Archive for the ‘04 Umwelt Hagen’ Category

Auch Kaugummis beseitigen

21. Juli 2021

Die Hochwasservorsorge in Hagen wurde verschleppt – Beispiel Holthausen

Seit mehr als 30 Jahren warnen Forscher vor den Folgen des Klimawandels, vor Ort ist davon lange nichts angekommen. Bestimmend bei den verantwortlichen Politikern in den lokalen Gremien waren Abwehrreflexe. So wie in Hagen.

Mögliche Bedrohungen durch Hochwasser war in den Rathaus-Gremien eigentlich so gut wie nie ein Thema – mit einer Ausnahme: Holthausen. Und da ging es gewaltig schief, wie man heute weiß.

Nachdem es bereits 1972, 1985 und 1986 in dem Hagener Stadtteil zu Überschwemmungen mit Schäden gekommen war, entstand 1992 der Plan, etwa einen Kilometer oberhalb der geschlossenen Bebauung ein sogenanntes „Einlaufbauwerk“, also einen Damm mit kontrollierem Wasserablass, zu errichten.

Obwohl es zwei Jahre später erneut zu Hochwasser mit Überflutungen kam, passierte erst einmal nicht weiter. Dann beschloss die für Holthausen zuständige Bezirksvertretung Hohenlimburg im Juni 2002, es sollten „Alternativlösungen zu dem geplanten Damm“ gefunden werden – 10 Jahre nach dem Plan von 1992 (!).

Weitere Jahre vergingen. 2005 schlug das Umweltamt vor, „dass die Feuerwehr im Rahmen der Gefahrenabwehr die Rechen von Treibsel- und Geröll reinigt. Voraussetzung hierfür ist ein automatisches Warnsystem und ein geeignetes Fahrzeug“.

Im Dezember 2006 berief sich die Verwaltung auf ein Gutachten und stellte fest: „Absperrdamm ist nicht gerechtfertigt; eine Drosselung des Abflusses ist unnötig.“ Im März 2007 beschloss der Verwaltungsvorstand (!), einen „polit. Beschluss durch UWA und BV Hohenlimburg herbeizuführen, der die Errichtung einer autom. Meldeanlage im Gewässer und die Beschaffung eines Sonderfahrzeuges für die Feuerwehr vorsieht; Der Bau eines Treibsel- und Geröllfanges wird dadurch entbehrlich.“

Ein bezeichnendes Beispiel dafür, wie in Hagen Politik funktioniert: Der Verwaltungsvorstand, also der Oberbürgermeister und seine Dezernenten, geben vor, wie die gewählten Gremien zu entscheiden haben – und die ordnen sich dem bereitwillig unter. Ein Stück wie aus einer Bananenrepublik.

Der Umweltausschuss (UWA) nickte am 23.08.2007 weisungsgemäß einstimmig ab. Das Protokoll vermerkt: „Frau Kuschel-Eisermann nimmt mit Freude zur Kenntnis, dass der Damm vom Tisch ist.“ Die Dame ist die Gattin des heutigen Hohenlimburger Bezirksvorstehers (beide CDU).

Im Februar 2008 kam dann im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) die angesprochene Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs auf den Tisch. Claus Thielmann (FDP) und Wolfgang Röspel (CDU) brachten, wie nicht anders zu erwarten, eine privatwirtschaftliche Lösung ins Gespräch, die aber schon daran scheiterte, dass der ins Auge gefasste Unternehmer nicht sicherstellen konnte, schnell genug an Ort und Stelle zu sein.

Ein Highlight der besonderen Art lieferte Jochen Weber (SPD) ab. Der ehemalige Hasper Bezirksvorsteher und vergebliche OB-Kandidat nahm den Hochwasserschutz zum Anlass, sich nach einem ganz speziellen, aber von Flutwellen reichlich weit entfernten Anliegen zu erkundigen. Ein von der Feuerwehr beschafftes Fahrzeug sollte auch in der Lage sein, Kaugummis zu beseitigen. Hierzu bittet er um nähere Auskünfte.

Die fast 30-jährige Debatte hat letztendlich nicht zu dem Ergebnis geführt, dass für Holthausen ein wirksamer Hochwasserschutz realisiert wurde, wie die Ereignisse in der vergangenen Woche gezeigt haben.

Immerhin hat es Holthausen auf diesem Weg bis in einen griechischen Fernsehsender geschafft. Chrisa Alikati, eine Griechin aus Holthausen, berichtet von einer „biblischen Katastrophe innerhalb von zwei Stunden“ (Video hier, in griechischer Sprache).

WBH will bis 2030 klimaneutral werden

6. Juli 2021

Ein zentraler Aufgabenschwerpunkt des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH) seit seiner Gründung im Jahr 2011 ist (nach Angaben der Stadt) der sparsame Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Dies betrifft auch den Energieverbrauch und damit die Treibhausgas (THG)-Emissionen. In diesem Bereich wurden von 2011 an vielfältige Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs in Angriff genommen.

2020 wurde das Büro „Energielenker projects GmbH“ damit beauftragt, in einer Klimabilanz Daten zum Energieverbrauch zusammenzutragen, um feststellen zu können, inwieweit die durchgeführten Optimierungen ihr Ziel bisher erreicht haben. Dabei wurde festgestellt, dass der Energieverbrauch um rund 24 Prozent gesenkt werden konnte: Während im Jahr 2012 noch 5.846 Megawattstunden (MWh) verbraucht wurden, waren es 2019 nur noch 4.436 MWh.

Dies wurde unter anderem erreicht durch die Umstellung auf LED-Lampen, sparsamere Elektrogeräte und automatische Lichtabschaltungen. Im Bereich der CO2-Emissionen ist die positive Entwicklung noch deutlicher zu sehen. Von 2012 bis 2019 wurde ein Rückgang um rund 42 Prozent erreicht. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Einbau einer Hackschnitzelheizung 2013 am Standort Eilper Straße.

Die Erfolge bestärken den Vorstand in seinem Ziel, die Gebäudeenergie bis 2025 CO2-neutral zu gestalten und bis 2030 die CO2-Neutralität des gesamten Betriebes zu erreichen. Damit werde der WBH seiner Verantwortung als Umweltschutzbetrieb gerecht, so die Stadt.

Die Klimabilanz ist auf der Internetseite des WBH unter www.wbh-hagen.de veröffentlicht.

Ischelandteich droht umzukippen

25. Juni 2021

Dem Ischelandteich geht es nicht gut. Das Algenwachstum ist enorm, bisweilen stinkt das Gewässer nach Schwefel. Und die Fontäne ist ausgefallen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Lenne: Rücksichtnahme erwünscht

19. Juni 2021

Renaturierung soll die Fehler aus der Vergangenheit korrigieren

Lenne-Renaturierung

Schönes Ausflugsziel bei heißen Temperaturen: die Lenne. Foto: Umweltamt der Stadt Hagen.

Als neues Ausflugsziel, mit Hund oder ohne, badend, grillend oder einfach nur sitzend: Hagenerinnen und Hagener nutzen den Bereich an der Lenne auf verschiedenste Art und Weise. Durch den Umbau fühlt sich aber nicht nur der Mensch zur Lenne hingezogen. Viele heimische Tier- und Pflanzenarten finden in diesem neuen Lebensraum ein Zuhause. Aus diesem Grund appelliert das Umweltamt an Besucherinnen und Besucher, den neuen Naturraum rücksichtsvoll zu genießen.

Lebensraum für Flussregenpfeifer und Uferschwalbe

Seit der Fertigstellung des ersten Abschnitts der Lenne-Renaturierung, die aktuell an einem weiteren Abschnitt fortgesetzt wird, lockt es viele Hagenerinnen und Hagener an den Fluss. Auch die Natur hat schnell diesen neuen Lebensraum für sich entdeckt.

So brüten dort zum Beispiel mehrere Paare des Flussregenpfeifers und der Uferschwalbe, besonders im Bereich der Kiesbänke und an den Ufern. Bislang kamen diese Vogelarten nur mit wenigen Brutpaaren in der Hagener Natur vor – umso erfreulicher, dass sie sich nun im Bereich der Lenne ansiedeln können. Der Flussregenpfeifer baut sein Nest gut getarnt direkt im Kies und ist erst aus der Nähe erkennbar. Die Brutröhren der Uferschwalbe befinden sich im Bereich des Ufers.

Aus diesem Grund ist es gerade jetzt in der Brutzeit bis Ende Juli wichtig, auf die seltenen und geschützten Vögel Rücksicht zu nehmen. Besucherinnen und Besucher sollten die Kiesbänke nicht betreten, Abstand zu den brütenden Vögeln halten und die Vögel nicht aus Unwissenheit durch Hunde und die eigene Anwesenheit stören.

Durch menschliche Aktivitäten verringert sich der Lebensraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt und der Stress auf die wildlebenden Arten nimmt zu. Vielfach fehlen Kenntnisse der Bürgerinnen und Bürger bezüglich verschiedener Tier- und Pflanzenarten sowie Ökologie und Naturschutz.

Die Natur ist kein Freizeitpark

Erholung in der Natur funktioniert nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme gegenüber anderen Mitmenschen sowie Tieren und Pflanzen. Die Natur ist kein Freizeitpark. Sie ist der Lebensraum vielfältiger Tier- und Pflanzenarten, die ihre Ansprüche und Berechtigungen haben.

