Archive for the ‘02 Wirtschaft Hagen’ Category

Aus: 74 Mitarbeiter verlieren im Presswerk Hagen ihre Jobs

22. Januar 2022

Nach dem Aus des Hagener Automobilzulieferers Prevent TWB aus der Sedanstraße steht jetzt auch der letzte verbliebene Rest-Mosaikstein des Eckeseyer Automotiv-Standortes, die Presswerk Hagen GmbH, vor der Schließung. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Zur Vorgeschichte siehe auch:

Wird TWB-Belegschaft mit Parallel-Firma ausgebootet?

TWB: Parallel-Firma nimmt tatsächlich Betrieb auf

TWB muss Leistungen bei neuer Parallel-Firma kaufen

Wir sind dann mal weg
TWB hat den Firmensitz nach Frankfurt verlegt

„Totale Ökonomisierung“

21. Januar 2022

Pflegenotstand in Hagen: Mitarbeiterin steigt aus

Eine Krankenpflegerin hat nach 23 Berufsjahren ihre Beschäftigung in einer Hagener Klinik aufgegeben. Das berichtet die örtliche Ausgabe der WPWR. „Das, was ich zuletzt auf der Station erlebt habe, hat mich in diesem Entschluss bestärkt“, zitiert die Zeitung die 47-jährige.

Dabei habe sie auch die Monate der Corona-Pandemie im Auge, „aber im Grunde genommen war die Situation vorher auch nicht besser.“

„An eine vernünftige Übergabe zwischen den Schichten war nicht zu denken. Für Pausen war keine Zeit. Und trotzdem ist keine Zeit geblieben, sich mit der eigentlichen Pflege zu beschäftigen“, kritisiert die Aussteigerin laut Pressebericht. „Immer wieder sind Kräfte aus Leiharbeitsfirmen eingesprungen. Sie kannten die Stationen nicht, die Räumlichkeiten, die Abläufe, die Patienten – für die Kollegen, die fest im Haus angestellt sind, hat das erhebliche Mehrarbeit bedeutet. Von Entlastung keine Spur.“

Es gehe schon lange nicht mehr um Menschen und ihre Geschichten, ihre Schicksale. Es gehe um Zimmernummern, um Diagnosen, um Zahlen – darum, wie viel Geld Untersuchungen und Eingriffe für das Haus bringen. Qualität in der Pflege spiele keine Rolle mehr. „Wir reagieren nicht schnell genug, es passieren Fehler, wir arbeiten am Limit, und das Klima ist angespannt.“

Das sieht auch die Leiterin der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung, Dorothea Voss, so: Der Personalmangel sei für die Beschäftigten seit langem ein drängendes Problem. Pflegekräfte wollen gute Arbeit machen und können das nicht, wenn die Personalbemessung nicht stimmt. Derzeit führe die Kombination aus Personalmangel und unzureichender Entlohnung dazu, dass zu viele Pflegekräfte wegen der Arbeitsbedingungen aussteigen.

Personalmangel und Stress prägen den Alltag. Grund ist vor allem die totale Ökonomisierung der Betriebe. „Dabei haben Krankenhäuser doch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt Regina Dickey, Betriebsrätin der Uniklinik Gießen und Mitglied im Aufsichtsrat des Rhön Klinikums.

Krankenhäuser sind heute vor allem auf Gewinn ausgerichtete Unternehmen. Deswegen tummeln sich hier viele Privatinvestoren. Dickey und ihre Kolleginnen und Kollegen befürchten, dass der Druck aus der Wirtschaftsabteilung steigt und die Tarifverträge in den Tochterunternehmen bald Geschichte sein werden.

“Was die Überlastung in der Pflege und beim Klinikpersonal angeht: Die Krise wird aktuell auf dem Rücken dieser Beschäftigten ausgetragen. Dass es hier einen Personalmangel gibt, war schon lange bekannt. Kaum etwas ist unternommen worden”, so Johanna Wenckebach, Wissenschaftliche Direktorin des Hugo Sinzheimer Instituts, mahnend in einem Interview mit dem MDR.

Im Pflegedienst deutscher Krankenhäuser fehlen mehr als 100.000 Vollzeitstellen. Diese Lücke sei „keine unvermeidbare quasi naturwüchsig entstandene Situation, sondern vor allem durch Regelungen der Krankenhausfinanzierung hervorgerufen, die Krankenhäuser zu Kostensenkungen zwangen und dadurch einen starken Anreiz zum Stellenabbau insbesondere im Pflegedienst setzten“, zeigt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung von 2017.

Seitdem scheint sich die Lage weiter verschlechtert zu haben. Gesundheitssystemforscher Prof. Dr. Michael Simon, auch schon Autor der Studie von 2017, geht davon aus, dass in deutschen Allgemeinkrankenhäusern auch aktuell gut 100.000 Vollzeitstellen für Pflegerinnen und Pfleger fehlen.

Würde man die Personalbesetzung im Pflegedienst deutscher Krankenhäuser auf das Niveau anheben, das die Schweiz oder Dänemark pro 1.000 Einwohner schon haben, müssten sogar zwischen 160.000 und 260.000 Vollzeitkräfte zusätzlich eingestellt werden.

Simon sieht vor allem durch die DRG-Fallpauschalen, über die seit gut 15 Jahren Behandlungen in deutschen Krankenhäusern abgerechnet werden, eine sehr problematische Entwicklung. Sie erzeugen Kostendruck ohne eine systematische Berücksichtigung von Qualität sowie intransparente, rational nicht begründete Umverteilungseffekte in und zwischen Kliniken, so seine Analyse vom November 2020. Die Gesundheitspolitik solle jetzt konsequent umsteuern und das DRG-System vollständig abschaffen. Die Finanzierung der Kliniken durch sogenannte Fallpauschalen gefährde die Qualität der Behandlung.

Mieter gesucht: Ladenflächen in Wehringhausen

21. Januar 2022

Wehringhausen-ZentrumDas Zentrum von Hagen-Wehringhausen mit Wilhelmsplatz und Lange Straße. Luftbild: RVR, dl-de/by-2-0.

Der Stadtteil Wehringhausen entwickelt sich baulich, kulturell und kreativ weiter. Auch für die Geschäftswelt gibt es neue Perspektiven. Wehringhausen ist bekannt für seine Besonderheiten wie die kurzen Wege, historische Bausubstanz, engagierte Initiativen und sein authentisches Flair.

Das ist auch einigen neuen Gewerbetreibenden aufgefallen, die bisher leerstehende Ladenlokale mit Leben füllen. Dabei unterstützt wurden in den letzten Jahren einige Mieter und Vermieter vom Quartiersmanagement Wehringhausen im Rahmen des Flächenmanagements.

„Wehringhausen mausert sich zu einem Zentrum für nachhaltige und kreative Produkte und Dienstleistungen, die den Zeitgeist treffen. Alle Geschäfte sind inhabergeführt. Der persönliche Service kommt also nicht zu kurz“, sagt Maik Schumacher vom Quartiersmanagement Wehringhausen, der sich vor Ort um die Vermittlung von Ladenlokalen kümmert.

„Beim Flächenmanagement stehen wir im engen Austausch mit Eigentümern, der Händlergemeinschaft „Wir in Wehringhausen“, dem Projekt BiwaQ und mit Hagen.Business, die sich um ein stadtweites Gewerbeflächenmanagement kümmern. Wir versuchen immer Nutzungen zu finden, die den Stadtteil durch Kunden beleben und das Angebot qualitativ ergänzen und neue Kunden anlocken“, erläutert Maik Schumacher den strategischen Ansatz.

Durch passende Angebote zum lebhaften Stadtteil

Dieser besteht darin, kreative, handwerkliche und nachhaltige Angebote weiter zu etablieren und die Versorgung des täglichen Bedarfs zu decken. Schumacher: „Die Lange Straße im Wehringhauser Zentrum bietet mehr als die reine Nahversorgung der Wehringhauser Bürger. Kombiniert mit einem Rundgang zu den zahlreichen Streetart-Objekten an Hauswänden oder entlang der Infotafeln des Hagener Heimatbundes, die die Stadtteilgeschichte erläutern, kann man im Stadtteil einen ganz schönen Nachmittag verbringen und was Feines einkaufen und genießen.“

Bisher befinden sich eine neue Gitarrenbaumeisterin, das Nachhaltigkeitszentrum mit dem Umsonstladen und das Café „Gegenüber“ unter den neuen Angeboten entlang der Lange Straße. Auch die Umwandlung einer ehemaligen Gastronomie in eine Galerie ist in der Planung. Mit dem Unverpacktladen, dem Bioladen, dem Quadrux Buchladen, Onkel Jo sein Laden für nachhaltige Mode, Schmuck Walther oder Uhren und Schmuck Bradenbrink sind noch weitere Geschäfte auf der Suche nach neuen Nachbarn.

