Archive for the ‘04 Umwelt Hagen’ Category

Stickstoffdioxid: Hagen weiter Spitze

22. Januar 2022

Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub sind nach ersten Auswertungen des Landesumweltamtes auch 2021 unterschritten worden, in Hagen aber nur knapp. An allen 24 Messstationen im Ruhrgebiet lag, wie schon im Jahr zuvor, der Jahresmittelwert an Stationen mit einem automatischen Messverfahren unter 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Die niedrigsten Messwerte im Ruhrgebiet wiesen die Anlagen in Wesel-Obrighoven (14 Mikrogramm pro Kubikmeter), Hattingen-Blankenstein (15) und Datteln-Hagem (16) aus. Den höchsten Wert verzeichnete die Station in Hagen am Graf-von-Galen-Ring mit einem Jahresmittelwert von 38 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Auch die Feinstaubbelastung blieb überall unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die maximal erlaubte Anzahl von 35 Tagen mit einer mittleren Belastung von mehr als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde an keiner Station überschritten.

Eine abschließende Bewertung der Luftqualitätswerte für das Jahr 2021 ist aber erst nach Vorliegen aller validierten Messergebnisse möglich, meldet das NRW-Umweltministerium.

Alles klar beim Pfand?

19. Januar 2022

Irrtümer rund um Rückgabe und Verwertung von Getränkeverpackungen

Irrtümer Pfand_VZNRWViele Getränkeverpackungen sind mit einem Pfand belegt. Bei Mehrwegflaschen (Foto: VZNRW) dient es dazu, dass die Glas- oder PET-Flaschen möglichst alle zurückgegeben werden, neu befüllt werden können und somit lange im Kreislauf bleiben, sprich Müll vermeiden.

Bei Einwegflaschen und Getränkedosen besteht seit 2003 eine Pfandpflicht. Damit sollte ein Anreiz geschaffen werden, Mehrweg zu nutzen. Gleichzeitig soll das Einweg-Pfand dafür sorgen, dass die leeren Getränkeverpackungen im Recycling und nicht im Müll oder in der Natur landen.

„Gerade weil Einweg- und Mehrweg-Pfand unterschiedlich geregelt sind, gibt es eine Menge Verwirrung“, sagt Ingrid Klatte, Umweltberaterin in Hagen. „Und ab 2022 gelten zudem einige neue Regeln.“ Die Verbraucherzentrale NRW klärt auf.

Irrtum 1: Ab sofort ist auf allen Einwegflaschen und Getränkedosen Pfand.

(more…)

Online-Vortrag: Schaffen wir die Energiewende?

14. Januar 2022

Eine kostenlose Online-Veranstaltung zum Thema Energiewende bietet die Volkshochschule Hagen (VHS) am Dienstag, 25. Januar, von 19.30 bis 21 Uhr an.

Der steigende CO2-Preis macht das Heizen mit fossilen Energien immer teurer – und damit erneuerbare Energien attraktiver. Wer es mit Klimaschutz ernst meint, fossile Brennstoffe hinter sich lassen und weniger abhängig von schwankenden Öl- und Gaspreisen sein möchte, sollte auf den raschen Ausbau erneuerbarer Energien setzen.

Doch wie klappt die Energiewende, ohne das Leben für jene zu verteuern, die ohnehin unter steigenden Mieten leiden und sich nicht noch höhere Energiepreise leisten können? Diese Frage versuchen die Journalisten Michael Bauchmüller und Silvia Liebrich von der Süddeutschen Zeitung in ihrem Vortrag zu beantworten.

Eine Anmeldung ist erforderlich und kann bei der VHS unter der Kursnummer 0105Z bis zum 25. Januar, 12 Uhr, entweder über die Seite www.vhs-hagen.de oder unter Telefon 02331/207-3622 erfolgen. Mit der Anmeldebestätigung werden die Zugangsdaten für den Vortrag per E-Mail versendet. Voraussetzung für das Sehen und Hören des Vortrags ist ein PC, Laptop, Tablet oder Smartphone mit einer stabilen Internetverbindung.

Reichlich verstrahlt

2. Januar 2022

Hagen war jahrzehntelang in Atomprojekte verwickelt – und die Geschichte ist noch nicht zu Ende

ENERVIE_Zentrale_Zufahrt_Presse_1Wahnvorstellungen waren schon immer ein integraler Bestandteil Hagener Energieunternehmen – und immer mit Rückendeckung der bestens alimentierten politischen Aufsichtsvertreter. Vom Atomwahn über den Größenwahn Ivo Grünhagens bis hin zur lächerlichen Forderung nach einer eigenen Postadresse „Platz der Impulse“. Foto: Enervie.

Zum Jahreswechsel wurden drei weitere deutsche Atomkraftwerke vom Netz genommen. Keine 24 Stunden später tischt die EU-Kommission pünktlich zum Neujahrstag in einem Entwurf die Schnapsidee auf, diese Art von Energieerzeugern weiter finanziell zu fördern – als „nachhaltige“ Anlagen.

Anlass genug, noch einmal an die Rolle Hagener Energiekonzerne samt ihrer politisch besetzten Aufsichtsgremien in der Geschichte der Atomkraft zu erinnern, die endlich in diesem Land zu Ende geht. Die Frage der Entsorgung des stahlenden Mülls ist allerdings bis heute ungelöst – und es könnten noch hohe Kosten auf die Stadt bzw. die Stromverbraucher zukommen.

Die frühen Jahre

Es war die Zeit des Kalten Krieges. Von regierungsamtlicher Seite wurde den Menschen erzählt, gegen die Folgen einer Atombombe könne man sich mit einer Aktentasche über dem Kopf schützen. Da lag es nahe, auch an eine „friedliche“ Nutzung der Kernenergie zu glauben.

In diesen Jahren, genau 1959, erreichte der „Fortschritt“ auch Hagen. Das Kommunale Elektrizitätswerk Mark, besser bekannt als Elektromark und ein Vorläufer der Enervie, gründete gemeinsam mit 14 anderen Energieunternehmen die Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor (AVR).

Die Anlage steht in Jülich unmittelbar neben dem Gelände des Forschungszentrums und wurde von 1966 bis 1988 betrieben. Es traten mehrere Pannen und Störfälle auf, Kritiker sehen Indizien, dass der Reaktor sogar havariert ist. Der AVR-Betrieb und mögliche Gefährdungen beim Betrieb wurden 2011 bis 2014 von externen Experten untersucht; laut Abschlussbericht vom April 2014 gab es gravierende verheimlichte Probleme und Fehlverhalten.

Der Rückbau des AVR gilt als außergewöhnlich schwierig, langwierig und teuer. Aber Elektromark bzw. Rechtsnachfolger Enervie hatten viel Glück.

Da die Betreiber sich überfordert zeigten, werden Rückbau und Entsorgung von staatlichen Stellen in Auftrag gegeben und bezahlt. 2003 wurde die öffentliche Hand auch formal Eigentümer des AVR und seines Atommülls. Damit waren die Hagener finanziell aus dem Schneider.

Im Januar 1968 wurden beim Bau des AKW Würgassen erste Proteste gegen Atomkraftwerke laut. Ein SPD-Politiker namens Prof. Karl Bechert forderte: „Die Bevölkerung muss aufstehen wie ein Mann.“ Das hinderte die Elektromark allerdings nicht daran, in das nächste Atomabenteuer einzusteigen.

Der erste Versuch in Hamm

Nach der Ölkrise im Jahr 1973 warb Elektromark-Vorstand Hecker weiter für die Nutzung der Atomkraft.  Das war das Jahr, in dem 500 Traktoren durch den Kaiserstuhl rollten und die Bevölkerung alarmiert war: In Wyhl, mitten im Weinanbaugebiet, war ein Atomkraftwerk geplant.

Hecker argumentierte auf der Hauptversammlung gegenüber den Aktionären, die Elektromark fühle sich als Stromerzeuger durch den von der Bundesregierung angestrebten Ausbau der Kernenergie in der Pflicht – so der Geschäftsbericht – „weil nach dem heutigen Stand der Technik die Kernenergie ihren wachsenden Beitrag zur Energieversorgung nur über die Umsetzung in elektrische Energie leisten kann.“

1975 gründete Elektromark gemeinsam mit den Vereinigten Elektrizitätswerken (VEW) die Kernkraftwerk Hamm GmbH, um einen 1300-MV-Druckwasserreaktor zu bauen. Elektromark hielt an der Gesellschaft einen Anteil von 26 Prozent, das bis dato größte Finanzvolumen für ein Einzelprojekt des Energieversorgers.

Aber die Genehmigung kam nicht so recht voran. Die Elektromark machte dafür „die Einstellung der Landesregierung“ verantwortlich, die von der SPD geführt wurde. Also wich man nach Niedersachsen aus, wo unter der CDU-Regierung des Ministerpräsidenten Ernst Albrecht ein atomgünstigeres Klima herrschte.

Abenteuer im Emsland

1982 wurde die Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH gegründet, im April 1988 ging das AKW Emsland ans Netz. Elektromark hielt eine Beteiligung von 25 Prozent und hatte sich damit wirtschaftlich verhoben, zu viel Kapital war ans Atom gebunden.

Daher beschloss der Aufsichtsrat im Dezember 1993 einschneidende Maßnahmen zur Umstrukturierung des Unternehmens. Dazu gehörte vor allem der Verkauf der Beteiligung am AKW Emsland. Damit waren auch die Kosten für Stilllegung und Entsorgung des Meilers vom Tisch.

In der Folge wurden RWE und VEW mit 20 Prozent des Aktienkapitals Anteilseigner des Hagener Energieversorgers. Möglich wurde diese Veränderung, weil die Stadt Hagen einen Teil ihrer Aktien verkaufte.

Bio-Atomkraft aus regionalem Anbau

Aber die Hagener hatten noch ein weiteres Eisen im atomaren Feuer. 1968 hatten Elektrizitätsunternehmen in Hagen (!) die Hochtemperatur-Kernkraftwerks-GmbH (HKG) gegründet, die einen 300 MW-Reaktor bauen und betreiben sollte. Die Muttergesellschaften waren mittelgroße und kleinere regionale Elektrizitätsversorger, darunter die damalige Elektromark, eine der beiden Vorläufer der heutigen Mark-E.

„Die Befürworter der neuen Technologie sprachen so, als werde hier quasi Bio-Atomkraft aus regionalem Anbau produziert“, beschrieb einmal die Süddeutsche Zeitung die Stimmungslage der damaligen Zeit.