Beim Aufenthalt in der Natur sind Regeln zu beachten. Flussregenpfeifer und Uferschwalbe sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt, eine Störung ist verboten. Außerdem appelliert das Umweltamt eindringlich an Besucherinnen und Besucher, Abfälle mitzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen.

Projekt Lenne-Renaturierung: Fehler wiedergutmachen

Mit dem imposanten Projekt der Lenne-Renaturierung werden die Fehler aus der Vergangenheit korrigiert. In den 1970er Jahren wurde der Fluss einen Kilometer von seinem ursprünglichen Verlauf entfernt verlegt und die Ufer in schwere Wasserbausteine gefasst. Durch die erforderliche Anpassung an die gesetzlichen Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie bekommt die Lenne jetzt nun mehr Platz, sich selbst zu entwickeln. Gehölze sind gepflanzt, die Uferbefestigungen sind weg, das Flussbett aufgeweitet und Kiesbänke entstehen wie von selbst. Auf Luftbildern ist diese Verbesserung von oben gut sichtbar.

Weitere Infos für Besucher

Weitere Information zum richtigen Verhalten in der Natur erhalten Interessierte auf den Internetseiten des Hagener Umweltamtes unter www.hagen.de/umweltamt. Hier können sie zum Beispiel den Landschaftsplan der Stadt Hagen mit seinen ausgewiesenen Schutzgebieten und Festsetzungen sowie Regeln für den Aufenthalt in der freien Natur einsehe, damit sich die Hagenerinnen und Hagener auch in den nächsten Jahren noch an den seltenen Vogelarten und der abwechslungsreichen Natur direkt vor der Haustür erfreuen können.

Für weitere Informationen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hagener Umweltamtes unter Telefon 02331/207-3523 zur Verfügung.

Schon wieder über dem Grenzwert

11. Juni 2021

Hagener Problem der Autoabgase ist noch lange nicht beseitigt

Nach den zwischenzeitlich vorliegenden, endvalidierten Messdaten des Umweltministeriums für das Jahr 2020 wurde an allen Messstellen in Hagen der Grenzwert für Stickstoffdioxid eingehalten. Aber nur knapp – dank Corona.

Damit wurde – erstmals (!) – seit Beginn der Immissionsmessungen in Hagen im Jahr 2004 der rechtsverbindliche Grenzwert für Stickstoffdixoid an allen Hagener Messstellen eingehalten. Es hat also 16 Jahre gebraucht, einen rechtkonformen Zustand in der Stadt zu realisieren, ein Verdienst, das einzig und allein der Klage der Deutschen Umwelthilfe zu verdanken ist. Aber im Februar 2021 hatte sich das ein einer Messstelle bereits wieder erledigt.

Die politisch Verantwortlichen hatten es all die Jahre geschafft, die rechtlichen Vorgaben zu ignorieren, Regelungen zu verhindern und mögliche Lösungen mit teils abenteuerlichen „Alternativvorschlägen“ systematisch zu konterkarieren. So blieb nur noch der Klageweg – und der konnte nur von außen kommen. In den verbandelten Hagener Strukturen stellt bekanntlich schon der Tellerrand eine Art extraterristisches Areal dar.

Dass sich in der Frage der Luftschadstoffe überhaupt etwas bewegt hat, ist also nicht etwa – was eigentlich naheliegend gewesen wäre – den Hagener Grünen zu verdanken. Die hatten sich seit spätestens 2014 in einer Allianz des Grauens zusammen mit CDU, FDP und teilweise dem freiwilligen Partner Hagen Aktiv einmauern lassen.

Auch 2020 wurde der Grenzwert der Stickstoffdioxid-Emissionen nur knapp eingehalten. „Zumal das Jahr 2020 aus lufthygienischer Sicht unter meteorologischen und unter „COVID-19“ Aspekten sehr günstig war“, wie die Verwaltung konstatierte. Bereits im Februar 2021 lag der Wert an der Messstelle Graf-von-Galen-Ring wieder bei 44 µg/m3 und damit abermals über dem Grenzwert.

Die für 65 Millionen Euro gebaute Bahnhofshinterfahrung, die als „Emissionsreduzierungs-Projekt“ mit großem propagandistischem Aufwand seitens Politik, Verwaltung und lokalen Medien den Hagenern schmackhaft gemacht wurde, hat also für eine Schadtstoffverminderung wenig gebracht, sondern nur neue Optionen für Automobilisten.

Solange nicht die Einsicht reift, dass der motorisierte Individualverkehr in den sensiblen Lagen in der Innenstadt und den Tälern mit wirksamen Maßnahmen wie einer Aussperrung des Lkw-Verkehrs und einer Zuflussreduzierung der Pkw-Flut (z.B. durch Pförtner-Ampeln) reduziert werden muss, ergänzt durch eine durchgehende Bevorrechtigung und einen weiteren Ausbau des ÖPNV, wird das Hagener Emissionsproblem nicht zu lösen sein.

Und der Klimawandel ist hier noch gar nicht angesprochen.

Straßen aufmöbeln

12. Mai 2021

Weniger Parkplätze – mehr Freiraum

Parkplätze nutzen Autofahrern. Wird dieser Platz aber umfunktioniert, nutzt er allen Menschen. Das möchte das Zukunftsnetz Mobilität NRW mit seinen neuen Stadtmöbeln zeigen, die ab dem 20. Mai 2021 für Städte, Kreise und Gemeinden in NRW zur Ausleihe zur Verfügung stehen.

Die sogenannten „Stadt-Terrassen“ sollen Kommunen helfen, Experimente zur Umgestaltung des Straßenraums zu wagen. Über einen gewissen Zeitraum können Parkplätze gegen die mobilen Sitzgelegenheiten und Bepflanzungen getauscht werden, um die Vorteile einer alternativen Flächennutzung sichtbar zu machen.

Michael Zyweck, Leiter der Koordinierungsstelle des Zukunftsnetzes Mobilität beim VRR weiß: „Parkraummanagement ist eine effektive Stellschraube im kommunalen Mobilitätsmanagement, mit der Städte, Kreise und Gemeinden viel erreichen können. Die Stadt-Terrassen erlauben einen experimentellen Ausblick, welche positiven Veränderungen möglich sind.“

Am Donnerstag, 20. Mai 2021, wird das Zukunftsnetz Mobilität NRW seinen Mitgliedskommunen die Möbel und Ausleihbedingungen in einer virtuellen Fachveranstaltung vorstellen und eine detaillierte Ansicht auf der Internetseite bereitstellen. Ab diesem Tag sind auch Bewerbungen für eine Ausleihe möglich. Voraussetzung sind unter anderem ein definiertes Ziel für die Aktion und die Schilderung der Projektschritte, wie etwa die Einbindung von Einzelhandel und Bürgerschaft.

Die Möbel wurden aus Mitteln des Verkehrsministeriums des Landes NRW finanziert, das Konzept der Möbel stammt von Firma Liveable Cities GmbH. Während der Projektzeit werden die Städte, Kreise und Gemeinden eng von den Kommunalberatern des Zukunftsnetz Mobilität NRW begleitet. Um nützliche Schlüsse aus dem neuen Angebot ziehen zu können, wird die Nutzung der Stadt-Terrassen von der Hochschule Bochum evaluiert.

Eine detaillierte Möbelansicht und die Ausleihbedingungen finden Sie ab dem 20. Mai 2021 auf der Internetseite des Externer LinkZukunftsnetz Mobilität NRW

„Mach Deinen eigenen Strom“

4. Mai 2021

Kostenfreier online-Vortrag über Balkon-Solarmodule

„Mach Deinen eigenen Strom“ ist das Motto des Abends, zu dem die BürgerEnergieGenossenschaft-58 in Kooperation mit dem AllerWeltHaus Hagen am Montag, 10. Mai 21, 19 Uhr, digital einlädt.

Balkon-Solargeräte auf dem Balkon, der Terrasse, im Garten, auf dem Dach oder an der Fassade reduzieren den CO2-Fußabdruck, decken einen Teil des monatlichen Strombedarfs und machen den Nutzer als Teil Selbstversorger unabhängiger. Mit einem Steckersolargerät kann jeder die Energiewende auch zu Hause aktiv vorantreiben.

Der Vortrag findet über ZOOM statt und ist kostenlos. Eine Anmeldung ist bis zum 7.5.21 unter info@allerwelthaus.org oder telefonisch 02331-21410 möglich.

Windräder am Stoppelberg – Klage gegen Genehmigung

29. April 2021

Der Naturschutzbund zieht gegen die Baugenehmigung für zwei Windräder am Stoppelberg vor Gericht. Folgen für die Umwelt seien nicht genug geprüft. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Das Gebiet liegt in der Nähe der Autobahn 45 (Sauerlandlinie) auf der Höhe zwischen Hagen-Dahl und -Hohenlimburg bei der Ortschaft Brechtefeld.

