Corona im Sport: Business first!

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Für Profisportler werden Ausnahmeregeln erlassen – sinnvoll ist das nicht und rechtlich zweifelhaft

Die Dauerkarteninhaber der Hagener Verwaltungsspitze haben dafür gesorgt, dass ihre Lieblinge wieder trainieren dürfen, andere Sportler sich aber weiterhin ihrer Leidenschaft enthalten müssen. Eine Strategie zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus ist dabei nicht zu erkennen.

Der Krisenstab der Stadt Hagen beruft sich bei seinen Lockerungen ausdrücklich auf die Regelungen im bezahlten Fußball. Schon das ein Hinweis darauf, dass es nicht um Sport, sondern um Business geht. Die Genehmigungen der Stadt treffen nur auf die Berufsmannschaften von Phoenix Hagen (Basketball) und VfL Eintracht Hagen sowie TuS Volmetal (Handball) zu. Die Kanuslalomstrecke in Hohenlimburg ist als Leistungsstützpunkt dagegen schon von der entsprechenden Rechtsverordnung des Landes zugelassen.

Die Genehmigungspraxis der Stadt Hagen stößt bei anderen Vereinen auf gehörige Skepsis. Denn warum werden Kontaktsportarten teilweise – wenn es um Geld geht – wieder genehmigt, während Einzelsport weiterhin untersagt bleibt?

Viele Leichtathletikdisziplinen wie Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, Speerwurf etc. lassen sich ohne Kontakt trainieren. Auch Tennis, Badminton oder Golf bieten kaum relevante Übertragungsmöglichkeiten für Viren.

Jörg Lüttenberg, Sekretär des Märkischen Golfclubs in Hagen-Berchum, sagte dazu laut WPWR: „Jogger atmen beim Laufen ihre Luft einen Meter weit aus. Bei uns ist da weit und breit kein anderer Mensch.“ Gut, inzwischen weiß man, dass Jogger eine noch wesentlich weiterreichende Abluftfahne hinterlassen, aber die Grundaussage bleibt natürlich richtig.

Sogar die Handball-Profis vom TuS Volmetal zeigten sich überrascht von den Beschlüssen des Corona-Krisenstabs. Dem Heimatblättchen berichteten sie: „Der TuS Volmetal wird das Angebot der Stadt nicht nutzen und nicht in Kleingruppen in der Halle trainieren. Das halten wir aktuell für ein falsches Signal.“

Nicht nur ein „falsches Signal“, es wäre auch rechtswidrig. Laut Coronaverordnung des Landes ist Training von Berufssportlern nur „auf dem Trainingsgelände ihres Arbeitgebers“, also vereins- resp. betriebseigenen Anlagen, zulässig. Und somit nicht in städtischen Sporthallen.

Eine Antwort to “Corona im Sport: Business first!”

  1. Allan Qutermain Says:

    Föderalismus mag ja gut und schön sein

    Jedes der 16 Bundesländer kocht sein eigenes Süppchen

    Und jetzt kommen noch die Kreise und Städte dazu. So ein OB oder Verwaltung möchte ja jetzt seine Macht dem Bürger beweisen.
    Das Infektionschutz-Gesetz oder das Katastrophenschutz-Gesetz kann man ziehen wie ein Deuser Band.
    Bei näheren Anschauen kommt auch viel Blödsinn zu Tage.

    Für mich sind neben den Ärzten und Pflegekräfte die Mitarbeiter der O-Ämter und Polizei ganz arme Socken.
    Denn diese müssen die Gesetze die täglich neu auf den Markt kommen, in Recht umsetzen.
    Und dann sind einige Gruppen eben Gleicher wie Gleich.

    Stand heute Morgen,
    174 Feuerwehrleute und Rettungspersonal haben sich in NRW
    mit Corona angesteckt.

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