Archive for the ‘04 Umwelt Hagen’ Category

FernUni pflanzt 2.000 Bäume

29. November 2022

Im Hagener Süden entsteht jetzt im Zuge eines Bauprojekts ein „FernUni-Wäldchen“ mit Eichen und Buchen

Für rund 19 Millionen Euro baut die FernUniversität in Hagen aus Landesmitteln ein klimaneutrales Gebäude für ihre 2018 gegründete Fakultät für Psychologie. Zehn Fahrminuten und knapp zehn Kilometer vom Campus entfernt entsteht jetzt im Zuge des Bauprojekts ein „FernUni-Wäldchen“ mit 2000 Bäumen im Hagener Süden. Als freiwilliger Beitrag zum Klimaschutz.

2000 Tonnen CO2 werden voraussichtlich durch das laufende Bauvorhaben freigesetzt, so die vorläufige Berechnung. Kompensiert werden die Emissionen durch zwei Projekte in Südamerika zum Schutz des Regenwaldes. Die regionale Baumpflanzaktion ist ein Zusatzengagement für die Region. Ein Baum in Hagen steht dabei jeweils symbolisch für eine kompensierte Tonne CO2.

Im Umfeld von Gut Kuhweide in Hagen-Delstern entsteht ein Laubmischwald mit 1600 Eichen und 400 Buchen. Die ausgewählte Fläche muss neu aufgeforstet werden, da die Borkenkäferplage und die Hitze der vergangenen Sommer auch im Volmetal zu großen Schäden des Baumbestands geführt hatten.

„Der Neubau Psychologie ist für uns ein Leuchtturmprojekt und die Pflanzaktion ein wichtiger Teil davon“, so die Kanzlerin der FernUni, Birgit Rimpo-Repp. „Wir sind als Universität der Nachhaltigkeit verpflichtet und möchten uns dafür auch vor Ort in der Region engagieren.“

Kerckhoff-Villa: Neue Teichplanung genehmigt

2. Oktober 2022

DOPPELWACHOLDER.DE berichtete im Juli über Planungen auf dem Gelände der früheren Villa Kerckhoff in Hagen-Eppenhausen. Dort sollten ein Schwimmteich und Gebäude angelegt werden. Da es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, lehnte der Naturschutzbeirat das Vorhaben ab.

Inzwischen legte die Eigentümerin einen neuen Plan vor, der nach Einschätzung des Beirats eine Ausnahmegenehmigung rechtfertigt.

Die Antragstellerin beantragte nun die Anlage eines circa 400 qm großen naturbelassenen Teiches, der an einen schon vorhandenen, circa 30 Jahre alten Bestandsteich angeschlossen werden soll. Das neue Gewässer soll mit einer weichen Uferkante und heimischen, standortgerechten Wasserpflanzen gestaltet werden. Technische Geräte wie Pumpen würden nicht installiert. Auch werde keine chemische Filterung benötigt.

Der circa 200 qm große Bestandsteich wird im gleichen Zuge saniert und renaturiert. Derzeit weist der Bestandsteich eine steile Betonkante als Uferbegrenzung auf, die Amphibien und Kleinsäugern den Ausstieg erschwert. Es ist vorgesehen, eine Kies- und Sandschüttung einzubringen, um eine weiche Uferkante zu erzeugen. Auch soll der Teich mit vielen heimischen Wasserpflanzen versehen werden. Während der Renaturierung kann eine Restfläche Wasser im Teich verbleiben, so dass Amphibien während der Bauzeit einen Rückzugsort haben.

Das Vorhaben widerspricht trotzdem allgemeinen Verboten des Landschaftsplanes Hagen für alle Landschaftsschutzgebiete und bedarf daher einer naturschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung, deren Erteilung von der unteren Naturschutzbehörde beabsichtigt wird. Der Naturschutzbeirat stimmte dem jetzt zu.

Da es sich bei der Fläche um Wald im Sinne des Gesetzes handelt, bedarf es für das Vorhaben noch seitens des zuständigen Regionalforstamtes Ruhrgebiet einer forstrechtlichen Genehmigung der Waldumwandlung mit Festsetzung einer Ersatzaufforstung.

Schon wieder: Alte Buche auf der Abschussliste

25. September 2022

Eine Wohnungsgenossenschaft in Hagen will eine alte Buche fällen, der Baum sei einer Mauer im Weg. Das wollen die Anwohner nicht akzeptieren. (…)

„Solch einen Baum darf man doch nicht umhauen“, empört sich Dieter Rheinbacher. (…) Mit dieser Auffassung steht er nicht allein da. Kathrin Finger aus dem Nachbarhaus ist ebenfalls entsetzt über die geplante Fällaktion: „Wo kommen wir denn hin, wenn jeder unbequeme Baum einfach abgehauen wird?“ Gerade in Zeiten des Klimawandels müsse man doch auf solche Bäume wie die Buche setzen, die gesund sei und die Sommerhitze offenbar einigermaßen überstanden habe. (…)

Doch die HGW sieht das anders. Die Bruchsteinmauer im Bereich der Häuser an der Mainstraße 6 bis 8 müsse in großen Teilen instandgesetzt werden, teilte das genossenschaftliche Unternehmen, an dem die Stadt Hagen die Mehrheit hält, den Hausbewohnern mit. (…)

Es dränge sich die Annahme auf, dass die HGW aus rein fiskalischen Gründen die Baumfällung einer Komplettsanierung der alten Bruchsteinmauer bzw. deren Ersatz durch eine Metallumzäunung bevorzuge, sagt Rheinbacher: „Wir Menschen, die hier leben, und auch die nachfolgenden Generationen haben ein Anrecht darauf, dass dieser Baum erhalten bleibt. Wir haben ein Anrecht darauf, dass uns diese letzten Naturdenkmäler vor Ort erhalten bleiben.“

Solchen Argumenten mochte sich letztlich auch Alexander Krawczyk, Geschäftsführer der HGW, nicht verschließen. Am Freitag machte er sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort und verkündete anschließend: „Die Buche bleibt natürlich stehen. Für die Mauer werden wir schon eine andere Lösung finden.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Wie der Ischelandteich jetzt gerettet werden soll

25. September 2022

Der Regen der letzten Tage mag ein bisschen mehr Wasser gebracht haben. Am grundsätzlichen Problem ändert er aber rein gar nichts: Der Ischelandteich ist in Gefahr. (…) Sauerstoffmangel kann dazu führen, dass es mit jeglichem Leben im Wasser ein Ende hat. (…)

Grund genug für die SPD, in der Bezirksvertretung Mitte das Thema noch einmal auf die Tagesordnung zu bringen. Einstimmig wurde ein Antrag unter dem Titel „Erhalt und Sanierung Ischelandteich“ auf den Weg gebracht. (…)

Im jetzt auf den Weg gebrachten Antrag ist von einem Sanierungskonzept die Rede. Die zusammenhängenden Grünflächen um und oberhalb des Parkes sollten eine Art Schwammfunktion erhalten und den Teich künftig speisen. Die Anlage erfülle wichtige Funktionen im Hinblick auf den Klimawandel, der mit Trockenheit, Hitze und Starkregenereignissen einhergehe.

Letztlich wird auf Fördermittel verwiesen, die aus einem Klima- und Transformationsfond zur Verfügung stehen. Allerdings: Die Zeit drängt. Bis Mitte Oktober müssten die Mittel beantragt sein. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Baumfällungen für eine Fahrradstraße?

24. September 2022

ADFC Hagen zu den Planungen auf der Augustastraße

Baumstumpf AugustastraßeEntgegen der den politischen Gremien vorgestellten Planung wurde gleich noch ein zweiter Baum abgeholzt. Foto: ADFC.

Die Situation für Fußgänger, sowie für Radfahrende am Anfang der Augustastraße zwischen Bergischer Ring und Södingstraße war und ist äußerst beengt. Der Radverkehr aus Richtung Bergstraße wird auf einen unzulässig schmalen Bürgersteigradweg geführt, um in Gegenrichtung der Einbahn zu fahren. Der daneben liegende Fußweg ist schon für einzeln gehende Fußgänger zu schmal.

Diese Strecke hat jedoch große Bedeutung als Verbindung zwischen der City, Wehringhausen und Haspe. Wenn der Ausbau zum Radweg der ehemaligen Bahntrasse zwischen Wehringhausen und Haspe erfolgt ist, wird diese Strecke noch stärker frequentiert werden. Es ist also an der Zeit, dass sich hier etwas bewegt und zwar in Richtung der umweltfreundlichen Verkehrsarten.

Leider wurden vor einiger Zeit in diesem Bereich zwei alte Straßenbäume gefällt. Der ADFC missbilligt dieses Vorgehen, denn jeder einzelne Baum in diesem dicht bebauten Viertel ist sowohl für das Klima als auch für saubere Luft wichtig. Auch die geplanten Ersatzpflanzungen werden erst nach vielen Jahren größere Mengen Sauerstoff liefern. Nicht zuletzt ist der Schatten alter Bäume oft das einzige kühlende Element für Fußgänger und Radfahrer auf Stadtstraßen.

Bereits im Jahr 2012 hatte der ADFC diese Engstelle gegenüber der Stadt gemeldet und vorgeschlagen, die Durchfahrt auf den Bergischen Ring für den motorisierten Individualverkehr durch Poller am Ende der Straße zu unterbinden. So würde Platz entstehen, die dem Rad- und Fußverkehr angemessen sei, da hauptsächlich noch Anwohnerparkverkehr in der Straße unterwegs wäre.

Erst im Jahre 2020 gab es dann eine Ratsvorlage, mit einer anderen, teuren und aufwändigen, Lösung, in der zudem ein Baum gefällt werden sollte. Es ging also bei der städtischen Verkehrsplanung am Ende um die Entscheidung: Baum oder freie Fahrt für Autos. Wie es ausgegangen ist, sehen wir jetzt – entgegen der ursprünglichen Planung wurden sogar zwei Bäume gefällt.

