Archive for the ‘02 Wirtschaft Hagen’ Category

Ex-Hauptgeschäftsführer der SIHK Enwaldt ist verstorben

19. Juni 2017

Runar Enwaldt, langjähriger Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer, ist am vergangenen Freitag verstorben. Der 84-Jährige leitete die Kammer von 1972 bis 1996. (…)

Quelle: wp.de

Wälzholz-Gruppe übernimmt Theis Kaltwalzwerke

14. Juni 2017

Die Hagener Unternehmens-Gruppe erwirbt mit den Theis Kaltwalzwerken ein traditionsreiches Nachbarunternehmen. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. (…)

Die Theis-Werke haben gerade in den letzten zehn Jahren eine wechselvolle Geschichte hinter sich: In der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre geriet Theis in finanzielle Schieflage; die holländische Van den Hombergh-Holding stieg 2012 in das Unternehmen ein und setzte einen radikalen Restrukturierungskurs durch. Zuletzt wurde sogar das Verwaltungsgebäude im Hagener Lennetal verkauft. (…)

Quelle: wp.de

Gewerkschaft übt Kritik an „Jobs auf Zeit“

13. Juni 2017

Jobs mit Verfallsdatum: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die hohe Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse in Hagen kritisiert. Wenn rund 12 000 Beschäftigte in der Stadt – und damit 13,5 Prozent aller Arbeitnehmer – ohne Dauerperspektive arbeiteten, zeige dies eine Schieflage am Arbeitsmarkt, so die NGG Südwestfalen. Die Gewerkschaft bezieht sich hierbei auf Zahlen aus dem aktuellen Mikrozensus NRW. (…)

Quelle: wp.de

Irritationen über Hagen-Konferenz bei OB und Unternehmerrat

11. Juni 2017

Es soll eine Hagen-Konferenz geben. Unklar ist bislang, wer sich in dieser Sache eigentlich engagiert. Und mit welcher Leidenschaft. (…)

Auf das Signal, das dem Unternehmerrat aus Düsseldorf mit nach Hagen gegeben wurde, habe die Stadtspitze bislang nicht reagiert. Hinzu kommt, dass die Kommunikation zwischen Stadtspitze und Unternehmerrat atmosphärisch gestört ist. Die Unternehmer fühlen sich in ihrem Engagement von OB Schulz nicht wertgeschätzt. Und die Stadtspitze empfindet die Vorstöße – zu denen auch öffentliche Kritik an der Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern gehörte – als destruktiv. Zudem zweifelt die Stadtführung an der Legitimation des Unternehmerrates. Vielmehr sei der Unternehmerverein ein legitimierter Ansprechpartner. Hierbei handelt es sich um ein als Verein organisiertes Gremium, das auch Gesellschafter der zur Stadt gehörenden Hagen-Agentur ist, die wiederum für Wirtschaftsförderung in Hagen zuständig ist. (…)

Oberbürgermeister und Verwaltung betrachten das Wirken des Unternehmerrates mit höchster Skepsis. (…) Man wisse nicht genau, wer sich hinter dem Konstrukt Unternehmerrat befinde und halte das bisherige Auftreten des Gremiums für fragwürdig.

Es sei als kontraproduktiv zu bewerten, wenn man sich – wie in einigen Fällen seitens des Sprechers des Unternehmerrates, Winfried Bahn, geschehen – zunächst öffentlich kritisch über Stadtverwaltung und Politik äußere, um danach zu verkünden, gemeinsam mit der Verwaltung in einen durchaus gewünschten kritischen Dialog treten zu wollen. (…)

Quelle: wp.de

Dazu:

Unternehmerrat – „Verwaltung in der Pflicht, zu liefern“

Es soll mehrere diskursive Gespräche zwischen Ihnen als Sprecher des Unternehmerrats Hagen und dem OB gegeben haben. Stimmt das?

Bahn: Es hat in der Tat mehrere Gespräche zwischen der Verwaltungsspitze und dem Unternehmerrat gegeben. Diese Gespräche als diskursiv zu bezeichnen, trifft den Kern der Sache nicht. Denn eine sachlich-inhaltliche Auseinandersetzung, z.B. mit dem Hinweis auf eine notwendige, übergeordnete strategische Gesamtausrichtung für die Stadt, hat leider nicht stattgefunden. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Diskussion über persönliche Befindlichkeiten. Man konnte außerdem den Eindruck gewinnen, dass das vielfach eingeforderte bürgerschaftliche Engagement von der Verwaltungsspitze der Stadt Hagen sehr gerne unter Kontrolle gehalten werden möchte. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Unabhängig davon, wie man zum Unternehmerrat steht, trifft die Kritik Bahns zu: Der politisch-administrative Apparat hat anscheinend eine an Panik grenzende Angst vor Initiativen, die nicht seiner Kontrolle unterliegen.

In der Antwort von Oberbürgermeister Erik O. Schulz auf eine Anfrage des „grünen“ Ratsmitglieds Rainer Preuß wird durchgehend der „sogenannte“ Unternehmer Rat Hagen erwähnt, der unübersehbar als Konkurrenz zum von der Stadt protegierten „Unternehmerverein“ betrachtet wird: „Eine Legitimation, im Sinne der Stadt und ihrer Bürger zu agieren, hat der sogenannte „Unternehmer Rat Hagen“ nach Auffassung der Verwaltung nicht.“ Der „Unternehmerverein“ aber wohl?

Im konkurrierenden „Unternehmerverein“ tummelt sich zu ziemlich alles, was mit dem politisch-administrativ-medialen Komplex verbandelt ist: Schon gegründet mit Hilfe der städtischen Mehrheitsbeteiligung „Hagen-Agentur“ finden sich dort u.a. Radio Hagen (Joint Venture von Funke-Medien und Stadt Hagen), Agentur Mark (städt. Gesellschaft), Möbelspedition Priller (CDU-Purps), Funke-Medien (WPWR, Stadtanzeiger, Radio Hagen), Hagen-Agentur (mehrheitlich städtisch), Kreishandwerkerschaft, Märkische Bank, Meier + Partner Architekten (SPD-Meier), Sparkasse (städt.), SIHK.

Der Unternehmerrat hat immerhin ein 126-seitiges Strategiepapier vorgelegt, das man durchaus kritisch betrachten kann. Aber damit ist die Schulz-Administration schon überfordert. Der präferierte Unternehmerverein begnügt sich hingegen mit einer bunten Mischung von „Events“.