Hagens verdrängtes Erbe

27. April 2021

Die Atomabenteuer der Stadt sind nicht verschwunden

35 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl gilt es daran zu erinnern, dass auch Hagen einst schwer im Atomgeschäft unterwegs war. Für die heimische Politik ist das längst kein Thema mehr, obwohl auf den mehrheitlich von der Stadt gehaltenen Stromlieferanten Enervie mit hoher Wahrscheinlichkeit Kosten zukommen, die dem Unternehmen endgültig das Genick brechen könnten.

Selbst die Hagener Grünen, deren Bundespartei einmal u.a. aus der Anti-Atomkraftbewegung heraus entstanden ist, halten es in ihrer Nibelungentreue zur OB-Allianz mit CDU und FDP schon seit langem nicht mehr für nötig, diese Altlast zu thematisieren.

Allen anderen hilft zur Gedächnisauffrischung vielleicht ein Beitrag von DOPPELWACHOLDER.DE, der bereits im Dezember 2015 auf die Problematik aufmerksam machte:

Eingekapselt und vergessen
Könnte noch teuer werden: Die strahlende Altlast der Enervie

Enervie will sich an Windrädern beteiligen

3. April 2021

Der Hagener Versorger Enervie wird sich an den beiden neuen Windrädern am Rafflenbeuler Kopf oberhalb der Selbecke beteiligen. Das erklärten Verantwortliche bei einer digitalen Informationsveranstaltung, zu der wiederum der Investor SL Naturenergie eingeladen hat.

Im Vorfeld dieser Veranstaltung hatten Anwohner beklagt, dass sie zu spät und nicht ausreichend über die neuen Windkraftanlagen am Rafflenbeuler Kopf informiert worden seien. (…)

Die Resonanz auf eine digitale Informationsveranstaltung des Investors SL Naturenergie, der die beiden Anlagen plant, baut und betreibt, war vor diesem Hintergrund überschaubar. „Rund 30 Teilnehmer hatten sich eingewählt“, so Maureen Nauen, Sprecherin des Unternehmens aus Gladbeck, das auch die Windräder auf Brechtefeld realisieren will. „Wir haben die Anwohner in einem Radius von zwei Kilometer Luftlinie rund um die Standorte eingeladen, außerdem Politiker. Wir hatten mit weitaus mehr Teilnehmern gerechnet.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Im Gegensatz zur veröffentlichten Meinung scheint sich der Widerstand gegen die Windräder doch eher in Grenzen zu halten.

Licht aus: Earth Hour 2021

21. März 2021

„Licht aus“ heißt es am Samstag, 27. März, von 20.30 bis 21.30 Uhr, wenn zum 15. Mal die „WWF Earth Hour“ stattfindet. An der symbolischen Aktion gegen die globale Erwärmung beteiligen sich neben der Stadt Hagen zahlreiche Städte, bekannte Gebäude oder Wahrzeichen und Millionen von Menschen, die ihr Zuhause für eine Stunde verdunkeln. Gemeinsam stärken sie das Bewusstsein für den Klimawandel.

In Hagen nehmen in diesem Jahr das Emil Schumacher Museum, die Agentur für Arbeit Hagen und die Hauptverwaltung der Enervie in Haßley teil. Außerdem wird die blaue Rathauslaterne vom historischen Rathaus ausgeschaltet. Darüber hinaus ruft die Stadt Hagen alle Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Unternehmen dazu auf, an der Klimaschutzaktion teilzunehmen.

Die erste Earth Hour entstand aus einer Umweltschutzkampagne des World Wide Fund For Nature (WWF) Australien. Ziel war es, die CO2-Emissionen in der größten australischen Stadt Sydney innerhalb von 12 Monaten um fünf Prozent zu reduzieren. Am 28. März 2020 haben an der weltgrößten Klimaschutzaktion Millionen Menschen teilgenommen. Pünktlich um 20.30 Uhr Ortszeit wurde für eine Stunde das Licht ausgeschaltet.

Für Rückfragen zur Earth Hour steht Michael Aust, Umweltamt der Stadt Hagen, unter Telefon 02331/207-2392 oder per E-Mail unter michael.aust@stadt-hagen.de zur Verfügung.

Auszeichnung für Nachhaltigkeitsengagement

17. März 2021

Mehr als 80 Ideen und Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit: Die Stadt Hagen hat für ihre Nachhaltigkeitsstrategie im Rahmen des Projekts „Globale Nachhaltige Kommune in NRW“ (GNK NRW) eine Auszeichnung für den erfolgreichen Projektabschluss erhalten.

Die Übergabe der Urkunden fand im Zuge der digitalen Veranstaltung zum Abschluss der zweiten Projektphase (2019-2021) am 11. März statt. Neben Hagen erhielten auch die teilnehmenden Städte Bielefeld, Detmold, Dormagen, Essen, Haan, Herne, Hörstel, Leverkusen, Lüdenscheid, Neukirchen-Vluyn, Witten sowie die Gemeinde Kalletal und die Kreise Euskirchen und Siegen-Wittgenstein eine Auszeichnung für ihre Nachhaltigkeitsstrategie.

Hagen hat nach eigener Darstellung „in breiten Beteiligungsprozessen eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet“, die ökologische, soziale und ökonomische Ziele verbindet und insgesamt 86 Maßnahmen beinhaltet.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung stellte die Stadt Hagen in einem Kurzportrait zum „Nachhaltigkeitsziel 2 – Hunger und Fehlernährung“ drei Maßnahmen vor, unter anderem die Intensivierung des Projektes „Faire KITA“. Damit sollen Kinder Zusammenhänge kennenlernen, die sie beispielsweise für einen fairen und nachhaltigen Konsum sensibilisieren. Nach der Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategien und den zukünftigen politischen Beschlüssen zur Verankerung in den Kommunen soll es auch in Hagen „bald“ an die Umsetzung gehen.

Im Projekt GNK NRW unterstützen die Kommunen die Umsetzung der internationalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und der weiterentwickelten Nachhaltigkeitsstrategie des Landes NRW. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global setzt das Projekt mit der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. (LAG 21 NRW) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung um. Das NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz unterstützt das Projekt finanziell.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der SKEW-Seite unter https://skew.engagement-global.de/global-nachhaltige-kommune-in-nrw.html und auf der LAG21-Seite unter www.lag21.de/projekte/details/global-nachhaltige-kommune.

Nachhaltige Mobilität? – Doch lieber nicht

24. Februar 2021

SIHK: „Hagener City muss erreichbar bleiben“ – für Autos

von Heidi Wenke

Dieses Jahr feiert die Stadt Hagen ihren 275. Geburtstag. Mindestens in den letzten 75 davon wurde eine Verkehrspolitik für Autos betrieben, nicht für Menschen; die Folgen vor allem in der Innenstadt: Lärm, dreckige Luft, Staus, zugeparkte Bügersteige.

Dass diese Entwicklung nicht so weiter gehen kann (Wo sollen die 1000 Autos hin, die jedes Jahr zusätzlich in Hagen zugelassen werden?), hat sich inzwischen z.T. herumgesprochen und sich nicht zuletzt auch im Hagener Masterplan „Nachhaltige Mobilität“ niedergeschlagen. An der Erarbeitung dieses Konzepts war auch die SIHK beteiligt.

Deswegen verwundert es, dass sie nun Forderungen aufstellt, die dem Geist und dem Ziel dieses Plans widersprechen: statt des von der SIHK geforderten „kostenfreien Parkens“ – das es im Übrigen nicht gibt, es zahlen dann nur andere anstelle der davon profitierenden Autofahrer – ist „umweltorientiertes Parkraummanagement“ vorgesehen, um den „Umstieg vom motorisierten Individualverkehr (MIV) zum Umweltverbund“ zu fördern.

Dies wird durch die Bereitstellung von kostenlosen oder günstigen Parkplätzen – viele davon im öffentlichen Raum – verhindert. Und das gilt für alle PKW, egal welcher Antriebsart. Es gibt innerhalb und am Ring mehr als 4000 (kostenpflichtige) Parkplätze, nicht eingerechnet diejenigen entlang von Straßen und auf Bürgersteigen.

Dementsprechend sieht die Innenstadt nach Geschäftsschluss eher aus wie ein verwaister Parkplatz mit angeschlossener Wohnbebauung. Trotz dieses üppigen Parkplatzangebots gibt es neben den oben genannten auch Probleme mit Leerständen. Diese sollen laut SIHK nun mit noch weiteren Park-Erleichterungen gelöst werden, d.h. mit denselben alten Maßnahmen, die zur desolaten Situation beigetragen haben.

Diese alten Rezepte fußen vermutlich auf der Überzeugung, dass mit Autofahrern mehr Umsatz gemacht wird. Dazu gibt es interessante Studien, z.B.: http://itstartedwithafight.de/2016/06/09/wirtschaftsrad-mit-radverkehr-dreht-sich-was-im-handel/

Statt sich also auch die nächsten 75 Jahre noch auf das Wohlergehen der Autos zu konzentrieren, könnte die SIHK es doch mal mit der konsequenten Unterstützung der Stadt bei der immerhin zaghaft begonnenen Förderung des (Fuß- und) Radverkehrs versuchen: z.B. durch sichere Abstellanlagen vor allen größeren Geschäften.

