Archive for August 2011

Militäreinsätze bringen keinen Frieden

31. August 2011

Mit bundesweit etwa 150 Veranstaltungen erinnern Gewerkschaften und Friedensgruppen zum Antikriegstag an den Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen am 1. September 1939, mit dem ein Vernichtungskrieg ohne Beispiel begann.

Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN stellt aus Anlass des Antikriegstages fest:

72 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs finden Militäreinsätze auf drei Kontinenten statt, der Waffenhandel hat Rekordniveau erreicht, und es lagern mehr Atomwaffen auf der Welt als je zuvor. Krieg scheint wieder zunehmend zu einem selbstver-ständlichen Mittel der Politik zu werden, wenn auch unter dem Deckmantel „humanitärer Interventionen“. Dabei haben die Erfahrungen der Einsätze im Kosovo, Irak und Afghanistan nur zu deutlich gezeigt, dass Militärs nicht in der Lage sind, Frieden zu schaffen und Konflikte zu lösen.

Vor diesem Hintergrund begrüßt der Verein, dass die Bundesregierung im UN-Sicherheitsrat gegen einen Einsatz der NATO in Libyen gestimmt hat. Laut UN-Mandat sollten Zivilisten vor den Truppen Gaddafis geschützt werden, aber noch ist nicht absehbar, wie viele zivile Opfer die NATO-Luftschläge auf der anderen Seite gefordert haben. „Mit Sorge betrachten wir, dass davon die Rede ist, dass die NATO beim demokratischen Aufbau in Libyen Hilfestellung leisten soll und dass die Bundesregierung darüber spekuliert, ob sie nicht doch Truppen dorthin schicken soll“, erklärt dazu der Vorsitzende des HAGENER FRIEDENSZEICHENs, Dr. Christian Kingreen. „Was Libyen jetzt braucht, sind zivile Fachleute.“

Als örtlichen Beitrag zum Antikriegs 2011 lädt das HAGENER FRIEDENSZEICHEN gemeinsam mit Arbeit und Leben (DGB/VHS) und AllerWeltHaus am 13. September zu einer Veranstaltung ein zum Thema „Frieden schaffen ohne (atomare) Waffen“. Die Journalistin Regina Hagen wird über die Zusammenhänge von militärischer und ziviler Nutzung der Atomkraft informieren.

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Ernst Meister im Film – Ein Hagener aus Haspe in der Pelmke

31. August 2011

Am kommenden Freitag, 2. September, zeigt das Kino Babylon um 20 Uhr anlässlich des 100. Geburtstages Ernst Meisters das berührende WDR- Filmportrait des Lyrikers aus seinen letzten Lebenstagen. Der Film „Ernst Meister-Versuch einer Annäherung“ aus dem Jahr 1979 zeigt Meister bei Begegnungen mit Schriftstellerkollegen wie Nicolas Born und Christoph Meckel, Ernst Meister-Preisträger 1981, bei Lesungen, Spaziergängen und in Interviews. Der Film zeigt zeithistorische Impressionen der Stadt aus den 1970iger Jahren.

Was bleibt von Meister? So fragt der soeben entstandene Film „Ernst Meister heute – mehr als Erinnern“ (2011) der Filmstudentin Carla Gottwein. Sie folgt den Spuren Meisters in Universitäten, Verlagen und in der Stadt Hagen. Anschließend wird die Filmemacherin im Gespräch mit dem WDR-Moderator Ulrich Land über ihre Recherche und Erkenntnisse Auskunft geben.

Der Abend ist eine Kooperationsveranstaltung des Kulturbüros der Stadt Hagen und des Kino Babylon. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

Jungfilmer aus ganz NRW gesucht

31. August 2011

Kreativität statt Gewalt: „Happy Slapping“, gefilmte und per Handy verbreitete Prügelszenen, oder Cyber-Mobbing haben als negative Nutzung neuer Medien für „Schlagzeilen“ gesorgt. Das Hagener Handyfestival „clip:2“ setzt seit 2008 dagegen und sucht kreative Ideen für die Handynutzung. Unter dem Motto „1 Video – 2 Minuten – Deine Chance“ sind junge Menschen von 13 bis 27 Jahren aufgerufen, ihre „ganz anderen“ Handyfilme vom 7. September bis zum 11. November einzureichen.

Das Festival findet in diesem Jahr mit Unterstützung vom NRW-Kultursekretariat erstmals NRW-weit statt. Die besten Filme werden im Rahmen eines Filmfestes am 3. Dezember im Emil Schumacher Museum präsentiert und prämiert.

Weitere Informationen unter www.clip2-filmfestival.de

WAZ-Gruppe soll aufgekauft werden

29. August 2011

Deutschlands Medienbranche steht vor einem der aufsehenerregendsten Einschnitte seit langem: Die Essener WAZ-Gruppe, größter Regionalzeitungsverlag Europas, steht nach Informationen des manager magazin vor der Komplettübernahme. Die Führung übernehmen will Petra Grotkamp, Tochter des WAZ-Mitgründers Jakob Funke und Ehefrau des langjährigen Verlagschefs Günther Grotkamp und bislang mit 16,67 Prozent an dem Unternehmen beteiligt.

Grotkamp hat ihren Mitgesellschaftern von der Brost-Holding einen Betrag von 500 Millionen Euro für deren 50-Prozent-Anteil geboten. Das Geschäft soll möglichst in den kommenden vier bis acht Wochen abgewickelt sein.

Der Deal würde nicht nur eine Zeitenwende für die WAZ selbst bedeuten, sondern könnte weitreichende Folgen auch für die deutsche Zeitungsbranche haben. Die WAZ-Gruppe, einst eines der finanzstärksten Medienhäuser des Landes, werde, dies ist aus dem Hause zu hören, mit künftig klaren Eigentümerverhältnissen „endlich wieder eine größere Rolle auf nationaler Ebene spielen“.

Der Essener Großverlag (Umsatz: 1,1 Milliarden Euro, „Westdeutsche Allgemeine“, „Neue Rhein/Neue Ruhr-Zeitung“, Westfälische Rundschau“), gehört zu jeweils 50 Prozent den Nachfahren ihrer Gründer, auf der einen Seite den drei Enkeln von Erich Brost, auf der anderen Seite den Töchtern von Jakob Funke: Renate Schubries, Petra Grotkamp und den Erben ihrer im Sommer verstorbenen Schwester Gisela Holthoff.

In der Vergangenheit hatten sich immer wieder Konflikte zwischen den Gruppierungen entzündet, die noch dadurch verschärft wurden, dass beide Parteien auch verschiedenen politischen Lagern zuzurechnen sind: Die Brosts den Sozialdemokraten, die Funkes den Christdemokraten. (…)

In der Geschäftsführung pflanzen sich die Reibereien fort: Für den früheren Kanzleramtsminister Bodo Hombach, der die Brosts vertritt, vor allem aber für Christian Nienhaus, den Mann der Funkes, ist es nicht immer einfach, zwischen den Interessen ihrer Gesellschafter und jenen der Verlagsgruppe zu unterscheiden, sie gegeneinander abzuwägen oder zwischen ihnen zu vermitteln. Die Stimmung ist gespannt. (…)

Sollte die WAZ-Gruppe erstmals in ihrer Geschichte einen Mehrheitseigentümer haben, ist es mit der Doppelspitze vorbei: Bodo Hombach wird in diesem Fall keine Zukunft in dem Verlagshaus haben. (…)

Quelle: SPON

Anmerkung: Die heimische Presselandschaft dürfte mit diesem Schritt – sollte er denn eintreten – noch grottiger werden als sie es eh schon ist.

Muschelsalat: PlatzRegen bringt Theater, Artistik und Musik

29. August 2011

Faszination von der ersten Sekunde an. PlatzRegen: das ist kein Natur-, sondern ein Kulturereignis. Zumindest dann, wenn sich das gleichnamige Ensemble aus erfahrenen Straßenkünstlern zusammenfindet, um die Zuschauer mit Artistik, Schauspielerei und Musik auf dem Elbersgelände zu erobern.

Die Künstler des Ensembles PlatzRegen führen am kommenden Mittwoch, 31. August, um 20 Uhr auf dem Elbersgelände, Dödterstraße 2, das Publikum von einem Spielort zum nächsten. Im rasanten Tempo wechseln Bühnenshows und Walkacts ab. Es gibt Episoden, Übergänge und kleine Szenen in und mit dem Publikum. Atemberaubende Trapezakrobatik, spektakuläre Jonglage, Comedy im XXL-Format mit sinnlicher Tanzartistik und viel Live-Musik verschmelzen zu einem fantasievollen und einzigartigen Erlebnis – bunt, spannend, mitreißend und immer wieder überraschend.

Was als anarchisches Durcheinander beginnt, entpuppt sich letztlich doch als wohldurchdachte Choreographie, die Raum für schauspielerische und artistische Höchstleistung bietet. Und wenn zum Schluss alle – Schauspieler und Publikum – tanzen, klatschen, singen und musizieren, dann spürt jeder, dass PlatzRegen Lust macht: Lust auf mehr – mehr Theater und mehr Leben.

Besser und stimmungsvoller kann das Finale des diesjährigen Kultursommers zum 25. Geburtstag des Hagener Muschelsalates sicher nicht sein. Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Firma Hagenpeg statt. Und auch bei dieser Veranstaltung eröffnet wieder eine Stunde vorher das Buffet mit internationalen Speisen und Getränken.

Gelbe Säcke im Sommerloch

28. August 2011

Das Sommerloch ist traditionell eine harte Zeit für die Berichterstatter und Kommentatoren. Mit Ausnahme der Stallwachen ist niemand im Lande, Parlamente und Parteigremien tagen nicht, auch der Hagener Rat tritt erst wieder im Oktober zusammen. So wissen die Produzenten der Inhalte bei den Medien häufig nicht so recht, was sie schreiben sollen. Das ist ein Problem.

Der WAZ-Konzern, der in Hagen mit seinen beiden Blättern Westfälische Rundschau und Westfalenpost das Monopol hält, hat sich derweil von einem Großteil seiner Redakteure getrennt. Ob nach dieser Schrumpfkur wenigstens die besseren blieben, ist nicht so klar ersichtlich. Auch das ist ein Problem.

Die Kombination beider Problemzonen kann dann schon einmal zu einer veritablen Falschmeldung führen, deren Urheber noch nicht ganz sicher auszumachen ist, die ihren Weg allerdings inzwischen bis nach Österreich (!) gefunden hat. Aber der Reihe nach.

Am 19.08.2011 erschien bei DerWesten folgender Beitrag, der einen Tag später auch in der Westfalenpost nachzulesen war:

Ehemalige Arbeitslose prüfen Müll in Hagen

Weil oft Dinge in den Gelben Säcken entsorgt werden, die dort nicht hineingehören, kontrollieren jetzt ehemalige Arbeitslose am Wertstoffhof des Hagener Entsorgungsbetriebs den Inhalt der Säcke. Viele Hagener müssen ihre Gelben Säcke wieder mit heim nehmen. (…)

Folie ist in Deutschland nicht gleich Folie, Verpackung nicht gleich Verpackung. Der Müll-Wissenschaftler unterscheidet zwischen Materialien, die den Grünen Punkt, das Emblem des Deutschen Dualen Systems (DSD), besitzen, und solchen, denen diese Markierung fehlt. Im Gelben Sack landen dürfen jedoch nur DSD-Produkte. Deren Entsorgung ist im Verkaufspreis inbegriffen.

Doch in den vergangenen Jahren landeten immer mehr Verpackungen ohne den Grünen Punkt in den Gelben Säcken. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, hat der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) die Mitarbeiter des Wertstoffhofes jetzt zu erhöhter Wachsamkeit angehalten. „Unsere Leute sollen verstärkt darauf achten, dass kein Müll ohne das DSD-Zeichen abgegeben wird“, erläutert HEB-Sprecherin Jacqueline Jagusch. „Das führt natürlich bisweilen zu Riesendiskussionen mit den Bürgern.“ Es sei aber nicht einzusehen, dass über das vom Verbraucher finanzierte Duale System auch Verpackungen entsorgt würden, deren Hersteller mit Wiederverwertung nichts im Sinn hätten. Deshalb prüfen am Wertstoffhof jetzt ehemalige Langzeitarbeitslose den Inhalt der Gelben Säcke.

Quelle: DerWesten

Dieser Artikel strotzt offensichtlich vor falschen Darstellungen. So weist Kommentator Tagesleser bei DerWesten darauf hin, dass „in diesem Bericht (…) einiges nicht eindeutig geschildert“ ist. Zum Beispiel: „Der grüne Punkt muss seit der 5.Novelle der VerpackV nicht mehr aufgedruckt sein. Der Grund ist, dass der grüne Punkt Eigentum der „Der Grüne Punkt Duales System Deutschland GmbH“ ist aber es gibt eben mehrere duale Systeme.“

Und er fragt sich: „Was sagt der Bericht nun aus? Vielleicht sollte man, bevor ein Bericht in der seriösen Tagespresse erscheint, erst einmal auf die richtige Sachlage überprüfen und Hintergründe recherchieren. Möglicherweise hat der Wirtschaftsbetrieb durch diese Überprüfung der Allgemeinheit Kosten gespart oder aber, der Amtsschimmel hat gewiehert und man hat (diesen) Bürger verärgert.“

Inzwischen hat der Müll-Beitrag des WP-Redakteurs Hubertus Heuel seinen Weg ins ferne Österreich gefunden. Im dortigen Online-Mediendienst Relevant fragt man sich, ob in Hagen jemand die letzten zehn Jahre verpennt hat (Da können wir auch bezüglich anderer Ereignisse in Hagen hinzufügen: Nicht nur einer). Hier ein Auszug:

Die WAZ-Gruppe und der Grüne Punkt-Irrtum in Hagen

Bei der Lektüre eines Artikels der WAZ über ärgerliche Fehlwürfe in Gelben Säcken und Tonnen fragt sich ein Fachredakteur, ob diese Meldung im Jahr 2001 geschrieben wurde und irrtümlich noch heute bei Google News abrufbar ist. (…)

Falls die Story aktuell sei, habe da jemand rund zehn Jahre der Entwicklung auf dem Markt der Verpackungsentsorgung verpennt. Da gab es noch einen Monopolisten für die Sammlung und Sortierung von Verkaufsverpackungen. Kennzeichen der Kölner Firma Duales System Deutschland: Der Grüne Punkt.

Die Zeiten der Alleinherrschaft sind durch Interventionen des Bundeskartellamtes und der EU-Kommission schon lange vorbei. Mittlerweile muss sich der gewinnorientierte Grüne Punkt-Müllkonzern mit acht Konkurrenten um Marktanteile streiten. Da war es nur logisch, dass der Gesetzgeber in der fünften Novelle der Verpackungsverordnung die Kennzeichnungspflicht für Hersteller und Vertreiber in Deutschland abschaffte. Die Beteiligung an einem „Dualen System“ erfolgt nicht mehr durch den Aufdruck des Grüne Punkt-Zeichens.(…)

Warum schreibt dann der WAZ-Redakteur Hubertus Heuel, dass der Müll-Wissenschaftler (welcher Müllwissenschaftler? gs) zwischen Materialien unterscheidet, die den Grünen Punkt besitzen und solchen, denen diese Markierung fehlt.(…)

Heuel zitiert die Pressesprecherin Jacqueline Jagusch mit den Worten: „Unsere Leute sollen verstärkt darauf achten, dass kein Müll ohne DSD-Zeichen abgegeben wird.“ Verpackungen ohne Grünen Punkt könnten ausschließlich an der Müllverbrennungsanlage in Boelerheide abgegeben werden. Gegen zehn Euro Gebühr dürfe jeder Hagener dort eine ganze Kleinwagenladung voll Abfall anliefern.

Ob nun die Pressesprecherin falsch zitiert wurde oder nicht. Im Gespräch mit NeueNachricht dementiert sie diese Äußerungen: „Der Grüne Punkt als Kennzeichen ist überhaupt nicht ausschlaggebend. Entsponnen hatte sich die WAZ-Geschichte, dass jemand Transportverpackungen an dem Wertstoffhof entsorgen wollte. Es ist immer schwierig, diese komplexe Sache jemanden telefonisch klarzumachen. Ich habe mit dem Herrn telefoniert und gesagt, dass unterschieden wird zwischen Transport- und Verkaufsverpackungen. Es handelte sich beim WAZ-Fall um Transportverpackungen eines Buchhändlers“, so Jagusch. Das gehe in die Kategorie „Gewerbeabfall“. „Den kann er bei uns über eine Pauschale anliefern“. Das habe aber nichts mit der Entsorgung über Gelbe Säcke oder Tonnen zu tun. Die Pressesprecherin wolle mit dem Redakteur, der leider im Urlaub sei, noch einmal sprechen und den Sachverhalt richtigstellen.

Quelle: Relevant

Fragt sich also: Wer hat hier „gepennt“? Auf der HEB-Homepage wird jedenfalls darauf hingewiesen, dass sich die Gesetzeslage geändert hat: „Anstatt des Grünen Punktes dürfen nun auch andere beim Dualen System Deutschland lizensierte Systembetreiber Verkaufsverpackungen mit ihren eigenen Logos kennzeichnen. Beispielsweise das Zeichen der Firmen Landbell und Remondis oder das Recycling-Logo der Firma Interseroh. Alle so gekennzeichneten Verpackungen gehören auch weiterhin in den Gelben Sack. Aber auch Verpackungen ohne jegliches Recyclinglogo.“ Auch auf den Abholkarten für die Gelben Säcke ist der Grüne Punkt schon seit einigen Jahren verschwunden.

Einiges spricht also dafür, dass hier der Entsorger richtig liegt und WP-Schreiber Heuel kurz vor seinem Urlaubsantritt kräftig die Phantasie hat spielen lassen. In seinem Beitrag schildert er nicht nur einen (wohl so nicht zutreffenden) Sachverhalt, sondern drapiert auch noch (vermeintlich) wörtliche Zitate einer HEB-Angestellten darum. Die Formulierungen in diesen Aussagen sind so konkret, dass es sich kaum um Verständnisfehler handeln kann.

Etwas anderes geht in dem Artikel völlig unter, nämlich das was die Überschrift verspricht: „Ehemalige Arbeitslose prüfen Müll“. Da wäre es schon von Interesse gewesen, um welche Art von Arbeitsplätzen es sich handelt. Sind es reguläre Stellen, die nach Tarif bezahlt werden, oder „Maßnahmen“ wie beispielsweise 1-Euro-Jobs?

Aber zur Befassung mit diesem Thema fehlte anscheinend die Zeit und der Autor war schon in sein persönliches Sommerloch entschwunden.

Ein Trost bleibt: Der Altpapiercontainer. Darin dürfen auch Zeitungen mit Falschmeldungen entsorgt werden. Noch.

DGB-Hagen: Schulden und Reichtum – zwei Seiten der Medaille

27. August 2011

Die täglichen Berichte über die finanziellen Lagen von Ländern und Kommunen machen vielen Menschen große Sorgen. Der Hagener DGB hat sich die aktuellen Berichte einmal genauer angesehen und kommt zu einem wichtigen Ergebnis.

Auf der Basis der Daten des statistischen Bundesamt und der Banken liegen die Schulden in Deutschland mittlerweile bei mehr als 2 Billionen Euro und wachsen jede Sekunde um weitere 1.925 Euro. Eine Entwicklung, die bereits seit vielen Jahren in Gang ist und die immer wieder dazu benutzt wird Schreckensszenarien an die Wand zu malen.

Für Jochen Marquardt vom DGB eine nachvollziehbare Reaktion. „Selbstverständlich ist es bedrückend, wenn wir immer wieder davon hören, dass die Finanzlage erschreckend ist und die Handlungsräume, u.a. in der eigenen Stadt immer weiter eingeschränkt werden. So verständlich diese Wahrnehmung ist; sie zeigt leider nur eine Seite der Medaille.“

Mindestens genauso wichtig wäre es für den DGB-Vorsitzenden Hagens auch einen Blick auf die andere Seite zu werfen. So würde parallel zu den Schulden im Lande auch der Reichtum wachsen und zwar fast 4mal so schnell. Auf der Basis der gleichen Grunddaten steigt das Geldvermögen in jeder Sekunde um 7.400 Euro und liegt aktuell bei mehr als 5 Billionen Euro in Deutschland.

Marquardt: „Wer diese Daten miteinander vergleicht, kann nur zu dem logischen Schluss kommen, dass die ständige Reduzierung auf den Schuldenabbau nicht durch weitere Kürzungen in allen möglichen Bereichen der sozialen Systeme und der Daseinsvorsorge vorgenommen werden darf und kann, sondern muss die starken Schultern der Vermögenden in Verantwortung nehmen.“

Für den DGB steht von daher die Wiedereinführung der Vermögenssteuer an vorderer Stelle auf der Tagesordnung. Er sieht sich dabei im Einklang mit fast 24.000 Menschen, die diese Forderung in einem Aufruf http://www.vermoegensteuerjetzt.de/ bereits unterzeichnet haben.

Einen Einblick in die aktuelle Entwicklung leistet ein Internet-Portal http://www.reichtumsuhr.de/ , indem sich Interessierte einen schnellen Überblick verschaffen können, da es nicht nur die sattsam bekannten Daten, der immer wieder vorgestellten Schuldenuhr des Steuerzahlerbundes vorstellt, sondern auch einen Blick auf eine Reichtumsuhr ermöglicht. Diese Zahlen werden von den Medien wenig wahrgenommen, helfen aber das Bild abzurunden und verdeutlichen die gewerkschaftlichen Forderungen.