Noch sind einige Ladenflächen verfügbar

„Durch den Auszug der Sparkasse aus der Filiale Wilhelmsplatz gibt es nun leider eine 600 Quadratmeter große freie Fläche im Zentrum, für die eine neue Nutzung gesucht wird. Vier bis fünf weitere Läden stehen im Bereich der Lange Straße noch leer. Dafür suchen wir interessierte Mieter, die wir gern mit den Vermietern und den anderen Gewerbetreibenden in Kontakt bringen“, sagt Schumacher.

Interessierte können sich per E-Mail an team@qm-wehringhausen.de wenden. Auf der Internetseite des Wehringhäuser Quartiersmanagements sind zu einem Teil der leerstehenden Ladenflächen weitere Informationen und Fotos verfügbar: www.soziale-stadt-wehringhausen.de/gewerbe-immo-wehringhausen.

Eine Übersicht über bereits vorhandene Angebote und Geschäfte gibt es auf der Stadtteilseite unter www.089wehringhausen.de/karten.

Mark-E senkt Stromtarif für Neukunden

18. Januar 2022

Mark-E führte kurz vor Weihnachten 2021 für Neukunden in der Stromversorgung, die in die Grund- bzw. Ersatzversorgung fallen, einen neuen Strom-Grundversorgungstarif ein. Hintergrund ist die stetige Zunahme von Fällen, in denen insbesondere „Discount-Anbieter“ ihren Kunden unvermittelt die Verträge kündigen oder Insolvenz anmelden.

Nach dem extremen Anstieg der Energiepreise im Dezember lassen es die Beschaffungskosten bald wieder zu, dass Mark-E aufgrund der verbesserten Marktsituation die günstigeren Preise an seine Neukunden weitergeben wird.

Somit senkt das Unternehmen zum 1. März 2022 im Grundversorgungstarif für Neukunden den Arbeitspreis von bisher 57,12 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf 44,03 Cent/kWh. Der einmalig im Jahr zu zahlende Grundpreis bleibt unverändert bei 150 Euro.

Wo sind die Grenzen des Wachstums?

11. Januar 2022

Gemeinwohl-Ökonomie – ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft

Eine kostenlose Veranstaltung zur Wirtschaftsreformbewegung „Gemeinwohl-Ökonomie“ bietet die Volkshochschule Hagen (VHS) am Donnerstag, 20. Januar, von 19 bis 20.30 Uhr in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38.

Aktueller Erfolgsindikator für die Wirtschaft ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Ist das ausreichend? Erfüllt die Soziale Marktwirtschaft noch ihre ursprünglichen Versprechen? Wo sind die Grenzen des Wachstums?

Immer mehr Menschen wird bewusst, dass unser derzeitiges Wirtschaftssystem für die aktuellen Herausforderungen zu ineffizient ist. Doch welche Alternativen gibt es und wie kann unser Wirtschaftssystem weiterentwickelt werden? Welche Veränderungen sind hier und heute möglich? Über die Etablierung eines ethischen Wirtschafsmodells spricht Rolf Weber, Koordinator der Regionalgruppe Ennepe, Ruhr und Wupper der Gemeinwohl-Ökonomie Bewegung.

Die Plätze sind begrenzt, eine Anmeldung kann unter der Kursnummer 1411 auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 erfolgen. Bei der VHS Hagen gilt die 2G-Regel, Teilnehmende werden gebeten, die entsprechenden Nachweise mitzubringen.

A45: Talbrücke Rahmede endgültig am Ende

8. Januar 2022

SIHK will Verlagerung auf die Schiene und Stärkung des ÖPNV

A45_TB_Rahmede_DrohneÜber die Talbrücke Rahmede der A45 bei Lüdenscheid (Foto: Autobahn GmbH) werden keine Fahrzeuge mehr fahren können, weder Lkw noch Pkw. Zu diesem Schluss kam am Donnerstag die Expertenrunde der Autobahn GmbH.

Stattdessen soll die alte Brücke jetzt abgebrochen werden und an derselben Stelle und im selben Linienverlauf eine neue Brücke gebaut werden. „Mit Hochdruck bauen wir dann die neue Brücke. Wir hoffen, dass sie dann in fünf Jahren steht“, so Elfriede Sauerwein-Braksiek, die Leiterin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH.

Die aktuellen Untersuchungsergebnisse, die über den Jahreswechsel zusammengetragen wurden, belegen weitere Schäden an der Brücke. Das Stahlgerüst weist nicht nur Verformungen und Beulen auf, viele Bereiche des Stahls sind stark korrodiert und haben Risse. Die großen Verkehrsmengen, aber vor allem auch die gestiegenen Gewichte in den vergangenen Jahrzehnten, seien die wesentlichen Gründe für den heutigen Zustand der 53 Jahre alten Brücke.

Vor diesem Hintergrund rückt für die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer Hagen (SIHK) die Alternative der „rollenden Landstraße“ mehr und mehr in den Mittelpunkt. „Unter ‚rollender Landstraße‘ versteht man die Verladung und den Transport von ganzen Lkws auf Niederflurwagen der Bahn, erklärt Christoph Brünger, Geschäftsbereichsleiter der SIHK.

„Eine ‚rollende Landstraße‘ könnte nicht nur Lieferketten wieder planbarer machen, sondern auch die innerstädtischen Umleitungsstrecken entlasten. Natürlich müssten unter anderem Fragen zu konkreten Streckenangeboten, Terminals und Betreibern geklärt werden. Zudem müsste geprüft werden, ob diese Ladungskombination durch die auf der Strecke zwischen Hagen und Siegen bestehenden Tunnel passt“, gibt Christoph Brünger zu bedenken und betont zugleich: „Sollte dies nicht der Fall sein, dann wäre dies Grund genug, die Lichtraumprofile der Tunnel umgehend zu erweitern.“

Schon seit vielen Jahren fordere die SIHK eine Aufweitung der Tunnelprofile auf der Ruhr-Sieg-Strecke, um auch seegängige High Cube Container auf dieser für den Güterverkehr interessanten Nord-Süd-Verbindung transportieren zu können. Um mit Hilfe dieser Eisenbahnstrecke Hagen – Siegen– Frankfurt die beiden völlig überlasteten Rheinschienen zu entlasten, wurde die Aufweitung der Tunnel in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen.

„Vor dem Hintergrund der Sorge, dass eventuell neben der Rahmedebrücke noch weitere Talbrücken der A45 gesperrt werden müssten, macht die kurzfristige Aufrüstung der Ruhr-Sieg-Strecke Sinn und sollte umgehend in Angriff genommen werden“, fordert Brünger. Ende Dezember hatte sich die Kammer bereits auf die Suche nach privaten Gleisanschlüssen gemacht.

Darüber hinaus müssten nun auch kurzfristig die Angebote für die Pendlerverkehre im ÖPNV ausgeweitet und optimiert werden, so die SIHK.

Reichlich verstrahlt

2. Januar 2022

Hagen war jahrzehntelang in Atomprojekte verwickelt – und die Geschichte ist noch nicht zu Ende

ENERVIE_Zentrale_Zufahrt_Presse_1Wahnvorstellungen waren schon immer ein integraler Bestandteil Hagener Energieunternehmen – und immer mit Rückendeckung der bestens alimentierten politischen Aufsichtsvertreter. Vom Atomwahn über den Größenwahn Ivo Grünhagens bis hin zur lächerlichen Forderung nach einer eigenen Postadresse „Platz der Impulse“. Foto: Enervie.

Zum Jahreswechsel wurden drei weitere deutsche Atomkraftwerke vom Netz genommen. Keine 24 Stunden später tischt die EU-Kommission pünktlich zum Neujahrstag in einem Entwurf die Schnapsidee auf, diese Art von Energieerzeugern weiter finanziell zu fördern – als „nachhaltige“ Anlagen.

Anlass genug, noch einmal an die Rolle Hagener Energiekonzerne samt ihrer politisch besetzten Aufsichtsgremien in der Geschichte der Atomkraft zu erinnern, die endlich in diesem Land zu Ende geht. Die Frage der Entsorgung des stahlenden Mülls ist allerdings bis heute ungelöst – und es könnten noch hohe Kosten auf die Stadt bzw. die Stromverbraucher zukommen.

Die frühen Jahre

Es war die Zeit des Kalten Krieges. Von regierungsamtlicher Seite wurde den Menschen erzählt, gegen die Folgen einer Atombombe könne man sich mit einer Aktentasche über dem Kopf schützen. Da lag es nahe, auch an eine „friedliche“ Nutzung der Kernenergie zu glauben.

In diesen Jahren, genau 1959, erreichte der „Fortschritt“ auch Hagen. Das Kommunale Elektrizitätswerk Mark, besser bekannt als Elektromark und ein Vorläufer der Enervie, gründete gemeinsam mit 14 anderen Energieunternehmen die Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor (AVR).

Die Anlage steht in Jülich unmittelbar neben dem Gelände des Forschungszentrums und wurde von 1966 bis 1988 betrieben. Es traten mehrere Pannen und Störfälle auf, Kritiker sehen Indizien, dass der Reaktor sogar havariert ist. Der AVR-Betrieb und mögliche Gefährdungen beim Betrieb wurden 2011 bis 2014 von externen Experten untersucht; laut Abschlussbericht vom April 2014 gab es gravierende verheimlichte Probleme und Fehlverhalten.

