Archive for the ‘04 Umwelt Hagen’ Category

Klimawandel wirkt sich auf die Ruhr aus

19. September 2020

Trinkwasserversorgung der Bevölkerung sollte absolute Priorität haben

Seit 1930 wird die Ruhr in Hagen zum Hensteysee angestaut. Rechts vom Laufwasserkraftwerk fließt sie weiter in Richtung Harkortsee. Foto: Ruhrverband.

Die Auswirkungen des Klimawandels im Einzugsgebiet der Ruhr sind deutlich zu spüren. Das lässt sich aus dem 47. Ruhrgütebericht ableiten, den der Ruhrverband gestern in Essen vorgestellt hat.

2020 sei das zwölfte zu trockene Jahr in Folge, so der Wasserverband. So haben die Wasserabgaben aus den Talsperren in diesem Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Bisher waren Wasserzuschüsse aus den Talsperren an 137 Tagen erforderlich, um den Mindestabfluss an der Ruhr zu gewährleisten. Trotz niedriger Abflusswerte habe die Wassergüte der Ruhr nicht gelitten, das belegen Untersuchungen.

Die Niedrigwassersituation in Verbindung mit dem hohen Trinkwasserbedarf hat in 2019 erneut große Anforderungen an die Wasserversorger gestellt. Die Wasserabgabe im Jahr 2019 ist im Vergleich zu 2018 um weitere sechs Millionen Kubikmeter auf 244 Millionen Kubikmeter gestiegen. Um klimaresilient aufgestellt zu sein, benötige der Ruhrverband einen größeren Handlungsspielraum zur schonenden Bewirtschaftung der Talsperren als es das Ruhrverbandsgesetz momentan hergebe.

Der aus der Niedrigwassersituation der letzten Jahre und den Auswirkungen des Klimawandels resultierende Handlungsbedarf ist auch in der Politik angekommen. Ein Ergebnis des „Nationalen Wasserdialogs“ des Bundesumweltministeriums, an dem auch Expertinnen und Experten aus den Reihen der Ruhr-Wasserwerke beteiligt waren, ist, dass angesichts der Konkurrenz mit Landwirtschaft und Industrie bei den Wasserentnahmen in Dürrezeiten die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung absolute Priorität haben sollte.

Ruhrgütebericht 2019 (pdf)

Hagen radelt für das Klima

16. September 2020

Temporärer Radweg auf Enneper und Kölner Straße

Auf dem markierten Abschnitt soll die Fahrradstrecke entstehen. Grafik: Stadt Hagen.

Den Fahrradverkehr stärken und damit das Klima schützen – dafür setzt sich die Stadt Hagen auch in diesem Jahr mit der Teilnahme an der europaweiten Kampagne „STADTRADELN“ des Klima-Bündnis, dem größten kommunalen Netzwerk zum Schutz des Weltklimas, von Freitag, 25. September, bis Donnerstag, 15. Oktober, ein.

In diesem Rahmen soll zudem erstmals ein temporärer Radweg entstehen, der auf den äußeren Fahrspuren der Trasse Enneper Straße/Kölner Straße (L700) geplant ist. Der 1,4 Kilometer lange Abschnitt liegt zwischen der Abzweigung zur Haenelstraße und zur Straße An der Wacht.

Diesen Vorschlag der Stadt kann die Bezirksvertretung Haspe in ihrer nächsten Sitzung am Mittwoch, 16. September, beschließen. Anschließend folgt am Dienstag, 22. September, die Beratung im Stadtentwicklungsausschuss.

Der Standort für Hagens ersten temporären Radweg an der Enneper und Kölner Straße bietet sich aufgrund seiner günstigen Verkehrslage an und gilt somit als idealer Modellversuch. Die Freigabe der Strecke soll pünktlich zu Beginn der Kampagne „STADTRADELN“ erfolgen und am Freitag, 30. Oktober, enden.

Dieser fünfwöchige Zeitraum ist dazu gedacht, die Verkehrsabläufe vor Ort zu begutachten und die Grundlage für eine langfristige Planung auf der Enneper und Kölner Straße zu bilden. Durch die Probephase prüft die Stadt, ob die beiden jeweils rechten Fahrspuren für eine dauerhafte Lösung als Radspuren geeignet sind. Für die temporäre Strecke werden Markierungen in leuchtend gelber Farbe angebracht und durch entsprechende Beschilderungen ergänzt.

Interessantes Detail aus der Beschlussvorlage: „Im betrachteten Abschnitt der Enneper und Kölner Straße ist zurzeit ein Schutzstreifen markiert. Nach Prüfung der Verwaltung ist der Schutzstreifen auf der Enneper und Kölner Straße keine geeignete Führungsform, um den Radverkehr verkehrssicher zu führen.“

Eine überraschende Kehrtwende, denn der Schutzstreifen ist vor garnicht allzu langer Zeit von derselben Verwaltung angelegt worden.

Waldmeister Hagen

12. September 2020

Ich glaub‘, ich steh‘ im Wald: Windmühle im Freilichtmuseum Hagen. Foto: RVR 2019, dl-de/by-2-0.

Hagen ist weiterhin die mit Abstand waldreichste kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen. Das ergibt sich aus den jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamt it.nrw mit Stand zum Jahresende 2019.

Mit 68,51 Quadratkilometern sind 42,7 Prozent des Stadtgebiets als Waldfläche ausgewiesen. Der größte Teil davon (66,7 Prozent) besteht aus Mischwald, gefolgt von Laubholzbeständen (26,3 Prozent) und Nadelwald (7,0 Prozent).

Insgesamt ist die Waldfläche NRWs mehr als doppelt so groß wie die Insel Mallorca. Dramatisch angestiegen ist der Anteil von Schadholz (6,2 Mill. m3) am Nadelholzeinschlag. Der lag 2019 NRW-weit mit 95,2 Prozent auf Rekordniveau. Damit wurde das bisherige Spitzenergebnis aus dem Jahr 2018 (2,7 Mill. m3; 78,1 Prozent) nochmals übertroffen. In den Jahren von 2011 bis 2017 hatte der Schadholzanteil durchgängig bei unter 20 Prozent gelegen.

Platanen sollen „Baumruinen“ sein

6. September 2020

Verwaltung gibt zu: Kahlschlag „gesetzlich nicht zulässig“

Vor der Bezirksvertretung (BV) Haspe hat die Verwaltung eingeräumt, mit der Enthauptung der Platanen am Karweg, in der Dickenbruchstraße und der Schützenstraße gegen geltendes Recht verstoßen zu haben.

Anfang August hatte eine vom Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) eingesetzte Brigade mitten in der Vegetationsperiode die in vollem Grün stehenden Bäume radikal heruntergeschnitten. Dieser Schnitt ist zwar bei sogenannten Kopfbäumen regelmäßig angebracht, aber gemäß Naturschutzgesetz bis zum 30. September eines Jahres untersagt.

In der vom Technischen Beigeordneten der Stadt Hagen, Henning Keune, unterzeichneten Antwort auf einen von der Fraktion Hagen Aktiv und des Einzelmitglieds der Grünen in der BV angeforderten Bericht der Verwaltung zu der vom WBH beauftragten Abholzung räumt die Verwaltung die Rechtswidrigkeit der Aktion durchaus ein: „Mit Blick auf die Tatsache, dass die Beeinträchtigung von Lebensstätten wildlebender Tiere in der Größenordnung des Volumens von 58 Baumkronen entlang eines Straßenzuges in der Aufzuchtzeit geschützter Tierarten gesetzlich nicht zulässig ist“, sei die Maßnahme „einvernehmlich“ eingestellt und auf die Zeit nach dem 30. September verschoben worden.

Gleichzeitig versuchen die Verwaltungsexekutoren ihre am geltenden Recht vorbeilaufenden Eigenmächtigkeiten in ein freundliches Licht zu rücken. „Aufgrund von zahlreichen Beschwerden aus der Bürgerschaft“, so das Verwaltungspapier, „wurde die Maßnahme vom Umweltamt am 05.08.2020 in Augenschein genommen“. Vor Ort seien 42 Straßenbäume „vorgefunden“ worden, bei denen das gesamte blatttragende Kronendach entfernt worden war.

Das von der Verwaltung eingeräumte rechtswidrige Handeln eines städtischen Betriebs wurde offensichtlich erst durch das Umweltamt unterbunden; wohl zur Gesichtswahrung einigte man sich auf die Sprachregelung „einvernehmlich“.

Zukünftig soll der Schnitt im Oktober ausgeführt werden, kündigt die Verwaltung an; aber nicht etwa, weil man den (zuvor eingeräumten) Rechtsverstoß eingesehen hat, sondern um „das Konfliktpotential“ zu mindern.

Nicht nur das: Die Verwaltung kündigt daneben bereits an, weiter gegen die Platanen vorgehen zu wollen. Im Zuge eines „vernünftigen“ Baumerneuerungskonzeptes könnten die vorhandenen „Baumruinen“, so die Formulierung der Verwaltung, gegen „vernünftige“ den Standortgegebenheiten angepasste Baumarten „ausgetauscht“ werden.

Die Schattenspender vor den nach Süden ausgerichteten Häusern in den drei Straßenzügen wären dann weg. Und neue müssten erst einmal nachwachsen, was Jahre dauert. Zu befürchten wäre außerdem, dass mehr oder weniger nutzlose Dekorationsbäumchen gesetzt würden, so wie in der Voerder Straße. Dort wurde der vorhandene Baumbestand mit der geradezu hirnrissigen Begründung entfernt, er würde den Straßenraum „verschatten“ (siehe z.B. hier, hier und hier).

Die BV Haspe hat die Platanen-Vorlage in den Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität verwiesen. Der tagt am morgigen Montag.

Hagen erhält „European Energy Award“

5. September 2020

Die Stadt Hagen ist einer der Träger des European Energy Award 2020. Das Zertifikat wurde von der EnergieAgentur.NRW im Auftrag des Landeswirtschaftsministeriums und der Bundesgeschäftsstelle des European Energy Award verliehen.

Hagen absolvierte ein mehrjähriges Energiemanagementprogramm. Vor der Auszeichnung ging es bei dem internationalen Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystem für Kommunen um die Fragen: in welchen Bereichen finden Klimaschutzaktivitäten statt und wie wirksam sind sie?

500 Punkte sind maximal über sechs Handlungsfelder erreichbar. Wer mindestens die Hälfte der erreichbaren Punkte nach einem entsprechenden Audit erreicht, erhält den Award. Die Stadt Hagen erreichte bei den Anforderungen für den „European Energy Award“ ein Ergebnis von 62 Prozent der möglichen Punkte.

Ziel der Zertifizierung ist, die Qualität der Energieerzeugung und -nutzung in einer Kommune zu bewerten, regelmäßig zu überprüfen und Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu erschließen.

Aufgrund der Corona-Pandemie gab es diesmal keine zentrale Preisverleihung. Stattdessen fanden Ende August in allen fünf Regierungsbezirken Nordrhein-Westfalens Abschlussveranstaltungen statt.

Neue Messstationen für Stickstoffdioxid

4. September 2020

In Hagen werden zwei neue Messstationen für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) eingerichtet: an der Eckeseyer Straße, die mit Fertigstellung der Bahnhofs-Umfahrung noch stärker belastet ist, sowie am Bergischen Ring.

Das hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bei richterlichen Vergleichsverhandlungen durchgesetzt. So will die DUH sicherstellen, dass es keine unentdeckten NO2-Hotspots gibt oder sich die Belastung von einer in die andere Straße verlagert. Erste Monatswerte erhält die DUH noch in diesem Jahr.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „So stellen wir sicher, dass die Luft flächendeckend sauber wird und nicht nur punktuell rund um die bestehenden Messstationen. Damit stellen wir sicher, dass die ergriffenen Maßnahmen nicht zu Überschreitungen an bisher nicht überwachten Stellen führen.“

Smarter Gewässerschutz

25. August 2020

LoRa-Sensor wacht über Ökosystem im Ischeland-Teich

Viel Sonnenschein und wenig Regen – das dritte trockene Jahr in Folge zeigt 2020 sehr genau, wie empfindlich Ökosysteme sein können. Teichanlagen wie am Ischeland in Hagen (Foto: Klaus Bärwinkel, CC BY 3.0) gehören zu den sensiblen Anzeigern für einen fortschreitenden Klimawandel: Mit steigenden Wassertemperaturen und sinkendem Sauerstoffgehalt droht das Ökosystem im Teich zu kippen. Um hier gezielt gegenzusteuern, baute Enervie nun erstmals ein digitales Frühwarnsystem für den Gewässerschutz am Ischelandteich ein.

Im April informierten aufmerksame Spaziergänger die Feuerwehr und verhinderten damit ein Fischsterben im Hagener Stadtgartenteich – am Ischeland ist dieser Anruf zukünftig nicht mehr notwendig. „In und rund um Hagen bauen wir gerade eine intelligente, digitale Infrastruktur auf. Unser LoRaWAN-Funknetz kann an jeder Stelle in der Stadt Daten aufnehmen und weiterleiten“, berichtet Enervie-Vorstandssprecher Erik Höhne.

Für den Ischelandteich heißt das: Über den LoRa-Sensor ermittelte Echtzeit-Daten geben dem Teichbesitzer stets Auskunft, ob mit der Wassertemperatur und dem Sauerstoffgehalt die Lebensbedingungen für Flora und Fauna im Gewässer stimmen.

„Mit der Sauerstoffmessung hier im Ischelandteich können wir für die Stadt Hagen bzw. den WBH erstmalig wichtige Umweltdaten im öffentlichen Raum bereitstellen und dauerhaft dokumentieren. Auch Meldeketten lassen sich im ‚Störfall‘ automatisch auslösen“, formuliert Erik Höhne den Ansatz.

Borkenkäfer haben Kampf gegen die Fichten gewonnen

25. August 2020

Alarmierender Zustand des Hagener Waldes: Welche Bäume die Rettung bringen könnten, weiß angesichts des Klimawandels niemand so genau. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

WBH stoppt Platanenfrevel in Haspe

7. August 2020

Opfer des WBH in der Schützenstraße. Foto: DW.

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) hat den Radikalbeschnitt von Platanen in Hasper Straßen gestoppt. Nachdem die stadteigene Gesellschaft am Karweg und in der Dickenbruchstraße tabula rasa gemacht hatte, blieb ein Großteil der Bäume in der Schützenstraße von einer Enthauptung mitten im Hochsommer verschont.

Die Stilllegung der Kettensägen erfolgte allerdings erst, nachdem die Bäume in den anderen Straßen bereits ihres Ast- und Blattwerks beraubt worden waren und die Kopf-ab-Aktion die Ebene der Politik erreicht hatte. Die Grünen hatten angekündigt, gemeinsam mit der Wählervereinigung Hagen-Aktiv eine Anfrage stellen zu wollen.

Einem Anlieger der Schützenstraße gegenüber hatte das Umweltamt noch Anfang der Woche die Maßnahme mit der Begründung verteidigt, die Platanen würden mittels einer Kappung in der Vegetationsperiode vor einem möglichen Pilzbefall geschützt. Jetzt die Kehrtwende: Laut WPWR argumentiert die Umweltbehörde nun (richtigerweise) damit, dass der Rückschnitt „in dieser Jahreszeit aus ökologischer Sicht gar nicht zulässig sei“.

Falsch ist dagegen die Darstellung der Zeitung, der WBH habe „damit begonnen, im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht die Platanen zurückzuschneiden“. Ob es sich hier um eine Schutzbehauptung des WBH handelt oder die Formulierung der Phantasie des Redakteurs entsprungen ist, läßt sich aus dem Text nicht erkennen.

Platanen-Kahlschlag am Karweg schlägt Wellen

6. August 2020

Grüne fordern Aufklärung

Vorher – nachher. Foto: DW.

Die Grünen zeigen sich entsetzt über den breit angelegten Kahlschlag an den Platanen am Karweg in Haspe. DOPPELWACHOLDER.DE hatte am Sonntag über die Enthauptungsaktion des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH) berichtet.

Nicole Schneidmüller-Gaiser, Kandidatin der Grünen für die Bezirksvertretung Haspe, zitiert das Naturschutzgesetz, das es verbietet, in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September eines jeden Jahres bestimmte Gehölze abzuschneiden. „Das Gesetz schützt Tiere, die in Bäumen und Sträuchern ihren Brut- und Lebensraum haben. Daran müssen sich nicht nur Hobbygärtner halten, sondern auch WBH und von ihm beauftragte Firmen.“

Schneidmüller-Gaiser weist auch auf die für das Stadtklima wichtige Kühlfunktion der Bäume hin. Anscheinend sind weitere Abholzaktionen inzwischen von der Stadt gestoppt worden, nachdem die Grünen nach den Gründen für diesen Kahlschlag gefragt hatten.

„Es ist richtig, dass die Stadt schnell auf unsere Anfrage reagiert hat. Jetzt werden wir uns um die Aufklärung des Falls bemühen“, kündigt Uwe Goertz, Vertreter der Grünen in der Bezirksvertretung Haspe, eine gemeinsame Anfrage mit Hagen Aktiv an. „Wir haben die Bedeutung der Bäume für die Stadt mit der Baumschutzssatzung hervorgehoben. Wir werden Sorge dafür tragen, dass dies von der Stadt und ihren Betrieben auch berücksichtigt wird“, so Goertz.“

Auf Anfrage eines Anwohners der Hasper Schützenstraße – auch dort stehen Kopfplatanen – erklärte das Umweltamt als Untere Naturschutzbehörde, der sogenannte Sommerschnitt solle Pilzbefall an den Schnittstellen verhindern. Eine These, die unter Dendrologen durchaus umstritten ist.

Aber selbst wenn man den Sommerschnitt-Befürwortern unter den Baumkundigen zustimmt, gibt es noch lange keinen Grund, eine solche Radikalmaßnahme mitten im Hochsommer durchzuführen. Auch der WBH hat es in der Vergangenheit anders gehalten und den Schnitt beim letzten Mal im Herbst und davor sogar regelmäßig in den Wintermonaten durchgeführt. Den Bäumen hat es allem Anschein nach nicht geschadet.

Inzwischen sind nicht nur die Platanen am Karweg, sondern auch die in der Dickenbruchstraße und in einem Drittel der Schützenstraße gekappt worden und die Schattenspender auch dort ihrer sommerlichen Funktion beraubt worden.

Terminlich passend: Ab heute haben die Wetterdienste für mindestens eine Woche ganztägigen Sonnenschein bei Temperaturen jenseits der 30°-Marke angekündigt.

Rechtssicherer Vollzug des Artenschutzes?

3. August 2020

OB Erik O. Schulz begrüßt die ersten Hagener Artenschutzbeauftragten

Treffen vor baumseliger Kulisse, während gleichzeitig an anderer Stelle die Kettensäge kreist. V.l.n.r.: F. Gärtner (Artenschutzbeauftragter), A. Warmeling (BUND), OB Erik O. Schulz, M. Schultz (Artenschutzbeauftragter), R. Blauscheck (Biologische Station) und K. Gockel (Leiter Untere Naturschutzbehörde). Foto: Stadt Hagen/Franziska Michels.

Wie kann man die Tier- und Pflanzenarten im Hagener Stadtgebiet bestmöglich schützen? Dieser und vielen weiteren Fragen rund um die nachhaltige Umsetzung von Artenschutz stellen sich die ersten Hagener Artenschutzbeauftragen Fabian Gärtner und Martin Schultz.

OB Erik O. Schulz hat die beiden neuen Mitarbeiter persönlich begrüßt und sich gemeinsam über deren neuen Arbeitsplatz ausgetauscht. Die könnten unverzüglich ihre Arbeit aufnehmen, vielleicht gemeinsam mit dem Leiter der Unteren Naturschutzbehörde (auch auf dem Foto). Denn justament am Tag der Begrüßung ließ der städtische Wirtschaftsbetrieb in Haspe in nur einer Straße gleich 15 Platanen enthaupten. Zu dieser Jahreszeit eine Maßnahme, die nicht nur gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt, sondern nach Angabe von Experten die Bäume auch massiv schädigen kann.

Laut Stadt soll aber die erste Aufgabe der neuen Mitarbeiter die Erstellung eines Geoinformationssystems sein, in dem aktuelle und historische Kartierungen von Flora und Fauna in Hagen erfasst werden. Dabei greifen sie auf digitale Erfassungssysteme diverser Fachkreise zurück, werten aber auch Gutachten und Kartierungen aus der Vergangenheit aus. Auf Basis dieses Informationssystems erhalten sie einen systematischen Überblick, welche Arten im Hagener Stadtgebiet wann und wo vorkamen beziehungsweise aktuell vorkommen.

