Archive for the ‘21 Fundsachen’ Category

Ein Rätsel im Sommerloch: Wer war’s?

30. Juli 2022

Es gab auch mal andere Zeiten. Der nachfolgende Text ist der Auszug aus einem früheren Grundsatzprogramm einer deutschen Partei. Um es nicht zu leicht zu machen, wurden einige allzu verräterische Begriffe durch neutrale Formulierungen (in Klammern) ersetzt oder entfernt (…), ohne den Sinn zu entstellen.

Wer mag wohl der Urheber des Textes gewesen sein? Welche Partei hat in welchem Jahr und unter welchem Titel das Programm beschlossen, dem die Auszüge entnommen sind?

Lösungen werden bis einschließlich Samstag, 06. August 2022 gerne unter info@doppelwacholder.de entgegengenommen.

Unter den richtigen Einsendungen werden drei Teilnehmer ausgelost, die sich bei einem Tête-à-tête mit den unermütlichen Machern von DOPPELWACHOLDER.DE austauschen können. Eine notarielle Aufsicht gibt es nicht, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, aber: Wenigstens der Kaffee geht auf’s Haus.

Soviel sei schon mal verraten: Die Lösung dürfte einige überraschen. Hier geht’s los:

Ausfallserscheinungen und Perversionstendenzen
Besitz und Geld bedrohen Freiheit und Recht

Wo Ziele (der) Gesellschaft durch (die private) Wirtschaft nicht erreicht werden können, wo somit von einem freien Spiel der Kräfte Ausfallserscheinungen oder gar Perversionstendenzen für die Ziele (der) Gesellschaft drohen, bedarf es gezielter Gegenmaßnahmen des Staates mit den Mitteln des Rechts.

Freiheit und Recht sind nach unseren geschichtlichen Erfahrungen bedroht durch die (…) Akkumulation von Besitz und Geld, die die Reichen immer reicher werden läßt, und die Tendenz zur Konzentration des privaten Eigentums an den Produktionsmitteln in wenigen Händen. (…)

(more…)

Fundsache: Unerhört!

6. Juli 2022

Eroeffnung_Marktbruecke_Foto_Charlien_Schmitt_Stadt_HagenHagens Oberbürgermeister Erik Olaf Schulz (rechts), Zuschauer (mittig) und kommentierendes (?) Plakat (links) bei der Eröffnung des Neubaus der Marktbrücke. Foto: Charlien Schmitt/Stadt Hagen.

Wenn die Sommersonne lacht … (Teil I)

1. Juli 2022

Erik O. MünchhausenQuelle: BfHo/Facebook

Zum Ferienbeginn: Summertime

25. Juni 2022

Zum Wochenende: Take the 9 Euro Train

17. Juni 2022

Ein musikalischer Ritt durch die Geschichte des Bahnverkehrs: Von den (komödiantischen) Vorläufern der „Störung im Betriebsablauf“ im prekären deutschen Schienennetz bis zu einer Amerikanerin als Schwarzfahrerin im Zugabteil der immer wieder hochgelobten Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Dort gilt das 9-Euro-Ticket natürlich nicht.

In Deutschland werden pro Kopf und Jahr 88 Euro in die Bahn investiert, in der Schweiz mit 440 Euro das Fünffache. Das macht den Unterschied.

Glenn Miller Orchestra: Chattanooga Choo Choo
Duke Ellington: Take the A Train
Brandy Butler: Choo Choo (The SBB Song)

Zum Wochenende: Klassik und Jazz

11. Juni 2022

Igor Strawinsky: Le sacre du printemps
Miles Davis: So What

Zwei Videos der gepflegten Musikkultur für unsere Leser. Also die, die sich dadurch auszeichnen, nicht dem überbordendem Boulevardjournalismus, der auch in der lokalen Berichterstattung immer mehr die Oberhand gewinnt, ihre Referrenz zu erweisen.

Therapeutisches Malen

16. Januar 2022

Dieser Künstler könnte „Rambo“ Stallone noch toppen, er würde sich bestens in die Ausstellungspolitik des Hagener Osthaus-Museums einfügen und wäre nicht mehr nur auf seine eigenen Galerieräume angewiesen:

Prinz Charles stellt Dutzende Landschaftsaquarelle aus

Die Familie steht unter Druck – wegen der Missbrauchs-Anklage gegen Prinz Andrew. Charles zeigt derweil seine Kunst. Der ältere Sohn der Queen nennt das Malen eine »therapeutische Beschäftigung«. (…)

In der Londoner Garrison Chapel, die zur Stiftung des Prinzen gehört, werden nun insgesamt 79 Aquarelle ausgestellt, die Landschaften etwa in Frankreich, den schottischen Highlands oder Tansania zeigen. Die Bilder dürften Charles an bessere Tage erinnern. (…)

Quelle: Spiegel

Fundsache: Komparsen für Hinrichtung gesucht

19. Dezember 2021

Dreharbeiten für Kinodrama aus dem 18. Jahrhundert starten demnächst im Bergischen Land

Mitte des 18. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf: Eine Frau tötet willkürlich ein Kind, stellt sich und gesteht die Tat. Sie will unter allen Umständen hingerichtet werden…

Der auf wahren Tatsachen beruhende Kinofilm „Des Teufels Bad“ beleuchtet ein damals in Europa weit verbreitetes und heute nahezu vergessenes Phänomen. Mitte Januar reist die Film-Crew nach NRW, um im Bergischen Land die große Hinrichtungsszene zu drehen. Hierfür werden an die 400 Komparsen und Kleindarsteller gesucht, die an ein bis vier Drehtagen in historischen Kleidern, in historischer Kulisse die Zuschauer und Henkersleute spielen.