Leicht verbesserte Luftqualität

19. Februar 2021

Hagen hält Grenzwert für Stickstoffdioxid knapp ein

Hagens Luftqualität hat sich durch einen weiteren Rückgang der Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) etwas verbessert: 2020 wurde an allen Messstationen der Jahresmittelwert von 40 µg/m³ Luft eingehalten. Das geht aus einer vorläufigen Datenauswertung des Landesumweltamtes hervor.

Am Märkischen Ring liegt der vorläufige Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid nun bei 37 µg/m3 und am Graf-von-Galen-Ring bei 39 µg/m3. Damit wird voraussichtlich an beiden „Hotspots“ der Grenzwert von 40 µg/m3 im Jahr 2020 eingehalten.

Damit zeigen nach Ansicht der Stadt Hagen die „gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe und dem Land Nordrhein-Westfalen getroffenen Maßnahmen“ erste Wirkungen. Eine reichlich euphemistische Sicht der Dinge, hatte sich die Stadt doch erst bewegt, nachdem die Umwelthilfe Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht hatte und ein Dieselverbot drohte. Es war dann das Gericht, das auf eine Verhandlungslösung drängte.

Bedenkt man, welche Wunder allein die Bahnhofshinterfahrung vollbringen sollte, ist das Ergebnis ziemlich mager. Obwohl auch noch die Sperrung der Arbeitsamtsrampe und die Einrichtung der Busspuren auf der Körnerstraße dazukamen – und vor allem der Rückgang des Verkehrs während des Corona-Lockdowns im Frühjahr -, lag die Belastung am Graf-von-Galen-Ring immer noch bei 39 µg/m3.

Das ist der höchste Wert aller Messstellen in Nordrhein-Westfalen.

Tempo 30 auf der Rembergstraße in beide Richtungen

19. Februar 2021

In das Thema Geschwindigkeits- und Lärmbeschränkungen auf der Rembergstraße kommt tatsächlich Bewegung. Die Stadt Hagen hat jetzt mitgeteilt, dass in einem ersten Schritt das bestehende Tempolimit vor der Caritas-Kindertagesstätte St. Engelbert, das dort in einem Streckenabschnitt von 300 Metern lediglich in Fahrtrichtung Innenstadt gilt, künftig auch bergan gelten soll. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Der Berg kreißte und gebar eine Maus.

Naturdenkmal von Fäkalien bedroht

18. Februar 2021

Wo mal ein Spielplatz war, soll jetzt eine „Hundewiese“ hin

Prachtexemplar einer Blutbuche an der Stennertstraße in Hohenlimburg, auf der Brachfläche unterhalb des Naturdenkmals soll eine „Hundewiese“ entstehen. Foto: RVR.

In der Sitzung der Bezirksvertretung Hohenlimburg vom 10. Februar 2021 wurde der Antrag der CDU und einer Vertreterin der GRÜNEN angenommen, zu prüfen, ob im Bereich Stennertstraße und Bahnstraße eine „Hundewiese“ realisiert werden kann, mit Zäunen, Bänken, Schildern und Tütenspender.

Auf einem direkt angrenzenden Grundstück steht eine 120 Jahre alte Blutbuche, die bei der Stadt Hagen unter der Bezeichnung „Ho-2“ als Naturdenkmal geführt wird und deren Wurzelwerk weit in den Bereich der „Hundewiese“ hineinreicht.

Der Antrag wurde gegen die Stimmen von Hagen Aktiv und Bürger für Hohenlimburg und bei Enthaltung der SPD angenommen mit den Stimmen der CDU, der GRÜNEN und Afd (!). Das sorgte für Empörung bei Anliegerin Margrid F. Gantenberg, auf deren Grundstück die Blutbuche steht: „Ich bin entsetzt, wie „grüne Politik“ und Umwelt- und Naturschutz in Hohenlimburg aussieht.“

Nun ist jedem, der sich noch zu Fuß durch diese Stadt bewegt, das Begriffspaar „Kot und Köter“ bestens bekannt – nicht nur Schuhsohlen, auch Baumscheiben wissen ein Lied davon zu singen. Margrid F. Gantenberg verweist auf die Information eines Baumschützers, der bis zu seiner Pensionierung bei der Stadt Hagen gearbeitet hat. Der habe bestätigt, dass sich im Hundekot große Mengen an Stickstoff und Phosphor befinden würden, was dem sehr empfindlichen Wurzelbereich der Blutbuche schadet.

Eine ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt untersagt ausdrücklich, Chemikalien, „die das Erscheinungsbild oder den Bestand des geschützten Naturdenkmales gefährden oder beeinträchtigen können“, im Traufbereich „abzulagern, aufzuschütten oder einzubringen bzw. einzuleiten“. Stickstoff und Phosphor gehören zweifelsfrei in diese Kategorie.

Auf dem Areal befand sich bis 2005 ein Kinderspielplatz. Die Stadt Hagen plante damals, den Bereich Grünrockstraße 2 mitsamt der angrenzenden Spielplatzfläche zu verkaufen. Bei Realisation der dort vorgesehenen Baumaßnahme würde u. a. die Fläche des derzeitigen Spielplatzes Stennertstraße/Bahnstraße überbaut werden, hieß es seinerzeit.

Die geplante Überbauung wurde dann aber doch nicht realisiert. Der Spielplatz war trotzdem weg, übrig blieb eine Brachfläche, auf der nun die „Hundewiese“ entstehen soll. Übrigens ein interessanter Paradigmenwechsel: Der Hund ist das neue Kind. Das bekräftigt die örtliche CDU: „Auch Hunde sind Hohenlimburger“ – Kinder werden nicht mehr erwähnt.

„Eine solche Entwicklung bedeutet nichts Gutes für die Erde“

16. Februar 2021

Der Naturschutzbeirat in Hagen wird jetzt von Antje Selter geleitet. Im Interview erklärt die Geologin, was Corona für die Natur bedeutet. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Neuer Standort für den Wertstoffhof gesucht

16. Februar 2021

Der Hagener Entsorgungsbetrieb ist auf der Suche nach einem neuen Standort für seinen Wertstoffhof. Aktuell sucht man ein geeignetes Gelände. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Cleaneval am Karnevalssonntag

10. Februar 2021

Eine Mitmach-Aktion

Zu einer vergnüglichen Umweltaktion lädt am Sonntag, 14. Februar, die Initiative „HAtopia“ ein. Die Aktion steht unter dem Karnevals-Vorzeichen und heißt deshalb „Cleaneval“.

Dahinter verbirgt sich eine Müllsammelaktion (Clean Up), bei der Naturräume, aber auch Straßen und Lieblingsplätze von schädlichem Abfall befreit werden, den unachtsame Menschen einfach weggeworfen haben. Jeder ist herzlich eingeladen, ein Zeichen für ein sauberes Hagen und eine müllfreie Umwelt zu setzen, sehr gerne auch in einer karnevalistischen FAIR-Kleidung oder in einem zur Aktion passendem Upcycling-Kostüm.

Treffpunkt ist um 13.00 Uhr am AllerWeltHaus, Potthofstraße 22. Dort gibt es die Müllsäcke, die bis 16.00 Uhr auch wieder an gleicher Stelle abgegeben werden können. Handschuhe und Zangen müssen selbst mitgebracht werden. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Damit alles Corona-konform bleibt, findet das Ganze dezentral statt. An der Müllsack-Verteilstelle muss eine Maske getragen werden. Die Müllsammler*innen sollten immer auf genügend Abstand achten und möglichst nur allein, zu zweit oder mit ihrer Familie unterwegs sein.

Als Dankeschön wird am Ende der Aktion ein heißer Tee oder Kaffee ausgeschenkt. Wer darüber hinaus möchte, kann sich danach noch gegen Spende ein leckeres bio-veganes Vier-Gänge-Menü bei „Best of the Rest“ im Café Mundial abholen und es nach der harten Arbeit genüsslich zuhause verzehren.

Zusätzliche Messstellen für Luftqualität

14. Januar 2021

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat seit Mitte des Jahres 2020 sukzessive 16 neue Standorte für Messungen des Luftschadstoffs Stickstoffdioxid in Betrieb genommen. Die Messungen wurden in Folge der mit der Deutschen Umwelthilfe geschlossenen Vergleiche zu Luftreinhalteplänen in Nordrhein-Westfalen eingerichtet.

In Hagen wurden zwei neue Messstandorte am Bergischen Ring und an der Eckeseyer Straße in Betrieb genommen. die der Überwachung der Einhaltung der rechtlichen Vorgaben zur Luftqualität dienen.

Grundlage für die Konzeption des Messnetzes und die Wahl der Standorte für die Messungen sind europaweit geltende Qualitätsanforderungen. Nachdem interessierte Kreise aus Autolobby und politisch rechtem Rand die Legitimität von Messstellen infrage gestellt hatten, beauftragte das LANUV im Jahr 2018 und 2019 den TÜV Rheinland mit einer externen Überprüfung der Messstationen.

Gemäß dieser Überprüfung entspricht die Gesamtkonzeption des Messnetzes, das Messkonzept, die Auswahl der Standorte wie auch Detailanforderungen an die einzelnen Messorte wie Abstände, Höhen und Anforderungen an die Umgebung des jeweiligen Messpunktes den Vorgaben der Luftqualitätsrichtlinie.

