Dümmer geht’s nimmer

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Hagens Politik bekämpft Stadtbäume

Auch die Hagener leiden seit Wochen unter der extremen Hitze. Linderung wäre möglich, zum Beispiel durch ein Aufforstungsprogramm im Bereich der Stadtstraßen. Das ist aber politisch nicht gewollt, vorne mit dabei sind ausgerechnet die „Grünen“.

Der Klimawandel wirkt sich in Städten besonders deutlich aus. Viele Menschen leiden unter der zunehmenden Hitzebelastung im Sommer. Die positive Nachricht ist: Stadtgrün kann einer Überhitzung der Städte effektiv entgegenwirken.

„Stadtbäume, Fassaden- und Dachbegrünungen tragen durch Verschattung, Isolierung und Verdunstungseffekte zur Abkühlung bei. Urbanes Grün macht unsere Städte widerstandsfähiger gegen den Klimawandel und gleichzeitig attraktiv und lebenswert. Stadtnatur muss daher als grüne Infrastruktur verstärkt gefördert und ,ausgebaut‘ werden“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel zur Eröffnung einer vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) veranstalteten internationalen Fachkonferenz in Bonn.

Die fand 2015 statt. In Hagen ist die Botschaft bis heute nicht angekommen.

Hier lässt der Hasper Vorortkomiker Dietmar Thieser (SPD) mit einstimmiger Unterstützung seiner Bezirksvertretung – auch die sogenannten „Grünen“ sind dort vertreten – die Fußgängerzone abholzen. Begründung: Die Bäume würden „den Straßenraum verschatten“. Genau das wäre angesichts heißer werdender Sommer zu wünschen, aber die intellektuellen Kapazitäten für derartige Erkenntnisse sind in dem Gremium offensichtlich nicht vorhanden.

Nicht besser sieht es woanders aus. So wurde selbst der äußerst bescheidene Vorschlag der SPD-Fraktion, 150 Neupflanzungen für gefällte „Gefahrenbäume“ in den Haushalt einzustellen, abgelehnt. Finanziert werden sollte die Maßnahme nach Vorstellung der Sozialdemokraten mit Hilfe privater Spender.

Dagegen beantragte die Hagener Allianz des Grauens unter Beteiligung der sogenannten „Grünen“: „Die Initiative zur Pflanzung von Stadtbäumen wird nicht im Rahmen des Haushaltsplanentwurfs 2019/2020 etatisiert und thematisiert.“ Vulgo: Abgelehnt.

Soweit es im Sitzungsprotokoll festgehalten wurde, hat sich der Haupt- und Finanzausschuss unter diesem Tagesordnungspunkt weniger über den Sinn von Stadtbäumen unterhalten, dafür über Gott und die Welt.

Thieser (SPD): „Bei der gestrigen Sitzung des Fachausschusses Gebäudewirtschaft sei beispielsweise mit der geplanten Umgestaltung des Eingangsbereiches im Bürgeramt eine 260.000 Euro teure Maßnahme erwähnt worden, die zuvor weder diskutiert noch beschlossen worden sei.“ Knapp vorbei ist auch daneben.

Riechel („Grüne“): Um Impulse zu setzen, müssten die finanziellen Mittel zur Umsetzung vorhanden sein. Die aufgeführten Vorschläge der SPD-Fraktion summierten sich auf etwa 10 Mio. Euro, die strukturell jährlich mehr eingespart werden müssten.“ Das hat zwar nichts mit den 150 Bäumen zu tun, ist aber auch egal. Hauptsache, man hat irgendwas gesagt.

Und so geht es weiter. Von Neuanpflanzungen von Stadtbäumen ist nicht mehr die Rede, dafür umso mehr von der Unterwerfung unter das Finanzdiktat der Bezirksregierung. Allein für die 170.000 Euro, die der Stadtrat (mit Zustimmung der „Grünen“) und der Wirtschaftsbetrieb Hagen den Obsessionen des wildgewordenen Haspers und seiner Gefolgsleute zur Verfügung gestellt haben, hätten nach dem Berechnungsschema des SPD-Antrags 85 neue Stadtbäume gepflanzt werden können. Die hätten in heißen Sommermonaten das Stadtklima verbessern können.

Was Hagen dringend bräuchte, wäre eine systematische Strategie zur Anpflanzung von Stadtbäumen, ein Programm zur Entwicklung von Alleen an kahlen Straßen. Das wäre ein Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas. Leider steuert die Hagener Politik in die entgegengesetzte Richtung. Dümmer geht’s nimmer.

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3 Antworten to “Dümmer geht’s nimmer”

  1. Geerdet Says:

    Und was 1000-jährige Linden den Jungspunden erzählen könnten …

  2. Allan Qutermain Says:

    Es kann aber auch daran liegen. dass eine der Hagener Töchter,
    mit viel TamTam einen Harvester in Betrieb genommen hat.

    Mit diesem Gerät kann man Bäume über 15 Meter Höhe,
    per Fernbedienung Fällen und in Handliche Größen zersägen.

    Das Gerät hat immer hin viel Geld gekostet und muss deshalb
    am besten in 24 Stundenschichten, 7 Tage die Woche eingesetzt werden.

    Und da bieten sich die Abholzaktionen des Hasper Sonnenkönig mit
    seinen Vasalen aus den Grünangestrichenen, Hagen Unaktiv und
    den Unlinken förmlich an.

    Mir ist nicht bekannt, das eine der Töchter der Stadt Hagen ein Gerät angeschafft hat, womit man Baumsetzlinge oder ganze Bäume einpflanzen kann.

    Vor Jahren ist das Mal passiert, auf dem ehemaligen Hüttengelände.
    Der jetzigen Bezirkssportanlage. Aber da hiess der oberste politische Vertreter nicht Thieser, oder Weber.
    Imposant sah das aus, 15 Meter Hohe Bäume wurden mit Wurzelwerk umgesetzt. Heute Undenkbar, nicht nur wegen den Kosten. Dazu fehlt eine politische Mehrheit.

    ws. zwischenzeitlich sich die Gruben auf der Voerderstr. mit den Spritzbeton, angesehen?

    Ich warte darauf, das die ersten Sonnenanbeter in der Fuzo Haspe, sich zum Bräunen, auf ihre mitgebrachten Sonnenliegen breitmachen.

    Aber auch ein paar Strandkörbe wären dort nicht schlecht. Es gibt bestimmt Private Spender dafür?
    So unter dem Motto, in Beerdigungsinstitut XYZ gesponserte Strandkörbe liegen sie richtig.

    Nicht vergesssen, Sonnenschutzfaktor 50 ist angesagt.

    Ein Witz noch zum Abschluss.
    Am Hüttenplatz/Vollbrinkstr. gibt es bald einen Leerstand weniger.
    Da zieht KUKe Mal ein. Es gibt ja. auch so wenige davon in Hagen.
    Was dieser Billigladen nicht hat, hat bestimmt die Schwesterfirma mit Namen Teddybär oder so ähnlich.
    Darauf haben den Hasper bestimmt gewartet?

  3. Umleitung: Bigfoot Family komplett … Polizeigesetze, allgemeine Dienstpflicht, Hitze und Klimawandel, der Dunkle Wald und mehr … Wald | zoom Says:

    […] Dümmer geht’s nimmer: Hagens Politik bekämpft Stadtbäume … doppelwacholder […]

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