Das Informationssystem sei ein wertvolles Werkzeug zum „rechtssicheren Vollzug des Artenschutzes“ (die Aktivitäten des Wirtschaftsbetriebs können damit nicht gemeint sein) und liefere wichtige Grundlagen für städtische Planungen, so die Stadt. Durch das Wissen würden Verschiebungen der Artenvielfalt schnell erkannt und es bestehe die Hoffnung, negativen Tendenzen fachlich fundiert entgegenwirken zu können.

In einem zweiten Schritt werden Fabian Gärtner und Martin Schultz eine Artenschutz- und Biodiversitätsstrategie für die Stadt Hagen aufstellen. Anschließend stellen sie Förderanträge (!) zur Umsetzung dieser Strategie, die idealerweise gleichzeitig die möglichst langfristige anteilige Finanzierung der Stelle der Artenschutzbeauftragten ermöglicht.

Die Stelle in der Biologischen Station ist auf zwei Jahre befristet. Fabian Gärtner und Martin Schultz teilen sich die neue Aufgabe zu jeweils 50 Prozent.

Kahlschlag am Karweg

2. August 2020

Wirtschaftsbetrieb Hagen lässt Platanen enthaupten – Aktion offensichtlich rechtswidrig

Mitten im Hochsommer läßt der WBH die Schattenspender beseitigen – als „Baumpflegemaßnahmen“ getarnt. Links die Platanen am Donnerstag, rechts die verbliebenen Stummel am Freitag nach ihrer Enthauptung. Fotos: DW.

Bäume verbessern mit ihrem Blattwerk das Kleinklima, geben Schatten und filtern Staub aus der Umgebung. Alles reichlich Gründe, vor allem angesichts der heißen Sommer der vergangenen Jahre, diesen Zustand möglichst lange beizubehalten.

Das weiß im Prinzip auch der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH), der für das städtische Grün verantwortlich ist. Auf seiner Homepage schreibt er zutreffend: „Bäume erfüllen gerade im urbanen Raum viele Funktionen. So sind sie nicht nur Sauerstoffproduzenten, Feinstaub- und CO2-Binder oder Schattenspender sondern üben auch einen beruhigenden Einfluss auf den Betrachter aus.“

Trotzdem hindert die eigene Erkenntnis den WBH nicht daran, mitten im Hochsommer einen Kahlschlag in Auftrag zu geben. Ausgerechnet am bisher heißesten Tag des Jahres holzte ein vom Wirtschaftsbetrieb beauftragtes Unternehmen in der Hasper Straße Am Karweg die voll belaubten Äste der dort stehenden Platanen gnadenlos ab.

Dabei sind solche Aktionen zu dieser Jahreszeit untersagt. Das Bundesnaturschutzgesetz ist eindeutig, in § 39 heißt es: „Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.“

Von „schonenden Form- und Pflegeschnitten“ kann bei der erfolgten Komplettbeseitigung des Astwerks selbst mit viel Wohlwollen keine Rede sein. Die Verantwortlichen beim WBH haben allem Anschein nach vorsätzlich gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen.

Die Regelung im Gesetz dient in erster Linie dem Schutz von Brutstätten, aber es gibt weitere Gründe für das Verbot: Fachleute weisen darauf hin, dass bei einem radikalen Rückschnitt im Sommer zu viel Blattmasse entfernt werde, die Bäume für den Aufbau von Kraftreserven dringend benötigen.

Auch bei Platanen gibt es diese bauminternen Gründe, die für einen Schnitt in der „Ruheperiode“ sprechen. Dieser empfiehlt sich ausdrücklich, wenn sie – wie auch in diesem Fall – als Kopfbäume erzogen wurden. Hierbei ist der Winterschnitt zwingend notwendig, weil im belaubten Zustand bis zu 100 Prozent Assimilationsfläche vernichtet werden. Die Einlagerung von Reservestoffen wird damit ver- oder zumindest stark behindert. Werden keine oder nur geringe Reservestoffe eingelagert, fehlen diese im Frühjahr, um den komplett entfernten Feinastbereich wieder herzustellen.

Der Spiegel berichtet aktuell: „Pflanzen wirken in Städten wie natürliche Klimaanlagen. Dahinter steckt ein physikalischer Prozess: Wenn Bäumen zu heiß wird, öffnen sich winzige Spalten in den Blättern, aus denen Wasser verdunstet. Das verbraucht Energie, es wird kühler. Gleichzeitig entsteht ein Sog, der immer neues Wasser aus den Wurzeln in die Blätter treibt. Bäume können pro Tag Hunderte Liter Wasser ausschwitzen. Die Kühlleistung liegt bei etwa 70 Kilowattstunden pro 100 Liter – genug, um zwei durchschnittliche Haushaltsklimageräte zu betreiben.“

Für den WBH scheinen fachliche Gründe keine Rolle zu spielen, egal ob sie von Fachleuten oder Medien herrühren. Durchaus denkbar sind dagegen Einflüsterungen aus dem Dunstkreis des Hasper Bezirksvorstehers Dietmar Thieser, der auch schon mit ausgiebiger Penetranz für die Abholzung der Hasper Fußgängerzone gesorgt hat – wegen „Verschattung des Straßenraums“. Also genau dem Effekt, dessen Notwendigkeit wegen des Klimawandels der notorische Eselbetreuer nicht verstanden zu haben scheint.

Das Bundesnaturschutzgesetz sieht in § 69 Bußgelder vor: „Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 39 Absatz 5 Satz 1 Nummer 2 einen Baum (…) abschneidet, auf den Stock setzt oder beseitigt.“ Und diese Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Verantwortlich für solche Ordnungswidrigkeiten sind beim WBH letztendlich die Vorstände: Der Technische Beigeordnete Henning Keune als Vorstandssprecher sowie der Städtische Baudirektor Hans-Joachim Bihs.

Lenne-Renaturierung startet

30. Juli 2020

Wirbeln schon mal viel Staub auf: Bezirksbürgermeister Hohenlimburg H.-J. Voss, A. Horn (WBH), C. Hauschulte-Oberdieck (Baufirma), Oberbürgermeister Erik O. Schulz, H. Keune (Technischer Beigeordneter) und G. Fleischmann (WBH). Foto: Stadt Hagen/Franziska Michels.

Ein natürlich fließendes Gewässer umgeben von einem idyllischen Auenvorland: Dieses Ziel möchten die Stadt Hagen und der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) mit der Renaturierung der Lenne erreichen. Im Zeitraum von Montag, 13. Juli, bis voraussichtlich Ende 2020 läuft der erste von drei Bauabschnitten.

Der Umsetzungsfahrplan „Untere Lenne“ fördert die Entwicklung von naturnahen Sohl- und Uferstrukturen. Für die Lenne bedeutet das, dass der Fluss aufgeweitet und der Uferbereich aufgebrochen wird. Aufgrund der Umgestaltung kann die Lenne durch eigendynamische Umlagerungsprozesse ein reich strukturiertes Gewässerbett und ein natürliches Auenvorland entwickeln. Parallel verbessert sich der gewässerökologische Zustand auf natürliche Weise.

Gleichzeitig soll der Flussbereich auch für die Hagenerinnen und Hagener zu einem attraktiven Freizeitareal werden mit der Möglichkeit, naturnahe Flussabschnitte im städtischen Umfeld zu erleben. Der vorhandene gepflasterte Fuß- und Radweg wird durch eine asphaltierte Variante ersetzt.

Die Renaturierung wird mit Hilfe von Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Das Investitionsvolumen für den ersten Bauabschnitt beträgt rund 1,7 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für alle drei Bauabschnitte belaufen sich nach der aktuellen Kostenberechnung auf 6,5 Millionen Euro.

Hagen: Renaturierung der Lenneauen zieht sich weiter hin

12. Juni 2020

Der Start zur Renaturierung der Lenneauen in Hagen-Hohenlimburg verzögert sich. Schuld ist die Corona-Krise. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Das Solarpotential Hagener Dächer

5. Juni 2020

Sonnenenergie ist für viele Hagener Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer eine interessante Alternative bei der Strom- und Wärmeversorgung. Dabei stellt sich immer die Frage, ob das eigene Haus überhaupt geeignet ist für eine Solaranlage.

Eine erste kostenfreie Auskunft über Photovoltaikanlagen und Solarthermieanlagen erhalten Interessierte durch das Solardachkataster des Regionalverbands Ruhr (RVR). Die interaktive Online-Karte ist hier abrufbar.

Klima- und Umweltarbeit in Zeiten von Corona

23. Mai 2020

Hagens neue Klimaschutzmanagerin

Eines der Hauptprojekte von Hagens neuer Klimaschutzmanagerin Nicole Schulte ist die Bewerbung des Solardachkatasters. Eine Solaranlage ist beispielsweise auf dem Dach des Fichte-Gymnasiums zu finden. (Foto: Linda Kolms/Stadt Hagen)

„Die Corona-Krise hat einen Perspektivwechsel bei der Bevölkerung ausgelöst. Ich erhoffe mir daraus auch Denkanstöße im Hinblick auf Klima und Umwelt“, sagt Nicole Schulte, Hagens neue Klimaschutzmanagerin, über die aktuelle Situation. Die 30-Jährige verstärkt seit Januar 2020 das städtische Umweltamt und kümmert sich insbesondere um die Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes – auch in Corona-Zeiten.

Ihr Weg zur Klimaschutzmanagerin begann mit einem Studium der Geografie an der Ruhr-Universität Bochum. „Durch ein Praktikum bei der Stadt Dortmund bin ich dann auf das Themenfeld Klimaschutz aufmerksam geworden“, beschreibt Nicole Schulte den Anstoß für ihren späteren Berufswunsch.

Nach dem abgeschlossenen Studium zog die Geografin nach Remscheid, wo sie bereits drei Jahre lang als Klimaschutzmanagerin für die Stadt tätig war. „Jetzt freue ich mich, wieder in Hagen zu sein und das Thema in der Stadt weiter voranzubringen“, sagt die gebürtige Hagenerin.

Wie sieht der berufliche Alltag der neuen Klimaschutzmanagerin aus? „Ich beschäftige mich vor allem mit der Umsetzung weiterer Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept wie der Erstellung der Hagener Energie- und CO2-Bilanz und der festen Verankerung des Klimaschutzes in den politischen Gremien“, gibt Schulte einen Einblick in ihre Arbeit.

