Archive for April 2020

Corona in Hagen – Stand: 30.04., 0:00 Uhr

30. April 2020

Grafik: Stadt Hagen

„Affront gegen alle Kommunen im Land“

30. April 2020

SPD-Anfrage zur Öffnung der Schulen in der Coronakrise

Die SPD-Fraktion im Hagener Rat fordert die Verwaltung auf, über die entstandenen Schwierigkeiten bei der Aufnahme des Unterrichts am vergangenen Donnerstag zu berichten. Insbesondere sollte dabei auf die Kommunikations- und Dispositionsschwierigkeiten mit dem Land (Schulministerium) eingegangen werden.

Weiter möchte die Fraktion wissen, wie und mit welcher Unterstützung des Landes eine für den 4. Mai angekündigte erweiterte Öffnung der Schulen in Hagen vorbereitet wird.

In ihrer Begründung schreiben die Antragsteller:

„Neben vielen weiteren Bürgermeistern und Oberbürgermeistern aus NRW hat auch Hagens Oberbürgermeister Schulz die zu kurze Vorlaufzeit für die Öffnung der Schulen sowie widersprüchliche Aussagen der Landesregierung zu Hygienestandards bemängelt.

Ministerpräsident Laschet (CDU) hat die landesweiten Vorwürfe eines schlechten Krisenmanagements bezüglich der Schulen zurückgewiesen und die Kommunen für Fehler und Versäumnisse verantwortlich gemacht.

Ein Affront gegen alle Kommunen im Land, die als Schulträger die Vorbereitungen in den Schulgebäuden in Zeiten der Corona-Pandemie gestemmt haben. Der Düsseldorfer Schuldezernent und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche ließ das wie viele andere Verantwortliche in den Städten nicht auf sich sitzen und konterte: Leider gebe das Land auch jetzt bei Corona keine gute Figur ab, sondern sorge eher für Chaos, wenn teilweise alle paar Stunden Rundmails mit neuen Anweisungen herausgingen.

Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf eine erweiterte Schulöffnung ab dem 4. Mai fühlen sich nach Aussagen der Elternverbände auch die Eltern und Schüler von der Landesregierung alleine gelassen. Aus der Sicht von Städtetag, Landkreistag und Städte- und Gemeindebund gibt es noch viele offene Fragen. Zum Beispiel wie die vorprogrammierten Raumprobleme bei Anwendung der Abstandsregeln gelöst werden sollen, wenn immer mehr Kinder in die Schulen kommen.

Mit der Aussage von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), sie stelle den Schulträgern für die weitere Öffnung der Schulen ab dem 4. Mai eine „ausreichende Vorbereitungszeit“ in Aussicht, könnte der nächste Konflikt vorprogrammiert sein. Diese Schüler, so die Ministerin, würden „frühestens ab dem 7. Mai“ in die Schulen kommen. Also bereits vier Tage nach der Öffnung.“

Siehe dazu auch hier:

Städte weisen Kritik des Landes zurück

Nachhaltiges Hagen: Wie mobil?

30. April 2020

Aus der Hatopia Kurzfilmreihe. Der Film wurde im Rahmen des Heimatchecks vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW finanziell gefördert.

Kitas und OGS: Elternbeiträge für Mai entfallen

30. April 2020

Alle Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege, Großtagespflegestellen und die Offene Ganztagsschule (OGS) werden auch für den Monat Mai ausgesetzt.

Bei bestehenden Einzugsermächtigungen wird die Abbuchung seitens der Stadt für den Monat Mai nicht durchgeführt. Eltern, die selbst die Beiträge überweisen, werden gebeten, diese im Mai auszusetzen. Bei Daueraufträgen wird der Beitrag zurückerstattet. Diese Regelung gilt ausdrücklich auch für Eltern, welche das Angebot der Notbetreuung nutzen.

Eine abschließende Regelung wird getroffen, wenn die Dauer der Schließung absehbar ist. Hierzu wird dem Rat der Stadt eine Änderung der Beitragssatzung vorgelegt.

Die Finanzierung der Kindertageseinrichtungen, der Kindertagespflege, der Großtagespflegestellen und der OGS wird auch während der Schließungszeit durch die gesetzlichen und vertraglichen Grundlagen durch die Stadt und das Land sichergestellt.

Corona-Statistik: Keine Neuinfizierten

29. April 2020

Stand: 29.04.2020, 0:00 Uhr. Grafik: Stadt Hagen.

Werkhof in schweren Turbulenzen

29. April 2020

Unterstützung durch die Stadt „unumgänglich“

Die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Werkhof ist ins Schlingern geraten. In einem Szenario der Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (HVG), die 51 Prozent der Anteile am Werkhof hält, ist die Rede davon, dass der GmbH schon im Laufe des August die Luft ausgehen könnte.

Aufgabe des Werkhofs ist die soziale und psychische Stabilisierung sowie berufliche Qualifizierung von Personen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind und auf dem Arbeitsmarkt keine bzw. nur geringe Chancen haben.

„Unabhängig davon, wie sich die Coronavirus-Krise weiter entwickeln wird, erscheint eine Unterstützung von Seiten der Stadt unumgänglich“, beschreibt das HVG-Papier die Situation. Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit, von der im Jahresabschluss 2019 des Werkhofs ausgegangen wird, sei auch laut Aussage des Wirtschaftsprüfers nur möglich, wenn die Stadt Hagen konkrete finanzielle Verantwortung für den Werkhof übernehme.

Der mit Abstand größte Verlustbringer ist bereits seit Jahren die Zentralverwaltung, in 2019 betrug hier das Minus knapp 445.000 Euro. Andere Bereiche arbeiten dagegen im Plus, wie zum Beispiel das Möbellager in Eckesey, das in der Vergangenheit teilweise mehr als eine halbe Million Euro pro Jahr erwirtschaftete.

Am Donnerstag wird sich der Haupt- und Finanzausschuss mit den Problemen des Werkhofs beschäftigen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sieht vor, dass die HVG bis zu einer Entscheidung durch den Rat die Liquidität der Werkhof GmbH bis zu einer Höhe von 500.000 Euro sicherstellt.

Modekette Sinn geht ins Schutzschirmverfahren

29. April 2020

Die Modehandelskette Sinn – früher SinnLeffers – hat beim Amtsgericht Hagen den Antrag auf ein Schutzschirmverfahren gestellt. Wie Firmenchef Friedrich Wilhelm Göbel dem in Frankfurt erscheinenden Fachmedium TextilWirtschaft bestätigte, wurde das Insolvenzverfahren am Montag eröffnet.

Seit dem 18. März sind alle 25 Standorte des Unternehmens wegen des Corona bedingten Shutdown geschlossen. „Im März und April zusammengenommen haben wir 33 Mill. Euro zum Plan verloren“, erklärte Göbel. Bis zum Shutdown sei sein Unternehmen gesund gewesen. Nach seinen Worten ist der Hauptgrund für den Schritt in die zweite Unternehmensinsolvenz seit 2016, dass private Banken nicht in die Sicherung eines Teils der angestrebten staatlichen KfW-Kredite einsteigen wollten.

„Wir wollen grundsätzlich alle Häuser weiter betreiben und somit keine Arbeitsplätze abbauen“, kündigte der Firmenchef in der TextilWirtschaft an. Das Unternehmen beschäftigt 1.400 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 208 Mill. Euro. Er glaube, „dass wir in drei Monaten am Ziel sind und die Abstimmung über einen Insolvenzplan kurz nach Eröffnung der Insolvenz durchzuführen“, so Göbel.

Der Manager kritisierte die Politik hart für ihren Beschluss, zahlreiche Läden zu schließen. „Fakt ist, dass man wochenlang und bis heute kopflos und unstrukturiert Maßnahmen ergreift, von denen man überhaupt nicht weiß, ob sie sinnvoll sind.“ Selbstverständlich erfordere die Corona-Krise besondere Maßnahmen. „Aber für das Lahmlegen eines großen Teils einer ganzen Volkswirtschaft, wie wir sie jetzt sehen, braucht es meiner Meinung nach doch eine größere Bedrohung als Corona“, so Göbel. Sein Unternehmen lasse rechtliche Schritte gegen die staatlichen Schließungsregeln prüfen.

Grundsätzlich sieht er schwere Zeiten auch auf den Modehandel zukommen: „Die kommende Wirtschaftskrise mit vielen Millionen Arbeitslosen und Konsumverzicht wird uns alle hart treffen. Wie alle anderen Händler werden wir über eine lange Zeit mit Konsumzurückhaltung leben müssen“, so Göbel.

