Außer Kontrolle III

21. Juli 2017 by

Hans-Joachim Bihs bleibt weitere fünf Jahre an der WBH-Spitze

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH Anstalt des öffentlichen Rechts) hat Hans-Joachim Bihs einstimmig für weitere fünf Jahre bis zum 31.12.2022 zum Vorstand bestellt. Der Rat der Stadt Hagen hat in seiner Sitzung am 6. Juli der Wiederbestellung von Bihs einstimmig zugestimmt.

Der Name Bihs hatte zuletzt für Diskussionen in der interessierten Öffentlichkeit gesorgt, weil ihn der Stadtrat mit deutlicher Mehrheit (gegen 10 Nein-Stimmen und bei 10 Enthaltungen) vom Verbot von Insichgeschäften gemäß § 181 BGB befreit hatte – ohne Einschränkungen. Zusätzlich hatte der Stadtrat für Bihs auch das sogenannte „Vier-Augen-Prinzip“, nach dem nicht ein einzelner Vorstand Verträge abzeichnen darf, gestrichen. WHB-Vorstand Bihs ist es nach dem Ratsbeschluss nun gestattet, wie schon dem zweiten Vorstandsmitglied, Baudezernent Grothe, Geschäfte mit sich selbst machen (siehe: Außer Kontrolle – und wie der OB damit umgeht: Außer Kontrolle II).

In anderen städtischen Gesellschaften ist das weitaus restriktiver geregelt. Zum Beispiel beim Hagener Entsorgungsbetrieb HEB. Dort sind Befreiungen vom § 181 BGB ausdrücklich auf Beteiligungen und den Schwesterbetrieb HUI beschränkt. Und selbst hier kann die Gesellschafterversammlung Befreiungen laut Gesellschaftsvertrag „allgemein, im Einzelfall, für bestimmte Arten von Geschäften oder für Geschäfte mit bestimmten anderen Unternehmen einschränken, ausschließen oder erweitern.“

Der HEB wird entweder durch beide Geschäftsführer oder mindestens durch einen Geschäftsführer und einen Prokuristen vertreten. Rechtsgeschäfte der Gesellschaft mit Ehegatten oder Angehörigen ersten Grades einer der Geschäftsführer bedürfen der Zustimmung der Gesellschafterversammlung.

Es geht also auch anders, selbstherrliches Regieren lässt sich durchaus reglementieren. Die Leitungsfiguren des WBH dürfen dagegen unbehelligt und ohne Einschränkungen handeln. Für Bihs (und schon seit 2014 auch für Grothe) gelten aus unerfindlichen Gründen besondere Regeln, die selbst vom seit langem schwindsüchtigen Hagener Einheitsblatt bisher nicht thematisiert wurden (aktuelle Zahlen hier: Auflagenschwund setzt sich fort).

Die Zeitung scheint mit ihrer ausführlichen Berichterstattung zu Müll, Ratten und Kakerlaken – Schützenvereine, Burgerbuden  und Blaulichberichte nicht zu vergessen! – voll ausgelastet zu sein. Da bleibt dann für Aufklärung nicht mehr viel Raum.

Der jetzt mit solchen weitreichenden Vollmachten ausgestattete Hans-Joachim Bihs leitete zunächst die Stadtentwässerung Hagen als Werkleiter. Nach Umwandlung der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung zur Anstalt des öffentlichen Rechts wurde Bihs mit Beschluss des Rates der Stadt Hagen vom 25. September 2003 zum Vorstand bestellt. Mit der Erweiterung der Stadtentwässerung Hagen AöR zum Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR und der Zuweisung weiterer Aufgaben an die AöR (Grünunterhaltung, Straßenbau und -unterhaltung, Friedhofswesen, Forst u.a.) wurde Bihs zunächst als Vorstand bestätigt und dann bis zum 31.12.2017 wiederbestellt. Vor Ablauf der aktuellen Amtszeit erfolgte nunmehr die einstimmige (!) Wiederwahl durch die zuständigen Gremien der Stadt Hagen.

Sommerausgabe der Seniorenzeitung erschienen

21. Juli 2017 by

Die Sommerausgabe der Seniorenzeitung Junges Altes Hagen ist erschienen. Im Prominenten-Interview erzählt Kammersängerin Marilyn Bennett aus ihrem Leben. Unter dem Motto „Sommer, Sonne, Urlaubszeit – Angebote in Hagen“ stellen Mitglieder des Redaktionsteams ihre Lieblingsplätze vor.

Rita Meiwald kommt zu Wort, die fünf Monate im achten Stock eines Hochhauses mit kaputtem Fahrstuhl verbringen musste. „Generationengerecht in die Altersarmut?“ – dazu äußert sich Daniel Kreutz vom Sozialverband Deutschland im Interview. Unter Hobbies wird deutlich, wie unterschiedlich aktiv Seniorinnen und Senioren ihren „Ruhestand“ gestalten.

Darüber hinaus finden sich Beiträge zum Thema stationäres Hospiz, über eine Schülerfirma in der Gustav-Heinemann-Schule und viele andere bunte Themen.

Die Zeitungen liegen aus im Sozialen Rathaus am Bahnhof, in den Bürgerämtern, der Freiwilligenzentrale, Begegnungsstätten, bei HagenInfo, in Apotheken, Arztpraxen – überall dort, wo die ehrenamtlichen Boten die Zeitung anliefern. Das Redaktions-Team sucht noch Menschen, die ehrenamtlich Zeitungen ausliefern können.

Das nächste Treffen ist am Mittwoch, dem 9. August, um 10 Uhr im Sozialen Rathaus am Bahnhof, Raum D 123.

WPWR: Auflagenschwund setzt sich fort

20. Juli 2017 by

Auch im 2. Quartal 2017 setzte sich der Niedergang der Hagener Ausgaben der WPWR unvermindert fort. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahrsquartal wurden 5,3 Prozent weniger Zeitungen verkauft. Das ergeben die neuen Zahlen des ivw.

Wurden im 2. Vierteljahr 2016 täglich noch 32.600 Exemplare an den Mann gebracht, sank diese Zahl 2017 auf 30.884. Zu Beginn des Jahres erst war die Zählweise vom Verlag Funke-Medien verändert worden. Die vorher separat ausgewiesenen Zahlen der Ausgabe Herdecke/Wetter wurden kurzerhand Hagen zugeschlagen. So sahen die Daten etwas netter aus.

Die Zahl der in Hagen verkauften Zeitungen der Funke-Medien dürfte – rechnet man den Schwund um – nur noch bei gut 23.000 Exemplaren liegen.

5-Jahres-Plan bereits übererfüllt

19. Juli 2017 by

Sommer-Event „Oberbürgermeister Erik O. Schulz unterwegs“

Die Ersten wenden sich bereits ab: OB Schulz auf dem Helfer Marktplatz. Foto: Clara Berwe/Stadt Hagen

Der Auftakt der diesjährigen Sommertour von Oberbürgermeister Erik O. Schulz am Dienstag, 18. Juli, auf dem Wochenmarkt in Helfe sei „überaus erfolgreich“ verlaufen, verkündete die städtische Presseabteilung. „Zahlreiche“ Bürgerinnen und Bürger hätten die Gelegenheit genutzt, unter dem blau-gelben Sonnenschirm persönlich mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Die von der Pressestelle im Büro des Oberbürgermeister präsentierte Aufnahme vermag diese Behauptungen nicht unbedingt stichhaltig zu belegen. Dabei hat man mit Sicherheit versucht, den günstigsten Moment einzufangen; das ist naturgemäß die Aufgabe einer Pressestelle.

Aber: Es ist nicht zu vertuschen – nur sechs Gesichter lauschen den Ausführungen unseres geliebten Oberbürgermeisters. Vier Personen haben sich bereits innerlich verabschiedet und verlassen das vorbereitete Geschehen oder haben woanders interessante Objekte der Beobachtung entdeckt (links, hinten und rechts im Bild).

Die Kombination mit dem Titel der Pressemitteilung: „Sommertour erfolgreich in Helfe gestartet“ lässt Erinnerungen an die Erfolgsmeldungen längst verblichener Staaten aufleben: „5-Jahres-Plan schon jetzt übererfüllt“.

Von Bochum lernen

18. Juli 2017 by

Eine Fahrradexkursion durch die Ruhrgebietsstadt

Verkehrsplaner Uwe Herker aus Bochum erläutert den Hagenern die fahrradfreundliche Planung. Foto: M.Olschowy / Stadt Bochum

Bei der diesjährigen Radtour der Hagener Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) mit dem eigentlich eingeplanten Oberbürgermeister ging es mit der Bahn nach Bochum um sich die dortigen Fortschritte in Sachen Radinfrastruktur zeigen zu lassen.

Die Tour fand allerdings ohne OB Schulz statt. Dieser hatte sich schon frühzeitig abgemeldet, da ihm das dafür benötigte Zeitfenster zu groß war für die Vielzahl der Verpflichtungen auf seinem Terminkalender.

Zur Hagener Delegation gehörten Mitarbeiter des Umweltamtes, die Radverkehrsbeauftragte Petra Leng und der Verkehrsplaner Jörg Winkler. Ebenso kam auch der Vorsitzende des Umweltausschusses Hans-Georg Panzer und von der Straßenverkehrsbehörde Stefanie Wiener mit.

In den letzten Jahren hat sich in Bochum viel getan, und so möchten die Hagener anhand guter Beispiele von der Ruhrgebietsstadt einiges lernen. Unter Leitung des Bochumer Radverkehrsplaners Uwe Herker und des Nahmobilitätsbeauftragten Matthias Olschowy führte die 21 km lange Radstrecke die Hagener zu besonderen Verkehrseinrichtungen im Stadtgebiet.

Während Hagen zum zweiten Mal beim Fahrradklimatest des ADFC von seinen Bürgern zur fahrradunfreundlichsten Stadt Deutschlands gekürt wurde, kam Bochum auf Platz eins der Städte, die sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage erheblich verbessern konnten. Auch wenn Bochum noch weit von einer richtigen Fahrradstadt entfernt ist, gab es von den Bochumer Radfahrern und Radfahrerinnen Anerkennung für die Bemühungen in letzter Zeit. Die Entwicklung hin zu mehr Fahrradfreundlichkeit war auch für die Hagener Delegation nicht zu übersehen.

Die Bochumer Radstation mit ca. 200 Stellplätzen. Foto: A.Grabowski / Stadt Bochum

Zunächst wurde die Bochumer Radstation besichtigt, die sich in einem Seitentrakt des Hauptbahnhofs befindet. Die Bochumer Radstation hat gleich mehrere Funktionen. Neben der sicheren Abstellmöglichkeit für Fahrräder unterhält die Station auch eine kleine Werkstatt, in der einfache Reparaturen ausgeführt werden.

