Archive for the ‘02 Wirtschaft Hagen’ Category

Marco Boksteen verlässt nach zehn Jahren die HGW

24. September 2021

Dr. Marco Boksteen, alleiniger Geschäftsführer der Hagener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (HGW), wird Mitte Februar aus der Leitung des Unternehmens in Hagen ausscheiden. (…)

Wohin es ihn zieht, wollte oder konnte der 41-jährige Jurist, der auch Gesellschafter einer Immobilienfirma ist, noch nicht verraten: „Mal schauen, was sich ergibt.“ (…)

Quelle: wp.de

DGB Gewerkschaften haben in Hagen gewählt

20. September 2021

Die Gewerkschaften in Hagen haben gewählt. In der konstituierenden Sitzung des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften wurde Stefan Marx (DGB) einstimmig für weitere vier Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde Detlef Steinbach (ver.di) ebenfalls einstimmig gewählt.

Das Team an der Spitze des DGB wird ergänzt durch weitere Mitglieder aus den Gewerkschaften in Hagen: Günther Zollmann und Thorsten Hörnich (IG BAU), Anke Rudat und Sven Schnigge (IG BCE), Jörg Studberg und Oliver Günther (EVG), Kay Selent und Waltraut Miebs (GEW), Jens Rabe und Carsten Wiemers (GdP), Kevin Schmitz und Uwe Hommelsheim (IG Metall) sowie Bettina Schwerdt (ver.di).

In seinem Geschäftsbericht machte Stefan Marx deutlich, dass der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften in der Gesellschaft und der Wirtschaft in Hagen fest verankert sind: „Wir sprechen mit allen. Wir bringen unterschiedliche Gruppen und Interessen zusammen. Wir machen in Hagen das, was wir gewerkschaftsintern am besten können: Gemeinsamkeiten ausloten statt Differenzen suchen.“ Eine Ausnahme sieht Stefan Marx nur bei Rechtspopulisten und Rassisten: „Da gibt es keine Gemeinsamkeit, die man ausloten kann.“

Im Rahmen der Konstituierung, die alle vier Jahre stattfindet, haben sich die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter intensiv mit der anstehenden Bundestagswahl beschäftigt und einen Wahl-Aufruf beschlossen. Darin unterstützt der neu gewählte Vorstand die Kampagne „Bundestag Nazifrei“ und ruft seine Mitglieder dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, aber keine Rechtspopulisten und/oder Rassisten zu wählen.

Weitere Informationen: www.bundestag-nazifrei.de

„Fehlendes Vertrauen, nicht erkennbare Perspektiven“

6. September 2021

Sinn: Jetzt verlassen zwei prominente Mitglieder den Beirat

Mit uns nicht mehr: Rund einen Monat nach dem plötzlichen Führungswechsel bei Sinn verlassen zwei prominente Mitglieder den Beirat des Hagener Multilabelhändlers: Klaus Striebich, viele Jahre Geschäftsführer Vermietung beim Shopping Center-Unternehmens ECE, und Horst Meißel, einer der Gründer des Warenkreditversicherers Eurodelkredere. Das bestätigten beide der TW auf Anfrage. (…)

Quelle: Textilwirtschaft (Bezahlschranke)

20-Millionen-Invest in alte Schraubenfabrik

3. September 2021

Die alte Hagener „Schraubenfabrik“ ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Das soll sich ändern: Investoren haben große Pläne für die Immobilie. (…)

„Mit etwas Vorstellungskraft hat dieser Standort aber echtes Potenzial“, sagt Dr. Thomas Schmidt-Hansen.

Er hat das zentral gelegene Gebäude in unmittelbarer Bahnhofsnähe 2017 übernommen – und will hier gemeinsam mit einigen Investoren ein 20-Millionen-Euro-Projekt realisieren. Entstehen sollen neben einem Gesundheitscampus, einem Restaurant und Luxus-Apartments unter anderem auch neue Büroräume. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

12.003 Frauen und Männer suchen in Hagen einen Job

1. September 2021

Mehr als 12.000 Hagener suchen aktuell einen Arbeitsplatz. Die Quote liegt mit 11,8 Prozent deutlich über dem Bundes- und Landesschnitt. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die tatsächliche Höhe der Arbeitslosigkeit ergibt sich aus der Zahl der Unterbeschäftigten, die die Arbeitsagentur auch regelmäßig veröffentlicht, von den Medien in der Regel aber nicht genannt wird – wie auch hier. Die Unterbeschäftigungsquote betrug im August in Hagen 14,2 Prozent, das entspricht 14.726 Personen.

Capitol-Chef geht gegen PCR-Test für Ungeimpfte vor

1. September 2021

Disko-Betreiber Mike Henning aus Hagen wehrt sich gegen die PCR-Test-Pflicht für Ungeimpfte in Clubs. Entscheiden muss das Oberverwaltungsgericht. (…)

Für Kläger Henning geht es vor allem ums Prinzip. „Das ist überhaupt nicht zu Ende gedacht worden“, sagt der Hagener Disko-Chef. (…) „Dazu kommt in unserem Fall noch, dass wir jeden Gast – auch die Geimpften – schnelltesten. Das bleibt für mich auch der sicherste Weg, um für alle Gäste einen Rahmen zu schaffen, in dem sie sich sicher fühlen können.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Und für Henning der sicherste Weg, mit Schnelltests in seinen eigenen Teststationen Staatsknete abzugreifen.

Macht das Sinn?

13. August 2021

Über die Turbulenzen beim Filialisten Sinn

Beim Multilabel-Händler Sinn aus Hagen wackeln die Wände. Zum ungünstigsten Zeitpunkt. Ein Kommentar von TW-Chefkorrespondent Hagen Seidel.

Ist das Dallas, ist es Denver? Nein, es ist Hagen. Was sich aktuell bei Sinn abspielt, erinnert ein wenig an die beiden US-Kultserien der 80er Jahre. (…)

Quelle: Textilwirtschaft (Bezahlschranke)

Nächster Paukenschlag in Hagen

12. August 2021

Einkaufschefin Susanne Straus verlässt Sinn

Bei Sinn in Hagen geht es jetzt Schlag auf Schlag: Die langjährige Einkaufschefin Susanne Straus hat gekündigt. Im Gespräch mit der TW bestätigte sie entsprechende Informationen aus Unternehmenskreisen.

Am Donnerstag vergangener Woche waren Sinn-Geschäftsführer Torsten Altenscheidt sowie Friedrich-Wilhelm Göbel überraschend entlassen worden. (…)

Quelle: Textilwirtschaft (Bezahlschranke)

Bahn beliefert Walzwerke im Notbetrieb

12. August 2021

Seit dieser Woche werden Walzwerke in Hohenlimburg wieder mit Vormaterial per Schiene beliefert – im Ausnahmebetrieb. (…)

Derzeit hoffe man, bis zum Herbst die Reparaturen soweit erledigt zu haben, dass die Ruhr-Sieg-Strecke wieder im Normalbetrieb mit Personenzügen befahren werden kann. Bis dahin werden wohl nur Baumaschinen und täglich ein paar Güterzüge über die Gleise im Bezirk rollen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Thomas Lorenzen ist neuer Sinn-Chef

7. August 2021

Eklat bei Sinn: Göbel und Geschäftsführer Altenscheidt müssen gehen

Die Modekette Sinn in Hagen hat sich von der Unternehmensführung getrennt – also von Friedrich-Wilhelm Göbel und von Geschäftsführer Torsten Altenscheidt. Das hat die TW exklusiv aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfahren. Göbel bestätigt auf Anfrage in einer kurzen Stellungnahme: „Die Geschäftsführung der Sinn hat gewechselt. Ich bin aktuell nicht mehr für Sinn tätig.“ Der Schritt könnte auch einen privaten Hintergrund haben. (…)

Quelle: Textilwirtschaft (Bezahlschranke)

Dazu:

Göbel will um Sinn-Anteile kämpfen

Er sei nach seiner plötzlichen Entlassung bei der Modekette Sinn „noch vollkommen konsterniert“, sagte Friedrich-Wilhelm Göbel der TW. Ihm und Geschäftsführer Torsten Altenscheidt war beim Hagener Unternehmen am Donnerstag gekündigt worden. Die Anteile an der Sinn-Eigentümerin SLE Erwerbs- und Beteiligungs GmbH hält Isabella Göbel – die geschiedene Frau von Friedrich-Wilhelm Göbel. Sie wollte sich bislang zur Neuordnung ihres Unternehmens auf TW-Anfrage nicht äußern. (…)

Quelle: Textilwirtschaft (Bezahlschranke)

„Hart getroffen“

5. August 2021

SIHK schätzt Hochwasserschaden auf mindestens 1,4 Mrd. Euro

Am Mittwoch haben sich vom Hochwasser betroffene Unternehmen mit Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, in der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) zu den wirtschaftlichen Folgen der Flutkatastrophe ausgetauscht.

SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat hob hervor, dass das Unwetter hat die heimische Industrieregion „hart getroffen“ habe: „Wir gehen derzeit von mindestens 2.000 unmittelbar betroffenen Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis, im Märkischen Kreis und in Hagen aus. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der unmittelbare Schaden an diesen Unternehmen auf mindestens 1,4 Milliarden Euro.“

Dazu kämen kurz- und langfristige mittelbare Schäden, zum Beispiel in der Infrastruktur und der Versorgung mit Strom, die mindestens wochenlange, wenn nicht monatelange Betriebs- und Produktionsausfälle befürchten lassen. Jetzt drohten Lieferketten in der Region zu reißen und komplette Existenzen stünden vor dem Aus. Die regionale Wirtschaft sei auf umfangreiche und unbürokratische Hilfe beim Wiederaufbau angewiesen, so Geruschkat weiter.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) betonte: „Zur schnellen und unbürokratischen Hilfe für die Wirtschaft hat das Land allein im Bezirk der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen bereits mehr als 2,6 Millionen Euro Soforthilfen ausgezahlt. Jeder der von den Unternehmen gestellten und von den Kommunen zur Bewilligung vorgesehenen Anträge wurde und wird von uns finanziert.“

Thalia übernimmt 10 Weltbild-Filialen

28. Juli 2021

Zum 1. August sowie zum 1. Oktober 2021 übernimmt die Hagener Buchhandelskette Thalia insgesamt zehn Filialen des Konkurrenten Weltbild.

Dazu gehören die Standorte Ahaus, der als einziger Standort bereits zum 1. August 2021 verkauft wird, Chemnitz, Garmisch-Partenkirchen, Halberstadt, Leipzig, Nordhausen, Nürnberg, Potsdam, Suhl und Warendorf. Die übernommenen Filialen verfügen über jeweils rund 150 bis 200 Quadratmeter Verkaufsfläche und befinden sich in Innenstadtlagen oder Einkaufszentren.

Thalia gewinnt durch den Zukauf sieben neue Buchhandlungen in Städten hinzu, in denen das Unternehmen bisher noch nicht vertreten ist. In Chemnitz, Leipzig und Nürnberg ergänzen die hinzugekommenen Läden zukünftig das bestehende Angebot.

Die vom Verkauf betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden vorab über die Veränderung informiert. Sie werden vom neuen Eigentümer im Rahmen eines Betriebsübergangs nach § 613a BGB übernommen.

„De-Industrialisierung wird befeuert“

23. Juli 2021

Flutkatastrophe: SIHK entwirft Horrorszenario und verlangt Geld

In Umweltfragen kennt der Mann sich aus. Ralf Stoffels ist geschäftsführender Gesellschafter der BIW Isolierstoffe GmbH in Ennepetal. Dem Unternehmen wurde die produktionsbedingte Freigabe von PCB nachgewiesen. PCB steht für Polychlorierte Biphenyle, die als umwelt- und gesundheitsschädlich gelten.

Gesundheitliche Risiken bestehen laut der Ennepetaler Amtsärztin Klinke-Rehbein vor allem für Kinder und Jugendliche. Für sie sowie für Frauen im gebärfähigen Alter sei die Teilnahme am sogenannten Humanbiomonitoring empfehlenswert. Im unmittelbaren Umfeld der Firma BIW angebautes Blattgemüse soll nicht gegessen werden.

Ralf Stoffels ist aber auch Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) und seit Januar diesen Jahres Präsident der IHK NRW. In dieser Funktion äußerte er sich jetzt zur Hochwasserkatastrophe und aufkommenden Überlegungen nach der Sinnhaftigkeit eines Wiederaufbaus in Überschwemmungsgebieten.

Aus Sicht der Unternehmen, so Stoffels, sei „es völlig unverständlich, dass jetzt Diskussionen im politischen Raum anlaufen, vom Hochwasser betroffene Gebäude und Unternehmensteile nicht wieder vollständig in Stand zu setzen“.

Zur Untermauerung bedient sich der Industriepräsident bei den Produktionsbedingungen vergangener Jahrhunderte: „Wer jetzt zu dem Urteil kommt, man habe zu nah am Wasser gebaut, verkennt die wirtschaftshistorische Entwicklung der Industrie im Märkischen Südwestfalen entlang der Wasserläufe.“

Dabei waren den von Hochwasserschäden betroffenen Unternehmen die Risiken durchaus bewusst, wie indirekt auch Stoffels einräumen musste: Da zahlreiche Industriebetriebe in Südwestfalen an Flüssen liegen, „konnten sich diese in der Vergangenheit häufig auch nicht gegen Hochwasser oder Elementarschäden versichern“.

Was also schon lange als deutliches Warnsignal im Raum stand, wurde nicht ernst genommen. Die Unternehmer und ihre Lobbyfunktionäre konnten sich immer schon sicher sein, dass im Zweifelsfall der Staat mit Steuergeldern einspringt.

So soll es nach Vorstellung der SIHK auch diesmal sein: „Die regionale Wirtschaft ist auf umfangreiche und unbürokratische wirtschaftliche Soforthilfen angewiesen – und die bisher genannten Summen von bis zu 400 Mio. Euro Soforthilfen scheinen nach meiner Einschätzung nicht ausreichend“, so äußerte sich SIHK-Präsident Ralf Stoffels fünf Tage nach dem Starkregen in und um Hagen.

Ja, das waren noch Zeiten, als die Wasserkraft im ausgehenden 18. Jahrhundert den Antriebsmotor der beginnenden Industrialisierung bildete. Lange her.

Funktionär Stoffels, der bereits als Horrorszenario „die De-Industrialisierung NRWs größter Industrieregion mit tausenden von Arbeitsplätzen maßgeblich befeuert“ sieht, kann sich die Zeugnisse dieser Zeit im Freilichtmuseum Hagen – Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik ansehen.

Ein Problem hätte Stoffels damals jedenfalls nicht gehabt: Mit PCB vergifteten Grünkohl im Umfeld seines Unternehmens in Ennepetal.

Enervie wieder satisfaktionsfähig

6. Juli 2021

Banken liefern 170 Millionen Euro frisches Geld

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Enervie-Palast an der vom Hagener Rat eigens aufgehübschten Adresse „Platz der Impulse“. Foto: Enervie.

Über Jahre musste der Hagener Energieverteiler Enervie mit Krediten seiner hauptsächlich kommunalen Anteilseigner über Wasser gehalten werden. Jetzt hat das Unternehmen rund zwei Jahre früher als geplant seine Konzernfinanzierung neu aufgesetzt: Ein strukturiertes Finanzierungskonzept, das wirtschaftliche Vorteile bietet, ersetzt dabei die bisherige Konsortialfinanzierung.

Die Basis für die Verhandlungen mit den insgesamt sechs Kreditinstituten lieferte nach Enervie-Angaben ein neu im Unternehmen entwickeltes „Finanzmodell 2040“. Neben den vier „Kernbanken“ Norddeutsche Landesbank (Nord/LB), Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), UniCredit Bank AG (UniCredit) und Bayrische Landesbank (BayernLB) wurden auch die beiden örtlichen Sparkassen HagenHerdecke sowie Lüdenscheid in das neue Finanzierungskonzept mit einbezogen.