Lenne soll „naturnäher“ werden

11. Januar 2021

Zweiter Bauabschnitt der Flussumgestaltung startet mit Rodungsarbeiten

Im Rahmen der Lennedynamisierung finden ab Montag, 11. Januar, für voraussichtlich drei Wochen Rodungsarbeiten im Bereich der Buschmühlenstraße und der Verbandsstraße statt. Die Bäume werden auf Höhe der Kreuzungen Buschmühlenstraße/Profilstraße bis Buschmühlenstraße/Industriestraße im direkten Lenneuferbereich entfernt.

Nach der Rodung können die vorhandenen massiven Ufersicherungen aus Rasengittersteinen und Wasserbausteinen im zweiten Bauabschnitt entfernt werden. Die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts wird im Laufe des Jahres erfolgen.

Dieser Schritt ermöglicht dem Fluss eine eigendynamische Gewässerentwicklung. Durch die Schaffung naturnäherer Lenneabschnitte werden die Eingriffe kompensiert. Die Rodungsarbeiten müssen zum Schutz der wildlebenden Tiere nach Bundesnaturschutzgesetz (§39 BNatSchG) bis zum 28. Februar abgeschlossen sein.

Die Arbeiten rund um die Dynamisierung der Lenne verfolgen das Ziel, den ökologischen Zustand von Fluss und Ufer zu verbessern.

Weitere Verkehrsbeschränkungen am Emilienplatz

6. Januar 2021

Der Verkehrsfluss an der Großkreuzung Emilienplatz wird weiter eingeschränkt: Künftig wird das Linksabbiegen in die Badstraße verboten. (…)

Hintergrund der geplanten Maßnahmen ist die Einhaltung der Stickstoffdioxid-Grenzwerte sowohl in der Finanzamtsschlucht als auch am Hagener Hauptbahnhof. Hier besteht bei der Umweltverwaltung die Sorge, dass die Grenzwerte in den Jahren 2021 und 2022 nicht mehr eingehalten werden können und somit der Hagener City doch noch ein Dieselfahrverbot blüht. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wieder einmal wird nur am kleinsten Schräubchen gedreht. Ein Gesamtkonzept zu einer tatsächlich wirksamen Reduzierung der Fahrzeugmassen ist weiter nicht in Sicht.

Fridays-for-Future Hagen: „Klimakrise nicht verschwunden“

6. Januar 2021

Klementina Knust und Lena Klinkmann rücken das Pariser Klimaabkommen in den Fokus. Hagens Politik liefere weiterhin keine Lösungen. (…)

Also tut Hagen zum Beispiel nicht genug?

Klementina Knust: Viel zu wenig. Der Rat der Stadt hat hier den Klimanotstand ausgerufen, aber keines der Klimaschutzkonzepte, die die Stadt Hagen aufgelegt hat, passt in irgendeiner Weise dazu, die wesentlichen Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Wenn ich allein sehe, dass wir das Stickstoff-Problem in der Hagener Innenstadt nicht in den Griff bekommen, dann kann man daran sehen, dass die Politik hier keine Lösungen findet.

(…)

Quelle: wp.de

Weniger parkende Autos – mehr Lebensqualität

4. Januar 2021

Innovative Maßnahmen für eine erfolgreiche Verkehrswende

Emissionen sparen, Platz schaffen, mobil sein: Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) untersuchte exemplarisch anhand der Fallstudienstädte München und Hamburg, welche innovativen Maßnahmen dazu beitragen, dass die notwendige Verkehrswende ein Erfolg wird.

Wie kann man in einer Stadt die Mobilität aufrechterhalten, ohne dass der Verkehr kollabiert? Wie kann man verhindern, dass immer mehr Lieferverkehr und immer mehr parkende Autos die letzten freien Flächen belegen und damit die Sicherheit und Bewegungsfreiheit von Menschen zu Fuß und auf dem Rad gefährden?

Das Forschungsteam nahm in seiner Studie drei wichtige Zielbereiche besonders in den Blick:

  • Weniger Dieselfahrzeuge auf der „Letzten Meile“
  • Mobilitätsstationen und vielfältige Verkehrsangebote als Alternative zur „Mobilitätsreserve“ schaffen
  • Weniger parkende Autos – mehr Lebensqualität im öffentlichen Raum.

Der Handlungsleitfaden stellt die Projektergebnisse vor und gibt Empfehlungen für diesen Baustein der Verkehrswende.

Difu-Veröffentlichung: Emissionen sparen, Platz schaffen, mobil sein (pdf)

Schneise so breit wie eine Landebahn mitten im Wald

16. Oktober 2020

Die Firma Amprion lässt im Hagener Norden Bäume fällen. Die müssen im Bereich Garenfeld für eine neue Stromtrasse weichen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Riepe lässt auf Baugrundstück 22 Bäume fällen

15. Oktober 2020

Die Firma Riepe, die ihr Sanitätshaus an der Knippschildstraße erweitern will, hat vorbereitende Maßnahmen für die Errichtung der Baustelle geschaffen. Konkret: Riepe hat 22 Bäume fällen lassen. (…)

Die Anwohner der benachbarten Busch- und Baurothstraße, die sich schon vor Monaten massiv gegen die Erweiterungspläne der Firma Riepe ausgesprochen und sich anwaltlichen Beistand geholt haben, sind über das Vorgehen entsetzt. (…)

Stadtsprecherin Clara Treude: „Im Rahmen der positive beschiedenen Bauvoranfrage der Riepe-Erweiterung hat die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hagen eine Ausnahmegenehmigung zu Fällung der Bäume auf dem Gelände nach § 7 Ausnahmen und Befreiungen der Baumpflegesatzung erteilt.“ (…)

Der Riepe-Geschäftsführer (…): „Es handelt sich um ein Grundstück, das sich in unserem Firmenbesitz befindet, daher können wir – natürlich immer im gesetzlichen Rahmen – damit machen, was wir wollen.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Riepe-Geschäftsführer Lars-Gunnar Stockmann behauptet laut Bericht: „Es geht hier nicht um ein kleines Wäldchen, das wir haben abholzen lassen, sondern um spontan entstandenen Aufwuchs.“ Zur Einschätzung dieser Behauptung hilft vielleicht ein Luftbild (Foto: RVR):

Obwohl noch nicht einmal eine Baugenehmigung vorliegt, sondern nur eine (allerdings positiv beschiedene) Bauvoranfrage, macht die Verwaltung bereits den Weg für Abholzungen frei. Das deutet darauf hin, dass das Ergebnis des sowieso schon „vereinfachten“ Bebauungsplanverfahrens von Anfang an feststand und das Verfahren selbst nur pro forma durchgeführt wird.

Die sogenannte „Baumpflegesatzung“ erweist sich als das, was Kritiker von Anfang an bemängelt hatten: Sie ist nur ein Papiertiger, mit dem die beteiligten Konsenspolitfreunde hausieren gehen können. Vorneweg der „grüne“ Hans-Georg Panzer, (noch) Vorsitzender des Umweltausschusses. Man betrachte nur diese ikonografische Darstellung des vereinten politischen Biedermeiertums bei der offiziellen Präsentation der „Baumpflegesatzung“:

In der Mitte im Tarnfleck der olivgrüne Panzer, an seiner Seite v.l..n.r. die Vertreter der UnLinken, der Hohenlimburger Separatisten, Hagen Aktiv (oder Passiv ?) und des sich christlich gebärdenen Vereins CDU. Foto: Stadt Hagen.

Siehe dazu auch nochmal:

Bäume in Hagen brauchen keine Feinde mehr
Die grünen „Freunde“ reichen schon

FernUni Hagen ist Meisterin im Recycling

8. Oktober 2020

Ersten Platz unter den Universitäten im Papieratlaswettbewerb 2020

Papier sparsam einsetzen ist die umweltfreundlichste Lösung. Wenn aber Papier benötigt wird, ist Recyclingpapier mit dem Blauen Engel die beste Wahl: Es eignet sich für nahezu jede Anwendung, ob für den Drucker, Kopierer oder als Schreibpapier. Kein zusätzlicher Baum muss gefällt werden und seine Herstellung spart rund 70 Prozent Wasser und 60 Prozent Energie gegenüber Frischfaserpapier.

Die FernUniversität in Hagen gewinnt in der Kategorie Hochschulen den Papieratlas-Wettbewerb 2020, gefolgt von der Freien Universität Berlin und der Hochschule Harz. Insgesamt haben 99 Städte, 40 Landkreise und 43 Hochschulen am 13. Wettbewerb der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) teilgenommen.

Hagen wird zur „pestizidfreien Kommune“

4. Oktober 2020

Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf kommunalen Flächen wird „verbindlich vereinbart“

Die Artenvielfalt fördern, sich gegen das Insektensterben einsetzen und negative Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren – dazu trägt die Stadt Hagen mit ihrem Verzicht auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden auf kommunalen Flächen bei. Durch diesen mit großer Mehrheit (nur die AfD war dagegen) gefassten Beschluss des Rates der Stadt Hagen in seiner Sitzung am Donnerstag gilt sie ab sofort als „pestizidfreie Kommune“.