Im Mai 1971 wurde die erste Teilerrichtungsgenehmigung erteilt und im November 1985 wurde der „THTR 300“ genannte Reaktor in Hamm-Uentrop im Betrieb genommen. Das Glück währte allerdings nicht lange: Nach nur 423 Betriebstagen wurde der THTR wegen „Kinderkrankheiten“ vom Netz genommen und 1989 endgültig stillgelegt.

Die Baukosten des THTR wurden 1968 auf 300 – 350 Millionen D-Mark taxiert, zum Zeitpunkt des Baubeginns 1971 waren es schon 690 Millionen und am Ende wurden es dann 4 Milliarden D-Mark, was etwa 2,045 Mrd. Euro entspricht.

Bereits während der Inbetriebnahmephase traten so viele Probleme auf, dass die Stadtwerke Bremen ihren Anteil am THTR zum symbolischen Preis von einer DM an den damaligen HKG-Hauptgesellschafter Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) abgaben, um dem Haftungsrisiko zu entgehen.

Während einer Stillstandsphase ab September 1988 wegen gebrochener Haltebolzen in der Heißgasleitung übermittelte die HKG Ende November 1988 ein „vorsorgliches Stilllegungsbegehren“ an Bundes- und NRW-Landesregierung, um auf ihre prekäre finanzielle Lage aufmerksam zu machen. Die Bremer hatten also noch rechtzeitig den Absprung geschafft, denn anders als prognostiziert hatte sich der Betrieb des THTR als hochdefizitär herausgestellt und die finanziellen Reserven der HKG waren weitgehend aufgebraucht.

Ohne dauerhafte Lösung dieser finanziellen Probleme sah die Aufsichtsbehörde die Voraussetzungen für einen THTR-Weiterbetrieb nicht mehr als gegeben an, und der Reaktor blieb abgeschaltet. Im Sommer 1989 geriet die HKG dann an den Rand der Insolvenz und musste, da die Muttergesellschaften der HKG ohne höhere staatliche Zuschüsse keine weiteren Zahlungen leisten wollten, durch die Bundesregierung mit 92 Mio. DM und das Land NRW mit 65 Mio. DM gestützt werden.

Die Ruine könnte für Hagen noch teuer werden

Der Reaktor selbst wurde bis 1997 in den sogenannten „sicheren Einschluss“ überführt und verursacht weiter Kosten in Höhe von 6,5 Mio. Euro jährlich. Die HKG (heute nur noch zwei Beschäftigte – aber drei Geschäftsführer!) beziffert die Kosten für Stillegung und „sicheren Einschluss“ bis Ende 2009 auf insgesamt 425 Millionen Euro.

Die Aufwendungen für Demontage und Entsorgung des strahlenden Schrotts werden inzwischen auf 1 Milliarde Euro taxiert. Ohne die Kosten der Endlagerung wohlgemerkt. In einer Studie der Hertie School of Governance von 2015 wird der THTR zu den grössten Fehlentwicklungen bei deutschen Projekten der vergangenen 55 Jahre gezählt.

Dank großzügiger Förderung durch Bund und Land mussten die Anteilseigner der Betreibergesellschaft nur gut 8 Prozent der Baukosten aufbringen. Bei Stillegung und Einschluss waren sie schon mit einem Drittel der Kosten beteiligt. Die Verteilung beim Abriss steht völlig in den Sternen.

Sollten die Kosten vollständig von der HKG getragen werden müssen, entfielen auf die Hagener Enervie gemäß ihres Anteils 260 Millionen Euro. In 2012 verfügte die HKG nur noch über Eigenmittel von 41,5 Mio €. Inzwischen sind auch die aufgebraucht. Aber – es waren Cleverles am Werk: Wegen der Rechtsform als GmbH soll eine Durchgriffshaftung auf die HKG-Gesellschafter zur Deckung der Entsorgungskosten nicht möglich sein, sodass die Kostenübernahme ungeklärt ist.

Enervie spielt die Risiken im gewohnten Stil herunter: Im Geschäftsbericht 2013 (ein neuerer ist nicht auffindbar – auch bezeichnend) firmiert die HKG nur als „Unternehmen (…) untergeordneter Bedeutung“ gemäß § 311 Absatz 2 HGB. Danach muss eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, „wenn die Beteiligung für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist.“

Ein klassisches Schlupfloch für Bilanzakrobaten, denn der Absatz 1 desselben Paragraphen schreibt eigentlich die Miteinbeziehung bei „maßgeblichem Einfluss“ vor: „Ein maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn ein Unternehmen bei einem anderen Unternehmen mindestens den fünften Teil der Stimmrechte der Gesellschafter innehat.“ Enervie hat mit 26 Prozent mehr als ein Viertel und überschreitet damit sogar die Sperrminorität von 25 Prozent.

Bei Enervie baut man offenbar darauf, das Problem einfach auszusitzen; die heutige Generation der Manager und politisch Verantwortlichen wird dann, wenn es zum (finanziellen) Schwur kommt, schon den Ruhestand genießen. Motto: Nach mir die Sintflut.

Denn frühestens 2027, nach teilweisem Abklingen der Radioaktivität, kann endgültig mit dem Abriss begonnen werden. Dafür werden etwa 20 Jahre veranschlagt. Die Endabrechnung erfolgt also 2047 – 58 Jahre nach der Stillegung.

Hagen ist Pilotstadt im Projekt „klimakommune.digital“

7. Dezember 2021

Hagen ist „klimakommune.digital“. Die Stadt wurde als repräsentative Kommune in Deutschland für das gleichnamige Pilotprojekt ausgewählt. Das auf drei Jahre angelegte Förderprojekt ist mit bis zu vier Millionen Euro dotiert. Die Mittel werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vergeben, die Leitung liegt in den Händen der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Leitthemen des Projekts sind Klimaschutz und Digitalisierung. Hagen hat sich dabei vor allem die Unterstützung der digitalen Energiewende und die Transparenz städtischer CO2-Emissionen zum Ziel gesetzt. Dabei kooperiert die Kommune mit der Enervie Service GmbH, weiteren städtischen Konsortialmitgliedern sowie dem Industriebetrieb Waelzholz. Über drei Jahre wird in mehreren Phasen die Verfügbarkeit, Qualität und Verwertung von kommunalen Umweltdaten verbessert. Dazu entwickeln die Partner digitale Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen.

Das Projekt „klimakommune.digital“ wird im Rahmen des „Future Energy Lab“ der Deutschen Energie-Agentur im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie umgesetzt.

Am Oeger Steinbruch soll tiefer gebohrt werden

3. Dezember 2021

Die Hohenlimburger Kalkwerke (HKW) wollen tiefer in den Boden des Oeger Steinbruchs hinein bohren. Darf der wertvolle Kalkstein bisher nur bis zum Grundwasserspiegel abgebaut werden, sollen künftig auch tiefere Schichten möglich werden, so das Ansinnen des hiesigen Unternehmens. (…)

Aktuell bohren die Hohenlimburger Kalkwerke bis auf rund 140 Meter über dem Meeresspiegel (Normalnull), sagt Matthias Lange. Zum Vergleich: die Lenne im Hohenlimburger Ortskern liegt auf rund 125 Metern. (…)

Zudem gäbe es noch eine Reihe von Unwägbarkeiten. „Man muss sehen, wie sich die Lagerstätte aufschließt, welche Randbedingungen man bekommt und insbesondere das Wasser spielt eine große Rolle, deswegen das hydrogeologische Gutachten.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Ein Plädoyer für gerechte Mobilität

29. November 2021

Buchtipp: „Nachhaltige Mobilität für alle“ des Wuppertal Instituts

Wuppertal Institut - Buch Nachhaltige MobilitätDie Verkehrswende in Hagen hakt bekanntlich an allen Ecken und Enden. Zwar wurde der Busfahrplan entscheidend verbessert, was aber genau genommen nur eine ungefähre Wiederherstellung der Verhältnisse aus der Zeit vor den vom Stadtrat beschlossenen Kürzungsorgien im Rahmen der „Sparpakete“ war.

Positiv zu vermerken ist die Einführung von Busspuren auf der Körnerstraße oder die Planung eines Radwegs auf der Bahnhofstraße als wichtige Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Stadtzentrum. Damit haben sich die relevanten Aktivitäten dann aber auch schon erschöpft. Die jetzt eingeführten Tretroller in Haspe mögen vielleicht den Spieltrieb einiger Akteure aus Politik und Verwaltung befriedigen – verkehrspolitisch sind sie nutzlos und werden noch viel Ärger auf den Fußwegen verursachen.

Dabei ist das Leitbild der auch in Hagen eigentlich bis heute hochgehaltenen autogerechten Stadt längst überholt. Klimaschutz und Lebensqualität müssten im Vordergrund stehen statt eine fortgesetzte Bevorzugung zunehmend hochgerüsteter Autoflotten, die für Millionen Menschen ohne Auto Belastungen und Mobilitätsnachteile bedeuten. Städte wie Kopenhagen, Paris, Oslo oder Freiburg machen es vor: Sie planen eine moderne und zukunftsgerichtete Mobilität, die den Menschen gerecht wird und setzen sie konsequent um.

Aber wie lässt sich das Verkehrssystem sozial-ökologisch und gleichzeitig fair für alle umgestalten? Das Autorenteam des neuen Buchs „Nachhaltige Mobilität für alle“ ist sich einig: Vor allem der öffentliche Nah- und Fernverkehr, Sharing-Systeme sowie der Rad- und Fußverkehr müssen massiv ausgebaut und gefördert werden. Wenn dadurch weniger Menschen auf das Auto angewiesen sind, ließe sich der Autoverkehr halbieren.

Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, muss auch der Verkehr seine CO2-Emissionen auf Null bringen. Jedoch verharren diese seit 30 Jahren auf unverändert hohem Niveau. Höchste Zeit für eine längst überfällige Verkehrswende, bei der Klimaschutz und Lebensqualität im Vordergrund stehen, betont das Autorenteam – darunter Prof. Dr. Peter Hennicke, Prof. Dr.-Ing. Oscar Reutter, Thorsten Koska, Jana Rasch und Dieter Seifried.

Doch wie lässt sich Mobilität für alle gerecht und fair gestalten? Notwendig sei dafür eine radikale sozial-ökologische Transformation des Verkehrssystems, macht das Autorenteam deutlich. „Ziel muss es sein, nachhaltige Mobilität durch umweltverträgliche Verkehrsformen zu sichern und einen fairen Zugang zu Mobilität für alle zu schaffen. Dies ist nicht nur möglich, sondern bietet auch die Chance die Hälfte der Autoflotte überflüssig zu machen“, sagt Prof. Dr. Peter Hennicke, Senior Advisor am Wuppertal Institut.

