Autor-Archiv

Die Eintagsfliege

18. Februar 2020

FernUni-AStA: Neu-AfDler fliegt raus

Es war nur ein kurzes Gastspiel als Neurechter. Alexander Stirzel, der erst vor wenigen Tagen von der Liberalen Hochschulgruppe zur AfD-Hochschulgruppe an der FernUni Hagen gewechselt war (DW berichtete), hat seine Position prompt verloren. Stirzel war Referent für Internationales und Karriere im Allgemeinen Studierendenausschuss (AstA) der FernUni.

Am Wochenende wurde der bisherige AStA vom Studierendenparlament abgewählt. Somit gehört auch Alexander Stirzel dem AStA nicht mehr an. Zuvor hatte das Studierendenparlament Stirzel vergeblich zum sofortigen Rücktritt als AStA-Referent aufgefordert. So blieb nach den Statuten nur die Abwahl und Neuwahl des AStA-Vorsitzenden.

In einer Resolution bezogen die Studentenvertreter grundsätzlich Position:

Im 75. Jahr nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz stellen wir klar: Das Studierendenparlament lehnt jegliche Zusammenarbeit mit Rechtspopulisten, Rechtsextremen und völkischen Nationalisten und jenen, die sie auf ihrem Weg zur Macht befördern und ihre Ideologien teilen, in Gremien der Studierendenschaft ab. Die FernUniversität und ihre Studierendenschaft stehen für Diversität, interkulturelles Miteinander und Integration.

„Macbeth“ im Filmabend auf der Springe

18. Februar 2020

Einen Filmabend zu William Shakespeares „Macbeth“ veranstaltet die Stadtbücherei auf der Springe in ihren Räumlichkeiten im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Literatur und Kino“ und in Kooperation mit dem Kino Babylon am Freitag, 21. Februar, um 19 Uhr.

Schottland im Mittelalter: Nur noch wenige Getreue halten zu König Duncan, an ihrer Spitze Macbeth (gespielt von Michael Fassbender), der für seine Dienste hoch in der Gunst des Königs steht. Doch Macbeth ist des Kämpfens und Mordens müde, zumal er und seine Frau gerade ihr Kind zu Grabe getragen haben. Während einer Schlacht wird Macbeth vorausgesagt, dass er selbst König werden wird. Bestärkt von seiner ehrgeizigen Frau bringt Macbeth den alten König um und beansprucht den Thron für sich.

Vor Filmbeginn gibt die Bibliothekarin Maria Stegers eine kurze Einführung in die klassische Tragödie sowie in die filmische Umsetzung. Im Anschluss startet der 109-minütige Film. Karten sind für 5 Euro im Vorverkauf in der Stadtbücherei und an der Abendkasse erhältlich.

Stunde der Kritik zu „Zar und Zimmermann“

18. Februar 2020

Aus der Produktion „Zar und Zimmermann“. V.l.n.r.: Markus Jaursch, Olaf Haye. Foto: Klaus Lefebvre.

Die nächste Veranstaltung innerhalb der Reihe „Die Stunde der Kritik“ findet zu der Komischen Oper „Zar und Zimmermann“ von Albert Lortzing am Freitag, 21. Februar 2020 im Anschluss an die Vorstellung um ca. 22.20 Uhr im Theater Hagen (Theatercafé) statt. Der Eintritt ist frei.

Beim Besuch dieser Veranstaltung hat das Publikum die Möglichkeit, seine Eindrücke, seine Meinung, ob positiv oder negativ, über diese Neuproduktion zu äußern und Fragen zu stellen. So kann im Gespräch mit Theaterleuten ein reger Austausch entstehen.

Für ein Eingangsstatement sowie als Diskussionspartner konnte für diese „Stunde der Kritik“ Werner Häußner gewonnen werden, der seit vielen Jahren Vorstellungen im Theater Hagen besucht, rezensiert und u.a. für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Der Neue Merker und Revierpassagen (Kultur & weiteres im Ruhrgebiet) tätig ist.

Aus dem Produktionsteam sind der Regisseur Holger Potocki, der musikalische Leiter Rodrigo Tomillo sowie Dramaturgin Rebecca Graitl mit dabei.

Der unsichtbare Dritte

17. Februar 2020

AfD-Ratsherr nimmt nicht an Sitzungen teil – kassiert aber
Dürfen die Rechten ihren Fraktionsstatus behalten?

Jacques Kempkens (AfD) ist sowohl Mitglied des Hagener Stadtrates als auch der Bezirksvertretung Mitte. Deshalb stehen ihm Aufwandsentschädigungen zu: Für das Ratsmandat sind es 497,70 Euro, zusätzlich für den Sitz in der BV noch einmal 238,– Euro. In der Summe kassiert er also monatlich 735,70 Euro für … – ja für was eigentlich?

Laut Geschäftsordnung des Rates sind seine Mitglieder zur Teilnahme an den Sitzungen verpflichtet. Aber Kempkens wurde im Rat seit mehr als zwei Jahren nicht mehr gesichtet. Auch an Sitzungen der Bezirksvertretung hat er seit Mai 2018 nicht mehr teilgenommen. Warum erhält der AfD-Mann trotzdem weiterhin seine Aufwandsentschädigungen?

Die Frage richtet sich in erster Linie an Oberbürgermeister Erik O. Schulz als Chef der Verwaltung, die für die Anweisung der Aufwandsentschädigungen zuständig ist. Rechtlich wäre es sehr wohl möglich, die Zahlungen an Kempkens einzustellen, wie ein Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf aus dem Jahre 2010 bestätigt:

„Die gesetzlichen Vorschriften normieren für die Aufwandsentschädigung keine weiteren Voraussetzungen. Hieraus folgt indes nicht, dass die Zahlung der Aufwandsentschädigung im Einzelfall nicht verweigert werden kann. Zwar fehlt es an einer ausdrücklichen Regelung, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Anspruch auf Zahlung der Aufwandsentschädigung nicht besteht. Dass ein Anspruch aber jedenfalls dann ausgeschlossen ist, wenn das Ratsmitglied aus eigenem Entschluss keine Mandatstätigkeit mehr ausübt, ergibt sich bereits aus dem Wortlaut sowie Sinn und Zweck der Aufwandsentschädigung.

Die Aufwandsentschädigung setzt nach allgemeinem Sprachverständnis voraus, dass dem Berechtigten ein Aufwand entstanden sein muss. (…) Die Freiheit des Mandats gewährleistet nicht eine Freiheit von Pflichten, sondern lediglich die Freiheit in der inhaltlichen Wahrnehmung dieser Pflichten. Nicht das „Ob“, sondern das „Wie“ der Repräsentation steht im Ermessen des Abgeordneten.“ (Az.: 1 K 8272/09)

OB Schulz hat entgegen der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts an den durch Nichtanwesenheit glänzenden  Kempkens weiter zahlen lassen. Was treibt ihn dabei um?

Sollte trotz der bisherigen Untätigkeit des Oberbürgermeisters festgestellt werden, dass Kempkens keine Mandatstätigkeit mehr ausübt, folgt daraus zwangsläufig die Frage: Kann eine aus drei Mitgliedern bestehende Fraktion ihren Status mit einer Karteileiche begründen oder müsste sie nicht zur Gruppe degradiert werden?

Die AfD war bei den Kommunalwahlen 2014 mit nur zwei Personen in den Rat gewählt worden, Fraktion wurde sie erst mit dem Übertritt von Kempkens. Der war auf der Liste der Wählervereinigung Hagen Aktiv angetreten, hatte aber nach der Wahl schon vor der Konstituierung des neuen Stadtrates die Seiten gewechselt. Als Motiv wurde damals gemunkelt, er sei finanziell wohl etwas klamm und am dann winkenden Posten des Fraktionsgeschäftsführers der Rechten interessiert gewesen. Im AfD-Fraktionsbüro kam dann aber nur seine Gattin auf einer halben Stelle als Sekretärin unter.

Sollte die AfD-Fraktion zur Gruppe herabgestuft werden, drohen der Rechtsaußentruppe erhebliche finanzielle Einbußen. Allein bei der Finanzierung der Personalkosten des Fraktionsbüros aus der Stadtkasse, pro Jahr immerhin etwa 115.000 Euro, entfiele ein Drittel.

An der Politik vorbeiverhandelt

16. Februar 2020

Es gibt nur eine knappe politische Mehrheit für den Diesel-Deal mit der Umwelthilfe. Teile des Rates fremdeln mit dem Vergleichsverfahren. (…)

Ein Prozedere, das vor allem das Blut von SPD-Ratsherr Dietmar Thieser ordentlich in Wallung brachte: „Auch ein Oberverwaltungsgericht kann die Öffentlichkeit nicht von politischen Beratungen ausschließen – schließlich betreffen die verkehrspolitischen Maßnahmen des Vergleichs alle Bürger ganz direkt“, wetterte der Hasper Bezirksbürgermeister. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Der große Hasper hat offenbar nicht verstanden, dass die Zeit der Politik in dieser Angelegenheit vorbei ist und die Sache inzwischen die Ebene der Justiz erreicht hat. Thieser und Co. haben 10 Jahre lang Gelegenheit gehabt, dafür Sorge zu tragen, dass auch in Hagen die rechtlich verbindlichen Grenzwerte bezüglich der Schadstoffbelastung der Luft eingehalten werden. Das haben sie sträflich versäumt.

In diesem Lande gibt es eine Gewaltenteilung, die u.a. die Unabhängigkeit der Gerichtsbarkeit garantiert. Die Thiesers der Hagener Politik dürfen froh sein, dass das Oberverwaltungsgericht ein Vergleichsverfahren vorgeschlagen und moderiert hat und nicht unmittelbar ein Urteil gefällt hat. Einen Anspruch können sie schon deshalb nicht erheben, weil die Beklagte das Land NRW ist und die Stadt Hagen nur beigezogen wurde.

Und selbst wenn man das anders sieht: Laut Gemeindeordnung NRW „ist der Bürgermeister der gesetzliche Vertreter der Gemeinde in Rechts- und Verwaltungsgeschäften“ (§ 63 GO). Somit sind diejenigen, die jetzt plötzlich mitwirken wollen, per se aussen vor – kein Grund zur Klage, Zeit genug hatten sie ja. Denn dass es sich bei dem hier angesprochenen Verfahren um ein „Rechtsgeschäft“ handelt, dürfte wohl unstrittig sein.