Der Rückbau des AVR gilt als außergewöhnlich schwierig, langwierig und teuer. Aber Elektromark bzw. Rechtsnachfolger Enervie hatten viel Glück.

Da die Betreiber sich überfordert zeigten, werden Rückbau und Entsorgung von staatlichen Stellen in Auftrag gegeben und bezahlt. 2003 wurde die öffentliche Hand auch formal Eigentümer des AVR und seines Atommülls. Damit waren die Hagener finanziell aus dem Schneider.

Im Januar 1968 wurden beim Bau des AKW Würgassen erste Proteste gegen Atomkraftwerke laut. Ein SPD-Politiker namens Prof. Karl Bechert forderte: „Die Bevölkerung muss aufstehen wie ein Mann.“ Das hinderte die Elektromark allerdings nicht daran, in das nächste Atomabenteuer einzusteigen.

Der erste Versuch in Hamm

Nach der Ölkrise im Jahr 1973 warb Elektromark-Vorstand Hecker weiter für die Nutzung der Atomkraft.  Das war das Jahr, in dem 500 Traktoren durch den Kaiserstuhl rollten und die Bevölkerung alarmiert war: In Wyhl, mitten im Weinanbaugebiet, war ein Atomkraftwerk geplant.

Hecker argumentierte auf der Hauptversammlung gegenüber den Aktionären, die Elektromark fühle sich als Stromerzeuger durch den von der Bundesregierung angestrebten Ausbau der Kernenergie in der Pflicht – so der Geschäftsbericht – „weil nach dem heutigen Stand der Technik die Kernenergie ihren wachsenden Beitrag zur Energieversorgung nur über die Umsetzung in elektrische Energie leisten kann.“

1975 gründete Elektromark gemeinsam mit den Vereinigten Elektrizitätswerken (VEW) die Kernkraftwerk Hamm GmbH, um einen 1300-MV-Druckwasserreaktor zu bauen. Elektromark hielt an der Gesellschaft einen Anteil von 26 Prozent, das bis dato größte Finanzvolumen für ein Einzelprojekt des Energieversorgers.

Aber die Genehmigung kam nicht so recht voran. Die Elektromark machte dafür „die Einstellung der Landesregierung“ verantwortlich, die von der SPD geführt wurde. Also wich man nach Niedersachsen aus, wo unter der CDU-Regierung des Ministerpräsidenten Ernst Albrecht ein atomgünstigeres Klima herrschte.

Abenteuer im Emsland

1982 wurde die Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH gegründet, im April 1988 ging das AKW Emsland ans Netz. Elektromark hielt eine Beteiligung von 25 Prozent und hatte sich damit wirtschaftlich verhoben, zu viel Kapital war ans Atom gebunden.

Daher beschloss der Aufsichtsrat im Dezember 1993 einschneidende Maßnahmen zur Umstrukturierung des Unternehmens. Dazu gehörte vor allem der Verkauf der Beteiligung am AKW Emsland. Damit waren auch die Kosten für Stilllegung und Entsorgung des Meilers vom Tisch.

In der Folge wurden RWE und VEW mit 20 Prozent des Aktienkapitals Anteilseigner des Hagener Energieversorgers. Möglich wurde diese Veränderung, weil die Stadt Hagen einen Teil ihrer Aktien verkaufte.

Bio-Atomkraft aus regionalem Anbau

Aber die Hagener hatten noch ein weiteres Eisen im atomaren Feuer. 1968 hatten Elektrizitätsunternehmen in Hagen (!) die Hochtemperatur-Kernkraftwerks-GmbH (HKG) gegründet, die einen 300 MW-Reaktor bauen und betreiben sollte. Die Muttergesellschaften waren mittelgroße und kleinere regionale Elektrizitätsversorger, darunter die damalige Elektromark, eine der beiden Vorläufer der heutigen Mark-E.

„Die Befürworter der neuen Technologie sprachen so, als werde hier quasi Bio-Atomkraft aus regionalem Anbau produziert“, beschrieb einmal die Süddeutsche Zeitung die Stimmungslage der damaligen Zeit.

Im Mai 1971 wurde die erste Teilerrichtungsgenehmigung erteilt und im November 1985 wurde der „THTR 300“ genannte Reaktor in Hamm-Uentrop im Betrieb genommen. Das Glück währte allerdings nicht lange: Nach nur 423 Betriebstagen wurde der THTR wegen „Kinderkrankheiten“ vom Netz genommen und 1989 endgültig stillgelegt.

Die Baukosten des THTR wurden 1968 auf 300 – 350 Millionen D-Mark taxiert, zum Zeitpunkt des Baubeginns 1971 waren es schon 690 Millionen und am Ende wurden es dann 4 Milliarden D-Mark, was etwa 2,045 Mrd. Euro entspricht.

Bereits während der Inbetriebnahmephase traten so viele Probleme auf, dass die Stadtwerke Bremen ihren Anteil am THTR zum symbolischen Preis von einer DM an den damaligen HKG-Hauptgesellschafter Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) abgaben, um dem Haftungsrisiko zu entgehen.

Während einer Stillstandsphase ab September 1988 wegen gebrochener Haltebolzen in der Heißgasleitung übermittelte die HKG Ende November 1988 ein „vorsorgliches Stilllegungsbegehren“ an Bundes- und NRW-Landesregierung, um auf ihre prekäre finanzielle Lage aufmerksam zu machen. Die Bremer hatten also noch rechtzeitig den Absprung geschafft, denn anders als prognostiziert hatte sich der Betrieb des THTR als hochdefizitär herausgestellt und die finanziellen Reserven der HKG waren weitgehend aufgebraucht.

Ohne dauerhafte Lösung dieser finanziellen Probleme sah die Aufsichtsbehörde die Voraussetzungen für einen THTR-Weiterbetrieb nicht mehr als gegeben an, und der Reaktor blieb abgeschaltet. Im Sommer 1989 geriet die HKG dann an den Rand der Insolvenz und musste, da die Muttergesellschaften der HKG ohne höhere staatliche Zuschüsse keine weiteren Zahlungen leisten wollten, durch die Bundesregierung mit 92 Mio. DM und das Land NRW mit 65 Mio. DM gestützt werden.

Die Ruine könnte für Hagen noch teuer werden

Der Reaktor selbst wurde bis 1997 in den sogenannten „sicheren Einschluss“ überführt und verursacht weiter Kosten in Höhe von 6,5 Mio. Euro jährlich. Die HKG (heute nur noch zwei Beschäftigte – aber drei Geschäftsführer!) beziffert die Kosten für Stillegung und „sicheren Einschluss“ bis Ende 2009 auf insgesamt 425 Millionen Euro.

Die Aufwendungen für Demontage und Entsorgung des strahlenden Schrotts werden inzwischen auf 1 Milliarde Euro taxiert. Ohne die Kosten der Endlagerung wohlgemerkt. In einer Studie der Hertie School of Governance von 2015 wird der THTR zu den grössten Fehlentwicklungen bei deutschen Projekten der vergangenen 55 Jahre gezählt.

Dank großzügiger Förderung durch Bund und Land mussten die Anteilseigner der Betreibergesellschaft nur gut 8 Prozent der Baukosten aufbringen. Bei Stillegung und Einschluss waren sie schon mit einem Drittel der Kosten beteiligt. Die Verteilung beim Abriss steht völlig in den Sternen.

Sollten die Kosten vollständig von der HKG getragen werden müssen, entfielen auf die Hagener Enervie gemäß ihres Anteils 260 Millionen Euro. In 2012 verfügte die HKG nur noch über Eigenmittel von 41,5 Mio €. Inzwischen sind auch die aufgebraucht. Aber – es waren Cleverles am Werk: Wegen der Rechtsform als GmbH soll eine Durchgriffshaftung auf die HKG-Gesellschafter zur Deckung der Entsorgungskosten nicht möglich sein, sodass die Kostenübernahme ungeklärt ist.

Enervie spielt die Risiken im gewohnten Stil herunter: Im Geschäftsbericht 2013 (ein neuerer ist nicht auffindbar – auch bezeichnend) firmiert die HKG nur als „Unternehmen (…) untergeordneter Bedeutung“ gemäß § 311 Absatz 2 HGB. Danach muss eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, „wenn die Beteiligung für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist.“

Ein klassisches Schlupfloch für Bilanzakrobaten, denn der Absatz 1 desselben Paragraphen schreibt eigentlich die Miteinbeziehung bei „maßgeblichem Einfluss“ vor: „Ein maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn ein Unternehmen bei einem anderen Unternehmen mindestens den fünften Teil der Stimmrechte der Gesellschafter innehat.“ Enervie hat mit 26 Prozent mehr als ein Viertel und überschreitet damit sogar die Sperrminorität von 25 Prozent.

