Verkehrswende? Schwachsinn mit Tretrollern

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Aber nur noch ein Carsharing-Fahrzeug in Hagen

Die Hagener Stadtpolitik hat sich eine „Verkehrswende“ auf die Fahnen geschrieben. Pläne und Konzepte liegen in den Schubladen, werden aber kaum umgesetzt. Es handelt sich um ein Ablenkungsmanöver, bei dem möglichst wenig verändert werden soll.

Fahrräder sind jetzt groß in Mode, sogar bei den Hobbyradlern im Pressehaus scheinen sie (mit dem Mund) das Verkehrsmittel der Wahl zu sein. Glaubwürdig ist auch das nicht. Vor allem sind sie nicht die Lösung des Problems, die 100.000 in Hagen zugelassenen Pkws zu dezimieren.

Dazu wäre ein verstärkter Umstieg auf den ÖPNV nötig. Um den attraktiv zu machen, müssten Umsteiger im Bedarfsfall unproblematisch auf Fahrzeuge zurückgreifen können, um Einkäufe oder Transporte erledigen zu können. Carsharing wäre das Gebot der Stunde.

Aber das hat die Hagener Politik – wie so vieles andere – nicht auf dem Schirm. Stattdessen wird der Schwachsinn mit Tretrollern weiter vorangetrieben. So soll ab März die Anzahl dieser Spaßvehikel noch von 60 auf 80 erhöht werden, wie zwischen Stadt und Anbieter vertraglich vereinbart wurde. Einen entsprechenden Bericht der Verwaltung hat erst kürzlich die Bezirkszertretung Haspe ohne Widerspruch „zur Kenntnis genommen“.

Tretroller werden von der Hagener Verwaltung ernsthaft als Beitrag zur Verkehrswende eingestuft, während die Verantwortlichen anderer Kommunen, die diese Funprodukte schon vor längerer Zeit zugelassen haben, inzwischen darum bemüht sind, den Schrott aus ihren Straßenräumen wieder zu entfernen.

Mit der sinnvollen Ergänzung zum ÖPNV in Form von Carsharing sieht es dagegen mau aus. Nur noch ein (!) Fahrzeug steht in dieser Stadt mit 190.000 Einwohnern zur Verfügung. Der Wagen ist beispielsweise in dieser Woche bis Freitagabend komplett ausgebucht, Alternativen stehen im Stadtgebiet nicht zur Verfügung.

Selbst gutwillige Mitbürger werden so ausgebremst, eine „Verkehrswende“ steht nach wie vor nur auf dem Papier und Fahrzeugkolonnen fluten weiter die Stadt. Könnte man besser haben – aber der Wille fehlt. Andere Interessen, wie die von Tretrollerfirmen, haben Vorrang.

Die gewählten Volksvertreter, vorne weg die Vereinsmatadore in den Bezirksvertretungen, sind erkennbar nicht dazu in der Lage, die gravierenden Verkehrsprobleme der Stadt zu lösen. Einsicht und Weitsicht: Fehlanzeige – quer durch die Parteien.

Eine Antwort to “Verkehrswende? Schwachsinn mit Tretrollern”

  1. Umleitung: Baerbock, Rechter Kriegtourismus, Russlands Krieg, Ruhrfestspiele, Voerde vs. Dinslaken und Schwachsinn mit Tretrollern – zoom Says:

    […] Verkehrswende? Schwachsinn mit Tretrollern: Aber nur noch ein Carsharing-Fahrzeug in Hagen … doppelwacholder […]

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