Archive for the ‘02 Wirtschaft Hagen’ Category

Massiver Einbruch der Gewerbesteuern

8. September 2020

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind in Hagen im zweiten Quartal 2020 massiv eingebrochen.

Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, lagen sie nur noch bei knapp 9,3 Millionen Euro. Das ist ein Rückgang gegenüber dem zweiten Vierteljahr des Vorjahres um 70,3 Prozent oder 21,9 Millionen Euro. In II/2019 betrugen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer noch 31,2 Millionen Euro.

Für das gesamte Jahr 2020 rechnet die Kämmerei mit einem Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 46,6 Millionen Euro (Stand: 19.08.2020).

Zahl der Arbeitslosen weiter gestiegen

2. September 2020

Die Zahl der Arbeitslosen in Hagen ist im August um 150 oder 1,2 Prozent auf 12.834 gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um weitere 0,2 Punkte auf 12,6 Prozent. Vor genau zwölf Monaten waren es 2.458 Arbeitslose weniger, die Quote lag bei 10,3 Prozent.

Stellen-Abbau bei Weltmarktführer Wälzholz in Hagen

28. August 2020

Das in Hagen ansässige Top-Unternehmen reduziert seine deutsche Belegschaft. Auch der Hagener Standort ist betroffen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Spionage, Erpressung – und ein Todesfall?

27. August 2020

VW-Fehde mit Zulieferer Prevent

Seit Jahren streiten sich VW und der Zulieferer Prevent. Mittlerweile geht es auch um einen Lauschangriff, ein abgebranntes Gehöft – und womöglich um einen Toten in einem Autowrack. Ermittler suchen nach Zusammenhängen.

Auf einem abgelegenen Feld in Rottorf in der Nähe von Helmstedt in Niedersachsen hat die Feuerwehr einen Toten in einem ausgebrannten Auto gefunden. Ob es sich um ein Verbrechen oder um einen Suizid handelt, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Schnell hat aber ein Bericht der „Helmstedter Nachrichten“ die Runde gemacht, dass es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter von Volkswagen handeln könnte.

Damit aber bekäme die Angelegenheit möglicherweise eine völlig neue Dimension: Denn der VW-Mitarbeiter, auf den die Zeitung anspielt, gilt als Verdächtiger in einer Abhöraffäre, die zurzeit den gesamten Konzern in Atem hält. Bei den mitgeschnittenen Gesprächen ging es um einen Zulieferer, mit dem der Konzern seit Jahren im Clinch liegt. Und sie offenbaren, wie ruppig der Ton in dieser Branche bisweilen ist.

Noch sind es nur erste Hinweise, denen die Staatsanwaltschaft Braunschweig nachgeht. Noch ergeben die Mosaiksteine kein klares Bild. Doch es lohnt sich nachzuforschen – denn dahinter könnte sich ein Krimi verbergen, wie ihn die deutsche Wirtschaft der Nachkriegszeit noch selten erlebt hat. (…)

Quelle: Spiegel

Anmerkung: Nach Angaben des Handelsblatts war auch das Hagener Unternehmen TWB Thema in den heimlich bei Volkswagen aufgenommen Gesprächen.

Ein Suizid durch Selbstverbrennung? Mehr als unwahrscheinlich. Die Selbstverbrennung ist eine extrem schmerzhafte Suizidmethode. Die Furcht vor diesen Schmerzen ist es auch, die dazu führt, dass manche Opfer von Hochhausbränden einen Sprung in den sicheren Tod dem Verbrennen bei lebendigem Leib vorziehen.

Druckerei Domröse in Insolvenz

26. August 2020

Das Sterben der „Schwarzen Kunst“ in Hagen setzt sich fort

Im Firmenverzeichnis des Hagener Adressbuchs von 1990 finden sich unter der Rubrik „Druckereien“ noch 34 Einträge. Davon ist heute nur noch eine Handvoll übrig geblieben, die meisten dieser Betriebe sind von der Bildfläche verschwunden.

Jetzt hat es auch die Druckerei Domröse in der Eckeseyer Schillerstraße erwischt. Im nun vom Amtsgericht Hagen anberaumten Insolvenzeröffnungsverfahren wurde der Herdecker Rechtsanwalt Ernst Wiesner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Das ursprünglich 1970 unter der Firmierung Domröse + Kreis als Satzbetrieb gegründete Unternehmen war zuerst an der Goldbergstraße und später in Wehringhausen ansässig. Das Computer-Zeitalter war noch weit entfernt, und man arbeitete in Blei – mit Linotype-Zeilengussmaschinen.

2014 war schon die Firma MBR-Druck von der Bildfläche verschwunden. Der Betrieb wurde 1981 als Familienunternehmen gegründet. Nachdem die Gründer 2009 in den Ruhestand gingen und das Unternehmen deshalb verkauften, meldeten ihre Nachfolger fünf Jahre später Insolvenz an. Anschließend wurde die Gesellschaft wegen Vermögenslosigkeit von Amts wegen gelöscht.

Ein Traditionsbetrieb mit noch viel längerer Geschichte ging ein Jahr später unter. Die 1889 am Boeler Kirchplatz als Buchbinderei gegründete Druckerei Schröder war 2015 pleite. Einem breiteren Publikum wurde der Traditionsbetrieb als Produzent der jährlichen Kunstkalender mit Motiven von Emil Schumacher bekannt.

Die Anzahl der Betriebe in der deutschen Druckindustrie geht seit Jahren kontinuierlich zurück. 2008 waren es noch 10.710, 2018 nur noch 7.719. Die Zahl der Beschäftigten reduzierte sich im selben Zeitraum von 172.170 auf 130.070.

Alte Molkerei Hagen: Auf diese Lösung setzen neue Besitzer

18. August 2020

Der Verkauf des Areals in Hagen zeigt einmal mehr die riesige Entwicklungskraft eines neuen Viertels in der Stadt.

Das 4700 Quadratmeter große Gelände der ehemaligen Molkerei zwischen dem Bauhaus und der Spedition Hugo Petri an der Eckeseyer Straße hat den Besitzer gewechselt. (…)

Das Unternehmen kann sich vorstellen, an dieser Stelle ein 4- bis 5-Sterne-Hotel zu errichten. Ein Plan, den vor zwei Jahren schon einmal ein Investor in Hagen verkündete und dann verschwand. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Eine echte Schnapsidee. Auch der „Investor“ weiß offenbar nicht so recht, was er da erworben hat. Das Blatt zitiert ihn mit den Worten: „Ein Hotel können wir uns an der Stelle sehr gut vorstellen.“ Also ohne Umfeld und direkt an einer stark befahrenen Bundesstraße, umzingelt von Gewerbeflächen und ausladenden Bahnanlagen. „Aber das muss nicht die finale Lösung sein. Unser Unternehmen möchte gerne auch wissen, was Hagen an dieser Stelle braucht.“

Autor Mike Fiebig, der auch schon andere „Investoren“ hoch geschrieben hat (die anschließend in die Pleite rutschten) ist wieder einmal ganz begeistert: „Am Beispiel der alten Molkerei kann man aktuell sehen, welche Entwicklungskraft im Nahbereich rund um die künftige Westside hinter dem Bahnhof steckt.“

Schimmel, Ratten, nicht funktionierende Heizung

14. August 2020

Wieder Kontrollen in Wohnungen der Deutschen Grundbesitz AG (DEGAG)/Altro Mondo

Bereits im September 2019 wurden neben anderen Kommunen in Hagen an drei Standorten (Vorhalle, Brockhausen und Elsey) Wohnungen der Deutschen Grundbesitz AG (DEGAG), die von der Altro Mondo verwaltet werden, aufgesucht. In fast allen Objekten gab es Brandschutzmängel, zudem tauchten Schimmelbefall, defekte Klingel- und Sprechanlagen sowie fehlende Haus- und Flurbeleuchtung auf. Ein Aufzug konnte nicht genutzt werden, teilweise funktionierte die Heizung nicht. In Außenbereichen gab es Ratten.