Bei Enervie baut man offenbar darauf, das Problem einfach auszusitzen; die heutige Generation der Manager und politisch Verantwortlichen wird dann, wenn es zum (finanziellen) Schwur kommt, schon den Ruhestand genießen. Motto: Nach mir die Sintflut.

Denn frühestens 2027, nach teilweisem Abklingen der Radioaktivität, kann endgültig mit dem Abriss begonnen werden. Dafür werden etwa 20 Jahre veranschlagt. Die Endabrechnung erfolgt also 2047 – 58 Jahre nach der Stillegung.

Sanitätshaus Riepe in Hagen darf weiterbauen

30. Dezember 2021

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat einem vorläufigen Baustopp für die Erweiterung der Firma Riepe in Hagen eine Absage erteilt. Der Zweite Senat wies damit eine Beschwerde der Anwohner gegen einen gleichlautenden Beschluss des Verwaltungsgerichts Arnsberg zurück. (…)

Quelle: wp.de

Preise für Fernwärme steigen um 12 Prozent

28. Dezember 2021

Für Fernwärmekunden der Mark-E in Hagen-Emst erhöhen sich zum 1. Januar 2022 die Fernwärmepreise.

Konkret erhöht Mark-E die Grund- und Verrechnungspreise (brutto) auf 6,85 Euro pro Quadratmeter (m2) für Mehrfamilienhäuser, auf 12,74 Euro/m² für Einfamilienhäuser, den Grundpreis für die Anschlussleistung auf 61,76 Euro pro Kilowatt (kW) sowie die Verrechnungspreise auf 89,72 Euro/Jahr (Volumenzähler) bzw. 179,44 Euro/Jahr (Wärmemengenzähler). Die Arbeitspreise erhöhen sich für Kunden mit Volumenzählern auf 3,90 Euro pro Kubikmeter (m³) für Heizung und 13,96 Euro/m³ für Warmwasser bzw. für Wärmemengenzähler auf 97,27 Euro pro Megawattstunde (MWh).

Für Kunden in Hagen-Emst ergibt sich daraus für typische Musterfälle eine Entgelterhöhung zwischen 10 und 12 Prozent. Grund hierfür ist im Wesentlichen die Indexentwicklung für die Wärmeerzeugung mit deutlich steigenden Gaspreisen und den jeweiligen Abnahmesituationen.

SIHK sucht private Gleisanschlüsse

26. Dezember 2021

Wirtschaftsverband entdeckt die Schiene wieder

In der Not frisst der Teufel Fliegen
Sprichwort

Dass Güter auch mit der Bahn transportiert werden können, war für die Interessenvertreter der Wirtschaft eigentlich schon lange kein Thema mehr. Aber nachdem immer mehr Autobahnbrücken unter der seit Jahren zunehmenden Belastung durch ständig wachsenden LKW-Verkehr in die Knie gehen, gerät die Schiene wieder ins Blickfeld.

So auch bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), weil die Sperrung der Talbrücke Rahmede im Zuge der A 45 zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid Nord und Lüdenscheid chaotische Verkehrsverhältnisse in der Lüdenscheider Innenstadt und darüber hinaus bis nach Hagen verursacht.

Da die Brücke „für den Lkw-Güterverkehr“ (!), so die SIHK, in den nächsten fünf Jahren abgerissen und neu gebaut werden muss, will die Kammer nun prüfen, ob nicht bestimmte Güter auf die Bahn verlagert werden können, um den Lkw-Verkehr auf den Umleitungsstrecken zu reduzieren.

Unternehmen mit Gleisanschlüssen werden aufgefordert, den Schienenverkehr verstärkt zu nutzen. Weiterhin sollte im Falle eines stillgelegten Gleisanschlusses geprüft werden, ob dieser nicht reaktiviert werden kann. Hierzu besteht die Möglichkeit, staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen.

Die SIHK führt zu diesem Thema daher jetzt in Abstimmung mit dem Landesverkehrsministerium und DB Cargo eine Umfrage unter Unternehmen durch, die Interesse an einer Reaktivierung von Gleisanschlüssen haben.

In den vergangenen elf Jahren verzeichnete die Bundesregierung in ganz Deutschland gerade einmal 31 neue und 28 reaktivierte Gleisanschlüsse für Unternehmen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion im Sommer 2021 hervorgeht.

Demnach gab es Ende 2020 noch insgesamt 2307 aktive Gleisanschlüsse. Die Tendenz ist damit seit Jahren rückläufig. Vor der „Bahnreform“ im Jahr 1994 waren es noch mehr als 11.000 Anschlüsse gewesen. Rund 80 Prozent wurden also aufgegeben.

„Diese lächerlich niedrigen Zahlen passen zu der auch sonst mageren verkehrspolitischen Bilanz von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Wie bei seinen Amtsvorgängern war die Forderung nach ‚mehr Verkehr auf der Schiene‘ nicht mehr als eine hohle Politphrase für Sonntagsreden, da es stets an wirksamen Maßnahmen fehlte“, sagte Matthias Gastel, Bahnexperte der grünen Bundestagsfraktion, gegenüber der Presse.

Als Vorbilder verweist er auf Österreich und die Schweiz. Von den Nachbarn könne man lernen, „wie mit Gleisanschlüssen buchstäblich mehr bewegt werden kann“. Es sei kein Zufall, dass diese Länder auch einen deutlich höheren Marktanteil im Schienengüterverkehr aufwiesen.

Laut Allianz pro Schiene liegt er in Österreich bei 25 Prozent, in der Schweiz sind es sogar 40 Prozent. In Deutschland dagegen nur 19 Prozent.

Über einen oftmals unbeachteten aber starken Hebel in der Schaffung von Gleisanschlüssen verfügen auch Städte, Gemeinden und Landkreise, denn auch sie können die Rahmenbedingungen für Gleisanschlüsse positiv beeinflussen und damit das Verkehrsgeschehen auf die Schiene lenken. Grundlage hierfür bietet der Paragraf 9 des Baugesetzbuchs.

Im Ergebnis können Städte und Gemeinden ein Gewerbegebiet nicht nur „klassisch“ über die Straße, sondern auch über einen eigenen Gleisanschluss erschließen lassen und dies zu einem Bestandteil des Bebauungsplans machen.

Gelbe Tonne gibt es bald in allen Stadtteilen

12. Dezember 2021

Der Entsorger AHE führt zum 1. Januar die Gelbe Tonne in Hagen ein. Haushalte, die sie nutzen wollen, können einen Antrag stellen. (…)

Dabei handelt es sich um ein Angebot, für das eine zusätzliche Gebühr in Höhe von 17,88 Euro erhoben wird. Wer das nicht annehmen möchte, kann seine Wertstoffe auch wie bisher in Gelben Säcken zur Abholung an die Straße legen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Entsorgung von Verpackungsmüll bezahlen die Verbraucher bereits an der Ladenkasse. Für das Einsammeln müssen die Hersteller und Vertreiber von Verpackungen laut Verpackungsgesetz die Kosten tragen, die natürlich an die Kunden weitergegeben werden (Duales System).

Die zusätzliche Gebühr ist also eine weitere Einnahmequelle für die Firma AHE, die wiederum zum Reich des Remondis-Konzerns gehört, der in Hagen bereits seinen Einflussbereich auf den HEB und den outgesourcten Teil der Hagener Strassenbahn ausgedehnt hat (siehe hier: Schleichende Remondisierung).

Mit der zusätzlichen Gebühr zahlen die Bürger also zweimal, falls sie die Tonne bestellen. Und das, obwohl Remondis auf die Frage „Wird das denn irgendwann teurer?“ selber einräumt: „Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren konnten die Kosten für das duale System kontinuierlich gesenkt werden. Und das macht sich am Ende auch für den Kunden bezahlt!“

Von all dem erfährt der Leser des WPWR-Artikels nichts.

Spediteure aus Hagen sind entsetzt über Sperrung der A45

8. Dezember 2021

Die Sperrung der A45 trifft die Wirtschaft in Hagen bis ins Mark. Unternehmer Fabian Betchen prangert die unhaltbaren Zustände an. (…)

Die Sperrung der so wichtigen Autobahn treffe seine Firma mit „voller Härte“, sagt Betchen und spricht von einer unzumutbaren Situation: „Die Lkw-Laufzeiten sind unerträglich.“ (…)

Als Ursache für das Chaos hat Betchen „straßenbauliche Misswirtschaft“ ausgemacht. (…)

„Im Gegenzug werden wir Spediteure mit einer stetig steigenden Lkw-Maut zur Kasse gebeten, um diese marode Infrastruktur auch noch zu finanzieren.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Da klagen ja die Richtigen. Ist es nicht so, dass der marode Zustand der Brücken im Wesentlichen auf den immer weiter zunehmenden Lkw-Verkehr zurückzuführen ist? Ist es nicht so, dass die Speditionslobby dafür gesorgt hat, die Verlagerung von mehr Verkehr auf die Bahn zu behindern? Ist es nicht so, dass die Industrie ihre Materialbevorratung von den Werksgeländen auf die Autobahnen verlagert hat („Just-in-Time“)? Die Ursache der Probleme liegt nicht in einer „straßenbaulicher Misswirtschaft“, sondern in einer andauernd fehlgeleiteten Verkehrspolitik unter dem Einfluss der einschlägigen Lobbygruppen. Sich dann auch noch über die Maut zu beschweren, ist schon dreist.

