Archive for the ‘02 Wirtschaft Hagen’ Category

Über 2100 Anzeigen von Kurzarbeit im März

3. April 2020

Die Agentur für Arbeit Hagen liefert eine erste Einschätzung zur wirtschaftlichen Auswirkung der Corona-Krise. Danach haben bis vergangenen Freitag über 2100 Betriebe in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis eine Anzeige auf Kurzarbeit gestellt. Bei den Zahlen handelt es sich um erste vorsichtige Hochrechnungen.

„Mit der Anzeige von Kurzarbeit versuchen Betriebe, ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten und vor Arbeitslosigkeit zu bewahren. Deshalb ist es gut, dass viele jetzt davon Gebrauch machen und in der Folge von den gelockerten Regelungen profitieren“, betont Agenturchefin Maren Lewerenz.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2009, also während der Wirtschafts- und Finanzkrise mit dem Höhepunkt der Nutzung von Kurzarbeitergeld im Mai 2009, zeigten knapp 1300 Betriebe für rund 34 650 Menschen im Agenturbezirk Kurzarbeit an. Diese Marke wird jetzt schon nach wenigen Wochen überschritten.

Allerdings handelt es sich bei den aktuellen Zahlen um erste Hochrechnungen mit beschränkter Aussagekraft: „Wir werden die tatsächlichen Anträge abwarten müssen, um statistisch korrekt quantifizieren zu können“, so Lewerenz weiter. „Derzeit gehen die Anzeigen auf Kurzarbeit auf verschiedenen Kanälen bei uns ein, teilweise auch mehrfach. Wenn wir diese Ungenauigkeiten bereinigt haben, werden wir ein schärferes Bild erhalten. Doch ganz egal, wie hoch die Inanspruchnahme ist – Kurzarbeitergeld ist eine Pflichtleistung. Wer einen Anspruch hat, erhält die Leistung in jedem Fall.“

Hagener Gewerkschaft: Arbeitszeiten nicht aushebeln

3. April 2020

670 Menschen arbeiten in Hagen in der Lebensmittelindustrie. Die Gewerkschaft NGG warnt, dass Arbeitnehmer am Limit arbeiten. (…)

Scharfe Kritik übt die NGG-Geschäftsführerin vor allem aber auch an den Vorgaben von Supermarktketten. Die Konzerne forderten von den Herstellern auf der einen Seite, in der Krise noch schneller und noch mehr zu produzieren. Zugleich wolle man die Preise drücken. „Das geht letztlich auf Kosten der Mitarbeiter, die ohnehin unter Volllast arbeiten“, so Mura. (…)

Quelle: wp.de

TWB bietet Ex-Mitarbeitern höhere Abfindungen an

31. März 2020

Auch mit ihrer „zweiten Entlassungswelle“ hat die Firma TWB bislang keinen juristischen Erfolg: Das Arbeitsgericht Hagen erklärte jetzt erstmals die Folgekündigung eines Mitarbeiters (63) durch Urteilsspruch für unwirksam (Az. 2 Ca 1775/19). Inzwischen lockt der Autoteilezulieferer aus Eckesey mit deutlich höheren Abfindungen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Hagen stundet Gewerbesteuer

30. März 2020

Durch die Ausbreitung des Coronavirus nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffene Gewerbesteuerpflichtige können bis zum 31.12.2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Gewerbesteuern sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer stellen. So beschloss es der Rat der Stadt Hagen am Donnerstag.

Die Anträge sollen nicht deshalb abgelehnt werden, weil die Steuerpflichtigen die entstandenen Schäden wertmäßig nicht im Einzelnen nachweisen können. Mahnläufe und Vollstreckungsmaßnahmen sollen – soweit es die Gewerbesteuer betrifft und keine Verjährung eintritt – bis auf weiteres ausgesetzt werden.

Die Beschlüsse zur Stundung der Steuerforderungen betroffener Firmen fallen in eine Zeit, die bereits durch wirtschaftlichen Abschwung gekennzeichnet ist. Für das Haushaltsjahr 2020 ist der Ansatz für Gewerbesteuer aus diesem Grund mit 100 Mio. € bereits deutlich niedriger festgelegt als im Vorjahr. Durch die Corona-Epidemie werden die endgültigen Veranlagungen zur Gewerbesteuer 2020 voraussichtlich noch deutlich niedriger ausfallen.

Normalerweise würden diese Minderveranlagungen zu einem großen Teil erst in 2021 wirksam; durch die Herabsetzungen der Vorauszahlungen werden die Auswirkungen jedoch bereits in diesem Jahr spürbar. Ebenso werden durch umfassende Stundungen die Ist-Einnahmen ab sofort deutlich niedriger ausfallen als bisher geplant. Die genaue Höhe dieser Steuerausfälle im Soll und im Ist ist nicht vorhersehbar.

Fernwärmeentgelte sinken in Hagen-Emst

30. März 2020

Mark-E senkt zum 1. April 2020 die Arbeitspreise für Fernwärme um rund 2,1 Prozent, die Grund- und Verrechnungspreise bleiben stabil. Für Kunden in Hagen-Emst ergibt sich daraus für typische Musterfälle eine Entgeltsenkung um durchschnittlich rund 1,4 Prozent. Grund hierfür ist die Indexentwicklung für die Wärmeerzeugung.

Derzeit versorgt Mark-E in Hagen-Emst große Bereiche mit Fernwärme. Auch kommunale Gebäude wie die Schule und Sporthalle gehören zum Versorgungsgebiet. Die Versorgung der Fernwärmekunden in Emst mit Wärme wird von einem gasbefeuerten Blockheizkraftwerk und drei Heißwasserkesseln sichergestellt.

Deutsche Edelstahlwerke planen Stellenabbau

28. März 2020

Die Deutschen Edelstahlwerke planen einen deutlichen Stellenabbau. Das kann auch den Standort in Hagen treffen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Coronavirus: DGB informiert zum Arbeitsrecht

27. März 2020

Sorgenvoll blicken auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Zukunft. Viele fragen sich: Was passiert mit meinem Arbeitsplatz und was muss ich heute schon im Umgang mit meinem Arbeitgeber beachten?

