Krieg und Flucht in Nordsyrien

29. August 2016 by

Ursachen, Perspektiven und friedensstiftende Lösungsansätze

Dienstag, 30. August 2016, 19:30 Uhr
Kulturzentrum Pelmke, Pelmkestr. 14

Referent: Ismail Küpeli, Politikwissenschaftler und Journalist

Die Offensive des sogenannten „Islamischen Staats“ in Nordsyrien im Mai 2016 führte zu über 150.000 syrischen Geflüchteten, die in Flüchtlingslagern entlang der türkisch-syrischen Grenze ausharren. Die Türkei wiederum hat vor über einem Jahr die Grenze geschlossen und verhindert, dass die syrischen Geflüchteten in die Türkei einreisen.

Selbstmordattentate, Ausgangssperren, Belagerungen, Militäroffensiven bestimmen die Schlagzeilen der Region und scheinen Demokratie und Frieden unmöglich zu machen.

Ismail Küpeli beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der politischen Situation im Nahen und Mittleren Osten und ist dadurch einer der profiliertesten Beobachter der Entwicklungen geworden und wird u.a. über folgende Fragestellungen referieren und diskutieren: In welchem Verhältnis stehen die wirtschaftliche und die politische Entwicklung der Region? Welche Rolle nimmt die EU ein? Was ist aus den demokratischen Aufbrüchen von Gezi und in der kurdischen Zivilbevölkerung geworden? Wie können die Konflikte gelöst und wie kann der Frieden dauerhaft gesichert werden?

Eine Veranstaltung der Reihe „Gegen den Strom“ von DGB, VHS und Arbeit und Leben

Info-Veranstaltung zur EU-Zuwanderung

28. August 2016 by

Im Rahmen der vergangenen Wehringhauser Stadtteilkonferenz wurde der Wunsch nach mehr Transparenz im Rahmen der Zuwanderung in unsere Stadt geäußert.

Diesem Wunsch kommt das Quartiersmanagement Soziale Stadt Wehringhausen nach in Form einer Informationsveranstaltung zur EU-Zuwanderung, die in Kooperation mit der Stadt Hagen und den ortsansässigen sozialen Trägern veranstaltet wird.

Reinhard Goldbach, Fachbereichsleiter Jugend & Soziales der Stadt Hagen, wird die Verteilung der neuzugezogenen Bevölkerung im Rahmen der EU-Freizügigkeit mit statistischen Zahlen im Stadtgebiet veranschaulichen.

Im Anschluss stellen Mitarbeiter des Caritasverbandes e.V. und der Diakonie Mark Ruhr ihre in Wehringhausen verankerten Projekte und Einsatzschwerpunkte vor.

Die Veranstaltung findet statt am Montag, 29.08.2016 von 18.00 – 20.30 Uhr in den Räumen des DTB (Demokratisch-Türkischer Bund) in der Bachstraße 26 in 58089 Hagen (ehem. AWO).

„Jede Sparte des Hauses hat eine Fan-Gemeinde“

27. August 2016 by

Im Stadttheater wurden die neuen Mitarbeiter begrüßt. 400 Veranstaltungen stehen auf dem Spielplan des Hagener Hauses. (…)

Die Namen des neuen Intendanten bzw. neuen GMD gab Schulz jedoch nicht bekannt, „die Nachfolge ist noch nicht geregelt, aber wir sind auf gutem Wege“, blieb der OB sibyllinisch, ergänzte jedoch: „Die neue Leitung muss sich den Rahmenbedingungen des Ratsbeschlusses beugen.“

Er hoffe, die Dispute der letzten Monate um die Finanzierung des Theaters seien beendet, allerdings: „Politik will keine Kreativität dämpfen, doch die 2013 vom Rat beschlossenen Kürzungen sind die Antwort auf die demografischen Veränderungen und sind als langfristige Überlebensstrategie zu sehen.“ (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Der OB wechselt seine „Argumente“, wie es so gerade kommt. War es in der Vergangenheit immer die Haushaltssanierung, tischt Schulz jetzt plötzlich die „demografischen Veränderungen“ auf. Nach der Logik des OB bedeutet das: Die Zahl der Einwohner nimmt (wieder) zu – die Kürzungspolitik wird fortgesetzt. Welche qualifizierte Leitung Erik Null mit der apodiktischen Forderung „Die Leitung muss sich beugen“ anlocken will, erschließt sich wohl nur seiner eigenen Phantasie.

Zum Thema „Theater und Demografie“ ist auch folgende Aufstellung interessant, DW hatte sie bereits im Oktober 2015 veröffentlicht:

Vergleichbar große und kleinere Städte (< 200.000 Einw.) mit Musiktheater, Quelle: Statistik des DBV 2013/14

Stadt Einwohner Theateretat Personal
Darmstadt 149.700 36.500.000 567
Dessau 83.600 20.700.000 343
Heidelberg 152.100 26.600.000 338
Kaiserslautern 97.700 20.900.000 325
Kassel 194.000 34.900.000 480
Oldenburg 162.500 26.200.000 426
Osnabrück 156.000 19.200.000 294
Regensburg 140.200 20.300.000 310
Saarbrücken 177.200 31.500.000 424
Schwerin 95.500 24.300.000 329
Ulm 123.500 23.600.000 266
Weimar 63.300 26.600.000 411
Würzburg 133.800 17.100.000 243
Hagen 185.900 17.600.000 273

Cargobeamer hält an Terminal-Plan in Hagen fest

27. August 2016 by

Nachdem die Pläne für das Projekt am Hengsteysee im vergangenen Jahr aufgegeben wurden, hüllt sich das Unternehmen über den neu ins Auge gefassten Standort in Schweigen. (…)

Quelle: DerWesten

Nacht der langen Tische: 528 fährt über Buschey

27. August 2016 by

Aufgrund der Veranstaltung „Nacht der langen Tische“ wird am Samstag, den 27.8.2016 die Lange Straße von ca. 14:00 bis 24:00 Uhr in beiden Richtungen gesperrt. Die Linie 528 wird in dieser Zeit in beiden Richtungen über Bergischer Ring – Buscheystr. – Eugen-Richter-Str. – Rehstr. verkehren.

Für die (H) Feuerwache wird eine Ersatzhaltestelle auf dem Bergischen Ring in Höhe der Feuerwache eingerichtet. Die (H) Wilhelmsplatz, Pelmkestr., Franklinstr. und Rehstr. entfallen. Als Ersatz werden die (H) Allgemeines Krankenhaus, Bachstr., Gutenbergstr. und Eugen-Richter-Str. angefahren.

Letzte planmäßigen Fahrten über die Lange Straße: 13:31 Uhr ab Hagen Hbf. in Richtung Haspe, 13:28 Uhr ab Rehstraße in Richtung Hagen Hbf.

Verfahren gegen Hagener Staatsschützer nach Brandanschlag in Altena

26. August 2016 by

Die Hagener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Polizisten des Staatsschutzes. Der Vorwurf: Strafvereitelung im Amt. Es geht um Ermittlungen zum Brandanschlag auf eine Flüchlingsunterkunft in Altena. (…)

Quelle: WDR

Dazu ein Filmbeitrag:

Ermittlungen gegen Hagener Polizisten

Quelle: WDR 25.08.2016, verfügbar bis 01.09.2016

NRW-Förderpreis für Hagener Lyrikerin

26. August 2016 by

Die Preisträger des mit 7.500 Euro dotierten Förderpreises des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler 2016 stehen fest.

Unter den 16 ausgewählten ist auch eine Künstlerin aus der Volmestadt: In der Sparte „Dichtung, Schriftstellerei“ wird die gebürtige Hagener Lyrikerin Sonja vom Brocke ausgezeichnet. Die 1980 geborene Sonja vom Brocke studierte Philosophie, Germanistik und Anglistik in Köln, Hamburg und Paris. Heute lebt sie in Berlin.

Gewürdigt werden Leistungen in den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Musik, Film, Theater, Architektur und Medienkunst. In jeder Sparte werden zwei Preise vergeben. Die Auszeichnung wird seit 1957 jährlich von der Landesregierung für überdurchschnittliche Begabungen im Bereich der Kunst verliehen. Die festliche Verleihung der Förderpreise des Landes findet am 14. November 2016 im LWL Museum für Kunst und Kultur in Münster statt.