Am Oeger Steinbruch soll tiefer gebohrt werden

3. Dezember 2021

Die Hohenlimburger Kalkwerke (HKW) wollen tiefer in den Boden des Oeger Steinbruchs hinein bohren. Darf der wertvolle Kalkstein bisher nur bis zum Grundwasserspiegel abgebaut werden, sollen künftig auch tiefere Schichten möglich werden, so das Ansinnen des hiesigen Unternehmens. (…)

Aktuell bohren die Hohenlimburger Kalkwerke bis auf rund 140 Meter über dem Meeresspiegel (Normalnull), sagt Matthias Lange. Zum Vergleich: die Lenne im Hohenlimburger Ortskern liegt auf rund 125 Metern. (…)

Zudem gäbe es noch eine Reihe von Unwägbarkeiten. „Man muss sehen, wie sich die Lagerstätte aufschließt, welche Randbedingungen man bekommt und insbesondere das Wasser spielt eine große Rolle, deswegen das hydrogeologische Gutachten.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

11.165 Hagener suchen einen Job

2. Dezember 2021

Auf dem Arbeitsmarkt in Hagen hat sich – wenn auch leicht abgeschwächt – die Herbstbelebung im November fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 244 oder 2,1 Prozent auf 11.165, die Arbeitslosenquote somit um 0,2 Punkte auf 11,0 Prozent. Vor einem Jahr gab es im sogenannten „Lockdown Light“ genau 777 Arbeitslose mehr, die Quote lag bei 11,7 Prozent. (…)

Quelle: wp.de

Abellio NRW vor dem endgültigen Aus

1. Dezember 2021

Abellio_Hagen-EckeseyDer Bahnbetreiber Abellio NRW, eine Tochter der Niederländischen Staatsbahnen NS, steht wohl endgültig vor dem Aus. Die von Abellio betriebenen Strecken sollen ab Ende Januar 2022 von anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) bedient werden. In Hagen sind das die Linien RE 16, RB 40, RB 91 und S 9.

In der Abellio-Betriebswerkstatt in Hagen-Eckesey (Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY-SA 4.0) informierten gestern Ronald R.F. Lünser (VRR-Vorstandssprecher), Joachim Künzel (NWL-Geschäftsführer) und Heiko Sedlaczek (NVR-Geschäftsführer) in zwei Gesprächsrunden sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Früh- als auch der Spätschicht über die Gründe des Scheiterns der Verhandlungen mit dem EVU zur Fortführung der Verkehre.

Nachdem Abellio-Geschäftsführung und -Gesellschafter mehrere unzureichende Angebote abgegeben hatten, hatte das Unternehmen angekündigt, am derzeit laufenden Ausschreibungsverfahren zur Direktvergabe nicht teilnehmen zu wollen.

Die Prüfung auf Seiten der Aufgabenträger hat ergeben, dass zwingende rechtliche Gründe eine Direktvergabe nicht erlauben, weil die Wahrscheinlichkeit, dass Abellio die geforderten Leistungen zuverlässig sicherstellen kann, als gering erachtet wird. Die damit verbundenen Risiken wollen VRR, NWL und NVR weder ihren Fahrgästen noch den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf Seiten der Abellio zumuten.

Die Abellio Rail GmbH befindet sich derzeit in einem sogenannten regulären Schutzschirmhauptverfahren in Eigenverwaltung zur Sanierung und ist aufgrund einer Ende September mit den Aufgabenträgern abgeschlossenen Fortführungsvereinbarung verpflichtet, die Verkehre bis zum 31. Januar 2022 im bisherigen Umfang zu leisten – hierfür hatten die Aufgabenträger dem Unternehmen gesondert acht Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Für den jetzt eingetretenen Fall, dass eine Sanierung der Abellio nicht gelingen sollte, war in dieser Fortführungsvereinbarung ausdrücklich auch geregelt worden, dass die Geschäftsführung des Unternehmens eine geordnete Überleitung der Arbeitsplätze und des Betriebs auf andere Eisenbahnverkehrsunternehmen unterstützt.

Welche Unternehmen bei der Direktvergabe den Zuschlag erhalten und mit Wirkung ab 1. Februar 2022 für zunächst zwei Jahre die bislang von Abellio geleisteten Verkehre übernehmen werden, legen die Gremien der drei Aufgabenträger bis Mitte Dezember fest.

Ausgeschrieben sind die S-Bahn-Verbindung 7, das Niederrheinnetz und das Ruhr-Sieg-Netz, die Linien RE 1 (RRX) von Aachen bis Hamm und RE 11 (RRX) zwischen Düsseldorf und Kassel sowie das S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr.

Die bislang von Abellio genutzten Fahrzeuge werden dabei im Einsatz bleiben, da diese Eigentum der Aufgabenträger sind.

Rache an den Schnäppchenjägern

30. November 2021

Gas: Mark-E verlangt von Neukunden den dreifachen Grundpreis

Eigentlich musste jedem klar gewesen sein, dass der Schuss auch nach hinten losgehen kann. Nun ist es soweit: Wer zu vermeintlichen Billiganbietern im Gasmarkt gewechselt ist, muss damit rechnen, dass sein Lieferant ihn los werden will oder sogar Insolvenz anmeldet.

Die Schnäppchenjäger holt jetzt die Rache des Universums ein – sie müssen mit erheblichen Mehrkosten rechnen.

Denn es bleibt erst einmal nur der Weg zurück zum Grundversorger, in Hagen ist das die Enervie-Tochter Mark-E. Die hat jetzt für solche Neukunden einen Extratarif aufgelegt, der ab 1. Dezember gilt. Herausragendes Merkmal: Verglichen mit Bestandskunden ist der Grundpreis fast dreimal so hoch.

Der beträgt für Gasabnehmer, die bereits Mark-E-Kunden sind, 39,27 Euro brutto im Jahr. Neukunden müssen hingegen 107,10 Euro berappen. Auch der Arbeitspreis, der aktuell bei 7,56 Cent pro Kilowattstunde liegt (bei einem Verbrauch von mehr als 3.278 kWh), bewegt sich für Neukunden mit 13,46 Cent/kWh in einer um 78 Prozent höheren Liga.

Um die Versorgung dieser neuen Kunden sicher zu stellen, begründet Mark-E diese erheblichen Preissteigerungen, müsse das Unternehmen kurzfristig weitere Kapazitäten an den Gasmärkten einkaufen und hierfür höhere Preise als bei einer langfristigen Beschaffung zahlen. Daher könne Mark-E diese Neukunden nicht zu den gleichen Konditionen beliefern wie Bestandskunden im bestehenden Grundversorgungstarif.

Inhaberin übernimmt Leitung

22. November 2021

Isabella Goebel, Inhaberin der Hagener Modehauskette Sinn, steigt ab sofort selbst ins operative Geschäft ein. Neben den ehemaligen Karstadt/Galeria-Managern Thomas Wanke und Dieter Noldenn wird sie als geschäftsführende Gesellschafterin in der Multi-Label-Modehauskette mit 34 Häusern und rund 1800 Mitarbeitern tätig, ließ das Unternehmen mitteilen. Die Sinn-Zentrale ist in Bathey angesiedelt.

Isabella Goebel ist Inhaberin der Sinn-Muttergesellschaft SLE GmbH und hatte im Sommer ihren früheren Ehemann Friedrich-Wilhelm Goebel als Sinn-Chef gefeuert. (…)

Ihr ehemaliger Gatte hatte im Sommer nach seinem Rauswurf erklärt, von seiner Kündigung erfahren habe er über einen Anwalt, nachdem seine Ex-Frau in die Firmenzentrale nach Hagen-Bathey gereist sei, um den Mitarbeitern dort die Nachricht zu überbringen. Eigentlich wären er und seine Ex-Frau verabredet gewesen, sie sei dann aber nicht am Treffpunkt erschienen. (…)

Quelle: Westfalenpost, 20. Nov. 2021 (nicht online)

Hohenlimburg: Amprion- Neuer Impuls für den Trassen-Ausbau

19. November 2021

Um den Ausbau der Stromleitung von Amprion in Hohenlimburg verträglicher zu machen, schlägt Markus Kecker einen „Trassen-Tausch“ vor. (…)

Während Netzbetreiber Amprion in diesen Tagen und Wochen die Pläne zur Schau stellt, wie die hauseigene Bestandstrasse künftig auf 380.000-Volt-Leitungen und mit bis zu knapp 80 Meter hohen Masten ausgebaut werden soll, stellt Kecker eine andere Lösung in den Raum: Nämlich, dass Amprion nicht die eigene Bestandstrasse, sondern die unweit entfernt davon gelegene Trasse von Enervie auf 380 Kilovolt ausbaut. (…)

Quelle: wp.de

Commerzbank kehrt Hohenlimburg den Rücken

19. November 2021

Im Dezember räumt die Commerzbank ihre Filiale in Hohenlimburg komplett. Die nächstgelegenen Standorte sind künftig in Hagen-Mitte und Iserlohn. (…)

Für Bankkunden, die Wert auf einen Bankberater vor Ort legen, verbleibt in der Hohenlimburger Innenstadt künftig nur noch die Volksbank als Anlaufstelle. Bei der Sparkasse sind die Berater und Beraterinnen von der Geschäftsstelle Innenstadt nach Elsey gewechselt. In der Innenstadt verblieben ist ein SB-Standort. Die Deutsche Bank kündigte im Sommer an, ihren Standort an der Stennertstraße zum Ende dieses Jahres zu schließen.

