Archive for März 2016

Eisenwerk Geweke insolvent

31. März 2016

Die Hasper Geweke Gusstechnik, bekannt auch als Eisenwerk Geweke, ist pleite. Über das Vermögen des 1910 gegründeten Unternehmens wurde wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am Dienstag das Insolvenzverfahren eröffnet.

Für die mehr als 100 Beschäftigten, die nach Unternehmensangaben in der Geweke arbeiten, steht die Zukunft in den Sternen. Der Insolvenzantrag wurde sowohl von einem Gläubiger als auch vom Unternehmen selbst gestellt.

Das Gericht hat vorerst eine Eigenverwaltung angeordnet. Zum Sachwalter wurde der Dortmunder Rechtsanwalt Achim Thomas Thiele ernannt. Für den 19. Mai 2016 ist eine Gläubigerversammlung beim Amtsgericht Hagen angesetzt.

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Eine Frage der politischen Kultur

31. März 2016

Kommunale Probleme erfordern eine aktive Bodenpolitik

Um den Bau der Bahnhofshinterfahrung durchzudrücken, war die Stadt Hagen, unterstützt von einer Hetzkampagne der örtlichen Presse („Rosa Haus“), schnell mit Enteignungsdrohungen bei der Hand.

Ganz anders im Fall der Brandt-Brache. Dort wird eine Weiternutzung als Gewerbefläche verhindert, weil der Grundstückseigner sich von einer Nutzung mit Einzelhandel höhere Erlöse beim Verkauf der Flächen erhofft. In diesem Fall wird allerdings nicht die Peitsche der Enteignung geschwungen. Politik und Verwaltung kuschen.

Prof. Dr. Arno Bunzel und Prof. Dipl.-Ing. Martin zur Nedden vom Deutschen Institut für Urbanistik setzen auf eine aktive Bodenpolitik der Kommunen. Die notwendigen harten Eingriffe erforderten Konfliktbereitschaft und politischen Willen. Erfolgreiche Bodenpolitik sei auch eine Frage der politischen Kultur. Es gelte, im Interesse des Gemeinwohls auch Mut zu beweisen.

Plädoyer für eine aktive Bodenpolitik der Kommunen

von Prof. Dr. Arno Bunzel und Prof. Dipl.-Ing. Martin zur Nedden, Deutsches Institut für Urbanistik

Die heutige Stadtpolitik steht vor zentralen Herausforderungen: Klimawandel, Schutz der natürlichen Ressourcen, Auffangen sozialer Ungleichheiten, soziale Wohnraumversorgung, Umgang mit Zuwanderung, Handling von Gebäudeleerständen und entstehenden Brachflächen.

Erforderlich ist ein ökologisch verantwortlicher, ressourcenschonender, aber auch ökonomisch effizienter wie sozial ausgewogener Umgang mit der Fläche. Städte sollen sich vorrangig nach innen entwickeln, Brachflächen einer neuen Nutzung zugeführt und die Möglichkeit zur Nachverdichtung genutzt werden. So ökonomisch und ökologisch sinnvoll diese Ziele sind, bislang fehlt häufig der Zugriff auf die Flächen. Eigentümer wollen oft aus spekulativen oder anderen Gründen nicht selbst entwickeln oder verkaufen.

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Weniger Minijobber in Hagen

31. März 2016

Die Zahl der Minijobber in Hagen ist leicht rückläufig. Das haben die Statistiker des Regionalverbandes Ruhr (RVR) errechnet.

Im Juni 2015 zählten sie 12.840 ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftige in der Stadt – rund 2,7 Prozent weniger als im Vorjahresvergleich. Im Vergleich zum gesamten Land Nordrhein-Westfalen (-3,7 Prozent) fällt der Rückgang allerdings geringer aus.

Im Langfrist-Vergleich ist die Zahl der Minijobber dagegen gestiegen: Aktuell liegt sie in Hagen um 6,2 Prozent höher als im Jahr 2000. Der Anteil der ausschließlich geringfügig Beschäftigten an allen Erwerbstätigen im Jahr 2015 lag in der Volmestadt mit 13,3 Prozent fast gleichauf mit dem NRW-Ergebnis von 13,2 Prozent.

Bunkertour durch die Hagener Innenstadt

31. März 2016

Eine Bunkertour durch die Hagener Innenstadt mit dem Bunkerexperten Rouven Recksick bietet die Volkshochschule Hagen am Samstag, 2. April, von 13 bis 16 Uhr an. Treff- und Startpunkt der Führung ist das Bunkermuseum, Bergstraße 98.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges.

Nach der einstündigen Führung im Inneren des Bunkermuseums geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen Aral-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zu dem Bunker in der Körnerstraße, welcher 1945 von einer Bombe getroffen wurde. Auf dem Weg durch die Innenstadt erhalten die Teilnehmer Details zur Zerstörung der dortigen Gebäude. Die Führung endet an der Rathausgalerie.

In dem Entgelt von 18 € ist der Eintritt für das Bunkermuseum Bergstraße bereits enthalten. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Veranstaltungsnummer 1067 unter Telefon 02331/207-3622.

TV-Tipp: Die große Stromlüge

31. März 2016

Freitag, 01. April um 8:55 Uhr bei arte

Frost und Kälte fordern auch in Europa noch immer Todesopfer. In den letzten Jahren wurde eine längst überwunden geglaubte Gefahr wieder aktuell: Vielen Menschen fehlt das Geld, um ihre Wohnungen angemessen zu beheizen. „Günstigere und umweltfreundlichere Energie“ hatten die EU-Mitgliedstaaten einst versprochen. Warum sind die Stromrechnungen noch immer so hoch? (…)

Quelle: arte TV

Haselhuhn stört Planung für Baumwipfelpfad

30. März 2016

Eine neue Hürde für den geplanten Waldwipfelpfad an der Hinnenwiese. In dem Areal wurde das seltene Haselhuhn gesichtet. Nun wird ein Gutachten erstellt. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Dieser Vorgang belegt die ganze Absurdität der Planung eines Baumwipfelpfades. Der wurde bei einer Präsentation im Jahre 2012 von den Investoren mit dem Argument angepriesen, den Besuchern könne mit Hilfe des zu errichtenden Holzgestänges „ansprechend Informationen über den Wald und seine Bewohner“ vermittelt werden. Die Subalternen aus den Bezirksvertretungen Haspe und Mitte waren selbstredend sofort begeistert.

Jetzt die plötzliche Erkenntnis, Waldbewohner müssten erst einmal „umziehen“. Ja, ist denn schon wieder Karneval oder Hasper Kirmesumzug?

„Schafft zwei, drei, viele Haselhühner!“, möchte man frei nach Ernesto Che Guevara ausrufen. So lässt sich die Eventisierung des Stadtwaldes vielleicht doch noch verhindern.

Hagener Industrie verzeichnet Umsatzrückgang

30. März 2016

Der Umsatz der Hagener Industriebetriebe ist 2015 überproportional um 3,4 Prozent zurückgegangen. Insgesamt erwirtschaftete die Branche im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut 4,3 Milliarden Euro, zeigt eine Erhebung des Statistischen Landesamtes.

138 Betriebe von Unternehmen des Verarbeiteten Gewerbes sowie der Gewinnung von Steinen und Erden zählten die Statistiker in Hagen. Die Anzahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2 Betriebe bzw. um 1,5 Prozent, allerdings ging die Zahl der Mitarbeiter um 0,6 Prozent auf insgesamt 14.259 zurück. Die Exportquote, also der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz erhöhte sich dabei minimal um 0,3 Prozent.

Landesweit verzeichneten die Industriebetriebe 2015 mit minus 1,2 Prozent einen geringeren Umsatzrückgang auf insgesamt 333,7 Milliarden Euro.

Fachkräfte – aber nur für‘n Appel und ‘n Ei

29. März 2016

Integrationskurse: Hohe Anforderungen bei mieser Bezahlung

Sieben Einrichtungen in Hagen bieten Integrations- und Sprachkurse für Migranten an: Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Christliches Jugenddorfwerk e.V. (CJD), Diakonisches Werk, Prisma Bildungsplattform e.V., SBH West GmbH und Volkshochschule.

Kontrolliert und finanziert werden die Angebote vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), einer Behörde, die dem Bundesministerium des Innern unterstellt ist. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) drohte kürzlich Flüchtlingen damit, ihnen einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland verwehren, wenn sie sich weigerten, Deutsch zu lernen.

Diese Äußerung des Ministers ist eher einem Reflex auf die Wahlsiege der rechtsnationalen AfD zu verdanken, als einer gesicherten Faktenlage darüber, wie sich Migranten verhalten. Eine simple Unterstellung erweckt den Eindruck einer Tatsache und unterstützt die Mythen, die aus der rechten Ecke verbreitet werden.