Bei der zukünftigen Verpachtung kommunaler Flächen für eine landwirtschaftliche Nutzung wird im Pachtvertrag ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln „verbindlich vereinbart“. Der Rat verschärfte mit dieser Formulierung die Vorlage der Verwaltung, nach der das Verbot nur „anstrebt“ werden sollte.

Zudem fordert die Stadt ihre Tochterunternehmen mit kommunaler Mehrheitsbeteiligung zur Bewirtschaftung ohne Pestizide auf. Gleichzeitig ist geplant, die Hagener Bürgerinnen und Bürger über die Bedeutung von Biodiversität in der Stadt zu informieren und ihnen Möglichkeiten zum Schutz von Bestäubern wie Bienen aufzuzeigen. Auch insektenfreundliche Blühflächen gehören dazu.

„Die pestizidfreie Kommune“ ist ein Schwerpunktthema des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Bereits im Februar 2019 ist die Stadt Hagen dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beigetreten. Hierbei kommt der Bewirtschaftung und Pflege kommunaler Flächen eine besondere Vorbildfunktion zu.

Klimawandel wirkt sich auf die Ruhr aus

19. September 2020

Trinkwasserversorgung der Bevölkerung sollte absolute Priorität haben

Seit 1930 wird die Ruhr in Hagen zum Hensteysee angestaut. Rechts vom Laufwasserkraftwerk fließt sie weiter in Richtung Harkortsee. Foto: Ruhrverband.

Die Auswirkungen des Klimawandels im Einzugsgebiet der Ruhr sind deutlich zu spüren. Das lässt sich aus dem 47. Ruhrgütebericht ableiten, den der Ruhrverband gestern in Essen vorgestellt hat.

2020 sei das zwölfte zu trockene Jahr in Folge, so der Wasserverband. So haben die Wasserabgaben aus den Talsperren in diesem Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Bisher waren Wasserzuschüsse aus den Talsperren an 137 Tagen erforderlich, um den Mindestabfluss an der Ruhr zu gewährleisten. Trotz niedriger Abflusswerte habe die Wassergüte der Ruhr nicht gelitten, das belegen Untersuchungen.

Die Niedrigwassersituation in Verbindung mit dem hohen Trinkwasserbedarf hat in 2019 erneut große Anforderungen an die Wasserversorger gestellt. Die Wasserabgabe im Jahr 2019 ist im Vergleich zu 2018 um weitere sechs Millionen Kubikmeter auf 244 Millionen Kubikmeter gestiegen. Um klimaresilient aufgestellt zu sein, benötige der Ruhrverband einen größeren Handlungsspielraum zur schonenden Bewirtschaftung der Talsperren als es das Ruhrverbandsgesetz momentan hergebe.

Der aus der Niedrigwassersituation der letzten Jahre und den Auswirkungen des Klimawandels resultierende Handlungsbedarf ist auch in der Politik angekommen. Ein Ergebnis des „Nationalen Wasserdialogs“ des Bundesumweltministeriums, an dem auch Expertinnen und Experten aus den Reihen der Ruhr-Wasserwerke beteiligt waren, ist, dass angesichts der Konkurrenz mit Landwirtschaft und Industrie bei den Wasserentnahmen in Dürrezeiten die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung absolute Priorität haben sollte.

Ruhrgütebericht 2019 (pdf)

Hagen radelt für das Klima

16. September 2020

Temporärer Radweg auf Enneper und Kölner Straße

Auf dem markierten Abschnitt soll die Fahrradstrecke entstehen. Grafik: Stadt Hagen.

Den Fahrradverkehr stärken und damit das Klima schützen – dafür setzt sich die Stadt Hagen auch in diesem Jahr mit der Teilnahme an der europaweiten Kampagne „STADTRADELN“ des Klima-Bündnis, dem größten kommunalen Netzwerk zum Schutz des Weltklimas, von Freitag, 25. September, bis Donnerstag, 15. Oktober, ein.

In diesem Rahmen soll zudem erstmals ein temporärer Radweg entstehen, der auf den äußeren Fahrspuren der Trasse Enneper Straße/Kölner Straße (L700) geplant ist. Der 1,4 Kilometer lange Abschnitt liegt zwischen der Abzweigung zur Haenelstraße und zur Straße An der Wacht.

Diesen Vorschlag der Stadt kann die Bezirksvertretung Haspe in ihrer nächsten Sitzung am Mittwoch, 16. September, beschließen. Anschließend folgt am Dienstag, 22. September, die Beratung im Stadtentwicklungsausschuss.

Der Standort für Hagens ersten temporären Radweg an der Enneper und Kölner Straße bietet sich aufgrund seiner günstigen Verkehrslage an und gilt somit als idealer Modellversuch. Die Freigabe der Strecke soll pünktlich zu Beginn der Kampagne „STADTRADELN“ erfolgen und am Freitag, 30. Oktober, enden.

Dieser fünfwöchige Zeitraum ist dazu gedacht, die Verkehrsabläufe vor Ort zu begutachten und die Grundlage für eine langfristige Planung auf der Enneper und Kölner Straße zu bilden. Durch die Probephase prüft die Stadt, ob die beiden jeweils rechten Fahrspuren für eine dauerhafte Lösung als Radspuren geeignet sind. Für die temporäre Strecke werden Markierungen in leuchtend gelber Farbe angebracht und durch entsprechende Beschilderungen ergänzt.

Interessantes Detail aus der Beschlussvorlage: „Im betrachteten Abschnitt der Enneper und Kölner Straße ist zurzeit ein Schutzstreifen markiert. Nach Prüfung der Verwaltung ist der Schutzstreifen auf der Enneper und Kölner Straße keine geeignete Führungsform, um den Radverkehr verkehrssicher zu führen.“

Eine überraschende Kehrtwende, denn der Schutzstreifen ist vor garnicht allzu langer Zeit von derselben Verwaltung angelegt worden.

Waldmeister Hagen

12. September 2020

Ich glaub‘, ich steh‘ im Wald: Windmühle im Freilichtmuseum Hagen. Foto: RVR 2019, dl-de/by-2-0.

Hagen ist weiterhin die mit Abstand waldreichste kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen. Das ergibt sich aus den jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamt it.nrw mit Stand zum Jahresende 2019.

Mit 68,51 Quadratkilometern sind 42,7 Prozent des Stadtgebiets als Waldfläche ausgewiesen. Der größte Teil davon (66,7 Prozent) besteht aus Mischwald, gefolgt von Laubholzbeständen (26,3 Prozent) und Nadelwald (7,0 Prozent).

Insgesamt ist die Waldfläche NRWs mehr als doppelt so groß wie die Insel Mallorca. Dramatisch angestiegen ist der Anteil von Schadholz (6,2 Mill. m3) am Nadelholzeinschlag. Der lag 2019 NRW-weit mit 95,2 Prozent auf Rekordniveau. Damit wurde das bisherige Spitzenergebnis aus dem Jahr 2018 (2,7 Mill. m3; 78,1 Prozent) nochmals übertroffen. In den Jahren von 2011 bis 2017 hatte der Schadholzanteil durchgängig bei unter 20 Prozent gelegen.

Platanen sollen „Baumruinen“ sein

6. September 2020

Verwaltung gibt zu: Kahlschlag „gesetzlich nicht zulässig“

Vor der Bezirksvertretung (BV) Haspe hat die Verwaltung eingeräumt, mit der Enthauptung der Platanen am Karweg, in der Dickenbruchstraße und der Schützenstraße gegen geltendes Recht verstoßen zu haben.

Anfang August hatte eine vom Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) eingesetzte Brigade mitten in der Vegetationsperiode die in vollem Grün stehenden Bäume radikal heruntergeschnitten. Dieser Schnitt ist zwar bei sogenannten Kopfbäumen regelmäßig angebracht, aber gemäß Naturschutzgesetz bis zum 30. September eines Jahres untersagt.

In der vom Technischen Beigeordneten der Stadt Hagen, Henning Keune, unterzeichneten Antwort auf einen von der Fraktion Hagen Aktiv und des Einzelmitglieds der Grünen in der BV angeforderten Bericht der Verwaltung zu der vom WBH beauftragten Abholzung räumt die Verwaltung die Rechtswidrigkeit der Aktion durchaus ein: „Mit Blick auf die Tatsache, dass die Beeinträchtigung von Lebensstätten wildlebender Tiere in der Größenordnung des Volumens von 58 Baumkronen entlang eines Straßenzuges in der Aufzuchtzeit geschützter Tierarten gesetzlich nicht zulässig ist“, sei die Maßnahme „einvernehmlich“ eingestellt und auf die Zeit nach dem 30. September verschoben worden.

Gleichzeitig versuchen die Verwaltungsexekutoren ihre am geltenden Recht vorbeilaufenden Eigenmächtigkeiten in ein freundliches Licht zu rücken. „Aufgrund von zahlreichen Beschwerden aus der Bürgerschaft“, so das Verwaltungspapier, „wurde die Maßnahme vom Umweltamt am 05.08.2020 in Augenschein genommen“. Vor Ort seien 42 Straßenbäume „vorgefunden“ worden, bei denen das gesamte blatttragende Kronendach entfernt worden war.

Das von der Verwaltung eingeräumte rechtswidrige Handeln eines städtischen Betriebs wurde offensichtlich erst durch das Umweltamt unterbunden; wohl zur Gesichtswahrung einigte man sich auf die Sprachregelung „einvernehmlich“.

Zukünftig soll der Schnitt im Oktober ausgeführt werden, kündigt die Verwaltung an; aber nicht etwa, weil man den (zuvor eingeräumten) Rechtsverstoß eingesehen hat, sondern um „das Konfliktpotential“ zu mindern.

Nicht nur das: Die Verwaltung kündigt daneben bereits an, weiter gegen die Platanen vorgehen zu wollen. Im Zuge eines „vernünftigen“ Baumerneuerungskonzeptes könnten die vorhandenen „Baumruinen“, so die Formulierung der Verwaltung, gegen „vernünftige“ den Standortgegebenheiten angepasste Baumarten „ausgetauscht“ werden.

Die Schattenspender vor den nach Süden ausgerichteten Häusern in den drei Straßenzügen wären dann weg. Und neue müssten erst einmal nachwachsen, was Jahre dauert. Zu befürchten wäre außerdem, dass mehr oder weniger nutzlose Dekorationsbäumchen gesetzt würden, so wie in der Voerder Straße. Dort wurde der vorhandene Baumbestand mit der geradezu hirnrissigen Begründung entfernt, er würde den Straßenraum „verschatten“ (siehe z.B. hier, hier und hier).

Die BV Haspe hat die Platanen-Vorlage in den Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität verwiesen. Der tagt am morgigen Montag.

Hagen erhält „European Energy Award“

5. September 2020

Die Stadt Hagen ist einer der Träger des European Energy Award 2020. Das Zertifikat wurde von der EnergieAgentur.NRW im Auftrag des Landeswirtschaftsministeriums und der Bundesgeschäftsstelle des European Energy Award verliehen.

Hagen absolvierte ein mehrjähriges Energiemanagementprogramm. Vor der Auszeichnung ging es bei dem internationalen Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystem für Kommunen um die Fragen: in welchen Bereichen finden Klimaschutzaktivitäten statt und wie wirksam sind sie?

500 Punkte sind maximal über sechs Handlungsfelder erreichbar. Wer mindestens die Hälfte der erreichbaren Punkte nach einem entsprechenden Audit erreicht, erhält den Award. Die Stadt Hagen erreichte bei den Anforderungen für den „European Energy Award“ ein Ergebnis von 62 Prozent der möglichen Punkte.

Ziel der Zertifizierung ist, die Qualität der Energieerzeugung und -nutzung in einer Kommune zu bewerten, regelmäßig zu überprüfen und Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu erschließen.

Aufgrund der Corona-Pandemie gab es diesmal keine zentrale Preisverleihung. Stattdessen fanden Ende August in allen fünf Regierungsbezirken Nordrhein-Westfalens Abschlussveranstaltungen statt.

Neue Messstationen für Stickstoffdioxid

4. September 2020

In Hagen werden zwei neue Messstationen für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) eingerichtet: an der Eckeseyer Straße, die mit Fertigstellung der Bahnhofs-Umfahrung noch stärker belastet ist, sowie am Bergischen Ring.

Das hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bei richterlichen Vergleichsverhandlungen durchgesetzt. So will die DUH sicherstellen, dass es keine unentdeckten NO2-Hotspots gibt oder sich die Belastung von einer in die andere Straße verlagert. Erste Monatswerte erhält die DUH noch in diesem Jahr.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „So stellen wir sicher, dass die Luft flächendeckend sauber wird und nicht nur punktuell rund um die bestehenden Messstationen. Damit stellen wir sicher, dass die ergriffenen Maßnahmen nicht zu Überschreitungen an bisher nicht überwachten Stellen führen.“

Smarter Gewässerschutz

25. August 2020

LoRa-Sensor wacht über Ökosystem im Ischeland-Teich

Viel Sonnenschein und wenig Regen – das dritte trockene Jahr in Folge zeigt 2020 sehr genau, wie empfindlich Ökosysteme sein können. Teichanlagen wie am Ischeland in Hagen (Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY 3.0) gehören zu den sensiblen Anzeigern für einen fortschreitenden Klimawandel: Mit steigenden Wassertemperaturen und sinkendem Sauerstoffgehalt droht das Ökosystem im Teich zu kippen. Um hier gezielt gegenzusteuern, baute Enervie nun erstmals ein digitales Frühwarnsystem für den Gewässerschutz am Ischelandteich ein.

Im April informierten aufmerksame Spaziergänger die Feuerwehr und verhinderten damit ein Fischsterben im Hagener Stadtgartenteich – am Ischeland ist dieser Anruf zukünftig nicht mehr notwendig. „In und rund um Hagen bauen wir gerade eine intelligente, digitale Infrastruktur auf. Unser LoRaWAN-Funknetz kann an jeder Stelle in der Stadt Daten aufnehmen und weiterleiten“, berichtet Enervie-Vorstandssprecher Erik Höhne.

Für den Ischelandteich heißt das: Über den LoRa-Sensor ermittelte Echtzeit-Daten geben dem Teichbesitzer stets Auskunft, ob mit der Wassertemperatur und dem Sauerstoffgehalt die Lebensbedingungen für Flora und Fauna im Gewässer stimmen.

„Mit der Sauerstoffmessung hier im Ischelandteich können wir für die Stadt Hagen bzw. den WBH erstmalig wichtige Umweltdaten im öffentlichen Raum bereitstellen und dauerhaft dokumentieren. Auch Meldeketten lassen sich im ‚Störfall‘ automatisch auslösen“, formuliert Erik Höhne den Ansatz.

Borkenkäfer haben Kampf gegen die Fichten gewonnen

25. August 2020

Alarmierender Zustand des Hagener Waldes: Welche Bäume die Rettung bringen könnten, weiß angesichts des Klimawandels niemand so genau. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

WBH stoppt Platanenfrevel in Haspe

7. August 2020

Opfer des WBH in der Schützenstraße. Foto: DW.

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) hat den Radikalbeschnitt von Platanen in Hasper Straßen gestoppt. Nachdem die stadteigene Gesellschaft am Karweg und in der Dickenbruchstraße tabula rasa gemacht hatte, blieb ein Großteil der Bäume in der Schützenstraße von einer Enthauptung mitten im Hochsommer verschont.

Die Stilllegung der Kettensägen erfolgte allerdings erst, nachdem die Bäume in den anderen Straßen bereits ihres Ast- und Blattwerks beraubt worden waren und die Kopf-ab-Aktion die Ebene der Politik erreicht hatte. Die Grünen hatten angekündigt, gemeinsam mit der Wählervereinigung Hagen-Aktiv eine Anfrage stellen zu wollen.

Einem Anlieger der Schützenstraße gegenüber hatte das Umweltamt noch Anfang der Woche die Maßnahme mit der Begründung verteidigt, die Platanen würden mittels einer Kappung in der Vegetationsperiode vor einem möglichen Pilzbefall geschützt. Jetzt die Kehrtwende: Laut WPWR argumentiert die Umweltbehörde nun (richtigerweise) damit, dass der Rückschnitt „in dieser Jahreszeit aus ökologischer Sicht gar nicht zulässig sei“.

Falsch ist dagegen die Darstellung der Zeitung, der WBH habe „damit begonnen, im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht die Platanen zurückzuschneiden“. Ob es sich hier um eine Schutzbehauptung des WBH handelt oder die Formulierung der Phantasie des Redakteurs entsprungen ist, läßt sich aus dem Text nicht erkennen.

Platanen-Kahlschlag am Karweg schlägt Wellen

6. August 2020

Grüne fordern Aufklärung

Vorher – nachher. Foto: DW.

Die Grünen zeigen sich entsetzt über den breit angelegten Kahlschlag an den Platanen am Karweg in Haspe. DOPPELWACHOLDER.DE hatte am Sonntag über die Enthauptungsaktion des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH) berichtet.

Nicole Schneidmüller-Gaiser, Kandidatin der Grünen für die Bezirksvertretung Haspe, zitiert das Naturschutzgesetz, das es verbietet, in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September eines jeden Jahres bestimmte Gehölze abzuschneiden. „Das Gesetz schützt Tiere, die in Bäumen und Sträuchern ihren Brut- und Lebensraum haben. Daran müssen sich nicht nur Hobbygärtner halten, sondern auch WBH und von ihm beauftragte Firmen.“

Schneidmüller-Gaiser weist auch auf die für das Stadtklima wichtige Kühlfunktion der Bäume hin. Anscheinend sind weitere Abholzaktionen inzwischen von der Stadt gestoppt worden, nachdem die Grünen nach den Gründen für diesen Kahlschlag gefragt hatten.

„Es ist richtig, dass die Stadt schnell auf unsere Anfrage reagiert hat. Jetzt werden wir uns um die Aufklärung des Falls bemühen“, kündigt Uwe Goertz, Vertreter der Grünen in der Bezirksvertretung Haspe, eine gemeinsame Anfrage mit Hagen Aktiv an. „Wir haben die Bedeutung der Bäume für die Stadt mit der Baumschutzssatzung hervorgehoben. Wir werden Sorge dafür tragen, dass dies von der Stadt und ihren Betrieben auch berücksichtigt wird“, so Goertz.“

Auf Anfrage eines Anwohners der Hasper Schützenstraße – auch dort stehen Kopfplatanen – erklärte das Umweltamt als Untere Naturschutzbehörde, der sogenannte Sommerschnitt solle Pilzbefall an den Schnittstellen verhindern. Eine These, die unter Dendrologen durchaus umstritten ist.

Aber selbst wenn man den Sommerschnitt-Befürwortern unter den Baumkundigen zustimmt, gibt es noch lange keinen Grund, eine solche Radikalmaßnahme mitten im Hochsommer durchzuführen. Auch der WBH hat es in der Vergangenheit anders gehalten und den Schnitt beim letzten Mal im Herbst und davor sogar regelmäßig in den Wintermonaten durchgeführt. Den Bäumen hat es allem Anschein nach nicht geschadet.

Inzwischen sind nicht nur die Platanen am Karweg, sondern auch die in der Dickenbruchstraße und in einem Drittel der Schützenstraße gekappt worden und die Schattenspender auch dort ihrer sommerlichen Funktion beraubt worden.

Terminlich passend: Ab heute haben die Wetterdienste für mindestens eine Woche ganztägigen Sonnenschein bei Temperaturen jenseits der 30°-Marke angekündigt.

Rechtssicherer Vollzug des Artenschutzes?

3. August 2020

OB Erik O. Schulz begrüßt die ersten Hagener Artenschutzbeauftragten

Treffen vor baumseliger Kulisse, während gleichzeitig an anderer Stelle die Kettensäge kreist. V.l.n.r.: F. Gärtner (Artenschutzbeauftragter), A. Warmeling (BUND), OB Erik O. Schulz, M. Schultz (Artenschutzbeauftragter), R. Blauscheck (Biologische Station) und K. Gockel (Leiter Untere Naturschutzbehörde). Foto: Stadt Hagen/Franziska Michels.

Wie kann man die Tier- und Pflanzenarten im Hagener Stadtgebiet bestmöglich schützen? Dieser und vielen weiteren Fragen rund um die nachhaltige Umsetzung von Artenschutz stellen sich die ersten Hagener Artenschutzbeauftragen Fabian Gärtner und Martin Schultz.

OB Erik O. Schulz hat die beiden neuen Mitarbeiter persönlich begrüßt und sich gemeinsam über deren neuen Arbeitsplatz ausgetauscht. Die könnten unverzüglich ihre Arbeit aufnehmen, vielleicht gemeinsam mit dem Leiter der Unteren Naturschutzbehörde (auch auf dem Foto). Denn justament am Tag der Begrüßung ließ der städtische Wirtschaftsbetrieb in Haspe in nur einer Straße gleich 15 Platanen enthaupten. Zu dieser Jahreszeit eine Maßnahme, die nicht nur gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt, sondern nach Angabe von Experten die Bäume auch massiv schädigen kann.

Laut Stadt soll aber die erste Aufgabe der neuen Mitarbeiter die Erstellung eines Geoinformationssystems sein, in dem aktuelle und historische Kartierungen von Flora und Fauna in Hagen erfasst werden. Dabei greifen sie auf digitale Erfassungssysteme diverser Fachkreise zurück, werten aber auch Gutachten und Kartierungen aus der Vergangenheit aus. Auf Basis dieses Informationssystems erhalten sie einen systematischen Überblick, welche Arten im Hagener Stadtgebiet wann und wo vorkamen beziehungsweise aktuell vorkommen.

Das Informationssystem sei ein wertvolles Werkzeug zum „rechtssicheren Vollzug des Artenschutzes“ (die Aktivitäten des Wirtschaftsbetriebs können damit nicht gemeint sein) und liefere wichtige Grundlagen für städtische Planungen, so die Stadt. Durch das Wissen würden Verschiebungen der Artenvielfalt schnell erkannt und es bestehe die Hoffnung, negativen Tendenzen fachlich fundiert entgegenwirken zu können.

In einem zweiten Schritt werden Fabian Gärtner und Martin Schultz eine Artenschutz- und Biodiversitätsstrategie für die Stadt Hagen aufstellen. Anschließend stellen sie Förderanträge (!) zur Umsetzung dieser Strategie, die idealerweise gleichzeitig die möglichst langfristige anteilige Finanzierung der Stelle der Artenschutzbeauftragten ermöglicht.

Die Stelle in der Biologischen Station ist auf zwei Jahre befristet. Fabian Gärtner und Martin Schultz teilen sich die neue Aufgabe zu jeweils 50 Prozent.

Kahlschlag am Karweg

2. August 2020

Wirtschaftsbetrieb Hagen lässt Platanen enthaupten – Aktion offensichtlich rechtswidrig

Mitten im Hochsommer läßt der WBH die Schattenspender beseitigen – als „Baumpflegemaßnahmen“ getarnt. Links die Platanen am Donnerstag, rechts die verbliebenen Stummel am Freitag nach ihrer Enthauptung. Fotos: DW.

Bäume verbessern mit ihrem Blattwerk das Kleinklima, geben Schatten und filtern Staub aus der Umgebung. Alles reichlich Gründe, vor allem angesichts der heißen Sommer der vergangenen Jahre, diesen Zustand möglichst lange beizubehalten.

Das weiß im Prinzip auch der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH), der für das städtische Grün verantwortlich ist. Auf seiner Homepage schreibt er zutreffend: „Bäume erfüllen gerade im urbanen Raum viele Funktionen. So sind sie nicht nur Sauerstoffproduzenten, Feinstaub- und CO2-Binder oder Schattenspender sondern üben auch einen beruhigenden Einfluss auf den Betrachter aus.“

Trotzdem hindert die eigene Erkenntnis den WBH nicht daran, mitten im Hochsommer einen Kahlschlag in Auftrag zu geben. Ausgerechnet am bisher heißesten Tag des Jahres holzte ein vom Wirtschaftsbetrieb beauftragtes Unternehmen in der Hasper Straße Am Karweg die voll belaubten Äste der dort stehenden Platanen gnadenlos ab.

Dabei sind solche Aktionen zu dieser Jahreszeit untersagt. Das Bundesnaturschutzgesetz ist eindeutig, in § 39 heißt es: „Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.“

Von „schonenden Form- und Pflegeschnitten“ kann bei der erfolgten Komplettbeseitigung des Astwerks selbst mit viel Wohlwollen keine Rede sein. Die Verantwortlichen beim WBH haben allem Anschein nach vorsätzlich gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen.

Die Regelung im Gesetz dient in erster Linie dem Schutz von Brutstätten, aber es gibt weitere Gründe für das Verbot: Fachleute weisen darauf hin, dass bei einem radikalen Rückschnitt im Sommer zu viel Blattmasse entfernt werde, die Bäume für den Aufbau von Kraftreserven dringend benötigen.

Auch bei Platanen gibt es diese bauminternen Gründe, die für einen Schnitt in der „Ruheperiode“ sprechen. Dieser empfiehlt sich ausdrücklich, wenn sie – wie auch in diesem Fall – als Kopfbäume erzogen wurden. Hierbei ist der Winterschnitt zwingend notwendig, weil im belaubten Zustand bis zu 100 Prozent Assimilationsfläche vernichtet werden. Die Einlagerung von Reservestoffen wird damit ver- oder zumindest stark behindert. Werden keine oder nur geringe Reservestoffe eingelagert, fehlen diese im Frühjahr, um den komplett entfernten Feinastbereich wieder herzustellen.

Der Spiegel berichtet aktuell: „Pflanzen wirken in Städten wie natürliche Klimaanlagen. Dahinter steckt ein physikalischer Prozess: Wenn Bäumen zu heiß wird, öffnen sich winzige Spalten in den Blättern, aus denen Wasser verdunstet. Das verbraucht Energie, es wird kühler. Gleichzeitig entsteht ein Sog, der immer neues Wasser aus den Wurzeln in die Blätter treibt. Bäume können pro Tag Hunderte Liter Wasser ausschwitzen. Die Kühlleistung liegt bei etwa 70 Kilowattstunden pro 100 Liter – genug, um zwei durchschnittliche Haushaltsklimageräte zu betreiben.“

Für den WBH scheinen fachliche Gründe keine Rolle zu spielen, egal ob sie von Fachleuten oder Medien herrühren. Durchaus denkbar sind dagegen Einflüsterungen aus dem Dunstkreis des Hasper Bezirksvorstehers Dietmar Thieser, der auch schon mit ausgiebiger Penetranz für die Abholzung der Hasper Fußgängerzone gesorgt hat – wegen „Verschattung des Straßenraums“. Also genau dem Effekt, dessen Notwendigkeit wegen des Klimawandels der notorische Eselbetreuer nicht verstanden zu haben scheint.

Das Bundesnaturschutzgesetz sieht in § 69 Bußgelder vor: „Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 39 Absatz 5 Satz 1 Nummer 2 einen Baum (…) abschneidet, auf den Stock setzt oder beseitigt.“ Und diese Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Verantwortlich für solche Ordnungswidrigkeiten sind beim WBH letztendlich die Vorstände: Der Technische Beigeordnete Henning Keune als Vorstandssprecher sowie der Städtische Baudirektor Hans-Joachim Bihs.


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