Archive for the ‘02 Wirtschaft Hagen’ Category

Blase geplatzt

17. Mai 2019

Hagener „Edel“-Steakhaus HOHOFFS 800° in Insolvenz

Bei der Vertragsunterzeichnung im März 2015 grinsten noch alle vergnügt ins Bild. Selbst Oberbürgermeister Erik O. Schulz war angereist, um mit aufs Foto zu kommen (siehe hier). Steaks für 50, 60, 70, 80 Euro oder mehr waren schließlich das, was Hagen dringend brauchte. Er freute sich, weil Inhaber Michael Hohoff vor Enthusiasmus sprühe und Hagen als „eine faszinierende Stadt“ bezeichnete, wie damals die Hagener Presse berichtete.

Gestern gab das Amtsgericht Hagen bekannt, dass sich die HOHOFFS 800° Hagen GmbH in einem Insolvenzeröffnungsverfahren befindet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Hagener Rechtsanwalt Dr. Dirk Andres bestellt.

Bereits Mitte 2018 kursierten Gerüchte über eine Schließung des Fress-Tempels. Damals schloss ein Hohoff-Betrieb in Hamm, ein anderer in Dortmund richtete nur noch Betriebsfeiern, Hochzeiten u.ä. aus. Man wolle sich „privat ruhiger setzen“ wiegelte Hohoff gegenüber der WPWR ab, und „alle Kräfte in Hagen bündeln“.

Am 1. Mai 2019 zog der Vermieter die Notbremse und kündigte der Hohoff-Firma den Pachtvertrag. Als Grund wurden Mietrückstände im sechsstelligen Bereich genannt. Vor dem Objekt wurde ein Sicherheitsdienst installiert.

Jetzt ist die von der Hagener Einheitspresse immer gut promotete Blase geplatzt.

Thyssen: Was passiert mit über 1000 Hohenlimburger Kollegen?

11. Mai 2019

Welche Auswirkungen haben die geplatzte Fusion der Stahl-Giganten Thyssenkrupp und Tata Steel sowie die angekündigte Massen-Stellenstreichung bei Thyssen (6000 Stellen sollen wegfallen, 4000 davon allein in Deutschland) auf den traditionsreichen Thyssenkrupp-Standort Hohenlimburg? Über 1000 Menschen arbeiten in Hohenlimburg für die „ThyssenKrupp Federn und Stabilisatoren GmbH“ und die „Thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH“, wo warmgewalztes Hohenlimburger Mittelband produziert wird. (…)

Quelle: wp.de

Vom Anfang und Ende des Kapitalismus

5. Mai 2019

Do 09.05.2019, 19:00 Uhr, Kulturzentrum Pelmke

Drei Finanzkrisen in nur zehn Jahren zeigen: Der Kapitalismus tritt in eine neue Phase ein. Ulrike Herrmann erklärt, wie der Kapitalismus entstanden ist, warum Geld und Kapital nicht das Gleiche sind, warum Geld nicht reich macht, warum die Globalisierung kein Problem ist – und warum der Kapitalismus trotzdem untergehen wird.

Ulrike Herrmann ist seit 2006 Wirtschaftskorrespondentin bei der taz. Bekannt ist sie durch ihre Teilnahme an aktuellen politischen Diskussionen in Hörfunk und Fernsehen und geht dort hart mit dem neoliberalen Zeitgeist ins Gericht. „Es mag ungeheuerlich klingen, aber die meisten Volkswirte haben keinen Begriff davon, was es bedeutet, in einem voll ausgereiften Kapitalismus zu leben, in dem Großkonzerne herrschen und Banken das Geld aus dem Nichts schöpfen. Daher sind diese Ökonomen stets so verblüfft und überfordert, wenn es zu Finanzkrisen kommt“, heißt es zum Beispiel in ihrem Buch „Hurra wir dürfen zahlen“ aus dem Jahr 2010.

In ihrem Buch „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung“ behandelt Herrmann seine „klügsten Theoretiker“, vor allem Smith, Marx und Keynes. Dabei macht sie deutlich, wie ihrer Meinung nach von den Klassikern sämtliche wesentlichen Probleme des Kapitalismus beantwortet wurden: Warum kommt es zu Finanzkrisen? Warum sind die Reichen reich und die Armen arm? Wie funktioniert Geld? Woher kommt das Wachstum? Diese Fragen könnten die heutigen Ökonomen nicht mehr beantworten.

Stadt Hagen: Im neuen Regionalplan weniger Steinbruch-Fläche

3. Mai 2019

Die potenziellen Abbauflächen für Kalkstein in Oege werden im neuen Regionalplan kleiner sein als im aktuellen – und das trotz der neu ausgewiesenen Fläche oberhalb von Feldstraße und Sonnenberg, gegen die die „Bürgerinitiative zu Erhalt des Ahms“ derzeit Unterschriften sammelt. Das rechnet jedenfalls die Stadt Hagen vor: Zwar solle dieses etwa 3,9 Hektar große Areal als künftige Potenzialfläche für den Abbau eingezeichnet werden. Westlich werde aber gleichzeitig ein bislang als Potenzialfläche ausgewiesenes 7,2 Hektar großes Gebiet herausgenommen. (…)

Quelle: wp.de

In Hagen mehr arbeitslose Hartz-IV-Bezieher „gefunden“

2. Mai 2019

Die Entwicklung läuft völlig gegen den Trend in Bund und Land: In Hagen ist die Zahl der Arbeitslosen im April stark angestiegen: 544 arbeitslose Frauen und Männer mehr als noch im März wurden gezählt, die Quote stieg massiv von 9,3 auf 9,9 Prozent an. Doch dabei gehe es gar nicht tatsächlich um mehr Arbeitslose, sondern um Fehler in der Datenerfassung, die man behoben habe, sagt Arbeitsagentur-Chefin Maren Lewerenz. Kurz gefasst: Es wurden in großer Zahl Hartz-IV-Empfänger gefunden, deren Status im System nicht „arbeitslos“ sondern „arbeitssuchend“ war. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Im steten Bemühen, die Statistik zu frisieren, kann man sich schon mal verhaspeln.