In den Zeiten geringer Auslastung werden auch defekte Spendenräder wieder instand gesetzt, die dann für wenig Geld an Studenten und Bedürftige weiter verkauft werden. Außerdem steht eine große Zahl an Leihrädern verschiedener Größen und Ausstattung zur Verfügung.

Erstaunt zeigten sich die Gäste aus Hagen auch über die Breite der Radfahrstreifen, auf denen man angenehm mit dem Rad fahren kann (Foto M. Schröder / ADFC Hagen.) Dagegen wurden in Hagen nur schmale Schutzstreifen markiert, die gerade mal die zulässige Mindestbreite von nur 125 cm erfüllen und teilweise nicht mal das. Herr Olschowy erklärte, dass bei neuen Planungen darauf geachtet wird, dass die Breite von mindestens 1,50 m zuzüglich eines Sicherheitstrennstreifens zu parkenden Kfz auch bei Schutzstreifen nicht unterschritten wird.

Bei den Radfahrstreifen sind Breiten von 2 oder sogar 3 Metern mittlerweile an einigen Stellen in Bochum zu finden. So lassen sie oftmals auch ein Nebeneinanderfahren, bzw. ein Überholen zu. An den Straßen Werner Hellweg, Oskar-Hoffmann-Straße und Bessemerstraße wurde uns die Neuaufteilung zu Gunsten des Radverkehrs gezeigt.

Zum Abschluss der Tour ging es noch ein Stück über die ehemalige Erzbahntrasse, die durch Fördermittel und den RVR bereits vor Jahren zum Geh- und Radweg ausgebaut wurde. Architektonisch sehenswert ist hier die Radwegbrücke „Erzbahnschwinge“, mit der eine Straße und eine Bahnlinie filigran überspannt werden. In Kooperation von Stadt Bochum und RVR wurden schon vor Jahren Förderanträge gestellt und so mehrere Bahntrassen zu vorbildlichen Geh- und Radwegen ausgebaut.

Der ADFC hofft, dass viele Eindrücke und Möglichkeiten aus Bochum in die Hagener Verwaltung mitgenommen wurden und es zu mehr Mut bei der Radverkehrsplanung führt.

Florian Ludwig zieht Bilanz seiner Zeit in Hagen

18. Juli 2017 by

Dirigent Florian Ludwig hat als Generalmusikdirektor in Hagen mit Rockbands und mit Jugendlichen gespielt und große Klassik interpretiert. Bilanz zum Abschied (…)

Ich glaube, dass sehr viele Politiker in dieser Stadt hinter dem Theater stehen. Ich weiß aber nicht, wie vielen der Sarkasmus deutlich wird, wenn sie behaupten, sie würden die Kulturinstitutionen mit einem Finanzschnitt von zehn Prozent zukunftssicher machen. Es geht mir nicht ums Nachkarten, sondern es geht mir vielmehr darum, dass die Konsequenzen aus dieser Entscheidung ja nach wie vor nicht offenbar geworden sind und dass das noch Jahre dauern wird. (…)

Quelle: wp.de

Muschelsalat: LusAfro

17. Juli 2017 by

„Odyssee: Musik der Metropolen“ zu Gast im Volkspark

„LusAfro“ bringt Klänge aus dem lusophonen, dem portugiesisch-sprachigen Afrika, zu Gehör. Foto: Dany Midia

Seit 1999 rollt das unverwechselbare Roadfestival „Odyssee: Musik der Metropolen“ durchs Revier. Odyssee schafft eine Plattform für das globale Lebensgefühl an der Ruhr. In Hagen finden drei Veranstaltungen im Rahmen des diesjährigen Muschelsalates statt. Zum Auftakt bringen am Mittwoch, 19. Juli, um 19.30 Uhr die Musiker von „LusAfro“ Klänge aus dem lusophonen, dem portugiesisch-sprachigen Afrika, in der Konzertmuschel im Volkspark zu Gehör.

Bislang waren viele tolle Künstler aus Mozambique, Angola, Guinea-Bissau, São Tomé, Príncipe und den Kapverden nie in Europa zu sehen. „LusAfro“ schafft diese Begegnung. Im April hatten afrikanische, portugiesische und deutsche Musiker auf den Kapverden die Chance, gemeinsam zu arbeiten und zu performen. „LusAfro“ macht jetzt dieses bahnbrechende musikalische Experiment erlebbar.

Hier spielt die Musik der Zukunft, prophezeien verblüfft die Organisatoren von WDR Cosmo und Piranha Arts. Die innovative Kraft der afrikanischen Künstler, die respektlos und experimentierfreudig neuen Sounds auf der Spur sind, wird auch die europäische Musikszene bereichern. Das sollten sich die Hagener Musikfans nicht entgehen lassen.

Für das kulinarische Wohl der Besucher ist wie immer bereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn gesorgt.

Führung im Hohenhof und am Stirnband

17. Juli 2017 by

Mittwoch, 19.07.2017 von 16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-entwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Eintritt plus Führungsgebühr 6 Euro, Anmeldung unter 0 23 31/207 2740

Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen.

Wird der Wind zur Sollbruchstelle?

16. Juli 2017 by

Grüne setzen sich von ihren Allianz-Partnern ab

Es sollte nur eine Unterstützung des OB-Kandidaten sein, als die Hagener Grünen sich im Kommunalwahlkampf 2014 gemeinsam mit CDU und FDP für Erik O. Schulz als neuen Oberbürgermeister der Volmestadt stark machten. Eine Koalition im Rat sei dagegen ausgeschlossen.

Das ehemalige SPD-Mitglied Schulz war gerade frisch aus seiner alten Partei ausgetreten und hatte sich so für seine neuen Verehrer hübsch gemacht und sich deren Fürsprache gesichert. Drei Jahre später hat er es sich mit so großen Teilen der Stadtbevölkerung verdorben, dass er zunehmend nervös wird und sogar bei Ratssitzungen die Kontrolle verliert, indem er Bürgern gegenüber falsche Behauptungen aufstellt und versucht, Fragesteller zu maßregeln (siehe: Außer Kontrolle II).

Die Fraktion der Grünen ließ nach der Wahl 2014 noch eine Schamfrist verstreichen – dann war das Versprechen ihren Wählern gegenüber, keine Koalition mit den beiden anderen Schulz-Unterstützern CDU und FDP einzugehen, schnell Schnee von gestern. Kritiker dieses Kurses wurden nach und nach abgeräumt; darunter die damalige Spitzenkandidatin, die inzwischen sogar aus der grünen Fraktion ausgeschlossen wurde.

Nach drei Jahren des gemeinsamen Wirkens in dieser Dreier-„Allianz des Grauens“, der sich als inoffizielles viertes Mitglied auch noch die Wählerliste Hagen Aktiv angeschlossen hat, zeigen sich mittlerweile starke Verschleißerscheinungen. Vor allem die Grünen sind als eigenständige politische Kraft kaum noch wahrzunehmen.

Jetzt treten erste Risse zutage. Kurz vor Beginn der politischen Sommerpause drohte Ratsfrau Nicole Pfefferer damit, die Grünen könnten aus der Koalition aussteigen. Grund für die überraschende Offensive waren unterschiedliche Vorstellungen bei CDU und Grünen in der Frage der Windenergie.

In der Ratssitzung vom 6. Juli 2017 stellte die CDU-Fraktion dann den Antrag: „Die Verwaltung wird beauftragt, die derzeit laufendenden Arbeiten am Teilflächennutzungsplanverfahren Windenergie für einen Zeitraum von zunächst sechs Monaten ruhend zu stellen. Die Verwaltung wird beauftragt, die Arbeiten am Verfahren für die Dauer der Verfahrensruhe einzustellen.“

Der Antrag wurde mit einer deutlichen Mehrheit von 45 Ja-Stimmen angenommen. Von den 8 Nein-Stimmen kamen aus den Reihen der Koalition (neben denen der Grünen) nur eine von der CDU und – Surprise! – die des Oberbürgermeisters.

Dieser Erfolg war natürlich Wasser auf die Mühlen der Christdemokraten, die erste Auswirkungen des umweltpolitischen Rollbacks ihrer Freunde in der neuen Landesregierung begrüßen durften. Der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Röspel begründete die Initiative seiner Fraktion damit, „dass die neue NRW-Landesregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet im Koalitionsvertrag eine klare Kurskorrektur mit entsprechender Neuregelung bei der Genehmigung von Windenergieanlagen angekündigt hat.“

Mit den Ergebnissen dieser „Kurskorrektur“ in Hagen wollen sich die Grünen wohl nicht mehr abfinden, nachdem sie in der Vergangenheit so ziemlich über jedes Stöckchen gesprungen sind, das ihnen ihre Allianz-Partner hingehalten haben.

In einer Erklärung vom 13. Juli 2017 konterten die Grünen, das beschlossene Moratorium des Rates sei „klimapolitisch fatal, überflüssig und investorenfeindlich“. Der grüne Ratsherr Hans-Georg Panzer wertete den Beschluss als „Tiefschlag“ und ging seinen Koalitionspartner frontal an: „Vor Ort zu bejubeln, wie Herr Laschet den Trump markiert, ist fatal und kurzsichtig genug. Überflüssig wird dieser Ratsbeschluss jedoch, weil bereits feststeht, dass die von Schwarz-Gelb beabsichtigte Abstandsregelung von 1500 m nicht kommen wird.“

Ob mit den Äußerungen von Pfefferer und Panzer, die nicht ohne Rückendeckung der Parteigranden erfolgt sein dürften, die Abnabelung der Grünen von der „Allianz des Grauens“ eingeläutet wurde, wird sich nach der Sommerpause zeigen.

Sollte es soweit kommen, wäre jedenfalls die Bürgermeistermehrheit im Rat perdu. Auch wenn er zunehmend Nerven zeigt, dürfte OB Schulz soviel Machtinstinkt besitzen, dass ihm die Bedeutung eines solchen Seitenwechsels bewusst ist. Das könnte auch der Grund dafür sein, dass er den CDU-Antrag abgelehnt hat. Er muss schließlich versuchen, sich die Stimmen der Grünen auch weiterhin zu sichern.

Haus der Ruhrkohle im neuen Glanz

15. Juli 2017 by

Video, verfügbar bis 20.07.2017, Quelle: WDR

Das Gebäude wurde 1925–1926 nach Entwurf des Hagener Architekten Ernst Kohlhage für das Unternehmen Kohlenhandelsgesellschaft „Mark“ Siepmann, Schrader & Co. KG erbaut, an das die vom Bergbau-Symbol Schlägel und Eisen flankierte Inschrift am Portikus erinnert (Foto: Klaus Hommerich, Wikimedia Commons, CC-BY-SA-3.0).

Später wurde das Gebäude durch die Ruhrkohle AG genutzt, auf die der heute gebräuchliche Name des Hauses verweist. Danach war es Sitz verschiedener kommunaler Behörden (Amt für Statistik, Forstamt, Liegenschaftsamt, Amt für Katastrophenschutz, Straßenverkehrsamt), die aber alle jeweils nach kurzer Zeit wieder auszogen.

Dissonanzen um Dankesrede des Oberbürgermeisters

15. Juli 2017 by

Abschied von Florian Ludwig mit Mahlers Meisterwerk

„Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“, zitierte Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz in seiner Dankesrede an den scheidenden Generalmusikdirektor Florian Ludwig vor dem zehnten und letzten Saisonkonzert des Sinfonieorchesters Hagen aus gutem Grund den großen Schriftsteller E.T.A. Hoffmann.

Doch die wohlgesetzten Worte des Stadtoberhauptes vermochten es nicht, für einen versöhnlichen Abschied der Stadt Hagen vom 47-jährigen Dirigenten zu sorgen – zu tief war der in zahlreichen erbitterten Scharmützeln vertiefte Riss zwischen dem angesichts gewaltiger Schulden zum Sparen gezwungenen Verwaltungschef und dem leidenschaftlichen Orchesterleiter, der das finanzielle Streichkonzert gegenüber seinem Haus auch persönlich nahm, zumal dem Orchester angesichts der Geldnot schon bald personelle Einschnitte drohen.

Erst als Schulz, der seine Ansprache an den „lieben Florian Ludwig“ von einem schlecht platzierten und längst nicht von allen Plätzen sichtbaren Notenständer aus vortragen musste, die Rede beendet hatte, betrat der Generalmusikdirektor die Bühne, richtete sich zunächst sorgfältig am Pult ein und drückte danach dem längst wieder in die erste Sitzreihe zurückgekehrten Oberbürgermeister kurz die Hand – das hatte schon Merkel/Seehofer-Atmosphäre! (…)

Quelle: Hohenlimburger Blatt

Unfreiwillige Wahrheit?

15. Juli 2017 by

Ersatz für einen gelöschten Leserkommentar unter dem wp.de-Artikel „Vorstand der SPD Boele tritt nahezu geschlossen zurück

Tatsachen entfernen. Ein schönes Beispiel unfreiwilligen Humors – oder unfreiwilliger Wahrheit?

Mit „Cläuschen“ dürfte Claus Rudel, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Hagen, gemeint sein; mit „Timo“ der örtliche SPD Parteichef Timo Schisanowski. Martin Weiske ist stellvertretender Leiter der Hagener Lokalredaktion der WPWR. „Trio Rio“ war eine deutsche Popgruppe, die nur einen einzigen Charthit landen konnte.

Wir werden Sie vermissen.

14. Juli 2017 by

von Christoph Rösner

Hagen wird schöner! Ja, wirklich, unsere wunderbare, fantastische Stadt wird noch wunderbarer und fantastischer!

Und wem haben wir das zu verdanken? Ihr kommt selber drauf – natürlich: unserem allseits geschätzten, allseits verehrten, ja geradezu geliebten Oberbürgermeister Erik O. Schulz und seinen getreuen Aktivisten!!!

`Wie jetzt?! Dreht er jetzt völlig frei? Ist er dem unwiderstehlichen Charme des OBs jetzt auch erlegen? Ja, was hat er denn? Ist er etwa ernsthaft erkrankt?`

Ich will Euch gerne sagen, was ich habe. Ich habe Zynismus in fortgeschrittenem Stadium!

Gut, das ist jetzt in HA keine so außergewöhnliche Erkrankung. Bei manchen schlägt sie auch in die heftigere Spielart Sarkasmus um. Manche leben nur mit Zynismus in Hagen. Andere überleben hier nur mit ihr.

Ist das denn heilbar?

Leider nicht.

Jedenfalls nicht, so lange hier in lockerer Manier Weinfeste, Seefeste und andere Ablenkungsevents dem abgestumpften Wahlvolk als Identität erweiternder Drogencocktail ins vernebelte Hirn gedrückt wird.

Nein, solange hier nächtens persönliche Nachrichten, eigenhändig von Mitgliedern der sogenannten höheren Kreise in die Handys Hagener Bürgerinnen und Bürger flattern, die es wagen, in sozialen Medien oder sonst wo Kritik zu äußern.

Nein, solange hier weiterhin ehrbare Hagener Unternehmer höflich aufgefordert werden, ihr Engagement im „sogenannten“ UnternehmerRat Hagen zu beenden mit dem Verweis auf fehlende Transparenz selbigen Rates und dem nicht minder freundlichen Hinweis auf mögliche Repressalien. Nein, so etwas gibt es hier nicht!

Auch keine Heilung, solange unser aller lockerer OB seine Position weiterhin in unnachahmlicher Weise dafür missbraucht, bei Einwohnerfragestunden wie zum großen Aufreger-Thema „Deerth“ ehrbaren Bürgerinnen und Bürgern das Wort zu entziehen, oder ihnen zu attestieren, dass ihnen ihre Fragen nicht zustünden etc.

Nein, solange WBH-Vorstände jetzt auch Geschäfte mit sich selbst machen dürfen, abgesegnet selbstverständlich mit einer ordentlichen Ratsmehrheit (siehe: https://doppelwacholder.wordpress.com/2017/07/09/ausser-kontrolle/ ) Ein Stadtrat kann also mir nichts, dir nichts BGB-Recht aushebeln … interessant – aber lautstark die Machenschaften des Großen Sultans anprangern … [kurzer Diskurs: ich frage mich, was sie hier wohl anstellen würden, hätten sie die Machtfülle dieses Durchgeknallten vom Bosporus…]

Und mein Zynismus wird ganz sicher nicht heilbar sein, solange hier komplette Quartiere wie z. B. Hohenlimburg weiterhin als Kollateralschaden der Hagener Zentralpolitik achselzuckend ausgeblendet werden, bis auch die letzte Lebensform ihr Dasein ausgeröchelt hat, während man sich bei schicken Festen, selbstverständlich mit Schampus und Wein, selbst feiert und diesen unverzagten Stolz – WORAUF?!?! – im strahlendweißen Dinnerjacket im Abendschimmer über der Volme erstrahlen lässt.

Und vor allem kann dieser Hagener Zynismus nicht geheilt werden, solange nicht endlich ein paar Mutige aufstehen und diese „Koalition der Vernunft“ – welch ein grausiger Euphemismus!  – mit einem klaren Statement vernünftig zur finalen Implosion bringen.

Denn eines ist in Hagen so sicher wie der Verkauf von Bauerwartungsland zu Waldpreisen: jeder, der hier lebt oder es versucht, sollte sich klar machen, dass Hagen sich seinen katastrophalen Ruf bis weit in die Republik – nein, nicht durch ehrliche Arbeit – aber doch ehrlich verdient hat.

Ziele? Visionen? Einzigartige Projekte? Zukunftsorientiertes Handeln?

Fahrradstadt Hagen?
Car-Sharing-Stadt Hagen?
ÖPNV-Vorzeigestadt Hagen?
Umweltstadt Hagen?
Meinetwegen auch Bienen- oder Insektenstadt Hagen?
Oder Sauberstadt Hagen?
Motivationsstadt Hagen?
StartUp-Stadt Hagen?
Ideenstadt Hagen?
Transparenzstadt Hagen?

Fehlanzeige. Auf der ganzen Linie.

Stattdessen?

Rührend-peinliche Imagefilmchen, sterbende, in Gleichgültigkeit versinkende Stadtteile, ein Ruf, der einem die Schamesröte ins Gesicht treibt und eine Politik, die ihre Restkräfte ausschließlich darauf verwendet, ihre grenzenlose Phantasielosigkeit, ihren unkreativen, uninspirierten lächerlichen Aktionismus als verantwortliche Arbeit zum Wohle der Stadt denen zu verkaufen, die auch sonst jeden Dreck kaufen – und alles bei einem gekühlten Pinot Grigio, versteht sich. Und als Digestif eine lustige, vollmundige  „Zukunftsschmiede“ – Pfefferspray in die Augen der letzten Sehenden.

Zynismus! Fortschreitend. Was sonst?

Heilung? Denkbar, wobei derzeit wohl eher nicht, es sei denn … es geschieht ein Wunder. Spontanheilung, sozusagen.

Dann, wenn all die ehrbaren, engagierten Bürgerinnen und Bürger mit wahrem Gemeinsinn weiterhin wühlen, sammeln, dokumentieren, notieren, abspeichern. Und zwar bis ins Kleinste alles, was hier an Absurditäten, Mauscheleien und anderen destruktiven Umtrieben uns als Realpolitik oder geschmiedete Zukunft verhökert werden soll.

Vielleicht dann, wenn diese ehrbaren Bürgerinnen und Bürger sich nie wieder das Fragen verbieten lassen von diesen … ach, lassen wir das.

Ja, es geschieht bereits in den unbekannten Räumen fern jeglicher Kontrolle und Beobachtung. Wichtige, haarsträubenden Informationen, werden gesammelt, gebündelt und vernetzt und dann gewürzt mit einer ordentlichen Portion Zorn und der krönenden Prise Widerstand – so wurden schon ganz andere marode Konstrukte zum Einsturz gebracht.

Sammeln wir alle bienenfleißig für ein Abschiedsgeschenk in Form eines Überraschungspäckchens, bündeln und schnüren wir es ordentlich, verpacken es bruchsicher und versenden es per Einschreiben mit der Aufschrift: Wir werden Sie vermissen.

Dann könnten wir das Wunder der Spontanheilung feiern und Hagen – locker – zum Wallfahrtsort ausbauen, für all die Belasteten, von Kommunalpolitik Gebeutelten und von Zynismus Dahingerafften.

Und – der Weg wäre frei für die Richtigen und Fähigen, sich an die Genesung dieser Stadt machen.

Aktionsbündnis dankt Verdi für die Unterstützung

13. Juli 2017 by

Entschuldung der Städte nicht aus eigener Kraft möglich

Die Sprecherin des Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte“ Dagmar Mühlenfeld und der Oberbürgermeister der geschäftsführenden Stadt Mülheim an der Ruhr, Ulrich Scholten, sind der Gewerkschaft Verdi dankbar, dass sie die Forderung der 69 zum Bündnis gehörenden Städte – darunter die Stadt Hagen – aufnimmt und unterstützt. „Dieser gesellschaftliche Schulterschluss ist uns wichtig und zeigt, dass unsere seit Jahren propagierte Botschaft angekommen ist“, so die beiden Mülheimer Bündnisvertreter.

OB Scholten: „Die Finanzierung der kommunalen Haushalte wurde in den letzten zwei Jahrzehnten auch in den einzelnen Bundesländern über den Finanzausgleich unterschiedlich ausgestattet. Dies hat in Städten mit hohen Sozialquoten bundesweit zu erheblichem Ungleichgewicht bei der Investitionsfähigkeit und bei der Höhe der Kassenkreditschulden geführt. Deshalb klaffen die Lebensverhältnisse entgegen den Geboten des Grundgesetzes mittlerweile deutlich auseinander und die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ist mittlerweile in einigen Teilen des Landes nicht mehr gegeben. Dabei stellen die Schulden insbesondere für die Zukunft ein erhebliches Risiko dar: Aktuell sind die Zinsen auf einem historisch niedrigen Niveau. Wenn sich dies ändert, werden die höheren Zinsen die Konsolidierungsbemühungen vieler Städte komplett aufzehren“.

Neue Strategie: Hagen plant Schule nur für Zuwanderer-Kinder

13. Juli 2017 by

Die ehemalige Förderschule Wilhelm Busch an der Berchumer Straße in Halden wird als Schule ausschließlich für zugewanderte Kinder wiedereröffnet. (…)

Der Fachbereichsleiter betont, dass überall dort, wo es möglich sei, auch in Zukunft dem gemeinsamen Unterricht von hier aufgewachsenen und zugewanderten Schülern der Vorzug gegeben werde: „Die Integration kann nicht dauerhaft durch eine separate Beschulung herbeigeführt werden.“ (…)

Quelle: wp.de

Vorstand der SPD Boele tritt nahezu geschlossen zurück

12. Juli 2017 by

Fast der gesamte Vorstand des SPD-Ortsvereins Boele-Kabel-Garenfeld ist zurückgetreten. Vorsitzender Schumann erhebt Vorwürfe gegen Nesrin Öcal. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: DOPPELWACHOLDER.DE berichtete bereits über diesen Fall (siehe: Boeler SPD-Vorstand tritt zurück). Wer eine gewisse Diskrepanz zwischen den beiden Veröffentlichungen sieht, liegt damit richtig. So schreibt die WPWR:

Parallel ist die Hagener Parteiführung gefordert, möglichen Ungereimtheiten und Unterwanderungsverdächtigungen rund um die zahlreichen Neuzugänge in dem Ortsverein auf den Grund zu gehen. Diese zahlen alle einen lediglich in Ausnahmefällen zulässigen Minimalbeitrag von 2,50 Euro pro Monat.

„Diese Entwicklung ist unseren aktiven Mitgliedern und dem Schulz-Effekt geschuldet“, meint Schumann und fordert gleichzeitig Beitragssolidarität von den Neu-Genossen ein. Ein Fragenkatalog, der dem Unterbezirksvorstand bereits vorliegt, soll bis zu der seit Monaten überfälligen Neuwahl des Ortsvereinsvorstandes abgearbeitet werden.

Das entspricht allerdings überhaupt nicht dem Tenor des Schreibens, in dem auch der Fragenkatalog formuliert wurde. „Aktive Mitglieder“ und ein „Schulz-Effekt“ werden mit keinem Wort erwähnt. Im Gegenteil: Die „Ungereimtheiten“ und „Unterwanderungsverdächtigungen“ dominieren den Brief des Ortsvereins Boele-Kabel-Garenfeld an den Unterbezirk der SPD. Damit sich jeder Interessierte selbst ein Bild machen kann, veröffentlicht DW hier das Dokument.

Warum der relativ einfach zu klärende Fragenkatalog noch nicht beantwortet wurde, sondern noch bis nach der Sommerpause hinausgeschoben werden soll, wird ebenfalls nicht hinreichend geklärt.

Ob bei dem im WPWR-Artikel zitierten Vorsitzenden des Boeler Ortvereins ein plötzlicher Sinneswandel eingetreten ist oder ihm von Dritten Worte in den Mund gelegt worden sind, kann von dieser Stelle nicht beantwortet werden. Auf jeden Fall ist der gesamte Beitrag mit Vorsicht zu genießen.

Der neue Quälgeist

12. Juli 2017 by

Hans-Josef Vogel wird Regierungspräsident in Arnsberg

Die neue Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat in ihrer Kabinettsitzung am Dienstag die Regierungspräsidentinnen und -präsidenten für die Bezirksregierungen in Arnsberg, Düsseldorf und Münster ernannt. Hans-Josef Vogel wird Regierungspräsident in Arnsberg und somit als Kommunalaufsicht künftig auch im Auge behalten, ob die Kürzungspolitik in Hagen brav fortgeschrieben wird.

Vogel wurde 1956 in Werl/Westfalen geboren. Seit 1999 ist er Bürgermeister der Stadt Arnsberg. Der Jurist wechselte nach Tätigkeiten in Wissenschaft und Politik im Herbst 1987 als Referent des Stadtdirektors und Referent für Schule, Kultur, Sport der Stadt Münster in die Kommunalverwaltung. 1991 übernahm er die Verwaltungsleitung des Landesfunkhauses Sachsen des neu gegründeten Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) in Dresden und trug zum Aufbau des MDR in Sachsen bei. 1993 wurde Hans-Josef Vogel zum Stadtdirektor der Stadt Arnsberg gewählt. Im Jahr 1999 wurde er zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Arnsberg gewählt. In den Jahren 2004, 2009 und 2014 wurde er in diesem Amt bestätigt.

Vogel löst Diana Ewert ab, die in den zwei Jahren ihrer Tätigkeit nach eigener Einschätzung auch immer den Schulterschluss mit den Städten und Gemeinden gesucht habe: „Mein herzlicher Dank gilt zum Abschied auch den Kommunen. Die vergangenen zwei Jahre haben die kooperative und konstruktive Zusammenarbeit zwischen ihren Vertretern und der Bezirksregierung immer wieder unter Beweis gestellt.“ In Hagener Ohren klingt das wie blanker Zynismus.

Auch weiterhin gilt: Großstädte werden von einem vormaligen Feme-Nest an der oberen Ruhr verwaltet und kujoniert. „Ahnsberch, dat ahnze ganich, wo dat liecht“, so hieß das schon 1980 in der Musikkomödie „Ahnsberch“ in Peymanns Bochumer Ensemble, wo dann auch zu hören war: „Ruhr schreibt man wie Aufruhr.“ In dem „Volksstück über die Räuber an der Ruhr“ träumte das Revier schon vor mehr als 35 Jahren davon, von Arnsberg-Kontrollen endlich frei zu kommen, ging es für die Bewohner des größten deutschen Stadtgebildes um Selbstbestimmung.

Die wird sich unter der Regie eines vormaligen Provinz-Bürgermeisters auch in Zukunft nicht einstellen.

Ugo Dossi – Sinnliches und Übersinnliches

12. Juli 2017 by

14. Juli bis 17. September 2017, Osthaus-Museum Hagen

Ugo Dossi: Serie KOSMOGONIEN, Supernova, © Ugo Dossi

Mit circa 100 Bildern und Objekten stellt das Osthaus Museum Hagen Ugo Dossi als künstlerischen Grenzgänger vor. In seinen Installationen und Bilderfindungen wirkt eine große Affinität zu den Naturwissenschaften, zur Topologie, eine Faszination für das magische Denken und eine umfassende, spirituelle Sicht der Welt. Damit erstellt er Modelle, die das Unendliche sichtbar machen und dem Undenkbaren eine Form verleihen, die eine sinnliche Ahnung davon aufkommen lassen.

Was ist Welt? Wie wirkt Schönheit? Das sind die zentralen Fragen im Werk des international erfolgreichen Künstlers und zweifachen documenta und Biennale-Teilnehmers. Beide Fragen kreisen um das Phänomen der sinnlichen und der übersinnlichen Wahrnehmung. Ugo Dossi stellt seine Werke als Antwort auf mögliche, oft noch ungestellte, existentielle Fragen in den Raum.

Die Ausstellung gibt einen umfassenden Überblick in das facettenreiche und transdisziplinäre Werk des Münchener Künstlers. In 50 Jahren künstlerischer Auseinandersetzung entwickelte Ugo Dossi Weltmodelle unterschiedlicher Art.

Fraktion los? Dann auch Moos los

11. Juli 2017 by

Grüne Barbara Hanning stellt Teil der Zahlungen an die Partei ein

Die grüne Ratsfrau Barbara Hanning, die aus ihrer Fraktion ausgeschlossen wurde, führt an ihre Partei keine Mandatsträgerbeiträge mehr ab. Diese Gelder sind Teile aus den Aufwandsentschädigungen, die z.B. Rats- und Ausschussmitglieder für ihre Tätigkeit erhalten. Begründet werden die Mandatsträgerabgaben unter anderem damit, dass die begünstigten Parteigliederungen vielerlei geldwerte Leistungen für ihre Abgeordneten und Ratsmitglieder erbringen.

Von „vielerei geldwerten Leistungen“ soll allerdings in Hagen nichts zu sehen sein. Zusammen mit weiteren Parteimitgliedern, die sich in der innerparteilichen Gruppe Grüne Linke Hagen zusammen geschlossen haben, will sie deshalb zukünftig die Beiträge in einen eigens gegründeten Sozialfonds fließen lassen.

In schneidiger Diktion hatte zuvor der heimische grüne Kassenwart Dieter Groß per Brief einen Betrag von 5.740 Euro von Hanning eingefordert. Dabei bezog er sich auf die „Finanzordnung unserer Satzung“. Unterzeichnet war das Schreiben „mit grünem Gruß“. Da werden doch gleich Erinnerungen an einen berühmten deutschen Vegetarier wach.

Die grüne Ratsfrau antwortete:

Ich habe in den letzten Jahren versucht, mit dem Vorstand über meine Ratsarbeit und politischen Möglichkeiten zu einer tragfähigen Zusammenarbeit zu finden. Bedauerlicherweise gibt es keine Bereitschaft, die sich über die Aufforderung, mein Mandat zurück zu geben, hinaus bewegt.

Solange wir aber zu keinem für alle Seiten guten Einvernehmen über unsere Zusammenarbeit kommen, behalte ich mir vor, Spenden aus meiner Aufwandsentschädigung in meiner Funktion als Ratsfrau selbst festzulegen. Davon unberührt bleiben selbstverständlich meine Mitgliedsbeiträge als Parteimitglied.

Wir Grüne Linke Hagen haben uns nun entschlossen, unsere Aufwandsentschädigungen in einen von uns gegründeten Sozialfonds fließen zu lassen. Dieser Fond unterstützt unbürokratisch soziale Projekte und Aktionen, die mit den grünen Grundsätzen vereinbar sind. Selbstverständlich können jederzeit Anträge an den Fond gestellt werden.