Thieser und die Seinen sollten sich vielleicht einmal mit der Verfassung und den Gesetzen dieses Landes vertraut machen – und nicht nur mit der Satzung des Hasper Kirmesvereins.

Bürger sollen fürs Parken vor der eigenen Tür zahlen

16. Februar 2020

Werden die Hagener künftig nicht nur beim Stadtbummel in der City, sondern auch beim Parken vor der eigenen Haustür für das Abstellen ihres Autos bezahlen müssen?

Die Hagener CDU hat einen entsprechenden Vorstoß auf den Weg gebracht und die Verwaltung beauftragt, ein Konzept zu entwickeln. (…)

Hintergrund des CDU-Vorstoßes ist die zunehmende Knappheit an Parkraum nicht bloß in der Innenstadt, sondern vor allem in den Wohnstraßen. „Immer mehr Garagen und Stellplätze, in denen eigentlich Autos untergebracht werden sollten, werden heute zweckentfremdet“, meint Hans-Joachim Junge, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung Mitte. Dort würden immer häufiger Lagerflächen und Werkstätten eingerichtet. Oder die Garagen seien zu klein, weil breite SUV-Fahrzeuge dort nicht hineinpassten. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Dazu:

Scharfe Kontrollen schaffen Akzeptanz

Ohne deutlich konsequentere Kontrollen kann ein Parkraumbewirtschaftungskonzept nicht funktionieren, meint WP-Kommentator Martin Weiske. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Hagen will mehr Flüchtlinge aufnehmen

15. Februar 2020

Mit überwältigender Mehrheit hat sich der Hagener Rat für eine Unterstützung der Initiative „Seebrücke – Schafft sichere Häfen“ ausgesprochen, sich offiziell zum sicheren Hafen für geflüchtete Menschen erklärt und somit den Beitritt zu dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ beschlossen. Drei Nein-Stimmen kamen aus den Fraktionen von Hagen Aktiv sowie BfHo/Piraten. Die dreiköpfige AfD-Fraktion war bei der Abstimmung mit keinem Vertreter anwesend. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Erwähnenswert ist auch, dass von den sechs Mitgliedern der Grünen-Fraktion nur fünf dem von den eigenen Leuten eingebrachten Antrag zustimmten. DW vermutet mal, dass es sich bei dem Abweichler um jenes Fraktionsmitglied handelt, das sich auch schon in der Vergangenheit in den (a)sozialen Medien einschlägig hervorgetan hat:

Eiertanz rund um das Seepark-Projekt

15. Februar 2020

Die Hängepartie rund um das Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofes Hengstey, der zum Herzstück des Freizeit- und Naherholungsgebietes Seepark werden soll, geht in die nächste Runde. Der Rat konnte sich am Donnerstagabend noch nicht auf eine Vorvereinbarung mit der Bahn (Letter of Intent) verständigen, weil das Verkehrsunternehmungen seine finanziellen Bedingungen, aber auch technischen Anforderung zu diffus definiert hat. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Gewerkschaft erhebt Vorwürfe gegen McDonald’s & Co

15. Februar 2020

Während in der Systemgastronomie die Tarifverhandlungen gerade in die dritte Runde gehen, erhöht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten den Druck auf McDonald’s, Burger King, Nordsee, Vapiano & Co, die allesamt auch mit Filialen in Hagen vertreten sind. „Die Branche ist bunt“, sagt NGG-Geschäftsführerin Isabell Mura, die ihr Büro an der Körnerstraße hat, „was die Arbeitgeber eint, sind die schlechten Bedingungen.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Neue Heimat

15. Februar 2020

Das „Deutsche Kaltwalzmuseum“ zieht ins Freilichtmuseum Hagen

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) übernimmt die Sammlung des Deutschen Kaltwalzmuseums und zeigt sie künftig im Haus Letmathe seines LWL-Freilichtmuseums in Hagen. Dazu will der LWL das seit einigen Jahren leerstehende Haus für rund 940.000 Euro sanieren und umbauen. Der LWL-Kulturausschuss hat am Mittwoch (12.2.) in Vreden (Kreis Borken) den entsprechenden Baubeschluss auf den Weg gebracht, den der LWL-Finanz und Wirtschaftsausschuss am (13.3.) endgültig beschließen soll.

„Das Deutsche Kaltwalzmuseum ergänzt den Schwerpunkt Metallverarbeitung des LWL-Freilichtmuseums Hagen hervorragend“, sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. „Die Maschinen passen gut zu unserem Technikmuseum. Die Produkte des Kaltwalzens wie Autoteile, Spielzeug, Küchengeräte oder Fahrradteile sind äußerst attraktive Ausstellungsstücke und gleichzeitig didaktisch wertvolle Anknüpfungen an die Lebenswelt der Museumsbesucherinnen und -besucher.“

Für die künftige Dauerausstellung ist das am südlichen Museumsrand auf einer Anhöhe gelegene Haus Letmathe vorgesehen, in dem die Museumsgastronomie bis zu ihrem Umzug in den mittleren Museumsbereich untergebracht war. Die Ausstellung soll im gesamten Erdgeschoss gezeigt werden, Teile des Kellergeschosses sollen für museumspädagogische Angebote genutzt werden.

Da die Maschinen zum Teil sehr schwer sind, müssen die Kellerdecken mit Stahlträgern verstärkt, und der Bodenbelag muss durch einen tragfähigeren Estrich ersetzt werden. Damit die Besucherinnen auch die tieferliegenden Seitenbereiche des Ausstellungsraumes barrierefrei erreichen und einsehen können, werden eine Rampe und eine Besucherplattform eingebaut. Die Toiletten werden saniert und zum Teil barrierefrei umgebaut. Außerdem werden die Elektroinstallationen und die Belüftungsanlage erneuert, und der Ausstellungsbereich erhält eine Ausstellungsbeleuchtung. Mit den Umbauarbeiten, die etwa sieben Monate dauern, will der LWL im Frühjahr 2021 beginnen. Eröffnet werden soll die neue Dauerausstellung im Frühjahr 2022.

Das „Deutsche Kaltwalzmuseum“ war seit 1986 im Schloss Hohenlimburg in Hagen untergebracht. Nachdem es hier ausgezogen war, hat der „Förderkreis Deutsches Kaltwalzmuseum e. V.“ die Sammlung dem LWL-Freilichtmuseum Hagen angeboten. Der „Förderkreis Deutsches Kaltwalzmuseum“ hat sich bereit erklärt die Ersteinrichtungskosten der neuen Dauerausstellung in Höhe von 300.000 Euro zu übernehmen.

Spannende Begegnungen mit Kunst und Kultur

15. Februar 2020

Förderprogramm „Kultur und Schule“: Jetzt bewerben

Um den Schulalltag interessanter zu gestalten, erhalten die Hagener Schulen für die Förderung von kulturellen Projekten Mittel aus dem Förderprogramm „Kultur und Schule“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Bis Dienstag, 31. März, können sich interessierte Schulen für die Fördergelder für das Schuljahr 2020/2021 beim Kulturbüro der Stadt Hagen bewerben.

Die Projekte ergänzen das schulische Lernen und eröffnen Kindern und Jugendlichen spannende Begegnungen mit Kunst und Kultur unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Status. Dabei besuchen Künstler die Schulen und führen außergewöhnliche Projekte durch. Die Projektpartner unterstützen die Schüler, selbst künstlerisch aktiv zu werden und weitere Kulturangebote wahrzunehmen. Möglich sind Projekte in allen Sparten – von der bildenden Kunst über Musik, Tanz, Theater, Literatur, Film bis hin zu neuen Medien. Damit die Schüler mit verschiedenen künstlerischen Darstellungsformen in Kontakt kommen, sind wiederkehrende Projekte mit denselben Künstlern nicht zu berücksichtigen.

Die Förderung erfolgt als fester Zuschuss in Höhe von 2440 Euro je Projekt. Der Eigenanteil, den die Schulen durch Fördervereine oder Sponsoring erbringen müssen, beträgt 610 Euro. Mit diesem Geld führen die Künstler ein ganzes Schuljahr die Projekte durch. Jede Schulform kann teilnehmen und sich bewerben. Eine Jury wählt anschließend die zu fördernden Projekte aus.

Weitere Informationen gibt es bei Elena Grell vom Kulturbüro der Stadt Hagen unter Telefon 02331/207-3509 oder auf der Internetseite des Ministeriums unter www.mkw.nrw.de.

FernUni-AStA: Liberaler geht zur AfD

14. Februar 2020

Alexander Stirzel, Referent für Internationales und Karriere im Allgemeinen Studierendenausschuss (AstA) der FernUni Hagen, wechselt von der Liberalen Hochschulgruppe zur AfD-Hochschulgruppe. Damit stellt die AfD jetzt drei von 25 Mitgliedern des Studierendenparlaments.

Für die Hagener Rechtsextremisten natürlich ein Grund zum Jubeln: „Großartige Nachricht! Wir freuen uns über den Übertritt von Alexander Stirzel zur AfD-Hochschulgruppe an der FernUniversität in Hagen“, teilen sie auf ihrer Fakebook-Seite mit.

Die AfD-Hochschulgruppe in Hagen sei damit die deutschlandweit erste, die an einer Universität in einem AStA vertreten ist und gehöre mit nunmehr drei Sitzen zu den stärksten Gruppierungen im Hagener Studentenparlament.

Der Schritt des Studentenvertreters ist ein weiteres Zeichen für die – auch historisch belegbaren – fließenden Übergänge zwischen der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ und der extremen Rechten.

Kein Pakt mit Faschisten – niemals und nirgendwo!

14. Februar 2020

DGB Hagen organisiert Bus zur Demonstration am Samstag in Erfurt

Der Tabubruch bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen markiert für die Gewerkschaften einen Tiefpunkt in der demokratischen Nachkriegsgeschichte Deutschlands. Das Ansehen der demokratischen Parteien hat dadurch erneut Schaden genommen. Der perfide Plan der AfD, die Destabilisierung der demokratischen Verhältnisse ging leider auf.

Über diese Entwicklung sind die Gewerkschaften zutiefst empört. Die Konsequenz für alle Demokraten muss sein: Mit der AfD darf es keine Kooperation geben – nicht im Bund, nicht in den Ländern und nicht auf kommunaler Ebene! Stefan Marx, DGB Stadtverbandsvorsitzender: „Dies gilt auch hier in Hagen. Wir erwarten klare Linien im Kommunalwahlkampf von allen Parteien und Kandidatinnen gegen jedwede Zusammenarbeit mit dieser Partei, die sich einen bürgerlichen Anstrich gibt.“

Die Geschichtsvergessenheit von Teilen der FDP und CDU vertieft weiter die Spaltung der Gesellschaft und ist brandgefährlich für die Demokratie. Für die Gewerkschaften stand der Widerstand gegen das Naziregime und das Bekenntnis „Nie wieder Faschismus“ Pate bei der Gründung der Bundesrepublik. Gemeinsam mit allen demokratischen Kräften stehen die Gewerkschaften in der Verantwortung, an dieses historische Erbe zu erinnern und die Feinde der Demokratie in die Schranken zu weisen.

Der DGB Hagen ruft für den 15. Februar um 13 Uhr auf dem Domplatz in Erfurt zu einer gemeinsamen Demonstration unter dem Motto „#Nichtmituns: Kein Pakt mit Faschisten – niemals und nirgendwo!“ auf.

Der DGB organisiert die gemeinsame, kostenlose, Anreise in einem Reisebus.

Die Abfahrtszeit am Hauptbahnhof in Hagen ist um 6:30 Uhr
Die Rückreise erfolgt nach Ende der Demo voraussichtlich gegen 17:00 Uhr.

Um Anmeldung wird beim DGB unter hagen@dgb.de oder Tel: 02331 386040 gebeten.

Für den Kunstpreis „CityARTists 2020“ bewerben

14. Februar 2020

Hagener Künstlerinnen und Künstler können sich ab heute über das Hagener Kulturbüro für den Kunstpreis „CityARTists 2020“ des NRW KULTURsekretariats (NRWKS) bewerben. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen zum Zeitpunkt der Bewerbung das 50. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz in Hagen haben.

Das NRW KULTURsekretariat vergibt gemeinsam mit seinen Mitgliedsstädten, zu denen auch Hagen gehört, zehn Preise für Bildende Künstlerinnen und Künstler aus den Sparten Malerei, Skulptur, Installation, zeitbasierte Medien und Fotografie in einer Gesamthöhe von 50.000 Euro. Das Preisgeld beträgt pro Künstler und Mitgliedsstadt 5.000 Euro, sodass insgesamt bis zu zehn Künstlerinnen und Künstler aus zehn Mitgliedsstädten ausgezeichnet werden.

Auf der Webseite des städtischen Kulturbüros können sich die Hagener Künstlerinnen und Künstler online bewerben. Die Frist für die landesweite Ausschreibung endet am Sonntag, 15. März. Eine lokale Fachjury wählt dann unter der Federführung des Kulturbüros Hagen eine Bewerberin oder einen Bewerber aus und schlägt ihn oder sie der zentralen Jury des NRWKWS vor. Das Kultursekretariat kürt Mitte Juli die Preisträger.

Die Ausschreibung richtet sich an einzelne Künstlerinnen und Künstler, die eine künstlerische Ausbildung, etwa an einer Hochschule, Akademie oder Meisterklasse absolviert haben und /oder eine Reihe von Ausstellungen in Museen, Kunsthallen, Kunstvereinen oder ähnliches vorweisen können. Neben aussagekräftigen Bildern und einem künstlerischen Lebenslauf mit Angaben zur Ausbildung und zu Ausstellungen werden ein Anschreiben sowie Referenzen erwartet. Außerdem sind Angaben zur beabsichtigten Verwendung des Preisgeldes für ausschließlich künstlerische Zwecke erforderlich.

Alle weiterführenden Informationen sowie Teilnahmevoraussetzungen zum Bewerbungsverfahren erhalten Hagener Interessierte auf der Webseite des Kulturbüros. Für Rückfragen steht die Projektkoordinatorin „CityARTists“, Anna-Maria Stenz, unter anna.stenz@stadt-hagen.de zur Verfügung.

Wacht auf, Verschnarchte der Stadt Hagen

13. Februar 2020

Stadtrat will heute Resolution zur Verschuldung beschließen

Mehr als ein Jahrzehnt haben sich die politisch Verantwortlichen auf der Nase herumtanzen lassen und es untertänigst hingenommen, als notleidende Kommune für Beschlüsse, die die Bundesregierung zu verantworten hat, den Kopf hinzuhalten und die Geldbörse zu öffnen. Plötzlich wittern die Fraktionen Morgenluft und haben sich zu einer Resolution hinreissen lassen.

Selbst nach einem so langen Zeitraum reicht es nur zu dieser eher symbolischen Maßnahme, deren Folgen sich im überschaubaren Rahmen halten werden. Aber selbst jetzt ist der Kotau wieder eingepreist, da der Rat der Stadt Hagen sich dazu bekennt, „sich selbstverständlich weiter nach Kräften im Rahmen des kommunalen Eigenanteils am Altschuldenabbau und an der weiteren Haushaltskonsolidierung zu beteiligen.“ Mit anderen Worten: Der Rat bietet auch weiterhin an, für die Kosten des Bundes aufzukommen.

Die Resolution, die heute (13.2.2020) im Rat verabschiedet werden soll, im Wortlaut:

Historische Chance für kommunalen Schuldenschnitt jetzt ergreifen

Die hohe Verschuldung Hagens ist – wie die vieler NRW-Städte – begründet in den Strukturbrüchen und -wandeln der Vergangenheit. Hinzu kommt die nicht auskömmliche Finanzierung von Sozialleistungen und anderen Aufgaben, die der Stadt durch Bund und Land aufgetragen werden. Durch die hohen Soziallasten fehlen den Kommunen seit Jahrzehnten Finanzmittel für Bau und Erhalt der Infrastruktur und für die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen. Das macht es der Stadt Hagen schwer, ihre kommunale Selbstverwaltung in vollem Umfang wahrzunehmen und aus eigener Kraft notwendige Zukunftsinvestitionen zu tätigen. Es schmälert Hagens Chancen, den Standort attraktiver zu machen und den Strukturwandel angemessen zu bewältigen. Ohne die Unterstützung von Bund und Land wird es nicht möglich sein, die aufgewachsenen Altschulden abzubauen.

Die momentane Niedrigzinsphase muss für eine Entschuldung der Kommunen genutzt werden, weil in Zukunft ein solcher Prozess ungleich teurer und risikoreicher werden könnte. Das CDU und FDP im Land bereits bei der Formulierung ihrer Koalitionsvereinbarung erkannt. Darin heißt es: „Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommunen ist angesichts ihrer massiven Verschuldung von mehr als 50 Milliarden Euro enorm gefährdet. Diese Altschulden-Problematik bedarf daher insbesondere vor dem Hintergrund des Zinsänderungsrisikos einer Lösung.“

Umso zielführender ist, dass aus Bund und Land Signale kommen, die historische Chance für einen kommunalen Schuldenschnitt nutzen zu wollen.

Der Rat der Stadt Hagen anerkennt ausdrücklich das derzeit noch nicht im Bundeshaushalt abgebildete Angebot von Bundesfinanzminister Olaf Scholz, den für Kommunalfinanzen gesetzlich zuständigen Ländern mit Bundesmitteln beizustehen und die Hälfte der kommunalen Liquiditätskredite in Höhe von derzeit 42 Milliarden Euro zu übernehmen.

Der Rat der Stadt Hagen appelliert in diesem Zusammenhang an die Bundesregierung, die dafür notwendige Rechtssicherheit zu schaffen und die Einigung aller Bundesländer auf einen solchen Schuldenschnitt nach Kräften mit zu betreiben. Die im Rat vertretenen Parteien setzten sich nach ihren Möglichkeiten und insbesondere durch ihre Mandatsträger und Abgeordneten in Land und Bund dafür ein, dass eine Einigung der Bundesländer mit dem Bund schnellstmöglich hergestellt wird.

Der Rat der Stadt Hagen anerkennt ausdrücklich auch die schriftliche Zusage von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet an das Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ vor einem Jahr, dass sich das Land am Abbau der Kommunalschulden beteiligen werde.

Der Rat der Stadt Hagen schließt sich deshalb dem dringenden Appell des Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte“ an Ministerpräsident Armin Laschet an, diesen Worten nun konkrete Taten folgen zu lassen.

Der Rat der Stadt Hagen appelliert gleichzeitig an Bund und Land, künftig gegenüber den Kommunen eine auskömmliche Finanzierung von Sozialleistungen und allen ihnen übertragenen Aufgaben sicherzustellen, damit nach dem Abbau der Altschulden nicht neue Schuldenberge entstehen können. Ohne eine solche finanzielle Entlastung und Wahrung des Konnexitätsprinzips werden Städte wie Hagen auch nach einer Altschuldenregelung nicht in der Lage sein, den Aufbau neuer Schulden dauerhaft zu vermeiden und notwendige Zukunftsinvestitionen anzugehen.

Der Rat der Stadt Hagen bekennt sich nach Jahren schmerzhafter Konsolidierung mit nachhaltig erfolgreichem Haushaltsausgleich dazu, sich selbstverständlich weiter nach Kräften im Rahmen des kommunalen Eigenanteils am Altschuldenabbau und an der weiteren Haushaltskonsolidierung zu beteiligen.

Der Rat der Stadt fordert die Landesregierung auf, mit Hagen und den betroffenen Kommunen in einen konstruktiven Dialog einzutreten und die Einrichtung eines Altschuldenfonds einzuleiten, damit die Lebensverhältnisse und -perspektiven in unserer Stadt gegenüber anderen nicht betroffenen Kommunen in Land und Bund dem Grundgesetz entsprechend wieder angeglichen werden können.

„Spalten statt versöhnen“

13. Februar 2020

Hagener SPD wählte neuen Vorstand

Für wie nebensächlich muss eine Partei ihren eigenen Vorstand halten, wenn sie dessen Neuwahl noch nicht einmal in angemessener Form auf ihrer Homepage bekannt gibt? So geschehen bei der Hagener SPD.

Während für jede Jubilarehrung, das Füttern von „roten Schweinchen“ und sogar Wahlen in Arbeitsgemeinschaften der Partei eine Pressemitteilung rausgehauen wird, hüllt sich die SPD bei der Vorstandswahl in Schweigen. Hält man sich selbst nicht mehr für vorzeigbar?