Nach Rückmeldung aus den Kommunen sind zahlreiche damals aufgedeckten Missstände nicht oder nur unzureichend behoben worden. Aus diesem Grund fand gestern, Donnerstag 13. August, erneut eine vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung initiierte Kontrollaktion unter Beteiligung der Stadt Hagen statt.

„Zahlungsrückstände für Wasser-, Abwasser-, Strom- und/oder Wärmeleistungen oder Maßnahmen zur Instandhaltung werden oftmals erst auf wiederholtes Tätigwerden von Behörden betrieben. Das ist kein verantwortungsbewusstes Verhalten eines Unternehmens und schadet dem Vertrauensverhältnis zwischen Mieter- und Vermieterschaft. Die Landesregierung steht an der Seite der Mieterinnen und Mieter. Gemeinsam mit den Kommunen decken wir Missstände auf. Die Initiative zeigt aber auch: Unsere Arbeit hat in einzelnen Wohnungsbeständen auch zu Verbesserungen geführt“, sagte NRW-Bau- und Kommunalministerin Ina Scharrenbach.

KB Schmiedetechnik rettet sich aus der Insolvenz

11. August 2020

Die Gesenkschmiede KB Schmiedetechnik beendet erfolgreich ihre Insolvenz in Eigenverwaltung. Die Firma beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. (…)

Quelle: wp.de

Schallende Ohrfeige für entlassene Kollegen

10. August 2020

TWB-Betriebsrat erhebt Vorwürfe gegen Ratskandidaten der SPD

Als „eine schallende Ohrfeige“ für alle 430 Arbeitskollegen, die beim Hagener Automobilzulieferer Prevent TWB ihren Arbeitsplatz verloren haben, bezeichnet ein Betriebsrat der Firma die Nominierung von Milazim Jusaj seitens der SPD Hagen als Kandidaten für den Stadtrat.

Er sei „einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass bei TWB die Tore geschlossen wurden“ wirft Betriebsrat Mete Ulusoy dem Kandidaten Jusaj vor, der von seiner Partei für den Wahlbezirk Kabel-Bathey-Garenfeld nominiert und auf Platz 11 der Reserveliste gesetzt wurde.

Trotz seiner über 20-jährigen Mitgliedschaft im Betriebsrat habe Jusaj sich in der entscheidenden Phase komplett passiv verhalten und nichts zum Kampf um die Arbeitsplätze beigetragen. Dabei hätte er mit seiner Erfahrung einen Beitrag dazu leisten können, den Verlauf entscheidend zu verändern.

Anstatt also jemanden zu nominieren, der Qualifikation und Kompetenz mitbringt, so Ulusoy weiter, erhoffe man sich seitens der SPD-Führung wohl, dass Milazim Jusaj genügend Stimmen mobilisieren könne, wie schon bei seiner „ominösen“ Wahl zum Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins Boele-Kabel-Garenfeld (siehe: „Die wollten uns weghaben“).

„Mit Verantwortungsbewusstsein, Mut oder Führungsqualitäten hat er sich bei TWB keinen Namen gemacht“, so das Betriebsratsmitglied. „Ich erwarte von der SPD, diesen fahrlässigen Fehler zu korrigieren und diese Nominierung rückgängig zu machen.“

Sinn: Insolvenzverfahren eröffnet

5. August 2020

Aber Modekette will schon in zwei Monaten wieder auf eigenen Füßen stehen

Hagener Sinn-Filiale im ehemaligen Horten-Kaufhaus am Friedrich-Ebert-Platz. Foto: Klaus Bärwinkel (CC BY-SA 4.0).

Das Hagener Amtsgericht hat am Samstag über das Vermögen des Modefilialisten Sinn GmbH das Insolvenzverfahren wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Bereits zuvor hatte sich das Unternehmen mit Zentrale in Hagen-Bathey drei Monate in einem sogenannten „Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung“ befunden.

In der Geschäftsleitung übt man sich in Optimismus: Nach eigenen Angaben will Sinn das Insolvenzverfahren trotz anhaltender Corona-Pandemie schon bis Ende September hinter sich gelassen haben. Immerhin wurden während des Schutzschirms zwei zusätzliche Häuser in Essen und in Unna eröffnet.

Der Essener Anwalt Ralf Weidmann, der Sinn bereits während des Schutzschirmverfahrens begleitete, wurde vom Amtsgericht zum Sachverwalter des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung ernannt.

Für das 1850 gegründete Unternehmen ist es nicht das erste Insolvenzverfahren. Schon 2008 stellte die Modekette, damals unter dem Namen SinnLeffers GmbH, einen Antrag auf Planinsolvenz. Für 23 Verlusthäuser wurden die Mietverträge gekündigt, für die verbleibenden 24 konnten bessere Konditionen ausgehandelt werden. Im Februar 2009 wurden 23 Filialen geschlossen und 1.500 Mitarbeiter entlassen, auch am Hagener Stammsitz.

Im September 2016 stellte die SinnLeffers GmbH einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung. Das Insolvenzverfahren wurde im Juli 2017 aufgehoben, nachdem die Gläubiger einem Insolvenzplan zugestimmt hatten.

Die Hagener Filiale des Modehauses residiert im ehemaligen Horten-Kaufhaus, heute Bestandteil der Volme-Galerie. Sinn ist dort der Hauptmieter; sollte das Unternehmen nicht aus der Insolvenz herauskommen, dürfte auch die Existenz der schon heute in Teilen leer stehenden Shopping-Mall auf dem Spiel stehen.

Arbeitslosenzahlen steigen in Hagen weiter

31. Juli 2020

Im abgelaufenen Monat ist die Arbeitslosigkeit in der Stadt Hagen stärker gestiegen als noch im Juni. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Juli um 320 oder 2,6 Prozent auf 12.684. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit um  0,3 Punkte auf 12,4 Prozent. Im Juli 2019 waren es 2.350 Arbeitslose weniger, die Quote lag bei 10,3 Prozent.

Die Unterbeschäftigungsquote, die Arbeitslosigkeit realistischer abbildet, da hier auch in der offiziellen Arbeitslosenstatistik nicht mehr erfasste Erwerbslose wie beispielsweise Über-58-Jährige mitgezählt werden, liegt sogar bei 14,6 Prozent.

„Obwohl der Einsatz von Kurzarbeit einen noch stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert hat, sorgen die Corona-Folgen und die üblichen Auswirkungen der Hauptferienzeit in Hagen für den vierten Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Folge und damit für eine weitere Verschlechterung der Arbeitsmarktlage. Die Arbeitslosmeldungen nach Erwerbstätigkeit und Ausbildung sind wieder gestiegen. Dagegen bleibt die Zahl von Menschen, die aktuell eine neue Beschäftigung oder Ausbildung finden, weit dahinter zurück“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen.

Die Kurzarbeit sei auf einem neuen Höchststand. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Abrechnungen und Auszahlungen schnell und zuverlässig vorzunehmen. Inzwischen sind zumindest für den gesamten Agenturbezirk die tatsächlichen Kurzarbeiterzahlen aus der ersten Phase der Coronazeit bekannt. Im März waren es 1937 Betriebe mit 15.000 Kurzarbeitern.“

Ladenmieten in Hagen: So viel zahlen die Einzelhändler

28. Juli 2020

Aktuelle Zahlen liefern Einblicke in einen sonst intransparenten Markt: Bei Ladenmieten im Einzelhandel gibt es in Hagen gewaltige Spannen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Ausgerechnet die Hagener SPD-Spitze mit ihrem OB-Kandidaten Wolfgang Jörg geriert sich als Interessenvertreter der Immobilieneigentümer mit den höchsten Mietforderungen in den teuersten Lagen im Stadtzentrum (siehe hier). Soviel heimische Spezialdemokratie war selten. Sollte bereits eine Fusion mit den Restbeständen der Hagener FDP auf der Agenda vermerkt sein?