Vorstandssprecher Erik Höhne freut sich über den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit den Banken: „Die vorgezogene Refinanzierung und das erneut große Vertrauen und Interesse der Finanzinstitute zeigt uns, dass die Entwicklung der Enervie anerkannt und die Ausrichtung auf die Zukunft geschätzt wird.“

Mit der Refinanzierungstransaktion über insgesamt 170 Millionen Euro, bestehend aus einem Konsortialkredit unter Federführung der Nord/LB, Schuldscheindarlehen, bilateralen Krediten und Förderdarlehen, löste die Enervie die bestehende Konsortialfinanzierung aus dem Jahre 2017 vollständig ab.

2014 stand Enervie vor der Pleite, die Presse berichtete von 600 Millionen Euro Schulden und die Banken stellten keine neuen Geldspritzen zur Verfügung. Es war eine Folge unternehmerischen Größenwahns bei gleichzeitigem Versagen der von Vertretern der Hagener Politik dominierten Aufsichtsgremien („Käffchen und Schnittchen„). Vorsitzender des Aufsichtsrats war und ist traditionell der Hagener Oberbürgermeister als Vertreter des mit fast 43 Prozent größten Anteilseigners.

Einen Großteil der Zeche durften mehrere Hundert Beschäftigte zahlen, deren Stellen infolge der Fastpleite gestrichen wurden. Der Hauptverantwortliche für die Misswirtschaft, Vorstand Ivo Grünhagen, erfreute sich nach seinem unrühmlichen, mit einem „goldenen Handschlag“ ausgestatteten Abgang an einer Stelle dennoch weiter großer Beliebtheit: im Hagener Pressehaus („Ziemlich beste Freunde„).

Abellio droht die Pleite

3. Juli 2021

Auch Hagen wäre betroffen

Am Mittwochabend teilte das Bahnunternehmen Abellio mit, dass es ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg beantragt habe. So wird ein Verfahren im Rahmen des Insolvenzrechts genannt, bei dem das Management an Bord bleibt und durch gerichtlich bestellte Sanierungsspezialisten unterstützt wird. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt für drei Monate die Löhne und Gehälter. Danach soll die Firma dies selbst wieder übernehmen.

Abellio-NRW hat seinen Sitz in Hagen und unterhält in Eckesey auch eine Betriebswerkstatt. Das Tochterunternehmen der Niederländischen Staatsbahn Nederlandse Spoorwegen betreibt u. a. die Hagen tangierenden Linien RE 16 (Essen – Hagen – Iserlohn/Siegen), RB 40 (Hagen – Essen), RB 91 (Hagen – Iserlohn/Siegen) und die S-Bahn-Linie S 9 (Hagen – Wuppertal – Recklinghausen/Haltern am See).

Das Unternehmen begründet die angespannte finanzielle Situation mit „massiven Kostenentwicklungen, die nicht ausreichend von den einzelnen Verkehrsverträgen gedeckt sind“. Das scheint aber nur ein Teil der Wahrheit zu sein.

Beteiligte werfen auch die Frage auf, welchen Anteil Abellio selbst an der Misere hat, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Denn in der Vergangenheit sei bei der Vergabe mit sehr spitzem Bleistift gerechnet worden, um überhaupt an Aufträge für den Betrieb von Nahverkehrslinien zu kommen. Das gestehe ein Insider ein.

Kurzarbeit in Hagen stark rückläufig

1. Juli 2021

Etwas abgeschwächt ging die saisonale Belebung auf dem Arbeitsmarkt in der Stadt Hagen im Juni weiter. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 92 oder 0,8 Prozent auf 11.967. Die Arbeitslosenquote blieb mit 11,8 Prozent unverändert.

Vor einem Jahr, noch relativ früh in der Pandemie, waren es fast 400 Arbeitslose mehr, die Quote 12,1 Prozent. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die aussagekräftigere Unterbeschäftigungsquote ging gegenüber dem Vorjahresmonat nur um 0,1 Prozent zurück. Im Juni waren 14.879 Hagener betroffen, 208 weniger als im Juni 2020.

Hagen: Durchschnittseinkommen deutlich unter Landesschnitt

30. Juni 2021

40.882 Euro – so viel hat ein Steuerpflichtiger in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich im Jahr 2017 verdient (vor Steuern). Das waren drei Prozent mehr als noch 2016 (39.688 Euro). Hagen belegt in dem Ranking einen der hinteren Plätze: Mit 89.299 Steuerpflichtigen schaffte es Hagen gerade einmal auf Platz 378. Das Durchschnitts-Jahreseinkommen in der Volmestadt lag 2017 bei 34.498 Euro brutto – und damit deutlich unter dem Landesschnitt. (…)

Die Zahlen beruhen auf den Ergebnissen der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2017. Sie können erst jetzt veröffentlicht werden,weil die anonymisierten Steuerdaten von den Finanzbehörden frühestens nach Abschluss aller Veranlagungsarbeiten für statistische Auswertungen zur Verfügung gestellt werden. (…)

Quelle: wp.de

Treffpunkt Hauptbahnhof

23. Juni 2021

Integrationsrat will eine Gedenktafel für Gastarbeiter

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Ankunft eines Sonderzugs für Gastarbeiter im Bahnhof Hohenlimburg am 7. Dez. 1966. Foto: Stadt Hagen.

Der Integrationsrat schlägt dem Rat der Stadt Hagen vor, ein Andenken an die 1. Generation von Gastarbeitern in Form einer mehrsprachigen Gedenktafel im Bahnhofsviertel zu errichten.

Die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnete schon 1955 das erste Anwerbeabkommen mit Italien. 1960 folgten Spanien und Griechenland, 1961 die Türkei, 1963 Marokko und Südkorea, 1964 Portugal, 1965 Tunesien und 1968 Jugoslawien. Nach Ansicht des Integrationsrats soll die Gedenktafel in allen entsprechenden Sprachen verfasst werden.

Die 1. Generation der Gastarbeiter kam am Hagener Hauptbahnhof an, zudem diente dieser häufig als Treffpunkt und war ein bekanntes Viertel, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen.

Diese Generation der Gastarbeiter hat einen großen Beitrag zum Wiederaufbau der Industrie in Hagen geleistet und sollte daher nicht in die Vergessenheit geraten. Viele der Großbetriebe, bei denen sie beschäftigt waren, sind verscherbelt worden (wie Varta und Dolomitwerke) oder mit öffentlichen Geldern in andere Gebiete gelockt worden (wie Zwieback-Brandt).

Insbesondere die emotionalen Aspekte, unter denen diese Generation zu leiden hatte, ist den meisten Hagenern heute nicht mehr bewusst. So litten die Gastarbeiter sehr stark unter Heimweh; sie versuchten so viel Geld wie möglich anzusparen, um so schnell wie möglich wieder in die Heimatländer zurückzukehren.

Viele Nachkommen dieser 1. Generation sind inzwischen deutsche Staatsangehörige und kennen die Geschichte ihrer Vorfahren kaum. Die schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen der 1. Generation sind nur Wenigen bekannt.

Daher sollte Hagen ein Zeichen setzten und somit die Leistung zum Wiederaufbau Hagens durch die Unterstützung der Gastarbeiter wieder in Erinnerung rufen.

Fließband BrandtAm Fließband bei Zwieback-Brandt, 1972. Zum Ende der Spätschicht setzte die Hagener Straßenbahn Extrazüge ein, um die Arbeiterinnen nach Hause zu befördern. Foto: Bundesarchiv/Ulrich Wienke (CC-BY-SA 3.0).

Hagen, Firma Carl Brandt Zwieback und Bisquit Carl Brandt, Zwieback und Bisquit GmbH. Hagen/Westf. Gastarbeiter-Unterkünfte, 1972. Foto: Bundesarchiv/Ulrich Wienke (CC-BY-SA 3.0).

Gastarbeiterinnen-UnterkunftKüche in einer Hagener Gastarbeiterinnen-Unterkunft, 1972 Foto: Bundesarchiv/Ulrich Wienke (CC-BY-SA 3.0).

