Autor-Archiv

Agenda 2010 wirkt

23. Juli 2018

Keine Aufbruchstimmung am Hagener Arbeitsmarkt

von Bernhard Sander

Der Bereich der atypischen Beschäftigung expandiert in Hagen. Die Leiharbeit wächst am schnellsten, die Teilzeitarbeit verbreitet sich massiv. Die sogenannten Arbeitsmarktreformen (Hartz-Gesetze usw.) haben den Arbeitsmarkt zerfräst, ohne dass es nennenswert mehr Arbeitsplätze gibt. Faktisch stagniert die Zahl der Stellen, doch die Umwandlung von immer mehr Vollzeitstellen in Teilzeit oder Leiharbeit ist ein Indiz, dass die Massenkaufkraft sinkt und immer weniger Hagener und Hagenerinnen von ihrer Arbeit auskömmlich leben können.

Hinter dem Zuwachs sozialversicherter Jobs um 1,6 % zwischen 2008 und 2016 verbergen sich gravierende Probleme auf dem Hagener Arbeitsmarkt ([1]). Sie sind schon vor der der Aufnahme der Geflüchteten entstanden. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ist in dem Zeitraum 2008 bis 2016 gesunken von 53600 auf 50900. Arbeitsplätze, für die man einen anerkannten Berufsabschluss braucht, sind von 45200 auf 42800 Stellen gesunken. Jobs, für die man keinen Berufsabschluss benötigt, sanken von 12300 auf 10900. Dagegen wächst die Zahl der akademischen Lohnabhängigen von 6500 auf 7600, aber das kann die stagnierende Kaufkraft nicht beflügeln.

4 von 10 aller Beschäftigten sind heute in einem „atypischen“ Beschäftigungsverhältnis, Jeder vierte Arbeitsplatz in Hagen bietet heute nur noch Teilzeit oder Leiharbeit. Die Zahl der Teilzeit arbeitenden stieg seit 2008 von 15,9% auf 21,7%. Hinzu kommen die Arbeitssuchenden und vom Arbeitsamt als Unterbeschäftigten gezählten (in Maßnahmen, Kranke usw.) mit 12,3%.

Die Dynamik des Arbeitsplatzzuwachses ist in Hagen deutlich hinter der Landesentwicklung zurückgeblieben, selbst in den prekären Beschäftigungsmöglichkeiten kann man fast von einer Stagnation reden. Ein Wandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft ist in Hagen nicht erkennbar.

[1] https://www.boeckler.de/tools/atypischebeschaeftigung/index.php#result

Der Autor ist Redakteur der Zeitschrift Sozialismus (www.sozialismus.de)

Advertisements

WDR 5 strahlt den „Philosophischen Radiosalon“ aus der Stadtbücherei aus

23. Juli 2018

Was ist „das Böse“ heute und wie sollen wir damit umgehen? In der Stadtbücherei auf der Springe haben darüber im „Philosophischen Radiosalon“ im vergangenen November Arnd Pollmann und Jürgen Wiebicke diskutiert.

Dabei veranstalten sie mit dem Publikum ein Gedankenexperiment: Die Zuhörer sollen sich vorstellen, es gäbe einen straffreien Sonntag und alle Gesetze wären außer Kraft. Wie das Publikum reagiert, können Interessierte bald auch im Radio hören:  Am Freitag, 27. Juli, um 20.05 Uhr strahlt der WDR 5 die Sendung nun aus.

Die städtische Pressestelle hatte allerdings in einer Freudschen Fehlleistung statt „straffreier Sonntag“ wohl „autofreier Sonntag“ verstanden, war zusammengezuckt und flugs aus dem „Radiosalon“ einen „Autosalon“ kreiert. Das sind halt die Hagener Prioritäten.

Screenshot von hagen.de

2019 fließen vom Land 6,1 Millionen Euro weniger nach Hagen

22. Juli 2018

Mit weniger Finanzzuweisungen des Landes als erwartet muss die Stadt Hagen 2019 auskommen. Sprudelnde Gewerbesteuern sollen dies auffangen. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Der Hagener Haushalt ist weiterhin mit ganz heißer Nadel gestrickt. Erst jüngst der nach Ansicht des Regierungspräsidenten „erneute dramatische Anstieg der Personalaufwendungen“, jetzt die Kürzungen der Landesmittel, die angeblich mit erhöhten Einnahmen aus der Gewerbesteuer auszugleichen sein sollen. Daneben soll der Zuschuss an die Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (HVG) gekürzt werden, was dem gerade noch mit großem Getöse präsentierten „Masterplan Mobilität“ zuwider läuft, in dem nicht ein weiterer Abbau des Busverkehrs, sondern im Gegenteil ein Ausbau gefordert wird.

Lockere Gespräche auf der Sommertour

22. Juli 2018

Oberbürgermeister Erik O. Schulz erwartet lobende Worte aus der Bürgerschaft

Sommer, Sonne, Ferien in Hagen – Zeit für Gespräche unter dem blau-gelben Sonnenschirm mit Oberbürgermeister Erik O. Schulz! Das meint jedenfalls die Pressestelle des OBs. Auch 2018 und bereits zum vierten Mal lädt Schulz während seiner Sommertour die Bürgerinnen und Bürger seiner Heimatstadt zu lockeren Zusammentreffen ein.

„Ungezwungen und ohne Terminabsprache ins Gespräch kommen, das ist die Idee hinter der Sommertour. Wie gut dieses Format ankommt, haben die vergangenen drei Jahre gezeigt“, freut sich Hagens Erster Bürger auch für die neue Sommertour-Runde auf einen ebenso spannenden wie anregenden Austausch.

Nach dem Auftakt in Helfe (Dienstag, 7. August) wird der Hagener OB zwölf weitere Male Station auf den Wochenmärkten oder an markanten Orten im Stadtgebiet machen, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins persönliche Gespräch zu kommen.

In diesem Jahr gibt es eine Besonderheit: Marianne Booke, Projektleiterin für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) „HAGENplant2015“, begleitet den Oberbürgermeister auf seiner Sommertour und steht unter dem Motto „Unsere Stadt, unsere Ideen“ für Fragen und Anregungen rund um ISEK zur Verfügung.

„Mobilität, angemessener Wohnraum und Stadtsauberkeit sind einige der Themen, die uns in Hagen beschäftigen. Durch den unmittelbaren Kontakt mit den Menschen findet ein Austausch statt und ich erfahre ungefiltert von Sorgen und Wünschen, die die Bürgerinnen und Bürger aktuell in der Stadt umtreiben. Und ab und an tut natürlich auch einem Oberbürgermeister das eine oder andere lobende Wort aus der Bürgerschaft richtig gut…“, so Schulz.

Dann lobt mal schön.

Wirtschaftswunder und Wiederaufbau in Hagen

22. Juli 2018

Zu einem Stadtspaziergang mit dem Thema „Auf den Spuren des Wirtschaftswunders und des Wiederaufbaus“ lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) in Kooperation mit dem Hagener Heimatbund alle Interessierten am Mittwoch, 25. Juli, von 18 bis 19.30 Uhr ein.

Michael Eckhoff, Stadtheimatpfleger, führt die Geschichtsinteressierten vom Volkspark ausgehend durch die Hagener Innenstadt bis zum Graf-von-Galen-Ring. Auf der Tour erhalten die Teilnehmer einen spannenden Einblick in das kulturelle Erbe der Hagener Innenstadt. Der Wiederaufbau der Hagener Innenstadt geschah im Sinne des damaligen europäischen Zeitgeistes. Dieser zeigt sich zum Beispiel in der Architektur und in der Ausrichtung auf eine autogerechte Stadt, mit deren Folgen Hagen heute zu kämpfen hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschlossen sich die Stadtväter, die historische Straßenstruktur mit Körner-, Bahnhof- und Elberfelder Straße beizubehalten. Eine besondere Rolle fiel dem Volkspark zu.

Die Führung findet im Rahmen des „Hagener Urlaubskorbes“ statt und stellt einen Beitrag des Heimatbundes zum „Europäischen Kulturerbejahr 2018“ („Sharing Heritage“) dar. Die Teilnehmer treffen sich am Haupteingang der SIHK an der Ecke Bahnhofstraße/Karl-Marx-Straße. Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch eine Anmeldung unter Angabe der Kursnummer 1048 unter Telefon 02331/207-3622 erforderlich.

Arnsberg kritisiert zu hohe Personalkosten der Stadt Hagen

21. Juli 2018

Die stetig ansteigenden Personalkosten bei der Stadt Hagen machen die Finanzexperten der Kommunalaufsicht zunehmend unruhig. „Der erneute dramatische Anstieg der Personalaufwendungen von 134,9 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 147,6 Millionen Euro ist nicht mit den Zielen des Stärkungspaktes Stadtfinanzen zu vereinbaren“, formuliert der Arnsberger Regierungspräsident Hans-Josef Vogel in der schriftlichen Genehmigung des Doppelhaushaltes 2018/19. (…)

Stefan Keßen, Leiter des Fachbereichs Personal, weist darauf hin, dass die in den vergangenen zehn Jahren um 19 Millionen Euro angewachsenen Personalkosten nur einen Teil der finanziellen Wahrheit abbildeten: Viele neue Stellen im Kita-Bereich, bei der Feuerwehr oder auch im Jobcenter würden durch Bund und Land oder auch von den Krankenkassen weitgehend refinanziert – insgesamt in einer Größenordnung von etwa 15,5 Millionen Euro. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Undurchsichtige Zahlen. Während der RP für das Vorjahr, also 2017, die Personalkosten auf 134,9 Millionen Euro beziffert, gibt die Grafik im Artikel 141,7 Millionen Euro an. Nach Angaben des städtischen Personalleiters sind die Ausgaben nicht mit den entsprechenden Einnahmen verrechnet worden, sodass sich unterm Strich in einem Zeitraum von 10 Jahren die Personalkosten um 3,5 Millionen erhöht haben – eine Steigerung um 2,7 Prozent. Über 10 Jahre wohlgemerkt!

Einer der Beteiligten kann also nicht rechnen resp. keinen Haushaltsplan lesen. Sollten die Zahlen der Stadt die richtigen sein, hätte Stadtkämmerer Gerbersmann entsprechend deutlich die Behauptungen aus Arnsberg zurückweisen müssen. Stattdessen setzt er zum Kotau an und kommentiert nach Angaben der WPWR: „Dennoch sind die mahnenden Worte aus Arnsberg richtig.“

Muschelsalat: Virtuos Traditionelles aus La Réunion

21. Juli 2018

Offroad-Musiker, die in den warmen Strömungen der kreolischen Musik virtuos Traditionelles mit Dub, Afrobeat und Cumbia mixen: Das erwartet die Besucher der Band Pachibaba aus La Réunion, die im Rahmen des Muschelsalates am kommenden Mittwoch, 25. Juli, um 19.30 Uhr in der Konzertmuschel im Volkspark auftreten.

Die Band steht für eine Generation réunionischer Musiker, die die Tradition der Maloya, der Klagelieder der Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen, neu erfinden. Gegründet 2016, besteht das Ausnahmeensemble aus dem Bandleader Olivier Araste mit seiner Maloya-Power-Stimme, Jean-François Bossard mit berauschendem Akkordeon und Piano, sowie Cyril Atef mit seinem exzentrischem Afro–Beat und CongoPunk. Unterstützt von druckvoller Percussion (Jean Drédéric Madia), dem Gesang von Lauriane Marceline und Jean Aldo Araste (Picker) verspricht Pachibaba einen mitreißenden explosiven Sound.

Bereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn erwarten die Besucher wie immer liebevoll zubereitete Speisen und Getränke.

„Beispiel für die Ängstlichkeit der Politik“

20. Juli 2018

Erziehungswissenschaftler hält traditionelles Schulsystem für gescheitert

In den vergangenen zehn Jahre sind die Anmeldezahlen an Haupt- und Realschulen in Westfalen deutlich zurückgegangen. Für den Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Heinz Günter Holtappels ist klar, dass „das traditionelle dreigegliederte Auslese-Schulsystem längst gescheitert ist und von den Eltern abgewählt wurde.“ Das erklärte Wissenschaftler von der TU Dortmund im Interview mit dem Nachrichtenservice „Westfalen heute“.

Die Landespolitik hätte sich nach Ansicht Holtappels‘ besser für kleine Gesamtschulen entscheiden sollen bei gleichzeitigem Auslaufen von Haupt- und Realschulen. Auch die Stadt Hagen hat am traditionellen Drei-Klassen-System festgehalten und sich an Stelle der Einrichtung einer oder mehrerer weiterer Gesamtschulen für das halbherzige Modell der Sekundarschule entschieden.

Herr Holtappels, sind die Schüler klüger als vor zehn Jahren – oder worauf ist der Schwund an den Haupt- und Realschulen zurückzuführen?

In der Intelligenzentwicklung gibt es wenig Bewegung. Aber es gibt hinreichende Anzeichen dafür, dass in den letzten Jahrzehnten die Begabungen besser ausgeschöpft werden – durch bewusstere Lernunterstützung in vielen Elternhäusern sowie durch wirksamere Lernmethoden und Förderung der Schulen. Die Veränderungen in den Anteilen der Grundschulübergänger haben aber weitere Gründe.

Welche sind das?

Die Berufs- und Arbeitsmarktanforderungen sind gestiegen, verlangen nach höheren Kompetenzen und Abschlussniveaus als früher. So wird der mittlere Abschluss faktisch zur Mindestnorm, kein oder ein niedriger Schulabschluss birgt das Risiko schlechter Zukunftschancen. Die Eltern wollen dementsprechend mittlere bis höhere Abschlüsse für ihre Kinder. Zudem möchten sich die Eltern möglichst alle Bildungsverläufe offenhalten, weil Kinder sich im Verlauf der Schulzeit unterschiedlich entwickeln können. Entsprechend wählen Eltern Schulformen, die alle Optionen für verschiedene Bildungsgänge und -abschlüsse beinhalten, also Gesamtschulen und Gymnasien.

Ist die Entwicklung neu?

Die Hinwendung zu höheren Bildungsgängen und –abschlüssen vollzog sich über Jahrzehnte, wobei Groß- und Universitätsstädte vorausgingen, in ländlichen Bereichen – wie in Westfalen – tritt das zeitversetzt aber ähnlich ein. Bildungsbewusste Eltern lösen stärker als früher die Grundschulempfehlungen für mittlere und höhere Schulformen ein. Allerdings zeigt sich dies bei Eltern aus sozial benachteiligten Schichten leider umgekehrt, so dass es hier weiterhin soziale Ungleichheit beim Grundschulübergang gibt.

Werden Haupt- und Realschulen also bald ganz verschwinden?

Abgesehen von den berichteten Entwicklungen sind Grundschüler, die mit ihrem Leistungsspektrum früher zu Haupt- und Realschulen wechselten, in den letzten zwei Jahrzehnten verstärkt auf Integrierte Gesamtschulen und in neuerer Zeit auf die Sekundar- und Gemeinschaftsschulen übergegangen, es gibt also Umverteilungen. Die Landespolitik hätte sich jedoch für eine integrierte Sekundarschule oder besser für kleine Gesamtschulen entscheiden sollen bei gleichzeitigem Auslaufen von Haupt- und Realschulen.

Was wäre der Vorteil dieser Schulformen?

Die integrierten Schulen hätten bessere Entwicklungschancen, weil sie dann neben Lernschwächeren in jedem Fall die Leistungsmitte ganz abdecken und Leistungsstarke besser anziehen könnten; dazu brauchen sie aber auch eine Oberstufe, die die Sekundarschule nicht hat. Die Hauptschulen haben keine Zukunft, werden von Eltern kaum noch angewählt. Und pädagogisch kann man nicht erfolgreich sein, wenn man nur eine kleine lernschwierige Schülerschaft, die sonst keiner will, beschulen muss. Und Realschule und Sekundarschule nebeneinander sind nur unnötige Konkurrenz um fast dieselben Schülergruppen.

Was ist mit den Sekundarschulen, landesweit wurden 2017 gerade einmal sechs Prozent der Kinder dort angemeldet? Ist das Konzept für diese Schulform in NRW gescheitert?

Die Sekundarschulen sind bestenfalls eine Übergangslösung, haben jedoch für viele Gemeinden und kleine Städte regional Bedeutung, weil man dort neben dem Gymnasium oft zahlenmäßig keine Gesamtschule oder Haupt- und Realschule gleichzeitig anbieten kann. Der sogenannte historische Schulkompromiss zwischen der damaligen Minderheitsregierung Kraft und der Opposition war von Beginn an keine überzeugende Dauerlösung für das Schulsystem. Hier arbeiten mit fünf Schulformen zu viele Schularten nebeneinander, die zum Teil aber ähnlich pädagogisch arbeiten müssen. Das ist ein Beispiel für die Ängstlichkeit der Politik zu einer Lösung, die endlich klare Verhältnisse schaffen würde.

Wie könnte diese aussehen?

Entweder – wie in den weltweit erfolgreichsten Staaten – nach der Grundschule nur eine Schulform in der Sekundarstufe für alle oder zumindest eine Lösung, die auf Zweigleisigkeit von Gymnasien und einer integrierten Schulform hinausläuft, wie in mehreren anderen Bundesländern schon vollzogen. Die beiden Wege müssten dann aber gleichwertig sein, zu allen Schulabschlüssen führen und es dürfte keine Leistungsauslese mehr beim Grundschulübergang geben. Sonst hätten wir wieder eine Hierarchie im Schulsystem, weil eine Schulform dann eher die Leistungsstarken, die andere die Leistungsschwächeren erhält. Das traditionelle dreigegliederte Auslese-Schulsystem ist jedenfalls längst gescheitert und wurde von den Eltern abgewählt.

