Archive for September 2017

Hagen Aktiv: Gehwege zu Parkplätzen!

30. September 2017

Fußgänger sollen Platz machen für Dritt- und Viertwagen

Die verbreitete Unsitte, Gehwege zu Parkplätzen umzufunktionieren, soll noch ausgeweitet werden. Das schwebt jedenfalls der Fraktion „Hagen Aktiv“ im Hagener Rat vor.

In einem Antrag für die Ratssitzung am 5. Oktober fordert die Wählervereinigung:

Die Verwaltung wird beauftragt, zu prüfen, an welchen Stellen im Stadtgebiet, insbesondere in den Wohnbezirken, neue Parkflächen durch halbseitig oder vollflächig aufgeschultertes Parken auf Gehwegen ausgewiesen werden können.

Auch hinsichtlich der Finanzierung hat „Hagen Aktiv“ schon eine Idee:

Die Verwaltung wird weiter beauftragt, zu prüfen, ob die Kosten für Errichtung und straßenverkehrsrechtlich ordnungsgemäße Ausweisung aus den allgemeinen Mitteln der Straßenunterhaltung bestritten werden können.

Mittel, die dann an sinnvollen Stellen fehlen würden. Und ganz schnell soll es gehen:

Die Verwaltung unterrichtet den Rat schnellstmöglich, spätestens bis zur Dezembersitzung 2017, über das Ergebnis dieser Prüfungen.

„Hagen Aktiv“ fordert mit diesem Antrag ganz unverblümt, dem Autoverkehr noch mehr Platz auf Kosten anderer Verkehrsteilnehmer einzuräumen. Ein Ansinnen, das diametral der aus verschiedenen Gründen notwendigen Eindämmung des motorisierten Individualverkehrs in Ballungsräumen entgegensteht.

Die Begründung der selbsternannten „Aktiven“ mutet geradezu abenteuerlich an: Im Schnitt verfüge ein Haushalt heute über zwei Fahrzeuge, vielfach sogar über drei und mehr. Diesem veränderten Umstand müsse dringend Rechnung getragen werden. Die Fraktion der Wählerinitiative glaubt ernsthaft, dass mit Stellplätzen auf Fußwegen „Hagen als Wohnort attraktiv gehalten werden“ könne.

Sollte der Antrag im Rat eine Mehrheit bekommen, würde das in der Konsequenz bedeuten, dass Fußgänger noch weniger Raum zur Verfügung hätten, nur damit private Dritt- und Viertwagen auf öffentlichen Gehwegflächen gelagert werden können.

Als weiteres „Argument“ muss aus Sicht von „Hagen Aktiv“ das sträfliche Versäumnis der Ordnungsbehörden herhalten, „dass jahrzehntelang falsches Parken in den Wohnbezirken nur sporadisch oder bewusst nicht geahndet worden ist“. Die Verkehrsteilnehmer müssten „Rechtssicherheit“ haben – die soll jetzt offenbar durch eine quasi nachträgliche Legalisierung der Verstöße hergestellt werden.

Die Erkenntnis, dass Fläche nicht vermehrbar ist, hätte man schon lange haben können. Stattdessen wurde 1972 ein neues Verkehrszeichen eingeführt: „Aufgeschultertes Parken“. Es war der erste Schritt zur Freigabe der Gehwege für Fahrzeuge. In der Folge wurden immer mehr Bereiche den Fußgängern entzogen, denen nach und nach im städtischen Raum nur noch eine Randexistenz zugebilligt wurde. So wurden im Rahmen einer vermeintlichen „Wohnumfeldverbesserung“ Mitte der 1980er Jahre in Wehringhausen Bürgersteige durchgehend in der Breite halbiert, um Platz für die damals zunehmende Zahl von Zweitwagen zu schaffen.

Jetzt soll nach den Vorstellungen von „Hagen Aktiv“ auch noch Platz für Dritt- und weitere Fahrzeuge geschaffen werden – wieder zu Lasten der Fußgänger. Ein kontraproduktiver Ansatz in Zeiten, in denen die Belastung durch einen völlig außer Kontrolle geratenen Individualverkehr in Ballungsräumen endlich wieder in den Fokus der öffentlichen Betrachtung gerückt ist.

Gerade erst hat in Hagen eine Diskussion darüber begonnen, wie der ÖPNV gestärkt werden könnte. Hintergrund sind die anhaltenden Probleme mit der wesentlich durch den Autoverkehr verursachten Luftverschmutzung. Der ebenfalls höchstproblematische enorme Platzbedarf dieser Verkehrsform wird auf der politischen Ebene der Volmestadt hingegen noch immer als selbstverständlich erachtet. Das beste Beispiel für diese Art rückwärts gerichteter Verkehrspolitik ist der vorliegende Antrag von „Hagen Aktiv“.

Mit noch mehr Parkplätzen und noch weniger Freiraum für Menschen kann Hagen sicher nicht „als Wohnort attraktiv gehalten werden“, wie „Hagen Aktiv“ glaubt. Das sind die völlig überholten Vorstellungen einer „autogerechten Stadt“ aus den Tiefen des letzten Jahrhunderts.

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Konzert für Schulklassen

30. September 2017

Die Familienkonzerte des Philharmonischen Orchester Hagen haben einen neuen Moderator: Juri Tetzlaff, deutschlandweit bekannt als charismatischer TV-Moderator u.a. im KIKA, der ebenso als kreativer und enorm unterhaltsamer Vermittler in Konzerten für Familien auftritt (Foto: Ulrich Hartmann).

Bevor im November die von ihm moderierte Reihe der Familienkonzerte im Theater Hagen startet, stellt er sich bereits in einem Konzert für Schulklassen am 9. Oktober (11 Uhr, Theater Hagen, Großes Haus) vor und lädt, gemeinsam mit dem Generalmusikdirektor Joseph Trafton und dem Philharmonischen Orchester Hagen, zum Kennenlernen und Erleben eines der berühmtesten Werke der klassischen Musik ein: der 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven.

Anmeldungen für Schulklassen sind noch möglich bis zum 6. Oktober 2017 unter tillmann.schnieders@stadt-hagen.de

Eintritt: 6 Euro pro Person

SPD in Hagen will mehr Geld für Busverkehr ausgeben

29. September 2017

Die von OB Schulz vorgeschlagene Zuschusskürzung für Busse und Bäder in Hagen sorgt für Diskussionen. Die SPD will mehr in Busse investieren. (…)

Obwohl Schulz betont, dass dem ÖPNV angesichts der beabsichtigen Einschnitte keineswegs weitere Streichungen drohten, trauen SPD und Grüne dem Braten nicht. „Aus meiner Sicht wird hier die Geschäftsgrundlage eines Unternehmens in Frage gestellt“, erklärte Hans-Georg Panzer (Grüne), Vorsitzender des Umwelt- und Verkehrsausschusses, in der gestrigen Sitzung des Gremiums: „Entweder man will Zuschüsse kürzen oder Gewinne abschöpfen, die dann in irgendwelchen schwarzen Löchern im Haushalt verschwinden. Beides ist nicht akzeptabel.“ (…)

Quelle: wp.de

Milazim Jusaj führt SPD in Boele-Kabel-Garenfeld

29. September 2017

Nach erheblichen internen Querelen in der Vergangenheit hat der SPD-Ortsverein Boele-Kabel-Garenfeld im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung den Vorstand neu gewählt. Dem ging vor einigen Wochen der geschlossene Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden An­dreas Schumann und eines Großteils seines Vorstands voraus. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Noch ein Familienbetrieb? Der Name Jusaj ist gleich dreimal im Vorstand vertreten.

Grüne Linke Hagen: Wahlnachlese BTW 2017

29. September 2017

Das Grüne Ergebnis in Hagen (…) ist katastrophal: Wir liegen wieder einmal mehr als 2 % unterm Landestrend (7,6 %, -0,4 % zur BTW 2013), zum Ergebnis auf Bundesebene sind es mehr als 3,5 % drunter. (…)

Den schlechten bzw. nicht vorhandenen Ruf der Grünen in Hagen haben dabei ausschließlich jene Gestalten zu vertreten, die einen legitimen innerparteilichen Machtkampf krampfhaft überhöht haben und mit den Konsequenzen daraus drei Jahre danach immer noch nicht umgehen können. Dabei wurden synthetische Positionen geschaffen, um künstlich persönliche Animositäten zu befördern, die gerade in den zurückliegenden Wochen inhaltlich nach und nach wieder abgeräumt wurden.

Von der neuen durch die Fraktion heraufbeschworenen Unterschiedlichkeit zur einstigen Spitzenkandidatin Barbara Hanning ist nichts übrig geblieben außer einem strategisch-taktisch unterschiedlichen Vorgehen in einzelnen Punkten, bei dem die Fraktion derzeit recht hilflos aussieht. Hinzu kommen Parteiaustritte sowie ein ramponiertes Vertrauensverhältnis, das mit Mühe und Not eine Parteiklausur übersteht bis der Fraktionssprecher sich in der Öffentlichkeit äußert.

Weiter, und ebenfalls völlig überflüssig, hat der Fraktionssprecher aus Angst vor dem eigenen Tod nur wenige Wochen vor der Bundestagswahl sein Totalversagen in der Allianz aus CDU, FDP und Grünen der hiesigen Tagespresse anvertraut, eine Allianz, die FDP-Alda bereits als Blaupause für den Bundestag abfeiert. (…)

Quelle: Grüne Linke Hagen

„Behelfslösungen“

29. September 2017

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hält reine Zuwandererschulen für falschen Integrations-Ansatz

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hält Schulen ausschließlich für Zuwandererkinder nicht für den richtigen Weg in der Integration. In Hagen hatte am Mittwoch eine Schule eröffnet, in der 68 ausländische Kinder unterrichtet werden – ohne gemeinsamen Unterricht mit deutschen Schülern. In Mülheim gibt es seit gut einem Jahr ein vergleichbares Projekt.

Gebauer fand bei einem Gespräch in der Redaktion der Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung (NRZ) klare Worte: „Das ist nicht mein Ansatz von Integration“, sagte die NRW-Ministerin. „Ich habe diese Situation bei Amtsantritt so vorgefunden. Die neue Landesregierung aus CDU und FDP besteht darauf, dass diese Übergangslösung so schnell wie möglich beendet wird.“ Die Ministerin bezeichnete die Umsetzung in Hagen und Mülheim als „Behelfslösungen“ und kündigte an, sie kritisch zu begleiten und eine regelmäßige Berichterstattung einzufordern.

Gleichzeitig räumte sie aber ein, dass es in den Städten derzeit keine anderen Möglichkeiten gebe, die Kinder aus Zuwandererfamilien zu unterrichten. „Die Alternative zu dieser Ausnahmeregelung ist aufgrund des mangelnden Schulraums derzeit leider nur die Nicht-Beschulung der Kinder“, sagte Gebauer.

Das Schulamt in Hagen hatte die Idee einer reinen Zuwanderer-Schule bereits vor den Sommerferien öffentlich gemacht und sich das Einverständnis der Bezirksregierung in Arnsberg geholt. Organisatorisch läuft die Schule zwar als Teil einer Realschule, die Kinder werden aber an einem anderen Standort unterrichtet. Alle anderen Hagener Schulen konnten keine Schüler aus Zuwanderer-Familien mehr aufnehmen. In Hagen leben nicht nur viele Flüchtlinge, die Stadt ist auch bei Einwanderern aus Südosteuropa sehr beliebt. Viele Kinder können weder lesen noch schreiben.

Gebauer sprach sich dafür aus, ausländische Kinder so schnell wie möglich an den normalen Schulalltag zu gewöhnen. Um die Integration zu fördern, plant die schwarz-gelbe Landesregierung verschiedene Projekte. Damit die Schüler etwa schneller Deutsch lernen, startet in den Herbstferien ein intensives Sprachtraining für Zuwandererkinder, um die Lehrer an den Schulen zu entlasten. In den Oster- und Sommerferien soll das Training ausgebaut werden.

AWo fordert neuen Lebensmittelmarkt auf dem Kuhlerkamp

29. September 2017

Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Kuhlerkamp hat einen Bürgerantrag an Oberbürgermeister Erik O. Schulz gesandt mit der Bitte, in naher Zukunft einen Lebensmittelmarkt in dem Viertel am Rande der Innenstadt zu errichten.

Gerd Homm (70), stellvertretender Vorsitzender der AWO-Begegnungsstätte Kuhlerkamp-Wehringhausen, will so die am Boden liegende Infrastruktur des Kuhlerkamps wiederbeleben: „Den Bürgern im Quartier ist die Möglichkeit nicht mehr gegeben, die persönlichen Bedürfnisse vor Ort zu erledigen.“

Zugleich beklagt er, dass Schulz nicht auf den im Mai gestellten Antrag reagiert habe: „Besonders ärgerlich ist es, dass er es nicht einmal für nötig hält, sich wenigstens mal bei uns zu melden.“ (…)

Quelle: wp.de

Hasper setzen einstimmig auch das neue Fachmarktzentrum

29. September 2017

Am Ende stimmte sogar der Grünen-Vertreter dafür: Einstimmig machte die Bezirksvertretung Haspe am Dienstag endgültig den Weg frei für den Abriss der nördlichen Hälfte der Brandt-Brache zugunsten eines Bürokomplexes mit Fachmarkt- und Gesundheitszentrum. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Einstimmige Abstimmungen sind in der BV Haspe die Regel; so etwas wie eine Opposition ist dort auch beim größten Humbug nicht zu erkennen. Großfürst Dietmar I. Thieser gibt die Order vor und die Lemminge folgen ohne Widerspruch.

So wird jetzt eben ein Gewerbeareal phantasielos in einen Einzelhandelsstandort umgewandelt, damit Grundstückseigentümer Brandt einen höheren Verkaufserlös erzielen kann. Es wird nicht lange dauern, dann folgt wieder das übliche Gejammer über angeblich fehlende Gewerbeflächen.

Heike Kati Barath: Mal

29. September 2017

1. Oktober bis 19. November 2017, Osthaus-Museum Hagen
Eröffnung: 30. September, um 16 Uhr

Die Berliner Künstlerin Heike Kati Barath wird 2017 mit dem Karl-Ernst-Osthaus-Preis der Stadt Hagen ausgezeichnet. Der traditionsreiche Kunstpreis wurde 2014 vom Direktor des Osthaus Museums, Tayfun Belgin, wiederbelebt und wird seit 2015 in zweijährlichem Turnus für figurative Kunst verliehen. Die Preisverleihung erfolgt bei der Ausstellungseröffnung.

Heike Kati Barath wurde 1966 in Vaihingen/Enz geboren. Sie hat an der Koninklijke Academie voor Schoone Kunsten in Gent und der Kunstakademie Münster studiert. Seit 2013 hat sie eine Professur für Figurative Malerei an der Hochschule für Künste Bremen inne.

Bekannt wurde Heike Kati Barath mit ihren monumentalen realistischen Malereien von Heranwachsenden, die, in entwaffnender Frontalität und reduktiver, mithin comichafter Figurenzeichnung gesellschaftliche Codices entlarven und mittels feiner Andeutungen Psychogramme liefern. Zugleich zitiert Barath auf subtile, malerisch höchst nuancierte Weise Werke aus der Kunstgeschichte und Szenen der Filmgeschichte.

Neben ihren Malereien, teils mit aufgesetzten Konturen mit Acrylfugendichter, hat sie Wandmalereien, Installationen, Objekte und Zeichnungen geschaffen, mit denen sie dem traditionellen Sujet der menschlichen Figur eine bemerkenswerte Aktualität verleiht.

Ihre Arbeiten waren u.a. in Einzelausstellungen im Mannheimer Kunstverein, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Kunstverein Münsterland und in der Städtischen Galerie Delmenhorst zu sehen.

Wieder Bunker-Tour mit der VHS

29. September 2017

Die Volkshochschule Hagen lädt am Samstag, 7. Oktober, von 13 bis 16 Uhr wieder zu einer großen Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt ein. Treffpunkt mit Gästeführer Rouven Recksick ist vor dem Bunkermuseum in der Bergstraße 98, in dem die Führung beginnt.

Bei dieser historischen Führung, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv und Stadtmuseum Hagen entwickelt wurde, erhalten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu noch erhaltenen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus der Zeit des Kalten Krieges und erfahren Wissenswertes über das Leben mit der „Bedrohung von oben“.

Das Kellergeschoss des Bunkermuseums ist originalgetreu rekonstruiert, so dass man die Atmosphäre der Bombennächte sehr gut nachfühlen kann. Nach der gut einstündigen Führung im Inneren des Bunkers geht es weiter zum Atomschutzbunker unter dem ehemaligen ARAL-Parkhaus in der Bahnhofstraße – jetzt Standort der Polizeiwache – und zum 1945 von einer Bombe getroffenen Bunker Körnerstraße, der zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Von dort aus führt der Weg durch die Innenstadt, wo die Teilnehmer Details zu den dortigen Zerstörungen erhalten, bis zum Endpunkt der Führung auf Höhe der Marienstraße.

Im Entgelt von 18 Euro ist der Eintritt für das Bunkermuseum Bergstraße bereits enthalten. Das Serviceteam der VHS bittet um rechtzeitige Anmeldung unter der Kursnummer 1052. Weitere Informationen unter Telefon 02331/2073622

ThyssenKrupp: Resolution für den Stadtrat

28. September 2017

SPD Hagen erklärt sich solidarisch mit ThyssenKrupp-Belegschaft in Hohenlimburg

Die gegenwärtige Situation beim ThyssenKrupp-Konzern und dessen Absichtserklärung mit dem indischen Konzern Tata über den Zusammenschluss ihrer europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/50-Joint Venture war am Montag aktuelles Diskussionsthema bei der Hagener SPD im Rahmen einer Parteiratssitzung.

Die Sozialdemokraten beanstanden, dass der Unternehmensvorstand eine so einschneidende Vereinbarung trifft, ohne die Arbeitnehmervertreter zu beteiligen oder auch nur zu informieren. „Dieses einmalige Vorgehen bedeutet einen Bruch in der Industriegeschichte unseres Landes nach dem Zweiten Weltkrieg“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Claus Rudel, zugleich auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA). „Dass der ThyssenKrupp-Vorstand dafür auch noch politische Rückendeckung der Landesregierung erhält, ist ebenso einmalig.“

Der Hagener SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Jörg pflichtet dem bei: „Alle Ministerpräsidenten haben bisher immer für die Interessen der Beschäftigten gekämpft. Doch Armin Laschet und sein Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart kämpfen nur für die Bilanzen der Manager. Statt sozialer Gewissenhaftigkeit herrscht bei der schwarz-gelben Landesregierung Gleichgültigkeit.“

Gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten René Röspel habe er in der vergangenen Woche den betroffenen Kollegen am Standort Hohenlimburg einen Solidaritätsbesuch abgestattet. Die beiden unterstützen gemeinsam mit dem gesamten SPD-Unterbezirk Hagen den Kampf der Arbeitnehmerschaft und IG Metall gegen die Fusionspläne. „Es sollen konkret mindestens 2000 Arbeitsplätze bedroht sein. Aber das ist vermutlich nur der Einstieg in einen massiven Stellenabbau. Es ist zu befürchten, dass auch Beschäftigte in Hohenlimburg davon betroffen sein könnten“, so Röspel. Die SPD-Abgeordneten stehen seit vielen Monaten im Austausch mit den Betriebsräten über die Entwicklung des Konzerns.

Der Hagener SPD-Parteivorsitzende Timo Schisanowski hat daher gemeinsam mit Fraktionschef Claus Rudel dem gestrigen SPD-Parteirat vorgeschlagen, eine Resolution auf den Weg zu bringen, die sich mit den ThyssenKrupp-Arbeitnehmern und deren Familien bei ihrem Kampf um den Erhalt aller Arbeitsplätze solidarisch erklärt. „Wir stehen an der Seite der Beschäftigten in Hohenlimburg! Die Hagener SPD hat einstimmig in ihrer Parteiratssitzung beschlossen, die Ratsfraktion möge eine entsprechende Resolution in den Stadtrat einbringen und dort verabschieden. Nachdrücklich appellieren wir an Geschäftsführung und Aufsichtsrat von ThyssenKrupp, im Rahmen der geplanten Fusion mit dem indischen Stahlkonzern Tata sowohl die Konzernstandorte als auch die Arbeitsplätze zu erhalten.“ fassen Schisanowski und Rudel das Meinungsbild und die einstimmige Beschlussfassung der Hagener Sozialdemokraten zusammen.

Quelle: SPD Hagen

Anmerkung: Die Solidarität einer Partei, die sich immer noch „sozialdemokratisch“ nennt, mit von Entlassung bedrohten Beschäftigten ist eine Selbstverständlichkeit. Man kann sich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass die Hagener SPD sich nur dann mit dem „Kampf um den Erhalt aller Arbeitsplätze solidarisch erklärt“, wenn Geschäftführung und Aufsichtsrat weit entfernt sind.

Von Solidaritätsadressen wie hier bei ThyssenKrupp war im Fall Enervie von der Führungsspitze der Hagener SPD nichts zu hören und nichts zu sehen. Dabei wurden beim heimischen Energiekonzern proportional zur Größe der Belegschaft wesentlich mehr Stellen gestrichen. Im Wesentlichen wegen Missmanagements des damaligen Vorstands, das durch den Aufsichtsrat gedeckt wurde.

Und in diesem Aufsichtsrat saßen und sitzen immer noch zwei, die sich auf einmal – siehe oben – gaaanz weit aus dem Fenster lehnen: SPD-Fraktionschef Claus Rudel und der Hagener SPD-Parteivorsitzende Timo Schisanowski.

SPD erneuern!

28. September 2017

Nein, das fordert nicht der wiedergewählte Hagener SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel, sondern sein Dortmunder Fraktionskollege Marco Bülow, der ebenfalls von den Wählern bestätigt wurde.

Bei Röspel reicht die Nachwahlbetrachtung nur zu einem volkstümlich verbrämten Weiter-So:

Der „schönste Wahlkreis der Welt“ mit den Städten Hagen, Gevelsberg, Ennepetal, Schwelm und Breckerfeld ist meine Heimat. Hier bin ich geboren und zu Hause und weiß, wo der Schuh drückt. Ich werde gerne weiter für die Region und die Menschen, die hier leben, im Bundestag arbeiten. Ich sehe es als Auftrag an, mich weiterhin dafür einzusetzen, dass unser Land sozial gerechter wird und sich die Schere zwischen Arm und Reich endlich wieder schließt. Ich stehe für eine Politik, die soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Fortschritt zu einer besseren Zukunft verknüpft.

Ganz anders der Dortmunder Bülow. Der nennt die Dinge unter dem Titel „SPD erneuern!“ glasklar beim Namen:

Die Bundestagswahl ist ein Desaster. Hier gibt es nichts mehr schönzureden. Es ist deshalb gut, dass die Parteispitze eine große Koalition ausgeschlossen hat, denn dort haben wir stark an Vertrauen und Profil eingebüßt.

Das kurze Aufflackern mit einem neuen Vorsitzenden, kurzfristig guten Umfragen und Parteieintritten kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich sehr viele Menschen von der SPD abgewandt haben. Ein „Weiter so“ wie nach den letzten beiden Bundestagswahlen darf es auch in der Opposition nicht geben. Vor allem der Markenkern der SPD, „die soziale Gerechtigkeit“, ist dabei häufig unter die Räder gekommen.

Zudem wurde die SPD von oben nach unten regiert und aus einer lebendigen streitbaren Partei ist zu sehr ein Wahlverein geworden. Glaubwürdig wird ein Neuanfang nur, wenn man Verantwortung für die herbe Niederlage übernimmt. Dabei geht es nicht um den „Sündenbock“. Aber es geht sehr wohl um personelle Verantwortung, vor allem derjenigen, die schon länger unseren Kurs an den Schalthebeln der Partei, der Regierung und der Fraktion maßgeblich mitbestimmt haben.

Die SPD muss wieder demokratischer, lebendiger und moderner werden. Wir müssen raus aus den Hinterzimmern. Es darf nicht sein, dass Fraktions- und Parteispitze wieder vorgegeben werden. In der SPD-Bundestagsfraktion und innerhalb der Partei muss umfassend über eine Neuausrichtung diskutiert werden. Das bedeutet auch, dass die Basis wieder mehr und deutlicher eingebunden werden muss. Und wir brauchen mehr Debatten und politische Auseinandersetzungen. Die SPD war immer dann am stärksten, als sie heftig um die Themen gerungen hat.

Lutz: Die Kuh Rosmarie

28. September 2017

Ein tierisches Theaterabenteuer von Andri Beyeler

Elisabeth Emmanouil, Signe Zurmühlen. Foto: Klaus Lefebvre.

Das Lutz Hagen startet unter neuer Leitung – Anja Schöne – mit der Premiere von „Die Kuh Rosmarie“, einem tierischen Theaterabenteuer für Besucher ab 4 Jahren von Andri Beyeler nach dem Bilderbuch „Die Kuh Rosalinde“ von Frauke Nahrgang und Winfried Opgenoorth, am 30.9., 15 Uhr im Lutz.

Worum geht’s? Das Leben auf dem Bauernhof könnte so schön sein – wäre da nicht die Kuh Rosmarie. An allem und jedem hat sie etwas auszusetzen: Das Schwein macht sich zu schmutzig, der Hund frisst zu schnell und das Huhn soll sich gefälligst leiser freuen, wenn es ein Ei legt. Irgendwann hält selbst der gutmütige Bauer die Meckerei der Kuh nicht mehr aus und schickt Rosmarie kurzerhand mit dem nächsten Flugzeug nach Afrika. Doch Ruhe und Frieden kehren nur für kurze Zeit auf dem Bauernhof ein, denn immer mehr Tiere aus Afrika treffen ein und bitten um Hilfe: Seit eine besserwisserische, ewig meckernde Kuh dort ihr Unwesen treibt, gefällt es den anderen Tieren nicht mehr. Schließlich platzt der kleine Bauernhof aus allen Nähten und der Bauer muss Rosmarie wieder zurückholen. Und was macht die? Meckert munter weiter…

Andri Beyeler hat ein Stück für kleine und große Zuschauer geschrieben, worin es um das Zusammenleben geht und das Mut macht, man selbst zu sein. In rasanten Dialogen und mitreißenden Liedern erzählen die zwei Schauspielerinnen Elisabeth Emmanouil und Signe Zurmühlen in der Inszenierung von Anja Schöne und der Ausstattung von Sabine Kreiter in vielen Tierrollen eine Geschichte darüber, was man Meckertanten und Spaßverderbern entgegensetzen kann.

Weitere Termine: 1.10. (15 Uhr), 3.10. (15 Uhr), 4.10., 14.10. (15 Uhr), 15.10. (15 Uhr), 16.10., 17.10.2017; 12.1., 13.1. (15 Uhr); 18.2. (15 Uhr), 20.2.2018 – jeweils 10 Uhr, soweit nicht anders angegeben

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 207-3218 oder http://www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

Erfahrungen mit der Politisierung der Gegenwart

28. September 2017

FernUni: Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung

Es geht rund auf dem politischen Parkett: In Europa brodelt es, populistische Strömungen sind auf dem Vormarsch, weltweit suchen Menschen ihr Heil in der Flucht und die Weltmacht USA gibt viele Rätsel auf. All das sind Phänomene, die in der Öffentlichkeit angeregt diskutiert werden – aber wie lassen sie sich philosophisch einordnen?

An der FernUniversität in Hagen befassten sich Expertinnen und Experten auf einer internationalen Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung (DGPF) über vier Tage hinweg mit dem Thema „Die Phänomenologie und das Politische“.

Als große philosophische Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum verfolgt die DGPF das Ziel, die Phänomenologie als Methode des Philosophierens zu fördern. Zu ihren Mitgliedern gehören Forschende aus über 25 Ländern. Die Phänomenologie versteht sich dabei als Wissenschaft, der es darum geht, Erfahrungen aus der Ersten-Person-Perspektive zu beschreiben und zu analysieren.

Grundsätzliche Denkanstöße zur spannungsreichen Beziehung zwischen „Phänomenologie“ und „Politik“ erhielten die Teilnehmer in Prof. Thomas Bedorfs Eröffnungsrede. „Die Phänomenologie kann als eine Philosophie gelten, die sich mit politischen Gegenständen schwertut“, erklärte der DGPF-Präsident in Rückbezug auf Edmund Husserls philosophisches Verständnis: Der Gründungsvater der phänomenologischen Strömung stellte das wahrnehmende Subjekt in den Mittelpunkt seines Denkens. Bedorf legte den Finger auf einen neuralgischen Punkt: „Politische, staatliche, institutionelle und kollektive soziale Tatsachen zeichnen sich jedoch vor allem dadurch aus, dass sie sich einer allein subjektiven Hervorbringung entziehen.“

Mit einer kontroversen Fragestellung hat sich ebenso der Nachwuchs-Phänomenologe Paul Helfritzsch (Universität Jena) auseinandergesetzt. Für seinen Aufsatz zur Frage „Ist die Phänomenologie eine realistische Philosophie?“ wurde dem Doktoranden von Thomas Bedorf der Essaypreis der DGPF verliehen.

Im Laufe der Tagung stellten auch Forschende der FernUniversität ihre Ergebnisse zur Diskussion. So referierte Selin Gerlek zum Thema „Die (In)Stabilität des politischen Feldes und die Rolle des Habitus“. In ihrem Vortrag untersuchte die Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie in Deutschland noch unpublizierte Vorlesungen des französischen Philosophen Maurice Merleau-Ponty. Gerlek ist Doktorandin bei Prof. Bedorf und Mitbegründerin des phänomenologischen Blogprojekts „et al.“.

Dr. Steffen Herrmann nahm in seinem Vortrag „Kritische Theorie und politische Phänomenologie. Eine Verhältnisbestimmung“ einen Vergleich vor: Auf den Prüfstand kamen Hannah Arendts und Jürgen Habermas‘ Modelle politischer Urteilskraft – eine Gegenüberstellung, die im Anschluss auch von der internationalen Zuhörerschaft intensiv diskutiert wurde.

Fest am Tag des Flüchtlings

28. September 2017

Freitag, 29.09.2017 von 15:30 Uhr – 19:00 Uhr
Johanniskirche am Markt

Die Interkulturelle Woche vom 24. – 30.09.2017 steht in diesem Jahr unter dem Motto „Vielfalt verbindet“.

„Was hält Menschen in einer Gesellschaft zusammen? Wieviel Gemeinsamkeiten und Konsens braucht es, damit Zusammenleben in Vielfalt gelingt? Wieviel Dissens ist fruchtbar? Und was gilt es zu tun, um ein gutes Miteinander in Gerechtigkeit und Respekt zu erhalten?“, schreiben die Initiatoren in ihrem Begleitwort zur diesjährigen Aktionswoche.

Sie meinen, dass gemeinsames Feiern und Begegnung, Musik, Spiel und Aktionen und nicht zuletzt gemeinsames Essen und Trinken Verbindungen schaffen. Deshalb laden sie ein zu einem Fest am Tag des Flüchtlings innerhalb der Interkulturellen Woche rund um die Johanniskirche am Markt in Hagen.

Das Fest wird von Oberbürgermeister Erik O. Schulz eröffnet. Anschließend findet ein buntes Bühnenprogramm statt, u.a. mit

– dem Kinder- und Jugendzirkus RatzFatz aus Bochum
– „From East to West“ Brückenklang Ensemble, Allerwelthaus Hagen
– Glockenläuten und einer Schweigeminute für alle Opfer von Flucht, Krieg, Not und Terror um 17:00 Uhr
– Integrationstheaterstück der Arbeiterwohlfahrt Hagen
– „Hamam Abbiad“ – einem bunten Musikerlebnis mit traditionellen, orientalischen und westlichen Elementen zum Abschluss des Festes

Parallel dazu finden die Besucher Angebote für Kinder und Jugendliche, Infostände, Präsentationen von Patchwork- und anderen Näharbeiten sowie diverse internationale Spezialitäten, ein Kuchenbuffet und Getränke.

Stellungnahme der Stadt Hagen zur Berichterstattung in WP/WR vom 27. September 2017 „Rotstift droht bei Bädern und Bussen“

27. September 2017

„Eine Reduzierung des Leistungsangebotes bei Bussen und Bädern in Hagen wird es durch den Vorschlag der Verwaltung, den Zuschuss an die Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (HVG) um 1,5 Mio. Euro zu kürzen, nicht geben“, stellt Oberbürgermeister Erik O. Schulz angesichts der Berichterstattung in WP/WR klar.

Der Betrieb von Bussen und Bädern wird derzeit jährlich mit über 11 Mio. Euro seitens der Stadt Hagen bezuschusst. Zusätzlich überweist die Stadt der HVG seit dem Vorjahr die ausgefallene ENERVIE-Ausschüttung in Höhe von gut 7 Mio. Euro. Gleichzeitig hat die HVG in den zurückliegenden drei Jahren jeweils ein positives Betriebsergebnis von durchschnittlich über 3 Mio. Euro gegenüber der Planung ausgewiesen. Damit wird deutlich, dass eine Bezuschussung in der bisherigen Höhe nicht erforderlich ist, um das bestehende Leistungsangebot ohne Einschränkungen weiter vorzuhalten.

Vor dem Hintergrund der nach wie vor überaus angespannten Haushaltslage erscheint es der Verwaltungsspitze daher nicht vertretbar, wenn städtische Zuschüsse bei einem Tochterunternehmen über Jahre quasi zu überplanmäßigen „Gewinnen“ führen. Hier wird vielmehr eine solidarische Gesamtverantwortung im Konzern Stadt eingefordert.

Die Stadt hat die wirtschaftliche Stabilität der HVG jederzeit im Blick. Der Verwaltungsvorschlag zur Zuschussreduzierung sieht deshalb ausdrücklich vor, dass diese nur soweit und solange erfolgen soll, wie dies von der HVG wirtschaftlich gestemmt werden kann.

Letztlich wird der Rat zu entscheiden haben, ob eine Bildung von Rücklagen bei städtischen Töchtern durch Einsparungen an anderer Stelle oder gar durch Steuererhöhungen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Hagen vertretbar erscheint.

Thomas Bleicher
Pressesprecher der Stadt Hagen

Grüne Hagen fordern eine breite Diskussion über den ÖPNV

27. September 2017

Die Grünen Hagen wollen eine stadtweite Diskussion über die Zukunft des ÖPNV in Hagen herbeiführen. Bei der Mitgliederversammlung in dieser Woche wurden erste Impulse gesetzt.

Intensiv diskutierten die Hagener Grünen bei ihrer Mitgliederversammlung am Dienstag die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs in Hagen.

Dazu erklärt die Sprecherin Christa Stiller-Ludwig:

„Wir diskutieren seit Jahren über die bedrohlichen Luftwerte in der Hagener Innenstadt. Ein attraktiver und nutzerfreundlicher ÖPNV mit möglichst abgasarmen Fahrzeugen ist ein wichtiger Schritt zur Luftverbesserung und zur Vermeidung von Fahrverboten. Nicht nur deshalb ist der ÖPNV Teil der Daseinsvorsorge.

Vor diesem Hintergrund darf es nicht sein, dass schon wieder laut über Kürzungen des Busverkehrs nachgedacht wird. Wir sehen dies mit großer Sorge und regen eine stadtweite Diskussion über die Zukunft des ÖPNV in Hagen an.“

KV-Sprecher Rolf Willaredt ergänzt:

„Wir brauchen eine Attraktivierung des Nahverkehrs. Solange man seinen Arbeitsplatz nicht zu Schichtbeginn mit dem Bus erreicht und solange man abends nach dem Fitnessstudio nur mit dem Auto nach Hause kommt, kann kaum jemand auf das Autofahren verzichten. Gleichzeitig muss der Nahverkehr Kernelement einer vernetzten Mobilität sein. Sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, ein Ticket für verschiedene Beförderungsmöglichkeiten und die Diskussion über Bedienformen wie Fahrten auf Abruf gehören dazu.

Hagen braucht einen gut funktionierenden Nahverkehr. Wir möchten mit allen Parteien, aber auch mit den Bürger*innen über die besten Möglichkeiten dazu ins Gespräch kommen. Die Zeit drängt.“

Bei Bädern und Bussen droht in Hagen wieder der Rotstift

27. September 2017

Der jährliche Zuschuss für die Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft soll um 1,5 Millionen Euro gekürzt werden. Das strebt OB Schulz an. (…)

Eine finanzielle Vorgabe, die absehbar zu Lasten des Bus- und Bäderangebots für die Bürger in Hagen gehen würde. Daher wurde der OB-Vorstoß am Montag vom Aufsichtsrat zunächst einmal ausgebremst. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Schulz, der noch am Wahlabend Krokodilstränen wegen des Abschneidens der AfD vergossen hat, will den Rechten wohl neue Wählerschichten erschließen.

Zum ersten Mal: „Philharmonic Brunch“

27. September 2017

Eine neue Veranstaltungsreihe ist der „Philharmonic Brunch“, zu dem Generalmusikdirektor Joseph Trafton und Konzertdramaturg Frederik Wittenberg an ausgewählten Terminen immer sonntags einladen (Foto: Klaus Lefebvre).

Bei heißen und kalten Getränken und einer kleinen Auswahl an Speisen gibt es rund um die Sinfoniekonzerte eine Menge spannender Themen, die in anregender, lockerer Atmosphäre diskutiert werden. Seien es Begegnungen mit Solisten, Gespräche über Musik, Einführungen zu ausgewählten Werken des Konzertprogramms mit Gästen und Klangbeispielen oder die Vorstellung von Orchestermusikern – der »Philharmonic Brunch« bietet unterhaltsame und informative Ein- und Ausblicke rund um das Philharmonische Orchester Hagen und öffnet Auge und Ohr für manch bisher Unentdecktes. Eine abwechslungsreiche und spannende Gelegenheit, ganz dicht am Geschehen des Orchesters dran zu sein!

Der Eintritt beträgt 5 Euro inklusive eines Getränkes.

Der erste „Philharmonic Brunch“ findet am Sonntag, 1.10., 11.30 Uhr im Lutz-Foyer statt. Als ihren Gast begrüßen Trafton und Wittenberg – im „Jahr der Oboe“ – die neue erste Oboistin des Philharmonischen Orchester Hagen Jiyoung Kim.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 207-3218 oder http://www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

Fundsache: Politischer Kindesmissbrauch

27. September 2017

Wie sich die Bilder gleichen: Frauke Petry, die aktuell ihren Austritt aus der AfD angekündigt hat, mit Sohn auf einem Wahlplakat ihrer Noch-Partei (oben) und die von der lokalen Presse bereits zum neuen Shooting-Star aufgepumpte Katrin Helling-Plahr (FDP) mit Nachwuchs auf einem WPWR-Foto von der Wahlparty am Sonntagabend im Hagener Rathaus (unten).

Die Madonna-mit-Kind-Ikonographie der WPWR ist allerdings noch im Fundus des Blattes zu finden. Und: Klick!

Krippner bedauert Arnusch-Abschied

26. September 2017

Peter Arnusch (56) begründet seinen Wechsel zur Wählergemeinschaft „Bürger für Hohenlimburg“ mit Vertrauensverlusten in der SPD. (…)

„Das Vertrauen zur Hagener SPD-Fraktion hat gefehlt. Da wusste man nicht, wenn man den Raum verlässt, was am nächsten Tag in der Zeitung steht“, spricht Arnusch von einem schleichenden Entfremdungs-Prozess seit Jahren. (…)

Mark Krippner bedauerte gestern im Gespräch mit dieser Zeitung den Austritt des langjährigen Parteifreundes. Auf die Frage, was ihn am Sonntag mehr getroffen habe, das Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl oder die Entscheidung von Peter Arnusch, sagte Krippner. „Beides war emotional schwer zu verpacken. Beides zeichnete sich schon seit Wochen ab.“ (…)

„Es müssen wieder Gespräche geführt werden. Insbesondere im Hinblick auf die Kommunalwahl im Jahr 2020. Mit Peter Arnusch und auch mit mir hat zuletzt in Hagen niemand gesprochen. Wenn das nicht geschieht, habe ich die Befürchtung, dass die SPD in zweieinhalb Jahren unter 23 Prozent landen wird.“ (…)

Quelle: wp.de

Politischer Erdrutsch in Hagener Stimmbezirken

26. September 2017

Die AfD schnuppert in vielen Stimmbezirken an der 20-Prozent-Marke – oder liegt darüber. Die etablierten Parteien verlieren ihre Stammbezirke. (…)

Vorhalle ist ein Ortsteil zwischen Stadt und Grün. Große Waldflächen sowie Harkort- und Hengsteysee bilden einen Rahmen für den Stadtteil. Die Grünen, die in Hagen sogar noch unter dem eher schlechten Bundestrend geblieben sind, kriegen hier keinen Fuß auf die Erde.

Arnd Corts ist wegen personeller Querelen aus der Partei ausgetreten, trat bei der Kommunalwahl 2014 aber noch in Vorhalle an und bleibt in seinem Herzen politisch auch ein grüner Mensch. „Wir sehen an den Ergebnissen, dass grüne Lösungsansätze, die vorhanden sind, in Hagen nicht ins Bewusstsein der Menschen kommen.“ Anstatt beispielsweise deutlich das Thema Elektro-Mobilität voranzutreiben, gucke man in diesem Fall wie das Kaninchen auf die Schlange. (…)

Quelle: wp.de

GWG will mit Brand-Brief die Mandatsträger wachrütteln

26. September 2017

Ein Brand-Brief zum Thema Brandt-Brache erreicht in diesen Tagen die Hagener Lokalpolitiker: Pünktlich zu den anstehenden, finalen Entscheidungen zu den Bebauungsplänen des Investors an der Enneper Straße hat die Gemeinnützigen Wohnstätten-Genossenschaft (GWG) noch einmal ausführlich davor gewarnt, den jetzt auf dem Tisch liegenden Planungen zuzustimmen, weil diese „keinesfalls mit dem Nutzungskonzept übereinstimmen, welches Grundlage für den Ratsbeschluss am 11. Juli 2013 war“, so die Einschätzung der beiden Vorstände Christoph Rehrmann und Harald Szczygiol. Vor allem das Verhältnis von Einzelhandels- zu Gewerbeflächen entspreche nicht mehr der ursprünglich kommunizierten Idee. (…)

Quelle: wp.de

„Wie im Himmel“

26. September 2017

Offene Probe und Werkstattgespräch

Auf dem Probenfoto vorne: Regisseur Thomas Weber-Schallauer. Foto: Klaus Lefebvre.

Die zweite Premiere in dieser Spielzeit im Großen Haus des Theater Hagen ist „Wie im Himmel“, ein Schauspiel mit Musik von Kay Pollack nach dem gleichnamigen Film.

Im Vorfeld dazu findet eine Einführungsveranstaltung unter dem Titel „Theater Hautnah“ statt – dieses Mal allerdings an einem anderen Wochentag und zu einer anderen Uhrzeit, nämlich am Freitag, 29. September 2017 im Theater Hagen.

