Archive for Mai 2015

„Tarifvertrag bietet dem Großteil eine faire Bezahlung“

31. Mai 2015

Angesichts des anhaltenden Streiks des Kita-Personals wird die Kritik am Verhalten von Hagens OB Erik O. Schulz lauter. Er empfindet die Bezahlung des Personals als fair. (…)

Quelle: DerWesten

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„Medial assistierte Hetze“

31. Mai 2015

Hagener Ex-DRK-Funktionär geifert gegen Kritik am Bleicher-Artikel über SS-Witt in den Hohenlimburger Heimatblättern

Vier Wochen ist es jetzt her, da berichtete DOPPELWACHOLDER.DE erstmals über einen Aufsatz in den Hohenlimburger Heimatblättern, der sich mit dem Brigade-Führer Waffen-SS Fritz Witt beschäftigte.

Der Autor dieses Traktats, Heimatforscher Dr. Wilhelm Bleicher, hatte sich bei der Auswahl seiner Quellen ausschließlich bei Schriften alter SS-Kameraden und Erzeugnissen rechtsextremer Verlage bedient. Entsprechend war in der Schrift auch keinerlei Distanz zu SS-Offizier Witt zu erkennen. Im Gegenteil: Streckenweise erinnert der Text in seiner Diktion an die Frontberichterstattung der NS-Wochenschau.

Die Empörung in weiten Teilen der Öffentlichkeit war danach groß. Die „Bürger für Hohenlimburg“ verlangten die Distanzierung der Politik von dem Aufsatz, die GRÜNEN forderten Dr. Bleicher auf, seine ihm vom damaligen Oberbürgermeister Dehm verliehene Ehrennadel zurückzugeben.

Der Heimatverein Hohenlimburg, dessen Tochterverein die Heimatblätter herausgibt, distanzierte sich ebenfalls von dem Bericht und stoppte die Auslieferung der Hefte. Zusätzlich bat er in Abstimmung mit der Stadtverwaltung den Historiker Dr. Ralf Blank (Historisches Centrum Hagen) um eine ausführliche Stellungnahme aus wissenschaftlicher Sicht, die in der kommenden (Juni-)Ausgabe der Hohenlimburger Heimatblätter erscheinen soll.

Jetzt meldete sich erstmals ein Befürworter Bleichers zu Wort. In einem Leserbrief prangert Dr. Waldemar Schneiderdiese aktiv medial assistierte Hetze einer quantitativ unbezifferbaren Anzahl von Zeitgenossen“ an, dessen „Opfer“ der „ehrenwerte Dr. Wilhelm Bleicher“ sei.

Der inkriminierte Text sei eine „Darstellung (…) zum 70-jährigen Waffenstillstand“ (sic!). Bei der Titelfigur handele es sich um „den im Zuge der alliierten Normandie-Invasion 1944 gefallenen hohen Offizier der Waffen-SS, Fritz Witt“. Kein Wort davon, dass der „hohe Offizier“ in Kriegsverbrechen involviert war und vermutlich, so Historiker Blank, von den Alliierten zum Tode verurteilt worden wäre, hätte er den Krieg überlebt.

Nach Ansicht Schneiders wäre Bleicher „gut beraten gewesen, (…) auch seine ebenfalls kontrovers diskutierte Ehrennadel den Grünen vor die Füße zu werfen“. Er hätte „so persönlich die Definition des Begriffes „Elite“ in die Praxis umzusetzen“ können.

Leserbriefschreiber Dr. Waldemar Schneider war von 1969 bis 1993 Geschäftsführer des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes in Hagen. Unter dieser Adresse war auch Schneiders „Toko-Institut“ ansässig, als Telefon-Kontakt diente eine noch heute im Netz zu findende Durchwahlnummer des Blutspendedienstes (02331 807-250).

Ende 1992 berichtete Der Spiegel:

Abstruse Ideen

Nazi-Jäger Simon Wiesenthal hat einen hohen Funktionär des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bei der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf wegen antisemitischer Äußerungen angezeigt.

Professor Waldemar Schneider, 56, Chef des DRK-Blutspendedienstes im westfälischen Hagen, leitet das „Toko Institut für systemüberschreitendes Denken e.V.“, das Fortbildungskurse für Manager veranstaltet und unter derselben Adresse wie das DRK firmiert.

In der Institutszeitschrift Toko Zeit-Kompass veröffentlichte Schneider im Juli eine zustimmende Kritik über das neueste Buch des japanischen Bestseller-Autors Masami Uno („Wer die Juden versteht, erkennt die Welt“), der mit abstrusen Weltverschwörungstheorien aufwartet. So sei, schreibt Uno, die russische Revolution 1917 in Wirklichkeit eine jüdische Revolution gewesen. Über die deutschen Gewerkschaften behauptet der Schreiber, sie stünden bekanntermaßen stark unter jüdischem Einfluß. Schneider: „Ein spannend geschriebenes Buch.“ (…)

Quelle: Spiegel 50/1992

Am 31. März 1993 war dann die Ära Schneider beim Blutspendedienst in Hagen beendet. Das DRK wollte sich wohl die Eskapaden im esoterisch-völkischen Raum nicht länger mit ansehen.

„Realer Demokratieverlust”

30. Mai 2015

Prof. Dr. Dietmar Köster besucht „TTIP-Bündnis“ beim DGB in Hagen

Seit Juli 2014 ist Köster neugewähltes Mitglied des Europarlaments. Der Wittener Sozialdemokrat und bekennender „TTIP-Kritiker“ arbeitet dort aktiv im Rechtsausschuss und ist von daher vor allem mit den rechtlichen Fragen des geplanten Abkommens beschäftigt.

In den Räumen des deutschen Gewerkschaftsbundes informierte er über den Stand der Verhandlungen und blickte skeptisch auf die aktuelle Verhandlungslage. Er wies darauf hin, dass es vor allem und auch weiterhin um fehlende Transparenz, um Gefahren vor dem Einfluss von Lobbygruppen und um die Ablehnung von Investorenschutzabkommen ging. Aus seiner Sicht sind weder die bisherige Vorgehensweise noch die Inhalte dazu geeignet dem Freihandelsabkommen zuzustimmen.

Darüber hinaus unterstützte er die Einschätzungen aus den Reihen des Bündnisses, die darauf hinwiesen, dass es nach aktuellen und unwidersprochenen EU-Prognosen keine nennenswerte Wachstumsimpulse geben würde und die proklamierten Zahlen beim Beschäftigungszuwachs keinerlei messbaren Erfolge versprechen würden. Eine Entwicklung, die mittlerweile auch in Teilen der kleinen und mittelständischen Wirtschaft erkannt wurde und zu Widerspruch führe. Während internationale Konzerne Vorteile für sich sehen, geht die Bereitschaft zur Unterstützung bei KMU-Betrieben zurück.

In völliger Übereinstimmung mit der gemeinsamen Beschlusslage zwischen der SPD und dem DGB gibt es für Köster zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund das Abkommen zwischen der EU und den USA zu unterzeichnen. Weder ist die Einhaltung von internationalen Arbeitsstandards noch sind die Anforderungen an Umwelt- und Verbraucherschutz gesichert. Darüber hinaus birgt der gefühlte und reale Demokratieverlust ein nicht zu gering einzuschätzendes Risiko.

Prof. Köster und Jochen Marquardt (DGB) forderten dazu auf im Widerstand gegen das Abkommen nicht nachzulassen und dabei auch das geplante CETA-Abkommen zwischen Kanada und der EU im Blick zu behalten. Mit diesem Abkommen würde an einer Blaupause für TTIP gearbeitet, die in der jetzigen Form genauso inakzeptabel sei.

Besondere Gefahren sahen die TeilnehmerInnen der Veranstaltung auch für die Städte und Gemeinden. Deren Handlungsmöglichkeiten gerieten durch die Abkommen in Gefahr und von daher sei die Ablehnung des Städtetages ebenso verständlich wie die Ratsbeschlüsse in vielen Städten gegen TTIP wichtige Unterstützung.

Das Bündnis freute sich über die vielen gemeinsamen Positionen und Einschätzungen mit dem EU-Parlamentarier. Es wünschte ihm viel Erfolg bei der Durchsetzung dieser Positionen, wobei er sich der Unterstützung der Hagener sicher sein kann.

Kerstin Sack (Attac), Ruth Sauerwein für die Grünen und Gewerkschaftsvertretungen wiesen abschließend darauf hin, dass das örtliche Bündnis weiterhin aktiv arbeiten werde und gemeinsam für eine geplante Demonstration am 10.10.2015 werben wird.

Die Expertenrunde mit Dietmar Köster war die erste Veranstaltung mit einem Europarlamentarier, der im Laufe des Jahres weitere folgen sollen.

„Im stillen Kämmerlein ausgeguckt“

30. Mai 2015

SPD: Possenspiel um Jobcenter geht in eine weitere Runde

Das Possenspiel um die Nachbesetzung der Geschäftsführerposition geht nach der jüngsten Hauptausschusssitzung in eine weitere peinliche Runde.

Schon im Vorfeld hatte die SPD-Fraktion das intransparente Verfahren um die Auswahl der neuen Jobcenter-Geschäftsführerin angemahnt und wurde von Oberbürgermeister Schulz dafür kritisiert. Die SPD-Fraktion bemängelte, dass nach einer internen Ausschreibung die gleiche Kandidatin als einzige Bewerberin der Findungskommission vorgestellt wurde.

Der Antrag, mögliche weitere Kandidaten anzusprechen, wurde von Oberbürgermeister Schulz brüsk zurückgewiesen. In der Findungskommission und im Rat machte die SPD-Fraktion deutlich, dass sie von der Qualifizierung der einzigen Kandidatin keinesfalls überzeugt ist und wurde überstimmt.

Dass jetzt letztlich auch der neue Chef der Hagener Bundesanstalt für Arbeit, Marcus Weichert, die Bewerberin Christina Borrmann als nicht qualifiziert zurückgewiesen hat, ist für die SPD-Fraktion daher so wenig verwunderlich wie die Rücknahme ihrer eigenen Bewerbung.

Nach Einschätzung der Fraktion wollten der OB und sein Personalchef Stefan Kessen, der übrigens der Lebensgefährte von Christina Borrmann ist, die städtische Datenschutzbeauftragte mit aller Macht auf diese Position hieven. Wohlwissend, dass sie den Anforderungskriterien nicht genügt. Sollte das, fragt sich die SPD, ein nachträgliches Geschenk an Stefan Kessen sein, der den OB-Kandidaten Schulz im Wahlkampf unterstützt hat?