Die Fragen stellte Jürgen Bröker

WPWR weiter auf Schrumpfkurs

20. Juli 2018

Wieder wollten weniger Hagener ihr Einheitsblatt lesen. Auch im 2. Quartal 2018 ist die verkaufte Auflage der heimischen Ausgabe der WPWR weiter rückläufig gewesen. Das verkündete die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) am gestrigen Donnerstag.

Damit setzt sich ein langjähriger Trend fort. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging die Zahl der durchschnittlich pro Tag verkauften Zeitungen um 4,7 Prozent zurück. Im Zeitraum der letzten 10 Jahre betrug das Minus fast 40 Prozent. Während im 2. Viertaljahr 2008 noch fast 47.800 Blätter pro Tag verkauft wurden, waren es im 2. Quartal 2018 nur noch 29.451 Exemplare.

Enervie: Einigung erzielt – Urabstimmung morgen

19. Juli 2018

Mark E/Enervie und die Verhandlungskommission ver.di haben sich am Abend auf die Inhalte eines neuen Vergütungstarifvertrags für die Mitarbeiter der Unternehmen geeinigt. Die Tarifkommission hat der Einigung zugestimmt. Morgen werden die Mitarbeiter, die in der Gewerkschaft ver.di organisiert sind, in einer Urabstimmung über die Beendigung des Streiks entscheiden.

Das Ergebnis im Detail: 3 Prozent zum 01.04.2018 rückwirkend und zum 01.01.2019 sowie 01.01.2020 jeweils um 1,5 Prozent. Die Laufzeit des neuen Vergütungstarifvertrags endet am 31.12.2020.

Das Verhandlungsergebnis wird angesichts der Gesamtsituation der Unternehmen seitens des Arbeitgebers als vertretbar bewertet, stelle aber auch eine wirtschaftliche Herausforderung für die kommenden Jahre dar.

Enervie-Mitarbeiter blockieren Hagener Firmensitz

19. Juli 2018

Auch am Donnerstag (19.07.2018) ging der Streik beim regionalen Energieversorger Enervie weiter. Von 6 Uhr morgens bis zum Mittag haben mehrere hundert Mitarbeiter den Firmensitz in Hagen blockiert. Die Gewerkschaft Verdi hatte dazu aufgerufen. „Da soll niemand mehr rein oder raus kommen„, sagt ver.di-Verhandlungsführer Jörg Koburg auf WDR-Nachfrage. Lediglich Mitarbeitern, die in Notdiensten eingeteilt sind, werde Zutritt gewährt. (…)

Quelle: WDR

Ein Ritt auf der Rasierklinge

19. Juli 2018

Städtetag NRW: „Wir brauchen Lösungen für das kommunale Altschuldenproblem“

Statement von Thomas Hunsteger-Petermann, Vorsitzender des Städtetages Nordrhein-Westfalen und Oberbürgermeister der Stadt Hamm, zum Kabinettsbeschluss des Bundes zur Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“

„Die Städte in Nordrhein-Westfalen sehen der jetzt vom Bund eingesetzten Kommission ‚Gleichwertige Lebensverhältnisse‘ mit großen Hoffnungen entgegen. Wir brauchen erstens konkrete Ergebnisse, um strukturschwachen Städten und Regionen zu helfen. Und zweitens brauchen wir Lösungswege für das kommunale Altschuldenproblem, denn davon sind besonders viele NRW-Städte betroffen.

Altlasten aus der Vergangenheit dürfen nicht verhindern, dass diese Städte wieder Anschluss an die gute wirtschaftliche Entwicklung finden. Land und Bund sollten dabei Hand in Hand arbeiten, sich über Entschuldungsprogramme und Konsolidierungshilfen verständigen und dabei auch die historische Chance der sehr niedrigen Zinsen nutzen. Weder die derzeit gute Konjunktur noch der Stärkungspakt in seiner jetzigen Form genügen, damit betroffene Kommunen das Altschuldenproblem aus eigener Kraft lösen könnten.

Die Kassenkredite der NRW-Kommunen betragen rund 23,5 Milliarden Euro, das ist mehr als der Hälfte der Kassenkredite bundesweit. Die Pro-Kopf-Verschuldung bei den kurzfristigen Kassenkrediten ist mit 1.852 Euro je Einwohner in größeren NRW-Städten erdrückend, verglichen mit dem Bundesdurchschnitt von 597 Euro je Einwohner. Das ist finanziell ein Ritt auf der Rasierklinge. Falls die Zinsen nur leicht steigen, würde das die Haushalte der Städte zusätzlich mit einem dreistelligen Millionenbetrag belasten. Wir brauchen Unterstützung, um die Kassenkreditbestände deutlich reduzieren zu können sowie Kassenkredite mit Hilfe des Landes in längerfristige Darlehen umzuwandeln.

Außerdem sollten Bund und Land mit den Kommunen einen schnellen Aus- und Umbau der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur verabreden, die Bund und Länder gemeinsam tragen. Dann könnten sich auch benachteiligte Regionen besser entwickeln und im Bundesvergleich aufholen. Die Zukunftschancen unserer Kinder dürfen nicht vom Wohnort abhängen.“

CDU Wehringhausen und die EU

18. Juli 2018

von Ruth Sauerwein

Die CDU Ortsunion Wehringhausen/Kuhlerkamp fordert von Bundesarbeitsminister Heil, dass er umgehend das EU-Recht auf Freizügigkeit „nachbessert“. Konkret heißt das wohl, dass die Zuwanderung aus Südosteuropa gestoppt werden soll. Nach der Festung Europa jetzt die Festung Deutschland? Reisefreiheit nur noch für die Menschen, die uns genehm sind? Lassen sich die Probleme, die zweifellos bestehen, so einfach lösen?

Es dürfte Minister Heil kaum möglich sein, das EU-Recht umzukrempeln. Und auch der Staatsministerin für Integration dürfte das nicht so rasch gelingen. Also müssen andere Lösungen her. Sicher ist es sinnvoll, Politiker aus Berlin einzuladen, damit sie das konkrete Leben kennenlernen. Wenn es zu einer solchen Begegnung kommt, wäre es sinnvoll, die Menschen in Wehringhausen dazu einzuladen, die haupt- und ehrenamtlich für ein gedeihliches Zusammenleben im Stadtteil arbeiten. Und der hohen Politik klarzumachen, dass Städte wie Hagen besondere Unterstützung brauchen – mehr Geld für Sozialarbeit, Arbeitsbeschaffungs-maßnahmen, Sprachkurse auch für EU-Zuwanderer, Hilfe bei der Integration.

Hagen und Wehringhausen können Unterstützung dieser Art dringend brauchen.

Führung im Hohenhof und am Stirnband

17. Juli 2018

Mittwoch, 18.07.2018 von 16:00 – 18:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen.

Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-entwürfe in die Tat umzusetzen.

Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen. Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk.

Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Anmeldung unter 0 23 31/207 2740. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen. Eintritt plus Führungsgebühr 9 Euro.

Friedensbewegte aus Hagen und Lüdenscheid in Büchel

17. Juli 2018

Internationaler Protest gegen Atomwaffenlager

Netty Müller-Grosse und Ruth Sauerwein vom Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN und Matthias Wagner von der Friedensinitiative Lüdenscheid besuchten am Sonntag, 15. Juli, die Blockade vor dem Fliegerhorst in Büchel in der Eifel. 20 Wochen lang setzen sich dort Menschen für den Abzug der auf dem Stützpunkt lagernden 20 Atomwaffen ein.

In dieser Woche begegneten sich vor allem junge Menschen aus den USA, Russland und mehreren EU-Staaten im Friedenscamp. Am Sonntag drangen mehrere Gruppen in das Gelände des Fliegerhorstes ein, um auch so ihrer Forderung nach atomarer Abrüstung Ausdruck zu verleihen. Nach Feststellung ihrer Personalien konnten sie das Gelände wieder verlassen. Vor dem Haupteingang verging der Tag mit dem Singen von Friedensliedern und dem Einüben von Reigentänzen. Gleichzeitig fand ein reger Gedankenaustausch zwischen den beteiligten Gruppen statt.

Die jährliche Aktion vor Büchel endet Ende August.

Konzept soll Freizeitareal in Hagen vor Trinkern retten

16. Juli 2018

Verwaltung und Politik wollen das Freizeitareal „Bohne“ nicht der Drogen- und Trinker-Szene preisgeben. Jetzt soll ein neues Gesamtkonzept her. (…)

Zustände, die der Rat, der einst selbst das millionenteure Nebeneinander von Freizeitareal und Szene-Treff beschlossen hat, nicht länger tolerieren will. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: „Selbst beschlossen“. Allerdings nicht vom Rat, wie der Artikel behauptet, sondern von der zuständigen Bezirksvertretung Mitte, die einen vom damaligen Bezirksvorsteher Lohmann (SPD) gemeinsam mit seinem heutigen Nachfolger Quardt (CDU) gemäß Gemeindeordnung gefassten Dringlichkeitsbeschluss im Nachhinein absegnete.

Und es war auch keine „millionenteure“ Planung, wie die WPWR suggeriert; die Kosten waren mit 556.800 Euro angesetzt. Laut Sitzungsprotokoll wurde damals zwischen Lohmann und Quardt nur diskutiert, ob der Unterstand für Methadonpatienten und andere Suchtkranke „nicht zu dicht“ an Spielflächen installiert werde.

Zugestimmt hat seinerzeit auch die Rechtsaußentruppe AfD, deren Vormann sich jetzt ganz im Duktus seiner Partei über die Drogen- und Alkoholabhängigen empört: „Das sind Menschen, die von den Kindern als Monster wahrgenommen werden.“ Erwachsene nehmen AfD-Politiker so wahr.

Lars Vogeler (CDU) gibt sein Mandat im Hagener Rat zurück

16. Juli 2018

Stühlerücken im Hagener Rat: Lars Vogeler (CDU) gibt in der Sommerpause sein Ratsmandat zurück. Seinen Sitz übernimmt Meinhard Wirth. (…)

Quelle: wp.de

Durch die Liebfrauenkirche in Vorhalle

16. Juli 2018

Zu einer Führung durch die Liebfrauenkirche in Vorhalle lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) im Rahmen des „Hagener Urlaubskorbes“ am Dienstag, 17. Juli, von 17.30 bis 19 Uhr ein. Der Treffpunkt ist am Eingang der Kirche, Liebfrauenstraße 21 (Foto: Dieter Faßdorf).

Unter der Leitung von Benno Schmolke, ehemaliger Kunstlehrer und Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Sepia14-TeamART“ erkunden die Teilnehmer die Kirche. Diese entstand von 1911 bis 1912 als dreischiffige neuromanische Basilika nach Plänen des Architekten Carl Pinnekamp und ist damit eine Kirche des ausklingenden Historismus mit Hinwendung zum Jugendstil.

Die Gebäude und die Inneneinrichtung bilden ein Gesamtkunstwerk. Die individuell gestalteten Altäre sind Zeugen der Künstler und Kunsthandwerker der „Wiedenbrücker Schule“. In diesen zeigt sich der Übergang von historischen Vorbildern zum zeitgenössischen Jugendstil. Die Wandgemälde aus den Jahren 1934 bis 1936 und das neu gestaltete Kirchenfenster von 1986 runden den Gesamteindruck ab. Nach einer Generalrenovierung 1986 ist die Liebfrauenkirche heute eine der kunsthistorisch interessantesten Kirchen in Hagen.

Die Führung ist kostenlos, steht aber unter dem Motto „Zahlen Sie, so viel sie wollen“. Eine Anmeldung ist unter der Angabe der Kursnummer 1176 beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 erforderlich. Weitere Informationen gibt es hier.

Drohung: Warmwasserversorgung wird eingestellt

15. Juli 2018

Diese Nachricht hat die Mieter der Mozartstraße 17 – 23 gestern aufgeschreckt. Der Energieversorger droht, das warme Wasser abzudrehen. (…)

Der Versorger aus dem Ruhrgebiet begründete diese Androhung mit nicht erfolgten oder nur unzureichend erfolgten Zahlungen durch den Immobilienverwalter Altro Mondo. (…)

Quelle: wp.de

Dazu passend:

Problemvermieter Altro Mondo

Kaputte Aufzüge, Schimmel, Ratten, falsche Nebenkostenabrechnungen – immer wieder fallen solche Probleme bei dem Vermieter Altro Mondo auf, in ganz NRW. Zufall oder steckt mehr dahinter? Und tut die Politik genug, um Mieter zu schützen?

Quelle: WDR via YouTube

Afro-Beat beim Hagener Muschelsalat

15. Juli 2018

Bantu bietet Afro-Beat mit HipHop und Punk. Foto: Abiola Balogun.

„Eine Ode an den Spirit von Lagos“ – unter diesem Titel bringt Adé Bantu mit seiner Band am Mittwoch, 18. Juli, um 19.30 Uhr beim Hagener Muschelsalat in der Konzertmuschel im Volkspark afrikanische Beats nach Hagen.

Pionier der deutschen HipHop-Szene, Afrobeat-Erneuerer, Politaktivist – Adé Bantu, der zwischen Nigeria, England und Deutschland groß geworden ist, gilt als Visionär. Inspiriert vom urbanen Chaos der nigerianischen Metropole Lagos, fasziniert von der explosiven Schönheit der Großstadt, politisiert von Elend und Korruption verbindet er satten Afro-Beat mit HipHop und Punk.

Sein neues Album „Agberos International“ loben Kritiker: Es ist Musik für Kopf und Bauch, schwingende Hüften sowie gereckte Fäuste. Mit seiner 13-köpfigen Band bringt er den Afro-Beat von Fela Kuti in die Gegenwart. Die Nachricht ist mitreißend, der vom Rhythmus dominierte Sound unwiderstehlich.

Masterplan Mobilität soll Weg zur Fördertöpfen ebnen

14. Juli 2018

Der Masterplan Mobilität soll Hagen den Weg zu Fördertöpfen ebnen. Der Rat hat ihn jetzt einstimmig verabschiedet. (…)

„Dabei geht es nicht darum, jede einzelne Maßnahme umzusetzen“, stellte Umweltdezernent Thomas Huyeng fest. „Wir entscheiden hier über einen Rahmen, der uns hilft, künftig Fördertöpfe zu erschließen. In einem nächsten Schritt wird es für die Stadt darum gehen, Prioritäten zu setzen.“ (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Das ist doch mal eine ehrliche Antwort! Die angebliche „Verkehrswende“ ist nur vorgeschoben – es sollen „Fördertöpfe“ abgegrast werden. Das wäre ja ein durchaus legitimes Unterfangen, wenn denn wirklich eine Reduzierung des MIV angestrebt würde. Noch geht es allerdings in erster Linie darum, die Bezirksregierung ruhig zu stellen. „Wir tun ja was!“

Zu dieser Motivlage passt auch der erste Förderantrag, den die Stadt stellen will. Im WPWR-Beitrag wird dazu Baudezernent Thomas Grothe zitiert: „Es geht um eine Ampelsteuerung, die sich nach dem tatsächlichen Bedarf richtet.“

Im (einstimmig!) beschlossenen PwC-Gutachten heißt es zu dieser Einzelmaßnahme:

  • Ggf. Konflikt mit Bevorrechtigung anderer Verkehrsteilnehmer, besonders Fußgänger
  • Es könnten Zielkonflikte zu den Maßnahmen zur Bevorrechtigung des Umweltverbundes auftreten, insbesondere mit dem Vorrang des ÖNPV
  • Erwartete NO2-Minderung kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen
  • Es werden keine Auswirkungen auf den Modal Split erwartet, da die Maßnahme auf alle Verkehrsteilnehmer wirkt (keine releativen Vorteile für einzelne Verkehrsmittel).

Aber mal ehrlich, liebe Ratsmitglieder: Wer von Euch hat das Gutachten überhaupt gelesen?

Bahn verspricht: Baubeginn in Hohenlimburg ist im Jahr 2020

14. Juli 2018

Der Hohenlimburger Bahnhof soll barrierefrei werden. Dieses Ziel hat sich der Bürgerverein Wesselbach seit dem Jahr 1995 (siehe dazu Zweittext) auf die Fahnen geschrieben. Jetzt gibt es ein weiteres Signal der Deutschen Bahn, dass die Wünsche und Ideen des Vereins ab dem Jahr 2020 Realität werden können. (…)

Quelle: wp.de

Die streikenden Enervie-Beschäftigten haben im Rat auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht

14. Juli 2018

Die streikenden Enervie-Beschäftigten haben im Rat auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Fast 200 Leute waren zur Sitzung des Rates gekommen. Sie stellten dem Oberbürgermeister und den Fraktionen Fragen zu ihrer Vergütungssituation. (…)

Quelle: Radio Hagen

Entscheidung über Baumsatzung erst nach Sommerferien

14. Juli 2018

Wird für die beabsichtigte Baumpflegesatzung ein „Treeworker“ eingestellt? Die Stadtverwaltung fordert das, die Politiker lehnen es vehement ab. (…)

Quelle: wp.de

Anmerkung: Wer, wie CDU-Klepper, sogar die Zustimmung zu einem zahnlosen Tiger ausgerechnet von einem Online-Formular abhängig macht, will in Wahrheit selbst den nicht.

Architektonische Entdeckungstour

14. Juli 2018

Wer sich für Architektur und interessante Gebäude interessiert, ist bei der Entdeckungstour der Volkshochschule Hagen (VHS) mit Gästeführerin Bettina Becker durch die Hagener Innenstadt am Samstag, 21. Juli, von 13 bis 15 Uhr genau richtig.

Die Teilnehmer begeben sich auf eine spannende Tour zu architektonisch interessanten Gebäuden in der Innenstadt. Direkt zu Beginn starten die Teilnehmer mit einem Hagener Schmuckstück – dem denkmalgeschützten Hauptbahnhof.

Das Gebäude entwarf von 1907 bis 1910 der Architekt Walter Morin. Darin befinden sich die Bahnhofshalle aus Glas und Stahl und ein Glasgemälde von Jan Thorn Prikker. Weiter geht die Tour auf der Bahnhofstraße mit dem Stadttheater. Dieses entwarf 1910 Ernst Vetterlein. Nach dem dieses 1911 im Oktober fertig gestellt wurde, beeindruckt das Gebäude bis heute durch seine vier zur damaligen Zeit aufsehenerregenden Figuren von Milly Steger über dem Eingangsportal.

Zum Abschluss werfen die Teilnehmer noch einen Blick auf den Hochbunker, der sich in unmittelbarer Nähe zum Theater befindet.

Der Treffpunkt für die Führung ist der Eingangsbereich des Hauptbahnhofs. Die Teilnahme ist kostenfrei und eine Anmeldung unter Angabe der Kursnummer 1046 unter Telefon 02331/207-3622 erforderlich. Die Führung findet im Rahmen des „Hagener Urlaubskorbes“ statt.

Beschäftigte sind das Kapital des Unternehmens

13. Juli 2018

Deutscher Gewerkschaftsbund unterstützt Streik bei Enervie

Während sich der Stadtverband Hagen des DBG bisher in Schweigen hüllt, unterstützt der Kreisverband Märkischer Kreis den Streik der Enervie-Mitarbeiter. „Das Unternehmen muss endlich anfangen, seine Belegschaft wertzuschätzen. Und das drückt sich in Zahlen aus. Die Forderung nach 6% Lohnzuwachs ist mehr als gerechtfertigt.“, sagt DGB-Kreisverbandsvorsitzender Bernd Schildknecht.

Die Unternehmensführung hat zum Dank für Missmanagement und überhöhte Managergehälter 500 Stellen bei dem Energieversorger gestrichen und das Ganze „Restrukturierung“ genannt. Dafür hat die Belegschaft mit Nullrunden die Zeche gezahlt. Die Arbeit blieb an den verbleibenden Beschäftigten hängen. Das ist nicht nur ungerecht, das macht die Leute auf Dauer krank.

Zuletzt zeigten die Zahlen des Unternehmens wieder nach oben. „Dass jetzt schon wieder Dividenden in Millionenhöhe ausgeschüttet werden, ist nicht vermittelbar. Stattdessen müssen nun die Mitarbeiter wieder profitieren, das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Leider war der Vorstand bisher nicht zu Tariferhöhungen bereit. Wir unterstützen alle Kolleginnen und Kollegen, die in den Ausstand getreten sind!“ so Schildknecht weiter.

Eine große Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder im Unternehmen hatte zuvor für den unbefristeten Streik gestimmt. Die Städte Hagen und Lüdenscheid sind die beiden größten kommunalen Aktionäre des Unternehmens.

FDP unterstützt OB Erik O. Schulz

13. Juli 2018

Auf dem Sommerfest der Hagener FDP gab der Kreisvorsitzende Uli Alda bekannt, dass die Freidemokraten den amtierenden Oberbürgermeister Erik O. Schulz auch in der nächsten Wahl unterstützen wollen. „Diese Empfehlung werden wir als Kreisvorstand jedenfalls an die Mitglieder abgeben, die auf dem kommenden Kreisparteitag hierüber abstimmen werden.“ (…)

Quelle: Wochenkurier

Durch die Villa Post und zur Cuno-Siedlung

13. Juli 2018

Zu einer kostenlosen Führung durch die Villa Post (Kursnummer 1070) von 16 bis 17.30 Uhr und zu einer anschließenden Führung durch die Cuno-Siedlung (Kursnummer 1071) von 17.30 Uhr bis 19 Uhr mit Jochen Becker, Fachbereichsleiter Bildung der Stadt Hagen, lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Dienstag, 17. Juli, im Rahmen des „Hagener Urlaubskorb“ ein. Für beide Angebote treffen sich die Teilnehmer im Eingangsbereich der Villa Post, Wehringhauser Straße 38.

Die Villa Post wurde im spätklassizistischen Stil mit Anlehnung an die Renaissance erbaut und diente als repräsentativer Wohnsitz der Familie Post. Die Stadt Hagen kaufte den kubischen zweigeschossigen Backsteinbau, der danach unterschiedlichste Verwendung fand – von der Nutzung als Museum bis zum Stützpunkt der Volkszählung.

1994 beschloss der Rat, die Villa Post zu restaurieren und der VHS zur Verfügung zu stellen. Diese eröffnete 1998 im restaurierten Zustand. Bei der Führung erfahren die Teilnehmer, wie die heutige Nutzung mit dem Denkmalschutz harmonisiert.

Wer im Anschluss noch Zeit hat, kann noch an der Führung zur Cuno-Siedlung am Kuhlerkamp teilnehmen. In den Jahren 1926/27 entstanden hier 121 Wohnungen in neun Gebäuden. Die vom damaligen Stadtbaurat geplante Siedlung verfügt mit der „Frankfurter Küche“, einem Vorläufer der Einbauküche, die durch eine Glastür vom Wohn- und Essbereich abgetrennt war, über ein innovatives Wohnkonzept. Auch die von den Bewohnern gemeinschaftlich genutzte Wäscherei und eine Badeanstalt mit Brausen- und Wannenbädern gingen über den damaligen Standard hinaus.

Die Gebäude sind nach dem ehemaligen Hagener Oberbürgermeister, Willi Cuno, benannt. Diese sind streng sachlich gehalten und geometrisch strukturiert. An Hausecken und Toren finden sich Skulpturen des Hagener Künstlers Karel Niestrath, neben Eingängen und Einfahrten Reliefs von Hans Dorn.

Eine Anmeldung ist unter der Angabe der jeweiligen Kursnummer beim Serviceteam der VHS unter Telefon 02331/207-3622 erforderlich. Weitere Informationen gibt es hier.

„Solche Politiker fehlen Europa !!!“

12. Juli 2018

Stadtsportbund-Vorsitzender verbreitet im Internet Hetzartikel gegen Zuwanderer

Der Sport wird gerne als hervorragendes Mittel zur Integration von Zugewanderten und Flüchtlingen in die Gesellschaft bezeichnet. So stellt es auch der Stadtsportbund Hagen (SSB) auf seiner Homepage dar: „Toleranz und Akzeptanz gegenüber Menschen anderer Herkunft und Sprache ist beim Stadtsportbund Hagen und seinen Mitgliedsvereinen eine Selbstverständlichkeit und gelebte Praxis.“

Aber ist diese Aussage wirklich so gemeint oder handelt es sich nur um Lippenbekenntnisse? Diese Frage stellt sich, wenn man eine Veröffentlichung des SSB-Vorsitzenden Reinhard Flormann liest, die dieser im Internet verbreitet.

Unkommentiert hat Flormann, der auch Vorsitzender des Sportvereins Fichte Hagen ist, dort einen Text eingestellt, der angeblich von einer australischen Ministerin stammen soll. Das gilt inzwischen als widerlegt, aber ersichtlich ging es dem SSB-Chef auch nicht um die Autorenschaft, sondern um den Inhalt dieses Pamphlets. Der einleitende Ausruf „Solche Politiker fehlen Europa !!!“ läßt sich nicht anders als begeisterte Zustimmung interpretieren.

In Bezug auf Einwanderer (nach Australien) heißt es: „Ich habe es satt, dass diese Nation sich ständig Sorgen machen muss, ob sie einige Individuen oder deren Land beleidigt.“ Oder: „Diese Kultur ist in über zwei Jahrhunderten gewachsen, geprägt von Gefechten, Prozessen und Siegen von Millionen von Frauen und Männern, die alle nur Frieden gesucht und gewollt haben. Wir sprechen überwiegend ENGLISCH, nicht Spanisch, Libanesisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, Italienisch, Deutsch oder andere Sprachen.“

„Dies ist UNSERE NATION, UNSER LAND und UNSER LEBENSSTIL, und wir räumen euch jede Möglichkeit ein, all diese Errungenschaften mit uns zu genießen und zu teilen. Aber wenn ihr euch ständig beschwert, Mitleid sucht, unsere Fahnen verbrennt, unseren Glauben verurteilt, unsere christlichen Werte missachtet, unseren Lebensstil verurteilt, dann ermutige ich euch einen weiteren Vorteil unserer großartigen australischen Demokratie und Gesellschaft zu nutzen: DAS RECHT, DIES LAND ZU VERLASSEN! Wenn ihr hier nicht glücklich seid, dann GEHT! Wir haben euch nicht gezwungen, hierher zu kommen.“

Von „Toleranz und Akzeptanz gegenüber Menschen anderer Herkunft und Sprache“, wie sie der Stadtsportbund auf seiner Homepage propagiert, ist in dem gesamten Text keine Rede. Davon, dass Australien lange Zeit eine klassische Einwanderernation war, ebenfalls nicht. Und dass es „Down under“ zu den „christlichen Werten“ gehörte, die Ureinwohner zu dezimieren und zu unterdrücken, erst recht nicht.

