Archive for Oktober 2016

Süßer die Glocken nie klingen

31. Oktober 2016

Dominique Caron liefert im Interview die passenden Vorlagen für den Ratsentscheid

Weihnachten, das Fest des Friedens, naht auch dieses Jahr unaufhaltsam. Da gilt es, die letzten Geschenkpakete rechtzeitig zu schnüren.

Für den Stadtrat steht zum Beispiel noch die Nominierung der ausgeguckten Intendantin der Hagener Bühne auf dem Programm. Die Unterstützung der lokalen Gazette für die Oberbürgermeister-Brigade ist natürlich Ehrensache. Dass die SPD-Fraktion (wenigstens mehrheitlich) mit im Boot sein wird, kann wohl nach deren Presseäußerungen ebenfalls vorausgesetzt werden.

Am Samstag räumte die WPWR der designierten Intendantin des Hagener Theaters, Dominique Caron, großzügigen Platz frei, um in einem Interview ihre (angebliche) Liebe zu dieser Stadt und ihrer Bühne darstellen zu können.

Allroundtalent Mike Fiebig („mifi“) stellte die Fragen so, dass Caron punktgenau antworten konnte. Ein cleverer Pressesprecher der Französin, die derzeit noch im schleswig-holsteinischen Eutin wirkt, hätte es nicht besser einstudieren können.

Sie „bewundere“ die Stadt Hagen und „kenne“ beispielsweise aus ihrer „Zeit in Dortmund“ tatsächlich „viele Leute“. Sie sage das „aus tiefstem Herzen. Meine Erfahrungen in Hagen reichen lange zurück. Diese Stadt hat feste Wurzeln, die Menschen sind offen und noch viel wichtiger: Hagen ist multikulturell.“ Süßer die Glocken nie klingen.

Mit diesem Statement werden sowohl die lokalpatriotischen Traditionalisten als auch diejenigen, die 60 Jahre nach der Unterzeichnung des Anwerbevertrags für italienische Gastarbeiter so langsam die Realitäten begriffen haben, mit ins Boot genommen.

Carons Vertrag ist schließlich noch nicht in trockenen Tüchern, der Stadtrat entscheidet erst am 24. November dieses Jahres. Da muss man sich schon mal anstrengen und den Entscheidern das liefern, was sie gerne hören möchten: Heimatliebe für die Einen, Multikulti für die Anderen. Zusammen gibt das eine Mehrheit. Sonstige Kriterien spielen dann womöglich nicht mehr die erste Geige.

Zum Beispiel die leidige Angelegenheit mit den vom Stadtrat mehrheitlich beschlossenen Kürzungen im Kulturbereich, von dem das Theater in erster Linie betroffen ist: 1,5 Millionen Euro sollen pro Jahr aus dem Etat der Bühne verschwinden.

Dazu meint die geplante neue Frau an der Spitze: „Ja, wir müssen sparen, aber die Qualität wird nicht leiden.“ Es gäbe „bereits konstruktive Absprachen, wie wir das Sparziel erreichen können“. Mit wem sie diese vereinbart hat und wie das laufen soll, bleibt im Dunkeln. „mifi“ fragt auch nicht nach.

Die Theaterleute können jedenfalls nicht die Gesprächspartner gewesen sein, denn die sind erst für die Zukunft eingeplant: „Darüber werde ich mit allen Beteiligten, allen voran mit Geschäftsführer Michael Fuchs, zeitnah sprechen“. Vorsorglich findet es Caron dagegen schon einmal „schade, wie viel Prügel sich Politik und Verwaltung abholen“ müssen. Das gibt garantiert Pluspunkte im politisch-medialen Kartell.

Für teamfähig hält sich Caron allemal: „Wie hätte ich (…) an der Oper Dortmund und bei den Festspielen in Eutin bestehen sollen, wenn ich nicht gut im Team arbeiten könnte?“ Sie bedauere, „dass genau diese meiner Stärken so in Frage gestellt wird.“

Das sehen andere bekanntlich ganz anders. So zum Beispiel der frühere Generalmusikdirektor der Eutiner Festspiele, Urs-Michael Theus, oder der ebenfalls in Eutin engagierte Dirigent Christo Christov.

Theus äußerte sich im DOPPELWACHOLER-Interview zu einer Intendanz von Dominique Caron in Hagen („Ideale Besetzung für eine Abwicklung“): „Für Ihr Theater ist die Wahl von Frau Caron in mehrfacher Hinsicht ein großer Fehler – auf fachlich-künstlerischer, organisatorischer und vor allem menschlicher Ebene.“ Christov zog sein Eutiner Resümee drastisch: „Alles war eine riesige Scheiße.“

Auch die Dortmunder Ära von Caron scheint nicht ganz unfallfrei verlaufen zu sein. Dort agierte sie einige wenige Monate im Jahre 2011 als kommissarische Leiterin des Opernhauses. Ein Kurzzeitraum, der jetzt als Qualifizierungsmerkmal für die Bewerbung in Hagen herhalten muss.

Im September 2011 berichtete die Dortmunder Presse über die Nichtverlängerung des Vertrags mit dem damaligen Generalmusikdirektor Jac van Steen. In einem Interview sagte van Steen:

Vorstellungen wurden abgesagt, ohne mich zu informieren. Die Daten für den Abschied des alten Sängerensembles und die Spielzeitbegrüßung wurden ohne Rücksicht auf Daten gelegt, an denen ich nicht da bin. Heute denke ich, was passiert ist, stand in den Sternen.“

Reden Sie von einer Demontage durch die Stadt oder die Theaterleitung?

Da bin ich überfordert, die Antwort kann ich nicht geben.

Zwischen Ihnen und Dominique Caron, der kommissarischen Opernleitung, soll es Probleme gegeben haben?

Frau Caron ist nicht mehr an diesem Haus angestellt. Das Thema ist für mich uninteressant.

Über ähnliche Probleme hatte auch schon Ex-Eutin-GMD Theus im DW-Interview berichtet: „Einer ganzjährig bezahlten Intendantin, die während der zwei Sommermonate für zwei Produktionen zuständig ist, sollte es zudem gelingen, ihre Inszenierung bis zur Generalprobe rechtzeitig über die Bühne zu bringen. Probenpläne für Solisten und Chor erschienen mir oft eher wahllos und wenig planbar angesetzt. Gedruckte Flyer mussten eingestampft werden, weil Frau Caron neue Zeiten und Premierentermine ansetzte usw.“

Auch der designierte Hagener Generalmusikdirektor, Joseph Trafton, soll sich bereits „zerknirscht“ gezeigt haben, weil Caron ihn bislang nicht in ihre Planungen einbezogen habe.

Das werde sie nachholen, sagte sie der WPWR. Aber erst „wenn ich ernannt bin.“

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Rassismus in Deutschland – war da was?

31. Oktober 2016

Zu einem Vortrag unter dem Titel „Rassismus in Deutschland – war da was?“ mit anschließender Diskussion lädt der Integrationsrat Hagen am Donnerstag, 3. November, um 17 Uhr in das Trauzimmer im Rathaus an der Volme, Rathausstraße 13, ein.

In den vergangenen Monaten wurden die gesellschaftlichen Diskussionen um die Themen Flucht, Migration und Integration zunehmend polarisiert geführt und haben einen teilweise unverhohlenen Rassismus deutlich werden lassen.

Nicht nur Vertreter von Pegida und AfD, auch Politiker und Medien, Arbeitskollegen, Freunde oder Familienangehörige aus der gesellschaftlichen Mitte argumentieren zunehmend rassistisch – vor allem gegenüber Menschen muslimischen Glaubens – und plädieren für eine weitgehende Abschottungspolitik Deutschlands und Europas.

Was aber ist genau Rassismus, wie zeigt er sich im Herbst 2016 und was können wir dagegen tun – am Arbeitsplatz, im Familien- und Freundeskreis, in der Bildungsarbeit und in der Schule? Diesen Fragen gehen Redner Mehmet Güneysu, Vorstandsmitglied des Landesintegrationsrats, und andere Experten zu dem Thema an diesem Abend nach.

Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte sowie an die interessierte Öffentlichkeit ab 18 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Lenneradweg: Stadt favorisiert bei Ausbau Oeger Straße

31. Oktober 2016

Bei der Schließung der Lücke im Lenneradweg zwischen Hohenlimburg und Letmathe favorisiert die Stadt die Oeger Straße. Doch es gibt Kritik. (…)

Bislang hatte die Hagener Fachverwaltung geplant, den Lenneradweg über viel befahrene Straßen in Oege zu führen. Für den passionierten Rennfahrer Lothar Heinze keine gute Idee: „Der Weg muss möglichst natur- und wassernah verlaufen, so wie es die Letmather vormachen. Nur so wird der Radweg auch als Familienradweg angenommen, nur so erschließt sich die touristische Attraktivität von Hohenlimburg und Hagen.“ (…)

Quelle: DerWesten

Neubau kann in einigen Jahren wieder ein Thema sein

31. Oktober 2016

Nun ist es ganz offiziell – der Vorstand des Hohenlimburger Bauvereins wird ab 2017 aus drei Köpfen bestehen – zwei haupt- und einem nebenamtlichen Vorstand. Darüber informierten Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Genossenschaft die Vertreter im Hotel-Restaurant „Bentheimer“.

Ulrich Schulze-Witteborg, bisher Prokurist und Leiter der Finanzbuchhaltung, wird künftig den Bauverein hauptverantwortlich repräsentieren und erster Ansprechpartner für Geschäftspartner und Medien sein. (…)

Wohnungen müssen, so Schulze-Witteborg, an den Bedarf der Wohnungssuchenden angepasst werden. Seien es kleine Wohnungen, fertig ausgerüstet mit Boden und Einbauküchen, für junge Leute oder barrierefreie Wohnungen für ältere Mieter.

Attraktiven Wohnraum für junge Leute kann man allerdings auch mit Neubauten schaffen. „Das könnte in den nächsten Jahren wieder ein Thema sein“, prophezeit Ulrich Schulze-Witteborg. (…)

Quelle: DerWesten

Jazzband trifft Orchester

30. Oktober 2016

EchoJazz-Preisträger Frederik Köster mit Band und dem Philharmonischen Orchester Hagen

Dienstag, 01.11.2016 um 18:00 Uhr
Theater Hagen, Elberfelder Str. 65, 58095 Hagen

frederik-koester-die-verwandlungFrederik Köster / die Verwandlung (Foto: Stefanie Marcus)

»Eine der größten Trompeten-Entdeckungen der letzten Zeit« lobte der WDR das Spiel von Jazztrompeter Frederik Köster.

Zahlreiche Preise, darunter der ECHO JAZZ (für den er auch 2016 wieder nominiert ist), der neue deutsche Jazzpreis und der WDR Jazzpreis, sprechen eine eindeutige Sprache: Frederik Köster, der aus Olsberg im Sauerland stammt, ist einer der großen Nachwuchsmusiker in der Jazzszene. Er kommt nun mit seiner neuen Band Die Verwandlung nach Hagen, die schon dem Namen nach auf die stilistische Vielfalt und Wandlungsfähigkeit hinweist und ebenfalls aus preisgekrönten Musikern besteht.

Gemeinsam mit dem philharmonischen orchesterhagen bringen die vier Musiker ein Werk von Frederik Köster zur Uraufführung, das er Homeward Bound Suite genannt hat. In diesem Stück hat er Erinnerungen an seine Jugend im Sauerland und Eindrücke von Land und Leuten verarbeitet. Daher kommt auch der Titel Rückreise. Das Folgekonzert am 2. November in der Stadthalle Mülheim wird von Traumton Records, einem der renommiertesten Jazzlabels weltweit, aufgezeichnet.

Mit Modest Mussorgskys Bilder einer Ausstellung erklingt außerdem ein großer Klassiker der Orchesterliteratur. Die Bearbeitung von Maurice Ravel sprüht nur so vor Einfallsreichtum und Raffinesse. Ein bunter Reigen an Bildern von alten Schlössern und Gnomen über das Ballett der unausgeschlüpften Küken und dunkle Katakomben bis hin zum großen Tor von Kiew macht den imaginären Rundgang durch die musikalischen Bilder spannend und abwechslungsreich.

Trompete: Frederik Köster, Klavier: Sebastian Sternal, Kontrabass: Joscha Oetz, Schlagzeug: Jonas Burgwinkel, Leitung: Florian Ludwig

Aserbaidschan – Verfolgung von Oppositionellen

30. Oktober 2016

Ausstellung der Hagener Amnesty International Gruppe

Montag, 31.10.2016 – Mittwoch, 21.12.2016
AllerWeltHaus, Potthofstr. 22, 58095 Hagen

Die Hagener Amnesty International Gruppe möchte mit dieser Ausstellung auf die Verfolgung von politisch Oppositionellen in Aserbaidschan aufmerksam machen.

Die Menschenrechtsorganisation beobachtet mit Sorge seit Langem, dass die aserbaidschanischen Behörden ihre internationale Verpflichtung zum Schutz der Versammlungs-, Vereinigungs- und Meinungsfreiheit nicht erfüllen. Oppositionelle Stimmen im Land werden häufig von den Behörden bzw. von Gruppen mit Verbindungen zu den Behörden mit konstruierten Strafanzeigen, tätlichen Übergriffen, Schikanierung, Erpressung oder anderen Repressalien zum Schweigen gebracht.

Mo-Fr 10-22 Uhr, Sa 10-18 Uhr

„Der Worte sind genug gewechselt“

29. Oktober 2016

Finanzschwache Kommunen fordern Gerechtigkeit bei Verteilung von Bundesgeldern

AktionsbuendnisMit einem eindringlichen Appell an die Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder (CDU/CSU) und Thomas Oppermann (SPD) fordert das Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden – Für die Würde unserer Städte“ eine gerechte Verteilung der von der Großen Koalition in Berlin zugesagten Milliarden Euro Bundesmittel für die Kommunen.

Der überparteiliche Zusammenschluss von 70 Kommunen aus acht Bundesländern mit mehr als neun Millionen Einwohnern, zu dem auch Hagen gehört, widerspricht massiv dem in erster Lesung im Bundestag beratenen Gesetzentwurf der Bundesregierung.

Die Bündnissprecher und die Finanzdezernenten erwarten von den Fraktionschefs für die weiteren Beratungen in den Ausschüssen des Deutschen Bundestages ein klares politisches Signal:

„Der Worte sind genug gewechselt. Auf eine Reihe von Briefen, Resolutionen und auch persönliche Gespräche mit Ihnen verweisend, bitten wir Sie beide herzlich: Hauen Sie den „gordischen Knoten“ durch und erfüllen Sie das im Koalitionsvertrag verankerte Versprechen, die finanzschwachen Kommunen zu entlasten!

Der Verteilungsschlüssel des letzte Woche in erster Lesung im Deutschen Bundestag beratenen Gesetzentwurfes zur finanziellen Entlastung der Kommunen mit fünf Milliarden Euro Bundesmitteln ist falsch. Er stärkt nicht die finanzschwachen, sondern die reichen Städte und Gemeinden. Wenn es gerecht zugehen soll, muss die Verteilung vollständig über die Kosten der Unterkunft erfolgen.“

Würden die von den Gemeinden aufzubringenden Kosten der Unterkunft für Sozialschwache als Verteilungsschlüssel herangezogen, wäre sinnvoll geholfen – so das Aktionsbündnis.

Die Stadt Hagen, Mitglied im Aktionsbündnis, unterstützt dieses Votum an die Fraktionsvorsitzenden der Großen Koalition in Berlin: „Wir vertrauen auf unsere Wahlkreisabgeordneten, dass Sie in ihren Fraktionen eindringlich für eine Änderung des bisherigen Verteilungsvorschlages werben“, so Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

Keine neue Finanzlasten für die Bürger

29. Oktober 2016

Obwohl es OB Erik O. Schulz und Kämmerer Christoph Gerbersmann vor zwei Wochen beim Etatgespräch im Düsseldorfer Innenministerium nicht gelungen war, eine Verschiebung des Haushaltsausgleichs in das Jahr 2017 durchzusetzen, blickte der Finanzdezernent gestern im Haupt- und Finanzausschuss gelassen auf die städtischen Zahlen. (…)

„Es bedarf bei der Überarbeitung des Haushaltssanierungsplanes 2017 keiner Konsolidierungsmaßnahmen, die die Bürger direkt betreffen“, sichert Gerbersmann zu. (…)

Quelle: DerWesten

Nominierung von Kandidat Wolfgang Jörg angefochten

29. Oktober 2016

Die Delegiertenliste bei der Vertreterversammlung zur Wahl des SPD-Landtagsabgeordneten soll fehlerhaft zusammengesetzt worden sein. Jörg hält sich bedeckt. (…)

Quelle: DerWesten

Wunderheiler-Termin im städtischen Jugendkulturhaus

29. Oktober 2016

Er galt als Wunderheiler: Drei Filmvorführungen des Bruno-Gröning-Freundeskreises im städtischen Jugendkulturhaus Kultopia in Hagen sorgen für Kritik. (…)

Quelle: DerWesten

Lediglich 8:7 pro Caron

28. Oktober 2016

Designierte Theater-Intendantin erhält nur knappste Mehrheit

Der Aufsichtsrat der Theater Hagen gGmbH hat die von der Findungskommission als zukünftige Intendantin vorgeschlagene Dominique Caron nur mit der denkbar knappsten Mehrheit von acht Stimmen dem Stadtrat zur endgültigen Beschlussfassung empfohlen. Sieben Mitglieder des Gremiums sollen nach Informationen von DOPPELWACHOLDER.DE gegen Caron votiert haben.

Damit bestätigt sich die schon gestern in diesem Medium geäußerte Vermutung, dass die Entscheidung wohl nicht allzu eindeutig ausgefallen ist. Dass es nicht auch noch zu einem peinlichen Patt mit 7:7 Stimmen gekommen ist, könnte der Tatsache zu verdanken sein, dass Aufsichtsratsmitglied Muamer Andelija (SPD) an der Abstimmung teilgenommen hat.

Andelija, der auch Mitglied des Hagener Stadtrats ist, war ins Gerede gekommen, da er seit längerer Zeit nur noch sporadisch an Gremiensitzungen teilnehmen soll. Auch seine Parteifreunde im SPD-Ortsverein Altenhagen beklagen, dass er seine zeitlichen Prioritäten anders setzt als die Genossen es erwarten (siehe: „Nach einer Stunde zum Friseur“).

Was oder wer ihn jetzt dazu bewogen hat, ausgerechnet an der Sitzung des Aufsichtsrats teilzunehmen, darüber lässt sich naturgemäß nur spekulieren. Auffällig wäre es aber schon, wenn Meldungen zuträfen, Andelija habe die Sitzung unmittelbar nach dem Tagesordnungspunkt zur Causa Caron wieder verlassen.

Das äußerst knappe Votum zu Gunsten von Dominique Caron bedeutet praktisch eine Spaltung des Aufsichtsrats. Selbst wenn sich der Stadtrat in seiner entscheidenden Sitzung am 24. November dieser Empfehlung anschließen sollte, befindet sich die Zukunft des Hagener Theaters damit noch längst nicht in trockenen Tüchern.

Im Gegenteil: Mit dem angekündigten Abgang von Werner Hahn und Ricardo Fernando zum Ende der laufenden Spielzeit lässt sich schon erkennen, wohin die Reise geht: nach unten, nach ganz weit unten. Die Kulturredakteurin der Westfalenpost, Monika Willer, hat in einem Kommentar die Folgen für die Stadt treffend beschrieben:

Es gibt Persönlichkeiten, die möchte man in jeder Stadt haben und halten. Die schaffen mit ihrer Kreativität einen Mehrwert, der sich in Geld gar nicht beziffern lässt. Dazu gehören in Hagen Generalmusikdirektor Prof. Florian Ludwig, Jugendtheaterleiter Werner Hahn und Ballettchef Ricardo Fernando, alle drei vom Publikum im weiten Umfeld hochgeschätzt.

Die Stadt Hagen braucht solche Köpfe noch dringender als andere Kommunen. Die aktuelle Massenflucht aus dem Theater Hagen spiegelt einen erschütternden Mangel an Wertschätzung.

Gerade weil Hagen kein Geld hat, ist es umso wichtiger, jene Leute zu binden, die für ein positives Image sorgen. Davon auszugehen, dass Künstler notfalls auch noch im Ehrenamt zu ihrem Dienst kriechen werden, egal wie sehr man sie demütigt, ist eine bestenfalls naive Annahme.

Hagen ist ja nicht die einzige Kommune, die ihre weichen Standortfaktoren nicht zu würdigen und auszuspielen weiß. Das große Umdenken beginnt leider meistens erst, wenn es zu spät ist.

Dieser Weitblick fehlt auch der WPWR-Lokalteil-Autorin Yvonne Hinz. Die will in der „Massenflucht“ (Willer) sogar noch positive Seiten erkannt haben und sieht „die Chance für einen Neuanfang“.

Frau Hinz sollte sich in der Berichterstattung lieber auf ihr angestammtes Revier aus Boutiquen und Burger-Bratereien konzentrieren. Da ist sie zuhause.

Azubi-Ticket für mehr Mobilität

28. Oktober 2016

In den kommenden Tagen werden die Ausbildungsmarktzahlen der Agentur für Arbeit veröffentlicht. Dabei werden voraussichtlich nicht die vielen BewerberInnen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, sondern die nicht besetzten Ausbildungsstellen in den Vordergrund gerückt.

Für die vielen jungen Menschen, die erfolglos in diesem Jahr die duale Ausbildung einsteigen wollten, ein denkbar schlechter Start ins Berufsleben. Auf der anderen Seite ist es natürlich bedauerlich, wenn die Betriebe ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen können, doch gilt es genauer die vielschichtigen Ursachen dafür zu betrachten.

Oft ungenannt sind schlechte Ausbildungsbedingungen in bestimmten Berufszweigen. Meist zitiert werden in diesem Zusammenhang die vielen ungeeigneten BewerberInnen und die mangelnde Mobilitätsbereitschaft der jungen Menschen.

Dabei wird außer Acht gelassen, dass das Ausbildungsentgelt in den meisten Fällten nicht für eine arbeitsplatznahe Wohnung oder für den Unterhalt eines Autos reicht. „Wir brauchen endlich ein NRW-Azubi-Ticket, das allen Azubis, ähnlich des Semestertickets für die Studierenden, eine bezahlbare Mobilität in ganz NRW ermöglicht. Damit bekommen die Jugendlichen die Chance Ausbildungsplätze in regionaler Entfernung vom Wohnort anzunehmen und es verbessert ihren Aktionsraum zur gesellschaftlichen Teilhabe.“, begründet die stellvertretende DGB Regionsgeschäftsführerin Anne Sandner die Forderung der Gewerkschaftsjugend.

Vielleicht auch aus Sicht der Wirtschaft eine sinnvolle Initiative, um dem von ihr angeführten Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Warum Ricardo Fernando das Theater Hagen verlässt

27. Oktober 2016

Ballettdirektor Ricardo Fernando hat das Unmögliche möglich gemacht. Nun verlässt der Träger des Deutschen Tanzpreises vom Spardruck zermürbt Hagen. (…)

Ricardo Fernando, Sie haben das Hagener Ballett international erfolgreich gemacht. Warum gehen Sie jetzt?

Ricardo Fernando: Dieser Schritt ist uns, meiner Frau und Assistentin Carla Silva und mir, nicht leicht gefallen. Wir haben alles getan, um nicht von Hagen weggehen zu müssen, mussten aber letztlich diese Entscheidung treffen.

Können Sie die Gründe näher erläutern?

Die Art und Weise, wie das Theater Hagen in den vergangenen Jahren von der Politik auseinandergenommen wurde, das ist nicht mein Stil, das hat das Theater nicht verdient. Das Hagener Ballett ist in all den Jahren trotz des Spardrucks immer weiter nach vorne gegangen. Wir sind für unsere Choreographien mehrfach ausgezeichnet worden und haben den Deutschen Tanzpreis erhalten. Von einem solchen Erfolg können andere, besser ausgestattete Häuser nur träumen. Und trotzdem kriege ich auf wichtige Zukunftsfragen von der Politik einfach keine Antwort.

Welche Fragen sind das?

(…)

Quelle: DerWesten

CETA: Schweigen im Hagener Walde

27. Oktober 2016

Ratsmitglieder haben ihr eigenes Votum vergesssen

Seit Tagen ist es Thema in allen Nachrichten: Der Widerstand der wallonischen Regionalregierung in Belgien gegen den Abschluss eines Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Kanada.