„Wir fühlen uns jetzt in unserer Einschätzung bestätigt. Wir bedauern aber gleichzeitig, dass es aufgrund der uneinsichtigen Haltung des Oberbürgermeisters zu dieser Entwicklung gekommen ist“, so Ramona Timm-Bergs, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Im Hauptausschuss teilte Oberbürgermeister Erik O. Schulz mit, dass er die Stelle erneut öffentlich ausschreiben will. Allerdings ist damit zu rechnen, dass das Jobcenter in Zukunft nicht mehr von einem kommunal eingesetzten Geschäftsführer, sondern von einem Geschäftsführer aus den Reihen der Arbeitsagentur geführt wird.

„Soweit hätte es nicht kommen müssen, wenn man innerhalb der Verwaltung von vornherein breit und sachorientiert auf die Suche nach geeigneten Personen gegangen wäre anstatt im stillen Kämmerlein jemanden auszugucken, der weder die erforderliche Führungserfahrung für 300 Mitarbeiter hat noch mit dem SGB II vertraut ist“, so SPD-Fraktionschef Mark Krippner.

Stadt prüft die Einrichtung einer weiteren Notgruppe

30. Mai 2015

Angesichts des anhaltenden Kita-Streiks prüft die Stadt Hagen die Einrichtung einer weiteren Notgruppe. 160 Kinder werden aktuell an drei Standorten betreut. (…)

Quelle: DerWesten

Die Tafeln stoßen an ihre Grenzen

30. Mai 2015

Die Nachfrage nach gespendeten Lebensmitteln ist bei den ­Tafeln deutlich gestiegen. Deshalb stoßen viele Einrichtungen mittlerweile an ihre Grenzen. Nicht nur zum Warenkorb in Hagen kommen immer mehr Menschen, die in ­Armut leben. (…)

Die Tafel ist ein Instrument zur Existenzsicherung von immer mehr Menschen, aber gleichzeitig der Beleg, „dass die sozialstaatliche Absicherung Lücken hat, dass es einen Mangel an Grundversorgung gibt“, wie es Tatjana Flatt formuliert. Sie möchte das Thema Armut in die politischen Ebenen tragen, wo die Ursachen identifiziert werden müssten. Und: „Es muss nach langfristigen Lösungen gesucht werden.“ Das könne nicht bedeuten, noch mehr Tafeln einzurichten. (…)

Quelle: DerWesten

Zu Tafeln siehe auch:

Die Vertafelung der Gesellschaft

Die Hasper Brille als eine politische Leidenschaft

30. Mai 2015

„Eigentlich bin ich aus Haspe nie rausgekommen.“ Eine Feststellung aus dem Mund von CDU-Ratsherr Gerhard Romberg, bei der keineswegs Frust, sondern vor allem leidenschaftliche Heimatliebe mitschwingt. Heute feiert der Architekt von der Hestert, der seit mehr als vier Jahrzehnten das Gesicht der Hasper CDU mitprägt und dort heute noch als stellvertretender Bezirksbürgermeister agiert, seinen 70. Geburtstag. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Hinter dem, was als „leidenschaftliche Heimatliebe“ verklärt wird, verbirgt sich oft genug in den Reihen der Hagener Politik der Mief des Provinziellen. Zur „Hasper Brille“ fehlt da nur noch die gelbe Armbinde mit den drei schwarzen Punkten. Der im Artikel erwähnte Beitrag des Nachrichtenmagazins Der Spiegel erschien 1981 unter dem Titel „Schwarzarbeit: Unglaublich, was da läuft“. Dort heißt es über Romberg:

Beamte, so scheint es, haben wenig zu befürchten, wenn sie ihre Höchstform nach Dienstschluß erreichen. Nur wenn einer allzu ungeniert anschafft und sich dabei erwischen läßt, ergeht es ihm wie Gerhard Romberg aus dem Bauordnungsamt der Stadt Hagen, über dessen ausgedehnte Nebenjobs sich freiberufliche Architekten lange Zeit beschwerten.

Der fleißige Staatsdiener, so vermuteten Hagener Architekten, strich jährlich bis zu 180 000 Mark für die nebenberufliche Planung von Mehrfamilienhäusern ein. Als im vergangenen Jahr den Freiberuflern, die ihr durchschnittliches Jahreseinkommen mit 70 000 bis 80 000 Mark angeben, eine Romberg-Rechnung über rund 100 000 Mark in die Hände fiel, ließen sie ein Dienststrafverfahren einleiten. Daraufhin quittierte ihr schwarzer Konkurrent den Dienst.

Quelle: Spiegel 46/1981

Douglas will wieder an die Börse

30. Mai 2015

Die Douglas AG mit Sitz in Hagen bereitet den Börsengang vor. Die Erstnotierung der Aktie soll noch in diesem Jahr erfolgen. Vor zwei Jahren hatte sich die Parfümeriekette von der Börse zurückgezogen. Danach hatte sich das Unternehmen neu ausgerichtet und dabei den Fokus auf die Parfümerie-Sparte gelegt.So wurden die zur Gruppe gehörenden Unternehmen Christ und Hussel verkauft.

Douglas-Eigentümer sind der Finanzinvestor Advent und die Unternehmerfamilie Kreke. Die will sich auch weiterhin als Gesellschafter engagieren.

Die Parfümeriekette Douglas ist mit 1.700 Filialen in 19 Ländern und einem Marktanteil von 17 Prozent nach eigenen Angaben die größte Parfümeriekette Europas.

Kita-Streik: Satzungsänderung ermöglicht Beitragserstattung

29. Mai 2015

Der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) hat in seiner heutigen Sitzung (28.5.15) einstimmig den Beschluss gefasst, den Rat zu beauftragen, rückwirkend die Satzung über die Erhebung von Elternbeiträgen für städtische Kindertageseinrichtungen dahingehend zu ändern, dass im Streik-Fall ab dem 11. Tag Beiträge erstattet werden können. (…)

Quelle: Lokalkompass Hagen

DGB Hagen fordert endlich ein akzeptables Angebot, um die Streiks beenden zu können

29. Mai 2015

von Jochen Marquardt, DGB Stadtverbandsvorsitzender

Auch viele Gewerkschafter wünschen sich ein Ende des KiTa-Streiks! Wir haben Verständnis dafür, dass auch viele unserer Kolleginnen und Kollegen auf ein Ende des Streiks drängen. Die Versorgung der Kinder ist für viele Eltern und auch für viele Betriebe eine große Herausforderung.

Allerdings kann der Streik zügig beendet werden, wenn die Arbeitgeber endlich ein akzeptables Angebot vorlegen. Die Ursache des Streiks liegt in der Haltung der Arbeitgeber. Wer wirklich eine Lösung will, ist aufgerufen die Ursache für die Auseinandersetzung in den Blick zu nehmen und muss deshalb die Solidarität mit den Streikenden verstärken und mithelfen, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

Dabei können die Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsberufen auf die grundlegende Unterstützung der DGB-Gewerkschaften und ihres Dachverbandes weiterhin bauen. Wir erwarten aber auch, dass die Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden, die Stadtspitzen und Räte gleichfalls Druck ausüben, bzw. den Druck erhöhen, um nach 3 Monaten Verhandlungen und 2 Wochen Streik endlich auf die Forderungen der Beschäftigten einzugehen.

Erzieherinnen streiken in der dritten Woche

29. Mai 2015

Der unbefristete Streik der Erzieherinnen, die in städtischen Kindertageseinrichtungen tätig sind, geht in die dritte Woche. Und die Gewerkschaft Verdi erhöht den Druck auf den kommunalen Arbeitgeberverband. Seit Anfang der Woche sind zudem weitere Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst in den Ausstand getreten. (…)

Quelle: DerWesten

„Früh übt sich … Handwerk zum Spielen“

29. Mai 2015

Neue Sonderausstellung im LWL-Freilichtmuseum Hagen

31. Mai bis 31. Oktober 2015

Backen

Foto: Freilichtmuseum

„Früh übt sich … Handwerk zum Spielen“ ist das Thema der neuen Sonderausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Freilichtmuseum Hagen zeigt. Die Ausstellung lädt zu einer Reise in eine Handwerkswelt im Kleinen ein. Zu sehen sind Werkzeug- und Baukästen, Blechspielzeug und Spielkästen, Brett- und Kartenspiele, Spielfiguren sowie Bilderbücher aus den vergangenen 150 Jahren. Vielen von ihnen ist anzusehen, wie intensiv mit ihnen gespielt worden ist.

„Der kleine Wagenbauer“ und „Die kleine Putzmacherin“ – so heißen Spiele, die um 1900 im Spielzeughandel angeboten wurden. Sie sind nur zwei von vielen Beispielen dafür, wie die Lebens- und Arbeitswelt der Handwerker für Kinder als „Handwerk zum Spielen“ dargestellt wurde. Was genau hat der kleine Wagenbauer gespielt und mit welcher Absicht wurden solche Spiele verkauft und verschenkt?

„Die Spielsachen zeigen, wie die Handwerke und das Leben von Handwerkern beim Spielen auf unterschiedliche Weise Kindern und Jugendlichen näher gebracht wurden“, sagt die stellvertretende Museumsleiterin Dr. Anke Hufschmidt. „Manchmal recht praxisnah mit dem Anspruch der Berufsvorbereitung, oft aber auch in humorvoller Weise, etwa bei Karten- und Brettspielen. Auf jeden Fall wurden über das Spielzeug bestimmte Bilder von Handwerkern und ihren Arbeiten vermittelt. Außerdem lässt sich erkennen, welche Vorstellungen mit Kindheit verbunden waren und wie die Rollen zwischen Jungen und Mädchen beim Spielen verteilt waren“, so Anke Hufschmidt weiter.

Die Ausstellung beginnt damit, wo und wie Handwerker Kindern und Jugendlichen begegneten. Wer sie nicht aus der eigenen Familie oder der Nachbarschaft kannte oder ihnen bei anderer Gelegenheit bei der Arbeit zusah, traf sie spätestens in Bilderbüchern, Märchen, Liedern und Erzählungen. Seit der Ausbreitung von farbigen Bilderbüchern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es auch Bücher mit Bildern von Handwerkern. In den meist sehr beschaulichen Bildern wurden die Handwerker mit ihren Werkstätten, Arbeitsgeräten und Produkten vorgestellt, Texte erläuterten die wichtigsten Tätigkeiten.

Eine weitere Station in der Ausstellung steht unter dem Motto „Spielend arbeiten lernen“. Diese Präsentation macht deutlich, wie Handwerksberufe von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in verschiedene Arten von Spielzeug transportiert wurden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die deutsche Spielzeugindustrie zum Weltmarktführer. Sie bot ein breit gefächertes Angebot an Spielwaren an. Immer neue Produkte sollten die Nachfrage anregen. Vor allem wohlhabende Familien konnten sich viele Spielzeuge leisten. Manche Spielwaren gab es in unterschiedlichen Preisklassen und erreichten damit auch ärmere Familien.

Die Spielzeugindustrie warb bei den Eltern mit dem pädagogischen Nutzen, den Spielzeug für Kinder und Jugendliche hatte. Viele Spiele sollten zu Arbeit, Fleiß und Ausdauer erziehen und die Geschicklichkeit konnte trainiert werden. Außerdem versprachen die Anbieter, über Spielzeug auch Bildungsinhalte zu vermitteln. Zweckfreies Spielen wurde dagegen kaum gefördert.

Unter den Handwerksberufen „zum Spielen“ sind die Holzhandwerke häufig zu finden. Spielkästen wie „Der Schreiner“ und „Der kleine Wagenbauer“, aber auch Werkzeug- und Laubsägekästen luden in unterschiedlicher Realitätsnähe zur aktiven handwerklichen Nachahmung ein. Bei dem entsprechenden Blechspielzeug, wie zum Beispiel einem Handwerker an einer Kreissäge, ließ sich vor allem die Übertragung der Dampfkraft auf eine Maschine beobachten.

Die Präsentation zeigt nicht nur Spielzeug – sie lädt die Besucher auch ein, selbst zu spielen. Das ist an verschiedenen Stationen möglich, vor allem aber im Spielzimmer am Ende des Rundgangs, wo Reproduktionen historischer Spiele die Gelegenheit zu einer spielerischen Zeitreise bieten.

„Für das LWL-Freilichtmuseum Hagen ist Spielzeug ein attraktives Ausstellungsthema, denn es bildet eine wichtige Quelle für die Handwerksgeschichte. An Spielsachen ist nachvollziehbar, wie sich die Berufe im Handwerk veränderten. Es dauerte nämlich oft nicht lange, bis neue handwerkliche Tätigkeiten und Maschinen im Spielwarengeschäft erhältlich waren“, erklärt Anke Hufschmidt. Aber wie realistisch ist die Darstellung handwerklicher Maschinen zum Beispiel im Blechspielzeug eigentlich? Und wieso gibt es nur so wenig Spielzeug für kleine Handwerkerinnen? Die Antworten finden die Besucher im Ausstellungsgebäude im oberen Museumsbereich.

Flächenreserven sind am Ende

29. Mai 2015

Gewerbeflächen ohne Auflagen und Einschränkungen gibt es in Hagen kaum noch. Um so mehr richten Stadt und Wirtschaft ihren Blick auf das Böhfeld. (…)

Für SIHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Rapp-Frick allerhöchste Zeit, durch aktive Flächenpolitik entschlossen das Steuer herumzureißen.

„Eine Stadt ohne Gewerbe- und Industrieflächenangebot glaubt nicht mehr an ihre Zukunft“, bilanzierte er vor Vertretern aus Wirtschaft und Politik. „Wer nicht über Industrieflächen spricht und entscheidet, kann sich die Diskussionen um Wohnen, Kultur und Lebensqualität gleich ganz sparen“, betonte er, dass es der Kammer nicht darum gehe, die Landschaft zuzubetonieren, sondern durch die Schaffung von Arbeitsplätzen die Grundlagen für eine Stadtgesellschaft zu erhalten. Ausdrücklich sprach er sich dafür aus, das Böhfeld am Rande des Hengsteysees (16,5 Hektar) für eine Gewerbenutzung zu entwickeln. Rapp-Frick ging in der Diskussion unter dem Motto „Wirtschaft braucht Raum“ sogar noch einen Schritt weiter: „Eine Stadt mit großen Waldflächen muss sich auch die Frage stellen, ob sie sich nicht von Wald trennt.“ (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Was will Rapp-Frick eigentlich? Schließlich hat seine SIHK mit dazu beigetragen, ehemalige Flächen für produzierendes Gewerbe umzunutzen. Die Weiterbildungseinrichtung der Industrie- und Handelskammer im „Gewerbepark“ Kückelhausen steht heute dort, wo ehemals die Feineisenstraße der Klöckner-Werke Draht produziert hat. Nebenan befinden sich die Büroetagen der Schwesterorganisation Kreishandwerkerschaft und die Fachhochschule für Verwaltung, dahinter ein Telefonbuchverlag. Der Rest dieses „Gewerbeparks“ ist überwiegend mit (teilweise schon wieder leerstehenden) Autoläden zugepflastert. Ebenfalls nicht für Produktionen genutzt werden die angrenzenden Flächen der ehemaligen Stadtwerke und des Schlachthofes. Auf dem früheren Stadtwerke/Mark-E-Areal finden sich bzw. sind geplant: Autowaschanlage, Tankstelle, Parkplatz, Überwinterungsgaragen für Wohnmobile, Eventhalle etc. pp. Das Schlachthofgelände rottet seit Jahren vor sich hin, nachdem die Stadt es für ein Butterbrot an dubiose „Investoren“ verhökert hat. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Suche nach Jobcenter-Chef für Hagen wird zur Machtprobe

29. Mai 2015

Längst scheint nicht mehr um den Kern der Sache zu gehen. Nämlich darum, einen neuen Geschäftsführer des Hagener Jobcenters zu finden. Verwaltung und Agentur für Arbeit beharren auf ihrer Position. (…)

Quelle: DerWesten

DGB-Jugend Hagen: Kein Werben fürs Sterben!

28. Mai 2015

Die DGB-Jugend in Hagen wirft einen kritischen Blick auf die Teilnahme der Bundeswehr als Aussteller auf der Ausbildungsmesse in Hagen. Für DGB-Jugendbildungsreferent Tim Ackermann eine sehr fragwürdige Beteiligung: „Wir wollen gute und duale Ausbildungen in Betrieben mit Zukunftsperspektiven für junge Menschen. Ein Arbeitgeber, der in weltweiten Kriegseinsätzen involviert ist bietet das nicht.“

Für die DGB – Jugend Hagen sollen Jugendliche auf der Berufsbildungsmesse die Möglichkeit erhalten, sich ein klareres Bild über ihre beruflichen Perspektiven zu machen und sich über verschiedene Möglichkeiten ihrer Zukunftsplanung zu informieren. Die Werbung durch den potentiellen Arbeitgeber Bundeswehr ist dabei keine wie jede andere.

Junge Menschen haben ein Recht auf eine gute Ausbildung und ein gutes Leben sowie auf eine Zukunft ohne Krieg und auf ein gemeinsames Leben in Frieden. „Wir verwehren uns gegen eine zweckgeleitete Propaganda der Bundeswehr auf unseren Berufsbildungsmessen und auch an unseren Schulen“, so Tim Ackermann, „Bundeswehr bedeutet auch möglicher Kriegseinsatz. Dieser Aspekt fällt in den geschönten Werbeauftritten oft hinten runter.“

Am Stand der DGB-Jugend auf der Messe wird es in erster Linie darum gehen, Jugendlichen Unterstützung und Hilfe bei Fragen zur Berufswahl anzubieten sowie über Rechte und Pflichten in der Ausbildung zu informieren. „Und“, so Ackermann, „wir bieten auch die Diskussion über unsere Haltung über die Beteiligung der Bundeswehr an der Messe an.“

Die DGB-Jugend wird in ihrer Forderung von dem Hagener Jugendring unterstützt. Auf der Vollversammlung am 21.10.2014 wurde einstimmig beschlossen, dass die Werbung der Bundeswehr für ihre Ausbildungsberufe bei Minderjährigen kritisch gesehen wird. Die Vollversammlung der Hagener Jugendverbände forderte einstimmig die Veranstalter auf, die Bundeswehr ihre Ausbildungsberufe nicht mehr als Aussteller bewerben zu lassen.

„Leider sind die agentur mark und die Stadt Hagen der Einschätzung der Hagener Jugendverbände nicht gefolgt und lassen die Bundeswehr wieder bei Minderjährigen werben. Die DGB-Jugend Hagen und der Hagener Jugendring werden dafür eintreten, das Werben fürs Sterben zu unterbinden“

Kirchlicher Widerstand im Dritten Reich

28. Mai 2015

„Der deutsche Widerstand im ,Dritten Reich’ aus polnisch-evangelischer Sicht“, lautet eine Vortragsveranstaltung, zu der die Stadtkirchenarbeit der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde „evangelisch extra“ und die Stadtkirchenarbeit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde „Brückenbau“ am kommenden Freitag einlädt.

Referent und Gesprächspartner ist Janusz Witt, Mitarbeiter in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Breslau im polnischen Niederschlesien. (…)

Er lebt heute im Ruhestand, ist aber nach wie vor Vorsitzender der Dietrich-Bonhoeffer-Gesellschaft in Polen und Mitglied der Breslauer (evangelischen) Diözese. Janusz Witt wird in seinem Vortrag Bonhoeffer, der in Breslau geboren ist, aber auch andere mutige Deutsche des deutschen Widerstandes aus polnischer Sicht besonders würdigen.

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Sicher ist es Zufall, dass der Referent den Namen Witt trägt, und sicher ist es Zufall, dass er Vorsitzender der Dietrich-Bonhoeffer-Gesellschaft in Polen ist. Aber es wäre für Janusz Witt sicherlich interessant zu hören, dass gerade über einen Namensvetter, SS-Offizier Fritz Witt, in Hohenlimburg eine Hagiographie erschienen ist, die für erhebliches Aufsehen sorgte. Auch interessant zu hören wäre es für den Vorsitzenden der polnischen Bonhoeffer-Gesellschaft, wie Hagener CDU-Funktionäre den von den Nazis Ermordeten zur Totenehrung eines anderen SS-Offiziers mißbraucht haben.

Hundertwasser-Ausstellung großer Erfolg

28. Mai 2015

Osthaus Museum Hagen zieht rundum positive Bilanz

Nach Beendigung der Ausstellung „Hundertwasser – Lebenslinien“ am vergangenen Montag zieht das Osthaus Museum Hagen eine rundum positive Bilanz. 65.187 Besucher konnten an den 100 Ausstellungstagen gezählt werden. Damit ist die Schau die erfolgreichste, die das Museum in seiner langjährigen Geschichte je ausgerichtet hat.

