Archive for the ‘02 Wirtschaft Hagen’ Category

Hohenlimburger Bauverein sucht Käufer

23. August 2017

Der Hohenlimburger Bauverein wird sich vom Hotel / Restaurant „Der Bentheimer“ trennen und das denkmalgeschützte Gebäude auf dem 2700 Quadratmeter großen Grundstück mit 24 Garagen und einer angemessenen Zahl an Stellplätzen verkaufen. Noch in diesem Jahr.

Das sagten gestern die Geschäftsführer Marion Golling und Ulrich Schulze-Witteborg (Vorstandsvorsitzender). Der Beschluss über die Veräußerung der Immobilie sei jetzt im Aufsichtsrat gefallen. „Einstimmig“, wie Marion Golling betonte, um dann zu ergänzen. „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen.“ (…)

Quelle: wp.de

Abriss im großen Stil

20. August 2017

In Hagen-Wehringhausen soll ganzer Wohnblock verschwinden

In Wehringhausen steht eine der größten Abrissaktionen aller Zeiten am Hagener Wohnungsmarkt bevor: Die Gemeinnützige Wohnstätten-Genossenschaft (GWG) mit Sitz in Haspe plant den gesamten Mehrfamilienhaus-Block im Karree Minerva-/Ewald-/Gustav-/Lange Straße abzureißen. 130 Wohneinheiten würden damit dem Erdboden gleichgemacht.

Angesichts eines Investitionsstaus von gut 20 Millionen Euro sieht Christoph Rehrmann, Geschäftsführender GWG-Vorstand, keine realistische Perspektive, den Komplex mit seiner zum Teil mehr als hundertjährigen Bausubstanz unweit der Bahnanlagen zu erhalten. Stattdessen sollen dort, so wurde bereits in ersten Gesprächen mit der Stadt diskutiert, ein Kindergarten sowie Flächen für Einzelhandel entstehen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Was selbst die Flächenbombardements im 2. Weltkrieg nicht geschafft haben, plant nun die GWG. Den Abrissplänen würde auch das älteste Haus im GWG-Bestand Lange Straße Ecke Gustavstraße zum Opfer fallen.

In anderen Städten gehören Stadtviertel mit Häusern aus der Gründerzeit zu den beliebtesten Wohngebieten, während die Phantasie Hagener Entscheider nur bis zur Abrissbirne reicht. So hält auch WPWR-Redakteur Martin Weiske den Plan, „dass in Wehringhausen ein gesamtes Straßenkarree planiert werden soll“, für „angemessen“. Der jüngst von seinen Hasper Kumpeln zum „Wacholderritter“ geschlagene Zeitungsmann bezeichnet es in seinem Kommentar als „verfehlt, noch architektur-romantische Argumente herbeizuzerren“. Das ist exakt die Denkweise jener Hagener Cliquen, die seit Jahren daraufhin arbeiten, Geschichte und Kultur durch „Brauchtum“ zu ersetzen. Nicht fehlen darf natürlich auch der Hinweis auf die „EU-Zuwanderer aus Osteuropa“, aber das entspricht ja der Linie des Blattes.

Wenn, wie in dem Bericht zu lesen, die GWG bereits seit Jahren dabei ist, den Block leerzuziehen und keine Erhaltungsinvestitionen mehr getätigt hat, ist der Flächenabriss wohl schon von langer Hand vorbereitet worden und man hat die Häuser bewusst über einen langen Zeitraum heruntergewirtschaftet. Die ebenfalls erwähnte Wohnungsmarktstudie, die den Abriss von 3.500 Wohnungen in den nächsten zehn Jahren empfiehlt, ist aber erst vor acht Monaten im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden.

Andere Hauseigentümer haben in dieser Zeit saniert und renoviert, da sie offenbar die Potentiale, die in diesem Stadtteil trotz vieler Probleme stecken, erkannt und in ihre Immobilien investiert haben. Zu besichtigen beispielsweise in der Moltkestraße.

Das Verhalten der GWG ist umso merkwürdiger, als dem 4-Personen-Vorstand der Genossenschaft doch Claus Rudel angehört. Der ist nicht nur SPD-Fraktionsvorsitzender im Hagener Stadtrat, sondern auch Vorsitzender des Wehringhauser Ortsvereins seiner Partei. Und: Rudel ist bei den letzten Kommunalwahlen 2014 direkt in den Rat gewählt worden. Und zwar im Wahlbezirk Wehringhausen-West, genau dort wo jetzt seine GWG ein ganzes Karree (mit vermutlich vielen Rudel-Wählern) dem Erdboden gleich machen will. Der Mann sollte sich schon mal warm anziehen.

Hagen: Pleite, hässlich, trotzdem geil?

19. August 2017

Ein offenes Stadtgespräch über den Umgang mit Ruinen und den Charme, sie zu füllen

Do 31.08.2017, 19:00 Uhr
Kulturzentrum Pelmke, Pelmkestraße 14, 58089 Hagen
Eintritt: frei

Hagen eine abgedroschene Stadt? Wie es um die Stadt steht und wohin es noch führt – eine offene Gesprächsrunde über verborgenen Reichtum.

Hagen – was soll das denn sein? Die Stadt in Westfalen hat ein Imageproblem. Sie gilt als abgedroschen, pleite, hässlich. Radwege? Kaum vorhanden. Abendleben? Ausbaubar. Und die Fernuniversität ist eine Chiffre der Stadt selbst. In Hagen studieren? Dann aber nur auf Distanz.

Dabei hat die Stadt am Rande des Ruhrgebiets („Das Tor zum Sauerland“) vieles, auf das sie stolz sein könnte: Waldflächen bis zum Abwinken, ein industrielles Erbe und mit Karl Ernst Osthaus eine historische Stadtpersönlichkeit, die als Kulturmäzen auch für die Arbeiterschaft Impulse gesetzt hat.

Plus: Die Stadt ist beliebt bei jungen Familien, die zu hunderten aus Bulgarien und Rumänien anreisen – allerdings eher, weil der heruntergekommene Wohnungsmarkt niedrige Mieten schafft.

Ist die Stadt ein Beispiel für urbane Hoffnungslosigkeit? Oder kann sie nicht gerade auch das Gegenteil sein – ein charmantes, postindustrielles Labor voller Möglichkeiten, in dem sich die Zukunftsfähigkeit deutscher Großstädte beweisen lässt? Denn es stimmt ja: Überall dort, wo sich Lücken auftun, kann auch Neues entstehen. Welche Perspektiven gibt es dabei für eine Stadt wie Hagen?

Am Runden Tisch möchte taz.meinland mit Ihnen und allen Interessierten in einer offenen Diskussion darüber sprechen, was die Zukunft den HagenerInnen bringen kann, was sie gestalten können und was Lokalpatriotismus und die Hagener Identität ausmacht. Ein offenes Stadtgespräch über den Umgang mit Ruinen und den Charme, sie zu füllen – mit einer Flasche Doppelwachholder, Eversbusch, Made in Hagen.

Neben allen Interessierten begrüßen wir dazu:

• Ihsan Alisan, Kulturmanager
• Jürgen Breuer, Kulturzentrum Pelmke
• Reinhard Goldbach, Jugendamtsleiter Stadt Hagen
• Werner Hahn, Schauspieler und ehemaliger Leiter des Kinder- und Jugendtheaters lutzhagen
• Eva Rapp-Frick, Karl-Ernst-Osthaus-Bund

Moderation: Martin Kaul, taz

Der Bierdeckel kommt

16. August 2017

Friedrich Merz am 7. Dezember 2017 bei der SIHK

Der hat uns gerade noch gefehlt: Friedrich Merz, Vorsitzender des USA-Fanclubs Atlantikbrücke und Aufsichtsratschef für Deutschland beim weltweit größten Vermögensverwalter Blackrock, hält die Festansprache auf der 67. Jahresveranstaltung der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) am 7. Dezember 2017 in der Stadthalle Hagen.

So richtig bekannt wurde der damalige Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Deutschen Bundestag 2003 mit seinem Steuersenkungskonzept, das er den normalen Bürgern mit dem Versprechen auf eine radikale Vereinfachung der Steuererklärung schmackhaft machen wollte: Ein Bierdeckel sollte reichen.

Merz legte im Jahr 2006 mit acht weiteren Abgeordneten des Deutschen Bundestags beim Bundesverfassungsgericht Klage gegen die Offenlegung ihrer Nebeneinkünfte ein. Am 4. Juli 2007 wies das Bundesverfassungsgericht die Klage von Merz et al. mit der Begründung zurück, dass das politische Mandat „im Mittelpunkt der Tätigkeit“ stehen müsse und kritisierte die Gefahr der Befangenheit durch Zahlungen von Unternehmen.

Merz wandte sich außerdem gegen die Mitbestimmung von Arbeitnehmern in Unternehmen bzw. wollte diese einschränken, so sollte etwa die Vorstandsbestellung den Arbeitgebervertretern überlassen sein.

Im Juni 2010 wurde Merz vom Bankenrettungsfonds Soffin damit beauftragt, den Verkaufsprozess der WestLB an einen privaten Investor zu leiten. Für Kritik in den Medien sorgten hohe Honorarsätze für Merz (5000 Euro pro Tag) und weitere Anwälte.

Im August 2010 zählte Merz zu den 40 prominenten Unterzeichnern des Energiepolitischen Appells. Dieser sollte die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke voranbringen und war eine Lobbyinitiative von vier großen europäischen – allesamt Kernkraftwerke betreibenden – Stromkonzernen. Im Juni 2011 warnte er vor einer zu schnellen Energiewende.

Merz ist außerdem Gründungsmitglied des Fördervereins für die neoliberale Propagandaplattform Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Breitband: Hagen stellt jetzt doch Antrag

11. August 2017

Angeblich neue Rahmenbedingungen

Die Stadt Hagen stellt bis zum 29. September dieses Jahres einen neuen Antrag im Rahmen des nächsten Förderaufrufs des Bundesverkehrsministeriums für Breitbandausbau. Den Anfang des Jahres auf den Weg gebrachten ersten Förderantrag hatte die Stadtverwaltung kurz vor Fristende zurückgezogen. Das hatte Proteste einer Bürgerinitiative und aus den Reihen der Politik hervorgerufen (siehe hier, hier und hier).

Grund für die Rücknahme des Antrags ist nach Angaben der Stadtverwaltung unter anderem die Bereitschaft eines Telekommunikationsunternehmens, den Breitbandausbau in bisher unterversorgten Teilen Hagens eigenwirtschaftlich zu planen. Zudem trage die Arbeit der Breitbandgenossenschaft Hagen mittlerweile Früchte: Diese realisiere Hochgeschwindigkeitsbreitband via Richtfunk.

Weiter erklärt die Verwaltung:

Da diese neuen erfreulichen Rahmenbedingungen eine maßgebliche Umgestaltung des ursprünglichen Antrags erfordert hätten, welche in der Kürze der Zeit nicht gegeben war, bringt die Stadtverwaltung aktuell einen neuen Förderantrag auf den Weg.

Die Rücknahme des ersten Antrags geschah auf Ratschlag des vom Bundesverkehrsministerium eingesetzten Unternehmensberaters „atene KOM“, der für die Genehmigung der Förderanträge zuständig ist. Im Falle einer Ablehnung des Förderantrags hätte dieser nicht noch einmal gestellt werden können.

Die Stadtverwaltung verspricht sich mit dem neuen Antrag weitaus höhere Erfolgschancen auf eine bewilligte Förderung.

Hagener verdienten durchschnittlich 31.134 Euro

6. August 2017

In Hagen erzielten im Jahr 2013 87.442 Einkommensteuerpflichtige Gesamteinkünfte in Höhe von 2,7 Milliarden Euro (2010: 88.289 in Höhe von 2,6 Milliarden Euro).

Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes anhand jetzt vorliegender Ergebnisse der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2013 mitteilt, ergibt sich daraus rein rechnerisch ein durchschnittliches Jahreseinkommen (vor Steuern) von 31.134 Euro je Steuerpflichtigen. Das waren 7,9 Prozent mehr als 2010 (damals: 28.853 Euro). Hagen liegt damit an 368. Stelle von insgesamt 396 Städten und Gemeinden in NRW (2010: Platz 358).

Von allen Städten und Gemeinden des Landes verzeichneten Meerbusch (Rhein-Kreis Neuss) mit durchschnittlich 60.275 Euro, Odenthal (Rheinisch-Bergischer Kreis) mit 52.307 Euro und Attendorn (Kreis Olpe) mit 50.220 Euro je Steuerpflichtigen die höchsten Durchschnittseinkommen.

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass zusammen veranlagte Ehegatten bei dieser Erhebung als ein Steuerpflichtiger gezählt werden.

Die Zahlen beruhen auf den Ergebnissen der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2013. Sie können erst jetzt veröffentlicht werden, weil die anonymisierten Steuerdaten von den Finanzbehörden frühestens nach Abschluss aller Veranlagungsarbeiten für statistische Auswertungen zur Verfügung gestellt werden. Die hier veröffentlichten Informationen sind damit die aktuellsten, die derzeit verfügbar sind.

Fronten im Streit zwischen Stadt und Reiterverein verhärtet

2. August 2017

Der Tierschutzverein hat im Streit zwischen Stadt und Reiterverein Partei für das Veterinäramt ergriffen. Bürgermeister schlägt Moderator vor. (…)

Auf der anderen Seite warf eine Elterninitiative des Reitervereins dem Hagener Amtsveterinär Dr. Edwin Esser vor, den Reiterverein mit unzähligen Auflagen, Ordnungsverfügungen, Zwangs- und Bußgeldern zu überschütten. Diese repressiven, ungerechtfertigten Maßnahmen drohten den Verein in den Ruin zu treiben, heißt es in einem Appell zum Erhalt des Vereins, den 550 Bürger unterschrieben haben. (…)

Seitens des Reitervereins wies Annika Brucke die vom Veterinäramt erhobenen Vorwürfe erneut zurück. Es habe in den vergangenen Jahren nicht eine einzige Verurteilung wegen Tierquälerei gegen den Reiterverein gegeben, betonte sie: „Wir haben uns nichts zu Schulden kommen lassen.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Es spricht einiges dafür, dass diese Auseinandersetzung nur die inszenierte Oberfläche einer ganz anderen Interessenlage ist. So ist zu vernehmen, dass in den immer bestens gefüllten Hinterzimmern der Hagener Politik die Bauszene bereits mit den Hufen scharrt. In diesen Kreisen besteht danach ein großes Interesse daran, das benachbarte Kleingartengelände auf das Areal der Pferdefreunde zu verschieben. Mit dieser Umschichtung würden auf einen Schlag reichlich Grundstücke im lukrativen Fleyerviertel frei, die sich bestens vermarkten ließen.

Insolvenz beendet

1. August 2017

Sinn-Leffers wieder komplett in Hagen

Ein Hagener Traditionsunternehmen ist zurück: Die Geschicke der Modekette Sinn-Leffers werden nun wieder komplett von Hagen aus geregelt, die Verbindungen zur Nürnberger Modekette Wöhrl, deren Besitzer Sinn-Leffers Ende 2012 gekauft hatten, sind komplett gekappt. (…)

Das ist das Ergebnis des Insolvenzverfahrens, das am Dienstag vom zuständigen Amtsgericht in Hagen aufgehoben worden ist. (…)

Sinn Leffers hat nun eine neue, nicht ganz alltägliche Eigentümerstruktur. Das Unternehmen gehört jetzt einem Konsortium, das aus Vermietern, in deren Gebäuden Sinn-Leffers-Filialen untergebracht sind, einem Finanzinvestor und der Familie von Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel besteht. (…)

Quelle: wp.de

30 Hagener Einkommensmillionäre im Jahr 2013

29. Juli 2017

Ein Indikator für die zunehmende Spaltung der Gesellschaft: Die Zahl der in Nordrhein-Westfalen lebenden Einkommensmillionäre ist von 2010 (3 724) bis 2013 um 14,5 Prozent auf 4 264 gestiegen.

Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes anhand jetzt vorliegender Ergebnisse der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2013 mitteilt, ergab sich im Landesdurchschnitt eine Quote von 2,4 Millionären je 10 000 Einwohner (2010: 2,1 Millionäre).

Unter den nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden hatte Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss im Jahr 2013 mit einer Quote von 14,7 je 10 000 Einwohner (2010: 12,9) die höchste Millionärsdichte, gefolgt von Schalksmühle im Märkischen Kreis mit 10,4 (2010: 12,6) und Möhnesee im Kreis Soest mit 10,1 (2010: 4,4).

Da konnte Hagen natürlich nicht mithalten. Bei 30 Personen mit einem Jahreseinkommen von 1 Million Euro oder mehr betrug die Quote nur 1,6 pro 10 000 Einwohner. Damit erreichte die Stadt Platz 196 von insgesamt 396 Kommunen im Land.

Die Zahlen beruhen auf den Ergebnissen der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2013. Sie können erst jetzt veröffentlicht werden, weil die anonymisierten Steuerdaten von den Finanzbehörden frühestens nach Abschluss aller Veranlagungsarbeiten für statistische Auswertungen zur Verfügung gestellt werden. Die hier veröffentlichten Informationen sind damit die aktuellsten, die derzeit verfügbar sind.

SIHK: „Finanzamt opfern“

28. Juli 2017

Industrie-Lobbyisten fordern weiter Abriss statt Umdenken

Mit Blick auf den neuen Luftreinhalteplan der Stadt und die aktuellen und noch zusätzlich drohenden Straßensperrungen für Diesel-Kraftfahrzeuge fordert die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) sachgerechte Lösungen der Probleme mit Feinstaub- und NOx-Emissionen.

Was die Lobbyisten dabei unter „sachgerecht“ verstehen, teilen sie auch gleich mit: So sei „das Finanzamt der besseren Durchlüftung dieses Straßenzuges zu opfern“. Nun ist es nicht der zu Recht unter Denkmalschutz stehende Finanzamtsbau, der für die Emissionen verantwortlich ist, sondern der überbordende Individualverkehr. Das interessiert die Kammer allerdings – kaum überraschend – wenig.

Die legt hingegen interessengesteuert nach:  Es könne „nicht um die Erweiterung von Einschränkungen und Verboten“ gehen, sondern „vielmehr um die Optimierung des Verkehrs und um die Schaffung von Anreizen zur Verlagerung gehen“, betont Dr. Ralf Geruschkat, Hauptgeschäftsführer der SIHK.

Dass in Hagen schon seit vielen Jahren (erwartungsgemäß erfolglos – weil ausschließlich im Sinne von Lobbygruppen wie der SIHK) „optimiert“ wird und „die Schaffung von Anreizen“, wie eine substanzielle Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, hierzulande nicht zum Wortschatz der Entscheidungsträger gehört, ist dem erst zum Jahresanfang aus Frankfurt geholten Kammerchef anscheinend nicht bekannt.

Auch dürfe es keine Pauschalkritik an Diesel-Kraftfahrzeugen geben, die in der aktuellen Diskussion um die Luftreinhaltung für den überwiegenden Teil der verkehrsbedingten Stickoxidemissionen verantwortlich gemacht werden. Auch die Sperrung des Märkischen Ringes für den LKW-Verkehr sei völlig unverhältnismäßig, bemängelt die Kammer.

Wohl wahr, aber in einem ganz anderen Sinne, als der SIHK-Mann meint. Man hätte Lastkraftwagen sofort aus der gesamten bereits existierenden Umweltzone, die die Innenstadt und angrenzende Stadtteile umfasst, verbannen sollen, anstatt sie für 100 Meter temporär gesperrter Straße einen vier Kilometer langen Umweg fahren zu lassen.

Wie schon beim Thema der Ausweisung neuer Gewerbeflächen springt Hagens DGB-Chef dem Industrielobbyisten zur Seite. Der Nachfolger des leider viel zu früh verstorbenen Jochen Marquardt übt sich behände in gefälliger „Sozialpartnerschaft“.

In der WPWR-Ausgabe vom 22. Juli 2017 wird Stefan Marx mit dem treuherzigen Satz zitiert: „Natürlich sind wir auch für intelligente Lösungen, um Verkehre zu reduzieren.“ Sofort folgt allerdings das große Aber: „Aber die Unternehmen und die Einzelhändler, die aufgrund der topographischen Lage Hagens ja auch im Zentrum liegen, brauchen gute Transportmöglichkeiten. Die Beschäftigten müssen zun ihren Arbeitsplätzen kommen.“ Fahrverbote seien falsch.

Es ist die alte Leier: Bloß keine Verkehrswende! Marx hätte sich ja beispielsweise auch für eine Ausweitung des Busverkehrs stark machen können. Es gab mal Zeiten, da wurden zum Schichtwechsel Linien extra verlängert, damit die Beschäftigten problemlos an- und abreisen konnten. Abgeschafft.

Gute Transportmöglichkeiten für Unternehmen im Innenstadtbereich bzw. in der Umweltzone wären mit etwas gutem Willen auch bei Reglementierungen kein Problem. In der Hagener Fußgängerzone funktioniert das seit 40 Jahren.

Ein Rätsel bleibt aber: Warum liegen für Marx in Hagen Einzelhändler „aufgrund der topographischen Lage (…) auch im Zentrum“? Selbst topfebene Kommunen haben in der Regel ein Zentrum mit Geschäften. In der Oberhausener Heimat von DGB-Mann Marx sieht das allerdings etwas anders aus – daher wohl die etwas merkwürdige Formulierung. Dort haben die Stadtväter vor Jahren den „weisen“ Beschluss gefasst, auf einer Industriebrache ein riesiges Einkaufszentrum bauen zu lassen.

Das war der Todesstoß für die Oberhausener City. Diesel-Verbote spielten dabei hingegen keine Rolle.

Ladenhüter – frisch ausgepackt

24. Juli 2017

SIHK und DGB beleben eine Phantomdebatte

Der Geschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK), Ralf Geruschkat, und der Hagener DGB-Chef Stefan Marx fordern „eine absolute Planungs-Priorität für Gewerbeflächen in Hagen“. So berichtete es die WPWR in ihrer Samstagsausgabe.

„Der Bedarf an neuen Gewerbeflächen, gerade auch für die Erweiterung bestehender Firmen, ist groß“, so zitiert die Zeitung Ralf Geruschkat. „Aber in Hagen reichen unsere Reserven an restriktionslosen, verfügbaren Flächen nur noch für knapp zwei Jahre. Die Wirtschaft brummt, sie wartet nicht auf Hagen.“

Der letzte Satz ist sicherlich richtig, der Rest aber nach allen Erfahrungen sehr anzuzweifeln. Keiner der spektakulären Firmenabgänge der letzen Jahre hatte seine Ursache im Fehlen von ausreichenden Flächen. Die Gründe lagen beispielweise in fehlkonstruierten staatlichen Subventionen, die sich Zwiebackproduzent Brandt zunutze machte und die Produktion nach Thüringen auslagerte.

Die Douglas-Zentrale wurde nach Düsseldorf verlegt, weil sich angeblich in Hagen die benötigten Fachkräfte im IT-Bereich nicht finden ließen. In Wahrheit dürfte es eher ums Image gegangen sein: Der Name Düsseldorf riecht eben für die Duftwasserszene anders als Hagen.

Auch der Weggang von NordWest wurde von Unternehmensseite ganz unverblümt mit den mangelhaften Umfeldqualitäten der Stadt begründet. Die werden an der Bundesstraße 1 in Dortmund offenbar als besser eingeschätzt. Dort wird auch eine Niederlassung der Deutschen Bundesbank errichtet, die 2019 ihren Betrieb aufnehmen soll. Die Hagener Filiale an der Grabenstraße wird dann aufgegeben. Der Grund liegt auch hier nicht an mangelnden Flächen, sondern in der Umstrukturierung der Bank.

Weitere Beispiele sind die Dolomit-Werke oder SinnLeffers. Verlagerung und Aufgabe von Betriebsteilen bzw. Übernahme und Insolvenz wären hier als Ursachen zu nennen. Platzmangel weil, wie DBG-Marx laut WPWR meint, in Hagen eine Expansion nicht möglich sei, spielte in keinem dieser Fälle eine Rolle.

Andererseits sind Gewerbeflächen immer wieder verschleudert worden oder es fanden sich erst gar keine oder nur dubiose Interessenten. An Letztere wurde sogar verkauft – zum Schleuderpreis wie beim Schlachthofgelände. Direkt daneben liegt das ehemalige Areal der Mark-E, auf dem sich ein buntes Sammelsurium eingerichtet hat, das nicht unbedingt zu einer großartigen Wertschöpfung mit positiven Auswirkungen auf die Gewerbesteuern oder zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen dürfte, wie sich das die beiden Vertreter von SIHK und DBG so vorstellen.

Vor allem müssten sich deren Forderungen in erster Linie an die Politik richten. Es waren in der Vergangenheit immer politische Entscheidungen, die Fehlentwicklungen bei Gewerbeflächen verursacht haben. Und das nicht nur in den beiden beschriebenen Fällen.