Städte weisen Kritik des Landes zurück

29. April 2020

Nach Laschet-Auftritt in Talkshow: Kommunale Spitzenverbände loben Engagement der Schulträger

Die Städte, Kreise und Gemeinden appellieren an die Landesregierung, bei der weiteren Öffnung von Schulen behutsam vorzugehen und das Praxiswissen in den Kommunen endlich mit einzubeziehen. Die Wiederaufnahme des Betriebs in der Vorwoche sei dank des großen Engagements in den Schulen und Kommunen trotz unzureichender Vorgaben und sehr später Übermittlung von Informationen durch das Land erfolgreich verlaufen.

Laschet hatte in der TV-Talkshow „Anne Will“ am Sonntagabend angedeutet, die Kommunen in Nordrhein-Westfalen seien auf die Schulöffnung nicht ausreichend vorbereitet gewesen und hätten etwa nicht rechtzeitig Desinfektionsmittel beschafft: „Was habt Ihr denn gemacht?“ Der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Baranowski nannte die Äußerungen Locker-Laschets „dreist und gänzlich unzutreffend“.

„Das Land muss den Trägern und den Schulen rechtzeitig sagen, worauf sie sich im Einzelnen vorbereiten müssen. Den Schulbetrieb unter völlig neuen Voraussetzungen zu organisieren, braucht genügend Vorlaufzeit“, so die Vertreter der kommunalen Spitzenverbände. „Wegen der neuen Abstandsregeln passt in die Räume nur noch ein Bruchteil der Kinder. Bis heute wissen wir nicht, wie eine zeitliche Staffelung des Unterrichts aussehen soll. Dabei erfordert ein solcher Systemwechsel eine komplett neue Einteilung von Unterrichtszeit, Räumen und Personal.“

Schuldzuweisungen, die Kommunen hätten sich nicht rechtzeitig auf die Öffnung der Schulen vorbereitet, seien bei der Bewältigung der Corona-Pandemie nicht hilfreich und belasten das Vertrauensverhältnis der Kommunen zur Landesregierung. Die öffentliche Kritik des Ministerpräsidenten und der Schulministerin entbehre zudem jeglicher sachlicher Grundlage.

Schon acht Tage vor der Wiederaufnahme des Betriebs am 23. April habe man dem Land einen ausführlichen Fragenkatalog vorgelegt mit der dringenden Bitte, die wichtigsten Unklarheiten zu beseitigen. Das Land sei dieser Bitte leider nur verzögert und auch nur in Teilen nachgekommen, so die kommunalen Spitzenverbände.

Im Bereich der Hygieneanforderungen habe es zwar vier Tage vor Schulöffnung Hinweise des Landes gegeben, doch hätten diese vielfach zusätzliche Fragen aufgeworfen. Unter anderem sei verlangt worden, den Zugang zu Desinfektionsmitteln vor dem Eintritt in den Unterrichtsraum zu ermöglichen, obwohl in der Praxis das Händewaschen mit Seife vollkommen ausreiche und eine flächendeckende Ausstattung mit Desinfektionsspendern in nur drei Tagen nicht ansatzweise umsetzbar gewesen sei.

„Bis heute ist zudem die Frage offen, was passieren soll, wenn ein Schüler oder ein Lehrer positiv getestet wird. Das wird passieren, selbst bei strengsten Hygienestandards. Ob nur der betroffene Schüler oder Lehrer in Quarantäne geht, die ganze Klasse oder die gesamte Schule wieder heruntergefahren werden soll, ist keine Frage, die situativ vor Ort entschieden werden sollte. Ein Flickenteppich an Regelungen für den Umgang mit dem Coronavirus wird nicht dazu beitragen, das Vertrauen in den Staat zu stärken“, so die Vertreter der kommunalen Spitzenverbände.

Corona-Symptome? Anruf beim Gesundheitsamt!

28. April 2020

Die aktuelle Corona-Statistik. Grafik: Stadt Hagen.

Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen ruft alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich bei Krankheitssymptomen wie Husten, Schnupfen, Fieber oder Atemnot mit der Corona-Hotline unter 02331/207-3934 in Verbindung zu setzen, um einen Termin für einen Test auf das Virus zu vereinbaren.

Die Sprechzeiten der Hotline sind montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr und am Wochenende von 8 bis 18 Uhr. Nach einem telefonischen Beratungsgespräch wird, wenn nötig, ein Termin im Coronatestzentrum auf dem Friedensplatz in Altenhagen vereinbart. Durch das „Drive In“-System können viele Menschen unter hygienischen Bedingungen getestet werden. Die vorherige Terminabsprache mit dem Gesundheitsamt ist dabei zwingend notwendig.

Was nicht passt, wird passend gemacht

28. April 2020

OB und Dezernent Keune verkehren Erlass ins Gegenteil

Mit Vehemenz versucht die Verwaltung, Training von Berufsmannschaften im Sportbusiness in städtischen Sportanlagen wieder zu ermöglichen. Obwohl eine Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen genau das wegen der Coronapandemie untersagt.

Die Hagener Gemengelage aus Dauerkarteninhabern in der Stadtspitze, Vereinsfunktionären mit Verankerung im politischen Raum und zweifelhaften Immoblienmagnaten, die als Sponsoren in Rat- und Pressehaus als hochwillkommen gelten, hat den Boden dafür bereitet, dem sportaffinen Unterhaltungsgewerbe eine Extrawurst zu braten.

Nach einem Bericht von DOPPELWACHOLDER.DE hatte die SPD-Fraktion im Hagener Rat gefragt, „aus welchen Gründen und auf welcher Rechtsgrundlage städtische Sportanlagen während der Gültigkeit der Coronaschutzverordnung für den Trainingsbetrieb der Profisportler geöffnet wurden“.

Die Regelung der Verordnung des Landes ist eindeutig: „Untersagt sind jeglicher Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen sowie alle Zusammenkünfte in Vereinen, Sportvereinen, sonstigen Sport-und Freizeiteinrichtungen.“ Davon ausgenommen ist lediglich das Training von Berufssportlern auf dem „von ihrem Arbeitgeber bereitgestellten Trainingsgelände“, so der Erlass.

Die OB-gesteuerte Verwaltung dichtet diese mehr als eindeutige Regelung kurzerhand ins Gegenteil um. In einer von Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Dezernent Henning Keune unterzeichneten Stellungnahme heißt es:

„Bei dem „von ihrem Arbeitgeber bereitgestellten Trainingsgelände“ muss es sich für die Berufssportler nicht um eine vereinseigene Anlage handeln. Dies bedeutet, dass auch die Sportstätten, die üblicherweise für den Trainings-und Spielbetrieb zur Verfügung stehen, entsprechend auch genutzt werden können.“

Dreister geht’s nicht. Öffentliche Einrichtungen, die mit Steuergeldern finanziert wurden, werden damit einfach so entgegen der Verordnung des Landes als Verfügungsmasse privater Unternehmungen deklariert, um die Unterhaltungsgelüste von OB Schulz und Co. zu befriedigen – dreister lässt sich der Diebstahl aus der Brieftasche der Bürger nicht darstellen.

Nur dort zum Klo, wo „Klo“ draufsteht

28. April 2020

Verwaltung will auf HFA-Sitzung „einstimmen“

Mit einem Merkblatt möchte die Stadtverwaltung die Volksvertreter „auf das, was Sie am Sitzungstag vorfinden werden, einstimmen“. Dies soll ihnen „die Orientierung erleichtern“ und möglichst alle Fragen beantworten.

Dazu offeriert die Verwaltung allerlei sinnvolle Bitten und Empfehlungen:

Bitte bringen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung mit und tragen Sie diese während Ihres gesamten Aufenthalts.

Wasserflaschen mit Schraubverschluss stehen kostenlos zur Verfügung. Bitte bedienen Sie sich ausschließlich für sich selbst und verteilen Sie keine Flaschen!

Namensschilder sind auf den Tischen im Ratssaal aufgestellt. So finden Sie leichter Ihren Platz und vermeiden unnötige Begegnungen im Raum.

Eher kurios muten zwei weitere Empfehlungen an:

„Bitte bringen Sie Ihren eigenen Kugelschreiber mit.“ Was will uns das sagen? Dass unsere geliebten Ratsvertreter bisher auf städtische Stifte zurückgreifen mussten, weil sie am Hungertuch nagen? Oder dass sie die Bereitstellung von Schreibutensilien seitens der Kommune bisher als Teil der Daseinsvorsorge für notleidende Volksvertreter betrachtet haben?