Windkraft-Projekte am Scheideweg

10. Juni 2017

Bürgerwind hat Gegenwind. Im wahrsten Sinne. Die Initiative, die auf den Höhen im Süden Windräder bauen möchte, muss eine große Hürde nehmen. (…)

Quelle: wp.de

Arbeitszeit gesetzlich begrenzen

2. Juni 2017

2600 Beschäftigte aus 21 Betrieben haben sich im Bereich der Geschäftsstelle Hagen an einer deutschlandweiten Beschäftigenbefragung der IG Metall beteiligt. (…)

Sicherheit und gute Perspektiven in der digitalen Arbeitswelt, eine neue Arbeitsmarktpolitik, bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und sichere Renten sind die wesentlichen Forderungen der Beschäftigten an die Politik – das seien die zentralen Botschaften der Beschäftigten. (…)

Quelle: wp.de

Höchster Stellenzugang seit fünf Jahren

1. Juni 2017

Der Hagener Arbeitsmarkt hat sich im Mai bereits von seiner frühsommerlichen Seite gezeigt. Die Zahl der Arbeitslosen sank weiter um 170 auf aktuell 10 328 Betroffene und die Quote damit um 0,3 Punkte auf 10,4 Prozent. Die Vorjahreserwerbslosigkeit wird sogar um fast 500 Erwerbslose unterschritten – der Abstand ist weiter angewachsen. (…)

Quelle: wp.de

Wie kleine Geschäfte in Hagen ganze Viertel versorgen

29. Mai 2017

Während Discounter kleine Standorte aufgeben, schließen Händler vor Ort die Lücke. Zwei Geschäfte in Altenhagen und Boelerheide sind Beispiele.

Während sich die großen Discounter in Deutschland für Ladenflächen unter 800 Quadratmeter überhaupt nicht mehr interessieren und etliche kleine Aldi-, Lidl- oder Rewe-Filialen im Zuge dieser Großflächen-Strategie dicht gemacht werden, passiert an der Kinkelstraße in Altenhagen aktuell quasi die Umkehr vom großen Ketten-Denken.

Nachdem Rewe beschloss, den Nahkauf dort zu schließen und etliche, vor allem ältere Menschen von jetzt auf gleich von der wichtigen Zu-Fuß-Versorgung abschnitt, ist plötzlich wieder Leben in der 266 Quadratmeter großen Filiale. Zwei Beispiele dafür, wie lokale Händler Viertel retten, die Discounter verließen. (…)

Quelle: wp.de

Investor plant im Marienhospital 78 neue Wohnungen

28. Mai 2017

Im Herbst hat Immobilien-Kaufmann Udo Krollmann das ehemalige Marienhospital in Hagen gekauft. Jetzt entstehen dort 78 Innenstadt-Appartments. (…)

Der Investor, der in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in Berlin sowie in den neuen Bundesländern geschäftlich erfolgreich war und sich inzwischen mit seinen Unternehmungen wieder auf seine westfälische Heimat fokussiert, möchte das Objekt weitgehend entkernen und dort 78 Appartement-Wohneinheiten mit verschiedenen Dienstleistungsangeboten entstehen lassen. (…)

Quelle: wp.de

Zum ganzen Bild gehört auch:

Renovierungsobjekte ohne Perspektive

„Hier entsteht ein schönes Stück Dortmund!“ Unter diesem Werbeslogan werden die 49 Häuser der Alten Kolonie Westhusen im Dortmunder Stadtteil Westerfilde vermarktet. Die Mieterinnen und Mieter passen nicht in das Verkaufskonzept für den „Wohnpark Westhusen“ und sollen ausziehen.

Es begann im Dezember 1998: Die damalige VEBA Wohnen (später Viterra und Deutsche Annington) verkaufte die Alte Kolonie Westhusen an ein Dortmunder Familienunternehmen, die Waldburg GbR. Im Jahr 2003 folgte ein Weiterverkauf an die heutige Wohnwelt und Wohnbau GmbH mit Sitz in Berlin, die in Westerfilde die ersten Jahre unter den zwei Namen Alpha sowie Westerfilde GbR firmierte.

Der Geschäftsführer der Wohnwelt und Wohnbau GmbH, Udo Krollmann, ist kein unbeschriebenes Blatt. „Halbwelt zwischen Rotlichtmilieu und Immobilienfilz – und einem dubiosen Finanzinvestor“, so beschrieb am 14.08.2009 DER SPIEGEL das Geschäftsumfeld Krollmanns in einem Artikel über dessen Geschäftspartner Friedhelm Sodenkamp, der im November 2008 in Berlin ermordet wurde. Die SPIEGEL-Story liest sich wie ein Krimi und ist im Internet zu finden.

Bereits in der Vergangenheit fiel Krollmanns Immobiliengesellschaft in der Alten Kolonie Westhusen durch mangelnde Instandhaltungen und fehlerhafte Betriebskostenabrechnungen auf. Die Gangart hat sich verschärft, seit die Häuser einzeln zum Kauf angeboten werden. Inkasso und Entmietung sind die Geschäftspraktiken, mit denen sich die aktuellen Aktivitäten beschreiben lassen. (…)

Unter den betroffenen Mietern sind auch Angehörige der Sinti und Roma, die im Stadtteil unter rassistischen Übergriffen aus der Bevölkerung leiden. So wurden ein direkt am Haus stehender Abfallcontainer in Brand gesteckt und Fenster mit Steinen eingeworfen. Die rassistische Stimmung wurde von Krollmanns Hausverwalter weiter geschürt, indem er in anderen Wohnhäusern mit dem Einzug der „Zigeuner“ drohte, wenn die dortigen Mieter nicht freiwillig ihre Wohnungen kündigten. (…)

Quelle: Mieterforum Ruhr (20.09.2010)

Dazu:

Der Kampf um die Mieter wird härter

Der Kampf um immer weniger Mieter auf dem Wohnungsmarkt in Lauchhammer wird härter. Die kommunalen Wohnungen sind in Privathand verkauft – an den Berliner Unternehmer Udo Krollmann (65), eine schillernde Persönlichkeit im Immobiliengeschäft.

Der Ruf ist Udo Krollmann nach Lauchhammer voraus geeilt. Der Unternehmer, der im Ruhrpott als Autohändler und Diskothekenbetreiber begonnen hat und später ins Immobiliengeschäft eingestiegen ist, beantwortet die brennendste der aufgekommenen Fragen mit äußerster Gelassenheit: Rote Laternen sind nicht über den Hauseingängen zu erwarten. An Damen des Rotlichtmilieus habe er einst zwar Wohnungen vermietet. „Aber das war kein gutes Geschäft“, resümiert der Wahl-Berliner. (…)

Quelle: Lausitzer Rundschau (14.11.2013)

Und weiter:

Udo Krollmann, der in Herdecke lebt, ist im Hagener Rotlichtmilieu nicht unbekannt. Ihm gehört beispielsweise im Hagener Ortsteil Wehringhausen ein Haus, das als Bordell genutzt wird. Im selben Haus ist Krollmanns Haus- und Grundstücksverwaltung tätig. (…)

Quelle: wr.de (05.11.2008)

Hagen-Agentur sieht viele Verbesserungen im Bahnhofsviertel

24. Mai 2017

Die Hagen-Agentur widerspricht dem Vorwurf, die Aufwertung des stark sanierungsbedürftigen Bahnhofsviertels nach großer Ankündigung im Jahr 2014 nicht weiter vorangetrieben zu haben (…). „Aus unserer Sicht haben sich, nicht zuletzt auch durch diese Diskussionen und dem Austausch mit einer Reihe von Institutionen, positive Veränderungen für das Bahnhofsquartier ergeben“, erklärt die Hagen-Agentur schriftlich. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die obskure Hagen-Agentur hält sich lauter Dinge zugute, auf die sie keinen Einfluss hat: Verkehrssituation, Vermietungen in der Bahnhofshalle, Sanierung des Hauptbahnhofs, Verlegung der Polizeiwache, Aufenthaltsqualität am ZOB und Müllentsorgung.