So spende ich regelmäßig an das Repaircafé, unterstütze Einzelaktionen wie eine Pflanzaktion des Integrationsrates, den Kongress der Grünen Linken in Frankfurt und aktuell den Anwaltsnotdienst der RAV e.V. rund um den G20 Gipfel in Hamburg u.a.m.

Die Spenden werden auf unserer Homepage: www.gruene-linke-hagen.de veröffentlicht.

Hanning war (damals noch mit dem Nachnamen Richter) im Kommunalwahlkampf 2014 von ihrer Partei als Spitzenkandidatin auf den Schild gehoben worden. Bereits wenige Monate später erachteten ihre Fraktionskollegen es als opportun, die Führungsfrau zu demontieren; im Juni 2015 wurde sie aus der Fraktion ausgeschlossen. Seitdem laufen juristische Auseinandersetzungen vor den Verwaltungsgerichten.

Für besseres Wohnen fehlen der Verwaltung in Hagen die Leute

11. Juli 2017 by

Der Sparkurs in der Hagener Planungsverwaltung hinterlässt Spuren. Für die gravierenden Brückenprobleme und das Thema Wohnen gibt es keine Leute. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Weichenstellungen brauchen genügend Köpfe

Zukunftsschmiede hat der Oberbürgermeister seinen Vorstoß getauft, der die Stadt durch bürgerschaftliches Engagement und verschiedenste Projekte voranbringen soll. Doch Liegebänke am Hengsteysee und Weinfeste am Volmeufer können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Hagen kaum noch in der Lage ist, wesentliche strukturelle, zukunftsorientierte Aufgaben systematisch anzugehen. (…)

Quelle: wp.de

Boeler SPD-Vorstand tritt zurück

10. Juli 2017 by

Der Vorstand des SPD-Ortsvereins Boele-Kabel-Garenfeld ist zurückgetreten. Vorerst führt der Unterbezirk die Geschäfte, Neuwahlen sollen nach der Sommerpause stattfinden. Auslöser für den Rücktritt waren als dubios empfundene Neueintritte im größeren Stil und die Nichtreaktion des Hagener Parteivorstands.

In einem Schreiben vom 9. Juni 2017 machte der Vorstand der Boeler Parteigliederung den Hagener Unterbezirk auf die Gefahr einer Unterwanderung des Ortsvereins aufmerksam. So soll es 27 Neumitglieder gegeben haben, die alle den nur ausnahmsweise zulässigen Minibeitrag von 2 Euro 50 zahlen. Alle seien Barzahler bzw. hätten ihre Beiträge auf ein angebliches „Landeskonto“ überwiesen, was beides ungewöhnlich ist.

Daraufhin habe der Boeler Vorstand im Hagener Parteibüro nachgefragt. Dort konnte man nicht sagen, ob einzelne Beiträge gezahlt worden seien oder eine einzelne Person für mehrere gezahlt habe. Quittungsbelege oder ähnliches gebe es nicht.

Um einer möglichen Unterwanderung des Ortsvereins vorzubeugen, fügte der Boeler Ortsverein noch einen Fragenkatalog an: Wer hat die Neumitglieder geworben? Wie kommt es zu der durchgehend niedrigen Beitragshöhe? Wie wurden die Beiträge gezahlt? Usw. usf.

Der Brief der Boeler wurde nach DW-Informationen bis heute, einen Monat danach, nicht beantwortet, obwohl der Unterbezirksvorstand das Thema zwischenzeitlich auf die Tagesordnung gesetzt hatte.

In Genossenkreisen wird als Möglichkeit vermutet, dass es sich bei den Masseneintritten um einen Racheakt aus den Reihen des Hagener Parteivorstands handeln könnte bzw. den Versuch, auch in Boele für genehme Mehrheiten zu sorgen.

Bei der Aufstellung der Kandidatur zur Landtagswahl hatte es für den eigentlich gesetzten Wolfgang Jörg einen überraschenden Mitbewerber gegeben. Und der kam aus dem Ortsverein Boele-Kabel-Garenfeld.

Außer Kontrolle II

10. Juli 2017 by

OB verheddert sich in seiner Geheimhaltungsmanie

Die Flut von Tagesordnungspunkten, die regelmäßig in den nichtöffentlichen Teil der Ratssitzungen verschoben werden, ist ein permanentes Ärgernis für alle interessierten Hagener. Jetzt ist passiert, was über kurz oder lang kommen musste: Der Oberbürgermeister verhedderte sich gleich mehrmals in der ihm eigenen Geheimnistuerei.

In der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag deklarierte er Fragen der Bürgerinitiative Deerth als „nichtöffentlich“, obwohl sich diese auf Punkte im öffentlichen Sitzungsteil bezogen. Im Bürgerinformationssystem ist das von jedem Interessierten nachzulesen.

Die Tagesordnung einer Ratssitzung entsteht nicht im luftleeren Raum – und schon gar nicht in einem OB-freien. Im Gegenteil. Die Gemeindeordnung ist in diesem Punkte eindeutig. Sie benennt in § 48 Abs. 1 den Verantwortlichen: „Der Bürgermeister setzt die Tagesordnung fest.“

Er sollte also schon wissen, was er festsetzt. Wenn dann aber gleich zweimal Fragen mit dem Hinweis auf eine angebliche „Nichtöffentlichkeit“ abgewiesen werden, lässt den Beobachter das schwer ins Grübeln kommen. Hatte der OB seine Dinge nicht im Griff? Gerät auch hier etwas außer Kontrolle? Oder handelte es sich um den dreisten Versuch, unliebsamen Fragen auf plumpe Art und Weise aus dem Wege zu gehen? Ein Teil der Fragen, die der OB nicht beantworten wollte, bezog sich übrigens auf den Fall Bihs (DW berichtete, siehe: Außer Kontrolle).

Die Bürgerinitiative hat inzwischen Stellung zu diesen Vorkommnissen genommen (Auszüge):

In der Einwohnerfragestunde der Hagener Ratssitzung am 6.7.2017 sind die Angesprochenen scheinbar nicht in der Lage gewesen, die Fragen der Bürgerinitiative Zukunft Deerth den zuvor veröffentlichten Tagungsordnungspunkten zuzuordnen. Man könnte das an den Tag gelegte Verhalten auch als Behinderung des Fragerechts verstehen.

Egal wie die Bürger und Leser die Reaktionen interpretieren möchten, darf doch gefragt werden, ob bei einer solchen Moderation einer Einwohnerfragestunde so das Verständnis von Transparenz und Partizipation aussieht. (…)

Frau Dr. Figge-Schoetzau wurde vom Oberbürgermeister Schulz gerügt und ihr das Wort entzogen, weil sich ihre Fragen auf den nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung bezögen.

Herr Liese hat daraufhin zu Protokoll gegeben, dass die diesbezüglichen Einlassungen von Herrn Oberbürgermeister Schulz falsch seien. Der Herr OB antwortete, diese Bemerkung stünde Herrn Liese nicht zu – er solle zu seiner Frage kommen. (…)

Die vollständige Stellungnahme ist hier zu finden.

Außer Kontrolle

9. Juli 2017 by

WBH-Vorstände dürfen jetzt auch Geschäfte mit sich selbst machen

Hans-Joachim Bihs, Vorstand des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH), darf jetzt auch im Alleingang Geschäfte mit sich selbst als Privatperson tätigen. So hat es der Rat am vergangenen Donnerstag mehrheitlich beschlossen und Bihs von Beschränkungen gem. § 181 BGB befreit. Nach Angaben von Sitzungsbeobachtern soll es nur etwa zehn Gegenstimmen, darunter mehrere Mitglieder der SPD-Fraktion, gegeben haben.

§ 181 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) legt ein sogenanntes Kontrahierungsverbot fest. Das bedeutet, dass ein Vertreter – beispielsweise ein Geschäftsführer oder Vorstandsmitglied – nicht mit sich selbst oder in einer weiteren Funktion als Vertreter eines anderen Unternehmens Geschäfte abschließen darf.

So dürfte der Herr Bihs also z.B. keine im Eigentum der Stadt bzw. der Tochter WBH befindlichen Flächen an sich selbst oder andere Unternehmen, die er vertritt, verkaufen. Eine sehr nachvollziehbare Regelung, die der Rat trotzdem mit Mehrheit aufgehoben hat.

Die argumentiert mit einem Beschluss des Verwaltungsrates des WBH vom 11.05.2017. Demnach wurde der Beigeordnete und Ko-Vorstand Thomas Grothe bereits mit Beschlüssen des Verwaltungsrates vom 05.02.2014 sowie des Rates der Stadt vom 20.02.2014 generell von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Auch schon ein Fehler.

Für Bihs wurde eine Befreiung bislang stets für jedes einzelne Geschäft mit der Tochtergesellschaft HEG mbH ausgesprochen. Mit dem jetzigen Beschluss „soll zur Vereinfachung eine generelle Regelung entsprechend derjenigen für das andere Vorstandsmitglied geschaffen werden“.

Die Befreiung vom Verbot der Insichgeschäfte wurde also nicht ausschließlich zur Vereinfachung der Geschäfte mit der Tochtergesellschaft HEG beschlossen – sondern generell. Dazu passt auch der zweite Teil der durchgewuppten Verwaltungsvorlage.

Jeder der beiden Vorstände darf demnach zukünftig einzeln die Gesellschaft vertreten. Und das, obwohl bis heute keine Geschäftsordnung für Vorstand und Verwaltungsrat des WBH vorliegt. Angeblich stehen die Vertretungsregelungen nicht im Zusammenhang mit den Geschäftsordnungen.

In der Vorberatung im Haupt- und Finanzausschuss hatte Horst Wisotzki (SPD) als einziges Mitglied zu bedenken gegeben, „dass er abweichend von seiner Fraktion der Vorlage nicht zustimmen werde. Er halte es für richtig, wenn das Vier-Augen-Prinzip gelten würde. Einzelvertretungsregelungen, die nicht angemessen konkretisiert seien, würden zu Missverständnissen führen.“ So vermerkt es das Sitzungsprotokoll. Der Rest der Versammlung nickte trotzdem in gewohnter Manier brav ab.

Der jetzige Beschluss des Stadtrats ist insofern brisant, da hiermit die Diskussionen um die Merkwürdigkeiten mit dem vom WBH eigenmächtig durchgezogenen Verkauf von Waldgrundstücken zum Spottpreis an die AWO neuen Auftrieb erhalten werden. Der Wohlfahrtsverband will bekanntlich am Deerth im Hagener Stadtwald einen Maßregelvollzug einrichten. Angeblich sei der Standort alternativlos.

Der Ruhe im Wald wird als Argument angeführt und die unmittelbare Nachbarschaft zur bestehenden Einrichtung. Wie sich das allerdings damit verträgt, dass die AWO bereits eine weitere drogentherapeutische Einrichtung kilometerweit entfernt davon betreibt, dazu gibt es keine schlüssige Erklärung.

Die sogenannte Volmeklinik liegt unmittelbar an einer Hauptdurchgangsstraße mitten im Hagener „Eventdreieck“ von Puff, Elbers-Gelände und Stadthalle. Unter diesen Bedingungen kann die AWO-Argumentation mit „Ruhe“ und „Nähe“ wahrlich nicht mehr mithalten.

Dafür dürfen Grothe und Bihs als Herren über städtische Ländereien in Zukunft weitgehend ungebremst mit dem Segen der Ratsmehrheit ihren Geschäften nachgehen. Preiswerte Gefälligkeiten wie im Fall AWO nicht ausgeschlossen.

Ergänzung:

Inzwischen liegt auch das genaue Abstimmungsergebnis vor:

Ja Nein Enthaltung
OB 1
SPD 12 4 1
CDU 17 1
Bündnis 90/ Die Grünen 4
Hagen Aktiv 3
Die Linke 1
AfD 2 1
FDP 3
BfHo/Piraten Hagen 2
Pro Deutschland 1
fraktionslos 1

Letzte Vorstellung von „Der fliegende Holländer“

9. Juli 2017 by

Am Donnerstag, 13. Juli 2017, 19.30 Uhr, findet die letzte Vorstellung der romantischen Oper „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner in dieser Spielzeit im Theater Hagen (Großes Haus) statt (Szenenfoto: Klaus Lefebvre).

Alle sieben Jahre, so erzählt die Legende vom Fliegenden Holländer, geht der zur Ruhelosigkeit verdammte Seemann an Land auf der Suche nach der Liebe und Treue einer Frau. Nur diese könnten ihn erlösen. Als der norwegische Seefahrer Daland seiner Tochter Senta einen fremden Seemann vorstellt, ist sie gebannt von dessen dunkler Anziehungskraft. Niemand anderem als dem fliegenden Holländer steht sie gegenüber. Senta will ihm folgen und entscheidet sich gegen einen bürgerlich sicheren Weg mit ihrem Verehrer Erik. Wird das für den Holländer die Erlösung sein? Welchen Preis hat Senta dafür zu zahlen?

Die Schwestern Beverly und Rebecca Blankenship setzten als Regie-Duo ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und nahmen in Hagen den Mythos von ewiger Liebe und der Forderung nach ewiger Treue genauer unter die Lupe. In archaischen Bildern erzählen sie mit Wagners 1843 in Dresden uraufgeführter Oper „Der fliegende Holländer“ eine Geschichte von den Schattenseiten der Gesellschaft, in der die Angst vor dem Fremden und der eigenen dunklen Seite umgeht wie ein Gespenst. Der Ausstatter Peer Palmowski entwarf dazu ein spektakuläres Bühnenbild mit 24 000 Litern Wasser auf der Bühne…

Unter der musikalischen Leitung von Mihhail Gerts singen und spielen: Joachim Goltz (Holländer), Veronika Haller (Senta), Rena Kleifeld (Mary), Lars Oliver Rühl (Erik), Kejia Xiong (Steuermann), Rainer Zaun (Daland); Chor und Extrachor und Statisterie des Theater Hagen, Philharmonisches Orchester Hagen.

Karten an der Theaterkasse, unter 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel: 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

Deerth-Zukunft wird im August diskutiert

8. Juli 2017 by

Im Rahmen einer Sondersitzung wird sich der Rat nach der Sommerpause (Donnerstag, 31. August) erneut mit der geplanten Drogenklinik-Erweiterung im Deerth befassen. Einhellig stellte das höchste Entscheidungsgremium der Stadt gestern fest, dass ein entsprechender Einwohnerantrag zu den AWO-Bauplänen im Hagener Stadtwald zulässig sei, weil die erforderliche Zahl an Unterstützungsunterschriften gesammelt wurde. Unter der Überschrift „In den Wald darf keine Haftanstalt“ hatten die Initiatoren gefordert, für eine geschlossenen Maßregelvollzugsanstalt einen alternativen Standort zu suchen. (…)

Quelle: wp.de

Sparkasse Hagen reduziert Chefposten: Oberliesen muss gehen

8. Juli 2017 by

Zwei statt drei Vorstandsmitglieder soll es bei der Sparkasse Hagen geben: Klaus Oberliesen (59) muss gehen, erhält aber sofort seine Pension. (…)

Laut der Sparkassenbilanz 2016 verdiente Klaus Oberliesen im vergangenen Jahr inklusive Leistungszulage 362 000 Euro. Dies wird ab Februar 2018 wegfallen, dann hat der 59-Jährige, der gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, aber Pensionsansprüche in Höhe von 50 Prozent seiner Bezüge, die die Sparkasse zahlen muss. Bislang hat sie dafür Rückstellungen in Höhe von 2,8 Millionen Euro gebildet. (…)

Quelle: wp.de

Emil Schumacher – Pastorale

8. Juli 2017 by

9. Juli bis 19. November 2017, Emil-Schumacher-Museum Hagen

Emil Schumacher, GB-16/1999,1999, Gouache auf Bhutan-Bütten, 51 × 68 cm, Emil Schumacher Museum, Hagen. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Die neue Ausstellung des Emil Schumacher Museums beleuchtet erstmals die Bedeutung des Themas „Mensch und Tier in der Natur“ im Werk Emil Schumachers und wirft so auch ein eigenes Licht auf die ausgeprägten landschaftlichen Assoziationen in den abstrakten Werken der 1960er- und 70er-Jahre.

Die Pastorale ist schon zurzeit der Gründung der Künstlergruppe „junger westen“ angelegt, die in diesem Jahr mit zahlreichen Jubiläumsausstellungen gefeiert wird. Im Spätwerk der 1980er- und 90er-Jahre erreichte Schumacher jedoch weit mehr als einen Kreisschluss innerhalb seines eigenen Œuvres. Mit ungebrochener Erfindungskraft griff er das Thema erneut auf und schuf gegen Ende des 20. Jahrhunderts einen eigenständigen Beitrag zur Tradition der Bukolischen Dichtung in der Malerei, deren Ursprünge bereits auf die Zeit der hellenischen Antike zurückgehen.

Eine Ausstellung mit einem solch klassischen Thema der Literatur- und Kunstgeschichte wie der Bukolik erscheint in einem Museum für einen gestisch-expressiv malenden Künstler zunächst außergewöhnlich. Dabei ist eine solche Ausstellung mit Werken von Emil Schumacher angesichts seines Œuvres nur zwingend. Denn das Thema beschäftigte den Künstler bereits am Anfang seines Werkes und kommt besonders im Spätwerk noch einmal auf, wie die Werkauswahl eindrücklich belegt – darüber hinaus kann aber auch das abstrakte Schaffen Schumachers der 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahre vor dem Hintergrund dieses Themas interpretiert werden.

Im Gesamtwerk Emil Schumachers stehen immer wieder Landschaften und damit verbundene Motive, wie weidendes Vieh oder bäuerliche Szenen, im Mittelpunkt, die der naturverbundene Künstler aus inneren Bildern schöpfte. Schumacher, der 1912 geboren wurde und zwei Weltkriege sowie vor allem deren Folgen erlebte, war sich der Entfremdung des Menschen von der Schöpfung sehr bewusst. Auch die irreparable Zerstörung der Natur durch den Menschen sah er als zwangsläufiges Ergebnis davon und erhoffte sich, durch das bewusste Erleben der Natur werde der Mensch zu seinem Selbstverständnis als Teil seiner Umwelt zurückfinden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog – 96 Seiten, 84 Abbildungen, mit einem Vorwort von Ulrich Schumacher sowie einem Beitrag von Rouven Lotz. Preis im Museum € 19,90 (€ 24,90 im Buchhandel, ISBN 978-3-86206-667-4).

Horst Bach: „Stelle Kulturarbeit ein“

8. Juli 2017 by

Der Werkhof e.V. stellt die Durchführung von Kulturveranstaltungen an der Herrenstraße 17 mit sofortiger Wirkung ein und zieht somit die Notbremse. Noch vorläufig. Das hat Horst Bach, Vorsitzender des Werkhof e.V., jetzt dem Oberbürgermeister der Stadt Hagen mitgeteilt. Hintergrund dafür die sind brandschutztechnischen Überprüfungen von Saal und Katakombe des Kulturzentrums.

Sollte sich dafür keine Lösung finden, werden die ab dem 2. September 2017 geplanten Veranstaltungen nicht stattfinden können. „Wir haben für den Herbst und Winter rund 30 Termine eingeplant“, so Horst Bach, „im schlimmsten Fall müssen wir diese platzen lassen.“ (…)

Quelle: wp.de

Auftakt Muschelsalat 2017

7. Juli 2017 by

Wie immer mittwochs, umsonst und draußen

Hagener Sommer und Muschelsalat – das gehört einfach zusammen. Zum 31. Mal präsentiert das Kulturbüro der Stadt Hagen ein abwechslungsreiches Programm, das die Zuschauer verführen und verzaubern wird. Den Auftakt gestalten am Mittwoch, 12. Juli, um 19.30 Uhr im Stadtgarten das international bekannte Jonglier-Duo „Spot the Drop“ und die spektakuläre Akrobatik-Gruppe „Company Tresperté“.

Mit seiner schrägen Mischung aus Weltklasse-Jonglage, skurrilen Bewegungen, großartiger Musik und akrobatischer Komik erschaffen „Spot the Drop“ eine ganz eigene Welt. Hier treffen Artistik und zirzensische Höchstleistung auf subtilen Humor und teils kafkaeske Alltagssituationen. Der Große, der Kleine, die Klappstühle und das Handgepäck. Bewaffnet mit Koffer, Tasche, Bällen und Keulen geben sie uns einen Einblick in ihr Leben, das bestimmt wird von seltsamen Ritualen, meisterhafter Jonglage und Tanzmusik. Gespickt mit Hommagen an die Großen ihrer Kunst, feiern sie ein Festival von subtiler Komik und artistischen Meisterleistungen.