Quelle: wp.de

Juristenwahn im Kleinstgedruckten

18. November 2021

Sparkasse will Zustimmung ihrer Kunden zu einem 92-seitigen (!) Dokument – Sonst droht die Kündigung

Die beiden Vorstände der Sparkasse HagenHerdecke, Frank Walter und Rainer Kurth, erhielten 2020 zusammen 850.000 Euro Vergütungen, ihre Pensionsansprüche belaufen sich laut Jahresabschluss zum 31.12.2020 auf 9,140 Millionen Euro.

Diese Großverdiener haben jetzt den Kunden ihres Geldinstituts ein Schreiben zukommen lassen, in dem sie aufgefordert werden, ihren geänderten Geschäftsbedingungen zuzustimmen. Sollten sich Sparkassenkunden weigern, droht ihnen die Kündigung.

Es ist ein bislang einmaliger Erpressungsversuch des hiesigen öffentlich-rechtlichen Finanzinstituts. Die Kunden der Sparkasse HagenHerdecke sollen ein 92-seitiges PDF-Dokument durcharbeiten und ihm anschließend zustimmen. Einem Papier, das nicht nur, wie viele öffentliche Verlautbarungen aus Kleingedrucktem besteht, sondern in diesem Fall in Steigerung der üblichen Verschleierungspraxis aus Kleinstgedrucktem. Zum Vergleich: Die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Sparkasse umfassen aktuell nur 6 Seiten.

Sollten die Sparkassenkunden nicht folgsam sein, werden ihnen sofort die Folgen angedroht: „Falls Sie nicht zustimmen möchten, müssen wir prüfen, ob wir die Geschäfts­­beziehung mit Ihnen dauer­haft fortführen können oder beenden müssten.“

Sparkassen sind gemeinnützige öffentlich-rechtliche Universalbanken in kommunaler Trägerschaft, so auch in Hagen. In den Aufsichtsgremien sind Ratsmitglieder reichlich vertreten.

Mark-E erhöht die Gaspreise

11. November 2021

Durchschnittshaushalt zahlt ab Januar 14,7 Prozent mehr

Mark-E erhöht erstmals seit Februar 2020 die Gaspreise. Ab dem 1. Januar 2022 ergeben sich somit über die verschiedenen Verbrauchsfälle unterschiedliche Preisentwicklungen für den Gasverbrauch im Tarif „Komfort Gas“.

So zahlt beispielsweise ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Monat 19,83 Euro (brutto) oder ca. 14,7 Prozent mehr für Gas. Neben den Privatkunden erhöhen sich auch die Gaspreise für Gewerbekunden entsprechend.

Derzeit sorgen verschiedene Ursachen für den starken Anstieg der Gaspreise in Deutschland, Europa und weltweit: Nach der Coronakrise hat sich die weltweite Konjunktur deutlich schneller erholt als zunächst angenommen, die Nachfrage nach Erdgas ist daher wieder stark angestiegen. Dagegen ist das Angebot, unter anderem wegen geringer Investitionen in neue Förderkapazitäten, derzeit nicht ausreichend für diese Nachfrage.

Besonders stark ist die Nachfrage in Asien gestiegen, wohin derzeit der Großteil der Flüssiggaslieferungen (LNG) insbesondere aus den USA geliefert werden. Diese fehlen als ausgleichendes Element in Europa.

Der kalte und lange letzte Winter sowie der vermehrte Einsatz von Gaskraftwerken aufgrund der schwachen Stromeinspeisung der erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 2021 haben zudem für sehr niedrige Stände in den deutschen Gasspeichern gesorgt, die über den Sommer auch nicht komplett aufgefüllt wurden.

Bunte Schraubenzieher

6. November 2021

Block 1: GWG lädt Bürger zur „Beteiligung“ ein

Vor viereinhalb Jahren wurden die Pläne des Wohnungsunternehmens GWG bekannt, in Wehringhausen einen kompletten Wohnblock abzureißen. Mit kräftiger Mithilfe aus dem politischen Raum, vor allem seitens der CDU, wurde der Abbruch gegen große Widerstände der Bevölkerung vor Ort im Oktober 2019 realisiert. Wünsche nach Mitsprache wurden sowohl vom Unternehmen als auch der Mehrheit im Rathaus konsequent abgeblockt.

Jetzt wartet die GWG mit einer Aktion auf, die alles Gerede von Bürgerbeteiligung der Lächerlichkeit preisgibt: Das Volk darf abstimmen! Zu einem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen wohl seine Ziele erreicht hat und ein lukrativer Mietvertrag mit der Stadt jedenfalls zum Greifen nahe ist.

Nachdem sich die Pläne zerschlagen hatten, auf dem Gelände einen Supermarkt anzusiedeln, schaltete der Investor blitzschnell um und offerierte als Bebauung eine Grundschule und eine Kita – beides auf 25 Jahre anzumieten von der Stadt Hagen.

Und worüber darf nun das Volk noch seine Wahl treffen? Über die Farbgebung der Fassade – aber nur an einer Seite, der Front an der Lange Straße. Bis zum 19.11. dürfen interessierte Bürger ihr Votum abgeben.

Das erinnert doch stark an einen Sketch des Komikers Otto Waalkes aus dem Jahr 1975. In seinem Märchen „Susi Sorglos“ trug der Ostfriese damals vor:

Und ihr Mann arbeitet bei VW – in Wolfsburg am Fließband – und er ist so recht glücklich darüber, dass er bei VW am Fließband arbeiten darf, denn er weiß:
Jeder vierte in der Bundesrepublik hergestellte Volkswagen… ist ein Auto.
Und das ist schön.
Denn mittlerweile gibt es verbesserte humane menschliche Arbeitsbedingungen am Fließband.
Es gibt – bunte Schraubenzieher.

Bunte Schraubenzieher, bunte Fassaden – in den letzten 45 Jahren hat sich wenig verändert.

Stromtrasse: Amprion nimmt Stellung

6. November 2021

Netzbetreiber Amprion reagiert auf die Kritik der Hohenlimburger Bürgerinitiativen am geplanten neuen Trassenverlauf „Garenfeld nach Ochsenkopf“ läuft. Aktuell läuft dazu das Planfeststellungsverfahren. Die Thesen der Bürgerinitiativen und die Reaktion von Amprion im Überblick. (…)

Quelle: wp.de

Sparkasse HagenHerdecke: Bürgermeisterin mahnt wegen Fusion

5. November 2021

2016 entstand die Sparkasse HagenHerdecke. Nun laufen Verhandlungen zur Fusion mit der Sparkasse Lüdenscheid. Herdeckes Bürgermeisterin mahnt. (…)

Eine mögliche Fusion der Sparkassen HagenHerdecke und Lüdenscheid sorgt für Gesprächsstoff in den Städten. Auch Herdeckes Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster saß am Tisch, als verschiedene Vertreter bei einem unverbindlichen Vorgespräch weitere ergebnisoffene Verhandlungen vereinbarten.

„Als Bürgermeisterin kann ich nur die dringende Empfehlung an den Verwaltungsrat und den Sparkassenvorstand aussprechen, dass bei allen Überlegungen zu einer Fusion das Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Fokus stehen muss“, so Strauss-Köster, die im Verwaltungsrat der Sparkasse HagenHerdecke seit 2020 kein Stimmrecht mehr hat. „Die Reduzierung von Öffnungszeiten und persönlichen Kontaktmöglichkeiten ist gerade für ältere Menschen ein herber Einschnitt.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Sparkassen-Fusion mit Lüdenscheid bahnt sich an

4. November 2021

Die Sparkasse Hagen/Herdecke steht vor Fusionsgesprächen mit den Kollegen in Lüdenscheid. Eine solche Allianz soll die Stärke der Häuser sichern.