Erwartungsgemäß war der letzte Ausstellungstag am Pfingstmontag auch der besucherreichste. 2.136 Kunstinteressierte wollten allein an diesem Tag Hundertwasser sehen. Der letzte kam um 16 Minuten vor sechs, eine Viertelstunde bevor die Ausstellung schloss.

Erfreulich sind auch die 880 veranstalteten Führungen, Workshops und weiteren Programme, die begleitend zur Ausstellung stattfanden. Darunter waren allein 359 Schulklassen, die die vielfältigen Angebote wahrnahmen. Auch diese beeindruckenden Zahlen sind mit Abstand die höchsten, die jemals zu einer Ausstellung verzeichnet werden konnten. Damit schlägt Hundertwasser alle Rekorde.

Auch jenseits der imponierenden Zahlen wertet der Direktor des Osthaus Museums Dr. Tayfun Belgin die Ausstellung als großen Erfolg. „Alle Besucher waren hoch zufrieden mit der Präsentation und haben ihren Besuch in dem einzigartigen Ambiente, das eigens für die Ausstellung hergerichtet wurde, genossen“, so Belgin.

In zahlreichen Gesprächen, die er mit den Gästen seines Hauses führte, konnte der Museumsleiter immer wieder die Begeisterung der Besucher erleben. In Nah und Fern wurde die Schau positiv wahrgenommen und warf so auch ein ausgezeichnetes Bild auf die Stadt. „Damit war die Ausstellung die größte Imagekampagne für die Stadt Hagen, die jemals stattgefunden hat“, ist Belgin stolz auf das durchgehend positive Echo, das die Schau auch weit über die Stadtgrenzen hinaus hervorgerufen hat.

Umweltökonomie im Zeichen des Klimawandels

28. Mai 2015

Vortragsreihe „Nachhaltiges Wirtschaften“

29.05.2015 um 17:00 Uhr

Campus der FernUniversität, TGZ-Gebäude, Universitätsstr. 11, 58097 Hagen, Raum Ellipse (Erdgeschoss)

Referenten: Prof. Dr. Alfred Endres (FernUniversität in Hagen, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insb. Wirtschaftstheorie ) ; apl. Prof. Dr. Niko Paech (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Fakultät II – Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Lehrstuhl für Produktion und Umwelt) ; Dr. Hans-Jürgen Nantke (Leiter der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt der Bundesrepublik Deutschland)

Die Wissenschaft ist sich einig: Der Klimawandel mit seinen verheerenden Auswirkungen ist nicht mehr zu leugnen. Die Zunahme zerstörerischer Orkane, Bodenerosionen, gravierende Veränderung von Flora und Fauna werden mittlerweile von ihr auf den Klimawandel zurückgeführt.

Trägt unser Lebenswandel, unsere Wirtschaftsweise – insbesondere in den Industriestaaten – dazu bei, und wie können wir dieser negativen Entwicklung entgegenwirken? (…)

Quelle: FernUni

La strada verso il sud

28. Mai 2015

Maria Tucci Trio

Emil Schumacher Museum, Museumsplatz 1-2, 58095 Hagen
Heute, 28.05.2015, 18:00 Uhr, Eintritt frei

Sehnsucht, Liebe, Witz – gepaart mit italienischer Lebensfreude und Leidenschaft. Diese Zutaten findet man im Ensemble der aus Süditalien stammenden Sängerin Maria Costanza Tucci. In ihrem aktuellen Programm „la strada verso il sud“ findet man nicht nur bekannte Jazz-Standards, sondern auch traditionelle bekannte Musikformen aus Süditalien, wie die Tarantella, und neapolitanische Musik.

Mit interessanten Reisegeschichten und authentischen Rezepten spürt sie mit musikalischer Raffinesse der geheimnisvollen Seele von Kampanien, Apulien, Kalabrien, Basilicata und Sizilien nach, dessen kulinarischer und musikalischer Reichtum fest in der Lebenswelt der Menschen verankert ist. Hier hört das Publikum Melodien, die jeder schon mal gehört hat. Ob „Tu vuò fà l‘americano“, „Quando Quando“ oder „Volare“ – jedes dieser Musikstücke ist eine Erinnerung an den letzten Italien-Urlaub. Mit im Boot sind noch Felix Krampen an der Gitarre und Uli Bär am Kontrabass.

„Weichert zu keinem Zeitpunkt vorurteilsfrei“

27. Mai 2015

Christina Borrmann zieht Bewerbung für die Geschäftsführung des Jobcenters zurück
OB Schulz bedauert Entscheidung und informiert den Rat

Mit großem Bedauern hat Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz zur Kenntnis nehmen müssen, dass Christina Borrmann trotz eines klaren Votums seitens des Rates der Stadt Hagen am 7. Mai ihre Bewerbung für die Stelle der Geschäftsführerin des Jobcenter Hagen nicht weiter aufrecht erhalten wird. „Frau Borrmann hat mir in einem Brief mitgeteilt, dass sie nach langer, reiflicher Überlegung zu eben diesem Entschluss gekommen ist“, so Schulz.

Begründet wird dieser Schritt von Christina Borrmann explizit mit dem Verhalten des neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, Herrn Marcus Weichert, der in einem Schreiben vom 13. Mai 2015 an den Oberbürgermeister, Zitat: „…die aktuelle kommunale Bewerberin Frau Borrmann als nicht geeignet für diese herausfordernde Stelle…“ beschrieben hatte.

Wörtlich heißt es in dem Anschreiben von Frau Borrmann an OB Schulz: „Die gegenüber der Stadt Hagen schriftlich geäußerte Ablehnung meiner Person, gekrönt durch die erfolgte bundesweite Ausschreibung der Geschäftsführerposition durch die BA, wirkt auf die entstandene Dissonanz derart eskalierend, dass aus meiner Perspektive kein Raum für eine vertrauensvolle und zukunftsgerichtete Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit, insbesondere Herrn Weichert, verbleibt.“

Dessen Vorgehen kritisiert auch der Hagener Oberbürgermeister ausdrücklich – Erik O. Schulz: „Herr Weichert ist zu keinem Zeitpunkt vorurteilsfrei der städtischen Bewerberin für die Geschäftsführung des Jobcenter Hagen gegenübergetreten. Im Gegenteil. Bereits vor (!) seinem ersten Gespräch mit Frau Borrmann – und damit in völliger Unkenntnis der Person – hat er mir unmissverständlich mitgeteilt, dass er Frau Borrmann als Geschäftsführerin des Jobcenter Hagen für ungeeignet hält und folglich kategorisch ablehnt. Dieses vorgefasste Urteil hat Herr Weichert durch seine Gesprächsführung bei dem Zusammentreffen mit Frau Borrmann am 11. Mai in meinem Büro im Beisein der zuständigen Beigeordneten, Frau Margarita Kaufmann, nachhaltig untermauert.“

Die im Hagener Rat vertretenen Fraktionen und Einzelvertreter informierte OB Schulz am Dienstagnachmittag über die Entscheidung von Frau Borrmann – zeitgleich mit Marcus Weichert als Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. Zudem teilte er ihm mit, dass es jetzt einer Entscheidung seitens des Rates der Stadt Hagen bedürfe, wie mit der Besetzung der Geschäftsführung des Jobcenter Hagen weiter verfahren werden soll. Dies insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen Ratsbeschlusses vom 7. Mai 2015, in dem der klare Auftrag formuliert worden war, das kommunale Vorschlagsrecht bei der Stellenbesetzung durchzusetzen.

Über das weitere politische Vorgehen soll nun zunächst im Rahmen der anstehenden Ältestenratssitzung am kommenden Donnerstag gesprochen werden.

Öffentlichkeit und Politik bei Kant

26. Mai 2015

Am 28. Mai im „Forum Philosophicum“ der FernUni

Zur nächsten Veranstaltung in der Vortragsreihe „Forum Philosophicum“ sind wieder alle Interessierten in die FernUniversität in Hagen eingeladen: Am Donnerstag, 28. Mai, spricht Dr. Oscar Cubo ab 18.30 Uhr in den Räumen 1 und 2 des Seminargebäudes an der Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, über „Öffentlichkeit und Politik bei Kant“. Die Veranstaltung des Instituts für Philosophie unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität ist öffentlich.

Die entscheidende Rolle des Begriffs der Öffentlichkeit in Kants praktischer Philosophie lässt sich durch die systematische Analyse des kategorischen Imperativs und des Publizitätsprinzips feststellen. Das Verhältnis zwischen dem Publizitätsprinzip und dem kategorischen Imperativ besteht eben darin, dass die moralisch bzw. politisch zulässigen Maximen solche sind, die sich veröffentlichen lassen. Der Öffentlichkeitstest wird also für diejenigen Maximen erfüllt, die ein allgemeines Gesetz werden können.

Im Gegenteil dazu sind die moralisch unzulässigen Maximen diejenigen, die das Licht der Öffentlichkeit nicht vertragen und aufgrund dessen geheim gehalten werden müssen. Die Analyse des internen Zusammenhanges zwischen der Universalisierung der Maximen und den politisch zulässigen Maximen soll als Ausgangspunkt dienen, um die Rolle des Öffentlichkeitsbegriffs in Kants politische Philosophie herauszuarbeiten.

Dr. Oscar Cubo ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrgebiet Philosophie II, Praktische Philosophie: Ethik, Recht, Ökonomie, des Instituts für Philosophie. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Klassische Deutsche Philosophie, Rechts- und Moralphilosophie.

Quelle: FernUni

Anmerkung: Verblüffend aktuell. Holt man die „moralisch unzulässigen Maximen“ vom philosophischen Firmament und bricht sie auf die Niederungen der politischen Praxis herunter, finden sich sehr schnell Beispiele, die „das Licht der Öffentlichkeit nicht vertragen und aufgrund dessen geheim gehalten werden müssen“: Verträge zur Lkw-Maut (die der Bundestag beschlossen hat, obwohl noch nicht einmal die Abgeordneten sie lesen durften!), Freihandelsabkommen wie TTIP und – last but not least – natürlich die überbordenden nichtöffentlichen Teile in den Sitzungen des Hagener Stadtrates.

Beamten-Tarif belastet Etat mit Million

26. Mai 2015

Die Erhöhung der Beamten-Bezüge in den nächsten beiden Jahren belastet den Hagener Haushalt. Es müssen noch Kompensationen gefunden werden. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Die Erhöhung der Bezüge erfolgte aufgrund eines Urteils des nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshofes.

