Archive for the ‘02 Wirtschaft Hagen’ Category

Wasserstoffwirtschaft trifft auf großes Interesse

7. Dezember 2022

Die Stadt Hagen nimmt mit Partnern an einem geförderten Projekt zur Wasserstoffwirtschaft teil. Ziel des Projektes ist die Erstellung eines umsetzungsfähigen Gesamtkonzeptes für eine regionale Wasserstoffwirtschaft im Raum Hagen. Ein Regionalforum zum Projekt stieß auf großes Interesse.

Im Rahmen der HyLand-Förderung durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr setzt die Stadt Hagen darauf, zu einer der treibenden Wasserstoff-Regionen in Deutschland zu werden. Bis Ende 2023 werden nicht nur ein theoretisches Konzept erstellt, sondern ein konkreter Fahrplan für den Wasserstoff-Hochlauf in Hagen entwickelt und konkrete Projekt-Meilensteine angegangen. Das Konzept wird Wege für die Umsetzung von Wasserstoffanwendungen in Unternehmen aufzeigen. Mit dem Regionalforum ist nun der erste Baustein gesetzt.

Rund 40 interessierte Expertinnen und Experten konnten sich im Rahmen des Regionalforums über innovative Ideen und eigene Erfahrungen rund um die Wasserstofferzeugung und Infrastruktur sowie die Verteilung von Wasserstoff austauschen.

So hat sich das Projektkonsortium, bestehend aus Institutionen der Wirtschaft und Wissenschaft, zum Ziel gesetzt, Fachleute sowie Interessierte aktiv in die Konzept-Arbeit einzubinden und den Austausch sowie das Vernetzen rund um die Wasserstoffwirtschaft vor Ort zu fördern.

Die Entwicklung der Region Hagen als Wasserstoffregion wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP2) mit insgesamt 400.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.

Umweltfreundliche Produktion für Batterien

6. Dezember 2022

In einer Firma im Hagener Stadtteil Haspe wird künftig an einer umweltfreundlicheren Herstellung von Batterien für E-Autos gearbeitet. Ein australisches Unternehmen richtet dafür eine neue Produktion ein. (…)

In ihrem Hagener Werk will die australische Firma „Pure Battery Technologies“ künftig Fahrzeugbatterien herstellen, deren Herstellung bis zu 70% weniger CO2-Ausstoß nach sich zieht. (…)

Quelle: WDR

Arbeitslosigkeit stabil hoch bei 11,1 Prozent

4. Dezember 2022

Wenig Angebote trotz angeblichem Arbeitskräftemangel

Die Chefin der Hagener Arbeitsagentur, Katja Heck, blickt wie immer durch ihre rosarote Brille: „Der Hagener Arbeitsmarkt ist aktuell weiter stabil. Die saisonale Belebung ist deutlicher als im Vormonat. Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter, sogar stärker als in den Jahren vor Corona zu dieser Jahreszeit und entwickelt sich erneut besser als der Landesdurchschnitt.“

Der erste Satz stimmt sogar: Auch im November waren die Hagener Arbeitslosenzahlen weiter stabil – mit 11,1 Prozent nämlich stabil hoch. Gegenüber dem Vormonat ging die Arbeitslosenquote lediglich um 0,1 Prozent zurück, im Vergleich zum November 2021 stieg sie um ebenfalls 0,1 Prozent.

Wie die Agenturchefin vor diesem Hintergrund einer verfestigten Lage zu ihrer Bewertung kommt, „saisonale Belebung“ und „sinkende Arbeitslosigkeit“ festzustellen, dürfte ihr persönliches Geheimnis bleiben.

Und „besser als der Landesdurschnitt“? Na ja, wenn ein Anstieg von 0,2 Prozent in NRW den entscheidenen Unterschied macht, kann man das so sagen. Aber dann sollte die Arbeitsamtschefin auch nicht vergessen hinzuzufügen, dass die landesweite Arbeitslosenquote bei 6,9 Prozent liegt – und nicht bei 11,1 Prozent wie in Hagen.

Dabei gibt die offizielle Arbeitslosenquote nur ein geschöntes Bild der tatsächlichen Lage wieder, da ganze Gruppen von Erwerbslosen in dieser Statistik gar nicht erfasst werden, z.B. die Über-58-Jährigen oder diejenigen, die in zu einem großen Teil nutzlosen „Maßnahmen“ geparkt werden.

Realitätsnäher ist die Unterbeschäftigungsquote, in der auch diese Menschen ohne Arbeitsplatz berücksichtigt werden. Diese Quote lag im November bei 13,7 Prozent, ebenfalls stabil mit 0,1 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Die monatlich wiederkehrenden verbalen Stanzen der Arbeitsagentur finden ihr Gegenstück im genauso regelmäßig wiederkehrenden Klagen von Wirtschaftsverbänden wie der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) über den angeblichen Fachkräftemangel.

Wenn es den tatsächlich gibt, so sollte man meinen, würden die entsprechenden Betriebe alle Kanäle nutzen, um die benötigten Beschäftigten anzuwerben. Also auch die Arbeitsagentur. Aber dort sieht es mau aus.

Das verarbeitende Gewerbe meldete im November in Hagen gerade einmal 20 offene Stellen – 20! Die aktuell höchste Kräftenachfrage mit 80 Stellen hatten freiberufliche Arbeitgeber, die überhaupt nicht von der SIHK vertreten werden. Genauso wenig wie das Gesundheits- und Sozialwesen mit 34 Stellen und die öffentliche Verwaltung, die 26 Stellen meldete.

Traditionell auf einem der vorderen Ränge waren auch im November wieder die Leiharbeitsfirmen vertreten, die von der Arbeitsagentur „Personaldienstleister“ genannt werden, im Volksmund aber als „Sklavenhändler“ bekannt sind. Die boten in ihrem Beritt 64 Stellen an.

Der Schmu mit dem „Grünstrom“

20. November 2022

Mark-E wirbt noch immer mit „100 % Strom aus erneuerbaren Energien“

Mark-E-BuswerbungAm 19. Februar 2016 teilte Mark-E, ein Unternehmen der in Hagen ansässigen Enervie-Gruppe, per Pressemitteilung mit: „Alle Kunden des Energiedienstleisters Mark-E erhalten seit Beginn des neuen Jahres 2016 „grünen Strom“. Konkret heißt das: Die gesamte Strommenge, die Mark-E an seine Kunden liefert, wurde vollständig in Anlagen produziert, die erneuerbare Energie zur Stromproduktion nutzen.“ (Siehe: „Haßleyer Dialektik„)

In einer weiteren Mitteilung vom 16.02.2018 bekräftigte der Versorger nochmal seine Behauptung: „Seit 2016 hat Mark-E alle Stromangebote auf 100 Prozent Grünstrom umgestellt. Jede verbrauchte Kilowattstunde Strom ist somit CO2-frei und ein Beitrag zum Umweltschutz.“ Und reicherte sie gleich noch mit Zahlen an: „Dank Grünstrom entlasteten die Mark-E Kunden 2017 die Umwelt – im Vergleich zum Bundesmix (2016) – um 440.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2).“

Das waren schon seinerzeit dreiste Behauptungen, die u.a. mit dem Verweis auf eine umstrittene Zertifizierung untermauert werden sollten. Auch sechs Jahre später wird auf Bus-Werbeflächen verkündet: „100 % Strom aus erneuerbaren Energien“ (Screenshot: DW).

Ein Blick auf die aktuelle Homepage der Mark-E zeigt ein ganz anderes Bild: Der Gesamt-Unternehmensmix für Lieferungen an alle Verbraucher, inklusive Gewerbe, Industrie, etc. weist nur 53,1 Prozent aus erneuerbaren Energien aus, darunter 9,3 Prozent mit den umstrittenen „Herkunftsnachweisen“.

Screenshot 2022-11-19 at 23-06-57 Stromkennzeichnung Übersicht der Energieträger-Anteile

Grafik: Mark-E

Mark-E erhöht massiv die Energiepreise

16. November 2022

Neben den Verbrauchspreisen werden auch gleich noch die Grundpreise angehoben

Zum 1. Januar 2023 hebt Mark-E die Strom- und Gaspreise massiv an. Der Hagener Energieversorger, eine Tochtergesellschaft der Enervie, begründet die Preiserhöhung mit zuvor nie dagewesenen Preissteigerungen an den Energiemärkten: So hätten sich die Handelspreise für den langfristigen Einkauf sowohl bei Strom als auch Gas insbesondere im vergangenen Jahr vervielfacht. Zudem seien die Netzentgelte angestiegen.

Gaspreise

Die extrem gestiegenen Handelspreise und höhere Netzentgelte sorgen beim Gas für einen deutlichen Preisanstieg zum 1. Januar 2023: So steigt beispielsweise der Arbeitspreis für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden im Tarif „Komfort Gas“ von bislang 10,79 Ct/kWh auf 16,56 Ct/kWh. Das ist eine Erhöhung um 53,5 Prozent.

Bei dieser Gelegenheit hebt Mark-E auch gleich den Grundpreis von bislang 96,30 Euro pro Jahr auf dann 139,90 Euro – eine Steigerung um 45,3 Prozent. Dies bedeuten in diesem Musterfall insgesamt monatliche Mehrkosten in Höhe von 90,18 Euro (brutto) für Gas.