Konkret erarbeitet sie eine sogenannte „Klimarelevanzprüfung“, einen praktischen Leitfaden, wie der Beschluss des Klimanotstandes in die politischen Vorlagen eingebaut werden kann und der Klimaschutz so ein fester Tagesordnungspunkt zur Prüfung aller damit verbundenen Aktivitäten der Verwaltung wird.

In einem zweiten Projekt erstellt die Geografin ein Konzept zur Bewerbung eines Solardachkatasters. „Mit dieser farbigen Kartendarstellung können die Hagener Hausbesitzer prüfen, ob ihr Dach für die Installation von Solaranlagen und Fotovoltaik geeignet ist“, erklärt die Klimaschutzmanagerin. Damit ist auch viel Öffentlichkeitsarbeit verbunden: Geplant sind Marketingaktionen, Flyer und Infoveranstaltungen.

Um die anstehenden Aufgaben des kommunalen Klimaschutzes auch künftig bewältigen zu können, werden Klimaschutzmanager wie Nicole Schulte dringend gebraucht. Die Fachstelle für das Hagener Klimaschutzmanagement ist zu über 50 Prozent vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert und damit auf drei Jahre begrenzt.

Nicole Schulte besetzt als Dritte die Stelle als Klimaschutzmanagerin und befindet sich bereits im Anschlussvorhaben der Förderung. Ihre Anstellung ist derzeit bis Oktober 2020 befristet. Sie möchte die Entfristung der Stelle erreichen und weiterhin den Klimaschutz in Hagen voranbringen.

Dabei sieht sie einen Aspekt der Corona-Pandemie gewissermaßen als Chance: „Die Menschen verzichten gerade auf viele für sie selbstverständliche Dinge. Dadurch hoffe ich für die Zukunft auf ein gesellschaftliches Umdenken. Denn deshalb bin ich Klimaschutzmanagerin geworden: Um etwas Sinnhaftes für die Zukunft und unsere Gesellschaft zu tun. Denn der Klimawandel betrifft uns alle.“

Für eine attraktive Verkehrswende in Hagen

17. Mai 2020

„Forum für Fahrrad- und Fußverkehr“ gegründet

Auch wenn das öffentliche Interesse sich im Augenblick hauptsächlich auf das Corona-Virus konzentriert, gibt es auch andere Neuigkeiten.

Seit Kurzem ist ein neuer Akteur im Ringen um nachhaltige Mobilität in Hagen vertreten. Das „Forum für Fahrrad- und Fußverkehr“ ist ein Zusammenschluss von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich für die Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Hagen einsetzen. Neben interessierten und sachkundigen Bürgern sind auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) beteiligt.

Der Fuß- und Radverkehr wurde bisher von Verkehrsplanung und Politik weitgehend vernachlässigt und hat eine zu kleine Lobby in Hagen. Fußgänger und Radfahrende müssen sich oftmals schmale Wege teilen. An den meisten Hauptverkehrsstraßen existiert keinerlei Radinfrastruktur. Neben dem Umweltschutz und der Lebensqualität in der Stadt geht es den Forumsmitgliedern um eine attraktive Verkehrswende, hin zur stärkeren Nutzung des Umweltverbundes von Fuß, Rad und ÖPNV.

Man werde sich aktiv in die Politik in Hagen einmischen. Statt nur Kritik zu üben, möchte die Gruppe die Politik auch mit Vorschlägen und neuen Konzepten, großen wie kleinen, begeistern und überzeugen, um endlich den Mut für eine Verkehrswende zu fassen. „Hagen braucht eine Vision, wie es anders geht und einen Weg, wie man dorthin kommt“, so Tim Riemann vom Forum. Aufgrund der aktuellen Pandemie sind geplante Aktionen, wie beispielsweise eine Demonstration für eine Radspur auf dem Graf-von-Galen-Ring, leider nicht möglich.

Trotzdem will man auch in der Krise aktiv sein, da man die Gefahr sieht, dass vermehrt die Bürger vom Bus auf‘s Auto wechseln. Hier sollen unter anderem verkehrsrechtliche Änderungen, wie die Einrichtung von verkehrsberuhigten Bereichen, ins Gespräch gebracht werden, damit für Umsteiger das Zu-Fuß-Gehen und das Radfahren viel attraktiver wird.

Außerdem hat sich der Zusammenschluss als Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit für das Thema zu begeistern. „Viele Menschen würden gerne neue Wege einschlagen, vor allem mehr Fahrrad fahren, trauen sich aber noch nicht. Wir wollen sie unterstützen, wenn sie das Gefühl haben, die Infrastruktur passt noch nicht.“, sagt Katrin Heinrichs.

Grundsätzlich ist das Forum offen für alle interessierten Unterstützer und freut sich über neue Gesichter. Da das monatliche Treffen im AllerweltHaus zur Zeit nicht möglich ist, trifft man sich regelmäßig in einer Videokonferenz. Dort werden anstehende Aktionen diskutiert und neue Anregungen und Konzepte entwickelt. Alle können sich beim Forum unter der E-Mail-Adresse info@verkehrswende-hagen.de melden. Sprecher Peter Blomert sagt, „Wir sind offen für alle, die der Meinung sind, dass die bisherige Ausrichtung auf den Motorisierten Individualverkehr nicht der richtige Weg ist.“

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: https://verkehrswende-hagen.de.

Feigenblattplanung bei Windkraft

13. Mai 2020

Die „Bürgerwind Hagen Süd GbR“, die auf den Höhen im Hagener Süden seit Jahren ein Windrad bauen will, fühlt sich von der Politik verschaukelt. (…) Ehrenamtlicher Geschäftsführer ist Ansgar Berger. (…)

Der Rat der Stadt will jetzt Windräder an der Grenze zu Hohenlimburg verhindern. Wie finden Sie das?

Ansgar Berger: Wir haben das mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen. Das gilt vor allem für die angekündigte Absprache mit der Rechtsanwaltskanzlei Kaldewei. Dazu muss man wissen, dass eben diese Kanzlei die Bürgerinitiative Gegenwind vertritt, die ja wiederum gegen die Stadt Hagen vorgeht. (…) Geklagt werden soll jetzt, obwohl die eigene Fachverwaltung eine andere Auffassung vertritt. Das ist schon seltsam. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Dazu:

Umweltorganisationen fordern Fortschritte für einen schnellen und naturverträglichen Ausbau der Windenergie

Die Umweltorganisationen BUND, DUH, Germanwatch, Greenpeace, NABU, WWF und der Umweltdachverband DNR haben an Bund und Länder appelliert, den besorgniserregenden Stillstand beim Ausbau der Windenergie möglichst rasch zu beheben.

Anlässlich der Umweltministerkonferenz am 13. Mai verweisen die Verbände auf ihr gemeinsames Thesenpapier, in dem sie Wege zur Beschleunigung eines naturverträglichen Ausbaus der Windenergie aufzeigen. Darin fordern die Verbände eine verbindliche Bund-Länder-Strategie, die bundesweite und länderspezifische Strommengenziele für erneuerbare Energien inklusive der dafür auf Länderebene notwendigen Flächen definiert.

Zudem setzen sich die Verbände für einheitliche Maßstäbe bei der Anwendung des besonderen Artenschutzrechts im Genehmigungsverfahren ein, um mehr Rechts- und Verfahrenssicherheit herzustellen. Da aktuell Unsicherheiten bei Methoden und Bewertungsmaßstäben bestehen, kommt es in den Genehmigungsverfahren regelmäßig zu Verzögerungen.

Nach Überzeugung der Verbände darf die Diskussion um den dramatisch eingebrochenen Windenergieausbau nicht auf den Artenschutz verkürzt werden. Es gebe weitere wesentliche Herausforderungen, die parallel angegangen werden müssen. Hierzu gehören insbesondere die unzureichende Regionalplanung, fehlendes Personal in den Vollzugsbehörden und nicht zielführende pauschale Mindestabstandsregelungen zur Wohnbebauung.

„Salamanderpest“ bedroht heimische Amphibien

3. Mai 2020

Die „Salamanderpest“ gilt als Gefahr für heimische Amphibien: Das Umweltamt der Stadt Hagen weist darauf hin, dass sich unter Feuersalamandern (Foto: Michael Linnenbach, CC BY-SA 3.0) und Molchen aktuell eine Pilzinfektion verbreitet.

Diese ist zwar für Menschen ungefährlich, aber sie können die Krankheit weitergeben. Amphibien sollten daher auf keinen Fall berührt werden, selbst wenn sie gesund erscheinen. Auch frei herumlaufende Tiere können für eine Verbreitung sorgen.

„Batrachochytrium salamandrivorans“, kurz „Bsal“ oder auch „Salamanderpest“, heißt die Pilzinfektion, die seit einigen Jahren die mitteleuropäischen Amphibien bedroht und inzwischen auch in Nordrhein-Westfalen grassiert. In Hagen trifft es vor allem Feuersalamander, bei denen eine Infektion immer zum qualvollen Tod führt.

Auch Molche können daran erkranken. Für diese endet die Krankheit zwar selten tödlich, doch auch sie können den Pilz verbreiten. Dieser fühlt sich bei feucht-kühler Umgebung wie in Laubwäldern, Parkanlagen und auf Friedhöfen besonders wohl. Dabei handelt es sich auch um bevorzugte Lebensräume von Feuersalamandern.

Im vergangenen Jahr gab es bereits nachgewiesene Fälle der „Salamanderpest“ in Witten und Dortmund. Es gilt nur als eine Frage der Zeit, bis auch Feuersalamander in Hagen betroffen sind.

Um diese Tiere zu schützen und eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, empfiehlt die Bezirksregierung Arnsberg, mehrere Verhaltensregeln zu beachten. Neben dem Verzicht auf den Kontakt mit Amphibien geht es auch darum, keine Land- und Wasserlebensräume der Tiere zu betreten. Dazu zählen Bäche, Uferbereiche, Teiche, Tümpel und wassergefüllte Wagenspuren.

Im Wald ist darauf zu achten, dass sich Hunde an einer Leine befinden. Wenn es trotzdem zu einem Kontakt mit den Lebensräumen der Amphibien kommt, sollten die eigenen Schuhe vor Ort gründlich von Erde befreit und danach desinfiziert werden.

Weitere Informationen gibt es bei Isabella Närdemann von der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hagen unter Telefon 02331/207-3855 oder auf der Internetseite der Bezirksregierung Arnsberg unter https://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/themen/b/bedrohung_salamanderpest/index.php.

„Hagener Wälder brauchen unseren Schutz, damit wir weiterhin Schutz in unseren Wäldern finden können“

27. April 2020

Die Hagener Grünen sorgen sich um den heimischen Wald, der durch die anhaltende Dürre gefährdet ist. Sie fordern eine stärkere Berücksichtigung des Schutzes unserer Wälder in der Hagener Stadtpolitik.

Dazu erklärt Kreisverbandssprecher Rolf L. Willaredt: „Eine unbedachte, rückschrittliche Emissions- und Energiepolitik setzt seit Jahrzehnten besonders unseren Wäldern zu. Nun brennen die Wälder selbst im Sauerland und auf Hagener Gemarkung, was man bisher nur aus der Sommerzeit heißer südeuropäischer Ländern kennt.“

Trotz Corona-Pandemie müsse kommunalpolitisch in Hagen weiter daran gearbeitet werden, das Ausmaß des Klimawandels zu begrenzen. Beim „Hochfahren“ des Wirtschafts- und Privatlebens während und nach der Corona-Zeit sei es deswegen die Aufgabe, durch eine präventive Politik in der Mobilität und in der Energie zur Abflachung der Temperaturkurve beizutragen. Nur durch intelligente, zukunftsfähige Kreisläufe, die das CO² und andere Emissionen nachhaltig begrenzen, seien unsere Wälder zu schützen, die nicht nur holzwirtschaftliche Interessen abdecken, sondern Sauerstoff und ein Naturbad für die Corona-Geschädigten darstellen.

Warnung vor Waldbrandgefahr

23. April 2020

Waldbrandgefahr auch im Frühjahr: Aus gegebenem Anlass weist die Fachleitung Forst des Wirtschaftsbetriebes Hagen (WBH) die Bürgerinnen und Bürger auf das Rauchverbot im Wald vom 1. März bis 31. Oktober nach Paragraf 47 des Landesforstgesetzes hin. Das Rauchen auf Waldwegen und Bänken ist in dieser Zeit ebenfalls verboten.

Das Rauchverbot ab dem 1. März erscheint zunächst überaus früh. Jedoch herrscht nicht nur im heißen Hochsommer akute Waldbrandgefahr. Auch im trockenen Frühjahr, wie es derzeit der Fall ist, sind Laub, Nadeln und Äste des letzten Jahres schnell entzündlich. Durch die noch nicht volle Belaubung der Bäume kann die Sonne den Waldboden gut erreichen, rasch trocknen und leicht entflammbar machen.

„Infrastruktur an die aktuelle Situation anpassen“

7. April 2020

DUH fordert temporäre Fahrrad-Straßen und Tempo 30 während der Corona-Krise

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) beantragt in Hagen und 38 weiteren Städten mit hoher Belastung der innerstädtischen Atemluft, derzeit weniger genutzte Verkehrsflächen kurzfristig zu Fahrrad-Straßen umzuwidmen und zudem Tempo 30 innerorts bis auf Weiteres einzuführen. Dabei verweist die DUH auf die Zustimmung und starke Nutzung durch Radfahrer, die beispielsweise in Bogotá (Kolumbien) oder Berlin-Kreuzberg eingetreten sind. Die DUH setzt den Städten eine Frist bis zum 16. April 2020.

„Das Corona-Virus führt uns allen vor Augen, dass Saubere Luft ein unverzichtbares Gut ist. Gerade jetzt ist es notwendig, dass die Fortbewegung für Fahrradfahrer ganz kurzfristig sicherer wird. Das trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei, erlaubt Bewegung an frischer Luft mit sicherem Abstand voneinander und verhindert unnötige Unfälle. Wir müssen kurzfristig die Infrastruktur in unseren Städten an die aktuelle Situation anpassen“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Viele Menschen sind derzeit auf ihr Fahrrad angewiesen und können oder wollen weder mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch dem Pkw fahren. Die Nutzung des Fahrrads bzw. Pedelecs ist angesichts der teilweise schlechten oder nicht vorhandenen abgetrennten Fahrradwege nur unter erhöhten Risiken für die Gesundheit möglich.

Um eine möglichst unfallfreie Nutzung des Fahrrads für diese Fahrten gerade während der Corona-Krise sicherzustellen und zu verhindern, dass zusätzliche, unfallbedingte Krankenhausbehandlungen anfallen, hält die DUH die kurzfristige Einrichtung von sicheren Fahrrad-Straßen sowie ein stadtweites Tempo 30 für den Straßenverkehr für notwendig. Sichere Fahrrad-Straßen und entschleunigte Verkehre entlasten vor allem auch Rettungsstellen und Krankenhäuser in Zeiten der immensen Herausforderungen durch das Corona-Virus.

Naturschützer wollen Seepark mit der Bahn teilen

26. März 2020

Der Hagener Naturschutzbeirat will für den Seepark keine weiteren Grundstücke opfern, sondern die geplante Fläche lieber mit der Bahn teilen. (…)

„Vielleicht ist es bedenkenswert, mit der Deutschen Bahn einen neuen Grundstücksvertrag zu schließen, damit auf den 20 Hektar des alten Rangierbahnhofes einerseits das Umrichterwerk gebaut und andererseits die deutlich größere Restfläche zur Erstellung eines Freizeitparks entwidmet werden kann“, schlägt der Vorsitzende Wilhelm Bögemann vor der maßgeblichen Ratssitzung am kommenden Donnerstag einen Kompromiss vor. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Hagen beteiligt sich erneut an „Earth Hour“

26. März 2020

Ein Zeichen gegen die globale Erwärmung setzen und das Bewusstsein für den Klimawandel stärken – dafür sorgt die „Earth Hour“, an der sich die Stadt Hagen auch in diesem Jahr beteiligt und die am Samstag, 28. März, von 20.30 bis 21.30 Uhr stattfindet.

In dieser Zeit schalten nicht nur viele Städte weltweit für eine Stunde die Beleuchtung bekannter Gebäude und Wahrzeichen ab, auch Millionen Menschen beteiligen sich an der „Lichtaus-Aktion“ der Naturschutzorganisation „World Wide Fund For Nature“ (WWF).

Die Stadt Hagen hat bereits in den vergangenen Jahren an dieser Klimaschutzkampagne teilgenommen und zeigt auch 2020 erneut ihr Engagement für den Klima- und Umweltschutz. Dabei präsentiert sich unter anderem der Rathausturm eine Stunde lang unbeleuchtet.

Wegen der Corona-Pandemie gibt es keine öffentlichen Veranstaltungen mit Publikum. Stattdessen rufen der WWF und die Stadt Hagen Bürgerinnen und Bürger dazu auf, in den eigenen vier Wänden an der symbolischen „Lichtaus-Aktion“ mitzuwirken und darüber in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #EarthHour zu berichten.

Für Rückfragen steht Michael Aust vom Umweltamt der Stadt Hagen unter Telefon 02331/207-2392 oder unter E-Mail michael.aust@stadt-hagen.de zur Verfügung.

Straßenlärm: Hagen mit Abstand am lautesten

10. März 2020

Hagener leiden in Deutschland mit Abstand am meisten unter Straßenlärm. Das ergeben Daten, die die Europäische Umweltagentur (EEA) am Donnerstag veröffentlicht hat (siehe Abb., Quelle: EEA).

Weitere Informationen: Germany noise fact sheet 2019 (leider nicht in deutscher Sprache verfügbar)

Über den Tisch gezogen

29. Februar 2020

Umwelthilfe lässt sich auf zweifelhaften Vergleich mit der Stadt Hagen ein

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das Land NRW sowie die Stadt Hagen haben in einem Klageverfahren zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans einen vom Oberverwaltungsgericht NRW (OVG) moderierten Vergleich geschlos­sen, der konkrete Maßnahmen zur Einhaltung des Immissionsgrenzwerts für Stick­stoffdioxid vorsieht. Fahrverbote sieht der Vergleich nicht vor.

Insgesamt betrachtet ist die Vereinbarung aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes enttäuschend und in Bezug auf eine Verkehrswende inkonsequent und mangelhaft. Möglicherweise liegt das daran, dass die DUH die Gegebenheiten vor Ort nicht kennt und sich auf Angaben (oder soll man besser „Einflüsterungen“ sagen?) der Hagener Verwaltung verlassen hat.

Zunächst fällt das auf, was in dem Vergleich überhaupt nicht vorkommt: ein Durchfahrverbot für LKWs mindestens im Innenstadtbereich, wenn nicht sogar in der Umweltzone bzw. auf den Routen zwischen den Autobahnanschlüssen. So etwas hatte zuletzt selbst die Hagener CDU gefordert, die in der Vergangenheit eher als Lordsiegelbewahrer des Speditionsgewerbes aufgetreten war.

Das Fehlen eines Durchfahrverbots ist umso unverständlicher, als es doch nach einem ähnlichen vom OVG moderierten Vergleich mit der Stadt Dortmund dort auf der Bundesstraße 1 eingeführt wird.

Zur Anordnung von Tempo 30 am Märkischen Ring mit dem Ziel, „eine Emissionsminderung in dem betreffenden Streckenabschnitt zu erreichen“ stellt der Vergleich fest: „Die aktuelle Entwicklung der vom LANUV gemessenen Immissionswerte für 2019 scheint die Wirksamkeit dieser Maßnahme zu belegen.“ Ein Blick in die bisher veröffentlichten Daten des LANUV belegt das Gegenteil – die Unwirksamkeit dieser Maßnahme.

Inkonsequent ist die vorgesehene Sperrung einer Linksabbiegerspur am Emilienplatz aus Richtung Landgericht, die voraussehbar nur zu vermehrten Staus auf der Heinitzstraße führen wird. Zielführend wäre eine Rückverlagerung des Staus auf die Saarlandstraße mittels Einrichtung einer Pförtnerampel in Höhe der Einmündung Aschenbergstraße. So etwas wurde im Dortmunder Vergleich für das südliche Haupteinfallstor in die Innenstadt vereinbart.

Richtig abenteuerlich wird es bei weiteren Vereinbarungen. So ist doch tatsächlich in dem Vergleich zu lesen: „Die Stadt Hagen verfügt bislang bereits über ein ausgewiesenes P&R-Angebot.“ Ein Satz, der wohl direkt per copy+paste aus einem Papier der Stadtverwaltung übernommen wurde. Ein größeres Angebot an P&R-Stellplätzen solle aber erst „mittelfristig umgesetzt werden“.

Ebenfalls aus der Presseabteilung des Oberbürgermeisters könnten folgende Sätze stammen: „Im Zuge von Neuplanungen von Straßen und öffentlichen Plätzen werden zunehmend Parkplätze eingespart. So wird beispielsweise durch die Baumaßnahme Marktbrücke der angrenzende öffentliche Parkplatz um ca. 15 Parkplätze dauerhaft reduziert.“ Ganze 15, und dann auch noch „dauerhaft“! Welch einschneidende „Einsparung“ – bei 1.000 freien Plätzen allein in den Parkhäusern im Innenstadtbereich zu praktisch jeder Tageszeit.

Oder dieser: „Auch bei der Umgestaltung des Wilhelmsplatzes und des Bodelschwinghplatzes komme es zu einer Parkraumverknappung.“ Was das mit der Verkehrsbelastung der Innenstadt zu tun hat, ist nicht nachvollziehbar. Und bezogen auf den Bodelschwinghplatz auch noch falsch. Für die auf dem Platz entfallenen Stellplätze sind auf beiden Seiten der Wehringhauser Straße reichlich neue geschaffen worden, von „Verknappung“ kann beim besten Willen keine Rede sein. Eher von Vermehrung.

Hier lohnt wieder der Blick nach Dortmund. Dort wurde eine großflächige Ausweitung der Anwohnerparkzonen vereinbart. Davon ist im Hagener Vergleich nichts zu finden.

Auch ein möglicher Umbau des Innenstadtrings in ein Einbahnstraßensystem fand Eingang in den Vergleich. Hier ließ sich die DUH auf folgende Formulierung ein: „Aus lufthygienischer Sicht zeigt sich die Maßnahme Schlaufenerschließung (Einbahnstraßenlösung für den Innenstadtring) an den Hotspots Graf-von-Galen-Ring und Märkischer Ring sehr wirksam.“

Noch so ein Satz, der direkt aus der Presseabteilung des OBs stammen könnte. Denn so etwas haben selbst die Gutachter des „Masterplans Mobilität“, dem dieser Vorschlag entstammt, in dieser Form nie behauptet.

Im Masterplan heißt es vielmehr: „Bei qualitativen Bewertungen lagen keine Erkenntnisse in Form von Zahlen vor, somit wurden die Wirkungen der Maßnahmen aus diesen Steckbriefen rein qualitativ von den Experten in einem internen Workshop eingeschätzt.“

Und: „Bei einer quantitativen Abschätzung erfolgte, wenn die Daten vorlagen oder sinnvoll angenommen werden konnten, eine Abschätzung mit der Angabe von Zahlenwerten. Diese Zahlenwerte bilden aber eine reine Abschätzung mit vielen Annahmen und unbekannten Einflüssen und sollten nicht zur Kontrolle der Maßnahme herangezogen werden.“

Zusammenfassend lässt sich leider nur feststellen: Die Umwelthilfe hat sich von der Stadt Hagen über den Tisch ziehen lassen.

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Hagen sperrt Linksabbiegerspur am Emilienplatz

12. Februar 2020

Das drohende Szenario von Diesel-Fahrverboten in der Hagener Innenstadt scheint noch nicht abgewendet. Im Umfeld des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster wurde am Dienstagabend informell bekannt, dass es in den Vergleichsverhandlungen zum Hagener Luftreinhalteplan noch kein klares Ergebnis gebe.

Ursprünglich saßen das Land NRW, die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sowie die Stadt Hagen unter OVG-Moderation an einem Tisch, um das laufende Klageverfahren gegen die Stickstoffdioxid-Grenzwertüberschreitungen (NO₂) auf dem Innenstadtring mit einem Vergleich abzuschließen. Da sämtliche Parteien zunächst Stillschweigen zu dem Verhandlungsergebnis vereinbarten, bleiben die konkreten Details des Austauschs bis zu einer offiziellen Mitteilung des Gerichts am 28. Februar offen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Dazu:

Schmerzlicher Lernprozess

Sperrungen von Fahrspuren sind die logische Konsequenz aus jahrelanger Untätigkeit, meint WP-Kommentator Martin Weiske.

Die Zeiten, in denen den Hagener Autofahrern die verkehrspolitischen Zumutungen in homöopathischen Dosen verabreicht wurden, sind endgültig vorbei. (…)

Jetzt mag manch einer wettern, dass die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit ihren Forderungen völlig über das Ziel hinausschieße. Doch offenkundig ist der Klageweg die einzige Sprache, auf den die für Luftreinhaltung Verantwortlichen tatsächlich reagieren. (…)

Die Zeit der ehrenwerten Appelle, Lippenbekenntnisse und zum Teil auch haltlosen Versprechungen ist endgültig vorbei – jetzt wird mit aller Konsequenz gehandelt. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Ein Lernprozess, den auch Kommentator Weiske erst durchlaufen musste.

Autoverkehr digital verflüssigen?

11. Februar 2020

Eine etwas merkwürdige Definition von „Nachhaltigkeit“

von Heidi Wenke, VCD Hagen

Um „Nachhaltige urbane Mobilitätslösungen“ ging es in einem öffentlichen Vortrag am Mittwoch, 5. Februar in der Fernuniversität Hagen. Referent Prof. Dr. Lutz Heuser, CEO des „Urban Institute“ (ui) in Walldorf, ‚Ihr(em) Partner für innovative und bezahlbare Lösungen für neue Dienstleistungen im Bereich „Smart City“.

Angekündigt wurde der Vortrag auf der Fernuni-Seite folgendermaßen: „Klimawandel und Dieselskandal haben viele Städte und Regionen in Deutschland veranlasst, über eine Verkehrswende nachzudenken. Neue E-Scooter überfluten die ersten Großstädte, schier unüberschaubare Car- und Bike-Sharing-Angebote überfordern Verkehrs- und Städteplaner. Zwar empfiehlt die EU-Kommission Städten, einen Plan für nachhaltige urbane Mobilität aufzustellen. Jedoch liegen oftmals keine gesicherten Erkenntnisse über das individuelle Mobilitätsverhalten der Menschen vor. Prof. Heuser setzt in seinem Vortrag den politischen Rahmen durch die EU-Kommission in den Kontext der Digitalisierung der urbanen Mobilität und zeigt Lösungsansätze für nachhaltige urbane Mobilitätslösungen auf.“

Im Laufe der Vortrags stellte sich heraus, dass diese ‚nachhaltigen urbanen Mobilitätslösungen‘ nach den Vorstellungen des Referenten darin bestehen, dass durch digitale Datenerfassung der Autoverkehr verflüssigt werden soll, indem ‚gesicherte Erkenntnisse‘ (z.B. Wer parkt wann, wo, wie lange?) in digitale Maßnahmen umgesetzt werden; als Beispiele seien hier zu nennen: Sensoren mit Display, die Autofahrern anzeigen, mit welcher Geschwindigkeit sie an der nächsten Ampel bei Grün durchkommen; oder digitale Parkleitsysteme, die z.B. in Anwohner-Parkbereichen den Parksuchverkehr verringern und so die Belastung für die Anwohner reduzieren sollen. Es wurden einige konkrete Beispiele (Darmstadt, Bad Hersfeld) genannt, wo diese verkehrliche Digitalisierung mit Hilfe des ui bereits umgesetzt wurde.

Obwohl bei der Fragerunde nach dem Vortrag Professeur Heuser äußerte, dass die Städte vom Autoverkehr wegkommen müssten, verstand er ‚Verkehr‘ fast ausschließlich als Autoverkehr. Lediglich einmal kam der ÖPNV vor, das Fahrrad erschien lediglich als ein Wort auf einer Folie, Fußgänger wurden als Verkehrsteilnehmer gar nicht genannt. Alle vorgestellten Maßnahmen zielten auf den Komfort des Autofahrers ab und scheinen eher geeignet, den Autoverkehr zu steigern statt zu reduzieren: Warum soll jemand sein Auto stehen lassen, wenn er einen freien Parkplatz findet?

Wer also bei dem verheißungsvollen Titel ‚nachhaltig‘ erhofft hatte, bei diesem Vortrag z.B. etwas zur Verkehrswende (Umverteilung von Verkehrsflächen, Reduktion des Autoverkehrs, Fahrrad- und Fußverkehrskonzepte) zu erfahren, wurde enttäuscht. Prof. Heuser vertrat stattdessen den Standpunkt, dass man die automobilen Mobilitätswünsche der Menschen nicht ignorieren könne und dem entsprechend den Autoverkehr – elektrisch als unhinterfragte ökologische Alternative – optimieren müsse.

Klar wurde auch, dass die Digitalisierung viele Investitionen erfordert, damit also von Unternehmen wie SAP und dem ui ‚nachhaltig‘ gutes Geld verdient werden kann.

Halbierung der Autoflächen – Vorbild Dortmund

30. Januar 2020

Dahin könnte der Weg beim Luftreinhalteplan gehen – CDU-Dunstabzugshauben sind irrelevant

Am 11. Februar wird auf Veranlassung des Oberverwaltungsgerichts NRW eine Vergleichsverhandlung zwischen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem Land Nordrhein-Westfalen stattfinden, die sich mit dem Luftreinhalteplan der Stadt Hagen beschäftigt.

Die Volmestadt überschreitet seit mehr als zehn Jahren die zulässigen Werte bei der Luftreinhaltung und hat es bisher nicht für nötig befunden, die vorgeschriebenen Richtlinien zu beachten. Die an nur zwei (!) Messstellen erhobenen Daten brechen Jahr für Jahr die maximal erlaubten Höchstwerte, und die politischen Akteure ändern nichts daran, sondern versuchen mit teilweise abenteuerlichen Ideen, sich notwendigen Maßnahmen zu entziehen.

Wohin die Reise bei einem Vergleich zwischen DUH und dem zuständigen Land (Hagen selbst ist hier sozusagen nicht satisfaktionsfähig) am 11. Februar gehen könnte, zeigt das in der letzten Woche erzielte Ergebniss für Dortmund: Eine Zuflussbeschränkung des motorisierten Individualverkehrs auf den Haupteinfallsrouten Richtung Innenstadt.

So soll auf der Brackeler Straße, einer Hauptzufahrt aus dem Dortmunder Osten, eine mehr als 800 Meter lange „Umweltspur“ eingerichtet werden, die nur für ÖPNV, Radverkehr und E-Mobile zur Verfügung steht. Damit würde die Kapazität für den gewöhnlichen motorisierten Individualverkehr (MIV) um die Hälfte eingeschränkt. Man erhofft sich dadurch eine Verminderung des MIV um 20 Prozent.

Das Einfallstor aus dem Süden, die Ruhrallee, soll mittels Pförtnerampeln, die den Zufluss regeln und einer Herabsetzung der maximal zulässigen Geschwindigkeit auf 30 km/h an die Kandarre genommen werden. Auch hier ist das Ziel eine Verminderung des MIV um etwa ein Fünftel. Stringente Überwachung ist laut Vergleich vorgeschrieben.

In der Hagener Stadtverwaltung gibt es inzwischen Überlegungen, den Linksabbiegerverkehr am Emilienplatz aus Richtung Landgericht in den Märkischen Ring zu unterbinden. Das würde allerdings nur zu einer höheren Belastung Richtung Stadtmitte bzw. Altenhagener Brücke führen. Das grundsätzliche Problem des überbordenden Verkehrs würde damit nicht beseitigt.

Zielgerichteter wäre sicherlich, den MIV bereits ab der Kreuzung am Landgericht in andere Kanäle zu leiten und den ehemaligen Park & Ride-Platz am Höing wiederzubeleben. Von dort gab es mal an Samstagen einen sehr erfolgreichen P&R-Verkehr mit Bussen in die Innenstadt, die teilweise im 7,5-Minuten-Takt verkehrten.

Dieses Modell könnte zukünftig für den täglichen Gebrauch installiert werden, um das Hagener Stadtzentrum zu entlasten. Seit der Fahrplanreform im Dezember verkehren vom Höing acht Busse pro Stunde ins Zentrum. Es fehlte also nicht viel, um den Takt in den Berufsverkehrszeiten auf fünf Minuten zu verdichten und so eine attraktive Verbindung zu schaffen.

Gleichzeitig ließe sich – analog zum Dortmunder Kompromiss – auf der Einfallschneise Autobahnzubringer stadteinwärts zwischen der Einmündung Aschenbergstraße/Saarlandstraße und dem Kreisel Stadtmitte eine Busspur einrichten und damit die Fläche für den MIV halbieren.

Die Zeit der Mogelpackungen ist jedenfalls vorbei. Spielereien wie die als Lösung aller Probleme von der CDU präferierten und am Straßenrand zu platzierenden Dunstabzugshauben, die sie zum wiederholten Male im Umwelt- und Mobilitätsausschuss präsentiert hat, ebenso.

Feuerwerk: Grüne bringen Verbotszonen in Hagen ins Spiel

30. Januar 2020

Die Hagener Grünen fordern die Verwaltung auf, ein Konzept für Silvester 2020 auszuarbeiten. Dabei können auch Tabuzonen eine Rolle spielen. (…)

„Uns geht es nicht um ein radikales Feuerwerksverbot beispielsweise für die gesamte Innenstadt zu fordern“, so Hans-Georg Panzer, Grünen-Ratsherr und Vorsitzender des Umweltausschusses, „aber wenn man auf die Ereignisse in Krefeld blickt, wo ja das Affenhaus des Zoos komplett niedergebrannt ist, werden einem doch Gefahren bewusst.“ Auch die hohe Feinstaubbelastung, so Panzer weiter, sei für ihn persönlich ein Kriterium. (…)

„Feuerwerk an Silvester stellt auf der einen Seite einen wichtigen Bestandteil des regionalen Brauchtums dar, ist auf der anderen Seite aber auch mit nicht unerheblichen Belastungen von Mensch, Tier und Umwelt verbunden“, erklärt Hans-Georg Panzer. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Panzer auf dem „Brauchtums“-Tripp. Die extreme Feinstaubbelastung sei auch (!) ein Kriterium – für ihn persönlich (!). Und „radikal“ will man als Partner von CDU und FDP natürlich nicht erscheinen.

NO2-Belastung: Hagen weiter Spitze

11. Januar 2020

Dies belegt eine erste Auswertung der Messwerte für Stickstoffdioxid (NO2) im Jahr 2019 an den automatisierten Landesmessstellen, die das Umweltministerium am Mittwoch (8. Januar 2020) veröffentlicht hat.

Gemeinsam mit den Messstationen an der Brackeler Straße in Dortmund und der Corneliusstraße in Düsseldorf belegt der Graf-von-Galen-Ring in Hagen mit einer Belastung von 45 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft den ersten Platz von 59 Messpunkten in NRW.

Wie das Umweltministerium weiter mitteilte, sind die Daten der Messstandorte mit Passivsammlern aufgrund des zeitlichen Aufwandes für die Laboranalytik noch nicht für das Jahr 2019 verfügbar.

„Klimanotstand nicht beachtet“

27. Dezember 2019

Naturschutzbeirat fordert für „Auf der Gehre“ ordentliches Planverfahren

Der Naturschutzbeirat der Stadt Hagen kritisiert die Entscheidung des Stadtrats, für den Bereich „Auf der Gehre“ in Eppenhausen lediglich ein vereinfachtes beschleunigtes Planverfahren einzuleiten.

Nach Angaben der WPWR (24.12.2019, nicht online) äußerte der Beiratsvorsitzende Wilhelm Bögemann sei Unverständnis darüber, „das Plangebiet „Auf der Gehre“ (…) ohne Bürgerbeiteiligung schnellstens abzuwickeln“. Von der Hagener Erschließungs- und Entwicklungsgesellschaft (HEG) werde Druck aufgebaut, weil es dort nach alten Fluchtlinienplänen möglich sei, sofort und ohne Auflagen zu bauen.

„Das Plangebiet „Auf der Gehre“ dient der Vogel- und Insektenwelt als besonderes Nahrungshabitat. Ebenso sind hier angesiedelte Reptilien zu beachten“, so Bögemann. Darüber hinaus handele es sich um eine Frischluftschneise für Eppenhausen.

Der Beiratsvorsitzende kritisiert: „Aus den Vorlagen der Verwaltung ist nicht ersichtlich, dass der vom Rat ausgerufene Klimanotstand in irgendeiner Weise beachtet werden soll“ und fordert, es solle auf jeden Fall der Beschluss des Rates zur Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ beachtet werden.

Siehe dazu:

Neue Baugrundstücke in Emst und Eppenhausen

Grüne: Gemeinsam feiern ohne zu böllern

20. Dezember 2019

Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen Hagen ruft die Menschen in Hagen dazu auf, dieses Jahr an Silvester weniger zu böllern und mehr gemeinsam zu feiern. Denn so können alle einen einfachen Beitrag für Gesundheit und Umwelt leisten. Die GRÜNEN begrüßen ausdrücklich, dass Händler und Unternehmen in Hagen erklärt haben, auf den Verkauf von Böllern an Silvester zu verzichten.

Dazu erklärt Kreisverbandssprecherin Christa Stiller Ludwig: „Zirka 10.000 Tonnen Feuerwerkskörper werden Jahr für Jahr am Silvesterabend gezündet. Allein in Deutschland werden damit etwa 130 Millionen Euro für das Silvesterfeuerwerk ausgegeben. Dabei hat die Böllerei erwiesenermaßen negative Auswirkungen Gesundheit und Umwelt. Die großen Mengen von Müll aus der Böllerei sind nicht nur ein optisches Problem und viel Arbeit für die Stadtreinigung sondern durch enthaltene Chemikalien auch eine starke Umweltbelastung.

Vor allem aber werden laut Umweltbundesamt zum Jahreswechsel rund 4.500 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das entspricht ca. 15,5 % der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Wer Fahrverbote in Hagen vermeiden möchte, sollte lieber ausgelassen feiern ohne zu böllern. Wir danken allen Händlern, die sich auf die Seite der Luftreinhaltung, der Gesundheit und des Klimaschutzes stellen.“

KV-Beisitzerin Andrea Peuler-Kampe ergänzt: „Nicht nur Menschen mit traumatischen Erfahrungen, sondern auch Tiere leiden massiv unter der Lärmbelastung durch Feuerwerk du Knaller. Wildtiere, Hunde und Katzen geraten durch Lärm, Blitze und Gerüche in Panik und können durch Feuerwerke verletzt oder getötet werden. Wer ein Herz für Tiere hat, sollte das Jahresende deshalb möglichst ohne Raketen und Knallkörper feiern.

Fazit Der GRÜNEN: Wir feiern lieber fröhlich ins neue Jahr ohne zu böllern!

Lärm: Betroffene Bürger in Hagen schließen sich zusammen

17. Dezember 2019

Bislang haben sie getrennt gekämpft, nun wollen sie gemeinsam gegen den Autobahnlärm vorgehen: Die Einwohner von Vorhalle, Bathey, Boloh, Emst, Haßley und Halden haben sich in einer stadtteilübergreifenden Bürgerinitiative zusammengeschlossen. (…)

Nirgends sonst in Nordrhein-Westfalen ist die Belastung für die Menschen derart groß wie in Hagen, aus dem Umweltbericht des Regionalverbandes Ruhr (RVR) ging 2017 hervor, dass Hagen die lauteste Stadt im Ruhrgebiet ist. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Fridays for Future ruft zum 4. Globalen Klimastreik auf

25. November 2019

Demo in Hagen: 29. Nov., 12:00 Uhr, Vorplatz Hauptbahnhof

Nach der Veröffentlichung des Klimapakets der Bundesregierung kündigt Fridays For Future einen weiteren globalen Aktionstag für den 29. November 2019 an.

In einem offenen Brief an die Bundesregierung stellen Aktivistinnen und Aktivisten die Handlungsfähigkeit der Koalition im Angesicht der Dringlichkeit der Klimakrise in Frage und fordern die Bundesregierung auf, das unzureichende Klimapaket grundlegend zu überarbeiten.

“Der CO2-Preis kommt zu spät und in einer lächerlich geringen Höhe, die Erhöhung der Pendlerpauschale ist eine fossile Subvention, die klimaschädlichen Verhalten fördert anstatt es unattraktiver zu machen, der Ausbau der erneuerbaren Energien wird erschwert und der viel zu späte Kohleausstieg wird gar nicht angetastet – dieses Klimapaket verdient seinen Namen nicht”, erklärt Pauline Brünger, Schülerin und Fridays For Future-Aktivistin aus Köln.

Der weltweite Aktionstag findet am Freitag vor Beginn der Weltklimakonferenz in Chile statt. Gegen Ende des Jahres wird zudem das Gesetzgebungsverfahren für den Kohleausstieg erwartet. Dieses wird – wie auch das Klimapaket – nicht ausreichen, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten.