VRR beschließt Taktumstellung bei S-Bahn

25. Mai 2015

Direktverbindung vom Hagener Westen nach Bochum
Erik O. Schulz ruhte beim Beschluss auf dem Abstellgleis

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) will bei S-Bahn-Linien im Ruhrgebiet zum Ende 2019 den derzeitigen 20-Minuten-Takt auf einen 15/30-Minuten-Takt umstellen. Im rheinisch-bergischen Raum wird der 20-Minuten-Takt beibehalten.

Der VRR verspricht sich davon, Reisezeiten zu verkürzen, Direktverbindungen zu schaffen, Reiseketten im SPNV zu verbessern und Nord-Süd-Verkehre zu stärken. Das neue Konzept wurde am Freitag, 22. Mai 2015, durch den Verwaltungsrat des VRR im Rahmen einer Sondersitzung mehrheitlich beschlossen. Die geplanten Maßnahmen sollen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 in Kraft treten.

Im Rahmen nachgelagerter Untersuchungen hat der VRR Lösungen entwickelt, mit der Taktumstellung der S-Bahn auch einen gleichmäßigen 30-Min.-Takt zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Hagen einzurichten. Den hatte auch schon der Hagener Rat eingefordert – heute verkehrt die S 8 werktags in einem 20/40-Min.-Takt.

Der 30-Min.-Takt zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Hagen könnte nach Angaben des VRR aus einer über Wuppertal Hbf hinaus verlängerten Fahrplanlage der S 9 gebildet werden. Die S 9 kann dann ebenfalls auf dem heutigen Linienweg der RB 40 über Witten und Bochum bis nach Essen verlängert werden. Zur Umsetzung dieser vom VRR und vom Ennepe-Ruhr-Kreis bevorzugten Variante bedarf es wegen des laufenden Verkehrsvertrages Verhandlungen mit DB Regio als Betreiber der S 8.

Neben neuen Direktverbindungen von Gevelsberg und dem Hagener Westen nach Bochum und Essen ergäben sich auch bessere Anschlüsse in Schwelm nach Düsseldorf über die RE 4 / RE 13 und nach Köln über die RE 7.

Für eventuell anfallende Mehraufwände der kommunalen Verkehrsunternehmen bei der Anpassung bei Bus und Stadtbahnen stellt der VRR finanzielle Mittel bereit. Die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr hat hier bereits Bedarf angemeldet, während von der Hagener Straßenbahn AG bisher nichts zu hören war.

Das verwundert auch nicht wirklich, da die Hagener Verkehrsbetriebe es seit Inbetriebnahme der S-Bahn, also seit fast auf den Tag genau 27 Jahren, nicht geschafft haben, die Buslinien in einer akzeptablen Form mit der S-Bahn zu verknüpfen.

Dieses offensichtliche Desinteresse ist auch nicht gewichen, nachdem Oberbürgermeister Erik O. Schulz Anfang November letzten Jahres ganz plötzlich sein Engagement für den VRR entdeckte und sich vorbei am Rat (der diesen Schritt im Nachhinein abnickte) von der Verbandsversammlung zum Vorsitzenden wählen ließ. Begründung: „Hagen konnte im größten Zweckverband Europas den Vorsitz erlangen. Im Hinsicht auf den ÖPNV, den Bahnhof Hagen und Hohenlimburg kann das nur von Vorteil sein.”

DOPPELWACHOLDER.DE hatte schon damals darauf hingewiesen, dass die Verbandsversammlung für das operative Geschäft des Verkehrsverbunds gar nicht zuständig ist und auch über zu fördernde Maßnahmen und Investitionen dort nicht entschieden wird.

So jetzt auch bei der Taktumstellung der S-Bahn: Als Beschlussorgan fungierte der Verwaltungsrat des VRR. Die Verbandsversammlung mit ihrem Vorsitzenden (böse Zungen würden sagen: Frühstücksdirektor) Erik O. Schulz ruhte derweil auf dem Abstellgleis.

OECD-Sozialbericht – Auftrag für Veränderungen

24. Mai 2015

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in der Region nimmt den aktuellen OECD-Sozialbericht zum Anlass, seine Forderungen nach einem gerechten Steuersystem und einem Politikwechsel für Investitionen in Bildung und Qualifizierung erneut in die Diskussion zu bringen.

Nach den aktuellen Daten des Berichtes verfügen 10 % der Vermögenden in Deutschland über 60 Prozent der Nettohaushaltsvermögen. Damit wird für den DGB eine Schieflage manifestiert, die nicht nur auf eine ungerechte Verteilung hinweist, sondern auch ein deutliches Zeichen für wirtschaftspolitische Unvernunft dokumentiert. So weist der Bericht der OECD darauf hin, dass zwischen 1990 und 2010 die Wirtschaft in den 19 OECD-Ländern 4,7 Prozentpunkte an Wachstum verspielt hat.

Für Geschäftsführer Jochen Marquardt muss die Politik dringend umsteuern: „Mit dieser Entwicklungen sind die Einkommen der Beschäftigten zurück gedrängt worden und damit auch die möglichen Effekte von mehr Kaufkraft, die vor allem den Städten und Gemeinden entgangen sind.“

Für den DGB wird es immer drängender, diese Entwicklung zu verändern, um mehr Gerechtigkeit und mehr Chancengleichheit und eine faire Verteilung herzustellen.

Orientierungslose Stadtspitze

23. Mai 2015

Am gestrigen Freitag gab die städtische Pressestelle eine Meldung zum Besten, die – wahrscheinlich ungewollt, aber weiß man das schon so genau? – das Zeug zu einer Parabel über die Hagener Zustände hat.

OB erkundet Hagener Norden mit dem Rad

Gemeinsam mit dem ADFC und dem Radsportclub Hagen ist Oberbürgermeister Erik O. Schulz sowie ein Teil des Verwaltungsvorstands der Stadt Hagen am Freitagvormittag zu einer Fahrradtour durch den Hagener Norden aufgebrochen.

Gilt Hagen in erster Linie nicht als sichere und viel befahrene Fahrradstadt, suggeriert Erik O. Schulz dennoch gemeinsam mit dem Abgeordneten Thomas Grothe ein großes Interesse an der Verkehrsanbindung, Sicherheit und dem Komfort für Hagens Radfahrer.

Ein Satz von entwaffnender Ehrlichkeit. Die Herren haben eigentlich gar kein Interesse am Thema – sie „suggerieren“ es nur. Das Verb suggerieren bezeichnet das manipulative Beeinflussen auf solch eine Art und Weise, dass die Manipulation nicht wahrgenommen werden soll. Etymologisch zurückzuführen ist das Wort auf das lateinische Verb suggerĕre (zuführen, unterschieben).

Schön auch, dass ein Verwaltungsbeamter, Baudezernent Grothe, zum „Abgeordneten“ geadelt wird.

Die Hagener Stadtspitze begibt sich zum wiederholten Mal auf Erkundungstour durch die Volmestadt, um Vor- und Nachteile bezüglich der Verkehrssicherheit für Radler im Stadtgebiet aufzudecken und eventuelle Verbesserungsvorschläge von ADFC und Radsportclub Hagen zu realisieren.

Der ADFC hat bestimmt eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen. Die Stadtspitze tourt jetzt durch die Stadt, um diese Vorschläge „zu realisieren“? Das auch noch „zum wiederholten Mal“? Komisch, dass davon bis heute nichts zu sehen ist.

Führte die Radtour beim letzten Mal vor rund anderthalb Jahren durch Hagens Innenstadt, startete die sportliche Gruppe unter Leitung von ADFC-Tourleiter Michael Schröder dieses Mal bei strahlendem Sonnenschein am Hagener Rathaus, um über die Springe und Wehringhausen in die Pedale auf nach Haspe zu treten.

Das könnte die Erklärung sein: Auf dem Weg in den „Hagener Norden“ landen die Experten in Wehringhausen und Haspe – also im Hagener Westen. Kann schon mal passieren, wenn man immer mit Navi unterwegs ist und die Fähigkeit, eine Karte lesen zu können, abhanden gekommen ist.

Im Klartext: Der Verwaltungsvorstand, der schon mit der Unterscheidung von Norden, Süden, Osten und Westen überfordert ist, will also ernsthaft die Geschicke der Stadt lenken. Das kann ja nur in die Hose gehen. Die Propagandaabteilung des OBs ist in diesem Spiel lediglich das Instrument, das die Aufgabe hat, die Botschaft unters Volk zu bringen.

Diese Pressemitteilung der Stadt erfüllt alle Bedingungen eines Gleichnisses, das die Hagener Realitäten auf den Punkt bringt. Sie ist eine Parabel über die Orientierungslosigkeit der Stadtoberen, die mit den Mitteln der Suggestion versuchen, den Menschen dieser Stadt vermeintliche Wahrheiten zu verkaufen, die in Wirklichkeit überhaupt nicht existieren.

Steinbruch-Erweiterung einstimmig genehmigt

23. Mai 2015

Die Hohenlimburger Bezirksvertretung hat keine Bedenken gegen eine Erweiterung des Oeger Steinbruches bis an die Stadtgrenze zu Letmathe. Einstimmig folgte die Bezirksvertretung dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. Im kommenden Monat befassen sich der Landschaftsbeirat, der Umwelt- und der Stadtentwicklungsausschuss mit diesem Thema. (…)

Quelle: DerWesten

Schwitzen und Schwimmen wird in Hagen teurer

23. Mai 2015

Das Schwimmen und Saunieren in Hagen wird teurer – sowohl im Westfalenbad als auch im Hohenlimburger Lennebad und in den Freibädern. (…)

Quelle: DerWesten

Gute Nacht, Kameraden

22. Mai 2015

SPD, CDU und Hagen aktiv verweigern Distanzierung von SS-Witt-Verherrlichung

Ist es schlichte Ignoranz, fehlendes historisches Bewusstsein oder gar klammheimliches Sympathisantentum? Mit der großen Mehrheit von 11 Stimmen lehnte es die Bezirksvertretung (BV) Hohenlimburg am Mittwoch per Enthaltung ab, sich von dem verherrlichenden Beitrag über den SS-Brigadeführer Fritz Witt in den Hohenlimburger Heimatblättern zu distanzieren. Nur die Vertreter der Bürger für Hohenlimburg (BfHo) und der Grünen stimmten dem Antrag zu, den die BfHo eingebracht hatte.