Die Realität sieht etwas anders aus, was auch der Minister sehr genau wissen dürfte. Die Nachfrage nach Spracherwerb ist sehr wohl groß, aber das Angebot kann nicht mithalten. Der Grund: Lehrkräfte sind kaum zu finden und die Fluktuation ist groß. Diese Diskrepanz lässt sich sehr leicht erklären: der Sprachunterricht wird viel zu schlecht bezahlt.

Die Anforderungen des BAMF an die Sprachlehrer sind enorm. Allein ein Magister oder Master in Germanistik reicht nicht, ein Lehramtsstudium mit Deutsch als Fach auch nicht. Gefordert wird darüber hinaus eine Zusatzqualifikation Deutsch als Fremdsprache.

Geboten wird denen, die über dieses Paket verfügen, ein Honorar von 23 Euro pro Unterrichtsstunde. Das mit dem Honorar ist wichtig, denn die Lehrkräfte sind keine Angestellten, sondern Freiberufler.

Das bedeutet, dass sie Sozialversicherungsbeiträge allein zu tragen haben. Allein für Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung müssen etwa 40 Prozent des Bruttostundensatzes veranschlagt werden – bleiben noch 13,80 Euro. Wie bei jeder Unterrichtstätigkeit sind Vorbereitungszeiten einzuplanen, dazu kommt ein vom BAMF vorgeschriebener Bürokratieaufwand. Nimmt man dafür 50 Prozent der Unterrichtszeit an (was sehr konservativ gerechnet ist), landet man schon bei einem Stundensatz von 9,20 Euro.

Ausfallzeiten wegen Krankheit werden nicht vergütet und Urlaubsanspruch besteht natürlich auch nicht. Und so landen Sprachlehrer, an die höchste Anforderungen gestellt werden, brutto locker unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro.

Wen dieses System an die Praxis der Werkverträge in Schlachthöfen und auf Baustellen mit Sub-Sub-Unternehmern erinnert, liegt genau richtig. Auch die Honorarverträge zwischen Lehrern und beispielsweise den Wohlfahrtsverbänden sind im rechtlichen Sinne Werkverträge. Aber davon spricht Herr de Maizière nicht, er unterstellt lieber prophylaktisch eine Verweigerungshaltung der Migranten.

Die Anbieter von Integrationskursen erhalten nach aktuellen Angaben des BAMF pro Schüler und Schulstunde einen Satz in Höhe von 3,10 Euro. Gefüllt werden dürfen die Kurse mit bis zu 25 Teilnehmern. Macht in der Summe 77,50 Euro. Zieht man die 23 Euro für das Lehrerhonorar ab, bleiben 54,50 Euro übrig.

Ein beachtliches Sümmchen für Raumkosten, Verwaltung und ein bisschen Materialverbrauch. In vielen anderen Bereichen sowohl der Wirtschaft als auch gemeinnütziger Organisationen liegt der höchste Anteil bei den Personalkosten – hier ist es interessanterweise genau anders herum. Dieser Tatbestand nährt den Verdacht, dass unkontrolliert vom Geldgeber, dem BAMF, anständig Gelder für andere Bereiche abgezweigt werden oder, bei privatwirtschaftlichen Anbietern, gehörige Gewinne gemacht werden können.

Würden die Lehrkräfte in ähnlicher Höhe wie ihre angestellten Kollegen an den Schulen bezahlt, beliefe sich das Honorar in etwa auf 65 Euro pro Stunde. Dann verblieben immer noch 12,50 Euro für den Rest. Das müsste eigentlich reichen.

Geschichten aus der deutschen Provinz

28. März 2016

Web-Tipp zur Hagener Geschichte, die das falsche Leben schreibt

StrassenspinneTitelbild des Blogs: Die „Straßenspinne“ am unteren Remberg Anfang der 1950er Jahre. Im Vordergrund die Heidenstraße (heute: Rathausstraße) und weiter g. d. Uhrzeigersinn: Iserlohner Straße (heute: Parkplatzzufahrt), Eickertstraße, Rembergstraße, Haldener Straße und (nicht mehr im Bild) Arndtstraße. Im Bereich der Baustelle im Hintergrund links befindet sich heute die Gaststätte „Braustube“.

Ein Blog mit ausführlichen Beiträgen zu Hagener Nazigrößen, von denen manche auch in den Jahren der Bundesrepublik wieder zu angesehenen Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft geadelt wurden.

Mit Carl-Horst Andreas (SS, Andreas-Brauerei), Kurt Meyer („Panzermeyer“, SS, Andreas-Brauerei), Oskar Pahnke (SS, Andreas-Brauerei, CDU) und vielen anderen.

Zum Blog: Geschichten aus der deutschen Provinz

„Die öffentliche Debatte ist emotional“

27. März 2016

FernUni: Politikwissenschaftlerin forscht zu Einstellungen gegenüber muslimischen Minderheiten

Wenn Jolanda van der Noll im privaten Umfeld von ihrem Forschungsthema erzählt, dann haben alle eine Meinung dazu. „Die öffentliche Debatte ist emotional und schnell. Das macht es sehr spannend, aber manchmal auch schwierig, weil die Forschung nicht immer mit dem aktuellen Zeitgeschehen Schritt halten kann“, sagt sie.

Die 34-jährige Niederländerin arbeitet derzeit an der FernUniversität an ihrem Habilitationsprojekt zur Akzeptanz von muslimischen Minderheiten in Westeuropa. „Die Aktualität, aber auch die hohe gesellschaftliche Relevanz des Themas motivieren mich.“

Ihr Projekt beschäftigt sich mit Einstellungen und Vorurteilen insbesondere gegenüber muslimischen Minderheiten. „Oft wird über Muslime als homogene Gruppe gesprochen. Meine Arbeit ist auch der Versuch einer Differenzierung“, sagt sie.

Dabei legt sie einen Schwerpunkt auf die Einstellung gegenüber Religion und deren Rolle in der Gesellschaft. „Bisherige Theorien berücksichtigen eher den ethnischen Hintergrund“, beschreibt sie den Forschungsstand, „aber es wird oft behauptet, dass bestimmte Überzeugungen des Islams nicht mit ‚westlichen‘ oder ‚liberalen‘ Werten vereinbar sind.“

Angesiedelt ist ihr interdisziplinäres Thema in der der politischen Psychologie. „Politische Prozesse haben großen Einfluss auf unser Leben. Um sie zu verstehen benötigen wir psychologische Erklärungsmodelle“, erklärt die Habilitandin.

Ihr Wunsch, interdisziplinär zu forschen, hat Jolanda van der Noll im September 2014 an die FernUni geführt. Nach den Studienabschlüssen in Politikwissenschaft und „Migration, Ethnic Relations and Multiculturalism“ in den Niederlanden und der Promotion an der Jacobs University in Bremen forschte sie als Postdoc in Belgien in der Religionspsychologie.

Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“

26. März 2016

Noch bis 21. April in der Villa Post

In der letzten Woche eröffnet die Veranstaltergemeinschaft aus Arbeit & Leben, VHS und DGB Hagen die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“.

Zur Eröffnung war Birgit Naujoks vom Flüchtlingsrat NRW eingeladen, um über die Themen der Ausstellung zu referieren. Sie erörterte Fluchtgründe, Fluchtursachen, Stationen und Gefahren auf der Flucht, um letztendlich die Reaktion der europäischen Länder auf die aktuelle Zuwanderung zu diskutieren.

60 Millionen Menschen sind aktuell auf der Flucht, davon sind die Hälfte unter 18 Jahren. Sie fliehen vor Krieg, Hunger, Folter, Unterdrückung und Verfolgung, aber auch vor Klimakatastrophen und deren Folgen. Dabei sind ca. 39 Millionen Binnenvertriebene. Nur die, die es sich leisten können, machen sich auf den Weg in Länder, die ihnen Sicherheit und Zukunft versprechen. Da ist Europa für gerade mal 600.000 in 2015 ein nachvollziehbares Ziel, auch, wenn der Weg dahin viele Gefahren birgt.

3.500 Menschen starben 2015 im Mittelmeer, 24.000 sind in den letzten 20 Jahren dort ertrunken. Die Antwort Europas ist Abschottung und Abschiebung, auch wenn dies mit unserer Verfassung und den Genfer Flüchtlingskonventionen nicht vereinbar ist. Allein diese Diskussion ist der Nährboden für Rechtsextremismus, der nur durch Aufklärungsarbeit und gelungene Integration entgegen gewirkt werden kann.

Wer sich über dieses Thema mit eindrucksvollen Bildern und Zahlen und Fakten näher informieren will, sollte sich die Ausstellung in Ruhe ansehen. Sie ist im Foyer der Villa Post zu den Öffnungszeiten jederzeit bis zum 21. April einsehbar.

