Radweg auf der L 700 besser auf Dauer anlegen

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Kritik an der Finanzierung aus Planungsmitteln für Fußgänger

von Heidi Wenke (VCD) und Michael Schröder (ADFC)

Am Mittwoch wurde auf DOPPELWACHOLDER.DE der Plan der Stadt Hagen angekündigt, im Rahmen der diesjährigen Stadtradeln-Aktion für 5 Wochen (25.09. – 30.10.) die jeweils rechte Fahrspur auf der viel befahrenen Enneper/Kölner Straße (L 700) in Haspe zwischen Haenelstr und In der Wacht in eine Radspur umzuwandeln.

Diese Maßnahme, auch wenn sie nur vorübergehend ist, begrüßen wir grundsätzlich und nachdrücklich. Auch wenn der geplante Zeitraum für eine verlässliche Evaluierung im Hinblick auf eine dauerhafte Einrichtung dieses Radweges recht kurz erscheint, erwarten wir von dieser Veränderung eine deutliche Verbesserung für den Radverkehr in Punkto Sicherheit und Fahrkomfort, die geeignet ist zu seiner gewünschten Steigerung beizutragen. Darum sollten im Sinne einer Verkehrswende die neuen, breiten Radspuren nicht nur temporär sein, sondern in Zukunft zur Dauereinrichtung werden.

Der bisher in diesem Bereich eingezeichnete Schutzstreifen ist besonders dort wo geparkt wird, höchst gefährlich für die Radelnden, zumal er – wie die Stadt inzwischen einsieht – zu schmal ist. Darum wird er auch unter Radfahrenden als Gefährdungsstreifen bezeichnet, welches wohl eher zutrifft.

Durch die parkenden Autos sind die Radelnden einerseits immer der Gefahr ausgesetzt, einen sogenannten Dooring-Unfall zu erleiden, wenn ein unachtsamer Autofahrer plötzlich die Tür öffnet. Und andererseits wird in der Regel der vorgeschriebene Mindest-Überholabstand von 1,50m von vielen Autofahrern nicht eingehalten, da die Markierung ihnen suggeriert, dass sie bis an die gestrichelte Linie fahren dürfen.

Unter den Radelnden befinden sich auch Schüler der beiden angrenzenden Schulen (Gesamtschule Haspe, Rudolf-Steiner Schule) die z. Zt. zu ihrer eigenen Sicherheit häufig auf dem Bürgersteig fahren, besonders in Richtung Gevelsberg, auch wenn sie auf Grund ihres Alters (ab 10) dazu nicht mehr berechtigt sind. Gerade auch für sie stellt eine breite und sicherere Radspur eine wichtige Voraussetzung dar, dass sie ihren Schulweg gefahrlos und zügig mit dem Rad bewältigen können, ohne dass es zu Konflikten mit Fußgängern kommt.

Wir hoffen also, dass die Maßnahme von den politischen Gremien beschlossen wird. Allerdings kritisieren wir die Absicht, die Kosten von 20.000 € aus den Planungsmitteln für das Fußgänger-Verkehrskonzept zu decken. Erklärtes Ziel des Radweges ist doch, Autofahrer – nicht Fußgänger – zum Umsteigen auf’s Rad zu bewegen. Daher sollten die Kosten aus den Planungsmitteln für den Motorisierten Individualverkehr (MIV) bestritten werden.

2 Antworten to “Radweg auf der L 700 besser auf Dauer anlegen”

  1. Reinhard Stich Says:

    Jeder radfahrende Mensch in Haspe (dazu gehören dem Augenschein nach z.Zt. nicht viele Schüler/Lehrer/innen der genannten Schulen) , der eine Minute länger Zeit mitbringen kann, wird den Radweg längs der Hauptstrasse meiden und den wenig genutzten Rad/Fussweg parallel durch den Park auf der ehemaligen Talbahntrasse von der Hähnel bis zur Martinstrasse nehmen oder bis zur Harkortstrasse den Weg längs der Ennepe. Der Versuch wird mangels Aussagekraft scheitern – vielleicht gewollt und Geld für Fussgänger verschwendet.

  2. Illkatte Says:

    Ich stimme Reinhard Stich voll zu. Es bringt nichts, einen Radweg über eine Hauptverkehrsstraße zu legen, wenn parallel ein viel schönerer und sicherer verläuft.
    Besser sollte die Kölner- und Enneperstr. zu einer Allee umgebaut werden! Aber mit richtigen Bäumen und nicht so mickrigen Gewächsen wie bei Brandt und wie sie in Hagen insgesamt in Mode sind. Das sind Büsche auf Staken, die für Klima und Optik kaum etwas bringen. Wenn so ein „Baum“ dann irgendwie mal verschwindet, fällt es kaum auf – und niemand protestiert!!

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