Space Music und die Ethik von Maschinen

26. August 2016 by

VHS eröffnet das neue Semester

2016-08-24_Semestereroeffnung_HeckerJoachim Hecker referiert zum Semesterstart der VHS. Foto: Stadt Hagen

Die VHS Hagen eröffnet ihr neues Semester am Donnerstag, 1.September 2016, um 19 Uhr in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38, mit einem brandaktuellen Thema: Der Wissenschaftsjournalist Joachim Hecker vom WDR stellt kritische Fragen zur Ethik künstlicher Intelligenz.

Was sollen intelligente Roboter können – und was sollen sie nicht dürfen? Verletzt eine künstliche Intelligenz den Datenschutz, wenn sie den Menschen beobachtet? Wie behalten die Menschen die Kontrolle über ihre Privatsphäre angesichts der „Synergie von künstlicher Intelligenz und Big Data“ – sprich: Roboteraugen, die alles sehen und kontrollieren können? Hecker stellt spannende Fragen und beleuchtet in seinem Vortrag Chancen, Gefahren und ethische Grenzen intelligenter Maschinen.

Im Anschluss verwandelt sich die Villa Post in eine faszinierende Licht- und Musikkomposition. Zu seinen elektronischen, entspannten Kompositionen, präsentiert der Astromusiker und Elektronikkünstler Stefan Erbe eine visuelle Großprojektion. Der Musiker mischt seine musikalischen Bilder mit der Entstehung virtueller und künstlicher Objekte, die sowohl von berückender Schönheit als auch von endloser Dunkelheit erzählen.

Ab 18.30 Uhr warten in der Cafeteria der Villa Post kulinarische Überraschungen auf die Besucher. Die Semestereröffnung ist öffentlich und kostenfrei. Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Führung im Krematorium Delstern

26. August 2016 by

Sonntag, 28.08.2016 von 15:00 – 16:00 Uhr

Krematorium_Roch_kl_W1Krematorium in Hagen-Delstern, Foto: Tobias Roch, Hagen

Am Sonntag, 28. August ab 15 Uhr findet eine kulturgeschichtliche Führung durch die Andachtshalle ohne Besichtigung der Einäscherungsanlage statt.

Die erste Anlage für Feuerbestattung in Preußen wurde in Hagen gebaut – erst Jahre später konnte sie in Betrieb genommen werden, denn die Rechtslage sah eine solche Einrichtung noch gar nicht vor.

Dass das Hagener Krematorium zudem durch den später als AEG-Gestalter zu Welt-Ruhm gelangten Peter Behrens gebaut wurde, ist dem Kunstförderer und Museumsgründer Karl Ernst Osthaus zu verdanken. Dessen Leidenschaft für vorbildliche Gestaltung auch und gerade in Alltagsbereichen verdankt die Stadt Hagen eine ganze Reihe interessanter Bauwerke.

Teilnahmegebühr: 7 €, eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 2740 oder 207-3138. Die Führung findet ab zehn teilnehmenden Personen statt.

2015 wurde in Hagen kein Baugrund verkauft

26. August 2016 by

Das gab es in keinem von 52 Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen: 2015 wurde in Hagen nicht ein einziges freies Baugrundstück veräußert.

Wie das statistische Landesamt mitteilt, lagen auch die Verkäufe in den Vorjahren 2013 und 2014 mit 8 bzw. 7 Verkäufen fast am Ende der Skala. Nur ausgerechnet Düsseldorf hatte für diesen Zeitraum mit 14 Grundstücken noch einen Verkauf weniger gemeldet.

Im Jahr 2015 wurden in Nordrhein-Westfalen 4 982 Baulandverkäufe mit einer Gesamtfläche von rund 5,44 Millionen Quadratmetern und einem Gesamtverkaufswert von 588 Millionen Euro getätigt.

Gegenüber dem Jahr 2014 verringerte sich die Zahl der Baulandverkäufe in Nordrhein-Westfalen um 25,8 Prozent; Rückgänge waren auch bei der veräußerten Fläche (−14,1 Prozent) und der Kaufsumme (−19,4 Prozent) zu verzeichnen.

In die Statistik der Baulandverkäufe fließen nur die von den Grunderwerbsteuerstellen der Finanzämter gemeldeten Daten über durch Kauf erworbene unbebaute Grundstücke mit einer Mindestgröße von 100 Quadratmetern ein, soweit die Grundstücke in den Baugebieten der Gemeinden liegen und somit Baulandeigenschaft besitzen.

Freibäder öffnen früher

25. August 2016 by

Es geht also doch: Auf Grund der Wettervorhersagen erweitern die Freibäder Hengstey und Hestert ihre Öffnungszeiten. Am Donnerstag 25.08.2016 und Freitag 26.08.2016 öffnen die Bäder bereits um 10:00 Uhr und es gibt, wenn die Witterung beständig ist, eine Badezeitverlängerung von 1 Stunde.

Tsatsos-Preis für Giorgio Napoletano

25. August 2016 by

FernUni Hagen ehrt Antifaschisten und Ex-Staatspräsidenten

Presidente_NapolitanoDer ehemalige italienische Staatspräsident Senator Giorgio Napolitano erhält in diesem Jahr den „Dimitris-Tsatsos-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Europäischen Verfassungswissenschaften“.

Veranstalter der Preisverleihung ist das Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität in Hagen in Kooperation mit dem Zentrum für Europäisches Verfassungsrecht (CECL, Themistokles und Dimitris Tsatsos-Stiftung) in Athen.

Napolitano absolvierte in den 1940er Jahren ein Jurastudium an der Universität Neapel Federico II, welches er 1947 erfolgreich abschloss. Parallel dazu war er bereits seit 1942 in einer kommunistischen Widerstandsgruppe aktiv, die im Rahmen der Resistenza verschiedene Aktionen gegen die regierenden Faschisten unternahm.

Der Preisträger war vom 15. Mai 2006 bis zum 14. Januar 2015 der elfte Staatspräsident Italiens. Er erhält den Preis für sein wissenschaftliches und politisch-praktisches Wirken, mit dem er sich in herausragender Weise um die Einigung eines demokratischen Europa verdient gemacht hat.

Verliehen wird die Auszeichnung am 19. September in der griechischen Botschaft in Rom ab 18.30 Uhr. Nach der Begrüßung durch den Direktor des CECL – Centre for European Constitutional Law , Prof. Dr. Xenophon I. Contiades, und den Direktor des Dimitris-Tsatsos-Instituts (DTIEV), Prof. Dr. Peter Brandt, hält Prof. Paolo Ridola die Laudatio. Nach der Preisüberreichung spricht Senator Giorgio Napolitano.

Der Rechtswissenschaftler Dimitris Th. Tsatsos (1933 – 2010) wurde von der damaligen griechischen Junta 1973 inhaftiert. Nach dem Ende der Militärdiktatur war der aufrechte Demokrat und überzeugte Europäer unter anderem Vizekultusminister in Athen.

Von 1980 bis 1998 wirkte er an der FernUniversität als Professor für Deutsches und Ausländisches Staatsrecht und Staatslehre. Dem Europäischen Parlament gehörte er von 1994 bis 2004 an.

Ihm zu Ehren riefen das DTIEV und das CECL den „Dimitris Tsatsos-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Europäischen Verfassungswissenschaften“ ins Leben.

Finanzdruck: Zahl der Kliniken sinkt weiter

25. August 2016 by

Hagen hält Zahlen geheim – Vertuschen nach Art des Hauses

Die Zahl der Krankenhäuser in Westfalen ist weiter gesunken. Wie aus einer aktuellen Erhebung des Statistischen Landesamtes hervorgeht, gab es im vergangenen Jahr in der Region noch 172 Kliniken. Das sind acht weniger als im Jahr zuvor und 65 weniger als im Jahr 2000. Die Anzahl der Krankenbetten ist im selben Zeitraum ebenfalls gesunken, allerdings weniger stark: Sie ging von rund 66.000 im Jahr 2000 auf etwa 57.400 im Jahr 2015 um 13 Prozent zurück.

Ein Grund für diese Entwicklung ist der steigende wirtschaftliche Druck auf die Krankenhäuser, der Fusionen und Schließungen nach sich zieht. Gleichzeitig werden in den verbleibenden Einrichtungen immer mehr Mediziner beschäftigt. So stieg die Zahl der hauptamtlich tätigen Ärzte seit dem vergangen Jahr um 1,8 Prozent auf 17.558. Gegenüber dem Jahr 2000 entspricht das einer Steigerung von 39,7 Prozent.

Für die Stadt Hagen sind Zahlen zur Anzahl der behandelten Patienten, zur Verweildauer im Krankenhaus, zur Anzahl der behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie zum Pflegepersonal nicht verfügbar. Die schon aus anderen Zusammenhängen bekannte „Begründung“ lautet: „Wert geheim zu halten“. Warum auch immer.

Zwar existieren in Hagen keine Kliniken in städtischer Trägerschaft, aber diese schon in Rat und Verwaltung grassierende Geheimniskrämerei prägt erkennbar auch in anderen Bereichen das hiesige Klima – Vertuschen nach Art des Hauses.

Es wird Zeit, die Ortsschilder neu zu bekleben: Kryptopolis, Stadt des immerwährenden Verbergens.

Schutzstreifen oder Gefährdungsstreifen in Haspe?

25. August 2016 by

Die neuen sogenannten Schutzstreifen für Radfahrer in Haspe sind mal wieder Thema beim Hamburger Fahrradblog „Hamburgize“. In der Voerder Straße und an der Kölner Straße wurden bereits Schutzstreifen markiert. DOPPELWACHOLDER.DE berichtete im März darüber.

Jetzt wurde auch der Abschnitt der Enneper Straße von Niederhaspe bis zum Evangelischen Gemeindehaus in Westerbauer mit den umstrittenen Streifen markiert.

Gemäß den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) sollen Schutzstreifen bei vierspurigen Straßen, wie an der Enneper Straße mindestens 1,50 Meter breit sein. Stefan Warda von Hamburgize wollte es genau wissen und hat an verschiedenen Stellen die Breite der Streifen nachgemessen: Die Breite schwankt zwischen 1,12 m bis 1,36 m, so dass niederschmetternde Ergebnis. Neben Parkplätzen ist es etwas breiter, aber immer noch mangelhaft.

Hamburgize berichtet: „Mit den Abweichungen vom Mindestmaß für sog. „Schutzstreifen“ setzt die Stadt Hagen bewußt auf Konfrontation und Gefährdung der Radfahrer durch aggressive Autofahrer.“ „An der Filiale der Stadtsparkasse mit regem Parkwechselverkehr wurde auf einen Sicherheitsstreifen zwischen Stehzeugen und „Schutzstreifen“ verzichtet.“ berichtet Warda. Die Stadt Hagen verstößt hier bewußt gegen geltende Regelungen und gefährdet so die Radfahrer und Radfahrerinnen.

Die im Regelwerk (ERA 2010) genannten Maße sind verpflichtend für die Hagener Verkehrsplanung. Das Landesverkehrsministerium hatte diese Regelungen bereits 2011 für Bundes- und Landesstraßen in NRW verbindlich vorgeschrieben. Die Hagener Schutzstreifen sind daher teilweise rechtswidrig.

Die Hagener Radfahrer und Radfahrerinnen haben bald die Möglichkeit ihre Meinung zur Hagener Fahrradfreundlichkeit online abzugeben. Am 1. September startet wieder die Umfrage des ADFC und des Bundesverkehrsministerium zum Fahrradklimatest. Beim letzten Test landete Hagen auf dem letzten Platz aller Deutschen Großstädte.

Den ausführlichen bebilderten Bericht findet man unter dem Link: http://hamburgize.blogspot.de/2016/08/hagen-baut-gefahrdungsstreifennetz-aus.html

Auf dem rechten Auge blind? Polizei unter Verdacht

25. August 2016 by

Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt gegen Polizisten wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt. Die Beamten übersahen Nazi-Bilder bei Männern, die ein Asylheim in Altena angezündet hatten. (…)

Nicht nur für die Polizei sind die übersehenen Nazi-Inhalte brisant, sondern auch für die Staatsanwaltschaft Hagen, die die Anklage erhoben hat. Sie verließ sich auf den Vermerk der Staatsschutzabteilung und prüfte die Bilder nicht mehr. (…)

Ohnehin musste sich die Staatsanwaltschaft Hagen bereits in einem anderen wichtigen Punkt belehren lassen. Sie hatte im Fall Altena zunächst nur den Vorwurf der schweren Brandstiftung erhoben. Das Landgericht Hagen war dann bei der Prüfung der ursprünglichen Anklageschrift zu dem Schluss gekommen, dass auch noch der Vorwurf des versuchten Mordes in Betracht kommt.

Quelle: Welt/N24

Riese Euronics interessiert sich für Beteiligung an Berlet

25. August 2016 by

Euronics Deutschland, in erster Linie Genossenschaftsverbund für rund 1700 Elektronikhändler in Deutschland, hat Interesse an einer Mehrheitsbeteiligung am Mittelständler Berlet mit seinen neun Standorten. (…)

Quelle: DerWesten

Wird das der neue Wilhelmsplatz?

24. August 2016 by

Große Zustimmung für die Planungsskizze

2016-08-22.-Wilhelmsplatz.-Favoriten-VarianteDie favorisierte Ideenskizze für einen neuen Wilhelmsplatz. Zeichnung: nts Ingenieurgesellschaft Münster (Für eine größere Darstellung Bild anklicken)

Das im Auftrag der Stadt Hagen arbeitende Planungsbüro nts aus Münster hat am 22.8.2016 im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des Lenkungskreises Wehringhausen verschiedene Varianten für eine neue Gestatung des Wilhelmsplatzes vorgestellt.

Bei zwei aufeinander aufbauenden Planungswerkstätten im Februar und März dieses Jahres haben viele Bewohner, Eigentümer und Gewerbetreiende ihre Vorstellungen für eine Neugestaltung des Wilhelmsplatzes zu Papier gebracht.

Das Büro nts hat die Ergebnisse der beiden Werkstätten in eine räumliche Planung übersetzt und dabei verschiedene Varianten entwickelt, wie der Platz genutzt werden kann. Die vorgestellte Präsentation aller Varianten kann hier downgeloadet werden.

Die über 70 Teilnehmer der Veranstaltung haben die Vor- und Nachteile der Varianten diskutiert und haben sich am Ende einstimmig (!) für die von dem Planer Herrn Paul vorgestellten Favoriten-Variante entschieden.

Die favorisierte Lösung ist noch keine fertige Planung, sie skiziiert die Anordnung der Nutzungen auf dem Platz und wird nun weiter ausgearbeitet und ergänzt. Das Protokoll der Sitzung des Lenkungskreises wird nach der Fertigstellung veröffentlicht.

Der Wilhelmsplatz wird vielfältig nutzbar sein, er wird eine öffentliche Terrasse hinter dem Café Europa erhalten und eine ca. 400 qm große Fläche für Veranstaltungen aller Art. Die Flächen werden durch ihre Anordnung deutlich weniger Gefälle haben als der jetzige Platz und werden durch Stufen verbunden, die zudem als Sitzgelegenheiten genutzt werden können. Die ca. 40 Stellpätze werden außen angeordnet.

Planer Paul hat noch ein paar „Hausaufgaben“ für einige Details mit auf den Weg bekommen, die er in den nächsten Wochen lösen muss. Nachdem die grundsätzliche Richtung nun klar ist, wird das Büro nts einen Vorentwurf erstellen, der die Favoriten-Variante weiter konkretisiert.

Nacht der Langen Tische

24. August 2016 by

Samstag, 27.08.2016 von 17:00 Uhr – 23:00 Uhr

Nacht.d.l.Tische2016Ein kleines Jubiläun steht an: Bereits zum 10. Mal stellen die in der Gemeinschaft „Wir in Wehringhausen“ (WiW) organiserten Gewerbetreibenden aus Wehringhausen die Nacht der Langen Tische auf die Beine.

Am Samstag, 27. August stehen ab 17 Uhr auf der Lange Straße zwischen Roonstraße und Bachstraße für alle Wehringhauser und Gäste Tische und Bänke bereit. Essen und Trinken kann man im Picknickkorb mitbringen, selbstverständlich bietet die WiW an ihren Ständen ebenfalls leckere Speisen und Getränke an.

The „Royal Squeeze Band“, „Klaus + Uli“ sorgen für die Musik und und auch der Zirkus „Quamboni“ trägt zu dem tollen Rahmenprogramm bei.

Besucher sind aufgrund der wenigen Parkplätze gebeten, mit Bus und Bahn anzureisen.

Viel los am Wochenende im Freilichtmuseum

24. August 2016 by

Freilichtmuseum.Familie kleinerFoto: Freilichtmuseum

Gelegenheit für einen schönen Ausflug am Wochenende bietet das LWL-Freilichtmuseum Hagen. Neben den üblichen Werkstätten, die immer in Betrieb sind, wird am kommenden Wochenende zusätzlich eine Menge geboten.

Sa, 27.8.

Artenvielfalt in der Sommerwiese

10–12 Uhr: Naturführung, Treffpunkt Kasse

Feuer, Formen und Metall                       

11–16 Uhr: Gelbgießerei in Betrieb. Aus Sand hergestellte Formen werden mit flüssigem Metall ausgegossen. In Zusammenarbeit mit den Metallgießern und Formern aus Hagen.

VESPA-Club Hagen wird 65

13–15 Uhr: Auf der Geburtstagstour wird im Freilichtmuseum ein Zwischenstopp eingelegt. Mehr Infos unter www.vespa-hagen.de

Kreatives Gestalten mit Kupfer               

13–16 Uhr: Workshop für Schüler ab 9 Jahren im Gasthof zur Post
Vom Entwurf zum fertigen Produkt. Kosten 5 €. Bitte anmelden

So, 28.8.       

Zeitreise – das Steampunk-Picknick

Mehr Infos unter: www.lwl-freiichtmuseum-hagen.de

Die Hobbyimkerei

ab 10 Uhr im Haus Haspe

Mit Hammer und Amboss

14 Uhr kostenlose Sonntagsführung für alle ab 8 Jahren ab Treffpunkt Bohrerschmiede

Öl herstellen

14–17 Uhr kostenloses Mitmachangebot für alle ab 8 Jahren in der Ölmühle

Zeitreise

14–17 Uhr kostenloses Mitmachangebot für alle ab 6 Jahren in der Druckerei  

Aktuelle Sonderausstellungen bis 30.10.2016:

Zeitreise.

Häuser, Hütten, Hammerwerke in historischen Fotografien von Wilhelm Claas (1885-1966). An verschiedenen Stationen im Museum eröffnen sich neue Perspektiven auf die Häuser und Werkstätten des Museums und der Region.

Früh übt sich: Handwerk zum Spielen

Viele schöne alte Spielsachen sind zu sehen, die alle etwas mit Handwerksberufen zu tun haben, auch mit Überraschungseffekten. Spaß für große und kleine Besucher gibt es an verschiedenen Mitmach- und Spielstationen.

Mehr Infos unter: www.lwl-freilichtmuseum-hagen.de

CDU-Bilanz: Wie gut arbeiten Politik und Verwaltung zusammen?

24. August 2016 by

„Die Verwaltung setzt eigene Prioritäten. An der Politik und somit an den Beschlüssen der Bezirksvertretung vorbei.“ Das sagt, ebenso wie Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg), auch Peter Leisten, Fraktionssprecher der CDU in der Hohenlimburger Bezirksvertretung. Deshalb stehen ihm „die letzten Haare zu Berge“.

„Wenn die Verwaltung es will, gelingt es, innerhalb von drei Tagen, eine Vorlage zu erstellen. Vorbei an der Bezirksvertretung.“ Diese Kritik bezieht Leisten auf die im Juni eingebrachte Verwaltungsdrucksache zur Windenergie, die Mitte Juni erstellt und am 23. Juni im Rat beschlossen wurde. Ohne die Hohenlimburger Bezirksvertretung einzubeziehen.

Das hatte bereits Frank Schmidt heftig kritisiert und deshalb den Regierungspräsidenten eingeschaltet. Was Leisten damit deutlich macht, ist, dass die Verwaltung einerseits schnell arbeiten kann, es andererseits Beschlüsse der Bezirksvertretung gibt, die auch nach zehn Jahren noch nicht umgesetzt worden sind. (…)

Quelle: DerWesten

Hochpreisig und unflexibel

23. August 2016 by

Hagener Freibäder in der Kritik

Die Hagenbad GmbH, eine Tochtergesellschaft der städtischen Hagener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH, hat ihre Bäder mit klingenden Namen bestückt. So bezeichnet der Badbetreiber das Hestert-Freibad als „Erlebnisbad“, das Henstey-Bad kommt mit gleich zwei Genretiteln des Weges: Wahlweise als „Familienbad“ oder – ganz verwegen – als „Eventbad“.

Eher unflexibel und damit wenig „Event“-orientiert geht es bei den Öffnungszeiten zu. Ein Leser schickte uns dazu folgenden Hinweis:

In den nächsten Tagen ist Hochsommer angekündigt, mehr als 30 Grad werden prognostiziert. Für alle, die am Herbstwetter der letzten Wochen gelitten haben, eine sehr freudige Nachricht. Offenbar aber keine freudige Nachricht für die Hagenbad GmbH.

Was macht eine klassische Verwaltung? Das, was sie schon immer gemacht hat: Außerhalb der Ferienzeit wird um 13:00 Uhr geöffnet. Die Anfrage meiner Frau, ob Hagenbad an diesen Tagen genauso flexibel ist, wie beim Schließen bei schlechtem Wetter, wurde abschlägig beschieden. Geht nicht – gibt’s nicht. „Vielleicht“ können es die Mitarbeiter einrichten, eine halbe Stunde früher aufzumachen. D.h., wenn man Pech hat, wartet man vergebens in der Sonne, bis einer das Tor aufschließt.

Verlässlichkeit sieht anders aus. Diese Grundhaltung von Hagenbad zieht sich durch die ganze Saison. Die Besitzer von Dauerkarten – die Hagenbad ja durchaus einen kalkulierbaren Umsatz in nicht unbeträchtlicher Größe bringen – können sich nicht auf regelmäßige Öffnungszeiten  verlassen. Ein doch merkliches finanzielles Risiko. Viele Schwimmer haben mittlerweile resigniert und gehen lieber wo anders schwimmen.

In benachbarten Städten darf der Badegast tatsächlich wesentlich früher und auch noch preisgünstiger ins kühlende Nass. So ist das Freibad in Witten bereits ab 6:30 Uhr geöffnet. Dort liegt auch der Eintrittspreis mit EUR 3,70 unter dem in den Hagener Bädern Hestert und Hengstey mit EUR 4,50 (alle Preise Einzelkarte Erwachsener).

Das Dortmunder Freibad Wellinghofen öffnet in der Nebensaison (ab 22. August) um 8:00 Uhr. Der Eintritt beträgt EUR 3,50.

Auch in Wuppertal wird der Freibadbetrieb bereits um 8:00 Uhr aufgenommen. Dort liegt der Eintrittspreis mit EUR 3,50 ebenfalls einen Euro unter dem in Hagen.

Eine Alternative für Bewohner des Hagener Westens wäre auch das Schwimm-In in Gevelsberg. Das öffnet regulär um 9:30 Uhr und schließt überwiegend erst um 21:00 Uhr. Der Eintritt für das Freibad schlägt hier mit EUR 4,00 zu Buche.

Keine Alternative stellt hingegen das ebenfalls von der Hagenbad GmbH betriebene Westfalenbad da. Das Freizeitbad öffnet um 10:00 Uhr (Sa/So um 9:00 Uhr) und verlangt wird für eine Tageskarte der stolze Betrag von EUR 9,90.

Karel Appel – Der abstrakte Blick

22. August 2016 by

28. August 2016 bis 15. Januar 2017
Emil-Schumacher-Museum Hagen

Karel_Appel_Burning_Child_wiht_Hoop_1961_W2Karel Appel: Child with hoop, 1961. Foto: Emil-Schumacher-Museum

Karel Appel (1921-2006) ist der wichtigste Maler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus den Niederlanden.

Geboren in Amsterdam führte ihn sein Weg über Paris und New York in die ganze Welt. An den großen Biennalen von Venedig und São Paulo sowie an der documenta in Kassel war er mehrfach beteiligt und wurde mit den wichtigsten internationalen Preisen wie dem Guggenheim Award ausgezeichnet. Dennoch liegt die letzte große Einzelausstellung Appels in Deutschland bereits über 25 Jahre zurück.

Das Emil Schumacher Museum in Hagen wirft nun aus Anlass seines zehnten Todestages in Kooperation mit der Karel Appel Foundation, Amsterdam, sowie dem Gemeentemuseum Den Haag, einen neuen Blick auf das international bedeutende Werk.

Karel Appel wird bisher besonders mit der Künstlergruppe CoBrA verbunden, konnte jedoch auf sechzig Jahre künstlerischen Schaffens zurückschauen. Sein Werk lässt sich daher keinesfalls auf die nur drei Jahre bestehende und nur lose verbundene Künstlergruppe festlegen.

Die Ausstellung zeigt das breite Spektrum des Malers, angefangen bei seinen frühen Bildern, die durch die Kunst von Kindern inspiriert ist, über Interpretationen klassischer Themen wie Akt, Porträt und Landschaft in gestisch-expressiver und manchmal fast abstrakter Form. In ihnen zeigt sich Appels abstrakter Blick auf die reale Welt.

Die Hagener Retrospektive entdeckt auch Überraschendes im Werk und ist Teil einer breiten internationalen Wiederentdeckung von Karel Appel mit Museumsausstellungen in Paris, Den Haag, München und Washington.

AG klärt weiter auf beim Kampf um Denkmal Koepchenwerk

22. August 2016 by

Die Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk informiert trotz schlechten Wetters an zwei Tagen über die RWE-Pläne. Weitere Aktionen in Herdecke sind geplant. (…)

Quelle: DerWesten

Theaterfest „AufTakt“

21. August 2016 by

theaterhagenFoto: Boris Golz, Arnsberg

Samstag, 27.08.2016 ab 15:00 Uhr
Tag der offenen Tür im theaterhagen

Programm (pdf)

„F.A.U.S.T. III“ beim Muschelsalat im Hameckepark

20. August 2016 by

Mit einer neuen Inszenierung von Goethes Faust verabschiedet sich der Muschelsalat 2016 am Mittwoch, 24. August, um 21.30 Uhr im Hameckepark in Hagen-Boelerheide. „F.A.U.S.T. III“ von der Outdoor-Theaterproduktion „antagon theaterAKTion“ thematisiert die Gretchenfrage im Hinblick auf das heutige Treiben und Wirken der Finanzstrategen in unserer Welt: Was ist wichtiger im Leben eines Menschen: Profit oder Menschlichkeit? Wie weit gehen wir, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen?

Antagon, selbst aus der Geburtsstadt Goethes kommend, nimmt diese Thematik als Ausgangspunkt für eine freie Inszenierung, die im Schatten des EZB-Neubaus 2013 auf dem internationalen Theaterfestival „Sommerwerft“ in Frankfurt Premiere feierte. Ausgangspunkt ist die Infragestellung des gesellschaftlichen Wertesystems in einer beschleunigten Welt zwischen Überfluss und Hunger.

Ein zeitkritisches Theaterstück, das zugleich spielerisch den Faust übersetzt, die Moralfrage des deutschen Lieblings-Poeten Goethe wieder aufgreift und erneut dem Publikum im öffentlichen Raum zugänglich macht. Handlungsstrang sind Szenen aus Urfaust und Faust I, umgesetzt in einer Platzbespielung auf verschiedenen Bühnen, auf beweglichen Szenenbildern, mit Stelzen und hängend über den Zuschauern in und um ein bewegliches Publikum.

Die Formen und Sprache des Theaters im öffentlichen Raum haben sich von langen Textpassagen und Dialogen entfernt, hin zu einem rasanten und aktuellen Spiel des physischen Theaters und Ausdruckstanzes. Ein wahrer Volksfaust ist entstanden, der aktuelles Empfinden mit einem klassischen Text verbindet.

In „F.A.U.S.T. III“ werden die Lust und das Interesse wieder geweckt, die aktuellen Fragen gestellt, Antworten im Spiel eröffnet und Hoffnungen eines Miteinanders und Teilens geweckt. Aufreibende Szenen, archaische Choreografie und ein faszinierendes Bühnenbild – diese Antagon-Produktion findet nicht nur vor dem Publikum, sondern auch in der Zuschauermenge statt. Ein Sturm kommt auf und fegt durch die Menge, in Gold gekleidete Figuren verwandeln sich in Affen. Faust, allerhand Mephistos und Gretchens treten auf.

Die kostenlose Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Bezirksvertretung Nord statt. Für das leibliche Wohl ist ab 19.30 Uhr gesorgt. Zuschauer sollten sich bei Bedarf eine Decke mitbringen.

Schauspieler Jörg Hartmann kämpft für Erhalt des Koepchenwerks

19. August 2016 by

Am Wochenende Infostand am Schiffswinkel in Herdecke

koepchenwerkDas Koepchenwerk am Hengsteysee. Foto: AG Koepchenwerk

Das Koepchenwerk am Hengsteysee zwischen Hagen und Herdecke zählt mit seinen weithin sichtbaren „RWE“-Buchstaben zu den Landmarken Westfalens. Politik, Bürger und der Schauspieler Jörg Hartmann („Dortmund-Tatort“) kämpfen für den Erhalt des Denkmals, das 1930 als eines der ersten Pumpspeicherkraftwerke Europas in Betrieb ging.

Seit 1986 steht das Koepchenwerk unter Denkmalschutz, doch der Eigentümer RWE will die Anlagen abreißen und hat hierfür eine Genehmigung beantragt. Fehlende Nutzungsmöglichkeiten nannte der Konzern als Grund. So sei die Einrichtung eines Museums im Werk durch Probleme mit der Zuwegung nicht möglich.

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Koepchenwerk wirft RWE hingegen vor, das Denkmal seit Jahren verfallen zu lassen und Investitionen zu scheuen. Mit öffentlichen Aktionen will der Verein auf den Wert des Bauwerks aufmerksam machen. „Das Koepchenwerk ist praktisch die Urzelle der heute weit verbreiteten Pumpspeicherkraftwerke. In einer Art Energiemuseum könnte die Industriegeschichte dort veranschaulicht werden“, schildert die AG-Vorsitzende Regina Schrader die Pläne des Vereins.

Unterstützung erhält die Großnichte des Kraftwerkplaners Arthur Koepchen von Jörg Hartmann, der in Herdecke aufgewachsen ist. „Hier am Hengsteysee ist ja noch vieles intakt. Und aus meiner Erfahrung in Ostdeutschland kann ich sagen, dass aus verfallenen Bauwerken echte Perlen entstanden sind“, sagt er im Interview mit der Funke-Mediengruppe.

Eine Entscheidung der Denkmalbehörde über Abriss oder Erhalt des Koepchenwerks wird in den nächsten Wochen erwartet. Mit einem Infostand am Hengsteysee will die AG am kommenden Wochenende auf ihr Anliegen aufmerksam machen: am Restaurant Schiffswinkel, direkt am Laufwasserkraftwerk am Hengsteysee: Sa, 20.08.2016 14.00 bis 18.00 Uhr und So, 21.08.2016 12.00 bis 18.00 Uhr.

Auch am Tag des offenen Denkmals am 11. September 2016 sind Aktionen rund um das Bauwerk geplant.

OB weist Kritik an Engagement um den Hengsteysee zurück

19. August 2016 by

Während die SPD der Verwaltung Untätigkeit in Sachen Weiterentwicklung des Freizeitreviers Hengsteysee vorwirft, erklärt OB Schulz den ganz konkreten Sachstand zu mehreren Projekten. (…)

Quelle: DerWesten

Seit 1977 hat Hagen 20.000 Industrie-Arbeitsplätze verloren

19. August 2016 by

Im verarbeitenden Gewerbe haben in Hagen im Jahr 1977 noch mehr als 34.000 Menschen gearbeitet. Heute sind es nur noch gut 14.000 Mitarbeiter.

Die Umsätze der 67 größten Industrieunternehmen in Hagen (das sind die mit mehr als 50 Mitarbeitern) sind im ersten Halbjahr 2016 um 2,9 Prozent leicht gesunken. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes. Sie liegen nun bei knapp 2 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Beschäftigten ist gesunken: Bei diesen 67 Unternehmen waren im ersten Halbjahr 11 643 Menschen beschäftigt, 2,6 Prozent weniger als noch im Vorjahres-Zeitraum.