Mit der „Company Tresperté“ erwartet die Zuschauer eine geheimnisvolle Überraschung. Ein eigenartiges Gefährt landet vor den Augen des Publikums auf der Bühne im Stadtgarten in Hagen. Eine seltsame Crew, die einer anderen Zeit entsprungen scheint, entsteigt dem blechernen Vehikel. Und tatsächlich haben die vier merkwürdigen Gestalten soeben eine Zeitreise hinter sich. Begeistert von der urigen Reisemöglichkeit möchte man die Vorteile, die diese Erfindung bringt, vorstellen. Mit erstaunlichen Zirkus-Acts und akrobatischen Kunststücken preisen sie ihr futuristisches Gefährt an. Allerdings läuft einiges schief. Jemand hat die Zeit manipuliert und das bringt Konsequenzen mit sich. Eine turbulente Show für die ganze Familie, die die Zuschauer vom ersten Moment an in den Bann zieht.

Bereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn erwarten die Zuschauer liebevoll zubereitete Speisen und Getränke.

„Abschied“

7. Juli 2017 by

Zehntes Sinfoniekonzert des philharmonischen orchesterhagen

Im zehnten und letzten Sinfoniekonzert der Spielzeit des Philharmonischen Orchesters Hagen am 11. Juli 2017 (20 Uhr, Stadthalle) heißt es Abschied nehmen. Florian Ludwig (Foto: Robin Breyl) wird nach neun Jahren als Hagener Generalmusikdirektor sein Amt abgeben und sich neuen Aufgaben widmen. Aus diesem Anlass stehen Werke auf dem Programm, die ihm persönlich besonders nahestehen.

Johannes Brahms schuf sowohl mit der „Nänie“ als auch mit dem „Schicksalslied“ zwei kleinere Chorwerke mit Orchester, die von Trauer, Melancholie, aber auch Transzendenz und Hoffnung geprägt sind. Brahms, der sich mit Gefühlsregungen nach außen stets zurückhielt, hat hier wunderschöne und ausdrucksstarke Wege gefunden, sein Seelenleben in Töne zu fassen. In ihrer konzentrierten Form und der Tiefe der Textausdeutung gelten sie als zwei der schönsten Werke des Komponisten überhaupt. Sie werden interpretiert vom Philharmonischen Chor Hagen.

Gustav Mahlers fünfte Sinfonie ist v. a. für das elegische Adagietto berühmt, das Luchino Visconti im Film „Tod in Venedig“ verarbeitet hat und eine Liebeserklärung Mahlers an seine spätere Frau Alma darstellt. Zwischen dem Trauermarsch zu Beginn und dem überbordenden Jubel am Ende fasst die Sinfonie eine ganze Welt wie in einem Brennglas zusammen. Mahler betrat hier wieder einmal Neuland und nannte sie einen »ersten Schritt zur Neugestaltung der Welt aus dem eigenen Ich«.

Mit der Präsentation dieser Werke stellt dieses Konzert einen packenden wie würdigen Abschluss einer neunjährigen Amtszeit dar.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel: 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

Ein Abriss der maroden Hochbrücke „Ebene 2“ wäre möglich

6. Juli 2017 by

Angesichts der maroden Brücken überprüft die Hagener Planungsverwaltung ihre Verkehrsstrategie. Abrisse der Bauwerke wären vielfach möglich. (…)

Im Stadtentwicklungsausschuss rollte am Dienstag der Verkehrs- und Städteplaner Wolfgang Mesenholl, der mit seinem Fachbüro bereits seit drei Jahrzehnten als Experte die kommunalen Entwicklungsprozesse in Hagen extern begleitet, eine Konzeption aus, mit der künftig in Altenhagen nicht bloß auf das marode Stahlbeton-Monstrum „Ebene 2“, sondern in Eilpe auch auf die völlig überdimensionierte und ebenfalls sanierungsbedürftige Brückenkonstruktion der Volmetal­straße verzichtet werden könnte. Ein Mammut-Projekt, das nach ersten Grobschätzungen mindestens 300 Millionen Euro verschlingen und die Verkehrsflüsse in der Innenstadt über Jahrzehnte diktieren dürfte. (…)

Vor diesem Hintergrund hat die Planungsverwaltung jetzt die Initiative ergriffen, die innerstädtische Verkehrsplanung einmal grundsätzlich zu überdenken. Zumal parallel auch in der Politik immer häufiger andiskutiert wird, wie langfristig die Abkehr vom motorisierten Individualverkehr in Hagen gelingen kann, wie Räume für Radfahrer und ÖPNV geschaffen und alternative Mobilitätssysteme etabliert werden könnten. (…)

Quelle: wp.de

Dazu weitere Details:

Visionen diktieren Verkehrspolitik der nächsten 30 Jahre

Der mächtige, ungeliebte Beton-Koloss aus der Ära von Stadtbaurat Herbert Böhme aus dem Jahr 1968 würde von kaum einem Hagener vermisst. Die Hochbrücke in ­Altenhagen, die auch durch die „Ebene 2“-Kunst sich nicht wirklich in ein Schmuckstück verwandelt hat, beleidigt die Augen der meisten Betrachter und lässt die Anwohner in ihrem Schatten in relativer Dunkelheit leben. Aus heutiger Sicht gilt die B 54 zwischen Kegelcasino und Eckeseyer Straße als kapitale Bausünde, die man niemals erneut so errichten würde. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Nicht etwa die Einsicht, jahrzehntelang eine völlig falsche Verkehrspolitik betrieben zu haben, bringt jetzt (möglicherweise) die Wende, sondern die Tatsache, dass den Protagonisten dieser Politik jetzt buchstäblich der Beton unter dem Hintern wegzubröckeln droht und das Geld für den Wiederaufbau fehlt.

Zum letzten Mal: „Klangrede“

6. Juli 2017 by

Ein letztes Mal (nicht nur in dieser Spielzeit, sondern überhaupt) findet als Einführungsveranstaltung in das Sinfoniekonzert die „Klangrede“ am 9. Juli 2017, 11.30 Uhr, Stadthalle Hagen (Sinfonium) statt.

Über 5000 Interessenten besuchten in den letzten neun Jahren die „Klangrede“, welche an über 80 verschiedenen Veranstaltungsorten in Hagen durchgeführt wurde, unzählige Gesprächsgäste präsentierte und in mehr als 250 Werke der Orchesterliteratur einführte.

Dieses Mal geht es um zwei herausragende Komponisten der Musikgeschichte, Johannes Brahms und Gustav Mahler, von denen im 10. Sinfoniekonzert (11. Juli, 20 Uhr, Stadthalle Hagen) die Kompositionen „Nänie“ und „Schicksalslied“ sowie die fünfte Sinfonie auf dem Programm stehen.

Generalmusikdirektor Florian Ludwig und Konzertdramaturg Frederik Wittenberg führen in diese Werke ein. Zudem erklingen musikalische Beiträge (Lieder von Brahms und Mahler), dargeboten von der Sopranistin Melanie Maennl sowie von Ann-Katrin Niemczyk (Mitglied der Soloklasse des Kinder- und Jugendchores).

Der Eintritt ist wie immer frei.

Warum Le Corbusier sein Rüstzeug in Hagen lernte

6. Juli 2017 by

Der berühmte Architekt Le Corbusier hat sein Rüstzeug in Hagen erworben. Auf den Spuren der Avantgarde.

Die internationale Architekturforschung blickt immer stärker auf Hagen, die Wiege der modernen Reformbaukunst. Der Hagener Kunst-Pionier Karl Ernst Osthaus ruft um die Wende zum 20. Jahrhundert die europäische Architekten-Avantgarde in die graue Industriestadt, um mit ihnen seine Vision von einem neuen Baustil und einer durch Kunst beflügelten Stadtplanung zu realisieren. Auch die Le-Corbusier-Forschung interessiert sich intensiv für den Impuls, der von Hagen aus zum Beispiel dem Bauhaus vorangeht. (…)

Der Schweizer ist fasziniert von dem System eines Johannes Ludovicus Mathieu Lauweriks, den Karl Ernst Osthaus damit beauftragt hat, die Straße am Stirnband für die Künstlerkolonie Gartenstadt Hohenhagen zu bebauen. (…)

Quelle: wp.de

Millionen-Investition – Kaltwalzer Bilstein geht in Breite

6. Juli 2017 by

Kaltwalzer Bilstein investiert 50 Millionen Euro in eine neue Walz- und Schneideanlage und stellt die Produktion um. Das soll die Kosten drücken. (…)

Anfang des Jahres hatte die Bilstein-Gruppe für Aufsehen gesorgt, weil die Geschäftsführung versucht hatte, die Beschäftigten über Einschnitte bei Tariferhöhungen und Sonderleistungen an der Investition zu beteiligen; dieser Versuch war aber früh gescheitert. (…)

Quelle: wp.de

Vorstandswahl der SPD-Fraktion: Nur Magerstufe

5. Juli 2017 by

Jedes dritte Fraktionsmitglied stimmt mit Nein

Claus Rudel wird auch in den kommenden drei Jahren bis zur Kommunalwahl 2020 die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hagen anführen. Die SPD-Fraktion bestätigte nach eigenen Angaben am Montagabend im Rahmen einer Neuwahl nicht nur ihren Fraktionsvorsitzenden, sondern auch dessen Stellvertreter und die vier Beisitzer.

Von einer Bestätigung kann aber nur eingeschränkt die Rede sein. Bei 18 anwesenden von insgesamt 19 Mitgliedern der Fraktion stimmten immerhin 5 gegen Rudel. Die 1. stellvertretende Vorsitzende Ramona Timm-Bergs musste sogar 6 Gegenstimmen hinnehmen. Das waren dann schon ein Drittel der anwesenden Stimmberechtigten. Die immer wieder im Blick nach außen postulierte „Geschlossenheit“ sieht wahrlich anders aus.

Die Abstimmung vor der anstehenden Sommerpause war notwendig geworden, weil die Geschäftsordnung der Fraktion für die insgesamt sechs Jahre andauernde Legislaturperiode des Rates eine Neuwahl des Vorstandes nach drei Jahren vorschreibt.

Einen Bericht über die Bilanz der bisherigen Arbeit oder einen Ausblick auf die zukünftigen Aufgaben ersparte sich der Fraktionsvorstand. Anscheinend gibt es dort nichts zu vermelden. Also schritt man sofort zur Wahl, damit die Posten klar sind. Inhalte werden wohl eher als störend empfunden.

Insgesamt setzt sich der Fraktionsvorstand wie folgt zusammen: Claus Rudel (Vorsitzender), Ramona Timm-Bergs (1. stellv. Vorsitzende), Werner König (2. stellv. Vorsitzender), Dr. Friedrich-Wilhelm Geiersbach und Dietmar Thieser (beide stellv. Vorsitzende), Anja Engelhardt, Angelika Kulla, Jörg Meier und Sven Söhnchen (alle Beisitzer).

