WPWR säubert eigenen Artikel

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Zeitung lässt den Namen Muamer Andelija von der Bildfläche verschwinden

wp-artikel-andelija-originalOriginal-Artikel vom 30.12.2015, inzwischen vom Namen des Protagonisten gesäubert. Screenshot: DW.

Was treibt das Hagener Einheitsblatt dazu, einen Namen aus einem Artikel zu entfernen, der vor mehr als einem Jahr erschienen ist? Irgendwelche Winkeladvokaten, die urplötzlich auf den Plan getreten sind? Wenig wahrscheinlich bei einem Medien-Imperium, das über eine gut ausgebaute Rechtsabteilung verfügt, die in der Vergangenheit schon Kandidaten Paroli geboten hat, die heute städtischen Gesellschaften vorstehen.

Mitgefühl für jemanden, dem die Gerüchteküche Drogenprobleme nachsagt? Nun, das sind wie gesagt Gerüchte, und diese Geschichten sind in der heimischen Presse nie erwähnt worden. Und selbst wenn, wäre es kein Grund, einen Uraltartikel nach so langer Zeit zu säubern.

So geschehen aber in der Online-Ausgabe der Hagener WPWR. Schon gestern war aufgefallen, dass in der Berichterstattung des Blattes über Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung des SPD-Ortsvereins Altenhagen der Name des vermeintlichen Verursachers fehlte. Obwohl dieser in der Vergangenheit genannt wurde und inzwischen staatsanwaltliche Ermittlungen gegen den Ratsherrn angesetzt sind.

Merkwürdig erschien auch ein Wortwechsel auf der Fakebook-Seite der WP zwischen SPD-Mann Dietmar Thieser und dem stellvertretenden Leiter der Hagener Lokalredaktion, Martin Weiske, über angebliche „Hintergründe“, die bekannt seien, aber nicht in die Öffentlichkeit gehörten.

Jetzt stellt sich heraus, dass das Einheitsblatt einen Artikel vom 30. Dezember 2015, der dubiose Mietzahlungen des Ratsmitglieds Muamer Andelija zum Thema hatte, dahingehend umfrisiert hat, dass der Name des Betreffenden komplett entfernt wurde.

Hieß es im Originalbeitrag noch:

„Muamer Andelija, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Altenhagen, hat seine Mietschulden zunächst vom Parteikonto beglichen. Eine peinliche Panne, die er mittlerweile korrigiert hat“,

lautet die neue Version:

„Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Altenhagen hat seine Mietschulden zunächst vom Parteikonto beglichen. Eine peinliche Panne, die er mittlerweile korrigiert hat.“

Und so ziehen sich die „Korrekturen“ durch den gesamten Artikel. Was mag wohl die lokale Einheitsredaktion dazu bewogen haben, einen mehr als ein Jahr alten Beitrag von jedem Hinweis auf den einer Unterschlagung bezichtigten Ratsherrn zu säubern und damit Muamer Andelija von der Bildfläche der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden zu lassen?

Mitgefühl mit persönlichen Schwächen eines politischen Repräsentanten wird es kaum gewesen sein, denn die wurden doch nie thematisiert. Näher liegt da schon der Verdacht politischer Kumpanei zwischen Pressehaus und bestimmten Figuren des Rathaus-Milieus. Aber auch hier liegen die Hintergründe bislang völlig im Verborgenen.

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2 Antworten to “WPWR säubert eigenen Artikel”

  1. Kranich Muss Says:

    Man muß die Figuren des Rathaus-Milieus ja gar nicht höher schaukeln als von dort, wo sie teilweise ohnehin schon nicht hingehören. Und als Vorbilder ( s. Vorartikel ) taugen nun gerade sie eher nicht, stehen nur mehr im Licht der Öffentlichkeit, wenn auch im Westentaschenformat.
    Aber merkwürdig, insbes. die retrospektiven Handlungen der Redaktion, ist es schon. Wenn schon bestimmte Hintergründe für eine Zeitung nicht akzeptabel sind, hätte Hr. Weiske den Artikel wohl am besten gar nicht geschrieben. Aber dann hätte man vielleicht gar nicht gewußt, was man denn nun an diesem Tag schreiben soll..

  2. Allan Quatermain Says:

    Das die wp/wr auf den Seiten von Hagen nicht alles druckt, kann man sehr einfach feststellen.
    Man muss nur die Nachrichten der Polizei-Hagen.de mit dem gedruckten Wort in der wp/wr vergleichen.

    Da werden Presseberichte der Polizei erst gar nicht veröffentlicht!

    Eine andere Aufgabe der hiesigen Presse ist auch,
    die Hagener Zustände in der Politik kritisch begleiten.

    So mancher Redakteur von wp/wr in den Nachbarstädten ist nach seinen Arbeitsleben auf einmal dicke drin in das Parteigeschehen.
    Zu einen kleinen Zubrot, Steuerfrei neben der Rente ist man doch nicht abgeneigt.

    Und Interessanter ist ein Bericht über den Kleingartenverein xyz
    doch allemal?

    Wie war noch mal der Spruch von unabhängiger Presse:

    „Wir sind nur der Wahrheit verpflichtet.“

    Wer´s glaubt.

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