Mit diesen drei Ja-Stimmen gilt der Antrag zwar formal als beschlossen, allerdings wirft das Stimmverhalten von SPD, CDU und Hagen aktiv in der BV ein beschämendes Licht auf die Befindlichkeit dieser Gruppierungen. In der WPWR wird stellvertretend für die Verweigerer Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss zitiert: „Ich werde mich enthalten. Dr. Bleicher hat bezahlt. Er hat sich entschuldigt.“

Dr. Bleicher? Der wird in dem Antrag der BfHo (siehe unten) überhaupt nicht erwähnt. Der Tenor des Antrags lautete auf Distanzierung vom „Aufsatz über Fritz Witt“. Haben Voss und seine Kollaborateure den Antrag nicht gelesen? Haben sie auch den Beitrag in den Hohenlimburger Heimatblättern nicht gelesen? Oder wollen sie sich gar nicht distanzieren?

Dabei hatte Historiker Dr. Blank (Historisches Centrum Hagen) den Bezirksvertretern in einem kurzen aber deutlichen Vortrag klar gemacht, „dass der Bleicher-Text auch für ihn ein „schockierender Aufsatz“ gewesen sei“, wie die WPWR berichtet. Konkret zu Fritz Witt: „Dieser Mann steht für Tod, Terror und Zerstörung. (…) Sein Nachfolger, Panzer-Meyer, wurde von den Alliierten zum Tode verurteilt. Auch Fritz Witt wäre, hätte er den Krieg überlebt, von diesen zum Tode verurteilt worden.“

Das Verhalten der Mehrheit der Bezirksvertreter ist noch weniger nachvollziehbar, wenn man sich vor Augen führt, dass sie damit weit hinter dem Hohenlimburger Heimatverein zurück bleiben. Dessen Vorsitzender, Widbert Felka, hatte sich unmittelbar nach bekannt werden der Witt-Hymne in einem Interview noch hinter „rechtlichen Gründen“ versteckt, weshalb er sich „nicht weiter äußern“ könne.

Diese Stellungnahme war wohl – so scheint es heute – der Verwirrung des ersten Augenblicks geschuldet. Denn sehr schnell gab der Heimatverein eine eindeutige Erklärung ab: „Mit Betroffenheit haben Vorstand und Beirat auf diesen Artikel und seine inhaltlichen Aussagen reagiert. (…) Vorstand und Beirat distanzieren sich von dem in Heft 5/2015 veröffentlichten Beitrag (…)“.

Selbst der Verfasser, Dr. Bleicher selbst, bedauert inzwischen die Veröffentlichung seines inkriminierten Textes: „In dem Bewusstsein, dass ich das Erscheinen des Artikels nicht mehr rückgängig, sondern mich nur ausdrücklich dafür entschuldigen kann, (…)“

An den Vertretern von SPD, CDU und Hagen aktiv in der BV sind diese Stellungnahmen entweder komplett vorbeigerauscht oder sie wollen sie bewusst nicht zur Kenntnis nehmen. Tatsache ist jedenfalls: SPD, CDU und Hagen aktiv haben sich von der Heiligsprechung des SS-Offiziers Fritz Witt nicht distanziert.

SPD, CDU und Hagen aktiv wollten auch nicht bedauern, wie es in dem Beschlussvorschlag heißt, „dass in Hohenlimburg eine derartige Veröffentlichung erfolgt ist – dies auch noch ausgerechnet im Monat des 70. Jahrestages der Befreiung Deutschlands vom Terrorregime des Nationalsozialismus und des damit verbundenen Gedenkens an die Opfer der NS-Verbrechen.“

An diversen Kranzabwurfstellen sind diese Vertreter an einschlägigen Feiertagen gerne vorne mit dabei. Wenn es aber ans Eingemachte geht und Haltung – und nicht nur Ritual – gefordert ist, verweigern sie sich einer klaren Position.

Na dann: Gute Nacht, Kameraden.

Der Beschlussvorschlag der Bürger für Hohenlimburg:

Die Bezirksvertretung Hohenlimburg distanziert sich in aller Deutlichkeit vom Aufsatz über Fritz Witt in den Hohenlimburger Heimatblättern, Ausgabe Mai/2015, der das Wirken Fritz Witts im Dienste der Waffen-SS verherrlicht und einen jugendgefährdenden Charakter aufweist, insbesondere durch den Verzicht darauf, das Wirken Witts in einen kritischen Kontext zu stellen.

Des Weiteren fordert sie den Hohenlimburger Heimatverein als herausragenden Träger der Hohenlimburger Heimatkunde dazu auf, sich für die Verbreitung des Aufsatzes öffentlich zu entschuldigen und unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, derartige publizistische Verfehlungen in Zukunft zu unterbinden.

Des Weiteren wird der Heimatverein aufgefordert, den weiteren Vertrieb der Ausgabe 05/2015 der Hohenlimburger Heimatblätter unverzüglich zu unterbinden.

Die Bezirksvertretung Hohenlimburg bedauert außerordentlich, dass in Hohenlimburg eine derartige Veröffentlichung erfolgt ist – dies auch noch ausgerechnet im Monat des 70. Jahrestages der Befreiung Deutschlands vom Terrorregime des Nationalsozialismus und des damit verbundenen Gedenkens an die Opfer der NS-Verbrechen.

Ebenso wird der Hagener Historiker Dr. Ralf Blank gebeten, vor der Bezirksvertretung in öffentlicher Sitzung eine geschichtliche Bewertung des in Rede stehenden Aufsatzes abzugeben.

Theater Hagen beteiligt sich an „Ruhr.Bühnen“

22. Mai 2015

Neues Theaternetzwerk plant Großveranstaltungen und gemeinsames Abo-System

Das Hagener Theater und die Bühnen im Ruhrgebiet wollen zukünftig enger zusammenarbeiten. In Anlehnung an das regionale Museumsnetzwerk „RuhrKunstMuseen“ ist ein Kooperationsprojekt unter dem Titel „Ruhr.Bühnen“ geplant, das eine Zusammenarbeit in den Bereichen Kommunikation, Marketing und Theaterpolitik vorsieht.

Zuschauer könnten unter anderem von einem übergreifenden Abonnentensystem profitieren. Zudem sind gemeinsame Großveranstaltungen mit allen Mitgliedern der Ruhr.Bühnen angedacht. Den Auftakt soll im Hebst 2017 ein großes Theaterfest für bis zu 20.000 Besucher rund um die Bochumer Jahrhunderthalle machen.

Initiiert wird das Ruhr.Bühnen-Netzwerk vom Regionalverband Ruhr, der Ruhr Tourismus GmbH und den Urbanen Künsten Ruhr. Neben dem Theater Hagen wollen sich neben anderen das Gelsenkirchener Musiktheater im Revier, das Theater Dortmund und das Schauspielhaus Bochum am Projekt beteiligen.

SPD-Fraktion hält an Rückerstattung der Elternbeiträge fest

22. Mai 2015

Mit Unverständnis reagiert die SPD-Fraktion auf die ablehnende Haltung von Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Kämmerer Christoph Gerbersmann (CDU), den Eltern die Kindergartenbeiträge zurückzuerstatten, wenn die Erzieherinnen und Erzieher in Hagen länger als zehn Tage streiken.

Ein entsprechender Beschluss wurde im Rat am 7. Mai mit großer Mehrheit auf Anregung der SPD-Fraktion gefällt. Nun will der OB diesen familienfreundlichen Beschluss anfechten, weil die Satzung über die Erhebung von Elternbeiträgen für Kinder in Tageseinrichtungen das nicht zulasse.

Die SPD-Fraktion hat jetzt den Antrag gestellt, die Satzung entsprechend zu ändern. Der OB wird aufgefordert, die Regelung so umzusetzen, dass sie auch für den aktuellen Streik greifen kann.
Zumal die Stadt schon Geld einspart, weil sie während des Streiks keine Gehälter an die Erzieherinnen und Erzieher zahlen muss.

Das sieht nach Angaben der SPD übrigens auch die Aufsichtsbehörde so, die nichts gegen Rückerstattungen einzuwenden hat, wenn an anderer Stelle eingespart wird, die Ziele der Haushaltskonsolidierung dadurch nicht gefährdet werden und die Satzung es zulässt.

Den Hinweis auf die Satzung, die eine Rückzahlung von Elternbeiträgen bei Arbeitskampfmaßnahmen ausschließt, erhielt die Verwaltungsspitze nicht einmal aus dem eigenen Haus, sondern von der Aufsichtsbehörde in Arnsberg. Diesen Hemmschuh wollen die Genossen mit Unterstützung weiterer Ratsfraktionen jetzt beseitigen.

Europa neu begründen! – Investieren oder sparen?

22. Mai 2015

Leider hatten sich nur wenige Besucher ins „Trauzimmer“ des Hagener Rathaus getraut, um an der Informations- und Diskussionsveranstaltung des „europe-direct“-Büros und des örtlichen DGB teilzunehmen. Bedauerlich fanden die Veranstalter und Anwesenden, denn sowohl der Wissenschaftler Dr. Steffen Lehndorff als auch Birgit Ladwig-Tils vom Redner-Team Europe starteten mit interessanten Beiträgen und profundem Hintergrundwissen.

Ladwig-Tils erläuterte die Situation in der EU anhand aktueller Entwicklungen aus dem Rat der EU und der Darstellung eines Überblicks über die Ausrichtungen der europäischen Entwicklungen anhand des Dreiklangs aus Schuldenkonsolidierung, Finanzstabilität und wirtschaftlicher Konsolidierung durch Strukturreformen. Sie machte deutlich, dass auch mit dem amtierenden Chef Juncker an der grundsätzlichen Orientierung festgehalten würde.

„Allerdings“, so die Rednerin, „mit einer verstärkten Ausrichtung auf mehr Investitionen und Veränderungen in der Arbeitsweise. So sind die bisherigen 28 Kommissionen auf 7 Ressorts konzentriert worden, um eine bessere Zusammenarbeit und Abstimmung zu ermöglichen. Ziel der Arbeit ist es unter anderem bis zum Jahr 2020 Dreiviertel aller 20 – 64jährigen in Arbeit zu bringen. Dabei soll ein Investitionsprogramm von 21 Mrd. dienen. Der Kommissionspräsident verspricht sich über einen Hebel durch private Investoren einen Volumen von 315 Mrd. Euro.“ Gewissheiten darüber, ob das so funktionieren wird, gibt es bisher allerdings nicht.