Damit gehören fast die Hälfte der Fraktionsmitglieder (9 von 19) dem Vorstand an.

Anja Bohnhof – India

5. Juli 2017 by

7. Juli – 3. September 2017, Osthaus-Museum Hagen

Die künstlerischen Arbeiten der 1974 in Hagen geborenen Anja Bohnhof lassen sich im Bereich der zeitgenössischen konzeptuellen Fotografie verorten.

Einer der thematischen Schwerpunkte der in Dortmund lebenden Künstlerin ist seit mehreren Jahren die fotografische Auseinandersetzung mit gegenwartsbezogenen Themen Indiens.

Mit ihrer strengen, konsequenten und unverkennbaren Bildsprache hat Bohnhof spezifische Aspekte des öffentlichen und privaten Raumes herausgearbeitet.

Die konzentrierte Komposition ihrer seriellen Arbeiten bietet vielfältige Ansätze für eigene Gedanken, Perspektiven und kritische Reflexionen. Auf dem sich rasant verändernden Subkontinent sind so Arbeiten entstanden, deren Relevanz weit über den geografischen und kulturellen Raum Indiens hinausgeht. (Abb.: Anja Bohnhof: Bahak, MD Salim/45 Years, C-Print, 2012, (c) Anja Bohnhof)

Opern-Abend zu einem stark ermäßigten Preis

5. Juli 2017 by

Die Chance für „Geschichten aus dem Wiener Wald“

Das Theater Hagen schenkt seinen Besuchern einen interessanten Opern-Abend zu einem stark ermäßigten Preis: Beim nächsten theaterhagenTag am Samstag, 15. Juli 2017 (19.30 Uhr), kosten alle Plätze für den Besuch der letzten Aufführung von HK Grubers Oper „Geschichten aus dem Wiener Wald“ im Großen Haus nur 8,00 beziehungsweise ermäßigt 6,00 Euro. Das Angebot gilt ab sofort.

Worum geht’s in diesem, das gleichnamige Schauspiel von Ödön von Horváth vertonende Werk: Der Zauberkönig, Inhaber einer Puppenklinik, will seine Tochter Marianne mit dem biederen Fleischhauer Oskar verheiraten. Kurz vor der Verlobung trifft Marianne auf den charmanten Alfred, den Verflossenen der reifen Trafikantin Valerie. Er erscheint ihr wie ein Fingerzeig raus aus der engen Kleinbürgerwelt in eine glücklichere Zukunft. Doch die Umstände, sie sind nicht so: Alfred fühlt sich von Marianne eingeschränkt, das Zusammenleben der beiden gestaltet sich ärmlich in jeder Hinsicht, und zudem ist das gemeinsame Kind ein weiterer Hemmschuh. Der Kleine wird bei Alfreds Großmutter und seiner Mutter in der Wachau »ausgelagert«, Alfred sucht wieder Anschluss an seine Vergangenheit, und Marianne bleibt nichts anderes übrig, als im halbseidenen Milieu ihr Geld zu verdienen. Die Katastrophe ist somit vorprogrammiert.

Norbert Hilchenbach beendete mit dieser Inszenierung seine Tätigkeit als Intendant und Regisseur am Theater Hagen. Mit dieser Produktion (Foto: Klaus Lefebvre) verabschieden sich ebenfalls der Generalmusikdirektor Florian Ludwig sowie der Ausstattungsleiter Jan Bammes.

Es singen und spielen: Marilyn Bennett, Martin Blasius, Andrew Finden, Kristine Larissa Funkhauser, Veronika Haller, Maria Klier, Björn Christian Kuhn, Kenneth Mattice, Joslyn Rechter, Richard van Gemert, Jeannette Wernecke, Philipp Werner, Kejia Xiong, Rainer Zaun; Chor des theaterhagen, philharmonisches orchesterhagen

Komponist HK Gruber im Gespräch

Um 18 Uhr findet im Theatercafé ein Gespräch zwischen dem Komponisten HK Gruber und der Dramaturgin Maria Hilchenbach statt, in welchem man diese facettenreiche Persönlichkeit näher kennen lernen kann.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de sowie an allen Hagener Bürgerämtern, Tel: 02331 207- 5777

Fraktionen „versprechen“

4. Juli 2017 by

In den Kommunen sollen wieder gleichwertige Lebensverhältnisse hergestellt werden – angeblich

Nur ins Bild zu grinsen dürfte auf die Dauer nicht ausreichen, um die Finanzprobleme von Kommunen wie Hagen zu lösen. Gruppenbild von der Berliner Kommunalkonferenz mit Hagens Stadtkämmerer Christoph Gerbersmann in der letzen Reihe Mitte. Foto: Bettina Ausserhofer.

Seit fast einem Jahrzehnt bemüht sich das Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“, dem auch Hagen angehört, um eine Lösung der kommunalen Finanzprobleme. Außer beschwichtigenden Worten seitens der Problemverursacher Land und in erster Linie Bund ist dabei bisher wenig herausgekommen.

Das liegt auch am Aktionsbündnis, das sich nicht dazu durchringen kann, die durchaus vorhandene politische Macht zu nutzen. Schließlich vertreten die beteiligten Kommunen etwa 9 Millionen Einwohner. Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl ließe sich mit diesem Pfund wuchern. Wenn man denn wollte.

Aber genau das passiert nicht, weil die leitenden Personen auf der kommunalen Ebene mit den ebenso leitenden Personen auf der Bundesebene in der Regel parteipolitisch verquickt sind. Und deshalb läßt man sich mit auf den Sanktnimmerleinstag orientierten Versprechungen abspeisen und formuliert Resolutionen und Appelle. So durfte es das interessierte Publikum wieder aktuell erleben.

Im Rahmen seiner Berliner Kommunalkonferenz hat das Bündnis einstimmig eine Resolution beschlossen, die den Appell trägt „Die Gleichwertigkeit muss auch in meiner Stadt die Chance zur Zukunft sichern“. Stellvertretend für die Stadt Hagen war Stadtkämmerer Christoph Gerbersmann in Berlin mit dabei.

Die Resolution fordert die nachhaltige Lösung der Gemeindefinanzprobleme und die Wiederherstellung der im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in allen deutschen Kommunen.

Die Sprecher des Aktionsbündnisses werteten die Kommunalkonferenz in den Räumen des Deutschen Städtetages in Berlin reichlich dick aufgetragen als „Sternstunde für die Kommunale Familie“.

Die zur Berliner Kommunalkonferenz geladenen Kommunalpolitischen Sprecher und Bundestagsabgeordneten Christian Haase (CDU/CSU), Bernhard Daldrup (SPD), Kerstin Kassner (Die Linke) und Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) versprachen, dass sich die Fraktionen des neuen Deutschen Bundestages in der nächsten Legislaturperiode dieses Thema zum Schwerpunkt ihrer Politik machen werden.

Ganz konkret wollen die bereits im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien die Forderung des Bündnisses nach Bildung einer Kommission umsetzen. In diesem Gremium sollen bereits im Dezember oder Januar – so das Bündnis – ergebnisoffene Gespräche zwischen Bund, Ländern, Bündnis-Kommunen und Kommunalen Spitzenverbänden über die dringend notwendige Neuordnung des Kommunalen Finanzsystems beginnen.

Im Rahmen der Berliner Kommunalkonferenz hatten vorher die Professoren Martin Junkernheinrich (Kaiserslautern), Uwe Wagschal (Freiburg) und Joachim Wieland (Speyer/Bonn) eindeutig belegt, dass der größte Teil der Schuldenberge in den finanzschwachen Kommunen nicht selbst verursacht, sondern eine Folge Jahrzehnte langer bundespolitischer Gesetze zu Lasten der Städte und Gemeinden seien. So sagte beispielsweise der Verfassungsrechtler Prof. Wieland: „Der Bund hat unseren Sozialstaat zu Lasten der Kommunen errichtet. Zu dieser Verantwortung muss jetzt die Bundespolitik stehen und die Städte und Gemeinden finanziell auf neue Beine stellen.“

Diese Erkenntnisse sind lange bekannt. Solange sich die Bürgermeister aber in erster Linie als Verwaltungsbeamte verstehen, die die Vorgaben der Länder und des Bundes exekutieren, und nicht ihre Rolle als Vertreter der städtischen Bürgerschaft sehen und deren Interessen an einem funktionierenden Gemeinwesen wahrnehmen, wird sich an der Misere auch nichts ändern.

Hagener Entsorgungsbetrieb lässt seine Arbeit überprüfen

4. Juli 2017 by

Zwischen befriedigend und ausreichend bewertet ein Institut die Stadtsauberkeit in Hagen. Der städtische Entsorgungsbetrieb wurde zertifiziert. (…)

Gar nicht gut aber ist es um die Sauberkeit in Parkbuchten (12,0), in Sachen Straßenbegleitgrün (12,3) und an Containerstandorten (12,3) bestellt – hier konstatierte der Prüfer ein „unzureichend“, was im Schulnotendeutsch mangelhaft bedeutet. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wie schon zu erwarten, findet sich natürlich kein Wort der Kritik am HEB in dem Beitrag von Hubertus Heuel. Dass die Container nicht ausreichend geleert werden – und das inzwischen seit Jahren – ist dem Autor keine Erwähnung wert. Warum auch, die Propaganda des Einheitsblatts entfaltet schließlich seine Wirkung: „Für die Verschmutzungen machten 83,9 Prozent der Befragten das Wegwerfverhalten der Bürger verantwortlich, während niemand antwortete, der HEB reinige die Straßen nicht ausreichend,“ meldet das Blatt. Und für den Autor sind die Hauptverantwortlichen „die Bewohner dieser Stadt. Und deren schlechte Manieren.“

Keine Trauungen mehr auf Schloss Hohenlimburg?

4. Juli 2017 by

Werden zukünftig im Fürstensaal von Schloss Hohenlimburg noch standesamtliche Trauungen stattfinden? Darf die Stadt Hagen die im Jahr 2004 erteilte Widmung des Fürstensaales widerrufen, damit in der ehemaligen Höhenburg keine standesamtlichen Trauungen mehr möglich sind? Diese Fragen wirft CDU-Bezirksvertreter Norbert Ullrich auf. Hintergrund dafür sind die weiterhin andauernden Querelen zwischen dem Fürstenhaus einerseits und der Stadt Hagen und dem Hohenlimburger Schlossspielverein andererseits.

Norbert Ullrich begründete seinen Vorschlag damit, in den laufenden Vertragsgesprächen Druck auf das Fürstenhaus aufbauen zu wollen. Denn mit den standesamtlichen Trauungen sind für das Fürstenhaus nicht unwesentliche Einnahmen verbunden. (…)

Quelle: wp.de


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