Als besonderes Highlight nennt diese vermutlich unbrauchbarste aller städtischen Einrichtungen laut Pressebericht: „Im Graf-von-Galen-Karree seien zwei Leerstände beseitigt worden. Dort hätten sich ein Fitnessstudio und ein Teamsportverkauf etabliert.“

Na dann sind ja alle Ziele des laufenden 5-Jahres-Plans bereits übererfüllt.

Druck auf Zusteller steigt ständig

24. Mai 2017

Der Belastungsdruck für die Zusteller der Post steigt ständig. „Insbesondere der Dienstag ist unerträglich geworden“, klagen diese.

Zunächst betraf die Neuausrichtung der Zustellbezirke der Deutschen Post AG nur den Stadtteil Hohenlimburg; jetzt wird diese Neuausrichtung auch auf andere Stadtgebiete von Hagen übertragen. (…)

Quelle: wp.de

Schon 2012 (!) berichtete SPON:

„Sie fallen um wie die Fliegen“

Lange Touren, massenhaft Überstunden, keine Pause – Zusteller der Deutschen Post beklagen harte Arbeitsbedingungen. Vor allem in der Weihnachtszeit steigt das Pensum der Postboten. Die Stimmung ist mies, viele halten den Job nicht mehr aus. Immer häufiger bekommen Kunden ihre Briefe zu spät. (…)

Quelle: Spiegel online

Anmerkung: Privatisierung „wirkt“.

„Vonovia“ übernimmt Hoesch-Häuser in Hagen-Hohenlimburg

20. Mai 2017

Die Mieter der rund 260 Wohnungen in den ehemaligen Hoesch-Häusern an der Piepenstockstraße, am Ahmer Weg und auch am Predigerstuhl sind leidgeprüft. In den zurückliegenden Jahren mussten sie gleich mehrfach hinnehmen, dass die Eigentümer und somit die Verwaltung der Immobilien wechselte. Jetzt steht ein neuer Wechsel an, denn das Wohnungsunternehmen „Vonovia“ aus Bochum hat die „Conwert Immobilienverwaltung GmbH“ übernommen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wohnen als Ware.

Sparkasse Hagen wird weniger Geld an Stadt ausschütten

13. Mai 2017

Aktuell sind es sechs Millionen Euro, doch die Sparkasse Hagen wird bald deutlich weniger an die Stadt überweisen. Neue Sparmaßnahmen drohen. (…)

Quelle: wp.de

Gezerre um Starkstromleitung in Hagen

13. Mai 2017

Eine neue Höchstspannungsleitung mitten durch ein Wohngebiet in Hagen-Hohenlimburg – das geht nach Ansicht der Stadt ganz und gar nicht. So steht es in einer Ratsvorlage der Verwaltung, der der Umweltausschuss und die Bezirksvertretung am Donnerstag (11.05.2017) bereits zugestimmt haben. Es ist zu erwarten, dass sich der Rat nächste Woche anschließt. (…)

Die Stadt hat vorgeschlagen, den Bau einer Parallel-Trasse durch ein angrenzendes Wald- und Naherholungsgebiet zu prüfen. Der Netzbetreiber will das auch tun und alle Beteiligten zu einer Begehung der Alternativ-Trasse einladen. Amprion fürchtet aber schon jetzt Klagen von Umwelt- und Naturschutzverbänden. (…)

Quelle: WDR

Viel Zustimmung für Baumwipfelpfad in Hagen

12. Mai 2017

Die ehrgeizige Investoren-Idee, im Hasper Wald zwischen Hinnenwiese und Kaiser-Friedrich-Turm einen Baumwipfelpfad errichten zu wollen, stößt bei den Hagenern auf wenig Widerspruch. 69 Prozent der Bürger hätten gegen die Millionen-Investition nichts einzuwenden – 26 Prozent finden das Prozent richtig gut, 19 Prozent sogar sehr gut. Das hat die repräsentative Befragung im Rahmen des WP-Bürgerbarometers ergeben. Lediglich 12 Prozent der Menschen in Hagen bewerten den Vorstoß als schlecht, 17 Prozent als sehr schlecht. Damit erreicht die Gruppe der Bedenkenträger nicht einmal die 30 Prozent Marke. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Trotz der massiven Propaganda des Hagener Einheitsblatts stößt die „ehrgeizige Investoren-Idee“ auf eine Ablehnung von 29 Prozent der Befragten, die von der Redaktion abschätzig als „Bedenkenträger“ klassifiziert werden. Für WPWR-Reakteur Martin Weiske sind diese – und nicht etwa die Schreiber des Monopol-Blättchens – „die lautesten Wortführer“.

Die Umfrage hätte wahrscheinlich zu einem anderen Ergebnis geführt, wenn Hagen über eine Presselandschaft verfügen würde, die noch den Titel „Vierte Gewalt“ verdient hätte. Die ihre Leser darüber informiert hätte, dass es sich um eine Baumaßnahme handelt, die allein für die geplanten 500 Parkplätze nach Angaben der „Investoren“ etwa 10.000 qm benötigt, für die natürlich entsprechende Waldflächen gerodet werden müssten.

In dieses Bild passt auch, dass die Presse ausschließlich Befürwortern die Gelegenheit zur Selbstdarstellung einräumt und auf diese Art und Weise nach schon gewohntem Muster den politischen Entscheidungsträgern die Richtung im Sinne der Redaktion glaubt vorgeben zu müssen.

So darf der Geschäftsführer des Investors auch unwidersprochen im Interview behaupten: „Zusätzlich würden die Besucher aus dem Umland Kaufkraft nach Hagen bringen, wovon sicherlich auch der ein oder andere Gewerbetreibende profitiert.“

Der Begriff „Kaufkraft“ elektrisiert natürlich sofort die Vorortpolitiker, die in ihrer ganzen Naivität gerne der Annahme anheim fallen wollen, dass Besucher des Wald-Events anschließend noch zum Shopping in die Fußgängerzonen aufbrechen.

Zum Thema war schon 2012 auf DOPPELWACHOLDER.DE zu lesen: In den Wipfeln ist Ruh’

Am 1. Juli ist der Ofen aus

7. Mai 2017

Zum 1. Juli wird die Küche im ehemaligen evangelischen Krankenhaus Elsey geschlossen. Das hat Konsequenzen für 54 Mitarbeiter

Am 30. Juni ist der Ofen aus. Dann wird nach 130 Jahren die Küche des ehemaligen Elseyer Krankenhauses an der Iserlohner Straße geschlossen. Für immer. Denn an diesen Tag dreht Gerd Nitsche, Küchenchef der Elseyer Wirtschaftsdienste (ElWi), eine Tochter der Diakonie in Südwestfalen, die Schalter um. Betroffen davon sind die Mitarbeiter der Krankenhausküche, die Reinigungskräfte des Krankenhauses und die Servicekräfte des Seniorenzentrums „Hülsemannhaus“ Auf dem Lölfert. Diese verteilen das in der Krankenhausküche gekochte Essen. (…)

Quelle: wp.de

Jugend für den Stadtwald

6. Mai 2017

Wer hätte das gedacht? Es gibt sie noch, die kritische Jugend – wenigstens vereinzelt.

Dazu der Autor des Videos: „16.000qm Wald werden zugebaut, um eine Haftanstalt für Suchtkranke zu bauen. Es geht hier nicht darum, dass keine Haftanstalt in Hagen gebaut werden soll, sondern um die Frage, ob der Wald wirklich der einzige und vor allem richtige Ort dafür ist.“

Eine Entscheidung für die Menschen

6. Mai 2017

Jetzt ist es amtlich. Die Hagener Verwaltung spricht sich beim Bau der zukünftigen 380-kV-Höchstspannungsleitung für die Variante Reh-Nord aus. Das ist die Quintessence der 16 Seiten stark und vom Bürgermeister Erik O. Schulz und den beiden Dezernenten Thomas Grothe (Technischer Beigeordneter) und Thomas Huyeng (u.a. Fachbereich Umwelt) unterzeichnet und somit mitgetragen. (…)

Quelle: wp.de

Kein verkaufsoffener Sonntag in Hagen

4. Mai 2017

Am Sonntag, dem 7. Mai 2017, dürfen die Geschäfte in Hagen (Stadtbezirk Hagen-Mitte) nicht geöffnet sein. Dies hat die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts Arnsberg auf Antrag der Gewerkschaft ver.di mit Beschluss vom heutigen Tag im Wege der einstweiligen Anordnung vorläufig festgestellt.

Dazu erklärte das Verwaltungsgericht:

Der arbeitsfreie Sonntag wird vom Grundgesetz ausdrücklich geschützt. Das Ladenöffnungsgesetz und das Grundgesetz erlauben keine verkaufsoffenen Sonntage nur zu dem Zweck, dem ortsansässigen Handel einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen.

Als eine Ausnahme vom verfassungsrechtlich verankerten Sonntagsschutz sind im Ladenöffnungsgesetz pro Verkaufsstelle jährlich höchstens vier Ladenöffnungen an Sonn- und Feiertagen aus Anlass von örtlichen Festen oder Märkten zugelassen. Dabei muss aber die öffentliche Wirkung der jeweils anlassgebenden Veranstaltung gegenüber der Ladenöffnung im Vordergrund stehen.

Die für die Ladenöffnung vorgesehenen Tage werden durch eine ordnungsbehördliche Verordnung freigegeben. Vor deren Erlass hat der Rat der Stadt bzw. Gemeinde eine belastbare und nachvollziehbare Prognose dahingehend anzustellen, dass der Besucherstrom, den das örtliche Fest bzw. der örtliche Markt für sich genommen auslösen würde, die Zahl der Besucher übersteigt, die allein wegen der Öffnung der Verkaufsstellen kämen. Des Weiteren ist in Betracht zu ziehen, ob die Freigabe auf bestimmte Bezirke oder Ortsteile des Stadt- bzw. Gemeindegebietes zu beschränken ist.

Diesen Anforderungen wird die vorliegend maßgebliche Ordnungsbehördliche Verordnung über die Regelung besonderer Öffnungszeiten an Sonntagen für den Stadtteil Hagen-Mitte vom 3. Juni 2014 jedoch nicht gerecht.

Das Gericht hat in seiner Entscheidung ausgeführt, die Stadt Hagen habe sich bei Erlass der Verordnung nicht prognostisch Gewissheit darüber verschafft, dass die öffentliche Wirkung der als anlassgebend aufgeführten Veranstaltungen gegenüber der typischen werktäglichen Geschäftigkeit im Vordergrund stehe; die im Hinblick auf den verfassungsrechtlich verbürgten Sonn- und Feiertagsschutz notwendige Auseinandersetzung mit der Frage, dass und inwieweit gerade die vom 5. bis 7. Mai 2017 in der Hagener Innenstadt stattfindende Veranstaltung „Hagen blüht auf“ derart attraktiv sei, dass diese – und nicht die Ladenöffnungen – am Sonntag den hauptsächlichen Grund für den Aufenthalt von Besuchern bilden würden, habe nicht in hinreichendem Maße stattgefunden.

Auf die konkrete Prognose und daran anschließende wertende Ermessensentscheidung könne auch nicht verzichtet werden, da nicht offenkundig sei, dass die im Ladenöffnungsgesetz normierten Anforderungen an die anlassgebende Veranstaltung zumindest im Ergebnis eingehalten seien.

Die Kammer hat hierzu ausgeführt, es fehle schon an einer tragfähigen Grundlage für die in dem Veranstaltungskonzept für „Hagen blüht auf“ prognostizierte Besucherzahl. Auch sei keine verlässliche Einschätzung getroffen worden, ob allein die Veranstaltung den prognostizierten Besucherstrom auszulösen vermöge oder auch die Sonntagsöffnung der Geschäfte in der Hagener Innenstadt hierzu beitrage. Zudem bestehe ein deutliches Missverhältnis zwischen der nach dem Veranstaltungskonzept vorgesehenen Veranstaltungsfläche und der freigegebenen Verkaufsfläche.

Nur ergänzend hat die Kammer ferner angemerkt, soweit die Stadt Hagen eine Änderung ihrer Ordnungsbehördlichen Verordnung vom 3. Juni 2014 noch vor dem 7. Mai 2017 angekündigt habe, bestünden bereits erhebliche Zweifel daran, dass die maßgeblichen kommunalrechtlichen Vorschriften für die in Aussicht gestellte Dringlichkeitsentscheidung durch den Hauptausschuss an Stelle des Rates eingehalten worden seien. Auch dürfte die nach dem Ladenöffnungsgesetz vor Erlass der Rechtsverordnung zwingend vorgeschriebene Anhörung der zuständigen Stellen (unter anderem der Gewerkschaften) bis zur Beschlussfassung voraussichtlich wohl nicht mehr durchzuführen sein.

Gegen den Beschluss ist die Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen möglich.

Aktenzeichen: 1 L 1319/17

Tricky, tricky

4. Mai 2017

Wie sich die Hagener Presse die Verkaufszahlen aufhübscht

Von 1998 bis 2016 haben die Hagener Ausgaben der Funke-Medien (ehemals WAZ) Westfalenpost und Westfälische Rundschau mehr als 50 Prozent ihrer verkauften Auflage eingebüßt (jeweils 4. Quartal). Plötzlich soll der Absatz innerhalb von drei Monaten um 28 Prozent gestiegen sein. Wie das?

Ganz einfach: Man hat den Bereich Hagen/Hohenlimburg schlicht erweitert. Auch die bisher getrennte Ausgabe Herdecke/Wetter wird jetzt hinzugerechnet. Das ergibt sich aus den neuesten Zahlen der alteingesessenen Informationsgemeinschaft der Verbreitung von Werbeträgern sowie den Mediaunterlagen der Funke-Mediengruppe.

Doch das vermeintliche Plus von 28 Prozent täuscht über den wahren Zustand der hiesigen Funke-Blätter hinweg. Lag der Verkauf beider Bereiche im 4. Quartal 1998 noch bei durchschnittlich 62.662 Exemplaren pro Verkaufstag, ging die Zahl bis zum 4. Quartal 2016 auf 32.213 zurück. Im 1. Vierteljahr 2017 waren es noch 31.602, ein weiterer Rückgang um 2 Prozent innerhalb von nur drei Monaten – und das trotz Veränderung der Berechnungsgrundlage.

Setzt sich diese Tendenz im Laufe des Jahres fort, bedeutet das eine rasante Beschleunigung des seit Jahren anhaltenden Niedergangs des heimischen Pressemonopols.

Hagener favorisieren Reh für neue Hochspannungs-Trasse

4. Mai 2017

Wo wird die geplante neue 380-kV-Höchstspannungsleitung herführen? Wie sich die Stadt hier positionieren wird, wird bei der Beantwortung der Frage eine nicht unwichtige Rolle spielen. Die Federführung hat letztlich jedoch der Regierungspräsident in Arnsberg. (…)

Quelle: wp.de

1. Mai 2017

29. April 2017

Verdi klagt gegen verkaufsoffenen Sonntag

28. April 2017

Der verkaufsoffene Sonntag bei „Hagen blüht auf“ steht vor dem Aus: Die Gewerkschaft hat die Stadt verklagt – und große Aussichten auf Erfolg. (…)

Quelle: wp.de

Deerth-Gegner haben schon 7600 Unterschriften gesammelt

28. April 2017

Die Gegner des geplanten Maßregelvollzugs für drogenabhängige Straffällige im Deerth in Hagen haben bereits 7600 Unterschriften gesammelt. (…)

„Wir stellen dabei nicht die Arbeit der AWO an sich in Frage“, sagt Jörg Liese im WP-Gespräch. „Die Arbeit mit drogensüchtigen Straffälligen ist für die Menschen und für die Gesellschaft außerordentlich wertvoll.“ Der Deerth als Landschaftsschutzgebiet sei aber völlig falsch für eine geschlossene Einrichtung – im Gegensatz zu der bestehenden offenen Klinik. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Weitere Informationen auf der Homepage der Bürgerinitiative. Dort kann auch die Unterschriftenliste zur Unterstützung eines Einwohnerantrags gemäß § 25 der Gemeindeordnung heruntergeladen werden (pdf).

Der letzte Vorhang

27. April 2017

Ex-Opernsänger will seine Schrottimmobilien abstoßen

Horst Edel, Eigentümer der amtlich geschlossenen Häuser Eugen-Richter-Straße 98 und 102, will sich von seinen Immobilien trennen. Erwarteter Kaufpreis pro Objekt: 350.000 Euro, reine Mondpreise bei dem Zustand der beiden Häuser. Möglicherweise spekuliert Edel auf den neu erwachten Kaufwillen der Stadt, die unter Zuhilfenahme von Landesmitteln Schrottimmobilien unter ihre Kontrolle bringen will.

Das Haus Nr. 98 geriet bereits im Jahr 2010 in die Schlagzeilen, 2013 brachen Deckenbalken ein. Seitdem steht die Immobilie leer und im Erdgeschoss sind Fenster und Türen mit Spanplatten vernagelt.

Anfang April 2017 ließ die Stadt Hagen auch das Edel-Haus in der Eugen-Richter-Straße 102 versiegeln. Es wurde für unbewohnbar erklärt und darf seitdem nicht mehr betreten werden.

Der ehemalige Opernsänger und Sexfilmchen-Akteur („Heb hoch das Hemd, wenn’s Höschen klemmt“) hat nach Angaben der lokalen Presse selbst eingeräumt, „dass mittlerweile von der Stadt Hagen angeordnete Ordnungsverfügungen und Zwangsgelder in Höhe von 40 000 bis 50 000 Euro bei ihm aufgelaufen seien, weil er zahlreichen Auflagen nicht nachgekommen ist“. Auch beim Strom- und Wasserlieferanten Enervie stehe er mit 40 000 Euro in der Kreide.

Bereits im Juni 2016 gab die Stadt Hagen vier öffentliche Zustellungen an Horst Edel bekannt, „zuletzt wohnhaft Rue de Remsing 9, 57600 FORBACH, FRANKREICH“, Inhalt jeweils: „Antrag auf Eintragung von Sicherungshypothek“.

Das Hagener Einheitsblatt hatte trotzdem versucht, die offensichtlichen Missstände nicht dem Vermieter anzulasten, sondern den Mietern in die Schuhe zu schieben. Die Stereotypen standen bereit: Erst waren es Hartz-IV-Opfer, danach „Zigeuner“.

Ebenfalls zum Verkauf steht das Edel-Hotel „Ürziger Würzgarten“ im gleichnamigen Mosel-Örtchen. Als Erlös werden hier 700.000 Euro erwartet. Die Absteige war 2011 ins Gerede gekommen – die örtliche Zeitung, der Trierer Volkfreund, titelte damals: „Geplantes Bordell in Ürzig macht Ärger“.

Wann der letzte Vorhang in der Seifenoper endgültig fallen wird, ist schwer zu prognostizieren. Nur eins lässt sich schon jetzt mit Sicherheit sagen: 350.000 Euro für jedes der Häuser an der Eugen-Richter-Straße wird es nicht geben.

AWO setzt auf Fakten statt auf Emotionen

22. April 2017

Angesichts der immer hitziger hochkochenden Debatte rund um die geplante Erweiterung der AWO-Drogenklinik im Deerth appelliert der Wohlfahrtsverband an die Diskutanten, zur Sachlichkeit zurückzukehren. „Die neu formierte Bürgerinitiative betreibt, nicht zuletzt auf Kosten der Patienten, unsachliche Stimmungsmache“, kritisiert AWO-Geschäftsführerin Birgit Buchholz. (…)

Quelle: wp.de

Lageplan: AWO

Anmerkung: Eine klassische Desinformationskampagne. Schon die Überschrift verkehrt die Tatsachen: Es ist die AWO, die laut Artikel auf Emotionen setzt. Die kritisierten Fakten bleiben entweder ganz außen vor oder werden schön geredet: „Es gehe darum, die Belastung für Umwelt, Anwohner und Erholungssuchende so gering wie möglich zu halten.“

Buchholz fabuliert von „vielfach heraufbeschworenen Vorfällen“, gemeint sind Ausbrüche, die vielleicht in irgendwelchen Fakebook-Quasselforen kursieren, aber bisher von der angesprochenen Bürgerinitiative (Homepage) überhaupt nicht thematisiert worden sind.

Neben dem umstrittenen Grunderwerb geht es dieser um die Vermeidung von Eingriffen in den Stadtwald.

Neben dem einzelnen bestehenden Gebäude sollen gleich fünf neue Bauten mit jeweils etwa dem gleichen Grundflächenverbrauch entstehen. Anders als es die Abbildungen in der Presse suggerieren (Schafswiese), soll die Mehrzahl davon im heutigen Waldgebiet errichtet werden. Die beiden blau markierten Gebäude links auf dem Lageplan sind auf der Schafswiese vorgesehen (das ist die mittlere Fläche auf der schwarz-weiß-Karte), die beiden zusammenhängenden Bauten rechts und das einzelne Gebäude darüber sollen auf einer heutigen Waldfläche entstehen, wie auch der schwarz-weiß-Karte zu entnehmen ist. Schwarz ist das bestehende Gebäude eingezeichnet.

Drogenklinik – Baurat Grothe nimmt Stellung zu Vorwürfen

17. April 2017

Kritiker werfen der Stadt und der AWO Kungelei bei den gelaufenen Grundstücksverkäufen im Deerth vor. Baurat Grothe nimmt im Interview Stellung. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Sache Deerth entwickelt sich zu einer zunehmend dubiosen Nummer, die noch eingehender zu beleuchten sein wird. Aber zunächst einmal zum Interview mit Baudezernent Grothe.

Der antwortet auf die Frage, ob „die Verkäufe der Grundstücke krumm gelaufen“ sind:

„Diese Spekulationen um eine mögliche Veruntreuung finde ich an den Haaren herbeigezogen. Nach internen Recherchen hat die Stadt 2013 vom Erweiterungswunsch der AWO gewusst.“

Interne Recherchen? Hat die Verwaltung sich nicht gefragt, warum die erst angestellt werden mussten? Und trotzdem schon vorher verkauft? Wie blöd ist das denn? Nach Angaben der AWO ist das erste von beiden Grundstücken bereits 2012 erworben worden, das zweite 2014 („Das zu bebauende Gelände befindet sich bereits seit 2012/2014 im Besitz der Arbeiterwohlfahrt.“ Quelle: AWO)

Warum hat die Stadt bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem ihr angeblich keine Erweiterungsplanung bekannt war, Waldflächen verkauft? Grothe begründet den Verkauf mit dem Hinweis auf ein „höchst komplexes Verfahren“, bei dem „ein positives Ende und auch eine Zustimmung durch den Rat“ nicht abzusehen war. Das ist wahrlich kabarettreif – aber in Hagen nicht ungewöhnlich.

Noch mal zum Mitschreiben: Städtische Grundstücke werden verkauft, keiner will gewußt haben warum, und weil „ein positives Ende“ des Verfahrens nicht absehbar ist. Absurd.

Dann äußert sich Grothe zu der Wertsteigerung, die die Grundstücke durch eine Bebauung erfahren:

„Man muss die Sache ganz anders betrachten. Es würde doch ein Stück Bauland entstehen, das extrem zweckgebunden ist. Für niemand anderen außer der AWO hätte diese Fläche mit ihrer Sondernutzung einen Wert. Man kann sie sich später nicht einfach kaufen und darauf eine Villa mit Swimmingpool errichten. So läuft das nicht.“

Doch, Grothe. Genau so läuft das. So lief es bei der 1903 gegründeten Lungenheilstätte Hagen-Ambrock, die heute zum privaten Klinikkonzern HELIOS gehört. So lief es beim ehemaligen Marienhospital, das ein Berliner Investor erworben hat. Und so lief es beim Grundstück Büddingstraße 61, das im bis heute gültigen Bebauungsplan von 1966 (!) als „Fläche für Gemeinbedarf“ ausgewiesen ist, aber mit einem privaten Wohnhaus samt Gewerbefläche bebaut ist.

An all dem hatten Politik und Verwaltung nicht nur nichts auszusetzen, sondern haben es entweder gefördert oder wenigstens geduldet. Und genau so kann natürlich auch eine Forensik/Drogenklink nach Ablauf einer Schamfrist oder wenn die nächste Privatisierungswelle eingeläutet wird, weiterverkauft werden. Guter Gewinn inklusive.

Eine Antwort auf die Frage, warum die Grundstücke in zwei Tranchen verkauft wurden, bleiben sowohl AWO als auch der Baudezernent schuldig. Grothe räumt allerdings bezeichnenderweise ein:

„Der Verkaufspreis war gerade so hoch, dass er als laufendes Geschäft der Verwaltung galt.“

Na bitte. Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass hier ein Deal von ganz langer Hand eingestielt wurde. Es wurden am Rat vorbei, aber wie man die Verhältnisse hier kennt, mit Verbindungen in den politischen Raum, schon einmal Vorbedingungen geschaffen, die eine mögliche Ablehnung der Planung mindestens erschweren würden.

„Stadt gewinnt etwa 50 qualifizierte Arbeitsplätze“

14. April 2017

Die geplante Erweiterung der AWO-Klinik Deerth zu einer Maßregelvollzugseinrichtung für drogenabhängige Straftäter sorgt für große Diskussionen und Proteste bei Bürgern. Inzwischen werden von einer Bürgerinitiative systematisch Unterschriften gegen das Projekt gesammelt. Wie reagiert die Arbeiterwohlfahrt? Ein Gespräch mit Renate Drewke, der Vorsitzenden des AWO-Unterbezirks Hagen/Märkischer Kreis. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Das Arbeitsplatzargument zieht natürlich immer. Aber das Highlight im Interview ist die folgende Aussage der AWO-Vorsitzenden:

Die kritischen Einwände von einigen Anwohnern aus dem oberen Wehringhausen und den Spaziergängern, die den Stadtwald nutzen, kann ich als jemand, der in Wehringhausen groß geworden ist, auch gut nachvollziehen. Dabei muss aber gesehen werden, dass in diesem Bereich des Stadtwaldes immer schon vielfache Nutzungen möglich und sogar erwünscht sind: Gaststätte Waldlust, Sportplatz, umzäunte Wild- und Wildschweingehege, altes Forsthaus mit Waldarbeiterhäusern, Waldkindergarten und unsere Klinik Deerth sowie die Gaststätten Hinnenwiese und Kaiser-Friedrich-Turm.

Auf eine solche Idee muss man erst einmal kommen: Die seit Jahrzehnten bestehende Infrastruktur eines Naherholungsgebiets in Form von Ausflugsgaststätten mit minimalem Platzbedarf und Tiergehegen im Wald – und nicht statt des Waldes – zum Vergleich heranzuziehen. Wer die genannten Örtlichkeiten kennt, kann diese Verharmlosung einer Großbaumaßnahme nur als vorsätzlichen Versuch der Verschaukelung des Publikums ansehen.

Drogenklinik – Kritik an Grundstücksverkäufen wird lauter

13. April 2017

Sind die Grundstücksverkäufe von der Stadt an die AWO sauber gelaufen? Eine Bürgerinitiative und ein Raumplanungs-Professor bezweifeln das. (…)

Für die Bürgerinitiative ist klar: Der Verkauf zweier Grundstücke im Deerth an die AWO ist nicht sauber gelaufen. „Die Stadt wusste schon vorher, dass die AWO die Klinik erweitern möchte. Vor diesem Hintergrund hätte das Gelände nie für den Preis von 1,60 Euro pro Quadratmeter verkauft werden dürfen“, sagt Volker Selter. Der Stadt sei immer bewusst gewesen, wie enorm der Wert des Geländes durch eine Umwandlung werden würde. „Dass die Grundstücke in zwei Teilen verkauft wurden, ist nur gemacht worden, damit das Geschäft am Rat vorbei abgewickelt werden konnte“, sieht die Initiative hier Kungelei. (…)

Für Raumplanungs-Professor Klaus Joachim Grigoleit (Uni Dortmund) haben die Grundstücksverkäufe und der vorhabenbezogene Bebauungsplan einen „extremen Beigeschmack.“ Grigoleit: „So macht man das nicht. Es ist ein Fall für die Kommunalaufsicht, ob mit dem Grundstück hier sparsam und im Sinne der Bürger umgegangen worden ist.“ Wenn die Stadt es in dem Wissen verkauft habe, dass es später Bauland werden könnte, könne das sogar Veruntreuung sein. Grigoleit: „Nicht abwegig, dass sowas auch durch die Staatsanwaltschaft geprüft werden könnte.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Baudezernent Grothe wird schon erklären müssen, warum das Grundstück nicht zusammenhängend, sondern in zwei Teile gestückelt verkauft wurde.

E-Mobilität rechnet sich für Unternehmen

13. April 2017

Firmenbesuch von Johannes Remmel in Hagen

Die Grünen Hagen haben mit Johannes Remmel ein Hagener Unternehmen besucht, das seine Fahrzeugflotte schon früh auf Elektromobilität umgestellt hat. Sehr zum Vorteil für Klima und Portmonnaie, wir Klaus Peter Scheene zu berichten weiß.

Der Firmenbesuch der Grünen Hagen gerät zum Fachgespräch zwischen Elektromobilisten: Johannes Remmel ist mit einem E-Auto zum Termin gekommen. Vor der Firma Scheene parkt gleich eine ganze Flotte. Eigentlich wollte Scheene den Klimaschutz unterstützen, als er Elektrofahrzeuge für seine Firma kaufte. Doch nun stellt er fest, dass sich dieser Schritt auch wirtschaftlich lohnt.

Scheene ist ein Mann der Zahlen. Er spult sie routiniert ab, kann zu jeder Frage die passende Zahl nennen. 100 000 km fahren die Firmenfahrzeuge im Jahr. Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge bringt eine jährliche Ersparnis bei den laufenden Kosten um 14 000 €. Dazu kommen über die Jahre sehr viel weniger Werkstattkosten, der Wertverlust ist bei E-Autos auch deutlich geringer als bei Verbrennern Für die notwendige Reichweite sind üblicherweise keine Zwischenaufladungen nötig, auch im Winter, da die Heizung inzwischen über Wärmetauscher sparsamer läuft. Ach ja, die Co² – Einsparung pro Jahr beträgt 11,6 Tonnen. Und die Nachbarn sind froh über weniger Lärm und Gestank.

„Ich stehe hier als lebender Beweis, dass E-Mobilität auch für Unternehmen funktioniert und sich rechnet“, erklärte Klaus Peter Scheene just an dem Tag, wo bekannt gegeben wird, dass Streetscooter ein komplett neues Werk für E-Fahrzeuge in NRW bauen will.

Dennoch muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Scheene sieht die Politik gefordert, mehr für den Ausbau der Elektromobilität und die notwendige Infrastruktur zu tun. Damit rennt er bei den Hagener Grünen und Johannes Remmel offene Türen ein.

Denn die Zeit drängt, vor allem in Bezug auf Luftreinhaltung. Um Verboten für Verbrenner in Innenstädten zu entgehen, die ab 2018 von Gerichten durchgesetzt werden könnten, setzt Johannes Remmel auf Anreize und eine Quote für E-Autos nach kalifornischem Vorbild.

„Um die Luft in den Innenstädten zu verbessern brauchen wir ein Bündel von Maßnahmen“, so Umweltminister Remmel. „Dazu gehören ein höherer Anteil an Elektromobilität, ein Förderprogramm für Busse mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb und ein emissionsfreier Lieferverkehr in den Innenstädten. Dafür gibt es bereits ein Förderprogramm, an dem Hagen sich beteiligen könnte“, rät Remmel.

Der Hagener Bahnhof als wichtiger Knotenpunkt könne deutlich attraktiver werden, auch durch eine Öffnung zur neuen Hinterfahrung. Für einen attraktiveren Nahverkehr in ganz NRW haben Die Grünen gerade ein Modell vorgelegt. Statt komplizierter Tarife und einem Wechsel der Verkehrsverbünde soll es ein Ticket geben, mit dem man für zwei Euro am Tag durch ganz NRW kommt.

Enervie AG baut einhundert Millionen Euro Schulden ab

6. April 2017

Der in 2014 in massive Liquiditätsprobleme geratene Energieversorger Enervie mit Sitz in Hagen meldet Erfolge auf dem Weg hin zu Stabilisierung. Das Geschäftsjahr 2016 endete mit über 30 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und dem Abbau von rund einhundert Millionen Euro Schuldenlast, erklärten Vorstandssprecher Erik Höhne und sein Kollege Wolfgang Struwe. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Der Abbau von mehr als 400 Arbeitsplätzen wird schon gar nicht mehr erwähnt. Die Beschäftigten waren und sind es, die den Größenwahn des (ehemaligen) Vorstands bezahlen müssen. Ein Größenwahn, der sich nur dank der Rückendeckung von Aufsichtsgremium und Betriebsratsspitze voll entfalten durfte.

Deerth: AWO zahlte 50 000 Euro für Flächen

5. April 2017

Nach WP-Informationen gingen die beiden Verkäufe im Gesamtumfang von etwa 25 000 Quadratmetern einmal für 1,65 Euro und beim zweiten Mal für 2,23 Euro pro Quadratmeter über die Bühne. Für die beiden Flächen hat die AWO also insgesamt rund 50 000 Euro bezahlt.

Der Preis ist verhältnismäßig gering, was daran liegt, dass es sich bislang lediglich um Wald- und nicht um bebaubare Flächen handelt. Neben den Kosten für die Umwandlung muss die AWO aber auch für etwa 300 000 Euro Ausgleich und Ersatz (Bepflanzungen, Renaturierung) schaffen. Damit liegt der Gesamtaufwand der AWO bei 350 000 Euro (14 Euro pro Quadratmeter). (…)

Nach Informationen unserer Zeitung liegt der geschätzte Geländewert nach Umwandlung in Bauland und nach Bebauung bei etwa 50 Euro pro Quadratmeter, also 1,25 Millionen Euro Grundstückswert. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die AWO behauptet laut diesem Artikel, Wald werde nicht zerstört. Wozu dann aber die Ausgleichsmaßnahmen?

Unternehmen TMA zieht als Mieter in die Enervie-Zentrale ein

31. März 2017

Enervie hat einen Mieter gefunden, der in die frei gewordenen Flächen in der Zentrale auf Haßley einzieht. TMA übernimmt 1000 Quadratmeter.

Die Restrukturierung des 2015 in eine Krise geratenen heimischen Energieversorgers Enervie ist in vollem Gange. Während der Konzern sich wirtschaftlich mehr und mehr erholt und Erfolge beim Schuldenabbau verzeichnen kann, werden bis 2019 rund 425 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen. Das hatte schon im vergangenen Jahr Auswirkungen auf die in den Augen vieler Kritiker überdimensionierte Konzern-Zentrale, die Enervie 2014 auf Haßley eröffnete. Eine komplette Etage (1800 Quadratmeter) wurde angesichts des Mitarbeiter-Abbaus überflüssig. (…)

Quelle: wp.de

Drohen 40 Kündigungen?

30. März 2017

Unruhe in der Douglas-Belegschaft

Mitarbeiter des Unternehmens Douglas berichten von 40 Kündigungen, die anstehen sollen. Der Konzern dementiert. Man habe sogar eingestellt. (…)

Quelle: wp.de

Vorhalle erhält im Jahr 2018 ein neues Einkaufszentrum

25. März 2017

Die Bezirksvertretung Nord hat in ihrer letzten Sitzung einstimmig den Bau eines Einkaufszentrums an der Revel- und Ophauser Straße in Vorhalle auf den Weg gebracht. „Die Bürger wünschen sich ein solches Geschäftszentrum in ihrer Nähe“, fasste Bezirksbürgermeister Heinz-Dieter Kohaupt das Vorhaben zusammen: „Das Projekt genießt unsere volle Unterstützung.“ Schon zu Zeiten von Oberbürgermeister Peter Demnitz (2004 bis 2009) hatten Vorhaller Bürger eine Liste mit 1600 Unterschriften für den Bau des Nahversorgungskomplexes im Rathaus abgegeben. (…)

Quelle: wp.de

Stromtrasse darf Entwicklung am Hengsteysee nicht gefährden

24. März 2017

Teile der geplanten Stromtrasse von Dortmund-Kruckel nach Garenfeld führen durch Hagen. Die Verwaltung äußert Bedenken wegen der Trassenführung. (…)

Quelle: wp.de

Geplanter Freitagsmarkt in der City erst nach Sommerferien

24. März 2017

Der geplante Freitagsmarkt auf dem Friedrich-Ebert-Platz, der am 31. März zum ersten Mal stattfinden sollte, ist abgesagt. Grund sind organisatorische Probleme bei den Marktbeschickern, die die geplante Probephase ab Frühjahr verhindern. (…)

Quelle: wp.de

Vertreter des Unternehmer Rat Hagen bei Wirtschaftsminister Garrelt Duin

18. März 2017

Am 15.03.2017 hatten die Vertreter des Unternehmer Rat Hagen, Winfried Bahn, Marc Simon und Henning Funke, die Möglichkeit die Initiative dem Wirtschaftsminister des Landes NRW Garrelt Duin in Düsseldorf persönlich in einem ausführlichen Gespräch vorzustellen. Eingeladen hatte der Hagener Landtagsabgeordnete Wolfgang Jörg (SPD), der das Gespräch auch moderierte.

Der Minister zeigte sich sehr gut informiert und betitelte den Ansatz „Wertvolles Hagen“ des Unternehmer Rat Hagen als „herausragend“ und im kommunalen Bereich derzeit „einzigartig“ in NRW. Besprochen wurden unter anderem die Themenfelder Strategische Ansiedlungspolitik, Gewerbesteuerstrategie, Arbeitsmarkt und die Ergebnisse des „Werte- und Strategiekompass Hagen“, den der Unternehmer Rat Hagen im Januar 2017 veröffentlicht hatte.

Der Minister sicherte zu, dass man das Projekt in seinem Ministerium aktiv verfolgen und zeitnah prüfen wird, welche Unterstützung und welche gemeinsamen Aktivitäten möglich sein werden.

So sollen Hagens Wochenmärkte attraktiver werden

17. März 2017

Ein Freitagsmarkt mitten auf dem Ebert-Platz und das Werben um neue Händler: Die Stadt will die Hagener Wochenmärkte wieder attraktiver machen.

Die Händler hatten Alarm geschlagen. Die Bedingungen auf den zehn Hagener Wochenmärkten seien unflexibel, katastrophal und nicht zukunftsorientiert (…). Kritik kam in diesem Zusammenhang auch an Dezernent Thomas Huyeng und den ihm unterstellten Fachbereich für öffentliche Ordnung auf, der das Marktwesen in Hagen organisiert. Das Dezernat tue nichts. Jetzt liegt eine Vorlage der Verwaltung auf dem Tisch, die den Märkten neue Zukunftsperspektiven eröffnen soll. (…)

Quelle: wp.de

Verkaufsoffene Sonntage in Hagen stehen auf der Kippe

15. März 2017

In vielen Städten stehen die verkaufsoffenen Sonntage auf der Kippe. Auch in Hagen. Ob die in gut sieben Wochen angesetzte Veranstaltung „Hagen blüht auf“ mit flankierendem offenen Sonntag stattfindet, ist momentan ungewiss. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Die Mär von den angeblich durch Sonntagsverkauf steigenden Umsätzen im Einzelhandel ist inzwischen aus der Berichterstattung verschwunden. Der Euro, der am Sonntag ausgegeben wird, ist eben am Montag nicht mehr in der Geldbörse. Außerdem stehen für einzelne Städte keine brauchbaren Statistiken zum Umsatz im Einzelhandel zur Verfügung. Anders als beispielsweise im verarbeitenden Gewerbe: Dort wird regelmäßig sogar der Exportanteil am Umsatz für jede der mehr als 400 Gemeinden in NRW erhoben.


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