Dabei wäre ein versenkbarer Poller eine einfache Lösung gewesen, gerade im Hinblick auf die geplante Fahrradstraße. Rettungsdienste und direkte Anwohner könnten weiter die Durchfahrt nutzen, der Durchgangsverkehr jedoch nicht. Der ADFC befürchtet, dass lediglich die Schilder „Tempo 30“ gegen Schilder „Fahrradstraße mit Kfz frei“ ausgetauscht werden und sich weiter nichts ändert.

Die Augustastraße wird so ein beliebter Schleichweg in Wehringhausen bleiben. Das bedeutet, dass weiterhin mit unnötig viel Autoverkehr in dieser engen Wohnstraße zu rechnen ist und Radfahrende sich bedrängt fühlen werden.

Der ADFC möchte betonen, dass die „Fahrradstraße“ mit Baumfällung nicht in seinem Sinne ist. Einen rad- und fußverkehrsfreundlichen Umbau der Augustastraße würden wir jedoch durchaus begrüßen.

Ein Steinbruch als „Naturerlebnis“

18. September 2022

Wie (und von wem) die Ausdehnung einer Industrie aufgehübscht wird

Seit Jahren umstritten ist die Ausweitung des Steinbruchs der Hohenlimburger Kalkwerke nach Osten auf Letmather Gebiet. Die Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm wehrt sich vehement gegen das Vordringen des Kalksteinabbaus.

Unterstützung erhielt die Initiative vom Regionalrat der Bezirksregierung. Der hatte sich 2021 gegen Erweiterungspläne für den Oeger Steinbruch ausgesprochen und der Bürgerinitiative auf dem Ahm so den Rücken gestärkt.

Dagegen hat der Steinbruchbetreiber jetzt die Gegenoffensive gestartet und dazu einen Partner gefunden. Nach einem Bericht der WPWR haben die Kalkwerke gemeinsam mit dem Verein Geopark Ruhrgebiet e.V. das Projekt „Geopfad Steltenberg“ gestartet. Der Pfad soll, so die Zeitung, „auch Statement sein: Rohstoffabbau und Naturerlebnis passen zusammen“.

Auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hohenlimburg seien schon eingebunden worden – natürlich über eine „digitale Lern-App“. Man verstehe sich nicht als Lobbyvereinigung für die Rohstoffindustrie, betont der Vorsitzende des Vereins Volker Wrede nach Angaben der Zeitung. Natürlich nicht.

Dr. Volker Wrede, der genannte Vorsitzende des GeoParks Ruhrgebiet, hatte sich in der Vergangenheit offen für die Erdgasförderung durch Fracking gezeigt und dies auch bei einem Auftritt auf einer Tagung des Europäisches Instituts für Klima und Energie e.V. (EIKE) vorgetragen.

EIKE gilt als Verein, der den wissenschaftlichen Konsens über die menschengemachte globale Erwärmung leugnet. Entgegen seinem Namen ist das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) kein wissenschaftliches Institut, sondern wird als Lobbyorganisation bezeichnet.

Von Stimmen aus Wissenschaft und Presse wird der Verein als Zentrum der politisch aktiven und organisierten Klimaleugnerszene in Deutschland beschrieben. Sein Ziel sei es, den systematischen Angriff auf die Befunde der Klimawissenschaft zu betreiben. Es bestehen enge inhaltliche und personelle Verbindungen zwischen EIKE und der Alternative für Deutschland (AfD).

Dieser Hintergrund, der in der Verbindung zwischen dem GeoPark-Verein und dem Steinbruchbetreiber relevant sein könnte, wird in der heimischen Gazette mit keinem Wort thematisiert.

Sickerwasser: „Wir haben Situation im Griff“

17. September 2022

Seit Wochen tritt „basisches Sickerwasser“ aus einer alten Rheinkalk-Deponie im Hasselbachtal aus dem Berg und floss langsam aber stetig in den Wald. Mittlerweile wird es in Tanks aufgefangen, die bis zu 60.000 Liter Wasser aufnehmen und einmal in der Woche von einem Entsorgungsunternehmen abgeholt werden.

Umweltdezernent Sebastian Arlt betonte jetzt im Umweltausschuss: „Wir haben die Situation im Griff. Es besteht kein Grund zur Sorge – wir sind dort bereits vor Wochen tätig geworden und der Grundstückseigentümer kooperiert sehr gut.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Drastisches Amphibiensterben – Bürger können helfen

14. September 2022

Der trockene und warme Sommer hat hier am Koenigssee seine Spuren hinterlassen. Er liegt so gut wie trocken, bis auf wenige kleine Pfützen. Gras wächst aus den Ritzen zwischen Kies und Steinen, der Wasserzulauf ist komplett versiegt.

Es sind alarmierende Zahlen, die die Biologische Station mit Unterstützung von zahlreichen ehrenamtlichen NABU-Helfern in diesem Jahr hier – und an vielen weiteren Stellen in der Stadt – an den aufgestellten Amphibienzäunen über sechs Wochen gesammelt hat. Die Amphibien sterben. Nach und nach. „Man kann schon sagen, dass es sich um eine dramatische Entwicklung handelt, teilweise sind nur noch 8 Prozent des Ursprungsbestandes vorhanden“, sagt Ralf Blauscheck, der die Biologische Station leitet. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Grün ist nur die Theorie

13. September 2022

„Freiraumentwicklungskonzept“ startet – Abholzung geht trotzdem weiter

An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!
1. Johannes 2,1-6

MarkanaparkEine grüne Oase in der Sommerhitze, die nach dem Willen der Politik (einschließlich der „Grünen“) abgeholzt werden soll: Markanapark im Zentrum von Haspe. Foto: DW.

Mitte 2017 begann der Prozess zur Erarbeitung eines integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), der zweieinhalb Jahre später, im November 2019, in einen Beschluss des Rates der Stadt Hagen mündete. Zur Förderung der Wohn- und Lebensqualität der in Hagen lebenden Menschen sah das ISEK vor, dass ein Freiraum- und Spielflächenentwicklungskonzept erarbeitet werden sollte. Im Laufe des Planungsprozesses wurde das Freiraum- und Spielflächenentwicklungskonzept in zwei Instrumente unterteilt.

Seitdem sind inzwischen fünf Jahre vergangen und das Freiraumkonzept darf nun seinen Weg durch die Gremien aufnehmen. Start ist am morgigen Mittwoch im Umweltausschuss.

Die Ziele des Konzepts werden von der Verwaltung in hehren Worten geschildert:

„Der Freiraum steht im Rahmen einer Stadtentwicklung, die auf sich verändernde Herausforderungen reagieren muss, stetig unter Druck. Die trockenen und heißen Sommer der Jahre 2018, 2019 und aktuell in 2022 mit sog. Tropennächten in denen die Menschen in dicht bebauten innerstädtischen Lagen besonders betroffen waren, lässt deutlich werden, wie der Klimawandel besonders vulnerable Gruppen der Stadtbevölkerung belasten kann.“

Die Corona-Krise zeige sehr eindrücklich, welche Bedeutung insbesondere der öffentliche Freiraum mit seinen Parks und Grünanlagen als Kommunikations- und Bewegungsraum habe. Hinzu komme noch das Starkregenereignis mit dem sich anschließenden Hochwasser im Juli 2021, welches deutliche Grenzen hinsichtlich der Inanspruchnahme von Freiraum setze.

Zur Umsetzung werden konkrete Maßnahmen und operative Ziele beschrieben. So sollen bereits bis zum Jahr 2025 neue öffentliche Grünflächen realisiert werden; Baumpflanzungen werden explizit genannt. So weit die Theorie.

Die Praxis zeigt währenddessen die gegenteilige Entwicklung: es soll weiter abgeholzt werden. Wie im kleinen Markanapark im dichtbesiedelten Haspe. Dort werden, so die bisherige Planung, zwei Drittel des Bestands an ausgewachsenen Laubbäumen der Kettensäge zum Opfer fallen.

planung-kita-markanaplatz-lt-bebauungsplan mit schallschutzwandViele Bäume bleiben nach dem Willen der Politik nicht übrig: Gebäudeumriss und Schallschutzmauer gem. Bebauungsplan. Luftbild: RVR, Grafik: DW.

Begründet wird die Rodung mit dem geplanten Neubau einer Kindertagesstätte und einer Schallschutzmauer auf dem Gelände. Hagen braucht weitere Kitaplätze – soweit, so korrekt. Die Standortwahl erfolgte allerdings ohne Not. Es hätte Alternativen mit weniger Eingriffen in den ökologischen Bestand gegeben.

Der Bau der Kita wird seitens der Verwaltung mit dem Mangel an Betreuungsplätzen im Sozialraum Hestert begründet. Der Markanaplatz liegt außerhalb der Hestert, eines Stadtteils, in dem es andere Möglichkeiten gegeben hätte. Zum Beispiel auf einem Grundstück an der Schlackenmühle, das die Stadt schon einmal im Jahr 2018 der Privatschule FESH angedient hatte. Oder auf dem 30.000-qm-Areal des ehemaligen Klutert-Sportplatzes, mit dem die Verwaltung nach eigenen Angaben nichts anzufangen weiß. Beide Flächen liegen mitten im genannten Sozialraum Hestert – und nicht außerhalb.

Aber es musste unbedingt der Markanapark sein. Nach einer Pressemeldung hatte der Haupt- und Finanzausschuss den Weg freigemacht für eine Veräußerung des Areals an die Hagener Arbeiterwohlfahrt (AWO) – zur Hälfte des Werts.

Böse Zungen behaupten, es handele sich dabei um ein Kompensationsgeschäft für einen von der Bürgerschaft verhinderten Bau am Deerth mitten im Hagener Stadtwald, für den sich AWO-Geschäftsführerin und Mitglied im Jugendhilfeausschuss Birgit Buchholz (SPD) so vehement stark gemacht hatte. Mit der Kita im Markanapark hätte sie wenigstens einen kleinen Ausgleich erzielt.

Würden die Pläne der damit verbundenden Abholzung umgesetzt, wäre das wieder einmal entlarvend für die Hagener Politik. Hochtrabende Papiere, die anschließend in Schubladen verschwinden einerseits und die erbärmliche Realität andererseits. Unterschiede zwischen den einzelnen Parteien sind dabei kaum noch zu erkennen und bestenfalls gradueller Natur.