Ein eklatantes Beispiel ist hier die direkt neben der Autobahn A 45 gelegene Fläche in Haßley. Wenn, ja wenn schon weitere Grünflächen auf Wunsch der Ratsmehrheit versiegelt werden, dann aber bitte nicht so und hinterher wieder jammern.

Die sogenannte „Haßleyer Insel“ steht als Fläche für das produzierende Gewerbe, für das dort genügend Fläche und der immer geforderte direkte Autobahnanschluss verhanden gewesen wäre, nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen gab der Rat den Wünschen des inzwischen mit 1 Million Euro Handgeld in die Wüste geschickten Ex-Enervie-Geschäftsführers Ivo Grünhagen nach, dessen Energieunternehmen, an dem Hagen mit 42 Prozent beteiligt ist, in dieser Stelle eine prächtige Zentrale bauen durfte.

Sogar die Postanschrift „Haßleyer Str.“ war dem dort herrschenden Größenwahn nicht gut genug – sie wurde in „Platz der Impulse“ umgetauft. Selbst diese an Albernheit kaum noch zu überbietende Nummer segnete der Stadtrat ab. Hat alles nichts genützt, Enervie geriet in eine schwere Krise, und der reichlich überdimensionierte Palazzo ist inzwischen teilweise untervermietet.

Das Areal ist jedenfalls belegt und nicht mehr anderweitig zu nutzen. Nebenan soll angeblich ein Möbelmarkt angesiedelt werden, für den die Stadt in Vorleistung getreten ist und schon einmal einen Kanal graben ließ. Das Gelände ist schwierig und die Baumaßnahme fiel entsprechend teuer aus. Ob der Möbelriese überhaupt kommt, steht in den Sternen. Kommt er, ist auch hier keine Ansiedlung von Produktion möglich.

Andere Gewerbeflächen liegen seit Jahren brach oder werden, wie jüngst im Fall des Brandt-Areals, in Einzelhandelsflächen umgewandelt. Eine Nutzung für produzierendes Gewerbe ist damit vom Tisch, den Vorteil hat ausschließlich der Grundstückseigentümer Brandt. Die vom Rat beschlossene Nutzung bringt einen höheren Preis.

Grundstücke wurden, wohl auch wegen nicht vorhandener anderer Interessenten, mit Nutzungen bestückt, die besser im Stadtzentrum untergebracht worden wären. So baute selbst die SIHK, die so vehement angeblich fehlende Gewerbeflächen bejammert, ein Schulungsgebäude ausgerechnet auf dem Gelände der früheren Feineisenstraße der Klöckner AG, also einem klassischen Industrieareal, das entsprechend zweckentfremdet wurde.

Unter diesen Rahmenbedingungen die Ausweisung weiterer Flächen wie beispielsweise am Böhfeld zu fordern, ist ein Griff in die Mottenkiste. Vielleicht liegt es ja daran, dass die beiden Herren, die so etwas jetzt wieder aufwärmen, noch nicht lange im Amt sind und sich die hiesigen Verhältnisse nicht ausreichend zu Gemüte geführt haben.

Der Oberhausener Stefan Marx, der seit Dezember 2016 die Hagener DGB-Geschäfte führt, berichtete damals der Presse von seinem Hobby. Er wirke in mittelalterlichen Rollenspielen mit: „Da ist man mal ganz raus, dann kann man total abschalten.“ Zu Hagen habe er überhaupt keine Beziehung: „Na klar, wir haben damals schon registriert, dass Nena aus Hagen kommt. Aber mehr war da nicht.“

Viel mehr scheint da auch heute noch nicht zu sein.

Sparkasse Hagen reduziert Chefposten: Oberliesen muss gehen

8. Juli 2017

Zwei statt drei Vorstandsmitglieder soll es bei der Sparkasse Hagen geben: Klaus Oberliesen (59) muss gehen, erhält aber sofort seine Pension. (…)

Laut der Sparkassenbilanz 2016 verdiente Klaus Oberliesen im vergangenen Jahr inklusive Leistungszulage 362 000 Euro. Dies wird ab Februar 2018 wegfallen, dann hat der 59-Jährige, der gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, aber Pensionsansprüche in Höhe von 50 Prozent seiner Bezüge, die die Sparkasse zahlen muss. Bislang hat sie dafür Rückstellungen in Höhe von 2,8 Millionen Euro gebildet. (…)

Quelle: wp.de

Millionen-Investition – Kaltwalzer Bilstein geht in Breite

6. Juli 2017

Kaltwalzer Bilstein investiert 50 Millionen Euro in eine neue Walz- und Schneideanlage und stellt die Produktion um. Das soll die Kosten drücken. (…)

Anfang des Jahres hatte die Bilstein-Gruppe für Aufsehen gesorgt, weil die Geschäftsführung versucht hatte, die Beschäftigten über Einschnitte bei Tariferhöhungen und Sonderleistungen an der Investition zu beteiligen; dieser Versuch war aber früh gescheitert. (…)

Quelle: wp.de

Nachbarstädte wehren sich gegen Einkaufszentrum in Vorhalle

4. Juli 2017

Die Nachbarstädte Wetter und Herdecke haben ihre Ankündigung wahr gemacht und im Rahmen des Bauleitplanverfahrens offiziell ihre Bedenken gegen den Bau des geplanten Einkaufszentrums in Vorhalle geltend gemacht. Damit steuern die drei Kommunen unverhohlen auf eine massive Auseinandersetzung zu. (…)

In der Vergangenheit ist es des öfteren zu Differenzen zwischen Hagen und den Nachbarstädten gekommen. So hat sich Hagen gegen den Bau des Mühlencenters in Herdecke ausgesprochen, die Stadt Herdecke wiederum war gegen die Decathlon-Filiale in Vorhalle. (…)

Quelle: wp.de

RVR macht den Weg frei für neue Ansiedlungen auf ehemaligem Brandt-Gelände

2. Juli 2017

Mit der Regionalplanänderung hat die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) am Freitag die Voraussetzungen geschaffen, das seit 2003 leerstehende Gebäude der ehemaligen Zwieback-Fabrik „Brandt“ neu zu nutzen.

Den aktuellen Überlegungen zufolge sollen auf dem Gelände ein Lebensmittelmarkt mit Getränkemarkt, ein Lebensmittel-Discounter und ein Drogeriefachmarkt angesiedelt werden. Außerdem sind ein Gesundheitszentrum, ein Büro- und Verwaltungsgebäude und Gastronomie an dem Standort vorgesehen.

Um das Gelände neu nutzen zu können, muss der aktuell geltende Regionalplan auf dem Gebiet der Städte Hagen und Gevelsberg geändert werden. Ein Teil des Bereichs der gewerblichen und industriellen Nutzung wird in einen Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) umgewandelt. So können Flächen für Wohnen, wohnverträgliches Gewerbe, öffentliche und private Dienstleistungen aber auch Grün-, Sport-, Freizeit- und Erholungsareale entstehen.

Nach umfassender Beteiligung der Öffentlichkeit hat die RVR-Verbandsversammlung als zuständiger Regionalrat die Regionalplanänderung beschlossen. Im Anschluss wird der Regionalverband Ruhr die Änderung der Landesregierung anzeigen. Wenn diese innerhalb einer Frist von drei Monaten keine Einwände erhebt, wird die Änderung nach amtlicher Bekanntmachung im Gesetzes- und Verordnungsblatt NRW wirksam.

Arbeitslosigkeit in Hagen sinkt im Juni erneut

2. Juli 2017

Die Zahl der Arbeitslosen sank im Juni nochmals um 140 auf aktuell 10 188, die Quote um 0,2 Punkte auf 10,2 Prozent (Vorjahr 11,1). (…)

Quelle: wp.de

Bei der Juwelierkette Christ kracht es im Vorstand

30. Juni 2017

Seit Wochen tobt bei Deutschlands größter Juwelierkette, dem Unternehmen Christ mit Sitz in Hagen, in der Geschäftsführung ein Machtkampf um die zukünftige strategische Ausrichtung. Die Konsequenz des Krachs hinter den Kulissen: die Führungsriege bricht auseinander. (…)

Seit 2014 gehört Christ dem britischen Privat Equity Unternehmen „3i“, das die Kette für rund 400 Millionen Euro von Douglas übernommen hatte und deren Deutschlandchef Peter Wirtz im Kontrollgremium sitzt. (…)

Quelle: wp.de

Hawker-Geschäftsführer: Standort Hagen ist nicht gefährdet

29. Juni 2017

Fast 23 Millionen Euro soll Hawker wegen illegaler Preisabsprachen zahlen. Für Geschäftsführer Becker ist der Standort nicht gefährdet.

Die Nachricht schockt ein Unternehmen und seine 371 Mitarbeiter: Fast 23 Millionen Euro soll der Batteriehersteller Hawker an Strafe zahlen. Das hat das Bundeskartellamt vor dem Hintergrund illegaler Preisabsprachen entschieden. Über die Auswirkungen sprach unsere Zeitung mit Geschäftsführer Magnus Becker.

Wie bewerten Sie die Entscheidung des Kartellamtes?

Magnus Becker: Wir haben uns mit dem Bundeskartellamt für einen Teil des Verfahrens auf eine Zahlung von 12,6 Millionen Euro geeinigt. Den zweiten Teil in Höhe von 10 Millionen Euro akzeptieren wir nicht. Daher ergibt sich die Bewertung, dass wir mit der Sichtweise des Kartellamts nur teilweise übereinstimmen.

Welche Bedeutung hat diese Strafe für den Standort Hagen?

(…)

Quelle: wp.de

Hawker muss 23 Mio. Euro Strafe zahlen

28. Juni 2017

Kartellamt verhängt Bußgeld wegen unzulässiger Absprachen

Das Bundeskartellamt hat Geldbußen gegen zwei Hersteller von Industriebatterien und deren Verantwortliche in Höhe von insgesamt rd. 28 Mio. EUR wegen Absprachen über die Erhebung des sog. „Metallteuerungszuschlages“ (MTZ) als einem wesentlichen Preisbestandteil von Bleibatterien verhängt. Bei den betroffenen Unternehmen handelt es sich um die Hawker GmbH, Hagen, und um die Hoppecke Batterien GmbH & Co. KG, Brilon.

Nach Presseberichten entfallen auf Hawker, den Nachfolgebetrieb der ehemaligen Varta, 23 Mio. Euro Bußgeld, auf Hoppecke 5 Mio. Euro. Bei der Bußgeldfestsetzung wurde nach Angaben des Bundeskartellamtes berücksichtigt, dass das Unternehmen Hoppecke bei der Aufklärung der Absprachen mit dem Bundeskartellamt umfassend kooperiert habe.

Im Einzelnen hatten u.a. Verantwortliche der genannten Unternehmen sich bereits Anfang 2004 vor dem Hintergrund steigender Bleipreise darüber abgesprochen, beim Vertrieb von sog. Stationärbatterien („ortsfeste“ Batterien, beispielsweise zum Einsatz in der Notstromversorgung) im Inland den bereits in den 1970er Jahren entwickelten MTZ wieder durchgängig anzuwenden.

Dieses Einvernehmen über das „Ob“ der Weitergabe der Bleikosten über einen MTZ wurde durch die genannten Unternehmen bis zur Durchsuchung des Bundeskartellamtes auf Verbandssitzungen fortlaufend bestätigt. Vereinbarungen über die Details (das „Wie“) der Berechnungsweise und die Höhe des MTZ wurden nicht getroffen.

Darüber hinaus bestand im Zeitraum vom 11. September 2012 bis zum 18. März 2014 u.a. zwischen den Unternehmen ein Einvernehmen, beim Vertrieb von sog. Traktionsbatterien (Einsatz insbesondere in Flurförderfahrzeugen wie z.B. Gabelstaplern) im Inland die zuvor gestiegenen Kosten für Blei und insbesondere für Bleilegierungen über den bereits seit Jahren angewandten MTZ an die Kunden weiterzugeben. Auch diese Absprache bezog sich ausschließlich auf das „Ob“ der Weitergabe der Kosten und wurde erzielt und erneuert zum einen bei vertraulichen Gesprächen, zum anderen aber auch auf Verbandssitzungen.

Die Geldbußen gegen das Unternehmen Hoppecke sind bereits rechtskräftig. Das Unternehmen Hawker könnte noch Einspruch gegen die Entscheidungen einlegen, über den dann gegebenenfalls das OLG Düsseldorf entscheiden würde.

Hagener Straßenbahn weist bestes Ergebnis seit 27 Jahren aus

24. Juni 2017

Die Hagener Versorgungs- und Verkehrs-Gesellschaft konnte ihr gutes Ergebnis gegenüber dem Vorjahr noch einmal verbessern. Das Unternehmen, zu dem unter anderem die Hagener Straßenbahn sowie Hagenbad gehören, weist für das Jahr 2016 ein Defizit von 14,6 Millionen Euro aus.

Zwar liegt der Fehlbetrag damit in den Büchern höher als 2015. Allerdings hat das mit der Auflösung stiller Reserven im Vorjahr zu tun. „Bei all dem ist zu berücksichtigen, dass auch 2016 keine Dividende des Energieversorgers Enervie geflossen ist“, so Geschäftsführer Christoph Köther. Damit fehlen der HVG 7,2 Millionen Euro. Das Minus falle um 4,5 Millionen Euro geringer aus als geplant. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Kein Bus fährt kostendeckend. Wird der Fahrplan zusammengestrichen, verringert sich also automatisch das Defizit.

Ex-Hauptgeschäftsführer der SIHK Enwaldt ist verstorben

19. Juni 2017

Runar Enwaldt, langjähriger Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer, ist am vergangenen Freitag verstorben. Der 84-Jährige leitete die Kammer von 1972 bis 1996. (…)

Quelle: wp.de

Wälzholz-Gruppe übernimmt Theis Kaltwalzwerke

14. Juni 2017

Die Hagener Unternehmens-Gruppe erwirbt mit den Theis Kaltwalzwerken ein traditionsreiches Nachbarunternehmen. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. (…)

Die Theis-Werke haben gerade in den letzten zehn Jahren eine wechselvolle Geschichte hinter sich: In der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre geriet Theis in finanzielle Schieflage; die holländische Van den Hombergh-Holding stieg 2012 in das Unternehmen ein und setzte einen radikalen Restrukturierungskurs durch. Zuletzt wurde sogar das Verwaltungsgebäude im Hagener Lennetal verkauft. (…)

Quelle: wp.de

Gewerkschaft übt Kritik an „Jobs auf Zeit“

13. Juni 2017

Jobs mit Verfallsdatum: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die hohe Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse in Hagen kritisiert. Wenn rund 12 000 Beschäftigte in der Stadt – und damit 13,5 Prozent aller Arbeitnehmer – ohne Dauerperspektive arbeiteten, zeige dies eine Schieflage am Arbeitsmarkt, so die NGG Südwestfalen. Die Gewerkschaft bezieht sich hierbei auf Zahlen aus dem aktuellen Mikrozensus NRW. (…)

Quelle: wp.de

Irritationen über Hagen-Konferenz bei OB und Unternehmerrat

11. Juni 2017

Es soll eine Hagen-Konferenz geben. Unklar ist bislang, wer sich in dieser Sache eigentlich engagiert. Und mit welcher Leidenschaft. (…)

Auf das Signal, das dem Unternehmerrat aus Düsseldorf mit nach Hagen gegeben wurde, habe die Stadtspitze bislang nicht reagiert. Hinzu kommt, dass die Kommunikation zwischen Stadtspitze und Unternehmerrat atmosphärisch gestört ist. Die Unternehmer fühlen sich in ihrem Engagement von OB Schulz nicht wertgeschätzt. Und die Stadtspitze empfindet die Vorstöße – zu denen auch öffentliche Kritik an der Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern gehörte – als destruktiv. Zudem zweifelt die Stadtführung an der Legitimation des Unternehmerrates. Vielmehr sei der Unternehmerverein ein legitimierter Ansprechpartner. Hierbei handelt es sich um ein als Verein organisiertes Gremium, das auch Gesellschafter der zur Stadt gehörenden Hagen-Agentur ist, die wiederum für Wirtschaftsförderung in Hagen zuständig ist. (…)

Oberbürgermeister und Verwaltung betrachten das Wirken des Unternehmerrates mit höchster Skepsis. (…) Man wisse nicht genau, wer sich hinter dem Konstrukt Unternehmerrat befinde und halte das bisherige Auftreten des Gremiums für fragwürdig.

Es sei als kontraproduktiv zu bewerten, wenn man sich – wie in einigen Fällen seitens des Sprechers des Unternehmerrates, Winfried Bahn, geschehen – zunächst öffentlich kritisch über Stadtverwaltung und Politik äußere, um danach zu verkünden, gemeinsam mit der Verwaltung in einen durchaus gewünschten kritischen Dialog treten zu wollen. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Unternehmerrat – „Verwaltung in der Pflicht, zu liefern“

Es soll mehrere diskursive Gespräche zwischen Ihnen als Sprecher des Unternehmerrats Hagen und dem OB gegeben haben. Stimmt das?

Bahn: Es hat in der Tat mehrere Gespräche zwischen der Verwaltungsspitze und dem Unternehmerrat gegeben. Diese Gespräche als diskursiv zu bezeichnen, trifft den Kern der Sache nicht. Denn eine sachlich-inhaltliche Auseinandersetzung, z.B. mit dem Hinweis auf eine notwendige, übergeordnete strategische Gesamtausrichtung für die Stadt, hat leider nicht stattgefunden. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Diskussion über persönliche Befindlichkeiten. Man konnte außerdem den Eindruck gewinnen, dass das vielfach eingeforderte bürgerschaftliche Engagement von der Verwaltungsspitze der Stadt Hagen sehr gerne unter Kontrolle gehalten werden möchte. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Unabhängig davon, wie man zum Unternehmerrat steht, trifft die Kritik Bahns zu: Der politisch-administrative Apparat hat anscheinend eine an Panik grenzende Angst vor Initiativen, die nicht seiner Kontrolle unterliegen.

In der Antwort von Oberbürgermeister Erik O. Schulz auf eine Anfrage des „grünen“ Ratsmitglieds Rainer Preuß wird durchgehend der „sogenannte“ Unternehmer Rat Hagen erwähnt, der unübersehbar als Konkurrenz zum von der Stadt protegierten „Unternehmerverein“ betrachtet wird: „Eine Legitimation, im Sinne der Stadt und ihrer Bürger zu agieren, hat der sogenannte „Unternehmer Rat Hagen“ nach Auffassung der Verwaltung nicht.“ Der „Unternehmerverein“ aber wohl?

Im konkurrierenden „Unternehmerverein“ tummelt sich zu ziemlich alles, was mit dem politisch-administrativ-medialen Komplex verbandelt ist: Schon gegründet mit Hilfe der städtischen Mehrheitsbeteiligung „Hagen-Agentur“ finden sich dort u.a. Radio Hagen (Joint Venture von Funke-Medien und Stadt Hagen), Agentur Mark (städt. Gesellschaft), Möbelspedition Priller (CDU-Purps), Funke-Medien (WPWR, Stadtanzeiger, Radio Hagen), Hagen-Agentur (mehrheitlich städtisch), Kreishandwerkerschaft, Märkische Bank, Meier + Partner Architekten (SPD-Meier), Sparkasse (städt.), SIHK.

Der Unternehmerrat hat immerhin ein 126-seitiges Strategiepapier vorgelegt, das man durchaus kritisch betrachten kann. Aber damit ist die Schulz-Administration schon überfordert. Der präferierte Unternehmerverein begnügt sich hingegen mit einer bunten Mischung von „Events“.

Windkraft-Projekte am Scheideweg

10. Juni 2017

Bürgerwind hat Gegenwind. Im wahrsten Sinne. Die Initiative, die auf den Höhen im Süden Windräder bauen möchte, muss eine große Hürde nehmen. (…)

Quelle: wp.de

Arbeitszeit gesetzlich begrenzen

2. Juni 2017

2600 Beschäftigte aus 21 Betrieben haben sich im Bereich der Geschäftsstelle Hagen an einer deutschlandweiten Beschäftigenbefragung der IG Metall beteiligt. (…)

Sicherheit und gute Perspektiven in der digitalen Arbeitswelt, eine neue Arbeitsmarktpolitik, bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und sichere Renten sind die wesentlichen Forderungen der Beschäftigten an die Politik – das seien die zentralen Botschaften der Beschäftigten. (…)

Quelle: wp.de

Höchster Stellenzugang seit fünf Jahren

1. Juni 2017

Der Hagener Arbeitsmarkt hat sich im Mai bereits von seiner frühsommerlichen Seite gezeigt. Die Zahl der Arbeitslosen sank weiter um 170 auf aktuell 10 328 Betroffene und die Quote damit um 0,3 Punkte auf 10,4 Prozent. Die Vorjahreserwerbslosigkeit wird sogar um fast 500 Erwerbslose unterschritten – der Abstand ist weiter angewachsen. (…)

Quelle: wp.de

Wie kleine Geschäfte in Hagen ganze Viertel versorgen

29. Mai 2017

Während Discounter kleine Standorte aufgeben, schließen Händler vor Ort die Lücke. Zwei Geschäfte in Altenhagen und Boelerheide sind Beispiele.

Während sich die großen Discounter in Deutschland für Ladenflächen unter 800 Quadratmeter überhaupt nicht mehr interessieren und etliche kleine Aldi-, Lidl- oder Rewe-Filialen im Zuge dieser Großflächen-Strategie dicht gemacht werden, passiert an der Kinkelstraße in Altenhagen aktuell quasi die Umkehr vom großen Ketten-Denken.

Nachdem Rewe beschloss, den Nahkauf dort zu schließen und etliche, vor allem ältere Menschen von jetzt auf gleich von der wichtigen Zu-Fuß-Versorgung abschnitt, ist plötzlich wieder Leben in der 266 Quadratmeter großen Filiale. Zwei Beispiele dafür, wie lokale Händler Viertel retten, die Discounter verließen. (…)

Quelle: wp.de

Investor plant im Marienhospital 78 neue Wohnungen

28. Mai 2017

Im Herbst hat Immobilien-Kaufmann Udo Krollmann das ehemalige Marienhospital in Hagen gekauft. Jetzt entstehen dort 78 Innenstadt-Appartments. (…)

Der Investor, der in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in Berlin sowie in den neuen Bundesländern geschäftlich erfolgreich war und sich inzwischen mit seinen Unternehmungen wieder auf seine westfälische Heimat fokussiert, möchte das Objekt weitgehend entkernen und dort 78 Appartement-Wohneinheiten mit verschiedenen Dienstleistungsangeboten entstehen lassen. (…)

Quelle: wp.de

Zum ganzen Bild gehört auch:

Renovierungsobjekte ohne Perspektive

„Hier entsteht ein schönes Stück Dortmund!“ Unter diesem Werbeslogan werden die 49 Häuser der Alten Kolonie Westhusen im Dortmunder Stadtteil Westerfilde vermarktet. Die Mieterinnen und Mieter passen nicht in das Verkaufskonzept für den „Wohnpark Westhusen“ und sollen ausziehen.

Es begann im Dezember 1998: Die damalige VEBA Wohnen (später Viterra und Deutsche Annington) verkaufte die Alte Kolonie Westhusen an ein Dortmunder Familienunternehmen, die Waldburg GbR. Im Jahr 2003 folgte ein Weiterverkauf an die heutige Wohnwelt und Wohnbau GmbH mit Sitz in Berlin, die in Westerfilde die ersten Jahre unter den zwei Namen Alpha sowie Westerfilde GbR firmierte.

Der Geschäftsführer der Wohnwelt und Wohnbau GmbH, Udo Krollmann, ist kein unbeschriebenes Blatt. „Halbwelt zwischen Rotlichtmilieu und Immobilienfilz – und einem dubiosen Finanzinvestor“, so beschrieb am 14.08.2009 DER SPIEGEL das Geschäftsumfeld Krollmanns in einem Artikel über dessen Geschäftspartner Friedhelm Sodenkamp, der im November 2008 in Berlin ermordet wurde. Die SPIEGEL-Story liest sich wie ein Krimi und ist im Internet zu finden.

Bereits in der Vergangenheit fiel Krollmanns Immobiliengesellschaft in der Alten Kolonie Westhusen durch mangelnde Instandhaltungen und fehlerhafte Betriebskostenabrechnungen auf. Die Gangart hat sich verschärft, seit die Häuser einzeln zum Kauf angeboten werden. Inkasso und Entmietung sind die Geschäftspraktiken, mit denen sich die aktuellen Aktivitäten beschreiben lassen. (…)

Unter den betroffenen Mietern sind auch Angehörige der Sinti und Roma, die im Stadtteil unter rassistischen Übergriffen aus der Bevölkerung leiden. So wurden ein direkt am Haus stehender Abfallcontainer in Brand gesteckt und Fenster mit Steinen eingeworfen. Die rassistische Stimmung wurde von Krollmanns Hausverwalter weiter geschürt, indem er in anderen Wohnhäusern mit dem Einzug der „Zigeuner“ drohte, wenn die dortigen Mieter nicht freiwillig ihre Wohnungen kündigten. (…)

Quelle: Mieterforum Ruhr (20.09.2010)

Dazu:

Der Kampf um die Mieter wird härter

Der Kampf um immer weniger Mieter auf dem Wohnungsmarkt in Lauchhammer wird härter. Die kommunalen Wohnungen sind in Privathand verkauft – an den Berliner Unternehmer Udo Krollmann (65), eine schillernde Persönlichkeit im Immobiliengeschäft.

Der Ruf ist Udo Krollmann nach Lauchhammer voraus geeilt. Der Unternehmer, der im Ruhrpott als Autohändler und Diskothekenbetreiber begonnen hat und später ins Immobiliengeschäft eingestiegen ist, beantwortet die brennendste der aufgekommenen Fragen mit äußerster Gelassenheit: Rote Laternen sind nicht über den Hauseingängen zu erwarten. An Damen des Rotlichtmilieus habe er einst zwar Wohnungen vermietet. „Aber das war kein gutes Geschäft“, resümiert der Wahl-Berliner. (…)

Quelle: Lausitzer Rundschau (14.11.2013)

Und weiter:

Udo Krollmann, der in Herdecke lebt, ist im Hagener Rotlichtmilieu nicht unbekannt. Ihm gehört beispielsweise im Hagener Ortsteil Wehringhausen ein Haus, das als Bordell genutzt wird. Im selben Haus ist Krollmanns Haus- und Grundstücksverwaltung tätig. (…)

Quelle: wr.de (05.11.2008)

Hagen-Agentur sieht viele Verbesserungen im Bahnhofsviertel

24. Mai 2017

Die Hagen-Agentur widerspricht dem Vorwurf, die Aufwertung des stark sanierungsbedürftigen Bahnhofsviertels nach großer Ankündigung im Jahr 2014 nicht weiter vorangetrieben zu haben (…). „Aus unserer Sicht haben sich, nicht zuletzt auch durch diese Diskussionen und dem Austausch mit einer Reihe von Institutionen, positive Veränderungen für das Bahnhofsquartier ergeben“, erklärt die Hagen-Agentur schriftlich. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die obskure Hagen-Agentur hält sich lauter Dinge zugute, auf die sie keinen Einfluss hat: Verkehrssituation, Vermietungen in der Bahnhofshalle, Sanierung des Hauptbahnhofs, Verlegung der Polizeiwache, Aufenthaltsqualität am ZOB und Müllentsorgung.

Als besonderes Highlight nennt diese vermutlich unbrauchbarste aller städtischen Einrichtungen laut Pressebericht: „Im Graf-von-Galen-Karree seien zwei Leerstände beseitigt worden. Dort hätten sich ein Fitnessstudio und ein Teamsportverkauf etabliert.“

Na dann sind ja alle Ziele des laufenden 5-Jahres-Plans bereits übererfüllt.

Druck auf Zusteller steigt ständig

24. Mai 2017

Der Belastungsdruck für die Zusteller der Post steigt ständig. „Insbesondere der Dienstag ist unerträglich geworden“, klagen diese.

Zunächst betraf die Neuausrichtung der Zustellbezirke der Deutschen Post AG nur den Stadtteil Hohenlimburg; jetzt wird diese Neuausrichtung auch auf andere Stadtgebiete von Hagen übertragen. (…)

Quelle: wp.de

Schon 2012 (!) berichtete SPON:

„Sie fallen um wie die Fliegen“

Lange Touren, massenhaft Überstunden, keine Pause – Zusteller der Deutschen Post beklagen harte Arbeitsbedingungen. Vor allem in der Weihnachtszeit steigt das Pensum der Postboten. Die Stimmung ist mies, viele halten den Job nicht mehr aus. Immer häufiger bekommen Kunden ihre Briefe zu spät. (…)

Quelle: Spiegel online

Anmerkung: Privatisierung „wirkt“.

„Vonovia“ übernimmt Hoesch-Häuser in Hagen-Hohenlimburg

20. Mai 2017

Die Mieter der rund 260 Wohnungen in den ehemaligen Hoesch-Häusern an der Piepenstockstraße, am Ahmer Weg und auch am Predigerstuhl sind leidgeprüft. In den zurückliegenden Jahren mussten sie gleich mehrfach hinnehmen, dass die Eigentümer und somit die Verwaltung der Immobilien wechselte. Jetzt steht ein neuer Wechsel an, denn das Wohnungsunternehmen „Vonovia“ aus Bochum hat die „Conwert Immobilienverwaltung GmbH“ übernommen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wohnen als Ware.

Sparkasse Hagen wird weniger Geld an Stadt ausschütten

13. Mai 2017

Aktuell sind es sechs Millionen Euro, doch die Sparkasse Hagen wird bald deutlich weniger an die Stadt überweisen. Neue Sparmaßnahmen drohen. (…)

Quelle: wp.de

Gezerre um Starkstromleitung in Hagen

13. Mai 2017

Eine neue Höchstspannungsleitung mitten durch ein Wohngebiet in Hagen-Hohenlimburg – das geht nach Ansicht der Stadt ganz und gar nicht. So steht es in einer Ratsvorlage der Verwaltung, der der Umweltausschuss und die Bezirksvertretung am Donnerstag (11.05.2017) bereits zugestimmt haben. Es ist zu erwarten, dass sich der Rat nächste Woche anschließt. (…)

Die Stadt hat vorgeschlagen, den Bau einer Parallel-Trasse durch ein angrenzendes Wald- und Naherholungsgebiet zu prüfen. Der Netzbetreiber will das auch tun und alle Beteiligten zu einer Begehung der Alternativ-Trasse einladen. Amprion fürchtet aber schon jetzt Klagen von Umwelt- und Naturschutzverbänden. (…)

Quelle: WDR

Viel Zustimmung für Baumwipfelpfad in Hagen

12. Mai 2017

Die ehrgeizige Investoren-Idee, im Hasper Wald zwischen Hinnenwiese und Kaiser-Friedrich-Turm einen Baumwipfelpfad errichten zu wollen, stößt bei den Hagenern auf wenig Widerspruch. 69 Prozent der Bürger hätten gegen die Millionen-Investition nichts einzuwenden – 26 Prozent finden das Prozent richtig gut, 19 Prozent sogar sehr gut. Das hat die repräsentative Befragung im Rahmen des WP-Bürgerbarometers ergeben. Lediglich 12 Prozent der Menschen in Hagen bewerten den Vorstoß als schlecht, 17 Prozent als sehr schlecht. Damit erreicht die Gruppe der Bedenkenträger nicht einmal die 30 Prozent Marke. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Trotz der massiven Propaganda des Hagener Einheitsblatts stößt die „ehrgeizige Investoren-Idee“ auf eine Ablehnung von 29 Prozent der Befragten, die von der Redaktion abschätzig als „Bedenkenträger“ klassifiziert werden. Für WPWR-Reakteur Martin Weiske sind diese – und nicht etwa die Schreiber des Monopol-Blättchens – „die lautesten Wortführer“.

Die Umfrage hätte wahrscheinlich zu einem anderen Ergebnis geführt, wenn Hagen über eine Presselandschaft verfügen würde, die noch den Titel „Vierte Gewalt“ verdient hätte. Die ihre Leser darüber informiert hätte, dass es sich um eine Baumaßnahme handelt, die allein für die geplanten 500 Parkplätze nach Angaben der „Investoren“ etwa 10.000 qm benötigt, für die natürlich entsprechende Waldflächen gerodet werden müssten.

In dieses Bild passt auch, dass die Presse ausschließlich Befürwortern die Gelegenheit zur Selbstdarstellung einräumt und auf diese Art und Weise nach schon gewohntem Muster den politischen Entscheidungsträgern die Richtung im Sinne der Redaktion glaubt vorgeben zu müssen.

So darf der Geschäftsführer des Investors auch unwidersprochen im Interview behaupten: „Zusätzlich würden die Besucher aus dem Umland Kaufkraft nach Hagen bringen, wovon sicherlich auch der ein oder andere Gewerbetreibende profitiert.“

Der Begriff „Kaufkraft“ elektrisiert natürlich sofort die Vorortpolitiker, die in ihrer ganzen Naivität gerne der Annahme anheim fallen wollen, dass Besucher des Wald-Events anschließend noch zum Shopping in die Fußgängerzonen aufbrechen.

Zum Thema war schon 2012 auf DOPPELWACHOLDER.DE zu lesen: In den Wipfeln ist Ruh’

Am 1. Juli ist der Ofen aus

7. Mai 2017

Zum 1. Juli wird die Küche im ehemaligen evangelischen Krankenhaus Elsey geschlossen. Das hat Konsequenzen für 54 Mitarbeiter

Am 30. Juni ist der Ofen aus. Dann wird nach 130 Jahren die Küche des ehemaligen Elseyer Krankenhauses an der Iserlohner Straße geschlossen. Für immer. Denn an diesen Tag dreht Gerd Nitsche, Küchenchef der Elseyer Wirtschaftsdienste (ElWi), eine Tochter der Diakonie in Südwestfalen, die Schalter um. Betroffen davon sind die Mitarbeiter der Krankenhausküche, die Reinigungskräfte des Krankenhauses und die Servicekräfte des Seniorenzentrums „Hülsemannhaus“ Auf dem Lölfert. Diese verteilen das in der Krankenhausküche gekochte Essen. (…)

Quelle: wp.de

Jugend für den Stadtwald

6. Mai 2017

Wer hätte das gedacht? Es gibt sie noch, die kritische Jugend – wenigstens vereinzelt.

Dazu der Autor des Videos: „16.000qm Wald werden zugebaut, um eine Haftanstalt für Suchtkranke zu bauen. Es geht hier nicht darum, dass keine Haftanstalt in Hagen gebaut werden soll, sondern um die Frage, ob der Wald wirklich der einzige und vor allem richtige Ort dafür ist.“

Eine Entscheidung für die Menschen

6. Mai 2017

Jetzt ist es amtlich. Die Hagener Verwaltung spricht sich beim Bau der zukünftigen 380-kV-Höchstspannungsleitung für die Variante Reh-Nord aus. Das ist die Quintessence der 16 Seiten stark und vom Bürgermeister Erik O. Schulz und den beiden Dezernenten Thomas Grothe (Technischer Beigeordneter) und Thomas Huyeng (u.a. Fachbereich Umwelt) unterzeichnet und somit mitgetragen. (…)

Quelle: wp.de

Kein verkaufsoffener Sonntag in Hagen

4. Mai 2017

Am Sonntag, dem 7. Mai 2017, dürfen die Geschäfte in Hagen (Stadtbezirk Hagen-Mitte) nicht geöffnet sein. Dies hat die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts Arnsberg auf Antrag der Gewerkschaft ver.di mit Beschluss vom heutigen Tag im Wege der einstweiligen Anordnung vorläufig festgestellt.

Dazu erklärte das Verwaltungsgericht:

Der arbeitsfreie Sonntag wird vom Grundgesetz ausdrücklich geschützt. Das Ladenöffnungsgesetz und das Grundgesetz erlauben keine verkaufsoffenen Sonntage nur zu dem Zweck, dem ortsansässigen Handel einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen.

Als eine Ausnahme vom verfassungsrechtlich verankerten Sonntagsschutz sind im Ladenöffnungsgesetz pro Verkaufsstelle jährlich höchstens vier Ladenöffnungen an Sonn- und Feiertagen aus Anlass von örtlichen Festen oder Märkten zugelassen. Dabei muss aber die öffentliche Wirkung der jeweils anlassgebenden Veranstaltung gegenüber der Ladenöffnung im Vordergrund stehen.

Die für die Ladenöffnung vorgesehenen Tage werden durch eine ordnungsbehördliche Verordnung freigegeben. Vor deren Erlass hat der Rat der Stadt bzw. Gemeinde eine belastbare und nachvollziehbare Prognose dahingehend anzustellen, dass der Besucherstrom, den das örtliche Fest bzw. der örtliche Markt für sich genommen auslösen würde, die Zahl der Besucher übersteigt, die allein wegen der Öffnung der Verkaufsstellen kämen. Des Weiteren ist in Betracht zu ziehen, ob die Freigabe auf bestimmte Bezirke oder Ortsteile des Stadt- bzw. Gemeindegebietes zu beschränken ist.

Diesen Anforderungen wird die vorliegend maßgebliche Ordnungsbehördliche Verordnung über die Regelung besonderer Öffnungszeiten an Sonntagen für den Stadtteil Hagen-Mitte vom 3. Juni 2014 jedoch nicht gerecht.

Das Gericht hat in seiner Entscheidung ausgeführt, die Stadt Hagen habe sich bei Erlass der Verordnung nicht prognostisch Gewissheit darüber verschafft, dass die öffentliche Wirkung der als anlassgebend aufgeführten Veranstaltungen gegenüber der typischen werktäglichen Geschäftigkeit im Vordergrund stehe; die im Hinblick auf den verfassungsrechtlich verbürgten Sonn- und Feiertagsschutz notwendige Auseinandersetzung mit der Frage, dass und inwieweit gerade die vom 5. bis 7. Mai 2017 in der Hagener Innenstadt stattfindende Veranstaltung „Hagen blüht auf“ derart attraktiv sei, dass diese – und nicht die Ladenöffnungen – am Sonntag den hauptsächlichen Grund für den Aufenthalt von Besuchern bilden würden, habe nicht in hinreichendem Maße stattgefunden.

Auf die konkrete Prognose und daran anschließende wertende Ermessensentscheidung könne auch nicht verzichtet werden, da nicht offenkundig sei, dass die im Ladenöffnungsgesetz normierten Anforderungen an die anlassgebende Veranstaltung zumindest im Ergebnis eingehalten seien.

Die Kammer hat hierzu ausgeführt, es fehle schon an einer tragfähigen Grundlage für die in dem Veranstaltungskonzept für „Hagen blüht auf“ prognostizierte Besucherzahl. Auch sei keine verlässliche Einschätzung getroffen worden, ob allein die Veranstaltung den prognostizierten Besucherstrom auszulösen vermöge oder auch die Sonntagsöffnung der Geschäfte in der Hagener Innenstadt hierzu beitrage. Zudem bestehe ein deutliches Missverhältnis zwischen der nach dem Veranstaltungskonzept vorgesehenen Veranstaltungsfläche und der freigegebenen Verkaufsfläche.

Nur ergänzend hat die Kammer ferner angemerkt, soweit die Stadt Hagen eine Änderung ihrer Ordnungsbehördlichen Verordnung vom 3. Juni 2014 noch vor dem 7. Mai 2017 angekündigt habe, bestünden bereits erhebliche Zweifel daran, dass die maßgeblichen kommunalrechtlichen Vorschriften für die in Aussicht gestellte Dringlichkeitsentscheidung durch den Hauptausschuss an Stelle des Rates eingehalten worden seien. Auch dürfte die nach dem Ladenöffnungsgesetz vor Erlass der Rechtsverordnung zwingend vorgeschriebene Anhörung der zuständigen Stellen (unter anderem der Gewerkschaften) bis zur Beschlussfassung voraussichtlich wohl nicht mehr durchzuführen sein.

Gegen den Beschluss ist die Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen möglich.

Aktenzeichen: 1 L 1319/17

Tricky, tricky

4. Mai 2017

Wie sich die Hagener Presse die Verkaufszahlen aufhübscht

Von 1998 bis 2016 haben die Hagener Ausgaben der Funke-Medien (ehemals WAZ) Westfalenpost und Westfälische Rundschau mehr als 50 Prozent ihrer verkauften Auflage eingebüßt (jeweils 4. Quartal). Plötzlich soll der Absatz innerhalb von drei Monaten um 28 Prozent gestiegen sein. Wie das?

Ganz einfach: Man hat den Bereich Hagen/Hohenlimburg schlicht erweitert. Auch die bisher getrennte Ausgabe Herdecke/Wetter wird jetzt hinzugerechnet. Das ergibt sich aus den neuesten Zahlen der alteingesessenen Informationsgemeinschaft der Verbreitung von Werbeträgern sowie den Mediaunterlagen der Funke-Mediengruppe.

Doch das vermeintliche Plus von 28 Prozent täuscht über den wahren Zustand der hiesigen Funke-Blätter hinweg. Lag der Verkauf beider Bereiche im 4. Quartal 1998 noch bei durchschnittlich 62.662 Exemplaren pro Verkaufstag, ging die Zahl bis zum 4. Quartal 2016 auf 32.213 zurück. Im 1. Vierteljahr 2017 waren es noch 31.602, ein weiterer Rückgang um 2 Prozent innerhalb von nur drei Monaten – und das trotz Veränderung der Berechnungsgrundlage.

Setzt sich diese Tendenz im Laufe des Jahres fort, bedeutet das eine rasante Beschleunigung des seit Jahren anhaltenden Niedergangs des heimischen Pressemonopols.


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