Tabubruch in Hagen

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„Westfalenpost“ fragt Leser: Kennen Sie einen Mörder? Oder eine Frau, die sich nicht rasiert?

Martin Krehl bringt die Aktion immer noch auf die Palme: „In mehr als 40 Jahren journalistischer Tätigkeit ist mir so etwas Übles nicht untergekommen“, sagt er. Es wundere ihn sehr, „dass die Teilnehmer der Konferenzen, in denen das besprochen worden sein muss, allesamt nichts dazu gesagt haben“.

Krehl, gebürtiger Hagener, ist Gewerkschafter, war früher Landesvorsitzender der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in NRW und viele Jahre Betriebsratsmitglied der „Westfälischen Rundschau“, ebenfalls ein Funke-Titel. Krehl ärgert sich also auch aus alter Verbundenheit: „Wie kann man auf die Idee kommen, die Körperbehaarung einer Frau als berichtenswertes Tabu-Thema auszuweisen? Mörder oder Totschläger sollen der Redaktion genannt werden, auch Menschen, die ihre Kinder misshandeln.“ (…)

Krehl fürchtet, das rufe „Denunzianten und Selbstdarsteller“ auf den Plan. „Da geht es der Redaktion nicht darum, zu informieren“, sagt er. Es gehe ausschließlich „um Trash und Sensationsgier“, die so vielleicht befriedigt werde. „Und dafür ist die traditionsreiche südwestfälische Heimatzeitung da?“ Krehl hat eine Beschwerde an den Deutschen Presserat gerichtet. (…)

Quelle: übermedien

Anmerkung: Es ist gut, dass diese unsägliche Aktion des Hagener Monopolblatts Eingang in die überregionale Berichterstattung gefunden hat. DOPPELWACHOLDER.DE hatte bereits vor vier Wochen darüber berichtet: „Endstation Trash“.

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