Reinhard Flormann stellt sich mit seiner Veröffentlichung offen gegen die Linie des Stadtsporbundes – auch wenn er den Text auf seiner privaten Seite veröffentlicht hat. In seiner pauschalisierenden Form ist es ein klassischer Hetzartikel, der u. a. den Eindruck erweckt, alle Flüchtlinge seien Moslems und alle Moslems wiederum Anhänger der Scharia. Jede Form von Differenzierung und jeder Ansatz von Empathie wird ausgeblendet. Der Tenor lautet: Wir gegen die!

Screenshot der Fakebook-Seite von Reinhard Flormann.

Der heutige SSB-Vorsitzende erreichte in Hagen schon einmal traurige Berühmtheit. In den Jahren 2001/2002 tobte der Korruptionsskandal bei den Stadtwerken: Untreue, gefälschten Rechnungen, Kumpanei, Vorteilsnahme und Preisabsprachen waren die Stichworte. Der damalige Stadtwerke-Prokurist Flormann fing sich als einer der Hauptbeschuldigten eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten ein.

Die bedauernde Einleitung „Solche Politiker fehlen Europa !!!“ in dem nun von ihm verbeiteten Machwerk ist seit dem Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag und fast alle Landesparlamente überholt. Es gibt sie bereits. Und auch in Hagen ist schon ein prominenter Unterstützer solcher Tiraden anzutreffen. Zu denen, die begeistert den „Gefällt-mir“-Button zu Flormanns Opus gedrückt haben, gehört ein alter Bekannter: Der Hasper Bezirksvorsteher Dietmar Thieser, Vorgänger Flormanns als Vorsitzender des Stadtsportbundes.

Warum gerade PwC?

11. Juli 2018

Ausgerechnet Wirtschaftsprüfer wurden mit Masterplan Mobilität beauftragt

Es hätte eigentlich auffallen müssen: Ausgerechnet ein Wirtschaftsprüfungskonzern wurde von der Stadtverwaltung mit der Erstellung des Masterplans Mobilität beauftragt. Und dann noch einer der „Big Four“, der weltweit größten.

An einer überwältigenden Expertise der Zahlenjongleure von PricewaterhouseCoopers (PwC) kann es nicht gelegen haben, denn die Ergebnisse sind mehr als mager. Von etwa 50 präsentierten Maßnahmen stufen die Gutachter selbst nur zwei Punkte als von hohem Nutzen ein: Angebot und Attraktivitätssteigerung des ÖPNV-Angebots sowie „Schaffung eines attraktiven Zugangs zum ÖPNV“.

Ansonsten viel in der Art: „Geringe Auswirkungen, da sich die motorisiert zurückgelegte Verkehrsmenge nicht wesentlich verändert“, „Erwartete NO2-Minderung kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen“, „geringe positive Immissionswirkungen“, „keine Wirkung“.

Das Kerngeschäft von Unternehmen wie PwC liegt allerdings auch ganz woanders, worauf zwei aktuelle Meldungen hinweisen. Umso fragwürdiger erscheint der Auftrag zur Erstellung eines „Masterplans Mobilität“ durch die Hagener Stadtverwaltung. Schließlich wirken sich Steuersparmodelle auch negativ auf die Einnahmeseite im Haushalt der Stadt aus. Das wiederum vermindert die Handlungsmöglichkeiten auch im Hinblick auf eine tatsächliche Verkehrswende.

Dazu ganz frisch:

Die fragwürdige Doppelrolle der Wirtschaftsprüfer

Hunderte Steuersparmodelle hatte die Beratungsfirma Pricewaterhouse Coopers (PWC) im Großherzogtum Luxemburg für multinationale Konzerne entwickelt, wie die auch von der Süddeutschen Zeitung 2014 veröffentlichten Dokumente „Lux Leaks“ enthüllten. Mithilfe der Wirtschaftsprüfer – und der luxemburgischen Finanzbehörden, die diese Modelle genehmigten – versteuerten die Konzerne ihre Gewinne über Jahre teilweise mit weniger als einem Prozent.

Dass die Beratungsleistung von PWC eine derart zentrale Rolle bei der Steuervermeidung gespielt hat, hindert die EU-Kommission nicht daran, ebendiese Beratungsleistung für den von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ausgerufenen Kampf für mehr Steuergerechtigkeit einzukaufen. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Steuervermeidung: EU macht den Bock zum Gärtner

EU lässt sich in Steuerfragen von Wirtschaftsprüfern beraten, die Steuersparmodelle für Konzerne anbieten

Quelle: LobbyControl

Was nicht passt, wird passend gemacht

11. Juli 2018

CDU will die Abgas-Messeinrichtungen einfach woanders hinstellen

Die Methode ist bereits von der Arbeitslosenstastik bekannt: Passen die Zahlen nicht ins politische Konzept, werden sie passend gemacht. Zum Beispiel, indem ganze Gruppen aus der Statistik entfernt werden, wie etwa die Über-58-Jährigen. Obwohl das Renteneintrittsalter sukzessive auf 67 Jahre angehoben wird. Die tatsächliche Erwerbslosigkeit liegt so knapp 1 Million höher als nach außen verbreitet.

Ähnlich versuchen jetzt die Vertreter der Autolobby vorzugehen, um die Überschreitungen der Messwerte für Luftschadstoffe nach unten zu manipulieren. Ganz vorne dabei sind Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU), NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) und – die Parteifreunde des Hagener Unions-Kreisverbands.

Gemeinsames Ziel: Die Standorte der Messpunkte sollen überprüft werden. „Wir bezweifeln, dass die NO2-Messeinrichtungen in der „Finanzamtsschlucht“ mit geltendem EU-Recht überein stimmen“, gibt Dr. Stephan Ramrath, CDU-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, die Linie vor. Nun werde von Amts wegen geklärt, ob die gewählten Messeinrichtungen richtig platziert sind.

Der im CDU-Fraktionsvorstand für Umwelt zuständige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jörg Klepper richtet seinen Blick angeblich „in die Zukunft“: „Vor uns liegt der Masterplan Luftreinhaltung, den wir am Donnerstag verabschieden müssen. Bevor wir aus diesem Maßnahmenpaket Prioritäten entwickeln und aufwändig umsetzen, brauchen wir die Klarheit, dass die gemessene Überschreitung des Stickstoffdioxid-Jahresgrenzwertes von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft tatsächlich richtig ermittelt wurde. Stimmen die Messwerte nicht, würde das vieles für die Zukunft ändern.“

„Zukunft“ soll wohl sagen: Uns ist es am Liebsten, wir lassen alles so wie gehabt. Im Zweifelsfall muss halt woanders gemessen werden, damit die Ergebnisse genehmer ausfallen. Das ist die von demagogischem Denken getriebene Logik der Lobbyisten: Wir stellen die Messpunkte irgendwo in einen Park, dann sinken die Messwerte. Dass sich an den tatsächlichen Brennpunkten der Verschmutzung dadurch überhaupt nichts ändert, ist wurscht.

Streik beim Energieversorger Enervie

11. Juli 2018

Die Mitarbeiter des Energieversorgers Enervie sind am Dienstagmorgen (10.07.2018) in einen unbefristeten Streik getreten. Sie fordern sechs Prozent mehr Lohn. (…)

Quelle: WDR

Jugend macht Stadt

11. Juli 2018

Jugend macht Stadt. Mit Ideen von heute für ein lebenswertes Hagen von morgen, welches die Interessen und Wünsche von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Realität umsetzt. Dies ist das Ziel eines Workshops am Donnerstag, 12. Juli, von 18 bis 21 Uhr im Kultopia, der im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes „Hagen plant 2035“ stattfindet.

Wie und wo wollen Jugendliche in Hagen wohnen? Welches Freizeitangebot wünschen sie sich? Antworten auf diese und weitere Fragen helfen, die Zukunft Hagens für die „junge Generation“ zu gestalten. Wer kann mitmachen? Alle Interessierten zwischen 14 und 25 Jahren können sich per E-Mail (marianne.booke@stadt-hagen.de) anmelden. Insgesamt sind 80 Plätze zu vergeben.