Marquardt: „Auch im Hinblick auf die eigene Stadt kann hier Manches zur Klärung genutzt werden. Nicht weiter kürzen, sondern eine andere Politik in Berlin einfordern und auch in Düsseldorf mehr Druck machen, um die Finanzprobleme überhaupt lösen zu können.“

Ein Fest für Ernst Meister – Veranstaltungen zum 100. Geburtstag

26. August 2011

Am 3. September 2011 wäre der Hagener Dichter und Maler Ernst Meister 100 Jahre alt geworden. An dieses Ereignis erinnern zahlreiche, hochkarätige Veranstaltungen des Kulturbüros der Stadt Hagen rund um den Jahrestag. So können die Besucher Meister in Bild und Ton im WDR-Portrait „Ernst Meister-Versuch einer Annäherung“ aus dem Jahr 1979 am 2. September um 20 Uhr im Kino Babylon in Interviews und bei der Rezitation eigener Texte erleben. Der Film zeigt auch Impressionen der Stadt Hagen aus den 1970iger Jahren.

Der ebenfalls zu sehende noch brandneue Film der Filmstudentin Carla Gottwein „Ernst Meister heute – mehr als Erinnern“ (2011) folgt den Spuren Meisters in Deutschland. Anschließend wird die Filmemacherin im Gespräch mit dem WDR-Moderator Ulrich Land über ihre Recherche und Erkenntnisse Auskunft geben.

Am Samstag, 3. September, wird der mit 13.000 Euro dotierte Ernst Meister-Preis für Lyrik, Kulturpreis der Stadt Hagen, im Kunstquartier durch Oberbürgermeister Jörg Dehm an die diesjährigen Preisträger verliehen. Die Preisverleihung, die um 18 Uhr beginnt, ist öffentlich und der Eintritt ist frei. Die im Museumsplatz 3 befindlichen Räume der Ernst Meister-Ausstellung mit zahlreichen Fotos und Dokumenten sind von 17 bis 20 Uhr geöffnet. Auch hierzu ist der Eintritt frei.

Die bereits in der literarischen Welt renommierten Preisträger von Hauptpreis und Förderpreisen, Marion Poschmann, Daniela Seel und Jan Skudlarek, lesen ausführlich aus ihren preiswürdigen Publikationen in der Langen Nacht der Poesie, die am 3. September um 20.30 Uhr im Kunstquartier am Museumsplatz beginnt.

Zu Flamencomusik und Akkordeon, zum Flanieren durch die Räume der beiden Museen, zu Slam Poetry und Stories rund um Basketball mit dem Hagener Autor Thomas Pletzinger, zu Lyrik und mehr lädt die Lange Nacht ihre Gäste mit einem poetischen Programm. Durch den Abend führt sachkundig und unterhaltsam WDR-Moderatorin Claudia Belemann. Der Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 8 Euro.

Der Ernst Meister-Preis und das Begleitprogramm werden ermöglicht durch die Sponsoren LWL-Kulturstiftung, der Kulturstiftung der Provinzialversicherungen und der Thalia Buchhandlungen.

Auch die Bibliothek der FernUniversität Hagen bietet am 14. September um 19 Uhr in der Ellipse im TGZ der FernUni poetische Begegnungen mit Ernst Meister und Gottfried Benn unter dem Titel „Geist zu sein oder Staub, es ist dasselbe im All“ mit Peter Schütze und Kriszti Kiss.

Am 16. November werden die Meister- Preisträger im Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in Münster um 20 Uhr in der Lesung „ Dichtung ist der Nährboden für das, was passiert in der Gesellschaft“ zu sehen und zu hören sein. Die Moderation kommt kenntnisreich von Dr. Susanne Schulte, der langjährigen Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit.

Wer sich mit dem bildnerischen Werk Ernst Meisters vertraut machen möchte, kann dies in einer Ausstellung des Landesmuseums für Kunst – und Kulturgeschichte in Münster ab 1. September, 19.00 Uhr, tun. Das Museum zeigt Aquarelle, Gouachen, Pastellkreide- und Farbstiftzeichnungen bis zum 27. November 2011.

LINKE: Entschuldung ohne Folterinstrumente

26. August 2011

Die von Kommunalminister Jäger (SPD) vorgelegten Eckpunkte zum „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ und zur Verwendung der 350 Mio. Euro Entschuldungshilfen treffen auf deutliche Kritik der Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW.

Özlem Demirel, kommunalpolitische Sprecherin, erklärt dazu: „In Anbetracht von 20 Mrd. Euro Kassenkrediten und 404 Mio. Euro Zinsen sind weder die eingeplanten Bundesmittel noch die Landesmittel selbst ausreichend. Es bleibt seitens der Landesregierung beim „Tropfen auf den heißen Stein“ von jährlich 350 Mio. Euro. Im Übrigen sollen sich die Kommunen offenbar selbst entschulden. Denn die weiteren Mittel werden im Wesentlichen vom kommunalen Finanzausgleich abgezogen.“

Die LINKE kritisiert auch die Auswahl der 34 Empfängerkommunen, bei der ausschließlich auf die bilanzielle Überschuldung abgestellt wird. Dies ist schon im Gutachten von Junkernheinrich/Lenk als nicht geeignetes Kriterium bezeichnet worden, weil es stark von der Gestaltung der Eröffnungsbilanz und der Rücklagen in der doppischen Haushaltsführung beeinflusst ist.

Demirel: „Wir LINKE favorisieren einen Belastungsindikator, der sich aus verschiedenen Kriterien zusammensetzt: strukturelles Defizit der Ergebnisrechnung, Höhe der Liquiditätskredite und Höhe der Sozialtransferaufwendungen. Dann hätte man alle stark belasteten Kommunen mit im Boot.“

Absurd findet Demirel den Entschuldungsfonds: „Da werden die Kommunen einerseits durch Übernahme von einigen Soziallasten seitens des Bundes endlich etwas entlastet. Doch diese Entlastung wird ihnen andererseits gleich wieder vom Land genommen und in den Entschuldungsfonds gesteckt.“

Ähnlich sieht sie die Verwendung der erhöhten Grunderwerbssteuer: „Erst feiert sich die Regierung, weil sie die Kommunen wieder an der Grunderwerbssteuer beteiligt. Dann enthält sie ihnen aber die Mehreinnahmen aus der Steuererhöhung vor und steckt sie in den Fonds.“ Demirel ergänzend: „Allerdings macht auch die CDU absurde Vorschläge: Sie will den Fonds um 300 Mio. Euro aufstocken, die Mittel dafür aber aus der Masse des kommunalen Finanzausgleichs nehmen.“

DGB Hagen: Wachsende Altersarmut droht

25. August 2011

Nach Informationen aus dem Bundesarbeitsministerium gingen 660.000 Rentner im Alter von 65 Jahren bis 74 Jahre einer Arbeit nach oder mussten die staatliche Grundsicherung nutzen. Für den Hagener DGB ein deutliches Zeichen für eine Fehlentwicklung. In den vergangenen 10 Jahren ist die Zahl der Rentner, die einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nachgehen, um fast 60% angestiegen. Im Jahr 2000 waren es 416.000 Rentner, die auf einen Zuverdienst angewiesen waren.

Für den Hagener DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt eine Entwicklung, die Anlass zur Sorge gibt: „Auch wenn es Rentner gibt, die aus eigener Lust einen Nebenjob bekleiden, besteht für die meisten Betroffenen die Notwendigkeit als Ergebnis von prekärer Beschäftigung und gebrochener Erwerbsbiographie. Das trifft natürlich auch Menschen in Hagen. Es wird immer notwendiger gute und fair bezahlte Arbeit zu sichern, um diesen Prozess für die Zukunft auszuschließen.“

 Auch die ausgewiesene Zahl von 400.000 Menschen über 65 Jahre, die die staatliche Grundsicherung beantragen mussten, ist in den vergangenen Jahren erheblich größer geworden. Damit wächst die Anzahl derer, die im Alter auf eine Art Hartz IV angewiesen sind.

Muschelsalat: Bewegendes im Doppelpack

22. August 2011

Ihre Musik soll nicht nur unterhalten, sondern wirklich bewegen. Die Arrangements des niederländischen Vokal-Ensemble Rock4 sind keine herkömmliche A Capella-Musikstücke. Jeder Song wird sorgfältig analysiert, auf das Wesentliche reduziert und von dort an neu interpretiert. Die Band liebt das Experimentieren mit bekannten Pop- und Rock-Songs, ohne dabei Musikinstrumente vermissen zu lassen. Mit einer gut dosierten Portion Humor präsentieren die vier Sänger am kommenden Mittwoch, 24. August, ab 20 Uhr am Journalisten-Zentrum Haus Busch in Hagen Helfe eine Reihe wunderbar arrangierter Lieder.

Anschließend verführen die drei Künstler von CIRQ’ULATION LOCALE mit ihrer „Trampoline Mission“. Dabei präsentieren drei dynamische Supermänner ein begeisterndes Outdoorspektakel, das mit einer noch nie gezeigten Kombination von Jongleurstunts, Akrobatik, Straßentheater und einem Riesentrampolin aufwartet. Unter dem Motto „the sky is the limit“ fliegen und schweben sie unter, über und aufeinander. Durch die Luft fliegend, testet das untrennbare Trio nicht nur die Grenzen der Schwerkraft, sondern auch die Grenzen ihrer Beziehung. Alle in die Luft, alle gegen einen, einer gegen alle, wer ist der Bessere, Beste, Stärkste? Dieses Trio kann nicht miteinander und nicht ohne einander leben. In einem Moment versuchen sie sich gegenseitig auszuspielen, im anderen springen sie harmonisch in die Luft.

Und auch bei dieser Veranstaltung eröffnet wieder eine Stunde vorher das Buffet mit internationalen Speisen und Getränken.

Ausbildungsmarkt: Jeder Dritte geht leer aus

21. August 2011

Trotz guter Konjunkturdaten bleibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt angespannt. Alleine im Bereich der Arbeitsagentur Hagen fehlen über 1.400 betriebliche Ausbildungsplätze um allen Jugendlichen eine gute Ausbildung und damit eine berufliche Perspektive bieten zu können.

Im aktuellen Berichtsjahr haben sich nach Angaben der Agentur für Arbeit in Hagen über 4.300 Jugendliche gemeldet, die einen betrieblichen Ausbildungsplatz suchen. Das sind 22,6 % weniger Bewerber als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 2.900 Meldungen für Berufsausbildungsstellen. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr zwar verbessert, reicht aber lange nicht aus.

„Trotz der Verbesserungen beim Ausbildungsplatzangebot, bleibt jeder Dritte auf der Strecke,“ so Tim Ackermann, Jugendbildungsreferent des DGB.

Es existierte  eine betriebliche Lücke von 1.400 Ausbildungsplätzen. Zudem sind allein in Hagen fast 1.000 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, weitere 1.500 befinden sich in Maßnahmen der Arbeitsagentur.

Dazu Tim Ackermann: „Eine gute Ausbildung ist die beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit. Diese Bedingung  wird alleine 2011 voraussichtlich 1.400 junge Menschen vorenthalten“.

Bundesweit haben immer noch 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 29 keinen qualifizierenden Berufsabschluss – das sind 17 Prozent der Altersgruppe. Und immer noch werden viele junge Menschen in Maßnahmen des so genannten Übergangssystems vermittelt – 320.000 im Jahr 2010 -, obwohl die meisten von ihnen nur einen Ausbildungsplatz und keine Maßnahmen brauchen. Und noch immer sind wir weit entfernt von dem vom Bundesverfassungsgericht geforderten auswahlfähigen Angebot von 112,5 Ausbildungsplätzen je 100 BewerberInnen.

Ackermann: „Eine zentrale Ursache für einen Fachkräftemangel ist hier zu finden: Wer Fachkräfte haben möchte muss sie zunächst ausbilden. Die Forderung der DGB-Jugend nach einer Ausbildungsumlage von allen Betrieben zur Finanzierung von Ausbildungsstellen, bleibt weiter aktuell.“

Galerie: Zähe Verhandlung mit Sinn-Leffers

20. August 2011

Die Abrissarbeiten an der Rathaus- und Mittelstraße für den Bau der Rathaus-Galerie im Herzen der Hagener Innenstadt beginnen im Frühjahr 2012. Das bekräftigte am Freitag die Geschäftsführung der Gedo-Gruppe, dem Projektentwickler der neuen Galerie aus Grünwald bei München.

Der Bau der Einkaufspassage werde unabhängig von der Entscheidung der Sinn-Leffers GmbH stattfinden. Gedo führt mit dem Unternehmen seit zwei Jahren Verhandlungen über einen langfristigen Mietvertrag in der neuen Passage.

Bisher konnten sich die Gesprächspartner nicht einigen. „Zwei Jahre sind sehr langwierig“, sagte Gedo-Geschäftsführer André Haase, „Wir freuen uns, wenn wir Sinn-Leffers als Partner ge­winnen. Wir sind aber nicht abhängig von ihnen.“ (…)

Als Ankermieter steht neben der Märkischen Bank und einem Kaufpark (2000 Quadratmeter) bislang nur der Saturn-Elektrofachmarkt fest, der aus der Volme-Galerie in die Rathaus-Galerie zieht, und mit einer Fläche von 5500 Quadratmetern zu einem der größten in NRW zählen wird. Über weitere Mieter wollte Haase gestern erneut keine Auskunft geben.

Quelle: DerWesten

Stärkungspakt „ein erster Schritt“

20. August 2011

Städte und Gemeinden in NRW begrüßen die Absicht der Landesregierung, durch einen so genannten Stärkungspakt Stadtfinanzen den am schlimmsten verschuldeten Kommunen die Konsolidierung ihrer Haushalte zu erleichtern. „Die Bereitstellung von jährlich 350 Millionen Euro ab 2011 zusätzlich zum Gemeindefinanzierungsgesetz ist ein erster wichtiger Schritt“, hob der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW, Dr. Bernd Jürgen Schneider, in Düsseldorf hervor.

Freilich reiche dieser Betrag für die kommenden Jahre nicht aus. Denn neben den 34 Kommunen, die in einer ersten Tranche Konsolidierungshilfe erhalten sollen, benötigten bald weitere Städte und Gemeinden diese Unterstützung. Die Gemeinschaft der Kommunen sei bereit, im Rahmen weiterer Schritte einen finanziellen Beitrag zur Entschuldung der Nothaushalt-Kommunen zu leisten, betonte Schneider. „Dann muss aber auch das Land zusätzlich eine entsprechende Summe in den Entschuldungstopf einbringen“, machte Schneider deutlich.

Die Stadt Hagen soll in einem ersten Schritt etwa 40 Millionen Euro aus dem Finanzpaket erhalten, weitere Hilfe könnte folgen. Sicherlich ein Anfang, aber angesichts der Gesamtverschuldung von über 1,2 Milliarden Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Theis: Abfuhr für Leitenden Angestellten

20. August 2011

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat am 21. Juli höchstrichterlich entschieden und einem Leitenden Angestellten der Theis-Gruppe eine Abfuhr erteilt. Der Beschluss der Gläubigerversammlung, die Aufhebung der Eigenverwaltung zu beantragen, kann nach Überzeugung der Obersten Richter nicht angefochten werden.

Damit setzten die Juristen um Prof. Dr. Kayser einen Schlusspunkt hinter ein ca. zweijähriges Verfahren, das, so Insider, die Übernahme des heimischen Kaltwalzunternehmens Theis durch potente Investoren bislang verhindert hat.

Im März des Jahres 2009 musste das Hohenlimburger Traditionsunternehmen, das im vergangenen Jahr den 100. Geburtstag feierte, Konkurs anmelden. Ursachen dafür war die damalige weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, die zu Auftragsrückgängen von mehr als 50 Prozent geführt hatte, sowie innerbetriebliche strukturelle Probleme. Mehr als 100 Millionen Euro drückten als Schuldenlast auf die Theis-Gruppe, so dass der Hauptgesellschafterin und Geschäftsführerin Dr. Viola Prinzessin von Hohenzollern, ehemals Dr. Viola Hallman, der Weg zum Konkursgericht nicht erspart blieb.

Bis zum August 2011 wurde das Unternehmen in Eigenverwaltung weitergeführt. Dadurch wurde sichergestellt, dass sich für Kunden und Lieferanten keinerlei Einschränkungen ergaben. Die Prinzessin von Hohenzollern übte zunächst ihr Amt weiter aus und wurde dabei von einer Insolvenz- und Beratungskanzlei unterstützt.

Diese Kompetenzen der Prinzessin ändern sich jetzt mit dem Urteil.

Quelle: DerWesten

Kein Friede mit Sonneborn auf Haßley

19. August 2011

Das Projekt Möbelhaus an der Haßleyer Insel steht vor den letzten Hürden. Am kommenden Montag, 22. August, liegen im Rathaus bis zum 30. September die Baupläne öffentlich aus. In diesem Zeitraum haben Bürger die Möglichkeit, Einwände gegen die Ansiedlung des Möbelhauses Sonneborn auf dem Areal einzureichen.

Anfang des kommenden Jahres soll der Rat abschließend entscheiden, ob das Möbelhaus mit bis zu 36 000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf einer Ackerfläche auf der Haßleyer Insel neben dem Verwaltungsbau der Enervie-Gruppe entstehen soll. Die Eröffnung wäre für das Jahresende 2012 geplant. Gegner des Projektes hatten lange Zeit vehement gefordert, das Naherholungsgebiet unangetastet zu belassen.

Quelle: DerWesten

Dazu:

Möbelhäuser fressen sich in die Fläche

Bundesweit liegt der jährliche Umsatz für Möbel und Küchen um 30 Milliarden Euro. Seit Jahren ist das so. Der Markt ist offensichtlich gesättigt. Die Möbelhäuser in der Region wetteifern mit Erweiterungen und Neubauten um ihre Position auf dem umkämpften Markt. Eine Bestandsaufnahme.

„Es ist ein reiner Verdrängungswettbewerb“, sagt Christian Zurbrüggen, Geschäftsführer und Inhaber vom gleichnamigen Möbelhaus in Unna.

Quelle: DerWesten

DGB-Hagen: Ohne Kampf kein Erfolg

19. August 2011

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Hagen begrüßt die Einigung in den Tarifauseinandersetzungen der Journalisten. Für den Hagener DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt ein Erfolg, der in die richtige Richtung geht.

„Obwohl nur 1,5% bei den Lohn- und Gehaltsvorstellungen erreicht werden konnten, sind vor allem die Versuche der geplanten massiven Verschlechterungen für Berufseinsteiger verhindert und die Sicherung des Manteltarifvertrages und die Altersversorgung durchgesetzt worden. Ohne die vielen Aktionen und engagierten Streikmaßnahmen wäre das wohl nicht gelungen.“

Die Hagener Gewerkschaften freuen sich darauf, dass die Redakteure nun wieder für gute Zeitungen sorgen können.

„Herzlichen Glückwunsch an die streikenden Zeitungsredakteure. Die von den Verlegern beabsichtigte Abwertung des Journalistenberufs ist verhindert worden. Die heftig umstrittenen Verschlechterungen für Berufseinsteiger sind vom Tisch, “ betonte auch Michael Hermund, Vorsitzender der DGB-Region Ruhr-Mark.

Das sei das Verdienst von Journalistinnen und Journalisten, die mit ihren Streiks den Angriff der Verleger auf die Tarifverträge und die Berufsperspektive der Jungen abgewehrt haben. Allein am gestrigen Mittwoch hätten sich aus den Redaktionen in der Region Dutzende am Arbeitskampf beteiligt. Bundesweit waren es 2.000.

Nach siebzehnstündigen Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen wurde am Morgen eine Einigung erzielt.

Danach erhalten Redakteurinnen und Redakteure vom 1. Mai 2012 an 1,5 Prozent mehr Gehalt, im Oktober 2011 sowie im Februar 2013 gibt es Einmalzahlungen von jeweils 200 Euro und weitere Verbesserungen. Jetzt entscheidet eine Urabstimmung über die Annahme des Ergebnisses.

„Es ist leider nicht mehr selbstverständlich, sich für Schwächere einzusetzen. Darum ist das Ergebnis so wichtig. Berufseinsteiger werden nicht benachteiligt und abgekoppelt. Solidarität zahlt sich aus. Jetzt ist es an der Zeit, nicht Organisierte anzusprechen, um sie für Gewerkschaften zu interessieren,“ meint Hermund.

TanzRäume: Vorverkauf beginnt am 22. August

19. August 2011

Von Mittwoch, 7. September, bis Samstag, 17. September, findet auch in diesem Jahr wieder das beliebte Tanztheaterfestival TanzRäume statt. Mit Hilfe einer Landesförderung und der Unterstützung der Mark E präsentieren die eSw Berchum und das Kulturbüro Hagen erneut anspruchsvolle internationale Tanzkunst in Hagen. Experimentell, aufregend und abwechslungsreich zeigt sich das Festival in- und outdoor.

Getreu dem Festivalnamen erobert TanzRäume 2011 neue Räume – so auch eine ungenutzte Halle auf dem ehemaligen Industriegelände Elbers sowie eine alte Backsteinfassade, die auf spektakuläre Weise zum Ort einer vertikalen Tanzperformance wird. Ein deutlicher Fokus wird in diesem Jahr zudem auf die Förderung junger Hagener Künstler gelegt. Zum ersten Mal gibt es im Rahmen des Festivals eine Eigenproduktion.

Festivaltickets kosten 6 bis 12 Euro, und können direkt bei der HAGENagentur – Touristinformation, Rathausstraße 13, unter Telefon 02331-2075890, bei allen Hagener Bürgerämtern sowie an der Kasse des Theater Hagens unter Telefon 02331-2073218, im Internet unter http://www.theater-hagen.de oder per E-Mail unter theaterkasse@stadt-hagen.de. erworben werden. Da die Saisonpause des Theaters ab Montag, 22. August, beendet ist, sind dann alle Vorverkaufstellen wieder geöffnet.

Alle Informationen rund um das Festival sowie kleine Videotrailer der Produktionen finden Interessierte im Internet unter www.tanzraeume.hagen.de.

In Hagen wird die dritte große Moschee gebaut

16. August 2011

Das Erscheinungsbild der Innenstadt wird immer stärker vom Islam geprägt: Die islamisch-kurdische Gemeinde hat den ehemaligen Bunker an der Körnerstraße 94 (ehemals Schmidt im Bunker) erworben und plant dort die Einrichtung einer Moschee samt Kulturräumen und Café. Zudem wollen die Kurden zwei Minarette vor dem Gebäude hochziehen. (…)

Neben den türkischen Moscheen in der Körnerstraße 77 und am Märkischen Ring 11a ist die kurdische Moschee damit das dritte große islamische Gotteshaus in der Innenstadt. Der christliche Einfluss geht dagegen immer weiter zurück, die evangelische Lutherkirche soll bekanntlich aufgegeben werden. Es gibt aber noch mehrere kleinere Moscheen in Hagen, so in der Augustastraße, in der Werdestraße, der Fehrbelliner Straße, der Eckeseyer Straße, am Mühlenwert, der Minervastraße, der Oeger Straße und am Bodelschwingh­platz.

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Dieser Artikel ist ein schönes Beispiel dafür, wie unterschwellig islamophobe Ressentiments bedient werden. Anders als die Überschrift unterstellt, ist im Hagener Innenstadtbereich erst eine Moschee „gebaut“ worden, die in der Körnerstr. 77. Und die ist nicht „groß“, sondern versteckt sich recht bescheiden auf dem Hinterhof eines Wohn- und Geschäftshauses. Nach früheren Presseberichten soll diese Moscheegemeinde übrigens recht konstruktive Kontakte zur benachbarten Lutherkirche unterhalten. Daß letztere jetzt vor ihrem Ende steht, hat wenig mit Moslems zu tun, sondern mit der schwindenden Finanzkraft der Evangelischen Kirche. Die anderen aufgezählten „kleineren Moscheen“ sind Versammlungsräume in Ladenlokalen und auf Industriebrachen.

Die Innenstadt wird auch nicht „immer stärker vom Islam geprägt“, sondern von einer Monokultur von Kettenfilialen, leer stehenden Geschäften und Vertretern des Subproletariats. Alles Ergebnisse (und Opfer) des neoliberalen Krawallkapitalismus, von dem u.a. mit Verweis auf die angeblich überbordende Islamisierung abgelenkt werden soll.

In den Kommentaren bei DerWesten tobt sich derweilen der Mob aus, die Moderation kommt mit dem Löschen kaum nach. Die „Vorleistungen“ von Agitatoren wie Thilo Sarrazin, Henryk M. Broder und Alice Schwarzer zeigen Wirkung.

DGB-Hagen: Alarmmeldung Weiterbildung

16. August 2011

Die aktuell vorliegenden Zahlen, die das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung zum Ende 2010 vorlegt, geben ein schlechtes Zeugnis. Im Jahr 2007 wurde von der Politik das Ziel aufgestellt in den folgenden Jahren die Beteiligung an Weiterbildung von damals 43 % auf 50% zu erhöhen. Anstatt sich den selbst gesetzten Zielen zu nähern, fällt Deutschland weiter zurück, der Anteil sank sogar auf 42%. Vor allem bei den 19 – 24jährigen ist der Rückgang von 49% auf 40% dramatisch.

Für den Hagener DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt eine komplette Fehlentwicklung. „Da wird die gesamte Debatte um Fachkräftesicherung zur Farce und eigentlich müssen nun überall die Alarmglocken läuten.“

Für den DGB ist dies nicht nur Ausdruck fehlender Initiativen in den Unternehmen, sondern auch ein deutlicher Hinweis auf eine falsche Ausrichtung in der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Bundesagentur für Arbeit. So wurde die Förderung der beruflichen Weiterbildung durch die BA dramatisch eingeschränkt. Die Zahl der Neueintritte im ersten Halbjahr 2009 betrug 299.199. Im ersten Halbjahr 2011 waren es 151.891, oder gut 49 % weniger.

Auch für die eigene Stadt gilt diese Tendenz. Während im Dezember 2007 noch 678 Teilnehmer bei Qualifizierungen gezählt wurden, sank die Zahl im Juni 2011 auf 458 Menschen.

Für den DGB sind die Unternehmen aufgerufen, wesentlich mehr zu tun und die Politik muss dringend andere Prämissen setzen. Wichtige Weiterbildung darf nicht nach aktueller Haushaltslage beschieden werden, sondern sie muss einen Beitrag für die Zukunftsgestaltung leisten.

Sozialticket: „Verdient diesen Namen nicht“

15. August 2011

In einem Kommentar für die „Ruhrbarone“ beleuchtet der Vorsitzende des DGB, Region Ruhr-Mark, Michael Hermund, den Entscheidungsprozess, das Verhalten der beteiligten Akteure und die Ergebnisse zur Einführung des Sozialtickets in Teilen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR):

Ab November soll zumindest in Teilen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) ein Ticket für Menschen mit geringem Einkommen eingeführt werden. Die Monatskarte wird 29.90 Euro kosten und als Sozialticket firmieren. Diesen Namen verdient dieses Angebot allerdings nicht. Ein Sozialticket, das diesen Namen verdient, dürfte höchstens 15 Euro kosten. Das wissen eigentlich auch alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung. Wenn wir jetzt eine sozialpolitisch, ökologisch und ökonomisch unsinnige Entscheidung vorfinden, dann kann man das nur verstehen, wenn man die unterschiedlichen partei-, macht- und unternehmenspolitischen Ränkespielchen kennt, die sich in den letzten Jahren abgespielt haben.

Bis 2009 war alles klar. CDU und FDP hatten in den VRR-Gremien die Mehrheit. Sie waren gegen ein Sozialticket. SPD und Grüne votierten dafür und demonstrierten in Dortmund, welch großen Bedarf es für ein Sozialticket gibt. (…)

In Dortmund haben in der Versuchsphase 2009 über 24.000 Menschen ein Produkt zum Preis von 15 € gekauft. Im Folgejahr kauften nur knapp 8.000 Menschen das gleiche Produkt für 31 €. Aktuell also eine Nutzerquote von 6,5 % der 117.000 Berechtigten.

Das Produkt muss also so attraktiv sein, dass viele neue Kunden gewonnen werden, um den Wechslersaldo (Menschen, die schon Kunden sind und jetzt Anspruch auf das billigere Ticket haben) auszugleichen. Gerade das wird mit einem Preis von 29.90 € in keiner Weise erreicht.

Zum vollständigen Beitrag: DGB Ruhr-Mark

DGB Hagen empört über den F.D.P.-Vorstoß gegen ältere Erwerbslose

14. August 2011

Der Vorstoß von Geschäftsführer Lindner und dem so genannten F.D.P.-Arbeitsmarktexperten Johannes Vogel das Arbeitslosengeld für Ältere zu kürzen, ist für den DGB ein weiteres Zeichen gnadenlosen Realitätsverlustes durch die Liberalen. Sofort betroffen wären alle Erwerbslosen über 58 Jahre, die bisher 24 Monate Anspruchsdauer haben. „Das würde hunderte Menschen in unserer Stadt treffen – unverantwortlich,“ so der Hagener DGB-Kreisvorsitzende Jochen Marquardt, „angesichts der Tatsache, dass die Vermittlungschancen dieser Menschen sowieso außerordentlich schlecht sind würden sie noch schneller in Hartz 4 geraten.“

Mit dieser Maßnahme soll diese Gruppe aus Angst vor dem rasanten gesellschaftlichen und finanziellen Abstieg zur Annahme prekärer Beschäftigung, schlechten Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung gedrängt werden, so der DGB. Nach der völlig unsinnigen Debatte um Steuersenkungen, dem Dekadenzvorwurf durch den ehemaligen Vorsitzenden Westerwelle ein weiterer Meilenstein der F.D.P. sich aus der Verantwortung für Arbeitnehmer und sozial Benachteiligte zu stehlen.

Der Hagener DGB hofft, dass die kritischen Äußerungen, die auch aus der CDU kommen, Anlass für die örtlichen Liberalen sind, ihre Einpeitscher des Sozialabbaus zurück zu pfeifen. Marquardt: „Das Sommerloch darf nicht herhalten für unverfrorene Testballons gegen Menschen, die jahrelang gearbeitet haben und sich nicht freiwillig in die Erwerbslosigkeit begeben haben.“

Parkerleuchtung beim Muschelsalat

13. August 2011

Live-Musiker kommunizieren mit Bäumen, die zum Leben erwachen. Überdimensionale Pilze sprießen aus dem Boden und leuchten seltsam. Hängematten für Musiker und Publikum dienen zum Erwachen und zur Erholung. Kurzum – eine poetische Symphonie auf leisen Sohlen klingt durch das Laub der Bäume, wenn die „Parksymphonie“ am kommenden Mittwoch, 17. August den Hagener Stadtgarten erleuchtet. Die Parksymphonie ist eine begehbare Lichtinstallation mit Live-Musik von Jörg Rost.

An diesem Abend kann der Stadtgarten sicher völlig neu erlebt und wahrgenommen werden. Eine sinnlich erfahrbare Parkinszenierung, die für Momente verzaubern wird und Romantik aufkommen lässt. An diesem Abend gibt es die Gelegenheit, Dinge in einem anderen Licht zu betrachten. Der Einlass in den Stadtgarten erfolgt an diesem Abend nur von oben über die Stadtgartenallee.

Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Bezirksvertretung Hagen-Mitte statt. Ein Geburtstagesgeschenk der mark E machte diese Veranstaltung möglich. Und auch bei dieser Veranstaltung eröffnet wieder eine Stunde vorher das Buffet mit internationalen Speisen und Getränken.

Hagener DGB gibt Tipps für ein faires Praktikum – Missbrauch als billige Arbeitskräfte stoppen!

12. August 2011

Trotz des drohenden Fachkräftemangels werden Praktikantinnen und Praktikanten immer noch als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Zu diesem Ergebnis kommt die neue wissenschaftliche Studie „Generation Praktikum 2011“ vom Deutschen Gewerkschaftsbund und von der Hans-Böckler-Stiftung (HBS). Im Mittelpunkt der Studie stehen Praktika nach dem Hochschulabschluss.

Allein in Hagen gibt es mehrere hundert Praktikantinnen und Praktikanten, schätzt der DGB. Meist würden die Stellen nicht über die Arbeitsagenturen angeboten, daher gebe es eine hohe Dunkelziffer. Der Wunsch der Absolventen, eine feste Anstellung zu erhalten, erfülle sich meist nicht.

„Vier von fünf Praktikanten leisten vollwertige Arbeit in den Betrieben, drei von vier geben an, dass sie fest in die Arbeitsabläufe eingeplant sind. Es kann und darf nicht sein, dass qualifizierte Hochschulabsolventen als Praktikanten ausgebeutet werden. Deshalb lehnen wir Praktika nach dem Studienabschluss grundsätzlich ab. Stattdessen sollen Unternehmen und Verwaltungen reguläre Arbeitsverhältnisse bzw. Trainee- und Berufseinstiegsprogramme anbieten,“ so der DGB Kreisvorsitzende Jochen Marquardt.

Ein Praktikum ist ein zeitlich befristetes Lern- und kein Beschäftigungsverhältnis. Das kann für Schülerinnen und Schüler sinnvoll sein, um die Arbeitswelt kennen zu lernen, sagte der DGB-Vorsitzende. „Zum ordentlichen Praktikum gehört ein Vertrag, der Lerninhalte und –ziele beschreibt. Außerdem Beginn und Ende, Arbeitszeit, Urlaub und Lohn regelt. Praktika und ähnliche Lernverhältnisse sollten höchstens 3 Monate dauern und bei Schülern mit mindestens 300 Euro pro Monat vergütet werden, “ fordert Marquardt.

Ein gravierendes Problem für die PraktikantInnen sei die Bezahlung. Der Anteil unbezahlter Praktika sei zwar leicht zurückgegangen, von 45 Prozent im Jahr 2007 auf 40 Prozent in 2011. Dafür ist das Durchschnittseinkommen der bezahlten Praktika aber auch gesunken und liege aktuell bei 551 Euro brutto monatlich.

Marquardt: „Alle Welt redet vom Fachkräftemangel, aber naheliegende Maßnahmen, ihm entgegenzuwirken, werden nicht ergriffen. Immer noch glauben viele Unternehmen, sie könnten es sich erlauben, junge Menschen als Praktikanten zu beschäftigen, ohne Bezahlung. Das ist moderne Sklavenarbeit. Statt den Fachkräften von morgen attraktive Angebote zu machen, werden sie erst einmal als billige Arbeitskräfte ausgebeutet.“

Die Bundesregierung müsse den Missständen in Sachen Praktikum endlich einen Riegel vorschieben.

Hinweise und Tipps gibt es unter: http://www.dgb-jugend.de/studium/praktika

Mikrodarlehen: Arbeitsplätze mit kleinem Einsatz

11. August 2011

400 Kleinstkredite, 8 Millionen Euro Gesamtvolumen und über 500 Arbeitsplätze: das ist die positive Gesamtbilanz des NRW/EU.Mikrodarlehens, einem Darlehensangebot für Kleinstgründer, das von der NRW.BANK bereitgestellt und über die STARTERCENTER NRW beantragt  wird. Alleine im Kammerbezirk der SIHK zu Hagen wurden über dieses Programm 27 Unternehmen mit 35 Arbeitsplätzen neu gegründet bzw. gefestigt . Bis April 2011 noch in der Pilotphase läuft das Mikrodarlehen seitdem im Regelbetrieb.

Kurt Buchwald, stellv. Hauptgeschäftsführer der SIHK zu Hagen, erklärt: „Das Mikrodarlehen ist in diesem Bereich ein einmaliges Produkt. Mikrodarlehensnehmer haben oftmals Probleme, bei einer anderen Bank einen Kredit zu bekommen. Da hilft ihnen das Mikrodarlehen weiter.“

Dietrich Suhlrie, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK, ergänzt: „Viele Kleinstgründer sind unternehmerisch oder kaufmännisch unerfahren. Die obligatorische Begleitberatung in den ersten zwei Jahren kann hier Fehler verhindern und so entscheidend zum Erfolg des Unternehmens beitragen.“

Beantragen kann das Darlehen, wer seinen Hauptwohnsitz in NRW hat und entweder eine selbstständige Tätigkeit als gewerbliches Unternehmen oder eine freiberufliche Tätigkeit in NRW aufnehmen möchte oder weniger als fünf Jahre ausübt. Anlaufstelle sind die örtlichen STARTERCENTER NRW. Sie beraten die Gründerinnen und Gründer und leiten anschließend den Antrag mit integriertem Gründungskonzept an die NRW.BANK weiter. Diese kann dann Darlehen zwischen 5.000 Euro und 25.000 Euro bewilligen. Sicherheiten müssen nicht gestellt werden.

Weitere Informationen: NRW.BANK

Jörn Kreke droht mit Finanzfirma zu scheitern

10. August 2011

Douglas-Aufsichtsratschef Jörn Kreke steht vor dem Scheitern seiner Hagener Finanzfirma Adi GmbH. Nach Informationen des Handelsblatts (Dienstagsausgabe) hat die 1998 gegründete Factoringgesellschaft, die vor allem Forderungen von Zahnärzten und Laboren aufkauft, beim Hagener Amtsgericht unter dem Aktenzeichen 103 IN 138/11 das Insolvenzverfahren beantragt. (…)

Schon seit 2009 aber befindet sich die Gesellschaft in Turbulenzen. Damals kaufte die am Douglas-Standort Hagen residierende Finanzgruppe faule Forderungen. Reingefallen war sie auf die Firma Orca-Tech.

Das inzwischen insolvente Unternehmen hatte Spezialfahrzeuge entwickelt, mit denen sich Ölschäden auf Autobahnen komfortabel beseitigen lassen. Forderungen aus diesem Geschäft verkaufte Orca-Tech an Adi. Weil den Versicherungen die Kosten aber als zu hoch erschienen, verweigerten sie die Schadensregulierung. So blieben die Hagener auf mehr als einer Millionen Euro sitzen.

Quelle: Handelsblatt

Anmerkung: Erst kürzlich war ein ähnliches Kreke-Geschäftsmodell, die BF Bestattungsfinanz, ins Schlingern geraten.

Ein Fest für Ernst Meister

10. August 2011

Lange Nacht der Poesie im Kunstquartier

Mit der Langen Nacht der Poesie am Samstag, 3. September 2011 richtet das Kulturbüro der Stadt Hagen ein Fest zum 100. Geburtstag von Ernst Meister aus. Das Kunstquartier am Museumsplatz wird dann zum literarischen Erlebnisraum. Die Lange Nacht der Poesie schließt sich ab 20.30 Uhr an die Verleihung des Ernst Meister Preises für Lyrik 2011 an. Dabei wartet ein abwechslungsreiches Programm auf die Besucher.

Im Mittelpunkt stehen natürlich die PreisträgerInnen, die sich und ihre Texte den Zuhörern vorstellen. Die Musikerin Ute Völker wird die Texte von Hauptpreisträgerin Marion Poschmann mit einer besonderen Komposition am Akkordeon begleiten. Die Lesungen der beiden Autorinnen Marion Poschmann und Daniela Seel sowie des Förderpreisträgers Jan Skudlarek werden ganz individuell zu erleben sein. Sowohl das Foyer als auch die musealen Räume des Kunstquartiers werden dann einmal ganz anders bespielt.

Beim Gang durch die beiden Museen erleben die Zuhörer unterschiedlich gestaltete Lesungen mit jeweils neuen Textkompositionen für kleinere Zuschauergruppen, so dass sehr persönliche Begegnungen mit den Autorinnen und Autoren möglich werden. Lyrik von Ernst Meister liest der Schauspieler Olaf Reitz. SlamPoetry präsentiert Sebastian 23. Und außerdem lesen die Autoren Ralf Thenior und Thomas Pletzinger. Thenior liest aus seinem neuesten Lyrikband und Pletzinger wird ein Kapitel über eine Autofahrt zu einem Basketballspiel in der Ischelandhalle aus seinem Buch „Gentlemen, wir leben am Abgrund“ lesen.

Das musikalische Rahmenprogramm liefert das Bino Dola Trio mit zwei Flamencogitarren und einer Querflöte. Moderation und Talk übernimmt Claudia Belemann vom WDR. Um die lange Nacht bei guter Kondition zu erleben, wartet ein üppiges Buffet auf die Gäste. Der Eintritt kostet 12 Euro beziehungsweise ermäßigt 8 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse sowie auch im Vorverkauf bei der Hagen Touristik, im Rathaus, Telefon 02331-2075890. Weitere Informationen unter der Rufnummer 02331-2074870.

Aktiv für gute Arbeit und gegen Spekulantentum

9. August 2011

Während die örtliche Industrie- und Handelskammer und die Agentur für Arbeit keine besonderen Auswirkungen der Finanzkrisen auf die heimische Wirtschaft sehen, ist der Deutsche Gewerkschaftsbund in Hagen skeptisch.

Der örtliche Kreisvorsitzende Jochen Marquardt hält die internationalen Entwicklungen für besorgniserregend: „Wir wissen, dass sich solche Prozesse in der Regel nicht über Nacht auswirken. Noch sind die Auftragsbücher, vor allem im Bereich der gewerblich-technischen Wirtschaft gut gefüllt und die Beschäftigten leisten Mehrarbeit. Entscheidend wird sein, ob die Politik auf die internationalen Verwerfungen der Spekulanten reagiert und endlich die Finanzmärkte reguliert. Gleichzeitig ist es von besonderer Bedeutung, ob und wie es gelingt die jeweilige Binnennachfrage in den Ländern durch mehr Kaufkraft und eine zukunftsorientierte Wirtschafts- und Finanzpolitik zu stimulieren.“

Hier bleibt der DGB bei seiner Forderung, dass die Lohnentwicklung endlich wieder in eine positive Tendenz für die Beschäftigten gebracht wird und die Schaffung fairer Arbeitsbedingungen und sicherer Arbeitsplätze gewährleistet wird. Für Marquardt gehört die Durchsetzung sozialer Gerechtigkeit sowohl im internationalen als auch im nationalen Rahmen auf der Tagesordnung. „Offensichtlich ist nur dann etwas zu bewegen, wenn sich die Menschen für ihre Rechte aktiv einsetzen.“

Land sagt Förderung des Sozialtickets zu

9. August 2011

Das Land NRW macht den Weg zum Sozialticket frei und sagt Förderung auch für Kommunen im Nothaushalt, wie beispielsweise Hagen, zu. In Zahlen: 2011 stehen 15 Millionen Euro bereit, für die Folgejahre sind jeweils 30 Millionen Euro vorgesehen. Ab sofort können alle kreisfreien Städte, Kreise und Verkehrsverbünde in NRW eine Förderung für die Einführung eines Sozialtickets beantragen.

Der Verwaltungsrat des Verkehrsverbunds Rhein Ruhr (VRR) hat beispielsweise die probeweise Einführung zum 1. November beschlossen. Im Rahmen eines Pilotprojektes wird das Ticket zum Preis von 29,90 Euro bis zum 31. Dezember 2012 als Monatsticket im Gültigkeitsbereich der Preisstufe A angeboten. Das sind allerdings gerade einmal 7,26 Euro weniger als für das günstigste bestehende Monatsabo zu zahlen ist und ca. 15 Euro mehr als im Hartz-VI-Warenkorb für Fahrten im Nahverkehr vorgesehen sind.

Nach einem Jahr wird Bilanz gezogen, ob sich das Ticket für den VRR wirtschaftlich rechnet bzw. ob es beibehalten werden kann.

Hagener mit geringem Einkommen

9. August 2011

Hagener haben ein wesentlich niedrigeres Einkommen als NRW-Bürger insgesamt. Mit 29.077 Euro pro Jahr liegen sie noch unter dem Durchschnitt des westfälischen Landesteils und nehmen nur Platz 340 von insgesamt 396 Kommunen ein.

Die jetzt veröffentlichte Einkommenssteuerstatistik 2007 belegt deutliche Einkommensunterschiede zwischen Westfalen und dem Rheinland. Laut Statistischem Landesamt war vor vier Jahren das Durchschnittseinkommen im rheinischen Landesteil mit 33.712 Euro pro Jahr um 2200 Euro höher als in Westfalen (31.512 Euro). Landesweit liegt der Schnitt bei 32.709 Euro brutto je Steuerpflichtigen.

„Die außerordentliche Wirtschaftskraft der rheinländischen Metropolen Köln, Düsseldorf und Bonn schlägt sich natürlich auch auf das durchschnittliche Einkommen der Rheinländer nieder“, erklärt Dr. Uwe Neumann vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) die Zahlen. Zudem wirke sich die ländliche Prägung Westfalens gegenüber der städtisch geprägten Rheinschiene auf die Statistik aus. „Natürlich gibt es auch in Westfalen sehr einkommensstarke Regionen, aber die beeinflussen den gesamten Landesteil nicht so deutlich wie die großen Städte das Rheinland“, so der Regionalforscher.

Mit 51.371 Euro je steuerpflichtigen Einwohner verzeichnete ironischerweise die im Hagener Süden angrenzende Gemeinde Schalksmühle (Märkischer Kreis) das höchste Durchschnittseinkommen in Westfalen. Höher lagen diese Werte landesweit nur in Meerbusch bei Düsseldorf, wo Berufstätige im Schnitt 57.144 Euro pro Jahr verdienten.

Die Zahlen konnten erst jetzt veröffentlicht werden, weil die anonymisierten Steuerdaten von den Finanzbehörden erst nach Abschluss aller Veranlagungsarbeiten für statistische Auswertungen zur Verfügung gestellt werden. Die hier dargestellten Informationen sind damit die aktuellsten, die zurzeit verfügbar sind.

Hagener TanzRäume drehen elfte Runde

9. August 2011

Spektakulärer Auftakt: Am 7. September startet das Hagener Festival TanzRäume seine elfte Auflage mit dem vertikalen Tanztheater der französischen Compagnie Retouramont. Sie bespielt die Fassade des ehemaligen Kesselhauses auf dem Elbers-Gelände. Insgesamt erwarten 13 Veranstaltungen an elf Abenden das Publikum. Dabei werden in diesem Jahr neue Räume „ertanzt“: Bisher ungenutzte Hallen und Räume der historischen Industriebrache Elbers werden zur Bühne für das Festival.

Vom 10. bis 13. September heißt es „Streetdance meets Theater“ auf dem Elbersgelände, und mit „Beginning Malerei und Tanz“ steht am 13. September im Kuntsquartier Hagen eine weitere ungewöhnliche Begegnung an. Multimediales Tanztheater aus Dänemark ist am 14. September auf dem Programm und magisch-poetisch wird es am 17. September mit der elsässischen Compagnie von Cathérine Dreyfus. Im Mittelpunkt ihrer Performance steht ein drehbarer Kubus.

Mitmachen ist beim „Offenen Tanzsalon“ am 9. und 16. September erwünscht: Wer schon immer mal südamerikanisches Temperament erproben wollte, kann Salsa- und Merengue-Choreographien erlernen und bei der anschließenden Tanzparty vorführen.

Weitere Informationen unter www.tanzraeume.hagen.de

Muschelsalat: Salsa Picante und Cinema Paradiso

8. August 2011

Salsa-Klänge pur: das sind die heißen Rhythmen von vielen Blas- und Percussioninstrumenten, die an lateinamerikanisches Feeling erinnern – an lockere, beschwingte und immer fröhliche Stimmung. Man tanzt und freut sich. Und so soll es auch sein, wenn die Düsseldorfer Band „Salsa Picante“ am kommenden Mittwoch, 10. August, im Volmegrünzug Eckesey, gegenüber Haus Wohlbehagen, Eckeseyer Straße, ab 20 Uhr Salsa spielt.

Seit 29 Jahren schon ist die zehnköpfige Band mit ihrer so echten und authentischen Musik auf der ganzen Welt unterwegs, dass man vielerorts bereits meinte, die Musiker seien aus Puerto Rico oder Venezuela. Doch die heißen Rhythmen und Liedtexte sind “made in Düsseldorf” und auf jeden Fall erstklassig.

Mit Einbruch der Dunkelheit öffnet sich die große open-air-Leinwand für den Film „Saint Jacques … Pilgern auf Französisch“ – eine einfühlsame französische Filmkomödie von Coline Serreau aus dem Jahre 2005. Die Geschichte handelt von der 800 Kilometer langen Wallfahrt der drei Geschwister Clara, Claude und Pierre in das spanische Santiago de Compostela auf dem sogenannten Jakobsweg zum Grab des heiligen Apostels Jakobus. Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Bezirksvertretung Hagen-Nord statt. Und auch bei dieser Veranstaltung eröffnet wieder eine Stunde vorher das Buffet mit internationalen Speisen und Getränken.

Hiroshima-Mahnwache: Wer Frieden will, muss aus der Atomenergie aussteigen

8. August 2011

Zwölf Gongschläge ertönten am Samstagmittag an dem mit weißen Rosen geschmückten Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße. Mitglieder und Freunde des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN hatten sich zu einem Schweigekreis in Erinnerung an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima versammelt. Eine schlichte Mahnaktion, die bei vielen Passanten auf Zustimmung stieß.

Ein Flugblatt informierte Interessierte über den engen Zusammenhang von militärischer und „friedlicher“ Nutzung der Atomenergie. Denn die Technologie, die man für die Atomenergie braucht, ist auch Basis für die Entwicklung von Atomwaffen. Bei der Entsorgung des Atommülls entsteht waffenfähiges Plutonium. Abgereichertes „schwach strahlendes“ Uran wird für besonders durchschlagskräftige Munition verwendet, zum Beispiel eingesetzt im Irak-Krieg.

Darum setzt sich das HAGENER FRIEDENSZEICHEN gemeinsam mit vielen Menschen in Hagen für den Ausstieg aus der Atomenergie ein, denn wer aus der Atomenergie aussteigt, tut auch etwas für die Abrüstung. „Energiepolitik muss auch Friedenspolitik sein. Wer Frieden will, nutzt erneuerbare Energien“, betont Dr. Christian Kingreen, Vorsitzender des HAGENER FRIEDENSZEICHENS. In diesem Sinne wird der Verein auch weiterhin alle Aktivitäten vor Ort für einen Energiewandel unterstützen.

Steinbruch Hlmbg-Oege: BUND prüft Option einer zweiten Klage

7. August 2011

Es könnte ein Krieg zweier Städte werden – zumindest auf dem Papier. Das Drama um die geplante Steinbrucherweiterung wird um einen Akt erweitert, denn die Letmather Bürgerinitiative und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) klinken sich nun aktiv in das drohende Verfahren ein.

„Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Stadt Hagen sehr wahrscheinlich eine Genehmigung zur Erweiterung erteilen wird. Wir sind jedoch vorbereitet und haben der Stadt Iserlohn ein Gutachten zur Verfügung gestellt, das gravierende verfahrens- und planungsrechtliche Fehler aufdeckt“, erklärte Hans Niggemann von der Bürgerinitiative, der, ebenso wie Thomas Meilwes vom BUND, einer Klage sehr optimistisch entgegensieht.

Laut Aussagen des BUND hätten die Steinbruchbetreiber bereits angekündigt, bis zur höchsten Instanz zu gehen, um eine Erweiterung durchzusetzen.

Quelle: DerWesten

Was bisher geschah:

Steinbrucherweiterung in Oege 
17. Dezember 2009

Oege: Verwaltung für Steinbrucherweiterung 
7. September 2010

Einstimmig gegen „Katastrophe für Letmathe“
26. September 2010

Steinbruch Oege: Iserlohn sagt „Nein“
27. Oktober 2010

… Steinbruch II (Oege)
10. November 2010

Hagen gibt „Grünes Licht“
4. März 2011

Gevag: Insolvenzverfahren eröffnet

6. August 2011

Vor zwei Monaten zeigte man sich noch, wie es so schön heißt, „verhalten optimistisch“. Jetzt dürfte die letzte Runde eingeläutet sein: Gevag geht, nachdem damals schon ein Vorverfahren eröffnet wurde, endgültig in die Insolvenz.

Sowohl über das Vermögen der Gevag Schrauben GmbH + Co. KG als auch deren persönlich haftende Gesellschafterin, die Gebler & Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung, wurde wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Eröffnung erfolgte aufgrund des bereits am 15.06.2011 bei Gericht eingegangenen Antrags der Schuldnerin, vertreten durch den Geschäftsführer André Gebler.

Forderungen der Gläubiger können bis zum 02.09.2011 beim Insolvenzverwalter, dem Hagener Rechtsanwalt Thorsten Klepper, angemeldet werden.

Keimzelle der Gevag war die 1879 gegründete „Schrauben- und Eisenwarenhandlung mit Fabrikation“ Kuhlhoff & Fressel. 1950 wurde die Gebrüder Gebler Automatendreherei, die später in Schwelmer Schraubenwerk Gebr. Gebler & Co KG umfirmierte, gegründet. Diese übernahm im Jahre 1973 die Breckerfelder Heinrich Vagedes GmbH und Co KG. Ein Jahr später wurden alle drei Firmen zur heutigen Gevag zusammengelegt.

Zuletzt hatte das Unternehmen Standorte in Hagen und Breckerfeld sowie in Tschechien, Rumänien und Bulgarien. Für die beiden heimischen Unternehmensteile nennt Gevag 68 Beschäftigte, deren Arbeitsplätze jetzt wohl kaum noch zu retten sind.

In Hagen demonstrierten die Journalisten

5. August 2011

Gestern demonstrierten in Hagen die angestellten und freien Journalistinnen und Journalisten und machten ihrem Unmut über die zähen und ergebnislosen Tarifverhandlungen (9.Verhandlungsrunde) für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an den Tageszeitungen mal richtig Luft.

Nach einer längeren Aktionsbesprechung im Tagungsraum des Kegel-Kasinos zogen die Kolleginnen und Kollegen mit Transparenten und mit Trillerpfeifen bestückt durch die Hagener Innenstadt und fanden sich zu einer Abschlusskundgebung vor dem Hagener Pressehaus ein. Hier brachten die Kolleginnen und Kollegen es per Megafon nochmals auf den Punkt und forderten die im Pressehaus (noch) arbeitenden Journalisten zur Unterstützung für ihre Aktionen und Tarifforderungen auf.

Die am 02.08.2011 vertagten Tarifverhandlungen sollen lt. ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel möglichst bald fortgesetzt werden. Die zuständige dju-Tarifkommission berät am 8. August über die Verhandlungssituation und mögliche weitere Aktionen.

Städte-Bündnis „Raus aus den Schulden“ fordert: „Keine erste Hilfe ohne Langfrist-Konzept“

5. August 2011

Die Sprecherin des Aktionsbündnisses „Raus aus den Schulden“, Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, fordert die Landesregierung  auf, mit dem „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ den positiven Kurs zur Sanierung der kommunalen Haushalte in NRW nachhaltig fortzusetzen. Obwohl Mitglied des Bündnisses, verschweigt die Stadt Hagen diesen erneuten Vorstoß auf ihrer Homepage.

„Wir wissen die großen Anstrengungen der Landesregierung, den verschuldeten Kommunen zu helfen, angesichts der schwierigen Haushaltslage des Landes zu schätzen. Der begleitend stattfindende intensive Dialog zwischen Landesregierung, Aktionsbündnis und kommunaler Familie insgesamt ist für uns ein Beleg, dass die Landesregierung die Probleme auf Augenhöhe mit den Städten und Gemeinden lösen will.“

Allerdings reiche es nicht aus,  nur den am meisten verschuldeten Kommunen beizustehen, sondern es müsse allen Kommunen aus der Schuldenfall heraus geholfen und eine Perspektive aufgezeigt werden. Als Sprecherin des parteiübergreifenden Aktionsbündnisses „Raus aus den Schulden“ erwartet  sie ein „verbindliches Hilfskonzept in Gesetzesform, das nicht nur den ersten Schritt, sondern auch weitere Festlegungen zu einer breiten, strukturellen und nachhaltigen Lösung einklagbar trifft.“

Damit nimmt sie Bezug auf eine Aussage des neuen Parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Landtagsfraktion, Marc Herter. Er hatte nach Medienberichten angekündigt, die Landesregierung wolle die in ihrem Stärkungspakt vorgesehenen 350 Millionen Euro „nach Bedürftigkeit“ an 34 Städte mit den höchsten Schulden verteilen.

Die Vertreter und Vertreterinnen des Aktionsbündnisses von 27 Kommunen vor allem aus dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land unterstützen zwar uneingeschränkt den Ansatz, gezielt und nachhaltig zunächst den überschuldeten Städten und Gemeinden zu helfen, fordern darüber hinaus aber ein klares Wort, wie und wann denn das Land die übrigen notleidenden Kommunen unterstützen werde, die von den in diesem Jahr bereitgestellten Millionen nichts erhalten.

„Mit uns sind halbe Sachen nicht zu machen“, betont Sprecherin Mühlenfeld mit Nachdruck, „schließlich haben Bund und Land die Kommunen in den heutigen Schuldenstand hineingetrieben. Deshalb müssen Sie endlich überall reparieren und nicht nur bei wenigen.“ Das hat das Aktionsbündnis kürzlich auch Landesinnenminister Ralf Jäger in einem persönlichen Gespräch in Düsseldorf vorgetragen. Nach Überzeugung von Mühlenfeld und vieler ihrer Kolleginnen und Kollegen wäre die ausschließliche Fokussierung der Landesregierung auf ausgewählte Städte „nicht der unerlässliche Einstieg in eine dringend notwendige grundsätzliche Neuordnung der Kommunalfinanzen.“

Der Mülheimer Kämmerer Uwe Bonan macht für den weiteren Prozess deutlich, dass sich die „Bedürftigkeit“ nicht nur am Kriterium der bilanziellen Überschuldung ausrichten darf. Maßgeblich seien vielmehr das strukturelle Defizit und das Volumen der Liquiditätskredite. „Denn“, so Bonan, „es wäre fatal, wenn die Kommunen erst in die Überschuldung gehen müssten, um in den Genuss von Hilfen zu kommen. Das wäre der falsche Anreiz!“

Kritisch sieht das Aktionsbündnis zudem die bisherige Rolle des Bundes: „Wer Milliardenhilfen für andere Länder bewilligt, darf die eigenen Kommunen nicht so im Stich lassen. Die zugesagten Bundeshilfen zur Entlastung der Städte im Sozialbereich sind hilfreich, aber auch nur ein erster Schritt. Deshalb fordern wir nach wie vor eine Sondersitzung des Deutschen Bundestages zur dramatischen Finanznot der Kommunen.“

Bezeichnend ist wieder einmal, dass zu diesem erneuten Vorstoß des Aktionsbündnisses auf der Homepage der Stadt Hagen nichts zu lesen ist, obwohl die Stadt Mitglied dieses Zusammenschlusses ist. Die Mitgliedschaft besteht wohl nur pro forma, weil sie Oberbürgermeister Dehm und seinen politischen Hilfstruppen nicht in die ideologischen Denkschablonen zu passen scheint.

DGB-Hagen: Arbeitszufriedenheit sinkt

4. August 2011

Einen aktuellen Report des IAQ (Institut Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen) nimmt der DGB zum Anlass seine Forderungen nach guter Arbeit zu unterstreichen. Der Report unter dem Titel „Arbeitszufriedenheit in Deutschland sinkt langfristig“ macht auf die aktuelle Lage der Beschäftigten in Deutschland aufmerksam und verweist auch auf die schlechte Positionierung im europäischen Vergleich.

Im langfristigen Trend, so die Autoren der Studie, nimmt die Arbeitszufriedenheit stetig ab. Bei den über 50jährigen sind die Befunde besonders deutlich. Auf der Werteskala des Instituts nimmt die Zufriedenheit in dieser Altersgruppe vom Wert 7,9 im Jahr 1984 bis zum Jahr 2009 auf den Wert 6,6 ab und liegt damit noch unter den Werten der 20-30jährigen und der jüngeren Beschäftigten im Alter ab 20 Jahre. Zufriedenstellend, so der örtliche DGB, ist allerdings keine der Entwicklungen.

Unterstrichen werden die Bewertungen auch bei Befragungen im Zusammenhang mit Qualifikationsstufen und Betriebsgrößen. In allen Bereichen sind signifikante Abnahmen der Arbeitszufriedenheit festzustellen. Für DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt ein Prozess der dringend umgekehrt werden muss. „Wir können leider nicht davon ausgehen, dass diese Entwicklung an den Betrieben in unserer Stadt vorbei geht. Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes und zunehmender Stress im Job sind auch in Hagen an der Tagesordnung. Wir sind dringend gefordert diese Erkenntnisse ernst zu nehmen und neue Wege zu suchen. Wenn die Arbeitsbedingungen nicht gut sind, müssen wir davon ausgehen, dass auch die Lebensgestaltung in der eigenen Stadt leidet.“

Für den Hagener DGB ein Grund das Thema verstärkt in den Blick zu nehmen. Im Vergleich von 22 Staaten liegt Deutschland auf Platz 19 und das ist für die Gewerkschaften nicht medaillenverdächtig. Neben den betrieblichen Bedingungen spielen für den DGB vor allem die bekanntermaßen negative Lohnentwicklung und der Ausbau prekärer und unsicherer Arbeitsplätze eine besondere Rolle. „Wir wollen uns in den kommenden Wochen verstärkt mit diesen Problemen beschäftigen“, so Marquardt „und werden dazu auch in Hagen gemeinsam mit den Mitgliedsgewerkschaften aktiv in die Öffentlichkeit gehen.“

Der IAQ-Report: Institut Arbeit und Qualifikation [PDF – 277 KB]

Siehe auch:

Lohneinbußen, Stress, Unzufriedenheit

Deutschland geht es so gut wie lange nicht, sagt die Kanzlerin. Neue Studien zeigen: Der Graben zwischen Statistik und Alltagserfahrungen wächst.

Quelle: Der Freitag

Hiroshima, Nagasaki und jetzt Fukushima warnen: Atomare Gefahr bannen!

4. August 2011

Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN ruft die Hagenerinnen und Hagener dazu auf, am 6. August um 12 Uhr am Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße zusammen zu kommen, um der Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zu gedenken. Zugleich soll daran erinnert werden, dass die Folgen der Reaktorkatastrophe von Fukushima noch immer nicht absehbar sind.

Das Stockholmer SIPRI-Institut hat festgestellt, dass die atomare Gefahr weltweit gewachsen ist. Die atomare Abrüstung findet nicht statt. 21.000 atomare Sprengkörper lagern weltweit, davon 2.000 in höchster Alarmbereitschaft. Alle Atomwaffenstaaten modernisieren ihre Waffenarsenale. Grund genug, in den Anstrengungen für weltweite Abrüstung, wie Barack Obama sie versprochen hat,  nicht nachzulassen.

Aber auch die „friedliche“ Nutzung der Atomenergie birgt unkontrollierbare Gefahren, wie nicht zuletzt Fukushima zeigt. Erst dieser Tage wurden dort Rekordwerte an radioaktiver Strahlung gemessen.

Das HAGENER FRIEDENSZEICHEN bittet darum, zur Mahnwache Blumen mitzubringen.

Keine Steuerentlastung ohne Gegenfinanzierung

3. August 2011

Der FDP-Vorschlag, eine Steuerentlastung ohne Gegenfinanzierung umzusetzen, stößt auf den Widerstand der Städte und Gemeinden. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) verweist darauf, dass Bund, Länder und Gemeinden mit 2 Billionen Euro verschuldet sind und dafür täglich über 100 Mio. Euro Zinsen aufgebracht werden müssen.

Gleichzeitig zeigen die jüngsten Konjunkturdaten, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt und auch die Eurokrise ist noch nicht gelöst. Trotz des erfreulichen Rückgangs der Arbeitslosigkeit auf (offiziell) unter 3 Mio. Erwerbslose ist die Zahl der Hartz IV-Empfänger mit über 6,4 Millionen Leistungsempfänger im Juli 2011 (darunter viele sog. Aufstocker, die allein von ihren Hungerlöhnen nicht leben können) unverändert hoch. Dementsprechend steigen die Sozialausgaben der Kommunen trotz der guten Konjunktur weiter und werden 2011 erstmalig die Grenze von 45 Milliarden Euro erreichen.

Auch die von den Bürgern erwartete, flächendeckende Ganztagsbetreuung von Kindern unter drei Jahren ist bisher nicht ausreichend finanziert. Der Investitionsbedarf bei Straßen und Schulen erforderte Milliardenbeträge jährlich, die schon jetzt nicht vorhanden sind, was zu einem fortschreitenden Verfall der Infrastruktur führt. Vor diesem Hintergrund muss es eine eindeutige Priorität für Schuldenabbau und Investitionen in Bildung und Infrastruktur geben.

Steuerreformen sollten mit dem Ziel angegangen werden, das Steuerrecht deutlich zu vereinfachen und die Steuersparmodelle zu reduzieren, damit insbesondere Besserverdienende den für sie vorgesehenen Steuersatz auch tatsächlich entrichten. Das ist nach Ansicht des DStGB besser, als die Erhöhung des Spitzensteuersatzes, den dieser Personenkreis am Ende auf Grund der steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten ohnehin nicht zahlt.


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