Auch neue Bamberger-Firmen insolvent

19. Juni 2021

Es war 2014, als das seinerzeit größte Hagener Bauunternehmen, die Bamberger-Bau GmbH, Insolvenz anmelden musste. 109 Beschäftigte verloren ihren Job. Geschäftsführer des Unternehmens waren die Brüder Stefan und Matthias Bamberger.

Letzterer ist auch Geschäftsführer zweier anderer Firmen, die jetzt ebenfalls auf die Pleite zusteuern: die Geweke Bau GmbH und die BRW Baustoffe & Recycling Westerbauer GmbH. In beiden Insolvenzeröffnungsverfahren hat das Amtsgericht Hagen den Rechtsanwalt Dr. Dirk Andres zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Die Geweke Bau GmbH ging 2016 aus der Deponie Geweke GmbH hervor. Laut Handelsregister ist als Unternehmensgegenstand die Ausführung von Hoch- und Tiefbauarbeiten aller Art und damit zusammenhängender Leistungen angegeben.

2018 wurde die BRW Baustoffe & Recycling Westerbauer GmbH eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist laut Handelsregister der Handel mit Baustoffen aller Art und Baustoffrecycling sowie Vermietung von Baugeräten und Baufahrzeugen aller Art.

Auch interessant: In der Bamberger Verwaltungs-GmbH, die nicht von der Insolvenz betroffen ist, mussten die Bamberger-Brüder Ende 2019 als Geschäftsführer ihre Hüte nehmen. Stattdessen regiert dort wieder der Senior nebst seiner Gemahlin. Es wird seine Gründe gehabt haben. Heinz Walter Bamberger vollendet Ende des Monats immerhin sein 83. Lebensjahr.

Abellio droht mit Insolvenz

15. Juni 2021

Abellio_Hagen-Eckesey

Abellio-Betriebswerk HA-Eckesey. Foto: Klaus Bärwinkel (CC BY-SA 4.0).

Abellio Deutschand, dessen NRW-Ableger seinen Sitz in Hagen hat und hier auch ein Bahnbetriebswerk unterhält, steckt in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Die Tochter der Niederländischen Staatsbahn (NS) droht mit dem Gang zum Insolvenzrichter, falls die Verkehrsverbünde nicht finanziell nachlegen.

In einem Schreiben erklärt Wopke Hoekstra, Finanzminister des Nachbarlandes, den Ministerpräsidenten der fünf betroffenen Länder: „Intensive Gespräche mit den regionalen Aufgabenträgern haben bisher nicht zu einer Anpassung der langfristigen Verkehrsverträge und einer angemessenen Kompensation geführt. Diese Mehrkosten gefährden nun die Fortführung eines qualitativ hochwertigen Schienenpersonennahverkehrs durch Abellio.“

Die stark steigenden Personalkosten, vor allem für Lokführer, machen zahlreichen Bahnunternehmen zu schaffen. Hinzu kommt der durch Baustellen und Langsamfahrstellen desolate Zustand des Bahnnetzes sowie dessen Überlastung: Werden Züge nicht pünktlich gefahren, sind die Nahverkehrsunternehmen zu erheblichen Strafzahlungen verpflichtet.

„Jetzt gilt es, die sehr vertrauensvollen Gespräche zum Abschluss zu bringen“, schreibt Abellio Deutschland an seine Mitarbeiter und verschweigt ihnen den zweiten Teil der Botschaft, der folgt, wenn dieser „Plan A“ nicht umgesetzt wird.

Der „Plan B“ wird von der Spitze des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, wo Abellio einer der größten Leistungsträger ist, so zusammengefasst: Mit Blick auf die Frist und die Höhe der Nachforderung sei Plan A „absolut unrealistisch“. Die acht Aufgabenträger des Nahverkehrs in den fünf Bundesländern seien in enger Abstimmung „bis zur insolvenzrechtlichen Betreuung/Beratung“.

Abellio Deutschland hat von sich aus bereits einen prominenten Insolvenzrechtler als Generalbevollmächtigen engagiert.

Hagen: Arbeitslosigkeit weiter auf hohem Niveau

3. Juni 2021

Während die Arbeitslosenzahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat leicht rückläufig waren, bewegen sie sich in Hagen weiter auf hohem Niveau.

Die – geschönte – Arbeitslosenquote verminderte sich zwar um -0,1 Prozent geringfügig auf 11,8 Prozent, aber die – realistischere – Unterbeschäftigungsquote erhöhte sich im Vergleich zum Mai 2020 um 0,3 Prozent auf jetzt 14,5 Prozent. Landesweit ging sie um 0,2 Prozent auf 9,5 Prozent zurück.

Die örtliche Filiale der Arbeitsagentur hübscht wie gewohnt die Daten etwas auf. „Nach den Osterferien machte sich die günstige Jahreszeit wieder stärker bemerkbar. Die Verbindung der ergriffenen Maßnahmen und der inzwischen deutlich rückläufigen Kurzarbeit haben sich auf dem heimischen Arbeitsmarkt als Stabilitätsfaktor erwiesen“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen.

So ganz haben die „günstige Jahreszeit“ und die „ergriffenen Maßnahmen“ aber doch nicht gewirkt: „Leider hat diese positive Entwicklung vorerst keine Auswirkungen auf die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die sich aktuell sogar eher verfestigt.“

Obwohl die Daten dagegen sprechen, sieht die Arbeitsagentur eine „günstige Entwicklung“, die zu erwartenden Corona-Lockerungen böten noch großes Potenzial für eine „weitere“ Belebung.

Die größte Nachfrage nach Arbeitskräften hatten wie gewohnt Leiharbeitsfirmen, von der Arbeitsagentur liebevoll „Personaldienstleister“ genannt (127 gemeldete Stellen), mit großem Abstand gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (43), dem verarbeitenden Gewerbe (21), dem Handel (19) und der öffentlichen Verwaltung (15). Das Baugewerbe meldete nur 13, die Logistik 12 und das Gastgewerbe acht offene Arbeitsplätze.

Corona-Schnelltests außer Kontrolle

29. Mai 2021

Testzentren müssen noch nicht mal nachweisen, dass sie überhaupt Antigentests eingekauft haben

Ärzte, Apotheker und Amateure haben seit März durch Bürgertests eine neue Einnahmequelle. Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung zeigen, wie unkontrolliert das Ganze vonstatten geht.

Mit der am 8. März veröffentlichten neuen Corona-Testverordnung hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Boden für ein neues Geschäftsfeld bereitet. Nicht nur Ärzte und Apotheker testen seither in großem Stil auf das Coronavirus, sondern auch Friseure, Fitnessstudios oder Cafe-Betreiber.

So betreiben in Hagen der mit dem Oberbürgermeister bestens vernetzte Diskotheken-Impressario Mike Henning sowie ein IT-Unternehmer jeweils gleich mehrere Testzentren.

Wer kostenlose Bürgertests anbieten will, braucht dazu meist kaum Voraussetzungen: Ein Onlinekurs über die Abstrich-Entnahme reicht vielerorts aus und schon kann man beim Gesundheitsamt einen Antrag auf Eröffnung eines Testzentrums stellen – was dann meist ohne Schwierigkeiten auch genehmigt wird.

So verzeichnete allein in Nordrhein-Westfalen Mitte März noch 1862 Teststellen, Mitte April waren es dann 5776 und Mitte Mai bereits 8735, wie das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) auf Anfrage mitteilt.

Abrechnen können die Teststellen pro Bürgertest 18 Euro, die sich aufteilen in 12 Euro für die eigentliche Testung und bis zu 6 Euro für das Material. Einen Überblick, wie viel Geld inzwischen für diese Tests ausgegeben wurden, ist schwer zu bekommen. Baden-Württemberg teilt mit, dass es im April 62 Millionen Euro waren, in Bayern waren es bis Mitte Mai mehr als 120 Millionen Euro. Verteilt wird das Geld über die Kassenärztlichen Vereinigungen, die sich aber jeden Euro wieder aus Steuermitteln erstattet bekommen, über das Bundesamt für Soziale Sicherung.