Strompreise

Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Tarif „Komfort Strom“ zahlt beispielsweise statt bislang 27,10 Cent pro Kilowattstunde (Ct/kWh) nun 45,53 Ct/kWh. Das ist eine Erhöhung um 68 Prozent.

Auch beim Strom nutzt Mark-E die Gelegenheit und hebt gleich den Grundpreis mit an: von bislang 110,85 Euro auf 124,95 Euro an – eine Erhöhung um 12,7 Prozent. Das bedeutet bei diesem Beispiel in Summe monatliche Mehrkosten für Strom von 54,93 Euro (brutto).

Grundpreise

Während sich Mark-E bei den erhöhten Verbrauchspreisen auf die stark gestiegenen Beschaffungskosten beruft, fehlt eine Begründung des Unternehmens für die vor allem beim Gas massive Anhebung der Grundpreise, die nichts mit Beschaffungskosten oder höheren Netzentgelten zu tun haben.

Diese Grundgebühr lässt sich weiter in einen Bereitstellungs- und einen Verrechnungspreis aufschlüsseln. Wie der Name schon sagt, deckt der Bereitstellungspreis die Kosten ab, die dadurch anfallen, dass überhaupt Strom oder Gas für einen Haushalt verfügbar ist. Der Verrechnungspreis umfasst die Kosten, die durch den Zähler, seine Ablesungen und Rechnungsstellungen anfallen.

Es handelt sich also immer um Kosten, die völlig unabhängig davon entstehen, ob Endnutzer in einem bestimmten Zeitraum Strom oder Gas verbrauchen oder lediglich grundsätzlich beziehen könnten.

Wie Grundstücke in „Hagen-Valley“ vergeben werden sollen

14. November 2022

„Wenn wir die Flächen verramschen, dann können wir uns nicht positiv in der Region positionieren“, sagt Baudezernent Henning Keune mit Blick auf die Varta-Insel und das Westside-Areal – also zwei Brachflächen, die seit Jahren auf Vermarktung warten und mehr oder weniger zu Dauerbaustellen geworden sind. (…)

„Dafür müssen wir langen Atem haben – die Flächen sind einzigartig“, betont Henning Keune. (…)

Wie das aussehen kann, skizzierte jetzt Burkhard Schwemin, Prokurist bei der Hagen-Wirtschaftsentwicklung: „Es sind schon einige interessierte Investoren auf uns zugekommen – wir wollen aber dieses Mal einen anderen Weg gehen. Wir werden für die Grundstücke ein konkretes Nutzungskonzept vorlegen. Bei der Aufstellung des Bebauungsplans müssen wir die Grundlagen schaffen“, so Schwemin. (…)

Die Flächen sollen also nicht etwa an den Meistbietenden verkauft werden, sondern vielmehr die Firma, die mit dem besten Konzept überzeugen kann. (…)

„Es soll in beiden Bereichen ein echtes Innovationsquartier entwickelt werden, mit grünen Achsen und spannender Architektur.“ Auch von „Co-Working-Spaces“ und einem Boulevard zur Volme ist da die Rede. (…)

Mit einigen Investoren habe man schon spannende Gespräche geführt, die man im kommenden Jahr konkretisieren und dann eine Gesamtstrategie entwickeln wolle, so Schwemin. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Keune (z.B. hier) und die Wirtschaftsförderung (z.B. hier und hier) – da sind die Sprüche vorprogrammiert. Eine funktionierende Presse hätte einige kritische Nachfragen gestellt.

Und tschüss!

9. November 2022

E-Roller_in_Haspe_maxSpielzeugansammlung als angeblich „nachhaltige Mobilität“ in Haspe. Foto: Franziska Michels/Stadt Hagen.

Roller-Wahn verschwindet aus Haspe

Der Anbieter für E-Roller in Hagen, die ZEUS Scooter GmbH, hat die Stadt Hagen darüber informiert, dass die E-Roller auf unbestimmte Zeit aus dem Bezirk Hagen-Haspe entfernt wurden. Es ist zu hoffen, dass es dabei bleibt und diese Spielzeuge auch aus dem Bezirk Hagen-Mitte wieder verschwinden.

Die Einführung der Roller wurde von den hiesigen Politikern mit viel Hurra begrüßt. „E-Tretroller haben das Potential, einen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität zu leisten“, hatte die Verwaltung zuvor ernsthaft behauptet (Vorlage 0150/2021). „Der E-Tretroller ist eine ideale Mobilitätsform, um die sogenannte erste/letzte Meile (zwischen ÖPNV-Haltepunkten und Zielen) zur Anbindung an den ÖPNV zu verbessern. Ihnen wird ein großes Potential zur Verlagerung von kurzen Pkw-Fahren zugunsten des ÖPNV zugesprochen.“

Reines Wunschdenken ohne jeden Realitätsbezug. Die Dinger sind vor allem:

  • Teuer. Für den Preis einer Stunde Tretroller konnte man mit einem Carsharing-Fahrzeug drei Stunden lang in aller Ruhe seine Einkäufe erledigen (bevor der Dienst in Hagen im Sommer eingestellt wurde – ohne dass Politiker aktiv wurden!) .
  • Nutzlos. Transporte sind nicht möglich; für andere Fahrten empfiehlt sich der ÖPNV.
  • Sinnlos. Sie liefern keinen Beitrag zur CO2-Verminderung.

Trotzdem hat die Stadt dem Roller-Verleiher auch noch auf Kosten der Allgemeinheit die Beschilderung der Stellplätze (je 300 Euro) bezahlt, während andere Kommunen Sondernutzungsgebühren verlangen und versuchen, diese Vehikel wieder zu dezimieren. Wer kommt jetzt nach dem Abgang für diese von Anfang an absehbare Fehlinvestition auf?

Das Unternehmen begründet seinen Rückzug aus Haspe mit wiederholten Vandalismusschäden und Betrug. Der Anbieter arbeitet nach Angaben der Stadt derzeit mit der Polizei zusammen, um die Angelegenheit zu klären und die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen.

Arbeitslosigkeit stagniert

5. November 2022

Die Zahl der Arbeitslosen sank im Oktober nur um 117 oder 1,0 Prozent auf 11.372, die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 11,2 Prozent. Damit pendelte sich die Arbeitslosigkeit auf dem Vorjahresniveau ein. Vor genau zwölf Monaten waren es ebenso 11,2 Prozent bei nur 37 Arbeitslosen mehr.

„Unüblich für die Jahreszeit ist die verhaltene Kräftenachfrage. Hier erkennt man aktuell natürlich die negativen Geschäftserwartungen der heimischen Unternehmen angesichts der Vielzahl der belastenden Rahmenbedingungenvon Energiepreisen über Lieferproblemen bis hin zur Rekordinflation“, so die Chefin der Hagener Arbeitsagentur Katja Heck. „Dies zeigt sich auch in den zuletzt wieder gestiegenen Neuanzeigen von Kurzarbeit.“

Im Oktober zeigten 30 Hagener Unternehmen für über 600 potentiell betroffene Arbeitnehmer Kurzarbeit neu an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit in der Volmestadt fast 3.000 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für rund 46.000 potentielle Kurzarbeiter.

Tarifstreit – Lautstarker Protest vor Thyssenkrupp

31. Oktober 2022

Die Hagener IG Metall läutete am Wochenende das Ende der Friedenspflicht ein. Gewerkschaftsfunktionäre, Betriebsräte und weitere Unterstützer fanden sich auf der Oeger Straße ein.

Sie beklagen die bisherige Haltung der Arbeitergeber aktuellen Tarifrunde der Metall und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen. In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es bundesweit zu ersten Kundgebungen und Warnstreiks im Zuge der Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie. (…)

Quelle: wp.de

EWG: Genossenschaft setzt auf Stärke der Gemeinschaft

22. Oktober 2022

Man kann wohl von einer Tradition sprechen, wenn das älteste Wohnungsunternehmen Südwestfalens Geburtstag feiert. Aber für Geschäftsführer Michael Henseler, der knapp fünf der letzten 130 Jahre bei der Eisenbahner-Wohnungsgenossenschaft (EWG) begleitet hat, ist das Anlass auf die Gegenwart und Zukunft des Unternehmens zu blicken. 2400 Wohnungseinheiten, 2700 Mitglieder gar. Damit zählt die Genossenschaft zu den großen Anbietern in Hagen. (…)

Überhaupt – das Kollektiv, die Gemeinschaft, das gewinne an Bedeutung. „Wer in einer Wohnung einer Genossenschaft wohnt, weiß, was er davon hat“, sagt Henseler, „wir sind attraktiv für junge Menschen – für Studenten, für Berufseinsteiger. Der Genossenschaftsgedanke zählt wieder. Die Erkenntnis, dass man allein wenig bewegen kann, in der Solidargemeinschaft aber einiges wuppen kann, wächst.“ (…)

Quelle: wp.de

Thalia geht gestärkt aus der Pandemie hervor

20. Oktober 2022

Hagener Buchhändler steigert im Geschäftsjahr 2021/22 Umsatz auf 1,6 Mrd. Euro

Thalia Bücher GmbH

Der Buchhändler Thalia geht gestärkt aus der Corona-Pandemie hervor und steigerte den Umsatz in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr 2021/22 auf 1,6 Mrd. Euro und damit um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr bzw. um rund 50 Prozent zur Vor-Corona-Zeit (Foto: Thalia / John M. John).