Aus diesem Anlass lädt die Kleindarsteller-Agentur Eick aus Ennepetal zu einem offenen, kostenlosen Online-Casting ein. Unter https://www.casting-teufelsbad.de/ kann man seine Daten eingeben und 2 aktuelle Fotos hochladen. Bewerbungen können ab sofort, aber bis spätestens zum 16.01. eingereicht werden.

Eingeladen sind generell auch Menschen mit und ohne Handicaps. Menschen, denen Körperteile fehlen (Zähne, Arme, Beine, Hände, Finger) kommen in der Geschichte ebenso vor wie große, kleine, dicke und dünne Personen sowie Menschen mit Down-Syndrom, Kleinwüchsige, Blinde, Schielende usw.

„Für bestimmte Parts brauchen wir handwerklich begabte Männer, die professionell mit der Axt oder einem Richtschwert umgehen können.“

Fundsache: Der lange Weg nach Sacramento

27. November 2021

Politik als Kunst der Inszenierung

Annalena Baerbock (dieser Blick, diese Stiefel!) hat die linke Hand genau dort, in Bauchnabelhöhe, wo sie den blauen Blazer im Bruchteil einer Sekunde öffnen kann. Um mit der anderen Hand auf den Revolver, der unter dem Blazer zu vermuten ist, zuzugreifen. Blitzschnell. Die drei harten Jungs neben ihr, Robert Habeck, Olaf Scholz und Christian Lindner, befinden sich, wie Baerbock auch, im High-Noon-Wiegeschritt. Wie er nur Hollywood oder eben der Berliner Politik einfallen kann. (…)

Quelle: Gerhard Matzig in der Süddeutschen Zeitung

Fundsache: Wilde Sachen in Brilon

22. November 2021

Wenn man nicht gerade aus Dortmund kommt, liegt das Sauerland weitab vom Schuss. Kommt man aber aus Dortmund, fährt man zum Wandern ins Sauerland, das in Dortmund ungefähr einen ähnlichen Ruf hat wie der Bayerische Wald in München.

Manche Nicht-Dortmunder halten die Sauerländer, und mutmaßlich auch die Sauerländerinnen, für leicht bewaldete Steinköpfe, die am Ende jedes Satzes „woll“ sagen. In Norddeutschland sagen sie „ne“ oder „nä“ am Satzende, in Berlin „wa“, in Teilen Bayerns „gell“ – und im Sauerland eben „woll“.

Friedrich Merz sagt das nicht, weil er die immer noch eher seltene Erscheinung eines sich weltläufig gebenden Sauerländers ist. Merz stammt aus Brilon, das zwischen Bestwig und Marsberg liegt. Wer alle drei Orte nicht kennt, muss keine fünf Euro in die Kaffeekasse zahlen.

Übrigens meldet die Westfalenpost, dass Merz‘ Elternhaus in Brilon gerade zum Verkauf steht. Es ist denkmalgeschützt, seit langer Zeit in der Familie, und im Oktober 1813 übernachtete dort mal Jérôme Bonaparte, der jüngste Bruder Napoleons, der, ohne dass er sich einer Mitgliederbefragung hätte stellen müssen, von seinem Bruder zum König des von Napoleon erfundenen Königreichs Westphalen gemacht worden war (damals schrieb man das noch mit ph).

Merz wiederum bekam schon 2004 als etwas jüngerer CDU-Politiker gewisse Probleme, weil er die Amtsführung seines früher ebenfalls in diesem Haus residierenden Großvaters Josef Paul Sauvigny gelobt hatte. Sauvigny war von 1917 bis 1933 als kreuzkatholischer Angehöriger der Zentrumspartei Bürgermeister von Brilon. Als die Nazis die Macht übernahmen, blieb Sauvigny Bürgermeister, wohl weil er sich mit den neuen Verhältnissen mehr als nur arrangierte. (…)

Quelle: Kurt Kister in der Süddeutschen Zeitung

Fundsache: Bitte, keine Ampel!

21. Oktober 2021

Warum die SPD lieber eine Minderheitsregierung mit Tolerierung durch die Union bilden sollte

Das gerade ausgehandelte „Sondierungspapier“, das zur Roadmap der Koalitionsverhandlungen einer Regierung aus SPD, Grünen und FDP werden soll, lässt Schlimmes erahnen. Wahlsieger ist nunmehr eindeutig die FDP mit ihren 11,5 Prozent Wählerstimmen, die ihre Interessen in den Sondierungsgesprächen am penetrantesten durchgesetzt hat. (…)

Quelle: Telepolis

Fundsache: Ein Ross für die Kanzlerin

10. Oktober 2021

Reiterstandbilder sind eigentlich out, doch der Künstler Wilhelm Koch würdigt Angela Merkel nun in Etsdorf mit einem monumentalen Werk. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Zum Vergleich:

Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Hohensyburg (Foto: riessdo, CC BY 2.0)

Kaiser-Wilhelm-Denkmal_Dortmund-Syburg_2014

Fundsache: Ich wollt‘ ich wär‘ (k)ein Huhn

8. Oktober 2021

FundhuhnUngewöhnlicher Fund: Im Rahmen einer gemeinsamen Kontrollaktion der Wohnungsaufsicht der Stadt Hagen und des Ordnungsamtes der Stadt Hagen hat das Team am Donnerstag, 7. Oktober, ein Huhn sichergestellt.

Das Tier befand sich in einem geschlossenen Waschmittelkarton auf einer Fensterbank der Wohnung (Foto: Stadt Hagen). In Absprache mit dem städtischen Veterinäramt wurde das Fundhuhn an eine fachkundige Pflegestelle übergeben.

Hühner durften sich schon größerer Wertschätzung erfreuen (wie in der Filmkomödie Glückskinder; mit Willy Fritsch, Lilian Harvey, Paul Kemp und Oskar Sima):

Fundsache: Bella Ciao

30. September 2021

„Ich fühle, dass ich bald sterben werde“

Die gesungene Textpassage aus dem bearbeitetem Foto des FDP-Grünen-Treffens in der Übersetzung:

O Partisan, bring mich fort
O Schöne, tschau, Schöne, tschau, Schöne, tschau, tschau, tschau!
O Partisan, bring mich fort
Denn ich fühle, dass ich bald sterben werde

Bleibt die Frage: Wer ist der „Partisan“, wer muss „bald sterben“ – und wer ist die „Schöne“?

Fundsache: „Inkompetenz“

23. August 2021

Rezo („Die Zerstörung der CDU“) legt mit neuem Video nach

„Seine Hauptvorwürfe gegen Unionspolitiker sind
Inkompetenz, krasses Versagen und das Verbreiten von Unwahrheiten.
Rezo greift aber auch die Grünen an.“

ZEIT ONLINE

Hier die 145 Quellen, die im Video angegeben werden. Sie sind sortiert und nach Kapitel eingeteilt.

Fundsache: Einfach nur irre

10. August 2021

Screenshot 2021-08-09 at 23-28-14 Andreas Geitz

Screenshot: Fakebook

Andreas Geitz ist Direktkandidat der AfD im Wahlkreis 138 (Hagen / Ennepe-Ruhr-Kreis I). Geschichtskenntnisse sind erkennbar nicht die Stärken dieses Vertreters, zu dessen Parteifreunden Leute gehören, die gerichtsfest „Faschist“ genannt werden dürfen (wie der Thüringer AfD-Sprecher Björn Höcke) oder sich selbst als der „demokratische Freisler“ * und „das freundliche Gesicht des ns“ bezeichnen (wie NRW-Landesvize Matthias Helferich).

*Roland Freisler war Präsident des berüchtigten Volksgerichtshofes, der höchsten juristischen Instanz des NS-Regimes für politische Strafsachen, und verantwortlich für ca. 2.600 Todesurteile.

Fundsache: Laschet über Nienhaus – oder nicht?

31. Juli 2021

Armin Laschet, NRW-Ministerpräsident, Kanzlerkandidat der Unionsparteien und geschulter Fettnäpfchentreter über den von der Ersatzbank ins Feld geschickten Bewerber der Hagener CDU für das Mandat zum Bundestag.

Laschet über Nienhaus

Quelle: lasch-o-mat.de

Fundsache: Business-Blabla aus Hagen

2. Juli 2021

Volker Ruff, Noch-Geschäftsführer der Hagen-Agentur, auf der Innenstadtkonferenz Ruhr:

Mit M12 möchten wir ein ideenförderndes Umfeld für Hagen schaffen. Ob für die Hagener Bürger*innen, die in der Entdeckerlounge auf der Suche nach Inspirationen und Insider-Tipps rund um Hagen sind oder für kreative Denker und Macher, die im Co-Creation-Space spannende und innovative Projekte verwirklichen.

Quelle: Pressebox

Mit M12 ist ein leerstehendes Ladenlokal in der Mittelstraße 12 gemeint. Zu Ruff siehe auch: „Der Nächste entschwindet“ und „Nur heiße Luft„.

Fundsache: Timo fühlt sich super

20. April 2021

Mein größtes Ziel: Für meine #Heimat und die Menschen hier in unserer Region will ich mich kümmern sowie in Berlin hart dafür arbeiten, dass ihre Anliegen und Probleme gehört werden sowie ganz konkret helfen‼️ Als stärkste und kämpferischste Stimme meines Wahlkreises will ich das Beste herausholen für #MeineHeimat und die Menschen hier in #Breckerfeld #Ennepetal #Gevelsberg #Hagen #Schwelm.

Quelle: Timo Schisanowski via Fakebook

Anmerkung: Angesichts der Tatsache, dass nur die Hälfte seiner eigenen Partei den Kandidaten unterstützt und Schisanowski politisch (außer als Funktionär) noch nie groß in Erscheinung getreten ist, ist allein die Behauptung, er sei die „stärkste und kämpferischste Stimme“ seines Wahlkreises, an Lächerlichkeit kaum noch zu toppen. Deshalb auch nicht in der DW-Kategorie „Politik Hagen“ verbucht, sondern unter „Fundsachen“ abgelegt.

