klar über den 10,3 Prozent zwölf Monate zuvor.

„Der normalerweise beste Arbeitsmarktmonat fällt für Hagen bescheiden aus. Eine richtige Entspannung ist das nicht. Dafür ist der Rückgang zu gering und im Vergleich zu anderen Regionen und zum Land NRW unterdurchschnittlich“, so Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Zwar hat sich der Anstieg der Erwerbslosigkeit bei den Jüngeren nicht fortgesetzt, doch gibt es inzwischen bei den unter 25-Jährigen ein gutes Drittel mehr Arbeitslose als ein Jahr zuvor. Generell bleibt Hagen beim Vorjahresvergleich der Arbeitsmarktentwicklung landesweit am unteren Ende der Fahnenstange“.

Weichert appelliert erneut: „Es muss das Interesse aller Akteure am Arbeitsmarkt sein, Unternehmen anzulocken, die in erster Linie gut bezahlte Voll- und Teilzeitarbeitsplätze anbieten. Dafür können auch ungewöhnliche Wege gegangen werden.“

Wehringhausen erhält rund 1 Million Euro

30. September 2016 by

Für die Umgestaltung des Stadtteils Wehringhausen erhält die Stadt Hagen eine Förderung aus Bundes- und Landesmitteln in Höhe von 1.010.261,00 Euro. Regierungspräsidentin Diana Ewert übergab den Förderbescheid am Mittwoch an Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

„Mit dem Bescheid werden gleich drei Maßnahmen im Stadtteil gefördert und die 2012 im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ begonnene Aufwertung des Stadtteils weiter fortgesetzt“, so die Regierungspräsidentin. In den Jahren 2012-2015 wurde bereits eine Förderung in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro bewilligt.

Der überwiegende Teil der diesjährigen Förderung ist für die geplante Umgestaltung des Bodelschwinghplatzes mit der Wehringhauser Straße sowie dem 2. Bauabschnitt der Umgestaltung des Parks der Villa Post bestimmt.

Die zuwendungsfähigen Kosten belaufen sich für die Gesamtmaßnahme der Stadtteilaufwertung Hagen-Wehringhausen auf 7.305.000,00 Euro. Für die Jahre 2016 bis 2020 wurde die weitere Förderung in Höhe von 1.010.261,00 Euro bewilligt. Davon trägt der Bund 420.942,00 Euro und das Land 589.319,00 das Land NRW.

Seniorenbeirat lädt ein zu einer Informationsveranstaltung zum Pflegestärkungsgesetz II

30. September 2016 by

Im Jahr 2017 tritt das Pflegestärkungsgesetz II der Bundesregierung in Kraft. Das neue Gesetz soll eine stärkere Differenzierung beim Pflegebegriff schaffen, wobei besonders dementielle und psychische Erkrankungen im Alter stärker berücksichtigt werden sollen. Gleichzeitig soll die ambulante Pflege gestärkt werden.

Der Seniorenbeirat der Stadt Hagen bietet für alle Interessierten am Mittwoch, den 5. Oktober, eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema an. Nele Keweloh, Leiterin der ambulanten Dienste beim DRK, wird die neuen Regelungen – insbesondere die neuen Pflegestufen bzw. Pflegegrade – erläutern.

Künftig soll es statt drei Pflegestufen fünf Pflegegrade geben, die zu einer genaueren Beurteilung der Pflegebedürftigkeit führen sollen. Die Veranstaltung findet statt im Elsa-Brandström-Hof, Zeppelinweg 17, Beginn ist um 15 Uhr.

36 Millionen Landesmittel für Hagen storniert

29. September 2016 by

Noch nicht genug gekürzt: OB und Kämmerer zum Rapport einbestellt

Alles „Sparen“ hat nichts genützt. Da die Bezirksregierung Arnsberg dem Haushaltssanierungsplan 2016 der Stadt Hagen bisher ein O.K. verweigert hat, zieht auch das Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW die Genehmigungsfähigkeit der Planung in Zweifel.

Deshalb hat das Ministerium Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Stadtkämmerer Christoph Gerbersmann nach DOPPELWACHOLDER.DE vorliegenden Informationen für den 10. Oktober 2016 zu einem „Haushaltsgespräch“ ins Ministerium nach Düsseldorf „eingeladen“, wie es diplomatisch formuliert heißt. Vertreter der Bezirksregierung werden ebenfalls anwesend sein.

Um dem Ganzen den nötigen Nachdruck zu verleihen, hat Regierungspräsidentin Ewert dem OB schriftlich mitgeteilt, dass eine Auszahlung der Stärkungspaktmittel somit zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist.

Das bedeutet, dass dem diesjährigen Haushalt bis auf Weiteres ein Betrag von 36 Millionen Euro fehlt. Die Auszahlung könne zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, sobald die Zahlungsvoraussetzungen erfüllt seien. Sprich: Wenn weitere Kürzungen durch den Rat beschlossen worden sind.

Mit der Vorladung von OB und Kämmerer nach Düsseldorf strebt die schon heute gescheiterte Kürzungspolitik zweifellos einem neuen Höhepunkt entgegen. Begonnen hatte das Dilemma zur Jahrtausendwende.

In den Jahren 2001 bis 2004 fand eine bis dahin nicht gekannte Abkoppelung der Steuereinnahmen vom Bruttoinlandsprodukt statt. Die Ursachen lagen in einer Kombination verschiedener Faktoren, u. a. die konjunkturelle Abschwächung und daraufhin die überproportionale Reduzierung der Vorauszahlungen für die Körperschaft- und Gewerbesteuer, vor allem aber die Steuerreformen der rot-grünen Schröder-Regierung.

Den nächsten massiven Einschnitt zu Lasten der Kommunen bedeutete die 2009 von Bundestag und Bundesrat jeweils mit Zweidrittel-Mehrheit beschlossene Verfassungsänderung zur Einführung der sogenannten „Schuldenbremse“. Auch die damalige schwarz-gelbe NRW-Landesregierung unter Ministerpräsident Rüttgers stimmte diesem Instrument zu, mit dem gerade die Kommunen zunehmend stranguliert werden.

Städte und Gemeinden verfügen auf Landesebene über keinen direkten Einfluss, beispielsweise mit Hilfe einer zweiten Kammer (analog zum Bundesrat als Vertretung der Länder auf Bundesebene), sondern sind lediglich Verwaltungseinheiten des Landes. Soviel auch zum Gerede von den angeblichen drei Ebenen Bund, Länder und Gemeinden.

Mit der Schuldenbremse hat sich inzwischen ein veritabler Verschiebebahnhof etabliert: Finanzminister Schäuble reicht die Lasten an die Länder weiter, wo immer es geht, und suhlt sich in seiner „schwarzen Null“. Den Ländern ihrerseits droht das Komplettverbot der Neuverschuldung ab 2020. Die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, die vom Bund beschlossen werden müsste, aber den Ländern (und damit den Kommunen) zugute käme, beispielsweise um verstärkt in die bröselnde Infrastruktur zu investieren, ist dagegen tabu.

So landet die Malaise bei den letzten und schwächsten Gliedern in der Kette, den Städten und Gemeinden. Dort dürfen die Bürger den Schlamassel in Form geschlossener Büchereien und Bäder, zusammengestrichenem ÖPNV, massiv erhöhter Grundsteuer und eingedampftem Kulturetat ausbaden – alles Maßnahmen, die eine Stadt möglichst unattraktiv machen und auf diese Art und Weise zum Absterben urbanen Lebens führen.

Die meisten Verursacher dieses Niedergangs haben sich derweil längst als Gasableser oder sonst was auf lukrative Posten der Privatwirtschaft abgesetzt.

Erst drohende Strafen machen Rathaus flott

29. September 2016 by

Luftreinhalteplan: Stadt erhöht Kontrolldruck am Märkischen Ring

Im Rahmen der Fortschreibung des Luftreinhalteplans fordert die Bezirksregierung Arnsberg von der Stadt Hagen zusätzliche Maßnahmen am Märkischen Ring. So wurde die bislang dynamische Sperrung (je nach Wetterlage) für Lkws zwischen Emilienplatz und Rembergstraße in eine dauerhafte geändert.

Diese zunächst bis Ende des Jahres befristete dauerhafte Sperrung wird mehrfach täglich von Mitarbeitern der Ordnungsbehörde kontrolliert, da bislang nur die Fahrtrichtung vom Emilienplatz kommend mit einer stationären Anlage überwacht wird.

Die dort im Schnitt 400 erfassten Fahrzeuge pro Monat unterstreichen die Notwendigkeit, den Kontrolldruck zu erhöhen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Grenzwertüberschreitungen von Stickstoffdioxid am Märkischen Ring zu rund 60 Prozent vom Kfz-Verkehr verursacht werden.

Im Falle einer weiteren Überschreitung der Grenzwerte könnten im Rahmen eines möglichen EU-Strafverletzungsverfahrens auf die Stadt Zahlungen zwischen 20.000 und 900.000 Euro täglich zukommen. Lkw-Fahrer, die das Durchfahrtsverbot missachten, erhalten ein Bußgeld von 80 Euro.

Thomas Baumgärtel – 30 Jahre Bananensprayer

29. September 2016 by

30. September 2016 bis 15. Januar 2017
Eröffnung am Donnerstag, 29.09.2016, 19.00 Uhr

freiheit_w1Wer kennt sie nicht: die Kunstbanane des Bananensprayers Thomas Baumgärtel aus Köln? In der Kunstwelt ist sie überall zu finden: an den Fassaden von Museen, Galerien, Ateliers, Messehallen… Thomas Baumgärtel hat eine Ikone für die Kunstwelt geschaffen, deren Sprache international verstanden wird: von New York bis Moskau, von Paris bis Hagen. Überall prangt sie im Außenbereich, die goldgelbe Kunstfrucht.

Wie kam Thomas Baumgärtel auf seine spätere „Banane“?

„Während meines Zivildienstes in einem katholischen Krankenhaus nagelte ich eine Banane auf ein Holzkreuz, das über jedem Krankenbett hing, um so die Ordensschwestern aus der Reserve zu locken und zu testen. Die Reaktionen gingen von Gelächter bis Empörung, das fand ich klasse. Auf dieses Erlebnis hin entschloss ich Kunst zu studieren. Köln war damals die deutsche Kunstmetropole mit einer lebendigen Künstlerszene.

Mitte der 80er Jahre schossen die Galerien in Köln wie Pilze aus dem Boden. Als ich 1986 dort die erste Banane sprühte, studierte ich Freie Kunst und parallel Psychologie auf Diplom. Dort lernte ich den sogenannten Rorschachtest, einen projektiven Test mit Kleksen, auswerten. Ich verknüpfte diese Erkenntnis mit dem Wunsch Kunst auf der Straße zu machen. Mir waren die Reaktionen der Galeristen und Museumsdirektoren auf die Spraybanane wichtig…

Ich wollte dabei methodisch vorgehen und nur Orte der Kunst, die mir gefielen, mit meinem Zeichen markieren und auf sie aufmerksam machen. Ich hatte so das Gefühl, mir die Museen und Galerien auf meine Art zu erobern. Und je mehr Reaktionen und je heftiger sie wurden, desto mehr fühlte ich mich ermutigt. Ich hatte meinen eigenen Projektionstest entworfen und wollte in erster Linie mit meiner Kunst Wirkung erzeugen!“

Der ehemalige Direktor des Museum Ludwig Köln, Siegfried Gohr, schrieb ihm 1989:

„Suchen Sie sich bitte einen schönen Platz für Ihre Banane aus. Ich bin schon jetzt gespannt, Ihr Zeichen an unserem Hause zu sehen.“ Mittlerweile befinden sich rund 4000 Bananen an deutschen und internationalen Kunsthäusern. Alle Häuser werden von Thomas Baumgärtel ausgesucht und als Orte für Zeitgenössische Kunst geadelt.

Die Kunst von Thomas Baumgärtel ist umfassend: sein intermediales Werk bezieht Zeichnungen, Druckgrafiken, Wandmalerei, Collagen und Objektkunst.

Politische Inhalte sind ihm alles andere als fremd. In seinen Aktionen und Happenings prangte er mal die Doppelmoral der Kirche, protestierte gegen den internationalen Waffenhandel und äußerte sich im letzten Jahr zu den Terrorakten in Paris. Dieser Freiheitskämpfer für die Kunst, der auch ein Studium der Psychologie absolvierte, ist aus der bunderepublikanischen Kunstszene nicht wegzudenken.

Seit 30 Jahren adelt Thomas Baumgärtel die Kunstwelt.

Das Osthaus Museum Hagen zeigt über 50 Werke des Bananensprayers Thomas Baumgärtel aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums. Der Direktor des Museums, Dr. Tayfun Belgin, kennt den Künstler seit etwa 20 Jahren und ist mit ihm gut bekannt. Sein Statement:

„Thomas Baumgärtels Kunstbanane ist ein Geniestreich der modernen Kunst“

Ein olfaktorisches Gesamtkunstwerk

28. September 2016 by

Rathaus-Allianz des Grauens zieht Bilanz und lobt sich selbst

Der Hagener Suppenküche fehlen 80.000 Euro, die Caritas muss aufgrund der hohen Nachfrage den Zugang zu ihren Armenshops einschränken und Brücken können nicht saniert werden, weil auch hier das Geld fehlt – nur drei Meldungen aus den letzten Tagen, die einen Hinweis darauf geben, wie es um die Volmestadt bestellt ist.

Von diesen und anderen Problemen ist in einem Resümee, das die Rathaus-Allianz des Grauens jetzt präsentierte, nicht die Rede. Stattdessen quillt das Papier über von Lobhudeleien an die eigene Adresse.

Die Kooperation von CDU, Grünen und FDP, zusammen mit Hagen Aktiv, habe sich im Rat „sehr gut bewährt und für die Menschen in der Stadt viel erreicht“. Mal hat man einen „wichtigen Markstein gesetzt“, dann wiederum habe sich die Zusammenarbeit nochmals „bewährt“.

„Begeisterung schwingt mit“ über die eigenen Ideen und man habe „deutliche Überzeugungsarbeit“ geleistet sowie „erkennbar Position bezogen“.

Bei den Christdemokraten muss auch mal ein bisschen Masse herhalten. „27 Anträge“ habe man gestellt, unter anderem zum Hengsteysee: „Nie war unsere Naherholungsperle der Veredelung näher als jetzt.“ Aber: „Dazu braucht es erst einmal eine bessere Sicht auf die Seen.“ Nach Einsatz der Heckenschere sind vermutlich auch keine Investitionsmittel mehr erforderlich, denn von Geld spricht die Allianz-CDU an dieser Stelle nicht.

Davon ist allerdings an einer anderen Stelle die Rede, bei den gegen den Widerstand von Beschäftigten und interessierten Bürgern durchgeboxten Kürzungen im Kulturbereich. Dort hätten „die vier Fraktionen auch den gordischen Knoten bei den Kultursparmaßnahmen im Umfang von 2,25 Millionen Euro durchschlagen“, und zwar „erfolgreich“. Nach Ansicht des GRÜNEN-Fraktionschefs Jochen Riechel hätten jetzt „die Kultureinrichtungen Planungssicherheit“. So kann man das natürlich auch sehen.

Bei der Konsolidierung der problematischen Hagener Finanzsituation sieht Claus Thielmann (FDP) die Mehrheit im Rat auf einem guten Weg: „In der Allianz verstehen wir uns vor allem auch als Motor für einen konsequenten Spar- und Sanierungskurs bei den kommunalen Finanzen. Wir sind stolz, dass es uns gemeinsam mit unseren Partnern gelungen ist, ein zukunftsweisendes Paket zur Haushaltssanierung auf den Weg zu bringen. Diesen Weg wollten wir konsequent weitergehen.“

Im Klartext: Weiter kürzen, bis die Schwarte kracht – da sind wir stolz, der Motor zu sein. Konsequent bis zum Totalschaden.

Eigenlob stinkt, sagt der Volksmund. In diesem Sinne hat die Allianz des Grauens mit ihrer Bilanz ein olfaktorisches Gesamtkunstwerk geschaffen.

Wer sich das Traktätchen in Gänze zu Gemüte führen möchte: Hier ist es zu finden.

Metropole Ruhr gibt Bewerbung um IGA 2027 ab

28. September 2016 by

Hagen wäre mit fünf Standorten vertreten

Die Metropole Ruhr bewirbt sich um die Ausrichtung der Internationalen Gartenausstellung in 2027. Gestern überreichten die Direktorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR) Karola Geiß-Netthöfel und Josef Hovenjürgen, Vorsitzender der RVR-Verbandsversammlung, in Haus Ripshorst in Oberhausen die Bewerbungsunterlagen an die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG).

Laut Machbarkeitsstudie wäre Hagen mit fünf Standorten vertreten: Park der Villa Hohenhof mit Osthaus-Museum, Stadtgarten mit Bismarckturm, Freilichtmuseum, Garten und Schloss Hohenlimburg, Hengstey- und Harkortsee. Mit einer Entscheidung der DBG ist in vier bis sechs Wochen zu rechnen.

„Erstmals bewirbt sich eine ganze Region um eine Internationale Gartenausstellung und beschreitet so ganz neue, spannende Wege der Präsentation. Die Städte und Kreise der Metropole Ruhr haben bereits bei der Internationalen Bauausstellung Emscher Park und der Kulturhauptstadt RUHR.2010 unter Beweis gestellt, dass sie im Schulterschluss ein solches Großereignis meistern können“, so Karola Geiß-Netthöfel.

Wenn die Metropole Ruhr den Zuschlag bekommt, werden in einem nächsten Schritt das in der Machbarkeitsstudie zur IGA 2027 vorgeschlagene Konzept und die Kosten gemeinsam mit den Städten und Kreisen und weiteren Partnern konkretisiert. Bis Ende 2017 soll der Prozess abgeschlossen sein. Auf dieser Grundlage entscheiden die politischen Gremien abschließend, ob das Ruhrgebiet die IGA 2027 durchführen kann.

Im Frühjahr 2016 hatte die RVR-Verbandsversammlung die IGA-Bewerbung beschlossen. Das Konzept sieht ein dezentrales Großereignis vor, das auf drei Ebenen realisiert werden kann: Fünf „Zukunftsgärten“ sollen als Hauptstandorte fungieren und Kernfragen zu Klima und Energie begreifbar machen. Auf der zweiten Ebene werden etwa 20 bis 25 der schönsten vorhandenen Parks und Gärten in der Region präsentiert. Und schließlich erhalten die vielen Umweltinitiativen wie Urban-Gardening-Projekte unter dem Schlagwort „Dein Garten“ ein Forum.

Getragen werden soll die Internationale Gartenausstellung von den 53 Kommunen und vier Kreisen der Metropole Ruhr, von Verbänden wie Emschergenossenschaft und Lippeverband, der regionalen Wirtschaft und bürgerschaftlichem Engagement gemeinsam mit dem Land NRW.

Den Zuschussbedarf für die Durchführung der IGA Metropole Ruhr 2027 schätzt die Studie auf etwa 42 Millionen Euro, verteilt auf mehrere Schultern und auf mehrere Jahre. Das Großereignis würde umfangreiche Investitionen auslösen, geschätzt wird eine Höhe von über 300 Millionen Euro.

Infos: www.iga2027.rvr.ruhr

Dominque Caron soll 2017 das Theater Hagen übernehmen

28. September 2016 by

DOPPELWACHOLDER.DE hatte schon gestern Mittag kurz auf eine Meldung von Radio Hagen verwiesen: Dominique Caron soll neue Intendantin am Theater Hagen werden.

Die 58-jährige Französin leitet derzeit noch die Eutiner Festspiele und soll 2017 dem amtierenden Hagener Intendanten Norbert Hilchenbach folgen, empfiehlt die Findungskommission des Theaters. Die letzte Entscheidung über die Besetzung trifft der Rat der Stadt Hagen.

Die Wahl von Caron beendet eine langwierige und schwierige Suche nach einem Kandidaten für den Chefposten. So waren in den vergangenen Monaten Bewerber abgesprungen oder sie erfüllten nicht die Erwartungen der Kommission hinsichtlich der bevorstehenden Kürzungsmaßnahmen.

Hintergrund ist, dass das Theater Hagen laut einem Ratsbeschluss ab Sommer 2018 mindestens 1,5 Millionen Euro einsparen muss. Dies hatte in der Stadt zu heftigen Protesten geführt, zumal das traditionsreiche Viersparten-Haus mit einem ohnehin knappen Budget von derzeit 15 Millionen Euro auskommen muss.

„Tanzbilder 2016“

28. September 2016 by

Max-Reger-Musikschule tanzt im Theater Hagen

tanzbilder_flyerUnter dem Motto „Tanzbilder 2016“ präsentieren zahlreiche Kinder und Jugendliche der Tanzabteilung der Max-Reger-Musikschule am Sonntag, 2. Oktober, um 18 Uhr ein abwechslungsreiches Programm im Stadttheater Hagen.

Wie immer ist das Programm eine kurzweilige Collage aus phantasievollen und bunten Choreographien ganz verschiedener Tanzstilen sowie phantasievollen Kostümen und vielen Lichteffekten. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer sorgen vor und hinter der Bühne für einen reibungslosen Ablauf der Darbietung. Choreographin und Leiterin der „Tanzbilder“ ist Olga Peniker. Sie unterrichtet die rund 100 teilnehmenden Tänzer in zwölf Tanzklassen an der Max-Reger-Musikschule. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Michael Weigelt.

Die Tanzbilder haben mittlerweile einen festen Platz im Hagener Kulturleben und erfreuen sich jedes Jahr großer Beliebtheit. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Karten sind nur an der Theaterkasse erhältlich, die ab 17 Uhr geöffnet ist.

Röspel: Schulen sollen gerechter werden

28. September 2016 by

Hoher Sanierungsbedarf – Bremsklotz CDU/CSU

Der Hagener Bundestagsabgeordnete René Röspel begrüßt den Beschluss des SPD-Parteivorstandes zur Modernisierung der schulischen Bildung ausdrücklich: „Bildung – insbesondere die schulische Bildung – ist der entscheidende Schlüssel für die Verwirklichung individueller Lebenschancen, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und nicht zuletzt den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes.“ Daher seien die Eckpunkte, die der SPD-Vorstand beschlossen hat, nach Ansicht Röspels besonders wichtig.

Studien der OECD und der letzte Nationale Bildungsbericht bestätigten, dass in Deutschland nach wie vor die soziale Herkunft sehr stark über die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen entscheidet. „Es gilt, die Chancengleichheit zu verbessern. Wir wollen, dass Leistung und Talent entscheiden und nicht die Herkunft“, fordert Röspel schon seit langer Zeit.

Doch es gebe nicht nur ein Gerechtigkeitsproblem, denn oftmals hapere es an noch grundlegenderen Dingen: Etwa die Hälfte aller Schulen in Deutschland ist nach Angaben des Deutschen Städte- und Gemeindebundes sanierungsbedürftig. „Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Lernorte in einen angemessenen Zustand gebracht werden“, meint Röspel.

In sozialen Brennpunkten und angesichts der erheblichen Zuwanderung von Flüchtlingen stünden das Bildungswesen und die Lehrerinnen und Lehrer vor erheblichen Herausforderungen. Allein im Jahre 2015 kamen nach Schätzungen der Kultusministerkonferenz etwa 325 000 zusätzliche Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter nach Deutschland. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, brauchten unsere Schulen mehr Personal. „Daneben wollen wird auch die Schulsozialarbeit als wichtigen Baustein unseres Bildungswesens weiter ausbauen“, erinnert René Röspel an eine schon lange von ihm gestellte Forderung.

Schulträger sind im Regelfall die Kommunen. Daher sei es in Zeiten klammer Kassen unerlässlich, dass der Bund hier noch mehr Unterstützung leistet. CDU und CSU fordert der Sozialdemokrat auf, sich diesen Weichenstellungen nicht mehr in den Weg zu stellen. „Leider hat sich unser Koalitionspartner im Schulbereich bisher als wahrer Bremsklotz gezeigt“, meint René Röspel.

Und so wird es wohl auch bleiben. Solange sich die SPD nicht aus der babylonischen Gefangenschaft der Großen Koalition befreit, kann der Parteivorstand beschließen, was er will. Die Alternative dazu stände bereit: Rot-rot-grün verfügt im Bundestag über eine Mehrheit.

Für das Theater Hagen ist eine Intendantin in Sicht

27. September 2016 by

Die Findungskomission, die extra für die Besetzung dieser Stelle gegründet worden ist, schlägt Dominique Caron vor. (…)

Quelle: Radio Hagen

Warenkorb in Hagen stellt die Ausgabe an Bedürftige um

27. September 2016 by

Künftig können Bedürftige nur noch alles 14 Tage im Warenkorb der Caritas in Hagen einkaufen. Grund ist die lange Warteliste. (…)

Quelle: DerWesten

Dazu:

Beschämender Weg für Hagen

Die Ärmsten der Armen müssen jetzt teilen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren: Das ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft und für unsere Stadt. Über Jahre hinweg gelingt es nicht, Menschen in Hagen so in Arbeit zu bringen, dass sie für ihren eigenen Lebensunterhalt sorgen können. (…)

Quelle: DerWesten

Fest zum Tag des Flüchtlings

27. September 2016 by

Unter dem Motto „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“ wird am Freitag, 30. September, im Rahmen des interkulturellen Woche der „Tag des Flüchtlings“ rund um die und in der Johanniskirche am Hagener Markt gefeiert.

13 Veranstalter, darunter der darunter Ev. Kirchenkreis, Diakonie, Caritas, Stadt Hagen, Johanniter, AWO, Freiwilligenzentrale, Hagen ist Bunt u. A., haben sich zusammengetan, um ein buntes  und informatives Programm für die Menschen der Stadt auf die Beine zu stellen. Oberbürgermeister Erik O. Schulz wird die Veranstaltung um 15.30 Uhr eröffnen – umrahmt von arabischer und türkischer Musik.

Bunker-Tour durch Hagen

27. September 2016 by

Eine Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt findet am Samstag, 1. Oktober, von 13 bis 16 Uhr statt. Diese historische Führung wurde von der Volkshochschule Hagen in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen organisiert.

Die Führung beginnt im Bunkermuseum, Bergstraße 98, vor dem sich die Teilnehmer mit dem Gästeführer Rouven Recksick treffen. Das Kellergeschoss des Museums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass die Atmosphäre der Bombennächte nachgefühlt werden kann. Nach der einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße, wo sich heute die Polizeiwache befindet.

Auch wird der Bunker in der Körnerstraße besichtigt, der 1945 von einer Bombe getroffen und nun zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung auf Höhe der Marienstraße.

In den Kosten von 18 Euro für die Tour ist der Eintritt für das Bunkermuseum Bergstraße bereits enthalten. Eine rechtzeitige Anmeldung für den Kurs mit der Nummer 1052 wird empfohlen und unter Telefon 02331/207-3622 entgegengenommen.

Phoenix in der Asche

26. September 2016 by

Basketball-Firma muss sich 60.000 Euro stunden lassen

Jedem Stromkunden, der mit der Begleichung seiner Rechnung in Verzug gerät, wird innerhalb kurzer Frist der Saft abgedreht. Anders verhält es sich, wenn eine Eventfirma – vor allem wenn sie sich im Sportbereich tummelt – in Schwierigkeiten gerät. Hier gilt das Prinzip „Ego te absolvo“ – die Schuld wird vergeben, die Schulden werden gestundet.

Die Hagener Phoenix GmbH schließt seit mehreren Jahren die Bilanz mit einem jeweils sechsstelligen Loch in der Kasse ab. Im letzten veröffentlichten Jahresabschluss zum 30. 6. 2014 lag der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag bei knapp 300.000 Euro.

Das Unternehmen selbst gibt in seiner Pflichtveröffentlichung ebenso regelmäßig an: „Die Gesellschaft ist bilanziell überschuldet.“ Phoenix-Aufsichtsratschef Sven Eklöh nennt die GmbH in einem Interview „insolvente Firma“.

Die weist eine Bilanzsumme von zuletzt 1,2 Millionen Euro aus, der Jahresbedarf liegt nach Angaben von Eklöh bei 2,5 Millionen Euro. Phoenix ist aber offenbar nicht mehr dazu in der Lage, 60.000 Euro Altschulden an die Stadt zu zahlen.

Anders lässt sich der Bettelbrief nicht erklären, den das Korbwerfer-Management dem Hagener Kämmerer Christoph Gerbersmann zustellen ließ. Auf dem Briefbogen der neuen Basketball Hagen GmbH & Co. KGaA (!) „wendet sich Phoenix Hagen an die Stadt Hagen und deren politische Entscheidungsgremien“.

In dem Schreiben „bittet Phoenix Hagen die Stadt und deren politische Gremien zu entscheiden, dem Verein den noch ausstehenden Restbetrag von 60.000 Euro erneut zu stunden“.

Demnach erfolgte bereits in der Vergangenheit mindestens eine weitere Stundung und um die Sympathien der Politiker sicherzustellen, stapelt das Event-Unternehmen tief und nennt sich „Verein“.

Hinterher geschoben wird eine kaum verklausulierte Forderung: „Neben dieser Bitte soll auch nicht unbetrachtet bleiben, dass weitere Stundungen des Restbetrages, um die der Verein Phoenix Hagen die Stadt bitten würde, nur temporäre Entlastungseffekte erzeugen. Die Forderung bliebe bestehen und deutlich belastenden Einfluss auf die wirtschaftlich Erholung von Phoenix Hagen haben.“

Im Klartext: Man möchte die 60.000 Euro geschenkt haben. Dabei könnte Phoenix-Aufseher Sven Eklöh als Angehöriger des millionenschweren Eklöh/Kreke-Clans sicherlich problemlos den Betrag aus der Portokasse entrichten oder ihn zumindest kreditieren.

Der Haupt- und Finanzausschuss ließ sich aber weder von dem einen noch von dem anderen beeindrucken und gab einstimmig seit Plazet; der Betrag wird bis zum 31.7.2017 gestundet.

Das Votum erfolgte gewohnheitsmäßig im nichtöffentlichen Teil der Sitzung, nachdem Kämmerer Gerbersmann per Rundmail noch einmal deutlich darauf hingewiesen hatte, dass „es sich um eine Finanzangelegenheit Dritter handelt“.

Was die Rathaus-Kryptomanen weniger interessiert, ist die Tatsache, dass auch die Bürger als letztendliche Kreditgeber „Dritte“ in dieser „Finanzangelegenheit“ sind. Die erfahren aber von solchen Vorgängen erst gar nichts.

NRW knöpft sich die größten Banken der Welt vor

26. September 2016 by

Hagen an der Ruhr hat rund 190 000 Einwohner und diverse Banken. Eine Sparkasse natürlich, dazu die Volksbank und die Märkische Bank als genossenschaftliche Institute. Außerdem Filialen einiger Finanzkonzerne. Das große Geld ist in Hagen, dem Tor zum Sauerland, nicht zu Hause. Wer dort als Steuerfahnder arbeitet, hat es selten mit Aufsehen erregenden Fällen aus der Bankenbranche zu tun. Das ändert sich gerade.

Das Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung an der Ruhr soll sich um drei Institute von Weltrang kümmern. JP Morgan aus New York, Barclays aus London und BNP Paribas aus Paris. Sie waren nach Erkenntnissen von Ermittlern an zweifelhaften Aktiendeals beteiligt, bei denen der deutsche Fiskus um mehr als zehn Milliarden Euro betrogen worden sein soll. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Anmerkung: „Hagen an der Ruhr“ – das ist neu.

Noch ‘ne Gesellschaft

25. September 2016 by

Stadtrat beschließt Gründung einer „Wirtschaftsflächenentwicklungsgesellschaft“

In ihrem „Beteiligungsportfolio“ listet die Stadt Hagen inzwischen laut Beteiligungsbericht 35 Unternehmen auf, in die sie unterschiedliche Aktivitäten ausgelagert hat. Jetzt soll eine neue dazu kommen: eine „Wirtschaftsflächenentwicklungsgesellschaft“. Das hat der Stadtentwicklungausschuss  nach einem Bericht der WPWR beschlossen.

In der öffentlichen Tagesordnung wird dieser Punkt zwar erwähnt, nähere Angaben fehlen allerdings völlig. Wie das in Hagen so gehandhabt wird, wenn von vorneherein die Sinnhaftigkeit eines Unternehmens der Öffentlichkeit nur äußerst schwer zu vermitteln ist.

Die neue Gesellschaft soll nach Angaben des Einheitsblatts „die notwendige Schlagkraft entwickeln, um die Gewerbeflächenengpässe in den vier Hagener Flusstälern ein wenig zu entzerren“. OB Schulz erhofft sich danach eine „schmale, schnelle Eingreiftruppe (zu) etablieren mit enger Anbindung an die Stadtentwicklungspolitik“.

Von einer „Eingreiftruppe“ kann allerdings keine Rede sein, da die neue GmbH doch gleichzeitig „über kein eigenes Personal verfügen wird“. Dafür sind gleich zwei Geschäftsführer geplant, „die Kompetenzen der WBH und Fachlichkeiten der Stadt adäquat abbildet“, so die gewohnt gefällige Berichterstattung der WPWR.

Hintergrund der Gründung der neuen Gesellschaft ist der angebliche Mangel an Gewerbeflächen in Hagen, der vor allem von den einschlägigen Lobbygruppen aus Industrie und Gewerbe kontinuierlich vorgetragen wird und von deren Multiplikatoren im Rat und in den politischen Parteien dem Publikum schmackhaft gemacht wird.

Dabei sind Flächen durchaus vorhanden, aber entweder im Privatbesitz oder von den bisherigen Nutzern mit Altlasten hinterlassen worden, die erst auf Kosten der Allgemeinheit beseitigt werden müssen. So etwas wie ein Verursacherprinzip scheint hier nicht zu gelten.

Das Volk wird stattdessen mit laufenden Hinweisen auf Müllsünder abgelenkt, die auf fruchtbaren Boden fallen, während die Großverursacher völlig aus dem Blick geraten sind.

Auch der Mangel an „restriktionsfreien“ Gewerbeflächen, also Arealen ohne Gifthinterlassenschaften durch Industriebetriebe, wird offenbar maßlos übertrieben, um der Versiegelung bisher offener Böden wie am Böhfeld Vorschub zu leisten. Laut Presse fallen nur 3 Hektar in diese Kategorie, aber allein an der Volmarsteiner Straße in Vorhalle bietet die stadteigene Hagener Erschließungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH 5 Hektar erschlossene Gewerbefläche an.

Und damit beginnt schon die nächste Ungereimtheit: ein Kuddelmuddel aus dem inzwischen unüberschaubaren Geflecht verschiedener städtischer Gesellschaften, die offensichtlich damit überfordert sind, ihre ursprünglich zugedachten Aufgaben wahrzunehmen.

Kein Wunder, wenn man die Politik der letzten Jahre betrachtet, die unter Anleitung der Verwaltungsspitze fortlaufend damit beschäftigt war, das städtische „Portfolio“ zu ergänzen, umzustricken und zu neuen Einheiten zusammenzulegen. Die Methode „Trial and Error“ war dabei der Leitfaden der beteiligten Akteure: Wir versuchen mal dies – wenn‘s nicht klappt, nehmen wir was anderes.

So auch bei den Gewerbeflächen. Dort finden sich, schon ohne die neue GmbH, fünf verschiedene städtische Mitspieler:

Die HagenAgentur als Wirtschaftsförderungsgesellschaft

„Ob Ansiedlung, Betriebserweiterung oder Unternehmensverlagerung, die jeweiligen Ansprechpartner  beim Unternehmensservice beraten gut und gern. (…)Bei der Suche nach geeigneten Gewerbeflächen oder Immobilien kann die HAGENagentur jederzeit als Vermittler eingesetzt werden.“

Fachbereich Immobilien, Bauverwaltung und Wohnen

Entwicklungsbereich „Unteres Lennetal“ Hagen – Halden

Durch die zweite Verordnung über die Erweiterung des städtebaulichen Entwicklungsbereiches „Unteres Lennetal“ Hagen-Halden vom 9.3.1999 erfolgte die Erweiterung des Entwicklungsbereiches um die Flächen Herbeck, Hammacher und Reh – eine ca. 120 ha große Arrondierungsfläche.

Hagener Erschließungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH

Die Hagener Erschließungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH – kurz HEG – hat sich bei ihrer Gründung im Jahr 2006 die Erschließung und Vermarktung von Grundstücken und Immobilien in der Stadt Hagen zur Aufgabe gemacht.

Gewerbegebiet Volmarsteiner Straße

Wirtschaftsbetrieb Hagen (WHB)

Soll Anteilseigner der neuen GmbH werden, die, laut Presse, „die Kräfte der Stadt (51 Prozent) und des Wirtschaftsbetriebes Hagen (49 Prozent)“ organisatorisch bündeln und „die notwendige Schlagkraft entwickeln“ soll, „um die Gewerbeflächenengpässe in den vier Hagener Flusstälern ein wenig zu entzerren“.

Gesellschaft für Immobilien und aktive Vermögensnutzung der Stadt Hagen mbH (GIV)

Hält nach eigenen Angaben Anteile der HEG

Verwaltungsspitze und Rat halten es nicht für angebracht, dieses Durcheinander aufzuräumen, sondern blasen den Apparat weiter auf, indem sie noch eine weitere Gesellschaft gründen, die naturgemäß die nur endlich vorhandenen Flächen auch nicht erweitern kann.

Garantiert sind dagegen weitere Geschäftsführerposten und Aufsichtsratsmandate, mit denen „verdiente“ Freunde glücklich gemacht werden können.

Es stinkt gewaltig

25. September 2016 by

von Christoph Rösner

Hagen beschäftigt sich wohl nur noch damit, seinen Ruf als Dilettantenstadt endgültig zu manifestieren – und zwar nachhaltig.

Nachhaltigkeit ist ein viel bemühter Begriff in diesen Tagen. Und auch unser Ob Schulz verwendet ihn gerne, wenn auch in anderem, negierenden Zusammenhang. „Selbstverständlich ist uns klar, dass eine konzertierte Aktion nicht nachhaltig für eine saubere Stadt sorgen kann“, hat er bei der PK im Rathaus verlauten lassen im Hinblick auf die nächste Putz- und Wieneraktion, diesmal in Altenhagen.

Und weil eine solche Aktion nicht nachhaltig sein kann, werden jetzt die Bewohner zur zweiten, in keinem Fall nachhaltigen Aktion „eingeladen“, sich an der Grundreinigung ihres Stadtteils zu beteiligen.

Die Erkenntnis, dass die allermeisten von Ihnen bereits ordentliches Geld über Ihre Müllgebühren an die Stadt abführen, damit diese, bzw. ihr sauberes Töchterchen HEB, ihren Stadtteil sauber hält, muss wohl irgendwo unter den Müllbergen verschütt gegangen sein. Und weil die HEB das nicht packt, werden jetzt Einladungen zum Feudeln ausgesprochen?

Warum streckt Ihr die Leerungsintervalle nicht noch mehr (wie wär´s demnächst nur noch viermal im Jahr, damit´s rechtzeitig zu den hohen Feiertagen alles hübsch ansehnlich ist?).

Warum gebt Ihr nicht sämtliche Containerstandorte einfach komplett auf, und fegt und wienert die sogenannten besseren Wohnquartiere noch häufiger wie eine Hausfrau, die nichts Besseres zu tun hat?

Dafür könnt Ihr dann ja wöchentlich Einladungen verschicken nach Altenhagen und Wehringhausen und Haspe und Eckesey! So könnt Ihr richtig Geld sparen, das Ihr bestimmt woanders versenken könnt.

Nein! Wie wär´s mit einer Armada Saugdrohnen, die dann nur noch ein qualifizierter HEB-Mitarbeiter aus seinem Gefechtsstand bedienen müsste …

Ihr habt doch wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun!

So wie Euer derzeit größter Coup – diese fantastischen,  unterirdischen Müllgräber in der City mit ihren Edelstahlpömpeln, mit Kippenigeln dekoriert. Mag ja sein, dass an dieser Art von unsichtbarer Müllsammlung was dran ist – solange nur was reingeworfen wird.

Aber wehe, wenn das Güllegrab entleert, der ganze Schmodder mit einem Sauggerät hochgepumpt wird! Dann verweilt man besser im Eingangsbereich von Douglas, weil einem ansonsten der Verwesungsgestank derart die Birne vernebelt, dass man lieber auf einer Müllkippe shoppen gehen würde.

Hierzu etwas Grundsätzliches an alle hilflosen Verantwortlichen:

Ich kann mich tierisch aufregen über solche Zeitgenossen, die nach ihrem letzten Schnellfressstopp bei MacDoof die Verpackungsreste einfach aus dem Autofenster entsorgen.

Ich kann mich ebenfalls tierisch darüber aufregen, wenn irgendwelche Dumpfbacken, egal welcher Nationalität, meinen, ihren Sperrmüll an Straßenecken, in Hauseinfahrten oder sonst wo loswerden zu können.

Aber ich kann mich genauso tierisch aufregen, wenn Stadtplaner oder –Lenker meinen, es sei damit getan, Müllbehälter im Erdreich zu versenken oder die Bürger zum gemeinsamen nicht-nachhaltigen Großreinemachen einzuladen.

Es geht um Psychologie. Wer verinnerlicht hat, in einer vermüllten Stadt mit pathologischer Identitätskrise leben zu müssen, dem ist es völlig schnuppe, wenn das bisschen eigener Müll noch dazu kommt. So einfach ist das.

Und wenn sich zu all dem Wahnsinn noch stammelnde Mitarbeiter der HagenAgentur im WDR als absolute Deppen outen in Sachen Breitbandausbau und ernsthaft vor laufender Kamera ankündigen, jetzt aber doch ganz bald ein Consulting-Unternehmen beauftragen zu wollen, das sie bei der Beratung über die Anzapfung prall gefüllter Fördertöpfe beraten soll und dafür 50.000 Ocken raushauen wollen, weil es dafür ja Fördergelder gibt – fürs sich Beratenlassen! – dann allerdings darf den denkenden, reflektierenden Hagener Bürger – und die Bürgerin wirklich gar nichts mehr wundern.

Mein Fazit: Praktikanten an die Macht und auf nach Hohenlimburg!

Und für alle, die es noch nicht wissen: HEB bedeutet „Hagen Endet Böse.“

Aktionsbündnis erreichte nur Versprechungen

24. September 2016 by

Bundesrat setzte Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in den Kommunen auf die Tagesordnung

Gruppenbild Berlin

Berliner Gruppenbild mit dem Hagener OB Erik O. Schulz (38. von rechts) und Kämmerer Christoph Gerbersmann (letzte Reihe, links unter der Deckenlaterne mit teilerleuchtetem Haupt). Foto: Walter Schernstein.

Seit nunmehr 15 Jahren bemühen sich die finanzschwachen Städte des Ruhrgebiets und des Bergischen Landes um eine nachhaltige Lösung ihrer Schuldenprobleme. Herausgekommen ist dabei bisher zu gut wie nichts.

Es begann im Jahre 2001 mit dem 1. Memorandum zur Gemeindefinanzpolitik unter dem Titel „Reform des Gemeindefinanzsystems“. Es folgten „Verantwortung für die Zukunft unserer Städte“ (2003), „Finanzielle Zukunftsfähigkeit der Städte sichern“ (2006) und „Wege aus der Schuldenfalle“ (2008).

2009 erfolgte die Gründung des Aktionsbündnisses „Raus aus den Schulden“, das später in „Für die Würde unserer Städte“ umbenannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt lag die Höhe der Kassenkredite der Stadt Hagen bei 800 Millionen Euro, nach sieben Jahren Bündnisexistenz sind sie auf mehr als 1,1 Milliarden Euro angestiegen. Dass die Schulden nicht noch höher ausgefallen sind, ist einzig dem extrem niedrigen Zinsniveau, das sich inzwischen größtenteils im Negativbereich bewegt, zu verdanken.

Am Freitag wurden die Kommunen wieder mal bei Hofe vorgelassen. Nach NRW-Landtag und Bundestag war diesmal der Bundesrat an der Reihe. Das Prozedere ähnelt sich mit jedem Male: es regnet wohlfeile Worte, das Thema Finanzprobleme der Städte und Gemeinden hingegen wird auf die lange Bank geschoben, während die Verschuldung entweder weiter wächst oder trotz massiver Einschnitte zulasten der Bevölkerung auch nur halbwegs gestoppt wird.

So auch diesmal: die Forderungen und Vorschläge des Aktionsbündnisses wurden durch den Bundesrat in die entsprechenden Ausschüsse verwiesen. Dort werden sie erfahrungsgemäß lange schmoren.

Die Pressestelle des Hagener Oberbürgermeisters Erik O. Schulz verkauft diesen Stillstand selbstredend als Erfolg:

Was für eine einzelne Stadt allein zu erreichen unvorstellbar ist, haben am Freitag (23.9.2016) in Berlin parteiübergreifend 69 finanzschwache Kommunen mit mehr als neun Millionen Einwohnern – darunter auch Hagen – wirklich erreicht: Ihrem Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ versprachen hochrangige Politiker von Bund und Ländern mehr Unterstützung. Wie genau diese weitere Hilfe zur Selbsthilfe aussehen wird, soll unter Beteiligung der Kommunalen Spitzenverbände verhandelt werden.

Versprechen, verhandeln, verschieben. Selbst diese Minimalbefassung des Bundesrats mit dem Thema Kommunalverschuldung kam nur dank der Unterstützung der Länder Bremen und Nordrhein-Westfalen zustande.

Aus Anlass der Bundesratssitzung, die viele Stadtchefs und Kämmerer als Zuhörer verfolgten, veranstaltete das Aktionsbündnis anschließen in den Räumen des Deutschen Städtetages eine Kommunalkonferenz.

Höchstrangigster Redner war Kanzleramtschef Bundesminister Peter Altmaier. „Als Bundestagsabgeordneter aus dem Saarland hängt mein Herz an den strukturschwachen Kommunen“, bekannte Altmaier. Er lud das Aktionsbündnis zu einem noch festzulegenden Termin zu weitergehenden Gesprächen in das Kanzleramt ein. Seiner Rede folgte eine Podiumsdiskussion. Ergebnis: alle Bundestagsfraktionen wollen den finanzschwachen Kommunen helfen.

Hängende Herzen und ein um sich greifendes Helfersyndrom für Probleme, die seit Jahren offenbar niemand Ernst genommen hat, sind jedenfalls gute Voraussetzungen dafür, dass vorerst alles beim Alten bleibt.

Tabus, Verbote und Geheimnisse

24. September 2016 by

28.09.2016 um 17:00 Uhr
Emil Schumacher Museum, Museumsplatz 1 – 2, 58095 Hagen

Die FernUniversität in Hagen möchte Wissenschaft transparent machen und lädt zu einem Themenabend in das Emil Schumacher Museum ein.

Die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung „Tabus, Verbote und Geheimnisse“ richtet sich als Teil des Hagener Forschungsdialogs an ein breites, wissenschaftlich interessiertes Publikum. Ihr Besuch ist kostenfrei.

Das Tabu hat eine Geschichte. Sie beginnt im Gefolge der ‚Südsee‘-Euphorie des ausgehenden 18. Jahrhunderts und der ersten Erwähnung durch den Entdecker James Cook. Mehr als einhundert Jahre später wendet sich der Psychoanalytiker Sigmund Freud dem „marvellous“, dem „wunderbaren“ Tabu zu, wie er es in einem Brief an einen Freund bezeichnet. Bis heute, bis in unsere Zeit wirkt das Tabu fort und offenbart sich in Verboten und Geheimnissen.

Informationen zu den einzelnen Themen und Referenten: FernUni

Hagen ist dabei – Ruhrtal will die Regionale 2022 oder 2025

24. September 2016 by

Die Städte Hagen, Bochum, Dortmund, Unna sowie der EN-Kreis und der Regionalverband Ruhr wollen sich um die Regionale 2022 oder 2025 bewerben. Entlang der Ruhrseen und ihrer Zuflüsse will das Bewerber-Sextett von der regionalen Strukturfördermaßnahme des Landes profitieren. Aber: Die Zeit drückt. Bewerbungsschluss ist am 9. Dezember dieses Jahres. (…)

Quelle: DerWesten

Demo und was dann?

23. September 2016 by

Welche Aktivitäten sind weiterhin nötig um CETA, TTIP & Co. zu stoppen?

Donnerstag, 29. Sep. 2016, 19:30 Uhr
Kino Babylon im Kulturzentrum Pelmke, Pelmkestr. 14, 58089 Hagen

Die Auseinandersetzung um die „Freihandelsabkommen“ CETA & TTIP geht in die heiße Phase. CETA ist bereits ausverhandelt. Im Oktober soll es beim Gipfeltreffen in Brüssel offiziell unterzeichnet werden. Zuvor müssen EU-Ministerrat und auch die Bundesregierung entscheiden.

Nach den bundesweiten großen Demonstrationen am 17. September in den 7 Städten: Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart, stellt sich die Frage, wie sich die einzelnen Parteien zu CETA positionieren. Dabei kommt der SPD eine entscheidende Rolle zu.

Prof. Dr. Dietmar Köster (SPD-Mitglied im Europaparlament) wird erklären, warum er ein entschiedener Gegner der Freihandelsabkommen ist. Dabei wird er über die aktuellen Entwicklungen informieren und seine Einschätzung der nächsten Perspektiven abgeben. In der Diskussion wird es um die gemeinsame Erarbeitung von Aktivitäten gehen, die noch nötig sein werden und möglich sind, um CETA in letzter Minute zu verhindern.

Aufzüge im Problem-Hochhaus werden endlich saniert

23. September 2016 by

Der Aufzugdienst Zippel aus Herford wird die vier Aufzüge in den vier Wohn-Hochhäusern in Hohenlimburg sanieren. Fertigstellung: im November. (…)

Am Montagabend hatte der SPD-Ortsverein Hohenlimburg zu einer Mieterinformation ins Paul-Gerhardt-Haus in Reh geladen. Fast 40 Betroffene kamen. Rechtsanwältin Claudia Scholten (Mieterverein Hagen) lag zu diesem Zeitpunkt ein Fax der Hausverwaltung Altro Mondo aus Hannover über einen erfolgten Reparaturauftrag für die Aufzüge vor. Aber in einer derart merkwürdigen Form, dass die Rechtsanwältin von einer möglichen Täuschung ausging.

Angesicht der am Montagabend noch undurchsichtigen Situation riet sie deshalb allen Mietern, die Warmmiete um 30 Prozent zu kürzen. Auch das Jobcenter Hagen, das für einige Hausbewohner die monatliche Miete nach Hannover überweist, werde dabei mitspielen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Die Überschrift müsste richtigerweise lauten: „Aufzüge im Problem-Hochhaus sollen endlich saniert werden“. Aber der Glaube der hiesigen Medien an Aussagen aus dem Unternehmerlager scheint ungebrochen zu sein.

VHS-Rundgang durch Wehringhausen

23. September 2016 by

2016-09-13_wehringhausen_lange_strasse_ba95x15__dieter_fassdorfdeWehringhausen, Lange Straße. Foto: Dieter Faßdorf

Zu einem Stadtteilrundgang durch Wehringhausen mit dem Schwerpunkt auf der Architektur um 1900 lädt die Volkshochschule Hagen am Mittwoch, 28. September, von 16 bis ca. 18 Uhr ein. Das vom Tal topographisch ansteigende Terrain des Stadtteils Wehringhausen findet eine städtebauliche Entsprechung in dem gesellschaftlich-hierarchischen Aufbau des Wohnviertels.

Oben, an den Stadtgarten grenzend, entstand ein exponiertes Baugebiet nach den Gründerjahren. Im Buschey-Viertel zeugen prächtige Villen von einer glanzvollen Zeit. Die Beamtenwohnhäuser im mittleren Bereich des Viertels sind nicht minder ansehnlich, denen weiter bergab die Arbeiterwohnhäuser mit schmucken Fassadengestaltungen folgen.

Das Teilnahmeentgelt von 6 Euro wird vor Ort bar kassiert. Treffpunkt ist vor der Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Straße 49. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung. Informationen erhalten Interessierte unter Telefon 02331/2073622.

Holocaust-Überlebende zu Gast im Rathaus

23. September 2016 by

holocaust-ueberlebende__foto__stadt_hagen_clara_berweBürgermeister Dr. Fischer empfängt die Gäste aus Israel im Rathaus. Foto: Clara Berwe

Eine Gruppe von Holocaust-Überlebenden trug sich bei ihrem Besuch im Rathaus ins Gästebuch der Stadt Hagen ein.

Während ihres Deutschlandaufenthalts vom 11. bis zum 25. September besuchen die Männer und Frauen aus Israel Schulen und andere Institutionen in Hagen, Lüdenscheid sowie der Umgebung und geben dem Holocaust für junge Deutsche – vielleicht als letzte Zeitzeugen – eine Stimme und ein Gesicht.

Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer empfing die Gruppe herzlich im Hagener Rathaus und würdigte ihren Mut, in Deutschland über ihre traumatischen Kindheitserinnerungen zu berichten.

Spender für Straßenbäume gesucht

23. September 2016 by

Die Stadt Hagen sucht Spender für die Pflanzung neuer Bäume und erprobt die Zusammenarbeit mit der Spendenplattform www.pflanzdeinenbaum.eu. Auf der Webseite können Bürger und Bürgerinnen die Standorte der Straßenbäume einsehen.

Dabei erhalten die Spender bereits im Vorfeld Transparenz, in welcher Straße welche Baumart gepflanzt werden soll. So ist beispielsweise in der Hochstraße – nahe der Marienkirche – die Pflanzung eines amerikanischen Amberbaums vorgesehen, die durch Spendengelder ermöglicht werden soll.

Dazu wird die Möglichkeit einer personalisierten Spende angeboten. Interessierte können einfach über die Internetplattform für den Baum ihrer Wahl online spenden und erhalten neben einer Spendenurkunde ebenfalls die Möglichkeit, ein Namensschild mit persönlicher Widmung am Baum anbringen zu lassen. Auch Unternehmen können sich mit Spenden für die Bäume einbringen und damit das Engagement für die Natur und die Erhaltung deutscher Wälder und Bäume unterstützen.

900 Euro beträgt die Spendensumme für die Pflanzung eines neuen Straßenbaumes, zum Beispiel einer Japanischen Blütenkirche in der Arndtstraße. Mit insgesamt sechs (!) Pflanzungen von Straßenbäumen startet die Stadt das Spendenprojekt und hofft nun auf entsprechende Unterstützung.

Die Gelder, die über das Spendenportal eintreffen, werden zu 100 Prozent an die Stadt weitergeleitet, die auf Wunsch Spendenquittungen ausstellt. Der Spender klickt dazu lediglich ein Häkchen beim online-Spenden an. Weitere Informationen liefert das Team von „Pflanz Deinen Baum und tu Gutes“ auch telefonisch unter 0211-42389710.

Hauptschulen feiern ein Comeback

23. September 2016 by

Das Schulgebäude in Vorhalle soll als Teilstandort der Boelerheide Hauptschule Teil der Hagener Schullandschaft bleiben. So beschloss es der Schulausschuss. (…)

Quelle: DerWesten

OB Schulz räumt ein: „Aktion nicht nachhaltig“

22. September 2016 by

„Ja, sauber! Altenhagen“ startet am 26. September

„Ja, sauber! Altenhagen“ – unter diesem Motto geht die Aktion für mehr Stadtsauberkeit von Oberbürgermeister Erik O. Schulz in die zweite Runde. Vom 26. bis zum 30. September täglich von 7 bis 15 Uhr bringen rund 25 Mitarbeiter des Hagener Entsorgungsbetriebs (HEB) und des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH) den Stadtteil Altenhagen auf Vordermann.

Wie schon in Wehringhausen sind jetzt wieder Anwohner, Ehrenamtliche, Vereine und Organisationen „eingeladen“, sich an der „Grundreinigung“ ihres Stadtteils zu beteiligen. Anlaufstelle sind während des Aktionszeitraumes die Räumlichkeiten von „focus Altenhagen“, Friedensstraße 107, welche von Montag bis Freitag zwischen 7 und 15 Uhr besetzt sind. Darüber hinaus stehen „kompetente Ansprechpartner“ für Fragen und Anregungen unter 0175/5704619 und 0175/5702257 zur Verfügung.

„Selbstverständlich ist uns klar, dass eine konzertierte Aktion nicht nachhaltig für eine saubere Stadt sorgen kann“, räumt Oberbürgermeister Schulz schon mal vorsorglich bei der Pressekonferenz im Rathaus ein. „Das wird nur gelingen, wenn sich der Dreiklang aus Verwaltung, Politik und Bürgerschaft gleichermaßen und langzeitig für ein sauberes Hagen einsetzt.“

Das wird vor allem gelingen, wenn der HEB seinen Job ebenso regelmäßig erledigt, wie ihn alle Bürger jahraus jahrein regelmäßig bezahlen. Es reicht eben nicht, laufend den Innenstadt-Kaufleuten die Fußgängerzone zu wienern, während die Stadtteile links liegen bleiben.

Das Zentrum wird großzügig mit Abfallbehältern der neuesten Bauart bestückt, in den dichtbesiedelten angrenzenden Vierteln tendiert die Zahl der Papierkörbe gegen Null. Aufgrund mangelnder Leerungsfrequenz und immer weniger Standorten quillen die Altpapier- und Glascontainer regelmäßig über.

Alles bekannte, seit Jahren währende Missstände – aber der OB und seine Mitstreiter müssen erst noch Nachhilfestunden nehmen: „Allerdings sammeln wir bei der Aktion wertvolle Erfahrungen, identifizieren Probleme sowie Ursachen und lenken den Fokus auf das Thema Sauberkeit.“

Dann lenkt mal schön.

Mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer

22. September 2016 by

Die Gevelsberger haben es in den vergangenen Monaten zwischen der Stadtgrenze zu Haspe und ihrer eigenen Mitte eindrucksvoll vorgemacht: Moderne Vorstadtstraßen müssen nicht hässlich sei, selbst wenn es sich um Hauptverkehrsachsen wie die ehemalige B7, heute Landesstraße 700, handelt.

Diesem Beispiel folgend, möchte die Stadt Hagen auch die in die Jahre gekommene Enneper Straße zwischen der Stadtgrenze und der Straße „An der Wacht“ durch eine Komplettsanierung zeitgemäß gestalten. Die Anwohner sollen sich an den Gesamtkosten von 3,8 Millionen Euro mit gut 450.000 Euro (Kommunalabgabengesetz) beteiligen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Ein Schritt in die richtige Richtung. Konsequent wäre es gewesen, das Zentrum von Westerbauer mit einer Baumallee zu betonen, die gleichzeitig im Sommer für wohltuenden Schatten gesorgt und somit zu einer besseren Aufenthaltsqualität beigetragen hätte. Platz genug wäre ja vorhanden, aber wahrscheinlich standen dem die Interessen der Brandt-Investoren im Wege, die eine visuelle Abstufung ihres Areals gegenüber dem Zentrum befürchteten. Am Wegfall einiger Stellplätze kann es jedenfalls nicht gelegen haben, die sind in Hülle und Fülle vorhanden.

BGH soll Urteil nach Brandanschlag in Altena überprüfen

22. September 2016 by

Das Urteil im Prozess um den Brandanschlag von Altena soll vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe überprüft werden. Die Verteidiger der beiden Angeklagten haben Rechtsmittel eingelegt. (…)

Quelle: WDR

Salafismus und Islamischer Staat als Bedrohung?

22. September 2016 by

Über das Thema „Salafismus und Islamischer Staat als Bedrohung? – diskreditiert Gewalt eine Weltreligion?“ referiert der Islamwissenschaftler Nevfel Cumart am Dienstag, 27. September, um 18.30 Uhr im Trauzimmer im Rathaus Hagen, Rathausstraße 13.

In seinem Vortrag klärt Cumart Fragen zur Entstehung von Salafismus sowie dem Islamischen Staat und erklärt die Ideologie und Zielvorstellung dahinter. Auch geht er auf das Gefahrenpotenzial ein, das sowohl in der islamischen Welt als auch in Deutschland von den beiden extremen Strömungen ausgeht.

Die zweite Hälfte des Vortrags thematisiert das immer negativer konnotierte Islam-Bild in Deutschland. Im Anschluss sind die Teilnehmer zu einer Diskussion eingeladen, bei der Cumart Fragen aus dem Publikum beantwortet und aktuelle Ereignisse und Entwicklungen im Nahen Osten und in der Bundesrepublik kommentiert.

Nevfel Cumart arbeitet unter anderem als freiberuflicher Schriftsteller und erhielt für seine Werke schon diverse Literaturpreise. Neben dem Pax-Bank-Preis für großes Engagement im christlich-islamischen Dialog überreichte ihm Bundespräsident Gauck 2014 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Der Eintritt zu der Veranstaltung des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Hagen ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für weitere Informationen steht Silvia Kaufmann vom Kommunalen Integrationszentrum unter Telefon 02331/207-5565 oder unter silvia.kaufmann@stadt-hagen.de zur Verfügung.

Markante Rheinkalk-Produktionsstätten werden abgerissen

22. September 2016 by

Die Rheinkalk GmbH möchte den Standort an der Dolomitstraße abgeben. Sie hat den Antrag gestellt, die dortigen ehemaligen Produktionsgebäude abzureißen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Eindeutig ein Gewerbegebiet. Und was fällt dem Fraktionssprecher der CDU in der Bezirksvertretung Hohenlimburg als Alternative dazu ein? Ein Autohof!

Jörg muss auf Nominierung noch warten

22. September 2016 by

Formale Posse bei der SPD: Weil es bei den Einladungen für die Delegiertenwahlen Irritationen gab, muss die Nominierung von Wolfgang Jörg verschoben werden. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Nach all den Merkwürdigkeiten um Mitgliederverschiebungen via Ausnahmegenehmigung im Unterbezirk Hagen ist es durchaus naheliegend, wenn ein Ortverein Vorsicht als Mutter der Porzellankiste walten lässt und statt örtlicher UB-Kräfte lieber die Landesebene bemüht. Die „Irritationen“, die Autor Weiske interessanterweise dem Hohenlimburger Ortsverein zuordnet, liegen doch nach den Erfahrungen der Vergangenheit eher bei UB-Vorstand und -Geschäftsführung.

Alter Gewerkschafter macht IG-Metall-Geschichte lebendig

22. September 2016 by

Werner Schmidt hat die SA-Schergen in der Nazi-Zeit erlebt und den Wiederaufbau der Gewerkschaften. Seine Rede bei der 125-Jahr-Feier der IG Metall Hagen bewegte. (…)

Quelle: DerWesten

Vielen Spielhallen in Hagen droht die Schließung

22. September 2016 by

Es gibt 52 Spielhallen-Standorte in Hagen. Doch ihre Zahl könnte deutlich zurückgehen. Denn in einem Jahr endet eine Übergangsfrist zu neuen Mindestabständen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Wahrlich kein Verlust.


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