Ein Beobachter des Parteitags, der nicht genannt werden möchte, hat sich dazu so seine eigenen Gedanken gemacht:

Das auf einem (Wahl)Parteitag nur 84% der eingeladenen Delegierten anwesend waren, sollte dem neu gewählten Unterbezirksvorstand zu denken geben. Die zwar fristgerechte Einladung zu dem jedoch im Vorfeld kaum angekündigten Parteitag, sowie die frühe Uhrzeit (9:00 Uhr, an einem Samstag, Arbeitnehmer freundlich ist etwas anderes) werden bestimmt Gründe haben. Aber nicht nur.

So wurde der Vorsitzende von nur 64,8% der eingeladen Delegierten gewählt. Auch das sollte dem neuen Unterbezirksvorstand zu denken geben. Den Kurs, den der Unterbezirksvorsitzende vorgibt „Spalten statt versöhnen“ ist nicht nur gescheitert, sondern schadet der Partei. So heißt in der Politik, die Leute stimmen mit den Füßen ab, zumal es bei allen Positionen KEINE Gegenkandidaten gab.

So wurde Schisanowski im Jahr 2016 nicht müde, immer wieder von einem Neuanfang zu sprechen. In der SPD Hagen sieht und spürt man diesen Neuanfang nicht. Unter anderem setzte sich Schisanowski öffentlich dafür ein, den Bundesparteivorsitzenden per Mitgliederentscheid wählen zu lassen. Wer nun gedacht hat, Schisanowski schlägt diesen Weg auch für die SPD Hagen vor, wurde mal wieder enttäuscht.

Schaut man sich die Mitglieder vom Unterbezirksvorstand an, fällt deutlich auf, dass im geschäftsführenden Unterbezirksvorstand keiner im Juso-Alter ist. So ist im gesamten Unterbezirksvorstand kein Mitglied vom Juso-Vorstand. Die gewählten Genossinnen und Genossen im Juso-Alter waren in den letzten beiden Jahren selten bis gar nicht bei Juso-Veranstaltungen gesehen wurden. Eine Verzahnung zur Parteijugend sieht bestimmt anders aus.

Über den Zeitpunkt des Parteitages kann sich der Beobachter nur wundern. Anstatt nach der Kommunalwahl sich der Partei zu stellen, wurden die Wahlen bereits jetzt schnell durchgezogen. Aber wahrscheinlich wird auch nach der Kommunalwahl 2020  keine Wahlanalyse seitens der SPD Hagen durchgeführt.  Bei den letzten Wahlen (Europa, Bund und Land) hat die SPD Hagen auf eine Analyse großzügig verzichtet.

Hommage à Peter Reuter

13. Februar 2020

Zahlreiche Prominente hat der Hagener Künstler Peter Reuter in den 1960er und -70er Jahren porträtiert, unter anderem die heute in Herdecke lebende Künstlerin Roswitha Lüder (Portrait 1960, Foto: privat). Sein außergewöhnliches Talent möchten Werner Karmiol, Leiter der Herdecker Ruhr-Galerie, gemeinsam mit Uli Weishaupt von der Filminitiative Herdecke mit der Ausstellung „Hommage à Peter Reuter“ würdigen.

Vom 16. Februar 2020 bis zum 8. März 2020 werden zahlreiche Zeichnungen und Gemälde des Künstlers in der Ruhr-Galerie präsentiert. Zum Auftakt ist am Sonntag, dem 16. Februar 2020 eine Matinee mit Filmvorführung über Peter Reuter im Herdecker Kino Onikon geplant. Zum ersten Mal wird damit ein privater Dokumentarfilm, entstanden 1960, über Peter Reuter der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Eröffnung der Ausstellung startet um 11.15 Uhr; die Filmvorführung beginnt um 12.00 Uhr.

Peter Reuter (geb.1936) war Musiker, Tänzer, Dekorateur für Theater und Fernsehen, sowie Layouter für Zeitschriften und Modemagazine. Die größte Ausstellung seiner Werke fand 1968 im Karl-Ernst-Osthaus-Museum in Hagen statt. Mitte 1972 zog sich Peter Reuter aus der Öffentlichkeit zurück. Er zog in eine Mansardenwohnung in Wuppertal-Unterbarmen. Unterstützung fand er durch den Hagener Kunstmäzen Helmut Schuster. Der Geschäftsmann erwarb einen Großteil der Werke Peter Reuters und finanzierte damit den Lebensunterhalt des Künstlers.

Am 7. November 2002 starb Peter Reuter an den Folgen einer Bronchitis. Beigesetzt wurde er in Hagen.

Hannah Arendts Republikanismus des Dissenses

13. Februar 2020

13.02.2020, 16:30 bis 20:00 Uhr
Seminargebäude der FernUniversität (Gebäude 2), Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, Räume 1 bis 3

Referent: Prof. Dr. Christian Volk (Berlin)

Der Vortrag präsentiert Hannah Arendts politisches Denken als einen Republikanismus des Dissenses. Ein solches Denken stellt die Bedeutung von Institutionen, Recht und der Sichtbarmachung von Konflikt in den Vordergrund. Es entwirft den Republikanismus konflikt- und handlungsorientiert und entzieht sich zugleich der Orthodoxie der Volkssouveränität.

Arendt ist für die aktuelle republikanische Diskussion deshalb so relevant, da bei ihr die Idee von der Ordnung der Freiheit und der Selbsterneuerung des republikanischen Gemeinwesens im Zuge der politischen Auseinandersetzung ausbuchstabiert wird.

Der Vortrag wird zeigen, wie Arendts Verständnis von Republikanismus den Schwerpunkt auf zivilgesellschaftliches Engagement legt und insbesondere die Entstehungsbedingungen politischen Handelns thematisiert. So stellt Arendt eine Alternative zum neo-republikanischen und radikaldemokratischen Diskurs dar, der insbesondere für gegenwärtige demokratie¬theoretische Diskussionen, wie jene um den Nutzen, die Bedeutung und die Form von Politisierung, von großem Wert erscheint.

Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierten sind willkommen.

Quelle: FernUni

Hagen sperrt Linksabbiegerspur am Emilienplatz

12. Februar 2020

Das drohende Szenario von Diesel-Fahrverboten in der Hagener Innenstadt scheint noch nicht abgewendet. Im Umfeld des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster wurde am Dienstagabend informell bekannt, dass es in den Vergleichsverhandlungen zum Hagener Luftreinhalteplan noch kein klares Ergebnis gebe.

Ursprünglich saßen das Land NRW, die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sowie die Stadt Hagen unter OVG-Moderation an einem Tisch, um das laufende Klageverfahren gegen die Stickstoffdioxid-Grenzwertüberschreitungen (NO₂) auf dem Innenstadtring mit einem Vergleich abzuschließen. Da sämtliche Parteien zunächst Stillschweigen zu dem Verhandlungsergebnis vereinbarten, bleiben die konkreten Details des Austauschs bis zu einer offiziellen Mitteilung des Gerichts am 28. Februar offen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Dazu:

Schmerzlicher Lernprozess

Sperrungen von Fahrspuren sind die logische Konsequenz aus jahrelanger Untätigkeit, meint WP-Kommentator Martin Weiske.

Die Zeiten, in denen den Hagener Autofahrern die verkehrspolitischen Zumutungen in homöopathischen Dosen verabreicht wurden, sind endgültig vorbei. (…)

Jetzt mag manch einer wettern, dass die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit ihren Forderungen völlig über das Ziel hinausschieße. Doch offenkundig ist der Klageweg die einzige Sprache, auf den die für Luftreinhaltung Verantwortlichen tatsächlich reagieren. (…)

Die Zeit der ehrenwerten Appelle, Lippenbekenntnisse und zum Teil auch haltlosen Versprechungen ist endgültig vorbei – jetzt wird mit aller Konsequenz gehandelt. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Ein Lernprozess, den auch Kommentator Weiske erst durchlaufen musste.

„Romeo und Julia“ auf der Springe

12. Februar 2020

Eine Literaturverfilmung zu William Shakespeares „Romeo und Julia“ zeigt die Stadtbücherei auf der Springe in Kooperation mit dem Kino Babylon im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Literatur und Kino“ in ihren Räumlichkeiten am Freitag, 14. Februar, um 19 Uhr.

In dem Film aus dem Jahr 1996 wird die Geschichte einer tragischen Liebe gezeigt, die nahezu jeder kennt: Romeo (gespielt von Leonardo DiCaprio), der Sohn der Montagues, verliebt sich auf einem Ball im Hause Capulet in Julia (Claire Danes), die Tochter der gegnerischen Familie. Ohne das Wissen ihrer Eltern wollen sich die Verliebten vermählen und hoffen so, den ewigen Streit der beiden Häuser zu schlichten. Doch nach einem Mord und einem Racheakt flieht Romeo nach Mantua und will dort bleiben, bis sich alles beruhigt hat. Inzwischen soll Julia auf Drängen ihrer Eltern mit dem einflussreichen Grafen Paris verheiratet werden. Um der Hochzeit zu entgehen, bekommt sie von Pater Laurence einen Trank verabreicht, der sie vorübergehend in einen todesähnlichen Zustand versetzt.

Vor Filmbeginn gibt die Bibliothekarin Laura Baumann eine kurze Einführung. Im Anschluss startet der 113-minütige Film. Karten sind für 5 Euro im Vorverkauf in der Stadtbücherei und an der Abendkasse erhältlich.

Guten Morgen, Welt!

12. Februar 2020

Ein Tag der Kulturen für alle Generationen

Am 16. Februar 2020 findet mit Beginn um 11.00 Uhr die Veranstaltung „Guten Morgen, Welt! – Ein Tag der Kulturen für alle Generationen“ im Lutz Hagen statt (Foto: Theater). Diese Veranstaltung ist bis 17.00 Uhr geplant – ein Kommen und Gehen ist jederzeit möglich. Der Eintritt ist frei – es darf gerne gespendet werden.

Eine Reise um die Welt und gleichzeitig ins Herz von Hagen: Hagen ist bunt und vielfältig durch die vielen Menschen, die aus der ganzen Welt nach Hagen gezogen sind. Für einen Tag übernehmen Vertreter vieler dieser unterschiedlichen kulturellen Hintergründe die Lutz Bühne und lassen Menschen aller Generationen am reichen kulturellen Schatz ihrer Heimatländer teilhaben. Es wird gesungen und getanzt, gespielt und gestaunt, gesprochen und gedacht, gebastelt und gelacht, gegessen und Musik gemacht, und nebenbei können sich alle auf ganz neue Weise kennenlernen.

