Breckerfeld: Nach Kinnschlag vollzieht Ratsherr Kehrtwende

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Wolfgang Duchscherer wollte nach einem Kinnschlag vor der Kommunalwahl in Breckerfeld zurücktreten. Jetzt hat er seine Meinung geändert. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Ein Panoptikum auf dem Dorfe in mehreren Akten. Bürgerengagement sei eine der Stärken der Hansestadt Breckerfeld (9.000 Einwohner) und das mache ihre Attraktivität aus, lobt sich die Gemeinde auf ihrer Website. Vor langer Zeit begehrt und berühmt gewesen sei ein Kurzdolch namens „Breckerfelder“. Später mag man sich auch nach festen Regeln mit Pistolen in romantischen Landschaften duelliert haben. Aber heute wird das „Bürgerengagement“ eher mit Fäusten auf öden Parkplätzen ausgetragen, wie man inzwischen weiß.

Der dort Kinngeschlagene, der Breckerfelder Ratsherr Jürgen Niehaus, rückte einst, es war 2009, auf dem Ticket der Grünen in die Bürgervertretung ein. Denen kehrte er 2017 den Rücken, nahm sein Mandat mit und schloss sich der ebenfalls im Rat vertretenen Wählergemeinschaft an. Die platzierte ihn vor der diesjährigen Kommunalwahl auf Platz 1 ihrer Reserveliste.

Der zweite Akteur im Breckerfelder Kuriositätenkabinett, der Kinnschläger Wolfgang Duchscherer, ist seit drei Jahrzehnten bei den dortigen Grünen aktiv und war bei der Kommunalwahl 2020 ihr Spitzenkandidat. Dann aber kam der 22. August, ein Samstag.

Es begab sich also zu der Zeit, dass wohl ein Gebot der Gattinnen ausging, dass Einkäufe für das Wochende zu erledigen seien. Diese Direktive endete in einem folgenschweren Zusammentreffen zwischen dem Ex-Grünen Niehaus und dem Noch-Grünen Duchscherer auf dem Parkplatz des örtlichen Edeka-Supermarktes.

Nach einer verbalen Auseinandersetzung setzte Duchscherer zu einem Hieb auf das Kinn seines Kontrahenten an und Niehaus ging in die Horizontale. Ob die Herren ihre Einkäufe schon erledigt hatten oder sie diese nach dem Showdown noch erledigen konnten, ist nicht überliefert.

Drei Tage nach dem Vorfall am „Windmühlencenter“ vor den Toren des Schlaf-Örtchens auf den Höhen oberhalb von Hagen erklärten die Grünen, dass Duchscherer sein Amt als Fraktionsvorsitzender niederlegen und ein neues Mandat nicht annehmen werde. Jetzt also der Rücktritt vom Rücktritt: Während die Breckerfelder Grünen-Fraktion ihren dann Ex-Chef zukünftig nicht mehr in ihren Reihen sehen will, wird Duchscherer, der mit 25,8 Prozent bei den Wahlen am 13. September das beste Ergebnis für die Grünen holte, wohl als fraktionsloses Ratsmitglied weitermachen.

Bereits am Freitag war bekannt geworden, dass Jürgen Niehaus, der Kinngeschädigte vom Supermarkt-Parkplatz, nicht in den neuen Stadtrat einziehen wird. Der Niedergestreckte, der von seiner Wählergemeinschaft eigentlich als Fraktionsvorsitzender auserkoren war, gab nicht näher spezifizierte „gesundheitliche Gründe“ für seine Absage an.

Das ist schade, denn politische Auseinandersetzungen (wenn es sich denn im vorliegenden Falle um solche handeln sollte, was nicht so recht bekannt ist) wären auch im Breckerfelder Rat durchaus noch ausbaufähig, wie folgendes Beispiel zeigt:

Eine Antwort to “Breckerfeld: Nach Kinnschlag vollzieht Ratsherr Kehrtwende”

  1. KranichMuss Says:

    RIESEN-EVENT FÜR BRECKERFELD
    Schon witzig, wenn Jemand von einem schlabbrigen Senioren – Häkchen niedergestreckt theatralisch einfach liegen bleibt, vielleicht absichtlich nur gestolpert ist.
    Hohe Politik auf dem Dach der Welt ind Hagen schaut neidisch zu

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