TWB-Mitarbeiter sorgen für turbulente Maikundgebung in Hagen

1. Mai 2019

Hagen hat eine turbulente Mai-Kundgebung erlebt: Gekündigte Mitarbeiter des Automobilzulieferers TWB skandierten Parolen gegen die IG Metall. (…)

Quelle: wp.de

Kitasanierung in Hagen kostet 375.000 Euro mehr als geplant

1. Mai 2019

Als die Stadt Hagen vor zwei Jahren den Entschluss fasste, die Kindertagesstätte am Gosekolk in Haspe zu sanieren, wurden Baukosten in Höhe von 296.000 Euro ermittelt. Den größten Teil dieser Summe, nämlich 207.000 Euro, sollte das Land NRW übernehmen, so dass die Stadt letztlich nur 89.000 Euro hätte zahlen müssen.

Doch dann trafen die Preisvorstellungen der Stadt mit jenen der Handwerker zusammen – und lagen so weit auseinander, dass die erschrockenen Mitarbeiter im Rathaus die Ausschreibung einzogen und erneut um Angebote baten. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Schon der zweite Fall, der zeigt, dass das Handwerk übermütig wird. Bereits Ende März wurde bekannt, dass für die Sanierung des Verwaltungshochhauses – immerhin ein Millionen-Auftrag – kein Angebot abgegeben wurde.

Währenddessen brüstet sich NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart (FDP) mit seinen „Entfesselungspaketen“, um „das Handwerk von unnötiger Bürokratie zu befreien“. Weiter betont sein Ministerium: „Neben guten Rahmenbedingungen will das Land mit seiner Handwerksförderung die richtigen Impulse setzen, damit die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des nordrhein-westfälischen Handwerks dauerhaft erhalten bleibt und gestärkt wird. Handwerksförderung muss als Teil einer zukunftsgewandten Mittelstandspolitik bedarfsgerecht und damit wirkungsstark ausgerichtet sein.“

Laut Handwerksbericht des Pinkwart-Ministeriums flossen allein im Jahr 2017 39,7 Millionen Euro an steuerfinanzierten Fördermitteln aus den Töpfen von Land, Bund und EU in die Schatullen des nordrhein-westfälischen Handwerks. Dazu kommen 43,9 Millionen Euro für Maßnahmen, die sich insgesamt an den Mittelstand richteten, bei denen der auf das Handwerk entfallende Förderbetrag aber nach Angaben des Ministeriums nicht ermittelt werden konnte.

TWB-Arbeiter dürfen bei Maikundgebung in Hagen nicht reden

30. April 2019

Zur traditionellen Kundgebung am 1. Mai im Volkspark hat der DGB Hagen Michael Vassiliadis eingeladen. TWB-Arbeiter dürfen aber nicht reden. (…)

Seit Monaten schwelt ein Konflikt zwischen Teilen der Belegschaft und des Betriebsrates und der IG Metall, die Mitglied im DGB ist. Die TWB-Arbeiter sind wütend, weil sie sich angesichts ihrer Lage (290 Arbeitnehmern wurde gekündigt) mehr Unterstützung und einen Arbeitskampf von der IG Metall gewünscht hatten. Der Hagener IG-Metall-Chef Jens Mütze hatte das mit dem Hinweis zurückgewiesen, dafür gebe es keinerlei rechtliche Grundlage. (…)

Quelle: wp.de

Siehe dazu noch einmal:

„Jens Mütze ist ein Verräter“
TWB-Kollegen demonstrieren vor dem Gewerkschaftshaus

„Westfalenpost“ im Abstiegskampf

29. April 2019

Druckauflage in Hagen liegt nur noch bei etwa 13.000 Exemplaren

Die Verlagsgruppe Funke-Medien gerät in ihrem Stammland Nordrhein-Westfalen immer mehr in die Defensive. Das berichtet der Mediendienst Kress, dem nach eigenen Angaben interne Zahlen zu den Druckauflagen der Funke-Zeitungen vorliegen.

Seit Langem hat der Konzern nur Gesamtsummen seiner einzelnen Blätter für bestimmte Verbreitungsgebiete, die auch noch nach Bedarf erweitert wurden, veröffentlicht. Kress hat jetzt Zahlen zu den einzelnen Zeitungen genannt.

Demnach beläuft sich die gedruckte Hagener Ausgabe der Westfalenpost nur noch auf 13.155 Exemplare pro Tag. Die Anzahl der tatsächlich verkauften Zeitungen liegt naturgemäß noch darunter. Für das Stadtgebiet Hagen kommt noch die Ausgabe Hohenlimburg mit 1.694 gedruckten Exemplaren dazu.

Insgesamt erreicht die im südwestfälischen Raum verbreitete Westfalenpost nach Kress-Angaben aktuell eine Auflage von nur noch 92.372, davon 80.000 Abos.

Laut Kress hieß es auf einer Belegschaftsversammlung vor wenigen Wochen, die Westfalenpost habe 2018 noch mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Das habe aber um 800.000 Euro unter Plan gelegen. Funkes NRW-Verlagsgeschäftsführer Thomas Kloß habe bei der Gelegenheit auch gleich die Katze aus dem Sack gelassen: Die konzerninternen „Forecasts“ für die Jahre bis 2021 hätten für ganz NRW ergeben, dass „wir dann kein Geld mehr mit Tageszeitungen verdienen“.

Dies habe – angeblich – nichts mit den „Leistungen in den Redaktionen und der Produktqualität“ zu tun, sondern mit den „harten Bedingungen“, die die Branche vorgebe.

Nicht erst nachdem die Funke-Medien durch das Aus für den Wochenkurier in Hagen endgültig das Monopol errungen haben, spielt hier allerdings die „Branche“ keine Rolle mehr, sondern für den fortgesetzten Niedergang sind in erster Linie die „Leistungen in den Redaktionen“ und die „Produktqualität“ verantwortlich. Hier mangelt es bekanntermaßen erheblich.