“Den Kohleausstieg auf 2038 zu verschieben ist ein Schlag ins Gesicht der jungen Generation und der Menschen im globalen Süden, wo bereits jetzt die dramatischen Folgen der Klimakrise zu spüren sind”, ergänzt Nick Heubeck, Student und Fridays For Future-Aktivist aus Bamberg.

Bäume in Hagen brauchen keine Feinde mehr

5. November 2019

Die grünen „Freunde“ reichen schon

In seiner Kolumne in der Wochenendausgabe der WPWR stellt Redakteur Martin Weiske fest: Hagen verharrt in der Öko-Kreisliga. Das ist zweifellos richtig. Das ebenfalls von ihm benannte „zunehmende politische Gewicht der Grünen“ ist dagegen in Hagen inhaltlich nicht so recht erkennbar.

Weiske benennt als Beispiel für ein vermeintliches „Umweltgewissen“, das seiner Einschätzung nach inzwischen „die Ratsfraktionen“ entdeckt haben sollen, ausgerechnet die „Baumpflegesatzung“. Ein zahnloses Instrument, wie Kritiker sie seit Anfang an bezeichnet haben.

Für den grünen Vorsitzenden des Umweltausschusses, Hans-Georg Panzer, ging dagegen nach Verabschiedung der Satzung „ein lange gehegter Wunsch endlich in Erfüllung. Vor 11 Jahren hat der Rat die damals gültige Baumschutzsatzung aufgehoben. Das war für uns damals kein gutes Signal. Umso glücklicher bin ich heute. Mit der deutlich bürgerfreundlicheren und schlankeren Satzung nehmen wir die Bäume wieder unter Schutz und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“

Dankbar für dieses Statement lichtete die Presseabteilung des Oberbürgermeisters den Glücklichen gemeinsam mit seinen Kollaborateuren in einer herzergreifenden Aufnahme ab:

In der Mitte im Tarnfleck der olivgrüne Panzer, an seiner Seite v.l..n.r. die Vertreter der UnLinken, Hohenlimburger Seperatisten, Hagen Aktiv (oder Passiv ?) und des sich christlich gebärdenen Vereins CDU. Foto: Stadt Hagen.

Dabei handelte es sich um leeres Gerede. Die ehemalige Baumschutzsatzung war weg – die neue „Baumpflegesatzung“ entpuppte sich als Papier ohne jeden Biss. Die Grünen hatten sich einer CDU unterworfen, die bereits eine „Baumpolizeitruppe“ am Werke sah.

Zur Weltsicht der Hagener Grünen passt auch ein Rückblick auf den 30. Oktober 1999, den die WPWR kürzlich veröffentlichte:

Grüne plädieren für die Kettensäge

Eigentlich sollte die Bezirksvertretung Mitte nur darüber befinden, ob vier Bäume an der Röntgenstraße gefällt werden sollten. Doch kaum hatten sich die Politiker heiß geredet, stand schon ein Millionenprogramm zur Beseitigung von 5000 Straßenbäumen im Raum. Anwohner hatten die Debatte ins Rollen gebracht. In einem Bürgerantrag hatten sich Altenhagener beschwert, dass die mächtigen Linden nicht nur das Licht, sondern auch die wärmende Kraft der Sonne nähmen. Hinzu käme im Herbst jede Menge Laub. Während die SPD die Gehölze behalten wollte, waren es ausgerechnet die Grünen, die für die Kettensäge plädierten. Sie befürchteten „psychische Gefahren“ für die Menschen. Letztlich wurde aber nur eine einzige arg beschnittene Linde gefällt. 4999 weitere Bäume durften aufatmen.

Quelle: WPWR vom 30.10.2019, nur Print-Ausgabe

Seit 20 Jahren hat die grüne Fraktion offensichtlich nichts dazugelernt. Anfang 2018 wurden die Bäume in der Voerder Straße in Haspe abgeholzt. Nach Ansicht der Bezirksvertretung wurde der „Strassenraum verschattet“. Angesichts des Klimawandels eigentlich eine positive Nachricht. Den Grünen war das alles wurscht. Sie erhoben nicht nur in der BV keinen Einspruch, sondern winkten die Kosten von 170.000 Euro bei der Verabschiedung des Haushalts auch noch im Stadtrat durch.

Bäume in Hagen brauchen keine Feinde mehr, sie haben ja ihre „grünen Freunde“.

Dieseldreck: Es wird ernst für Hagen

25. Oktober 2019

Vergleichsverhandlungen zu Luftreinhalteplänen in NRW

Nach mehr als einem Jahrzehnt des Kleinredens und Herumlavierens scheint für Hagen in Sachen Luftverschmutzung das Ende der Fahnenstange in Sicht. Die Zeit taktischer Manöver zur Verhinderung der Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte für Stickstoffdioxid könnte im Februar kommenden Jahres endgültig der Vergangenheit angehören.

Das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Umwelthilfe haben gestern – so formuliert es das Oberverwaltungsgericht (OVG) – „ernsthafte, zielführende“ Vergleichsverhandlungen zu den Luftreinhalteplänen in 12 nordrhein-westfälischen Städten vereinbart. In einem Erörterungstermin vor dem OVG hätten beide übereinstimmend das gemeinsame Ziel betont, baldmöglichst flächendeckend eine Einhaltung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid erreichen zu wollen.

Die Vergleichsverhandlungen werden in nichtöffentlichen Erörterungsterminen geführt werden. Am 27.11.2019 soll über den Luftreinhalteplan für die Stadt Essen verhandelt werden, am 14.1.2020 über die Luftreinhaltepläne in Dortmund und Bonn. Am 11. und 12.2.2020 werden Erörterungstermine zu den Luftreinhalteplänen in weiteren Städten stattfinden; an diesen beiden Terminen wird es voraussichtlich um die Luftreinhalteplanung in Wuppertal, Hagen, Bielefeld, Bochum, Paderborn, Oberhausen und Düren gehen.

Der 8. Senat des OVG hatte bereits in zwei Urteilen vom 31.7.2019 (Az.: 8 A 2851/18, Luftreinhalteplan für die Stadt Aachen) und vom 12.9.2019 (Az.: 8 A 4775/18, Luftreinhalteplan für die Stadt Köln) die Grundsätze für die Luftreinhalteplanung konkretisiert. Auf dieser Grundlage wollen die Beteiligten nun auch für die weiteren 12 Städte, für die Klageverfahren anhängig sind, Lösungen finden.

Ob das Land wirklich zu den vom Gericht genannten „ernsthaften, zielführenden“ Verhandlungen bereit ist, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen. Das Urteil zu Aachen hat die Laschet-Regierung jedenfalls nicht anerkannt und Revision gegen die Entscheidung am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingelegt.

Laschet hatte sich 2018 auch gegen blaue Plaketten für saubere Fahrzeuge ausgesprochen: „Das wäre die Vorstufe zum Fahrverbot.“ Wenn Bezirksregierungen aber Fahrverbote verhängen sollten, „gäbe es die rechtliche Möglichkeit, das zu untersagen“, sagte Laschet mit Hinblick auf seine Weisungsbefugnis – Gerichtsurteile hin oder her.

Laschets Äußerungen seien „befremdlich“, erklärte dazu Grünen-Fraktionschef Arndt Klocke. „Mit der Ankündigung, Fahrverbote seien per se rechtswidrig, greift Armin Laschet das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das dieses Instrument ausdrücklich benannt hat, scharf an. Für einen Regierungschef sollte das ein No-Go sein.“

FernUniversität ist Vizemeisterin im Recycling

25. Oktober 2019

Die FernUniversität in Hagen gehört zu den recyclingpapierfreundlichsten Hochschulen Deutschlands. Sie belegt den zweiten Platz beim Papieratlas-Hochschulwettbewerb 2019. Damit hat sich die FernUni um zwei Plätze verbessert. Im vergangenen Jahr war sie noch Vierter.

Bundesministerin Svenja Schulze hat am Dienstag im Bundesumweltministerium in Berlin die vorbildlichen Leistungen der FernUniversität bei der Verwendung von Recyclingpapier geehrt. Die Auszeichnungen „Recyclingpapierfreundlichste Hochschule“ und „Aufsteiger des Jahres“ gingen an die Technische Universität Kaiserslautern. Den dritten Platz belegt die Universität Hohenheim.

In Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt und dem Deutschen Hochschulverband erfasst die Initiative Pro Recyclingpapier mit dem Papieratlas 2019 den Papierverbrauch und die Recyclingpapierquoten deutscher Hochschulen. In diesem Jahr fand der Wettbewerb, an dem sich 45 Hochschulen beteiligt haben, zum vierten Mal in Folge statt.

Weitere Infos: Papieratlas 2019

Größtes Öko-Projekt aller Zeiten in Hagen wieder verschoben

19. Oktober 2019

Zigmal angepriesen, mehrfach angekündigt, doch passiert ist seit über drei Jahren gar nichts. Auf einem 2,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Henkhausen und Garenfeld soll die Lenne in einen Zustand zurückversetzt werden, der die ursprünglichen Strukturen eines naturnahen Mittelgebirgsflusses wiedererkennen lässt – und damit die Bausünden der 70er-Jahre korrigiert. Doch warum kommt das größte Öko-Projekt aller Zeiten in Hagen nicht in die Gänge? An wem liegt das? (…)

Quelle: wp.de

Stromnetz-Ausbau ist laut Gutachter Jarass „kohle-getrieben“

3. Oktober 2019

Gutachter Prof. Jarass erklärt im Rat und vor Bürgern im Gymnasium, dass der Ausbau von Stromtrassen in Herdecke und generell unplausibel sei. (…)

Eingeladen hatten ihn die Prozessgemeinschaft Herdecke unter Strom und Bürgerinitiative (BI) Semberg, die gleichgesinnte Gruppen aus Hohenlimburg und aus Junkernhees im Kreis Siegen-Wittgenstein begrüßen konnten. Politiker und rund 120 Zuhörer im Gymnasium erfuhren, dass der Experte die Erforderlichkeit der neuen Leitungen, die der Netzbetreiber Amprion in Herdecke bereits vorbereitet, für fraglich hält. (…)

„Der geplante Netzausbau ist kohle-getrieben. Die neuen Leitungen dienen überwiegend dem Transport von überschüssigem Strom“, sagte der Professor. Der Gutachter bemängelt zudem, dass dabei die entstehenden Kosten von insgesamt rund 95 Milliarden Euro (sechs Milliarden pro Jahr) unberücksichtigt bleiben und vom Verbraucher bezahlt werde. (…)

Quelle: wp.de


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