Und: „Bitte benutzen Sie zum Betreten und Verlassen der Sanitäranlagen ausschließlich die dafür gekennzeichneten Türen.“ Ja, was denn sonst? Obwohl so manche Ratsentscheidung eher dazu geeignet ist, durch die Wand zu gehen.

„Ohne Osthaus kein Bauhaus“

28. April 2020

Neuer Film rund um Hagener Impuls und Bauhaus

„Ohne Osthaus kein Bauhaus“ – das zeigt ab sofort der neue Film „Bauhaus – der Hagener Impuls“. Dieser thematisiert insbesondere die große Bedeutung Hagens in Bezug auf das Bauhaus, das im Vorjahr 100 Jahre alt wurde und dessen Jubiläum auch Hagen groß feierte. In dem rund 20-minütigen Film erläutern mehrere Experten, für welche Folgen der Hagener Impuls sorgte.

Der Folkwang-Gründer und Hagener Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus hatte einen bedeutenden Anteil daran, dass Walter Gropius im Jahr 1919 das Bauhaus in Weimar gründen konnte. Ohne seine Unterstützung hätte Gropius keine so steile Karriere erleben können und nicht die Anerkennung gefunden, die schließlich zu seiner Berufung nach Weimar führte.

Osthaus selbst gründete derweil in Hagen nicht nur das erste Museum für zeitgenössische Kunst, sondern lockte auch berühmte Architekten wie Henry van de Velde, Peter Behrens und Johannes Ludovicus Matteus Lauweriks in die Volmestadt, wo deren herausragende Bauten noch heute zu bewundern sind.

Mit dieser Baukultur, die als Hagener Impuls in die Kulturgeschichte einging, entwickelte sich Hagen zum Nährboden für die Moderne und hatte einen entscheidenden Einfluss bei der Entstehung des Bauhauses. Auch die Hagener Textilindustrie profitierte davon, indem Motive des Industriedesigners Peter Behrens für den Stoffdruck der Firma Elbers Verwendung fanden.

Thyssenkrupp streicht 160 Stellen in Hohenlimburg

28. April 2020

Thyssenkrupp hat gestern eine umfangreiche Restrukturierung der deutschen Standorte des Geschäftsbereichs Federn und Stabilisatoren beschlossen. Der Standort Hagen-Hohenlimburg soll produktseitig neu ausgerichtet und zu einem Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Fertigung von Federn und Stabilisatoren umgebaut werden.

Durch die „Optimierung der Produktionsprozesse“, so die Formulierung von Thyssenkrupp, entfallen bis Anfang 2022 in Hagen rund 160 Stellen. In den anstehenden Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaften werden die Details für eine sozialverträgliche Restrukturierung festgelegt.

Am Standort Hagen-Hohenlimburg werden seit 1925 Federn für Kunden aus der Automobilindustrie produziert. Derzeit ist hier eine Stammbelegschaft von rund 400 Mitarbeitenden beschäftigt. Zukünftig sollen alle Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten der Federn- und Stabilisatoren-Gruppe in Deutschland in Hohenlimburg gebündelt werden. Das umfasst den Prototypenbau, die Fertigung von Stabilisatoren für Kleinserien und das Ersatzteilgeschäft sowie die Federnproduktion für schwere Pkw bzw. Elektrofahrzeuge.

Virtuelle Bürgersprechstunde der Grünen

28. April 2020

Die Hagener Grünen laden am 29.04.2020 um 18 Uhr zu einer virtuellen Bürgersprechstunde ein. Zu Gast ist Katharina Dröge, wirtschaftspolitsche Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, sowie Parlamentarische Geschäftsführerin und Mitglied des Fraktionsvorstandes.

Die Corona Pandemie bringt immense gesundheitspolitische und gesellschaftliche Herausforderungen mit sich, dies hat auch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen. Viele Unternehmen müssen jetzt längere Ausfälle des kompletten Umsatzes verkraften, besonders Soloselbstständige und kleine Unternehmen sind hart betroffen. Die deutsche Wirtschaft wird dieses Jahr eine tiefe Rezession erleben.

Die Grünen haben im Bundestag eine Reihe von Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung unterstützt, weil zentrale Forderungen der Partei aufgegriffen wurden. In einigen Punkten geht das Handeln der Bundesregierung aber nicht weit genug. Und auch jetzt bei den ersten Lockerungen gibt es viele offene Fragen.

Aus diesem Grund wollen die Grünen mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen und Sorgen und Lösungen diskutieren. Anmelden können sich Interessierte unter kv@gruene-hagen.de. Bei Rückfragen stehen die Grünen auch unter: 02331 – 333822 zur Verfügung.

Aus „Dietmar“ wird „Mopsi“

28. April 2020

Hasper Esel findet am Mops ein neues Zuhause

Die drei von der Krankstelle: Heinrich Beckmann, Geschäftsführer der Firma Eugen Demmler, Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser und Olaf Heinrich, Geschäftsführer des Hasper Krankenhauses. Foto: Astrid Nonn.

„Das wird den Genesungsprozess der Patienten erheblich fördern“, meint Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser, nachdem eine seiner Eselsfiguren vor dem Ev. Krankenhaus Haspe ein neues Zuhause gefunden hat. Passend zum Standort wurde das Trumm in „Mopsi“ umgetauft.

Eigentlich stand das Kitschobjekt in der Hasper Fußgängerzone. Dort wurde der Esel, im Volksmund „Dietmar“ genannt, aber stark beschädigt; offensichtlich teilen nicht alle Hasper die Geschmacksverirrungen Dietmar Thiesers und seines Umfeldes.

Heinrich Beckmann, Geschäftsführer eines Hasper Baustoffhandels, fackelte nicht lange und nahm persönlich die Restaurierung des Esels in Angriff. „Es war wirklich viel kaputt“, erzählt Beckmann. „Nach und nach habe ich nach Feierabend das gute Stück mit Glasfasergewebe wieder repariert.“

Ob es bei dem naheliegenden Verdacht, dass auch bei Thieser und seiner Hasper Bezirksvertretung „wirklich viel kaputt“ ist, es dort ebenfalls einen Versuch wert wäre, „mit Glasfasergewebe“ das Eine oder Andere zu reparieren und ob die Zeit „nach Feierabend“ dazu ausreichen würde – wer weiß das schon?

Auf der Fakebook-Seite des Lokalkompass Hagen (dahinter verbirgt sich das Funke-Reklameblatt Stadtanzeiger) hat ein Leser treffend kommentiert:

Mopsi soll Patienten, die im Mops um ihre Gesundheit und ihr Leben kämpfen, inmitten der Coronaviruspandemiekrise beglücken, womit die BV, der Hasper Kirmes- und Brauchtumsverein in Personalunion mit der Hasper SPD ihre klientelistische Symbolpolitik betreiben und damit von wesentlich wichtigeren Problemen der Hasper Bürgerinnen und Bürger in Thiesers Kiez durch PR- und Öffentlichkeitsarbeit ablenken will.

Symbolpolitik, Ablenkungsversuche, Luxusprobleme verwöhnter Bequemlichkeitsfans, Ressourcenverschwendung (die Anschaffung der Esel ist eine Missachtung des Hagener Notstandshaushaltes) und Klientelismus, um Thiesers und das lädierte Image der Hasper SPD aufzupolieren, indem ein Maskottchen des Kirmes- und Brauchtumsvereins zweckentfremdet wird.

Es wäre besser gewesen, die Hasper SPD hätte Masken, Hygiene, Desinfektionsmittel, Schutzmaterial, Medikamente, medizinisches Material an das Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe gespendet, als den Patienten eine Gelegenheit zu geben, auf dem Esel rumzureiten. Ausserdem fehlt dem Esel eine Maske, damit Symbolpolitik vollständig ist.

Aktuelle Corona-Zahlen für Hagen

27. April 2020

Stand: 27.04.2020, 0:00 Uhr. Grafik: Stadt Hagen

„Hagener Wälder brauchen unseren Schutz, damit wir weiterhin Schutz in unseren Wäldern finden können“

27. April 2020

Die Hagener Grünen sorgen sich um den heimischen Wald, der durch die anhaltende Dürre gefährdet ist. Sie fordern eine stärkere Berücksichtigung des Schutzes unserer Wälder in der Hagener Stadtpolitik.