Das Programm wird gestaltet von: Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Hagen (11.00 Uhr), Hamam Abbiad und syrischen Jugendlichen aus der Theatergruppe Lichter der Großstadt (11.30 Uhr), Mitgliedern von afrikanischen Vereinen und Gemeinden aus Hagen (12.30 Uhr), vom Alevitischen Kulturzentrum Hagen und Umgebung e.V. (AKM) und von Theaterclubs des Theaters Hagen (13.45 Uhr), von Romano Drom e.V. (14.20 Uhr), des Theaters Hagen (15.15 Uhr), der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Hagen-Siegen (15.45 Uhr) u.a.

Neben den Präsentationen werden verschiedene Bastelaktionen angeboten.

Die künstlerische Leitung dieser facettenreichen Veranstaltung haben Jannica Hümbert, Anja Schöne, Anne Schröder und Miriam Walter.

Rechtsextremisten gegen Rechtsextremisten?

11. Februar 2020

AfD versucht den Hagener Rat vorzuführen

Mit einem Vorschlag zur Geschäftsordnung beantragt die AfD-Fraktion, der Hagener Rat möge „ein Zeichen gegen Gewalt“ setzen. Die AfD fordert die Politik auf, „in Hagen jede Gewalt gegen demokratisch gewählte Mandatsträger“ abzulehnen.

„Körperliche Bedrohungen, Nötigungen und Beleidigungen“ zielten darauf ab, „politisch Tätige (…) in Ihrem legitimen Handeln zu blockieren“. Die im Grundgesetz garantierte Meinungs- und Handlungsfreiheit werde als Folge im erheblichen Maße eingeschränkt.

Solche Fälle sind zwar in Hagen bisher nicht ruchbar geworden, aber das stört die AfD nicht, zu deren Strategie es gehört, sich selbst permanent als Opfer unlauterer Machenschaften darzustellen. Der Antrag stellt in diesem Kontext nur einen Versuch dar, den Stadtrat für diesen Zweck zu instrumentalisieren.

Besonders kurios ist ist Auflistung der vermeintlichen Urheber der angeblichen „Gewalt gegen demokratisch gewählte Mandatsträger“, mit denen die Afdler offensichtlich sich selbst meinen. Neben den Standardgegnern „extrem linke Gruppierungen“ und „Antifa“ zählen plötzlich auch „Rechtsextremisten“ dazu.

Rechtsextremisten gegen Rechtsextremisten – eine ganz neue Finte. Aber seit Thüringen muss mit allem gerechnet werden.

Autoverkehr digital verflüssigen?

11. Februar 2020

Eine etwas merkwürdige Definition von „Nachhaltigkeit“

von Heidi Wenke, VCD Hagen

Um „Nachhaltige urbane Mobilitätslösungen“ ging es in einem öffentlichen Vortrag am Mittwoch, 5. Februar in der Fernuniversität Hagen. Referent Prof. Dr. Lutz Heuser, CEO des „Urban Institute“ (ui) in Walldorf, ‚Ihr(em) Partner für innovative und bezahlbare Lösungen für neue Dienstleistungen im Bereich „Smart City“.

Angekündigt wurde der Vortrag auf der Fernuni-Seite folgendermaßen: „Klimawandel und Dieselskandal haben viele Städte und Regionen in Deutschland veranlasst, über eine Verkehrswende nachzudenken. Neue E-Scooter überfluten die ersten Großstädte, schier unüberschaubare Car- und Bike-Sharing-Angebote überfordern Verkehrs- und Städteplaner. Zwar empfiehlt die EU-Kommission Städten, einen Plan für nachhaltige urbane Mobilität aufzustellen. Jedoch liegen oftmals keine gesicherten Erkenntnisse über das individuelle Mobilitätsverhalten der Menschen vor. Prof. Heuser setzt in seinem Vortrag den politischen Rahmen durch die EU-Kommission in den Kontext der Digitalisierung der urbanen Mobilität und zeigt Lösungsansätze für nachhaltige urbane Mobilitätslösungen auf.“

Im Laufe der Vortrags stellte sich heraus, dass diese ‚nachhaltigen urbanen Mobilitätslösungen‘ nach den Vorstellungen des Referenten darin bestehen, dass durch digitale Datenerfassung der Autoverkehr verflüssigt werden soll, indem ‚gesicherte Erkenntnisse‘ (z.B. Wer parkt wann, wo, wie lange?) in digitale Maßnahmen umgesetzt werden; als Beispiele seien hier zu nennen: Sensoren mit Display, die Autofahrern anzeigen, mit welcher Geschwindigkeit sie an der nächsten Ampel bei Grün durchkommen; oder digitale Parkleitsysteme, die z.B. in Anwohner-Parkbereichen den Parksuchverkehr verringern und so die Belastung für die Anwohner reduzieren sollen. Es wurden einige konkrete Beispiele (Darmstadt, Bad Hersfeld) genannt, wo diese verkehrliche Digitalisierung mit Hilfe des ui bereits umgesetzt wurde.

Obwohl bei der Fragerunde nach dem Vortrag Professeur Heuser äußerte, dass die Städte vom Autoverkehr wegkommen müssten, verstand er ‚Verkehr‘ fast ausschließlich als Autoverkehr. Lediglich einmal kam der ÖPNV vor, das Fahrrad erschien lediglich als ein Wort auf einer Folie, Fußgänger wurden als Verkehrsteilnehmer gar nicht genannt. Alle vorgestellten Maßnahmen zielten auf den Komfort des Autofahrers ab und scheinen eher geeignet, den Autoverkehr zu steigern statt zu reduzieren: Warum soll jemand sein Auto stehen lassen, wenn er einen freien Parkplatz findet?

Wer also bei dem verheißungsvollen Titel ‚nachhaltig‘ erhofft hatte, bei diesem Vortrag z.B. etwas zur Verkehrswende (Umverteilung von Verkehrsflächen, Reduktion des Autoverkehrs, Fahrrad- und Fußverkehrskonzepte) zu erfahren, wurde enttäuscht. Prof. Heuser vertrat stattdessen den Standpunkt, dass man die automobilen Mobilitätswünsche der Menschen nicht ignorieren könne und dem entsprechend den Autoverkehr – elektrisch als unhinterfragte ökologische Alternative – optimieren müsse.

Klar wurde auch, dass die Digitalisierung viele Investitionen erfordert, damit also von Unternehmen wie SAP und dem ui ‚nachhaltig‘ gutes Geld verdient werden kann.

Finissage: Peter Blindert – alles anders

11. Februar 2020

Fr., 14. 2. 2020, 17:00 Uhr, advomano, Neumarktstraße 2c, Hagen

Zum Abschluss der Ausstellung „Peter Blindert – alles anders“ wird Dr. Hubert Köhler mit einleitenden Worten an den am 11. Dezember 2019 verstorbenen Künstler erinnern. Anlässlich der Finissage besteht die Möglichkeit, die ausgestellten Werke zu stark reduzierten Preisen zu erwerben.

Jazztipp: Bergmann-Bär-Siehoff-Trio

11. Februar 2020

Klassik und Jazz im Emil Schumacher Museum
Do., 13.02.2020 von 18:00 – 20:00 Uhr, Emil-Schumacher-Museum Hagen

Das BBS Trio hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Hardbop in der Tradition von Kenny Barron weiterzuführen. Es besteht aus dem Pianisten Sven Bergmann, dem Kontrabassisten Uli Bär und Martin Siehoff am Schlagzeug.

Die Musik dieses hervorragend aufeinander eingespielten Trios bringt die Leidenschaft dreier Musiker zum Ausdruck, die sich mit Herz und Seele dem Jazz verschrieben haben. Die Klänge, die sie ihren Instrumenten entlocken, entführen das Publikum in eine imaginäre Welt, die die Leichtigkeit des Seins widerspiegelt.

Die drei Musiker um Sven Bergmann gehören zu den modernen, lyrisch und rhythmisch spielenden Jazztrios. Das Programm des BBS Trios besteht überwiegend aus Jazzstandards und interessanten Eigenkompositionen.

Eintritt frei

Im Zweifel rechts

10. Februar 2020

FDP ist der AfD ähnlicher, als sie zugeben will

Ach, Liselotte Funcke! Was würde die über die Parteigrenzen hinaus respektierte und geachtete Hagener FDP-Politikerin wohl sagen, wenn sie nicht bereits 2012 verstorben wäre? Über den Zustand ihrer Partei allgemein und über die Hagener Verhältnisse speziell. Viel positives würde ihr dazu wohl nicht mehr einfallen.

Ebenso interessant wäre es, die heutigen Positionen des nur ein Jahr früher geborenen Hageners Willi Weyer zu erfahren, der heute fast in Vergessenheit geraten ist. Der 1987 verstorbene Weyer war u.a. Landesvorsitzender der NRW-FDP und Landesfinanz- und -innenminister sowie 30 Jahre lang Präsident des Landessportbundes NRW. Heute wäre er vielleicht Mitglied der AfD.

Denn erst zwei Jahrzehnte nach seinem Tod wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, dass Weyer 1937 in die NSDAP eingetreten war, in der er bis zum bitteren Ende dem „Vogelschiss“ (AfD-Gauland) die Treue hielt.

Sein aktives Bekenntnis zum Nationalsozialismus dürfte es Weyer in den Jahren 1941/42 sicherlich erleichtert haben, eine Anstellung als Assistent in der von Hans Frank begründeten und persönlich geleiteten nationalsozialistischen Akademie für Deutsches Recht in Berlin zu erhalten. Zur vornehmlichen Aufgabe der Akademie für Deutsches Recht gehörte die Angleichung des aus dem Kaiserreich und der Weimarer Republik übernommenen Rechtsystems an die rassistische NS-Ideologie. Dies geschah vor allem mit der Ausarbeitung eines sogenannten „Volksgesetzbuchs“, mit dessen Hilfe etwa die in den Nürnberger Gesetzen bereits vorbereitete Entrechtung der Juden in Deutschland ihren vollständigen Abschluss finden sollte.

Vor diesem Hintergrung kann es nicht verwundern, dass Weyer in seiner Funktion als Finanzminister (seit 1956) den nordrhein-westfälischen Finanzämtern verbot, Berliner Forderungen aus Entnazifizierungsverfahren einzutreiben. Diese Maßnahme schützte politisch belastete Personen der NS-Zeit vor der Vollstreckung von Geldstrafen, die die West-Berliner Spruchkammerverfahren im Zuge der Entnazifizierung verhängt hatten.