Erreichen ließe sich dies durch eine engagiertere und integrierte Verkehrspolitik von Bund und Europäischer Union, die Maßnahmen auf kommunaler Ebene stützt und eine nachhaltige Mobilität für alle in Stadt und Land befördert.

„Eine wirkliche Verkehrswende mit dichtem Bahnnetz und modernen Mobilitätsdienstleistungen schafft neue, nachhaltige Geschäftsfelder und Arbeitsplätze. Digitalisierung hilft dabei, diese Potenziale zu erschließen“, ergänzt Thorsten Koska, Mitautor des Buchs und Co-Leiter des Forschungsbereichs Mobilität und Verkehrspolitik am Wuppertal Institut. Die verbleibenden Autos müssten effizienter und kleiner sein und mit erneuerbarem Strom angetrieben werden. Sharing-Systeme schaffen Flexibilität und ermöglichen es, die gleiche Mobilität mit weniger Autos bereitzustellen.

Die riesigen Maßnahmenprogramme, die in der Corona-Pandemie auf den Weg gebracht werden, bieten enorme Gestaltungschancen für eine faire und klimagerechte Verkehrswende. Die hiermit gesetzten Impulse müssen aber konsequent fortgesetzt werden, um eine nachhaltige Wirkung erzeugen zu können.

Prof. Dr.-Ing. Oscar Reutter, Co-Leiter des Forschungsbereichs Mobilität und Verkehrspolitik am Wuppertal Institut, ist sich sicher: „Die Vielfalt und das Engagement der verkehrspolitischen Initiativen auf kommunaler Eben und die in immer mehr Städten erzielten konkreten Erfolge sind Hoffnungszeichen, dass die über Jahre verschleppte Verkehrswende jetzt tatsächlich umgesetzt werden kann.“

In Hagen sind die Hoffnungszeichen allerdings noch recht rar gesät.

Download: Nachhaltige Mobilität für alle (pdf)

Oder als Buch:

Peter Hennicke, Thorsten Koska, Jana Rasch, Oscar Reutter, Dieter Seifried: Nachhaltige Mobilität für alle, Ein Plädoyer für mehr Verkehrsgerechtigkeit, Oekom Verlag, München, 2021, 432 Seiten
Buchpreis: 28,00 Euro (D), ISBN 978-3-96238-279-7

Online-Vortrag über Klimawandel und Klimapolitik

28. November 2021

Einen kostenlosen Online-Vortrag mit Prof. Ottmar Edenhofer über den Klimawandel und die Klimapolitik bietet die Volkshochschule Hagen (VHS) am Donnerstag, 2. Dezember, von 19.30 bis 21 Uhr an.

Prof. Ottmar Edenhofer ist Direktor sowie Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Er ist einer der meistzitieren Wissenschaftler der Welt und berät als Experte für Umweltökonomik unter anderem die OECD und die Vereinen Nationen.

In seinem Vortrag geht Prof. Ottmar Edenhofer auch auf die Ursache des Klimawandels ein. Dabei wird vom Phänomen des anthropogenen Klimawandels gesprochen. Noch ist die Zeit zum Handeln da, aber das Zeitfenster, das zur Verfügung steht, schließt sich. Nur ein von der gesamten Staatengemeinschaft getragenes globales Abkommen kann die Erderwärmung aufhalten.

Vor allem die politischen Entscheidungsträger müssen erkennen, dass Instrumente wie eine CO2-Bepreisung oder ein Emissionshandel wirksame, gerechte Maßnahmen darstellen, von denen alle Staaten profitieren können, so Prof. Edenhofer. Ist der EU Green Deal ein Schritt in die richtige Richtung?

Eine Anmeldung zu dem Online-Vortrag mit der Kursnummer 0132Z ist bis Donnerstag, 2. Dezember, um 12 Uhr entweder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder über die Internetseite www.vhs-hagen.de möglich.

Mit der Anmeldebestätigung werden die Zugangsdaten für den Vortrag per E-Mail versendet. Voraussetzung für das Sehen und Hören des Vortrags ist ein PC, Laptop oder Smartphone mit einer Internetverbindung.

Ein Zeichen für das Klima

26. November 2021

Hagener „STADTRADELN“ mit neuem Rekord

68.653 zurückgelegte Kilometer und mehr als zehn Tonnen eingespartes CO2: Das ist das Ergebnis und der neue Rekord der Stadt Hagen beim diesjährigen „STADTRADELN“. Vom 28. August bis zum 17. September nahmen 309 Hagenerinnen und Hagener sowie drei Mitglieder des Kommunalparlaments an der Aktion teil und setzten so ein Zeichen für ein besseres Klima.

Natürlich stand neben dem Einsatz für die Umwelt auch in diesem Jahr der Wettbewerbsgedanke im Mittelpunkt der Aktion. In Teams oder als Einzelperson verfolgten alle Teilnehmenden das Ziel, beruflich oder privat für 21 Tage auf das Auto zu verzichten und möglichst viele Kilometer auf dem Fahrrad zurückzulegen.

Am Ende konnte der Radsportclub Hagen seinen Titel aus dem vergangenen Jahr verteidigen und liegt mit großem Abstand auf dem ersten Platz. Das Team sammelte gemeinsam 15.351 Kilometer, gefolgt vom Team „Offenes Team-Hagen“ mit insgesamt 7.781 Kilometern und dem Team der Freien evangelischen Gemeinde Hohenlimburg, „FeG Hohenlimburg“, das 4.902 Kilometer erradelte. In der Kategorie Schulen sammelten das Theodor-Heuß-Gymnasium und das Fichte-Gymnasium zusammen 8.694 Kilometer.

Bereits zum fünften Mal hat sich die Stadt Hagen an der Aktion „STADTRADELN“ beteiligt. Weitere Informationen können Interessierte unter www.stadtradeln.de/hagen nachlesen.

Aktionswoche gegen ungewollte Werbepost

23. November 2021

Papier sparen, Abfall vermeiden: Umweltberatung Hagen informiert und bietet Aufkleber und Aktionspostkarten an

Werbebriefe, Postwurfsendungen, Prospekte – Werbung landet häufig im Briefkasten. Nach einer aktuellen Erhebung der Universität Gießen kommen im Jahr schätzungsweise zwischen 1,3 und 1,83 Millionen Tonnen Papier für unadressierte Werbung zusammen – das sind bis zu zehn Prozent des gesamten deutschen Papierkonsums. Oft nicht gewünscht und ungelesen wandern viele bunte Prospekte nach Erhalt direkt in die Altpapiertonnen.

„Wie Umfragen und Beschwerden bei den Verbraucherzentralen zeigen, sind viele Verbraucher genervt von der Werbeflut“, so Ingrid Klatte, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW in Hagen. Anlässlich der europäischen Woche der Abfallvermeidung vom 20. bis 28. November 2021 ruft sie unter dem Motto „Gemeinsam Werbemüll stoppen“ dazu auf, sich gegen unerwünschte Werbung zu wehren und damit Abfall zu vermeiden.

„Ein Aufkleber ,Bitte keine Werbung’ am Briefkasten oder der Haustür ist das Einfachste, das man gegen Werbeeinwürfe tun kann. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass werbende Unternehmen diesen oder einen Aufkleber mit gleicher Aussage beachten müssen”, erklärt Umweltberaterin Ingrid Klatte.

In der Aktionswoche verteilt die Verbraucherzentrale NRW die Aufkleber kostenlos in Hagen. Außerdem tourt ein Briefkastenaufsteller am Sonnabend, den 27.November in der Bücherei auf der Springe 1. An dem Aufsteller sowie in der Beratungsstelle, Hohenzollernstr. 8 im Volkspark, gibt es neben dem Aufkleber auch Aktionspostkarten, mit denen Verbraucher Firmen auffordern können, adressierte Werbung zu unterlassen oder sich an den Aufkleber „Keine Werbung einwerfen“ zu halten.

Veranstaltung zur „Globalen nachhaltigen Kommune Hagen“

19. November 2021

Zu einer kostenlosen Veranstaltung zur „Globalen nachhaltigen Kommune“ Hagen lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Dienstag, 23. November, von 19 bis 21 Uhr in die Villa Post, Wehringhauser Straße 38, ein.

Weil sich auch lokale Entscheidungen global auswirken können, hat die Stadt Hagen 2020 eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Hans Joachim Wittkowski (Umweltamt Hagen) und Katharina Fender (Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21) erläutern die 17 „Sustainable Development Goals“ (Nachhaltigkeitsziele) der Vereinten Nationen und wie deren Umsetzung sich auf das Leben der Bürgerinnen und Bürger Hagens auswirken könnte. Die Moderation übernimmt Claudia Eckhoff (Regionalpromotorin Eine Welt Netz NRW). Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Reihe „Hagen.Heimat.Bunt“, die das AllerWeltHaus und der Hagener Heimatbund zum Stadtjubiläum „275 Jahre Hagen“ konzipiert haben.

Auskünfte zur Anmeldung unter der Kursnummer 1410 sind auf der Seite www.vhs-hagen.de oder beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 erhältlich. Die Veranstaltung ist kostenlos, aber es wird um eine freiwillige Spende gebeten. Es gelten die Regeln der aktuellen Coronaschutzverordnung.

Hohenlimburg: Amprion- Neuer Impuls für den Trassen-Ausbau

19. November 2021

Um den Ausbau der Stromleitung von Amprion in Hohenlimburg verträglicher zu machen, schlägt Markus Kecker einen „Trassen-Tausch“ vor. (…)

Während Netzbetreiber Amprion in diesen Tagen und Wochen die Pläne zur Schau stellt, wie die hauseigene Bestandstrasse künftig auf 380.000-Volt-Leitungen und mit bis zu knapp 80 Meter hohen Masten ausgebaut werden soll, stellt Kecker eine andere Lösung in den Raum: Nämlich, dass Amprion nicht die eigene Bestandstrasse, sondern die unweit entfernt davon gelegene Trasse von Enervie auf 380 Kilovolt ausbaut. (…)

Quelle: wp.de

„Klimabäume“: 100 Obstbäume übergeben

17. November 2021

Im Rahmen der Aktion „Klimabäume“ hat das Umweltamt der Stadt Hagen in Kooperation mit der Biologischen Station Umweltzentrum Hagen e.V. am vergangenen Samstag an der Biologischen Station 100 Obstbäume an die Hagener Baumpatinnen und Baumpaten übergeben.

„Du hast das Grundstück, wir haben den Baum!“ – unter diesem Motto beteiligte sich die Stadt Hagen zusammen mit 42 weiteren Kommunen an der Aktion „Klimabäume“ des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Private Haus- und Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer konnten sich im Vorfeld für eine Baumpatenschaft bewerben. Im gesamten Ruhrgebiet wurden etwa 5.000 Baumpatenschaften vergeben, darunter an 100 Hagenerinnen und Hagener. Die Obstbäume werden im eigenen Garten eingepflanzt.

Bei den Bäumen handelt es sich um Apfel- und Birnenbäume, die nicht nur gesunde Früchte liefern, sondern auch einen positiven Beitrag zur Klimabilanz der Region leisten. Sie binden CO2, verringern Schadstoffe in der Luft und in heißen Sommern helfen sie, die Temperaturen zu senken und die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Neben den Grünflächen sind sie damit ein wichtiger Bestandteil der Grünen Infrastruktur einer Stadt.

Das Projekt Klimabäume wurde von der Bezirksregierung Münster aus Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert. Es ist Teil der Offensive Grüne Infrastruktur 2030, einem Leitprojekt des RVR für die Metropole Ruhr aus der Ruhr-Konferenz NRW. Weitere Informationen zum Projekt finden Interessierte auf www.klimabaeume.ruhr.

Blaue Stunde zum blauen Planeten

16. November 2021

Globale Herausforderungen im Kontext lokaler Aspekte erörtern: Das war das Ziel der „Blauen Stunde zum blauen Planeten“, einer Veranstaltung des Umweltamtes der Stadt Hagen am vergangenen Freitag im Kunstquartier. Anlässlich der Weltklimakonferenz in Glasgow hatten Teilnehmende der Veranstaltung die Gelegenheit, mit Vertreterinnen und Vertretern von „Fridays for Future Hagen“ sowie anderen Ansprechpartnerinnen und -partnern in einen persönlichen Austausch zu den Fragestellungen der Erderwärmung zu treten.

Im Vorfeld dieser Veranstaltung hatte das Umweltamt Hagen, ebenso wie viele weitere Umweltämter in anderen Städten und Gemeinden, an der bundesweiten Initiative „Die Klimawette“ teilgenommen, deren Zielsetzung es war, zur Bewusstseinsbildung und zur Förderung des individuellen klimafreundlichen Verhaltens beizutragen. Weitere Informationen zu der Aktion erhalten Interessierte unter www.dieklimawette.de.

„Die blaue Stunde zum blauen Planeten“ im Kunstquartier bildete einerseits den Abschluss der Teilnahme Hagens an der „Klimawette“ – gleichzeitig setzte sie mit „Fridays for Future Hagen“ im kulturellen Rahmen hier vor Ort ein authentisches Zeichen für die globale Jugendbewegung, die ihrerseits auf der Weltklimakonferenz vertreten war. Zum Ende der Veranstaltung wurden den Teilnehmenden künstlerischen Arbeiten präsentiert, die zuvor in dreitägigen themenbezogenen Kunst-Workshops mit den Teilnehmenden von „Fridays for Future Hagen“ erarbeitet worden sind.

Volme soll sich ausdehnen – Stadt will Flächen kaufen

15. November 2021

In Delstern soll die Volme bei Hochwasser mehr Platz bekommen. Die Stadt Hagen will dafür Flächen erwerben. (…)

Quelle: wp.de

Große Hitze wird in Hagen zu einem bedenklichen Problem

1. November 2021

Die Flutkatastrophe hat kürzlich einmal mehr vor Augen geführt, wie der Klimawandel eine Stadt treffen kann. Was oft so weit weg scheint wie Bilder von schmelzenden Eisbergen in der Arktis, betrifft die Hagener nun vor der eigenen Haustür.

Und ein Blick in die Zukunft zeigt, dass es mit den Extremen nicht besser wird. Im Gegenteil: Neben möglichen Starkregenereignissen werden vor allem die Hitzetage häufiger. Die Städte erwärmen sich weiter. Und gerade in den dicht bebauten Hagener Vierteln zeichnet sich ab, dass die Situation künftig „bedenklich wird“, wie Jörg Wittkowski vom Umweltamt noch schonend umschreibt: Im Schnitt 30 bis 36 Tage im Jahr mit Temperaturen über 30 Grad werden im Klimaanpassungskonzept der Stadt für einige Gebiete prophezeit. (…)

„Es sind natürlich auch die Wohnungsbaugesellschaften gefragt, in ihren Innenhöfen genau solche Flächen zu schaffen oder bei Sanierungen auf Verschattungsmaßnahmen zu setzen, um die Gebäude gegenüber der Hitze etwas abzuschirmen oder als Stadt zusätzliche Trinkwasserstellen zu schaffen“, so Wittkowski. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Material: Integriertes Klimaanpassungskonzept Hagen (pdf)

Anmerkung: Die Erfahrung zeigt, dass solche Konzepte in wesentlichen Teilen zerredet, über Jahre verzögert und blockiert werden, um anschließend ihre Endverwendung in irgendeiner Schublade zu finden. Und nicht nur das: es werden sogar völlig kontraproduktive Maßnahmen beschlossen.

Ein Paradebeispiel für diese Form politischer Ignoranz ist die Abholzung von Straßenbäumen 2018 in der Hasper Fußgängerzone, die mit der absurden Begründung durchgezogen wurde, die Bäume würden „den Straßenraum verschatten“. Treibende Kraft dieses Humbugs war der seinerzeitige Hasper Vortänzer Dietmar Thieser, unterstützt von der gesamten Bezirksvertretung. Der Stadtrat zog anschließend nach und bewilligte der Thieser-Truppe für den Kahlschlag auch noch das Geld, das die BV ja nicht hatte.

Es lohnt sich, die Chronologie dieser Ereignisse noch einmal nachzulesen. Dann bekommen auch die letzten Wohlmeinenden vielleicht eine Ahnung davon, wie in Hagen der Hase läuft:

Mein Feind, der Baum
BV Haspe will Fußgängerzone abholzen lassen

Thieser zerstört Haspe
Baumfällung an der Voerder Straße

Kahlschlag in Haspe
Da helfen nur noch Zwangsjacken

Bilstein schließt Liefervertrag für grünen Stahl

25. Oktober 2021

Die Bilstein-Gruppe wird künftig mit bis zu 100.000 Tonnen grünen Stahl pro Jahr beliefert. Das teilte die Geschäftsführung des zweitgrößten Kaltwalzunternehmen in Deutschland am Freitag mit. Das Warmband kommt vom schwedischen Stahlerzeuger „H2 Green Steel“ und soll ab 2025 ausgeliefert werden.

„H2 Green Steel“ wurde vor einem Jahr gegründet und will für die Stahlproduktion den Angaben zufolge Wasserstoff nutzen, der ausschließlich mit Grünstrom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde. Voraussichtlich Ende 2024 soll die Produktion in einem Werk in Nordschweden starten. (…)

Quelle: wp.de

Amprion beantragt Planfeststellungsverfahren

12. Oktober 2021

Für Neubau der umstrittenen 380-kV-Freileitung werden Planungsunterlagen ausgelegt

Stromnetzbetreiber Amprion GmbH hat bei der Bezirksregierung Arnsberg einen Antrag für den rund 10 km langen Neubau einer 380-kV-Höchstspannungsfreileitung zwischen der Umspannanlage Garenfeld in Hagen und dem Punkt Ochsenkopf in Iserlohn eingereicht.

Der höchst umstrittene Neubau soll weitestgehend in vorhandenen Trassen erfolgen. Die Stromkreise vorhandener 110-kV-Freileitungen sollen dabei auf dem neuen Mastgestänge mitgeführt werden. Durch den Neubau werden auch Anpassungen an anderen Freileitungen notwendig. Mit der Freileitungstrasse werden Gebiete der Städte Hagen und Iserlohn gequert, darunter dichtbesiedelte Wohngebiete in Hagen-Hohenlimburg.

Die Planunterlagen liegen vom 19. Oktober 2021 bis 18. November 2021 in den genannten Städten zur Einsichtnahme aus. Betroffene Bürger können ab Beginn der Auslegung bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist Einwendungen erheben.

Der rund zehn Kilometer lange Abschnitt zwischen Garenfeld und Iserlohn ist Teil der Streckenverbindung von Dortmund-Kruckel bis Betzdorf-Dauersberg in Rheinland-Pfalz und gehört zu den im Bedarfsplan des Energieleitungsausbaugesetzes ausgewiesenen Vorhaben zum beschleunigten Ausbau der Höchstspannungsnetze.

Die Planunterlagen sind ab dem 19. Oktober 2021 auch auf der Internetseite der Bezirksregierung Arnsberg abrufbar.

10 Millionen Euro für saubere Mobilität

12. Oktober 2021

Verkehrsministerium fördert Elektrobusse der Hagener Straßenbahn

Seit vielen Jahren setzt die Hagener Straßenbahn (HST) emissionsarme Antriebstechnologien bei ihren Fahrzeugen ein. Jetzt beginnt für das Verkehrsunternehmen der Aufbruch in ein neues Zeitalter der Mobilität: Die Ära der vollelektrisch betriebenen Fahrzeuge beginnt.

Dazu wurden bereits vor geraumer Zeit die ersten Weichen gestellt. Mit Erteilung der Baugenehmigung für die Errichtung der notwendigen Infrastruktur im März dieses Jahres, war die erste wesentliche Hürde genommen. Danach wurde unverzüglich der abschließende Förderantrag gestellt und nach entsprechender Prüfung auch bewilligt.

Jetzt überreichte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst einen Förderbescheid in Höhe von 10.004.800 Euro für die Beschaffung von Elektrobussen sowie der zugehörigen Ladeeinrichtungen und sonstiger technischen Komponenten.

Bestellt werden 13 Solobusse und ein Gelenkbus, deren Reichweite zwischen 250 und 300 Kilometern liegt. Geladen werden die Fahrzeuge über Nacht in der Wagenhalle der HST. Ein Teil der großen Busgarage in Boelerheide wird dafür mit Ladehauben und Traversen ausgestattet. Außerdem gilt es die Abstellhalle in Brandabschnitte zu unterteilen, Änderungen an der Sprinkleranlage vorzunehmen, Löschwasserrückhaltesysteme zu installieren und Transformatoren sowie eine Übergabestation zu errichten.

„Wenn alles planmäßig verläuft, werden Ende nächsten Jahres die ersten vollelektrisch betriebenen Busse über die Hagener Straßen rollen,“ so Straßenbahn-Vorstand Christoph Köther.

Papierfabrik will heißes Wasser aus Erde fördern

11. Oktober 2021

Die von der Kabel Premium Pulp & Paper GmbH in Hagen durchgeführten geologischen Untersuchungen zur Errichtung einer Geothermieanlage im Umfeld der Firma sind inzwischen ausgewertet worden. Die Messkampagne hat die ursprünglichen Prognosen des Geologischen Dienstes NRW bestätigt, dass die gesuchte Kalksteinschicht in 3000 bis 4000 Metern Tiefe unterhalb von Hagen liegt. Diese möchte die Papierfabrik in Kabel als regenerative Energiequelle anzapfen. (…)

Quelle: wp.de

Hagen will ein Zeichen für das Klima setzen

11. Oktober 2021

Jetzt an der bundesweiten „Klimawette“ teilnehmen

Die Weltklimakonferenz in Glasgow am 1. November rückt immer näher und Hagen hat sich ein Ziel gesetzt: Bis zum Stichtag beteiligen sich mindestens 2830 Hagener Bürgerinnen und Bürger an der „Klimawette“, um 2830 Tonnen CO2 einzusparen.

Mit diesem Wetteinsatz setzt die Volmestadt, zusammen mit vielen weiteren Städten, ein Zeichen für den Klimaschutz. Doch das geht nur gemeinsam. Alle Hagenerinnen und Hagener sind dazu aufgerufen, sich unter www.dieklimawette.de/mitmachen zu registrieren und damit einen wichtigen Beitrag für Umwelt und Klima zu leisten.

Wie das geht? Die Teilnahme ist auf zwei Wegen möglich: Teilnehmende können selbständig CO2 einsparen und ihre Einsparungen für die „Klimawette“ erfassen. Aus einer Liste von 20 Vorschlägen können sie individuell einen oder gleich mehrere eigene Vorsätze auswählen.

Hierzu gehören zum Beispiel mit der Bahn in den Urlaub zu fahren, den Reifendruck des Autos zu messen oder durch Carsharing ganz auf das eigene Fahrzeug zu verzichten. Letzeres ist in Hagen allerdings kaum möglich, da nur ein (!) Fahrzeug zur Verfügung steht.

Eine Übersicht aller Tipps finden Interessierte unter https://www.dieklimawette.de/co2-tipps.

Wer lieber ein konkretes Klimaschutzprojekt unterstützen möchte, kann sich für die zweite Möglichkeit entscheiden: Hierzu können sich Interessierte ganz einfach ein Projekt ihrer Wahl aussuchen und durch eine direkte Spende zur Vermeidung des Ausstoßes von tonnenweise CO2 beitragen.

Doch eine Wette wäre keine Wette ohne den direkten Vergleich zu den anderen Mitspielern. Dank der CO2-Städteliga können Teilnehmende den aktuellen Zwischenstand der eigenen Stadt abrufen und diesen allen bundesweit teilnehmenden Städten direkt gegenüberstellen. Denn alle Teilnehmenden werden über ihre Postleitzahl automatisch den jeweiligen Städten gutgeschrieben.

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Ansprechpartnerin Anna Katharina Meyer unter Telefon 0176/60026659 oder per E-Mail an annakatharina.meyer@hotmail.com.

Hagen setzt vermehrt auf Recyclingpapier

7. Oktober 2021

Die Stadt Hagen nutzt vermehrt Papier mit dem Blauen Engel und gehört damit nach eigener Einschätzung zu den recyclingpapierfreundlichsten Städten Deutschlands.

Im Papieratlas-Städtewettbewerb 2021 der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) belegt Hagen gemeinsam mit Hamm den siebten Platz. Mit einer Steigerung der Recyclingpapierquote in der Verwaltung um 14,41 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres erreicht Hagen zugleich den fünften Platz der „Aufsteiger des Jahres“.

Der Papieratlas bildet seit 2008 den Papierverbrauch und den Anteil von Papier mit dem Blauen Engel in deutschen Städten ab. Partner des Wettbewerbs sind das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt, der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Mit einer durchschnittlichen Recyclingpapierquote von 92 Prozent stellen die 103 teilnehmenden Groß- und Mittelstädte in diesem Jahr einen neuen Rekord auf.

Die Stadt Hagen leistet mit der Verwendung von Recyclingpapier einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz: Im Vergleich zu Frischfaserpapier spart die Herstellung mindestens 60 Prozent Wasser und Energie und verursacht deutlich weniger CO2-Emissionen. So konnte Hagen im vergangenen Jahr eine Einsparung von mehr als 4,9 Millionen Liter Wasser und über 1 Millionen Kilowattstunden Energie bewirken.

„Fehler gemacht“

25. September 2021

Rund 600 Anhänger Bewegung „Fridays for future“ gingen am Freitag in Hagen, zwei Tage vor der Bundestagswahl, noch einmal auf die Straße. Ihr Ziel: Die Wahl zu einer Klimawahl machen. Unter ihnen ein in gewisser Weise besonderer 87-jähriger Mann, den man hier wohl nicht erwartet hätte, der der Bewegung aber den Rücken stärken und ihr Mut zusprechen will.

Er ist ein ungewohntes Bild auf einer Fridays-for-Future-Demonstration. Dies ist Friedrich Aufermann. Ein 87 Jahre alter Hagener mit einem Schild um den Hals. 25 Jahre lang leitete er das Grünflächenamt in Hagen, heute setzt er sich für ein besseres Klima ein. „Letztes Mal waren fast nur junge Menschen hier, dieses Mal sind auch mehr Erwachsene hier“, freut sich Friedrich Aufermann mit einem Blick auf die versammelte Menschenmenge.

„Die Stadt vernachlässigt das Klima“, sagt der 87-Jährige. Für die Zukunft sieht er schwarz, die Klimaneutralität in Hagen als ein unerreichbares Ziel, „ich bin todtraurig.“ Wichtige Ämter der Stadt seien aufgelöst und an den Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) übergeben worden. Er zeigt sich besorgt: „Wir haben so viele Probleme in dieser Stadt“. (…)

Quelle: wp.de

Große Demo von Fridays-for-future zwei Tage vor Wahl

23. September 2021

Die Jugendbewegung „Fridays for future“ geht am 24. September, zwei Tage vor der Bundestagswahl, noch einmal in Hagen auf die Straße. Es ist die nächste große Demo im Rahmen des weltweiten Klimastreiks unter dem Motto „Alle fürs Klima“. Start ist um 14 Uhr am Hagener Hauptbahnhof. Der Demo-Zug endelt an der Konzertmuschel im Volkspark.

Erneut will sich die Bewegung für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens, die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, und gegen die anhaltende Klimazerstörung stark machen. (…)

Quelle: wp.de

Gehen – Baustein nachhaltiger Mobilität

10. September 2021

Fachverband Fußverkehr ist jetzt in Hagen mit Ortsgruppe vertreten

Die Hagener Mitglieder des FUSS e.V. – Fachverband Fußverkehr Deutschland – haben im Juli 2021 eine Ortsgruppe Hagen gegründet. Sprecher ist Matthias Täufer.

Täufer: „Die Bedeutung von Fußverkehr für eine Stadt wird immer noch unterschätzt und bei der Verkehrsplanung einfach übersehen. Jeder und jede ist täglich im Fußverkehr unterwegs: auf dem Weg zum Einkaufen oder zur Arbeit, beim Spazierengehen, auf dem Schulweg, zur Bushaltestelle und sogar auf dem Weg von und zum Parkplatz. Es gibt in Hagen knapp 200.000 Fußgängerinnen und Fußgänger, aber genau null Menschen, die Fußverkehr planen. Wir wollen die Bedingungen für diese wichtige Form der Mobilität in Hagen verbessern. Zu Fuß gehen ist unschlagbar simpel, sozial, gesund, gut fürs Klima und beansprucht keine versiegelten Flächen für Parkplätze oder Umgehungsstraßen. Bei kurzen Entfernungen ist sie zudem die schnellste Art ans Ziel zu kommen – und das alles quasi zum Nulltarif.“

Der FUSS e. V. Hagen setzt sich unter anderem für folgende Ziele ein:

  • Fußverkehr wird neben Rad, ÖPNV und motorisiertem Verkehr als gleichwichtige Verkehrsform erkannt und unterstützt.
  • Die Sicherheit im Fußverkehr bekommt höchste Priorität. Ziel muss die “Vision zero” sein, also null Tote und Schwerverletzte.
  • Für den Fußverkehr stehen barrierefreie Netze, einfache Straßenquerungen und ausreichende Flächen zur Verfügung, die Gehen, Begegnen und Verweilen ermöglichen.

Die Mitglieder im FUSS e.V. – Hagen engagieren sich auch bei verkehrswende-hagen.de. Fußverkehrsinteressierte sind herzlich willkommen!

Kontakt: Matthias Täufer, hagen@fuss-ev.de

FUSS e. V. vertritt seit 1985 die Interessen der Fußgängerinnen und Fußgänger in Deutschland. Bei allen Fragen zum Fußverkehr ist der Verein Ansprechpartner für Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit. FUSS e. V. erarbeitet Stellungnahmen und schlägt Änderungen für Gesetze und Richtlinien vor und kooperiert mit Verbänden, die sich mit Rad-, Bus- und Bahnverkehr befassen, weil Gehen als wichtigster Baustein nachhaltiger Mobilität nicht isoliert betrachtet werden kann.

Vielfältige Informationen, u. a. Handlungsleitfaden für kommunale Fußverkehrsstrategien, Fußverkehrs-Checks und Fußverkehrs-Audits finden sich auf www.fuss-ev.de.

Fahrradsternfahrt Ruhr 2021

10. September 2021

sternfahrt_logoViele erinnern sich bestimmt noch an die Fahrradsternfahrt Ruhr, die 2019 durch Hagen führte. In diesem Jahr ist am Sonntag, 19. September 2021 eine Streckenfahrt von Witten nach Lünen geplant. Neben dem Event-Charakter ist die Sternfahrt auch eine Demonstration für eine umweltfreundliche Verkehrswende. Viele Menschen möchten sich für eine stärke Berücksichtigung des Radverkehrs einsetzen.

Mehrere Einstiegspunkte für Radfahrer aus Hagen werden angeboten:

Hagen-Haspe, Torhaus, Kölner Str.1, 9:45 Uhr
Hagen-Hauptbahnhof, Berliner Platz, 10:00 Uhr
Hagen-Vorhalle, Europaplatz, 10:30 Uhr
Wetter, Kaiserstr. ggü. Sparkasse, 10:45 Uhr

Die längste Strecke beträgt von Haspe bis zum Seepark Lünen 53 km. Bis zum Startpunkt der angemeldeten Demonstration am Wittener Rathaus gibt es verschiedene begleitete Gruppenfahrten. Erst ab Witten bis Lünen wird die Fahrrad-Demo von der Polizei abgesichert. Dabei geht es auch über die sonst für Radfahrer gesperrte B1 und durch den Tunnel der B236.

Für die Rückfahrt ist jeder Teilnehmende selbst verantwortlich. Dabei kann man sicherlich auch auf die Bahn zurückgreifen. Ebenso ist eine vorzeitiger Ausstieg aus der Strecke z.B. in Dortmund möglich. Am Seepark in Lünen gibt es einen gemeinsamen Ausklang mit Musik, Juxrädern und vielem mehr.

Weitere Infos gibt es unter https://fahrradsternfahrt.ruhr/

Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt

8. September 2021

terre des hommes unterstützt Vereinte Nationen

Seit geraumer Zeit setzt sich die Kinderhilfsorganisation terre des hommes für ein Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt ein. Sie macht sich dafür stark, dass dieses Recht Bestandteil der UN-Kinderrechtskonvention wird. Am 13. September tagt der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen in Genf zu diesem Thema. Durch einen bundesweiten
Aktionstag will terre des hommes auf dieses Anliegen aufmerksam machen.

Die Hagener Gruppe von terre des hommes informiert am 11. September 2021 von 11 bis 14 Uhr in der Innenstadt, Elberfelder Straße/ Einmündung Hohenzollernstraße, zu ökologischen Kinderrechten.

Kinder können dort mit einem überdimensionierten Würfelpuzzle spielerisch das Thema kennenlernen. Außerdem werden Karten mit Unterschriften zur Unterstützung der Ergänzung der Kinderrechtskonvention gesammelt, die den Vereinten Nationen zugeleitet werden. Die Gruppe wird sich über zahleiche Besucher groß und klein freuen.

Hagen setzt ein Zeichen für‘s Klima

8. September 2021

Jetzt an der bundesweiten „Klimawette“ teilnehmen

Hagen wettet für das Klima. Der Einsatz: Bis zur Weltklimakonferenz am 1. November in Glasgow beteiligen sich mindestens 2830 Hagener Bürgerinnen und Bürger an der Klimawette, um 2830 Tonnen CO2 einzusparen. Damit könnte die Volmestadt, zusammen mit vielen weiteren Städten, ihren Beitrag zum deutschlandweiten Ziel leisten, bis November gemeinsam eine Million Tonnen CO2 einzusparen. Jetzt anmelden und mitmachen unter www.dieklimawette.de/mitmachen.

Teilnehmen können alle Hagenerinnen und Hagener, die mit ihrem individuellen Wetteinsatz sowohl symbolisch als auch aktiv ein Zeichen gegen den Klimawandel setzen möchten. Die Teilnahme ist auf zwei Wegen möglich: Zum einen können Teilnehmende selbst CO2 einsparen und für die Klimawette erfassen. Aus einer Liste von 20 Vorschlägen können sie hierzu individuell einen eigenen Vorsatz auswählen. Ebenso ist es möglich, konkrete Klimaschutzprojekte von gemeinnützigen Kompensationsdienstleistern durch eine Spende zu unterstützen und damit tonnenweise CO2 zu vermeiden.

Die CO2-Städteliga der Klimawette ermöglicht den direkten Vergleich mit der Nachbarstadt oder anderen Städten. Denn alle Teilnehmenden werden über ihre Postleitzahl automatisch den jeweiligen Städten gutgeschrieben. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Ansprechpartnerin Anna Katharina Meyer unter Telefon 0176/60026659 oder per E-Mail an annakatharina.meyer@hotmail.com.

Zero Waste Workshop

2. September 2021

Mittwoch, 8.9.2021, 19 Uhr, Villa Post, Wehringhauser Str. 38, Hagen

Müll vermeiden lernen – Workshop mit Silvia van Loosen. Der Workshop zeigt alltagstaugliche Alternativen auf, um den anfallenden Müll Schritt für Schritt zu reduzieren von A wie Abflussreiniger bis Z wie Zahnpflege. Die Teilnehmenden stellen selbst Haushalts- und Reinigungsmitteln mit wenigen Zutaten her und stellen fest, wie einfach es ist, Müll zu vermieden und die Umwelt zu schonen. Im Rahmen der „Weltbilderreihe“ in Kooperation mit der VHS.

Es gilt: Pay what you want, Eintritt nach eigenem Ermessen. Anmeldung unter Tel. 02331/ 2073622 oder E-Mail an vhs@stadt-hagen.de.

Bürgerinitiative kämpft gegen Autobahnlärm in Hagen

2. September 2021

Wahre Autokolonnen befahren täglich die drei Hagener Autobahnen A 1, A 45 und A 46. Besonders stark frequentiert ist die A1 im Hagener Norden. In Vorhalle sind es laut Messungen des Landesbetriebs Straßen NRW täglich knapp 100.000 Fahrzeuge zwischen den Anschlussstellen Hagen-Nord- und Hagen-West, die die Menschen zur Verzweiflung treiben. Besonders infernalisch ist der Krach im Umfeld von Espenweg, Ulmen- und Mühlenbrinkstraße. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Es sind nicht nur die Autobahnen, die für den Lärm verantwortlich sind. Dazu kommen jene Idioten, die mit manipulierten Auspuffanlagen und hochtourig beschleunigten Motorrädern ganze Wohngebiete terrorisieren. Alles völlig legal. Bei der Wahl nicht vergessen: Die für den Lärmterror verantwortlichen Bundesverkehrsminister werden seit vielen Jahren von der Union gestellt.

Neue Solaranlage liefert Strom für fast 200 Hagener

1. September 2021

Eine der größten Solaranlagen in Hagen geht jetzt in den Betrieb. Die Kapazität reicht für den Jahresverbrauch von fast 200 Hagenern.

Die Sonne scheint sich nicht zu freuen. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie sich hinter den Wolken versteckt? Sollte besser über Hagen scheinen. Gerade jetzt, gerade heute, hier auf die Häuser der Hagener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (HGW) an der Elemenhorststraße, wo die Bürger-Energie-Genossenschaft 58 gerade ihre größte Photovoltaikanlage in Betrieb genommen hat. (…)

Quelle: wp.de

„10.000 Klimabäume“: Baumpaten gesucht

31. August 2021

„Du hast das Grundstück, wir haben den Baum!“ – unter diesem Motto beteiligt sich die Stadt Hagen, zusammen mit 42 weiteren Kommunen, am Samstag, 30. Oktober, an der Aktion „10.000 Klimabäume“ des Regionalverbands Ruhr (RVR). Ab sofort können sich private Haus- und Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer für eine Baumpatenschaft bewerben.

Patenschaften für mehr als 200 Obstbäume

Der Plan ist, am letzten Oktoberwochenende mehr als 200 Obstbäume an der Biologischen Station Hagen an private Haus- und Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer zu übergeben, die von diesen anschließend im eigenen Garten eingepflanzt werden. Wer eine solche Baumpatenschaft auf seinem Grundstück übernehmen möchte, kann sich über die Webseite www.klimabaeume.ruhr mit seinen Kontaktdaten und einem Bild vom Pflanzort bewerben.

Bei den Bäumen handelt es sich um Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume, die nicht nur gesunde Früchte liefern, sondern auch einen positiven Beitrag zur Klimabilanz der Region leisten. Sie binden CO2, verringern Schadstoffe in der Luft und in heißen Sommern helfen sie, die Temperaturen zu senken und die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Neben den Grünflächen sind sie damit ein wichtiger Bestandteil der Grünen Infrastruktur einer Stadt.

Das Projekt Klimabäume wird von der Bezirksregierung Münster aus Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert. Es ist Teil der Offensive Grüne Infrastruktur 2030, einem Leitprojekt des RVR für die Metropole Ruhr aus der Ruhr-Konferenz NRW.

Rückfragen können interessierte Bürgerinnen und Bürger entweder per E-Mail an info@klimabaeume.ruhr oder unter Telefon 0201/2069-0 direkt an den RVR richten.

Hatopia: „Wir sind noch hier und kommen größer zurück als vorher“

25. August 2021

Entstehung von Hagens erstem Nachhaltigkeitszentrum

Die Initiative Hatopia ist einigen Hagenerinnen und Hagenern bereits ein Begriff. Nicht zuletzt seitdem Hatopia 2020 den Hagener Heimatpreis für ehrenamtliches und nachhaltiges Engagement in Hagen gewonnen hat.

Die jungen Engagierten betreiben unter anderem die Projekte des Umsonstladens, Best of the Rest (ein veganes Vier-Gänge-Menü aus geretteten Lebensmitteln, welches normalerweise Sonntags im CaféBistro Mundial des AllerWeltHaus Hagen stattfindet) oder haben letztes Jahr zu Beginn der Corona-Pandemie den „Digitalen Hatopia Kongress“ mit über 40 Initiativen aus Hagen organisiert.

Hatopia ist eine Initiative, ein Zusammenschluss aus freiwilligen Hagenerinnen und Hagenern, die Transformationsprozesse in Hagen begleiten möchten, hin zu einer nachhaltigeren, sozialeren Gesellschaft für alle. Die letzten Wochen haben uns allen nicht zuletzt auch vor der eigenen Haustür gezeigt, worauf es in den nächsten Jahren ankommen wird. Wir brauchen mehr Nachhaltigkeit, mehr Klima- und Umweltschutz.

Die letzten Monate war es still um Hatopia. Das lag an der Entwicklung neuer Projekte und Konzepte, aber vor allem aber auch an einem Umzug. Hatopia ist mit dem Umsonstladen von der Lange Straße in die Bismarckstraße 27 umgezogen.

In deutlich größere Räumlichkeiten, die nun ein paar Jahre leer standen und dementsprechend Renovierungsbedarf hatten. Die letzten Monate wurde jeden Tag von Nachmittags bis Spätabends, größtenteils auch am Wochenende mit vielen Freiwilligen renoviert.

In der Bismarckstraße wird der Umsonstladen nun Teil von etwas viel größerem sein. Dort entsteht das erste „Nachhaltigkeitszentrum Hagen“. In den Räumlichkeiten finden wie gewohnt der Umsonstladen Platz, aber in Zukunft auch Hagens erster Leihladen, eine offene Werkstatt, in der vor allem Upcycling-Projekte mit Materialien aus dem Umsonstladen stattfinden sollen, sowie eine Multifunktionsfläche, die Platz für Yoga, Kindergruppen, Lesungen und Diskussionsabende bietet.

Das Nachhaltigkeitszentrum Hagen hat sich das Ziel gesetzt Transformationsprozesse, insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel, zu begleiten und mit vielfältigen Projekten und Kampagnen aktiv zu gestalten. Das partizipative Konzept sorgt für eine lokale Einbindung der Menschen vor Ort und sorgt dafür, dass notwendige Anpassungen nicht als negative Disruption, sondern als willkommene Veränderung wahrgenommen werden.

Im Nachhaltigkeitszentrum werden ab Herbst 2021 neben bekannten Projekten wie dem Umsonstladen auch neue Projekte Platz finden. In Zusammenarbeit mit der Pelmke in Wehringhausen wird Hatopia durch pädagogische und psychologische Fachkräfte ein Upcycling Puppentheater für Kinder in Form einer wöchentlich stattfindenden Gruppe im Viertel Wehringhausen ins Leben rufen. Außerdem wird es eine regelmäßige Kinder-Yogagruppe geben. Hatopia will die Menschen vor Ort einbinden, sich für Partizipation und Integration stark machen.

Die Miete tragen die Engagierten derzeit noch ausschließlich privat. Um das Nachhaltigkeitszentrum für alle zugänglich zu machen und die viele verschiedenen Projekte auf sichere Beine zu stellen, brauchen Sie die Unterstützung der Bevölkerung.

Hatopia hat zu diesem Zwecke einen gemeinnützigen Verein gegründet, der nun auch eingetragen ist. So dürfen nun Spenden gesammelt und auch bescheinigt werden, so dass Spenderinnen und Spender ihre Spenden ggf. sogar steuerlich absetzen können.

Wenn nur 200 Hagenerinnen und Hagener monatlich 10 Euro spenden würden, so wären die Miete und laufenden Fixkosten gesichert. Wer sich also vorstellen kann, das Nachhaltigkeitszentrum mit Umsonstladen, Leihladen, offener Werkstatt und co zu unterstützen, der kann dies, natürlich einmalig oder monatlich, entweder direkt auf das folgende Konto oder die extra eingerichtete Fundraising Plattform tun:

Nachhaltigkeitszentrum Hagen e.V., GLS Bank, Konto: DE17 4306 0967 1227 2740 00
www.betterplace.org/p96068

„Kickt die Tonne!“

21. August 2021

„Die Klimawette“ macht Station in Hagen

Die bundesweite CO2-Sparaktion „Die Klimawette“ hat die Stadt Hagen herausgefordert, die Volmestadt hat die Herausforderung angenommen. Mit ihrer Sommertour „Kickt die Tonne!“ macht die Aktion am Dienstag, 24. August, um 13 Uhr am Kunstquartier Hagen Halt, um den Wetteinsatz von Oberbürgermeister Erik O. Schulz und der Stadt Hagen persönlich entgegenzunehmen.

Alles Wissenswerte über „Die Klimawette“

„Die Klimawette“ zeigt spielerisch auf, wie jede und jeder einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten und die nächste Tonne CO2 einsparen kann. Sie möchte deshalb bis zur nächsten Weltklimakonferenz in Glasgow am Montag, 1. November, deutschlandweit eine Million Menschen gewinnen, die zusammen eine Million Tonnen CO2 einsparen.

Heruntergerechnet auf die Einwohnerzahl Hagens entspricht dies 2.830 Tonnen CO2. Die Zielsetzung im Rahmen des Hagener Wetteinsatzes lautet daher: Von Dienstag, 24. August, bis Montag, 1. November, beteiligen sich mindestens 2.830 Hagenerinnen und Hagener mit ihrem individuellen Wetteinsatz an der Klimawette.

Auf www.hagen.de stellt die Stadt hierzu allen Interessierten einen Zugang zur Verfügung. Ob das Ziel des Hagener Wetteinsatzes erreicht werden konnte, wird am Dienstag, 2. November, unmittelbar nach der Weltklimakonferenz gemeinsam mit den Initiatoren der Klimawette verkündet.

Die Teilnahme ist über die Internetseite www.dieklimawette.de/mitmachen auf zwei Wegen möglich. Zum einen können Teilnehmende selbst CO2 einsparen und für die Klimawette erfassen. Aus einer Liste von 20 Vorschlägen können sie hierzu individuell einen eigenen Vorsatz auswählen. Ebenso ist es möglich, konkrete Klimaschutzprojekte von gemeinnützigen Kompensationsdienstleistern durch eine Spende zu unterstützen und damit tonnenweise CO2 zu vermeiden.

Um die Aktion bundesweit bekannt zu machen, hat sich das Team der Klimawette eine besondere Challenge ausgedacht. In 100 Tagen radelt der Initiator, Dr. Michael Bilharz, mit dem Lastenrad über 6.000 Kilometer quer durch Deutschland. Er macht in 200 Städten Station, um die Klimawette vor Ort vorzustellen und zum Mitmachen zu motivieren.

Das Motto der Sommerradtour „Kickt die Tonne!“ ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen. Im Gepäck sind nicht nur spannende Tools wie das CO2-Battle und der Klimawetten-Jackpot, sondern auch eine Tonne CO2, die jeder und jede „umhauen“ darf.

Die CO2-Städteliga der Klimawette ermöglicht den direkten Vergleich mit der Nachbarstadt oder anderen Städten. Denn alle Teilnehmenden werden über ihre Postleitzahl automatisch den jeweiligen Städten gutgeschrieben. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Ansprechpartnerin Anna Katharina Meyer unter Telefon 0176/60026659 oder per E-Mail an annakatharina.meyer@hotmail.com.

Bienenwiese an der Waschanlage

11. August 2021

Bienenwiese Best Carwash 2

Selbst wenn es sich wohl nur um eine Maßnahme zur Imageverbesserung handelt: Fakt ist, dass die Autowaschanlage Rehstraße/Ecke Wehringhauser Straße von einem 130 Meter langen Blühstreifen umkränzt ist. Ganz anders sieht es nicht weit davon entfernt im Hasper Kreisel aus:

Hasper Kreisel Kiesbeet mit Esel

Eine trostlose Wüstenei, die auch noch von der Bezirksvertretung Haspe gesponsert wurde, genauso wie der rote Kitschesel, der auf der anderen Straßenseite die Tristesse so passend ergänzt.

Dabei hatte das Vorstadtgremium schon im Februar 2021 einstimmig beschlossen: „Die Bezirksvertretung Haspe stellt Hasper Gärtnereien aus ihren Haushaltsmitteln für das laufende Haushaltsjahr einen Betrag in Höhe von bis zu 1.000,00 € für die Frühjahrs- und Sommerbepflanzung für einige Beete im Hasper Kreisel zur Verfügung.“ Auf Veranlassung der grünen Fraktion wurde sogar noch ergänzt: „Hier sollen heimische und insektenfreundliche Pflanzen bevorzugt werden.“

Hat aber alles nichts genützt. Erst vor wenigen Tagen wurde vor Ort eine Gärtnerbrigade gesichtet, die die Kieswüste umgerührt hat. Das war’s dann (Fotos: DW).

Auch Kaugummis beseitigen

21. Juli 2021

Die Hochwasservorsorge in Hagen wurde verschleppt – Beispiel Holthausen

Seit mehr als 30 Jahren warnen Forscher vor den Folgen des Klimawandels, vor Ort ist davon lange nichts angekommen. Bestimmend bei den verantwortlichen Politikern in den lokalen Gremien waren Abwehrreflexe. So wie in Hagen.

Mögliche Bedrohungen durch Hochwasser war in den Rathaus-Gremien eigentlich so gut wie nie ein Thema – mit einer Ausnahme: Holthausen. Und da ging es gewaltig schief, wie man heute weiß.

Nachdem es bereits 1972, 1985 und 1986 in dem Hagener Stadtteil zu Überschwemmungen mit Schäden gekommen war, entstand 1992 der Plan, etwa einen Kilometer oberhalb der geschlossenen Bebauung ein sogenanntes „Einlaufbauwerk“, also einen Damm mit kontrollierem Wasserablass, zu errichten.

Obwohl es zwei Jahre später erneut zu Hochwasser mit Überflutungen kam, passierte erst einmal nicht weiter. Dann beschloss die für Holthausen zuständige Bezirksvertretung Hohenlimburg im Juni 2002, es sollten „Alternativlösungen zu dem geplanten Damm“ gefunden werden – 10 Jahre nach dem Plan von 1992 (!).

Weitere Jahre vergingen. 2005 schlug das Umweltamt vor, „dass die Feuerwehr im Rahmen der Gefahrenabwehr die Rechen von Treibsel- und Geröll reinigt. Voraussetzung hierfür ist ein automatisches Warnsystem und ein geeignetes Fahrzeug“.

Im Dezember 2006 berief sich die Verwaltung auf ein Gutachten und stellte fest: „Absperrdamm ist nicht gerechtfertigt; eine Drosselung des Abflusses ist unnötig.“ Im März 2007 beschloss der Verwaltungsvorstand (!), einen „polit. Beschluss durch UWA und BV Hohenlimburg herbeizuführen, der die Errichtung einer autom. Meldeanlage im Gewässer und die Beschaffung eines Sonderfahrzeuges für die Feuerwehr vorsieht; Der Bau eines Treibsel- und Geröllfanges wird dadurch entbehrlich.“

Ein bezeichnendes Beispiel dafür, wie in Hagen Politik funktioniert: Der Verwaltungsvorstand, also der Oberbürgermeister und seine Dezernenten, geben vor, wie die gewählten Gremien zu entscheiden haben – und die ordnen sich dem bereitwillig unter. Ein Stück wie aus einer Bananenrepublik.

Der Umweltausschuss (UWA) nickte am 23.08.2007 weisungsgemäß einstimmig ab. Das Protokoll vermerkt: „Frau Kuschel-Eisermann nimmt mit Freude zur Kenntnis, dass der Damm vom Tisch ist.“ Die Dame ist die Gattin des heutigen Hohenlimburger Bezirksvorstehers (beide CDU).

Im Februar 2008 kam dann im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) die angesprochene Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs auf den Tisch. Claus Thielmann (FDP) und Wolfgang Röspel (CDU) brachten, wie nicht anders zu erwarten, eine privatwirtschaftliche Lösung ins Gespräch, die aber schon daran scheiterte, dass der ins Auge gefasste Unternehmer nicht sicherstellen konnte, schnell genug an Ort und Stelle zu sein.

Ein Highlight der besonderen Art lieferte Jochen Weber (SPD) ab. Der ehemalige Hasper Bezirksvorsteher und vergebliche OB-Kandidat nahm den Hochwasserschutz zum Anlass, sich nach einem ganz speziellen, aber von Flutwellen reichlich weit entfernten Anliegen zu erkundigen. Ein von der Feuerwehr beschafftes Fahrzeug sollte auch in der Lage sein, Kaugummis zu beseitigen. Hierzu bittet er um nähere Auskünfte.