Weder die Gesundheitsämter, noch die Kassenärztlichen Vereinigungen, noch das Bundesamt und schon gar nicht das Gesundheitsministerium fühlen sich zuständig, zu kontrollieren, ob bei der Abrechnung alles korrekt läuft.

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Ab heute startet „Click&Meet“

29. Mai 2021

Ab heute, Samstag, 29. Mai, kann der Einzelhandel in Hagen wieder „Click&Meet“ anbieten. Um „Click&Meet“ zu nutzen, müssen Interessierte zunächst bei dem jeweiligen Geschäft einen Termin buchen. Vor Ort muss ein maximal 24 Stunden alter, negativer Coronaschnelltest vorgezeigt werden.

Ausgenommen von der Testpflicht sind Personen, die einen Nachweis über einen vollständigen Impfschutz (ab dem 15. Tag nach der letzten Impfung), einen Nachweis durch einen positiven PCR-Test in Verbindung mit einer Impfung (ab dem 15. Tag nach der letzten Impfung) oder einen Nachweis durch einen positiven PCR-Test über ihre Genesung haben (Infektion liegt mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate zurück).

Je 40 Quadratmeter darf sich eine Kundin beziehungsweise ein Kunde im Geschäft aufhalten. Der Betreiber muss die Kontaktdaten erheben.

„Hagen als Gipfel der Absurditäten“

25. Mai 2021

Allianz aus Händlern und Lokalschreiber will mit einer kruden Idee die Corona-Lage aufhübschen

Niedrigere Inzidenzen? Einfach weniger testen! Auf diese Formel lässt sich herunterbrechen, was sich einige Gewerbetreibende mit wohlwollender medialer Begleitung des WPWR-Schreibers Mike Fiebig ausgedacht haben.

„Da sich die Pandemielage in Hagen weiterhin nicht entschärft hat, gibt es für Gastronomie und Einzelhandel noch immer keine wirkliche Öffnungsperspektive“, beklagt der Hagener Unternehmerrat durchaus zutreffend die aktuelle Situation und schob der Stadtspitze einen offenen Brief in den Postkasten. Die Folgerungen des Lobbyvereins sind allerdings mehr als fragwürdig.

Die Situation werde noch dadurch verschlimmert, dass Gastronomie und Einzelhandel in Nachbarstädten bereits geöffnet haben bzw. bald öffnen werden. Da die Ausgaben der Hagener Konsumenten nun in benachbarte Städte fließen werden – so jedenfalls die nicht belegte Behauptung – , entstehe eine Wettbewerbsverzerrung. Diese – so sei zu befürchten – halte auch nach einem Sinken der Inzidenz noch mehrere Wochen an (ebenfalls nur eine nicht belegte Vermutung), sodass das Existenzrisiko für die Unternehmen weiter steige.

Mit Blick auf andere Kommunen stelle sich für den Unternehmerrat die Frage, warum der Inzidenzwert in Hagen weiterhin auf einem so unverhältnismäßig hohen Niveau liege. Das ist wirklich eine gute Frage, die Antwort des Lobbyclubs ist es allerdings weniger.

Der hält „die in Hagen praktizierte engmaschige Teststrategie“ für „aufschlussreich“, die „die Werte  in die Höhe“ treibe. Es sei „anzuzweifeln, ob der Inzidenzwert überhaupt noch als Maßstab für die Öffnung oder Schließung von Einzelhandel und Gastronomie gelten kann“.

Da stand auch WPWR-Schreiber Mike Fiebig schnell mit Gewehr bei Fuß und dichtete die Headline „Hagen als Gipfel der Absurditäten“, wobei in seinem Artikel nicht so ganz klar wird, was er damit überhaupt meint. Ist es die Teststrategie, einer der wenigen Pluspunkte des Hagener Corona-Regimes, oder vielleicht doch das Ansinnen eines Grüppchens von Geschäftsleuten?

Beispielhaft für letztere darf ein Fleischklopsbräter dienen, der sich beklagt, dass er 40 Beschäftigte habe, „die darunter leiden“. Er sorge sich um sie vor allem „als Menschen“. Wer’s glaubt, wird selig. Ständen diese „Menschen“ in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen, fielen sie unter die Kurzarbeiterregelungen. Für prekäre Arbeitsverhältnisse gilt das allerdings nicht. Soviel zur vermeintlichen Menschenfreundlichkeit.

Nach Imam Fiebigs Freitagspredigt holte ihn sein Kollege Martin Weiske, stellvertretender Leiter der Hagener Lokalredation der WPWR, am Samstag wieder auf den Boden der Realität zurück: „Aber kann man der Stadt tatsächlich zu große Pingeligkeit bei der Pandemie-Bekämpfung vorwerfen? Wem hilft es, wenn andere Behörden glauben, die Nachverfolgung der Infektionsketten nach dem Drei-Affen-Prinzip betreiben zu müssen, dafür aber ihre Bürger einer höheren Corona-Dunkelziffer aussetzen?“

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Sparkasse schrumpft Zahl der Filialen

20. Mai 2021

Nur noch sieben klassische Geschäftsstellen, aber 19 Automatenstandorte

Zum 14. Juni 2021 reduziert die Sparkasse Hagen-Herdecke radikal die Zahl ihrer Filialen. Von bisher noch 14 Filialen werden nur 7 Standorte übrigbleiben. Wo bisher echte Menschen für Beratung und Hilfestellung tätig waren, werden künftig nur noch Automaten zur Verfügung stehen.

In den Filialen Wehringhausen, Altenhagen, Vorhalle, Helfe, Hohenlimburg, Westerbauer und Herdecke-Kirchende übernehmen Automaten die Regie. Damit erhöht sich die Zahl der Selbstbedienungsstandorte auf zukünftig 19. Die Beratungscenter in der Herdecker Hauptgeschäftsstelle, in Haspe, Boele, Eilpe und Emst sowie in Elsey und im Hagener Sparkassen-Karree stehen wie gewohnt weiter zur Verfügung.

Die Sparkasse begründet ihre Umstrukturierung damit, dass das Kundenaufkommen in den klassischen Geschäftsstellen insbesondere aufgrund der permanenten Verfügbarkeit digitaler Kommunikationstechnik deutlich spürund sichtbar abgenommen habe.

Der Vorstand der Sparkasse Hagen-Herdecke sieht das Institut mit diesen Maßnahmen sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Vorstandsvorsitzender Frank Walter: „Die Sparkasse Hagen-Herdecke ist kerngesund. Sie soll es auch bleiben. Diese Wirtschaftlichkeit ist eine wichtige Grundlage für nachhaltiges Handeln. Mit der jetzt anstehenden Fokussierung auf die Bedürfnisse unserer Kunden können wir unter den gegebenen Rahmenbedingungen unsere Stärken sehr gut verbinden. Persönliche und qualifizierte Beratung wann immer gewünscht, moderner Service im Prinzip rund um die Uhr und dies verbunden mit der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung auch mittels unkomplizierter und umfangreicher Förderung der vielfältigen Hagener und Herdecker Vereinswelt.“

Kunden, vor allem ältere und solche, die die „gesellschaftliche Verantwortung“ der Sparkasse als konzernfreies kommunales Geldinstitut sehen und nicht unbedingt in der „umfangreichen Förderung“ der „Vereinswelt“, dürften die Schrumpfung aus einem anderen Blickwinkel betrachten.  

Hohenlimburg: Lichtblick für die Brachfläche

20. Mai 2021

Es tut sich was in der Nahmer. Vorausgesetzt, die Stadt Hagen nutzt die Chance des Jahrzehnts und geht durch die von der NRW-Urban geöffnete Tür. (…)

Denn auf der seit fast drei Jahrzehnten brach liegenden Fläche, auf der bis zum Jahr 1993 – als die Lichter ausgingen – der Kaltwalzbereich und die Härterei von Krupp angesiedelt waren, möchte sich ein Logistikunternehmen aus der Stahlverarbeitung ansiedeln. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Im Bereich der ehemaligen Krupp-Werke II und IV stehen insgesamt 52.500 Quadratmeter Fläche zur Verfügung – immerhin das doppelte Volumen der mit viel Tamtam gehandelten sogenannten „Westside“ hinter dem Hauptbahnhof.

Volker Neumann ist neuer Enervie-Vorstand

8. Mai 2021

Volker Neumann (52) ist seit dem 1. Mai 2021 neues Vorstandsmitglied der Südwestfalen Energie- und Wasser AG (Enervie) und der Mark-E Aktiengesellschaft. Der Vertrag hat jeweils eine Laufzeit bis zum 30. April 2026. Zudem übernimmt Volker Neumann die Geschäftsführung der Stadtwerke Lüdenscheid GmbH und der Bäderbetrieb Lüdenscheid GmbH.

Neumann war zuvor bereits einer der Geschäftsführer der Enervie Vernetzt GmbH und der Enervie Service GmbH. Darüber hinaus war er als Technischer Vorstand verantwortlich für den Stadtentwässerungsbetrieb Lüdenscheid-Herscheid AöR. Diese Aufgabe wird er auch in Zukunft beibehalten.

Volker Neumann hat nun die Nachfolge des vor wenigen Tagen verstorbenen Wolfgang Struwe angetreten, dessen Vertrag zum 30. April 2021 altersbedingt geendet hätte. Als Ressortvorstand Netze, Personal und kommunales Netzwerkmanagement übernimmt er die Bereiche Personal/Recht/Facilities, Enervie Vernetzt, den Bäderbetrieb Lüdenscheid sowie die Stabsabteilungen Revision und Arbeits- /Umweltschutz. Zudem verantwortet er den Ausbau der Beziehungen der Enervie-Gruppe zu den Kommunen in der Region.

Erik Höhne bleibt weiterhin Sprecher des Vorstands der Enervie und Mark-E und trägt seit 1. Mai 2021 die Verantwortung für die Bereiche Erzeugung, Finanzen/Einkauf/IT, Handel, Vertrieb sowie die Stabsabteilungen Unternehmensentwicklung/Strategie und Kommunikation/Marketing.

Investorenerfolg Klohäuschen

7. Mai 2021

Eineinhalb Jahre Brachland in Wehringhausen

GWG_0212Szenen wie aus einem Kriegsgebiet: Abbruch preiswerten Wohnraums im Oktober 2019 …

Block 1 Wehringhausen Klohäuschen… und die Situation heute: Ein Klohäuschen hinterm Zaun. Fotos: DW.

Vor anderthalb Jahren, im Oktober 2019, wurde in Wehringhausen ein ganzer Wohnblock aus der Gründerzeit dem Erdboden gleichgemacht. Geblieben ist bis heute nur ein Berg zermahlener Trümmer und als bisheriges Ergebnis großangekündigter Investitionen: ein Baustellenklo. Immerhin haben die Auftraggeber des Abrisses noch einen Baum aus dem ehemaligen begrünten Innenhof des Ensembles verschont.

Ursprünglich wollte die Eigentümerin des Areals, die Wohnungsgesellschaft GWG, dort einen Supermarkt ansiedeln, auf einer Restfläche sollte dazu noch eine Kindertagesstätte entstehen. Die Idee mit dem Discounter zerschlug sich später, ersatzweise wurde ein Schulbau aus der Schublade gezogen.

Schon beim Stichwort „Kita“ schlug die Stadtratsmehrheit erwatungsgemäß die Hacken zusammen, und beim Supermarkt-Ersatzbau Schule standen die meisten Stadtväter und -mütter erst recht stramm.

Auf politischer Ebene angeschoben wurde die Operation von der CDU, genauer gesagt von deren Wehringhauser Untergliederung, in der der Hagener Parteichef Christoph Purps beheimatet ist. Dieser Ortverband ließ sogar extra die NRW-Kommunal- und Heimatministerin Ina Scharrenbach einfliegen, um sich weitere Rückendeckung zu holen.

Der Clou an der Sache: Die Möbelspedition des Herrn Purps ist geschäftlich mit der GWG verbandelt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Möglichkeit, dass angesichts des Mangels an Kita- und Schulplätzen die Stadt selbst als Bauherr auftritt bzw. eigene Gebäude reaktiviert, wurde schnell vom Tisch gewischt. Und diese Mentalität hat sich seitdem auch nicht geändert. Lieber veräußert man städtische Schulen an private Anbieter (wie bei der jüngsten FESH-Planung) und mietet stattdessen Flächen bei Investoren an.

Das dürfte allerdings teurer werden – ein wahrhaft starkes Zeichen in einer mit 1 Milliarde Euro verschuldeten Kommune.

In Wehringhausen zeigt sich beispielhaft die Planungskompetenz, die die Hagener immer wieder erleben mussten und auch weiterhin erleben werden. Aus einer Gemengelage von einzelnen Kapitalinteressen und politischer Willfährigkeit werden Kumpane bedient und wird am Gemeinwohl vorbeigewurschtelt. Ergänzt wird dieses Gebaren durch persönliche Profilierungssucht – selbst der kleinste Gartenzwerg hält sich für eine Statue von nationalem Rang.

Dazu passt hervorragend das Baustellenklo, ein wahrer Ruhmestempel für die vereinigten Drahtzieher in der Stadt – die Walhalla von Wehringhausen.

Riepe: Anwohner-Antrag für Baustopp abgewiesen

4. Mai 2021

Für den Normalbürger ohne juristisches Wissen ist es eigentlich kaum noch nachvollziehbar, was gerade auf dem Baufeld an Knippschild- und Buschstraße geschieht, wo sich das Sanitätshaus Riepe auf einer knapp 17.000 Quadratmeter großen Fläche erweitert und bereits mit dem Bau eines neuen Manufakturgebäudes begonnen hat.

Und das, obwohl Anwohner Klage gegen den für den für das Vorhaben beschlossenen Bebauungsplan eingereicht haben, über die noch nicht entschieden ist. Einen Eilantrag der Anwohner für einen vorläufigen Baustopp hat das Verwaltungsgericht Arnsberg abgewiesen (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

„Frühjahrsbelebung“: Mehr Arbeitslose

30. April 2021

Im Vergleich zum April 2020 ist auch im April 2021 die Zahl der Arbeitslosen in Hagen wieder gestiegen und beträgt jetzt 12.311 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt im April bei 12,1 Prozent, im entsprechenden Vorjahresmonat waren es noch 11,5 Prozent. 732 Arbeitslose sind hinzugekommen.

„Die günstige Entwicklung aus dem Vormonat hat so nicht angehalten. Der nochmals verlängerte Lockdown und die Osterferien haben die Frühjahrsbelebung abgeschwächt und das Sinken der Arbeitslosigkeit deutlich gebremst“, interpretiert Katja Heck, Vorsitzende der Agentur für Arbeit Hagen, die aktuellen Daten.

Was Heck eine „günstige Entwicklung“ nennt, sah realistisch betrachtet so aus: Auch im März waren im Vergleich zum Vorjahresmonat 1.636 Arbeitslose mehr zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote hatte sich entsprechend um 1,4 Prozent erhöht.

Und auch jetzt bei den Aprilzahlen fehlen in der Statistik ganze Gruppen von Arbeitslosen. Werden die mitgerechnet, steigen die Werte um fast 3.000 weitere Betroffene, die in der realitätsnäheren Zahl der „Unterbeschäftigten“ erfasst werden. Das sind im April 15.235 Hagener, die Unterbeschäftigungsquote liegt aktuell bei 14,5 Prozent.

7,5 Millionen vom Land für Wohnraum

29. April 2021

7,5 Millionen Euro: so lautet das Budget der Stadt Hagen, das in diesem Jahr in die öffentliche Wohnraumförderung investiert werden soll. Zur Verfügung gestellt wird es vom Land NRW. Ziel ist, zinsgünstige Darlehen, zum Beispiel für den Erwerb von Eigenheimen oder Eigentumswohnungen, für die Errichtung von Mietwohnungen oder für Maßnahmen zur Modernisierung von Wohnraum, zu ermöglichen.

Positive Bilanz für 2020

Im vergangenen Jahr wurde erstmals das Budget des Landes NRW für die Modernisierungsförderung in Hagen komplett ausgeschöpft. 1.106.000 Euro wurden der Stadt zu Beginn des Förderjahres 2020 zugeteilt und im Laufe des Jahres um mehr als 260.000 Euro aufgestockt, damit noch weitere Projekte verwirklicht werden konnten. Insgesamt standen in Hagen 1.372.481 Euro Fördermittel für die Modernisierung von Wohnraum zur Verfügung.

Zuteilung des Budgets schafft Sicherheit

Für die Realisierung aller Maßnahmen wurden die jeweiligen Budgets vom Land zugewiesen, so dass entsprechende Förderzusagen erteilt werden können. Aufgeteilt wird das Budget für 2021 auf drei Bereiche: die Mietwohnraumförderung (5.600.000 Euro), die Eigentumsförderung (800.000 Euro) und die Modernisierungsförderung (1.130.000 Euro).

Wohnstandard nachhaltig und bezahlbar verbessern

Viele Häuser sind inzwischen in die Jahre gekommen. Da der Standard von damals nicht mehr den Bedürfnissen von heute entspricht, besteht teilweise ein hoher Modernisierungsbedarf. Ziel des Förderprogramms ist, Wohnraum nachhaltig aufzuwerten und die Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner mit dem, was bautechnisch möglich ist, sich wirtschaftlich rechnet und zu einem sozial verträglichen Preis zu vermieten ist, in Einklang zu bringen.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Abbau beziehungsweise der Reduzierung von Barrieren, der Verbesserung der Energieeffizienz und des Einbruchschutzes im Wohnungsbestand. Die Modernisierungsförderung kommt sowohl für Vermieter von Mietobjekten als auch für Eigenheimbesitzer in Frage. Für die Modernisierungsmaßnahmen werden zinslose Darlehen zuzüglich 0,5 Prozent Verwaltungskostenbeitrag und attraktive Tilgungsnachlässe von 20 Prozent bis sogar 30 Prozent des bewilligten Darlehens gewährt.

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Enervie-Vorstand Wolfgang Struwe ist tot

28. April 2021

Mit dem Ende seiner Vertragslaufzeit wäre er altersbedingt am kommenden Freitag aus dem Unternehmen ausgeschieden. Wolfgang Struwe, langjähriges Enervie-Vorstandsmitglied und Vorstand der Mark-E Aktiengesellschaft sowie Geschäftsführer der Stadtwerke Lüdenscheid ist allerdings am gestrigen Dienstag verstorben. (…)

Quelle: wp.de

Hagens verdrängtes Erbe

27. April 2021

Die Atomabenteuer der Stadt sind nicht verschwunden

35 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl gilt es daran zu erinnern, dass auch Hagen einst schwer im Atomgeschäft unterwegs war. Für die heimische Politik ist das längst kein Thema mehr, obwohl auf den mehrheitlich von der Stadt gehaltenen Stromlieferanten Enervie mit hoher Wahrscheinlichkeit Kosten zukommen, die dem Unternehmen endgültig das Genick brechen könnten.

Selbst die Hagener Grünen, deren Bundespartei einmal u.a. aus der Anti-Atomkraftbewegung heraus entstanden ist, halten es in ihrer Nibelungentreue zur OB-Allianz mit CDU und FDP schon seit langem nicht mehr für nötig, diese Altlast zu thematisieren.

Allen anderen hilft zur Gedächnisauffrischung vielleicht ein Beitrag von DOPPELWACHOLDER.DE, der bereits im Dezember 2015 auf die Problematik aufmerksam machte:

Eingekapselt und vergessen
Könnte noch teuer werden: Die strahlende Altlast der Enervie

Enervie-Ergebnis 2020 fast wie 2019

18. April 2021

Im Geschäftsjahr 2020 erzielten die Unternehmen der Enervie-Gruppe bei einem leicht erhöhten Umsatz von rund 937 Mio. Euro (2019: 932 Mio. Euro) ein Ergebnis vor Steuern von 43,1 Mio. Euro (2019: 43,4 Mio. Euro). Aufgrund der laut Enervie „insgesamt erfreulichen“ Unternehmensentwicklung liegt die Eigenkapitalquote mit 26,7 Prozent auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr (27,0 Prozent).

Dabei wurde planmäßig in 2020 mit 30 Mio. Euro die erste der beiden Tranchen des in der „Restrukturierungssituation“ 2015 gewährten Gesellschafterdarlehens zurückgezahlt. Die „Restrukturierung“ war notwendig geworden, weil zuvor der vom damaligen Vorstand Ivo Grünhagen angefachte Größenwahn das Unternehmen an den Rand der Pleite manövriert hatte.

Insgesamt verbesserte sich zudem das Ergebnis im operativen Geschäft, sodass der Vorstand vorschlägt, eine erhöhte Dividende in Höhe von 11 Mio. Euro (Vorjahr: 8 Mio. Euro) an die Aktionäre auszuschütten.

Mit Wirkung zum 1. Mai 2021 wurde Volker Neumann durch die Aufsichtsräte der Enervie und der Mark-E Aktiengesellschaft zum Ressortvorstand Netze/Personal bestellt. Er folgt auf Wolfgang Struwe, dessen Vertrag zum 30. April 2021 endet und der dann altersbedingt ausscheidet.

Zweiter Markt auf dem Friedrich-Ebert-Platz

18. April 2021

Ein zweiter Wochenmarkt findet ab Dienstag, 20. April, von 9 bis 15 Uhr auf dem Friedrich-Ebert-Platz statt. Der Markt bietet neben der zusätzlichen Lebensmittelversorgung in der Innenstadt auch anderen Händlern eine Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen.

Der dienstags in Helfe stattfindende Wochenmarkt wird wie gewohnt von 7 bis 13 Uhr fortgeführt. Der Freitagsmarkt auf dem Friedrich-Ebert-Platz sowie der samstags stattfindende Wochenmarkt auf der Springe bleiben ebenfalls bestehen.

„Mit Nachhaltigkeit und Gemeinwohl raus aus der Corona- und Klimakrise!“

13. April 2021

Ein Informationsabend zur Gemeinwohl-Ökonomie

Die Corona-Pandemie schärft auch das Bewusstsein für wirklich Wichtiges. Was können wir für die Zukunft aus der Krise lernen? Gibt es Alternativen zum Gewinnstreben? Wie sieht ein ethisches Wirtschaftsmodell aus? Was ist eine „Gemeinwohl-Bilanz“ und wie kann sie das Wohl aller Menschen auf der Welt und die Mitwelt selbst mehren?

Zu diesem digitalen Vortrags- und Diskussionsabend lädt die Regionalgruppe Ennepe, Ruhr & Wupper der Bewegung Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) am Donnerstag, 6. Mai, 19 Uhr, in Kooperation mit dem AllerWeltHaus, ein.

Aktueller Erfolgsindikator für die Wirtschaft ist das Bruttoinlandprodukt (BIP). Ist das ausreichend? Zukunftsfähiges gemeinwohlorientiertes Wirtschaften für die gesamtgesellschaftliche Lebensqualität wäre der richtige Ansatz für ein anderes Wirtschaften und wird durch die Gemeinwohl-Ökonomie „gemessen“, die ein ethisches Wirtschaftsmodell etabliert. Das Wohl von Mensch und Umwelt wird zum obersten Ziel des Wirtschaftens. Grundlegende Basiswerte der GWÖ sind die Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitentscheidung.

Im Anschluss an den Vortrag wird es die Möglichkeiten für Fragen und Raum für einen Austausch geben. Der Vortrag findet über ZOOM statt und ist kostenlos. Eine Anmeldung ist bis zum 3.5.21 unter info@allerwelthaus.org oder telefonisch 02331-21410 möglich.

Hausbesitzern droht Preisverfall

8. April 2021

Alarmsignale am Hagener Wohnungsmarkt: Experten warnen nicht bloß vor weiteren Wertverlusten bei den Mietwohnungen, sondern auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern. (…)

Quelle: WPWR Hagen, 6. April 2021 oder hier (Bezahlschranke)

Anmerkung: Ein Phantasieprodukt aus der lokalen Niederlassung der Funke-Mediengruppe.

Die Angaben in dem Artikel beziehen sich auf ein bereits Anfang November 2020 veröffentlichtes Gutachten, das im Auftrag des NRW-Kommunalministeriums vom GEWOS Institut für Stadt-, Regional-, und Wohnforschung GmbH Hamburg in der Zeit von Oktober 2019 bis Oktober 2020 erarbeitet wurde.

Zu Immobilienpreisen findet sich in dem 88-seitigen Papier nur der allgemein auf die Gesamtsituation in NRW gemünzte Satz: „Für die individuellen Hauseigentümerinnen und -eigentümer wirken sich Leerstände negativ auf die Verkaufschancen und -preise aus. Leere Wohnungen tragen dazu bei, dass Nachbarschaften an Attraktivität verlieren und ein schlechtes Image erhalten (Abwärtsspirale).“

Von Wertverlusten speziell am Hagener Wohnungsmarkt, wie vom Heimatblatt suggeriert, ist dort an keiner Stelle die Rede. Dass sich angesichts vergleichsweise günstiger Mieten in Hagen „bereits der Preisverfall“ widerspiegele, ist offenbar allein der Phantasie des WPWR-Autors entsprungen.

Die Erhebungen verschiedener Immobilienportale ergeben jedenfalls ein anderes Bild: Danach steigen die Mietpreise kontinuierlich an, die Verkaufspreise von Ein- und Zweifamilienhäusern ebenso.

So sehen die Zahlen beispielsweise bei wohnungsboerse.net für Hagen aus: Demnach stieg die durchschnittliche Quadratmeter-Miete einer 30qm-Wohnung bei Neuvermietungen zwischen 2011 und 2020 um 41 Prozent, bei einer 60qm-Wohnung um 20 Prozent und bei einer 100qm-Wohnung um 23 Prozent.

Der Kaufpreis für ein Haus mit einer Wohnfläche von 100 qm erhöhte sich im selben Zeitraum im Durchschnitt um 47 Prozent, bei einem Haus mit 150 qm waren es 55 Prozent und bei einem Haus mit 200 qm betrug die Steigerung des Kaufpreises noch 28 Prozent.

Für seine alarmistischen Behauptungen vom „Preisverfall“ führt das Blatt keinerlei Belege an. Die positive Nachricht wären die nach wie vor moderaten Mieten in Hagen gewesen – aber das ist der WPWR keine Headline wert.

Alter Hasper Bahnhof wird aus Dornröschenschlaf wachgeküsst

6. April 2021

Die „Area52 GmbH“ aus Ennepetal hat die insgesamt 41.000 Quadratmeter großen Flächen von Holzhändler Wolfgang Schürmann, der Stadt sowie dem Bundeseisenbahnvermögen erworben und will auf dem Gelände vier Produktionshallen für mehr als 200 Beschäftigte errichten – Investitionsvolumen: ca. 60 Millionen Euro. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Angebracht ist eine gesunde Skepsis, sowohl was die Größe des Unternehmens angeht als auch die angeblich „ökologischen“ Produkte, die der Artikel erwähnt, auf die sich aber auf der Firmen-Homepage keinerlei Hinweis findet. Der Beitrag nennt es eine „Produktmission“, also etwas das noch gar nicht existiert. Der Geschäftführer „möchte durch Variabilität und Diversifikation der Kompetenzen nicht bloß eine ganz eigene Job-Gravitation mit seinem Unternehmen entwickeln, sondern seinen Angestellten auch jene Entfaltungsmöglichkeiten eröffnen, um ihre wahren Stärken zu entdecken und gewinnbringend einzubringen“, heißt es weiter – natürlich ohne jede kritische Anmerkung zu diesem sinnfreien Geschwurbel.

Bisher residiert die GmbH in einer Halle mit ca. 1.000 Quadratmeter Grundfläche in Ennepetal, der Gewinn betrug laut Jahresabschluss 2019 308.000 Euro, die Bilanzsumme 948.000 Euro. Zukünftig will die Firma in Hagen „als infrastruktureller Teil der Stadt wahrgenommen werden“. Ein hoher Anspruch, der mit dem „Orange Baby Mikrofaser Trockentuch“ oder dem „Purple Monster Mikrofasertuch“, „das weltweit dickste Mikrofaser Detailing Tuch auf dem Fahrzeugpflegemarkt“ – beides Putzlappen aus dem Angebot der „Area52“ für den blechernen Liebling – sicherlich einzulösen ist.

Ob da am Ende allerdings etwas „wachgeküsst“ wird, um die Stadt voranzubringen, bleibt erst einmal abzuwarten. Die Hoffnung ist vermutlich vergebens, aber die Hasper Vorortpolitiker haben bereits angebissen. „Man muss auch mal Glück haben“, jubilierte laut WPWR bereits Bezirksvorsteher Wisotzki (SPD), umnebelt von wagen Arbeitsplatzversprechungen.

Für Widerspenstige hat der Putzlappenanbieter auch gleich ein passendes Produkt im Angebot: „Liquid Elements Clay Lube“; Produktbeschreibung: „Die genutzten Inhaltsstoffe schonen nicht nur die Knetmasse, sondern sorgen auch für ein enormes Gleitverhalten.“

Tja, da freut sich doch sogleich die örtliche Knetmasse und gleitet freudig erregt in die gewünschte Richtung.

Enervie will sich an Windrädern beteiligen

3. April 2021

Der Hagener Versorger Enervie wird sich an den beiden neuen Windrädern am Rafflenbeuler Kopf oberhalb der Selbecke beteiligen. Das erklärten Verantwortliche bei einer digitalen Informationsveranstaltung, zu der wiederum der Investor SL Naturenergie eingeladen hat.

Im Vorfeld dieser Veranstaltung hatten Anwohner beklagt, dass sie zu spät und nicht ausreichend über die neuen Windkraftanlagen am Rafflenbeuler Kopf informiert worden seien. (…)

Die Resonanz auf eine digitale Informationsveranstaltung des Investors SL Naturenergie, der die beiden Anlagen plant, baut und betreibt, war vor diesem Hintergrund überschaubar. „Rund 30 Teilnehmer hatten sich eingewählt“, so Maureen Nauen, Sprecherin des Unternehmens aus Gladbeck, das auch die Windräder auf Brechtefeld realisieren will. „Wir haben die Anwohner in einem Radius von zwei Kilometer Luftlinie rund um die Standorte eingeladen, außerdem Politiker. Wir hatten mit weitaus mehr Teilnehmern gerechnet.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Im Gegensatz zur veröffentlichten Meinung scheint sich der Widerstand gegen die Windräder doch eher in Grenzen zu halten.

„Frühjahrsbelebung“: 139 Arbeitslose weniger

2. April 2021

Um Euphemismen war die Arbeitsverwaltung noch nie verlegen. So auch bei der Präsentation der Hagener Zahlen für den Monat März: „Im März hat die Frühjahrsbelebung trotz des anhaltenden Lockdowns eingesetzt und am Arbeitsmarkt in Hagen zu sinkender Arbeitslosigkeit geführt. Die für die Jahreszeit typische Entwicklung fiel sogar stärker aus als im Schnitt der vergangenen Jahre“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen.

Dabei verminderte sich die Zahl der Arbeitslosen um gerade einmal 139 gegenüber dem Februar. Im Vergleich zum März letzten Jahres, den man eigentlich nur als Referenz hinzuziehen kann, waren es allerdings 1636 Arbeitslose mehr. Die Zahl der Arbeitslosen stieg entsprechend von 10.717 auf 12.353, die Quote von 10,7 auf 12,1 Prozent.

Und das sind nur die aufgehübschten Zahlen, weil eine Vielzahl von Erwerbslosen gar nicht mitgezählt werden. Das realistische Bild ergibt sich aus der Unterbeschäftigung, die sich im Zeitraum März 2020 bis März 2021 von 14.078 auf 15.275 erhöhte. Das entspricht einer Steigerung von 13,6 auf 14,6 Prozent.


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