Die in früheren Zeiten ökologisch gestimmten „Grünen“ unterstützten als beifallgebender Bestandteil der OB-Allianz der Grauens in allen Gemien die Kettensägenpläne; der Naturschutzbeirat, aus dem inzwischen die Vorsitzende und weitere Mitglieder unter Protest ausgetreten sind, wurde in die Beratungsfolge erst gar nicht einbezogen.

Eins wird immer deutlicher: Mit dem verbleibenden Personal in den politischen Gremien der Stadt ist angesichts der Krisen und Herausforderungen, mit denen Hagen zunehmend konfrontiert wird, kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Deponie im Wald – 60.000 Liter laufen jede Woche aus

10. September 2022

Einen öffentlichen Aufschrei hat es nicht gegeben, als zuletzt bekannt wurde, dass „basisches Sickerwasser“ aus einer alten Rheinkalk-Deponie im Hasselbachtal aus dem Berg austritt und langsam aber stetig in den Wald fließt. Vermutlich, weil nur die Wenigsten etwas damit anfangen können, wenn sie von basischem Sickerwasser hören. Vermutlich auch, weil es sich um einen Vorgang im Wald des oberen Hasselbachtals handelt – eigentlich nur unter der Wahrnehmung einiger Spaziergänger und Waldfreunde. (…)

Es tröpfelt nicht, es fließt in die Tanks, die bis zu 60.000 Liter Wasser aufnehmen. Man hört es deutlich, wenn man sich neben die wuchtigen Behälter stellt. Einmal in der Woche kommt ein Entsorgungsunternehmen in den Wald oberhalb des Freibades Henkhausen gerumpelt und nimmt die vollen Tanks zur Entsorgung mit. (…)

„Es ist alkalisch, gefährlich und ätzend“, bestätigte Ordnungs- und Umweltdezernent Sebastian Arlt zuletzt im Umweltausschuss der Stadt. In der Deponie Henkhausen wurden von 1966 bis Mitte der 70er-Jahre Werksabfälle aus der Feuerfest- und Edelputzproduktion des Werkes Halden abgelagert. Seit Anfang der 90er-Jahre tritt Sickerwasser aus der Böschung aus. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Seit 30 Jahren hat man die Abwässer „zur Wiederversickerung“ geschickt, d.h., der Dreck wurde wieder in den Boden eingeleitet. Auflagen zu einer Aufbereitung und Neutralisierung durch die Verursacher gab es offenbar nicht. Da setzt die ständige Berichterstattung zur Vermüllung der Stadt, so berechtigt sie auch ist, eindeutig die falschen Prioritäten. Sperrmüll sickert nicht automatisch in den Boden ein, sondern lässt sich abräumen.

Klimaschäden sehen lernen

7. September 2022

Spaziergang im Fleyer Wald
Sa, 10.09.2022, 10 – 12 Uhr, Treffpunkt: Feithstr., Ecke Hoheleye

Vom Klimawandel ist zwar dauernd die Rede, für viele Menschen bleibt er aber noch abstrakt. Ein geschultes Auge kann jedoch beim Gang durch die Natur überall Anzeichen dafür entdecken. Bei einer familientauglichen Waldbegehung mit einem Oberförster im Ruhestand werden die Teilnehmer an mehreren Stellen auf die sichtbaren Klimaschäden an der Vegetation aufmerksam gemacht und lernen, sie zu deuten.

Anmeldung: www.vhs-hagen.de oder Tel.: 02331/2073622

Nur 1,26 Prozent Elektroautos in Hagen

19. August 2022

Durch den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und Emissionen einsparen: Zu diesem Schritt entschließen sich auch immer mehr Hagener Bürgerinnen und Bürger – allerdings auf niedrigem Niveau.

Aktuell bewegen sich auf Hagener Straßen insgesamt 99.391 Autos. Bei 1.255 dieser Fahrzeuge handelt es sich um reine Elektrofahrzeuge, also gerade einmal 1,26 Prozent.

Der Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen liegt mit 1,3 Prozent nur unwesentlich höher. Die höchsten Anteile von Elektroautos gibt es (Stand: Anfang 2022) in Bielefeld (2,0 Prozent), Münster (1,9 Prozent) und dem Kreis Paderborn (1,8 Prozent).

Elektrofahrzeuge haben bei der Nutzung gegenüber Autos mit Verbrennungsmotoren Vorteile hinsichtlich lokaler Luftschadstoff- und auch Lärmemissionen. Kommt der Strom für die Batterien zusätzlich aus erneuerbaren Energiequellen, können vor Ort auch Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden.

Besser als Individualverkehr tragen die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrädern sowie zu Fuß zurückgelegte Wege erheblich zur Einsparung von Emissionen bei.

Schon 2023 die ersten Elektrobusse

16. August 2022

Um den Verkehr in Hagen klimafreundlicher zu machen, beginnt die Hagener Straßenbahn AG mit dem Umbau ihrer Busflotte. Voraussichtlich schon Anfang des nächsten Jahres werden in Hagen die ersten E-Busse fahren, teilte das Unternehmen, das zur Hagener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH gehört, mit. „Wir starten zunächst mit acht Solo-Elektrobussen“, so Unternehmenssprecherin Alicia Pieper: „Im Laufe des Jahres werden wir dann noch fünf weiter Solobusse und einen Gelenkbus hinzubekommen.“ (…)

Die Elektrobusse sollen in Hagen dazu beitragen, die Luftqualität und damit den Umwelt- und Gesundheitsschutz zu stärken. Der Stickoxid-Ausstoß von Dieselbussen gilt als einer der Hauptverursacher für Luftverschmutzung in den Innenstädten. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Wieder einmal verbreitet die WPWR ein Ammenmärchen. Wie dem Masterplan Mobilität der Stadt zu entnehmen ist, sind die Hauptverursacher für den Stickoxid-Ausstoß Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (die Flotte der diversen Paketdienste etc.). Die 144 Busse der Straßenbahn AG spielen im Vergleich zu den allein in Hagen zugelassenen 100.000 Pkw keine Rolle.

Auf den Spuren der Fledermäuse am Lenneufer

15. August 2022

Wer schon immer einmal mit Hilfe eines Ultraschall-Sensors Fledermäuse in freier Wildbahn beobachten wollte, ist bei der Exkursion der Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahmen der europaweiten „Nacht der Fledermäuse“ am Freitag, 26. August, von 20.30 bis 22 Uhr in Hohenlimburg genau richtig.

Die Teilnehmer begeben sich vom Parkplatz der Katholischen Kirche St. Bonifatius, Im Weinhof, gemeinsam mit Ralf Blauscheck, Leiter der Biologischen Station des Umweltzentrums Hagen, auf die Spuren der kleinen nachtaktiven Säugetiere und lüften einige Geheimnisse aus deren Leben.

Durch ihren schnellen Flug und den Schutz der Dunkelheit entziehen sich Fledermäuse häufig den Blicken neugieriger Betrachter. Trotzdem ziehen sie seit Hunderten von Jahren Kinder wie Erwachsene gleichermaßen in ihren Bann. Gerade Flusstäler wie die Lenne mit Staustufen und abwechslungsreicher Ufervegetation bieten Fledermäusen einen idealen Lebensraum. Die Tiere können dort deshalb regelmäßig bei der Jagd beobachtet werden.

Informationen zur Anmeldung für die Veranstaltung mit der Nummer 5075 erhalten Interessierte auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622. Wenn es regnet oder gewittert, muss die Exkursion leider ausfallen.

Flusslandschaft des Jahres

13. August 2022

Bustour entlang der renaturierten Emscher

Eine Bustour entlang der Emscher durch das Ruhrgebiet veranstaltet die Volkshochschule Hagen (VHS) am Sonntag, 21. August, von 8.30 bis 19 Uhr. Treffpunkt ist der Otto-Ackermann-Platz. Die Fahrt beginnt an der anliegenden Straße Am Höing.

Gemeinsam mit Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff erkunden die Teilnehmenden die Ufer der Emscher. Sie durchfließt zahlreiche interessante Orte wie den Phoenixsee oder den Dortmunder Stadtteil Hörde und wurde dementsprechend 2011 zur „Flusslandschaft des Jahres“ gekürt. Der Fluss gehörte Jahrzehnte lang zu den schmutzigsten Flüssen Europas. Mittlerweile ist er fast überall erfolgreich in ein natürliches Gewässer zurückverwandelt worden.

Die Teilnahmegebühr beträgt 45 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich und kann per E-Mail an info@michaeleckhoff.de erfolgen.

Kein Wasser aus Gewässern entnehmen

12. August 2022

Appell der Unteren Wasserbehörde

Sterbecker_Bach_maxZu wenig Niederschlag: Die Trockenheit der vergangenen Wochen führt zu sinkenden Wasserständen in den Flüssen, Teichen und Bächen. Kleinere Gewässer wie der Sterbecker Bach trocknen bereits aus (Foto: Stadt Hagen).

In diesem Zusammenhang appelliert die Untere Wasserbehörde der Stadt Hagen an die Bürgerinnen und Bürger, kein Wasser mehr aus Oberflächengewässern zu entnehmen.

„Die Gewässer leiden unter den geringen Wasserabflüssen, die darin lebenden Organismen und Pflanzen werden nachhaltig beeinträchtigt“, beschreibt Thomas Köhler, Leiter des Umweltamtes der Stadt Hagen, die aktuelle Situation.

Nach Paragraf 19 des Landeswassergesetzes NRW dürfen Bürgerinnen und Bürger zum Gemeingebrauch Wasser aus oberirdischen Gewässern mittels Handgefäßen und fahrbaren Behältnissen schöpfen. Das Abpumpen von Wasser beispielsweise für die Gartenbewässerung ist nicht erlaubt, dieses schädigt die Tiere und Pflanzen zusätzlich.

„Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger, kein Wasser aus Oberflächengewässern zu schöpfen“, so Köhler.

Elektroautos – mehr Schein als Sein?

11. August 2022

Die BUND-Kreisgruppe Hagen setzt nach der Sommerpause ihre online-Vortragsreihe Klima.Folgen.Handeln fort, die sich damit beschäftigt, welche Handlungsoptionen wir haben, um mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Mit wir, so der BUND, sind nicht nur Bund, Land und Kommune gemeint, sondern auch jede(r) einzelne.

Für den 16. August 2022 um 19.00 Uhr freut sich der BUND, Herrn Professor Dr. Karsten Kieckhäfer von der Fernuniversität in Hagen für einen Vortrag gewonnen zu haben: „Nachhaltigkeit und Elektroautos – mehr Schein als Sein?“

Die öffentliche Diskussion rund um das Thema Nachhaltigkeit von Elektroautos ist kontrovers. Einerseits gelten Elektroautos als wichtige Klimaschutzmaßnahme; andererseits wird die Umweltfreundlichkeit von Elektroautos im Vergleich zu Benzin- oder Dieselfahrzeugen immer wieder angezweifelt.

Allen voran geht es um den ökologischen Rucksack aus der Produktion der Fahrzeuge bzw. der Lithium-Ionen-Batterien und den Strom, der zum Laden der Fahrzeuge genutzt wird. Mit Blick auf die Lieferkette von Elektroautos werden in der Öffentlichkeit zudem vielfach soziale Probleme, etwa im Bereich der Kinderarbeit, angesprochen.

Im Vortrag wird Professor Kieckhäfer, stellvertretender Direktor des Forschungsschwerpunktes Energie, Umwelt & Nachhaltigkeit an der FernUniversität, auf den aktuellen Wissensstand zum Thema Nachhaltigkeit und Elektroautos eingehen – in der Produktion der Fahrzeuge, während der Nutzung und am Ende des Produktlebens.

Wie nachhaltig sind Elektroautos heute schon und welche Maßnahmen können zukünftig zu einer noch besseren Bilanz führen? Pauschal sind diese Fragen nicht zu beantworten. Stattdessen wird ein differenzierter Blick auf Produkt-, Prozess- und Nutzungsentscheidungen geworfen, die die Nachhaltigkeit von Elektroautos positiv beeinflussen können.

Die Zugangsdaten für alle Vorträge sind: Zoom-Meeting beitreten https://zoom.us/j/99578739530 (Meeting-ID: 995 7873 9530 Kenncode: 260891 Schnelleinwahl mobil +496950502596,,99578739530# Deutschland)

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Zugangsdaten – auch für die nächsten Vorträge – sind jederzeit auf der Homepage unter https://www.bund-kreisgruppe-hagen.de/service/meldungen/detail/news/klimafolgenhandeln/ abrufbar.

Die renaturierte Lenne mit dem Rad erkunden

3. August 2022

Lennerenaturierung_2_Foto_Linda_Kolms_Stadt_Hagen_maxEine Erkundungstour mit dem Fahrrad entlang der Lenne und der Ruhr bis zum Hengsteysee organisiert die Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahmen des Urlaubskorb-Programms am Donnerstag, 4. August, von 14 bis 17.30 Uhr. Treffpunkt ist der Bahnhof Hohenlimburg, Bahnstraße 4.

Gemeinsam mit dem städtischen Beigeordneten Sebastian Arlt folgen die Teilnehmer dem Weg an der Lenne entlang. Wo vor knapp 50 Jahren die Lenne verlegt, begradigt und einbetoniert wurde, entsteht heute durch die Renaturierung ein kleines Paradies. Die Lenne gestaltet sich ihr eigenes Gewässerbett und schafft eine Vielzahl von unterschiedlichen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen (Foto: Linda Kolms/Stadt Hagen).

Anschließend geht es weiter in Richtung Hengsteysee, wo mit dem (erst im Stadium der Planung befindlichen) „SeePark Hengsteysee“ eine angebliche „Attraktion“ auf die radelnden Teilnehmer wartet. Die Radtour endet im Strandhaus am Hengsteysee, einem Etablissement, das die Stadt zwecks Bewirtschaftung den Betreibern der Ballermann-Disko überlassen hat.

Der Streckenverlauf und das Streckenende kann sich abhängig von der Wetterlage und der Verkehrssituation tagesaktuell ändern. Den Radlerinnen und Radlern wird empfohlen, ein Fernglas mitzubringen. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine vorherige Anmeldung zu der kostenlosen Radtour unter der Kursnummer 1003 über die Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 notwendig.

Solardorf erntet mehr als 500.000 Kilowattstunden

2. August 2022

Vor 17 Jahren baute eine Initiative für Solarstrom erste Module auf Dächer in Berchum. Inzwischen wurden 500.000 Kilowattstunden Strom geerntet. (…)

Denn jedes Jahr hat die im Jahr 2005 in Berchum gegründete „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ (GbR) zwischen 27000 und 33000 Kilowattstunden Ökostrom ins Netz eingespeist und damit pro Jahr – rein rechnerisch – zehn Haushalte vollständig versorgt. „Wir benötigten keine Kohle, wir benötigten kein Gas, wir benötigten auch keinen Atomstrom“, sagt Winterhager als Gründungsmitglied der GbR, „wenn wir frühzeitig auf erneuerbarer Energie wie Photovoltaik- und Windkraftanlagen gesetzt hätten. Aber insbesondere der ehemalige Wirtschaftsminister Altmaier hat diese Entwicklung gebremst.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

„Brauchen mehr Grün in der Stadt“

27. Juli 2022

Der Städtetag NRW, dem auch die Stadt Hagen angehört, hat die Pläne von Kommunalministerin Ina Scharrenbach begrüßt, die Landesbauordnung zu ändern und gegen Schottergärten vorzugehen.

„Die Städte brauchen klare Rechtsgrundlagen für mehr Grün in der Stadt“, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin des Städtetages NRW, Verena Göppert. „Schottergärten erfreuen sich hoher Beliebtheit. Ökologisch sind sie aber ein Sündenfall. Sie versiegeln unnötig Fläche und bieten Flora und Fauna keinen Lebensraum.“

Scharrenbach hatte die geplante Änderung der Bauordnung am Montag in der „WAZ“ angekündigt. Seit 2018 sind Schottergärten bereits verboten, mancherorts gibt es sie aber weiterhin. Für die Durchsetzung des Verbots sind die Kommunen zuständig.

Verena Göppert erklärte, Begrünung und Bepflanzung von unbebauten Flächen der Baugrundstücke sei zwar bereits jetzt vorgeschrieben. Bis 2019 hätten Kommunen die Vorgaben aber noch mittels sogenannter „Vorgartensatzungen“ konkretisieren können.

Nach derzeitigem Stand könnten Städte zwar Satzungen für Wohngebiete verabschieden. „Ob diese gültig sind, ist jedoch juristisch umstritten, weil das Bauordnungsrecht hier nicht eindeutig formuliert ist. Die vom Land angekündigte Klarstellung in der Bauordnung NRW ist deshalb richtig“, sagte Göppert.

Zu trocken – Pegel der Lenne auf Tiefpunkt

27. Juli 2022

Weil es kaum regnet, sinken die Pegel der Flüsse. Die Lenne führt Niedrigwasser. Seit 2009 war jedes Jahr zu trocken, beziffert der Ruhrverband.

Viel niedriger wird es wohl nicht: Mit 32 Zentimetern (Stand 25. Juli) befindet sich der Wasserstand der Lenne auf einem Tiefpunkt. „Die Lenne führt aktuell Niedrigwasser“, sagt Markus Rüdel, Sprecher vom Ruhrverband. Dort ist man angesichts der Trockenheit dieser Tage bemüht, über die Talsperren einen Mindestabfluss an Wasser in die Ruhr zu gewährleisten. (…)

Dass sich die Trockenheit jedoch gerade in jüngster Vergangenheit zugespitzt hat, das zeigt ein Blick in die Historie: „Unsere Aufzeichnungen über den Niederschlag gehen mehr als 100 Jahre zurück. Dabei erleben wir nun vermutlich das 14. Trockenjahr in Folge, in dem weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt fällt“, berichtet Rüdel.

Für den Juni notierte der Ruhrverband nur 54 Prozent der Niederschläge, die normalerweise im Juni fallen würden. Im März waren es nur 24 Prozent des langjährigen Durchschnitts und auch der Juli, der in ein paar Tagen endet, ist bisher viel zu trocken. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Kein Schwimmteich im Landschaftsschutzgebiet

26. Juli 2022

Wald ist im Widerspruch zum geltenden Recht nicht zugänglich

Villa Kerckhoff Hagen,_Lohestraße_3Villa Kerckhoff in Hagen-Eppenhausen. In dem zum Anwesen gehörenden Wald sollte auf 530 m² ein Schwimmteich samt Zubehör angelegt werden, was aber der Rechtslage widerspricht. Foto: Klaus Bärwinkel (CC BY 3.0).

Es sollte eine opulente Anlage werden: Ein Schwimmteich in einem Umfang von 100 m², dazu eine Uferzone (300 m²), arrondiert mit einer Terrasse, einem Seehaus und der Anlage von Wegen. Das gesamte Vorhaben in der Lohestraße in Hagen-Eppenhausen sollte eine Fläche von ca. 530 m² umfassen.

Erstellt wurde die Planung von einer Berliner Firma mit dem hochtrabenden Namen „Königliche Gartenakademie“. Dahinter verbirgt sich eine Art gehobenes Gartencenter mit Onlineshop, das sich selbst in der Tradition des bedeutenden preußischen Landschaftsgestalters Peter Joseph Lenné (u.a. Park Sanssouci in Potsdam) sieht. Zweifellos eine etwas gewagte Abstammungsgeschichte.

Obwohl in der Vorlage geschwärzt, lässt sich bei dem betreffenden Grundstück leicht das der 1922 von dem Hagener Architekten Leopold Ludwigs geplanten Villa Kerckhoff erkennen. Ein 15.000 Quadratmeter großes Areal, das vor einiger Zeit von einem Immobilenmakler für mehr als 1,6 Millionen Euro angeboten wurde.

Weil sich der geplante Schwimmteich samt seiner Zutaten in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, stellte der Grundstückseigner einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung. Den lehnte die untere Naturschutzbehörde ab. Auch der Naturschutzbeirat empfahl, eine solche Genehmigung nicht zu erteilen.

Da es sich bei der Fläche um Wald im Sinne des Gesetzes handele, bedürfe es für das Vorhaben ebenfalls seitens des zuständigen Regionalforstamtes Ruhrgebiet einer forstrechtlichen Genehmigung der Waldumwandlung mit Festsetzung einer Ersatzaufforstung, erläutert die Naturschutzbehörde den rechtlichen Rahmen.

Daneben sei es verboten, bauliche Anlagen im Sinne der Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen zu errichten, zu erweitern oder in einer das Landschaftsbild beeinträchtigenden Weise zu ändern, auch wenn sie keiner Genehmigung bedürfen.

Die Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes sei erfolgt wegen seiner besonderen Bedeutung als Walderholungsgebiet für die Bewohner der Stadtteile Emst und Eppenhausen.

Aufgrund der Errichtung des Schwimmteiches inkl. Terrasse und Seehaus in einem Waldbereich und der damit verbundenen Reduzierung von Waldflächen sehe die untere Naturschutzbehörde keine Vereinbarkeit mit dem besonderen Schutzzweck, der u.a. explizit auf die Bedeutung als Walderholungsgebiet abziele.

Ein Widerspruch bleibt allerdings bestehen, trotz der mehrfachen Betonung der Behörde, es handele sich um ein Erholungsgebiet für die Stadtteilbewohner: Der betreffende Wald ist eingezäunt und somit gar nicht zu betreten.

Diese Tatsache widerspricht sowohl dem Bundeswaldgesetz als auch dem Landesforstgesetz NRW, nachdem der Waldbesitzer für eine Sperrung der Genehmigung durch die Forstbehörde bedarf.

Die Genehmigung sei zu erteilen, wenn die Waldfläche nur für eine bestimmte Frist gesperrt werden soll und die Sperrung aus wichtigen Gründen des Forstschutzes, der Waldbewirtschaftung, der Wildhege oder der Jagdausübung erforderlich sei, besagt das Landesforstgesetz.

Alle diese Gründe sind in diesem Fall nicht erkennbar. Die Verwaltungsvorlage geht auf die Diskrepanz zwischen der Feststellung, es handele sich um ein Erholungsgebiet, und der wegen der Umfriedung nicht als solcher möglichen Nutzung allerdings mit keinem Wort ein.

Lenne soll als Lebensraum für Tiere verbessert werden

26. Juli 2022

Die Bezirksregierung Arnsberg listet Ziele auf, um die Lenne als Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu verbessern. Umsetzen müssen Akteure vor Ort. (…)

Quelle: wp.de

Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele entdecken

25. Juli 2022

Fragen über Fragen stellen sich rund um die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele: Worum geht es dabei? Wird alles anders? Wen betrifft es und was hat es ganz konkret mit uns hier und jetzt in Hagen zu tun?

Zu einer 90-minütigen Entdeckungsreise zu diesen Zielen lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) gemeinsam mit dem AllerWeltHaus am Mittwoch, 27. Juli, von 15 bis 16.30 Uhr in das AllerWeltHaus, Potthofstraße 22, ein.

Die Hitze und die große Trockenheit in fast ganz Europa sind Auswirkungen des Klimawandels, der durch wenig nachhaltiges Wirtschaften begünstigt wird. Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele sollen helfen, die Welt zu bewahren und zu verbessern.

Doch obwohl die Vereinten Nationen dieses gigantische Maßnahmenpaket zur Weltrettung bereits 2015 gemeinsam beschlossen haben, ist es den meisten Menschen noch unbekannt. Bis 2030 sollen die Ziele erreicht sein, um zu gewährleisten, dass der blaue Planet auch in Zukunft für Kinder und Kindeskinder ein gesundes und friedliches Zuhause sein kann.

Gemeinsam mit jungen Spezialistinnen und Spezialisten vom Informationszentrum „1 Welt (iz1w) e.V.“ in Dortmund lernen die Teilnehmenden nicht nur die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele kennen, sondern erkunden auch, wie sie selbst dazu stehen. Je nach Vorwissen der Gruppe dient die Veranstaltung als eine beginnende oder weiterführende Auseinandersetzung mit dem Thema.

Informationen zur Anmeldung zu dem Workshop mit der Kursnummer 1041 erhalten Interessierte auf der Internetseite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Lenne: Naturschützer vermissen Gesamtkonzept

20. Juli 2022

Mit der Renaturierung sind seltene Arten an die Lenne zurückgekehrt. Doch der große Wurf für die Fische ist das noch nicht, findet der Nabu Hagen. (…)

„Das Projekt Lenne-Renaturierung erzielt Verbesserungen, aber es wird nicht den Durchbruch hin zu einem guten ökologischen Potenzial bringen“, ist die gelernte Wasserbauingenieurin, die im Naturschutzbund Hagen (Nabu) aktiv ist, überzeugt. Denn: „Der Faktor Fische wird nicht berücksichtigt bzw. kann bei der Renaturierung nicht berücksichtigt werden, weil die renaturierte Strecke zwischen zwei Wehren festgelegt ist.“ (…)

Doch auch wenn noch Platz zum Optimieren besteht, sei die Renaturierung der Lenne in Hagen zu begrüßen. „Das ist spannend und zeigt, wie ein Fluss aussehen könnte, wenn man ihn naturnäher entwickeln lässt.“ Umso sensibler müsse man mit dem Gebiet umgehen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Ischelandteich muss grundlegend neugestaltet werden

16. Juli 2022

Die Stadt Hagen will den Ischelandteich umfangreich verändern und neugestalten. Das kündigte Stadtkämmerer Christoph Gerbersmann nach einer Anfrage von Fleming Borchert, der für die SPD im Stadtrat sitzt, an. Es sei notwendig zu handeln, so Gerbersmann, da das Gewässer ansonsten aufgrund des geringen Wasserzuflusses weiter verlanden werde. (…)

Der Teich droht umzukippen. Damit bezeichnet man ein völlig aus dem ökologischen Gleichgewicht geratenes Gewässer, in dem aufgrund des Sauerstoffmangels schließlich jedes Leben erlischt. (…)

Und dieser Prozess schreitet, wenn nichts unternommen wird, weiter voran. „Aufgrund der vermehrten Trockenheit der vergangenen Jahre kommt es zu einem immer geringer werdenden Wasserzulauf des Baches in den Teich“, sagt Michael Kaub, Sprecher der Stadt. Andererseits komme grünen Oasen wie dem Ischelandteich in Zeiten von immer wärmer und trockener werdenden Sommern zukünftig eine noch größere Bedeutung zu: „Zudem erfüllt der Teich in dem ansonsten stark bebauten Bereich auch eine gewisse soziale Funktion aufgrund seiner Aufenthaltsqualität.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Erneute Rekordbeteiligung beim „Stadtradeln“

15. Juli 2022

Fahrrad_Hengsteysee_Stadt_Hagen_Clara_Berwe_maxAuch bei der sechsten Teilnahme beim „Stadtradeln“ gab es für den Radsportclub Hagen keine Konkurrenz. Foto: Clara Treude/Stadt Hagen.

79.889 zurückgelegte Kilometer und über zwölf Tonnen eingespartes CO2 – mit einem erneuten Rekordergebnis beteiligte sich die Stadt Hagen bereits zum sechsten Mal an der Aktion „Stadtradeln“. In diesem Jahr nahmen vom 13. Juni bis zum 3. Juli insgesamt 332 Hagenerinnen und Hagener inklusive dreier (!) Mitglieder des Kommunalparlamentes mit insgesamt 37 Teams an der Aktion teil, um so gemeinsam ein Zeichen gegen den Klimawandel und für eine verbesserte Radinfrastruktur zu setzen.

Seriensieger Radsportclub Hagen erneut unschlagbar

Auch in diesem Jahr lag der Radsportclub Hagen in der Teamrangliste wieder uneinholbar mit über 13.000 Kilometern auf Platz eins. Den zweiten Platz belegt ebenfalls wie im vergangenen Jahr das Team „Offenes Team-Hagen“ mit knapp über 8.000 geradelten Kilometern, diesmal gefolgt vom Team des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs „ADFC-VCD-united“ mit 5.344 Kilometern.

Bei den erfolgreichsten Schulen lieferten sich die Fritz-Reuter-Schule und das Theodor-Heuss-Gymnasium ein enges Kopf-an-Kopf rennen, dass die Fritz-Reuter-Schule schließlich mit 3452 Kilometern und Platz sechs in der Gesamtrangliste für sich entscheiden konnte. Den Ausschlag zum Sieg gab dabei eine Fahrradtour von 13 Schülerinnen und Schülern der Fritz-Reuter-Schule an die Nordsee.

Bäumen mehr Lebenskraft verschaffen

14. Juli 2022

Baumscheibenvergrößerung im Hagener Stadtgebiet

Baumscheibenvergroesserung_Foto_Linda_Kolms_Stadt_Hagen_maxZwei arbeiten, zwei gucken zu: Arbeiten zur Baumscheibenvergrößerung. Foto: Linda Kolms/Stadt Hagen.

„Baumscheibenvergrößerungen sind die einzige Möglichkeit, Bäumen im städtischen Bereich mehr Lebenskraft und Ausdauer zu verschaffen“, betont Nils Böcker, Fachleiter Verkehrssicherung städtische Bäume beim Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH). Derzeit arbeiten Böcker und sein Team gemeinsam mit der Straßenunterhaltung des WBH an den ersten Baumscheibenvergrößerungen in der Hagener Innenstadt. Rund 70 weitere Standorte sollen dort noch folgen.

Eine sehr späte aber richtige Entscheidung. In Hagen gehört es schließlich zum Standard, Notwendigkeiten erst mit jahrelanger Verspätung zur Kenntnis zu nehmen. Schon der Zuständigkeitsbereich des Fachleiters läßt darauf schließen, welche Prioritäten bislang gesetzt wurden: „Verkehrssicherung städtische Bäume“.

Bäume: Schattenspender, Luftreiniger, Sauerstoffproduzenten

„Bäume haben so viele positive Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und Tier – mit der Baumscheibenvergrößerung sorgen wir dafür, dass diese Effekte auch zukünftig bleiben“, macht Böcker deutlich – was man hoffentlich als ein langsam einsetzendes Umdenken interpretieren darf.

Stadtbäume erfüllen zahlreiche ökologische sowie gesellschaftliche Funktionen: Sie verbessern die Luftqualität, erzeugen Sauerstoff und halten einen Lebensraum für Tiere bereit. Gleichzeitig spenden sie Schatten und bieten den Menschen ein naturnahes Erlebnis mitten im urbanen Raum.

Doch Bäume sind ebenso einer Vielzahl von negativen Einflüssen, wie beispielsweise Trockenheit und Bodenverdichtung, ausgesetzt. Ziel der Baumscheibenvergrößerungen ist es, diese Einflüsse zu minimieren und die Vitalität der Bäume zu erhöhen.

In Hagen gibt es rund 26.000 Einzelbäume – und der Bedarf einer Baumscheibensanierung und -vergrößerung ist bei nahezu jedem Baum gegeben. „Die Baumscheiben aus den vergangenen Jahrzehnten entsprechen zumeist nicht den heutigen Normen hinsichtlich ihrer Größe und Gestaltung. Früher hat man Bäume an Orten gepflanzt, ohne eine entsprechende bauliche Vorbereitung des Baumumfeldes beziehungsweise ohne den Platzbedarf der Baumart an den Standort anzupassen“, erklärt Nils Böcker. Die Folge: der durchwurzelungsfähige Raum ist zu klein.

Durch Versiegelung und Verdichtungen wird der Sauerstoffaustausch der Bodenluft zusätzlich eingeschränkt, diese ist jedoch wesentlich für die Lebens- und Funktionsfähigkeit der Wurzeln. So müssen die Wurzeln, um das wenige dem Baum zur Verfügung stehende Oberflächenwasser nutzen zu können, insbesondere die oberen Bodenschichten durchwurzeln. Die dadurch entstehenden Verwerfungen in den Geh- und Straßenbelägen werden zur Stolpergefahr für Fußgängerinnen und Fußgänger und Radfahrerinnen und Radfahrer.

Das Wasser in Form von Niederschlägen oder durch Bewässerung kann zudem nicht gründlich einsickern und fließt an der Baumscheibe vorbei. Durch langanhaltenden Wasserstress werden Bäume an solchen Orten krankheitsanfällig und sterben im schlimmsten Fall ab. Um das Oberflächenwasser besser nutzen und speichern zu können, vergrößert der WBH die Baumscheiben. Bei Neuanpflanzungen wird außerdem bereits darauf geachtet, die Baumarten an die jeweiligen Verhältnisse anzupassen.

„Bevor der Standort saniert und vergrößert werden kann, müssen wir verschiedene Faktoren berücksichtigen. So müssen beispielsweise Rettungswege, Belange der Stadtplanung, des Artenschutzes und der weiteren Unterhaltung und Nutzung der Flächen durch die verschiedenen Fachgruppen beachtet werden. Dafür beziehen wir städtische Ämter und Fachgruppen des Wirtschaftsbetriebs in die Planung mit ein“, erläutert Böcker. Zugleich gibt es für die zu vergrößernden Bäume eine Prioritätenliste, da einige Standorte aus Gründen der Verkehrssicherung vorrangig behandelt werden müssen.

Hitze in der Stadt: Bäume und Schatten nötig

7. Juli 2022

Botschaft in Hagen noch nicht angekommen

Aufgrund des Klimawandels werden auch in Deutschland immer mehr heiße Sommertage gezählt. Die Tropennächte nehmen zu, also Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 °C sinkt. Dies belastet insbesondere vulnerable Gruppen in stark verdichteten Innenstädten.

Das Phänomen deutlich höherer Temperaturen in Städten gegenüber dem Umland wird als „Urbaner Hitzeinseleffekt“ bezeichnet. Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes (UBA) hat nun systematisch untersucht, wie sich in Innenstadtquartieren und in den Gebäuden dort kühlere Temperaturen erreichen lassen.

UBA-Präsident Dirk Messner: „Wir sind dem Hitzeinseleffekt nicht schutzlos ausgeliefert. Mit deutlich mehr Grün, vor allem neuen Bäumen und mehr Verschattung durch außenliegenden Sonnenschutz sowie Dach- und Fassadenbegrünung lässt sich der Aufenthalt im Freien und die Temperaturen in den Wohnungen wesentlich angenehmer gestalten. Neben neuen Bäumen müssen wir vor allem den alten Baumbestand in den Städten schützen – und ihn bei anhaltender Trockenheit regelmäßig bewässern.“

Auch die sich aufheizende Bebauung insbesondere mit dunklen Flächen wie etwa Asphalt und Motorabwärme tragen zur Hitzeinselbildung in Städten bei.

Alles keine neuen Erkenntnisse, aber in Hagen ist die Botschaft noch immer nicht angekommen. Erst gestern berichtete DOPPELWACHOLDER.DE darüber, wie die mit viel Steuergeld erstellten einschlägigen Gutachten in den Schubladen des Rathauses verschimmeln und eine Umsetzung der darin enthaltenen Konzepte weiter in die Zukunft verschoben wird.

„Kommunales Leuchtturmvorhaben“

Da gibt es beispielsweise ein „Integriertes Klimaanpassungskonzept Hagen“, ein Papier, das mit finanziellen Mitteln des Bundesumweltministeriums erstellt wurde. Es war natürlich nicht einfach eine Anleitung zum lokalen Umgang mit den Folgen der Klimakrise, sondern ein „Projekt“, das sogleich zu einem „Leuchtturmvorhaben“ geadelt wurde.

Betrachtet man die Ergebnisse heute, lässt sich nur feststellen: Der Leuchtturm ist erloschen und die HMS (His Mayor’s Ship) Hagen steuert orientierungslos auf die Klippen zu. Das „Projekt“ hatte eine Laufzeit von genau drei Jahren (01.09.2015 bis 31.08.2018), danach waren die Fördergelder aufgebraucht und die vielen schönen Vorschläge wurden zu den Akten gelegt.

Oberbürgermeister Erik Olaf Schulz betonte in seinem Vorwort zum Klimakonzept noch, die „notwendige Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ rücke „zunehmend in den Fokus kommunaler Daseinsvorsorge – so auch in Hagen“.

Es werde nun darauf ankommen, die Erkenntnisse der Untersuchung in „konkretes Handeln auf dem Weg in eine nachhaltige Stadtentwicklung zu überführen“. Davon ist auch fast vier Jahre später nicht viel zu sehen.

„Gebührenfinanzierter Haushalt des WHB“

In den „Maßnahmensteckbriefen“ des Gutachtens findet sich der Punkt „Thermische Entlastung durch offene Wasserflächen“. Dort wird gefordert, bestehende Wasserflächen und Fließgewässer seien zu erhalten und klimawandelgerecht zu optimieren, um die Hitzebelastung für die Bevölkerung zu verringern. „Insbesondere die Offenlegung und naturnahe Gestaltung vormals verrohrter Gewässer bzw. Bachläufe bieten großes Potential.“

Die Stadt Hagen habe zahlreiche verrohrte Bäche im Stadtgebiet, die durch Offenlegung und/oder Renaturierung städtebauliche Gestaltungspotentiale habe, Hochwasser- und Überflutungsschäden mindern und als thermische Entlastungsräume fungieren könnten.

Passiert ist nichts. In einem Sachstandsbericht zur Umsetzung des Integrierten Klimaanpassungskonzepts vom März 2021 behauptet der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH):

„Die Schaffung von Wasserflächen, die nicht der Abwasserbeseitigung dienen, kann aus dem
gebührenfinanzierten Haushalt des WBHs jedoch nicht umgesetzt werden, da eine diesbezügliche gesetzliche Verpflichtung nicht existiert.“

Der WBH hat aber keine Probleme damit, jährlich Millionenüberschüsse an die Stadtkasse zur freien Verwendung auszuschütten, obwohl Gebühren ausschließlich die Kosten der erbrachten Leistungen decken sollen.

Wie dumm muss ein Hagener Kommunalpolitiker sein?

Ein anderer „Steckbrief“ empfiehlt die Förderung der Außenbeschattung. Die könne über das Anpflanzen großkroniger Laubbäume erreicht werden, die in den Wintermonaten wiederum das Sonnenlicht in die Gebäude lassen.

Auch keine neue Erkenntnis, für die es nicht unbedingt eines Gutachtens bedurft hätte. Für die Akteure in der Bezirksvertretung Haspe aber schon, denn diese Experten hatten es kurz vor der Veröffentlichung noch geschafft, nach jahrelangen Bemühungen die schattenspendenen Bäume in der Voerder Straße der Säge zu opfern. Begründung: „Die Bäume verschatten den Straßenraum.“

Wie dumm muss man eigentlich sein, um in Hagen Kommunalpolitiker zu werden?

Ähnlich sieht es bei der „Förderung urbaner Durchgrünung“ aus, die ebenfalls in den „Steckbriefen“ postuliert wird: „Von hoher klimaökologische Bedeutung sind insbesondere innerstädtischen Grünflächen, Parkanlagen als auch kleine, z.T. isoliert liegende Grünflächen, denen eine besondere Bedeutung als lokal wirksame Ausgleichsräume zukommt.“

So wie der kleine Markanapark, ebenfalls in Haspe, der zum größten Teil abgeholzt werden soll. Wiederum abgenickt von der Bezirksvertretung Haspe, die sich fest als erkenntnisresistenter Klamaukverein manifestiert hat.

Angesichts solcher Zustände und dieser Ignoranz klingt es fast verzweifelt, wenn die Autoren des Klimaanpassungskonzepts flehentlich darum bitten: „Die Verantwortlichen Akteure müssen sich den notwendigen Aufgaben stellen bzw. diese annehmen.“

Klimaschutz: Noch’n Gutachten

6. Juli 2022

Rat der Stadt Hagen beschließt „Vorreiterkonzept“ – und schiebt konkrete Maßnahmen weiter hinaus

Das Integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK) der Stadt Hagen stammt aus dem Jahr 2013 und entspricht nicht mehr den aktuellen Rahmenbedingungen, so die Feststellung der Verwaltung. Es werde daher dringend empfohlen, das IKSK anzupassen bzw. neu aufzulegen. Es handele sich dabei nicht um die Erstellung eines zusätzlichen Konzeptes im Klimaschutz, sondern um die Aktualisierung und Fortschreibung eines mittlerweile veralteten Konzeptes.

Die Stadt Hagen sei bereits seit vielen Jahren im Klimaschutz aktiv, verkündet vollmundig die Verwaltung. Bereits in den 1990er Jahren habe sich die Stadt Hagen mit dem Beitritt zum Klima-Bündnis zu Einsparzielen von Kohlenstoffdioxid (CO2) verpflichtet und ein CO2-Minderungskonzept erstellen lassen.

An dieser Stelle verweist das Rathaus insbesondere auch auf den Ratsbeschluss zum sogenannten „Climate Emergency“ aus dem Jahr 2019, durch den die Stadt Hagen dem Klimaschutz eine besondere Priorität eingeräumt und die Forderungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen anerkannt habe (auch unter dem Begriff „Klimanotstand“ diskutiert).

Darüber hinaus müsse Klimaschutz in der Kommune als Prozess betrachtet werden, bei dem sich nicht nur die Anforderungen von Bund und Land stetig ändern, sondern auch diverse andere Rahmenbedingungen wie z. B. die Situation einer Kommune, sowie technische Möglichkeiten oder die Wirtschaftlichkeit einzelner Klimaschutzmaßnahmen. Dementsprechend bestehe auch Bedarf bei der Anpassung älterer Konzepte.

Von denen gibt es viele – die ein geruhsames Dasein in den Schubladen führen. Darauf bezog sich auch SPD-Ratsmitglied Werner König, der kritisierte, dass im Bürgerinformationssystem der Stadt Hagen 14 Managementpläne, Masterpläne und Konzepte zum Thema Umweltschutz hinterlegt seien, die zum größten Teil nicht umgesetzt wurden.

Die Verwaltung räumt ein, dass in den vergangenen Jahren zwar bereits eine Vielzahl an Planungs- und Entscheidungsgrundlagen erstellt wurden, die u. a. auch die Hagener Klimaschutzbelange berühren wie z. B. das Integrierte Klimaanpassungskonzept der Stadt Hagen (2018), der Masterplan Nachhaltige Mobilität (2018), das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (2019) oder die kommunale Nachhaltigkeitsstrategie (2021). Diese Konzepte betrachten allerdings nur Teilaspekte des kommunalen Klimaschutzes.

Ein übergreifendes und allumfassendes Gesamtkonzept, dessen Handlungsempfehlungen explizit auf die aktuellen Klimaschutzziele und Treibhausgasbilanzen ausgerichtet wurden, existiere jedoch nicht. Eine aktualisierte Bewertung der Klimaschutz-Zielsetzungen und der zur Erreichung dieser Ziele erforderlichen Maßnahmen ist daher nach Ansicht der Verwaltung unerlässlich.

Aufgabe des „Vorreiterkonzeptes“ soll es sein, die Klimaschutzziele durch einen gemeinsamen und breit angelegten Dialogprozess innerhalb der Stadtgesellschaft zu aktualisieren und ein übergreifendes und handlungsweisendes Leitbild für den Hagener Klimaschutz zu schaffen.

Weiterhin sollen die bereits vorhandenen Aktivitäten anhand der aktuellen Treibhausgasbilanzen bewertet und angepasst werden. Vor allem aber sollen auch (die bereits vielfach vorhandenen) Projektideen konkretisiert, gebündelt und zu umsetzungsreifen Vorschlägen für konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Zuständigkeiten sollen geklärt und die für die Maßnahmenumsetzung erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen ermittelt werden.

Das Konzept werde durch diese Vorgehensweise bereits Steckbriefe für Maßnahmen sowie einen Umsetzungsfahrplan enthalten und somit den Weg hin zu einer treibhausgasneutralen Kommune und Verwaltung aufzeigen.

Nur: „Steckbriefe“ und „Umsetzungsfahrpläne“ sind schon in den vorliegenden Gutachten enthalten. Es mangelt allein an der tatsächlichen Umsetzung. Jetzt soll also erst einmal noch ein „breit angelegter Dialogprozess“ und ein „übergreifendes und handlungsweisendes Leitbild für den Hagener Klimaschutz“ dazu kommen.

Anstatt endlich an die Realisation der seit Jahren vorliegenden Empfehlungen zu gehen, wird so eine Umsetzung weiter auf die lange Bank geschoben. Mehrheitlich (mit den Stimmen der „Grünen“!) beschloss der Hagener Rat, erst einmal ein Vergabeverfahren durchzuführen und einen externen Gutachter zu beauftragen.

Das wird die bereits vor Jahren abgesegneten Empfehlungen nur weiter verzögern. Offenbar das Ziel: Wirksame Konsequenzen möglichst weit hinausschieben, lautet die Devise.

Baum oder Radweg?

5. Juli 2022

Beides wäre möglich – gäbe es nicht die Bedenkenträger in der Verwaltungsspitze

In der Diskussion über die Aufhübschungen des Hengsteyseeufers ist ein Baum in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Der erdreistet sich, unmittelbar in der Trasse eines Rad- und Fußweges zu stehen (siehe hier). Für unsere heimischen Bürokraten ein echtes Problem.

Nach Ansicht der städtischen Planer muss das Gewächs weg – Naturfreunde halten dagegen. Aufgebaut wird ein Antagonismus zwischen den Interessen von Spaziergängern und Radfahrern einerseits und dem Naturschutz andererseits. Ein nur scheinbarer Gegensatz, der sich lösen ließe – wenn man denn wollte. Aber daran scheint es (wieder einmal) zu scheitern.

Der Beigeordnete Keune erklärte im Hagener Rat, dass der in Rede stehende Baum mehrfach Teil von Beratungen gewesen ist, unter anderem auch im Satzungsbeschluss des Bebauungsplans, der die Wegeführung festgesetzt hat. Mehrere voneinander unabhängige Prüfungen sind zu dem Schluss gekommen, dass der Baum zwar geschädigt, aber aufgrund des jungen Alters noch vital ist.

Gleichzeitig behauptete Keune allerdings, dass unabhängig von der Art der Führung des Fuß- und Radweges um den Baum herum, das Wurzelwerk beschädigt werden wird. Es werde daher auf eine Entscheidung zwischen dem Erhalt des Baumes und dem Bau des Radweges hinauslaufen.

Warum eigentlich? Rechts und links ist Platz genug, um Rad- und Fußweg um das Wurzelwerk herumzuleiten. Ungenutzte Flächen des Kanuclubs stehen zur Verfügung, man muss sie nur nutzen.

Die Flächen am Hengsteysee befinden sich nach Angaben der Stadtverwaltung im Bürgerinformationssystem zum größten Teil im Eigentum des Bundeseisenbahnvermögens und des Ruhrverbandes. Die öffentliche Freizeitnutzung findet derzeit auf der Basis von Gestattungsverträgen mit dem Ruhrverband und mit dem Bundeseisenbahnvermögen statt, die jederzeit kündbar sind.

Einer baumfreundlichen Nutzung, die zugleich funktionierenden Rad- und Fußwegen nicht im Wege steht, stehen also alle Tore offen. Man muss nur hindurchgehen. Aber genau das ist wieder einmal das Problem der Hagener Bedenkenträger.

Anpassung der Wälder an den Klimawandel

1. Juli 2022

Ringvorlesung Energie, Umwelt & Nachhaltigkeit der FernUni

Wälder bieten vielfältige Ökosystemleistungen und tragen in großem Umfang zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele bei. Die trockenheißen Jahre 2018 bis 2020 und die Zunahme von Krankheiten und Schädlingen haben den Wäldern in vielen Regionen jedoch stark zugesetzt und auch zu flächigem Absterben geführt. Solche Extremereignisse werden in Zukunft sehr wahrscheinlich noch weiter zunehmen.

Über „Wege zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel“ referiert der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik, Prof. Dr. Jürgen Bauhus (Universität Freiburg), am Freitag, 8. Juli, im LWL-Freilichtmuseum Hagen, Selbecker Str. 200, 58091 Hagen.

Alle Interessierten sind eingeladen, von 18 bis ca. 20 Uhr kostenfrei teilzunehmen. Veranstalterin des öffentlichen Vortrags in der Veranstaltungsreihe „Ringvorlesung Energie, Umwelt & Nachhaltigkeit“ des gleichnamigen Forschungsschwerpunktes der FernUniversität in Hagen ist ihr Rektorat.

Weitere Informationen und Anmeldungen für die persönliche oder virtuelle Teilnahme per Zoom unter www.fernuni.de/eun-wald .

„Kinder sollen echte Natur erleben“

29. Juni 2022

Frank Reh hat sich die Artenvielfalt und den Schutz der Insekten auf die Fahnen geschrieben. Daher appelliert er, Grünanlagen umzugestalten. (…)

Jetzt mal konkret: Was möchten Sie gerne umgesetzt wissen?

Wir schlagen vor, dass der Natur in Form von einheimischen Wildpflanzen und naturnah gestalteten Biotopen noch mehr Raum in den öffentlichen Grünanlagen in Hagen eingeräumt wird. Dieses Konzept fußt auf der Erkenntnis, dass für die Insektenvielfalt die Vermeidung exotischer Zierpflanzen und die Verwendung einheimischer Wildpflanzen der Schlüsselfaktor ist. Mit der Förderung der Insektenvielfalt geht zudem eine positive Wirkung auf alle anderen Tierarten aus.

Hinzu kommt: Es wird ein Beitrag zur Abmilderung der klimatischen Änderung im Innenstadtbereich geleistet. Naturnah gestaltete Grünflächen, insbesondere Wiesen, binden CO2 und sorgen für eine Abkühlung der Lufttemperatur. Und die heißen, trockenen Sommer werden auch in Hagen eine Abkehr von den traditionellen Bepflanzungen fordern, da der Gießaufwand nicht mehr zu leisten und bezahlen ist. Einheimische Pflanzen sind besser angepasst, mit diesen Einflüssen umzugehen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Siehe auch hier:

Nach Hohenhof – Nun soll dieser bekannte Baum fallen

18. Juni 2022

Er ist für viele Spaziergänger, Radfahrer, Jogger und Wanderer sicher einer der bekanntesten Bäume in Hagen. Die alte Buche vor dem Kanuclub am Hengsteysee, die den Weg in zwei Durchfahrten spaltet. Nach dem Baumfäll-Desaster am Hohenhof sorgt sie für das nächste Politikum in Hagen. Denn dass sie gefällt werden soll, erfuhren die Mitglieder des Umweltausschusses, weil sie eine Vorlage richtig gedeutet hatten. (…)

Ja, der Baum solle gefällt werden, bestätigte auch Kai Gockel vom Hagener Umweltamt. (…) „Der Baum hat einen Pilzbefall.“ Er müsse aus diesem Grund also auch schon weg. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Auch botanische Laien wissen in der Regel, dass Buchen glatte Stämme haben, WPWR-Autor Fiebig offensichtlich nicht. Auf dem Foto zum Artikel ist das eindeutig zu erkennen. Fiebig spricht in seinem Artikel trotzdem wiederholt fälschlich von einer „Buche“. In der Baumliste der Verwaltungsvorlage zum Vorhaben Hengsteysee (Bebauungsplan Nr. 2/20 (697)) wird der Baum als „Amerikanische Roteiche“ geführt – Fiebig hätte sich also schlau machen können.

In der Vorlage wurde auch schon der Pilzbefall erwähnt, zur Fällung war der Baum allerdings nicht vorgesehen. Die Empfehlung lautete: Baumschutzmaßnahmen vorsehen. Das gilt jetzt offensichtlich nicht mehr.

Hohenlimburg: Austretendes Sickerwasser beschäftigt Politik

17. Juni 2022

Das im Hasselbachtal aus einer alten Deponie dringende Sickerwasser sorgt in Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit weiter für Sorgen. Denn wie berichtet tritt aus der Hangdrainage einer alten Deponie der Firma Rheinkalk, wo bis Anfang der 1970er-Jahre Abfallstoffe von Dolomit und Kalkstein abgelagert wurden, basisches Sickerwasser aus.

„Es ist alkalisch, gefährlich und ätzend“, bestätigte Ordnungs- und Umweltdezernent Sebastian Arlt nun im Umweltausschuss. (…)

Der Eigentümer der Fläche, der anonym bleiben will, erklärt auf Anfrage: „Die angekündigten Messungen des austretenden Sickerwassers können von unabhängigen Leuten überprüft werden.“ Das Wasser sei gefährlicher als Rheinkalk es behauptet, verweist er unter anderem auf die frühere Berichterstattung über eine „Zeitbombe“. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

82,5 Millionen Euro Flutschäden

17. Juni 2022

Es ist die Nacht vom 14. auf den 15. Juli, als die heftige Regenflut Hagen trifft. In der Nacht und am Tag darauf werden weite Teile der Stadt von den Wassermassen geflutet. Straßen, Brücken, Kitas, etliche Wohnhäuser, Autos, aber auch städtische Einrichtungen und Geschäfte werden zerstört oder schwer beschädigt – besonders schwer trifft es Hohenlimburg und die Gebiete im gesamten Verlauf der Volme.

„Der vorläufig festgestellte Schaden an städtischem Eigentum beläuft sich auf rund 82,5 Millionen Euro“, sagt Stadt-Sprecherin Clara Treude mit Blick auf die Starkregenflut. Die Schäden – bis heute längst nicht beseitigt. Aber dokumentiert. In einem Wiederaufbauplan.

Dieser Plan, der insgesamt 94 Maßnahmen umfasst, muss der Bezirksregierung vorgelegt werden. Die wiederum entscheidet darüber, ob das Wiederaufbau-Budget zur Verfügung gestellt wird. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Die Stadt hat bereits eine Strategie entwickelt, um der Klimakrise als Ursache solcher Ereignisse entgegenzuwirken: Sie will vermehrt Tretroller aufstellen lassen.

Lenne: Freilaufende Hunde und Vandalismus

16. Juni 2022

Hinweisschilder machen auf seltene Vogelarten aufmerksam

20220615_Brutschilder_Lenne_2_Franziska_Michels_maxDaniela Kreische und Kai Gockel hoffen auf Rücksichtnahme durch die Besucherinnen und Besucher an der Lenne. Foto: Franziska Michels/Stadt Hagen.

„Hier brüten wir und bitten um Ihre Rücksicht“ – lesen Besucherinnen und Besucher im Bereich der renaturierten Lenne ab sofort auf vier, bald fünf, anschaulich gestalteten Hinweisschildern. Grund dafür ist die Rückkehr des Flussregenpfeifers und der Uferschwalbe nach Hagen. Neben vielen Informationen und Bildern über die gefährdeten Vögel finden Interessierte über einen QR-Code noch weiterführende Informationen zu dem Lebensraum der Tiere.

„Ich freue mich sehr, dass die seltenen Arten hier im Bereich der Lennerenaturierung wieder ein Zuhause gefunden haben. Das ist wirklich eine Sensation“, so Kai Gockel, Abteilungsleiter der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hagen und fügt hinzu: „Die neu geschaffenen Kiesbänke sind optimal, damit der Flussregenpfeifer dort seine Eier ablegen kann. Und die Uferschwalbe kann ihre Bruthöhle in das Steilufer graben“.

Neben den Tieren zieht es auch die Menschen an die renaturierte Lenne, weshalb Gockel die Besucherinnen und Besucher zur Vorsicht aufruft: „Insbesondere der Flussregenpfeifer ist in seiner Umgebung gut getarnt, weshalb wir Menschen die Tiere schnell übersehen und so unbeabsichtigt ihre Nester zerstören.“

Frei laufende Hunde oder Lärm verschrecken und verscheuchen die Uferschwalbe und den Flussregenpfeifer aus ihrer neu gewonnenen Heimat. Um die bedrohten Tiere zu schützen, sollten Besucherinnen und Besucher zudem auf den Wegen bleiben.

„Leider wurden mehrere der Hinweisschilder in den vergangenen Tagen umgedreht, sodass Spaziergängerinnen und Spaziergänger die Hinweise nicht mehr von den Wegen aus lesen können. Diesen unnötigen Vandalismus kann ich wirklich nicht verstehen“, sagt Daniela Kreische, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hagen.

Flussregenpfeifer und Uferschwalbe sind stark gefährdet

Flussregenpfeifer und Uferschwalbe werden in der roten Liste des Landes Nordrhein-Westfalen als „stark gefährdet“ eingestuft. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind diese seltenen Vogelarten besonders, der Flussregenpfeifer zudem streng geschützt. Die Maßnahmen zum Schutz der Vögel haben ihre Grundlage im gesetzlichen Artenschutz und sind unter anderem im Bundesnaturschutzgesetzt verankert.

Die Untere Naturschutzbehörde Hagen ist zuständig für die Umsetzung und Einhaltung der Artenschutzgesetze. Verstöße gegen die Regelungen werden ordnungsbehördlich verfolgt und können Bußgelder zur Folge haben.

Inspirationen zum Artenschutz

14. Juni 2022

Ausstellung über Umweltschutz und Insektenvielfalt im Rathaus

Eine Wanderausstellung mit dem Thema „Vielfalt im Garten – Lebensräume für Insekten und Co.“ präsentiert die Natur- und Umweltschutzakademie Recklinghausen ab Montag, 20. Juni, bis Freitag, 24. Juni, in der Eingangshalle des Rathauses an der Volme.

Das Thema Insektenrückgang beschäftigt immer mehr Menschen. Natürliche Lebensräume insbesondere für Insekten müssen erhalten oder geschaffen werden. Hier gewinnen auch private Grünflächen wie Gärten und Balkone an Bedeutung.

Die Ausstellung beantwortet Fragen wie „Welchen Beitrag leisten Balkone und Gärten zur Artenvielfalt?“, „Mit welchen einfachen Mitteln lässt sich ein Garten naturnah gestalten?“, und „Warum sind Schottergärten keine gute Idee?“. Farblich markierte Tipps und Hinweise geben Handlungsempfehlungen für das eigene Zuhause oder machen auf Besonderheiten aufmerksam.

Die Ausstellungseröffnung findet unter dem Motto „Inspirationen zum Artenschutz“ am Montag, 20. Juni, von 11 bis 16 Uhr statt. Ein Besuch der Ausstellung ist Montag bis Donnerstag, von 8 bis 16 Uhr, sowie am Freitag, von 8 bis 12 Uhr, ohne vorherige Anmeldung möglich.

Im Rahmen dieser offenen Ausstellung stehen am Montag, von 11 bis 16 Uhr, sowie Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, jeweils 14 bis 16 Uhr Mitarbeitende des Umweltamtes der Stadt Hagen für Rückfragen und zum persönlichen Austausch zur Verfügung.

Grünes Licht für Solaranlage auf freier Fläche

2. Juni 2022

9000 Haushalte soll eine Solaranlage auf freier freier Fläche an der A 45 in Hagen mit Strom versorgen. Die Bezirksvertreter geben grünes Licht. (…)

Die Bürgerenergiegenossenschaft BEG58 will hier investieren. Und zumindest die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl hat das Projekt jetzt abgesegnet und einen sogenannten „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ einstimmig abgenickt. Final befinden soll der Rat der Stadt Hagen am 23. Juni. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Weitere Fällungen: 26 Fichten in Haßley

24. Mai 2022

Haßley RaiffeisenstraßeAn der Raiffeisenstraße in Hagen-Haßley sollen 26 Fichten gefällt werden. Foto: Hans Blossey.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit sollen nach Anordnung des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt Hagen an der Raiffeisenstraße insgesamt 26 Fichten gefällt werden.

Die Bäume seien stark beschädigt beziehungsweise durch Borkenkäfer befallen und stellten deshalb eine erhebliche Gefahr für den Straßenverkehr und die öffentliche Sicherheit dar, so die Stadtverwaltung in einer Mitteilung.

Die Fällung der betroffenen Fichten sei mit der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hagen abgesprochen. Eine naturschutzrechtliche Befreiung sei nicht notwendig, da die Fällungen der Gewährleistung der Verkehrssicherheit dienen.

Um artenschutzrechtliche Konflikte zu vermeiden, werden die Bäume nach Angaben der Verwaltung vor der Fällung auf das Vorkommen geschützter Tiere kontrolliert. Die Fällung bewohnter Bäume werde nach einer notwendigen Höhenreduzierung bis Oktober 2022 zurückgestellt.


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