Die Zahlen sind eine Momentaufnahme. Aber gerade im Hinblick auf die Beschäftigtenzahlen in dem verarbeitenden Gewerbe folgt das Minus einem langjährigen Trend. (…)

Quelle: DerWesten

Altenaer Brandstifterprozess: Gutachter äußert sich

19. August 2016 by

Die Luke zwischen Treppenhaus und Dachboden war zu, als das Feuer im Dachstuhl der Flüchtlingsunterkunft entdeckte wurde – Dirk D. und Marcel N. hatten sie geschlossen, nachdem sie den Brand am Abend des 2. Oktober gelegt hatten.

Daran habe es gelegen, dass es bei einem Schwelbrand blieb, sagte gestern der Brandsachverständige Matthias Diehl aus. Nach seinen Angaben fehlte es dadurch an Sauerstoff. „Erwartbar“ sei das allerdings nicht gewesen, antwortete er auf eine Frage der Vorsitzenden Richterin Heike Hartmann-Garschagen. (…)

Quelle: Meinerzhagener Zeitung

Dazu siehe auch:

Urteilsverkündung unter Umständen erst im September

Quelle: Meinerzhagener Zeitung

Amprion soll 380-kV-Trasse erörtern

19. August 2016 by

Die Ratsfraktion von „Hagen Aktiv“ fordert Oberbürgermeister Erik O. Schulz auf, zur nächsten Sitzung des Rates am 22. September einen Vertreter des Netzbetreibers Amprion GmbH einzuladen. Wie mehrfach berichtet plant Amprion die 380 kV-Höchstspannungsfreileitung zwischen Dortmund-Kruckel und Dauersberg (Rheinland-Pfalz). Diese wird insbesondere für den Abschnitt Reh/Elsey von den Anwohnern kontrovers diskutiert. (…)

Quelle: DerWesten

Jochen Malmsheimer im Hasper Hammer

18. August 2016 by

7. Oktober 2016, 20:00 Uhr, Hasper Hammer

Jochen_Malmsheimer,_Prix_Pantheon_Preisträger_1997Jochen Malmsheimer bei der Prix Pantheon Gala 2013

Die erste Vorstellung ist bereits ausverkauft. Jetzt gibt es einen weiteren Termin am 7. Oktober 2016. Da gilt es Karten zu sichern.

Jochen Malmsheimer hat mit dem epischen Kabarett in seinen Bühnenprogrammen eine ganz eigene Kunstform geschaffen: Das geschriebene und das gesprochene Wort – unter Verzicht auf jegliche Pantomime – stehen dabei stets im Mittelpunkt. In seiner mehr als 20-jährigen Karriere erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

Unvergessen ist Malmsheimers Eröffnungsrede 2010 beim Zeltfestival in Bochum. Ein kleiner Vorgeschmack:

„Begeben sie sich doch mal dieser Tage in die gleichgeschalteten Konsumwüsten, die sich Fußgängerzonen schimpfen, was muß das Auge, das ungeschützte, dort erblicken? Neben schüchternen Kroki und Osterbimmeln in schmucken Waschbetonpflanzkübeln schießen, einem herzhaften Magenwind nicht unähnlich, Biergärten und Freisitze aus dem Boden. Die Freiluftsaison ist eröffnet! Jetzt kann der Deutsche endlich draußen das tun, was er auch drinnen wie kein zweiter beherrscht. Das Trinken!

Merke: Solange Weihenstephan noch steht, ist doch auf Pisa geschissen! Jetzt können alle endlich auch in der Öffentlichkeit zeigen, was in ihnen steckt, beispielsweise beim Übergeben, vom Freisitz auf den Gehsteig. Ein herrliches Bild! Doch auch diese wunderbaren Frühlingsodoramen werden immer wieder von Frauen in abenteuerlich gemusterten Schenkelpellen, den sogenannten Leggins, empfindlich gestört. Saufen und Pöbeln? Okay! Aber muß man bis zum Bersten gefüllte Beinschläuche ertragen? Nie und nimmer!“

Die lokale Möchtegern-Elite tobte, und die Presse berichtete „Malmsheimer polarisiert beim Auftakt zum Zeltfestival Ruhr“:

Das Wetter war prima, entsprechend war die Stimmung: Alles war gut bei der Pre Opening Party des Zeltfestivals Ruhr am – bis Kabarettist Jochen Malmsheimer kam und sein polarisierendes Grußwort hielt.

Als das ZFR 2010 am 19. August mit einer Pre Opening Party eingeläutet wurde, da konnte man von einem kulturellen Klassentreffen reden: Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, Sparkassen-Vorstand Karl Jochem Kretschmer, Stadtwerke-Chef Dietmar Spohn, Privatbrauer Hugo Fiege, Kulturdezernet Michael Townsend, Ruhr 2010-Geschäftführer Oliver Scheytt – kaum zu glauben, was sich da alles an Prominenz versammelt hatte. 500 „Geladene“ sollen es gewesen sein.

Kommentar eines Lesers: „Glückwunsch, Bochum! Endlich habt ihr mal was, worauf ihr stolz sein könnt – den Malmsheimer und seine Rede, die mittlerweile international zum Repertoire aller Festredenschreiber gehört.“

Stillstand auf dem Bau

18. August 2016 by

Der Wohnungsbau in Hagen ist praktisch zum Erliegen gekommen. Im ersten Halbjahr 2016 wurden nur noch 25 Baugenehmigungen für Wohngebäude erteilt, darunter ganze 2 für Mehrfamilienhäuser. Das ergibt sich aus neuen Zahlen des Statistischen Landesamtes.

In der etwas kleineren Stadt Hamm, die in den Kürzungsdebatten der vergangenen Jahre häufig als Vergleichsobjekt herhalten musste, waren es dagegen mit insgesamt 74 fast drei Mal mehr Baugenehmigungen, für Mehrfamilienhäuser lag die Zahl mit 14 sogar sieben Mal höher.

Auch der Landestrend weist in diese Richtung: Im ersten Halbjahr 2016 gaben die nordrhein-westfälischen Bauämter mit 31.413 so viele Wohnungen zum Bau frei wie seit 2000 nicht mehr.

Bald Urteil wegen Brandanschlag in Altena

17. August 2016 by

Der Prozess um den Brandanschlag auf Flüchtlinge in Altena geht in die entscheidende Phase. Am Freitag (19.08.2016) könnte das Urteil fallen. Bei den Ermittlungen hat es möglicherweise gravierende Pannen gegeben.

Adolf Hitler. Immer wieder Adolf Hitler. „Du bist lustig, dich vergase ich zuletzt“, steht unter einem Bild des Nazi-Herrschers – gefunden auf einem der Handys der Angeklagten. Andere Bilder zeigen das Hitler-Gesicht, per Fotomontage auf einen Delfin geklebt. Ein „Adolfin“ steht darunter. Möglicherweise fanden die Angeklagten das witzig. Jedenfalls teilte zumindest einer der Angeklagten diese Art von Bildern mit anderen im Netz. Und dann noch ein Bild, das die Angeklagten versucht hatten zu löschen: Dirk D. und Marcel N. mit zum Hitlergruß erhobener Hand.

Speichern sich so etwas zwei unpolitische Menschen? (…)

Quelle: WDR

Zahlreiche Anträge der Politik nicht umgesetzt

17. August 2016 by

Wie gut arbeiten Politik und Verwaltung in Hohenlimburg zusammen? Wie schnell setzt die Verwaltung die von den Hohenlimburger Politikern gefassten Beschlüsse um? Oder hakt es derart, dass gar nichts passiert und der eine oder andere Beschluss der Politiker auf dem Abstellgleis landet? (…)

Quelle: DerWesten

Brandstifterprozess: Urteil gegen Altenaer Angeklagte am Freitag

16. August 2016 by

Noch drei Termine am Schwurgericht am Landgericht Hagen angesetzt

Seit Ende Mai wird verhandelt, in dieser Woche soll das Urteil fallen: Der Prozess gegen die beiden Altenaer Dirk D. und Marcel N. geht in die letzte Runde.

Dreimal will das Schwurgericht am Landgericht Hagen sich in den kommenden Tagen mit dem Fall beschäftigen. Nächster Verhandlungstag ist Mittwoch, dann wird (wie auch am Donnerstag) ab 9.30 Uhr getagt. Am Freitag tritt die Kammer um 13 Uhr zusammen. Nach der bisherigen Zeitplanung wird dann auch das Urteil verkündet. (…)

Quelle: Meinerzhagener Zeitung

Hagen im Sommerloch? So What!

16. August 2016 by

Als kleine Erfrischung zwischendurch: Miles Davis, John Coltrane etc. in einer Aufnahme von 1959. Das Heute scheint davon meilenweit entfernt und in einem mediokren (und medialen) Sumpf der Tümelei zu versinken.

Führung im Riemerschmid-Haus

16. August 2016 by

Hagener Schätze des Jugendstils
Donnerstag, 18.08.2016 von 11:00  – 12:00 Uhr

Ein eigenes kleines Haus mit Nutzgarten – um 1907 sollte das für die Hagener Textilarbeiter kein Traum bleiben müssen.

Karl Ernst Osthaus holte 1905 die Teilnehmer einer Konferenz für „Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen“ nach Hagen. In der Folge konnte er dem in München geborenen Künstler-Architekten Richard Riemerschmid einen Bauauftrag durch Elbers in Hagen verschaffen.

Riemerschmid ist bis heute berühmt für Projekte wie die erste deutsche Gartenstadt in Hellerau bei Dresden. Ab 1907 begann er den Bau einer Anlage für Arbeiterwohnungen in Hagen, die sogenannte „Walddorf-Siedlung“. Nur elf Häuser konnten realisiert werden. Bei der öffentlichen Führung durch Haus Nr. 17 erhält man Einblick in die Lebenswelt der Arbeiter dieser Zeit.

Treffpunkt ist die Walddorfsstr. 17, 58093 Hagen, Führungsgebühr 6 €. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0 23 31/207 – 3622 oder 207-3138

Rundgang: Gebäude der Gebrüder Ludwigs

15. August 2016 by

Mittwoch, 17.08.2016 von 16:00 Uhr – 17:00 Uhr

Hagener Architektenbrüder im Visier – Zwischen 1909 und 1938 realisierten die Gebrüder Ludwigs eine ganze Reihe unterschiedlicher Bauten im Hagener Stadtraum.

Dabei setzten sie sich intensiv mit dem „Neuen Stil“, wie ihn Karl Ernst Osthaus zum Teil in Hagen etablieren konnte, auseinander. Einflüsse des Jugendstils und der ästhetischen Erneuerungsversuche innerhalb der Reformbewegung nach 1900 sind bis heute im Hagener Stadtbild zu entdecken.

Die Anmeldung erfolgt unter Tel.: 207 2740. Das Entgelt von 6 € ist vor Ort zu entrichten. Treffpunkt ist Haßleyerstraße 14, 58093 Hagen.

Muschelsalat im Fritz-Steinhoff-Park

14. August 2016 by

Bühne frei für die „12. Absolventenshow“ der Staatlichen Artistenschule Berlin im Rahmen des Muschelsalates am Mittwoch, 17. August, um 19.30 Uhr, im Emster Fritz-Steinhoff-Park. Mit dieser Show vollziehen die Artisten den Schritt von der Ausbildung ins bewegte und bewegende Berufsleben.

Am Anfang ist die Tat. Die Lust auf Neues ist größer als die Angst vor dem Unbekannten, die Vorfreude ist stärker als Zweifel und Lampenfieber je sein können. Dieser Sprung ins neue Leben wirkt wie eine Initialzündung: Aktion ergibt Reaktion, Bewegungen greifen ineinander und potenzieren sich zu einer lebendigen Körperkunstkreation. Wir erleben neun eigenwillige Künstlerinnen und Künstler am Beginn ihrer Artistik-Karriere.

Mit jugendlicher Energie und dem unbedingten Willen, sich über den Körper auszudrücken, wird aus Passion ihre Profession. Voller Talent und Tatendrang treten sie nach außen in die Welt. Sie erzählen ihre Geschichte des Künstler-Werdens, die sich unter der Regie von Karl-Heinz Helmschrot zu einer kurzweiligen und immer wieder begeisternden Show entfaltet.

Noch’n Märchen: Die neue Stadt

13. August 2016 by

Ein Zukunftsheimatmärchen

von Christoph Rösner

Den Bewohnern jener Stadt zwischen Ruhrgebiet und Sauerland, von der hier Zeugnis abgelegt werden soll, ging es schon sehr lange sehr schlecht.

Sie waren längst müde geworden, ihre Sorgen, ihre Kritik und ihre Wünsche an ihre Heimatstadt in die verkleisterten Ohren der Offiziellen zu schreien. Vielen war die Stadt der überdimensionierten Pläne, des Realitätsverlustes und der gebetsmühlenhaften Beteuerungen auf eine bessere Zukunft kein Zuhause mehr. Die Identifizierung mit ihrer Stadt bereitete Kopfschmerzen allenthalben. Eine milliardenschwere Schuldenlast tat ihr Übriges.

Selbst die durchaus reizvolle, waldreiche Landschaft, die unsere Stadt wie sanft ansteigende Wände einer gigantischen Salatschüssel begrenzte, konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie im Laufe der Jahre des Parteienfilzes und grenzenloser Dummheit zum Hort für Dilettanten, Untergangsverwalter und eine deprimierte Bürgerschaft verkommen war.

Kunst und Kultur waren, bis auf wenige, kaum erwähnenswerte Ausnahmen, zur Marginalie verkommen. Das ehemals leuchtende Dreisparten-Theater hatte man zur profanen Spielstätte mit durchaus niedrigem Niveau degradiert, das nur unterboten wurde, wenn zur Weihnachtszeit ein abgehalftertes Helene Fischer-Double das deutsche und internationale Weihnachtsliedgut in die überfüllten Sitzreihen erbrach.

Gastronomisch galt die Stadt als Franchise-Brache. Ein Titel, der ihr immer und überall vorauseilte. Zu wenig, zu teuer, zu schlecht. Diese Attribute, die während der vergangenen fünfundzwanzig Jahre unveränderlich im Volksmund kursierten, waren derart in Stein gemeißelt, dass erfolgversprechende Neuansiedlungen so gut wie unterblieben. Das Gegenteil war der Fall: alteingesessene Unternehmen verließen das sinkende Schiff. Nur die Ratten vermehrten sich prächtig.

Der Ruf der Stadt, und nicht nur der Gastronomische, ließ weit über ihre Grenzen hinaus die Mundwinkel fallen. Kurz: in der Stadt herrschte eine merkwürdige Mischung aus veröffentlichter Aufbruchsstimmung und tiefer, verinnerlichter Resignation.

Sowohl kommunale, als auch private Verantwortliche waren allesamt ehrenwerte Menschen, denen Böswilligkeit oder andere Untugenden durchaus nicht unterstellt werden durften. Sie hatten erstaunliche Fähigkeiten in der Selbstversorgung, der Mittelverschwendung und der Stadtteilvermüllung entwickelt, nur zum Denken, Planen und kreativen Handeln waren sie nicht zu gebrauchen.

Niemand wunderte es, dass den meisten von ihnen das Mitfühlen, das Fantasieren und Mitreißen derart schwer fiel, dass sie es schon seit Jahren nicht mehr praktizierten, während alle anderen verzweifelten.

Und so setzte pünktlich zum Wochenende eine Reisewelle in die umliegenden, tatsächlich nicht schöneren, aber irgendwie attraktiveren Städte ein. Zurück blieb eine halb verwaiste Stadt, leidend an der eigenen tragischen Selbstzerfleischung bis zum nächsten Montag.

Erst eine unwirkliche, historisch einzigartige Naturkatastrophe beendete diesen bedauernswerten Zustand. Ihr verdankte die Stadt an der Vau eine neue Identität, die ihre Bürger wie ein himmlisches Geschenk in Empfang genommen hatten.

Zwar war der für 2012 von den Maya vorhergesagte Weltuntergang ausgeblieben, und auch die Menschen in unserer Stadt, denen ihre letzte diffuse Hoffnung durch das Ausbleiben genommen worden war, atmeten wieder flacher, gingen ernüchtert und enttäuscht ihren täglichen Pflichten nach.

Bis zu jenem denkwürdigen Tag im Jahr 2020, von dem hier Zeugnis abgelegt werden soll.

Im Spätsommer besagten Jahres begab es sich, dass dem Klimawandel geschuldete widrige Wetterverhältnisse und das definitiv falsche Gutachten eines Arnsberger Geologen eine innige und schöpferische Verbindung eingingen.

Eine gewittrige Regenfront, vom Deutschen Wetterdienst auf den Namen Eriko getauft, hatte ihre Attacken gegen das Land genau über unserer Stadt abgeblasen und lagerte nun unverrückbar für mehrere Wochen über den bewaldeten Erhebungen, die wie ein Ringwall die Stadt umschlossen.

Hier nun entledigte sich Eriko ihrer Wassermassen, die unerschöpflich niederprasselten. Zur gleichen Zeit, die genaue Ursache konnte nie ermittelt werden, stürzte im Bereich des Rathauses die Decke einer gigantischen, bis dahin unbekannten, unterirdischen Kaverne unter der Last des Wassers und des bereits erwähnten, völlig falschen Arnsberger Gutachtens ein. Ein weit verzweigtes System ebenfalls unterirdischer und ebenfalls völlig unbekannter Wasseradern bündelte hierauf seine ganze Kraft und erbrach sich hungrig und gurgelnd ans Tageslicht. Solche Wassermassen von oben und von unten waren für das Abwassersystem unserer Stadt nicht zu verkraften. Das Oberzentrum soff ab, langsam aber stetig.

Und wie erging es den Menschen? Euphorisiert, ja, freudig erregt fügten sie sich ohne sichtbare Anzeichen von Panik oder gar Angst in ihr unvermeidliches Schicksal.

Man glaubte, Nostradamus oder die Maya oder wer auch immer habe doch Recht behalten. Nur in der lokalen Ausdehnung der Prophezeiung sei wer auch immer einem Irrtum aufgesessen. Man verzieh wem auch immer gnädig und nachträglich.
Zuerst wurde die Innenstadt geflutet. Die wunderschönen Nachkriegsfassaden im Stil der fünfziger- und sechziger Jahre, die reizenden Krempel- und Handyshops sowie sämtliche aparten Schnellfresstempel versanken zuerst in den schmutzigbraunen Fluten.

Mit ihnen das miserable Preis-Leistungs-Verhältnis, die üblen Weißweine und die seltenen, meist unterirdischen Speisenangebote.

Die Vau, das ehemals malerische Flüßchen, an deren romantisch betonierten Auen und verzauberten Reißbrettwindungen sich traditionsgemäß niemals Verliebte ausprobiert hatten, entledigte sich ihres Betonkorsetts und riss alles Bewegliche mit sich, um es irgendwo im Umland abzuliefern.

Die Stadt, die nie ein Boot in seinem Element gesehen hatte, war plötzlich bevölkert von einer Armada kleiner und größerer Wasserfahrzeuge, und niemand fand eine Erklärung für ihr plötzliches Auftauchen. Die Menschen paddelten, ruderten oder schipperten mit einem Lied auf den Lippen ihre Habseligkeiten aus dem Bereich der akuten Bedrohung. Und das Wasser stieg weiter und weiter. Bald waren auch die angrenzenden, höher gelegenen Stadtteile überflutet, und nach mehr als drei Wochen war der Ort zur Gänze in den denkwürdigen Fluten verschwunden. Und er blieb es.

Entgegen allen Expertenmeinungen, auch jenen aus Arnsberg, floss das neu entstandene, von seinen freudig verdutzten Anrainern eilig in ‚Vausee‘ getaufte Binnengewässer, nicht ab. Und schon in den ersten Sonnenstrahlen der postsintflutlichen Tage prangten unerwartete Graffitti-Botschaften herab von den drei Türmen, die wie Mahnmale die östlichen Eckpunkte des Sees markierten. Es waren keine Hilfeschreie, keine Stoßgebete, wie sie zu erwarten gewesen wären.

„Hier bleibe ich!“, stand dort zu lesen, „Dass mir ja keiner den Stöpsel zieht!“ oder „God was here.“

Die Zeit der langen Gesichter war vorbei. Lächeln und Freude waren zurückgekehrt in die Mienen und Seelen der unerfahrenen Seeanwohner.

Tote und Verletzte waren nicht zu beklagen gewesen. Sogar der Stadtrat, der in einer seiner ungezählten nicht-öffentlichen Sitzungen von der Katastrophe überrascht wurde, konnte sich vollzählig retten.

Die Heimatverbundenen investierten die Mittel, die ihnen schnell und unbürokratisch aus Berlin zugeflossen und siedelten sich am Rande des Vausees an. Sie errichteten architektonisch ästhetische Wohn- und Geschäftshäuser, brachten in gemeinsamer Anstrengung eine Uferpromenade zustande, die wie eine schimmernde Schlange in der Sonne sanft den neuen See umfing. Autos und LKW mussten laut einstimmigem Ratsbeschluss in öffentlicher Sitzung – die nicht-öffentlichen waren in einer nicht-öffentlichen Sitzung einstimmig abgeschafft worden – Neuhagen am Vausee, so der bei einem historischen Gründungsfest verkündete Name unserer Stadt, das Gebiet weiträumig umfahren. Bepflanzte Plätze und blühende Einkaufsstraßen waren ausschließlich den Menschen vorbehalten. Und nach einer historisch einzigartig kurzen Zeit des Wiederaufbaus versammelten sich die stolzen Bürger in den unzähligen, von privaten Betreibern betriebenen Cafés und Restaurants, die, einer Perlenkette gleich, wie durch Zauberhand nach nur einem Jahr die Promenade säumten.

Künstler aller Sparten kamen, blieben und verschönerten die Stadt. Zeitungsmacher gedachten ihrer abgesoffenen Redaktionsräume und verschrieben sich einem längst vergessenen, fairen und glaubhaften Journalismus. Das Theater, wieder errichtet in Ufernähe und mit reichlich Mitteln ausgestattet, mauserte sich binnen kürzester Zeit zu einem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten und geschätzten E – und U-Tempel, die ehemalige Fernuniversität, mit der die Stadt vergeblich geworben hatte, wurde in eine Präsenzuni umgewandelt, die Steuereinnahmen sprudelten, Zuwanderer siedelten sich zuhauf an, und in den Nachbarstädten fielen die Bierleitungen trocken.

Niemand trauerte um die alte, versunkene Stadt an der Vau. Die Einwohner waren regelrecht verliebt in ihre neue Stadt. Gastfreundschaft wurde groß geschrieben. Aus dem ganzen Land strömte qualifiziertes Servicepersonal nach Neuhagen, das sich liebevoll einheimischen wie zugereisten Gästen widmete, die plötzlich zahlreich und neugierig die einladende Flaniermeile am See bevölkerten.

Dem neuen Vausee verdankte die alte, tief in der Seele zerrissene, identitätslose Stadt, deren Reste auf dem Grund des Gewässers vermoderten, ihren neuen Ruf als lebenswerter Flecken mit Charakter und Charme.

Nur bei Niedrigwasser ragt noch heute gläsern schimmernd aus der Mitte des Sees die vieleckige Plattform des historischen Rathausturms samt Fahnenmast, die während der heißen Sommermonate den kleinen und großen Wasserratten als Badeinsel dient. Ab und an, so erzählt man sich in alten Überlieferungen aus einer traurigen Zeit, sollen noch heute rot lackierte Esel und der metallische, unvollständige Schriftzug „Volmegale“, den manche zu Galerie, andere zu Galeere vervollständigen, vom Grund herauf an die Oberfläche steigen und dort für kurze Zeit verharren, bevor sie erneut hinabsinken in das wässrige Labyrinth am Boden des Vausees.

In seltenen, mondhellen Sommernächten, wenn der Pegel seinen niedrigsten Stand erreicht hat, gibt der See den Aufbau des ehemaligen Arbeitsamtes frei. Dann fahren die Neustädter mit ihren Booten hinaus auf den Vausee, um im Schein ihrer zahlreich mitgebrachten Scheinwerfer einem einzigartigen Spektakel beizuwohnen.

Tief unten, in den Schluchten der versunkenen Stadt, sollen, so die Legende, ein ehemaliger Baudezernent, ein Kämmerer und der letzte Oberbürgermeister auf dem lächerlichsten Kreisverkehr aus vergangenen Tagen, ehemals Ecke Konkordia/ Bergstraße, ihre ewigen Runden drehen.


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