„Im Grunde keine Mauer, sondern ein Plakatständer“

26. März 2016

Dr. Gerhard Pauli ist Oberstaatsanwalt in Hagen. Im Interview erklärt er, warum der „Mauerbau“ vor den Haustüren der AfD-Ratsmitglieder Michael Eiche und Lisa Radke keine Straftat darstellt. (…)

Quelle: DerWesten

Zum Hintergrund siehe:

Nationalismus keine Alternative – Besorgte Hagener errichten Mahnmale vor AfDler-Heimen

Diegel soll für CDU in den Landtag

25. März 2016

Ex-Regierungspräsident Diegel plant sein Comeback. Der 59-Jährige will für die CDU Hagen in den Landtag einziehen. Die Personalie muss noch durch die Parteigremien. (…)

Quelle: DerWesten

Dazu der Kommentar von Martin Weiske:

Ein starker Statthalter für die Hagener

Er kann die Finger einfach nicht von der Politik lassen. Dieses Metier empfindet Helmut Diegel bis heute als inspirierende Passion, weniger als Verpflichtung.

Für Hagen selbst kann es nur von Vorteil sein, eine so starke und kreative Persönlichkeit mit entsprechendem Einfluss als Statthalter in der Landeshauptstadt zu wissen. Mit seiner Erfahrung, seinen Netzwerken und seinem leidenschaftlichen Talent für politische Strategien stehen dem CDU-Mann im Landtag alle Türen offen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: In gleich zwei Beiträgen eine kaum noch zu überbietende Lobhudelei aus der Feder von Martin Weiske. Selten wurde so deutlich, wie große Teile der Presse – in diesem Falle halt das Hagener Einheitsblatt WPWR – von einer „vierten Gewalt“ zu einem Verlautbarungsorgan herrschender Cliquen verkommen sind.

Diegel ist nichts anderes als das letzte Aufgebot der Hagener CDU. Einen eigenen OB-Kandidaten kann die Partei schon seit Jahren nicht mehr aufstellen: erst wurde ein gewisser Jörg Dehm aus Mülheim eingeflogen, dann unterstützten die „Parteifreunde“ den gerade erst aus der SPD ausgetretenen Erik O. Schulz. Einen mehrheitsfähigen eigenen Kandidaten für den Bundestag vermochten sie auch nicht zu finden. Landeschef Armin Laschet nutzte das Vakuum und platzierte seine Favoritin Cemile Giousouf.

Noch nicht einmal ein Kommunalwahlprogramm brachten die Unionisten zustande. In der Not firmierten sie ein anderes Papier, das eigentlich nur als Grundlage dienen sollte, kurzfristig um. Schon dieser Text konnte nur unter Mithilfe von Parteigängern erstellt werden, die sich schon längst in den Ruhestand verabschiedet hatten.

Diegel dürfte den meisten Hagenern nur als jener barmherzige Samariter in Erinnerung geblieben sein, der einst im Dortmunder Norden einer alten Frau (oder war es nicht vielmehr ein junges „gefallenes“ Mädchen?) über die Straße half.

Wollen wir hoffen, dass nicht demnächst „ein starker Statthalter für die Hagener“ und sein ebenso starker Pressesprecher dortselbst gemeinsam über eine Bordsteinkante stolpern.

„Führungsschwäche und Günstlingswirtschaft“

25. März 2016

Neue Details zum Fall Krippner

14 von 20 Mitgliedern der Hagener SPD-Stadtratsfraktion sollen inzwischen den Abwahlantrag gegen Mark Krippner unterschrieben haben. Am 4. April naht dann für den Enervie-Beschäftigten die Stunde der Wahrheit. An diesem Tag soll die Abstimmung über den Antrag stattfinden.

Nachdem die Vorwürfe gegen Krippner aus den eigenen Reihen bisher in der Öffentlichkeit eher allgemein und diffus des Weges kamen, werden sie jetzt langsam etwas konkreter.

Wie der WDR berichtete, werfen seine Gegner dem 41-jährigen Führungsschwäche und Günstlingswirtschaft vor und sprechen ihm diplomatisches Geschick ab. So soll Krippner das ehemalige SPD-Mitglied Erik O. Schulz, heute parteiloser Oberbürgermeister, so vergrault haben, dass Schulz aus der Partei austrat.

Krippner will derweil versuchen, während der Osterferien noch das Ruder zu seinen Gunsten herumzureißen. Es soll, so Radio Hagen, „klärende Gespräche“ geben, denn nach Angaben Krippners habe es in der Sitzung Mitte März das erste Mal Kritik an seiner Fraktionsarbeit und an seiner Person gegeben. In der anschließenden Diskussion sei vereinbart worden, „Lösungsvorschläge zu erarbeiten“.

Gleichzeitig ermittelt die Staatsanwaltschaft bekanntlich gegen den Fraktionschef wegen Untreue und Betrugs.

Gedenken an die Niederschlagung des Kapp-Putsches

25. März 2016

Kapp-Putsch.RembergDenkmal für die Märzgefallenen auf dem Hagener Remberg-Friedhof. Foto: Privat

Wie alljährlich legte der Geschichtsverein am vergangenen Sonntag vor dem Denkmal für die Märzgefallenen auf dem Rembergfriedhof Blumen nieder. Rainer Stöcker erinnerte an die damalige Ereignisse. Er stellte die Arbeiter, die ihren Freiheitswillen mit dem Leben bezahlten, in eine Reihe mit den Demokraten von 1848 und den Revolutionären von 1918, die für Frieden, soziale und politische Befreiung eintraten.

In diesem Zusammenhang führte er Kurt Tucholsky an, der 1929 in „Heimat“ schrieb, dass Deutschland ein gespaltenes Land sei. Es bestehe nicht nur aus jenen, auf deren Namen das Land grundbuchlich eingetragen sei, die sich „national“ nennen, aber in Wirklichkeit bürgerlich-militaristisch seien. Man habe Kommunisten, junge Sozialisten, Pazifisten, Freiheitsliebende aller Grade mitzudenken, wenn Deutschland gedacht wird.

Diese „Freiheitsliebenden aller Grade“ stellten sich im März 1920 den Militaristen in den Weg, die noch immer dem Kaiserreich nachtrauerten. Seit dem Ende der Ersten Weltkrieges war kaum mehr als ein Jahr vergangen, und nun sollte verhindert werden, dass jene wieder an die Macht gelangten, die dafür maßgeblich mitverantwortlich waren.

Entsprechend wohltuend hebt sich das im September 1921 errichtete Remberg-Denkmal von den martialischen, mit Stahlhelmen „verzierten“ Gedenkstätten der Kriegervereine ab. Von Heldenverehrung keine Spur.  Es zeugt von Trauer und regt zum Nachdenken an. Mutter und Kind stehen ohne Vater da. Nach vier Jahren Krieg, der Vater an der Front, wird die Familie erneut getrennt, diesmal für immer.

Am 13. März 1920 putschten Reichswehrverbände und Freikorps gegen die Weimarer Republik. Schwer bewaffnete Einheiten, zum Teil mit Hakenkreuzen am Stahlhelm, besetzten das Berliner Regierungsviertel und verjagten die demokratisch gewählte Regierung. Ziel: die Errichtung einer Militärdiktatur. Arbeiterparteien und Gewerkschaften riefen zum Widerstand und zum Generalstreik auf.

Auch auf der Hagener Springe strömten die Menschen zusammen. Die „Volksstimme“, die örtliche USPD-Zeitung, beschreibt die Atmosphäre wie folgt: Zehntausende „jubelten den Rednern zu, als diese betonten, daß in dieser bitter ernsten Stunden jeder bereit sein müsse, auch die schwersten Opfer zu bringen […] Nieder mit der Verbrecherbande! Nieder mit der Reaktion!“

Am 15. März geriet der Hagener Raum ins Visier der Putschisten. Ein mit Kanonen bestückter Zug des Freikorps Lichtschlag fuhr in den Bahnhof der Nachbarstadt Wetter ein. Die Nachricht schlug in Hagen wie eine Bombe ein. Fabriksirenen lösten Alarm aus, Autos wurden beschlagnahmt, und Straßenbahnen, die wegen den Generalstreiks in den Depots standen, wurden ausgefahren, um bewaffnete und unbewaffnete Arbeiter nach Wetter zu bringen.

Nach erbittertem Kampf, der auf beiden Seiten Tote und Verwundete kostete, nahm man die Soldaten gefangen. Mit den erbeuteten Waffen zog ein Teil der Arbeiter weiter in Richtung Ruhrgebiet und stellte sich auch hier den Putschisten entgegen.

Der Sieg in Wetter war mehr als nur von lokaler Bedeutung. Als sich Tage später die Niederlage der Militärverbände abzeichnete, bedankte sich Philipp Scheidemann vor der in Stuttgart tagenden Nationalversammlung bei denen, die den Putsch niedergeschlagen hatten, wobei er besonders auch den Anteil der Hagener herausstellte.

1933 gelang den Nazis das, was ihren Vorgängern im März 1920 nicht gelungen war: die Beseitigung der Republik und die rücksichtslose Ausschaltung aller Andersdenkenden. Diesmal kommt es nicht zum gemeinsamen Abwehrkampf der organisierten Arbeiter. Sie bezahlen dafür einen hohen Preis.

Radstreifen: BV Haspe ignoriert Bedenken

24. März 2016

Hagener Variante als Negativbeispiel in Hamburger Fahrrad-Blog

FahrradstreifenEng und gefährlich: Fahrradstreifen auf der Kölner Straße in Hagen-Haspe. Foto: Privat

Vor kurzem wurden in Haspe in der Kölner Straße, wie auch bereits in der Voerder Straße Fahrradschutzstreifen markiert. Diese müssen laut StVO so breit sein, dass sie einschließlich des Sicherheitsraumes einen hinreichenden Bewegungsraum für die Radfahrer bieten.

Die Hagener Schutzstreifen sind jedoch zu schmal und somit ungeeignet. Parken am rechten Rand noch Autos liegen diese Spuren in der gefährlichen Türöffnungszone. Anstatt Unfälle durch ausreichenden Seitenabstand zu verhindern, provozieren sie erst gefährliche Türunfälle.

Autofahrer sollen beim Überholen einen seitlichen Mindestabstand von 1,5 m zum Radfahrer einhalten. Beim Schutzstreifen wird jedoch eine Orientierungslinie geschaffen, die dem Autofahrer signalisiert, ohne ausreichend Überholabstand am Radfahrer vorbei zu fahren.

Für die Radfahrer ist es immer ein sehr unangenehmes Gefühl und es hat bei einigen Radfahrern dazu geführt, diese Straßen zu meiden, bzw. stattdessen wieder mit dem Auto zu fahren.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Hagen hatte vor Einrichtung der Schutzstreifen in der Voerder Straße eine fundierte Stellungnahme an die BV Haspe abgegeben und vor zu schmalen Streifen gewarnt. Die Meinung des ADFC wurde aber von den BV-Vertretern ignoriert und der Schutzstreifen wurde markiert.

Der ADFC fordert, dass die städtische Verkehrsplanung  zukünftig auf schmale Schutzstreifen verzichten soll. Es sollten nur echte Radstreifen in StVO-konformer Regelbreite, also 1,85m und bei viel Verkehr noch breiter markiert werden.

Die Hasper Radschutzstreifen haben inzwischen auch Eingang in einen Bericht des Hamburger Fahrrad-Blogs „Hamburgize“ gefunden. Dort sind sie mit Fotos in der Negativliste zu finden.

In dem Blog-Beitrag geht es um einen Fahrrad-Schutzstreifen in der Jacobistraße in Soest. Dieser wurde in der Fahrbahnmitte einer Einbahnstraße eingerichtet und nicht wie üblich am rechten Fahrbahnrand.

Hintergrund war ein schwerer Unfall, bei dem ein 27-jähriger Radfahrer fast ums Leben kam, als er weit rechts fuhr und plötzlich eine 60-jährige Autofahrerin, die gerade vor ihm eingeparkt hatte, die Tür aufriss. Der Radler stürzte auf die Straße, trug schwerste Verletzungen davon und lag wochenlang im Koma.

Damals kam die Idee auf, einen mittigen Schutzstreifen einzurichten, der genug Abstand zu den parkenden Autos hat und so die Radfahrer in eine sichere Spur führt. Dieser Schutzstreifen hat sehr viel Lob und Anerkennung bekommen und die Stadt erhielt sogar im Mai 2013 den Deutschen Fahrradpreis.

Das NRW-Verkehrsministerium sieht jedoch die StVO nicht erfüllt und verlangt die Entfernung des Schutzstreifens.

73 699 Überstunden aufgestaut

24. März 2016

Die Stadtbediensteten schieben 73.699 Überstunden vor sich her. Hinzu kommen 19.222 Alt-Urlaubstage. Dafür müssen Rückstellungen von sechs Millionen Euro gebildet werden. (…)

Quelle: DerWesten

Sonderausstellungen und neues Info-Zentrum

24. März 2016

Freilichtmuseum Hagen startet am Karfreitag in die neue Saison

Brauerei-FreilichtmuseumDie Brauerei im LWL-Freilichtmuseum Hagen geht in diesem Jahr wieder in Betrieb. Foto: LWL

Das Freilichtmuseum in Hagen startet am Karfreitag (25.3.) in die neue Saison. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt in diesem Jahr drei Ausstellungen in seinem Freilichtmuseum. Die historische Museumsbrauerei geht in Betrieb und es wird wieder Mäckinger Bräu gebraut. Außerdem hat das LWL-Freilichtmuseum einiges an seiner Infrastruktur verbessert.

„Das Hagener LWL-Freilichtmuseum hat in den letzen Jahren viel unternommen, um den Besuch so angenehm wie möglich zu gestalten“, sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale. Dazu gehört der weitere Ausbau der Barrierfreiheit, der im Winter voran getrieben wurde. Rüschoff-Thale: „Ich bin stolz, dass wir der Inklusion einen hohen Stellenwert einräumen. In allen unseren Museen können die Besucher erwarten, dass Führungen für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen angeboten werden.“

Die Infrastruktur des LWL-Freilichtmuseums wurde im vergangenen Winter verbessert, erklärte LWL-Museumsleiter Dr. Uwe Beckmann: „Bachläufe wurden renaturiert, der Spielplatz erweitert, neue Sitzbänke aufgestellt sowie zwei Ruhebereiche angelegt, die zum Verweilen einladen. Ebenfalls wurde die steile Treppe an der Drahtzieherei entfernt und stattdessen ein neuer bequemer Weg fertiggestellt.“

Großen Wert legt das LWL-Freilichtmuseum auf die handwerklichen Vorführungen, wie zum Beispiel in der Brauerei. Einige Jahre war sie nicht in Betrieb. Viele Besucher wünschten sich, wieder das Mäckinger Bräu genießen zu können. Mit dieser Saison beginnt ein neuer Brauer, Jochen Ebert aus Dortmund, wieder das Museumsbier, ein sogenanntes Kellerbier, zu brauen. Einmal im Monat wird es einen offenen Brautag geben, bei dem die Besucher dem Braumeister über die Schulter schauen können.

Weitere Infos: Freilichtmuseum Hagen

Gedenken an Hagener Widerstandskämpfer

23. März 2016

Vor 71 Jahren: Die Morde im Rombergpark und in der Bittermark

Das Hagener Friedenszeichen, der Hagener Geschichtsverein und der DGB-Ruhr-Mark erinnern anlässlich des bevorstehenden 71. Jahrestages an die Morde im Dortmunder Rombergpark.

Unter den Ermordeten befanden sich auch Hagener bzw. Hohenlimburger Antifaschisten: Julius Nierstenhöfer, Paul Pietzko und Johann Wißner.

Friedenszeichen, Geschichtsverein und DGB werden zu Ehren der Hagener Widerstandskämpfer am kommenden Karfreitag anlässlich der Gedenkveranstaltung am Mahnmal in der Bittermark einen Kranz niederlegen (Beginn um 15.00 Uhr).

Sie würden es begrüßen, wenn sich in Zukunft auch die Stadt Hagen offiziell an den Feierlichkeiten beteiligte, wie das die Stadt Dortmund seit Jahrzehnten praktiziert. Dies wäre ein Zeichen gegen das Vergessen und zugleich ein politisches Signal gegen zunehmende Fremdenfeindlichkeit und Neofaschismus.

Im Frühjahr 1945 wurde die militärische Lage für die Nazis immer aussichtsloser. Alliierte Truppen hatten bereits das Ruhrgebiet eingekesselt, das Regime stand vor dem Zusammenbruch. Vor allem ausländische Zwangsarbeiter und deutsche Widerstandskämpfer gerieten ins Visier der SS und der Gestapo. Sie waren besonders verfolgt und misshandelt worden, galten als potenzielle Zeugen der Nazi-Greuel und hätten ihre Peiniger zur Verantwortung ziehen können.

Auch in Dortmund hatte die Gestapo Zwangsarbeiter aus zahlreichen europäischen Ländern und deutsche Widerstandskämpfer zusammen getrieben, insgesamt etwa 300 Menschen. In den Ostertagen 1945, kurz vor dem Einmarsch alliierter Truppen, wurden sie im Rombergpark und in der Bittermark erschossen und in Bombentrichtern verscharrt.

In Erinnerung an dieses Verbrechen findet alljährlich am Karfreitag eine offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Dortmund statt.

Die drei Hagener Hitler-Gegner trafen sich ab März 1944 im privatem Rahmen, diskutierten über die politische Lage und schmiedeten angesichts des sich abzeichnenden Ende des Regimes Pläne für die Zukunft. Zum Verhängnis wurde ihnen ein angeblicher Mitstreiter, der jedoch als Spitzel für die Gestapo arbeitete.

Am 9. Februar 1945 wurden sie verhaftet und in das berüchtigte Gestapo-Gebäude nach Dortmund-Hörde transportiert. Dort kam es zu schweren Folterungen. Im späteren Prozess gegen Gestapo-Beamte vor dem Dortmunder Landgericht schilderte ein Zeuge die Misshandlungen, die der blinde Paul Pitzko erleiden musste: „Pietzko war im Gesicht furchtbar zugerichtet und hatte offenbar auch soviel Schläge bekommen, daß er torkelte und sich kaum aufrecht halten konnte. ‚Jupp‘ wollte Pietzko herunterbringen; G. (ein Gestapo-Mann) sagte: ‚Ach, was! Laß ihn doch die Treppe herunterfallen, wer so was tut, der kann auch sehen!‘

NierstenhöferJulius Nierstenhöfer, Hohenlimburg, Oegerstr. 79, war Sozialdemokrat und kandidierte bei der Stadtverordnetenwahl im März 1933 auf der Liste der Hohenlimburger SPD. Wegen Tätigkeit in einer kommunistischen Widerstandsgruppe wurde er 1936 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt.

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PietzkoPaul Pietzko (auf dem Foto mit seinem Führhund), wohnte zuletzt in Haspe, Voerder Str. 4., stammte aber ursprünglich aus Gladbeck. Er hatte im Ersten Weltkrieg sein Augenlicht verloren, beteiligte sich dennoch in seiner Heimatstadt Gladbeck seit Oktober 1933 am kommunistischen Widerstand. Mit seinem Blindenhund zog er durch den Stadtteil Zweckel, verteilte Flugblätter und kassierte Spenden. 1934 wurde er deshalb zu einer Zuchthausstrafe von fünf Jahren verurteilt. Nach seiner Entlassung ließ er sich in Hagen nieder.

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WißnerJohann Wißner, KPD, Elberfelder Str. 68, Hagen, wurde 1934 zu einer Haftstrafe von 2,5 Jahren verurteilt, weil er unter anderem illegale Flugblätter verteilt hatte. Nach Verbüßung der Haft wurde er ins KZ- Buchenwald verschleppt und erst im April 1939 entlassen.

Ostermarsch 2016: Fluchtursachen erkennen, Kriegsursachen beseitigen

23. März 2016

Hunderttausende von Menschen suchen in der EU Schutz, weil ihre Heimatländer durch Kriege und Terror unbewohnbar geworden sind. Weitere Fluchtursachen sind Armut und Ausbeutung. Die EU macht ihre Grenzen dicht, ohne etwas an diesen Ursachen zu ändern.

Dagegen wenden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ostermarsches Rhein-Ruhr 2016. Das Motto: „Fluchtursachen erkennen, Verantwortliche benennen, Kriegsursachen beseitigen!“ Die Aktionen beginnen am Ostersamstag in Duisburg, Köln und Düsseldorf. Am Sonntag folgt eine Fahrradetappe von Duisburg nach Bochum.

Mitglieder des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN werden sich am Ostermontag an der Demonstration von Bochum nach Dortmund beteiligen. Die Abschlussveranstaltung findet im Wichernhaus in Dortmund statt.

Im Aufruf zum Ostermarsch 2016 geht es um folgende Forderungen:

  • Die Zurücknahme aller Genehmigungen für Rüstungsexporte in den Nahen und Mittleren Ost und von der EU ein striktes allgemeines Waffenembargo
  • Von der Bundesregierung Verhandlungen und andere zivile Konfliktlösungen sowie die Beendigung aller Bundeswehreinsätze im Ausland
  • Zur Lösung des Ukrainekonflikts eine vollständige Demilitarisierung aller Konfliktparteien unter gemeinsamer Kontrolle der Vereinten Nationen und der OSZE
  • Abzug aller US-Atomwaffen aus Deutschland. In NRW muss die Weiterverarbeitung von Nuklearwaffentechnik verhindert und die Urananreicherungsanlage in Gronau sofort stillgelegt werden

Mitglieder des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN werden am Ostermontag an der Marschetappe von Bochum nach Dortmund teilnehmen. Treffpunkt für alle Interessierten ist um 9.40 Uhr der Hagener Hauptbahnhof. Wem die Strecke zu weit ist, der kann gegen 14.30 Uhr in Dortmund-Dorstfeld am Wilhelmsplatz dazu stoßen. Dort wird die Kundgebung unter dem Motto stehen: „Nazis und Rassisten entgegentreten“. Um 16 Uhr beginnt im Wichernhaus in Dortmund (Stollenstraße) das Abschlussfest des Ostermarschs Rhein-Ruhr mit Musik (microphone mafia), Ansprachen und internationalen Spezialitäten.

Jürgen Pottebaum kann Intendant am Theater Hagen werden

23. März 2016

Als einer von zwei verbliebenen Kandidaten gilt der aktuelle Marketing-Leiter des Hauses als Favorit auf den Posten des Intendanten am Theater Hagen. Der amtierende Intendant Norbert Hilchenbach tritt Ende 2017 ab. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Es reicht eben nicht, eine Seite zutexten zu können – man sollte auch wissen, was man schreibt. Drei Kostproben nur aus diesem einzigen Fiebig-Elaborat: „Weibliche Gegenkandidatin“, „Die weibliche Bewerberin“ und in der Print-Variante noch die schöne Formulierung „Marketingleiter und eine Frau“ (noch im Rennen um den Posten des Intendanten).

Ansonsten wird klar, wohin der Hase läuft. Künstlerische Qualität spielt nur eine untergeordnete Rolle. Während die „weibliche Bewerberin“ über „große Erfahrungen im Bereich von Inszenierungen und Darbietungen (sic!) verfügen“ soll, wird Pottebaums Konzept von Fiebig dafür gelobt, dass er angeblich Lösungen parat habe, „die das geforderte Einsparziel nahezu erreichen.“

Fiebig: „Wer 1,5 Millionen einsparen muss, braucht jemanden an entscheidender Stelle, der im Zweifel mehr wie ein Manager denkt – nicht wie ein Künstler.“

Und willfährige Lohnschreiber, die die Kürzungspropaganda verbreiten.

Ein versiertes Schlitzohr mit Erfahrungsschatz

23. März 2016

Dietmar Thieser sitzt seit 25 Jahren im Hagener Rat. Der Alt-OB überzeugt dort bis heute als versierter Taktiker. Mit seiner Erfahrung gibt er der Politik wichtige Impulse. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: In der Print-Ausgabe der Einheitszeitung nimmt die Thieser-Eloge sage und schreibe eine ganze Seite ein. Der Mann scheint noch einen echten Freund im schreibenden Gewerbe zu haben. Selbst die Gründe für den Rücktritt der Kurzzeit-Oberbürgermeisterin Renate Löchter werden nebenbei geschönt. Die Frau musste nicht wegen „politischer Affären“, wie es in dem Beitrag heißt, zurücktreten, sondern wegen dubioser Grundstücksgeschäfte.

Schmu bei der Abrechnung?

22. März 2016

Rechnungsprüfungsamt soll Verdienstausfallentschädigungen und Sitzungsgelder prüfen

Der Rat der Stadt Hagen hat einstimmig einen Auftrag an das Rechnungsprüfungsamt vergeben. Es geht um die Praxis im Zusammenhang mit Entschädigungen für Verdienstausfall sowie mit Sitzungsgeldern von Ratsmitgliedern und anderen Mandatsträgern.

Ausgelöst wurde der Antrag durch die Vorgänge um den SPD-Fraktionsvorsitzenden Mark Krippner, dem unkorrekte Abrechnungen vorgeworfen werden. Die Hagener Staatsanwaltschaft hatte daraufhin bereits geschlossene Akten wieder geöffnet.

Im Einzelnen beschloss der Rat folgenden Fragenkatalog:

Entspricht die von der Verwaltung seit Beginn der aktuellen Wahlperiode praktizierte Abrechnung der Verdienstausfallentschädigung den gesetzlichen Vorgaben?

Hier sollte eine differenzierte Darstellung der unterschiedlichen Personengruppen unter den Mandatsträgern im Rat, in den Bezirksvertretungen, der Ausschüsse und Beiräte (das sind Arbeitnehmer, selbständig Tätige, Erwerbslose und Rentner) erfolgen.

Wenn nein, in welchen Fällen und in welchem Umfang nicht?

Für welche Fälle, neben der Teilnahme an Sitzungen des Rates und seiner Ausschüsse, besteht ein Anspruch auf Verdienstausfallentschädigung?

Werden Regelungen gleichmäßig angewandt?

Sind Abweichungen von diesen Vorgaben vorgekommen?

Wenn ja, in welchem Umfang und für welche Anlässe?

Bestehen konkrete Auseinandersetzungen über diese Regelungen? Seit wann und in welchem Fällen?

Ist seitens der Verwaltung die Praxis der Abrechnung geändert worden? Wenn ja, mit welcher Begründung?

Für welche Personen und Fraktionen/Gruppen werden über die Ausschusssitzungen hinaus weitere Sitzungsgelder für welche Veranstaltungen und in welcher Zahl gezahlt?

VHS-Führung: Hohenhof und Stirnband

22. März 2016

Hagens Schätze des Jugendstils

Die Volkshochschule Hagen lädt in Kooperation mit dem Osthaus Museum am Mittwoch, 23. März, von 11 bis 13 Uhr zu einer Besichtigung des Gesamtkunstwerks Hohenhof sowie des Straßenzuges Stirnband mit Dr. Elisabeth May ein.

Treffpunkt ist vor dem Hohenhof, Stirnband 10. Der Eintritt von 9 Euro wird vor Ort in bar kassiert. Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten. Informationen hierzu unter der Kurs-Nummer 1082 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/2073622.

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen. Hierfür lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäudeentwürfe in die Tat umzusetzen.

Er ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. In der Gruppe der kurz nach der Jahrhundertwende entstandenen Gebäude zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Bauwerken Europas.

Zudem ist er eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk. Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Um ihn herum gruppieren sich zahlreiche weitere architektonisch bedeutende Bauwerke, die bei dieser Veranstaltung ebenfalls in den Blick kommen.

Grüne Hagen: „Aufstehen gegen Rassismus“

21. März 2016

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21.3. verweisen die Sprecher*innen der GRÜNEN  Hagen auf den parteiübergreifenden Aufruf „Aufstehen gegen Rassismus“.

Dazu erklärt Kreisverbandssprecher Frank Steinwender:

„Wir leben in Zeiten starker Veränderungen. Geflüchtete und Einwanderer aus Osteuropa versuchen, bei uns Schutz und Sicherheit für sich und ihre Kinder zu finden. Viele Menschen sind verunsichert und befürchten eine Überforderung des Staates und der Menschen in Deutschland.

Rassistische Organisationen machen sich diese Ängste verstärkt zunutze und hetzen eine Spaltung der Gesellschaft herbei.

Wir wollen und dürfen diesen Entwicklungen nicht tatenlos zusehen. Alle Demokrat*innen sind aufgefordert, sich dem entgegen zu stellen. Wir unterstützen daher den breit aufgestellten gemeinsamen Aufruf von Mitgliedern verschiedener Parteien und Organisationen, in dem konkret erklärt wird:

‚Wir greifen ein, wenn Rassistinnen und Rassisten Menschen in unserer Mitte attackieren. Menschenverachtender Stimmungsmache gegen Geflüchtete, Musliminnen und Muslime, Roma und Romnija, Sinti und Sintiza, Jüdinnen und Juden treten wir entgegen.

Wir wehren uns gegen Mordanschläge und Pogrome gegen Geflüchtete. Mit Aufforderungen wie zum Schusswaffengebrauch gegen Geflüchtete an der Grenze wird die AfD zum Stichwortgeber für solche Übergriffe.

Wir sind viele. Wir heißen Geflüchtete willkommen. Wir stehen auf gegen den Rassismus von Pegida, AfD, NPD & Co. Wir erheben unsere Stimmen, um in die gesellschaftlichen Debatten einzugreifen, gegen rechten Populismus.‘

Das erfordert auch, einen objektiven Blick auf die Situation der EU-Zugewanderten aus Osteuropa hier in Hagen. Sie pauschal als Sozialbetrüger zu verunglimpfen, ist nicht der richtige Weg. Wir verweisen dazu auf umfangreiche Arbeitspapiere der Stadt Dortmund, die, ohne die Probleme zu verharmlosen, die prekäre Lage der Zugewanderten sehr genau erfassen und – im Verbund mit anderen Städten – Lösungsmöglichkeiten vorschlagen.“

Der Aufruf „Aufstehen gegen Rassismus“ ist im Internet zu finden unter https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/

Kritik: Rats-Kandidaten müssen erst Parteikarrieren machen

21. März 2016

Er ist Experte für Kommunalpolitik, als Wissenschaftler aber auch als langjährig Aktiver: Dr. Lars Holtkamp ist Professor für Politikwissenschaften an der Fernuniversität Hagen.

Herr Professor Holtkamp, können Sie sich für Kommunalpolitik begeistern?

Ich habe selbst 25 Jahre Kommunalpolitik gemacht für die Grünen im Stadtrat von Waltrop. Ich war Ratsmitglied und sogar Fraktionsvorsitzender.

Warum haben Sie aufgehört?

Weil ich keine Lust mehr hatte. Die Rahmenbedingungen in Nordrhein-Westfalen für Kommunalpolitik sind nicht attraktiv. (…)

Quelle: DerWesten

Unser Dorf soll schöner werden

20. März 2016

Mit weniger Grundrechten und mehr Wohnblöcken

von Christoph Rösner

Auch der Dilettant hat zuweilen Einfälle,
die selbst den Anspruchsvollen zu verblüffen imstande sind.

Arthur Schnitzlers wunderbar satirisches Zitat fällt mir ein, wenn ich lese und höre, welche Blendgranaten derzeit in die Hagener Öffentlichkeit geschossen werden.

 „Wir müssen verdichteter bauen. Dazu braucht es mehr Wohnblöcke“, ist auch ein Zitat, doch stammt es nicht von einem in dieser Stadt noch unbekannten Satiriker, sondern vom Technischen Beigeordneten der Stadt, Thomas Grothe. Wir erinnern uns: das war jener Baudezernent, der in 2007 die Johanniskirche samt Vorplatz, einen der wenigen Eyecatcher mit historischer Bausubstanz in der Innenstadt, mit einer viergeschossigen, L-förmigen Bebauung verrammeln wollte.

Auf dem zweiten Baukongress der Firma Hofnagel und Bade hat er seine Ideen ungefiltert rausgehauen. Ob Grothe in dauerhafter Umnachtung inzwischen glaubt, Hagen nehme am Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden teil?

Wir wissen es nicht und hoffen inständig weiter, dass der Ideenhaubitze Grothe irgendwann doch noch die Munition ausgeht.

Und noch ein schönes Zitat, diesmal vom Großdichter Goethe, soll uns hier begleiten:

Die Dilettanten, wenn sie das möglichste getan haben, pflegen zu ihrer Entschuldigung zu sagen, die Arbeit sei noch nicht fertig. Freilich kann sie nie fertig werden, weil sie nie recht angefangen ward.

Womit wir bei Erik O. Schulz angelangt wären. Der sieht sich wohl zunehmend in die Enge getrieben von Kritikern seiner Amtsführung, von aufmüpfigen Generalmusikdirektoren, einer frechen Deutschen Orchestervereinigung (DOV) und einem ihm zu verleihenden Preis. Über den Musik-Gordi und seinen Nominierten habe ich mich in meiner letzten Glosse „Abstimmen!“ eingehend ausgelassen.

Aber der Reihe nach: der Geschäftsführer der DOV, Gerald Mertens, hat sich am 16. März in eindrucksvoller Weise über die Zustände in Hagen geäußert, die nur Unwissenden zu denken geben dürften.

„Als Bundesverband haben wir den Überblick über die Lage aller öffentlich geförderten Theater und Orchester in Deutschland“, schreibt er, „aber nirgendwo ist die Lage im Moment so verfahren wie in Hagen.“ Und weiter: „Viele Kommunen in Deutschland, die für ein Stadttheater verantwortlich sind, haben Haushaltsprobleme; nur wenige gehen damit derart unsensibel um“, um mit unverhohlenem Frust zu enden:

„Die Kommunikationskultur in Hagen scheint nicht nur zwischen Stadtspitze und Theater GmbH gestört zu sein. Auch die Dialogangebote der DOV, des Deutschen Bühnenvereins und anderer Verbände hat Oberbürgermeister Erik O. Schulz bislang unbeantwortet gelassen.“ […]

Na, wenigstens formuliert er noch eine Hoffnung auf zukünftige Dialogbereitschaft, der gute Herr Mertens. Mir droht sie inzwischen vollständig abhandenzukommen, seit öffentlich geworden ist, dass der Verwaltungschef mit dem unerschütterlichen Glauben an die eigene Unantastbarkeit GMD Florian Ludwig am Montag zu einem Vieraugengespräch zu sich ins Büro zitieren ließ, um mit ihm über unbotmäßige Facebook-Posts  – die er nur für Freunde zugänglich gemacht hatte! – in Sachen Musik-Gordi zu sprechen.

Wie konnte er auch nur aufrufen, für Schulz zu stimmen!

Man scheint sich in Hagen inzwischen kontinuierlich vom Artikel 5 des Deutschen Grundgesetzes zu verabschieden, um sich dafür vorzugsweise die offizielle türkische Auslegung des Menschenrechts Meinungsfreiheit zu eigen zu machen, unterstützt von den Lohnschreibern einer in die Bedeutungslosigkeit entschwundenen Restzeitung.

Macht alle nur weiter so, und entblößt Euch bis zur Kenntlichkeit!

Ob uns dieses Trauerspiel passt oder nicht: In der Stadt der Dilettanten sprudeln viele Quellen.

Wäre es Dilettantismus allein, könnte man Milde walten lassen. Und schon wieder eröffnet sich der Raum für ein punktgenaues Zitat, diesmal von Henrik Ibsen aus seinem dramatischen Gedicht Brand:

Dass du nicht kannst, sei dir vergeben, doch nimmermehr, dass du nicht willst.

Nichtwollen, gepaart mit Unfähigkeit, Trotz und Beratungsresistenz ist aber tatsächlich ein derart übles Gesöff, dass wir befürchten müssen, dass der Vollrausch samt Blackout sich hier zum Dauerzustand auswachsen wird. Und da hilft es auch nichts, dass eine andere Blendgranate – die Umwandlung der Max-Reger-Musikschule in eine reine Jugendmusikschule – als Rohrkrepierer in der Volme gelandet ist.

So Ihr noch klar denken könnt, nehmt Euch ein Beispiel an der alten Tante SPD – wahlweise auch der Hagener – Krippner und Konsorten lassen grüßen – ihr Schicksal sollte Euch zeigen, was passiert, wenn man die Belange der Bürger und Bedürftigen mit Füßen tritt.

Wer wohlwollende Gesprächsangebote in den Wind schlägt, wer gegen die Interessen der Bürgerschaft Politik macht, wer von Wohnblöcken faselt statt von Wohnumfeldverbesserung, wer leitende, die eigene Meinung äußernde Künstler zur Maßregelung herbeizitiert, und wer zudem noch so tut, als gehe ihn das alles nichts an, der wird über kurz oder lang als Fußnote den Orkus der Geschichte bevölkern.

Ich fürchte nur, das wird bis zur Kommunalwahl 2020 dauern. Viel zu viel Zeit, um noch mehr Schwachsinn zu fabrizieren, was aber auch wiederum nicht schlimm ist, weil mir sonst der Stoff ausgehen würde, und das ist das Letzte, was ich mir wünsche, und so verabschiede ich mich für heute mit einem Könner:

Ein Dilettant hat es geschrieben,
Und Dilettanten spielen’s auch.
Verzeiht, ihr Herrn, wenn ich verschwinde;
Mich dilettiert’s, den Vorhang aufzuziehn.

Goethe. Punkt.

Die Sport-Partei

20. März 2016

SPD: Klientelvertretung probt den Zwergenaufstand

Das ist neu. Der Hagener Rat beschließt am Donnerstag die Einführung einer Sportstätten-Nutzungsgebühr – und die SPD hakt nach.

Die Gebühr, beschlossen von CDU, Grüne, FDP und Hagen Aktiv im Rat der Stadt, sei aus Sicht der SPD im Rat der Stadt völlig unnötig, teilt die Fraktion mit.

Die Fraktionisten hätten in der Sitzung nicht nur gute Argumente gegen die umstrittene Gebühr aufgezählt, sondern auch weitere Konsolidierungsmaßnahmen eingebracht, die ebenfalls zur Haushaltssanierung beigetragen hätten.

Es sei doch absurd, dass Sparvorschläge, durch die die Bürger der Stadt viel weniger belastet werden als durch die Sportstätten-Nutzungsgebühr, regelrecht vom Tisch gefegt würden. Die Verwaltung habe sogar dazu geraten, keine weiteren Sparmaßnahmen im Sanierungsplan aufzunehmen, um den Aufsichtsbehörden nicht zu signalisieren, dass in Hagen möglicherweise noch mehr Sparpotenzial gehoben werden könne.

Welche alternativen Vorschläge das denn gewesen sein könnten – dazu schweigt die SPD.

SPD, das war einmal die Kurzform von „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“. Im Hagener Rathaus ist sie geschrumpft zur Sport-Partei.

Als reine Klientel-Vertretung ist die (Noch-)Krippner-Truppe in der Vergangenheit auch nicht als großartige Kämpferin gegen den grassierenden Kürzungswahn aufgefallen. Im Gegenteil: Sie hat so ziemlich alles mitgetragen, mit dem die Stadt zunehmend zugrunde gerichtet wird.

Nur ein Beispiel aus dem reichhaltigen Katalog unsozialer Maßnahmen, die von den ehemaligen Sozialdemokraten unterstützt wurden: Die Erhöhung der Grundsteuer, die praktisch alle – auch alle Mieter – zu zahlen haben, 2012 im Rahmen des „Haushaltssicherungspakets“, .

Dieses Paket hielt Fraktionschef Krippner nicht für „völlig unnötig“, sondern erklärte: „Die Verteilung der Lasten aus diesen Paketen ist ausgewogen und keinesfalls einseitig nur auf Steuern und Gebühren ausgerichtet: Nur rd. ein Drittel entfällt hierauf, die restlichen Maßnahmen betreffen das Personal, die städt. Gesellschaften, die innere Verwaltung und den Abbau von Leistungen.“

Man sieht: mit dem Abbau von Leistungen und der Erhöhung von Steuern für alle Bürger hat der Spezialdemokrat aus dem Ratssaal keine Probleme. Seinen Gegnern schrieb er seinerzeit ins Stammbuch: „Auch die Verweigerer tragen Verantwortung fürs Ganze.“

Das ist keine dreieinhalb Jahre her. Damals ging es – angeblich – ums Ganze und man nickte jede Schandtat ab. Heute spielt nur noch die Bedienung von Klientelinteressen eine Rolle. Dafür probt die Sportpartei allerdings jetzt wacker den Zwergenaufstand.

Ein warmer Regen für Hagen

19. März 2016

Städtebauprojekte werden mit mehr als 5 Millionen Euro gefördert

Mehr als 5 Millionen Euro Landesfördermittel fließen in zwei Städtebau-Projekte zur Integration von Flüchtlingen in Hagen. Das Geld stammt aus einem 72 Millionen Euro schweren Sonderprogramm, das das NRW-Stadtentwicklungsministerium Ende des vergangenen Jahres zur Unterstützung der Kommunen aufgelegt hatte.

Mit der höchsten Einzelförderung NRW-weit unterstützt das Land den Umbau der entwidmeten Martin-Luther-Kirche zu einer Kindertages- und Begegnungsstätte mit knapp 3,6 Millionen Euro. Weitere 1,5 Millionen fließen in die Erweiterung des Kinder- und Jugendparks Haspe.

Hagen hatte vier Projekte in Düsseldorf angemeldet, die beiden erwähnten wurden von einer Expertenjury ausgewählt und werden nun finanziell gefördert.

Endgültig: Sportstättennutzungsgebühr kommt

19. März 2016

Die Sportstättennutzunggebühr kommt auch in Hagen. Die Allianz im Rat stimmte für diese Maßnahme. Das Sparpaket hat ein Gesamtvolumen von 4,3 Millionen Euro. (…)

Wer aus den Reihen der Allianz auf Zerbröselungstendenzen bei den Sozialdemokraten spekuliert hatte, musste während der Sitzung feststellen, dass die Genossen-Reihen bei den Abstimmungen weiterhin eng geschlossen sind. (…)

Quelle: DerWesten

Windräder: Weniger Konzentrationszonen

19. März 2016

Acht statt 17 möglicher Windkraftkonzentrationszonen weist die neue Vorlage der Umweltverwaltung nur noch aus. Das Papier wurde so zwar im Umweltausschuss noch nicht beschlossen. Allerdings nur, weil sich die Politik detaillierte Informationen zu den bisherigen Ergebnissen der Artenschutzprüfung wünscht. Im Mai soll erneut über das Papier beraten werden. (…)

Quelle: DerWesten

Boloh-Schule: Riemann wirft Stadt Verzögerung vor

19. März 2016

Das Stadtteilforum Eppenhausen in Hagen wirft der Stadt eine Verzögerungshaltung bei der Gestaltung der mobilen Jugendarbeit gestellt. Doch das Rathaus kontert. (…)

Quelle: DerWesten

Zusammengehen besiegelt

19. März 2016

Mit der Vertragsunterzeichnung haben die das Allgemeine Krankenhaus (AKH) tragende Krankenhaus-Gesellschaft Hagen und die Agaplesion AG den nächsten Schritt in Richtung Zusammenschluss getan. (…)

Agaplesion erwirbt in der Regel lediglich 60 Prozent der Gesellschaftsanteile. 40 Prozent verbleiben bei den bisherigen Gesellschaftern. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Mit „lediglich 60 Prozent“ hält die AG natürlich die Mehrheit am AKH.