Der Tenor der Mainstream-Medien richtet sich dabei überwiegend gegen die Wallonie und ihre vermeintlich „durchgeknallten“ Provinzpolitiker. Dass diese schon lange Kritik angemeldet hatte, wird geflissentlich unter den Teppich gekehrt. Ebenso, dass die Verhandlungen zu diesem Abkommen jahrelang im Verborgenen geführt wurden.

Nun werden nicht die undemokratischen Geheimverhandlungen zum No-Go erklärt, sondern das Nein einer dazu legitimierten demokratisch gewählten Instanz, die mit entsprechenden verfassungsrechtlichen Befugnissen ausgestattet ist.

Was hat das alles mit dem Volmestädtchen zu tun?

Nun, im August 2014 brachten die Hagener GRÜNEN einen Antrag in den Stadtrat ein, der sich kritisch und warnend vor möglichen negativen Folgen für die Kommune, gegen Freihandelsverträge der Art TTIP, CETA etc. wandte. Zu Recht lässt sich einwenden, dass dieser Text butterweich formuliert war. Aber er wurde mit übergroßer Mehrheit vom Rat angenommen, nur zwei Hardcore-Vertreter der FDP stimmten mit Nein.

Der Beschlussvorschlag beinhaltete unter anderem die Forderung, „den Mitgliedsstaaten Mitspracherechte einzuräumen“, also exakt das, was momentan in Belgien passiert. Zur Erinnerung: Dieser Antrag wurde mit 57:2 Stimmen vom Hagener Stadtrat angenommen. Selbst Oberbürgermeister Schulz, der vor seinem Häuschen am Höing immer die Fahne der deutschen Republik gehisst hat (oder ist es nur das Wappen des „Sommermärchen“-Fußballbundes?), gab ein positives Votum ab.

Und was ist aktuell aus der Hagener Politik zu hören? Genau: Nichts. Selbst die örtlichen Dependancen des Lagers der ausgewiesenen CETA-Kritiker sind verstummt. Die GRÜNEN berauschen sich offenbar gemeinsam mit ihren Partnern in der AdG (Allianz des Grauens) an ihrer „Drittelbilanz“. Und die hiesige UnLinke? Friede ihrer Asche!

Der Eindruck drängt sich auf, dass die Mitglieder der Vertretung der Hagener schon nach relativ kurzer Zeit nicht mehr wissen, für oder gegen was sie im Ratssaal überhaupt gestimmt haben.

Quer durch die Bank ist das Politische der Hagener Politik inzwischen abhanden gekommen. Und genau das befördert die Parteienverdrossenheit und nicht eine wie auch immer geartete „Politikverdrossenheit“, die regelmäßig heraufbeschworen wird.

Das Interesse am Politischen ist nach wie vor vorhanden, das Agieren vieler Parteifunktionäre mutet dagegen nur noch merkwürdig an.

Hagen macht Tabula rasa mit der Kultur

27. Oktober 2016

In Hagen ist sich Politik und Verwaltung einig, Kultur braucht man nicht. Zumindest nicht soo viel und so elitär.

Es geht um das Theater Hagen, der letzte Akt einer sich abzeichnenden Schließung, die zwar schleichend aber unumkehrbar sein wird. Es zeichnete sich ab, denn das Mobbing von Stadt und Politik, einmal begonnen, wurde nicht beendet. (…)

Quelle: EN-Mosaik

Dominique Caron als neue Intendantin in Hagen nominiert

27. Oktober 2016

Dominique Caron soll neue Intendantin am Theater Hagen werden. Der Aufsichtsrat der Theater gGmbH hat sie am Dienstagabend mehrheitlich nominiert. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Der Aufsichtsrat habe „mehrheitlich“ entschieden, heißt es in dem Artikel. Also muss es eine nicht unbedeutende Anzahl von Gegenstimmen gegeben haben. Sonst hätte man eine andere Sprachregelung gewählt: „mit großer Mehrheit“ oder sogar „mit überwältigender Mehrheit“. Trotzdem kommen im Beitrag ausschließlich Caron-Befürworter zu Wort.

„Tango meets Choro“ in der Musikschule

27. Oktober 2016

Unter dem Titel „Tango meets Choro“ findet ein außergewöhnliches Konzert am Donnerstag, 27. Oktober, um 18 Uhr im Vortragssaal der Max-Reger-Musikschule, Dödterstraße 10, statt. Neben Weltmusik aus Südamerika auf akustischen Instrumenten gibt es Eigenkompositionen des Duos Jonas Liesenfeld (Violine) und Alexander Thinius (Gitarre) zu hören. Beide sind auch Dozenten an der städtischen Musikschule.

Der Eintritt beträgt 6 Euro (3 Euro ermäßigt). Die Karten sind nur an der Abendkasse erhältlich.

Aufgeheizte Stimmung bei Krankenhaus-Mitarbeitern

27. Oktober 2016

Nach dem Verkauf des Krankenhauses Elsey an die Katholischen Kliniken Hagen herrscht bei den Mitarbeitern große Unsicherheit. Trotz der Job-Garantie. (…)

Quelle: DerWesten

Lenneradweg sucht Anschluss

27. Oktober 2016

Wenn in zwei Jahren der Lenneradweg in Letmathe fertiggestellt sein wird, soll auch in Hohenlimburg kurzfristig ein attraktiver Anschluss entstehen. Das ist das gemeinsame Ziel der CDU-Ratsfraktion Iserlohn und der CDU-BV-Fraktion Hohenlimburg.

Beide Fraktionen trafen sich am Dienstag im Hohenlimburger Rathaus, um das weitere Vorgehen zu erörtern. „Der Lückenschluss am Lenneradweg ist“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Leisten, „eigentlich die logische Konsequenz aus der Bewerbung um die Regionale für den Freizeitstandort an Hengstey- und Harkortsee.“

„In der Bezirksvertretungssitzung am Mittwoch werden wir bereits einen konkreten Prüfauftrag einbringen, in dem mehrere Routenvorschläge von der Verwaltung auf ihre Machbarkeit und die Eigentumsverhältnisse hin untersucht werden sollen“, so Leisten.

Reichsbürger blockieren Hagener Verwaltung und Gerichte

27. Oktober 2016

Strafanzeigen gegen den Hagener Amtsgerichtsdirektor Ulrich Sachse. Und zwar wegen Missbrauchs eines Titels und wegen Amtsanmaßung. Ein Aufreger? Weniger. Denn es sind so genannte Reichsbürger, die Sachse dort in Frage stellen. Die gleichen Spielchen laufen in seiner Mahnabteilung, bei der Stadtverwaltung, anderen Behörden und beim Landgericht.

Menschen aus Hagen, nach deren Ansicht das Deutsche Reich immer noch in seinen einstigen Grenzen bestehe und das deutsche Grundgesetz erloschen sei, sorgen in Justiz und Verwaltung für jede Menge unnötige Arbeit. Sie sprechen Behörden die Legitimität ab. (…)

Quelle: DerWesten

Ausverkauf im Bühnenhaus

26. Oktober 2016

Werner Hahn und Ricardo Fernando verlassen das Theater Hagen

Zwei Schwergewichte des Hagener Theaters verlassen die angeschlagene Bühne. Der Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Lutz, Werner Hahn, sowie Ballettdirektor Ricardo Fernando. Das berichtet der Online-Dienst tv58.de. Danach wurde der Aufsichtsrat der Theater Hagen gGmbH gestern über den Abgang der beiden Akteure zum Ende der laufenden Spielzeit informiert.

Hahn betonte demnach, sein Entschluss, das Hagener Theater zu verlassen, habe nichts mit dem bevorstehenden Intendantenwechsel zu tun. Zu den vom Stadtrat mehrheitlich beschlossenen Kürzungsmaßnahmen äußerte er sich dagegen nicht.

Ab der Spielzeit 2017/2018 steht ebenfalls Ricardo Fernando nicht mehr als Ballettdirektor in Hagen zur Verfügung. „Weitergehende Informationen konnten zum jetzigen Zeitpunkt dem Aufsichtsrat noch nicht vorgelegt werden“, heißt es dazu bei tv58.de.

Im Fall der umstrittenen, zur Nachfolge Norbert Hilchenbachs vorgeschlagenen neuen Intendantin Dominique Caron, hat sich der Aufsichtsrat dem Votum der Findungskommission angeschlossen und plädiert ebenfalls für die bisherige Leiterin der Eutiner Festspiele. Auch empfiehlt das Gremium dem Rat der Stadt Hagen, Herrn Joseph Trafton zum Generalmusikdirektor der Stadt Hagen zu bestellen.

Busnetzübernahme durch die Hintertür?

26. Oktober 2016

Da die Stadt Hagen den vom Stärkungspaktgesetz geforderten Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht herstellen konnte, hat Düsseldorf Nachbesserungen gefordert. Aufgebracht werden müssen nach letztem Stand der Dinge (Sep. 2016) 7,8 Millionen Euro. Entweder durch Ausgabenkürzungen oder durch Einnahmeerhöhungen – oder durch beides. Aber wie konkret die Lücke schließen?

Vielleicht durch eine Privatisierung des Öffentlichen Nahverkehrs? Die ließe sich nach gültiger Rechtslage recht schnell und quasi durch die Hintertür herbeiführen. Und: An Kürzungen und Privatisierungen interessierte hiesige Kreise könnten auch noch nachhelfen. Kleiner Tipp an potentielle übernahmewillige Unternehmen genügt.

Wie dieses Modell funktioniert, ist zwei Berichten der Süddeutschen Zeitung vom gestrigen Dienstag zu entnehmen. Im Beispielfall ist es zwar eine Tochtergesellschaft der staatseigenen Deutschen Bahn AG, aber in Hamm gab es kürzlich den (letztendlich gescheiterten) Versuch eines privaten Busunternehmens, den gesamten Stadtverkehr zu übernehmen. Die Konsequenz wäre gewesen: Die Hammer Stadtwerke wären liquidiert worden.

Kommunen fürchten „Zwangsprivatisierung“ ihrer Busnetze

Die Deutsche Bahn greift nach den Nahverkehrsnetzen der Städte. Dort wächst der Ärger. Denn der Zuschlag ist oft so gut wie sicher. (…)

Wie eine Stadt die Kontrolle über ihr Busnetz verlieren kann? Warum funktionierenden Verkehrsbetrieben plötzlich die Liquidierung droht? In betroffenen Städten können sie anfangs kaum glauben, dass legal sein soll, was die Bahn nun schon an mehreren Orten praktiziert hat. Die Strategie des privaten Konkurrenten: Das Unternehmen wartet nicht etwa die turnusmäßigen Ausschreibungen ab, sondern nutzt einen Passus des novellierten Personenbeförderungsgesetzes. Demnach können Unternehmen vor Beginn der Ausschreibung die Übernahme von Netzen beantragen, wenn sie diese ohne öffentliche Zuschüsse betreiben. Der Zuschlag ist ihnen dann kaum noch zu nehmen.

So geschah es inzwischen in Pforzheim, so versuchte es die Bahn in Hildesheim. Doch das scheint nur der Anfang zu sein. Die Orte gelten als Blaupause für eine mögliche Privatisierungswelle bei Verkehrsbetrieben. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Testfahrt durch Pforzheim

Gegen den Willen einer Stadt übernimmt die Bahn deren Busnetz. Die Folgen betreffen nicht nur viele Beschäftigte. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Neues Preismodell soll mehr Besucher in Dortmunder Museen locken

26. Oktober 2016

Während in Hagen erhöhte Eintrittspreise beschlossene Sache sind und sogar die Schließung des Kunstquartiers an einem weiteren Wochentag in Erwägung gezogen wird, beschreitet die Stadt Dortmund versuchsweise den umgekehrten Weg.

Für fünf Euro ein Jahr lang ins Museum: Die Kulturbetriebe Dortmund wollen ein neues Entgeltmodell für die städtischen Museen testen. Besucher sollen einmal fünf Euro für den ersten Besuch eines Hauses bezahlen, danach können sie bis zum Jahresende kostenlos auch die Dauerausstellungen anderer städtischer Museen besuchen – und das so häufig, wie sie wollen.

Das Vorhaben wird zwei Jahre lang getestet. Ziel ist es, neue Besuchergruppen zu erschließen und die Gästezahl in den städtischen Häusern zu erhöhen. Die Kulturbetriebe nahmen im Jahre 2015 rund 58.000 Euro Eintrittsgelder ein und rechnen damit, diese Summe dank steigender Besucherzahlen halten oder übertreffen zu können.

41. AllerWeltBazaar

26. Oktober 2016

Der Hagener Weltladen lädt vom 29. Okt. bis 6. Nov. zu seinem traditionellen Herbstbazaar fair gehandelter Waren herzlichst ins AllerWeltHaus, Potthofstr. 22, ein.

Das Fachgeschäft für Fairen Handel bietet dabei eine verlockende Vielfalt kunsthandwerklicher Unikate und internationaler Köstlichkeiten. Neben der Möglichkeit zu stöbern und zu kosten, können die Gäste aktuelle Fair-trade-Projekte kennenlernen und sich über die sozialen Wirkungen des Fairen Handels informieren.

Öffnungszeiten Bazaar täglich von 10 bis 18 Uhr. Eintritt frei

Jazz-Tipp: Trio MTW

25. Oktober 2016

Donnerstag, 27.10.2016, 20:00 Uhr
Kulturzentrum Pelmke, Pelmkestr. 14, 58089 Hagen

Die Musik des Trios MTW: Stephan Mattner (Tenorsax / Effekte), Nils Tegen (Schlagzeug / Laptop) und Andreas Wahl (Gitarre) klingt nach modern Jazz, Neuer Musik, Pop, Heavy Metal und mehr. Die drei Individualisten Mattner, Wahl und Tegen füllen spielerisch die vermeintliche Lücke des nicht vorhandenen Basses in der Besetzung. Erweitert durch Effekte und rhythmische Unterstützung durch einen Laptop entsteht eine groovebetonte Musik die eine neue Klangästhethik schafft.

VVK: 7,-/ AK: 9,-

Vorverkaufskarten gibt’s im Quadrux-Buchladen (Lange Str. 21) im Comic Zentrum (Spinngasse 5), im Pelmke-Café und unter www.kartenhaus.de.

Hagener Kriminacht – Hellweg trifft Europa

25. Oktober 2016

Eine internationale Kriminacht findet auch in diesem Jahr im Rahmen des Festivals „Mord am Hellweg“ in Hagen statt. Am Samstag, 29. Oktober, sind um 19 Uhr im Kunstquartier, Museumsplatz 1, Autorinnen und Autoren aus Israel, Schweden, England und Irland zu Gast.

Der in Jerusalem lebende Dror Mishani stellt mit „Die Möglichkeit eines Verbrechens“ den zweiten Band seiner sich um den Ermittler Avi Avraham drehenden Krimireihe vor und kommt dafür exklusiv an den Hellweg gereist. Fredrik T. Olsson hat nicht nur seinen Schaffensschwerpunkt als Autor in Stockholm, sondern siedelt außerdem die Handlung seines Cyber-Thrillers „Das Netz“ in der schwedischen Hauptstadt an. Paul Finch wiederum wartet mit Fachwissen auf: Der ehemalige Journalist und Polizist beleuchtet in „Totenspieler“ die Ermittlungen des Detective Mark Heckenburg, der einer Reihe aufwendig inszenierter Morde im Süden Englands auf der Spur ist. Das Autorenduo Karen Perry liefert nach dem Bestseller „Bittere Lügen“ mit „Was wir getan haben“ ein weiteres Psychodrama aus den Straßen Dublins.

Die deutschen Leseparts werden an diesem Abend von der Schauspielerin Anneke Kim Sarnau („Tatort“, „Polizeiruf 110“, „Dr. Psycho“) und von Fritz Eckenga (ARD, WDR) übernommen. Die Moderation haben Antje Deistler (WDR) und Margarete von Schwarzkopf (NDR) übernommen. Musikalisch umrahmt wird die Kriminacht vom Thomas-Spies-Quartett.

Karten (18,90 €, ermäßigt 16,90 €) sind im Kunstquartier Hagen unter Telefon 02331/207-3138 sowie über die Festivalwebsite www.mordamhellweg.de erhältlich.

Den Staat Preußen ausgerufen

24. Oktober 2016

„Reichsbürgerin“ ist inzwischen nach Hagen umgezogen

Für sie ist die Bundesrepublik Deutschland kein rechtmäßiger Staat. Es gelten ihrer Ansicht nach die Grenzen des Deutschen Reiches von 1937. So sehen es die „Reichsbürger“, die vielleicht früher „müde belächelt“, seit dem tödlichen Schuss auf einen 32-jährigen Beamten eines Spezialeinsatzkommandos im fränkischen Georgensgmünd bei Nürnberg aber ganz neu betrachtet werden.

Eine Reichsbürgerin gibt es auch in Nachrodt-Wiblingwerde. Genauer: Gab es auch. Denn sie ist im Oktober nach Hagen gezogen. In Wiblingwerde hatte sie den Staat Preußen ausgerufen. (…)

Im Märkischen Kreis, Ennepe Ruhr-Kreis, Hagen, Kreis Olpe und Siegen-Wittgenstein gibt es nach Auskunft von Ralf Bode, Leiter der Pressestelle der Polizei Hagen, zwei bis drei Dutzend Reichsbürger. (…)

Quelle: Meinerzhagener Zeitung

70 Jahre Kommunalwahl in Hagen

24. Oktober 2016

Im Rahmen einer Themenreihe der Volkshochschule Hagen findet der erste Gesprächsabend mit dem Thema „70 Jahre Kommunalwahl in Hagen: 1946–2016“ mit dem Historiker Jörg Fritzsche im Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30, am Freitag, 28. Oktober, um 17 Uhr statt.

Wie in vielen Städten der britischen Besatzungszone erfolgte auch in Hagen der politische Neubeginn in den ersten Nachkriegsjahren nur langsam. Nur nach und nach erlaubte die Militärverwaltung einen demokratischen Wiederaufbau und setzte dafür die rechtlichen Rahmenbedingungen.

Ein erster Schritt hierfür war die Bildung eines „Stadtausschusses“ im Juni 1945. Dieser sollte mit beratender Stimme der Militärverwaltung zur Seite stehen. Diesem „Vertrauensausschuss“ folgte im Dezember eine ernannte Stadtvertretung, der nach dem britischen Demokratisierungsprogramm eine zentrale Rolle zukam. Zuvor waren bereits die Bildung von politischen Parteien und ihre Betätigung zugelassen worden.

Vorläufiger Höhepunkt in dieser Entwicklung war am 13. Oktober 1946 die erste demokratische Kommunalwahl seit mehr als 13 Jahren, mit der Hagener Kommunalpolitiker von nun an maßgeblich für die Lösung der Alltagsprobleme der Nachkriegszeit mitverantwortlich waren.

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Informationen zur Reservierung unter Kursnummer 1200 erhalten Interessierte beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/207-3622.

Der Letzte seines Standes

24. Oktober 2016

Filmabend zu aussterbenden Handwerksberufen

Mittwoch, 26.10.2016 um 19:00 Uhr
LWL-Freilichtmuseum, Hagen-Selbecke

Unter dem Titel „Der Letzte seines Standes“ zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Mittwoch (26.10.) in seinem Hagener Freilichtmuseum ab 19 Uhr im Restaurant „Museumsterrassen“ eine Auswahl von Filmen aus der gleichnamigen TV-Reihe des Bayrischen Rundfunks.

Benedikt Kuby entwickelte die Sendereihe „Der Letzte seines Standes“, die von 1991 an über 20 Jahre im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde. Er drehte zahlreiche Filme zu alten Handwerksberufen und Herstellungsverfahren.

Ziel der Serie war es, zum Teil jahrhundertalte Handwerksberufe zu porträtieren, die wegen des industriellen Fortschritts vom Aussterben bedroht sind bzw. waren – eben: „Die Letzten ihres Standes“.

In den einzelnen Dokumentationen zeigen Handwerksmeister, wie sie ein für ihr Gewerbe typisches Produkt auf traditionelle Weise herstellen. Dabei lüften sie so manches Geheimnis um Rohstoffe und Rezepturen, um Handgriffe, Tricks und Kniffe. Sie geben auch Einblicke in die Geschichte des jeweiligen Berufs, seine Legenden und Mythen.

Doch eigentlich sind es die Menschen, die Kubys Filme so besonders machen: Er lässt sie selbst zu Wort kommen in Berichten über ihren Arbeitsalltag, über ihre Ausbildung und über persönliche Erinnerungen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei; in der Nähe der „Museumsterrassen“ stehen einige Parkplätze zur Verfügung.

Simone Solga – Im Auftrag ihrer Kanzlerin

24. Oktober 2016

Montag, 24.10.2016 um 19:30 Uhr
Theater Hagen

Endlich kommt die Kanzlersouffleuse Simone Solga wieder nach Hagen, um Ihnen eine wichtige Mitteilung zu machen.

Die Politiker unseres Landes wollen die Bürger bei drängenden Entscheidungen künftig mehr mitnehmen, und wer wäre geeigneter, das Bildungsbürgertum in den Kleinkunsttempeln mit einzubinden als Simone Solga.

Nun kommt sie, direkt aus Berlin, ausgestattet mit nordkoreanischer Machtfülle und russischem Humor, um den Bürgern von Hagen eine Nachricht von ganz oben zukommen zu lassen, die für manche ein gutes Geschäft sein könnte. Für die Meisten eher nicht, und behaupten Sie hinterher nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt: Simone Solga kratzt nicht… sie schlägt zu.

»Politisches Kabarett vom Feinsten.« (Wiesbadener Kurier)

Die Satten verlassen das sinkende Schiff

22. Oktober 2016

Gleich mehrere Millionen-Villen stehen in Hagen zum Verkauf an

„Luxuriöse Lebensoase mit zwei exklusiven Wohnhäusern und 7.200 qm Gartenlandschaft in Ruhelage!“ So wird aktuell ein Immobilienobjekt in Hohenlimburg-Henkhausen offeriert. Der erwartete Preis: 2,5 Millionen Euro.

Dafür wird dem potentiellen Käufer einiges versprochen:

Faszination für die Sinne! Das repräsentative Anwesen bietet Ihnen ein exklusives Lebensambiente mit zwei eigenständigen Wohnwelten und einer phänomenalen Gartenlandschaft. Auf dem 7.264 qm großen Traumgrundstück in sonniger Ruhelage „thronen“ ein modernes Architektenhaus und ein luxuriös gestaltetes Fachwerkhaus. Die beiden edlen Gebäudekomplexe sind mit einem schön angelegten Hofbereich harmonisch miteinander verbunden. Es stehen Ihnen mit beiden Häusern insgesamt ca. 690 qm Wohnfläche zum Wohlfühlen und Genießen zur Verfügung. Die eigene Parkanlage mit inspirierender Wasserlandschaft vollendet die luxuriöse Gesamtanmutung.

Und so geht die Maklerprosa weiter. Wer auf architektonische Qualität Wert legt, dürfte sich nach Betrachtung der zugehörigen Abbildungen bereits bedankend abwenden.

Von anderem Kaliber ist da schon eine Villa an der Stadtgartenallee in Wehringhausen. Als Kaufpreis sind für 392 qm Wohnfläche und 1.100 qm Grundstück 1.575.000 Euro angesetzt. Architekt des 1955 errichteten Gebäudes war immerhin Mies van der Rohe.

Die herausragende Immobilie in einer Toplage von Hagen besticht durch eine funktionale formenreduzierte Architektur, hochwertige Materialien und ein gut durchdachtes Wohnraumkonzept.

Auch eine Bulthaupt-Küche, Einbausysteme von Interlübke und ein „reaktivierbarer Personenaufzug“ sind im Angebot inbegriffen.

Und im Wehringhauser Betuchtenreservat sind noch zwei weitere Objekte im Angebot: Eine echte und eine angebliche Villa von Henry van de Velde.

Die echte ist das in den Jahren 1909/11 errichtete Wohnhaus der Fabrikantenfamilie Rudolf Springmann in der heutigen Christian-Rohlfs-Straße (damals: Koloniestraße). 560 qm Wohnfläche auf 1.725 qm Grund, zu erwerben für 1,2 Millionen Euro. Das Gebäude wurde in den Jahren 2009/10 denkmalgerecht saniert.

Die falsche van-de-Velde-Villa ist etwas weiter bergauf zu finden. Die wird als „Immobilie mit Geschichte“ beworben und für 1,5 Millionen Euro angeboten:

Diese von uns angebotene Immobilie wird Menschen, welche sich für eine außergewöhnliche und geschichtsträchtige Architektur begeistern können, interessieren. 1903 von dem Architekten Henry van de Velde gebaut, schaut das Haus auf eine wechselvolle Geschichte zurück. In den 1940 Jahren – aufgrund der disponierten Lage – von der Wehrmacht annektiert und später teilweise zerstört. Dann nach den Originalplänen im Jahr 1953 Wiederaufbau, und von den jetzigen Besitzern 2005 unter der Berücksichtigung der besonderen Stilelemente des Jugendstils behutsam kernsaniert.

Geschichten aus dem Märchenwald. Schon das Baujahr ist falsch: Begonnen wurde der Bau in den Jahren 1914/15, aber aufgrund des Ersten Weltkriegs nicht völlig fertiggestellt. Nach starken Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Villa abgerissen und auf den Grundmauern wieder aufgebaut. Aber nicht, wie behauptet, nach den Originalplänen, sondern im Zeitgeist der 1950er Jahre. „Stilelemente des Jugendstils“ sucht man dort heute vergebens.

Die Realitäten geben die beiden nachfolgenden Dokumente wieder. Zunächst eine zeitgenössische Fotographie der für Theodor Springmann (übrigens ein Vetter von Karl Ernst Osthaus) von van de Velde gebauten Villa und danach ein filmischer Rundgang durch das aktuell zum Verkauf angebotene Millionen-Objekt.

Man beachte die überall im Haus platzierten Plüschtiere, die auf passende Art und Weise mit der sonstigen überwiegend aus Staubfängern bestehenden Einrichtung korrespondieren. Geld ist eben nicht unbedingt mit Kultur gleichzusetzten.

th-springmannVan-de-Velde-Villa von 1914 …

… und die Fälschung von heute, die mit dem Original ersichtlich nichts mehr zu tun hat.

VHS-Kurs: Architekten um Osthaus

22. Oktober 2016

Bei der Volkshochschule Hagen beginnt am Mittwoch, 26. Oktober, ein interessantes stadtgeschichtliches Seminar unter der Leitung von Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff: Es findet insgesamt sechs Mal, jeweils von 19.30 bis 21 Uhr, in der Villa Post, Wehringhauser Straße 38, statt und wird sich mit den Architekten um Karl Ernst Osthaus beschäftigen.

Hagen war in dem Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg eine weithin beachtete Künstlermetropole. Zahlreiche Maler, Bildhauer, Kunstgewerbler und insbesondere Architekten lebten oder wirkten seinerzeit an der Volme und genossen in Deutschland Ruhm und Anerkennung.

Die meisten dieser (Bau-)Künstler waren von dem Museumsgründer und Mäzen Karl Ernst Osthaus „angelockt“ worden – so Henry van de Velde, Peter Behrens und J.L.M. Lauweriks. Doch neben den „Großen“ dieser Ära gab es auch eine Reihe von Architekten, die eher „nur“ von Hagener Bedeutung waren, etwa die Gebr. Ludwigs oder der seinerzeitige Stadtbaurat Ewald Figge, den wir zum Beispiel als den Architekten der ersten Stadthalle kennen.

Nähere Informationen zur Anmeldung für den Kurs mit der Nr. 1010 erhalten Interessierte beim Serviceteam der Volkshochschule unter Telefon 02331/207-3622.

WPWR-Auflage verliert 5,6 Prozent

21. Oktober 2016

Mit den Hagener WPWR-Ausgaben geht es weiter bergab. Auch im 3. Quartal 2016 verloren die Blätter an Auflage. Der Verlust belief sich im Vergleich zum 3. Quartal des Vorjahres auf 5,6 Prozent. Damit verfestigt sich der langjährige Trend, der auch durch die zwischenzeitliche Einführung eines ePaper-Angebots nicht gestoppt werden konnte. Seit 1998 haben sich die Verkaufszahlen der Zeitung mehr als halbiert (siehe auch hier).

Die gesamte verkaufte Auflage erreichte nach Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (ivw) im Durchschnitt nur noch 24.402 Exemplare pro Tag. Darin enthalten sind die Print-Ausgaben Hagen und Hohenlimburg sowie die ePaper.

Da Regionalblätter erfahrungsgemäß und durch Untersuchungen gestützt in erster Linie wegen der lokalen Berichterstattung gelesen werden, lässt sich dieser Niedergang nicht allein mit veränderten Lesegewohnheiten erklären. Die Alternativen zur örtlichen Berichterstattung etwa im Internet halten sich in Hagen in einem sehr überschaubaren Rahmen. Es muss auch etwas mit der immer öfter kritisierten mangelnden redaktionellen Qualität zu tun haben (siehe z.B. hier).

Wenn der Landtagskandidat dreimal klingelt

21. Oktober 2016

CDU-Landtagskandidat Helmut Diegel will im Mai gegen Wolfgang Jörg (SPD) das Direktmandat erobern. Der 60-Jährige ist schon heute auf Hausbesuchstour. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Jubelnde Werbebeiträge dieser Art ohne jeden kritischen Ansatz („Vollblutpolitiker“, „Profi mit vielseitiger Karriere“) dürften nicht gerade einer höheren Akzeptanz der örtlichen Gazette förderlich sein. Ebenfalls bemerkenswert: Das Durchschnittsalter der erwähnten Unterstützercombo (der Beitrag spricht von „lokalen CDU-Persönlichkeiten“) beträgt mehr als 70 Jahre. Da wird der Blick wohl eher rückwärts gerichtet sein.

Kultur entscheidend für nachhaltige, sichere und belastbare Städte

21. Oktober 2016

UNESCO-Weltbericht „Kultur: Urbane Zukunft“ erschienen

Der Bericht kommt zu dem Resümee: Kulturelle Aktivitäten stärken den sozialen Zusammenhalt und fördern den Dialog zwischen gesellschaftlichen Gruppen. Zugleich ist der weltweit am schnellsten wachsende Sektor der Kultur- und Kreativwirtschaft ein zentrales Instrument der Armutsreduzierung. Die UNESCO hat den Bericht am 18. Oktober 2016 im Rahmen der Habitat III Konferenz in Quito, Ecuador, vorgestellt.

„Kultur ist die DNA einer Stadt. Kulturelles Erbe trifft hier auf zeitgenössische Kunst und Kultur. Zusammen sind sie der Herzschlag urbaner Weiterentwicklung und Innovation. In Städten kommen Menschen zusammen, um sich auszutauschen, Neues zu kreieren und produktiv zu sein. Städte sind Treiber menschlicher Entwicklung. Kultur muss deshalb integraler Bestandteil von Stadtentwicklungsstrategien sein, um urbane Räume nachhaltig zu entwickeln und ihren Einwohnern eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen“, fordert Prof. Dr. Karin von Welck, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission.

Die Autoren des Berichts fordern Entscheidungsträger auf, Kultur in politische Leitlinien und Entwicklungsstrategien zur nachhaltigen Entwicklung von Städten aufzunehmen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um das Globale Nachhaltigkeitsziel 11 „Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen“ bis zum Jahr 2030 zu erreichen.

Zu den zwölf Empfehlungen des Weltberichts zählen:

• die Lebensqualität in Städten mithilfe von Kultur verbessern und städtische Identitäten erhalten,
• den sozialen Zusammenhalt in Städten durch Kultur stärken,
• Kreativität und Innovation durch Kultur fördern,
• Kultur als Grundlage für Dialog und Frieden nutzen,
• das städtische Kultur- und Naturerbe erhalten und Menschen zugänglich machen,
• die Qualität des öffentlichen Raums durch Kultur verbessern,
• Kultur als Ressource für inklusive, wirtschaftliche und soziale Entwicklung nutzen.

Weltbericht „Culture: Urban Future“
Download der englischen Kurzfassung (PDF)
Download der englischen Gesamtfassung (PDF)

„Auch Anzeige erstatten“

20. Oktober 2016

Nach der Phoenix-Pleite erste Schuldzuweisungen

Wie angekündigt, hat die Basketball Hagen GmbH & Co. KGaA, Betreibergesellschaft des Basketball-Bundesligisten Phoenix Hagen, am gestrigen Mittwoch beim zuständigen Amtsgericht in Hagen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat dem Antrag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.

Währenddessen werden die ersten Schuldzuweisungen für die Pleite verteilt. So schrieb die WPWR am Dienstag:

Zu Beginn des Jahres 2015 wurden bei der Neugründung der „Basketball Hagen GmbH & Co. KGaA“ (Kommanditgesellschaft auf Aktien) nicht bloß neue Gesellschafter mit frischem Kapital (400 000 Euro) präsentiert, sondern auch der Eindruck erweckt, damit ein Geschäftsmodell aus der Taufe gehoben zu haben, mit dem die Altschuldenproblematik final in den Griff zu bekommen sei. Ein Trugschluss, wie die monatelangen Aufräumarbeiten in den Phoenix-Geschäftsbüchern zuletzt zu Tage förderten. Die Doppelspitze Oliver Herkelmann (Geschäftsführer) und Thomas Haensel (Aufsichtsratsvorsitzender) hatte bis zu diesem Zeitpunkt bereits Verbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Millionen Euro aufgetürmt.

Diese Behauptung wies Ex-Geschäftsführer Herkelmann prompt zurück und drohte in der WPWR-Ausgabe vom Mittwoch vorsorglich gleich mal mit dem Rechtsweg:

„So viel ist es sicherlich nicht gewesen. Natürlich gab es erhebliche Verbindlichkeiten, denen durchaus auch Forderungen gegenüber standen.“ Die Diskrepanz zu den Zahlen, die er noch im Kopf habe, sei allerdings schon „erheblich“. Er selbst wollte jedoch keinen konkreten Betrag benennen. „Ich kann mich gerne mit den heute Verantwortlichen an einen Tisch setzen und die Zahlen diskutieren. Aber ich lasse mir keinen Dilettantismus unterstellen“, verwies Herkelmann darauf, dass er mit seinem Team zum 30. Juni 2015 eine saubere Buchhaltung, in der alles auf Stand gewesen sei, übergeben habe. Daher würde er auch Anzeige erstatten, wenn Leute Aussagen tätigten, die an Verleumdung seiner Person und seiner Arbeit grenzten.

Das Gerangel um die Event-Firma könnte noch unterhaltsam werden.

Filmtipp: Snowden

20. Oktober 2016

Kino Babylon, Pelmkestr. 14, 58089 Hagen-Wehringhausen

Donnerstag, 20.10.2016, 21:15 Uhr
Freitag, 21.10.2016, 20:00 Uhr
Sonntag, 23.10.2016, 20:00 Uhr
Montag, 24.10.2016, 20:00 Uhr
Dienstag, 25.10.2016, 20:30 Uhr
Dienstag, 25.10.2016, 18:00 Uhr
Mittwoch, 26.10.2016, 17:30 Uhr
Mittwoch, 26.10.2016, 20:15 Uhr

USA 2016, Regie: Oliver Stone, 134 Min., nur Dienstag OmU (Englisch), mit Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Tom Wilkinson, Scott Eastwood, Rhys Ifans u.a., FSK 6

Er arbeitete im paradiesischen O’ahu auf Hawaii, wohnte dort mit Freundin Lindsay – und flieht wenig später nach Russland, gejagt von US-Geheimdiensten. Was trieb Edward Snowden dazu, geheime NSA-Dokumente zu veröffentlichen? War ihm bewusst, welchen Preis er dafür zahlen würde?

Oliver Stone verfilmt mit SNOWDEN das Leben des kontrovers diskutierten Whistleblowers Edward Snowden und zeigt den Menschen hinter dem Mythos, der mit seinen Enthüllungen der Welt die Augen öffnete, dafür aber seine Karriere und Heimat aufgeben musste. Es ist die Geschichte eines normalen Mannes, der es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, zu schweigen.

Aus dem Hotelzimmer in Hong Kong erzählt der Film in Rückblenden, wie Snowden vom glühenden Patrioten zum Staatsfeind Nr. 1 wurde.

Neuer Piraten-Vorstand

20. Oktober 2016

Alle zwei Jahre wählen die PIRATEN HAGEN einen neuen Vorstand, bei der Kreismitgliederversammlung am vergangenen Samstag war es mal wieder soweit. Ein Dank für ihre Arbeit im KV geht an Volker Huhn (ehemaliger Schatzmeister) und Denis Quadt (ehemaliger Beisitzer). Dem neu gewählten Vorstand wünschen wir viel Erfolg bei seiner Arbeit.

Der neue Vorstand der PIRATEN HAGEN:

Vorsitzender
Frank Mazny ist 43 Jahre alt und arbeitet als Krankenpfleger in der Intensiv- und Beatmungspflege. Er ist seit vier Jahren im Vorstand der Piratenpartei Hagen tätig. 2012 zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt und seit 2014 Vorsitzender, wurde er jetzt mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Außer bei der Piratenpartei ist er Mitglied bei Mehr Demokratie e.V..

Stellv. Vorsitzender
Christian Specht ist 40 Jahre alt und als Mitarbeiter der Ratsgruppe BfHo/PIRATEN HAGEN tätig. Er war vor zwei Jahren Beisitzer im damaligen Vorstand, ist deshalb mit den Aufgaben vertraut. Er ist Mitglied der Piratenpartei Deutschland, sowie den Vereinen Mehr Demokratie und Freifunk Rheinland.

Schatzmeister
Andreas Lechte ist 57 Jahre alt und von Beruf Informationselektroniker. Pirat seit 2012, ist er aktuell für die Ratsgruppe BfHo/PIRATEN HAGEN als Sachkundiger Bürger im Seniorenbeirat der Stadt Hagen. Außerdem engagiert er sich bei Freifunk im Ennepe-Ruhr-Kreis e.V..

Beisitzer
Matthias Rarbach ist 53 Jahre alt und von Beruf staatlich geprüfter Elektrotechniker. Im Kreisverband war er schon als Kassenprüfer und stellvertretender Vorsitzender aktiv. Zudem ist er als Sachkundiger Bürger für die Ratsgruppe im Ausschuss Sport und Freizeit. Weiter ist er im Vorstand des ETV 1881 e.V. Mitglied der IGM, MehrDemokratie e.V., Freifunk Rheinland sowie Freifunk im Ennepe-Ruhr-Kreis e.V..

Filmtipp: Die kleinste Armee der Welt

19. Oktober 2016

Donnerstag, 20.10.2016 um 19:00 Uhr
Kino Babylon, Pelmkestr. 14, 58089 Hagen

D 2015, Regie: Martin Gerner, 82 Min

Hamon und Marcus, ein Afghane und ein Deutscher, durchqueren als Bavarian Taliban mit Turban und Kalaschnikow die Alpen. Als kulturelle Guerrilleros testen sie mit ihrer Performance Fremdsein und deutsche Willkommenskultur, Toleranz und Integration in den bayerischen Alpen. Eine ebenso humorvolle wie ernsthafte Reise in Zeiten vermehrter Flüchtlinge in Deutschland nimmt ihren Lauf.

Regisseur und Afghanistan-Experte Martin Gerner wird in seinen Film einführen und beantwortet im Anschluss Fragen aus dem Publikum.

Klarsicht-Kino mit dem Hagener Friedenszeichen

Bund soll endlich Schulen im Wahlkreis fördern können

19. Oktober 2016

„Endlich soll auch der Bund bei Investitionen in Schulen und Bildungseinrichtungen helfen dürfen“, freut sich der Hagener SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel. Bundesländer und Bundesregierung hatten sich auf Druck der SPD darauf geeinigt, das „unselige Kooperationsverbot“ im Grundgesetz aufzubrechen. Der Bund könne nun auch die Sanierung von Schulen, den Ganztagsausbau und die Stärkung der Berufsschulen unterstützen.

Das Kooperationsverbot wurde 2006 durch die große Koalition im Rahmen der Föderalismusreform eingeführt. Röspel hatte sich schon damals dagegen ausgesprochen und immer wieder eine Änderung gefordert. Die Möglichkeit, dass der Bund Finanzhilfe zum Beispiel für die Sanierung von Schulen zur Verfügung stellt, scheiterte bisher am Widerstand von CDU und CSU.

Inzwischen hat die Regierungskoalition eine „erste Rate“ über 3,5 Milliarden Euro für das Schulsanierungsprogramm beschlossen. Das helfe besonders den finanzschwachen Kommunen, also auch Hagen und Städten im Ennepe-Ruhr-Kreis, meint Röspel: „Gerade hier darf die schwierige Finanzsituation der Schulträger nicht länger die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen beeinträchtigen.“ Ziel sei es, die Bildungsinfrastrukturen bundesweit zu stärken, um allen die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen, egal wo sie wohnen und welche Schule sie besuchen.

Die Grundgesetzänderung soll nach Auskunft von Röspel „zügig realisiert“ werden, damit das Programm bereits im kommenden Jahr starten und erste Schulen auch erreichen kann.


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