Erneute Debatte um Steinbruch der Hohenlimburger Kalkwerke

29. April 2019

Erneut wird über den Steinbruch der Hohenlimburger Kalkwerke in Oege debattiert. Die „Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm“ fürchtet eine neuerliche Erweiterung und beruft sich dabei auf eine Darstellung im Entwurf für den neuen Regionalplan, der derzeit aufgestellt wird. Sie hat eine Unterschriftenaktion bei Anwohnern in der Feldstraße und am Sonnenberg gestartet. Die Hohenlimburger Kalkwerke halten dagegen: Die Änderungen im Regionalplan seien marginal und dienten hauptsächlich zur Konkretisierung der bisherigen Planungen, so Geschäftsführer Dr. Christian Lange. (…)

Quelle: wp.de

Homepage der Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm

Hagen gehört zu 40 Städten mit geringstem Pro-Kopf-Einkommen

26. April 2019

Der Lebensstandard der Einwohner von Hagen bewegt sich, verglichen mit anderen Regionen in Deutschland, auf niedrigem Niveau. Wie eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergibt, lag das Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2016 in Hagen bei 19.774 Euro. Damit ist Hagen eine von nur 40 der 324 westdeutschen Städte und Kreise, die unterhalb der Marke von 20.000 Euro pro Kopf liegen. Im Osten Deutschlands überspringen nur sechs von 77 Kommunen die 20.000-Euro-Grenze. (…)

Quelle: wp.de

Weitere Informationen:

Regionale Einkommen in Deutschland: In einigen Kreisen höher als in Luxemburg, in anderen auf dem Niveau von Korsika

Quelle: WSI

Aus für den Wochenkurier

12. April 2019

Am Ende ging es dann doch schneller als erwartet. Der Wochenkurier, der am vergangenen Mittwoch im Briefkasten landete (Foto: DW), war der letzte: Der Betrieb ist eingestellt.

Mehr als 40 Jahre vermüllte das Anzeigenblatt die Stadt. Achtlos in Hauseingänge geworfene Zeitungsstapel wurden vom Wind auf Straßen und Plätzen verteilt. Einerseits.

Andererseits veröffentlichte der Wochenkurier Beiträge, die sich so in kaum einem anderen Medium dieser Gattung wiederfanden. Artikel zu Geschichte und Kultur, die man in einem Reklameblatt kaum vermuten würde.

Und auch das ist zu beachten: Der Wochenkurier war das letzte noch vorhandene Medium, das nicht dem Funke-Konzern unterstand. Der hat jetzt im Print- und Rundfunksektor endgültig das Monopol in Hagen.

Wochenkurier: Auch der Vertrieb gerät ins Schlingern

11. April 2019

Die Verteiler des in Insolvenz geratenen Hagener Anzeigenblatts Wochenkurier müssen damit rechnen, demnächst möglicherweise ihren Botenlohn nicht mehr zu bekommen. Für die in einem Insolvenzeröffnungsverfahren befindliche Wochenkurier Vertriebsgesellschaft mbH hat das Amtsgericht Hagen am Dienstag (9.4.2019) einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Verfügungen der Schuldnerin über Gegenstände ihres Vermögens sind nur noch mit dessen Zustimmung wirksam. Den Schuldnern der Schuldnerin (Drittschuldnern) wird verboten, an die Schuldnerin zu zahlen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der Schuldnerin einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Die Drittschuldner werden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten.

Sobald Austräger diesen Sachverhalt mitbekommen und in der Folge ihren Dienst einstellen, weil sie befürchten, am Ende leer auszugehen, dürfte sich die Krise des Blattes sehr schnell zuspitzen.

Streit um Freistellung: Vorwurf gegen die Anwältin von TWB

11. April 2019

Beim Hagener Automobilzulieferer TWB ist man verärgert über nicht eingehaltene Zusagen einer Prozessbevollmächtigten. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wie erst weiter unter im Artikel zu lesen ist, sind die Beschäftigten und ihr Rechtsvertreter verärgert – und nicht der Automobilzulieferer.

Hagener Versorger Enervie macht 40 Millionen Euro Gewinn

11. April 2019

2014 war ein wirtschaftlicher Tiefpunkt. Ein Minus in dreistelliger Millionenhöhe belastete die Bilanz der Enervie. Vier Geschäftsjahre später können die Vorstände Erik Höhne und Wolfgang Struwe bei der Präsentation der Zahlen entspannt lächeln.

Unter dem Strich steht „am Ende einer kontinuierlichen Entwicklung“ ein Rekordgewinn: 40,2 Millionen Euro vor Steuern. „Ein sehr gutes Ergebnis“, so Vorstandssprecher Erik Höhne, „das – gestützt auch durch Einmaleffekte – über unseren Planungen liegt.“ (…)

Quelle: wp.de

Wochenkurier: Die Klippe naht

9. April 2019

Im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH hat das Hagener Amtsgericht am Montag (8.4.2019) die Anordnung der Eigenverwaltung aufgehoben. Zuständig ist jetzt allein der Insolvenzverwalter, zu dem das Gericht den Hagener Rechtsanwalt Thorsten Klepper bestellte.

Forderungen sind ab sofort beim Insolvenzverwalter anzumelden. Hierunter dürften vor allem Druckereirechnungen aus dem Druckzentrum Bathey fallen, das den Wochenkurier produziert und zum Herrschaftsbereich der Funke-Mediengruppe (u.a. WPWR und Radio Hagen) gehört.

Personen, die Verpflichtungen gegenüber der Schuldnerin haben, werden aufgefordert, nicht mehr an die Schuldnerin zu leisten, sondern an den Insolvenzverwalter. Das wird wohl in erster Linie die Anzeigenkunden betreffen.

Nach der letzten veröffentlichten Bilanz der Wochenkurier Verlagsgesellschaft zum 31.12.2017 belief sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag auf 251.605,31 Euro. Die Klippe naht.

KB Schmiedetechnik insolvent

5. April 2019

Über das Vermögen der KB Schmiedetechnik GmbH, Buschmühlenstr. 62, 58093 Hagen, hat das Amtsgericht Hagen wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren eröffnet.