Die Stadt Hagen setzt bewusst auf einen gesonderten Workshop für junge Menschen, weil erfahrungsgemäß diese selten zu konventionellen Bürgerveranstaltungen kommen und dort somit meistens unterrepräsentiert sind. Weitere Informationen zu „Hagen plant 2035“ gibt es unter www.plan-portal.de/hagen.

Renaturierung des Krebsbachs im Fleyer Wald

11. Juli 2018

Im Zuge der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie renaturiert der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) den Quellbereich des Krebsbachs im Fleyer Wald. Die Renaturierung startet am kommenden Montag, 16. Juli, mit der Freiräumung des Baufeldes. Die Fertigstellung ist für Ende September 2018 geplant.

Zunächst wird der bestehende Beton-Auslauf des Regenwasserkanals im Quellbereich des Bachs abgerissen und der Taleinschnitt naturnah neu ausgebildet. Der Regenwasserkanal, der hauptsächlich das Oberflächenwasser des Autobahnzubringers abführt, wird oberhalb abgefangen und verlegt. Das Regenwasser wird zukünftig über einen sogenannten Sedimentationskanal mechanisch gereinigt, bevor es in den Bach fließt. In diesem zweizügigen Kanal wird das abfließende Wasser gebremst und Schwebstoffe können sich absetzen und Schwimmstoffe aufschwimmen.

Horizontale Gitter bewirken, dass abgesetzte oder aufgeschwommene Stoffe im Kanal zurückgehalten werden und nicht in den Bach gelangen. Über ein befestigtes Gerinne fließt das gereinigte Oberflächenwasser dem Bach flächig wieder zu. Zur Unterhaltung der Anlage wird eine rund 100 Meter lange Zuwegung in den Wald gebaut. Die Befestigung mit Rasenkammersteinen lässt eine Begrünung des Wegs zu.

Die durch den Baustellenbetrieb in Mitleidenschaft gezogenen Waldwege werden zum Ende der Baumaßnahme wiederhergestellt. Mit Baubeginn werden tiefhängende Äste über den Zuwegungen entfernt. Baumfällungen innerhalb des Baufeldes hat der WBH bereits im Herbst und Winter ausgeführt.

Investoren zeigen Interesse für das Hagener Westside-Gelände

10. Juli 2018

Der Nebel, der bislang über der künftigen Gestaltung des Westside-Areals zwischen Hauptbahnhof und der Philippshöhe waberte, scheint sich allmählich zu lichten. Der Stadtentwicklungsausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einer Rahmenplanung zugestimmt, die zwar längst noch keine rechtsverbindlichen Pflöcke einrammt, aber zumindest klare Entwicklungsziele für das Gelände festschreibt, das von Stadtbaurat Thomas Grothe weiterhin als „die hochwertigste Fläche in der Hagener Innenstadt“ bewertet wird. (…)

Quelle: wp.de

Stadtteilspaziergang „Entlang der Lange Straße“

10. Juli 2018

Wehringhausen einst und jetzt

Zu einem Spaziergang entlang der Lange Straße mit Jens Bergmann, Vorsitzender des Hagener Heimatbundes, laden am Montag, 16. Juli, von 17 bis 18.30 Uhr die Volkshochschule Hagen und der Hagener Heimatbund im Rahmen des „Hagener Urlaubskorbs“ ein.

Der Stadtteilspaziergang durch die Lange Straße bedeutet den direkten Kontakt mit einhundertjähriger Bausubstanz – mit Gründerzeit und Jugendstil. Die Idee zum Spaziergang ist in der Reihe „Wehringhausen einst und jetzt“ entstanden und präsentiert sehens- und denkwürdige Orte in Wehringhausen und deren Geschichte. Entlang der Lange Straße stehen außer beeindruckenden Häuserzeilen auch zwei Schulgebäude und zwei Kirchen, über die Jens Bergmann viel Wissenswertes erzählt.

Treffpunkt ist die Feuerwache Lange Straße/Ecke „Bergischer Ring“. Die Führung ist kostenlos und eine Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen gibt es beim Serviceteam der VHS unter Angabe der Kursnummer 1078 unter Telefon 02331/207-3622 oder hier.

Gegen Vater und Partei?

10. Juli 2018

Zwischen Studentenbewegung und traditionellem Sozialismus

Nach dem Ende des Historikergesprächs stellte sich Prof. Peter Brandt gerne den zahlreichen interessierten Fragen von Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung. Foto: FernUniversität.

Die politisch aufregenden 1960er Jahre erlebte der FernUni-Historiker Prof. Peter Brandt, Sohn von Willy Brandt, aktiv mit.

Aus dem eigenen Leben berichten und es gleichzeitig von außen betrachten, einerseits als Teil der „68er Bewegung“, andererseits mit dem distanzierten Blick des Wissenschaftlers auf die Geschehnisse damals: Dieser Herausforderung stellte sich Prof. Dr. Peter Brandt, bis zu seinem Ruhestand 2014 Professor an der FernUniversität in Hagen, in einem „Lüdenscheider Gespräch“ des Instituts für Geschichte und Biographie.

1948 geboren erlebte der Historiker die politisch und gesellschaftlich unruhigen Zeiten in West-Berlin ab Dezember 1964 mit – als politisch interessierter und aktiver Schüler und Student, als Mitglied der linkssozialdemokratischen „Falken“ und Mitbegründer einer trotzkistischen Organisation. Und als Sohn der sozialdemokratischen Ikone Willy Brandt, der 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister in Berlin war, anschließend Bundesaußenminister und ab 1969 Bundeskanzler.

Unter dem Veranstaltungstitel „Protest und Revolte in West-Berlin 1964/69. Betrachtungen aus der Perspektive des Zeitzeugen und Wissenschaftlers“ antwortete Peter Brandt auf Fragen seiner FernUni-Kollegen Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch und Edgar Liebermann M.A. Gleich zu Beginn betonte er hierzu: „Ich bin hier vor allem als Zeitzeuge. Als Wissenschaftler bin ich aber auch gehalten, mich von dem zu distanzieren, was ich selbst gemacht habe – jedenfalls analytisch.“

Studenten- versus Arbeiterbewegung

Mit 14 Jahren trat Peter Brandt, der aufgrund seines Alters kein SPD-Mitglied sein konnte, in deren Jugendorganisation „Die Falken“ ein, die in der Tradition der Arbeiterbewegung stand. Den darin vertretenen Parteien und Organisationen ging es um die politischen und sozialen Interessen der Arbeiterschaft und um die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Position – letztlich also um irgendeine Art von demokratischem Sozialismus.

Noch als Schüler kam Peter Brandt auch mit der „Vierten Internationalen“ in Berührung, einer 1938 von trotzkistischen Gruppen gegründeten linken Opposition gegen Stalin. Er wurde Ende 1966 für die „deutsche Sektion“ dieser halbkonspirativen Gruppe „rekrutiert“ und blieb einige Jahre Mitglied. Sie versuchte, die SPD, die „Falken“ und die Gewerkschaften zu beeinflussen und zu unterwandern.

Damit stand er im Widerspruch zur Politik seines in Berlin „ungemein populären“ Vaters: „Ich wollte ihm nie politisch schaden, wir hatten trotz politischer Differenzen ein ganz gutes Verhältnis.“ Willy Brandt akzeptierte, dass sein Sohn seinen eigenen politische Weg ging, hatte er doch selbst als junger Mann weit links von der SPD gestanden: „Erfahrungen muss man selbst machen.“

„Als Willy Brandt noch im Schöneberger Rathaus residierte, stand Peter, der Marx wie Marcuse verehrt und sich Trotzkist nennt, bereits gegen Papa und Partei“, schrieb der SPIEGEL in seiner Ausgabe 24/1968. Brandt korrigiert: „Mit Marcuse hatte ich nie etwas im Sinn.“

Politisierte Gesellschaft

West-Berlin sah sich damals als Bollwerk des Westens gegen den Kommunismus, auch den in der „Zone“ (der DDR). Das galt nicht nur für die Springer-Zeitungen, sondern ebenso für die SPD. Laut Peter Brandt hielten sie viele für „die CDU der Bundes-SPD“. Der Mauerbau und die ständige Gefahr, dass weltpolitische Spannungen wie die Kuba-Krise vom Oktober 1962 sich auf die Stadt auswirkten, schufen eine politische Optik, die alles durch den Filter „Ost-West-Konflikt“ wahrnehmen ließ.

Insgesamt waren die Menschen, auch die jungen, damals sehr viel stärker politisiert als heute. In der „Studentenbewegung“ gab es daher verschiedene Richtungen. Eine davon vertraten „Die Falken“, eine andere der „Sozialistische Deutsche Studentenbund“ (SDS), bis zu seinem Ausschluss aus der SPD 1961 deren Hochschulverband. Der SDS hatte großen Einfluss auf die „Studentenbewegung“ und verstand sich als Teil der deutschen Außerparlamentarischen Opposition.