Dazu erklärt Kreisverbandssprecher Rolf L. Willaredt: „Eine unbedachte, rückschrittliche Emissions- und Energiepolitik setzt seit Jahrzehnten besonders unseren Wäldern zu. Nun brennen die Wälder selbst im Sauerland und auf Hagener Gemarkung, was man bisher nur aus der Sommerzeit heißer südeuropäischer Ländern kennt.“

Trotz Corona-Pandemie müsse kommunalpolitisch in Hagen weiter daran gearbeitet werden, das Ausmaß des Klimawandels zu begrenzen. Beim „Hochfahren“ des Wirtschafts- und Privatlebens während und nach der Corona-Zeit sei es deswegen die Aufgabe, durch eine präventive Politik in der Mobilität und in der Energie zur Abflachung der Temperaturkurve beizutragen. Nur durch intelligente, zukunftsfähige Kreisläufe, die das CO² und andere Emissionen nachhaltig begrenzen, seien unsere Wälder zu schützen, die nicht nur holzwirtschaftliche Interessen abdecken, sondern Sauerstoff und ein Naturbad für die Corona-Geschädigten darstellen.

Und er bewegt sich doch …

27. April 2020

Während Amtsinhaber Erik O. Schulz inzwischen sein fünftes Durchhaltevideo zur Coronakrise veröffentlicht hat, zeigt auch Wolfgang Jörg, SPD-Herausforderer im Rennen um den Sessel des Oberbürgermeisters, ein Anzeichen von Aktivität: Er hat sein Profilbild bei Fakebook geändert. Immerhin.

Screenshot: FB

So ziemlich jeder wird neidlos anerkennen, dass der Kandidat so schon viel staatstragender rüberkommt als vor dem alten in schweinchenrosa gehaltenen Hintergrund. Daneben versucht Jörg weiter mit seinem bahnbrechenden Wahlkampfslogan „Noch ist es nicht soweit …“ Wähler für sich zu gewinnen. Da kann man nur viel Erfolg wünschen.

Corona-Statistik Hagen – Stand: 26.04., 0:00 Uhr

26. April 2020

Grafik: Stadt Hagen

Stadtfinanzen: Schulden steigen wieder

26. April 2020

In nur sechs Wochen 26,3 Millionen Euro mehr

Das Volumen der Hagener Liquiditätskredite hat sich innerhalb von sechs Wochen überraschend erhöht. Hatten es die Schulden für Überziehungen der städtischen Konten (um es vereinfacht auszudrücken) im 3. und 4. Quartal 2019 mit 998,4 bzw. 997,2 Millionen Euro noch knapp unter die magische Milliarden-Grenze geschafft, wurde zum 21.02.2020 mit 987,5 Millionen ein Tiefpunkt erreicht.

Zum 03.04.2020 war die Milliarde wieder gerissen; der Schuldenstand lag bei 1.013,8 Millionen Euro und damit um 26,3 Millionen höher als nur anderthalb Monate zuvor. So ist es dem Bericht zur Haushaltslage zu entnehmen, der dem Haupt- und Finanzausschuss, der momentan als Ratsersatz dient, am Donnerstag präsentiert wird.

Zu den Ursachen des neuen Finanzlochs äußert sich der Bericht nicht. Laut Controllingbericht zum Haushaltssicherungsplan für das 1. Quartal 2020 läuft alles wie geschmiert: „Die sich verschlechternden Maßnahmen können durch Verbesserungen kompensiert werden, so dass der Gesamtkonsolidierungsbetrag 2020 gehalten wird.“ Im Vergleich zum Plan ergibt sich sogar eine kleine Verbesserung in Höhe von 80.000 Euro.

Die Coronakrise kann es zum Stichtag 03.04.2020 auch noch nicht gewesen sein und die Zinsen verharren weiter auf niedrigstem (negativem) Niveau. Woher kommt also das Finanzloch? Auf eine plausible Erklärung darf man gespannt sein.

Aktuelle Zinssätze für Liquiditätskredite in Prozent, in Klammern sind jeweils die Vorjahreszahlen genannt. Die Abschlüsse erfolgen mit laufzeiten- und bonitätsabhängigen Margenaufschlägen (Quelle: Bericht zur Haushaltslage).

Hinweis: In einer früheren Version dieses Beitrags wurde ein Schuldenanstieg von 16,6 Mio. Euro genannt; dieser bezog sich auf die Differenz zum Jahresanfang.

Andere Städte, andere Fähigkeiten

26. April 2020

Coronaschutz: Hamm stellt Masken für alle Schüler

Die Stadt Hagen zeigte sich nicht dazu in der Lage, zum (verfrühten) Schulstart am Donnerstag diejenigen Schüler, die bereits zum Unterricht erscheinen mussten, mit einer ausreichenden Zahl von Mund-Nasen-Masken auszustatten.

Die u.a. für Schulen zuständige Beigeordnete Margarita Kaufmann musste einräumen, „dass es sich bei den Masken nur um einen geringen Bestand handelt, der ausdrücklich nur an diejenigen Schülerinnen und Schüler ausgegeben werden soll, die tatsächlich nicht über eine eigenen Mund- und Nasenschutz verfügen.“

Ganz anders verfuhr dagegen die – gemessen an der Einwohnerzahl – etwa gleich große Stadt Hamm. Im Laufe des Mittwochs wurden Einmal-Handschuhe und insgesamt knapp 30.000 wiederverwertbare Masken an die Schulen ausgeliefert, sodass jeder der 3.400 betroffenen Schüler, jede Lehrkraft sowie weiteres Personal am Donnerstag kostenlose Masken der Stadt erhielt. Zusätzlich hierzu werden an den ersten Schultagen Einwegmasken in den Schulbussen, die wieder normal fahren, verteilt.

„Die letzten Tage waren ohne Frage ein großer Kraftakt und es werden sicherlich an der einen oder anderen Stelle auch Probleme auftreten. Aber wir sind gut vorbereitet, in enger Abstimmung mit den Schulen und ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam die schrittweise Rückkehr des Schulbetriebs in Hamm hinbekommen“, gab sich Hamms Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann (CDU) optimistisch.

Zum Start der Maskenpflicht am Montag bietet Hamm Einzelhändlern an, dass sie für ihre Kunden Einmal-Masken bekommen können und stellt rund 300.000 Masken zum Selbstkostenpreis zur Verfügung. Die Stadt geht davon aus, dass die größeren Anbieter wie Ketten davon keinen Gebrauch machen, sondern sich selbst versorgen werden. Hamm möchte aber vermeiden, dass zum Start kleinere Geschäfte und Einzelhändler unter dem neuen Erlass leiden, weil Kunden keine Masken haben.

Quarantäne in Wehringhausen aufgehoben

25. April 2020

Die aktuelle Corona-Statstik für Hagen, Stand: 25.04., 0:00 Uhr. Grafik: Stadt Hagen

Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen hat die vorsorglich für zwei Mehrfamilienhäuser im Stadtteil Wehringhausen angeordnete Quarantäne größtenteils aufgehoben. Damit endet auch der Einsatz des Ordnungsamtes vor Ort. Dieser wurde notwendig, nachdem sich einige auf das Coronavirus positiv getestete Bewohner entgegen einer entsprechenden Anordnung in der Öffentlichkeit bewegten.

Aufgrund der guten Zusammenarbeit der beteiligten Behörden und insbesondere des Einsatzes der Mitarbeiter des Quartiersmanagements, welche unter den Bewohnern vermittelten und diese während der Quarantäne versorgten, konnte die Situation beruhigt werden.

Bericht zur Lage im „Konzern Stadt“ erwartet

25. April 2020

Die Fraktion Bürger für Hohenlimburg / Piraten Hagen fordert die Verwaltung auf, in Zusammenarbeit mit den Vorständen, Geschäftsführern und sonstigen relevanten Verantwortlichen vor dem Hintergrund der Corona-Krise aktuelle Berichte zur wirtschaftlichen Lage sowie zur Arbeitssituation in allen stadteigenen Unternehmen sowie allen Unternehmen, an denen die Stadt Hagen beteiligt ist, zu erstellen und schnellstmöglich im Haupt- und Finanzausschuss vorzustellen.

Die Corona-Krise habe zu erheblichen wirtschaftlichen Verwerfungen auch in den stadteigenen Unternehmen geführt, des Weiteren je nach Arbeitssituation zu erheblich veränderten Bedingungen bzw. zu Modifikationen und Einschränkungen bezüglich der Arbeitsabläufe, so die Fraktion.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei überdies nicht klar, wann die Aufsichtsgremien dieser Unternehmen wieder regulär tagen könnten. Es sei daher von erheblicher Wichtigkeit, den Fraktionen im HFA die aktuelle Lage der stadteigenen Betriebe sowie der Betriebe unter städtischer Beteiligung darzulegen und diesbezügliche Handlungsoptionen aufzuzeigen. Basierend auf den Berichten sollten weitere ggf. notwendige Beschlüsse getroffen werden können.

HEB soll Müllannahme wieder ermöglichen

25. April 2020

Der Hagener Entsorgungsbetrieb soll die massiven Einschränkungen bei der Müllannahme schnellstmöglich zurückfahren. Dies fordert die FDP-Fraktion angesichts der starken Nachfrage und der zunehmenden wilden Entsorgung von Sperr- und Restmüll.

„Wir können bis heute nicht nachvollziehen, warum die Annahme von Restmüll, Elektroschrott und Sperrmüll vollständig gestoppt wurde. Gerade an der Müllverbrennungsanlage ist es problemlos möglich, entsprechend Abstand zu halten und den Zugang auf ein notwendiges Mindestmaß zu reduzieren. Es ist keinesfalls so, dass hier vor Ausbruch der Krise eine große Anzahl von Mitarbeitern ständig direkten persönlichen Kundenkontakt hatte. Vielmehr ist es dort möglich, die Anlieferung mit der ausreichenden Distanz zu überwachen“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende Claus Thielmann die Einschränkungen.

Die restriktive Politik des HEB sei auch mitverantwortlich für die wieder steigende Anzahl von wilden Müllablagerungen im Stadtgebiet: „Wir beobachten, dass gerade in den ohnehin stark von diesem Problem betroffenen Vierteln, aber auch in Außenbereichen das Problem wieder zunimmt. Natürlich gibt es keine Entschuldigung für illegale Entsorgung. Trotzdem ist es in Zeiten, wo Menschen vermehrt Zeit haben ihre Keller auszuräumen oder ihren Garten auf Vordermann zu bringen nicht nachvollziehbar, dass es kaum Möglichkeiten gibt, den Müll entsprechend abzugeben“, so Thielmann weiter.

Er begrüße zwar, dass der HEB inzwischen die Abgabe von Grünschnitt ermöglicht und eine Sperrmüllsammlung am Pfannenofen für Samstag angekündigt hat. Dies reiche aber nicht aus und werde nur dazu führen, dass der zu erwartende große Andrang neue Probleme bringt.

ExtraSchicht wird abgesagt

25. April 2020

Die diesjährige ExtraSchicht muss wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Die Nacht der Industriekultur hätte am 27. Juni zum 20. Mal die Metropole Ruhr bespielen sollen. Spielort in Hagen wäre das Elbers-Gelände gewesen.

Die Ruhr Tourismus GmbH hatte bis zum letzten Moment an Alternativkonzepten gearbeitet, um beispielsweise die Anforderungen an die geltenden Abstandsregeln erfüllen zu können. Die Durchführung einer Veranstaltung Ende Juni mit über 250.000 Besuchern sei aber derzeit nicht verantwortbar, so die RTG. Eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr ist wegen des großen organisatorischen Aufwandes nicht möglich.

Das Geld für bereits erworbene Tickets wird zurückerstattet. Wurde das Ticket im Onlineshop erworben, wird die Buchung storniert. Wer ein Ticket an einer Vorverkaufsstelle erworben hat, bekommt das Geld dort zurück. Sollte die Vorverkaufsstelle bis auf Weiteres geschlossen bleiben, bitte eine Mail an info@extraschicht.de.

„Mord am Hellweg X“ verschiebt sich um ein Jahr

25. April 2020

Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit

Das internationale Krimifestival „Mord am Hellweg X“ fällt dieses Jahr auch in Hagen aus und soll dafür vom 18. September bis 13. November 2021 stattfinden. Diese Entscheidung haben die Veranstalter aufgrund der anhaltenden Unwägbarkeiten durch die Corona-Krise getroffen.

Alle zwei Jahre organisiert das Kulturbüro der Stadt Hagen zusammen mit der Festivalleitung Lesungen an verschiedenen Hagener Orten. Darunter sind große Veranstaltungen wie die Kriminacht im Kunstquartier, Lesungen im Theater an der Volme oder die politische Nacht im Kulturzentrum Pelmke.

In diesem Jahr hatten die Organisatoren erstmals geplant, die Veranstaltungen der Stadtbücherei mit dem Untertitel „Mörderischer Herbst“ unter dem Dach des Festivals stattfinden zu lassen. Für das Publikum war es in der Vergangenheit immer wieder faszinierend, hochkarätige Autoren sowie deutsche Schauspiel-Stimmen bei den Lesungen persönlich zu erleben.

„Mord am Hellweg ist ein internationales Festival, das durch seine Größe mit mehr als 200 Lesungen und weit über 400 Mitwirkenden einen langen Planungsvorlauf hat, nun aber durch die derzeitigen Einschränkungen vor großen Planungsunsicherheiten steht; und es ist schon jetzt absehbar, dass viele Veranstaltungen nicht mehr so stattfinden könnten, wie wir es uns vorgestellt haben.

Trotzdem möchten wir unseren Besuchern ein Festival in der Qualität und Quantität bieten, die sie von uns gewohnt sind. Das wird in diesem Jahr in der Form nicht annähernd möglich sein, weshalb wir in enger Abstimmung mit unseren Unterstützern und Förderern, insbesondere dem Land NRW, leider die schwere Entscheidung treffen mussten, das Festival zu verschieben“, so die Erklärung der Festivalleitung.

Die Festivalleitung arbeitet bereits unter Hochdruck daran, jene Veranstaltungen, deren Tickets sich schon im Vorverkauf befinden, um genau ein Jahr zu verschieben. Für einige Veranstaltungen mit internationalen und nationalen Bestsellerautoren sowie weiteren Künstlern sind bereits neue Termine für den Herbst 2021 in Aussicht.

So haben unter anderem Jussi Adler-Olsen, Sebastian Fitzek oder Klaus-Peter Wolf zugesagt, ihre geplanten Lesungen zu verschieben. Das Gleiche gilt für den „VIKTOR CRIME AWARD“ sowie die Verleihung des Europäischen Preises für Kriminalliteratur. Das Erscheinen des Jubiläumsbandes „Mord am Hellweg X“ mit namhaften Autoren wie Ben Aaronovitch, Doris Gercke oder Jan Costin Wagner verschiebt sich genauso wie die hochkarätig besetzte Tagung „Zur Ästhetik des Kriminalromans“. Diese soll vom 1. bis 3. Oktober 2021 stattfinden.

Bereits gekaufte Karten für das Krimifestival behalten ihre Gültigkeit, wenn die jeweilige Veranstaltung auf das nächste Jahr verlegt werden kann. Weitere Informationen zu den neuen Terminen und Tickets folgen in den nächsten Wochen unter anderem auf der Internetseite www.mordamhellweg.de.

Ab Montag Maskenpflicht im ÖPNV

24. April 2020

Die Hagener Corona-Zahlen vom 24.04., 0:00 Uhr. Grafik: Stadt Hagen.

Entsprechend der Verordnung der NRW-Landesregierung gilt ab Montag, 27.04.2020, die Maskenpflicht auch in den Hagener Bussen; dies gilt ausdrücklich auch für den Schülerverkehr.

Besonders Stoßzeiten sollten bei der Nutzung des ÖPNV möglichst gemieden werden. Um einen größtmöglichen Abstand einzuhalten, gilt es Gedränge beim Ein- und Ausstieg zu vermeiden. Auch an den Haltestellen sollten die Abstände möglichst groß sein.

Es wird empfohlen, so wenig wie möglich im und am Bus zu berühren oder Handschuhe zu tragen. Um unnötige Berührungen mit Haltestangen und -griffen zu vermeiden, gilt es die Sitzplätze zügig einzunehmen und erst nach Halt des Busses zu verlassen.

Profitraining in städtischen Sporthallen?

24. April 2020

SPD kritisiert Corona-Krisenstab

Profimanschaften sollen wieder in städtischen Sporthallen trainieren dürfen. So hat es der Corona-Krisenstab unter Vorsitz von Oberbürgermeister Erik O. Schulz beschlossen. Es dürfte allerdings zweifelhaft sein, ob diese Erlaubnis mit einer einschlägigen Verordnung des Landes kompatibel ist.

Nachdem DOPPELWACHOLDER.DE über diese Diskrepanz berichtet hatte, fordert die SPD-Fraktion im Hagener Rat nun die Verwaltung auf, darzustellen, „aus welchen Gründen und auf welcher Rechtsgrundlage städtische Sportanlagen während der Gültigkeit der Coronaschutzverordnung für den Trainingsbetrieb der Profisportler geöffnet wurden“.

Nach Auffassung der SPD widerspricht die Entscheidung des Krisenstabs der Regelung in der Coronaschutzverordnung des Landes vom 16. April 2020:

Untersagt sind jeglicher Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen sowie alle Zusammenkünfte in Vereinen, Sportvereinen, sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen.

Das Training von Berufssportlern auf dem von ihrem Arbeitgeber bereitgestellten Trainingsgelände ist kein Sportbetrieb im Sinne von Absatz 1.

Daraus folgert die Fraktion: „Die Ausnahmeregelung für Berufssportler trifft auf städtische Sportanlagen nicht zu.“ Die „Arbeitgeber“, sprich: die Profivereine, haben ebensowenig eigene Hallen wie etwa ihre Finanziers. Auch wo außen „Krollmann“ dransteht, wie an der Ischelandhalle, ist innen die Kommune – also die Allgemeinheit – drin.

Eine Antwort erwarten die Genossen in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 30. April.

Einheitsblatt stürzt weiter ab

24. April 2020

Auch im 1. Quartal 2020 ging es mit der WPWR in Hagen weiter nur in eine Richtung: nach unten. Um 5,6 Prozent verringerte sich der Verkauf nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Noch im März hatte die Zeitung versucht, den Lesern der gedruckten Ausgabe ihr hinter einer Bezahlschranke verborgenes Online-Angebot schmackhaft zu machen. „Als Abonnent Premiuminhalte gratis lesen!“, tönte das Blatt in teils großflächigen Anzeigen und fragte: „Wussten Sie, dass für unsere Zeitungs- und E-Paper-Abonnenten diese Inhalte weiterhin gratis sind?“

Wer auf den angebotenen Link ging, stellte schnell fest, dass er erst einmal ein neues Abo abschließen sollte und fühlte sich natürlich betrogen.

Das Hauptinteresse von Lesern der Lokalblätter gilt den Ereignissen vor Ort. Für Überregionales stehen bessere Angebote zur Verfügung, seien es – bei aller Kritik auch dort – öffentlich-rechtliche Sender oder gedruckte „Qualitätsmedien“ mit bundesweiter Verbreitung. Trotzdem wird der Lokalteil der WPWR weiter geschwächt.

So hat die Hagener Lokalredaktion seit Jahresanfang eine Stelle weniger, nachdem der ehemalige Verantwortliche, Michael Koch, die Redaktion verließ und seitdem den Titel der Westfalenpost mitgestalten darf. Nachdem DOPPELWACHOLDER.DE darüber berichtet hatte, mokierte sich Koch in einem Kommentar: „Eine ganz leichte Recherche hätte die Falschmeldung verhindern können“, und verwies auf eine Anzeige in einem wie die WPWR von Funke-Medien betriebenen Stellenmarkt.

Dort wurde tatsächlich eine Stelle angeboten, aber schon die Anschrift des Arbeitsorts ließ ernste Zweifel aufkommen: Hohensyburgstraße 65-67 in HA-Bathey. Das ist die Adresse der Funke-Druckerei, nicht die des Pressehauses. Die vakante Stelle in der Lokalredaktion ist bis heute nicht besetzt – soviel zur „Falschmeldung“.

Dazu kommen die qualitativen Mängel in der Redaktion. Die aufzuzählen, würde viele Seiten füllen und vor allem viel Arbeit bedeuten. Daher nur der Hinweis auf zwei Beiträge zum bisherigen Höhepunkt des Jahres (das ja noch lange nicht rum ist):

Endstation Trash
Niveau der WPWR droht ins Bodenlose zu sinken

Tabubruch in Hagen
„Westfalenpost“ fragt Leser: Kennen Sie einen Mörder? Oder eine Frau, die sich nicht rasiert?

Abgesagt – Kein „Vielfalt tut gut“-Festival

24. April 2020

Es wird am 20. Juni still bleiben im Park vor dem Allerwelthaus: Das interkulturelle „Vielfalt tut gut“-Festival muss wegen der Coronakrise ausfallen. Foto: Archiv Allerwelthaus.

Mit großem Bedauern muss das Organisationsteam das „Vielfalt tut gut“ Festival am Samstag, 20. Juni, im Dr.-Ferdinand-David-Park absagen. Das interkulturelle Festival konnte in der Vergangenheit immer wieder zeigen, wie bunt und vielseitig die Hagener Bevölkerung ist. Es ist ein Beweis für die Bereicherung, die unterschiedliche Kulturen für unsere Stadt bedeuten.

Angesichts der Coronakrise können die Veranstalter die Sicherheit aller Beteiligten sowie des Publikums nicht garantieren und sehen sich leider gezwungen, das beliebte Festival abzusagen.

Coronavirus: 20 positive Fälle in Hagener Wohngruppe für Senioren

23. April 2020

Inzwischen 6 mit Corona infizierte Verstorbene – die aktuellen Zahlen aus Hagen. Grafik: Stadt Hagen.

In einer Hagener Wohngruppe für Senioren sind 20 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Hagener Fallzahl im Vergleich zu den Vortagen auffällig gestiegen ist.

Dem Gesundheitsamt der Stadt Hagen wurde von einem Hagener Krankenhaus am vergangenen Sonntag ein positiv getesteter Dialysepatient gemeldet. Dabei fiel auf, dass der Patient in einer privat geführten Hagener Wohngruppe für Senioren lebt. Daraufhin wurden am Montag alle 17 Bewohner und alle sechs Mitarbeiter getestet. Am Dienstag erreichte das Gesundheitsamt die Nachricht, dass der Dialysepatient bis zum 9. April stationär in einem Olper Krankenhaus lag und dabei Kontakt zu einem bestätigten Fall hatte.

Wird Pandemie Europa zu Fall bringen?

23. April 2020

Corona-Bonds könnten auch Hagener Arbeitsplätze sichern

Der Anteil des Außenhandels im verarbeitenden Gewerbe in Hagen beträgt etwa 35 Prozent. Damit ist ebenfalls ein Drittel der Arbeitsplätze in diesem Sektor davon abhängig. Der größte Teil der Im- und Exporte wird mit Ländern der Europäischen Union abgewickelt. Es ist also auch im Hagener Interesse, in der augenblicklichen Situation Europa und vor allem den Euroraum stabil zu halten. Das sehen aber nicht alle so, vorneweg Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die zentrale Frage lautet: Führt die Corona-Pandemie zu einer neuen Finanzkrise, die sogar Europa sprengen könnte? Davor warnen linke wie konservative Wirtschaftswissenschaftler. Sie fordern deshalb Corona-Bonds – gemeinsame Anleihen der Euroländer. Eine Schicksalsfrage für die Europäische Union, über die am Donnerstag die Staats- und Regierungschefs in einer Videokonferenz verhandeln.

Die Mehrheit der EU-Staaten ist für Corona-Bonds. Doch Bundeskanzlerin und Finanzminister hören nicht auf den Rat der Experten. Sie blockieren den Vorschlag mit aller Kraft. Der Grund: Beide haben die Umfragen im Blick – in Deutschland sind die Bonds erschreckend unpopulär.

Wahrscheinlich wissen zu wenige, wie sie funktionieren. Das wollen die Kampagnenplattform Campact und die Bürgerbewegung Finanzwende ändern und haben gemeinsam ein Video produziert.

Was genau sind Corona-Bonds? Warum kann die Corona-Krise ganz Europa zu Fall bringen? Und haben die EU-Finanzminister nicht gerade erst ein großes Rettungspaket beschlossen? Diese Fragen beantworten verschiedene Experten per Video im Homeoffice.

Mit dabei der ehemalige Wirtschaftsweise Professor Peter Bofinger, die Politiker Elmar Brok (CDU) und Sven Giegold (Grüne) sowie die taz-Wirtschaftsexpertin Ulrike Herrmann.

Schulstart: Nur geringer Bestand an Masken

23. April 2020

Stadt wartete vergeblich auf eine Rückmeldung der Locker-Laschet-Regierung zu den erforderlichen Hygienestandards

„Wir werden dafür sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler, die am Donnerstag ohne einen eigenen Mund- und Nasenschutz in der Schule erscheinen, mit einer Einmalmaske versorgt werden können. Außerdem wird jede geöffnete Schule seitens der Stadt mit Handdesinfektionsmitteln ausgestattet, die vor dem Betreten der Gebäude von den Schülerinnen und Schülern zu nutzen sind.“

Mit dieser – laut Stadt „klaren“ – Botschaft der Beigeordneten für Bildung, Margarita Kaufmann, hat sich die Schulverwaltung gestern an alle Schulleiterinnen und Schulleiter jener Schulen gewandt, die ab heute ihre Türen für die Abschlussjahrgänge wieder öffnen.

So „klar“ ist die Botschaft allerdings längst nicht, denn Margarita Kaufmann bestätigt nur, sie „gehe davon aus“, dass die bisher in die Wege geleiteten Maßnahmen zu Abstandsregelungen, Mund-Nieß-Hygiene, täglicher Reinigung von Sanitäranlagen und Handkontaktflächen sowie deren Desinfektion den hygienischen Anforderungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) entsprechen.

Die Beigeordnete glaubt, „dass wir so mit großer Sorgfalt und viel Engagement gemeinsam dafür sorgen können, dass die Kinder und Jugendlichen wie auch die Lehrkräfte in den Schulen vor der Infektion mit dem Virus bestmöglich geschützt sind“. Glauben heißt aber nicht wissen. Und für etwas sorgen können bedeutet noch lange nicht, tatsächlich für etwas zu sorgen.

Margarita Kaufmann musste denn auch einräumen, „dass es sich bei den Masken nur um einen geringen Bestand handelt, der ausdrücklich nur an diejenigen Schülerinnen und Schüler ausgegeben werden soll, die tatsächlich nicht über eine eigenen Mund- und Nasenschutz verfügen.“

Auch die Regierung von Locker-Laschet war schnell dabei, als es um die Wiedereröffnung von Möbelgeschäften ging. Doch die für Mittwoch seitens der Stadt erwartete, klarstellende Rückmeldung des Landes zu den tatsächlich erforderlichen Hygienestandards in den zu öffnenden Schulen lag der Verwaltung bis zum Abend nicht vor.

Damit scheinen sich die Befürchtungen der Stadtschulpflegschaft zu bestätigen, die in einem Schreiben an den Fachbereich Bildung ausreichende Hygiene- und Schutzmaßnahmen seitens der Stadt als Schulträger in Zweifel gezogen hatte:

„Wir als Stadtschulpflegschaft fordern eine konkrete Antwort, ob Sie alle hygienischen Voraussetzungen an den Schulen umgesetzt haben, oder wie diese noch bis zum 23.04.2020 umgesetzt werden sollen.

Unabhängig von der durch Corona aktuell geprägten Situation sind die hygienischen Voraussetzungen an vielen unserer Hagener Schulen mangelhaft. Dies betrifft das sanitäre Inventar und die bisherigen Reinigungsintervalle. Beide stellen keine Sicherheit vor Infektionen jeglicher Art dar.

Wir wollen unsere Kinder in dieser beunruhigenden Zeit mit gutem Gewissen in die Schule schicken!

Wir fordern von Ihnen als Schulträger die klare Einhaltung der Hygienemaßnahmen und dass Sie uns Eltern eine positive und somit entlastende Rückmeldung geben.“

Die jetzigen Einlassungen der Schuldezernentin dürften die Stadtschulpflegschaft kaum zufrieden stellen.

„Muschelsalat“ und „Schwarzweissbunt“ abgesagt

23. April 2020

Bedingt durch das Coronavirus müssen zwei bekannte Hagener Festivals abgesagt werden: „Schwarzweissbunt“ und der „Muschelsalat“. Eine Absage zum jetzigen Zeitpunkt ist notwendig, da es sich um Großveranstaltungen handelt, die laut der Coronaschutzverordnung bis zum 31. August nicht gestattet sind. Auch die Umsetzung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen ist vor Ort nicht in ausreichendem Maße zu gewährleisten.

Der Muschelsalat ist seit über drei Jahrzehnten ein Höhepunkt im Hagener Sommer. Unter dem Motto „mittwochs, umsonst und draußen“ bieten die Organisatoren über mehrere Wochen eine abwechslungsreiche Veranstaltungsreihe. Dementsprechend groß ist auch der Andrang und das Festival muss als Großveranstaltung eingestuft werden.

Das Kulturfestival Schwarzweissbunt steht für persönliche Begegnungen und bereichert den Veranstaltungskalender mit über 30 Veranstaltungen. In Anbetracht der nicht gewährleisteten Sicherheit von Akteuren und Publikum, sehen sich die Organisatoren zur Absage gezwungen.

Warnung vor Waldbrandgefahr

23. April 2020

Waldbrandgefahr auch im Frühjahr: Aus gegebenem Anlass weist die Fachleitung Forst des Wirtschaftsbetriebes Hagen (WBH) die Bürgerinnen und Bürger auf das Rauchverbot im Wald vom 1. März bis 31. Oktober nach Paragraf 47 des Landesforstgesetzes hin. Das Rauchen auf Waldwegen und Bänken ist in dieser Zeit ebenfalls verboten.

Das Rauchverbot ab dem 1. März erscheint zunächst überaus früh. Jedoch herrscht nicht nur im heißen Hochsommer akute Waldbrandgefahr. Auch im trockenen Frühjahr, wie es derzeit der Fall ist, sind Laub, Nadeln und Äste des letzten Jahres schnell entzündlich. Durch die noch nicht volle Belaubung der Bäume kann die Sonne den Waldboden gut erreichen, rasch trocknen und leicht entflammbar machen.

Stadtverwaltung bleibt für Publikum geschlossen

23. April 2020

Kommunale Dienstleistungen weiterhin nur nach Terminvereinbarung

Mit Blick auf die vom Land NRW beschlossenen Regelungen, das öffentliche Leben schrittweise wieder zu beginnen, informiert die Stadt Hagen, dass bis zum 3. Mai in den einzelnen Fachbereichen und Ämtern der Verwaltung weiterhin ein nur eingeschränktes Dienstleistungsangebot zur Verfügung steht. Generell bleiben damit alle Dienststellen der Stadt Hagen für den offenen Publikumsverkehr noch geschlossen.

Für dringende Dienstleistungen sind verwaltungsweit entsprechende Regelungen getroffen und alle Anliegen werden weiterhin nach vorheriger Terminvereinbarung abgewickelt und bearbeitet. Das geschieht im Einklang mit der Coronaschutzverordnung, deren oberstes Ziel es ist, vielfältige Kontakte innerhalb der Bürgerschaft und damit auch hinein ins Rathaus so weit wie möglich zu vermeiden, um einen bestmöglichen Schutz vor Infektionsrisiken zu gewährleisten. Die Reduzierung der Infektionsrisiken sowohl für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hagen als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung hat somit weiterhin oberste Priorität.

Die jetzigen Öffnungsregelungen gelten somit zunächst bis zum 3. Mai, der geplanten Außerkraftsetzung der aktuellen Coronaschutzverordnung. Die Bürgerinnen und Bürger werden insoweit gebeten, auch weiterhin den Kontakt zur Verwaltung zunächst per Telefon oder E-Mail zu suchen und sich unter www.hagen.de entsprechend aktuell zu informieren.

Beginnend mit dem 4. Mai wird das Dienstleistungsangebot der Stadtverwaltung weiter ausgeweitet – aber immer orientiert an der dann vorliegenden Rechtslage. Aktuell ist davon auszugehen, dass es auch ab dem 4. Mai noch keinen gänzlich offenen Publikumsverkehr geben wird, sondern die Dienstleistungen weiterhin nur nach vorheriger Terminvereinbarung angeboten werden. Dieser Service steht dann aber in allen Bereichen der Stadtverwaltung wieder zur Verfügung.

Corona: Akute Fälle in Hagen leicht rückläufig

22. April 2020

Grafik: Stadt Hagen

Klassenkampf in Hagen-Mitte

22. April 2020

Allianz des Grauens will keine Gesamtschule im Stadtzentrum

Das Objekt des Kampfes um die Klassen: Ricarda-Huch-Schule in Hagen-Mitte. Foto: Klaus Bärwinkel (CC BY 3.0)

Der von den bürgerlichen Parteien jahrzehntelang geschürte Schulkampf ist zurück. Er entzündet sich an einem Vorschlag des von der Stadt beauftragten Gutachters Wolf Krämer-Mandeau, der die Einrichtung einer 6-zügigen Gesamtschule in den benachbarten Gebäuden des Ricarda-Huch-Gymnasiums und des Berufskollegs Kaufmannschule empfiehlt.

Nur die SPD stellt sich hinter den Vorschlag des Gutachters, aber auch die Hagener Sozialdemokraten haben sich in der Vergangenheit nicht unbedingt als Vorkämpfer für Gesamtschulen ausgezeichnet.

Der Stadtbezirk Hagen-Mitte verfügt bislang über keine Gesamtschule, während gleich fünf Gymnasien hier beheimatet sind. Vor dem Hintergrund, dass schon seit langem viel zu wenige Plätze an Hagener Gesamtschulen zur Verfügung stehen, ist der Vorschlag des Gutachters naheliegend. Was aber längst nicht allen einleuchtet.

Es war wohl das politisch nachrichtenarme Corona-Loch, das die Freunde des 3-Klassen-Schulsystems auf die Idee brachte, ihre Anmerkungen zu dem schon seit Anfang Februar bekannten und damals auch im Schulausschuss diskutierten Plan reichlich zeitverzögert prominent im heimischen Blättchen unterzubringen.

In vorderster Front der Kritiker der Gesamtschulpläne steht der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas Walter: „Damit würde die Anzahl der Schulen in Hagen ja nicht gesteigert, wir hätten also nichts gewonnen.“ Die Tatsache, dass die Ricarda-Huch-Schule seit Jahren mit sinkenden Anmeldezahlen zu kämpfen hat, während jedes Jahr eine dreistellige Zahl von Gesamtschulbewerbern mangels Platz abgewiesen werden muss, scheint Walter dabei nicht zu tangieren.

Wenig verwunderlich, wenn man berücksichtigt, dass Walter als Gymnasiallehrer und Absolvent des Ricarda-Huch-Gymnasiums in der Sache nicht gerade als unbefangen eingestuft werden darf. Und wenn schon die Argumente nicht ausreichen, muss halt die Küchenpsychologie herhalten: „Die Umwandlung in eine Gesamtschule würde nur Unfrieden hervorrufen.“

Walter bezieht sich dabei auf die Gründungsphase der Gesamtschule Haspe vor 40 Jahren. Damals ist der „Unfrieden“ maßgeblich von seiner eigenen Partei geschürt worden. Er selbst kann sich wohl nur aufs Hörensagen beziehen und kaum eigene prägende Erinnerungen vorweisen – Walter ist Jahrgang 1971.

Indifferent gibt sich Nicole Pfefferer vom grünen „Allianz“-Partner. Sie steht der Umwandlung des Ricarda-Huch-Gymnasiums in eine Gesamtschule ebenfalls kritisch gegenüber und flüchtet sich in Gemeinplätze: „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ sei das Gebot der Stunde, beschreibt die WPWR ihre Position.

Die Fraktionssprecherin dürfte noch etwas anderes im Hinterkopf haben: Als Hohenlimburgerin hatte sie schon vor einem Jahr die Forderung erhoben, eine weitere Gesamtschule müsse in ihrem Stadtbezirk eingerichtet werden. Sollten sich die zwischenparteilichen Kämpfe um die Klassenzimmer im Stadbezirk Mitte festfressen, wäre so vielleicht der Königsweg für Hohenlimburg in Form eines „Kompromisses“ frei.

Die Kommunalwahl 2020 rückt unaufhaltsam näher und auch die strengsten Ideologen haben gemerkt, dass die ganz plumpe Tour nicht mehr zieht um ausreichend Wählerstimmen abzugreifen. Also ziehen CDU und FDP das Schulzentrum Wehringhausen ins Kalkül für die Gründung einer vierten Gesamtschule in Hagen. Bereits beim Bau des Schulzentrums gab es solche Überlegungen, die aber wegen der Blockade der bürgerlichen Parteien keine Mehrheit fanden.

Auch die jetztige Offensive, die von den Grünen unterstützt wird, ist mit Vorsicht zu genießen. So macht CDU-Walter die Gründung einer städtischen Gesamtschule an diesem Standort davon abhängig, dass „für die dort residierende Freie evangelische Gesamtschule (FESH) ein neues Quartier gesucht wird“, so die WPWR.

Walter ist also der Ansicht, es sei Aufgabe der Stadt, für einen privaten evangelikalen Verein als Immobilienmakler tätig zu werden. Der Fehler war doch, das Schulzentrum überhaupt Privaten zu überlassern, die dort eine (zu 96 Prozent aus Steuergeldern finanzierte) Gesamtschule eingerichtet haben – etwas, das die Stadt sträflich versäumt hat.

Grüne und SPD waren einmal engagierte Befürworter der Gesamtschule. Davon ist heute nur noch wenig zu spüren. In den grünen Kommunalwahlprogrammen von 2009 und 2014 ist trotz der schon damals bekannten Defizite keine Forderung nach mehr Gesamtschulplätzen zu finden. Im Programm von 2004 werden Gesamtschulen nicht einmal erwähnt.

Auch im SPD-Programm 2009 sucht man den Begriff „Gesamtschule“ vergeblich. In ihrem Wahlprogramm für den Zeitraum 2014 bis 2020 räumen die Sozialdemokraten zwar ein: „Die schulpolitischen Grundüberzeugungen der SPD sind weitestgehend im System der Gesamtschulen vorzufinden.“ Eine Forderung zur Einrichtung einer weiteren Gesamtschule aufgrund des Mangels an Plätzen haben allerdings auch sie nicht erhoben.

Aber jetzt steht wieder eine Wahl vor der Tür. Um das Plätzchen im Ratssaal zu sichern, empfiehlt es sich ein wenig Staub aufzuwirbeln. Mal schaun, ob es hilft.

Chancen der Arbeit im Homeoffice erkennen und nutzen

22. April 2020

Arbeits- und Organisationspsychologe Prof. Jan Dettmers von der FernUniversität arbeitet an einer Längsschnittstudie

Die durch die Corona-Krise rasant und für viele längerfristig veränderten Arbeitsbedingungen stellen hohe Anforderungen an Organisationstalent, Flexibilität und Psyche der Beschäftigten. Prof. Dr. Jan Dettmers, Leiter des Lehrgebietes Arbeits- und Organisationspsychologie an der FernUniversität in Hagen, konnte im März kurzfristig eine bereits längere Zeit laufende Längsschnittstudie erweitern, um aktuelle Daten zu erhalten.

Ihm ging es um Fragen wie „Wie wirken sich die veränderten Rahmenbedingungen auf die Psyche von Beschäftigten aus, die ohne ausreichende organisatorische und technische Vorbereitung ins kalte ‚Homeoffice-Wasser‘ geworfen wurden? Welche Beschäftigtentypen kommen damit gut zurecht? Wie beeinflusst das die Beschäftigten? Was können sie selbst tun, um mit der Situation besser umzugehen?“

Interessant ist, wie die nochmals befragten Teilnehmenden der Studie ihre eigene Produktivität im Homeoffice einschätzen, verglichen mit der Tätigkeit im Büro: 17 Prozent sehen sie als gleich hoch an, 28 Prozent gehen von 90 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung aus, 13,5 Prozent meinen, dass sie weniger als 50 Prozent leisten. Die meisten – 77 Prozent – sind relativ zufrieden mit dieser Form der Arbeit, eher zufrieden sind 50 Prozent.

Für die meisten „passt“ auch ihre technische Ausstattung, doch gibt es große Unterschiede hinsichtlich der Koordination von Arbeit und Familienleben: „Das müssen wir noch genauer untersuchen“, so Dettmers. Obwohl viele keine Homeoffice-Erfahrungen haben und häufig die Bedingungen nicht optimal sind, erstaunt ihn der hohe Anteil an Zufriedenen.

Grundlage für die ersten neuen Erkenntnisse von Prof. Jan Dettmers ist eine Studie, in der rund 1.100 Beschäftigte allgemein zu psychologischen Belastungen durch ihre normale Arbeitssituation befragt worden waren. Daraus lagen Jan Dettmers bereits viele Daten vor.

Ende März befragte er dann ergänzend 838 der Teilnehmenden nochmals – nur Personen, die wirklich weiterarbeiten. Von ihnen sind 32,2 Prozent jetzt ausschließlich im Homeoffice tätig, 13 Prozent an zwei bis vier Tagen, 46 Prozent noch im Büro. „Dann habe ich mir diejenigen angeschaut, die jetzt im Homeoffice arbeiten und wie sie das belastet“, erläutert er. Fast zwei Drittel hatten vorher noch keine Homeoffice-Praxis. „Wir haben z.B. verglichen, welche Unterschiede es macht, ob man entsprechende Erfahrung hat oder nicht.“

Dettmers betont jedoch, dass die gewonnenen Daten noch intensiver ausgewertet werden müssen, als dies kurzfristig möglich war. Das gilt auch für die tatsächlichen Rahmenbedingungen: Was macht Arbeiten zuhause erfolgreich und was nicht?

Corona-Statistik – Stand: 21.04., 0:00 Uhr

21. April 2020

78 Personen sind in Hagen aktuell infiziert, 121 genesen und mittlerweile 5 verstorben. Davon 1 Person, bei der der Infekt nicht die Todesursache war (Grafik: Stadt Hagen).


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