Das Gericht ordnete Eigenverwaltung an. Das bedeutet, dass die Schuldnerin berechtigt ist, unter der Aufsicht eines Sachwalters die Insolvenzmasse zu verwalten und über sie zu verfügen. Zum Sachwalter wurde der Dortmunder Rechtsanwalt Dr. Markus Wischemeyer ernannt.

Im Jahr 2003 übernahm die KB Schmiedetechnik als Nachfolgegesellschaft die Knippschild & Beckmann GmbH (1906-2002). Betroffen sind etwa 110 Beschäftigte.

Kein Rederecht für TWB-Arbeiter bei Mai-Kundgebung in Hagen

4. April 2019

Die gekündigten Arbeiter des Automobilzulieferers TWB dürfen am 1. Mai im Volkspark nicht ans Mikrofon. Die Arbeiter sind wütend. (…)

Stefan Marx, Geschäftsführer der DGB-Region Mark-Ruhr, hat sich bislang noch gar nicht öffentlich zum Schicksal der TWB-Arbeiter geäußert. Er hat den TWB-Kollegen geantwortet, dass der 1. Mai der Tag der Gewerkschaften sei, die mit ihren Ausschüssen bestimmen würden, wer reden dürfe und wer nicht. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Stefan Marx hat es nach seinem Amtsantritt im Dezember 2016 innerhalb kürzester Zeit geschafft, den Hagener DGB aus der öffentlichen Wahrnehmung zu entfernen. Was sein Vorgänger Jochen Marquardt in jahrelanger Kleinarbeit aufgebaut hatte, nämlich auch eine gewerkschaftliche Stimme in der Stadt vernehmbar zu machen, hat Marx einfach mit der Abrissbirne beseitigt.

So passt es auch perfekt ins Bild, dass er sich bisher noch nicht einmal zu einer ureigenen Angelegenheit gewerkschaftlicher Arbeit, in diesem Fall einer Massenentlassung, geäußert hat. Seine ganze Hybris entfaltet der Funktionär, wenn er den Tag der Arbeit dreist in Beschlag nimmt und zum „Tag der Gewerkschaften“ umfunktioniert.  Leute wie Marx nützen weder den Gewerkschaften noch den Beschäftigten, die sie – nach eigenen Angaben wenigstens – vertreten wollen. Der Mann muss einfach nur noch weg.

Endzeitstimmung bei TWB in Hagen

3. April 2019

Keine Lieferungen an Volkswagen mehr

Jetzt war der lange gefürchtete Tag da: seit Montag (01.04.2019) liefert das Werk von Prevent TWB in Hagen keine Metallteile mehr an den Volkswagen-Konzern.

Der über Jahrzehnte wichtigste Kunde ist damit weg. Rund 280 Mitarbeiter hatten bereits vor einigen Wochen deswegen die Kündigung erhalten.

Obwohl es nichts mehr zu produzieren gibt, hat TWB die Mitarbeiter mit längeren Kündigungsfristen zunächst nicht freigestellt. Alle Beschäftigten wurden angewiesen zur Schicht zu erscheinen.

Sie sollten die stillgelegten Maschinen warten und die Hallen aufräumen, heißt es. Das empfinden einige als Provokation. Selbst die Kantine ist bereits geschlossen. (…)

Quelle: WDR

Dazu:

169 Klagen: Gericht mit TWB-Verfahren total ausgelastet

Die in den letzten Wochen zahlreich durchgeführten Gütetermine vor allen fünf Kammern des Arbeitsgerichts sind zum allergrößten Teil erfolglos verlaufen. Im Auftrag des Automobilzulieferers kam stets eine knallharte Anwältin aus Berlin angereist und, wenn diese mal verhindert war, eine ebenso knallharte Kollegin aus der Düsseldorfer Kanzlei. (…)

Quelle: wp.de

Prekäre Arbeitswelten

22. März 2019

Veranstaltung fällt aus!

Vortrag und Diskussion mit Stefan Dietl, Autor des Buches „Prekäre Arbeitswelten – Vom digitalen Tagelöhner bis zur Generation Praktikum“

Di., 26.03.2019, 19:00 Uhr, Kulturzentrum Pelmke

Leiharbeit, Werkverträge, Minijobs, Befristungen – fast 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten inzwischen in diesen oder anderen prekären Arbeitsverhältnissen. Für die Betroffenen heißt das häufig niedrige Löhne, geringe soziale Absicherung und ständige Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes.

Seit die Agenda 2010 die Grundlage für den anhaltenden Boom prekärer Beschäftigung legte, stieg jedoch nicht nur die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer kontinuierlich an, es entstanden auch immer neue Formen der Prekarität. Gerade durch die technischen Neuerungen der Internetökonomie ergeben sich für Unternehmen neue Möglichkeiten des Lohndumpings und der Umgehung gesetzlicher und tariflicher Rahmenbedingungen.

In seinem Vortrag widmet sich Stefan Dietl daher insbesondere prekären Beschäftigungsformen im digitalen Zeitalter wie dem »crowdworking« oder der »Gig-Work«. Er nimmt jedoch auch anderen bisher wenig beachtete atypische Beschäftigungsverhältnisse wie der Arbeit auf Abruf oder der Ausbeutung von Wanderarbeitern unter die Lupe und gibt einen Einblick in die aktuellsten Entwicklungen der bereits seit Längerem in Deutschland etablierten Formen prekärer Arbeit wie der Leiharbeit, Minijobs, Befristungen oder Praktika und beschreibt deren Ausweitung auf immer mehr Arbeitsbereiche.

Aus der Reihe „Gegen den Strom“.