Lehndorff, Autor des Buches „Spaltende Integration“, in dem in verschiedenen Länderstudien, z.B. aus Spanien, Griechenland, Irland und Italien die Entwicklungen der vergangenen Jahre aufgezeigt und abgeglichen werden, eröffnete einen eher kritischen Blick auf die Entwicklungen. Einerseits müsse es darum gehen die Lage in Europa und die Entwicklungen zur Krise, wie auch die Versuche sie zu bewältigen, sauber zu analysieren und andererseits Wege in eine erfolgreiche Zukunft der EU zu gestalten.

Dabei schnitten die bisherigen Lösungsversuche nicht gut ab. Verantwortlich seien vor allem, die als Lösungen dargestellten Spardiktate für die besonders betroffenen Länder, die durchgängig nicht zur Lösung, sondern zum weiteren Aufbau von Staatsschulden geführt hätten. Während die Banken und Finanzakteure gerettet worden sind, sind die Schulden auf die Staaten übertragen worden. Durch die so genannten Strukturreformen, vor allem in den Arbeitsmärkten, beim Abbau tariflicher und sozialer Rechte, sowie in der Reduzierung von Löhnen und Renten ist die Wirtschaftsleistung rückgängig und somit keine Hilfe bei der Bewältigung der Krisenlagen.

Anschließend an die Vorträge fand eine rege Diskussion statt, die von Jochen Marquardt, DGB, moderiert wurde und in der beide Referenten deutlich machten, dass die Zukunft Europas mehr brauche als eine Sparpolitik ohne Augenmaß, wenn sie die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich meistern wolle. Vielmehr seien Wachstumsimpulse erforderlich, die die Wirtschaft wieder in Gang setzen können und zum Rückbau der Schulden beitragen kann.

Einig waren sich Vortragende und Moderation, dass dazu eine grundlegende Veränderung der EU-Politik notwendig wäre. Für Lehndorff, eine, die von einer Umverteilung im eigenen Land gestützt werden müsse, um die deutsche Exportstärke zu sichern und durch mehr Kaufkraft dazu Beiträge zu leisten, um Importe aus anderen Ländern zu befördern.

Mögliche Perspektiven wurden in einem Aufruf der deutschen Gewerkschaftsvorsitzenden ausgemacht, der dazu aufruft, die Wahlen in Griechenland als Ausdruck des demokratischen Willens der Griechen ernst zu nehmen und eine Kursänderung in ein soziales und zukunftsfähiges gemeinsames Europa zu vollziehen. http://www.europa-neu-begruenden.de/

Für Sabine Krink vom „europe-direct“-Büro eine erkenntnisreiche Veranstaltung und trotz geringer Teilnehmerzahl Grund für weitere gemeinsame Diskussionen um die Politik in Europa, die im Laufe des Jahres folgen sollen.

Guter Flüchtling – schlechter Flüchtling

21. Mai 2015

Gemeinsame Stellungnahme der grünen Fraktionen aus den Ruhrgebietsstädten und -kreisen, die auch von der Hagener Ratsfraktion formuliert und getragen wurde. Der Text bezieht sich auf ein jüngst bekannt gewordenes Schreiben der Oberbürgermeister und Landräte des Ruhrgebietes, darunter auch Hagens OB Erik O. Schulz, mit dem sich diese bereits im März zum Thema Flüchtlingsproblematik in den Kommunen an Ministerpräsidentin Kraft gewandt hatten.

GRÜNE Fraktionen aus dem Ruhrgebiet
distanzieren sich von OB-Brief zur Flüchtlingspolitik

Im März dieses Jahres haben sich fünfzehn Oberbürgermeister*innen und Landräte aus dem Ruhrgebiet, darunter auch Erik O. Schulz, mit einem Brief zur Flüchtlingsproblematik an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gewandt. Sie beklagen darin unter anderem vermeintliche Abschiebehemmnisse und die daraus resultierende Belastung ihrer Städte und Kreise. Erst jetzt ist dieses Schreiben öffentlich zur Kenntnis genommen worden.

Die GRÜNEN Fraktionen in den betroffenen Städten und Kreisen distanzieren sich von einigen der vertretenen Forderungen, die vor der Versendung des Schreibens nirgends in den Räten oder Kreistagen diskutiert und beschlossen worden sind.

Wir unterstützen die Forderung nach einer dauerhaften Übernahme der Kosten auch für geduldete Flüchtlinge.

Wir kritisieren jedoch, wie aus Finanznot anscheinend die geltende Rechtslage und der humanitäre Umgang mit Schutzsuchenden über Bord geworfen werden sollen. Denn die Oberbürgermeister*innen und Landräte verlangen nicht weniger als die Aufhebung der geltenden Erlasslage des Landes, mit der aus ihrer Sicht Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber*innen erschwert werden.

Dabei sollen gerade die verschiedenen Erlasse der Landesregierung zu Einzelfallprüfungen bei besonders schutzbedürftigen Personen – wie Schwangeren, Alleinerziehenden oder Menschen, die über 65 Jahre alt sind – humanitäre Härten verhindern. Rechtslage ist: Flüchtlinge, deren Asylantrag bestandskräftig abgelehnt wurde, müssen nicht zwangsläufig sofort das Land verlassen. Die Ausländerbehörden haben stattdessen eine gesetzliche Verpflichtung, vor einer Abschiebung zu prüfen, ob es im Einzelfall konkrete Gründe gibt, die gegen eine Abschiebung sprechen.

Hier zu argumentieren, die Einzelfallprüfungen seien im Hinblick auf schnelle Abschiebungen kontraproduktiv, offenbart eine inhumane Haltung hinsichtlich unserer Verantwortung gegenüber den zu uns geflüchteten Menschen.

Die Oberbürgermeister*innen spielen damit die Rechte von Flüchtlingen gegen die schwierige Situation der Kommunen bei der Unterbringung aus. Und nicht nur das.

Mit ihrem Schreiben unterscheiden sie die Asylsuchenden in ‚gute, echte Flüchtlinge‘ aus Kriegsgebieten und ‚schlechte‘ Wirtschaftsflüchtlinge. Eine solche Unterscheidung ist nicht nur fahrlässig, sondern hoch gefährlich und schürt Ressentiments. Für diese Position bekommen sie – wie zum Beispiel im Dortmunder Rat – offen Applaus und Unterstützung von Rechtsradikalen und Rassisten.

Damit gefährden kommunale Verantwortungsträger*innen in unverantwortlicher Weise das gegenwärtig positive gesellschaftliche Klima, das im Hinblick auf die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge herrscht.

Es ist gut, dass Ministerpräsidentin Kraft den Oberbürgermeister*innen in diesem Punkt in ihrem Antwortschreiben deutlich widersprochen hat. Mit ihrer Klarstellung, dass eine sorgfältige Einzelprüfung bei besonders schutzbedürftigen Personen auch in der aktuellen Situation nicht aus dem Blick geraten darf, sehen wir uns bestätigt.

Es spricht für die Haltung der Landesregierung gegenüber Flüchtlingen, dass die von den Oberbürgermeister*innen kritisierten Erlasse deshalb auch aus Sicht der Ministerpräsidentin nicht aufgehoben werden.

Problematisch ist darüber hinaus, dass im Schreiben der OB und Landräte die Flüchtlingsproblematik in unzulässiger Weise mit der EU-Zuwanderung aus den Balkanländern vermengt wird.

Die GRÜNEN Fraktionen fordern die Oberbürgermeister*innen auf, ihre Position gerade auch nach der Antwort von Frau Kraft zu überdenken.

Statt eine Diskussion über eine Aufteilung von Flüchtlingen in „gut“ und „schlecht“ zu führen und damit die Büchse der Pandora zu öffnen, sollten sie besser energischer ihre eigenen Parteien in Land und vor allem im Bund hinsichtlich der Unterstützung von Städten und Gemeinden auf die Füße treten.

Ratsfraktion Bochum, Ratsfraktion Dortmund, Ratsfraktion Duisburg, Kreistagsfraktion Ennepe-Ruhr, Ratsfraktion Essen, Ratsfraktion Gelsenkirchen, Ratsfraktion Hagen, Ratsfraktion Hamm, Ratsfraktion Mülheim, Ratsfraktion Oberhausen, Kreistagsfraktion Recklinghausen, Kreistagsfraktion Unna, Ratsfraktion Witten

„Mir selbst fehlt Erklärung“

21. Mai 2015

Dr. Wilhelm Bleicher ist am Montag als verantwortlicher Redakteur der Hohenlimburger Heimatblätter zurückgetreten. (…)

Dr. Bleicher schreibt an den Heimatverein: „Ich bedaure aus tiefstem Herzen, dass mein Artikel über Fritz Witt eine solch vehemente und weitreichende Diskussion ausgelöst und insbesondere den Hohenlimburger Heimatverein in große Schwierigkeiten gebracht hat. Dies war nie meine Absicht.“

Der 75-Jährige versichert in diesem Schreiben, „dass es ebenfalls niemals seine Intention gewesen sei, eine heroisierende Darstellung der Person Fritz Witt vorzunehmen oder die Verbrechen der NS-Zeit zu relativieren“.

Sollte sein Artikel jedoch bei Teilen der Leserschaft so interpretiert worden sein, bittet er um Verzeihung. Dabei zeigt er sich selbstkritisch. „Mir selbst fehlt bis heute eine plausible Erklärung, warum ich diesen Artikel so verfasst habe, wie er letztlich erschienen ist und warum ich den von mir angeführten Quellen augenscheinlich unkritisch vertraut habe.“ (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Das komplette Bleicher-Schreiben ist am Mittwoch im Stadtanzeiger veröffentlicht, aber leider nicht online gestellt worden. Der Hohenlimburger Heimatverein, der naturgemäß um Schadensbegrenzung bemüht ist, hat den Artikel aber eingescant und ihn als pdf-Dokument auf seiner Homepage veröffentlicht.

Im Juni-Heft der Hohenlimburger Heimatblätter soll zudem eine Darstellung des Hagener Historikers Dr. Ralf Blank zum Bleicher-Aufsatz über Fritz Witt erscheinen.

Jochen Malmsheimer und das Hagener Orchester – ein hinreißender Unfug im Hagener Theater

21. Mai 2015

Der 21. Sohn J.S. Bachs – „P.D.Q. Bach – ein Leben gegen die Musik“

von Christoph Rösner

Was haben ein Bochumer Kabarettist, ein Hagener Generalmusikdirektor, ein im selben Ort ansässiger Baumarkt und ein offensichtlich skurriler amerikanischer Komponist gemeinsam?

Auf den ersten Blick nichts – wäre da nicht ein furioser Abend im Hagener Theater gewesen, der am 11. Mai gegen 22 Uhr sein rauschendes Finale erlebte.

Was war geschehen? Jochen Malmsheimer, seines Zeichens stimmgewaltiger Wortzauberer und Metaphernalchimist, bekannt als ehemaliger Hausmeister in der ZDF-Anstalt und preisgekrönter Kabarettist und – bitte, danke – Rampensau, trifft auf die voluminöseste Rampensau des Hagener Theaters, GMD Florian Ludwig.

Beide haben offensichtlich etwas ausgeheckt, das, und man muss es so sagen, den beiden gegen alle musikalischen Gewohnheiten geeignet schien, auf die große Bühne in Hagen gebracht zu werden. Beide müssen wohl die fiktive Biografie des zurecht vergessenen 21. Sohnes Johann Sebastian Bachs des amerikanischen Komponisten Peter Schickele gelesen, besser, durchsoffen haben. Denn nüchtern ist das, was Schickele (Nomen est Omen) in seiner 1976 erschienenen ´endgültigen Biografie´ über P.D.Q. Bach da verbrochen hat, vermutlich auch nicht zu ertragen.

Wie man als Komponist für Joan Baez oder die Filmmusik für „Lautlos im Weltall“ darauf kommt, den 21. Sohn Bachs zu erfinden und ihm ein biografisches und musikalisches Denkmal zweifelhaftester Sorte zu setzen, bleibt das vermutlich alkoholisierte Geheimnis seines Schöpfers. Zitat: „P.D.Q. Bach war […] ein Mann, der über das gewaltigste Hindernis triumphierte, vor dem je ein Komponist gestanden hat: das absolute und völlige Fehlen von Begabung. Er setzte sich unerschütterlich über Hindernisse hinweg, die andere Männer ins Lehramt oder in die Verwaltung getrieben hätten: die Folge ist ein Oeuvre, das ohne Parallele ist.“

Spaß muss er gehabt haben, als Autor der Biografie mit dem schönen Titel: „Ein Leben gegen die Musik“ und auch als Entdecker der Musik P.D.Q.s, deren Komponist er selbstverständlich auch war, und dieser Spaß übertrug sich dann nach gemeinsamer Bearbeitung durch die beiden Voluminösen Malmsheimer und Ludwig auf das glucksende, quiekende und schlussendlich tobende Hagener Publikum.

Denn was kann bei einem 21. Sohn des berühmtesten deutschen Komponisten Bach, der ihm, als er 1750 starb, einzig ein Kazoo hinterließ, schon herauskommen, außer, wie Schickele schreibt, seine „charakteristischste Eigenschaft“ eines „manischen Plagiarismus. P.D.Q. erfand kaum eigene Melodien, das meiste thematische Material stahl er von anderen Komponisten zusammen und ordnete es, oft auf eine sehr seltsame Art, neu an.“

Und damit kommen wir zu dem oben erwähnten Hagener Baumarkt, dessen Überlebenschancen seit dieser Aufführung signifikant gestiegen sind. Denn, und auch das erfuhr das Publikum, P.D.Q. Bach war nicht nur Komponist der „Großartigen Serenade für entsetzlich viele Bläser und Schlagwerk“ oder „das Largo pericoloso aus dem Hindenburg Concerto“, nein, er war auch Instrumentenerfinder.

Und da Fasaunen oder das Lasso d´amore in städtischen Orchestern eher selten zum Einsatz kommen, mussten sie eben mit nahezu übermenschlichem Aufwand von der Requisite hergestellt werden, um am Ende, im furiosen Finale mit dem vielsagenden Titel: Special Deliverance – was so viel bedeutet wie spezielle Erlösung oder Errettung, von Florian Ludwig hoch konzentriert, virtuos und nicht frei von Selbstironie zum Stöhnen, Ächzen und Schnauben gebracht zu werden.

Malmsheimer selbst, während des orchestralen Fiaskos selbst im Halbdunkel am Bühnenrand sitzend, schien zwischenzeitlich seinen eigenen inszenierten Bühnenspaß nicht mehr im Griff zu haben, und es beschlich den Zuschauer das Gefühl, dass er jeden Moment von seinem Stuhl oder aus der Rolle des Vortragenden kippen wollte.

Alles in allem war das, was am Montag im Hagener Theater ohne die Teilnahme der Lokalpresse, die an diesem Montag wahrscheinlich sehr viel zu tun hatte, zur Aufführung kam, ein humoristisch-musikalisch-skurriles Feuerwerk erster Güte.

Neben der fantastischen Leistung des Orchesters, das, verglichen mit der abstrusen Musik, die es unter der Leitung Florian Ludwigs mit viel Spaß und ungewohnter (Schau-)Spielfreude zu spielen gezwungen war, brillierte ein unvergleichlicher Jochen Malmsheimer als Rezitator der Biografie P.D.Q. Bachs. Er würzte, wie man es von ihm erwarten konnte, seinen Vortrag mit eigenen, ebenso unvergleichlich schönen, kabarettistischen Anspielungen auf sein eigenes, als auch das Leben des Musikers an sich.

Dass er auch noch einen nicht erschienenen berühmten russischen Gastviolinisten souverän ersetzte, obwohl doch nur seine Frau zuhause Geige spielt, war nur eines der Highlights dieses Abends.

Die Hagener belohnten ihre Protagonisten der musikalischen Irrungen und Wirrungen – UnFUGE wäre in diesem Zusammenhang passender – mit frenetischem, stehenden Beifall. Ein wunderbarer Spaß in heftigen Zeiten, der noch auf vielen Bühnen wiederholt werden sollte.

Umbesetzung Enervie-Ausschuss

21. Mai 2015

Erklärungen von SPD und Zählgemeinschaft (plus Kommentar von Anja Seeberg)

Der Streit um die Umbesetzung des Enervie-Ausschusses geht weiter.

Frank Schmidt (BfHo) dazu: „Im Rat sind zehn Parteien und Wählergemeinschaften vertreten. Warum nur drei von ihnen – CDU, SPD und Grüne – daran mitwirken sollen, die Geschäfte der beiden für die Stadt so wichtigen Unternehmen zu kontrollieren, ist für mich nicht nachvollziehbar. Thorsten Kiszkenow (Piraten) sieht in der Wahl von Dreesbach anstelle von Purps „den Vorteil, dass die kleineren Gruppierungen nun besser und schneller über bestimmte Entwicklungen informiert würden“. Hagen Aktiv habe übrigens die „Zählgemeinschaft“ erst einen Tag vor der Ratssitzung aktiv verlassen. (…)

Quelle: Lokalkompass Hagen

Arbeitsagentur sucht jetzt selbst Jobcenter-Chef

21. Mai 2015

OB Erik O. Schulz ist aus der Arbeitsagentur-Regionaldirektion in Düsseldorf bereits avisiert worden, dass die Behörde die Stelle selbst ausschreiben werde. Womit sie deutlich macht, dass die Stadt zwar das Vorschlags-, aber am Ende nicht zwingend das Besetzungsrecht inne hat. (…)

Quelle: DerWesten

Erzieherinnen seit mehr als einer Woche im Streik

21. Mai 2015

Der Streik der Erzieherinnen steckt mitten in der zweiten Woche. 20 von 23 städtischen Kindertagesstätten bleiben geschlossen. Und ein Ende des Arbeitskampfes ist nicht in Sicht.

Die Stadt Hagen hat ein Notprogramm aufgelegt. In drei Einrichtungen werden insgesamt 150 Kinder betreut. „Notfälle, die die Einrichtungsleitungen identifiziert haben, können so aufgefangen werden“, sagt Reinhard Goldbach, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales. Mehr aber auch nicht. „Man muss sagen, dass 90 Prozent der Kinder, die eine städtische Einrichtung besuchen, derzeit nicht betreut werden können.“ Je länger der Streik dauert, desto größer werden die Probleme. (…)

Quelle: DerWesten

Flüchtlinge zu Haspern machen

20. Mai 2015

In eine Flüchtlingsunterkunft verwandelt sich Ende Juni die Grundschule Kückelhausen. 70 Menschen werden dort künftig untergebracht.

Die Bereitschaft zur Hilfe, zur Integration und zur konstruktiven Begleitung ist da. Aber auch Skepsis, Angstgefühle und die Sorge vor Überfremdung bleibt spürbar. Die Verwandlung der leer stehenden Grundschule Kückelhausen, einst zentraler sozialer Ankerpunkt im Quartier, in ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge wird das Lebensgefühl rund um die Bebelstraße in der zweiten Jahreshälfte verändern. (…)

Quelle: DerWesten

Hagen bei Gewerbegebieten Schlusslicht im Ruhrgebiet

20. Mai 2015

Nur noch sieben Hektar potenzieller Gewerbeflächen in Hagen können sofort vermarktet werden. So schlecht steht keine andere Großstadt und kein Kreis im Ruhrgebiet da. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: DerWesten-Leser Tom_Haspe | #4 kommentiert:

Der Kreis Unna hat eine Fläche von 543 km², der EN-Kreis von 408 km² und Dortmund immerhin noch 280 km² – Hagen hat eine Fläche von 160 km². Vielleicht setzt man das mal in Relation.
Es reicht. man kann nicht asphaltieren und alles verschachern, bis kein Grün mehr da ist.
Der Job der Wirtschaftsförderung ist nicht, sich einen einfachen Job zu machen und grüne Flächen zu verschenken, wie bei Kostal – das kann jeder.
Die Herrschaften sollen ihren Job machen und sich um die große Zahl der Industriebrachen kümmern, die sich in jedem Stadtteil an jeder Ecke finden. Das mag für die eigene Nase nicht Prestige trächtig sein, aber dieses klein-klein, Stück für Stück wäre sinnvolle, nachhaltige Arbeit!

Aufsichtsrat entlässt Peter Jüngst

20. Mai 2015

Der Aufsichtsrat der Nordwest Handel AG hat beschlossen, den Vertriebsvorstand Peter Jüngst mit sofortiger Wirkung abzuberufen. (…) Jüngst soll Führungskräfte für eine Konkurrenztätigkeit abgeworben haben. Jüngst wollte das Unternehmen zum Jahresende verlassen. (…)

Offenbar stimmt die Chemie zwischen Großaktionär Rothenberger Holding, sie hält knapp 30 Prozent der Nordwest-Anteile, dem Aufsichtsrat und Teilen des Vorstandes lange nicht mehr. Stein des Anstoßes soll der 20 Millionen teure Verwaltungsneubau in Dortmund sein.

Quelle: DerWesten


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