Zum ersten Mal überspringt der Thalia-Umsatz in Deutschland die Milliarden-Marke und liegt nun bei 1,1 Mrd. Euro – ein Zugewinn von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 47 Prozent zur Vor-Corona-Zeit.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr legte der stationäre Umsatz um 33 Prozent kräftig zu und bleibt – trotz der Coronabeschränkungen in den Monaten Dezember bis Februar sowie der nachhaltigen Verschiebung in den Thalia-eigenen Online-Kanal – mit einem Minus von rund 3 Prozent auf vergleichbarer Fläche nur noch leicht unter dem Vor-Pandemie-Niveau.

Dagegen setzte das Online-Geschäft in Deutschland seinen Erfolgskurs auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr deutlich fort und wuchs erneut um 13 Prozent, im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit verbuchte Thalia beim Umsatz in diesem Bereich sogar eine Steigerung von 137 Prozent.

Die positive Entwicklung des Thalia-Geschäfts spiegelt sich auch in der Marktposition wider: So baute Thalia seinen Anteil im gesamten Buchmarkt in Deutschland im vergangenen Jahr um 4 Prozentpunkte auf 22 Prozent aus. Mit Blick auf das stationäre Geschäft führt Thalia klar mit 25 Prozent.

Ausflug ins Phantasialand

11. Oktober 2022

Wirtschaftsförderung träumt vom „Hagen Valley“

„Phantastische Welten voller Spaß und Abenteuer – und Sie mittendrin! Im Phantasialand tauchen Sie mit allen Sinnen ein in Themenwelten voller Faszination und Flair. Spüren aufregendes Herzklopfen auf weltweit einmaligen Attraktionen.“

So wirbt ein Freizeitpark in Brühl bei Bonn um Besucher. Und so ähnlich wirbt die städtische Wirtschaftsförderung in Hagen neuerdings um Investoren, um endlich zwei Brachen zu füllen: das ehemalige Varta-Gelände in Wehringhausen und die Restfläche hinter dem Hauptbahnhof.

Oder geht gar nicht um Investoren, sondern mehr um den Versuch eines Tätigkeitsnachweises der städtischen Gesellschaft gegenüber den politischen Gremien? Im Gegenzug für die inzwischen im Millionenbereich liegenden Zuschüsse aus der Stadtkasse ist seitens der Wirtschaftsförderung schließlich nur ein sehr begrenzter Output zu erkennen.

Der kommunalen GmbH ist kein Vergleich zu groß. In Anlehnung an das Silicon Valley im US-amerikanischen Kalifornien mit seinen IT-Konzernen haben sich die heimischen Strategen den Namen „Hagen Valley“ ausgedacht. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse, die diese Abteilung des „Konzern Stadt“ in der Vergangenheit hervorgebracht hat, ist dieser Größenwahn fast nicht mehr zu toppen.

Nachdem die Wirtschaftsförderung unter ihren immer wieder neu kreierten Namensgebungen nicht viel mehr als eine Kreatur namens „Tim Turmi“ hervorgebracht und sich einen jahrzehntealten Wanderweg als angebliche Neuschöpfung „3-Türme-Weg“ unter den Nagel gerissen hatte, hat sie jetzt den Abflug in ferne Welten in Angriff genommen. Science fiction in der Provinz.

„Hagen Valley“ sei „überregional bedeutsam und innovativ“, tönt die zu diesem Zweck eigens eingerichtete Website, obwohl sich außer Brachland dort bisher nichts findet. Hagen starte im „Hagen Valley“ neu durch, so die Initiatoren: als urbanes Labor der Metropole Ruhr, in dem Produktion und Stadt neu zusammenfinden.

Hagen sei eine erstaunliche Stadt, „ausgehend von einer Dynamik, die sich im Talraum Hagens entfaltet“. Genannt werden die „Hochburg der Popkultur“ (schon vier Jahrzehnte her) und die „Wiege des Jugendstils“ (schon 120 Jahre her).

Das „Hagen Valley“ wird von den Propagandisten schon heute als „ein Hotspot der Produktivität Hagens“ bezeichnet, aus dem „ein überregional bedeutsamer Innovationsraum entstehen“ könne, „in dem Lösungen für eine Welt im Wandel entwickelt werden“.

Kernidee des Westside-Areals sei es, „Innovationskräfte aus Hagen“ zusammenzubringen und damit einen „Nukleus für die Vision des Hagen Valleys“ zu schaffen. Die Grundlage: Quartiersbausteine, die auf die Anforderungen eines Innovationsmilieus zugeschnitten sind. Innovationskräfte und -milieus in Hagen? Das wäre tatsächlich etwas, was seit Jahrzehnten hier nicht mehr zu sichten war.

Für die Vartainsel beruft sich die Wirtschaftsförderung auf die „Accumulatoren-Fabrik“ als Wiege der industriellen Batterieproduktion. Diese Geschichte könne nun weitergeschrieben werden, durch die Entwicklung eines Produktions- und Bildungsstandorts, der neue Formen der Energieerzeugung und -speicherung erprobt und auf energiesparende Fertigung setzt.

Die Anknüpfung an die historische Nutzung des Areals in zeitgemäßer Form hätte gewiss Charme gehabt – wenn unsere Strategen nicht mal wieder den richtigen Zeitpunkt verschnarcht hätten.

Anfang 2019 hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft acht Städte in Deutschland zur Bewerbung für die Errichtung einer Batterieforschungsfabrik aufgerufen. Insgesamt 500 Millionen Euro stellte das Ressort von Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) an Fördermitteln zur Verfügung. Das Ziel: Einen Standort ermitteln, der die Forschung zur Batteriezelle vorantreibt und als Plattform für Unternehmen dient, um Maschinen, Materialien und Recyclingkonzepte unter Massenproduktionsbedingungen zu testen.

Hier hätte sich die Stadt Hagen einschalten müssen. Im Verbund mit Fachhochschule und FernUniversität. Auch wenn Hagen nicht zu den acht Städten gehörte, die für die Bewerbung ausgeguckt waren. Dass Karliczek letzlich den Standort unter zweifelhaften Umständen in ihre münsterländische Heimat umleitete, war zu dem Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Aber nichts geschah. Ersatzweise werden jetzt bunte Bilder und starke Sprüche produziert. Damit lässt sich in Politik und Heimatpresse immer noch punkten, obwohl Gremienvertreter und Insassen der Redaktionsstube hätten gewarnt sein müssen.

Mit schönen Zeichnungen gelang es einem Hagener Investor schon, für kleines Geld das Veranstaltungslokal „Parkhaus“ im Stadtgarten an Land zu ziehen und später – vermutlich mit erheblichem Gewinn – weiter zu veräußern. Die Entscheider im Rathaus waren mit Hotelplänen angefüttert worden, die natürlich nie realisiert wurden.

Nach ähnlichem Muster lief es bei der geplanten Umsiedlung der Enervie aus Wehringhausen nach Haßley ab. Mit bunten Blättern wurden die Ratsmitglieder auf ein angeblich entstehendes „Automotive-Zentrum“ eingestimmt, das auf dem Gelände an der Rehstraße entstehen sollte. Die Volksvertreter nickten brav ab, das „Automotiv-Zentrum“ entstand in Form von gleich drei Autowaschanlagen in direkter Umgebung.

Einem ähnlichen Schicksal könnten auch die nun ins Auge gefassten Areale entgegen sehen. Denn die Hagener Realität sieht anders aus, als in den Internet-Auftritten der Wirtschaftsförderung. So wurde jüngst ein 40.000 Quadratmeter großes Gelände (sogar mit Gleisanschluss!) in Haspe verkauft. Zum Vergleich: die „Westside“ hinter dem Hauptbahnhof umfasst 25.000 Quadratmeter.

Von einem „Co-Working-Hotel“ als „Andockstelle in die Welt“, von einer „Westside Factory“ oder einer „Westside-Plaza“ ist an dieser Stelle natürlich keine Rede – das Gelände wurde an einen Putzlappen-Händler veräußert.

Im Heimatblättchen fasste Burkhard Schwemin, Prokurist der Wirtschaftsförderung, seine Sicht zum „Hagen Valley“ zusammen, das auf einer Immobilienmesse vorgestellt wurde: „Wir sind quasi mit einem Tortenboden nach München gereist und gucken nach den Früchten. Bislang sind wir immer nur mit einem krümeligen Sandkuchen aufgelaufen und haben versucht, die Stücke zu verteilen.“

Die Krümelmoster wurden und werden weiterhin mit Millionen Euro aus der Stadtkasse finanziert. Die Jahresabschlüsse der Wirtschaftsförderung werden im nichtöffentlichen Teil des Stadtrats versteckt. Den Murks soll möglichst niemand mitbekommen.

Düstere Aussichten

9. Oktober 2022

Prognos-Studie sieht Hagen nur auf den hinteren Plätzen

Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos bescheinigt der Stadt Hagen keine guten Zukunftschancen.

In der Studie wird untersucht, wie gut Deutschlands Regionen für die aktuellen und zukünftigen Transformationsprozesse gewappnet sind. Dabei erreicht Hagen im Ranking aller 400 untersuchten deutschen Städte und Kreise bei den Zukunftschancen nur Rang 360.

Im Segment „Wohlstand und soziale Lage“ landet Hagen sogar auf Platz 395. Noch schlechter schneiden nur Kaiserslautern, Oberhausen, Pirmasens und Gelsenkirchen ab; auf dem letzten Platz liegt die immerfort medial hochgejazzte Bundeshauptstadt Berlin.

Der Prognos-Zukunftsatlas ist ein Ranking aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Seit dem Jahr 2004 vergleicht er alle drei Jahre die Zukunftsfestigkeit deutscher Regionen. Basis sind ausgewählte makro- und sozioökonomische Faktoren.

Für die Berechnung des Zukunftsatlas-Rankings werden insgesamt 29 Indikatoren herangezogen, die die Zukunftsaussichten der Regionen maßgeblich beeinflussen. Dazu gehören zum Beispiel  die Bevölkerungsentwicklung, die Arbeitslosenquote, der Anteil Hochqualifizierter, die Kaufkraft und die Unternehmenskompetenz.

Händler und Wirte lassen Geld liegen

8. Oktober 2022

Das Ziel des Förderprojektes „Sofortprogramm Innenstadt“ des Landes NRW, an dem sich auch die Stadt Hagen beteiligt, ist klar: Innenstädte und Ortsteilzentren sollen gestärkt werden, um lebenswerte Strukturen zu erhalten und Leerstände zu beheben. (…)

„Bislang gibt es in der Hagener Innenstadt sieben Vermietungen“, teilt Stadtsprecher Michael Kaub auf Nachfrage unserer Zeitung mit. (…) Während sich bis jetzt in Haspe noch kein einziger Interessent gefunden hat, der ein Ladenlokal zum günstigen Kurs anmieten möchte, hat in Hohenlimburg­ zumindest eine Gründerin Nägel mit Köpfen gemacht. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Wie wird in Hagen-Haspe künftig das Einkaufen aussehen?

7. Oktober 2022

Bei der kontinuierlichen Abwärtstendenz im Einzelhandel rund um den erweiterten Hasper Kreisel handelt es sich um kein plötzliches Phänomen, sondern einen schleichenden Prozess, der seit Jahren weitgehend geräuschlos voranschreitet. Dieses stille Ausbluten des Angebots war vor Corona schon zu beobachten, wurde durch die Etablierung des Einzelhandelszentrums auf der Brandt-Brache noch verschärft und nimmt in der Wahrnehmung der Lokalpolitik allmählich bedrohliche Formen an.

Vor diesem Hintergrund schien das Pandemie-Instrumentarium des „Sofortprogramms zur Stärkung der Innenstädte und Zentren in NRW“ – garniert mit jeweils knapp 100.000 Euro für Zentrenmanagement sowie einen Verfügungsfonds Anmietung (siehe Infotext oben rechts auf dieser Panoramaseite) – geradezu maßgeschneidert, um zumindest kurzfristig das Steuer herumzureißen.

Doch eine Zwischenbilanz der bis Ende 2023 laufenden Bemühungen zeigt ein deprimierendes Resultat: Trotz üppiger Förderung (…) ist es nicht gelungen, auch nur einen einzigen Neumieter im klassischen Hasper Zentrum zu etablieren.

Eine Bilanz, die Anne Kraft vom begleitenden Projektbüro „Stadt+Handel“ zu dem vorläufigen Fazit bringt: „Die Situation in Haspe stellt sich in großen Teilen als desolat dar.“

Zugleich wirbt die Expertin gemeinsam mit ihrem Kollegen Gisbert Schneider (Büro Schneider + Partner) für einen langen Atem: „Diese Prozesse brauchen Zeit, Geduld und Vertrauen. Der Begriff Sofortprogramm ist da eher irreführend – wir reden hier über zehn Jahre und mehr.“

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Aus welchem Grund werden zwei externe Dienstleister angeheuert, wo wir doch unsere grandiose Wirtschaftsförderung haben? Und „die Etablierung des Einzelhandelszentrums auf der Brandt-Brache“ in Westerbauer ist doch von der Politik befördert worden, damit der Grundstückseigner einen höheren Verkaufspreis erzielen konnte.

Aus der Hagener (und vor allem der Hasper) Politik ist zur Lösung der Probleme nicht viel zu erwarten. Neben Kirmes-Phantasien, Eselsfiguren und sinnlosen Abholzaktionen werden Schauermärchen über das Hasper Zentrum gepflegt, wie die WPWR im Juni 2021 berichtete: „Muss man dort nach 17 Uhr, wie Hagen-Aktiv-Sprecher Michael Gronwald es zuletzt in der Bezirksvertretung Haspe aus seinen Bürgergesprächen widerspiegelte, tatsächlich Angst haben, von Drogenabhängigen und Kleinkriminellen bedrängt und angepöbelt zu werden?“

Offenbar unwillig, veränderte Konsumgewohnheiten zur Kenntnis zu nehmen, äußerte sich Gronwald jetzt: „Da habe ich andere Erwartungen, nicht bloß, dass bei Olivotti bald die siebte Döner-Bude hinkommt.“ Alternativen hat der Bezirksvertreter selbstredend nicht zur Hand.

Arbeitsmarkt: Stagnation als „Herbstbelebung“

6. Oktober 2022

Optimismus muss zur Jobbeschreibung der Chefin einer Arbeitsagentur gehören. Und so liest sich der Zustandsbericht zur Lage auf dem Hagener Arbeitsmarkt im September auch.

„Die Herbstbelebung hat auf dem Hagener Arbeitsmarkt begonnen. Die Arbeitslosigkeit sank saisonüblich, bei uns sogar etwas stärker als im Landesdurchschnitt. Und gerade bei den Jüngeren gab es aktuell den stärksten Rückgang durch viele Abgänge in Ausbildungen und Maßnahmen. Gleichzeitig wurden deutlich mehr Stellen gemeldet“, so Agenturchefin Katja Heck.

Ganz so weit her ist es mit der „Belebung“ dann doch nicht, denn: „Eher neutral war hingegen die längerfristige Entwicklung bei den Arbeitsplätzen. Nach neuen Daten blieb die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Hagen innerhalb des letzten Jahres mit rund 71.100 nahezu unverändert“.

Es handelt sich also eher um eine Stagnation. Gegenüber dem September 2021 ging die Zahl der Arbeitslosen gerade einmal um 221 auf 11.489 zurück, was einer Quote von 11,3 Prozent entspricht. Wie üblich, sind dabei noch nicht einmal alle Arbeitslosen erfasst.

Von den Kreisen und kreisfreien Städten im Ruhrgebiet weist Hagen die dritthöchste Arbeitslosenquote auf. Die höchsten Arbeitslosenquoten verzeichnen Gelsenkirchen (14,5 Prozent) und Duisburg (12,5 Prozent) die niedrigsten unter den kreisfreien Städten melden Bochum (8,8 Prozent), Bottrop (7,4 Prozent), Hamm (8,1 Prozent) und Mülheim an der Ruhr (8,3 Prozent).

Katja Heck ist trotzdem zufrieden: „Der heimische Arbeitsmarkt zeigte sich im September trotz der rückläufigen Geschäftserwartungen der Wirtschaft und damit verschlechterter Rahmenbedingungen in guter Verfassung.“

Fernwärme in Hagen-Emst wird teurer

28. September 2022

Mark-E erhöht für Fernwärmekunden in Hagen-Emst zum 01.10.2022 die Arbeitspreise, die Grund- und Verrechnungspreise bleiben stabil.

Konkret werden die Arbeitspreise brutto für Kunden mit Volumenzählern auf 8,27 Euro pro Kubikmeter (m³) für Heizung und 29,60 Euro pro m³ für Warmwasser bzw. für Wärmemengenzähler auf 206,25 Euro pro Megawattstunde (MWh) angehoben.

Für Kunden in Hagen-Emst ergibt sich daraus für typische Musterfälle eine Preissteigerung im Jahresvergleich von 13 Prozent. Grund hierfür ist nach Angaben von Mark-E im Wesentlichen die Indexentwicklung für die Wärmeerzeugung mit deutlich steigenden Erdgaspreisen und die jeweiligen Abnahmesituationen.

Über 15.000 Beschäftigte in Hagen profitieren vom höheren Mindestlohn

28. September 2022

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Oktober 2022 auf 12 Euro je Stunde. Darauf macht der DGB am 28.09. mit einer Info-Aktion auf mehr als 230 Bahnhöfen und Marktplätzen im gesamten Bundesgebiet aufmerksam.

In Hagen kommt der höhere Mindestlohn insgesamt 15.483 Beschäftigten zugute, die aktuell weniger als 12 Euro pro Stunde verdienen. Das sind 19,7 % aller Beschäftigten in Hagen, die grundsätzlich Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn haben.

Vor allem Frauen und geringfügig Beschäftigten helfe die neue Lohnuntergrenze, hebt der DGB hervor. Besonders in Branchen wie dem Gastgewerbe, bei Lieferdiensten und im Einzelhandel verweigern Arbeitgeber den Beschäftigten oft anständige Löhne. Und in Betrieben ohne Tarifvertrag werden besonders häufig Niedriglöhne bezahlt.

Der gesetzliche Mindestlohn sei auch ein Mittel gegen Lohndumping-Konkurrenz durch Unternehmen, die sich Tarifverträgen verweigern, erklärt der Gewerkschaftsbund. Dennoch sei klar: Der Mindestlohn kann immer nur die unterste Haltelinie sein. Gute Löhne gibt es nur mit Tarifvertrag. Umso wichtiger sei es, die Tarifbindung wieder zu stärken.

Suppenküche, Waschsalon und Warenkorb vor Ansturm

21. September 2022

Angesichts der anhaltenden Inflation fürchten Warenkorb, Suppenküche und Luthers Waschsalon in Hagen in den kommenden Monaten einen Ansturm, wie sie ihn noch nicht erlebt haben. Schon jetzt kommen immer mehr Menschen, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Und dabei schlagen die Folgen der Energiekrise noch nicht einmal voll durch. (…)

„Die Bundesregierung feiert ihr Hilfspaket“, sagt Ilona Ladwig-Henning, Leiterin von Luthers Waschsalon, einer Einrichtung der Diakonie, in der Menschen duschen, ihre Kleidung waschen können und eine Mahlzeit erhalten, „aber es greift für die Mittelschicht. An den Ärmsten der Armen gehen die Maßnahmen völlig vorbei.“ (…)

Auch ein 49-Euro-Ticket würde diese Zielgruppe nicht erreichen: „Die Leute, die zu uns kommen, können sich auch solch eine vergünstigte Monatskarte nicht leisten.“ Beim 9-Euro-Ticket hingegen sei das anders gewesen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Nach den gestern veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes nimmt Hagen beim durchschnittlichen verfügbaren Einkommen wie in den Vorjahren auf den hinteren Rängen Platz: Nummer 363 von 396 Gemeinden in NRW. Die höchsten Einkommen finden sich in direkter Nachbarschaft: Schalksmühle auf Platz 1 und Herdecke auf Platz 3.

Ergebnisse für alle Gemeinden in NRW bei it.nrw (pdf)

Neuer Mieter für die ehemalige Staples-Halle

20. September 2022

Die erst im Sommer geräumte Halle des Bürofachhändlers Staples wird nicht lange leer stehen: Bereits im Dezember wird dort der Zoohandel „Zoo & Co.“ einziehen, der in Hagen damit seine erste Filiale eröffnet. (…)

Bei der Hagener Wirtschaftsförderung ist man natürlich froh, dass damit ein weiterer langfristiger Leerstand entlang der Industrieachse Herdecker, Bechelte- und Eckeseyer Straße vermieden wird.

Denn Sorgenkinder gibt es wahrlich genug an dieser langgezogenen, vielbefahrenen Einfallsstraße. Herausragendes Negativbeispiel ist der ehemalige Baumarkt Max Bahr, dessen Werbeflächen noch immer hochaufragend an der Straße prangen, obwohl die Baumarkt-Kette bereits vor acht Jahren Insolvenz anmelden musste. (…)

41 Mitarbeiter verloren im vergangenen Jahr ihren Arbeitsplatz, als Burger King seine Filiale an der Herdecker Straße infolge der Jahrhundertflut dicht machte. Der Schaden in dem überschwemmten Gebäude war so groß, dass sich eine Sanierung nicht lohnte. (…)

Ähnlich stellt sich die Situation an der alten Molkerei dar. Das 4700 Quadratmeter große Gelände zwischen dem Bauhaus und der Spedition Hugo Petri, das der MCG Investitions Holding aus Berlin gehört, ist nach wie vor verwaist. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Man bekommt eine Vorahnung davon, was an der zur „Westside“ hochgejubelten Restfläche hinter dem Hauptbahnhof passieren wird, für die sich OB Schulz bekanntlich eine „wertigere“ Nutzung als durch eine Mehrzweckhalle vorstellt. Katzenfutter-Paradiese, Autowaschanlagen u.ä. lassen grüßen.

Ein Steinbruch als „Naturerlebnis“

18. September 2022

Wie (und von wem) die Ausdehnung einer Industrie aufgehübscht wird

Seit Jahren umstritten ist die Ausweitung des Steinbruchs der Hohenlimburger Kalkwerke nach Osten auf Letmather Gebiet. Die Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm wehrt sich vehement gegen das Vordringen des Kalksteinabbaus.

Unterstützung erhielt die Initiative vom Regionalrat der Bezirksregierung. Der hatte sich 2021 gegen Erweiterungspläne für den Oeger Steinbruch ausgesprochen und der Bürgerinitiative auf dem Ahm so den Rücken gestärkt.

Dagegen hat der Steinbruchbetreiber jetzt die Gegenoffensive gestartet und dazu einen Partner gefunden. Nach einem Bericht der WPWR haben die Kalkwerke gemeinsam mit dem Verein Geopark Ruhrgebiet e.V. das Projekt „Geopfad Steltenberg“ gestartet. Der Pfad soll, so die Zeitung, „auch Statement sein: Rohstoffabbau und Naturerlebnis passen zusammen“.

Auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hohenlimburg seien schon eingebunden worden – natürlich über eine „digitale Lern-App“. Man verstehe sich nicht als Lobbyvereinigung für die Rohstoffindustrie, betont der Vorsitzende des Vereins Volker Wrede nach Angaben der Zeitung. Natürlich nicht.

Dr. Volker Wrede, der genannte Vorsitzende des GeoParks Ruhrgebiet, hatte sich in der Vergangenheit offen für die Erdgasförderung durch Fracking gezeigt und dies auch bei einem Auftritt auf einer Tagung des Europäisches Instituts für Klima und Energie e.V. (EIKE) vorgetragen.

EIKE gilt als Verein, der den wissenschaftlichen Konsens über die menschengemachte globale Erwärmung leugnet. Entgegen seinem Namen ist das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) kein wissenschaftliches Institut, sondern wird als Lobbyorganisation bezeichnet.

Von Stimmen aus Wissenschaft und Presse wird der Verein als Zentrum der politisch aktiven und organisierten Klimaleugnerszene in Deutschland beschrieben. Sein Ziel sei es, den systematischen Angriff auf die Befunde der Klimawissenschaft zu betreiben. Es bestehen enge inhaltliche und personelle Verbindungen zwischen EIKE und der Alternative für Deutschland (AfD).

Dieser Hintergrund, der in der Verbindung zwischen dem GeoPark-Verein und dem Steinbruchbetreiber relevant sein könnte, wird in der heimischen Gazette mit keinem Wort thematisiert.

Mark-E: Gaspreiserhöhung um 30 Prozent

16. September 2022

Deutschland erlebt derzeit eine Phase mit zuvor nie dagewesenen Preissteigerungen an den Energiemärkten: So haben sich die Handelspreise für den langfristigen Einkauf beim Gas zuletzt weiterhin massiv erhöht. Zusätzlich hat der Gesetzgeber mit Wirkung zum 1. Oktober 2022 Umlagen beim Gaspreis neu eingeführt bzw. erhöht.

Konkret wurde eine neue „Gasbeschaffungsumlage“ in Höhe von 2,419 Cent pro Kilowattstunde (Ct/kWh) eingeführt. Damit werden die Kosten für eine kurzfristige Gasersatzbeschaffung ausgeglichen und auf alle Verbraucher umgelegt. Zudem steigt die bestehende „Gasspeicherumlage“ auf 0,059 Ct/kWh sowie die „Bilanzierungsumlage“ für Haushaltskunden auf 0,57 Ct/kWh und für gewerbliche Kunden auf 0,39 Ct/kWh.

Für den Großteil der Mark-E Gaskunden bedeutet dies in Summe eine Netto-Preiserhöhung von 3,05 Ct/kWh. Um seinen Kunden eine finanzielle Entlastung zu verschaffen, gibt Mark-E diese Erhöhungen jedoch nicht mit Inkrafttreten zum 1. Oktober, sondern erst mit Wirkung zum 1. November 2022 weiter.

Über die verschiedenen Verbrauchsfälle ergeben sich somit unterschiedliche Preisentwicklungen für den Gasverbrauch. So zahlt beispielsweise ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden im Tarif „Komfort Gas“ im Monat 54,45 Euro (brutto) oder ca. 30,6 Prozent mehr für Gas. Neben den Privatkunden erhöhen sich auch die Gaspreise für Gewerbekunden entsprechend.

Zu einer Preisentlastung wird die von der Regierung angekündigte Reduzierung der Mehrwertsteuer beim Gas von derzeit 19 Prozent auf 7 Prozent führen. Sobald diese verbindlich umgesetzt ist, wird Mark-E die Senkung komplett an die Kunden weitergeben und die Preise entsprechend anpassen.

Zudem prüft Mark-E die derzeitigen monatlichen Abschlagszahlungen seiner Kunden und wird bei Bedarf entsprechende Anpassungen vornehmen. Dies soll den Kunden helfen, mögliche hohe Nachzahlungen bei Erhalt der Jahresabrechnung zu vermeiden oder zumindest abzufedern. Die Kunden erhalten hierzu von Mark-E voraussichtlich Ende Oktober ein separates Anschreiben.

Auch beim Strom haben sich die Handelspreise für den langfristigen Einkauf massiv erhöht. Dennoch kann Mark-E aufgrund seiner langfristigen Beschaffungsstrategie die Preise zurzeit noch stabil halten.

Über einen Boulevard bis zur Volme flanieren

14. September 2022

Zwei Flächen in der Stadt, zwei Ideen: Die Vorstellungen, wie sich mit der sogenannten Westside und der Varta-Insel die beiden Hagener Filet-Grundstücke entwickeln können, werden langsam konkreter: Das renommierte Planungsbüro Urbanista hat jetzt eine Zusammenfassung dessen vorgelegt, was Teilnehmer eines Workshops im Juni erarbeitet haben.

Ergebnis: ein eher campusartiges Gelände mit dem Schwerpunkt Energietechnik und ein urban geprägtes Gebiet hinter dem Bahnhof mit einer Plaza, in dem Co-Workingspaces entstehen, das Thema Mobilität eine große Rolle spielt und Produktion einen Weg zurück in die Stadt findet.

Dahinter aber steckt für Planer Julian Petrin von Urbanista aber mehr als die Gestaltung zweier Räume. Er spricht von einer DNA der Stadt, von unglaublichen Potenzialen und einer großen Erzählung, die hinter diesem „tollen Flächenpärchen“ steckt. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Soll man das ernst nehmen? Es sind nur Klötzchenzeichnungen, die mit viel Pathos aufgeladen werden. Wetten, dass noch die Zeit kommen wird, in der die Einsicht heranreift, dass es besser gewesen wäre, das Angebot einer Mehrzweckhalle anzunehmen?

Wuppertal jubelt: Weltmarktführer Leister verlässt Hagen

12. September 2022

Im nur 30 Kilometer entfernten Wuppertal ist die Freude groß. Die dortige Wirtschaftsförderung veröffentlicht auf ihrer Internetseite stolz: „Die Firma Leister Technologies Deutschland GmbH hat ihren Hauptsitz inklusive Logistik- und Servicecenter von Hagen nach Wuppertal verlegt.“

In der Wuppertaler Rundschau erklärt Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister der Schwebebahn-Stadt, dass diese Ansiedlung eine „hohe Symbolwirkung“ habe. Und Andreas Cellar, Geschäftsführer von Leister Technologies Deutschland, zitiert das Blatt so: „Wir haben uns bewusst für Wuppertal entschieden, da es ein traditioneller und industriell geprägter Wirtschaftsstandort mit einer kreativen und nachhaltigen Städtestrategie ist.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Dazu die Mitteilung der Wirtschaftsförderung Wuppertal:

Leister eröffnet Deutschlandsitz in Wuppertal

Siehe auch nochmal:

Was Bürger nicht wissen dürfen
Bilanz der Hagener Wirtschaftförderung wird unter Verschluss gehalten

ABUS – Kommen wirklich neue Arbeitsplätze?

10. September 2022

Nun werden Zweifel laut, ob durch die Abus-Expansion auf einer Fläche in Hagen-Haspe wirklich neue Arbeitsplätze entstehen. (…)

Das Unternehmen aus dem benachbarten Volmarstein, das auf den Märkten der Welt seit fast 100 Jahren sein Geld mit Schließ- und Sicherheitssystemen verdient, möchte am Rande der Grundschötteler Straße einen Bau dieser Größe errichten: 210 Meter lang, 65 Meter breit, 30 Meter hoch. Während der Hagener Rat für die Aufstellung eines Bebauungsplans den Weg freigemacht hat, kamen zuletzt dennoch Zweifel in der Politik auf. Nun erneut. Es geht um die Arbeitsplätze, die angeblich entstehen sollen. (…)

Quelle: wp.de

Ohne Gas gehen bei der MVA die Öfen aus

6. September 2022

Wenn in Deutschland während der Wintermonate das Gas knapp werden sollte, könnte dies auch für die Hagener Müllverbrennungsanlage (MVA) und somit für die Müllentsorgung in der gesamten Stadt gravierende Folgen haben.

Denn für die Rauchgasreinigungsanlage der sogenannten „thermischen Verwertung“ der Abfälle werden erhebliche Gasmengen benötigt, um die gesetzlichen Abgasgrenzwerte einhalten zu können. (…)

Natürlich wäre bei einem anhaltenden Gas-Engpass die Wirtschaftlichkeit des HEB gefährdet, da die Fixkosten der Anlage unverändert hoch bleiben, während statt gut 2000 Tonnen pro Woche bloß noch 800 Tonnen in der MVA verbrannt werden. Das wäre weniger, als in Hagen standardmäßig pro Woche eingesammelt wird.

Das hieße wiederum, die Restmengen müssten entweder aufwendig in andere Anlagen transportiert oder zwischengelagert und durch logistische Rochaden weggepuffert werden. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Gaspreise explodieren – keine Tarife für Neukunden

28. August 2022

Die weltweite Energiekrise treibt vor Ort die seltsamsten Blüten. Aber in der Tat nimmt die Mark-E in Hagen keine neuen Gaskunden mehr an. Gleiches gilt übrigens auch für diverse andere Versorger wie die AVU im EN-Kreis, die verpflichtet sind, vor Ort die Grundversorgung aufrecht zu erhalten. (…)

„Die Gaspreise haben sich schon vor dem Krieg in der Ukraine nach oben entwickelt“, erklärt Andreas Köster, Sprecher der Enervie, „viele Anbieter haben im Jahr 2021 Insolvenz angemeldet. Deren Kunden standen plötzlich ohne Versorger da und sind bei uns automatisch in den Grundversorgungstarif gerutscht. Deshalb haben wir damals bereits einen neuen Tarif eingeführt.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Hagener Architektur-Kleinod im Angebot

16. August 2022

Milly-Steger-Haus steht für 1,2 Millionen Euro zum Verkauf

Blick_auf_das_Milly-Steger-Haus_2Der kleine Huldigungsbalkon wird von einer Karyadide getragen, das Haus mit 241 m² Wohnfläche steht auf einem 829 m² großen Grundstück. Zwischen 1911 und 1917 lebte und arbeitete dort die Bildhauerin Milly Steger. Ein Hagener Immobilienbüro bietet das Anwesen aktuell zum stolzen Preis von 1,2 Millionen Euro zum Kauf an (Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY-SA 4.0).

Das Haus am Stirnband 48 in Hagen-Eppenhausen war eines von neun Bauten, die der niederländische Architekt Johannes Ludovicus Mathieu Lauweriks zwischen 1910 und 1914 auf Veranlassung des Hagener Kunstmäzens Karl-Ernst Osthaus realisierte.

Lauweriks ent­wi­ckelte eine neue ar­chi­tek­to­ni­sche Sys­tem­lehre, der er eine Gestaltung nach arithmetisch-geometrischen For­meln mit fes­ten Maß­ein­hei­ten zu­grun­de­legte. Jedes der Häu­ser ist in­di­vi­du­ell ge­stal­tet, doch bil­den sie durch das an­ge­wandte Sys­tem, durch Li­nien, die vom einen zum an­dern Bau wie­der­auf­ge­nom­men wer­den und durch immer wiederkehrende Ma­te­ria­lien und Farben – Ziegel, Na­tur­stein, Holz – eine Ein­heit. Die vor- und zu­rück­sprin­gen­den Einzel- und Dop­pel­häu­ser ver­bin­den sich durch eine durch­lau­fende First­höhe, deren Zu­sam­men­hang durch die auf­ein­an­der be­zo­ge­nen Gie­bel ver­stärkt wird.

Milly Steger, die von Osthaus zur Übersiedlung nach Hagen bewegt worden war, erhielt damals vom Bauamt der Stadt Hagen den Auftrag, Plastiken für die Fassade des neuerbauten städtischen Theaters auszuführen.

Die vier überlebensgroßen nackten weiblichen Figuren lösten bei der Enthüllung am 5. Oktober 1911 einen Skandal aus, in erster Linie wohl aus dem Grunde, weil sie von einer jungen Frau stammten und zudem auch noch nackt waren. Durch Bomben ist die Figurengruppe im Zweiten Weltkrieg beschädigt worden. Nach dem Krieg hat sie der Hagener Bildhauer Karel Niestrath in mühevoller Arbeit restauriert.

Aus Milly Stegers Hagener Zeit sind neben den vier Skulpturen am Stadttheater die Karyatide an ihrem Haus am Stirnband, ein Teilstück des Frieses der alten Sparkasse, ein kleiner Kopf als Schlußstein des Mittelportals am Osthaus-Museum, zwei Figuren über dem Hintereingang und die Steinkanzel in der Aula der Realschule in Altenhagen erhalten geblieben.

Dagegen sind Stegers Arbeiten für die Stadthalle Hagen nach dem Abriss spurlos verlorengegangen. Es handelte sich um sechs Panther, die oberhalb der Eingangszone auf dem Dach links und rechts in zwei Dreier-Gruppen angeordnet waren. Nach Fotografien aus den 50er Jahren zu urteilen, haben die Figuren den Bombenangriff im März 1945 mehr oder weniger unbeschädigt überstanden.

Wo sie nach der endgültigen Sprengung der Stadthalle im Oktober 1954 geblieben sind, ist heute ein Rätsel. Mutmaßungen gehen dahin, dass die Panther entweder privat „abgezweigt“ oder als „Bauschutt“ irgendwo vergraben wurden.

Der Arbeitsmarkt im Juli 2022 in Hagen

5. August 2022

Die Zahl der Arbeitslosen stieg gegenüber dem Vormonat um 106 oder 0,9 Prozent auf 11.776, die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 11,6 Prozent. Vor genau zwölf Monaten waren es 11,7 Prozent und fast 200 Arbeitslose mehr.

Wie üblich, werden ganze Gruppen, wie beispielsweise die Über-58-Jährigen, von dieser Statistik erst gar nicht erfasst. Diese Arbeitslosen werden in der Unterbeschäftigungsquote berücksichtigt, die im Juli 14,0 Prozent betrug. Das entspricht 14.594 Personen und damit über 2.800 mehr als in der offiziellen Arbeitslosenstatistik ausgewiesen sind.

Die einzelnen Gruppen von Arbeitslosen wiesen im Juli unterschiedliche Entwicklungen auf: Bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren hielt der saisontypische Anstieg durch viele Ausbildungsabsolventen noch etwas an. Hier waren es mit 1.069 genau 39 oder 3,8 Prozent mehr als im Juni. Bei den Älteren über 50 Jahren gab es ein Plus um 47 oder 1,3 Prozent auf 3.766. Bei arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung waren es mit 866 dagegen sechs oder 0,7 Prozent weniger. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen wiederum stieg um 28 oder 0,5 Prozent auf 5.653. Damit waren es 205 oder 3,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Den größten Kräftebedarf hatten Personaldienstleister (98 gemeldete Stellen) und das Gesundheits- und Sozialwesen (54), gefolgt von freiberuflichen Arbeitgebern (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 36 Stellen für Assistenzkräfte), dem Handel (27) und dem verarbeitenden Gewerbe (20). Die Logistik hatte 15 Vakanzen, die öffentliche Verwaltung nur sieben.

Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen sank gegenüber Juni um 87 oder 4,6 Prozent auf 1.824 und in Relation zum Vorjahresmonat sogar um 733 oder 28,7 Prozent.

Enervie sieht keine Gefahr der Gasknappheit

22. Juli 2022

Bislang signalisiert der heimische Energieversorger Enervie, dass selbst bei einem russischen Lieferboykott die Versorgung der Privathaushalte mit Erdgas sich relativ unproblematisch gestalte. Diese seien mit höchster Priorität gesetzlich geschützt. Vor diesem Hintergrund sieht die Stadt Hagen zurzeit auch keine Notwendigkeit, während der Wintermonate sogenannte Aufwärmräume anzubieten, in denen Menschen, die in besonders kühlen Wohnungen ausharren müssen, Wärme tanken können. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Hagen-Haßley: Noch immer kein Internet in Sicht

18. Juli 2022

Ganz Haßley wird mit Internet versorgt, nur das Neubaugebiet nicht. (…) Die 15 Bauherren werden nach jetzigem Stand nicht nur kein super-schnelles Internet bekommen, sondern gar keins. (…)

Die Telekommunikationsmindestversorgungsverordnung (TKMV) besagt, dass jedem­ Haushalt in Deutschland eine Mindestversorgung mit 10 Megabit pro Sekunde zusteht. Die meisten Haushalte bekommen heute allerdings schon wesentlich mehr an Bandbreite geliefert.

Die Bundesnetzagentur befasst sich mit jenen Fällen, in denen die Bürger noch ohne ein Mindestangebot an Telekommunikationsdiensten stehen. In solchen Fällen kann die Bundesbehörde die Anbieter (zum Beispiel Telekom, Vodafon oder Deutsche Glasfaser) verpflichten, ein Mindestangebot bereit zu stellen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Das Prozedere der Bundesnetzagentur kann noch Monate dauern. Solange gibt es auch keine Festnetz-Telefonie, weil die ebenfalls über das Internet abgewickelt wird. Die Ursache des Problems liegt in der politisch veranlassten Privatisierung der Infrastruktur. Der „Markt“ richtet es gerade mal wieder.

Erdgas von Mark-E wird 28,6 Prozent teurer

17. Juli 2022

Die Enervie-Tochter Mark-E erhöht ab 1. September die Gaspreise. Der Arbeitspreis, also das was die Hagener für ihren tatsächlichen Verbrauch zu entrichten haben, erhöht sich im Tarif „Komfort Gas“ um bis zu 28,6 Prozent. Der Grundpreis bleibt unverändert.

Für Kleinverbraucher mit einem jährlichen Verbrauch bis 3.276 Kilowattstunden (kWh) erhöht sich der Bruttopreis von 10,82 Cent/kWh auf 13.32 Cent/kWh. Ab einem Verbrauch von 3.277 kWh pro Jahr steigt der Preis von 8,75 Cent/kWh auf 11,25 Cent/kWh.

Mark-E begründet den enormen Anstieg mit den Kosten für die Energiebeschaffung durch gestiegene Börsenpreise. Die Enervie-Tochter empfiehlt ihren Kunden, die Abschlagszahlungen zu erhöhen. So vermeide man „unangenehme Nachzahlungen“, heißt es in einem Schreiben an die Gasabnehmer.

Wegen der euphemistisch als „Preisanpassung“ deklarierten Erhöhung haben Kunden das Recht zur außerordentlichen Kündigung des Liefervertrags mit Mark-E zum 31.08.2022.

Millionenanlage sichert Qualität des Hagener Wassers

16. Juli 2022

Seit einem Jahr ist im Wasserwerk in Hengstey, eine der wichtigsten Infrastruktureinrichtungen der Stadt, die neue „Weitergehende Aufbereitungsstufe“ (WAS) in Betrieb. Sie sorgt dafür, dass das glasklare Hagener Wasser sauberer als sauber ist.

„Wir haben hier die Vollkaskoversicherung zur Vollkaskoversicherung“, räumt der Leiter aller Wasserwerke der Enervie-Gruppe ein, dass die 16,7-Millionen-Euro-Investition letztlich der Prophylaxe geschuldet sei – dabei hatte das Hagener Wasser schon vor dem Hightech-Neubau Premium-Qualität: „Wir sind kein Reparatur-, sondern ein Vorsorgebetrieb.“ 18.000 Kubikmeter Wasser werden pro Tag aus dem Uferfiltrat der Ruhr gewonnen. (…)

Initialzündung war das NRW-Programm „Reine Ruhr“ zur nachhaltigen Verbesserung der Gewässer- und Trinkwasserqualität. Im Rahmen dessen wurden alle Trinkwasserversorger entlang der Ruhr verpflichtet, entsprechende zusätzliche Aufbereitungsstufen in ihren Wasserwerken zu installieren. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: 2014 plante Enervie, damals noch unter der Regie des grandiosen Vorstandschefs Ivo Grünhagen (siehe z.B. hier und hier), das Wasserwerk Hengstey zu schließen. In einem lichten Moment verhinderten Hagener Lokalpolitiker diese Pläne. Im März 2015 beschloss der Rat, die vorhandenen Wassergewinnungsanlagen in Haspe und Hengstey dauerhaft zu betreiben, gegen – wen wundert’s? – die Stimmen der FDP.

Arbeitslosigkeit im Juni deutlich gestiegen

6. Juli 2022

Die Zahl der Arbeitslosen in Hagen stieg im Juni gegenüber dem Vormonat um 842 oder 7,8 Prozent auf 11.670, die Arbeitslosenquote um 0,8 Punkte auf 11,5 Prozent. Vor einem Jahr waren es allerdings 11,8 Prozent und rund 300 Arbeitslose mehr.

„Im Juni wurde die saisontypische Entwicklung eines abflauenden Arbeitsmarktes durch die Übernahme ukrainischer Geflüchteter in die Grundsicherung für Arbeitssuchende deutlich verstärkt. Die Arbeitslosigkeit stieg daher viel merklicher als für einen Juni üblich. Dies war kein Hagener Phänomen, sondern traf in allen Regionen zu“, beschreibt Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, die aktuelle Entwicklung. „Positiv ist dabei, dass viele dieser Menschen gut ausgebildet sind – und vor allem Menschen mit Qualifikationen gesucht werden.“

Den größten Arbeitskräftebedarf hatten sogenannte „Personaldienstleister“ (vulgo: Leihfirmen – 66 gemeldete Stellen) und der Handel (34), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (26) und dem verarbeitende Gewerbe (24). Freiberufliche Arbeitgeber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc.) meldeten 23 Stellen für Assistenzkräfte, die öffentliche Verwaltung 17. Die Logistik hatte nur vier Vakanzen.

Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen sank gegenüber Mai um 99 oder 4,9 Prozent auf 1.911, stieg hingegen in Relation zum Vorjahresmonat um 157 oder 9,0 Prozent.

Sparkassen-Fusion beschlossen

1. Juli 2022

Die Zweckverbandsversammlung der Sparkasse HagenHerdecke hat der Fusion mit der Sparkasse Lüdenscheid zugestimmt. Am 24. Juni 2022 hatte bereits der Lüdenscheider Zweckverband für die Fusion votiert. Damit erfolgt die Fusion der beiden Kassen, vorbehaltlich der aufsichtsbehördlicher Zustimmung, zur Sparkasse an Volme und Ruhr am 31. August 2022, vermögensrechtlich rückwirkend zum 1. Januar 2022.

Im Vorfeld hatte es Kritik aus Herdecke und dem Märkischen Kreis gegeben. Befürchtet wird u.a. eine weitere Schließung von Zweigstellen. Bei einer geheimen Abstimmung im Lüdenscheider Stadtrat votierten 11 Mitglieder des Gremiums gegen die Fusion, allerdings 29 dafür.

Das Geschäftsgebiet der Sparkasse an Volme und Ruhr erstreckt sich über die Kommunen Hagen, Lüdenscheid, Herdecke, Halver, Schalksmühle und Herscheid, die zusammen eine Einwohnerzahl von ca. 320.000 aufweisen. Die Sparkasse an Volme und Ruhr betreut künftig als Marktführer rund 155.000 Privatkunden.

Fernwärme in Hagen-Emst wird teurer

28. Juni 2022

Mark-E erhöht für Fernwärmekunden in Hagen-Emst zum 1. Juli 2022 die Arbeitspreise, die Grund- und Verrechnungspreise bleiben stabil.

Konkret werden die Arbeitspreise (brutto) für Kunden mit Volumenzählern auf 6,99 Euro pro Kubikmeter (m³) für Heizung und 25,00 Euro pro m³ für Warmwasser bzw. für Wärmemengenzähler auf 174,26 Euro pro Megawattstunde (MWh) angehoben.

Für Kunden in Hagen-Emst ergibt sich daraus für typische Musterfälle eine Entgelterhöhung im Jahresvergleich zwischen 8 und 12 Prozent je nach Wärmenutzung. Als Grund hierfür nennt Mark-E im Wesentlichen die Indexentwicklung für die Wärmeerzeugung mit deutlich steigenden Erdgaspreisen seit Sommer 2021 und die jeweiligen Abnahmesituationen.

Schwacher Trost: In der Sommerperiode wirkt sich die Preiserhöhung auf Grund des niedrigen Heizbedarfes geringer aus. Aber: Der nächste Winter kommt bestimmt.

Wegfall der EEG-Umlage senkt Strompreis

23. Juni 2022

Seit Anfang des Jahres 2020 hat Mark-E insbesondere aufgrund seiner langfristigen Beschaffungsstrategie die Strompreise für seine Bestandskunden stabil halten können. Nun senkt der regionale Energiedienstleister mit Wirkung zum 1. Juli 2022 die Strompreise sogar.

Hintergrund ist der Wegfall der „EEG-Umlage“, die kürzlich von der Bundesregierung beschlossen wurde. Damit sollen alle Stromkunden in Deutschland wegen der zuletzt stark gestiegenen Energiepreise entlastet werden.

Mark-E gibt diese Absenkung vollumfänglich an die Stromkunden weiter. Zum 1. Juli sinken somit die Strompreise für die Kunden in allen Tarifen um 4,43 Cent brutto pro Kilowattstunde (kWh).

Im Ergebnis ergeben sich somit über die verschiedenen Verbrauchsfälle unterschiedliche Einsparungen für den Stromverbrauch. So zahlt beispielsweise ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh im Tarif „Komfort Strom“.im Monat 12,90 Euro (brutto) oder rund 13 Prozent weniger für Strom. Analog zu den Senkungen im Privatkundensegment fallen auch die Strompreise für Gewerbekunden.

Remondis im Visier der Staatsanwaltschaft

22. Juni 2022

Konzern auch in Hagen aktiv

Die Remondis SE & Co. KG ist das größte deutsche Unternehmen für Recycling, Wasserwirtschaft sowie kommunale und industrielle Dienstleistungen mit Sitz im Lünen (Nordrhein-Westfalen). Gesellschafter ist die in Familienbesitz befindliche Rethmann-Gruppe.

Wären das Unternehmen und seine Eigner nicht im südlichen Münsterland sondern, sagen wir mal, in Moskau, Minsk oder Kiew ansässig, würde die heimatliche Presse wohl von Oligarchen schreiben. Aber so natürlich nicht.

In Essen ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen den Müllkonzern, der mit 49 Prozent an dem dortigen städtischen Entsorgungsbetrieb EBE beteiligt ist. Ein Gutachten wirft führenden Managern strafrechtliche Verstöße vor, nach Medienberichten geht es u.a. um möglichen Geheimnisverrat und Untreue.

Von den Essener Abfallentsorgern kam 2019 Uwe Unterseher-Herold, dortselbst als angeschlagener Geschäftsführer abgedankt, nach Hagen. Die einschlägigen Gremien installierten ihn flugs in gleicher Funktion beim Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB).

Remondis bzw. einige seiner mehr als 1.400 Tochtergesellschaften (lt. Konzernabschluss 2020) haben ihre Griffel auch nach Hagen ausgestreckt. Mit 19,1 Prozent ist der Konzern am Energieversorger Enervie beteiligt, der wiederum 29 Prozent am HEB hält. Das Tor für die Müllbarone ist also bereits geöffnet.

2014 konnte Remondis die Enervie-Anteile erwerben, nachdem der Hagener Rat es abgelehnt hatte, die zuvor von RWE gehaltene Beteiligung an dem heimischen Energieversorger zu erwerben und damit in kommunales Eigentum zurückzuführen.

Ebenfalls beteiligt ist Remondis an der AHE GmbH, die in Hagen die Gelben Säcke einsammelt, – hier mit 50 Prozent. Ein weiterer Fuß in der Tür des Entsorgungsgeschäfts.

An Habus, einer GmbH, die Subunternehmerleistungen in Form von Busfahrern für die Hagener Straßenbahn AG erbringt, hält die Remondis-Beteiligung Transdev mit 51 Prozent zudem bereits die Mehrheit.

Auch wegen dieser Hagener Aktivitäten lassen die Meldungen aus Essen aufhorchen:

Wird die EBE erneut ein Fall für die Staatsanwaltschaft?

Untreue, Geheimnisverrat und eine grobe Missachtung des Datenschutzgesetzes – es sind geharnischte Vorwürfe, für die Juristen nach internen Untersuchungen bei den Entsorgungsbetrieben Essen (EBE) einen Anfangsverdacht sehen. Ist es mehr als das? Diese Frage beschäftigt inzwischen die Staatsanwaltschaft Essen. (…)

Quelle: waz.de

Kommunale Wirtschaft: Streit zwischen Müllentsorger Remondis und Essener Politik eskaliert

Die Dienste des Abfallkonzerns Remondis sind für viele Kommunen unverzichtbar. In Essen eskaliert nach CORRECTIV vorliegenden Unterlagen ein Streit mit der Stadt. Ein Gutachten wirft führenden Managern strafrechtliche Verstöße vor. Es geht um möglichen Geheimnisverrat und Untreue. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt. (…)

Quelle: correctiv.org

Nachhaltiges Wohnprojekt in Wehringhausen geplant

22. Juni 2022

Moderner Wohnraum für 8 bis 9 Euro pro Quadratmeter – das hat sich die private Investorengruppe um Benno Lüke in Hagen zum Ziel gesetzt. „Wir wollen an diesem Projekt nichts verdienen. Wir glauben alle fest an die Idee einer alternativen Wohnform im Quartier“, sagt Benno Lüke. (…)

Das Architekturbüro PASD Feldmeier-Wrede Architekten aus Hagen hat in der Politik bereits grobe Pläne präsentiert, wie eine Bebauung der Ecke Pelmkestraße 11-13/Lange Straße 56-58 aussehen könnte. „Wichtig ist uns, dass unsere Immobilien möglichst nachhaltig sind“, zeichnet Jürgen Wrede die Idee von einem Häuserblock in Hybridbauweise mit möglichen Holzelementen, Fassadenbegrünung, geringen Energiekosten und Solaranlagen auf den Dächern auf. (…)

Entstehen könnten auf dem 1825 Quadratmeter großen Grundstück – auf dem die Stadt zuletzt einen Mehrgenerationenpark realisieren wollte – insgesamt 29 Wohneinheiten, davon rund 20 Prozent sozial geförderter Wohnraum. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Insolvenzen in Hagen um ein Drittel gestiegen

20. Juni 2022

Entwicklung auf Landesebene dagegen rückläufig

Von Januar bis März 2022 wurden beim Amtsgericht Hagen 104 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 33,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (damals: 78 Fälle).

Die zunehmende Entwicklung zeigte sich sowohl bei den Unternehmens- als auch bei den Verbraucherinsolvenzen: 12 Insolvenzverfahren in Hagen betrafen Unternehmen; das waren 20,0 Prozent mehr als im ersten Quartal 2021 (damals: 10 Unternehmensinsolvenzen).

Die Zahl der Insolvenzverfahren von Verbrauchern (dazu zählen Arbeitnehmer, Rentner oder Erwerbslose) stieg gegenüber dem ersten Quartal 2021 (damals 46 Verfahren) um 56,5 Prozent auf 72. Weitere Insolvenzen betrafen ehemals Selbständige sowie natürliche Personen als Gesellschafter u.Ä. sowie Nachlässe und Gesamtgutinsolvenzverfahren.

Im Gegensatz zu Hagen war die Entwicklung auf Landesebene rückläufig. 912 Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen betrafen Unternehmen; das waren 14,4 Prozent weniger als im ersten Quartal 2021 (damals: 1 065 Unternehmensinsolvenzen). Die Zahl der Insolvenzverfahren von Verbrauchern sank gegenüber dem ersten Quartal 2021 (damals 5 551 Verfahren) um 17,9 Prozent auf 4 555.


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