Hagener Krankenhaus investiert 45 Millionen in seine Zukunft

20. März 2019

Durch erhebliche bauliche Veränderungen wird das Agaplesion Allgemeine Krankenhaus (AKH) in den nächsten fünf Jahren sein Gesicht verändern. (…)

Quelle: wp.de

Keine Firma gibt Angebot für Rathaussanierung in Hagen ab

20. März 2019

Die geplante Sanierung des Hagener Verwaltungshochhauses gerät ins Stocken. Bislang hat keine Firma ein Angebot für den Auftrag abgegeben. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Wirtschaft hat’s nicht nötig – aber immer jammern: die Steuerbelastung, die Bürokratie etc. pp. Und im Bedarfsfall dreist Subventionen einfordern.

Der Grundstücksverkauf am Quambusch beginnt frühestens 2020

20. März 2019

Die geplante Bebauung des ehemaligen Sportplatzes am Quambusch wird sich absehbar mindestens noch zwei weitere Jahre hinziehen. Das geht aus einem Sachstandsbericht der Hagener Bauverwaltung hervor, der in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Haspe vorgelegt wurde. (…)

Quelle: wp.de

Kersting schließt Ende März

17. März 2019

Buchhandlung gibt nach 130 Jahren auf

Für Generationen von Schülern und Studenten war Kersting die Quelle ihrer Wahl für den notwendigen Lesestoff. Dort erwarben sie nicht nur die Schulbücher und die Literatur fürs Studium. Jetzt gibt die Hagener Traditionsbuchhandlung ihren letzten verbliebenen Standort in Hagen-Emst auf.

Gegründet wurde die Buchhandlung 1887 in Eilpe, aber schon 1896 wurde der Laden in die Bergstraße 78 verlegt. Dort, gegenüber des Fichte-Gymnasiums, residierte über Jahrzehnte der Stammsitz der Kerstings. Später kamen Filialen in der Voerder Straße in Haspe, in der Badstraße gegenüber der Ricarda-Huch-Schule und an der oberen Haldener Straße in unmittelbarer Nachbarschaft der Fachhochschule Hagen dazu.

Der Niedergang begann mit der Ausbreitung des Marktradikalismus. Plötzlich mussten Schulbuchaufträge europaweit ausgeschrieben werden und damit brach das „Brot- und Buttergeschäft“ weg. Zwar besteht in Deutschland glücklicherweise noch die Buchpreisbindung, aber z.B. über Freiexemplare und Rabatte für Großeinkäufer konnten sich kapitalkräftige Buchhandelsunternehmen Vorteile verschaffen, die örtliche inhabergeführte Buchhändler nicht mehr auffangen konnten.

Dazu kamen die Abwicklungen der Pädagogischen Hochschule und der Fachhochschule Hagen. Die einzelnen Standorte wurden in der Folge geschlossen und ein neuer Laden in der Hohenzollernstraße eröffnet, der allerdings von Anfang an einen schweren Stand hatte, um sich gegenüber der Konzernkonkurrenz (heute: Thalia) zu behaupten.

2011 verlegte Kersting dann dieses einzig verbliebene Geschäft nach Emst. Auch dort ist jetzt Schluss, wie Kersting es – ausgerechnet – über Fuckbook mitteilte. Man hatte sich zuletzt offenbar noch etwas davon versprochen, auch die asozialen Medien zu nutzen. Ein Irrtum.

TWB-Prevent unterliegt erneut vor Gericht gegen VW

1. März 2019

Das Landgericht Dortmund hat erneut eine Klage des Automobilzulieferers TWB-Prevent gegen VW zurückgewiesen. Leidtragende sind die Beschäftigten. (…)

Sogar der örtliche Vertreter der Industriegewerkschaft Metall ist bei der Belegschaft in Ungnade gefallen, weil sie sich von der Gewerkschaft nicht angemessen in der Auseinandersetzung mit der Geschäftsführung unterstützt fühlt. Nachdem die IG Metall in 2018 einige Neumitglieder geworben hatte, sei nicht mehr viel passiert. (…)

Quelle: wp.de

Kein Baumwipfelpfad in Hagen

25. Februar 2019

Das Baumwipfelpfad-Projekt im Hagener Stadtwald ist gestorben. Die „Forest-Adventures“-Investoren-Gesellschaft aus dem Taunus hat der Stadt jetzt mitgeteilt: „Wir haben uns Anfang des Monats dafür entschieden, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.“ (…)

Quelle: wr.de

Anmerkung: Ende gut, alles gut.

Block 1 Wehringhausen: GWG-Chef wirbt für Abriss und Neubau

20. Februar 2019

Kurz vor der Entscheidung im Rat Hagen wirbt GWG-Chef Rehrmann für seine Pläne: Das Quartier brauche den Abriss der 130 Wohnungen und den Neubau. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Am Donnerstag wird man sehen, welche Teile des Rats sich diesen im Gutsherrnton vorgetragenen Behauptungen, Forderungen und Drohungen („aus einer Verärgerung heraus gesprochen“) unterwerfen.

Schleichende Remondisierung

19. Februar 2019

Neben Enervie und Hagener Entsorgungsbetrieb ist die Rethmann-Gruppe jetzt auch beim heimischen Busverkehr im Geschäft

„Müllriese im Kaufrausch“ titelte das Handelsblatt bereits im Oktober des vergangenen Jahres. Jetzt sind die Verträge unter Dach und Fach: Die Rethmann-Gruppe übernimmt 34 Prozent des französischen Verkehrsunternehmens Transdev.

Transdev? Nie gehört? Nun, diesem Unternehmen gehört die Mehrheit von Habus, einer Firma, die einen großen Teil des Hagener Busverkehrs abwickelt. Die stadteigene Hagener Straßenbahn AG ist mit 49 Prozent nur Minderheitsgesellschafterin bei Habus.

Damit hat es die Rethmann-Gruppe, zu der auch Remondis gehört, in nur vier Jahren geschafft, in bereits drei zentralen Bereichen der Daseinsvorsorge in Hagen den Fuß in die Tür zu stellen: Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung und ÖPNV.

Der Einstieg erfolgte 2014. Damals bot der Energieriese RWE seine Anteile (19,06 Prozent) am regionalen Versorger ENERVIE zum Kauf an. Eine Rekommunalisierung wäre mit dem Erwerb der RWE-Anteile durch die Stadt Hagen möglich gewesen, aber eine Ratsmehrheit lehnte den Kauf mit 38 zu 17 Stimmen ab. Damit war die Rethmann-Firma Remondis am Zug. Der damalige Oberbürgermeister Jörg Dehm hatte zuvor in einem Zeitungsinterview vor „mehr Risiko“ einer Rekommunalisierung gewarnt.

Dabei hatte schon ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten darauf hingewiesen, dass die Offerte von Remondis zweifellos ein „strategischer“ Preis sei, um den Fuß in die Tür zu bekommen. Die Gutachter kamen nach ihrer Einschätzung bei der Wertermittlung zu wesentlich geringeren Beträgen, die teilweise sogar unter Null lagen.

Dessen ungeachtet verzichtete die Stadt per Ratsbeschluss auf das ihr zustehende Vorkaufsrecht und speiste das Publikum mit der Ergänzung ab, der private 19,06-Prozent-Anteil werde auf keinen Fall erhöht. Was von solchen Behauptungen zu halten ist, auch wenn sie in Ratsentscheidungen gekleidet sind, sieht man daran, dass vier Jahre zuvor der Rat (einstimmig!) beschlossen hatte, ENERVIE zu rekommunalisieren, sobald sich die Gelegenheit böte. Das spielte jetzt keine Rolle mehr, und so wird es im Zweifelsfall auch der angeblichen 19,06-Prozent-Grenze ergehen.

Remondis übernahm also die RWE-Anteile an ENERVIE und war damit auch am Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) und dessen Schwester HUI beteiligt, da ENERVIE an beiden Betrieben je 29 Prozent der Anteile hält. Der Westen berichtete im Mai 2016: „Die Remondis-Gruppe (…) hat bislang keinen Hehl daraus gemacht, dass es für sie von hohem unternehmerischen Interesse sei, sich auf dem Hagener Müllmarkt partnerschaftlich und mit unternehmerischen Know-how einzubringen.“

Auch der im Ennepe-Ruhr-Kreis ansässige Entsorger AHE, der seit Jahresanfang in Hagen die gelben Säcke einsammelt, gehört zu 50 Prozent bereits Remondis. Der Müllriese aus Lünen rückt allenthalben näher. Nun also der Zugriff auf den Hagener ÖPNV.

Ludger Rethmann, Vorstandsmitglied der RETHMANN-Gruppe und Mitglied der Eigentümerfamilie, lobte die Übernahme von 34 Prozent der Transdev-Anteile in schönster Unternehmer-Prosa: „Wir freuen uns, gemeinsam die positive Entwicklung von Transdev innerhalb der Verkehrs- und Mobilitätsbranche weiter voranzutreiben. Dabei werden wir unser über viele Jahre angesammeltes Wissen über unsere Kunden ebenso einbringen wie unsere Erfahrung mit Public Private Partnerships und uns gerne der Herausforderung stellen, eine integrativere und nachhaltigere Mobilität zu gewährleisten.“

Wie die aussieht, lässt sich momentan bei der Transdev-Tochter NordWestBahn beobachten, die im Bereich des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) sechs RE- und RB-Linien betreibt. Wegen seit Wochen anhaltender für die Fahrgäste untragbarer Qualitätsprobleme und Zugausfällen sah sich der VRR Ende Januar veranlasst, die NordWestBahn abzumahnen.

Der VRR erklärte dazu:Die NordWestBahn konnte die Betriebsstabilität und damit die Betriebsqualität allerdings nicht verbessern. Der Personalmangel verschärfte die Situation seit Dezember 2018 zusätzlich. Auch der unzureichend eingerichtete Schienenersatzverkehr mit Bussen konnte keinen adäquaten Ersatz bieten. Zudem wurden die Fahrgäste nicht ausreichend über Ausfälle informiert.“

Daher belegt der VRR die NordWestBahn für jede einzelne nicht vertragsgerecht erbrachte Zugfahrt weiterhin mit Sanktionen, die für das Unternehmen empfindliche finanzielle Einbußen bedeuten.

100 Mitarbeiter demonstrieren erneut vor TWB-Werk in Hagen

19. Februar 2019

Die Stimmung im TWB-Werk ist weiterhin extrem belastet. Die Mitarbeiter demonstrieren vor der Firma für ihre Zukunft. (…)

Quelle: wp.de

Volker Ruff wird neuer Chef der Hagener Wirtschaftsförderung

14. Februar 2019

Der Nachfolger von Michael Ellinghaus, Geschäftsführer der Hagen-Agentur, ist gefunden: Volker Ruff (48) ist Wirtschaftsförderer im Kreis Soest. (…)

Jetzt muss – nach entsprechendem Votum des Rates – am 27. Februar lediglich noch die Gesellschafterversammlung der Hagen-Agentur (Carl Bechem GmbH, Einzelhandelsverband Südwestfalen, HFS Hagener Feinblech Service GmbH, Kreishandwerkerschaft Hagen, Mark-E, Märkische Bank, SIHK, Sparkasse Hagen/Herdecke, Stadt Hagen, Unternehmerverein Hagen, Wehberg & Partner GbR, Wisnet) dieser Personalie zustimmen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Stadt Hagen ist an der Hagen-Agentur gerade einmal zur Hälfte beteiligt (genau mit 50,08 Prozent), trägt aber bis zu einer Obergrenze von 1,5 Millionen Euro allein die gesamten Verluste – im Gesellschaftervertrag kaschiert als „Betriebskostenzuschuss“. Die restlichen oben aufgeführten Gesellschafter gehen keinerlei Risiko ein, dürfen aber mitentscheiden und fordern kräftig ihre Partikularinteressen ein (z.B. großflächige Gewerbegebiete auch auf dafür nicht geeigneten Flächen).

TWB in Hagen – IG-Metall reagiert auf Mitarbeiter-Vorwürfe

14. Februar 2019

Die Gewerkschaft IG Metall nimmt Stellung zu den Vorkommnissen bei TWB, wo 290 Mitarbeiter die Kündigung erhalten haben. (…)

Quelle: wp.de

TWB-Mitarbeiter in Hagen weiter vor unsicherer Zukunft

13. Februar 2019

Am Montag (11.02.2019) haben sie wieder protestiert. Mitten in der Hagener Innenstadt: die Arbeiter von Prevent TWB. 280 von ihnen haben kürzlich die Kündigung bekommen. (…)

Quelle: WDR

Anmerkung: Im Beitrag des WDR ist auch ein Video enthalten, verfügbar bis 12.02.2020.

Böhfeld in Hagen steht nicht zum Verkauf für Gewerbe bereit

11. Februar 2019

Dass die 30 Hektar Wiesen am Böhfeld für Gewerbeflächen zur Verfügung stehen, erscheint äußerst fraglich. Die Besitzer möchten nicht verkaufen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Planungen werden vorangetrieben, ohne dass klar ist, ob die Eigentümer überhaupt, und wenn ja, unter welchen Bedingungen verkaufen wollen. Das betrifft nicht nur das Böhfeld.

Haßley: Verkaufsabsicht unbekannt
Röhrenspring: Verkaufsabsicht unbekannt
Gut Herbeck: Mit hohen Preisvorstellungen verkaufsbereit

Dazu siehe auch:

Flächenpolitik als regionales Projekt

SPD-Ratsherr Dietmar Thieser plädiert bereits seit Jahren dafür, die Ausweisung von attraktiven Gewerbeflächen künftig gemeinsam mit dem EN- und dem MK-Kreis im Rahmen einer gemeinsamen Wirtschaftsförderung mit nur einem Geschäftsführer als regionale Aufgabe voranzutreiben. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Ausnahmsweise mal eine, nein sogar zwei vernünftige Ideen Thiesers. Denn auf diese Art und Weise ließe sich nicht nur eine realitätsbezogene Flächenpolitik realisieren, sondern gleichzeitig auch das Problem Hagen-Agentur/Ellinghaus lösen.

Stellenabbau bei der Funke-Mediengruppe

10. Februar 2019

Stellungnahme der NRW-Betriebsräte

Nach Bekanntwerden der neuen Streichpläne bei der Funke-Mediengruppe haben die Betriebsräte der Funke-Tageszeitungen in NRW eine Stellungnahme veröffentlicht. Sie gehen allein in NRW von einem Stellenabbau von knapp 300 Stellen aus.

Dazu gehören nach Informationen der Arbeitnehmervertreter allein 120 Kolleginnen und Kollegen aus dem Anzeigenbereich, 40 Drucker (der Druckstandort Essen wird geschlossen), die Hälfte der bislang 46 Volontäre, zehn Mediengestalter, zwei Onliner sowie knapp 40 Redakteure. 14 davon sollen es bei der WAZ sein, 14,5 bei der WP sowie eine bislang noch nicht konkret benannte Zahl bei der NRZ. Auch bei den Sekretariaten aller NRW-Titel soll gespart werden. Noch ist unklar, wie viele Kolleginnen und Kollegen es hier treffen wird.

Geschlossen werden sollen auch 21 der 26 Geschäftsstellen in NRW, was aus Sicht der Betriebsräte einen riesigen Imageschaden in der Leserschaft anrichten und zudem in den Redaktionen zu erheblicher Mehrarbeit führen wird.

Wirtschaftsfachleute aus Hagen kritisieren Bezirksregierung

9. Februar 2019

SIHK und Hagen-Agentur üben herbe Kritik an der Bezirksregierung Arnsberg. Die Behörde hatte erklärt, das Böhfeld sei für Industrie ungeeignet. (…)

Quelle: wp.de

TWB in Hagen – Sabotage-Vorwurf gegen eigene Mitarbeiter

9. Februar 2019

Nun äußert sich erstmals die Geschäftsführung des angeschlagenen Automobil-Zulieferers TWB. Sie sei enttäuscht vom Verhalten der Mitarbeiter. (…)

Quelle: wp.de

Erneut Kahlschlag in der Presselandschaft

8. Februar 2019

DJV: Funke Mediengruppe handelt immer noch ohne Zukunftsstrategie

Die Position als führender Publisher von Regional- und Lokalmedien stärken und ausbauen – das möchte die Funke Mediengruppe mit ihrem Zukunftsprogramm FUNKE 2022 erreichen. So teilt es der ehemals als WAZ-Konzern bekannte Verlag mit. In Hagen zählen zum Funke-Imperium die Westfalenpost, die redaktionslose und im Lokalteil mit der WP textidentische Westfälische Rundschau, Radio Hagen und der Stadtanzeiger samt seinem Internet-Auftritt Lokalkompass.

„Mehr denn je brauchen wir guten, verlässlichen Regional- und Lokaljournalismus. Wir dürfen uns aber nichts vormachen, seine Zukunft ist extrem gefährdet“, sagt Ove Saffe, für das Zeitungsgeschäft verantwortlicher Geschäftsführer.

Und wie schafft man „guten, verlässlichen Regional- und Lokaljournalismus“? Nach Funke-Logik indem Stellen abgebaut werden.

So müsse in Nordrhein-Westfalen die Ausgabe der Westfalenpost in Warstein eingestellt werden; sie sei trotz großer Anstrengungen seit Jahren schon nicht mehr wirtschaftlich zu führen.

Aufgrund der strukturell rückläufigen Tageszeitungsauflagen seien die beiden NRW-Druckereien in Essen und Hagen jeweils nur noch etwa zur Hälfte ausgelastet. Deswegen ist geplant, die Druckaktivitäten an dem größeren Standort Hagen zusammenzuführen.

„Dahinter steckt blinde Profitgier. Um ihre Renditeziele zu erreichen, werden reihenweise Menschen auf die Straße gesetzt. Der Schein des Aufbruchs in Wertschätzung der Mitarbeiter durch die Geschäftsführung  in der neuen Firmenzentrale in Essen trügt.“ Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes NRW (DJV-NRW) Frank Stach hat die Geschäftsführung der Funke Mediengruppe mit scharfen Worten für die Abbaupläne kritisiert.

Das von der Funke Mediengruppe vorgelegte Sparprogramm sieht nach gut informierten Kreisen vor, in NRW erneut 10 Prozent der Stellen an den drei Funke Titeln in NRW einzusparen.

„Damit setzt der Konzern die alte, verhängnisvolle Politik des Personalabbaus fort, die bereits hunderte Arbeitsplätze gekostet hat“, betont DJV-NRW Geschäftsführer Volkmar Kah. Die Konzentration auf Sparmaßnahmen als Geschäftsmodell konterkariert Funkes Anspruch, sich im digitalen Zukunftsmarkt einen guten Platz zu sichern. „Der kontinuierliche Abbau der Belegschaft und der Aufbau neuer, personalintensiver Online- Projekte schließen sich gegenseitig aus.“

„Wir erkennen, dass das Print-Geschäftsfeld weniger profitabel geworden ist“, so Kah. Die Funke Manager handeln jedoch ohne Konzept. Weiterer Personalabbau sei keine Lösung. Funke müsse jetzt schnell die angekündigte Neuausrichtung auf digitale Medien umsetzen. „Dieses Ziel kann nur mit einer ausreichenden Zahl an hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreicht werden. Der Stellenplan der Funke Mediengruppe ist aber schon jetzt auf Kante genäht, die Redaktionen sind am Limit.“

Kah fordert die Gesellschafter und Geschäftsführer der Funke Mediengruppe auf, ihrer sozialen Verpflichtung gerecht zu werden und dafür Sorge zu tragen, dass der angekündigte Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgt.

Die Funke Mediengruppe hatte bereits 2008 ca. 300 von 900 redaktionellen Stellen in NRW abgebaut, 2013 wurden alle 120 Stellen der Westfälischen Rundschau gestrichen. Die Westfälische Rundschau rangiert seitdem in der Kategorie „Zombie-Blätter“, d.h. eine Zeitung ohne eigene Redaktion. Während die Mediengruppe am Personal spart, kauft sie fleißig weitere Zeitungen und Zeitschriften ein, alleine 2013 für insgesamt 920 Millionen Euro. Weitere Käufe sind aktuell angekündigt.

Kurioses am Rande: Das Hagener Anzeigenblatt Wochenkurier kommentierte die Ankündigungen der Funke-Gruppe mit dem Satz: „Vor dem Hintergrund dieser Funke-Maßnahmen ist es umso wichtiger, dass vor Ort konzernunabhängige Blätter erhalten bleiben.“ Damit meint der Wochenkurier offenbar sich selbst. Pech nur, dass aller Wahrscheinlichkeit nach sein letztes Stündlein geschlagen hat.

Am Montag hatte das Amtsgericht Hagen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH bekannt gegeben – um genau 12:56 Uhr, wie das Gericht akribisch vermerkte. Im Gläubigerausschuss sitzt u.a. die Druckzentrum Hagen GmbH. Dahinter verbirgt sich die Hagener Druckerei der Funke-Mediengruppe.

Prevent TWB: Gutachter soll wirtschaftliche Situation prüfen

7. Februar 2019

Die Situation beim Autozulieferer Prevent TWB in Hagen spitzt sich zu. Der Betriebsrat wird dem ausgehandelten Sozialplan nicht zustimmen, da große Teile der Belegschaft die angebotene Transfergesellschaft ablehnen. Sie fordern stattdessen Abfindungen. Am Mittwoch (06.02.2019) hat sich die neutrale Einigungsstelle erneut getroffen, aber keine Entscheidung gefällt. Jetzt soll ein Gutachter die wirtschaftliche Situation des Unternehmens prüfen.

Der Vorsitzende der Einigungsstelle will wissen, ob es TWB finanziell wirklich so schlecht geht, dass kein Geld für Abfindungen da ist. Der Betriebrat glaubt, dass das Unternehmen sich durch Tricks „arm“ rechne. In vier Wochen soll das nächste Krisentreffen stattfinden. (…)

Quelle: WDR

„TWB-Mitarbeiter in Hagen fühlen sich nicht respektiert“

6. Februar 2019

Der Münchener Arbeitsrechtler Hans Joachim Pfitzner beklagt eine entwürdigende Behandlung der TWB-Belegschaft. Er hofft auf einen Sozialplan. (…)

Quelle: wp.de

„Jens Mütze ist ein Verräter“

5. Februar 2019

TWB-Kollegen demonstrieren vor dem Gewerkschaftshaus

Von der Entlassung bedrohte Mitarbeiter des Hagener Autozulieferers TWB-Prevent haben sich gestern in der Innenstadt zu einer Demonstration zusammengefunden. Dabei ging es auch zum Gewerkschaftshaus in der Körnerstraße.

Der Unmut der TWB-Kollegen richtet sich nicht nur gegen die Geschäftsleitung von TWB, sondern auch gegen den Hagener IG-Metall-Chef Jens Mütze. Der hatte eine aus Geldern der Arbeitsverwaltung finanzierte Transfergesellschaft, die „gut ausgestattet“ sei, als „Kompromiss“ präsentiert.

Die von Arbeitslosigkeit bedrohten Kollegen hatten auf eine Abfindung gehofft. Mütze dagegen vertrat die Einschätzung, mehr sei bei TWB-Prevent nicht herauszuholen. Die Beschäftigten konterten bei ihrer Demonstration vor dem Gewerkschaftshaus mit einem Pappschild: „Jens Mütze ist ein Verräter“

Zum gesamten TWB-Problem ist vom DGB-Stadtverbands-Vorsitzenden Stefan Marx derweil nichts zu hören. Seit dessen Inthronisierung ist der Hagener DGB von einem schleichenden Niedergang befallen. Hatte sich sein Vorgänger Jochen Marquardt noch laufend engagiert in die Probleme der Stadtgesellschaft eingemischt, dümpelt sein Nachfolger auf Tauchstation.

So mancher wünscht sich schon lange einen Jochen Marquardt zurück. Dieser Wunsch wird leider unerfüllt bleiben.


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