Die AfD-Hymne (Pinocchio Presse Supercut)

19. März 2016

Jung & Naiv: Ultra Edition

Integrationsrat fordert alle Menschen auf, Rassismus aktiv zu bekämpfen

18. März 2016

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus fordert der Vorsitzende des Integrationsrates, Şükrü Budak, alle demokratisch gesinnten Menschen in Hagen auf, gegen Rassismus aktiv zu werden und ihn zu ächten.

“Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten, Andersdenkenden und -lebenden haben ihren Ursprung in rassistischer Weltanschauung und untergraben die Grundpfeiler einer vielfältigen, demokratisch verfassten Gesellschaft”, sagt der Vorsitzende des Integrationsrates.

Gerade der Wahlerfolg der rechtspopulistischen Partei “Alternative für Deutschland” (AfD) bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt gibt Grund zur Sorge. Denn die Partei hat einen großen Teil ihres Wahlerfolges der künstlich erzeugten Angst vor Migranten und Flüchtlinge zu verdanken. (…)

Quelle: tv58

Musikschule soll keine reine Jugendbildungsstätte werden

18. März 2016

Die Umwandlung der städtischen Max-Reger-Musikschule in eine reine Jugendmusikschule scheint vom Tisch. (…)

Neue, gestern von der CDU im Ausschuss unterbreitete Vorschläge, zielen nun auf größere Einsparungen im Bereich Volkshochschule ab. Demnach soll u.a. das Mietverhältnis zwischen VHS und dem DBB-Gebäude (Deutscher Basketball Bund) in der Schwanenstraße beendet werden. Friedrich-Wilhelm Geiersbach (SPD) erzürnt: „Und was passiert dann mit dem Basketball in Hagen? Ist das der CDU egal?“(…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Eine Kündigung des Mietverhältnisses ist sicherlich kritisch zu sehen. Aber nur weil in diesem Fall die sinnvolle räumliche Nähe zur VHS-Zentrale Villa Post aufgegeben würde. Keinesfalls ist es aber die Aufgabe der notleidenden Stadt Hagen, einen bundesweit agierenden Sportverband mittels Mietzahlungen zu subventionieren. Wenn der DBB sich ein überdimensioniertes Bürogebäude zugelegt hat, ist es allein dessen Angelegenheit, dieses auch zu finanzieren.

Frauen haben ein Recht auf Mehr

18. März 2016

In 2016 fällt der Equal Pay Day auf den 18. März. Dieser Tag markiert den Tag, bis zu dem die Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen.

Noch immer besteht die geschlechtsspezifische Entgeltlücke von durchschnittlich 22%, die in verschiedenen Branchen noch weit größer ist. Damit liegt Deutschland weit unter dem Europaschnitt, der bei 16,3 % liegt. Und wer hätte gedacht, dass Polen und Italien die europäischen Länder sind, die die geringste Entgeltlücke mit Werten zwischen 3,2% und 8,6 % vorzuweisen haben?

Ruth Sauerwein vom DGB Stadtfrauenausschuss erklärt die Ursachen: „Auf dem Papier verdienen zwar Mann und Frau das Gleiche. Die Ungleichheit kommt durch die verschiedenen Berufe und Positionen, sowie die schlechteren Aufstiegschancen, vor allem, was Führungspositionen betrifft. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, die oft geringfügig ist und unterbrechen häufiger und länger familienbedingt ihre Berufstätigkeit. Auch wenn durch Tarifbindungen der Bruttoarbeitslohn von Frauen um 9,2% angehoben wird, bedarf es zur wirklichen Überwindung der Entgeltlücke gesetzliche Vorgaben, betriebliches Handeln und gesellschaftliches Umdenken!“

Die Hagener Gewerkschaftsfrauen werden sich von 10.00 -12.00 Uhr an einer Aktion der Frauengruppe des Sozialverbands Deutschland in der Innenstadt beteiligen und mit Materialien über ihr „Recht auf Mehr“ informieren.

Ulrich Aldas zweite Amtszeit rückt in weite Ferne

18. März 2016

Der Hagener FDP-Landtagsabgeordnete Ulrich Alda wird im kommenden Jahr kaum Chancen haben, nach den Wahlen wieder in das Düsseldorfer Parlament einzuziehen. Zwar wird der FDP-Landesverband erst im Herbst die Reserveliste für die am 14. Mai 2017 stattfindende NRW-Landtagswahl verabschieden, doch der Bezirksverband Westfalen-West hat jetzt schon die entscheidenden Weichen gestellt. Und das bedeutet für Alda: Er wird keinen aussichtsreichen Listenplatz bekommen. (…)

Quelle: DerWesten

Live-Konzert mit Stefan Erbe und Steve Baltes

18. März 2016

Baltes-ErbeWer am Samstag, 19. März, um 19 Uhr in die Stadtbücherei auf der Springe kommt, den erwarten ein sehr entspannter und beinahe endloser Sound und auf der Großleinwand wunderbare Einblicke ins All oder traumhafte Farbenspiele. Und dazu eine Musik, die in der Gunst der Genre-Fans elektronischer Machart ganz oben rangiert.

Stefan Erbe und Steve Baltes (Foto: Stadt Hagen) genießen als ambitionierte Ausnahme-Musiker den Ruf, sämtliche synthetisierte Stilrichtungen in ihren Tracks vereint zu haben. Ihr aktuelles Live-Album „S-Thetik“ zeigt, dass man auch experimentelle Klangteppiche mit futuresken Chill-Out-Melodien zu einer einzigartigen Symbiose formen kann.

Neben der einmaligen Live-Atmosphäre überzeugen Baltes & Erbe auch mit einer einmaligen visuellen Großprojektion, die stimmungsvoll die Sounds und ihre Geschichten zusammenführt. Eine Reise in unendliche Weiten mit weicher Landung. Karten sind für 5 Euro im Vorverkauf in der Stadtbücherei und an der Abendkasse erhältlich.

Zeit für einen Medikamentenwechsel

17. März 2016

GesamtschuldenIn der heutigen Ratssitzung stehen mal wieder die Haushaltsplanungen an, die wie seit Jahren durch „Sparpakete“, die eigentlich Kürzungspakete sind, dominiert werden. Die Ratsfraktionen ringen scheinbar um wichtige staatliche Leistungen und haben sich letztendlich, ebenso wie die BürgerInnen der Stadt, damit abgefunden, dass der vorgeblich immense Schuldenberg nur durch Einschnitte im Leistungskatalog der Kommune zu bewältigen sei.

In den vergangen Jahren wurde über viele Sparpakete diskutiert. Da aber viele Auswirkungen der Kürzungen erst in den nächsten Jahren zum Tragen kommen oder durch Andere kompensiert werden, wird die Gegenwehr zermürbt und das Vorgehen nicht mehr in Frage gestellt. Das Kürzen erscheint alternativlos zu sein, nur das „Wo und in welcher Höhe“ erregt jeweils die betroffenen Gemüter.

Schulden-VermögenUnverständlich erscheint den Hagener Gewerkschaften, warum nicht mal die Effektivität dieser Kürzungspakete hinterfragt wird. Die gegeneinander gestellten Zahlen sprechen doch eine deutliche Sprache. Die Gesamtschulden der Stadt Hagen beliefen sich in 2004 auf 757 Mio €. Nach 10 Jahren „Sparen“ und sorgfältigen Haushaltsplanungen ist der Schuldenberg bis 2013 auf 1.443 Mio € gewachsen.

DGB Stadtverbandsvorsitzender Jochen Marquardt: „Die Medizin verfehlt offensichtlich ihre Wirkung. Der Schuldenabbau muss eine grundsätzlich andere Perspektive bekommen und damit ist nicht die Erhöhung der kommunalen Steuern gemeint. Es ist Zeit für einen Medikamentenwechsel, der das steigende Vermögen in den Blick und die Vermögenden stärker in Verantwortung nimmt.“


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