Beschäftigte in Betrieben mit einem Betriebsrat, einer Personal- oder Mitarbeitervertretung haben da einen direkten Ansprechpartner und eine Interessenvertretung vor Ort. Zudem können Gewerkschaftsmitglieder ihre zuständige Gewerkschaft ansprechen.

Die DGB-Region Ruhr-Mark hat auf ihrer Homepage nun eine Reihe von Informationen zusammengestellt.

„Die aller meisten Fragen, die uns Gewerkschaften im Moment erreichen, sind Fragen zum Arbeitsrecht. Hier gibt es einfach ein hohes Informationsbedürfnis. Erste Anlaufstelle bei Problemen im Betrieb sind die Betriebsräte, die Personalräte und die Mitarbeitervertretungen im kirchlichen Bereich“, sagt Stefan Marx, Geschäftsführer des DGB in der Region Ruhr-Mark.

Die aktuell eingestellten Informationen auf der DGB Homepage sind zudem in acht Sprachen abgefasst, auf Deutsch, Englisch, Polnisch, Rumänisch, Bulgarisch, Ungarisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und auf Tschechisch. „Informieren Sie sich! Und: Unterschreiben Sie nichts, was Ihnen überstürzt vorgelegt wird und was Sie nicht verstehen!“, so der Rat von Stefan Marx.

Corona zwingt Hunderte Hagener Firmen in die Kurzarbeit

26. März 2020

Die Corona-Krise lässt zahlreiche Unternehmen in Hagen um ihre Existenz bangen. Aufträge brechen weg, Produktionen stehen still, Mitarbeiter bleiben fern. Hunderte Unternehmen haben bereits bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angezeigt. (…)

Darunter große Unternehmen wie C.D. Wälzholz (Kaltwalzer), Wippermann (Industrieketten), Schöneweiss (Schmiede), Kabel Pulp and Paper (Papierwerk) oder Bilstein (Kaltband). (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Auszubildende schützen, alle Maßnahmen nutzen und Ausbildungsziele nicht gefährden

25. März 2020

DGB-Jugend Ruhr-Mark appelliert an Arbeitgeber

Einige Unternehmen und Betriebe können ihre Auszubildenden in der schwierigen, wirtschaftliche Situation, die wir durch die Corona-Pandemie erfahren, nicht mehr beschäftigen.

Philipp Siewert, DGB-Jugendbildungsreferent weist darauf hin, dass ein Ausbildungsverhältnis ein Lernverhältnis ist und eine besondere Schutzwürdigkeit der Auszubildenden vorliegt.

„Auszubildende sind keine Beschäftigten oder Angestellte; sondern befinden sich in einem besonders schutzbedürftigen Lernverhältnis im Unternehmen oder Betrieb. Alle ausbildenden Unternehmen sollten überprüfen, welche Möglichkeiten im Sinne der Azubis genutzt werden können. Wir empfehlen Unternehmen und Betrieben, die derzeit eine adäquate Ausbildung nicht durchführen können, sich bei der Bundesagentur für Arbeit oder den Kammern als zuständige Stellen für die Berufsausbildung zu melden und alle Schritte im Sinne der Auszubildenden – und damit zukünftigen Fachkräfte – abzustimmen‘‘, so Siewert.

Der DGB weist auf die rechtliche Situation hin und bittet die Unternehmen alle Mittel auszuschöpfen, die zur Verfügung stehen:

1. Umstellung des Lehrplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte.
2. Versetzung des Azubis in eine andere Abteilung.
3. Rückversetzung in Lehrwerkstätten.
4. Durchführung besonderer Lehrveranstaltungen.

„Eine Beendigung eines Ausbildungsverhältnisses darf niemals eine Option sein, da hier die Zukunft des jungen Menschen und auch die Fachkräftesicherung für den eigenen Betrieb verspielt wird. Die Idee, Auszubildende in den Bezug des Kurzarbeitergeldes zu übernehmen, darf nur die allerletzte Alternative sein und in diesen Fällen muss das Kurzarbeitergeld zumindest auf dem Niveau der derzeitigen Ausbildungsvergütung liegen, um nicht die Existenz der Auszubildenden zu gefährden“, so Siewert abschließend.

Kaltwalzer kündigt massiven Stellenabbau an

18. März 2020

Das Kaltwalzwerk Hugo Schmitz aus Elsey trennt sich von mehr als der Hälfte seiner Belegschaft. Mit dem Betriebsrat wurde ein Sozialpaket verhandelt, das den Übergang der ausscheidenden Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft vorsieht. Dort sollen die Mitarbeiter durch Weiterbildungsmaßnahmen und Bewerbertrainings fit für den Arbeitsmarkt gemacht und in neue Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden. Von den insgesamt 50 Mitarbeitern sollen 27 Mitarbeiter zum 1. April in die neue Transfergesellschaft wechseln. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Equal Pay Day: DGB Frauen fordern Recht auf mehr

18. März 2020

Seit Beginn des Jahres arbeiten Frauen im Schnitt ohne Gehalt. Beim Vergleichen der Gehälter von Frauen und Männern in Deutschland wird ein Unterschied von 21 Prozent deutlich. Heute, am 17. März 2020, sind 21 Prozent des Jahres vergangen. Der bundesweite Aktionstag „Equal Pay Day“ macht anhand des Zeitraums den Lohnunterschied sichtbar. Die Lohnlücke muss unbedingt geschlossen werden, erklärt Iris Karp, Vorsitzende der DGB Frauen Hagen:

„Selbst in den gleichen Berufen, bei gleicher Erfahrung und Qualifizierung verdienen Frauen weniger. Das akzeptieren wir Gewerkschaften nicht. Einheitliche Gehälter und Arbeitsbedingungen kann es nur mit Tarifverträgen geben. Besonders in Branchen, in denen mehrheitlich Frauen arbeiten, gibt es da noch viel Potential. Daher wollen wir Frauen unterstützen, solidarisch zu handeln und sich gemeinsam für bessere Löhne einzusetzen.“