„Im SDS fand sich vor 1968 ein wachsender Kern von kritischer Intelligenz zusammen. Man konnte hier markante Leute links vom Mainstream persönlich kennenlernen.“ Besonders faszinierte das „hohe Niveau der Redeschlachten mit und gegen Rudi Dutschke“, erinnerte sich Brandt.

War Peter Brandt Teil der 68er-Bewegung? wollte Prof. Schlegelmilch wissen. „Jein“, antwortete dieser. Seine damalige Position ist nicht einfach zu definieren. Er war politisch aktiv, aber nicht in seiner Eigenschaft als Student. Brandt und Dutschke schätzten sich, doch unterstützte Brandt nicht alle Positionen Dutschkes. Vielmehr stand er von den Falken – einem der Stränge der „Außerparlamentarischen Opposition“ (APO) – kommend geistig in der Tradition der Arbeiterbewegung. Der SDS war ein anderer Strang. Das in die APO mündende Rinnsal der alten Arbeiterbewegung und der SDS hatten aber auch Überschneidungen, sie waren antikapitalistisch und antistalinistisch, „gegen Ulbricht und gegen Adenauer bzw. dessen Nachfolger“, so Brandt.

„Meine Gruppe hat nicht, wie manche frisch politisierten Studierenden, gedacht, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse innerhalb kurzer Zeit geändert werden könnten – ich habe eher mit Jahrzehnten gerechnet.“ Sie versuchte, ihre Ziele auf dem Weg langfristig angelegter Aufklärungs-, Organisierungs- und Mobilisierungsarbeit zu erreichen.

Nach dem Ende der 68er Bewegung gingen die Protagonisten verschiedene Wege: Manche gingen zu den Sowjet-Kommunisten oder gründeten maoistische Kleinparteien, andere ein Vierteiljahrhundert später zu den Grünen. Einige wurden Linksterroristen. Viele wurden SPD-Mitglieder. 1994 auch der Sohn von Willy Brandt.

Verkehrswende? Vielleicht – in 17 Jahren

9. Juli 2018

Nichts Entscheidendes im Masterplan Mobilität

Der am Donnerstag im Rat der Stadt Hagen vorgestellte „Masterplan Mobilität“ enttäuscht auf ganzer Linie. Das vorrangige Ziel des Masterplanes sollte nach Angaben der Planverfasser darin bestehen, eine Verkehrswende in Hagen einzuleiten. Die dazu vorgeschlagenen Maßnahmen werden allerdings nicht ansatzweise ausreichen.

Angepeilt wird eine Umschichtung im sogenannten Modal Split (also der Verteilung der zurückgelegten Wege auf einzelne Verkehrsmittel). Der Anteil des Umweltverbundes aus öffentlichem Verkehr sowie Rad- und Fußverkehr an den zurückgelegten Wegen der Hagener Bürgerinnen und Bürger soll auf 50 Prozent steigen. Aber erst bis 2035 – also in 17 Jahren. Heute liegt dieser Anteil nur bei 38 Prozent, während der Pkw-Verkehr mit 62 Prozent überproportional hoch ist.

Auf 147 Seiten bietet der Masterplan im Wesentlichen eine Zusammenstellung von sowie schon geplanten oder diskutierten Maßnahmen, ergänzt durch mehr oder weniger fundierte Berechnungen der Auswirkungen auf die zu erwartenden Reduzierungen (oder auch Nicht-Reduzierungen) der Abgasemmisionen. Flächenfraß und Lärm spielen dagegen beispielsweise keine Rolle.

So legen die Gutachter einen Schwerpunkt auf den Ausbau des Radverkehrs, ohne dass es ihnen möglich ist, positive Folgen zu prognostizieren. Es bleibt bei Vermutungen wie beim „City Vorrang Fahrrad (Fahrradstraßen)“: „Es werden leichte positive Auswirkungen auf den Modal Split erwartet. Da auf den einzelnen Verkehrswegen der Stadt Hagen keine Erhebung der Radfahrer durchgeführt wird, ist eine Abschätzung mit konkreten Zahlen hier nicht so ohne weiteres möglich.“

Oder: „Noch schwieriger wird eine konkrete Abschätzung der Radverkehre aus den Stadtteilzentren und Vororten in oder durch die Innenstadt. Hier sind ebenfalls zurzeit keine belastbaren Radverkehrsmengen vorhanden.“

Trotzdem gehen die Gutachter von einer Verdoppelung des Radverkehranteils am Modal Split aus – allerdings auf niedrigem Niveau: von 3 auf 6 Prozent.

Für die Erreichung der Mobilitätswende in Hagen spiele der öffentliche Verkehr eine entscheidende Rolle, schreiben die Gutachter. Dazu gehöre vor allem der Ausbau des ÖPNV-Angebots, durch beispielsweise Taktverdichtungen und die Schließung von räumlichen und zeitlichen Bedienungslücken durch die Ausdehnungen des Bedienungszeitraums und -gebietes. Grundsätzlich gelte es, die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in Hagen weiter zu steigern.

Banalitäten. Warum werden Gutachter für solche „Erkenntnisse“ bezahlt, die zudem sowohl zeitlich als auch inhaltlich hinter den Realitäten zurückbleiben? Konkrete Verbesserungsvorschläge zum ÖPNV sind längst in einem Arbeitskreis von zwei Ratsausschüssen erarbeitet worden.

Das gilt auch für den im Gutachten genannten Punkt „Busspur Körnerstraße“. Längst geplant, nur – wie so häufig in Hagen – noch nicht umgesetzt. Vielleicht ist ja gerade keine weiße Farbe auf dem Markt.

Was in der Liste der Gutachter völlig fehlt, sind irgendwelche Vorschläge, den Pkw-Verkehr Restriktionen zu unterwerfen. Eine Umverteilung der Verkehrsflächen wird nur mit äußerster Zurückhaltung angepeilt: Neben der Busspur Körnerstraße wird nur noch die Einrichtung von Radwegen auf dem Graf-von-Galen-Ring erwähnt. Aber hier wollen bekanntlich die Freunde des Fernbusverkehrs schon eine 9 Meter breite Haltestelle einbauen. Da bleibt dann für Radwege wohl kein Platz mehr.

Der Katalog ließe sich endlos fortsetzen, aber damit sollen sich bitte die Ratsmitglieder beschäftigen, denen man allerdings die Pistole auf die Brust gesetzt hat: Schon am Donnerstag dieser Woche muss beschlossen werden. Da bleibt nicht mehr viel Zeit zum Lesen.

Masterplan Mobilität (pdf)

Horst Wisotzki für atomare Abrüstung

9. Juli 2018

Flaggentag in Hagen

Zahlreiche Passanten unterschrieben am 7. Juli einen Appell an die Bundesregierung, den UN-Vertrag für ein Atomwaffenverbot zu unterzeichnen. Mitglieder der Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN führten aus Anlass des Flaggentags eine Informationsaktion zu diesem Thema in der Innenstadt durch. Zuvor hatte vor dem Rathaus ein kleiner Festakt unter der Flagge der „Bürgermeister für den Frieden“ stattgefunden.

„Es ist eine Selbstverständlichkeit für jeden Bürgermeister, für atomare Abrüstung einzutreten“, erklärte Bürgermeister Horst Wisotzki in einer kurzen Ansprache. Besonders wandte er sich an die Jugendlichen der Gruppe East-West-East Germany, die in kleinen Szenen die Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges darstellten. Der Vorsitzende des HAGENER FRIEDENSZEICHENs, Dr. Christian Kingreen, erinnerte daran, dass vor einem Jahr 122 Staaten der UN einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beschlossen haben. Es gehe jetzt darum, auf die Bundesregierung einzuwirken, damit sich Deutschland diesem Vertrag anschließt.

Bürgermeister Horst Wisotzki unterzeichnete als erster das lange Banner, auf dem die Unterschriften gesammelt werden (Foto: privat). Es wird zusammen mit den Unterschriftenlisten im Oktober der Bundesregierung übergeben werden. Die Unterschriftenaktion in der Innenstadt war der Auftakt einer längerfristigen Kampagne, die zurzeit in ganz Deutschland stattfindet.

„Hagen stellt sich der atomaren Verantwortung im atomaren Zeitalter“, erklärte Dr. Kingreen weiter. Er erinnerte daran, dass Hagen seit 1984 Mitglied der „Majors for peace“ ist, einer internationalen Vereinigung, gegründet von den Bürgermeistern der Städte Hiroshima und Nagasaki. Der Flaggentag wurde in 200 deutschen Städten und über 6.000 Städten weltweit begangen.

Hagens SPD warnt vor Stillstand durch das Spardiktat

9. Juli 2018

Eine durchaus selbstbewusste Bilanz zieht die SPD-Ratsfraktion zur politischen Sommerpause. Die Genossen warnen vor einem zu radikalen Sparkurs. (…)

Quelle: wp.de


%d Bloggern gefällt das: