Hetzpressen-Artikel „inhaltlich nicht korrekt“

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Es hat keine Würfe mit Eisenstangen auf Busse gegeben

Ein auf Krawallberichte spezialisierter Hagener „Reporter“ hatte im Mai eine wüste Story veröffentlicht, in der die Rede davon war, Kinder hätten Eisenstangen und Pflastersteine auf fahrende Linienbusse geworfen. Natürlich im Springer-Blatt Bild – wo sonst? Einen Tag später zog die WPWR mit einem Artikel nach; auch das Einheitsblatt arbeitet mit diesem „Journalisten“ zusammen.

Die Hagener Straßenbahn AG hatte unmittelbar nach Erscheinen die Behauptungen der beiden „Qualitätsmedien“ dementiert, aber die SPD-Fraktion im Hagener Stadtrat wollte es nochmal genau wissen und stellte eine Anfrage im Haupt- und Finanzausschuss (HFA).

Ein Vertreter der Straßenbahn AG erklärte, es habe „Probleme mit auf der Fahrbahn (oder nahe dem Fahrbahnrand) spielenden Kindern“ gegeben. Es habe „Situationen gegeben, in denen Kinder unvermittelt auf die Straße gesprungen sind, Gegenstände gegen/unter/vor Busse geworfen haben und Nothähne betätigt haben“. Es seien aber „weder Eisenstangen noch Pflastersteine auf den Bus geworfen worden“. Er erläuterte dem HFA weiter, „dass keine Strafanzeige gestellt wurde, da es keine Körperverletzung oder Sachbeschädigung“ gegeben habe.

Hagens Oberbürgermeister Schulz wies ergänzend darauf hin, dass die Berichterstattung der genannten Medien mit der Straßenbahn AG weder abgestimmt, noch von ihr beauftragt worden sei.

HFA-Mitglied Claus Thielmann meldete sich laut Protokoll erst gar nicht mehr zu Wort. Der Vorsitzende der FDP-Gruppe im Rat (zwei Mitglieder) hatte sich im Anschluss an die Medienberichte als vermeintlich intimer Kenner der Situation präsentiert und behauptet, „dass sich Familien und Nachbarschaften versammeln, um Ordnungskräfte einzuschüchtern“. Davon war jetzt nichts mehr zu hören, dem Langzeit-Funktionär waren inzwischen wohl die Argumente ausgegangen.

Aus den Reihen der Ausschussmitglieder kam hingegen der Hinweis, dass der Antiziganismus in Hagen grassiere (bei den Beschuldigten handelt es sich anscheinend um Roma). Es solle ein Konzept erarbeitet werden, um dem entgegenzuwirken. Unerwähnt blieb hier allerdings die Rolle der heimischen Medien, die diese Klaviatur schon länger bespielen.

Ebenfalls kam zur Sprache, dass Paketdienste die Busse blockieren und Busspuren zugeparkt werden. Das ist allerdings kein grundsätzlich neues Problem. Haltestellen werden seit Jahrzehnten zugeparkt – interessiert hat das bisher niemand. Weder Polizei noch Ordnungsamt. Und die politischen Gremien, die jetzt auf einmal aufgeregt mit den Flügeln schlagen, schon gar nicht.

2 Antworten to “Hetzpressen-Artikel „inhaltlich nicht korrekt“”

  1. Deitelhoff Says:

    Vielen Dank für den klarstellenden Artikel. Ich hatte dem Artikel der lokalen Presse auch geglaubt.

  2. HaWe Says:

    Wenn man diesen Artikel auf der Facebookseite „Blaulicht Hagen – Die Community“ teilen möchte wird man kommentarlos gesperrt. Komisch, komisch….

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