Laschet: Dem Scheitern ganz nah

7. April 2021

Oft zieht sich der Niedergang hin. Manchmal geht es ganz schnell. NRW-Ministerpräsident Laschet steht schon längere Zeit unter Druck. Er resultiert aus seinem Ehrgeiz, CDU-Chef und Bundeskanzler zu werden. Seit sein Marsch zum Kanzleramt im Frühjahr 2020 mit der Pandemie kollidierte, erhöhte sich der Druck stetig. In den vergangenen Tagen steigerte er sich gewaltig. Laschet scheint dem Scheitern nah. (…)

FDP-Chef Lindner machte ihn zum Ministerpräsidenten. Seit 2017 sind Laschet und die NRW-CDU auf die FDP angewiesen. Einen anderen Koalitionspartner fand Laschet im Landtag nicht. (…) Seit Laschet seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz ankündigte, wird die FDP-Politik in NRW noch stärker sichtbar. (…)

Der wachsende Einfluss der FDP ist in NRW nicht unbeachtet geblieben. Selbst CDU-nahe Medien meinen, es sei die FDP, die in NRW die Grundlinien der Politik bestimme. Der Druck der FDP, dem Laschet und die NRW-CDU ausgesetzt sind, geht über die Zwänge hinaus, die sich aus der Ressortarbeit in Landeskoalitionen ergeben. Die Pandemie bietet der FDP ein Aktionsfeld zur Profilierung. Sie nutzt es entschlossen.

Seit dem ersten Lockdown dringt sie massiv darauf, die Beschränkungen des privaten, öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens zu reduzieren. Laschet machte sich diese Forderung zu eigen. (…)

In den Umfragen zahlte sich sein Einsatz für Öffnungen nicht aus. In der Wahrnehmung der Unionsmitglieder und der Bürger fiel er immer weiter zurück. Die Mehrheit hält strikte Beschränkungen für erforderlich, um das Virus in den Griff zu bekommen und dem Gesundheitswesen eine Überlast an Patienten zu ersparen. (…)

Er schafft es nicht mehr, seine Öffnungsstrategie durchzuhalten. Inzwischen sieht er sich zu Verrenkungen wie der schwammigen Forderung nach einem „Brücken-Lockdown“ gezwungen, die aus dem Kreis der Ministerpräsidenten prompt abgelehnt wurde. (…)

Quelle: Post von Horn

Dazu siehe vom selben Autor auch:

Laschet: Mal so, mal so. Oder auch nicht

Ulrich Horn war von 1989 bis 2003 Landeskorrespondent der WAZ in Düsseldorf, bis 2008 politischer Reporter in der Essener WAZ-Zentralredaktion.

Fundsache: Mein Austritt aus der SPD

9. März 2021

Edmond Gashi war einer der drei SPD-Bewerber für das Direktmandat zum Deutschen Bundestag im Wahlkreis Hagen/Ennepe-Ruhr I, zog seine Kandidatur aber später zurück. Das Rennen machte dann Timo Schisanowski mit einem nicht knapper hätte ausfallenden Ergebnis von 27 zu 26 Delegiertenstimmen gegen Mandatsinhaber René Röspel.

Fundsache: Kapitalismus tötet

19. Februar 2021

Neben dem medial dauerpräsenten FDP-Anführer Christian Lindner und dem von dessen Gefolgsleuten abhängigen Locker-Laschet melden sich auch die Hilfstruppen zu Wort:

Der Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, rief dazu auf, Todesfälle durch Corona-Infektionen in gewissem Maße hinzunehmen. »Das ist alles nicht schön, aber in der Realität ist es nun einmal so«, sagte er dem Sender n-tv.

Quelle: Spiegel

Fundsache: Raise The Woof!

6. Dezember 2020

Das erste Weihnachtslied speziell für Hunde

Siehe dazu auch:

Hunde stehen auf Reggae

Eine Gruppe von Experten hat einen Song nur für Hunde produziert. Warum? Anruf bei der britischen Hunde-Verhaltenstherapeutin Carolyn Menteith, die weiß, was Dackel und Labrador hören wollen. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Fundsache: Toilettenpapier-Hamsterei

24. Oktober 2020

Deutsche horten im Schnitt für drei Monate, Singles fast dreimal so viel wie Familien

„Oh nein, geht das schon wieder los?“, denken viele beim Blick auf sich leerende Regale. Doch wie viel Toilettenpapier horten die Deutschen eigentlich genau? Ab wann ist man Super-Hamsterer? Und mit welcher Menge übersteht man eigentlich einen längeren Lockdown?

Blitzrechner.de, Deutschlands größtes Rechenportal für Alltagsfragen, entwickelte im Zuge des ersten Lockdowns einen Toilettenpapier-Bedarfsrechner. Die Daten aus dessen 72.512 Berechnungen wurden nun ausgewertet. Das Ergebnis: Singles horten im Durchschnitt einen Vorrat für 127 Tage (entspricht ca. 20 Rollen), vierköpfige Familien immerhin noch für 43 Tage (entspricht ca. 25 Rollen).

„Wer als Single zwei Großpackungen kauft, wird also schnell zum Super-Hamsterer. Und leider scheint Hamstern auch ansteckend zu sein. Wer im Laden andere dabei beobachtet, wie sie den Einkaufswagen übermäßig füllen, erliegt schnell selbst einem Kaufdrang. Vielleicht hilft Ihnen folgender Kniff: Berechnen Sie in Ruhe zuhause wie viel Sie wirklich benötigen. Und kaufen Sie dann auch nur genau diese Menge ein.“, so Tim Lilling, Projektleiter von blitzrechner.de

Rechner und Auswertung finden sich unter https://www.blitzrechner.de/toilettenpapier/, die Nutzung ist kostenfrei.

Fundsache: Familie Laschet glaubt an Abstammung von Karl dem Großen

17. September 2020

Die Familie des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) meint, direkt von Karl dem Großen abzustammen. Laschets Bruder Patrick habe detailliert Stammbäume zusammengetragen und eine Auflistung erstellt, die von Karl dem Großen in insgesamt 40 Schritten zu Laschet und seinen Brüdern führe. Das schreiben die Journalisten Tobias Blasius und Moritz Küpper in ihrer Laschet-Biografie „Der Machtmenschliche“, die am Freitag erscheint. (…)

Quelle: Der Spiegel

Fundsache: His Master’s Voice

7. September 2020

Gemeinsam mit Fridays for Future hat die Recherche-Plattform Correctiv eine breit angelegte Datenerhebung gestartet: Ziel ist es, Transparenz über die Kohlebeteiligungen der NRW-Kommunen zu schaffen. Denn dieses Wissen ist Voraussetzung, dass sich Bürgerinnen und Bürger politisch einbringen können.

„Kommunen sind verpflichtet, der Presse gegenüber wahrheitsgetreue Angaben zu machen“, schreibt Correctiv. Oft seien die Antworten überraschend schmallippig gewesen, zuweilen arrogant. So wie die Antwort aus Hagen. Dort verbat sich Michael Kaub, Pressesprecher des Oberbürgermeisters und damit auftragsgemäß die Stimme seines Herrn (Foto: Holger Ellgaard, CC BY-SA 3.0), höflich aber bestimmt erst einmal „Rechtsmittelbelehrungen und Fristen“. Also genau das, was zum Standardrepertoire behördlicher Schreiben gehört, die dem gemeinen Bürger zugestellt werden.

Für sich selbst nehmen die Herren in den oberen Etagen allerdings in Anspruch, mit derartigem Zeug nicht behelligt zu werden. Dabei ist es durchaus notwendig, schon vorsorglich beispielsweise auf das Landespressegesetz hinzuweisen. Denn allzu häufig mussten Journalisten – solange sie nicht den örtlichen Dunstkreisen willfähriger Lokalschreiber angehören – in der Vergangenheit ihr Recht auf juristischem Wege durchsetzen.

So weit wollte es Kaub (im Vorfeld der Kommunalwahlen?) dann doch nicht kommen lassen und beantwortete nach seinem Oberlehrerspruch noch brav die gestellten Fragen.

SPD stellt in Haspe Esel zur Wahl auf

18. August 2020

Tierische Kandidaten sollen angeblich denken können

Der Hagener SPD-Vorsitzende Timo Schisanowski hat sich geoutet: Er ist ein Esel. Die Wähler im Wahlbezirk 24 (Haspe-Mitte, Kückelhausen) können damit zum ersten Mal einen tierischen Vertreter in den Hagener Stadtrat entsenden.

Schisanowski gab gleichzeitig eine ganz neue zoologische Erkenntnis bekannt, wonach Esel wie er angeblich denken können. Mehr noch: Seine Spezies, so der tierische Vormann der Hagener SPD, sei dazu in der Lage, erst zu denken und dann zu handeln. Sollten weitere Forschungen diesen Befund erhärten, wäre das wirklich eine Sensation.

Die Leitesel der Sozialdemokraten streben dem Vernehmen nach an, Sitzungen der politischen Gremien zukünftig im Tierheim in Eilpe stattfinden zu lassen. Alternativ, so die Überlegungen in der Parteizentrale an der Elberfelder Straße, käme auch ein Freigehege im Hagener Stadtwald, etwa am Deerth, in Frage.

Vielen Genossen und SPD-Sympathisanten könnte nach diesem Eingeständnis ein Licht aufgehen, warum sich die Hagener Parteigliederung in einem derart desolaten Zustand befindet, der zudem bereits seit Jahren anhält. Ein bekennender Esel an der Spitze – das erklärt manches und dürfte in der ältesten Partei Deutschlands so ziemlich einmalig sein.

Esel Timo wirbt jedenfalls mit dem Slogan „2 rote Esel. Für Haspe!“ (siehe Screenshot). Wer sich hinter dem zweiten Grau- bzw. Rot-Tier verbirgt, ist bisweilen noch nicht ganz klar. Zoologisch versierte Politikbeobachter vermuten, dass es sich um den Bewerber für die Position des Hasper Bezirksesels handeln könnte. Der hatte sich schon in der Vergangenheit mehr um seine glasfaserverstärkten Artgenossen als um die menschlichen Bewohner seines Beritts gekümmert.

Esel Dietmar müsste aber, wie im Märchen vom Froschkönig, erst noch wachgeküsst werden, um in einen prinzen- oder wenigstens menschenähnlichen Zustand zu wechseln. Nur so könnte er gewählt werden. Aber wer will das schon?

Die SPD ist sich dagegen schon jetzt sicher, mit der Aufstellung von Eseln die richtigen Weichen gestellt zu haben: „Besser. Für Haspe!“

Fundsache: Null zu Null

24. Juli 2020

Schwarzer Humor der Spitzenklasse

Ein Bild mit nicht zu schlagender Symbolkraft: Erik Null Punkt Schulz mit Null-Euro-Schein. Foto: Franziska Michels/ Stadt Hagen.

Die Friedhofsverwaltung Hagen hat für das Eduard-Müller-Krematorium den ersten Hagener Null-Euro-Souvenir-Schein produzieren lassen. Präsentiert von Oberbürgermeister Erik O. (sprich: Null Punkt) Schulz.

Ausgerechnet die Friedhofsverwaltung unter Zuhilfenahme des Krematoriums! Was ist das? Eine subversive Aktion aus den Reihen derer, die den amtierenden OB bei den anstehenden Kommunalwahlen schon in Rauch aufgehen sehen?

Auch den Weg, wie interessierte Bürger in den Besitz des Erik-Null-Scheins gelangen können, haben die Kabarettisten in der Verwaltung liebevoll gestaltet. Die direkt beim OB angesiedelte Pressestelle nennt die Details:

Interessierte können den ersten Hagener Null-Euro-Schein per E-Mail unter NullEuroSchein@WBH-Hagen.de oder unter Telefon 02331/3677-320 bestellen. Die Zahlung erfolgt per Rechnung als Vorkasse. Nach erfolgter Zahlung kann der Schein als Einwurfeinschreiben (3,95 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer) oder Wertpaket mit dem Vermerk „Eigenhändige Übergabe“ (11,95 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer) verschickt werden. Alternativ können die Käufer den Schein auch nach Terminabsprache persönlich beim Wirtschaftsbetrieb Hagen, Eilper Straße 132 bis 136, donnerstags zwischen 9 und 12 Uhr oder zwischen 14 und 16 Uhr abholen.

Alles in allem eine tolle Idee, die die Hagener Zustände so richtig auf den Punkt bringt. Schwarzer Humor der Spitzenklasse.

Fundsache: Markus Söder

11. Juli 2020

Welches Söder-Cover der Spiegel heute nicht gedruckt hat:

Quelle: Der Spiegel

Rund um die Uhr für Hagen im Einsatz

5. Juli 2020

Erik O. Schulz tankt Ruhe auf dem Friedhof Delstern

Welcher Ort in Hagen ist für Sie jenseits von Rathaus und Zuhause bedeutsam?

Das mag sich merkwürdig anhören, aber das ist der Friedhof in Delstern, dort wurde mein verstorbener Bruder beerdigt und ich bin in der Nähe aufgewachsen. Unsere Grundschule lag direkt neben dem Friedhof, der für uns so eine Art Abenteuerspielplatz war.

Wenn wir um 15:00 Uhr unsere Hausaufgaben fertig hatten, trafen wir uns auf der Straße und fuhren mit den Fahrrädern zum Friedhof. Manchmal sind wir nur von Grab zu Grab gegangen, haben die Grabsteine entziffert oder ausgerechnet, wie alt die Menschen geworden sind. Aber wir haben natürlich auch manches angestellt, welches Kind hat das nicht?

Wenn wir sonst keine Idee hatten, haben wir auf der Brücke über dem Zugang zum Friedhof gewartet, um die Passanten mit kleinen Zweigen zu bewerfen. (…)

Heute sieht man dort keine Kinder mehr, umso leichter ist es für mich, dort Abstand zu gewinnen, Kraft zu tanken und Themen aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Quelle: Birgit Ebbert, Hagen – Porträt einer Stadt, Gmeiner-Verlag, 2016, ISBN 978-3-8392-1879-2

FDP: Mit Schwarz-Geld gegen Borkenkäfer

29. Mai 2020

Manchmal verplappert man sich auch ganz unbeabsichtigt. So wie die Hagener FDP, die es erfreulich findet, dass mit „Schwarz-Geld“ sinnvolle Projekte entwickelt werden, anstatt „neue Verbote zu erfinden“ oder „bürokratischen Unsinn“ einzuführen.

Screenshot: Fakebook

Ein klassisches Beispiel für eine Freud’sche Fehlleistung. Ein Begriff, der für unbeabsichtigte Handlungen oder sprachliche Äußerungen steht, die gemeinhin als „Versprecher“, „Verhören“, oder „Versehen“ bezeichnet werden, die aber, so der Psychoanalytiker Sigmund Freud, auf einer unbewussten Ebene durchaus Sinn ergeben. Ein Lapsus Linguae, bei der ein eigentlicher Gedanke oder eine Intention des Sprechers unwillkürlich zutage trete.

Fundsache: Der Kloronavirus

2. April 2020

In der Corona-Krise sieht sich der Einzelhandel in Deutschland einer ungebremsten Nachfrage nach bestimmten Gütern des täglichen Bedarfs gegenüber. Wie eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt, stiegen die Verkaufszahlen für ausgewählte Produkte in der Woche vom 16. bis 22. März 2020 wie schon in den drei Wochen zuvor auf ein extrem hohes Niveau.

So war die Nachfrage nach Toilettenpapier mehr als drei Mal so hoch wie in den sechs Monaten zuvor (+211 %).

Erste Hilfe gibt’s hier:

Klopapier-Hamsterei: Wie lange reicht der Vorrat?

Sie schauen mit bangem Blick auf Ihre letzten beiden Rollen Toilettenpapier und fragen sich, wie lange diese wohl noch ausreichen? Oder haben Sie gar vier Packungen auf Vorrat gekauft und überlegen, noch eine fünfte zu besorgen?

Dieser Rechner zeigt Ihnen, wie lange Sie mit Ihrem Toilettenpapier noch auskommen. Ob Sie eine zweiwöchige Quarantäne überstehen würden. Oder ob Sie gar zu viel gebunkert haben.

Read more: https://www.blitzrechner.de/toilettenpapier/

Die Designerin Juli Gudehus hat sich auf ihre Art und Weise mit dem Thema auseinandergesetzt:

Klopapier – Gestaltung für den Arsch

Alle Folgen bei youtube.

Fundsache: Abstand halten? Nein, danke!

2. April 2020

Vorbildlich! Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Ministerpräsident Armin Laschet mit ganzem Tross am 31.03. in der Düsseldorfer Uniklinik. Während überall dazu aufgerufen wird, Abstand zu halten, bewegen sich die vermeintlichen Protagonisten im Kampf gegen Corona (oder geht es doch eher um den Parteivorsitz?) samt ihrem Begleitpersonal im Pulk durch die Räumlichkeiten.

Schrecklicher Verdacht: Sind Nazis doch nicht so nett, wie immer alle dachten?

14. Oktober 2019

Sie galten stets als die Saubermänner der deutschen Politik. Doch nach einem Terroranschlag in Halle (Foto: Postillon) mit zwei Toten und mehreren Verletzten kommen erste Zweifel am sympathischen Image von Rechtsextremen auf. Selbst Politik, Polizei und Verfassungsschutz stellen sich inzwischen die Frage: Sind Neonazis etwa doch nicht so nett, wie immer alle dachten?

„Dass Islamisten gefährlich sind und Linksextremisten Autos anzünden, war uns bekannt“, erklärte Innenminister Horst Seehofer (CSU) heute bei einer Pressekonferenz. „Aber dass ausgerechnet Nazis imstande sind, Gewalttaten bis hin zum Mord zu verüben, damit konnte nun wirklich niemand rechnen.“

Der CSU-Politiker kam daher nur wenige Jahre nach der Mordserie des NSU, nach der Ermordung des Kassler CDU-Politikers Walter Lübcke durch einen Neonazi und nach mindestens 169 Todesopfern rechtsextremer Gewalt seit 1990 zu der bahnbrechenden Erkenntnis: „Der Rechtsextremismus ist zur echten Gefahr geworden.“

Das sind harte Worte über eine Bewegung, die bislang selbst in Behördenkreisen als harmlos und allenfalls etwas exzentrisch galt. Dass hinter ihrer menschenverachtenden Fassade am Ende gar eine menschenverachtende Ideologie stecken könnte, die in der Vergangenheit Millionen Todesopfer gefordert hat, kann inzwischen nicht mehr ausgeschlossen werden.

Auf Polizei und Verfassungsschutz kommt somit jede Menge Arbeit zu: Sie müssen sich jetzt intensiver mit Rechtsextremismus befassen. „Eigentlich wollten wir damit ja warten, bis wir den Linksextremismus besiegt haben“, so ein Sprecher des Bundesamtes für Verfassungsschutz. „Aber offenbar wurde die gewalttätige rechtsextreme Szene unbemerkt von gewalttätigen Rechtsextremen unterwandert, um die wir uns jetzt zumindest halbherzig kümmern müssen.“

Quelle: Der Postillon, CC BY-NC-SA 3.0 DE

Anmerkung: Als Satire verfasst, aber eigentlich die Realität.

Grüne im Glück: Mehrheit ihrer Wähler zu jung, um sich an Regierungsbeteiligung 1998-2005 zu erinnern

9. Juni 2019

20 Prozent, 25 Prozent, 27 Prozent! Die Grünen eilen von einem Umfragehoch zum nächsten. Dabei scheint die Partei vor allem davon zu profitieren, dass ein Großteil ihrer Wähler schlicht zu jung ist, um sich an die grüne Regierungsbeteiligung von 1998 bis 2005 zu erinnern.

„1998? Hä, wieso? Da bin ich gerade geboren“, erklärt etwa Grünen-Erstwählerin und Fridays-For-Future-Aktivistin Samantha Heuser (21). „Wie bitte? Die Grünen haben schon mal sieben Jahre lang regiert? Komisch. Dann müsste doch die Umwelt heute in einem viel besseren Zustand sein. Kann ich mir gar nicht vorstellen.“

Auch Arthur Klarmann (28) gehört zu den derzeit 25-27 Prozent der deutschen Wahlberechtigten, die ihr Kreuz bei den Grünen machen würden. „Ich bin voll für Umweltschutz und gegen Kriege und so. Wie bitte? Unter den Grünen war Deutschland an gleich zwei Kriegen beteiligt? Davon einer völkerrechtswidrig? Und das erstmals seit dem zweiten Weltkrieg? Ich bitte Sie! Das ist doch CDU-Propaganda, was Sie hier behaupten.“

Andere Verfehlungen der rot-grünen Regierung wie die bei vielen verhassten Reformen der Agenda 2010 werden meist ausschließlich der SPD angelastet. „Hartz IV ist scheiße und treibt die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich voran. Das hat der Schröder echt verbockt“, kritisiert etwa Lena Gleser (19). „Wie, die Grünen haben das mit durchgewunken? Unmöglich. Die sind doch voll sozial. Wenn das so wäre, warum steht dann die SPD bei 14 Prozent und die Grünen bei 25? Also, verarschen kann ich mich selber. Ist das hier der Postillon oder wie?“

Die Grünen-Spitzenkandidaten Annalena Baerbock und Robert Habeck sehen das mangelnde Wissen der jüngeren Generation über die einstige Regierungspolitik ihrer Partei entspannt: „Man muss die Jugend ihre eigenen Erfahrungen machen lassen. Nur dann lernen sie wirklich etwas“, heißt es in einer Stellungname des charismatischen Duos, das sich schon jetzt darauf vorbereitet, 2021 mit der CDU zu koalieren.

Quelle: Der Postillon

Alle Texte auf Der Postillon stehen unter CC BY-NC-SA 3.0 DE (nicht-kommerziell)

Einigung im britischen Parlament: EU soll Vereinigtem Königreich beitreten

30. März 2019

London (dpo) – Das politische Chaos in London hat ein Ende! Nachdem gestern noch acht Probeabstimmungen zu verschiedenen Brexit-Varianten allesamt durchgefallen waren, kam es heute zu einer überraschenden Einigung aller Parteien im Unterhaus. Demnach soll die EU zum 12. April dem Vereinigten Königreich beitreten und dessen Gesetze vollständig übernehmen.

Vorgeschlagen wurde der Kompromiss von Tory-Hinterbänkler Fergus Hickinbottom aus West Yorkshire. Nachdem er zunächst ausgebuht wurde, begannen immer mehr Abgeordnete, die Idee zu unterstützen. Schließlich wurde der Vorschlag mit 422 zu 139 Stimmen angenommen.

Konkret bedeutet der Beitritt: Alle EU-Mitgliedsstaaten erhalten jeweils einen Autonomiestatus ähnlich dem von Wales. Sie dürfen ihre eigenen Parlamente behalten, sind jedoch als Teil des Vereinigten Königreichs in zahlreichen Punkten London unterstellt. So werden etwa Englisch als erste Amtssprache sowie der Linksverkehr europaweit verpflichtend. (…)

Europas Königshäuser hingegen müssen sich auf schwerwiegende Änderungen einstellen – die Queen dürfte als künftige Monarchin des Kontinents sämtliche Königinnen und Könige zu einfachen Adeligen degradieren. Dafür würde das Haus Windsor zahlreiche neue Titel erhalten, etwa „Prince of Germany“ für Prinz Charles, „Duke of France“ für Prinz Harry oder „Earl of Benelux“ für Thronfolger William. Der eher unbeliebten Camilla bliebe immerhin der Titel „Duchess of Austria“.

Der volle Name des Vereinigten Königreiches wird lauten: United Kingdom of Great Britain and Ireland and Spain and France and Portugal and Germany and the Netherlands and Belgium and Poland and Denmark and Italy and Austria and Hungary and Romania and Bulgaria and Estonia and Latvia and Lithuania and Czechia and Slovakia and Sweden and Cyprus and Greece and Malta and Finland and Croatia and Slovenia and Luxembourg. (…)

Quelle: Der Postillon

Dazu:

‚Order!‘ Why Europeans are turning to John Bercow for light relief in Brexit chaos

The thunderous pronouncements of the Speaker of the House of Commons have become the subject of numerous profiles in European newspapers and a fair few highlights videos shared heavily on social media.

One article in a Dutch newspaper suggested: ‚The only order in British politics comes from John Bercow’s mouth in these turbulent days‘

Fundsache: Bescheuert

13. November 2018

Der blanke Zynismus: BMW-Werbung (Foto: DW)

Nach drei Jahren Untätigkeit der Bundesregierung in Sachen Dieselbetrug kann es sich die Autoindustrie inzwischen erlauben, eben diese Regierung zu verhöhnen. Und die lässt das auch bereitwillig zu.

Die oben abgebildete Werbung des Autokonzerns BMW erschien fünf Tage vor dem jüngsten „Diesel-Gipfel“ am 8. November als großformatige Beilage in überregionalen Zeitungen. Solche Medien werden von den Stäben in den Ministerien regelmäßig ausgewertet. Der blanke BWM-Zynismus muss dort also bekannt gewesen sein.

Das hinderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nicht daran, im Anschluss an das Zusammentreffen mit den Autobossen zu konstatieren, die Konzerne hätten sich „sehr stark bewegt“, die Ergebnisse seien „konstruktiv“.

Das Problem der Dieselfahrzeuge sind bekanntlich die Atemgifte, die sie ausstoßen und dafür sorgen, dass in vielen Städten die vorgeschriebenen Grenzwerte seit Jahren zum Teil erheblich überschritten werden. Die BMW-Werbung lässt nur einen Schluss zu: Das geht den Konzernherrschern glatt am Arsch vorbei.

Der BMW-Konzern, der laut seiner Werbung ja Autos baut, „um den Atem zu rauben“ lehnt Nachrüstungen seiner Karossen weiter ab. Und der Verkehrsminister buckelt dazu. Wie lautet noch gleich das Adjektiv zu Scheuer? Richtig: Bescheuert.

Fundsache: Halloween im Rathaus

2. November 2018

Ist das der neue Volkssturm? Oder handelt es sich um das Gruppenbild einer Castingshow, bei der die Rolle des Schusters Voigt für eine Neuproduktion des Stücks „Der Hauptmann von Köpenick“ von Carl Zuckmayer besetzt werden soll?

Des Rätsels Lösung: Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer (Mitte) empfing eine Delegation der Reservistenkameradschaft Hagen im Rathaus (Foto: Linda Kolms).

Fundsache: Die Sterne im Blick

3. Oktober 2018

Ministerpräsident Markus Söder ist im Wahlkampfmodus: Er präsentiert seine Pläne für das bayerische Raumfahrtprogramm „Bavaria One“ – mitsamt seinem Konterfei als Logo. Es hagelt Hohn und Kritik. (…)

Quelle: SPON

Anmerkung: Es handelt sich nicht um Satire! Screenshot von Twitter:

Fundsache: Die Lösung aller Probleme?

1. Oktober 2018

„Der kulturelle Unterschied zwischen Bayern und Deutschland und die Vorstellungen von gesellschaftlichem Zusammenleben sind einfach zu groß. Es ist an der Zeit, das zu trennen, was nicht zusammen passt. Es ist an der Zeit, für die Unabhängigkeit Bayerns einzustehen.“

Florian Weber, Vorsitzender der Bayernpartei


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