Archive for the ‘02 Wirtschaft Hagen’ Category

Betriebsratsanwalt erhebt schwere Vorwürfe gegen TWB-Führung

17. November 2018

Im Machtkampf mit VW drohen 324 Kündigungen bei TWB-Prevent in Hagen: Jetzt erhebt der Betriebsrats-Anwalt schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. (…)

„Ich bin bundesweit tätig, aber dieser Fall ist alles andere als üblich.“ Die Prevent-Geschäftsführung verweigere dem Betriebsrat die notwendigen Informationen, um überhaupt auf Augenhöhe über einen Sozialplan zu verhandeln: „Kein Jahresabschluss, kein Lagebericht – uns fehlen Informationen, die uns rechtlich zustehen.“ (…)

Quelle: wp.de

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Max-Bahr-Gelände soll Gewerbefläche werden

16. November 2018

Einstimmig hat sich der Stadtentwicklungsausschuss dafür ausgesprochen, das Areal des ehemaligen Baumarktes Max Bahr an der Eckeseyer Straße wieder als reine Gewerbefläche auszuweisen. Damit würde die zusätzlich vorgesehene Einzelhandlesnutzung als Festsetzung aus dem Bebauungsplan wieder verschwinden. Sprecher aller Fraktionen betonten, dass das Grundstück angesichts des erheblichen Gewerbeflächendefizites in Hagen an diesem Standort sicherlich attraktiv genutzt werden könne. (…)

Quelle: wp.de

Automobilzulieferer aus Hagen verliert Prozess gegen VW

14. November 2018

Beim Auto-Zulieferer Prevent TWB werden wohl hunderte Mitarbeiter ihren Job verlieren. Denn das Unternehmen wird ab März keine Teile mehr an VW liefern. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf eben entschieden. (…)

Quelle: WDR

Emotionale Debatte über Zukunft des Böhfeldes in Hagen

14. November 2018

Die Stadt Hagen will auf dem Böhfeld, einer Fläche nahe des Hengsteysees, ein Gewerbegebiet entwickeln. Die Bürger haben etwas dagegen. (…)

Mit geballter Wucht artikulierten zahlreiche der rund 130 erschienenen Bürger ihren Protest gegen das Vorhaben. „Wir wollen nicht, dass diese Natur- und Kulturlandschaft zerstört wird“, fasste Bernd Lange die Bedenken zusammen. (…)

Während der erregten Debatte wurden viele für die gesamte Stadt wichtige Fragen erörtert, etwa den Umgang mit Brachflächen (…)

Quelle: wp.de

16,3 Prozent der Hagener sind überschuldet

14. November 2018

Das ergibt sich aus aktuellen Zahlen der Auskunftei Creditreform. Hagen gehört danach zu den zehn Städten mit dem höchsten Anstieg der Überschuldungsquote im Vergleich der Jahre 2004 und 2018. Von 401 Gebietskörperschaften (Kreise und kreisfreie Städte) in Deutschland landet Hagen auf dem 389. Platz.

Innerhalb der Stadt ist der Verschuldungsgrad recht unterschiedlich. Während in Wehringhausen und Mittelstadt ist fast jeder Vierte überschuldet ist, in Altenhagen jeder Fünfte, in Haspe und Eilpe jeder Sechste, liegt die Verschuldung im Hagener Osten von Boele bis Hohenlimburg wesentlich niedriger.

Regeln für Unternehmen weltweit?!

12. November 2018

Auf dem Weg zu einem UN-Treaty zu Wirtschaft und Menschenrechten

Do 15.11.2018, 19:00 Uhr
Villa Post, Wehringhauser Str. 38, 58089 HA-Wehringhausen

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Beschäftige, die unsere Kleidung und Schuhe produzieren, vor Gesundheitsschäden am Arbeitsplatz geschützt sind und sie sich ohne Angst gewerkschaftlich organisieren können. Oder dass für den Ab- und Anbau von Rohstoffen Menschen nicht von ihrem Land vertrieben oder durch Umweltzerstörung ihrer Lebensgrundlage beraubt werden.

Zahlreiche Berichte aus Fabriken, Minen oder Plantagen weltweit jedoch belegen das Gegenteil: Menschenrechtsverletzungen sind keine Seltenheit in unseren weltweiten Lieferketten. Für die über Landesgrenzen hinaus handelnde Unternehmen bleiben die Verstöße oft ohne Folgen.

Angestoßen durch Südafrika und Ecuador arbeitet nun seit 2014 eine Arbeitsgruppe des UN-Menschenrechtsrats an einem erstmals verbindlichen UN-Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten. Der sogenannte UN-Treaty soll regeln, dass Menschenrechte Vorrang vor Profitinteressen haben. Welche Chancen bietet dieser UN-Prozess? Wie ist der Verhandlungsstand und welche Rolle nehmen die EU und Deutschland hierbei ein?

Eva-Maria Reinwald, Promotorin für Globale Wirtschaft und Menschenrechte bei SÜDWIND e.V. berichtet über den Prozess.

Eine Veranstaltung von Arbeit und Leben und VHS

Bezirksregierung sieht Pläne für Elsey „sehr, sehr kritisch“

11. November 2018

Die Bezirksregierung lehnt die Lidl-Vergrößerung in Elsey ab, die Stadt Hagen wird dem wohl folgen. (…)

Eine politische Mehrheit in der Bezirksvertretung und auch die Verwaltung hatten diese Pläne bislang mitgetragen. Wohlwissend, dass das von der Stadt Hagen selbst verabschiedete Einzelhandelskonzept eigentlich vorsieht, nur noch die Zentren in den Stadtteilen zu stärken.

Genau darauf hebt nun auch die Bezirksregierung ab: „Die Stadt Hagen handelt hier nicht logisch“, so Bezirksregierungs-Sprecher Söbbeler. Wenn in Elsey Einzelhandelsflächen abseits des unter vielen Leerständen leidenden Hohenlimburger Zentrums erweitert würden, „dann führt das zu einem unstrukturierten Stadtbild, mit dem am Ende keiner glücklich sein kann.“ (…)

Quelle: wp.de

Sparkasse Hagen macht die EC-Karte kostenpflichtig

2. November 2018

Das Schreiben flattert in diesen Tagen in 80.000-facher Ausfertigung in Haushalte in Hagen und Herdecke: Die Sparkasse der beiden Städte kündigt darin Preiserhöhungen für ihre Privat-Giro-Konten an. Wenn auch auf den ersten Blick versteckt, der Betreff lautet: „Erstklassiges Leistungspaket zum fairen Preis.“ Die wohl markanteste Änderung: Die EC-/Sparkassen-Card kostet bald etwas: 9 Euro im Jahr werden fällig. (…)

Quelle: wp.de

Trotz Renovierung viele leere Läden in der Volme-Galerie

28. Oktober 2018

Die Volme-Galerie in der Hagener Innenstadt ist auch nach ihrer Renovierung vor drei Jahren durch Leerstände und fehlende Besucher geprägt. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

„Persönliche Betroffenheit fehlt“

Steuerexperte Prof. Stephan Meyering spricht über Abschreibungsmodelle und Steuertricks. Der Betriebswirt lehrt an der Fernuni Hagen. (…)

Herr Meyering, in Hagen gibt es zwei Einkaufs-Galerien, von der die eine durch starken Leerstand geprägt ist.

