Führungswechsel beim Einheitsblatt

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Jens Stubbe wird Leiter der Lokalredaktion der WPWR

Wir müssen draußen bleiben – so wurde früher an Metzgereien den Hunden der Kundschaft der ihnen zustehende Aufenthaltsbereich zugewiesen; meist kombiniert mit einem Haken zum Anleinen. Fachgeschäfte für Fleisch- und Wurstwaren sind heute kaum noch in der Stadt präsent, was für Zeitungsredaktionen ähnlich zutrifft.

Ich muss draußen bleiben – das gilt bereits zum zweiten Male auch für Redakteur Martin Weiske. Statt seiner wurde jetzt Jens Stubbe zum Nachfolger Michael Kochs als Leiter der Hagener Lokalredaktion der WPWR ernannt. Koch wurde derweil zum Leiter der Titelredaktion hochgelobt, wie das Blatt mit viel Herz und Schmerz berichtete (und in diesem Fall sogar ganz ohne Bezahlschranke).

Schon bei der Berufung Kochs vor mehr als sechs Jahren wurde Weiske bereits einmal ausgebremst, weil er – so wurde es wenigstens im Umkreis von Presse- und Rathaus kolportiert – den damaligen Oberbürgermeister Dehm zu kritisch betrachtet haben soll. Angeblich habe dieser sich seinerzeit direkt mit der Zentrale der Funkemedien ins Benehmen gesetzt. Aus seiner Sicht verständlich: Majestätsbeleidigung – das geht ja gar nicht!

Auch diesmal sollen interessierte Kreise Weiske bedeutet haben, er brauche sich erst gar nicht um die Leitung der Lokalredaktion zu bewerben. Möglicher Hintergrund: Verhaltene kritische Bemerkungen über den Hagener CDU-Chef Christoph Purps.

Immerhin gibt es Verbindungen zwischen CDU, Funkemedien und Landesregierung. Der ehemalige Kohl-Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner ist sowohl Parteimitglied als auch Gesellschafter der Funke-Mediengruppe sowie Minister im Kabinett Laschet des Landes Nordrhein-Westfalen. Das bedeutet natürlich noch längst nicht, dass der Herr persönlich einschlägige Orders erteilt hat. Aber willfährige Subalterne wissen auch ohne konkrete Anweisungen, was zu tun ist.

Jetzt also Stubbe. Auf den ersten Blick nicht die schlechteste Wahl, immerhin ist der neue Leiter der Lokalredaktion noch nicht durch Hetzkampagnen, Falschmeldungen oder Schleichwerbung für Boutiquen und Burgerbratereien unangenehm aufgefallen. Es besteht also eine vage Hoffnung, dass sich das Einheitsblatt in eine positive Richtung entwickeln könnte. Für Hagen wäre es jedenfalls bitter nötig.

2 Antworten to “Führungswechsel beim Einheitsblatt”

  1. hansimäuschen Says:

    was dann ( s. CDU ) erneut zeigen dürfte, warum die SPD, die ich nicht zu verteidigen habe, über lange Jahre hinweg kaputt geschrieben werden sollte und soll. Unfrieden und Spaltung wurden in diese Partei hineingetragen, um dann zu sagen, die Probleme seien hausgemacht ( was z. T. wohl ebenfalls stimmt ). Viele Leser lassen sich halt leider durch ihre Zeitung beeinflussen und manipulieren ohne zu hinterfragen.
    Was Stubbe betrifft, mal abwarten, das Wahljahr läuft… . Ich kann mir kaum vorstellen, daß sich am Alleinstellungsmerkmal Einheitsblatt grundsätzlich etwas ändert, da im Schulterschluß von oben gesteuert wird ( s. vor ) und er nicht umsonst ebenfalls hochgelobt wurde ( Breckerfelder CDU-Umfeld-Einflüsse hinzu.. ).
    Es ist ein Jammer, daß es hier keine Zeitungsalternative gibt. Umso mehr bleibt die Hoffnung, daß die Leitung der DW – Redaktion als für mich ersichtlich einzige auf kritisch – konstruktiver Linie bleibt.

    p.s.: Was übrigens ist mit der bisherigen Stelle von Stubbe, wozu nichts zu lesen ist. Mal wieder eine eingespart ?

  2. illkatte Says:

    hallo,
    der p..s.-Nachsatz von hansimäuschen weist schon darauf hin: Offensichtlich scheidet Herr Koch ersatzlos aus der Lokalredaktion aus. Also eine Stelle weniger und absehbar eine weitere Verdünnung der lokalen Berichterstattung. Dann gibt es noch mehr Twitter- und facebook-Mist und immer wieder affirmatives eitles Geschreibe von Quass-Meurer. So lassen sich kostenlos Seiten füllen und der Eindruck erwecken, man sei dem „normalen Bürger“ nahe.

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