Fast jedes dritte Kind in Hagen lebt von Hartz IV

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DGB fordert Aktionsprogramm für arme Familien

Regelmäßig wird die Armut von Kindern in Stadt und Land beklagt. Der DGB in der Region Ruhr Mark hat eine aktuelle Übersicht über die Entwicklungen in den Städten und Kreisen erarbeitet. Dabei verweist er speziell auf die Datenlage in Hagen.

Für DGB-Geschäftsführer Jochen Marquardt eine große Herausforderung, die aktiv bekämpft werden muss. Bei uns in Hagen leben immer noch 6.704 Kinder in Hartz-IV-Verhältnissen. Dies sind 28,2 Prozent aller in Hagen lebenden Kinder unter 15 Jahren bzw. mehr als jedes 4. Kind. Damit ist die Hartz-IV-Armut unter Kindern stärker verbreitet als bei Menschen im Erwerbsalter. Dort ist „nur“ jede/r Siebte auf Hartz IV angewiesen.

Nach zehn Jahren Hartz IV ist die Armut von Kindern in Hagen gering gesunken. Die Zahl der Kinder im Hilfebezug ist von über 7.000 in 2005 zuerst auf 7.580 angestiegen, um in den Folgejahren auf 6.346 zu sinken. Seit 2013 ist die Zahl auf 6.700 angestiegen.

kinder.hartziv.hagenQuelle: DGB, Jahresdurchschnittszahlen (außer für 2014)

Besonders kritisch ist, dass gerade Kinder meist lange auf Hartz-IV-Niveau leben müssen. Die Armutsforschung zeigt deutlich, dass längere Lebensphasen in Armut bei Kindern deren berufliche und persönliche Chancen im gesamten Leben nachhaltig schädigen. In Hagen sind 47,7% der erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher/innen vier Jahre oder länger im Hilfebezug. Bei den 7- bis 14-Jährigen sind es hingegen 60,3%.

Deshalb fordert der DGB ein Aktionsprogramm gegen Kinder- und Familienarmut. Der Bund sollte die Hälfte seiner Mehreinnahmen infolge der Einführung des Mindestlohns für diesen Zweck aufwenden. Mit regionalen Netzwerken, auch bei uns in Hagen, sollte es dann unter Einschluss der Kommune, der Sozialpartner, Wohlfahrtspflege und Vereinen, umgesetzt werden.

Ziel ist, dass kein Kind in einer Familie aufwächst, in der beide Eltern dauerhaft keiner Erwerbstätigkeit nachgehen oder an einer Fördermaßnahme teilnehmen. Bei Alleinerziehenden sollte zumindest eine sozialversicherte Teilzeitarbeit das Ziel sein. „Hartz IV darf nicht zum ‚Lebensstil ́ werden oder gar vererbt werden, sondern sollte endlich zu dem werden, was ursprünglich politisch intendiert war: Hilfestellungen aus einer Hand zur Überwindung einer vorübergehenden Notlage!“, so Marquardt.

In jedem dritten Hartz-IV-Haushalt in Hagen leben Kinder unter 15 Jahren und davon wiederum fast in jedem zweiten Haushalt nur 1 Kind.

Die Auseinandersetzung mit Kinderarmut gehört für den DGB auf einen der vorderen Plätze auf die Agenda des Jahres 2015. Es gilt mit aller Konsequenz und nachhaltig nach Lösungen zu suchen, die die Armut überwinden helfen und Rahmenbedingungen für ein gutes Leben in der Stadt zu sichern. Nicht nur die großen Probleme in der Gestaltung der Lebensbedingungen ist für die Gewerkschaften eine große Verantwortung der Politik.

Für Jochen Marquardt muss sie durch vielfältige Maßnahmen angegangen werden. „Wo es arme Kinder gibt, gibt es auch arme Eltern. Wir benötigen Familienprogramme, die alle Facetten betrachten und dazu beitragen die Daseinsversorgung – und –vorsorge zu gewährleisten. Das betrifft nicht zuletzt auch die Chancengerechtigkeit und Zukunftsperspektiven in Bildung und bei Zugängen zu Kultur und guter Arbeit.“

Dazu fordert der DGB ein Umdenken in der Stadtpolitik, die nicht weiter kürzen dürfe sondern mit Konsequenz für die erforderlichen Einnahmeverbesserungen durch eine gerechte Steuerpolitik eintreten müsse.

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Eine Antwort to “Fast jedes dritte Kind in Hagen lebt von Hartz IV”

  1. Letzte Umleitung vor der Ausfahrt … Guten Rutsch! Break On Through (To the Other Side) | zoom Says:

    […] Armut: Fast jedes dritte Kind in Hagen lebt von Hartz IV … doppelwacholder […]

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