Durch den Bau der Rathaus-Galerie wurde das Leben aus der Volme-Galerie abgezogen. Unternehmen, die was auf sich halten, sind ‘rübergezogen, um am frischen Image zu partizipieren.

Mittlerweile stehen etwa zwei Drittel der Verkaufsflächen in der Volme-Galerie leer. Lohnt sich für den Eigentümer, der Savills Fund Management GmbH, aus steuerlicher Sicht ein hoher Leerstand?

Nein, Leerstand rechnet sich auf ein einzeln betrachtetes Objekt finanziell nicht. Allerdings sind Fonds-Halter im Besitz etlicher Immobilien. Und wenn von z.B. 100 Immobilien 80 Renditen einfahren, ist das Engagement, das für die 20 defizitären Immobilien aufgebracht wird, gering. Es gilt eben das Prinzip der Mischkalkulation. (…)

Quelle: wp.de

IG Metall Hagen will nun über Sozialplan bei TWB verhandeln

19. Oktober 2018

Bei der IG Metall herrscht angesichts des zu erwartenden Urteils aus Düsseldorf in Sachen TWB-Prevent gegen Volkswagen Alarmstimmung. „Wir müssen uns auf den schlimmsten Fall vorbereiten“, so Gewerkschafts-Chef Jens Mütze.

Konkret: Die IG Metall wird mit der TWB-Prevent-Geschäftsführung in Verhandlungen über einen Sozialplan eintreten. Denn wenn die VW-Aufträge wegbrechen, sind mehr als 300 Arbeitsplätze in der Sedan-Straße in Gefahr. Mütze formuliert klare Erwartungen an die Prevent-Geschäftsführung: „Sie muss jetzt sehr, sehr aktiv nach neuen Aufträgen suchen.“ (…)

Quelle: wp.de

Autozulieferer kämpfen um ihre Jobs

18. Oktober 2018

Bericht zu TWB in der WDR-Lokalzeit (Video, verfügbar bis 24.10.2018)

Streit mit VW: 300 Stellen bei TWB in Hagen in akuter Gefahr

17. Oktober 2018

Der Machtkampf zwischen VW und dem Zulieferer TWB-Prevent landete heute vor dem OLG. Die Tendenz: Es sieht nicht gut aus für den Standort Hagen. (…)

Quelle: wp.de

Mehr zum Hintergrund:

Volkswagen gegen Prevent – Showdown in der nächsten Instanz

TWB ist seit einigen Jahren Teil der deutsch-bosnischen Prevent-Gruppe der Unternehmerfamilie Hastor. Das Problem: Volkswagen und Hastor liegen im Clinch. „Wir werden dafür jetzt in Sippenhaft genommen“, heißt es in TWB-Kreisen. Volkswagen sieht dagegen in dem Hagener Unternehmen keinen verlässlichen Zulieferer mehr, verlautet es in Wolfsburg. (…)

Quelle: Handelsblatt

Die Masche von Prevent

„Die Geschäftspolitik von Hastor ist, Autozulieferbetriebe, die am Rande der Insolvenz stehen, billig zu kaufen, dann die Kunden, also die großen Autohersteller, zu erpressen und mit Klagen zu überziehen, in der Zwischenzeit die Gewinne abzuschöpfen und eine Hülle mit Beschäftigten ohne Eigenkapital und Überlebensfähigkeit zurückzulassen“, wirft Patrick Selzer von der IG Metall in Saarbrücken dem Unternehmer vor. In der öffentlichen Auseinandersetzung ist es Hastors Masche, den Spieß umzudrehen und sich gängige Vorwürfe zunutze zu machen. Diese besagen, dass die großen Autokonzerne die Abhängigkeit der Zulieferer von ihnen missbrauchen, um sie zu knechten und die Preise so zu drücken, dass sie kaum überlebensfähig sind. „Wir glauben nicht, dass es mit diesem Eigentümer eine verlässliche Zukunft geben kann“, sagt Frank Iwer, Automobilexperte beim Vorstand der IG Metall.

Quelle: IG Metall

Ahm-Bürgerinitiative stellt Eilantrag

14. Oktober 2018

Die Bürgerinitiative zum Erhalt des Ahm als Natur- und Erholungsraum (BI) ahnte nicht, als sie ihre Jahreshauptversammlung auf den 11. Oktober legte, dass sich die Ereignisse rund um diesen Termin, um den Ahm, die Hohenlimburger Kalkwerke (HKW) und deren Steinbruch überschlagen würden. (…)

Quelle: Iserlohner Kreisanzeiger

Zum Hintergrund: Homepage der Bürgerinitiative

TWB-Beschäftigte bangen um ihre Jobs

12. Oktober 2018

VW-Verträge vor Gericht

Der Hagener Autozulieferer TWB kämpft vor Gericht um eine längere Zusammenarbeit mit VW. Die Lieferverträge der Prevent-Gruppe, zu der auch TWB gehört, mit VW laufen Ende März 2019 aus, deshalb könnten 300 TWB-Beschäftigte ihre Jobs verlieren.

Prevent hatte versucht, Preiserhöhungen von bis zu 1.000 Prozent durchzusetzen, berichtete das Handelsblatt im Mai 2018. Die IG Metall in Saarbrücken, auch dort gibt es einen Prevent-Standort, warf dem Unternehmen damals vor, „Autozulieferbetriebe, die am Rande der Insolvenz stehen, billig zu kaufen, dann die Kunden, also die großen Autohersteller, zu erpressen und mit Klagen zu überziehen, in der Zwischenzeit die Gewinne abzuschöpfen und eine Hülle mit Beschäftigten ohne Eigenkapital und Überlebensfähigkeit zurückzulassen“.

Die TBW-Mitarbeiter als Opfer solcher Art von Unternehmenspolitik setzen ihre Hoffnung jetzt auf das Landgericht Düsseldorf. Das wird kommende Woche entscheiden, ob VW aufgrund jahrelanger Verträge verpflichtet werden kann, weiter mit TWB zusammenzuarbeiten. Als Mindestziel hoffen Betriebsrat und Gewerkschaft, dass das Gericht eine sogenannte Auslaufphase verordnet. Dann wäre der Vertrag zwar beendet, es gäbe aber noch mindestens ein Jahr Arbeit.

Niermann und Kieslich treten als Betriebsräte zurück

11. Oktober 2018

Viele Fragen und keine Antworten: Melanie Kieslich und Thorsten Niermann sind als Betriebsräte von ThyssenKrupp Hohenlimburg zurückgetreten. (…)

Quelle: wp.de

Aufzug in Hagener Hochhaus seit Monaten defekt

11. Oktober 2018

Vor allem die älteren Mieter des Wohnkomplexes Steinhausstraße 107 und 109 leiden seit sechs Monaten darunter, dass die Aufzuganlage in dem über 60 Parteien großen Gebäude außer Betrieb ist. Und die mühsame Lauferei und Schlepperei bis in den siebten Stock wird noch bis in die erste Hälfte des nächsten Jahres weitergehen. Für die Mieter des in die Jahre gekommenen Gebäudes eine riesige Belastung. Die Besitzer-Gesellschaft reagiert da wesentlich nüchterner. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wie schon in Vorhalle und Elsey, jetzt halt mal in Kabel: Immer wieder Immobilien-Konzerne, immer wieder Fahrstühle.

Wochenkurier insolvent

1. Oktober 2018

Viel Altpapier wäre weg – aber die Funke-Gruppe hätte endgültig das Medienmonopol in Hagen

Mehr als 40 Jahre verstopfte sein Papier die Hagener Briefkästen. Jetzt hat das Reklameblatt Wochenkurier Insolvenzantrag gestellt.

Die Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH erklärte den Schritt mit blumigen Formulierungen. Die „Restrukturierung“ des Unternehmens verlaufe nicht „so glatt, wie man sich das wünsche“ und deshalb habe man „einen sicheren Zwischenschritt“ eingelegt. Sinn des Verfahrens, so Geschäftsführer Philipp Brück, sei es vielmehr, alte Zöpfe abzuschneiden und längst überholte Strukturen endlich aufbrechen zu können.

Um diese Ziele zu erreichen, wird allerdings normalerweise keine Insolvenz beantragt; auch keine, wie in diesem Fall, „Planinsolvenz in Eigenverwaltung“. Der Grund dürfte eher in der finanziellen Schieflage zu finden sein, in die das Anzeigenblatt gerutscht ist.

Der Jahresabschluss für 2017 weist bei einer Bilanzsumme von knapp 721.000 Euro einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von mehr als 251.000 Euro aus. Der Wochenkurier sah sich deshalb veranlasst, in seine Pflichtveröffentlichung eine Warnung einzuflechten:

Mit Schreiben vom 15.06.2018 wurde die Geschäftsführung darauf aufmerksam gemacht, dass die Notwendigkeit der Vorlage einer positiven Fortbestehensprognose gegeben ist. Die Arbeiten wurden deshalb ausgesetzt, bis am 02.07.2018 die Fortbestehensprognose für die Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH und Wochenkurier Vertriebsgesellschaft mbH, erstellt durch die Sozietät Thomas Uppenbrink und Collegen GmbH, Vorhaller Str. 21, 58089 Hagen, vorgelegt wurden.

Aus der Prognose geht hervor, dass eine insolvenzrechtliche Überschuldung aktuell nicht vorliegt. Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Neutralisierung der buchmäßigen Überschuldung nur und ausschließlich erfolgt, wenn die in der Fortbestehensprognose aufgeführten Auflagen zeitnah und vollumfänglich erfüllt und umgesetzt werden.

Letzteres gelang wohl nicht und führte zum Insolvenzantrag. Bereits 2015 landete ein Tochterunternehmen, die wochenkurier Ennepe-Ruhr GmbH, im Aus; DOPPELWACHOLDER.DE berichtete damals.

Verschwände der Wochenkurier endgültig von der Hagener Bildfläche, fielen Woche für Woche etliche Tonnen Altpapier weniger an. Bei aller Kritik am Reklamemüll – die Kehrseite der Pleite wäre die Vollendung des Monopols der Funke-Gruppe im Hagener Medienmarkt: Westfalenpost, das redaktionslose Geisterblatt Westfälische Rundschau, Radio Hagen und das Anzeigenblatt Stadtanzeiger – alles aus einer Hand.

Wochenkurier-Chefredakteur Michael Eckhoff hat all die Jahre immer wieder fachkundig historische und kulturhistorische Themen einem breiten Publikum zugänglich gemacht, das üblicherweise nicht damit konfrontiert worden wäre. Das wird fehlen. Der Lokalteil der WPWR hat dem nur eine Burger-Braterei- und Boutiquen-Kollumnistin entgegenzusetzen, die nebenbei auch über Kultur schreiben darf.

Wochenkurier-Geschäftsführer Philipp Brück hofft derweil auf ein Weiterleben seines Anzeigenblatts: „Das Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung gibt uns dazu die Möglichkeit und die Flexibilität, die wir brauchen, um den Wochenkurier endgültig neu auszurichten und wirtschaftlich kerngesund aufzustellen.“

Wenig Innovationskraft – Hagen mit geringer Patent-Quote

30. September 2018

Statistisch gesehen gehört Hagen zu den Städten in Deutschland, die am wenigsten innovativ sind. Im Vergleich zu Nachbarregionen, aber auch landes- und bundesweit schneidet die Stadt bei der Anzahl der Patentanmeldungen sehr schlecht ab. (…)

Bei der Anzahl der Patentanmeldungen liegt Hagen auf Platz 249 aller 401 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands und auf Platz 48 aller 67 kreisfreien Großstädte der Bundesrepublik. Hintere Plätze für eine Stadt, die mit der Fernuniversität die größte Hochschule Deutschlands hat und über einen Fachhochschulstandort (Fachbereiche Technische Betriebswirtschaft sowie Elektrotechnik und Informationstechnik) verfügt. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Das Problem einer für eine Fast-200.000-Einwohner-Stadt viel zu geringen Innovationskraft trifft nicht nur die heimische Wirtschaft. Wo spielt Hagen etwa in der Politik eine Vorreiterrolle? Oder in der Kultur? Symptomatisch erscheint hier der schleichende Niedergang des Osthaus-Museum. Einst gegründet als Präsentationsforum der künstlerischen Avantgarde, vermochte es auch in der Nachkriegszeit trotz bescheidener finanzieller Ausstattung lange Zeit ein Niveau zu halten, das für überregionales Interesse sorgte. Aber dank ständiger Anfeindungen kulturferner Kreise aus dem politischen Raum und damit einhergehender Etatkürzungen ging der Weg zuletzt in Richtung eines Heimatmuseums. Innovation ist da eher wenig.

Wer will angesichts eines solchen allgemeinen Klimas noch erwarten, dass ausgerechnet die Wirtschaft eine Ausnahme darstellt und eine Vorreiterrolle einnimmt?

Auch Hagener Firma zieht Arbeitsbühne aus Hambacher Forst ab

25. September 2018

Das Hagener Unternehmen Peter Cramer hat eine ihrer Arbeitsbühnen aus dem Hambacher Forst abgezogen. Die war dort von der Polizei bei der umstrittenen Räumung des Camps von Braunkohlekraftwerks-Gegnern eingesetzt worden – ohne das Wissen des Hagener Unternehmens.

Zuvor hatte schon der Düsseldorfer Arbeitsbühnen-Vermieter Gerken seine Gerätschaften, die von der Polizei genutzt wurden, aus dem Hambacher Forst abziehen lassen. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Bundesbürger gegen Rodung

Wenn es nach dem Willen der Bundesbürger geht, ist die Sache klar: RWE würde den Hambacher Forst nicht weiter roden, bis die Kohlekommission ihre Arbeit beendet hat, und Deutschland würde außerdem bis spätestens 2030 aus der Kohle aussteigen.

Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des Kampagnennetzwerks Avaaz, die Klimareporter° in Auszügen vorliegt.

Demnach wollen drei Viertel der Deutschen, dass es während der laufenden Gespräche zum Kohleausstieg keine Rodungen im Hambacher Wald gibt. Dabei befürworten 51 Prozent den Rodungsstopp sogar “sehr”. 25 Prozent stimmten “eher” zu. 22 Prozent sprachen sich hingegen für weitere Rodungen aus.

Noch deutlicher sind die Zahlen bei der Frage nach einem raschen Kohleausstieg. Knapp drei Viertel der Befragten sprechen sich dafür aus. Dabei sind 46 Prozent für einen Ausstieg “bis spätestens 2025” und 27 Prozent “bis spätestens 2030”.

Für einen Ausstieg “später als 2040” sprechen sich nur zwei Prozent aus. Dass Deutschland gar nicht aus der Kohle aussteigen soll, meinen lediglich zwölf Prozent.

Emnid fragte auch danach, wie die Unterstützer der derzeitigen Regierungsparteien CDU und SPD zum Kohleausstieg stehen. Interessanterweise ist bei ihnen die Unterstützung für einen zügigen Ausstieg noch größer als in der Gesamtbevölkerung: Jeweils gut 80 Prozent sprechen sich für ein Ende der Kohleverstromung bis spätestens 2030 aus.

“Die Regierung hingegen scheint den Hambacher Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen”, kommentierte Christoph Schott von Avaaz die Umfrageergebnisse. “Es geht nicht um ein kleines Waldstück bei Köln, sondern um die Zukunft der deutschen Klimapolitik.”

Quelle: klimareporter

Mieten steigen in Hagen nicht so stark wie im Ruhrgebiet

25. September 2018

In Hagen sind die Mieten geringer gestiegen als in anderen Ruhrgebiets-Großstädten. Die Steigerungsrate betrug hier acht, in Dortmund 25 Prozent. (…)

Quelle: wp.de

Das Baumwipfelpfad-Projekt im Hagener Wald wackelt

11. September 2018

Die für den Hasper Forst angedachte „Baumwelt Hinnenwiese“ des hessischen Investoren-Teams „Forest Adventures“ darf in der geplanten Form rund um den Kaiser-Friedrich Turm nicht realisiert werden. „Das Konzept entspricht nicht dem Flächennutzungsplan beziehungsweise dem Regionalplan, der nur in geringem Maße bauliche Eingriffe ermöglicht“, machte jetzt Barbara Hammerschmidt, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung, Planung und Bauordnung, in der Bezirksvertretung Haspe deutlich. „Damit ist das Projekt so sicherlich nicht machbar.“ (…)

In der Bezirksvertretung Haspe, die die Baumwelt-Idee bislang mit breiter Mehrheit unterstützt hatte, machte sich angesichts der plötzlich auftauchenden rechtlichen Hürden Ernüchterung breit. „Ich halte es für einen Witz, dass nach jahrelanger Planung jetzt festgestellt wird, dass das angedachte Konzept an diesem Standort nicht funktioniert“, formulierte SPD-Fraktionssprecher Peter Mervels­kemper stellvertretend für das gesamte Gremium seinen Ärger.

Quelle: wp.de

Anmerkung: So scheint es für den Hagener Stadtwald noch zu einem glücklichen Ende zu kommen. Die Reaktion der Bezirksvertretung Haspe ist bezeichnend für ein Gremium, dass allerlei Unsinn zu beschließen pflegt, aber anscheinend das eigene Territorium nicht kennt. Wäre es anders, hätte die BV von Anfang an erkennen müssen, „dass das angedachte Konzept an diesem Standort nicht funktioniert“.

Geradezu ins Groteske führt der zugehörige Kommentar des WPWR-Autors Martin Weiske, der den Investoren „Langmut“ attestiert, der „zu bewundern“ sei. Sieben Jahre sei es inzwischen her, „dass sie mit ihrem Baumwelt-Konzept Kontakt nach Hagen knüpften, um für einen Millionenbetrag ein touristisches Angebot mit erheblicher überregionaler Strahlkraft zu realisieren.“ Als Referenz führt Weiske ein Kletterareal im benachbarten Wetter an. Wer mal dort war und ebenso die Planung an der Hinnenwiese kennt, sieht auf Anhieb: Das kann man nicht gleichsetzen, da schon die Dimensionen meilenweit auseinanderklaffen.

Den eigentlichen Grund der von Weiske ins Feld geführten „Langmut“ der Investoren hat er selbst bereits vor sechs Jahren in seinem Blatt beschrieben. In einem WPWR-Artikel von 2012 teilte er mit: „Die sich durch den Hasper Stadtwald schlängelnden Baumwelten zwischen Ausflugsgaststätte „Hinnenwiese“ und dem Kaiser-Friedrich-Turm werden frühestens 2018 realisiert.“ Begründung damals: Man plane erst einmal andere Kletterobjekte. Weiske zitierte den Geschäftsführer des Investors Forest Adventures: „Jeder einzelne Kletterwald ist somit etwas weniger profitabel, als es frühere Pläne noch suggeriert hatten.“

Im Klartext: Es fehlte offenbar das nötige Kapital.

Die damals angeführten und im Vergleich zur Hagener Planung ziemlich kleinen Objekte sind wohl bis heute nicht realisiert. Jedenfalls fehlt auf der Homepage von Forest Adventures jeder Hinweis darauf.

Siehe dazu einen DW-Beitrag von 2012, der bereits alle wesentlichen Kritikpunkte enthält:

In den Wipfeln ist Ruh’

Hawker und IG Metall einigen sich auf Haustarifvertrag

8. September 2018

Der Batteriehersteller Hawker hat sich mit Betriebsrat und IG Metall über den Abschluss eines Haustarifvertrages geeinigt. Wie IG-Metall-Geschäftsführer Jens Mütze am Freitag mitteilte, sei die Vereinbarung ein großer Erfolg für die Arbeitnehmerseite: „Wir sind stolz auf diesen Haustarifvertrag.“ (…)

Quelle: wp.de

Arko übernimmt die Hagener Süßwarenkette Hussel

8. September 2018

Das Handelsunternehmen Arko übernimmt die Süßwarenkette Hussel zum 1. Oktober. Über den Kaufpreis mit dem Finanzinvestor Emeram Capital Partners sei Stillschweigen vereinbart worden, teilten beide Seiten am Freitag mit. Die Hussel-Geschäfte werden nach Angaben einer Sprecherin unter ihrem bisherigen Namen weitergeführt. Die Mitarbeiter würden übernommen. (…)

Quelle: wp.de

Oeger Steinbruch: Klage gegen Abbaugenehmigung

24. August 2018

Die Letmather Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm klagt am Verwaltungsgericht Arnsberg gegen die den Kalkwerken erteilte Abbaugenehmigung.

Hat die Stadt Hagen bei der im Juni den Hohenlimburger Kalkwerken erteilten Abbaugenehmigung die im Regionalplan in Richtung Oeger Feldstraße festgelegten Grenzen überschritten? Und zwar um rund 5000 Quadratmeter? (…)

Quelle: wp.de

Hohenlimburg: In Hoesch-Siedlung tut sich etwas

23. August 2018

Seit dem 1. Februar hat die Paul Immobilien GmbH die 250 Wohnungen an Piepenstockstraße, Am Predigerstuhl und am Ahmer Weg übernommen. (…)

Bis zum Jahr 2009 gehörten die Immobilien der Hoesch-Wohnungsbau. Dann stieg die „Prodomo“ ein. Für rund zwei Jahre. Denn zum 1. Januar 2011 übernahm die KGW Wohnwert GmbH die Häuser. Diese gab die Wohnungen an die Barmer Wohnungsbau weiter. Aus der in Wuppertal angesiedelten Barmer Wohnungsbau wurde zum 1. Juli 2016 die „Conwert“. Zu diesem Zeitpunkt fusionierten die alt+kleber Immobilienverwaltung GmbH, die KWG Wohnwert GmbH und die Barmer Wohnungsbau Verwaltung GmbH zur neuen Conwert Immobilienverwaltung GmbH.

Doch am 1. Juli 2017 drehte sich das Karussell weiter. Dann übernahm die Bochumer „Vonovia Wohnungsgesellschaft“ die Immobilien. Aus dem Zusammenschluss der Deutschen Annington und der „GAGFAH“ ist im Jahr 2015 „Vonovia“ hervorgegangen. Am 1. Februar dieses Jahres übernahm die Paul Immobilien GmbH in Oege die 250 Wohnungen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Ja, „da tut sich etwas“. Das Spekulationskarussell dreht sich immer weiter.

Gute Noten für Hagen: Düsseldorfer Firma kauft Häuser

18. August 2018

„Wir glauben an den Standort Hagen und können uns vorstellen, hier weiter zu investieren.“ Das sagt John Bothe, Gründer und Geschäftsführer der Silverlake Real Estate Group, eines Düsseldorfer Immobilienunternehmens, das in Boele 104 Wohneinheiten und rund 10 000 Quadratmeter Gesamtfläche erworben hat. Gekauft hat Silverlake die 13 Häuser von einem ortsansässigen privaten Bestandshalter. (…)

Die in Boele gekauften Objekte sind aus den Baujahren 1971 bis 1998 und vollvermietet. Bereits zum Jahresauftakt hatte Silverlake vier Mehrfamilienhäuser mit 38 Wohneinheiten in zentralen Lagen Düsseldorfs erworben. „Derzeit prüfen wir weitere Transaktionen in der Region und kommen unserem diesjährigen Ankaufsziel von 50 Millionen Euro immer näher“, sagt Bothe. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: 50 Millionen Euro sind eine Menge Holz für eine Firma, die nach Angaben im Handelsregister erst 2016 als Silverlake Development GmbH mit dem vorgeschriebenen Mindest-Stammkapital von gerade einmal 25.000 Euro gegründet wurde. Im Februar 2018 wurde in Silverlake Real Estate Group GmbH umfirmiert. Der 1990 geborene Geschäftsführer John Alexander Peter Hermann Erich Bothe, so sein vollständige Name, ist in dieser Funktion unter identischer Firmenanschrift bei weiteren Gesellschaften tätig, deren gemeinsames Merkmal darin besteht, dass sie als Stammkapital jeweils auch nur den Mindestbetrag ausweisen.

In einem in gleich zwei Immobilienmagazinen erschienenen textidentischen Artikel vom Februar 2018 heißt es: „Er investiert seit 2008 in Wohn- und Gewerbeimmobilien und hält mit Silverlake derzeit einen Bestand von circa 1.000 Einheiten. Zudem hat Silverlake gegenwärtig ein Volumen von circa 60 Millionen Euro in der Projektentwicklung.“ Demnach muss der junge Mann bereits im Alter von 18 Jahren groß ins Investment eingestiegen sein. In demselben Beitrag betont Bothe „unsere starke Eigenkapitalausstattung“. Damit können bei den Millionen-Summen ja wohl nicht die 25.000 Euro Stammkapital gemeint sein.

Woher kommt also die Kohle? Verbergen sich hinter der Fassade Investmentfonts oder ähnliches? Mit solchen Konstrukten haben die Hagener bereits Erfahrungen sammeln dürfen, wie beispielsweise in Vorhalle oder Hohenlimburg.

Auch ein Blick auf die firmeneigene Homepage wirft Fragen auf. Man würde Hinweise auf die „Wohn- und Gewerbeimmobilien“ oder die „Projektentwicklung“ erwarten, die Unternehmen dieser Größenordnung gerne präsentieren. Oder die Namen der für die einzelnen Bereiche zu kontaktierenden Personen. All das sucht man vergebens. Auch dass es für Telefon und Fax nur eine gemeinsame Nummer gibt, macht stutzig.

Bezirksregierung kritisiert Stadt Hagen für Discounter-Pläne

17. August 2018

Lidl-Verlagerung in Hohenlimburg: Bezirksregierung bescheinigt Stadt Hagen „halbherzige und widersprüchliche“ Bemühungen für Elsey. (…)

Das planungsrechtliche Verfahren musste geändert werden, die politische Mehrheit steht aber weiter hinter dem Projekt. Und auch die Stadtverwaltung hält es für rechtens. Doch die Bezirksregierung Arnsberg kritisiert das Vorhaben in ungewöhnlich scharfer Form und stützt damit die Haltung der Werbegemeinschaft Hohenlimburg.

Wunsch des Investors ist es, die Angebotsflächen der beiden Discounter-Märkte vom Gotenweg (Lidl) und vom Alemannenweg (Netto) in der ehemaligen Hohenlimburger Federnfabrik am Gotenweg für einen Lidl-Markt zusammenzulegen. Dadurch würde die Gesamt-Angebotsfläche der Discounter in Elsey zwar von etwa 1400 Quadratmetern auf nur noch 1200 Quadratmeter am neuen Standort schrumpfen – Lidl könnte aber sein Sortiment auf der dann größeren Fläche erweitern. Diese Pläne behagen der Werbegemeinschaft der Innenstadt nicht, die dadurch die Wirtschaftlichkeit der Einzelhandelsgeschäfte gefährdet sieht. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Stadt hebelt also ihr eigenes Einzelhandelskonzept aus. Da stellt sich doch sofort die Frage, welche Verbindungen bestehen zwischen dem Investor und der „politischen Mehrheit“.

Wirtschaft gegen Gerbersmann

16. August 2018

Verbände wenden sich gegen die Steuererhöhungsphantasien des Hagener Stadtkämmerers

Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen, der Märkische Arbeitgeberverband und die Kreishandwerkerschaft fordern ein Ende der Diskussion über weitere Steuererhöhungen, die Gift für das Investitionsklima in Hagen sei. Auch ohne Steuererhöhungen dürfe dennoch kein Stillstand eintreten, notwendig sei vielmehr ein politischer Konsens über die Konzentration auf wichtige Zukunftsprojekte, so die Verbände in einer gemeinsamen Erklärung.

Ohne Namen zu nennen, wenden sie sich damit gegen Überlegungen des Hagener Stadtkämmerers Christoph Gerbersmann (CDU), erneut an der Grundsteuerschraube zu drehen. Indirekt unterstützt die Wirtschaft mit ihrer Stellungnahme auch den Vorschlag der SPD-Fraktion im Hagener Rat, die Schuldentilgung leicht herunterzufahren, um wenigsten ein Minimum an Investitionen zu ermöglichen.

Letztendlich eine politische Entscheidung, von der Gerbersmann aber ablenkt, indem er eine Debatte über Buchhaltungsfragen inszeniert, die mit der Sache wenig zu tun hat. Die WPWR zitierte den Kämmerer beispielsweise mit den Worten: „Wenn nun die SPD mir vorwirft, ich solle zur Finanzierung mit Arnsberg lieber eine Reduzierung des Schuldenabbaues verhandeln, verwechselt die SPD Liquidität und Jahresergebnis.“

Gerbersmann zur Seite sprang sogleich der Vorsitzende der 3-Personen-Kleinfraktion FDP, Claus Thielmann. Dessen Äußerungen sind geradezu bizarr. In einer Erklärung lehnt er zunächst entrüstet („Wunschkatalog“) den SPD-Vorschlag ab, um anschließend eine Kehrtwende hinzulegen: „Auch wir wollen keine Steuererhöhungen. Sollten für den Doppelhaushalt 2019/2020 Spielräume entstehen, wollen und werden wir diese jedoch nutzen.“ Warum jetzt nicht, demnächst aber doch? Doch wohl, weil diesmal der Vorschlag nicht von der FDP kam.

Die FDP glaubt natürlich auch genau die Ursache allen Übels zu kennen: „Investitionen auf Pump – das sei nicht neu, denn mit dieser Strategie habe die SPD in ihren Regierungsjahren im Hagener Rathaus die Stadtfinanzen dorthin gebracht wo sie heute sind.“ Hätte das Grüppchen doch im Rat mal besser aufgepasst, dann wäre ihm nicht das unterlaufen, was es der SPD jetzt vorwirft, nämlich „haushaltspolitisch jeden Bezug zur Realität verloren“ zu haben.

Aus zwei Aufstellungen, die die Kämmerei am 18. Mai 2017 präsentiert hat, ergibt sich aus einer Mischung von Mehrausgaben und Mindereinnahmen ein Verlust von etwa 860 Millionen Euro, die die Stadtkasse in den letzten Jahren nur aus dem Grunde zu erleiden hatte, dass der Bund (und zu einem geringen Teil auch das Land) finanzielle Lasten nach unten durchgereicht hat, ohne für einen Ausgleich nach dem Konnexitätsprinzip zu sorgen, das besagt: Wer bestellt, der bezahlt.

Mitverantwortlich für diese Misswirtschaft zu Lasten der Kommunen waren über viele Jahre Thielmanns Parteifreunde in Bundesregierung und Parlament. Kein Wunder, dass er sich hier zurückhält. Konsequenterweise verzeichnet das Protokoll unter dem entsprechenden Tagesordnungspunkt (5.17) der damaligen Ratssitzung keine Wortmeldung aus den Reihen der FDP. Die hatte schon zu dem Zeitpunkt „jeden Bezug zur Realität verloren“, den sie nun der SPD vorwirft.

Das sind hierzulande die Fakten – und nicht die Phantastereien eines Claus Thielmann. Dass die ganze Sparnummer auf diese Art und Weise nicht funktioniert, sehen die Interessengruppen der Wirtschaft im Gegensatz zu Gerbersmann und Thielmann wesentlich klarer:

„Aus Sicht der Wirtschaft bleiben Sparbemühungen der Stadt eine Daueraufgabe. Allerdings hat Hagen als hochverschuldete Kommune keine Aussicht, sich allein durch Sparmaßnahmen zu sanieren. Hier sind weitere finanzielle Entlastungen durch Bund und Land dringend erforderlich, für die sich alle politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen einsetzen sollten.“

Hagener Autosalon findet nicht statt

10. August 2018

Der diesjährige Hagener Autosalon in der Innenstadt (eigentlich geplant vom 31. August bis 2. September) wird nicht stattfinden. Die aus Sicht der Hagener Kfz-Innung zu erwartende erneute Klage der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gegen den verkaufsoffenen Sonntag am 2. September sorgt dafür, dass die Veranstalter einen Rückzieher machen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wahrlich kein Verlust für die Menschheit. Wenn der erst kürzlich im Stadtrat verabschiedete Masterplan Mobilität, der ein Zurückdrängen des Autoverkehrs aus dem Stadtzentrum beinhaltet, wirklich erst gemeint wäre, hätten die Verantwortlichen (z.B. die Millionen Euro versenkende städtische Mehrheitsbeteiligung Hagen-Agentur) eine solche Werbeveranstaltung erst gar nicht geplant.

Widerstand gegen baumelnde Hotels im Hasper Wald

31. Juli 2018

Das Freizeit- und Touristik-Projekt „Baumwelt Hagen“, das im Hasper Stadtwald einen Baumwipfelpfad mit Baumhotels vorsieht, steht vor entscheidenden Weichenstellungen. Während die Errichtung der Wandelstege auf Stamm- und Kronenhöhe realisierbar erscheint, tun sich die federführenden Planer des Regionalverbandes Ruhr (RVR) ausgesprochen schwer mit den angedachten Übernachtungsmöglichkeiten im Wald, die wie Kokons in luftiger Höhe zwischen den Zweigen baumeln sollen.

Aktuell sieht der maßgebliche Regionalplan einen solchen baulichen Eingriff, der als raumbedeutend eingestuft wird, nicht vor. Auch das jüngste Abstimmungsgespräch der städtischen Fachplaner mit den RVR-Kollegen in Essen brachte in dieser Frage keinerlei Annäherung. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Eventisierung des Hagener Stadtwalds wird weiter vorangetrieben; vorneweg von der „Hagen-Agentur“. Von den 10.000 qm Wald, der für die geplanten 500 Stellplätze abgeholzt werden müsste, spricht niemand mehr. Von den Hunderten von Betonfundamenten, die allein für den Baumwipfelpfad (ohne die Hotels) in den Waldboden gerammt werden müssten, auch nicht.

Als Parkplatz für Reisebusse sind u.a. der Parkplatz am Freilichtmuseum und am Ennepepark in Haspe vorgesehen, Entfernung zur Baumwelt 2,5 bzw. 3,7 km. Da werden sich die meist betagteren Mitmenschen, die mit Bussen anzureisen pflegen, freuen, dass sie noch einen längeren Anmarsch auf den bis dahin bestimmt rollatorfest ausgebauten Wegen vor sich haben.

Und was passiert eigentlich, wenn es bei den zunehmend trockeneren und heißeren Sommern dort mal brennt?

Ausbildungsstart: DGB-Jugend Hagen fordert Entlastung durch NRW-weites Azubi-Ticket

31. Juli 2018

Am 1. August beginnt für viele junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt: Als Auszubildende starten sie ihre Berufsausbildung – sowohl im Betrieb wie in der Berufsschule. Damit beginnt eine neue Lebensphase, in der sie immer mehr eigene Entscheidungen treffen und zum Beispiel in eine eigene Wohnung ziehen. Mit einer kleinen Ausbildungsvergütung, die ihnen Betriebe bei der dualen Ausbildung zahlen müssen, gewinnen sie an Unabhängigkeit. Doch das eigene Leben ist teuer. Deswegen fordert die DGB-Jugend Hagen eine gezielte Entlastung durch ein NRW-weites Azubi-Ticket.

„Um Auszubildende finanziell zu entlasten und ihnen mehr Möglichkeiten zu geben, sollte die Landesregierung endlich gemeinsam mit den Verkehrsverbünden handeln: Wir brauchen ein NRW-weites und bezahlbares Azubi-Ticket, das alle Auszubildenden erwerben können, um den gesamten Nahverkehr im Bundesland rund um die Uhr zu nutzen“, fordert DGB-Jugendbildungsreferent Philipp Siewert.

Studierende haben schon seit Jahren ein NRW-weites Semesterticket. Deshalb sei es jetzt Zeit, hier auch Auszubildende zu entlasten. „Mit einem NRW-Azubi-Ticket würde die duale Berufsausbildung insgesamt attraktiver gemacht. Und das ist bitter nötig, weil sie ein Rückgrat für wirtschaftlichen Erfolg darstellt“, erläutert Siewert, dem Sorgen bereitet, dass die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den letzten Jahren rückläufig war.

Zwar können Auszubildende in Hagen das VRR Young Ticket Plus ab 59,95 € kaufen, damit aber nicht über die Grenzen des VRR hinaus reisen. Pendeln nach Hamm oder Lüdenscheid wäre mit erheblichen Mehrkosten verbunden. „Fast 60 Euro für die Monatskarte, der Preis steht in keinem Verhältnis zur Leistung. Das ist für die meisten Auszubilden viel zu teuer. Ein echtes Azubi-Ticket muss daher NRW-weit gelten – und bezahlbar sein.“, sagt Siewert.

Die Gewerkschaftsjugend weist darauf hin, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen dem akuten Fachkräftemangel und dem Mangel an attraktiven Angeboten für Azubis gibt, zum Beispiel für bessere Mobilität. Mit einem Azubi-Ticket sei es wesentlich günstiger und attraktiver, Ausbildungsplätze in regionaler Entfernung vom Wohnort anzunehmen. Somit bietet sich hier ein wirksames Hilfsmittel, um regionale Unterschiede zwischen Ausbildungsangebot und -nachfrage zu lindern.

Zudem wird eine landesweite Lösung auch zu einem verstärkten Netzausbau führen, von dem alle Regionen profitieren könnten. „Ein NRW-weites Azubi-Ticket bietet also eine positive Gesamtperspektive, zu der am Ende auch mehr abgeschlossene Berufsausbildungen gehören werden“, prognostiziert Philipp Siewert.

Schloss Hohenlimburg verliert Prozess gegen Kaltwalzmuseum

29. Juli 2018

Die Schloss Hohenlimburg gGmbH ist mit ihrer Klage gegen den Förderkreis Deutsches Kaltwalzmuseum vor dem Hagener Landgericht gescheitert. Das bedeutet: Der Förderverein muss weder rückwirkend 13 000 Euro „Miete“ für die für das Museum genutzten Räumlichkeiten – den Alten Pallas – bezahlen. Noch gibt es einen Anspruch, dass monatlich ein Nutzungsentgelt von 2041 Euro bis zum Jahr 2031 gezahlt werden muss. Zudem hat die 9. Zivilkammer des Landgerichts Hagen festgestellt, dass die Kündigung des Gesellschafterverhältnis durch den Förderverein rechtens war. (…)

Quelle: wp.de

Bezirksregierung genehmigt Amprion-Stromtrasse bis Garenfeld

27. Juli 2018

Die Überraschung ist ausgeblieben, die Entscheidung steht und dürfte für Unmut bei vielen Bürgern sorgen. Die Bezirksregierung Arnsberg hat den Ausbau der Amprion-Stromtrasse genehmigt. Der Netzbetreiber darf die Pläne für die Höchstspannungsfreileitung mit 380 Kilovolt von Dortmund-Kruckel über Herdecke nach Hagen-Garenfeld umsetzen – sofern das Bundesverwaltungsgericht Leipzig nach einer möglichen Klage den Beschluss nicht kassiert. (…)

In Hagen war dieser Teil der Trasse, der nur zur Hälfte über Hagener Stadtgebiet führt, bislang nicht so heißt diskutiert wie in Herdecke. Ganz anders der weitere Abschnitt, der von Garenfeld über Elsey führt und dessen Verlauf hoch umstritten ist. (…)

Quelle: wp.de

Enervie-Belegschaft stimmt für den neuen Tarifabschluss

25. Juli 2018

Der Tarifstreit bei der Enervie AG ist beendet. Die Beschäftigten haben sich in der Urabstimmung für das ausgehandelte Ergebnis ausgesprochen. (…)

Quelle: wp.de

Agenda 2010 wirkt

23. Juli 2018

Keine Aufbruchstimmung am Hagener Arbeitsmarkt

von Bernhard Sander

Der Bereich der atypischen Beschäftigung expandiert in Hagen. Die Leiharbeit wächst am schnellsten, die Teilzeitarbeit verbreitet sich massiv. Die sogenannten Arbeitsmarktreformen (Hartz-Gesetze usw.) haben den Arbeitsmarkt zerfräst, ohne dass es nennenswert mehr Arbeitsplätze gibt. Faktisch stagniert die Zahl der Stellen, doch die Umwandlung von immer mehr Vollzeitstellen in Teilzeit oder Leiharbeit ist ein Indiz, dass die Massenkaufkraft sinkt und immer weniger Hagener und Hagenerinnen von ihrer Arbeit auskömmlich leben können.

Hinter dem Zuwachs sozialversicherter Jobs um 1,6 % zwischen 2008 und 2016 verbergen sich gravierende Probleme auf dem Hagener Arbeitsmarkt ([1]). Sie sind schon vor der der Aufnahme der Geflüchteten entstanden. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ist in dem Zeitraum 2008 bis 2016 gesunken von 53600 auf 50900. Arbeitsplätze, für die man einen anerkannten Berufsabschluss braucht, sind von 45200 auf 42800 Stellen gesunken. Jobs, für die man keinen Berufsabschluss benötigt, sanken von 12300 auf 10900. Dagegen wächst die Zahl der akademischen Lohnabhängigen von 6500 auf 7600, aber das kann die stagnierende Kaufkraft nicht beflügeln.

4 von 10 aller Beschäftigten sind heute in einem „atypischen“ Beschäftigungsverhältnis, Jeder vierte Arbeitsplatz in Hagen bietet heute nur noch Teilzeit oder Leiharbeit. Die Zahl der Teilzeit arbeitenden stieg seit 2008 von 15,9% auf 21,7%. Hinzu kommen die Arbeitssuchenden und vom Arbeitsamt als Unterbeschäftigten gezählten (in Maßnahmen, Kranke usw.) mit 12,3%.

Die Dynamik des Arbeitsplatzzuwachses ist in Hagen deutlich hinter der Landesentwicklung zurückgeblieben, selbst in den prekären Beschäftigungsmöglichkeiten kann man fast von einer Stagnation reden. Ein Wandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft ist in Hagen nicht erkennbar.

[1] https://www.boeckler.de/tools/atypischebeschaeftigung/index.php#result

Der Autor ist Redakteur der Zeitschrift Sozialismus (www.sozialismus.de)

WPWR weiter auf Schrumpfkurs

20. Juli 2018

Wieder wollten weniger Hagener ihr Einheitsblatt lesen. Auch im 2. Quartal 2018 ist die verkaufte Auflage der heimischen Ausgabe der WPWR weiter rückläufig gewesen. Das verkündete die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) am gestrigen Donnerstag.

Damit setzt sich ein langjähriger Trend fort. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging die Zahl der durchschnittlich pro Tag verkauften Zeitungen um 4,7 Prozent zurück. Im Zeitraum der letzten 10 Jahre betrug das Minus fast 40 Prozent. Während im 2. Viertaljahr 2008 noch fast 47.800 Blätter pro Tag verkauft wurden, waren es im 2. Quartal 2018 nur noch 29.451 Exemplare.

Enervie: Einigung erzielt – Urabstimmung morgen

19. Juli 2018

Mark E/Enervie und die Verhandlungskommission ver.di haben sich am Abend auf die Inhalte eines neuen Vergütungstarifvertrags für die Mitarbeiter der Unternehmen geeinigt. Die Tarifkommission hat der Einigung zugestimmt. Morgen werden die Mitarbeiter, die in der Gewerkschaft ver.di organisiert sind, in einer Urabstimmung über die Beendigung des Streiks entscheiden.

Das Ergebnis im Detail: 3 Prozent zum 01.04.2018 rückwirkend und zum 01.01.2019 sowie 01.01.2020 jeweils um 1,5 Prozent. Die Laufzeit des neuen Vergütungstarifvertrags endet am 31.12.2020.

Das Verhandlungsergebnis wird angesichts der Gesamtsituation der Unternehmen seitens des Arbeitgebers als vertretbar bewertet, stelle aber auch eine wirtschaftliche Herausforderung für die kommenden Jahre dar.

Enervie-Mitarbeiter blockieren Hagener Firmensitz

19. Juli 2018

Auch am Donnerstag (19.07.2018) ging der Streik beim regionalen Energieversorger Enervie weiter. Von 6 Uhr morgens bis zum Mittag haben mehrere hundert Mitarbeiter den Firmensitz in Hagen blockiert. Die Gewerkschaft Verdi hatte dazu aufgerufen. „Da soll niemand mehr rein oder raus kommen„, sagt ver.di-Verhandlungsführer Jörg Koburg auf WDR-Nachfrage. Lediglich Mitarbeitern, die in Notdiensten eingeteilt sind, werde Zutritt gewährt. (…)

Quelle: WDR

Drohung: Warmwasserversorgung wird eingestellt

15. Juli 2018

Diese Nachricht hat die Mieter der Mozartstraße 17 – 23 gestern aufgeschreckt. Der Energieversorger droht, das warme Wasser abzudrehen. (…)

Der Versorger aus dem Ruhrgebiet begründete diese Androhung mit nicht erfolgten oder nur unzureichend erfolgten Zahlungen durch den Immobilienverwalter Altro Mondo. (…)

Quelle: wp.de

Dazu passend:

Problemvermieter Altro Mondo

Kaputte Aufzüge, Schimmel, Ratten, falsche Nebenkostenabrechnungen – immer wieder fallen solche Probleme bei dem Vermieter Altro Mondo auf, in ganz NRW. Zufall oder steckt mehr dahinter? Und tut die Politik genug, um Mieter zu schützen?

Quelle: WDR via YouTube

Die streikenden Enervie-Beschäftigten haben im Rat auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht

14. Juli 2018

Die streikenden Enervie-Beschäftigten haben im Rat auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Fast 200 Leute waren zur Sitzung des Rates gekommen. Sie stellten dem Oberbürgermeister und den Fraktionen Fragen zu ihrer Vergütungssituation. (…)

Quelle: Radio Hagen


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