Ein Paradebeispiel für Ignoranz

23. Juli 2020

Hagener Thalia-Kette verkauft weiter Hildmann-Bücher

Anfangs wurde er noch müde belächelt. Attila Hildmann, ein Kochbuchautor aus Berlin, der plötzlich zum Sprachrohr der Corona-Verschwörungstheoretiker wird, Demos organisiert und mit antisemitischen Mythen seine Telegram-Gruppe bespielt.

Inzwischen ist klar: Hildmann ist nicht einfach nur ein bisschen falsch abgebogen. Hildmann ist knallhart rechtsextrem. Er hetzt, er pöbelt und er droht. Und spätestens jetzt wäre es angebracht, Hildmann keine weitere Bühne zu bieten – schon gar nicht finanziell.

Doch die Buchhandlungskette Thalia sieht das etwas anders. Sie will die Kochbücher des 39-Jährigen zunächst im Sortiment behalten. Denn: Die Diskussion solle “nicht am Kochbuchregal, sondern gesamtgesellschaftlich geführt werden”, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). (…)

Quelle: RND

Armes Hagen

16. Juli 2020

Die Stadt Hagen zählt zu den Kommunen in Nordrhein-Westfalen mit den niedrigsten Durchschnittseinkommen seiner Bürger. Das ergibt sich aus den jetzt veröffentlichten Zahlen des statistischen Landesamts it.nrw für das Jahr 2016.

Mit einem durchschnittlichen Einkommen von 34.072 Euro liegt Hagen damit auf Platz 372 von insgesamt 396 Städten und Gemeinden des Landes. In den letzten Jahren ging es stetig bergab: 2010 erreichte die Stadt noch Rang 358, 2013 Platz 368 und 2015 lag Hagen an 369. Stelle.

Das tatsächliche Pro-Kopf-Einkommen dürfte noch viel niedriger liegen, denn zusammen veranlagte Ehegatten werden bei dieser Erhebung als ein Steuerpflichtiger gezählt.

Die Zahlen beruhen auf den Ergebnissen der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2016. Sie können erst jetzt veröffentlicht werden, weil die anonymisierten Steuerdaten von den Finanzbehörden frühestens nach Abschluss aller Veranlagungsarbeiten für statistische Auswertungen zur Verfügung gestellt werden. Die hier veröffentlichten Informationen sind damit die aktuellsten, die derzeit verfügbar sind.

Kaum vermietet, schon weitergereicht

6. Juli 2020

US-Vermögensverwalter kauft das neue Einkaufszentrum in Westerbauer

So geht das heute in der Immobilienszene: Kaum sind die Mietverträge unter Dach und Fach, wird das Objekt bereits weiterverkauft. Wie jetzt beim neuen Zentrum im Hagener Stadtteil Westerbauer.

Dort entstanden in den letzten Jahren auf dem früheren Gelände von Brandt-Zwieback mehr als 9.100 m² Einzelhandels- und Büroflächen. Entwickelt wurde das Objekt von der HD Investitions- und Verwaltungsgesellschaft. Die hat das Zentrum nun an Nuveen Real Estate veräußert.

Nuveen ist ein 1898 in Chicago gegründeter amerikanischer Vermögensverwalter und eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Finanzplanungsunternehmens TIAA (Teachers Insurance and Annuity Association of America), das u.a. Pensionsfonds für Professoren US-amerikanischer Universitäten verwaltet.

Das Unternehmen gilt als eines von einer begrenzten Anzahl nichtstaatlicher Geldverwalter weltweit, die in den letzten Jahren ein Vermögen von mehr als einer Billion Dollar verwaltet haben, und eines von nur wenigen, die nicht Teil einer größeren Organisation sind, die Privatkunden- oder institutionelle Bankgeschäfte in großem Maßstab anbietet.

Die Nutzflächen im neuen Zentrum in Westerbauer sollen nach Medienberichten fast vollständig vermietet sein; die Handelsflächen im Wesentlichen an Rewe, dm und Aldi. Zudem gibt es ein Fitnessstudio. Bürohauptmieter ist die Verwaltung von Zwieback-Brandt, die zuletzt ihren Sitz im Zentrum von Haspe hatte.

Dazu soll noch ein „Gesundheitszentrum“ auf dem Areal eröffnet werden. Neben einer Tagespflege des DRK, einer Apotheke und einer Praxis für Physiotherapie sollen Arztpraxen und weitere medizinnahe Angebote folgen.

Käufer Nuveen Real Estate scheint jedenfalls mit dem Neuerwerb zufrieden zu sein. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte laut Medien: „Der hohe Anteil an systemrelevanten und onlineresistenten Mietern liefert konstante Einnahmen für den Fonds.“

Projekt zur Eingliederung Langzeitarbeitsloser

3. Juli 2020

Die Integration langzeitarbeitsloser Menschen aus Altenhagen und Wehringhausen in eine Beschäftigung: Dieses Ziel verfolgen die Stadt Hagen und verschiedene Netzwerkpartner mit dem neuen Stadtteilprojekt „Gemeinsam für Hagen“ im Rahmen des Programms BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier). In Wehringhausen fand jetzt ein erster Workshop statt.

Als Partnerprogramm des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ legt BIWAQ den Fokus auf benachteiligte Stadt- und Ortsteile und fördert Projekte zur Integration in Arbeit und zur Stärkung der lokalen Ökonomie.

Die Stadt Hagen fördert gemeinsam mit der agentur mark, dem Caritasverband Hagen e.V. und der Diakonie Mark-Ruhr gGmbH mit dem Projekt „Gemeinsam für Hagen“ die Soziale-Stadt-Quartiere Wehringhausen und Altenhagen. Die Zielgruppe sind langzeitarbeitslose Männer und Frauen ab 27 Jahren. Das schließt auch Bewohner mit Migrationsbiografie ein, beispielsweise Neuzuwanderer aus der Europäischen Union.

Das Hagener Projekt wird im Rahmen des Programms BIWAQ durch das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

„Im Sinne der nachhaltigen Mobilität“

2. Juli 2020

Wirtschaftslobby fordert: E-Autos auf Busspuren


Sehr schön auf diesem Video zu sehen: Endlich werden die Fahrgäste in den Bussen nicht mehr durch Blechlawinen behindert.

Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), der Handelsverband Südwestfalen und die Kreishandwerkerschaft Hagen fordern die Öffnung der Busspuren auf der Körnerstraße in Hagen für E-Fahrzeuge.

„Seit einem halben Jahr sind jeden Werktag in Spitzenzeiten Rückstaus von mehr als 50 Fahrzeugen Richtung Innenstadt auf der Körnerstraße zu beobachten“, hat Klaus Willmers, Geschäftsführer des Handelsverbandes Südwestfalen, festgestellt und räumt gleichzeit ein: „Zugleich fließt der Busverkehr wie gewünscht auf den Busspuren.“

Vor der Einrichtung der Busspur standen die 50 Fahrzeugen in zwei Reihen zu je 25 vor der Ampel an der Einmündung Karl-Marx-Straße und kamen auch nicht schneller voran, da es hinter der Kreuzung auf nur einer Spur weitergeht. Dabei blockierten die Fahrzeuge, in denen in der Regel nur eine Person sitzt, den Busverkehr. Dessen Fahrgäste freuen sich dagegen nun über ein zügiges Vorankommen.

„Im Sinne der nachhaltigen Mobilität und einer attraktiv erreichbaren Innenstadt, sollten Politik und Verwaltung eine Öffnung der Busspuren für E-Fahrzeuge auf der Körnerstraße durchsetzen. Das macht den Umstieg auf E-Fahrzeuge attraktiver und unterstützt den Einzelhandelsstandort“, so die Wirtschaftslobby weiter.

Eine Öffnung für E-Autos bedeutete aber praktisch die Abschaffung der gerade als einen ersten Schritt hin zu einer Verkehrswende eingerichteten Busspuren, da es kaum kontrollierbar wäre, dass sich auch Verbrenner sogleich im großen Stil wieder einreihen würden.

„Wenn potentielle Einkäufer von außerhalb in die Stadt kommen, werden sie das – so lange der Bahnhof und seine Umgebung so aussehen wie heute – nur im Ausnahmefall mit Bus und Bahn machen. Sie kommen mit dem Auto. Wenn man dann feststellt, dass gleich aus welcher Himmelsrichtung man sich der Innenstadt mit dem Auto nähert, Abbiegerspuren und Auffahrtsrampen gesperrt und Staus und Umwege an der Tagesordnung sind, überlegt man es sich zweimal, ob man in Hagen oder einer anderen Stadt einkaufen oder arbeiten geht“, so SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat.

Auch andere Städte unternehmen (gezwungenermaßen) Schritte zur Eindämmung des motorisierten Individualverkehrs. So wird beispielsweise in Dortmund die Einfahrt aus südlicher Richtung in die Innenstadt mit Pförtnerampeln geregelt, die nur soviel Verkehr durchlassen, wie es als verträglich angesehen wird. Auf einer der Haupteinfallschneisen aus östlicher Richtung ist eine der beiden Richtungsfahrbahnen sowohl für Lkw als auch für den klassischen Individualverkehrs gesperrt.

Da wird man es sehr wohl zweimal überlegen, ob man in dieser anderen Stadt oder vielleicht doch besser in Hagen einkaufen geht.

Arbeitslosigkeit in Hagen steigt

2. Juli 2020

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind am Arbeitsmarkt weiter zu spüren. Die Zahl der Arbeitslosen in Hagen stieg im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2.130 auf 12.364 Menschen. Die Quote lag im abgelaufenen Monat bei 12,1 Prozent. Das waren 1,9 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr und 0,2 Punkte mehr als vor einem Monat.

Die mit 15,3 Prozent höchste Arbeitlosenquote in NRW meldet die Arbeitsagentur für die Stadt Gelsenkirchen.

Hagen: XXXL erhält die Baugenehmigung für Möbelhäuser

2. Juli 2020

Noch vor der Sommerpause wird die Stadt Hagen endgültig die Baugenehmigung für das XXXL-Einrichtungshaus auf Haßley erteilen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Und nach der Sommerpause wird das Gejammer über fehlende Flächen für die gewerbliche Produktion wieder anheben.

Hagen: 41,5 Prozent in Corona-Kurzarbeit

30. Juni 2020

Studie zeigt regionale Unterschiede

Deutsche Unternehmen versuchen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise durch Kurzarbeit abzufedern. Regional ist die Quote dabei aber sehr unterschiedlich, hat die Hans-Böckler-Stiftung jetzt errechnet. So liegt die Kurzarbeiter-Quote in den meisten Städten und Kreisen des  Ruhrgebiets unter dem bundesweiten Durchschnitt von 31 Prozent.

Kurzarbeit werde in hohem Maße in Regionen genutzt, in denen die Metall- und Elektroindustrie verbreitet ist, insbesondere Standorte mit starker Automobilwirtschaft wiesen hohe Quoten auf, so die Autoren der Studie. In der Metropole Ruhr weist der Kreis Unna mit 46,7 Kurzarbeitern die höchste regionale Quote auf. Auch in Hagen (41,5 Prozent), Essen (36,1 Prozent) und im Ennepe-Ruhr-Kreis (45,4 Prozent) wurde für relativ viele Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Im Deutschland-Vergleich sind die Quoten in Emden (56,0 Prozent) und Wolfsburg (52,2 Prozent) besonders hoch.

40 Millionen: Diese Hagener Firmen bekamen Corona-Hilfe

25. Juni 2020

Wer hat in Hagen Corona-Soforthilfen beantragt? Und wie viel Geld ist dabei geflossen? Ein Überblick, welche Branchen besonders profitierten. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Bilanz der Corona-Soforthilfe NRW
Eine Übersicht der Bezirksregierung Arnsberg (pdf)

Einen Vergleich der Kreise und kreisfreien Städte im Regierungsbezirk Arnsberg gibt es ab der Seite 16. Es schließt sich ab Seite 23 eine Einzelbetrachtung dieser Kreise und kreisfreien Städte an. Daten zu den kreisangehörigen Gemeinden im Regierungsbezirk Arnsberg, auch nach Wirtschaftsbereichen aufgegliedert, folgen ab Seite 41.

Gemeindesteuer für alle Wirtschaftsbereiche

21. Juni 2020

SIHK-Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2020: Auch Freiberufler sollen zahlen

Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) hat ihren Wunschzettel zu den im September anstehenden Kommunalwahlen vorgelegt. In insgesamt zwölf Eckpunkten fassen die SIHK-Wahlprüfsteine die aus Sicht der regionalen Wirtschaft maßgeblichen wirtschaftspolitischen Leitlinien für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort zusammen.

Dabei reicht das Themenspektrum von Kommunalfinanzen, über Flächen, Infrastruktur, Verwaltung, Umwelt, Bildung bis hin zum Image von Wirtschaftsstandorten. Zudem werden kommunalpolitische Entscheidungsträger durch die Bewältigung der Corona-Krise gefordert.

Neben erwartbaren Floskeln wie „Freiheit und Verantwortung“ und „verantwortungsbewusste Unternehmerinnen und Unternehmer“ enthält das Papier einige Positionen, die in dieser Form in der Vergangenheit aus dem Wirtschaftslager nicht zu hören waren. Die werden auch gar nicht weit hinten versteckt, sondern gleich in Punkt 1 präsentiert: „Stabilität von kommunalen Steuern und Abgaben gewährleisten“.

Wer nun erwartet hätte, nun setze wieder das obligatorische Lamento über die ach so hohe Steuerbelastung für die gebeutelte Wirtschaft an, wird enttäuscht sein. Die SIHK greift im Gegenteil eine Forderung auf, die bisher eher aus Richtung kritischer Ökonomen und tendenziell linker politischer Strömungen kam.

Es sei „jetzt an der Zeit, mit einer tiefgreifenden kommunalen Finanzreform eine nachhaltige Lösung zu schaffen, die sich streng an das Konnexitätsprinzip hält“, hält die Kammer jenen Kommunalpolitikern den Spiegel vors Gesicht, die zwar seit Jahren formal ähnliche Forderungen stellen, diese aber aus Rücksichtnahme auf ihre Parteifreunde im Land und vor allem im Bund nie mit dem nötigen Nachdruck verfolgt haben.

Ein weiterer Stärkungspakt, wie ihn die alte rot-grüne Landesregierung NRW aufgelegt hatte und die mit Zwangsmaßnahmen gegenüber den Kommunen verbunden war, ist nach Ansicht der SIHK keine Lösung, da er nur „eine neue Welle von Erhöhungen der Realsteuerhebesätze“ in Gang setzte. In Hagen führte dieses Konstrukt zu einer massiven Steigerung der Gewerbe- und vor allem der Grundsteuer, die auch von den Mietern zu zahlen ist.

Hochverschuldete Kommunen wie Hagen hätten keine Aussicht, sich allein durch Sparmaßnahmen zu sanieren, meint die Kammer. Nur ein kommunaler Altschuldenfonds mache einen finanziellen Neubeginn möglich, so die SIHK.

Eine Einschätzung, die ein Grüppchen wie die FDP, die sich immer als Zuarbeiterin der Wirtschaft verstanden hat, geradezu erschüttern muss. In ihrem Kommunalwahlprogramm 2014 hatte die Partei noch stolz verkündet: „Die FDP hat als einzige Partei immer wieder auf echte Einsparungen gedrängt. Sie hat mehr Einsparvorschlägen zugestimmt als alle anderen Fraktionen im Hagener Rat.“ Und jetzt das.

Erst recht auf Zinne dürften die Freidemokraten durch ein weiteres Ansinnen der SIHK gebracht werden. Danach solle „eine verlässliche Finanzierungsgrundlage mit Hebesatzrecht“ geschaffen werden, „die alle in der Gemeinde wirtschaftlich Tätigen einbezieht“.

Das bedeutet im Klartext: Nicht nur Gewerbebetriebe, sondern auch land- und forstwirtschaftliche Betriebe sowie Freiberufler sollen in die Besteuerung einbezogen werden. Davon wäre dann etwa auch der Dentist Lars-Peter Hegenberg betroffen, als Hagener FDP-Vorsitzender Nachfolger des über zwielichtige Tweets gestolperten Uli Alda.

SIHK-Positionen zu den Kommunalwahlen 2020 (pdf)

Kaufhof Hagen bleibt

19. Juni 2020

Die krieselnde Handelskette Galeria-Karstadt-Kaufhof hat bekannt gegeben, welche 62 Filialen geschlossen werden. Während beispielsweise sowohl das Karstadt- als auch das Kaufhof-Haus auf der Dortmunder Einkaufsmeile Westenhellweg geschlossen werden, bleibt die Filiale in der Hagener Elberfelder Straße bestehen.

Nach Überzeugung der Unternehmensführung ist die Schließung von mehr als einem Drittel der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen der einzige Weg, um das Unternehmen zu retten.

Enervie schüttet aus …

14. Juni 2020

Jahresergebnis 2019 bringt Aktionären 8 Millionen Euro Dividende

Die Hauptversammlung der Enervie hat die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 8 Mio. Euro an die Aktionäre beschlossen. Grundlage hierfür ist das gute Ergebnis der Unternehmensgruppe in Höhe von 43,4 Mio. Euro vor Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019.

Die Stadt Hagen (42,7 Prozent), die Stadt Lüdenscheid (24,1 Prozent) sowie Remondis Wasser und Energie GmbH (19,1 Prozent) sind Hauptaktionäre der Enervie (Grundkapital 114,9 Mio. €).

Anteilmäßig erhalten somit die Stadt Hagen 3,42 Mio. Euro, die Stadt Lüdenscheid 1,93 Mio. Euro und der private Aktionär Remondis 1,53 Mio. Euro.

Hagen: Gefeierte Pflegekräfte erhalten kein Urlaubsgeld

12. Juni 2020

In der Corona-Krise wurden sie gefeiert – jetzt gucken sie in die Röhre: Das Allgemeine Krankenhaus Hagen streicht Mitarbeitern das Urlaubsgeld. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Hagen: Arbeitsmarkt weiter stark unter Druck

4. Juni 2020

Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit steigen erneut

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Hagen war auch im Mai von den Folgen der Pandemie geprägt. Die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Hagen stieg nochmals um über 500 oder 4,5 Prozent auf 12.100 und war damit für einen Monat Mai völlig untypisch. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit um 0,4 Punkte auf 11,9 Prozent. Vor einem Jahr waren es gut 2.000 Arbeitslose weniger, die Quote nur 10,0 Prozent.

Die sogenannte Unterbeschäftigungsquote, in der auch diejenigen Arbeitslosen erfasst werden, die in der offiziellen Statistik nicht mehr auftauchen – dazu gehören u.a. die Über-58-jährigen – lag im Mai bei 14,1 Prozent. Im Mai 2019 waren es noch 13,0 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit steigt, weil weniger Menschen aktuell eine Beschäftigung finden. Derzeit wird kaum eingestellt, und gleichzeitig sind so viele Unternehmen in Kurzarbeit wie noch nie. Seit Beginn des Shutdowns Mitte März haben fast 1.800 Unternehmen in Hagen Kurzarbeit für mehr als 31.000 potentiell betroffene Arbeitnehmer angezeigt, im gesamten Agenturbezirk sogar nahezu 5.000 Betriebe mit 75.000 möglichen Kurzarbeitern“, so Katja Heck, neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen.

Im Monat Mai haben weniger Hagener Unternehmen Kurzarbeit angezeigt als im Vormonat. Inzwischen haben in den vergangenen zehn Wochen seit dem Beginn des Shutdown insgesamt fast 1.800 Unternehmen aus nahezu allen Branchen Arbeitsausfälle für mehr als 31.000 potentiell betroffene Arbeitnehmer angezeigt. Das ist rund doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2009 während der Wirtschafts- und Finanzkrise.

Mit der schrittweisen Lockerung der Pandemiemaßnahmen sollte die Dynamik der Arbeitsmarktverschlechterung weiter abnehmen. Doch bis zu einer echten Besserung ist es noch ein weiter Weg. Wichtig ist die Entwicklung in den zahlreichen kurzarbeitenden Betrieben. Können sie die Arbeitszeitausfälle reduzieren? Die Antwort wird es erst in einigen Monaten geben, zumal viele Unternehmen für längere Zeit Kurzarbeit angemeldet haben. Dies bietet für sie aber auch die Chance, ihre Beschäftigten in dieser Zeit zu qualifizieren.

Zukunft von Thyssenkrupp in Hohenlimburg-Oege

29. Mai 2020

OB Schulz tauscht sich mit Betriebsräten aus

Vor dem Hintergrund der schwierigen und in Teilen ungewissen Lage im Stahlkonzern Thyssenkrupp hat sich Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz gestern mit dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden des Werkes in Hohenlimburg-Oege, Murat Gylac, weiteren Betriebsratsmitgliedern sowie dem 1. IG-Metall-Bevollmächtigten für Hagen, Jens Mütze, ausgetauscht.

Zunächst ließ sich OB Schulz über die im April ausgehandelten Umstrukturierungsmaßnahmen informieren, die unter anderem hohe Investitionen in die Technologie am Standort Oege vorsehen, zugleich aber auch einen merklichen Personalabbau mit sich bringen. Zum anderen waren die aktuellen Thyssenkrupp-Überlegungen Thema, nach denen die Hohenlimburger Sparte in einem anderen Konzernbereich angesiedelt werden soll.

Die Gewerkschafter zeigten im Gespräch mit dem Oberbürgermeister deutlich die Sorgen der Kolleginnen und Kollegen um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze auf.

Dem seitens des Betriebsrats geäußerten Wunsch an den Hagener Oberbürgermeister, sich im direkten Gespräch mit Vertretern der Thyssenkrupp-Konzernspitze noch einmal für die Umsetzung der Investitionsvorhaben am Standort in Hohenlimburg-Oege stark zu machen, wird Erik O. Schulz nach den Pfingstfeiertagen nachkommen.

Wieder Wochenmarkt in Wehringhausen

28. Mai 2020

Der Wochenmarkt in Wehringhausen findet ab Freitag, 29. Mai, von 7 bis 13 Uhr wieder statt. Weil die Umbauarbeiten auf dem Wilhelmsplatz laufen, gibt es einen neuen Standort in der Bismarckstraße.

An allen Autos, die dort aktuell oder dauerhaft parken, wurde bereits ein Informationsschreiben angebracht. Dieses weist darauf hin, dass auf der für den Wochenmarkt ausgewiesenen Fläche keine Parkplätze zur Verfügung stehen. Eine entsprechende Beschilderung ist auch vor Ort zu finden. Widerrechtlich parkende Fahrzeuge müssen am Freitag abgeschleppt werden.

Riepe: Anwohner reichen erneut ablehnende Stellungnahme ein

24. Mai 2020

Die Anwohner der umstrittenen Riepe-Expansionsfläche an der Knippschildstraße sind weiter gegen das Projekt. Daran ändern neue Pläne nichts. (…)

Anwohner-Anwalt Hendrik Kaldewei erklärt, dass die Anwohner das Vorhaben an dem vorgesehenen Standort nach wie vor als unverträglich ansehen würden: „Daran ändern auch die geringfügigen Planänderungen nichts.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Hagen: Mark-E-Kunden zahlen beim Gas ordentlich drauf

20. Mai 2020

Mark-E Kunden aus Hagen zahlen für die gleiche Menge Gas mehr als Kunden des Versorgers in anderen Städten. Die Differenz ist erheblich. (…)

Wer im Jahr 15.000 Kilowattstunden im Tarif „Fix Gas“ verbraucht und in Hagen lebt, zahlt dafür 1113,96 Euro. Wer allerdings sein Domizil nur wenige Kilometer weiter im Dortmunder Süden hat, für den ruft die Mark-E bei gleichem Verbrauch nur 897,36 Euro auf. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Neuer Vorstand bei Enervie

14. Mai 2020

Volker Neumann folgt ab 1. Mai 2021 Wolfgang Struwe

Die Aufsichtsräte der Südwestfalen Energie- und Wasser AG (ENERVIE) und der Mark-E Aktiengesellschaft haben Volker Neumann (52) zum 1. Mai 2021 als Vorstandsmitglied beider Unternehmen bestellt (Foto: Enervie). Der Vertrag hat jeweils eine Laufzeit bis zum 30. April 2026.

Volker Neumann, derzeit einer der Geschäftsführer der ENERVIE Vernetzt GmbH, der ENERVIE Service GmbH sowie Technischer Vorstand der Stadtentwässerungsbetrieb Lüdenscheid-Herscheid AÖR, tritt die Nachfolge von Wolfgang Struwe an, dessen Vertrag zum 30. April 2021 endet und der dann altersbedingt ausscheidet.

Volker Neumann wird in seinem Ressort ab 1. Mai 2021 folgende Themen verantworten:
Netze, Revision, Personal, Recht, Facilities, Standortmanagement, Arbeits- und Umweltschutz, Bäderbetrieb Lüdenscheid

Erik Höhne trägt ab 1. Mai 2021 – weiterhin als Sprecher des Vorstands – die Verantwortung für:
Finanzen, Rechnungswesen, Bilanzen, Treasury, Einkauf, Controlling/Risk, Informationstechnologie, Vorstandsbüro und Compliance, Energiehandel, Erzeugung incl. Wassergewinnung, Vertrieb, Kundenservice, Kommunalmanagement, Marketing, Unternehmenskommunikation, -entwicklung und Innovation.

Riepe-Expansion: Das Hagener Unternehmen muss umplanen

6. Mai 2020

Das öffentliche Interesse ist groß, der Anwohner-Protest massiv. Riepe hat deshalb einen neuen Plan entworfen. Doch die Widerstände blieben groß. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Arbeitslosigkeit steigt, Kurzarbeit auf Rekordniveau

1. Mai 2020

Die Arbeitsmarktentwicklung in der Stadt Hagen im April

Der April stand für den Arbeitsmarkt ganz im Zeichen von Corona. Die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Hagen stieg um 862 oder 8,0 Prozent auf 11.579 und hatte damit den höchsten Anstieg für den Berichtsmonat. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,8 Punkte auf 11,5 Prozent. Vor einem Jahr waren es 1680 Arbeitslose weniger, die Quote lautete 9,9 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit ist deutlich gestiegen, die Kräftenachfrage eingebrochen, Kurzarbeit ist das Mittel der Wahl. Inzwischen haben seit Mitte März über 1.500 Unternehmen in Hagen Kurzarbeit angezeigt, im gesamten Bezirk sogar über 4.400 – so viele wie nie zuvor. Aber jede Kurzarbeitsanzeige signalisiert auch die Bereitschaft, das Personal zu halten und auf Kündigungen zu verzichten“, beschreibt Maren Lewerenz, Chefin der Agentur für Arbeit Hagen.

„Positiv ist auch, dass viele Bildungsträger ihre Angebote online für die Kundinnen und Kunden fortsetzen konnten, sodass auch aktuell die Zeit für Qualifizierung genutzt werden kann. Hoffnung gibt auch, dass die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen nicht wie in anderen Regionen einbricht und so der Grundstein für einen guten Übergang Schule/Beruf gelegt werden kann.“

Geprüfte Kurzarbeitsanzeigen von Unternehmen in der Stadt Hagen stiegen im April nochmals an. Inzwischen haben insgesamt 1.557 Unternehmen Arbeitsausfälle für über 29.000 potentiell betroffene Arbeitnehmer angezeigt. Viele von ihnen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, sind das erste Mal von Kurzarbeit betroffen.

Weiterhin sind noch nicht alle Anzeigen geprüft und erfasst, doch hat die Dynamik bei den Eingängen inzwischen deutlich nachgelassen. Die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit steht immer erst nachträglich nach Prüfung und Bearbeitung der Anträge und der individuellen Abrechnungslisten fest.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2009, also während der Wirtschafts- und Finanzkrise, zeigten knapp 1.300 Betriebe für rund 34.600 Menschen im Agenturbezirk (Hagen und Ennepe-Ruhr-Kreis) Kurzarbeit an.

Die steigende Arbeitslosigkeit in Hagen resultiert weniger aus Personalfreisetzungen der Betriebe, sondern insbesondere aus den stark reduzierten Möglichkeiten, bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden. Die Zugänge bei den Arbeitslosen haben sich kaum verändert, aber die Abgänge sind fast um die Hälfte zurückgegangen. Freie Stellen werden kaum gemeldet. Entscheidend wird die Dauer der Beschränkungen sein und die Frage, wie schnell eine Rückkehr zur Normalität erfolgen kann.

„Ergebnis jahrzehntelanger Management-Fehler“

1. Mai 2020

Stellungnahme der Abgeordneten Nezahat Baradari, MdB, René Röspel, MdB und Wolfgang Jörg, MdL zu den Kündigungen bei ThyssenKrupp in Hagen und Olpe:

Es ist bestürzend und für die Region schwer zu verkraften: Das ThyssenKrupp-Werk in Olpe wird schließen und der Standort Hagen sich mehr als halbieren. Die katastrophalen Entscheidungen der Vergangenheit konnte auch die neue Geschäftsführung nicht wettmachen. Das Ergebnis war bereits lange erwartet. Sukzessiv wurden immer geringere Investitionen für die Standorte getätigt und dabei wichtige Instandhaltungsmaßnahmen nicht mehr umgesetzt. Das führte zwangsläufig zu Produktionsausfällen mit katastrophalen Auswirkungen für die Auftragslage.

„Wenn bei Audi oder Jaguar die Bänder still stehen, weil nicht mehr geliefert werden kann, ist das die Bankrotterklärung gegenüber den Kunden insgesamt“, kommentiert die Olper Bundestagsabgeordnete Nezahat Baradari (SPD) die Entwicklung. „Bei frühzeitigen Investitionen in die Fertigungsstraßen hätte es auch am Standort Olpe eine Zukunft gegeben. Federn und Stabilisatoren, beides Produkte, die in Hagen und Olpe produziert werden, werden auch in E-Autos gebraucht.“

Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Jörg (SPD) bekräftigt: „Es kommt jetzt auf alle Kolleginnen und Kollegen an. Betriebsbedingte Kündigungen müssen verhindert werden. Ziel muss sein, einen starken Sozialplan zu verhandeln, der die Kolleginnen und Kollegen von Arbeit in Arbeit überführt. Qualifizierung und Weiterbildung müssen im Mittelpunkt der Vereinbarungen stehen“, so der Abgeordnete.

„Wir brauchen jetzt klare Zusagen der Unternehmensführung“, äußert sich auch der Bundestagsabgeordnete René Röspel (SPD). „Die in Aussicht gestellten zweistelligen Millionenbeträge müssen jetzt schriftlich für den Standort Hagen zugesagt werden. Nur so können wir gewährleisten, dass alle Fertigungsverfahren weiter in Deutschland bleiben und eine Chance besteht, neue Märkte zu erschließen. Forschung und Prototypenherstellung sind dafür die Grundlage“.

Alle drei Abgeordneten sind der Überzeugung, dass ein Verhandlungserfolg zum Sozialplan wesentlich zur Entspannung der Situation führen könnte. Das bedeutet, dass das Unternehmen eine schriftliche Zusage über eine zweijährige Zeitachse mit einer Perspektive für die Beschäftigten beim Auslaufen des Standortes Olpe und zur Umstrukturierung des Standorts Hagen geben muss. Darüber hinaus müssen die mittleren zweistelligen Millionenbeträge am Standort Hagen konkretisiert werden. Betriebsbedingte Kündigungen müssen ausgeschlossen werden und es muss ein gemeinsames Unternehmensziel sein, die Kolleginnen und Kollegen von Arbeit in Arbeit oder in den Ruhestand zu begleiten.

Modekette Sinn geht ins Schutzschirmverfahren

29. April 2020

Die Modehandelskette Sinn – früher SinnLeffers – hat beim Amtsgericht Hagen den Antrag auf ein Schutzschirmverfahren gestellt. Wie Firmenchef Friedrich Wilhelm Göbel dem in Frankfurt erscheinenden Fachmedium TextilWirtschaft bestätigte, wurde das Insolvenzverfahren am Montag eröffnet.

Seit dem 18. März sind alle 25 Standorte des Unternehmens wegen des Corona bedingten Shutdown geschlossen. „Im März und April zusammengenommen haben wir 33 Mill. Euro zum Plan verloren“, erklärte Göbel. Bis zum Shutdown sei sein Unternehmen gesund gewesen. Nach seinen Worten ist der Hauptgrund für den Schritt in die zweite Unternehmensinsolvenz seit 2016, dass private Banken nicht in die Sicherung eines Teils der angestrebten staatlichen KfW-Kredite einsteigen wollten.

„Wir wollen grundsätzlich alle Häuser weiter betreiben und somit keine Arbeitsplätze abbauen“, kündigte der Firmenchef in der TextilWirtschaft an. Das Unternehmen beschäftigt 1.400 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 208 Mill. Euro. Er glaube, „dass wir in drei Monaten am Ziel sind und die Abstimmung über einen Insolvenzplan kurz nach Eröffnung der Insolvenz durchzuführen“, so Göbel.

Der Manager kritisierte die Politik hart für ihren Beschluss, zahlreiche Läden zu schließen. „Fakt ist, dass man wochenlang und bis heute kopflos und unstrukturiert Maßnahmen ergreift, von denen man überhaupt nicht weiß, ob sie sinnvoll sind.“ Selbstverständlich erfordere die Corona-Krise besondere Maßnahmen. „Aber für das Lahmlegen eines großen Teils einer ganzen Volkswirtschaft, wie wir sie jetzt sehen, braucht es meiner Meinung nach doch eine größere Bedrohung als Corona“, so Göbel. Sein Unternehmen lasse rechtliche Schritte gegen die staatlichen Schließungsregeln prüfen.

Grundsätzlich sieht er schwere Zeiten auch auf den Modehandel zukommen: „Die kommende Wirtschaftskrise mit vielen Millionen Arbeitslosen und Konsumverzicht wird uns alle hart treffen. Wie alle anderen Händler werden wir über eine lange Zeit mit Konsumzurückhaltung leben müssen“, so Göbel.

Thyssenkrupp streicht 160 Stellen in Hohenlimburg

28. April 2020

Thyssenkrupp hat gestern eine umfangreiche Restrukturierung der deutschen Standorte des Geschäftsbereichs Federn und Stabilisatoren beschlossen. Der Standort Hagen-Hohenlimburg soll produktseitig neu ausgerichtet und zu einem Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Fertigung von Federn und Stabilisatoren umgebaut werden.

Durch die „Optimierung der Produktionsprozesse“, so die Formulierung von Thyssenkrupp, entfallen bis Anfang 2022 in Hagen rund 160 Stellen. In den anstehenden Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaften werden die Details für eine sozialverträgliche Restrukturierung festgelegt.

Am Standort Hagen-Hohenlimburg werden seit 1925 Federn für Kunden aus der Automobilindustrie produziert. Derzeit ist hier eine Stammbelegschaft von rund 400 Mitarbeitenden beschäftigt. Zukünftig sollen alle Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten der Federn- und Stabilisatoren-Gruppe in Deutschland in Hohenlimburg gebündelt werden. Das umfasst den Prototypenbau, die Fertigung von Stabilisatoren für Kleinserien und das Ersatzteilgeschäft sowie die Federnproduktion für schwere Pkw bzw. Elektrofahrzeuge.

Wird Pandemie Europa zu Fall bringen?

23. April 2020

Corona-Bonds könnten auch Hagener Arbeitsplätze sichern

Der Anteil des Außenhandels im verarbeitenden Gewerbe in Hagen beträgt etwa 35 Prozent. Damit ist ebenfalls ein Drittel der Arbeitsplätze in diesem Sektor davon abhängig. Der größte Teil der Im- und Exporte wird mit Ländern der Europäischen Union abgewickelt. Es ist also auch im Hagener Interesse, in der augenblicklichen Situation Europa und vor allem den Euroraum stabil zu halten. Das sehen aber nicht alle so, vorneweg Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die zentrale Frage lautet: Führt die Corona-Pandemie zu einer neuen Finanzkrise, die sogar Europa sprengen könnte? Davor warnen linke wie konservative Wirtschaftswissenschaftler. Sie fordern deshalb Corona-Bonds – gemeinsame Anleihen der Euroländer. Eine Schicksalsfrage für die Europäische Union, über die am Donnerstag die Staats- und Regierungschefs in einer Videokonferenz verhandeln.

Die Mehrheit der EU-Staaten ist für Corona-Bonds. Doch Bundeskanzlerin und Finanzminister hören nicht auf den Rat der Experten. Sie blockieren den Vorschlag mit aller Kraft. Der Grund: Beide haben die Umfragen im Blick – in Deutschland sind die Bonds erschreckend unpopulär.

Wahrscheinlich wissen zu wenige, wie sie funktionieren. Das wollen die Kampagnenplattform Campact und die Bürgerbewegung Finanzwende ändern und haben gemeinsam ein Video produziert.

Was genau sind Corona-Bonds? Warum kann die Corona-Krise ganz Europa zu Fall bringen? Und haben die EU-Finanzminister nicht gerade erst ein großes Rettungspaket beschlossen? Diese Fragen beantworten verschiedene Experten per Video im Homeoffice.

Mit dabei der ehemalige Wirtschaftsweise Professor Peter Bofinger, die Politiker Elmar Brok (CDU) und Sven Giegold (Grüne) sowie die taz-Wirtschaftsexpertin Ulrike Herrmann.

Hagener Immobilienpreise steigen

18. April 2020

Gutachterausschuss der Stadt Hagen legt Grundstücksmarktbericht 2020 vor

Preisanstiege auf dem Hagener Grundstücksmarkt: Auf allen Grundstücksteilmärkten ist eine Steigerung der Kaufpreise gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Ebenso stiegen die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser. Diese und weitere Entwicklungen stellt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Stadt Hagen im Grundstücksmarktbericht 2020 vor.

Der Immobilienumsatz sowie der Grundstückserwerb zeigten Anfang des Jahres 2020 bis Ende Februar die gleiche ansteigende Tendenz wie in den Vorjahren. Im März 2020 ist mit Beginn der Corona-Pandemie und den Versammlungseinschränkungen ein deutlicher Rückgang der notariellen Grundstücksgeschäfte zu sehen.

Inwieweit sich die Corona-Krise auf die Immobilienpreise auswirken wird, ist zurzeit noch nicht absehbar. Durch die zu erwartenden Umsatz-, Lohn- und möglicherweise auch Mieteinbußen sowie Änderungen auf dem Arbeitsmarkt, ist zukünftig auch mit Änderungen auf dem Immobilienmarkt zu rechnen.

Insbesondere die weiterhin hohe Nachfrage nach Bauplätzen ließ die Kaufpreise aus 2019 auf allen Grundstücksteilmärkten steigen, womit einige Bodenrichtwerte nach oben angepasst worden sind. Die nächsten Neubaugebiete sind im Bereich Haßley und Kuhlerkamp zu erwarten.

Der Grundstücksmarktbericht weist außerdem eine durchschnittliche Preissteigerung für Eigentumswohnungen im Weiterverkauf um rund 5 Prozent auf. Bei den Einfamilienhäusern stellt sich insbesondere eine starke Anhebung der Preise bei Reihen- und Doppelhäusern dar, während bei freistehenden Einfamilienhäusern eine eher kaum vernehmbare Kostenentwicklung bemerkbar ist.

Den Wert einer Eigentumswohnung oder eines Einfamilienhauses mit seinen individuellen Besonderheiten wie Baujahr, Ausstattung und Wohnlage, können Interessierte über den jeweiligen Immobilien-Preis-Kalkulator kostenlos ermitteln. Abschließend erhält der Interessent eine druckbare pdf-Datei mit seinen Eingaben, Kartenausschnitte über die Lage, den Immobilienpreis seines Objektes sowie Hinweise dazu. Der Immobilien-Preis-Kalkulator trägt für viele Verkäufer und Erwerber zur Grundstücksmarkttransparenz bei und ist leicht anzuwenden.

Der Immobilien-Preis-Kalkulator für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser, die aktuellen Bodenrichtwerte sowie die Entwicklung der einzelnen Boden- und Immobilienrichtwerte und der aktuelle Grundstücksmarktbericht 2020 (pdf-Datei als Download), stehen unter www.boris.nrw.de gebührenfrei zur Verfügung.

Nähere Erläuterungen zu den Immobilienrichtwerten sind im Grundstücksmarktbericht 2020 enthalten. Zu weiteren Fragen helfen die Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte der Stadt Hagen unter Telefon 02331/207-2660 oder 02331/207-3033 weiter.

DGB fordert Absicherung für junge Beschäftigte

17. April 2020

Nachwirkungen bereits jetzt auffangen –
Jugendarbeitslosigkeit verhindern

Die vergangene Banken- und Finanzkrise 2008/2009 verursachte eine extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit (2008: 15,9%, 2013: 23,6%). Grund dafür war unter anderem auch die Lockerung der Befristungsregelungen. Im Anschluss an eine Befristung fand keine Weiterbeschäftigung mehr statt, Arbeitslosigkeit war die Folge. Dies Zahl der Befristungen hat sich seitdem gesteigert, mittlerweile sind rund 41% der jungen Beschäftigten befristet angestellt.

„Sachgrundlose Befristung und Befristung auf Probe müssen abgeschafft werden. Kettenbefristungen müssen wirksam verhindert werden, um nicht im Nachgang der Corona-Pandemie wieder ähnlich hohe Zahlen entstehen zu lassen“, so Philipp Siewert vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Außerdem müsse die nach der vergangenen Krise entwickelte Europäische Jugendgarantie schnellstens mit finanziellen Mitteln und Maßnahmen ausgestattet werden, um präventiv einer steigenden Jugendarbeitslosigkeit vorzubeugen, fügt Siewert hinzu. Die derzeit vorgesehene Halbierung der Finanzmittel müsse umgehend gestoppt werden und die Mittel mindestens auf dem bisherigen Niveau gehalten werden.

Die DGB-Jugend Ruhr-Mark fordert, eine wirksame Eindämmung des Befristungswildwuchses um krisenbedingte Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern.

Kliniken: Markt statt Gemeinwohl

13. April 2020

Krankenhäuser geschlossen oder privatisiert – auch in Hagen

Dies war einmal ein Krankenhaus, das im Zeichen von Corona noch hätte Hilfe leisten können: Eingang der neuen „Goldberg-Residenz“ des Immobilen-Impressarios Udo Krollmann. Foto: DW.

In Zeiten des grassierenden Coronavirus bekommen Entscheidungen aus der Vergangenheit, die die Hagener Krankenhauslandschaft betreffen, eine ganz neue Bedeutung. Nicht unbedingt eine positive. War es richtig, die Bedarfsplanung nur augenblicklichen Moden aus dem Instrumentenkasten der Betriebswirte zu unterwerfen?

Noch sind die Zahlen der Coronafälle in Hagen vergleichsweise moderat, aber wird das so bleiben? Wenn nicht, könnte es sich als lebensbedrohlicher Fehler herausstellen, die Gesundheitsversorgung vornehmlich den Marktmechanismen zu unterwerfen.

In den letzten Jahren sind gleich drei Hagener Kliniken entweder vollprivatisiert oder gleich komplett geschlossen worden. Das Heilig-Geist-Hospital in Haspe ist 2002 abgerissen und das Grundstück mit Reihenhäusern bebaut worden. Die ehemalige Lungenheilstätte in Ambrock ging in den Besitz des Fresenius-Konzern über. Und das Marien-Hospital wurde an den medial hochgeschriebenen neuen Stern am Hagener Immobilienhimmel Udo Krollmann veräußert. Die verbliebenen Krankenhäuser in kirchlicher Regie arbeiten inzwischen unter privatrechtlichen Unternehmensformen.

Der Paradigmenwechsel in der Gesundheitsversorgung begann 1985. Bis dahin war es Krankenhäusern untersagt, Gewinne zu erzielen. Nun wurden im Sinne der totalen Marktideologie die Tore geöffnet und die ersten Konzerne witterten Morgenluft.

Ein weiterer Schritt weg von der Gemeinwohlorientierung hin zur Kapitalverwertung erfolgte 2004. Seitdem erhalten Kliniken für jede Behandlung einen festen Betrag von den Krankenkassen und nicht mehr Tagessätze, die sich an der Länge der Behandlungsdauer orientieren. Kleine Krankenhäuser mit wenigen Behandlungen oder mit Patienten, die lange bis zu ihrer Entlassung gepflegt werden müssen, geraten dadurch in finanzielle Schwierigkeiten.

„Das ist Absicht“, resümierte die Wochenzeitung Die Zeit. „Denn über viele Jahre galt das deutsche Krankenhauswesen als zu teuer. Zu viele oft kleine Kliniken überall im Land seien dauerhaft nicht zu finanzieren, hieß es. Vor 20 Jahren zählte das Statistische Bundesamt noch knapp 2.400 Krankenhäuser. Übriggeblieben sind laut Bertelsmann-Stiftung nur noch rund 1.400.

Ende Februar noch hatte Gesundheitsminister Jens Spahn mehr Mut bei Krankenhausschließungen empfohlen. Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte 2019 eine aufsehenerregende Studie, nach der die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland von 1.400 auf 600 Kliniken reduziert werden müsste. Zwei Drittel der Krankenhäuser seien überflüssig.“

Immobilien-Impressario Udo Krollmann wird solche Aussagen dankbar zu Kenntnis nehmen, locken doch lukrative Gewinnoptionen. Der laut WPWR „quirlige Charmeur“, zu dessen „Freund aus Kindertagen“ nach Angaben des Blattes passenderweise die „Milieu-Größe Jürgen Medenbach“ gehört haben soll, hat jedenfalls mit dem Erwerb des ehemaligen Marien-Hospitals den ersten Schritt getan.

Für die Räumlichkeiten in dem von Krollmann nun „Goldberg-Residenz“ genannten Objekt werden 80 barrierefreie Wohnungen offeriert. Preis: ab 12,50 Euro Kaltmiete.


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