Nachdem die Sparkasse Hagen im Sommer 2016 mit den Kollegen in Herdecke fusioniert hat und seitdem im Ranking des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe mit einer Bilanzsumme von gut 3,5 Milliarden Euro auf Platz 12 rangiert, bahnt sich jetzt der nächste Zusammenschluss an. (…)

Oberbürgermeister Erik Schulz bestätigte am Mittwoch auf Anfrage „ein erstes unverbindliches Vorgespräch“. Erörtert worden seien „denkbare Optionen für eine vertiefte Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion. Ziel ist es, die beiden grundsoliden Sparkassen auch langfristig erfolgreich aufzustellen. Weitere ergebnisoffene Gespräche sind vereinbart.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Zahl der Arbeitslosen in Hagen gesunken

30. Oktober 2021

Die Zahl der Arbeitslosen in Hagen ist im Oktober auf 11.400 gesunken. Während des Lockdowns vor zwölf Monaten waren es 800 Arbeitslose mehr. (…)

Quelle: wp.de

Hohenlimburg: Protest gegen Amprion-Stromtrasse ist massiv

29. Oktober 2021

Die beiden Bürgerinitiativen gegen die neue Stromtrasse bitten alle Betroffenen, von ihren Muster-Einsprüchen Gebrauch zu machen. (…)

Quelle: wp.de

Arbeitsamt zieht bei Krollmann ein

26. Oktober 2021

Agentur-Hochhaus an der Körnerstraße offenbar marode

Nach Angaben der WPWR hat die Flutkatastrophe im Juli dem Gebäude der Agentur für Arbeit an der Körnerstraße so ziemlich den Rest gegeben; von notwendigen Investitionen in Millionenhöhe ist die Rede. Schon vorher sollen immer wieder Wasser- und Frostschäden sowie Mängel bei den Aufzügen und der Klimaanlage aufgetreten sein.

Diese Mängel sollen so erheblich sein, dass die Bundeszentrale der Arbeitsagentur erwägt, den jetzigen Hagener Standort aufzugeben und sich nach einer neuen Örtlichkeit umzusehen. Gleichzeitig ist aber für das Hochhaus schon eine Nachnutzung im Gespräch. „Es gibt schon Interessenten“, zitiert die WPWR die Chefin der hiesigen Filiale, Katja Heck.

Für andere Nutzer (oder Immobilienspekulanten) scheint das Objekt demnach trotz erheblicher Bauschäden eine lukrative Investition zu sein, während die Arbeitsverwaltung lieber ihren alten Wein in neue Schläuche füllen möchte. Auch einen Standort hat man schon ins Auge gefasst: das Gelände hinter dem Hauptbahnhof.

Gemeint ist die Restfläche zwischen Gleisanlagen und Bahnhofshinterfahrung, die von Politik und Verwaltung mit den örtlichen Medien im Schlepptau zur „Westside“ aufgepeppt wurde. Der Plan eines privaten Investors und Sportenthusiaten, dort eine Großsporthalle zu errichten, wurde seinerzeit noch brüsk zurückgewiesen. Das Rathaus träumte von „hochwertigem Gewerbe und Dienstleistungen“ an diesem Standort.

Auch an anderer Stelle gerät ein von Lobbygruppen der Wirtschaft und der Politik mit medialer Begleitung beharrlich gepflegter Mythos zum wiederholten Male ins Wanken: der von den angeblich im großen Stile fehlenden Gewerbeflächen in Hagen.

Denn als Übergangslösung hat die Arbeitsverwaltung für einen Teil ihres Angebots bereits ein Gebäude ausfindig gemacht. Schon ab 1. Februar 2022 möchte Agentur-Leiterin Katja Heck mit gut 300 Kollegen in das ehemalige Nordwest-Verwaltungsgebäude an der Berliner Straße in Haspe ziehen. Der Bau steht bereits seit sechs Jahren leer – der Bedarf an Gewerberäumen scheint sich also arg in Grenzen zu halten.

Freuen darf sich Udo Krollmann. Der schillernde Immobilienimpressario kann sich auf staatlich garantierte Mieteinnahmen aus mehreren seiner Objekte verlassen. Und das gleich für mindestens vier bis fünf Jahre.

Zum einen wäre da das ehemalige Marien-Hospital. Das wollte Krollmann ursprünglich zu einem Mix aus Ärzte- und Therapiehaus in Kombination mit generationsübergreifenden Wohnkonzepten umbauen. Danach sattelte der laut WPWR „quirlige Charmeur“, zu dessen „Freund aus Kindertagen“ nach Angaben des Blattes passenderweise die „Milieu-Größe Jürgen Medenbach“ gehört haben soll, auf den Seniorenmarkt um. In dem von Krollmann nun „Goldberg-Residenz“ genannten Objekt wurden 80 barrierefreie Wohnungen offeriert. Preis: ab 12,50 Euro Kaltmiete.

Aus Beidem ist bis heute nichts geworden, da dürfte die Offerte aus der Nürnberger Zentrale der Arbeitsagentur zum richtigen Zeitpunkt gekommen sein.

Das gilt auch für eine weitere Krollmann-Immobilie, die von den Arbeitslosigkeits-Verwaltern angemietet worden ist: Das Gebäude Ecke Graf-von-Galen-Ring und Hugo-Preuß-Straße. An dieser Stelle sollte eigentlich ein Hotel entstehen, von dem auch noch nichts zu sehen ist. Jetzt soll dort ein Teil der 110 Mitarbeiter des Job-Centers einziehen.

Bilstein schließt Liefervertrag für grünen Stahl

25. Oktober 2021

Die Bilstein-Gruppe wird künftig mit bis zu 100.000 Tonnen grünen Stahl pro Jahr beliefert. Das teilte die Geschäftsführung des zweitgrößten Kaltwalzunternehmen in Deutschland am Freitag mit. Das Warmband kommt vom schwedischen Stahlerzeuger „H2 Green Steel“ und soll ab 2025 ausgeliefert werden.

„H2 Green Steel“ wurde vor einem Jahr gegründet und will für die Stahlproduktion den Angaben zufolge Wasserstoff nutzen, der ausschließlich mit Grünstrom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde. Voraussichtlich Ende 2024 soll die Produktion in einem Werk in Nordschweden starten. (…)

Quelle: wp.de

Wir Kellerkinder

22. Oktober 2021

Im NRW-Einkommensvergleich nähert sich Hagen immer weiter dem Ende der Tabelle

Im Jahr 2019 verfügte jeder Einwohner in Hagen rein rechnerisch über ein durchschnittliches verfügbares Jahreseinkommen von 20.432 Euro. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das zwar 469 Euro mehr als ein Jahr zuvor, im landesweiten Vergleich rutschte Hagen aber weiter ab.

Von 396 Kommunen in NRW erreichte die Volmestadt nur noch Rang 366. 2014 lag Hagen noch auf dem auch schon niedrigen Platz 342, seitdem ging es jährlich bergab.

Mit 53 601 Euro wies Attendorn im Kreis Olpe das höchste verfügbare Einkommen je Einwohner aller Städte und Gemeinden in NRW auf. Schalksmühle im Märkischen Kreis (37 686 Euro) und Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss (34 194 Euro) folgten auf den Plätzen zwei und drei. Am unteren Ende der Skala rangierten Gelsenkirchen (17 015 Euro) und Kranenburg im Kreis Kleve (16 990 Euro).

Unter dem verfügbaren Einkommen verstehen die Statistiker die Einkommenssumme (Arbeitnehmerentgelt und Einkommen aus selbstständiger Arbeit und Vermögen), die den privaten Haushalten nach der sog. Einkommensumverteilung, also abzüglich Steuern und Sozialabgaben und zuzüglich empfangener Sozialleistungen, durchschnittlich für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung steht. Es ist als Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung der Gemeinden zu verstehen und ermöglicht mittelbar Aussagen zur lokalen Kaufkraft

Hagener Unternehmerfamilien im Filmporträt

15. Oktober 2021

Einen Kurs zu Hagener Unternehmerfamilien im Filmporträt bietet die Volkshochschule Hagen (VHS) gemeinsam mit dem Institut für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen am Dienstag, 26. Oktober, von 18 bis 19.30 Uhr in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38, an.

Familienunternehmen prägen seit über 200 Jahren die Industriekultur im Hagener Raum. Das Institut für Geschichte und Biographie der FernUniversität hat Interviews mit Nachfahren aus Hagener Familienunternehmen geführt und sie nach der besonderen Verbindung von Familie und Betrieb gefragt. Aus den Interviews wurden filmische Porträts.

Vorgestellt werden das 1829 in Hohenlimburg gegründete Kaltwalzunternehmen C.D. Wälzholz GmbH und Co. KG und die Brennerei August Eversbusch OHG, die seit 1817 in Haspe den Doppelwachholder brennt. Dabei gibt das Institut einen kurzen Einblick in die historisch-biografische Forschung und stellt seine Arbeitsweise vor.

Informationen zur Anmeldung für den Kurs mit der Nummer 1790 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Internetseite www.vhs-hagen.de. In der VHS gilt die 3G-Regel.

Amprion beantragt Planfeststellungsverfahren

12. Oktober 2021

Für Neubau der umstrittenen 380-kV-Freileitung werden Planungsunterlagen ausgelegt

Stromnetzbetreiber Amprion GmbH hat bei der Bezirksregierung Arnsberg einen Antrag für den rund 10 km langen Neubau einer 380-kV-Höchstspannungsfreileitung zwischen der Umspannanlage Garenfeld in Hagen und dem Punkt Ochsenkopf in Iserlohn eingereicht.

