Dauerwerbesendung „Mike Henning“

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Trotz Disko mit Randale-Umfeld und Corona-Testzentren ohne Kontrolle – WPWR bietet Henning fern jeder Kritik eine permanente Plattform. Jetzt betritt das Strandhaus Hengstey die Bühne

„Sein Name ist immerhin in dieser Zeitung schon hundertfach erwähnt worden“, schreibt WPWR-Autor Mike Fiebig in entwaffnender Offenheit in seiner Kolumne „Guten Morgen Hagen“ am vergangenen Montag. Der Name des Herrn ist in diesem Fall Mike Henning, und der ist in der Tat in einer Art Dauerwerbesendung in der heimischen Gazette präsent. Am Montag gleich zweimal.

Im vergangenen März habe Henning die Großraumdiskothek „Capitol“ verkauft, berichtet Fiebig. Jenes Etablissement, das neben redaktionell kaschierter Werbung seit Jahren vor allem seinen Niederschlag in zahlreichen Polizeimeldungen findet, die von diverser Randale in seinem Umfeld zu berichten wissen.

Anerkennend lobt der WPWR-Schreiber, Henning habe in der Pandemie zu den Ersten gehört, die für breite Schichten an Leuten Bürgertests anbieten konnten, „weil er nach einem halben Jahr versucht hat, seine Disko-Kunden getestet in den Betrieb zu bringen“.

Dass diese Versuche auch schon mal an der geltenden Rechtslage vorbei jongliert wurden – geschenkt! Sie waren ja von ganz oben gedeckt. Eine „Testparty“ mit 200 Teilnehmern hatte das Hagener Ordnungsamt genehmigt, obwohl die Corona-Schutzverordnung zum damaligen Zeitpunkt selbst Ausnahmen untersagt hatte.

Der Veranstalter schien sehr genau gewusst zu haben, wohin er seine Genugtuung über diesen Coup addressieren musste: „Ein Dank an unseren Oberbürgermeister Erik O Schulz und sein Team für die Unterstützung bei der Umsetzung!“, ließ er seine Fakebook-Freunde wissen.

Mit Testzentren in unterschiedlichen Städten habe sich der Geschäftsmann einen finanziellen Handlungsspielraum erarbeitet, berichtet Fiebig weiter. Den haben sich wohl so einige „Geschäftsmänner“ (und „-frauen“) „erarbeitet“, nachdem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Boden für ein neues Geschäftsfeld bereitet hatte. Testzentren mussten noch nicht mal nachweisen, dass sie überhaupt Antigentests eingekauft hatten.

Auf Nachfragen aus der Hagener Politik wartete man wie gewohnt vergebens. Es läuft ja alles wie geschmiert. Auch zur Verpachtung des Hensteyer Strandhauses an Henning sind keine Einzelheiten bekannt. Gab es vielleicht auch andere Interessenten? Wenn ja, nach welchen Kriterien wurde die Vergabe entschieden?

Einen kleinen Hinweis dazu gibt (wohl unbeabsichtigt) der WPWR-Kolumnist, der den „Macher“ Henning fragte: Warum Hagen? Die vielsagende Antwort: „Weil ich gemerkt habe, dass ich hier Möglichkeiten habe und weil man hier sofort netzwerken kann.“

Darunter kann man sich jetzt einiges vorstellen.

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