Der Zigarrenfreund, der es zu seiner Zeit als Innenminister genoss, sich in der schwarzen Dienstlimousine mit Blaulicht zu seinem Emster Heim in der Ascherothstraße kutschieren zu lassen, war als ehemaliges NSDAP-Mitglied Bestandteil eines „Sammelbecken von Altnazis“, wie der zweite NRW-Ministerpräsident Karl Arnold (1947 bis 1956, CDU) die FDP einst nannte.

Als nach der Landtagswahl 1950 Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und FDP anstanden, lehnte Arnold ein Regierungsbündnis mit den Liberalen ab. Als „Inbegriff der liberal-kapitalistischen und nationalistischen Kräftegruppierung des deutschen Volkes“ stand Arnold der FDP distanziert gegenüber.

Grund für diese Einschätzung war der programmatische Rechtskurs der nordrhein-westfälischen FDP, die selbst vor einer Zusammenarbeit mit Vertretern der nationalen Rechten nicht zurückschreckte, von denen 1950 mehrere über die FDP-Landesliste in den Landtag einzogen. Bereits 1949 hatte die FDP einen „Schlussstrich“ gefordert (siehe Abb.), eine Parole, an die die AfD heute mit ihrer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad “ anschließt.

Obwohl diese Ereignisse bereits 60 oder 70 Jahre zurückliegen, lebt die Tradition einer Kumpanei zwischen Liberalen und Rechten in Teilen bis heute fort. Verbindendes Glied ist u.a. die Wirtschaftspolitik: Sowohl FDP als auch AfD sind radikale Anhänger eines reinen Krawallkapitalismus, bei dem Kollateralschäden in Form zunehmender Spaltung der Gesellschaft und sich verfestigender Armut billigend in Kauf genommen werden.

Die ideologischen Prämissen werden auf der Ebene der Führungen beider Parteien formuliert, aber selbst in Untergliederungen der tiefsten Provinz in konkretes Handeln umgesetzt. So verabschiedete der Rat der Stadt Hagen im Oktober 2017 eine (nur symbolische) Resolution an den Stahlkonzern ThyssenKrupp mit dem Appell „im Rahmen der geplanten Fusion mit dem indischen Stahlkonzern Tata sowohl die Konzernstandorte als auch die Arbeitsplätze zu erhalten“.

Alle stimmten dem zu – mit Ausnahme von FDP und AfD. FDP-Ratsmitglied Claus Thielmann mokierte sich dabei über eine „teilweise gewerkschaftsnahe Sprache“ in der Resolution. Gewerkschaften und Linke – das sind die vorherrschenden Feindbilder dieser Partei. Auch darin nicht unähnlich der AfD, deren Unterstützung die FDP im Zweifelsfall in Anspruch nimmt, wie jetzt in Thüringen zu erleben war.

Aber nicht nur in der Wirtschaftspolitik sind Parallelen erkennbar, wie das Beispiel des langjährigen Hagener FDP-Vorsitzenden Ulrich Alda bewiesen hat. Schon 2012 hatte Alda gegen Hagener Bürger gepöbelt, die sich für den Erhalt der Hagener Kultur stark gemacht hatten („Extrem linke Kreise, widerlich“) – die Ausrichtung der Kultur nach eigenem rechtsnationalem Gusto ist auch der AfD wichtig.

Später hob Alda vollends auf AfD-Niveau ab. Mit Sprüchen wie „Moslems mobben unsere Kinder“ und „Das links/GRÜNE Chaoten-Pack will die Macht übernehmen und uns ausliefern“. In einem anderen Tweet bezeichnet er den in den einstweiligen Ruhestand versetzten Ex-Verfassungsschutzpräsidenten Maaßen als „Opfer links-grüner Hetze wie unter den Nazis oder Stalin.“ Und in einem weiteren Beitrag heißt es: „Die ganzen links/grünen Typen sind geisteskrank. Angeblicher Sexismus von deutschen Männern wird erfunden und als tägliche Sau durchs Dorf getrieben. Muslimische Vergewaltigung ist okay!“

Der langjährige FDP-Fraktionsvorsitzende im Hagener Stadtrat, Claus Thielmann, gab sich „fassungslos“. Das war allerdings mehr als unglaubwürdig. Wer, wie Alda, schon in der Öffentlichkeit solche Töne anschlug, dürfte parteiintern erst recht keinen Grund haben sich zurückzuhalten.

Laut Hagener Presse wollten die hiesigen FDP-Mitglieder von den Internet-Exzessen ihres inzwischen zurückgetretenen Kreisvorsitzenden Ulrich Alda nichts mitbekommen haben. Glaubwürdig ist das nicht, fuhrwerken doch etliche von ihnen in den fälschlicherweise so genannten „sozialen“ Medien herum.

Zum Beispiel der Alda-Nachfolger als FDP-Kreisvorsitzender Lars Peter Hegenberg. Der Dentist und Alda-Jagdkumpel („Jagen ist kein Sport, sondern eine Passion“) stand seit seinem Beitritt zu Twitter im Oktober 2017 bis zum Auffliegen der AfD-ebenbürtigen Tweets des damaligen Hagener FDP-Chefs mit seinem Parteifreund in mehr oder weniger regelmäßigem Kontakt über den 140-Zeichen-Dienst.

So am 21. November 2017. Damals schrieb Alda: „Hagener Weihnachsmarkt: noch nicht eröffnet aber die in jeder Beziehung teuren Merkel-Steine sind schon da.“ Auf die Frage eines anderen Twitterers, was denn „Merkel-Steine“ seien, antwortete Hegenberg hilfsbereit: „Das sind die hübschen Betonklötze mit denen Anschläge wie in der Berlin verhindert werden sollen.“ (Zitate wörtlich ohne Korrektur).

„Merkel-Steine“ ist ein im rechtsextremen Milieu gängiges Synonym für Sperren zur Abwehr von Anschlägen bei großen Publikumsveranstaltungen wie beispielsweise Weihnachtsmärkten. Man muss schon ziemlich viel in ganz weit rechts angesiedelten Medien herumblättern, um diesen Begriff präsent zu haben. Eine in demokratischen Kreisen ungebräuchliche Terminologie; mit Ausnahme – wie man hier sieht – von Hagenern FDP-Funktionären wie Hegenberg.

Das Gezwitscher zwischen Alda und Hegenberg setzte sich munter fort bis zum 16. Dezember 2018. Drei Tage später machte der Kölner Stadt-Anzeiger die Twitter-Ergüsse Aldas öffentlich. Seitdem herrschte Funkstille zwischen den beiden. Wenigstens öffentlich.

„Die FDP Hagen hat nie und wird nie mit Parteien, welche extreme oder antidemokratische Positionen vertreten, zusammenarbeiten“, teilte die Partei jetzt nach dem Thüringer Erdbeben mit, als sich ein dortiger FDP-Kandidat mithilfe der AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ.

Eine Formulierung, die eine Äquidistanz beinhaltet und Parteien der Linken mit Rechtsnationalen und Faschisten auf eine Stufe stellt. Und die darüber hinwegtäuscht, dass antidemokratisches Gedankengut schon in den eigenen Reihen reichlich vorhanden war und ist.

Wäre unter diesen Bedingungen eine Liselotte Funcke heute noch Mitglied der FDP? Vielleicht ja – letzte verbliebene aufrechte und den Bürgerrechten verbundene Gestalten wie der inzwischen 87-jährige Ex-Innenminister Gerhard Baum sich es schließlich auch noch.

Wäre es andererseits vorstellbar, dass eine allseits geachtete Persönlichkeit ihren guten Ruf aufs Spiel setzt, um beispielsweise mit einem Ulrich Alda und seinen Epigonen das Parteibuch zu teilen? Wohl kaum.

Damals: Ausflugslokale rund um Hagen

10. Februar 2020

Um das Thema „Ausflugslokale rund um Hagen Teil 1 – West und Nord“ dreht sich der nächste Gesprächsabend der Volkshochschule Hagen (VHS) mit Jens Bergmann am Freitag, 14. Februar, um 17 Uhr im Erzählcafé „Altes Backhaus“, Lange Straße 30.

Bis zur allgemeinen Motorisierung waren Ausflugslokale auf den Höhen und in den romantischen Tälern rund um Hagen ein beliebtes Ziel für Wochenenden oder Ferien. Mit ausgesuchten Bildern aus dem Archiv des Hagener Heimatbundes erinnert Jens Bergmann an bekannte und weniger bekannte Einrichtungen und lässt auch die Besucher mit ihren Erinnerungen sowie Geschichten zu Wort kommen. Wegen des umfangreichen Materials stehen zuerst die Ausflugslokale westlich und nördlich von Hagen im Fokus.

Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt 2 Euro. Informationen zur Anmeldung für den Kurs 1210 erhalten Interessierte beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622.

Die Royals und ihre Rolle in der Demokratie

9. Februar 2020

King Charles III – Ein Shakespeareskes Drama von Mike Bartlett

Im Rahmen der Schauspiel-Gastspiele im Theater Hagen findet am 14. Februar 2020 die Aufführung „King Charles III“ – Ein Shakespeareskes Drama von Mike Bartlett (Deutsch von Rainer Iwersen) – durch die bremer shakespeare company statt (19.30 Uhr, Großes Haus).

Der frischgekürte Thronfolger King Charles III soll auf Verlangen des Premierministers eine Gesetzesvorlage zur Einschränkung der Pressefreiheit unterzeichnen. Charles weigert sich, da er sich als Beschützer der demokratischen Grundrechte versteht. William sieht sich aufgrund öffentlicher Beliebtheit und Medienpräsenz eher dazu legitimiert, den Thron zu besteigen, was seine Frau Kate intrigierend durchzusetzen versucht. Harry will sich wegen einer skandalösen Liebesaffäre völlig von Familie und Adelsstand verabschieden [hoch aktuell!]. Und dann ist da noch der Geist Dianas …

Als Charles mithilfe des Militärs den Buckingham Palace, sich selbst und – wie er meint – die demokratische Verfassung schützen will, führt das zum Bürgerkrieg. Kann Charles das Steuer noch im letzten Moment herumreißen und Familie, Volk und Parlament für sich gewinnen?

„A Future History Play“ nennt der britische Autor Mike Bartlett seine dramatische und provokante Spekulation über die Thronfolge im britischen Königreich – ein anspruchsvoller und unterhaltsamer Blick auf die Royals und ihre Rolle in der Demokratie. Dieses Stück, welches durch die Ereignisse im Januar 2020 viel an Wahrheit gewonnen und so einen vorherseherischen Charakter erhalten hat, wurde 2017 mit dem Monica-Bleibtreu-Preis in der Kategorie „Zeitgenössisches Drama“ ausgezeichnet.

In der Inszenierung von Stefan Otteni und der Ausstattung von Peter Scior und Heike Neugebauer (Foto: Marianne Menke) spielen: Svea Auerbach, Tobias Dürr, Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Erik Roßbander, Theresa Rose, Petra-Janina Schultz und Markus Seuß.

Zu diesem Stück wird um 19.00 Uhr eine Einführung im Theatercafé angeboten.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 / 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 / 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

Grüne: Wehret den Anfängen bei CDU und FDP!

8. Februar 2020

„Dass die Thüringer CDU und FDP gemeinsam mit der AfD einen Ministerpräsidenten wählen, ist ein Tabu-Bruch unter demokratischen Parteien“, so Rolf L. Willaredt, Sprecher des Kreisverbandes der GRÜNEN Hagen.

„Diejenigen, die mit der AfD gemeinsame Strategien entwickeln, um einen Ministerpräsidentenposten zu ergattern, bedrohen uns alle. Wir wehren uns gegen die Anfänge, den Konsens unter den demokratischen Parteien aufgrund persönlicher oder parteipolitischer Machtgier aufzugeben. Wer sich mit Neonazis einlässt, um eigene Machtinteressen – koste, was es wolle – zu realisieren, der ist im nächsten Schritt abhängig und bereit unter Neonazis zu dienen, um solche Machtinteressen – koste, was es wolle – zu erhalten.“

Darüber hinaus weist der GRÜNEN-Sprecher auf die Relevanz für Hagen hin. Er betont: „Thüringen kann überall sein, und Thüringen kann ein Durchbruch sein, Rassismus, Faschismus und Wissenschaftsfeindlichkeit a la AfD zum neuen Katechismus zu machen, wenn wir uns nicht rechtzeitig und konsequent dagegen wehren. Da wir GRÜNEN uns mit CDU und FDP im Hagener Stadtrat in einer Allianz bewegen, suchen wir umgehend das Gespräch mit den Allianzparteien zu diesem Eklat. Dass CDU und FDP in Thüringen mit der AfD gemeinsame Sache machen, ist ein politisches Erdbeben, das Soforthilfen erfordert. Die erste Hilfe ist die Distanzierung aller Demokraten von diesen Vorgängen und alles zu tun, um Neuwahlen zu erreichen.“

GRÜNEN-Partnerin FDP beließ es bei zwei dürren Sätzen, die sie auch nicht als Pressemitteilung veröffentlichte, sondern auf der Fakebook-Seite der Fraktion versteckte: „Die FDP Hagen hat nie und wird nie mit Parteien, welche extreme oder antidemokratische Positionen vertreten, zusammenarbeiten. Dies haben wir auch im Hagener Rat seit der Kommunalwahl 2014 in jeglicher Weise umgesetzt.“ Die AfD wird nicht explizit genannt, was schon Fragen aufwirft, denn um diese Rechtsextremen, deren Thüringer Führer Björn Höcke mit gerichtlicher Feststellung Faschist genannt werden darf, geht es ja im konkreten Falle.

Ansonsten gingen die örtlichen Freidemokraten hinter ihrem Landesvorsitzenden Joachim Stamp in Deckung, der – im Unterschied zu seinen Hagener Parteifreunden – die AfD klar benennt:

„Ich bin der festen Überzeugung: Es kann keinen liberalen Ministerpräsidenten geben, der von der AfD ins Amt gewählt wird. Auch wenn ich Thomas Kemmerich glaube, dass es keine Absprache mit der AfD gegeben hat, hätte er die Wahl nicht annehmen dürfen. Ich bin unserem Bundesvorsitzenden Christian Lindner dankbar, dass er unmissverständlich klargemacht hat, dass es keine Zusammenarbeit jedweder Art mit der AfD geben kann und wird. Ich fordere Thomas Kemmerich auf, mit einem Rücktritt den Weg zu Neuwahlen in Thüringen frei zu machen.“

Der andere „Allianz“-Partner der GRÜNEN, die CDU, hat bis Freitagabend keine Stellungnahme zu dem Skandal in Thüringen veröffentlicht und wie sie sich ihr Verhältnis zur AfD zukünftig vorstellt.

„Schönstes Rathaus“ wieder aufgetaucht

8. Februar 2020

Das Werbefilmchen mit dem – jedenfalls nach Ansicht von Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz – angeblich „schönsten“ Rathaus Nordrhein-Westfalens ist wieder da. Das NRW-Kommunalministerium hatte das fehlerbehaftete Video zuvor aus dem Verkehr gezogen.

Nachdem der Clip einer Retouche unterzogen wurde, erstrahlt die Kulissenarchitektur jetzt in neuem Glanz. Fast jedenfalls. Der Vogelschiss ist weggeputzt und das Baujahr wurde von 1964 auf 2004 geändert. Die Bestuhlung wird dem Betrachter aber auch weiterhin als „Ratsmitglieder“ präsentiert.

Christine Laprell – So zu sagen

8. Februar 2020

8.2. bis 22.3.2020, Osthaus-Museum Hagen

Christine Laprell: 17, 2019, 22 x 21 cm, Mischtechnik auf Papier

In Christine Laprells Arbeiten dominiert das Weiß in allen Schattierungen. Die fast streng erscheinenden rechteckigen Flächen aus Folie rhythmisieren die Bildfläche und geben den lockeren, eher unstrukturiert erscheinenden malerischen und zeichnerischen Flausen etwas Schwebendes. In ihrer Ausstellung zeigt die Hagener Künstlerin Arbeiten auf Papier, Leinwandwerke und eine Installation mit Zeichnungen auf Baufolie aus den letzten Jahren.

Der Titel der Ausstellung: „so zu sagen“ ist nicht nur Anspielung auf die eigene bildnerischen Sprache Christine Laprells und das häufige Auftauchen von Schriftfragmenten in ihren Bildern – er nimmt im Besonderen Bezug auf die Installation von 17 transparenten „Fahnen“, farbige Zeichnungen auf leichter Baufolie. Diese Arbeiten sind unmittelbare bildnerische Reaktionen auf die Lektüre von Gedichten von Marion Poschmann, 2011 Trägerin des Ernst-Meister-Preises der Stadt Hagen.

SubsTanz trifft Schumacher

8. Februar 2020

Aus der Choreographie „System Break“ von Peter Copek. Foto: Leszek Januszewski.

In den letzten Jahren unter dem Titel „Junge Choreographen“ bekannt, setzt die neue Ballettdirektorin Marguerite Donlon mit diesem Tanzabend, nun „SubsTanz“ genannt und im Opus stattfindend, neue Akzente – Premiere ist am 13. Februar 2020 um 19.30 Uhr.

Dieses Mal sind es insgesamt sechs Tänzerinnen und Tänzer aus dem Ensemble, welche die Chance ergriffen haben, eine eigene Choreographie zu entwickeln und mit ihren Kollegen einzustudieren. Ferner zeichnen sie für die dazugehörige Musikauswahl, Bühnengestaltung, die Kostüme, Requisiten und die Beleuchtung verantwortlich.

Nicht nur für die ‚Jungen Choreographen‘ ist die Erarbeitung und dann Präsentation ihrer, in einigen Fällen ersten Choreographie ein aufregender, herausfordernder und magischer Moment, der einiges an Ideen, Mut und Organisation erfordert – das Publikum wird hier womöglich Zeuge der Geburtsstunde eines neuen Choreographietalents. Man darf gespannt sein!

In dieser Spielzeit stellen sich als Choreographinnen und Choreographen vor: Filipa Amorim, Peter Copek, Alexandre Démont, Noemi Emanuela Martone, Sara Peña, Dario Rigaglia.

Zusätzlich zu diesen neuen Werken wird Marguerite Donlon selbst gemeinsam mit ihrem Assistenten und Trainingsleiter Francesco Vecchione eine erste Choreographie für die neu gegründete Company iMOVE HA gestalten. Erstmalig kann das Publikum die Vielfalt dieser jungen, tanzbegeisterten, talentierten und dynamischen Company in hinreißenden Soli erleben, welche die vielfältigen, persönlichen tänzerischen Hintergründe und Geschichten einfangen. Doch besticht nicht nur die Individualität, sondern gleichermaßen fordern Donlon und Vecchione tänzerische Qualitäten heraus wie die Homogenität der Bewegung in Formation, Dynamik und Präsenz.

Ausgangspunkt und inhaltliche Klammer für alle Choreographien ist die Zusammenarbeit mit dem Emil Schumacher Museum. In ihren Kreationen beschäftigen sich alle Choreographen mit dem Werk des berühmten Hagener Künstlers sowie mit der aktuell laufenden Ausstellung von K. H. R. Sonderborg als einem der herausragenden Vertreter der Kunstrichtung „Informel“.

Es tanzt in unterschiedlichen Besetzungen das Ballett Hagen: Brandon Alexander, Filipa Amorim, Gennaro Chianese, Peter Copek, Alexandre Démont, Ciro Iorio, Jeong Min Kim, Noemi Emanuela Martone, Federica Mento, Antonio Moio, Amber Neumann, Sara Peña, Dario Rigaglia, Ambre Twardowski sowie das iMOVE HA-Ensemble mit Jana Barkanowitz, D. Darbas, Lisa Diener, Annika Dombrowski, Klara-Marie Drees, Hanah Emami, Mohammad Al Haji, Laura Harten, Anna Jochheim, Irmak Köseoglu, Marie Moneke, Julius Niggemeyer, Melisa Öz, Marie-Estelle Philipp, Lisa-Marie Pofahl, Henrike Tünnermann, Luca Völkel, Jens Vorsteher.

Weitere Vorstellungen: 14. Februar 2020 (19.30 Uhr), 15. Februar 2020 (19.30 Uhr)

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 / 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 / 207-5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

„Es liegt an uns“

7. Februar 2020

Demo in Hagen gegen die Thüringer Kumpaneien und für eine Welt ohne Nazis

Gestern abend demonstrierten nach Angaben der Veranstalter mehr als 100 Teilnehmer gegen die Kumpanei von CDU und FDP mit der rechtsradikalen AfD in Thüringen. Sie versammelten sich auf dem Friedrich-Ebert Platz und zogen vor das Parteibüro der CDU in der Rathausstraße (Foto: Privat).

Trotz sehr kurzfristiger Mobilisierung, aufgerufen hatten der Arbeitskreis Antifaschismus Hagen und die örtlichen Jusos, machten die Demonstranten laut ihren Widerspruch gegen den Dammbruch nach Rechts deutlich.

„Leider lassen Liberal-Konservative vergessen machen, dass Nazi-Kanzler oder Bundespräsidenten, Rassismus, Antisemitismus oder völkischer Nationalismus immer wieder Teil der Geschichte und Gegenwart dieses politischen Lagers waren“, erinnerte der Sprecher des AK Antifa daran, dass es trotz der aktuellen Distanzierungen von Vertretern aus den Reihen der CDU und der FDP immer wieder Grenzüberschreitungen gab und gibt.

„Und doch mochten viele von uns glauben,“ so der AK Antifa weiter, „zumindest im Kampf gegen Neonazismus und Faschismus gäbe es klare Trennlinien. Gestern wurde dies endgültig eindrucksvoll widerlegt.“

Und sei die Variante, sich mit Faschisten zu verbünden, nicht auch eigentlich nur eine konsequente Fortsetzung der Politik, die Menschen an der europäischen Grenze ertrinken oder internieren lässt?

Aber eine Schockstarre helfe nicht weiter und sei auch gefährlich. „Das Eintreten für ein besseres Morgen, eine Welt ohne (neue) Nazis, eine Welt des Friedens und der wahren Menschlichkeit müssen wir eh seit je her selber organisieren. Es liegt an uns.“

FDP in Hagen distanziert sich von Vorgängen in Thüringen

7. Februar 2020

Die FDP in Hagen distanziert sich von der Wahl ihres Parteifreundes Thomas Kemmerich zum neuen Ministerpräsidenten in Thüringen. „Es darf keinen liberalen Ministerpräsidentengeben, der mit den Stimmen der AfD in das Amt gewählt worden ist“, so der Hagener Kreisvorsitzende Lars Peter Hegenberg. Die Freien Demokraten in Hagen stünden für Weltoffenheit und Toleranz und lehnten Extremismus und völkisches Denken entschieden ab. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Teilerfolg für Prevent

7. Februar 2020

Im Streit mit VW hat dessen Ex-Lieferant Prevent vor Gericht einen Teilerfolg erstritten. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass zwar die außerordentliche Kündigung eines millionenschweren Liefervertrags für die Hagener Prevent-Tochter TWB durch VW 2018 rechtens war. Bei der VW-Tochter Audi sprach der Senat Prevent jedoch einen Schadensersatzanspruch dem Grunde nach zu. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Was geschieht an der Grenze zweier Welten?

7. Februar 2020

Sechstes Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Hagen

Das sechste Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Hagen findet am 11. Februar 2020 um 19.30 Uhr in der Stadthalle Hagen statt.

Was geschieht an der Grenze zweier Welten? Und wie funktioniert der Übergang von der einen in die andere? Das wird das Philharmonische Orchester Hagen gemeinsam mit dem Philharmonischen Chor Hagen, dem Bach-Chor Hagen und den Gesangssolisten Angela Davis, Cristina Piccardi, Kisun Kim, So Hee Kim, Evelyn Krahe, Dominik Wortig, Matthew Overmeyer, Kenneth Mattice und Andrew Nolen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Joseph Trafton (Foto: Isabelle Hannemann) in diesem Konzert präsentieren.

Die amerikanische Komponistin Jennifer Higdon verfasste 2000 ihr bekanntestes Orchesterstück „Blue Cathedral“ in Gedenken an ihren verstorbenen Bruder und beschreibt musikalisch einen Aufstieg gen Himmel. Ein Dialog zwischen Flöte und Klarinette, den Instrumenten der Geschwister, steht stellvertretend für jene irdischen Gespräche, die nun nicht mehr möglich sind.

Auch die Protagonistin von Robert Schumanns weltlichem Oratorium „Das Paradies und die Peri“ aus dem Jahre 1843 schwebt zwischen den Welten und möchte Zutritt zum Paradies erlangen. Der Komponist vereint hier Szenen von dramatischer Bewegtheit mit einer Musik, die von poetischer Zartheit gekennzeichnet ist.

Parallel zur Einführung für Erwachsene um 18.45 Uhr (Kleiner Saal, Eintritt frei) wird unter dem Titel „Sinfonikus“ von den Musikpädagog*innen Magdalena Rozanska und Jörg Lopper auch eine interaktive Einführung für 8-12-Jährige im Sinfonium angeboten, in welcher die jungen Besucher*innen auf spielerische Weise gemeinsam musikalische Meisterwerke entdecken und die dabei eingesetzten Instrumente hautnah erleben und kennenlernen. Dieses Mal geht es um die Klarinette.

Der Eintritt beträgt 12 Euro (ermäßigt 6 Euro) und beinhaltet die Teilnahme am „Sinfonikus“ sowie den Besuch des Konzertes.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 / 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 / 207- 5777

Peinlich, peinlich

6. Februar 2020

Update: Das Video wurde inzwischen vom Youtube-Kanal des Ministeriums entfernt

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW hat sich einen Wettbewerb ausgedacht: Wo steht das schönste Rathaus in Nordrhein-Westfalen?

Mit der Initiative des Ministeriums soll nach dessen Angaben „die ehrenamtliche Arbeit in der Kommunalpolitik, die demokratischen Institutionen auf lokaler Ebene und durch die Architektur der Rathäuser auch das historisch-kulturelle Erbe des Landes gewürdigt werden“.

Von einem „historisch-kulturellen Erbe“ kann im Zusammenhang mit dem Hagener Rathaus wirklich keine Rede sein. Es wurde gemeinsam mit dem benachbarten Einkaufstempel „Volme-Galerie“ aus einem Guss geplant, und diese Herkunft sieht man dem missglückten Bauwerk deutlich an.

Zu dieser Investoren-Architektur hat das Ministerium ein Video als eine Art „Wettbewerbsbeitrag“ veröffentlicht. Ob das Scharrenbach-Haus es produziert hat oder die Stadt Hagen – man weiß es nicht. Hinweise auf die Urheberschaft gibt es keine.

Eins ist aber sicher: Der Hagener Beitrag ist ähnlich peinlich wie das Rathaus-Produkt „Hagen – Der Film“ von 2017. Der Portier öffnet die Tür (0:08), Vogelschiss am Fenster (0:14), ein Saal mit leeren Stühlen und dem Text „62 Ratsmitglieder“ (0:21), das Rathaus von außen mit der Baujahrangabe „1964“ und damit glatt um vier Jahrzehnte verfehlt (0:29).

Praktikanten machen Politik, und Praktikanten erstellen dazu noch solche Filmchen – womit hat Hagen all das nur verdient?

Solidarisch und gemeinsam gegen den Faschismus

6. Februar 2020

Der Arbeitskreis Antifaschismus Hagen ruft dazu auf, laut und kraftvoll heute, Donnerstag den 6. Februar um 18 Uhr, am Friedrich-Ebert-Platz auf die Straße zu gehen, um den skandalösen Vorgängen in Thüringen etwas entgegenzusetzen. FDP und CDU haben ihren Kandidaten mit Hilfe der AfD ins Amt des Ministerpräsidenten gehievt.

Niemals, so der AK Antifa, „darf es ohne unseren Protest dazu kommen, dass sich bürgerliche Parteien mit den Rechtsradikalen der AfD verbünden, um machtpolitisch vorzugehen. Erst recht nicht mit dem Landesverband, dem der Faschist B. Höcke vorsteht.“

Thüringen: Alles schon mal da gewesen

6. Februar 2020

Jetzt wächst wieder zusammen, was zusammen gehört

Ein Ministerpräsident, der sich als Mitglied einer „liberalen“ Partei von völkisch-nationalistischen Kräften wählen lässt – wie gestern in Thüringen geschehen – ist in dem Land kein Novum.

Dieser Skandal erinnert an das Jahr 1924. Damals ließ sich Richard Leutheußer, Mitglied der („liberalen“) Deutschen Volkspartei (DVP) auch mit den Stimmen der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) zum Ministerpräsidenten (damals: Leitender Staatsminister) wählen.

Die DNVP war eine Partei, deren Programmatik – darin der heutigen AfD nicht unähnlich – Nationalismus, Nationalliberalismus, Antisemitismus, kaiserlich-monarchistischen Konservatismus sowie völkische Elemente enthielt. Am 30. Januar 1933 trat die DNVP in das Kabinett Hitler ein.

Nach der Wahl und der Regierungsbildung in Thüringen wurden die meisten von der abgelösten SPD/USPD/KPD-Regierung initiierten Reformen abgebrochen, so unter anderem in der Wirtschaftspolitik und der Schulbildung. Die Regierung vertrieb das Staatliche Bauhaus aus Weimar, unterstützte völkisch-nationalistische Organisationen und wurde im Parlament von der Vereinigten Völkischen Liste (VVL) toleriert.

Fünftes Kammerkonzert im Kunstquartier

6. Februar 2020

Im fünften Kammerkonzert am 9. Februar 2020 (11.30 Uhr im Auditorium im Kunstquartier Hagen) präsentieren Shotaro Kageyama (Violine), Yan Vaigot (Violoncello) und Shuri Tomita (Klavier) zwei bedeutende Werke der kammermusikalischen Literatur.

Zunächst steht die viersätzige Sonate für Violine und Violoncello von Maurice Ravel auf dem Programm, welche der französische Komponist in den Jahren 1920/22 verfasste und dem Andenken an Claude Debussy widmete.

Dem großen Jubilar in 2020, Ludwig van Beethoven (250. Geburtstag), gilt auch an diesem Vormittag die Aufmerksamkeit. Aufgeführt wird sein 1808 geschriebenes Klaviertrio D-Dur op. 70 Nr. 1 in drei Sätzen. Seinen populären Beinamen „Geistertrio“ verdankt dieses Werk dem langsamen Mittelsatz und einer Bemerkung des Beethoven-Schülers Carl Czerny: „Der Charakter dieses sehr langsam vorzutragenden Largo ist geisterhaft schauerlich, gleich einer Erscheinung aus der Unterwelt“.

Eintritt 12 / 8 Euro

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 / 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 / 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.


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