In der Regel werden Berufe, in denen hauptsächlich Frauen arbeiten, geringer bezahlt. Das führt im Alter dazu, dass Frauen weniger Rente bekommen. Karp führt dazu aus: „Die weibliche Altersarmut und den Rentenunterschied von 53 Prozent zwischen Frauen und Männern zu verringern ist für uns ein zentrales Thema. Auch alleinstehende Frauen müssen im Alter genug Geld haben, um ein gutes Leben zu führen.“

Iris Karp kritisiert nicht nur die Entgeltungleichheit, sondern auch die ungleiche Verteilung von Pflege- und Sorgearbeit. „Es gibt leider immer noch keine Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. Frauen leisten täglich gut anderthalb mal mehr unbezahlte Arbeit als Männer für Haushalt, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen.“

Die Vorsitzende betont, worauf es jetzt statt der alljährlich immer gleichen Bekundungen wirklich ankommt: „Gerechte Renten und gerechte Bezahlung von Frauen sind für uns zukunftsweisende Anliegen. Frauen verdienen die Hälfte der Löhne, die Hälfte der Macht und ein gutes Leben. Sie arbeiten hart im Beruf, im Ehrenamt und im Privaten.“

„Top gepflegter Mensch, Anzug an“

17. März 2020

WPWR puscht Jungunternehmer – jetzt laufen die Insolvenzverfahren

Diverse Meldungen in der Hagener Ausgabe der WPWR müssten eigentlich mit dem Wort „Anzeige“ gekennzeichnet werden – so offensichtlich tritt der werbliche Charakter dieser Artikel zutage.

So etwa ein Beitrag des gerne zu überschwenglichen Emotionen neigenden Schreibers Mike Fiebig über ein Penthouse in Helfe von Ende September 2019. Damals bekam sich Fiebig vor lauter Begeisterung gar nicht mehr ein.

„Es ist eine der schillerndsten Immobilien in ganz Hagen und eine absolute Luxus-Wohnung. Das Penthouse in der 23. und 24. Etage des Hochhauses an der Pappelstraße bietet einen 360-Grad-Blick über ganz Hagen und ist schon immer Thema unter den Menschen gewesen, die von unten auf den hohen Wohnturm schauen. Luxus ist eben Gesprächsstoff“, schwärmte der Jungdichter aus dem Pressehaus und vergaß dabei jede kritische Distanz, die von einem seriösen Journalisten zu erwarten wäre.

„Meterlange glitzernde Fliesen-Flure, tausendfach beleuchtete Decken, riesige Panorama-Fenster, eine edle Küche mit gigantischem Weitblick, ein Bad mit Jacuzzi und TV-Anlagen, eine Sauna, ein Kaminzimmer, mehrere Gast- und Schlafräume und im Obergeschoss ein wuchtiges Schwimmbad mit über zwei Meter Tiefe, von dessen Beckenrändern man aus mal auf die Hohensyburg schaut oder nach Halden“, setzte Fiebig sein opus magnum fort.

Besonders beeindruckte in wohl ein Gemälde „mit einem Mann darauf, der Geldscheine in die Luft schmeißt“. Daneben stand laut Fiebig: „Wenn du reich werden willst, gib niemals auf.“

Auch vom Eigentümer der Immobilie, einem Ingo Bals aus Hemer, zeigt sich Fiebig ganz hingerissen: „Top gepflegter Mensch, Anzug an, auf dem Sprung in weitere Termine. Er ist sehr sortiert, in dem was er sagt. Für sein junges Lebensalter hat er viel aufgebaut. Die Ingo-Bals-Group nämlich.“

Die steht jetzt am Abgrund: Mehrere Unternehmen der tollen „Group“ haben inzwischen Insolvenz angemeldet. Dabei hatte Fiebig, man hilft ja wo man kann, zwecks besserer Vermarktung extra noch die Homepage der Jungmanager-Firma in seinen (PR-)Artikel eingebaut. Es hat nichts genützt.

Matinee mit Brunch und Poetry Slammerin

5. März 2020

DGB-Frauen fordern: Gleiche Bezahlung

Höhere Gehälter, Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bessere Arbeitszeitregelungen – Tarifverträge setzen Standards für alle und lohnen sich besonders für Frauen in mehrfacher Hinsicht: Zwischen Frauen und Männern klafft eine durchschnittliche Lohnlücke von 21 Prozent. Dort, wo Tarifverträge gelten, ist diese Lücke um ganze 10 Prozentpunkte kleiner. „Deswegen machen die Gewerkschaftsfrauen des DGB am 8. März auf die besondere Bedeutung der Tarifbindung aufmerksam.“, sagt Iris Karp, Vorsitzende des DGB-Stadtfrauenausschusses Hagen.

Für die 21-Prozent-Lohnlücke gibt es viele Ursachen: Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig Teilzeit und in vergleichsweise schlecht bezahlten Berufen, sie haben seltener Führungspositionen inne – und sie übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit. „Wir brauchen mehr Tarifbindung, gerade in den Branchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten.“, so Karp weiter. „Denn Tarifverträge drängen prekäre Beschäftigung zurück, sorgen für faire Arbeitszeiten und bieten den Beschäftigten bessere Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung – im Erwerbsleben und im Alter.“

Der DGB fordert die Gleichstellung von Frauen und Männern durch Erhöhung der Tarifbindung und Ausweitung der Mitbestimmung zu stärken. Überdies gibt es in tarifgebundenen Betrieben häufiger Arbeitszeitmodelle, die Frauen und Männern die gleiche Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen – und einen Betriebsrat, der sich für deren Umsetzung stark macht. „Familiengerechte Arbeitszeitmodelle sind die Basis für einen grundlegenden Wandel bei der Verteilung der Haus- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern“, so Iris Karp.

Damit Frauen den gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit erhalten muss auch die Bundesregierung handeln. „Arbeitgeber müssen gesetzlich verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis mit zertifizierten Prüfverfahren zu überprüfen und Benachteiligung wirksam abzubauen.“, betont die Vorsitzende.

Am 8. März laden die DGB-Frauen herzlich zur Matinée ins das Kulturzentrum Pelmke, Pelmkestraße 14, ein. Ab 10:00 Uhr wird dort gegen Spende ein Brunch angeboten. Nach der Begrüßung um 11:30 Uhr kann man sich ab 12:00 Uhr auf Jule Weber aus Bochum freuen, Poetry Slammerin und Mutter. Seit 2008 spielt sie auf Bühnen und trägt dort auch erfolgreich Prosa und Lyrik vor. 2012 gewann sie sowohl die hessischen U20-Poetry-Meisterschaften als auch die internationalen deutschsprachigen U20-Poetry Slam-Meisterschaften. In ihrer Freizeit überlegt sie, wo sie auf die Schnelle eine Katze, ein Entenküken, ein Haifischkostüm und einen Roomba hernehmen soll…

Kostenlose Eintrittskarten für die Matinée sind noch in geringer Stückzahl am Infostand des DGB Hagen beim Frauen-Infotag am Samstag, 7. März ab 11:00 Uhr in der Volme Galerie erhältlich – schnell sein lohnt sich!

Kontakt: DGB Hagen: Körnerstraße 43, 58095 Hagen; Tel. 386040; hagen@dgb.de

Arbeiter aus Hagen-Halden attackieren das Management

4. März 2020

Die Mitarbeiter der Steinfabrik RHI Magnesita sehen sich als Opfer von Managementfehlern und einer Unternehmenskultur, die in erster Linie am Wohlergehen des Konzernvorstandes in Wien interessiert ist. „Die Entscheidung, unser Werk zu schließen, hatte unternehmenspolitische Gründe“, sagte Frank Röttger (51), Betriebsratsvorsitzender der Firma in Halden. „Wir hatten eigentlich nie eine Chance.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

RHI Magnesita schließt Steinfabrik in Hagen-Halden

28. Februar 2020

Der Konzern RHI Magnesita schließt Ende März seine Steinfabrik in Halden. Damit endet nach 111 Jahren ein bedeutender Abschnitt Industriegeschichte in Hagen. Rund 130 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. (…)

Die Fabrik war früher Teil des Haldener Dolomitwerks, das in seiner Blütezeit mit rund 1000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern in Hagen zählte. In Herbeck gibt es noch zahlreiche Reihenhäuser, die mit Hilfe der Dolomitwerke für Beschäftigte gebaut wurden. Als die Kalkbrennerei 2008 geschlossen wurde, fiel die Steinfabrik an die brasilianische Firma Magnesita, die 2017 wiederum mit der österreichischen RHI fusionierte. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Breitbandausbau in der Stadt Hagen

27. Februar 2020

Seit Dezember vergangenen Jahres stehen die Ampeln für den geförderten Glasfaserausbau in der Stadt Hagen auf grün. Da ergingen nach einem komplexen Antrags- und Vergabeverfahren die Zuwendungsbescheide von Bund und Land. Am Dienstag unterzeichneten Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Enrico Hesse vom Telekommunikationsunternehmen inexio den Kooperationsvertrag zum Ausbau.

„Damit sind wir wieder einen wichtigen Meilenstein weiter“, sagt Oberbürgermeister Erik O. Schulz und ergänzt: „In den nächsten knapp zwei Jahren werden von inexio nun rund 2.000 Adressen mit mehr als 3.600 Wohneinheiten und Unternehmen an das neue Glasfasernetz angebunden. Für all diese Standorte ist dies der Start in die Gigabitgesellschaft.“ Rund 25,2 Millionen Euro an Landes- und Bundeszuschuss fließen, um die anfallende Wirtschaftlichkeitslücke beim Ausbau zu schließen. Die Summe teilen sich Bund und Land, die Stadt Hagen muss keinen Eigenanteil leisten.

„In den nächsten Wochen erfolgt nun die Detailplanung bei uns im Haus“, erläutert Enrico Hesse, Abteilungsleiter Kommunaler Projektvertrieb bei inexio. Michael Sieve, Projektleiter bei inexio für die Stadt Hagen, ergänzt: „Danach werden wir schnellstmöglich Kontakt mit allen Hausbesitzern aufnehmen und diese sowohl ausführlich über die Baumaßnahmen als auch über die danach zur Verfügung stehenden Tarifoptionen informieren.“

Bis Ende 2021 sind rund 250 Kilometer Tiefbau erforderlich, um die Glasfaserkabel bis zu den Hausanschlüssen zu verlegen. Neben den privaten Haushalten im Projektgebiet profitieren auch 55 Schulen und zahlreiche Unternehmen. Welche Adressen im Rahmen des Glasfaserprojektes ausgebaut werden sollen, kann auf www.hagen.de/breitbandausbau (Meine Adresse prüfen…) nachgelesen werden. Informationen zu den Glasfasertarifen von inexio finden Interessierte unter www.inexio.net.

Bürger-Protest gegen Sparda-Schließung in Hagen-Vorhalle

22. Februar 2020

Dass die Sparda Bank, wie berichtet, ihre Filiale in Vorhalle zum 1. Juli dieses Jahres schließen will, stößt im Stadtteil auf große Kritik und Enttäuschung.

Das Vorhaller Forum und der SPD-Ortsverein Vorhalle/Eckesey haben zum einen eine Unterschriftenliste im Ortsteil ausgelegt, auf der sich bereits 1200 Gegner der Schließung eingetragen haben. Zum anderen hat man sich an Vorstand und Aufsichtsrat der Sparda Bank in Düsseldorf gewendet, um eine Schließung der Filiale doch noch abwenden zu können. (…)

Quelle: wp.de

TWB-Werk in Hagen wird geschlossen

18. Februar 2020

Jetzt wird wahr, was in der Mitarbeiterschaft lange befürchtet wurde. Das TWB-Werk in Hagen wird dicht gemacht. (…)

„Wir bestätigen, dass der Betrieb geschlossen werden soll, was wir außerordentlich bedauern. Derzeit befinden wir uns mit den Arbeitnehmervertretern in konstruktiven Gesprächen hinsichtlich der weiteren Maßnahmen“, erklärt ein TWB-Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung. (…)

Zum 31. Juli soll das Werk in Eckesey dann stillgelegt werden. TWB macht auf Anfrage keine Mitteilung darüber, wie viele Arbeiter nach den Kündigungen zuletzt überhaupt noch in Hagen beschäftigt sind. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Gewerkschaft erhebt Vorwürfe gegen McDonald’s & Co

15. Februar 2020

Während in der Systemgastronomie die Tarifverhandlungen gerade in die dritte Runde gehen, erhöht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten den Druck auf McDonald’s, Burger King, Nordsee, Vapiano & Co, die allesamt auch mit Filialen in Hagen vertreten sind. „Die Branche ist bunt“, sagt NGG-Geschäftsführerin Isabell Mura, die ihr Büro an der Körnerstraße hat, „was die Arbeitgeber eint, sind die schlechten Bedingungen.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Teilerfolg für Prevent

7. Februar 2020

Im Streit mit VW hat dessen Ex-Lieferant Prevent vor Gericht einen Teilerfolg erstritten. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass zwar die außerordentliche Kündigung eines millionenschweren Liefervertrags für die Hagener Prevent-Tochter TWB durch VW 2018 rechtens war. Bei der VW-Tochter Audi sprach der Senat Prevent jedoch einen Schadensersatzanspruch dem Grunde nach zu. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Zahl der Arbeitslosen in Hagen auf 10.971 angestiegen

3. Februar 2020

Der Januar zeigte in Hagen die erwartete saisonale Verschlechterung der Arbeitsmarktlage. Die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt stieg nach Angaben des Arbeitsamtes um 579 auf 10.971. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit um 0,5 Punkte auf jetzt 10,9 Prozent.

Vor zwölf Monaten lag sie noch bei 9,5 Prozent. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die „Saison“ wird praktisch jeden Monat zur Begründung herangezogen. Innerhalb eines Jahres hat sich die Arbeitslosenquote um 1,4 Prozentpunkte erhöht. Die viel entscheidendere Erwerbslosenquote, die nicht statistisch frisiert ist, wird nicht genannt.

Deutsche Bahn verkauft keine Tickets für Nahverkehr

25. Januar 2020

Stellen wir uns mal folgendes Szenario vor: Ein Kunde der Deutschen Bahn möchte gerne mit einem Zug der Deutschen Bahn eine Bahnfahrt unternehmen – zum Beispiel vom Hagener Hauptbahnhof nach Dortmund. Also geht der Kunde der Deutschen Bahn in das Reisezentrum der Deutschen Bahn, um eine Fahrplanauskunft zu erhalten und ein Ticket zu kaufen. Und hier erfährt er: Weder den einen noch den anderen Wunsch kann man ihm erfüllen.

Klingt absurd, ist es aber nicht. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Es ist allerdings absurd, dass an einem Knotenpunkt wie Hagen Hbf. samstags und sonntags kein Schalter mehr geöffnet ist (auch wenn der Schalter jetzt „Reisezentrum“ genannt wird). Hintergrund ist in erster Linie der Wettbewerbsfetischismus, den der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) betreibt. Leidtragende solcher kontraproduktiven Ideen sind die Bahnkunden – wie so oft. Großaktionär bei Transdev, dem Unternehmen, das nun die Ticketautomaten betreibt und den Verkauf an den Zeitschriftenhändler im Hauptbahnhof vergeben hat, ist die Milliardärsfamilie Rethmann, die nicht nur groß im Müllgeschäft ist, sondern auch gezielt weiter im ÖPNV-Bereich expandieren will (siehe bei DW: Schleichende Remondisierung und Milliardärsfamilie will ÖPNV abgreifen).

TWB: Kündigung aus formalen Gründen unwirksam

23. Januar 2020

Revision zum Bundesarbeitsgericht nicht zugelassen – Gute Chancen auch für die anderen Kläger

Gestern hat die 3. Kammer des Landesarbeitsgerichts Hamm in zweiter Instanz über zunächst ein Berufungsverfahren betreffend Kündigungen der TWB GmbH & Co. KG entschieden. Im Januar 2019 hatte das in Hagen ansässige Unternehmen der Automobilzulieferbranche rund 300 von ca. 460 Beschäftigten des dortigen Betriebes fristgerecht gekündigt.

Die rund 180 gegen diese Kündigungen gerichteten Klagen betroffener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hatten in erster Instanz durchweg Erfolg (Arbeitsgericht Hagen 4 Ca 202/19 u. a.). Im ersten der von der Arbeitgeberin dagegen betriebenen rund 160 Rechtsmittelverfahren kam es nicht zu einer Abänderung der Entscheidung des Arbeitsgerichts.

Die Berufungskammer schloss sich vielmehr gemäß ihrer am Schluss der Sitzung gegebenen, zunächst kurzen mündlichen Entscheidungsbegründung dem erstinstanzlichen Urteil im Ergebnis und weitgehend auch in den rechtlichen Erwägungen an. Danach ist die Kündigung unwirksam, weil die zu jeder einzelnen Kündigung erforderliche Anhörung des Betriebsrats (§ 102 Abs. 1 BetrVG) von der Arbeitgeberin nicht ordnungsgemäß eingeleitet worden sei.

Ab Donnerstag stehen die weiteren Rechtsmittelverfahren sukzessive zur Verhandlung und Entscheidung an. Die Arbeitgeberin hat, nachdem sie in erster Instanz unterlegen war, ab August 2019 Folgekündigungen ausgesprochen. Weil bei allen anderen Kündigungen derselbe Formfehler begangen wurde, haben die anderen Beschäftigten, die geklagt hatten, gute Chancen, dass das Landesarbeitsgericht auch in diesen Fällen gegen TWB entscheidet.

Im vorliegend entschiedenen Fall wurde die Revision zum Bundesarbeitsgericht nicht zugelassen. (Aktenzeichen 3 Sa 1194/19).

Hohenlimburg: Kaltwalz-Werk stellt den Betrieb ein

22. Januar 2020

Die Kaltwalz-Firma Siegfried Boecker hat Insolvenz in Eigenverantwortung angemeldet und stellt Ende Januar die Produktion in Elsey komplett ein. Rund 25 Mitarbeiter sind von der Stilllegung betroffen. Diese haben eine dreimonatige Kündigungsfrist und bekommen die Möglichkeit, in eine Transfergesellschaft zu wechseln – für sechs Monate und bei 75 Prozent des Gehalts. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Breitbandausbau in Hagen wird mit 25,2 Millionen Euro gefördert

22. Januar 2020

Das Land NRW und der Bund fördern jeweils zur Hälfte den Breitbandausbau in Hagen mit 25,2 Millionen Euro. Den entsprechenden Förderbescheid überreichte jetzt die Bezirksregierung Arnsberg. Mehr als 2.650 Haushalte, Betriebe und Institutionen – darunter 55 Schulen – profitieren von dem Ausbau, der bis Ende 2021 abgeschlossen sein soll. Dafür werden Glasfaserkabel über eine Strecke von insgesamt rund 523 Kilometer verlegt.

Genehmigung für XXXL-Möbelhaus steht bevor

18. Januar 2020

Die Erteilung der Baugenehmigung für ein Möbelhaus der XXXLutz-Unternehmensgruppe an der Haßleyer Straße steht kurz bevor. Wie Baudezernent Henning Keune bestätigt, liegen die erforderlichen Unterlagen inzwischen vollständig bei der Stadt vor und sind in der abschließenden Prüfung. (…)

XXXL selbst hält sich mit Aussagen zu einem möglichen Spatenstich-Termin noch zurück: „Wir wollen einer Erteilung der Baugenehmigung hier nicht vorgreifen“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Wieder wird eine Grünfläche versiegelt. Und obwohl das Gejammer über angeblich fehlende Gewerbeflächen anhält, wird auch dieses Areal wieder – wie schon das Brandt-Gelände in Westerbauer – für Handel nutzbar gemacht. Dabei sind die nächsten Flialen des Möbelunternehmens in Lüdenscheid und Iserlohn nur wenige Kilometer entfernt.

Zusätzlich steht XXXLutz hinsichtlich der Unternehmenspolitik in starker Kritik durch Arbeitnehmervertretungen. Grundsätzlich wird bemängelt, dass das Unternehmensgeflecht aus einem Netz von Gesellschaften besteht, in das einerseits das Personal ausgelagert wird und andererseits die Gewinne zentralisiert werden. Im Detail geht es um Behinderung von Betriebsräten sowie Überschreiten von Arbeitszeiten und Einschüchterung von Mitarbeitern.

In die Kritik geriet XXXLutz auch wegen eines Steuersparmodelles. Den einzelnen Konzerngesellschaften wurden von der XXXLutz Marken GmbH mit Sitz in Malta Lizenzen in Rechnung gestellt, Gewinne wurden dadurch von Ländern mit höheren Steuersätzen nach Malta verschoben, wo Gewinne theoretisch mit 35 Prozent Körperschaftsteuer besteuert worden wären, aufgrund von Rückerstattungen tatsächlich aber nur mit 5 Prozent.

In Österreich, dem Stammsitz des Möbelhändlers stellten Die Grünen 2014 eine parlamentarische Anfrage an Finanzminister Hans Jörg Schelling zum Steuerentfall durch diese Firmenkonstruktion. Der Minister gab dazu keine Auskunft und berief sich auf die abgabenrechtliche Geheimhaltungspflicht. Der Clou: Schelling war von 1992 bis 2005 Geschäftsführer der XXXLutz GmbH und von 2005 bis 2011 im Aufsichtsrat.

Rückblende: Der Hagener Wochenmarkt 1903

15. Januar 2020

Ein reges Treiben auf dem Hagener Wochenmarkt zeigt die Postkarte von 1903. Die Stadt hatte damals etwa 70.000 Einwohner; Haspe, Boele, Vorhalle und die Lennedörfer waren noch nicht eingemeindet.

Heute befinden sich die Hagener Märkte in der Krise. „Händler und Kunden haben Angst um die Zukunft der Wochenmärkte. Es gibt dort immer weniger Lebensmittelstände“, beschrieb die WPWR 2016 die Lage. Und ein Jahr später titelte das Blatt zum Markt in Hohenlimburg: „Nur noch zwei Wochenmarkt-Stände“.

Im letzten Jahr erreichte das Thema auch Politik und Verwaltung. Alle fünf Bezirksvertretungen und der Haupt- und Finanzausschuss beschäftigten sich mit der Situation. In einer Beschlussvorlage erläuterte die Verwaltung den Hintergrund des Schwächelns der Wochenmärkte:

In ganz Deutschland unterliegen die Wochenmärkte einem Wandel der dazu geführt hat, dass einige der über 3.000 Wochenmärkte in den letzten 10 Jahren um bis zu 50 % geschrumpft sind. Die Gründe hierfür sind vielfältig, insbesondere die Konkurrenz durch die Discounter und Vollsortimenter, die mit großen Parkflächen vor der Tür aufwarten und mit Öffnungszeiten bis 22.00 Uhr weitgehend die Versorgungsrolle übernommen haben, macht den Markthändlern zu schaffen. Diese Lebensmittelhändler haben für sich die Chance erkannt und bieten inzwischen vielfältige Produkte aus biologischer Landwirtschaft und regionaler Produktion an, bei denen die Markthändler auch preislich nicht mithalten können.

Ein anderes großes Problem liegt im altersbedingten Händler- und Kundenrückgang. Während die Markhändler wegen des vergleichsweise harten Jobs (früh aufstehen, bei jedem Wetter den Stand betreuen, schwer tragen) Nachfolgerprobleme haben, ist auch die Stammkundschaft älter geworden und mitunter auf komfortablere Einkaufsmöglichkeiten (kurze Gehwege, individuelle Transportmöglichkeiten) angewiesen. Das Einkaufsverhalten hat sich auch verändert bzw. sich an die geänderten Lebens- und Arbeitsbedingungen angepasst, so dass inzwischen selbst Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs online bezogen werden.

Der Schrumpfungsprozess wird sich aller Vorrausicht nach weiter fortsetzten und die Empfehlung der Verwaltung dürfte ein frommer Wunsch bleiben:

Die Funktionen der Märkte als Ort der Nahversorgung auf der einen Seite und als Treffpunkt für die Hagener Bürgerinnen und Bürger auf der anderen sollen miteinander gekoppelt werden, was letztendlich auch dem umgebenden Einzelhandel sowie der Gastronomie zu Gute kommen wird.

So wie es noch bis in die 1990er Jahre war und auch auf der historischen Postkarte zu sehen ist, wird es wohl nicht mehr werden mit den Hagener Wochenmärkten.

Kurzarbeit für über 2000 Menschen in großen Hagener Firmen

14. Januar 2020

Die deutsche Industrie rutscht immer tiefer in die Rezession und die heimische Wirtschaft spürt die Folgen. 42 Hagener Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet. Darunter große Unternehmen wie C.D. Wälzholz (Kaltwalzer), Wippermann (Industrieketten), Schöneweiss (Schmiede), Kabel Pulp and Paper (Papierwerk) oder Bilstein (Kaltband). Insgesamt sind 2363 Arbeitnehmer in Hagen betroffen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Prevent greift VW an: Wurden „aktiv ausgeschlossen“

14. Januar 2020

Die Dauerfehde zwischen Volkswagen und dem Ex-Zulieferer Prevent steuert auf die nächste Eskalation zu. Die aus Bosnien kontrollierte Firmengruppe sieht Millionenklagen von VW auf Schadenersatz als direkte Erwiderung auf eigene Schritte gegen die Wolfsburger in den USA – und begründet ihr Vorgehen damit, dass VW jahrelang gezielt Stimmung gegen sie in der Branche gemacht habe. (…)

Quelle: wp.de

VW vor Erfolg im Zulieferer-Streit

9. Januar 2020

Richter wirft Prevent-Tochter TWB Erpressermethoden vor

Der Streit zwischen VW und Prevent hat dem Zulieferer TWB schwer zugesetzt. Die Firma fordert Schadensersatz – kann aber wohl maximal auf einen Teilerfolg hoffen. (…)

TWB fertigte für VW und diverse Tochtermarken wie Audi und Seat Sitzschalen für zahlreiche Modelle, zwischenzeitlich sogar mehr als zwei Millionen pro Jahr. Der Vorsitzende Richter Jürgen Kühnen warf TWB mit Blick auf die damalige Abhängigkeit Volkswagens vor, die Wehrlosigkeit der Wolfsburger ausgenutzt und „mit Mitteln der Erpressung“ versucht zu haben, eine 25-prozentige Preiserhöhung durchzusetzen. Die außerordentliche Kündigung durch die Volkswagen AG sei deshalb rechtens.

Weil Audi aber anders als VW nur ordentlich und nicht außerordentlich kündigte, sei das Vorgehen der Konzerntochter unwirksam. Denn eine solche Möglichkeit zur einseitigen Beendigung der Lieferbeziehung sei in dem Vertrag mit TWB nicht vorgesehen gewesen. Deshalb kann der Zulieferer zumindest in diesem Fall auf Schadensersatzzahlung hoffen. Den gesamten Streitwert beziffert das Gericht mit zwölf Millionen Euro. (…)

Quelle: Handelsblatt

VW verklagt Ex-Zulieferer Prevent

7. Januar 2020

VW verlangt von Prevent vor Gericht viel Geld – und beziffert den Schaden durch seinen früheren Lieferanten auf mehr als hundert Millionen Euro. Doch auch die bosnischen Besitzer des Zulieferers klagen.

Prevent wirft Volkswagen unter anderem Verstöße gegen das Kartellrecht vor und verlangt in den USA 750 Millionen Dollar Schadensersatz. Hinzu kommt ein Verfahren am Oberlandesgericht Düsseldorf, bei dem die Hagener Prevent-Tochter TWB ebenfalls Forderungen gegen den Autobauer erhebt. VW hat in dem Streit vor dem Landgericht Braunschweig nun seinerseits Klage eingereicht. (…)

Quelle: SPON

10.392 Menschen in Hagen suchen im Dezember einen Job

4. Januar 2020

Wenig hoffnungsvolle Signale vom Hagener Arbeitsmarkt: Die Erwerbslosenquote stieg im Dezember auf 10,4 Prozent. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wie üblich, ist die Statistik geschönt. Die Wirklichkeit spiegelt die sogenannte „Unterbeschäftigungsquote“ wider, die die Arbeitsagentur ebenfalls veröffentlicht, aber von den meisten Medien nicht zitiert wird. Demnach waren in Hagen im Dezember 13.618 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen, die Quote lag bei 13,2 Prozent (Dezember 2018: 12,1 Prozent).

In der Unterbeschäftigung werden nach Angaben der Arbeitsagentur „zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind“. Dazu gehört beispielsweise die Sonderregelung für Ältere (§ 53a SGB II) – die werden einfach nicht mehr mitgezählt.

Die Arbeitsagentur räumt sehr wohl ein: „Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde.“

Immer mehr Pendler

3. Januar 2020

Zahl der Auspendler in Hagen stieg in 25 Jahren um 62,8 Prozent

Zwischen Wohnen und Arbeit liegt für immer mehr Hagener mindestens eine Stadtgrenze: Die Zahl der Pendler unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die nicht in Hagen arbeiten, stieg zwischen 1993 und 2018 um 11.427 oder 62,8 Prozent auf 29.622. Nach Hamm, Dortmund und Bochum verzeichnet Hagen somit im genannten Zeitraum die vierthöchste Steigerungsrate.

Der Anteil der Auspendler an der Gesamtzahl der Beschäftigten, die in Hagen wohnen, hat sich innerhalb von 25 Jahren von 24,6 auf 43,3 Prozent erhöht. Damit liegt Hagen unter dem Ruhrgebietsschnitt von 48,8 Prozent. Das geht aus einem Langzeitvergleich des Statistik-Teams des Regionalverbandes Ruhr (RVR) hervor.

Die zunehmende Mobilität der Beschäftigten funktioniert auch in die andere Richtung: So wuchs die Einpendlerquote von 29,7 auf 44,8 Prozent. Auch hier liegt Hagen unter dem Durchschnitt des Ruhrgebiets mit 46,8 Prozent. In absoluten Zahlen: Zwischen 1993 und 2018 kletterte die Zahl der Menschen, die in anderen Städten wohnen und in Hagen arbeiten, von 23.466 auf 31.539.

Hohenlimburg: Warum sich auf alten Krupp-Flächen nichts tut

24. Dezember 2019

In einem bekannten Weihnachtslied heißt es an einer Stelle „still und starr ruht der See“. Leicht abgewandelt traf diese Textzeile auch viele Jahre auf das Nahmertal zu: „Still und starr“ ruhten dort unter anderem die ehemaligen Krupp-Werke I, II und IV – so zumindest der Eindruck vieler Hohenlimburger.

Immer wieder brachte die Hohenlimburger Politik das Gebiet ins Blickfeld, zuletzt auch Hagen Aktiv mit einer Anfrage in der Bezirksvertretung. Wie geht es auf dem Gelände weiter?

Vor rund 26 Jahren zog der einstige Stahlgigant Krupp seine Fabrikation aus dem Nahmertal ab. Für Hohenlimburg ein schwerer Schlag, 1100 Menschen verloren damals ihre Arbeit. Zurück blieben mehrere zehntausend Quadratmeter Industriefläche. Anfang des Jahres 2012 rückten dann Bagger an, um die traditionsreichen Werkshallen abzureißen. Es war bislang schwierig, dort neues Gewerbe anzusiedeln. Ein Problem ist etwa die Belastung des Erdbodens. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Zweiter Versuch: Wer baut Hagen eine neue Marktbrücke?

24. Dezember 2019

Man stelle sich vor, eine Kommune möchte Millionen für den Bau einer neuen Brücke sowie eines Kreisverkehrs ausgeben, aber keine Firma möchte das Geld für den fetten Auftrag verdienen. Klingt absurd, ist der Stadt Hagen allerdings tatsächlich passiert.

Alles fein säuberlich europaweit ausgeschrieben, aber kein einziger Bewerber für die so wichtigen Infrastrukturprojekte. Jetzt folgt der zweite Versuch: gleiche Baustellen, gleiche Doppel-Ausschreibung – im Februar soll jetzt endgültig der Zuschlag an dann hoffentlich bauwilligere Interessenten erteilt werden. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Kaufhof-Mitarbeiter fürchten 10 Prozent Lohn-Minus

14. Dezember 2019

Auch in Hagen wurde am Donnerstag gestreikt: Beschäftigte von Kaufhof und Smyths Toys legten die Arbeit nieder. Sie fürchten um ihre Lohn. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Fahrräder sollen Paket-Fahrzeuge in der City ersetzen

14. Dezember 2019

Hagens Innenstadt von Zulieferer-Fahrzeugen befreien: Im Ex-Edeka-Markt soll ein großes Paketlager entstehen – dann geht es per Fahrrad weiter. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Sanitätshaus Riepe will in Hagen großflächig expandieren

11. Dezember 2019

Das florierende Sanitätshaus Riepe in Hagen, seit Jahren auf Wachstumskurs, will am zentralen Standort expandieren. Es regt sich Bürgerprotest. (…)

Der Stadtentwicklungsausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, den Bebauungsplan für die 18.600 Quadratmeter zwischen der Knippschild- und der Buschstraße – in den Augen der Stadt eine klassische Nachverdichtung im Innenbereich – im vereinfachten Verfahren ohne frühzeitige Bürgerbeteiligung durchzuziehen. (…)

Anlieger der Buschstraße machen allerdings Front gegen die Erweiterungspläne von Unternehmen und Stadt. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Es wird immer undurchsichtiger, wo ein ordnungsgemäßes Bebauungsplanverfahren durchgeführt wird und wo nicht.

Mark-E erhöht Strom- und Gaspreise

10. Dezember 2019

Zum 1. Februar 2020 erhöht der Hagener Energieversorger Mark-E die Preise für den Bezug von Strom und Gas. Begründet werden die Preiserhöhungen mit gestiegenen Steuern und Abgaben, Netzentgelten sowie Beschaffungskosten.

So zahlt ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Monat 6,59 Euro (brutto) oder rund 7 Prozent mehr für Strom. Analog zu den Steigerungen im Privatkundensegment steigen auch die Strompreise für Gewerbekunden.

Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahlt im Monat 8,00 Euro (brutto) oder rund 6 Prozent mehr für Gas. Neben den Steigerungen im Privatkundensegment erhöhen sich auch die Gaspreise für Gewerbekunden entsprechend.

Mark-E will alle betroffenen Kunden in den kommenden Tagen in einem gesonderten Anschreiben über die Preiserhöhungen in ihren Strom- und Gastarifen informieren.

Hagen hat 1000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

1. Dezember 2019

Der Hagener Arbeitsmarkt erweist sich trotz der konjunkturellen Abkühlung im November als relativ robust. Die Zahl der Arbeitslosen ging um 101 auf 10.191 zurück, die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 10,2 Prozent. Vor zwölf Monaten waren es 9,2 Prozent. (…)

Die Kräftenachfrage ging im November weiter zurück. Nach der Flaute im Vormonat gab es aktuell mit nur 245 neuen Stellen ein weiteres Minus um 66 oder 21,2 Prozent. In Relation zum Vorjahresmonat war dies sogar mehr als eine Halbierung um 267 Stellen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Nur der Vergleich mit dem Vorjahresmonat (also November 2018) ist seriös: 1000 Arbeitslose mehr und weniger als die Hälfte freie Stellen, dazu noch die Arbeitslosen, die in dieser Statistik nicht mehr erfasst werden. Legt man die bundesweiten Verhältnisse zugrunde, wären das nochmal 400 bis 500 Arbeitslose mehr. Hier von einem „relativ robusten Arbeitsmarkt“ zu sprechen, ist schon dreist.


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