Der höchst umstrittene Neubau soll weitestgehend in vorhandenen Trassen erfolgen. Die Stromkreise vorhandener 110-kV-Freileitungen sollen dabei auf dem neuen Mastgestänge mitgeführt werden. Durch den Neubau werden auch Anpassungen an anderen Freileitungen notwendig. Mit der Freileitungstrasse werden Gebiete der Städte Hagen und Iserlohn gequert, darunter dichtbesiedelte Wohngebiete in Hagen-Hohenlimburg.

Die Planunterlagen liegen vom 19. Oktober 2021 bis 18. November 2021 in den genannten Städten zur Einsichtnahme aus. Betroffene Bürger können ab Beginn der Auslegung bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist Einwendungen erheben.

Der rund zehn Kilometer lange Abschnitt zwischen Garenfeld und Iserlohn ist Teil der Streckenverbindung von Dortmund-Kruckel bis Betzdorf-Dauersberg in Rheinland-Pfalz und gehört zu den im Bedarfsplan des Energieleitungsausbaugesetzes ausgewiesenen Vorhaben zum beschleunigten Ausbau der Höchstspannungsnetze.

Die Planunterlagen sind ab dem 19. Oktober 2021 auch auf der Internetseite der Bezirksregierung Arnsberg abrufbar.

Zähes Ringen ums Einkaufen auf den Hügeln

12. Oktober 2021

Dass es ein besonders ehrgeiziges Projekt sein werde, die schleichend verschwundene Nahversorgung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs in den Hasper Wohnquartieren wiederzubeleben, ahnte Horst Wisotzki (SPD) bei seiner Amtsübernahme im vergangenen Jahr bereits. Doch der Bezirksbürgermeister des Hagener Westens bringt den notwendigen langen Atem mit, bei ersten Rückschlägen nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen.

Noch in diesem Jahr, so die im Mai von der Bezirksvertretung formulierte Forderung, soll ein Bericht von Verwaltung und Wirtschaftsförderung präsentiert werden, der die Chancen von Lebensmittelbringdiensten oder rollenden Supermärkten auslotet, falls die gezielte Rückansiedlung von Tante-Emma-Läden auf den sieben Hasper Hügeln scheitern sollte. (…)

Quelle: wp.de

Papierfabrik will heißes Wasser aus Erde fördern

11. Oktober 2021

Die von der Kabel Premium Pulp & Paper GmbH in Hagen durchgeführten geologischen Untersuchungen zur Errichtung einer Geothermieanlage im Umfeld der Firma sind inzwischen ausgewertet worden. Die Messkampagne hat die ursprünglichen Prognosen des Geologischen Dienstes NRW bestätigt, dass die gesuchte Kalksteinschicht in 3000 bis 4000 Metern Tiefe unterhalb von Hagen liegt. Diese möchte die Papierfabrik in Kabel als regenerative Energiequelle anzapfen. (…)

Quelle: wp.de

Arbeitslosenzahlen in Hagen rückläufig

2. Oktober 2021

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Hagen stand im September im Zeichen der Herbstbelebung. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 293 oder 2,4 Prozent auf 11.710. Die Arbeitslosenquote verringerte sich damit um 0,3 Punkte auf 11,5 Prozent.

Im ersten Pandemieherbst vor zwölf Monaten waren es 814 Arbeitslose mehr, die Quote lag bei 12,3 Prozent. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: „Herbstbelebung“ ist natürlich ziemlich dick aufgetragen. In der Ruhrgebiets-Rangfolge liegt Hagen hinter Gelsenkirchen gleichauf mit Duiburg auf Platz 2.

ArbeitlosenQuote_Ruhrgebiet_September_21

Die höchsten Arbeitslosenquoten im Ruhrgebiet verzeichnen die kreisfreien Städte Gelsenkirchen (14,3 Prozent) und Duisburg (11,5 Prozent). Die Quoten in den vier Kreisen bleiben unterhalb der 10-Prozent-Marke. Mit 6,2 Prozent bzw. 6,4 Prozent weisen die Kreise Wesel und der Ennepe-Ruhr ruhrgebietsweit die niedrigsten Arbeitslosenquoten auf. Unter den kreisfreien Städten sind es Bochum (8,9 Prozent), Bottrop (7,4 Prozent), Hamm (8,0 Prozent) und Mülheim an der Ruhr (8,1 Prozent).

Hagen wird mit 400.000 Euro gefördert

26. September 2021

Es ist ein Thema, das viele Unternehmen aus der Stahl- und Logistikbranche in Hagen umtreibt: die Nutzung von Wasserstoff als Treibstoff oder Energieträger. Und genau daran wird jetzt in Hagen gearbeitet. Denn das Bundesverkehrsministerium stellt der Stadt 400.000 Euro zur Verfügung, um ein Konzept für den Einsatz von Wasserstoff in der Region zu entwickeln. „Das ist ein für die Zukunft wichtiger Pfad, auf den wir uns jetzt begeben werden“, so Thomas Köhler, Leiter des städtischen Umweltamtes. (…)

Quelle: wp.de

Marco Boksteen verlässt nach zehn Jahren die HGW

24. September 2021

Dr. Marco Boksteen, alleiniger Geschäftsführer der Hagener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (HGW), wird Mitte Februar aus der Leitung des Unternehmens in Hagen ausscheiden. (…)

Wohin es ihn zieht, wollte oder konnte der 41-jährige Jurist, der auch Gesellschafter einer Immobilienfirma ist, noch nicht verraten: „Mal schauen, was sich ergibt.“ (…)

Quelle: wp.de

DGB Gewerkschaften haben in Hagen gewählt

20. September 2021

Die Gewerkschaften in Hagen haben gewählt. In der konstituierenden Sitzung des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften wurde Stefan Marx (DGB) einstimmig für weitere vier Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde Detlef Steinbach (ver.di) ebenfalls einstimmig gewählt.

Das Team an der Spitze des DGB wird ergänzt durch weitere Mitglieder aus den Gewerkschaften in Hagen: Günther Zollmann und Thorsten Hörnich (IG BAU), Anke Rudat und Sven Schnigge (IG BCE), Jörg Studberg und Oliver Günther (EVG), Kay Selent und Waltraut Miebs (GEW), Jens Rabe und Carsten Wiemers (GdP), Kevin Schmitz und Uwe Hommelsheim (IG Metall) sowie Bettina Schwerdt (ver.di).

In seinem Geschäftsbericht machte Stefan Marx deutlich, dass der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften in der Gesellschaft und der Wirtschaft in Hagen fest verankert sind: „Wir sprechen mit allen. Wir bringen unterschiedliche Gruppen und Interessen zusammen. Wir machen in Hagen das, was wir gewerkschaftsintern am besten können: Gemeinsamkeiten ausloten statt Differenzen suchen.“ Eine Ausnahme sieht Stefan Marx nur bei Rechtspopulisten und Rassisten: „Da gibt es keine Gemeinsamkeit, die man ausloten kann.“

Im Rahmen der Konstituierung, die alle vier Jahre stattfindet, haben sich die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter intensiv mit der anstehenden Bundestagswahl beschäftigt und einen Wahl-Aufruf beschlossen. Darin unterstützt der neu gewählte Vorstand die Kampagne „Bundestag Nazifrei“ und ruft seine Mitglieder dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, aber keine Rechtspopulisten und/oder Rassisten zu wählen.

Weitere Informationen: www.bundestag-nazifrei.de

„Fehlendes Vertrauen, nicht erkennbare Perspektiven“

6. September 2021

Sinn: Jetzt verlassen zwei prominente Mitglieder den Beirat

Mit uns nicht mehr: Rund einen Monat nach dem plötzlichen Führungswechsel bei Sinn verlassen zwei prominente Mitglieder den Beirat des Hagener Multilabelhändlers: Klaus Striebich, viele Jahre Geschäftsführer Vermietung beim Shopping Center-Unternehmens ECE, und Horst Meißel, einer der Gründer des Warenkreditversicherers Eurodelkredere. Das bestätigten beide der TW auf Anfrage. (…)

Quelle: Textilwirtschaft (Bezahlschranke)

20-Millionen-Invest in alte Schraubenfabrik

3. September 2021

Die alte Hagener „Schraubenfabrik“ ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Das soll sich ändern: Investoren haben große Pläne für die Immobilie. (…)

„Mit etwas Vorstellungskraft hat dieser Standort aber echtes Potenzial“, sagt Dr. Thomas Schmidt-Hansen.

Er hat das zentral gelegene Gebäude in unmittelbarer Bahnhofsnähe 2017 übernommen – und will hier gemeinsam mit einigen Investoren ein 20-Millionen-Euro-Projekt realisieren. Entstehen sollen neben einem Gesundheitscampus, einem Restaurant und Luxus-Apartments unter anderem auch neue Büroräume. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)


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