Es beginnt um 18.00 Uhr im Theatercafé mit dem Werkstattgespräch, innerhalb dessen das Produktionsteam mit dem Regisseur Thomas Weber-Schallauer, der Ausstatterin Britta Tönne, dem musikalischen Leiter Andres Reukauf und der Dramaturgin Dr. Maria Hilchenbach Einblicke in dieses Werk und dessen Umsetzung auf der Hagener Bühne geben wird. Anschließend kann dann die Probe auf der Bühne besucht werden.

Der Eintritt ist frei.

„Merkt ihr nischt?“

26. September 2017

Gedichte und Szenen von Kurt Tucholsky im Café Fachwerk

Heute, 26.09.2017 um 19:00 Uhr
Café Fachwerk, Herrenstr. 4, 58119 Hagen-Hohenlimburg, Tel.: 02334 / 1829970

Mit 5 „P“ schrieb Kurt Tucholsky (1890-1935) seine Gedichte und seine Prosa, seine scharfzüngigen Attacken, seine bitteren Satiren und seine lustigen und verträumten Texte. Tucholsky hatte mehrere Journalisten und Dichter in sich, den Liebhaber nicht zu vergessen, und er nannte sie Ignaz Wrobel (den moralinsauren), Kaspar Hauser (den die Welt nicht verstand), Peter Panther (den wendigen, rundlichen Prosaisten) und Theobald Tiger (den Lyriker).

Vor allem die beiden letzteren Herren werden in Peter Schützes Programm zu Worte kommen. Es zeichnet ein Lebensbild des bedeutenden Berliner Publizisten, der an seiner politischen Aufrichtigkeit zugrunde ging.

Schütze verspricht einen vergnüglichen Abend für Verliebte und andere Staatsbürger, an dem zahlreiche Gedichte Tucholskys zu hören sein werden, an dem man aber auch dem „älteren, aber leicht besoffenen Herrn“ und Herrn Wendriner, der seine Frau betrügt, begegnen wird.

Eintritt: 12,- Euro

Oberbürgermeister erfüllt Bundestags-Ergebnis mit Sorge

25. September 2017

Was sagt der Oberbürgermeister zum Wahlausgang in Hagen? Wie bewerten ihn die Parteivorsitzenden? Die Antworten gibt es hier. (…)

Oberbürgermeister Erik O. Schulz: „Bei aller Neutralität eines Oberbürgermeisters: Das Bundestagswahlergebnis erfüllt mich mit Sorge. Wenn jetzt auf Bundesebene eine Jamaika-Koalition kommen wird, blicke ich gespannt auf dieses Experiment. Wir haben in Hagen im Rat eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen CDU, Grünen und FDP – die schon länger hält, als manche geglaubt haben. Aber sicherlich ist das auf kommunaler Ebene auch leichter als im Bund.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Eine Stellungnahme der Hagener Grünen fehlt.

Hans-Günther Toetemeyer verstorben

25. September 2017

Der frühere Hagener Bundestagsabgeordnete Hans-Günther Toetemeyer (SPD) ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, verstarb er bereits am 14. Sep. 2017 an seinem letzten Wohnort in Trier.

Toetemeyer trat 1963 der Kölner SPD bei und wurde 1968 Mitglied des Vorstandes des Kölner SPD-Unterbezirkes. Ab 1975 war er Mitglied im Unterbezirksvorstand der SPD Hagen. Von 1964 bis 1967 Mitglied des Rates der Stadt Köln, war er von 1972 bis 1983 als Beigeordneter der Stadt Hagen verantwortlich für die Bereiche Schulen, Kultur und Sport.

1966 und 1970 wurde Toetemeyer als Direktkandidat im Wahlkreis Köln-Stadt V Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags, dem er in der sechsten und siebten Wahlperiode vom 24. Juli 1966 bis 27. Mai 1975 angehörte. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Landtagsarbeit lagen in der Schul- und Hochschulpolitik. Hervor treten insbesondere seine Beiträge in den Auseinandersetzungen um die Schulreform (Gemeinschaftsschule vs. Bekenntnisschule) und die Einführung der Gesamtschule.

Bei der Bundestagswahl 1983 wurde Toetemeyer in den Deutschen Bundestag gewählt. Er erlangte das Direktmandat im Wahlkreis Hagen und war von 1983 bis 1987 als ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bildung und Wissenschaft tätig.

Nachdem Toetemeyer von 1987 bis April 1993 auch noch stellvertretendes Mitglied des Auswärtigen Ausschusses war, rückte er danach auch als ordentliches Mitglied nach. Nach der Bundestagswahl 1994 schied er aus dem Parlament aus.

Grüne Linke gegen Jamaika

25. September 2017

Mitglieder des Koordinationskreises der Grünen Linken Hagen fordern Absage an eine Jamaika-Koalition:

Minderheitsregierung mit einem deutlichem Klimaschutzprogramm unterstützen

Die nach dem gestrigen Wahlergebnis gegebene Möglichkeit einer Jamaika-Koalition schließen wir aus und begründen dies wie folgt:

  1. Aufgrund der Aussagen im Vorfeld und im Wahlkampf ist deutlich erkennbar, dass unter den gegebenen Umstände (Grüne mit ca. 9,5 % kleinster Teil der Koalition*) viele grüne Essentials (Klima schützen, Verkehrswende, Nachhaltige Landwirtschaft, Soziale Sicherheit, Familiennachzug bei Flüchtlingen, Fluchtursachen bekämpfen, keine Rüstungsexporten, keine Erhöhung der Rüstungsausgaben, Beendigung der Austeritätspolitik in Europa …) NICHT im erforderlichen Umfang umgesetzt würden.
  2. Gleichzeitig ist absehbar, dass die Grünen in der Asylpolitik die „Obergrenze“ einer angeschlagenen, angezählten CSU mittragen und mitverantworten müssten.
  3. Jamaika in Schleswig-Holstein hat unter besseren Bedingungen (Grüne deutlich zweit-stärkste Kraft) bereits gezeigt, dass selbst in dieser Konstellation die notwendige Klimaschutzpolitik kaum noch möglich ist.
  4. Eine Zusammenarbeit mit der immer stärker ins rechts-konservative abrutschende CSU und einer „vor Kraft kaum lauffähigen“ neoliberalen FDP würde die Grünen bis zur Bedeutungslosigkeit marginalisieren und ist daher für uns unvorstellbar.

Vielmehr schlagen wir vor, dass wir Grünen anbieten, eine Minderheitsregierung dann zu unterstützen, wenn diese einen deutlich an den grünen Zielen orientierten Klimaschutz im Regierungsprogramm festschreibt. Unsere wesentlichen Ziele lassen sich unseres Erachtens aus einer aktiv und konstruktiv gestalteten Opposition heraus effektiver vertreten als aus der Rolle des kleinen „Junior“-Partners in einer Regierung mit der neoliberalen FDP und einer CSU auf dem „Wir-überholen-die-AfD-rechts“-Kurs.

(Erst-)Unterzeichner*innen:
Karl-W. Koch, Mitglied im Orgakreis der unabhängigen Grünen Linken
Klemens Grieshop, Mitglied im Orgakreis der unabhängigen Grünen Linken
Regina Klünder, Mitglied im Orgakreis der unabhängigen Grünen Linken
Barbara Hanning, Mitglied im Orgakreis der unabhängigen Grünen Linken
Lothar Winkelhoch, Mitglied im Orgakreis der unabhängigen Grünen Linken
Thomas Dyhr, Mitglied im Orgakreis der unabhängigen Grünen Linken

Mitunterzeichner*innen:
Sebastian Kayser, Mitglied im Koordinationskreis der Grünen Linken Hagen
Jürgen Klippert, Mitglied im Koordinationskreis der Grünen Linken Hagen
Andreas F. Kroll, Mitglied im Koordinationskreis der Grünen Linken Hagen

* Anm. DW: Vorl. amtliches Endergebniss: 8,9 Prozent

Giousouf fliegt aus Bundestag, Helling-Plahr zieht ein

25. September 2017

Cemile Giousouf (CDU) schafft es nicht in den Bundestag, dafür schafft Katrin Helling-Plahr (FDP) das Abgeordenten-Mandat. (…)

Quelle: wp.de

Bei SPD und CDU jubelt in Hagen bei der Wahlparty niemand

25. September 2017

Wahlparty im Rathaus: CDU und SPD zeigen sich über ihre Verluste und die starke AfD betroffen. Und alle sind sich einig: Jetzt muss Jamaika ran. (…)

Die Fraktionsgeschäftsführer von Grünen und FDP sind im vertrauten Gespräch. Und der FDP-Kreisvorsitzende Ulrich Alda, der in der Vergangenheit durchaus für markige Spruch gegen die Grünen bekannt war, sagt: „Es geht doch immer um Personen. Hier vor Ort kommen wir doch mit einer Nicole Pfefferer oder einem Jochen Riechel sehr gut aus. Und das wird auch der Christian Lindner mit Cem Özdemir hinbekommen. Die duzen sich doch.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Mit Jamaika würde das Ende der Grünen eingeläutet. In Hagen, wo „wir doch mit einer Nicole Pfefferer oder einem Jochen Riechel sehr gut“ auskommen (Uli Alda), wurde gestern, im Gegensatz zum leichten Gewinn auf Bundesebene, der Abstieg schon einmal vorweggenommen: Nur noch 5,3 Prozent (Bund: 8,9 Prozent) – weiter so!

BTW 2017: Die Gesamtergebnisse in Hagen

24. September 2017

Peter Arnusch wechselt zu „Bürger für Hohenlimburg“

24. September 2017

Wieder verlässt ein SPD-Ratsherr das Genossen-Schiff: Diesmal wechselt Peter Arnusch, der aus der Partei austritt, zu „Bürger für Hohenlimburg“. (…)

„Ich habe weiterhin Freude am politischen Gestalten und sehe sowohl bei der Ratsgruppe Bürger für Hohenlimburg/Piraten Hagen als auch bei der Hohenlimburger BfHo-Fraktion, dass die Belange der Bürger sehr ernst genommen werden“, begründete Arnusch diesen Schritt. „Seit 2009 in der Bezirksvertretung und seit 2014 im Hagener Rat wird dort qualifiziert gearbeitet“, so seine Einschätzung.

„Gleichzeitig gefällt mir der partnerschaftliche Umgang, der bei den Bürgern für Hohenlimburg und den Piraten gepflegt wird – auch, wenn es mal unterschiedliche Meinungen gibt. Eine Gewissensentscheidung, die von der Fraktions- oder Gruppenmeinung abweicht, wird dort respektiert und akzeptiert“, betont der 56-Jährige, der seine Mandate auf jeden Fall behalten wird: „Mein Ratsmandat habe ich direkt geholt und verweise somit darauf, dass ich von den Bürgern als Person und nicht primär als Parteienvertreter in den Stadtrat gewählt wurde.“ (…)

Quelle: wp.de

Der Sonntag wird eine politische Zäsur

23. September 2017

Wer die AfD maximal schwächen will, darf keine Kleinparteien wählen

Nach allen Umfragen zieht die AfD in den Bundestag ein. Damit wird das erste Mal seit den 1950er Jahren eine rechtsnationalistische und in Teilen offen neonazistische Fraktion im Parlament vertreten sein. Das Redepult im Reichstag wäre fortan die Bühne für menschenverachtende AfD-Provokationen.

Doch gleichzeitig ist etwas Entscheidendes noch offen: Mit welchem Gewicht die Partei künftig im Bundestag sitzt – als einfache Oppositionspartei, drittstärkste Kraft oder gar als Oppositionsführerin.

Wer die AfD schwächen will, muss jetzt strategisch wählen.

Bisher galt für alle Demokrat/innen: Die beste Strategie gegen Rechts heißt „Hauptsache wählen!“. Denn je mehr Stimmen abgegeben werden, desto schwerer wird es für rechtsextreme Parteien, die 5-Prozent-Hürde zu nehmen. Doch weil die AfD daran kaum mehr scheitern wird, ist das heute nicht mehr genug. Jetzt heißt es:

1. Wer rechtsextreme Parteien schwächen will, muss unbedingt wählen gehen.
2. Und zwar eine der anderen Parteien, die es sicher in den Bundestag schaffen.

Warum das? Alle Stimmen für Parteien, die bei unter fünf Prozent bleiben, fallen unter den Tisch. Bei der Verteilung der Sitze spielen sie schlicht keine Rolle mehr. Es ist bitter, aber wahr: Wer Kleinstparteien wählt, nutzt im Kampf gegen Rechts seine Stimme nicht optimal.

Wie viele der über 30 ausgewiesenen Rechtsradikalen auf den AfD-Listen ins Parlament einziehen, hängt alleine davon ab, wie viele Stimmen die AfD im Vergleich zu den anderen Parteien im Bundestag erhält.

Das bestimmt, wie viel Zeit die AfD künftig bekommt, um Hassreden im Reichstag zu schwingen. Wie viele Mitarbeiter/innen künftig das Internet mit Fake News fluten können. Am Ende können wenige Stimmen den Ausschlag dafür geben, dass die AfD im Falle einer neuen Großen Koalition sogar als Oppositionsführerin auftreten darf.

Wie stark die AfD die nächsten vier Jahre den Bundestag verändern wird, das entscheidet sich am Wahlsonntag. Wer die AfD maximal schwächen will, muss Union, SPD, Linke, Grüne oder FDP wählen.

In der Geschichte der Bundesrepublik gab es immer wieder gute Gründe, sein Kreuz bei Kleinstparteien zu machen – und sie irgendwann auch über die 5-Prozent-Hürde zu heben. Dadurch kamen Parteien ins Parlament, die auf gesellschaftliche Missstände hinwiesen, die die anderen nicht genügend adressierten.

Mit den Grünen wurde in den 1980er Jahren die Ökologiefrage auf die politische Tagesordnung gehoben, in den Nullerjahren mit der Linkspartei wieder mehr die soziale Frage gestellt. Und die Piraten brachten das Thema Datenschutz massiv in die Debatte. Kleinstparteien zu wählen hat seine Berechtigung – keine Frage.

Aber diesmal droht eine ehemalige Kleinstpartei von rechts ins Parlament zu kommen – und zwar von ganz rechts. In dieser Situation ist es wichtig, die Kraft aller Demokrat/innen zu bündeln, damit die AfD möglichst wenig Sitze im neuen Bundestag erringt. Und in der Konsequenz eine Partei zu wählen, die es ziemlich sicher in den Bundestag schafft – auch wenn man sich vielleicht mit dem Programm einer Kleinstpartei stärker identifizieren kann.

Viele kleinere Parteien – wie die Satire-Vereinigung „Die Partei“ oder auch die Piraten – grenzen sich klar nach rechts ab. Das ist gut. Doch wer sie wählt, vertut bei dieser Wahl die Chance, rechte Abgeordnete im Parlament zu verhindern.

Wer in den nächsten Jahren keine laute, selbstbewusste AfD im Bundestag sehen will, muss sich jetzt für eine der größeren, demokratischen Parteien entscheiden.

Abgase welcome!

23. September 2017

CDU & FDP wollen Fernbusse am Hauptbahnhof

CDU und FDP-Fraktion wollen baldmöglichst die Fernbusse wieder am Hagener Hauptbahnhof halten lassen. Das ist Ziel eines gemeinsamen Antrags zur nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. „Die Fernbusse gehören dorthin, wo die Menschen sie sinnvoller Weise erwarten. In beinahe jeder anderen Stadt ist das der Hauptbahnhof. Nur wir in Hagen lassen Fernbusse in der Peripherie abfahren. Das ist doch widersinnig“, wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Röspel kritisiert.

Noch viel widersinniger ist es allerdings, weitere Schadstoff-Emittenten in den bereits hochbelasteten Bereich am Hauptbahnhof zu lotsen. Der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Alexander Plahr, empfindet den derzeitigen Zustand dagegen als „unglaubliche Zumutung an die Reisenden. Es fehlt eigentlich an allem: an Toilettenanlagen, Einkaufs- und Ruhemöglichkeiten sowie einem wirksamen Wetterschutz.“

Das alles könnten die Fernbus-Betreiber natürlich auch am jetzigen Standort in Kückelhausen einrichten, aber darum geht es dem „umweltpolitischen“ Lautsprecher gar nicht. Während die FDP einerseits die Hagener Verwaltung auffordert, ihren Fahrzeugpark auf E-Mobilität umzurüsten, versucht sie andererseits, weitere Dreckschleudern in das unmittelbare Stadtzentrum umzuleiten.

Es sind die ideologischen Auswüchse der beiden neoliberal ausgerichteten Parteien: Während sie nichts für die dringend notwendige Förderung des ÖPNV unternehmen, puschen sie den Privat-Monopolisten Flixbus, den sie ausdrücklich erwähnen.

„About the Artist“

23. September 2017

From Urban Art Festival to Osthaus Museum

23. September bis 19. November 2017
Kuratiert von Ihsan Alisan Projects
Eine Kooperation mit Urban Heroes und Transurban
Martin Bender, Lars Breuer, Linda Nadji, Jens Westip
Eröffnung am 22. September 2017, um 18.30 Uhr
Performances vom 22. September bis 24. September 2017

Lars Breuer: Was Ihr seid, Foto: Ben Hermanni © Lars Breuer

 

 

 

 

 

 

In dem Ausstellungsprojekt „About the Artist“ sind Künstler eingeladen, die im Rahmen des URBAN HEROES Festivals 2016 im öffentlichen Raum in Hagen Kunstwerke geschaffen haben. Für die Präsentation werden eigens konzipierte Werke und Performances gezeigt.

Die Hagener Urban Art Künstler Martin Bender und Jens Westip werden live im Museum und auf dem Museumsplatz Kunstwerke mit Filzstiften und Sprühdosen gestalten, der Kölner Künstler Lars Breuer wird ein Wandgemälde an einer Museumswand im Innenraum gestalten.

Die Kölner Künstlerin Linda Nadji wird eine Performance Skulptur präsentieren, die sie gemeinsam mit Tänzern erarbeitet hat, und die sich mit der Architektur des Museums und urbanen Situationen beschäftigt.

Im Visier der Stasi

23. September 2017

Ausstellung in der Villa Post

Die Volkshochschule der Stadt Hagen lädt am Dienstag, 26. September, um 19 Uhr zur Eröffnung einer Stasi-Ausstellung in die Villa Post, Wehringhauser Straße 38, ein. Bei der „Riesaer Petition zur vollen Erlangung der Menschenrechte“ vom 10. Juli 1976 handelt es sich um den bis dahin größten Zusammenschluss von Regimegegnern in der DDR seit dem 17. Juni 1953.

79 Menschen aus Riesa im Landkreis Meißen und dem Bezirk Karl-Marx-Stadt um den Mediziner Dr. Karl-Heinz Nitschke kämpften für ihre Freiheit. Sie beriefen sich auf die KSZE-Schlussakte von Helsinki 1975, nach der sich auch die DDR-Regierung verpflichtet hatte, die Menschenrechte einzuhalten, nach denen jeder Bürger seinen Wohnort frei wählen darf.

Die Petition, die sich über westdeutsche Medien blitzartig verbreitete und über diesen Umweg in der DDR bekannt wurde, hatte für die Unterzeichner schlimme Folgen. Manche landeten im Gefängnis, andere erlitten schwere Repressalien, verloren ihre Arbeit, wurden schikaniert oder durften erst Jahre später in die Bundesrepublik ausreisen.

40 Jahre nach den Ereignissen wird die Wanderausstellung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) nach der Premiere in Riesa nun bis zum 20. Oktober 2017 in der VHS Hagen gezeigt. Die IGFM war in der Vergangenheit nicht unumstritten:

Die IGFM nahm insbesondere zum Apartheid-Regime in Südafrika eine einseitige und verharmlosende Haltung ein. So wurde im Zweijahresbericht von 1985/1986 zwar das Gewaltpotential des ANC hervorgehoben und dargelegt, dass Nelson Mandela als „Terrorist“ eingesperrt sei. Die Gründe des schwarzen Widerstands gegen die rassistische Diktatur und die Gewalt, mit der die Weißen über die Schwarzen herrschten, blieben dagegen unterbelichtet.

Der Kuratoriumspräsident der IGFM Ludwig Martin und das Kuratoriumsmitglied Lothar Bossle galten dem Militärregime von Augusto Pinochet als „bewährte Freunde“. 1987 warnten sie die chilenischen Regierungsstellen, dass das Bekanntwerden der Verbrechen in der Colonia Dignidad zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Deutschland und dem Pinochet-Regime führen könnte.

Quelle: wikipedia

Journalist Jens Ostrowski wird bei der Ausstellungseröffnung über die Geschichte dieses weitgehend unbekannten Freiheitskampfes in der ehemaligen DDR berichten.

Für die Serie „Die Stasi vor unserer Tür“ erhielt er 2014 einen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dieser Preis relativiert sich allerdings schon dadurch, dass auch die nicht gerade durch Qualität hervorstechende Hagener Lokalredaktion der WPWR schon von der CDU-nahen Adenauer-Stiftung mit einer Auszeichnung bedacht wurde.

Der Eintritt zu dieser gemeinsamen Veranstaltung von Arbeit und Leben, DGB und VHS ist frei.

„Arbeit 4.0“? „Digitale Arbeit“?

23. September 2017

Auswirkungen der Digitalisierung auf die Qualität von Arbeit

27.09.2017 um 16:00 Uhr
Seminargebäude der FernUni, Raum 6, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen
Referent: Prof. Dr. Frank Kleemann (Universität Duisburg-Essen)

„Digitalisierung“ fungiert aktuell als catch-all term für die zunehmende Diffusion digitaler Geräte und Medien, mit der eine umfassende Transformation (bzw. Revolution) gesellschaftlicher Lebensbereiche assoziiert wird. Der Begriff „digitale Arbeit“ steht als Kürzel dafür, dass Arbeit in Arbeits- und Produktionsprozessen im Wechselspiel mit digitalen bzw. digitalisierten Arbeitsmitteln im Kontext von Organisationen vollzogen wird. Es zeigt sich aber, dass der Prozess der Digitalisierung von Arbeit heterogene, ungleichzeitig einsetzende und längerfristige technologische Entwicklungen umfasst.

Der Vortrag argumentiert, dass damit verbundene Prozesse des Wandels von Arbeit und Produktion sich im Wechselspiel mit (divergenten) organisationalen und institutionellen Bedingungen vollziehen. Insofern gibt es nicht „die“ digitale Arbeit, sondern es sind unterschiedliche Ausprägungen zu unterscheiden, und der Wandel von Arbeitsprozessen vollzieht sich überwiegend inkrementell und nicht „disruptiv“.

Folglich gilt es, Konstellationen digitaler Arbeit in der Prozessperspektive und mit Fokus auf die alltägliche Arbeitspraxis differenziert zu betrachten, um strukturierende Wirkungen der Digitalisierung auf die Qualität von Arbeit, auf betriebliche (und überbetriebliche) Arbeitsorganisation und den sich verändernden Stellenwert menschlicher Subjektivität im Arbeitsprozess systematisch zu erfassen.

Die Veranstaltung unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität richten sich sowohl an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie an wissenschaftlich interessierte Bürgerinnen und Bürger. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Hagens Bundestagskandidaten im Check

22. September 2017

Die Hagener Kandidaten zur Bundestagswahl mit ihren Statements zu fünf Themen

Quelle: wp.de

Francis Hüsers wagt am Theater Hagen den Neuanfang

22. September 2017

Francis Hüsers ist der neue Intendant am Theater Hagen. Im Interview verrät er, warum er vor diesem Job auch Angst hat (…)

„Ich verstehe, dass man das Theater nicht vom Sparen ausnehmen kann. Aber dieser Prozess ist endlich. Ich trete an unter der Voraussetzung, dass ich es noch einmal versuche, obwohl die finanziellen Bedingungen so problematisch sind.

Bei einer Produktionsplanung sage ich oft quasi als Motto: Das geht nicht, das ist zu teuer, aber wir machen es trotzdem! Und jetzt lasst uns also überlegen, wie es geht. Durch Kreativität kann man ganz viel ausgleichen. Diesen Balanceakt zu finden, ist ein schwieriges Ding, aber ich traue mir eine gewisse Erfahrung zu im Umgang mit diesen Mechanismen. (…)“

Quelle: wp.de

Anmerkung: Das Interview unterscheidet sich in seiner Qualität wohltuend vom Elaborat eines gewissen Hubertus Heuel vom 1. Sep. („Auf dem Weg zu neuer Blüte„), in dem er versucht, Ex-Intendant Norbert Hilchenbach und Kritiker der kommunalen Kulturpolitik („irgendwelche Miesepeter“) herunter zu schreiben. Heuel hatte sich bereits in der Vergangenheit als Kulturbanause geoutet („Ruinen, Bretterbuden, Trümmerhaufen“). Schade für Hagen, dass das Leitbild des hiesigen Journalismus der schreibende Gartenzwerg ist.

OB stellt klar: Bürger werden eingebunden

22. September 2017

Oberbürgermeister Erik O. Schulz hat mit einer offensiven Klarstellung auf die jüngste SIHK-Kritik an der Problemlösungspolitik im Rathaus rea­giert. (…) „Die formulierte Sorge, das ISEK könnte als ,Closed Shop’ allein in den Amtsstuben des Rathauses entstehen, um es anschließend Politik und Bürgern überzustülpen, ist unbegründet“, so der OB. (…)

„Dabei werden wir Bürger, Vereine und Verbände im gesamten Aufstellungsprozess für das Stadtentwicklungskonzept auf vielfältige Weise aktiv an der Bearbeitung der Zukunftsfragen beteiligen“, sichert der OB volle Transparenz und einen intensiven Beteiligungsprozess zu. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Schall und Rauch. Transparenz gehört gerade nicht zu den Prinzipien und zum Selbstverständnis dieses Oberbürgermeisters. Aber er und seine Zuarbeiter werden sicher einen Weg finden, mit Hilfe einer verbandelten Presse genau dies nach außen vorzutäuschen und dabei de facto wirksam zu umgehen. Wäre es anders, hätte der OB schon längst den Wust an nichtöffentlichen Sitzungsteilen ausgemistet – hat er aber nicht.


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