Die fast 30-jährige Debatte hat letztendlich nicht zu dem Ergebnis geführt, dass für Holthausen ein wirksamer Hochwasserschutz realisiert wurde, wie die Ereignisse in der vergangenen Woche gezeigt haben.

Immerhin hat es Holthausen auf diesem Weg bis in einen griechischen Fernsehsender geschafft. Chrisa Alikati, eine Griechin aus Holthausen, berichtet von einer „biblischen Katastrophe innerhalb von zwei Stunden“ (Video hier, in griechischer Sprache).

WBH will bis 2030 klimaneutral werden

6. Juli 2021

Ein zentraler Aufgabenschwerpunkt des Wirtschaftsbetriebs Hagen (WBH) seit seiner Gründung im Jahr 2011 ist (nach Angaben der Stadt) der sparsame Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. Dies betrifft auch den Energieverbrauch und damit die Treibhausgas (THG)-Emissionen. In diesem Bereich wurden von 2011 an vielfältige Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs in Angriff genommen.

2020 wurde das Büro „Energielenker projects GmbH“ damit beauftragt, in einer Klimabilanz Daten zum Energieverbrauch zusammenzutragen, um feststellen zu können, inwieweit die durchgeführten Optimierungen ihr Ziel bisher erreicht haben. Dabei wurde festgestellt, dass der Energieverbrauch um rund 24 Prozent gesenkt werden konnte: Während im Jahr 2012 noch 5.846 Megawattstunden (MWh) verbraucht wurden, waren es 2019 nur noch 4.436 MWh.

Dies wurde unter anderem erreicht durch die Umstellung auf LED-Lampen, sparsamere Elektrogeräte und automatische Lichtabschaltungen. Im Bereich der CO2-Emissionen ist die positive Entwicklung noch deutlicher zu sehen. Von 2012 bis 2019 wurde ein Rückgang um rund 42 Prozent erreicht. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Einbau einer Hackschnitzelheizung 2013 am Standort Eilper Straße.

Die Erfolge bestärken den Vorstand in seinem Ziel, die Gebäudeenergie bis 2025 CO2-neutral zu gestalten und bis 2030 die CO2-Neutralität des gesamten Betriebes zu erreichen. Damit werde der WBH seiner Verantwortung als Umweltschutzbetrieb gerecht, so die Stadt.

Die Klimabilanz ist auf der Internetseite des WBH unter www.wbh-hagen.de veröffentlicht.

Ischelandteich droht umzukippen

25. Juni 2021

Dem Ischelandteich geht es nicht gut. Das Algenwachstum ist enorm, bisweilen stinkt das Gewässer nach Schwefel. Und die Fontäne ist ausgefallen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Lenne: Rücksichtnahme erwünscht

19. Juni 2021

Renaturierung soll die Fehler aus der Vergangenheit korrigieren

Lenne-Renaturierung

Schönes Ausflugsziel bei heißen Temperaturen: die Lenne. Foto: Umweltamt der Stadt Hagen.

Als neues Ausflugsziel, mit Hund oder ohne, badend, grillend oder einfach nur sitzend: Hagenerinnen und Hagener nutzen den Bereich an der Lenne auf verschiedenste Art und Weise. Durch den Umbau fühlt sich aber nicht nur der Mensch zur Lenne hingezogen. Viele heimische Tier- und Pflanzenarten finden in diesem neuen Lebensraum ein Zuhause. Aus diesem Grund appelliert das Umweltamt an Besucherinnen und Besucher, den neuen Naturraum rücksichtsvoll zu genießen.

Lebensraum für Flussregenpfeifer und Uferschwalbe

Seit der Fertigstellung des ersten Abschnitts der Lenne-Renaturierung, die aktuell an einem weiteren Abschnitt fortgesetzt wird, lockt es viele Hagenerinnen und Hagener an den Fluss. Auch die Natur hat schnell diesen neuen Lebensraum für sich entdeckt.

So brüten dort zum Beispiel mehrere Paare des Flussregenpfeifers und der Uferschwalbe, besonders im Bereich der Kiesbänke und an den Ufern. Bislang kamen diese Vogelarten nur mit wenigen Brutpaaren in der Hagener Natur vor – umso erfreulicher, dass sie sich nun im Bereich der Lenne ansiedeln können. Der Flussregenpfeifer baut sein Nest gut getarnt direkt im Kies und ist erst aus der Nähe erkennbar. Die Brutröhren der Uferschwalbe befinden sich im Bereich des Ufers.

Aus diesem Grund ist es gerade jetzt in der Brutzeit bis Ende Juli wichtig, auf die seltenen und geschützten Vögel Rücksicht zu nehmen. Besucherinnen und Besucher sollten die Kiesbänke nicht betreten, Abstand zu den brütenden Vögeln halten und die Vögel nicht aus Unwissenheit durch Hunde und die eigene Anwesenheit stören.

Durch menschliche Aktivitäten verringert sich der Lebensraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt und der Stress auf die wildlebenden Arten nimmt zu. Vielfach fehlen Kenntnisse der Bürgerinnen und Bürger bezüglich verschiedener Tier- und Pflanzenarten sowie Ökologie und Naturschutz.

Die Natur ist kein Freizeitpark

Erholung in der Natur funktioniert nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme gegenüber anderen Mitmenschen sowie Tieren und Pflanzen. Die Natur ist kein Freizeitpark. Sie ist der Lebensraum vielfältiger Tier- und Pflanzenarten, die ihre Ansprüche und Berechtigungen haben.

Beim Aufenthalt in der Natur sind Regeln zu beachten. Flussregenpfeifer und Uferschwalbe sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt, eine Störung ist verboten. Außerdem appelliert das Umweltamt eindringlich an Besucherinnen und Besucher, Abfälle mitzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen.

Projekt Lenne-Renaturierung: Fehler wiedergutmachen

Mit dem imposanten Projekt der Lenne-Renaturierung werden die Fehler aus der Vergangenheit korrigiert. In den 1970er Jahren wurde der Fluss einen Kilometer von seinem ursprünglichen Verlauf entfernt verlegt und die Ufer in schwere Wasserbausteine gefasst. Durch die erforderliche Anpassung an die gesetzlichen Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie bekommt die Lenne jetzt nun mehr Platz, sich selbst zu entwickeln. Gehölze sind gepflanzt, die Uferbefestigungen sind weg, das Flussbett aufgeweitet und Kiesbänke entstehen wie von selbst. Auf Luftbildern ist diese Verbesserung von oben gut sichtbar.

Weitere Infos für Besucher

Weitere Information zum richtigen Verhalten in der Natur erhalten Interessierte auf den Internetseiten des Hagener Umweltamtes unter www.hagen.de/umweltamt. Hier können sie zum Beispiel den Landschaftsplan der Stadt Hagen mit seinen ausgewiesenen Schutzgebieten und Festsetzungen sowie Regeln für den Aufenthalt in der freien Natur einsehe, damit sich die Hagenerinnen und Hagener auch in den nächsten Jahren noch an den seltenen Vogelarten und der abwechslungsreichen Natur direkt vor der Haustür erfreuen können.

Für weitere Informationen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hagener Umweltamtes unter Telefon 02331/207-3523 zur Verfügung.

Schon wieder über dem Grenzwert

11. Juni 2021

Hagener Problem der Autoabgase ist noch lange nicht beseitigt

Nach den zwischenzeitlich vorliegenden, endvalidierten Messdaten des Umweltministeriums für das Jahr 2020 wurde an allen Messstellen in Hagen der Grenzwert für Stickstoffdioxid eingehalten. Aber nur knapp – dank Corona.

Damit wurde – erstmals (!) – seit Beginn der Immissionsmessungen in Hagen im Jahr 2004 der rechtsverbindliche Grenzwert für Stickstoffdixoid an allen Hagener Messstellen eingehalten. Es hat also 16 Jahre gebraucht, einen rechtkonformen Zustand in der Stadt zu realisieren, ein Verdienst, das einzig und allein der Klage der Deutschen Umwelthilfe zu verdanken ist. Aber im Februar 2021 hatte sich das ein einer Messstelle bereits wieder erledigt.

Die politisch Verantwortlichen hatten es all die Jahre geschafft, die rechtlichen Vorgaben zu ignorieren, Regelungen zu verhindern und mögliche Lösungen mit teils abenteuerlichen „Alternativvorschlägen“ systematisch zu konterkarieren. So blieb nur noch der Klageweg – und der konnte nur von außen kommen. In den verbandelten Hagener Strukturen stellt bekanntlich schon der Tellerrand eine Art extraterristisches Areal dar.

Dass sich in der Frage der Luftschadstoffe überhaupt etwas bewegt hat, ist also nicht etwa – was eigentlich naheliegend gewesen wäre – den Hagener Grünen zu verdanken. Die hatten sich seit spätestens 2014 in einer Allianz des Grauens zusammen mit CDU, FDP und teilweise dem freiwilligen Partner Hagen Aktiv einmauern lassen.

Auch 2020 wurde der Grenzwert der Stickstoffdioxid-Emissionen nur knapp eingehalten. „Zumal das Jahr 2020 aus lufthygienischer Sicht unter meteorologischen und unter „COVID-19“ Aspekten sehr günstig war“, wie die Verwaltung konstatierte. Bereits im Februar 2021 lag der Wert an der Messstelle Graf-von-Galen-Ring wieder bei 44 µg/m3 und damit abermals über dem Grenzwert.

Die für 65 Millionen Euro gebaute Bahnhofshinterfahrung, die als „Emissionsreduzierungs-Projekt“ mit großem propagandistischem Aufwand seitens Politik, Verwaltung und lokalen Medien den Hagenern schmackhaft gemacht wurde, hat also für eine Schadtstoffverminderung wenig gebracht, sondern nur neue Optionen für Automobilisten.

Solange nicht die Einsicht reift, dass der motorisierte Individualverkehr in den sensiblen Lagen in der Innenstadt und den Tälern mit wirksamen Maßnahmen wie einer Aussperrung des Lkw-Verkehrs und einer Zuflussreduzierung der Pkw-Flut (z.B. durch Pförtner-Ampeln) reduziert werden muss, ergänzt durch eine durchgehende Bevorrechtigung und einen weiteren Ausbau des ÖPNV, wird das Hagener Emissionsproblem nicht zu lösen sein.

Und der Klimawandel ist hier noch gar nicht angesprochen.


%d Bloggern gefällt das: