FernUniversität sagt Prüfungen und Veranstaltungen ab

12. März 2020 by

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sagt die FernUniversität in Hagen von Freitag, 13, März, bis einschließlich 19. April, alle öffentlichen Veranstaltungen ebenso ab wie Klausuren und Prüfungen, die eine Anwesenheit von Studierenden erfordern.

Die Hochschulleitung möchte dazu beitragen, eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Zudem wurde bereits in einigen Bundesländern der Lehrbetrieb an Hochschulen eingestellt, mit denen die Hagener Hochschule zum Beispiel bei Klausuren kooperiert. Ständig aktualisierte Informationen sind auf der FernUni-Homepage www.fernuni-hagen.de zu finden.

Diese vorsorgliche Schutzmaßnahme gilt für Hagen, die Regional- und Studienzentren sowie sonstige Prüfungsorte und für sämtliche Präsenzveranstaltungen, auch im Ausland. Regionalzentren unterhält die FernUniversität in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Leipzig, Bonn, Stuttgart, Hannover, Karlsruhe, Nürnberg, Hagen, Neuss und Coesfeld. Außerdem ist sie in der Schweiz, Österreich und Ungarn vertreten.

Sobald nähere Informationen – auch zu Ersatzterminen und alternativen Veranstaltungsformaten (digital) für Vorträge, Workshops, Seminare, Tagungen, Infoveranstaltungen, Mentoriate in Regionalzentren, Fortbildungen usw. – vorliegen, setzen sich die Prüfungsämter der FernUni-Fakultäten schnellstmöglich mit den betroffenen Studierenden in Verbindung. Diese bittet die FernUniversität um Verständnis und Geduld. Die Lehrenden, die Prüfungsämter, der Studierendenservice in Hagen und in den Regionalzentren sind für sie weiterhin vor Ort per Telefon, E-Mail und Post zu erreichen.

http://www.fernuni-hagen.de/

Internationale Wochen gegen Rassismus

12. März 2020 by

In diesem Jahr finden in Hagen erstmalig die Internationalen Wochen gegen Rassismus unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Erik O. Schulz statt. Organisiert und koordiniert werden die vom 16. – 29. März 2020 stattfindenden Wochen vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Hagen.

Unter dem Motto der diesjährigen Wochen „Gesicht zeigen – Stimme erheben“ haben zahlreiche Akteure in Hagen ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt.

Programmübersicht_Internationale Wochen gegen Rassismus

Servicewüste Hagen

12. März 2020 by

Die Stadt Hagen zählt zu den Verlierern der Studie „Servicefreundliche Stadt“. Im Ranking, das das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag von Haus & Grund Deutschland erstellt hat, belegt die Kommune mit einem Indexwert von 38,4 (von maximal 100) Platz 97 unter den 100 größten deutschen Städten.

Für die Studie wurden die Internetseiten der Städte begutachtet und der digitale Service evaluiert. Das Ranking bewertet sieben Themenbereiche: Bürger- und Unternehmerservice, Bauen, Wohnen, Mobilität & Verkehr, Familie & Freizeit sowie Responsivität der Online-Dienstleistungen.

„Viele Kommunen haben bei der Digitalisierung ihres Dienstleistungs- und Informationsangebots bereits viel erreicht. Insgesamt ist das Niveau aber nicht zufriedenstellend.“ So fasste Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke die Ergebnisse der Studie zusammen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat im Auftrag des Eigentümerverbandes Haus & Grund Deutschland die Internetauftritte der 100 einwohnergrößten Städte in Deutschland detailliert geprüft.

Warnecke wies darauf hin, dass nicht jede Kommune das Rad immer wieder neu erfinden müsse. „Eine Meldebescheinigung ist eine Meldebescheinigung und ein Personalausweis ist in Köln der gleiche wie in Augsburg. Die digitalen Wege dorthin müssen die Städte nicht einzeln finden, sondern sollten zusammenarbeiten – auch um kein Steuergeld zu verschwenden“, regte er an.

Er betonte zudem, dass viele Kommunen bei der Planung ihrer Internetangebote viel zu wenig die Bürgersicht einnähmen. „Viele Angebote sind nur schwer auffindbar und zu zerstückelt, sodass sich Nutzer nicht zurechtfinden“, kritisierte Warnecke.

Studie „Servicefreundliche Stadt“ (pdf)

Führung im Hohenhof und am Stirnband

12. März 2020 by

So., 15.03.2020, 14:00 – 16:00 Uhr

Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus (1874-1921) 1902 sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen. Bezug nehmend auf die Idee des Großherzogs Ernst Ludwig in Darmstadt, der die Mathildenhöhe initiiert hatte, lud Osthaus ausgewählte Künstler und Architekten nach Hagen ein, um deren individuelle Gebäude-Entwürfe in die Tat umzusetzen. Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde 1906/08 erbauen (Foto: Willy Moll).

Heute zählt der Hohenhof architekturgeschichtlich zu den bedeutendsten Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Jugendstil-Gesamtkunstwerk. Von der Architektur bis zur kompletten Inneneinrichtung gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude „aus einem Guss“.

Eine telefonische Anmeldung unter der Nummer +49 2331 207 2740 ist notwendig. Es wird eine Teilnahmegebühr zusätzlich zum Eintrittsgeld erhoben. Treffpunkt ist der Hohenhof, Stirnband 10, 58093 Hagen.

Theater Hagen sagt Vorstellungen und Veranstaltungen bis einschließlich 18. April 2020 ab

11. März 2020 by

Auf dringende Empfehlung des Krisenstabes der Stadt Hagen sagt die Theater Hagen gGmbH alle Vorstellungen, Veranstaltungen und Konzerte im Großen Haus (inklusive Theatercafé) sowie in der Stadthalle zunächst bis einschließlich 18. April 2020 ab.

Vorstellungen und Veranstaltungen im Lutz sowie die Kammerkonzerte im Auditorium im Kunstquartier Hagen finden bis auf weiteres statt.

Es wird geprüft, ob ersatzweise Veranstaltungen im kleineren Rahmen für den Freiverkauf angeboten werden können. Das Theater Hagen informiert tagesaktuell unter www.theaterhagen.de sowie über die Social Media-Kanäle.

Inhaber eines Abonnements müssen sich nicht an der Theaterkasse zwecks Rückgabe der Karten melden, sie bekommen kostenlose Tauschgutscheine per Post nach Hause geschickt.

Tickets, die im Freiverkauf an der Theaterkasse oder bei einem Bürgeramt erworben wurden, können ab Mitte nächster Woche an der Theaterkasse zurückgegeben werden. Tickets, die bei Eventim gekauft wurden, können an den bekannten Eventim-Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.

„Mehr als grenzwertig“

11. März 2020 by

Dr. Ralf Blank gibt grundlos die beleidigte Leberwurst

Der Fachdienstleiter Wissenschaft, Museen und Archive im Fachbereich Kultur der Stadt Hagen, Dr. Ralf Blank, zieht mit nicht nachvollziehbarer Polemik gegen Pablo Arias, Geschichtslehrer am Rahel-Varnhagen-Kolleg, zu Felde. Offenbar wittert er illegitime Konkurrenz.

Der Spiegel hatte in seinem Online-Angebot einen Bericht über ein Projekt des Geschichtskurses von Kolleg-Schülern veröffentlicht, in dem mit „ungewöhnlichen Methoden“ die NS-Vergangenheit der Stadt Hagen aufgearbeitet wird. DOPPELWACHOLDER.DE hatte bereits zuvor das Projekt vorgestellt.

In dem Bericht wird auch Arias zitiert, der sich wundere, wie seine Heimatstadt mit ihrer Nazi-Vergangenheit umgehe: „Eigentlich macht keiner was. Und wenn doch, dann halbherzig, nicht aus Überzeugung.“ Das war alles, das Stadtarchiv und Blanks weiterer Beritt findet in dem Spiegel-Bericht überhaupt keine Erwähnung. Außer, dass sich Arias u.a. ans Stadtarchiv wandte und so an die Akten kam, wie das Magazin berichtet.

Archiv-Chef Blank sah sich dagegen seiner Deutungshoheit beraubt und wetterte direkt los; ausgerechnet in den asozialen Medien, die eigentlich, wenn man schon den Anspruch der Wissenschaftlichkeit erhebt, tabu sein sollten.

Auf Fakebook schrieb er: „Herr Arias nutzt regelmäßig das Stadtarchiv, auch wenn er es offenbar nicht gerne als Quelle seiner Erkenntnisse nennt und auch das Entgegenkommen und die Unterstützung der Mitarbeiter offenbar als selbstverständlich ansieht und gering schätzt.“ Woher Blank seine „Erkenntnisse“ bezieht, ist nicht ersichtlich – aus dem Spiegel-Bericht jedenfalls nicht. Dort nennt Arias die „Quelle seiner Erkenntnisse“ ausdrücklich.

„Herr Arias bezieht seine Erkenntnisse u.a. auch aus dem Stadtarchiv Hagen, so dass seine Äußerung eigentlich nur wider besseren Wissens sein kann“, behauptet Blank weiter. Komisch – hatte sein vermeintlicher Rudelkonkurrent in der Hagener Geschichtsforschung doch gerade die Nutzung des Stadtarchivs positiv bestätigt („kam so an die Akten“).

Gestern legte Blank dann nochmal im Fachblatt WPWR nach. Der neue Leiter der Lokalredaktion, Jens Stubbe, sprach einleitend von einem „Spiegel-Interview“, obwohl es der Bericht eines Redakteurs des Nachrichten-Magazins war. (Kleiner Tipp an Stubbe: Interview hat was mit Fragen und Antworten zu tun.) Aber solche Unschärfen ist man ja von unserem Heimatblatt gewohnt.

Auf die Frage, wie er „das Zitat von Herrn Arias“ empfinde, antwortete Blank: „Das ist mehr als grenzwertig.“ In Hagen werde zur Aufarbeitung der NS-Geschichte „sehr viel geforscht, publiziert und pädagogisch-didaktisch gearbeitet“. Davon zeugten „zahlreiche Bücher und Aufsätze“, so Blank.

Nur das diese Veröffentlichungen meist woanders her kommen. Von Autoren wie Zabel oder Stöcker. Blank selbst beschäftigt sich mit Vorliebe nicht mit der NS-Diktatur, sondern mit den Folgen, die die willfährigen Deutschen am Ende zu erleiden hatten: mit den Bombadierungen durch allierte Bombergeschwader.

Das war auch schon Thema seiner Dissertation, mit der er zum Dr. phil. an der Fakultät für Geschichtswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum promoviert wurde: eine Studie über Bombenkrieg, Rüstung und Kriegsalltag in Hagen 1939-1945.

Das ist alles legitim, aber woher stammen diese Aversionen gegen Menschen, die ebenfalls ein historisches Interesse haben und das sinnvollerweise an ihre Schüler vermitteln wollen? Manchmal hilft ein Blick in die Privatsphäre.

Da interessiert sich Blank nach eigenen Angaben für das Beobachten von Spinnen: Einzelgänger, die auf sichere Distanz zu ihren Artgenossen achten. Da sie in ihrem Umfeld gewöhnlich auch ihren Partner finden, neigen solche Gemeinschaften zur Inzucht.

Felsental-Farce vom Tisch?

11. März 2020 by

Unterausschuss Mobilität lehnt „Alternativrouten“ für die Linie 527 ab

Eine Verlegung der Buslinie 527 aus der Straße Felsental oder eine Halbierung des Takts auf nur noch stündlichen Verkehr soll es nicht geben. Das hat der Unterausschuss Mobilität als Empfehlung an den Mobiltätsausschuss beschlossen.

Eine kleine Clique mit bestem Draht nach ganz oben hatte in der Straße im Hagener Stadtteil Emst Stimmung gegen eine längst überfällige Verbesserung des Busverkehrs gemacht (siehe: „Lieber Erik“). Die von den Kritikern vorgelegten „Alternativen“ haben sich allerdings entweder als nicht praktikabel oder als kontraproduktiv im Sinne einer grundsätzlichen Verbesserung des ÖPNV erwiesen.

Die Verwaltung erklärte im Ausschuss, die Fahrgastzahlen würden derzeit ausgewertet. In der Tendenz zeige sich, dass auf der Linie 527 in etwa eine Verdoppelung der Kundenfrequenz vorliege. Dies ginge jedoch nicht zu Lasten der Achse Im Wasserlosen Tal, denn auch dort gebe es einen steigenden Kundenzuspruch. Das fachliche Ziel der Fahrplanänderung sehe er für diesen Bereich daher als erreicht an.

Es gebe vereinzelt noch Kritik der Anwohner, jedoch ohne neue Argumente. Aus dem Bereich Am Waldesrand gebe es hingegen stetig positive Rückmeldungen.

Hinsichtlich der Erhöhung des ÖPNV-Anteils sei es ein wesentliches Element, die Zugänglichkeit zum ÖPNV durch kurze und bequeme Wege zu verbessern und dies nur gelingen könne, wenn auch abseits der Hauptachsen durch entsprechende Linienführungen große und bevölkerungsreiche Wohnquartiere unmittelbar angebunden würden. Dies sei hier geschehen und die Fahrgastzahlen würden den Erfolg belegen.

Der Unterausschuss Mobilität empfiehlt dem Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität, folgenden Beschluss zu treffen:

„Die vorgeschlagenen Alternativrouten werden abgelehnt, da sie nicht sinnvoll umzusetzen sind.“

Der Beschluss erfolgte einstimmig bei Enthaltung der UnLinken, die dort mit einer ihrer „qualifiziertesten“ Personen vertreten ist: Heiermann. Man halte die „Bürgerbeteiligung für wichtig“. Die Abgreiftruppe entpuppt sich wieder einmal als Hilfsorgan für das saturierte Bürgertum.

Radverkehr: Hagens Ziele „unambitioniert“

11. März 2020 by

Hagen Aktiv fragt nach Auswirkungen des künftigen Landesfahrradgesetzes

Für die heutige Sitzung des Mobilitätsausschusses stellt die Wählergemeinschaft Hagen Aktiv die Frage: Inwieweit sieht die Verwaltung sich veranlasst, die Ziele zur Veränderung des Modal Split bezüglich des Radverkehrs von 3 auf 6% den Zielen der Landesregierung anzupassen?

Mit Beschluss vom 20.11.2019 ist der Verkehrsausschuss des Landtages NRW der Volksinitiative Aufbruch Fahrrad gefolgt und hat die Aufstellung eines Fahrradgesetzes empfohlen. Der Landtag hat diesem am 18.12.2019 zugestimmt, sodass die Landesregierung jetzt mit der Erarbeitung startet. In den übernommenen Zielen ist ein Anteil des Fahrrads im Modal Split im Land NRW von 25% angestrebt.

Der Rat der Stadt Hagen hat am 04.04.2019 das Radverkehrskonzept beschlossen, sowie am 12.07.2018 den Masterplan Nachhaltige Mobilität. Dort ist als Ziel formuliert, den Anteil des Radverkehrs bis 2035 von 3 auf 6% zu verdoppeln. Die Ausgangszahlen stammen von einer Verkehrsbefragung aus dem Jahr 2017.

Daher stellt sich nach Ansicht von Hagen Aktiv die Frage, wie die unambitionierten Ziele Hagens mit diesen Plänen vereinbar sind. Nach Meinung der Wählergemeinschaft sind deutlich höhere Zielwerte anzustreben, um einen für eine Großstadt annähernd durchschnittlichen Anteil zu erlangen.

Es sei aber auch klar, dass für das Erreichen solcher Ziele ein deutlich entschiedeneres Vorgehen nötig wäre. Vor dem Hintergrund der massiv vorhandenen Fördermittel wäre es fatal, nicht umgehend das sinnvolle Investieren in schnelle und merkliche Maßnahmen zu beginnen.

Vom Flüchtling zum Menschen

11. März 2020 by

Am Montag, den 16.03.2020 eröffnen der Aktionskreis Antifaschismus Hagen und das Kulturzentrum Pelmke eine Foto-Ausstellung zum Thema „Vom Flüchtling zum Mensch“. Die Bilder von Dean Blazevic zeigen die Lebensbedingungen geflüchteter Menschen, die auf dem Balkan stecken geblieben sind. Ab 18 Uhr im Kulturzentrum Pelmke, berichtet Dean Blazevic über seine Erfahrungen in den Flüchtlingslagern.

In Kooperation mit dem Ideenlabor Vielfalt. Die Veranstaltung wird durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ gefördert (Foto: Veranstalter).

Das Paris der 1920er und 30er Jahre

11. März 2020 by

„Kulturcafé“ mit Konzertdramaturg Fabian Bell

Die nächste Kulturcafé-Veranstaltung findet am 15. März 2020 mit Beginn um 15.00 Uhr im Theater Hagen (Theatercafé) statt.

Das Paris der 1920er und 30er Jahre war ein wahrer Schmelztiegel verschiedener Strömungen der Kunst: Igor Strawinsky und Pablo Picasso unternahmen die Erneuerung der Kunst durch den Rückgriff auf die Vergangenheit, Darius Milhaud und Maurice Ravel ließen sich von den Einflüssen fremder Musik zu neuen Klängen inspirieren und die literarische Welt wurde durch so unterschiedliche Autoren wie Jean Cocteau, Ernest Hemingway und Georges Simenon bereichert. Das Kulturcafé, gestaltet von Konzertdramaturg Fabian Bell, wirft einen Blick auf diese bewegten Jahre und die musikalischen Kunstwerke, die sie hervorbrachten.

Der Eintritt beträgt 6 Euro inklusive eines Getränkes.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 / 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 / 207-5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

Corona killt „Scratch 2020“

11. März 2020 by

Den Sicherheitsempfehlungen des Bundesgesundheitsministers folgend sagt die Theater gGmbH das Mitsingprojekt und -konzert „Scratch 2020“ am Samstag, 14. März 2020 in der Stadthalle Hagen ab.

Das geplante „Scratch“-Programm unter dem Titel „You’ll Never Walk Alone – Gospel, Blues and All That Jazz“ unter der Leitung von Steffen Müller-Gabriel wird am 27. Februar 2021 im Rahmen von „Scratch 2021“ erarbeitet und aufgeführt. Karten für die aktive Teilnahme an diesem Mitsingprojekt behalten für diesen neuen Termin ihre Gültigkeit. Der bereits gezahlte Betrag für die aktive Teilnahme kann auf Wunsch auch erstattet werden.

Bereits erworbene Tickets für den reinen Konzertbesuch behalten ebenfalls ihre Gültigkeit für den neuen Termin (27.2.2021), können aber auch an den bekannten Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.

Sämtliche weiteren Vorstellungen des Theaters Hagen finden bis auf weiteres statt.

Weitere Informationen: Theaterkasse, Elberfelder Straße 65, 58095 Hagen, Tel. 02331 / 207-3218, theaterkasse@stadt-hagen.de

Nichts für den Schönheitssalon

10. März 2020 by

Nachruf auf McCoy Tyner

Er bearbeitete seine Klaviere wie Schlagwerke und fütterte sie mit Kraftausbrüchen, Quartvorhalten und afrikanischen Rhythmen. So wurde McCoy Tyner zum wichtigsten aller Jazzpianisten. (…)

Es ist fast unmöglich, die Musik des Pianisten McCoy Tyner zu entschlüsseln, der am Freitag gestorben ist. Der Saxofonist und Jazzpionier John Coltrane, mit dem Tyner fünf Jahre lang spielte, sagte mal über ihn: „Tyner ist der, der mir Flügel verleiht, damit ich abheben kann. Aber er spielt Sachen auf dem Klavier, von denen ich keine Ahnung habe.“ (…)

Im Herbst 1960 beispielsweise, als John Coltrane den damals 21-jährigen McCoy Tyner gerade in sein Quartett geholte hatte und mit ihm in den Atlantic Studios „My Favorite Things“ auseinandernahm, den kitschig-euphorischen Walzer aus dem Alpenlandmusical „Sound of Music“, das im Jahr zuvor am Broadway Uraufführung gefeiert hatte. (…)

„My Favorite Things“ wurde im Winter 1960 / 61 in den USA ein richtiger Hit. Coltrane und Tyner spielten ihn in den fünf Jahren ihrer Zusammenarbeit öfter als jedes andere Stück. Für beide war es ein Aufbruch, der Cotrane in den Free Jazz führt und Tyner in eine lebenslange Öffnung des Jazz für immer neue Einflüsse, die ihn auch nach seinem Ausstieg aus dem Coltrane Quartet 1965 über Jahrzehnte zu einem der prägendsten Musiker in der Geschichte des Jazz machte. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Dazu:

Ausschnitt eines Konzerts des John Coltrane Quartetts in Belgien aus dem Jahr 1965 mit dem im Artikel erwähnten Stück und darin ein grandioses 10-minütiges Piano-Solo McCoy Tyners.

1965. Comblain-la-Tour, Belgium. John Coltrane (1926-1967 saxophone); McCoy Tyner (1938-2020 piano); Jimmy Garrison (1934-1976 bass); and Elvin Jones (1927-2004 drums). Song written by ‎Richard Rodgers and ‎Oscar Hammerstein II.

Ticket-Chaos am Hauptbahnhof

10. März 2020 by

SPD Altenhagen kritisiert Vergabe des Verkaufs von VRR-Fahrkarten an Transdev und den nicht mehr vorhandenen Service im Fernverkehr am Wochenende

Blick vom Eingang in die Bahnhofshalle des Hagener Hauptbahnhofs. Es ist ein Sonntag, kurz nach 10:00 Uhr. Die Schalter sind geschlossen, nicht einmal die Infobox ist geöffnet. Foto: Klaus Bärwinkel (CC BY-SA 4.0).

Seit dem 14.12.2019 werden keine Fahrkarten für den VRR-Bereich mehr von der Deutschen Bahn verkauft. Auch die Westfalentarife sind nicht mehr im Verkauf bei der Deutschen Bahn erhältlich. Dabei hat die Deutsche Bahn für den hervorragenden Service im Jahr 2018 eine besondere Auszeichnung erhalten.

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Altenhagen, Bernd Schmidt, hat mehrmals versucht, die öffentliche Ausschreibung für die Vergabe des Verkaufs der Fahrkarten einzuholen und einzusehen. Trotz intensiver Bemühungen an diversen Stellen ist es ihm nicht gelungen, die besagte Ausschreibung einzusehen.

Seit dem 14.12.2019 ist für den Verkauf der Fahrkarten im VRR–Bereich und der Westfalentarife die Fa. Transdev mit eigenem Sitz in Neu Brandenburg zuständig. Den „Irrsinn“ und die Auswirkungen aus dem jetzigen Verkauf der Fahrkarten nach der Übernahme durch Transdev fasst Bernd Schmidt so zusammen:

  • Die Transdev GmbH hat im Bereich des VRR gerade 460 Automaten aufgestellt, um täglich über einer Million Fahrgäste im Nahverkehr zu „bedienen“.
  • Der Ansprechpartner vor Ort spielt dabei keine wichtige Rolle.
  • Die DB ist gezwungen, ihre roten Automaten, die nur noch dem Verkauf von Fahrkarten im Fernverkehr dienen sollen, drastisch zu reduzieren. Die DB kann und wird keine Auskünfte zu VRR-und Westfalentarif erteilen.
  • Im Hagener Hauptbahnhof, sowie auch in anderen Großstädten hat die Deutsche Bahn nur noch einen ausgegliederten Informationsschalter, der dem Fahrgast die Fahrplanauskünfte und Informationen zu eventuellen Verspätungen liefert, jedoch keine Preisauskünfte geben wird.
  • Die Fahrgäste können die Fahrkarten und die Preisauskünfte des VRR-Verbundes nach der Übernahme durch die Transdev jetzt nur noch persönlich an Kiosken erhalten. Die hiesigen Mitarbeiter in Kiosken sind hierfür in ca. zweitätigen „Crashkursen“ entsprechend „geschult“ worden, damit sie neben dem Zeitungs-, Getränke- und Zigarettenverkauf sowie der Lottoannahmestelle den Tarifdschungel dem Fahrgast erklären und verkaufen.

Zum Vergleich führt Bernd Schmidt die dreijährige Ausbildung bei der Deutschen Bahn an, die notwendig ist um eine solche Tätigkeit auszuüben. Die DB war stets bemüht, das richtige Personal für solche Tätigkeiten zu finden und hat dafür sogar mit der eigenen Kampagne „Willkommen, Du passt zu uns“ als Arbeitgeber eine besondere personalwirtschaftliche Auszeichnung gewonnen.

Und nun sollen die Mitarbeiter an Kiosken die Verantwortung für Transdev übernehmen?

Die Verantwortung für die Vergabe an Transdev tragen die 19 Oberbürgermeister und 5 Landräte innerhalb des VRR-Verbundes. Der Verbandsvorsteher des VRR-Verbundes ist Erik O. Schulz, der gleichzeitig auch Oberbürgermeister der Stadt Hagen ist.

Die Deutsche Bahn verkauft an ihren Verkaufsstellen nur noch Fahrkarten für den Fernverkehr (Intercity (IC) und InterCityExpress (ICE)). An Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen bleiben die Verkaufsstellen der Deutschen Bahn in Hagen geschlossen.

Was den Hagener HBF anbetrifft, schlägt Bernd Schmidt vor, dass alle Verkehrsunternehmen inkl. ÖPNV unter einem Dach mit geregelten Öffnungszeiten (auch an Samstagen, Sonn- und Feiertagen) vertreten sind. Der Hagener Hauptbahnhof bietet ausreichend Platz dafür.

Als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Altenhagen fordert Schmidt den Bundestagsabgeordneten Rene Röspel auf, nicht weiter tatenlos zuzuschauen und gegen die Ausweitung des Kahlschlages die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.

Straßenlärm: Hagen mit Abstand am lautesten

10. März 2020 by

Hagener leiden in Deutschland mit Abstand am meisten unter Straßenlärm. Das ergeben Daten, die die Europäische Umweltagentur (EEA) am Donnerstag veröffentlicht hat (siehe Abb., Quelle: EEA).

Weitere Informationen: Germany noise fact sheet 2019 (leider nicht in deutscher Sprache verfügbar)

Stephan Kaluza: Unruhig wandern

10. März 2020 by

15.3. – 3.5.2020, Osthaus-Museum Hagen

In der malerischen Arbeit Stephan Kaluzas geht es grundsätzlich um Abbildungen der Natur, sei es in Schwarz-Weiß-Verwischungen, in hyperrealistischen Darstellungen (Öl auf Leinwand) oder in nahezu abstrakten Darstellungen von Wäldern, Wasseroberflächen oder Unterholz.

Die Bilder täuschen häufig Idylle vor. Eine störende zweite Instanz schleicht sich bald ein. Der Malerei wird die Farbe entzogen, so dass die Gemälde zunehmend zu verblassen scheinen. Am Ende eines solchen Prozesses steht eine nahezu weiße Fläche, das Nichts. Dieser Ansatz versteht sich kritisch als Hinweis auf menschliche Eingriffe in die Natur. Denn sie ist weder eine Konstante, noch ist sie ewig; die Malerei Kaluzas zeigt sie eher als fragil, als zerstörbar und hilflos. So, wie sich die Natur zunehmend aus dem Sichtfeld des Menschen zu entziehen scheint, so scheint die Naturschönheit in ihrer Gänze zu verschwinden.

In der Ausstellung „unruhig wandern“ geht es um das Lager Auschwitz. Stephan Kaluza besuchte 2014 den polnischen Ort Oświęcim (deutsch: Auschwitz), einen am Fluss Soła gelegenen Ort, der etwa 50 Kilometer westlich von Krakau liegt. Der Lagerkomplex Auschwitz bestand aus drei nacheinander ausgebauten Konzentrationslagern. 2020 jährt sich die Befreiung des KZ Auschwitz zum 75. Mal. In einem Interview mit Ralph Güth (im Ausstellungskatalog des Polnischen Instituts Düsseldorf, 2014) berichtet der Künstler über seine Begegnung jenseits der Lager:

„Ein Blick durch den Zaun nach draußen zeigt selbst hier liebliche Felder…Ein ähnliches Szenario bietet sich einem direkt vor der Gedenkstätte Auschwitz 1; auf der anderen Seite der Legionov-Strasse zeigen sich baumbestandene Auen, die Soła fließt wenige Meter vor dem KZ ruhig dahin. An diesem Sommertag waren es weit über 30 Grad, die Bewohner Oświęcims gingen zum Baden an den Fluss, zumeist Familien, junge, alte Menschen, man stellte die Liege oder den Sonnenschirm auf und ließ es sich gut gehen – so wurde es fotografiert, im Rücken die Gedenkstätte an das Grauen, das hier stattfand, vor mir fast ein surreal-schönes und vor allen Dingen unerwartetes Idyll, ich kam hierher um Auschwitz zu fotografieren, ein einfaches Drehen des Körpers genügte, um das Gegenteil aller Assoziationen zu diesem Ort vorzufinden.“

Lösungsansätze für eine nachhaltigere Zukunft

10. März 2020 by

Thema „Kunststoffe und Umwelt“ an der FernUni

Abgesagt!

Kunststoffe sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – sie stehen jedoch zunehmend in der Kritik. Im Rahmen des 9. infernum-Tags, am Freitag, den 24. April an der FernUniversität in Hagen, werfen die Wissenschaftler einen aktuellen Blick auf das Thema. Führende Experten diskutieren gemeinsam mit den Teilnehmenden der Veranstaltung das Potenzial von Kunststoffen für die Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft und zeigen mögliche Lösungsansätze auf.

Für das diesjährige Thema des infernum-Tags »Kunststoffe und Umwelt – Lösungsansätze für eine nachhaltigere Zukunft« konnte der Studiengang infernum mit Dr. Ingo Sartorius (PlasticsEurope Deutschland e. V.) und Jürgen Bertling (Fraunhofer UMSICHT) zwei Referenten gewinnen, die die ambivalente Thematik aus unterschiedlichen Fachrichtungen kritisch betrachten. Die Teilnehmenden sind zur interdisziplinären Diskussion und einem angeregten Austausch über Kunststoffe und Umwelt eingeladen.

Eingeladen sind Interessierte aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung ebenso wie Absolventinnen und Absolventen, Lehrende, Studierende, Kooperationspartner sowie Vertreterinnen und Vertreter der Medien. Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 31. März erforderlich, die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro. Für Studierende im Weiterbildungsstudiengang infernum ist die Teilnahme kostenfrei.

Bereits seit dem Jahr 2000 bietet die FernUniversität in Hagen in wissenschaftlicher Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen und unter dem Dach der Fraunhofer Academy das weiterbildende Studium infernum (Interdisziplinäres Fernstudium Umweltwissenschaften) an. Mit dem Fernstudiengang bündeln das Fraunhofer UMSICHT und die FernUniversität aktuelles und praxisnahes Wissen aus den verschiedenen Gebieten der Umweltwissenschaften und gewährleisten den Transfer von theoretischem Wissen in die Praxis und umgekehrt.

Endstation Trash

9. März 2020 by

Niveau der WPWR droht ins Bodenlose zu sinken

Es wird immer schauriger mit dem örtlichen Blättchen. „Wir brauchen Ihre Hilfe“ bettelte die Hagener Lokalausgabe der WPWR am Freitag und forderte die Leser auf, Futter zu liefern, um das bevorstehende Sommerloch zu füllen.

Dieses Jahr sollen „Tabus“ gebrochen werden: „Wir möchten Hagener das aussprechen lassen, worüber sie sich sonst nicht zu sprechen trauen.“ Redakteur Mike Fiebig liefert auch gleich die Erklärung für das Warum: „Nicht, weil wir reißerisch sein wollen. Nicht weil wir einfach nur außergewöhnliche Geschichten suchen. Und auch nicht, weil wir provozieren wollen.“

Nein, natürlich nicht, „wir wollen Mut machen“. Deshalb – und nicht etwa, weil die Auflage seit Jahren in den Keller rauscht und reißerische Themen Quote bringen – fordert das Blatt mit einem halbseitigen Formular seine Leser auf, Informationen in der Redaktion abzuliefern: „Kennen Sie jemanden, auf den einer der Punkte zutrifft? Dann wenden Sie sich an uns.“

Beispielsweise „jemanden, der nicht schreiben und lesen kann“ oder „jemanden, der sein Kind geschlagen hat“ oder „eine Frau, die sich nicht rasiert“ oder „jemanden mit Blasenschwäche“ oder „einen Mörder/Totschläger“ oder „jemanden, der unter Zwangsstörungen leidet“. Insgesamt listet der Coupon 50 solcher Fragen auf, am Ende die Anweisung: „Coupon ausfüllen, ausschneiden und an die Stadtredaktion schicken.“ Für mehr Nachdruck fehlt nur das Ausrufungszeichen.

Die WPWR ist damit auf dem Niveau des Trash-TVs angelangt. Auch diese Privatsender würden nie einräumen, dass sie „reißerisch sein wollen“, wenn sie in ihren „Reportagen“ benachteiligte oder gescheiterte Mitmenschen vorführen.

Die Medienpsychologen Gary Bente und Bettina Fromm haben schon 1997 die Intimisierung als eines der zentralen Merkmale der Trash-Medien charakterisiert. Vormals eindeutig im privaten Bereich liegende persönliche Belange und Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen werden zum öffentlichen Thema. Die emotionalen Aspekte der Geschichten, also das persönliche Erleben und Empfinden, werden betont.

Man kann nur hoffen, dass sich die Wünsche der Redaktion nach vielen Einsendungen des Fragebogens nicht erfüllen. Zu befürchten ist aber, dass sich genügend Selbstdarsteller finden, die sich auch mal in der Zeitung sehen wollen. Und Denunzianten, die endlich beweisen möchten, was sie alles wissen.

Dann droht im Sommer zwei Monate lang täglich redaktioneller Müll ins Haus zu flattern. Da kann man das Blättchen eigentlich auch gleich abbestellen.

Situation der Flüchtlinge verschlechtert sich weiter

9. März 2020 by

terre des hommes fordert zum Umdenken auf

Die Hagener Gruppe der Kinderhilfsorganisation terre des hommes hat Ende Januar den Oberbürgermeister und die Fraktionen im Hagener Rat gebeten, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen und sich dem „Bündnis sicherer Häfen“ anzuschließen. Mit großer Mehrheit hat der Rat der Stadt Hagen am 13.2.2020 einen entsprechenden Antrag angenommen.

Seitdem verschlechtert sich die Situation der Flüchtlinge in Griechenland, der Türkei und Syrien täglich weiter. terre des hommes Deutschland fordert zusammen mit 64 anderen Hilfsorganisationen die Bundesregierung auf, zugunsten der Schutzbedürftigen tätig zu werden. Leider hat der Bundestag einen Antrag von Bündis90/Die Grünen zur Aufnahme von 5.000 schutzbedürftigen Flüchtlingen abgelehnt. Zu den Ablehnern gehörten auch die Hagener Abgeordneten Röspel (SPD) und Helling-Plahr (FDP).

Nach wie vor erklären viele Bürgermeister und Ministerpräsidenten ihre Bereitschaft, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufzunehmen. terre des hommes hofft, dass sich weiterhin viele Politiker für Schutzmaßnahmen einsetzen. Gezielte punktuelle Aktionen würden zeigen, dass die Politik handlungsfähig ist. Außerdem ist die Chance groß, dass sich einige europäische Staaten anschließen werden.

Am 7.3.2020 hat die Regionalkonferenz West von terre des hommes beschlossen, eine Resolution an die Bundeskanzlerin zu senden, in der nochmals dringend die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge gefordert wird.

Kazett und Kabarett: Widerworte in brauner Zeit

9. März 2020 by

Kabarettduo Eckhard Radau und Bernd Düring, Paderborn
Mittwoch, 11.03.2020 von 19:00 – 21:00 Uhr
Emil-Schumacher-Museum Hagen

In ihrem Programm widmen sich Eckhard Radau und Bernd Düring (Foto: Kabarett Radau) den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Der Faschismus hinterlässt auch in der Kabarett-Szene Deutschlands tiefe Wunden. Das Kabarettduo Radau erinnert an Kabarettisten, die in den 1930er Jahren mutig und mit Humor das NS-Regime kritisieren.

Zu Lachen gab es viel, aber auch zum Nachdenken: Denn die Vergangenheit wirkt heute aktueller als je zuvor. Fast alle Kabaretts müssen aus politischen Gründen schließen. Aber in Berlin leistet „Die Katakombe“ unter ihrem Gründer Werner Finck spitzfindigen Widerstand, obwohl ständig die Internierung droht. Andere wiederum, wie zum Beispiel Erika Mann, gründen im benachbarten Ausland deutschsprachige Kabaretts, die die Verhältnisse in Deutschland auf die Schippe nehmen. Auch sie müssen vorsichtig vorgehen, sind ständig in Angst ausgewiesen zu werden. Deshalb wird in den Kabaretts nicht mit dem Holzhammer gearbeitet, sondern mit feinsten Nadelstichen.

Eckhard Radau präsentiert als Conferencier und Sänger zusammen mit der von Bernd Düring dargebotenen und damals verbotenen Musik einen Querschnitt von widerspenstigen durchaus das Leben gefährdenden Sticheleien gegen den braunen Zeitgeist. Seit 1983 arbeiten Bernd Düring und Eckhard Radau als Kabarett-Duo zusammen. Sie zählen somit zu den Urgesteinen der ostwestfälischen Kabarett-Szene.

Der neuerliche Antisemitismus und das Erstarken rechtspopulistischer Parteien machen deutlich, dass Brechts Schlussvers in seiner Kriegsfibel leider noch immer stimmt: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“

Eintritt frei.

Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung e.V. in Kooperation mit dem Emil Schumacher Museum

„Bauernopfer Huyeng“

8. März 2020 by

Hagener Jusos solidarisieren sich mit dem Law-and-Order-Dezernenten

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ausgerechnet die Hagener Jungsozialisten schlagen sich auf die Seite eines Dezernenten, der nicht nur Mitglied der gegnerischen CDU ist, sondern auch eine Vorgeschichte aufzuweisen hat, die die plötzlich erwachte Solidarität der Jusos noch rätselhafter erscheinen lässt. Beispielsweise, weil das unverhoffte Mitleid gut getimed zum Frauentag das Licht der Welt erblickte.

Hatte doch der Law-and-Order-Mann einst als Erster Beigeordneter der Kreisstadt Euskirchen die Polizei um Hilfe gebeten, um „zwei ihn eskortierende Mitarbeiter dabei zu unterstützen, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Euskirchen, Sonja Waszerka, aus ihren Amtsräumen zu entfernen und ihr die Schlüssel abzunehmen“, wie seinerzeit der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete.

Danach wollte er eigentlich Landrat im Hochsauerlandkreis werden – scheiterte aber schon an seinen eigenen Parteifreunden, die ihn nicht wählten. Wie gut, dass es die Stadt Hagen gab. Hier ist doch immer noch ein Plätzchen frei für einen Mann, der sich laut DerWesten „bei seiner Vorstellung selbst eine hohe Kultur- und Feuerwehraffinität attestierte sowie sich als „mutiger Entscheider“ präsentierte“.

Eigenschaften, die viele im Rat erwarteten und denen er mit den richtig platzierten Schlagwörtern die Wünsche von den Lippen ablas. Die „hohe Kulturaffinität“ entpuppte sich allerdings schnell als Luftnummer, und so war Huyeng diesen Bereich nach Verstreichen einer Anstandsfrist wieder los.

Alles keine Hindernisse für die Jusos, um eine schon recht beispiellose Mitleidskampagne loszutreten. In einer Mitteiung formulierten sie:

„Brutaler und unwürdiger geht es nicht“ kommentiert Hagens Juso-Vorsitzender Fleming Borchert das eiskalte Abservieren von Hagens Ordnungsdezernenten Thomas Huyeng durch die eigene CDU-Ratsfraktion, die dem 59-jährigen Juristen am Wochenende im Rahmen einer Fraktionsklausurtagung ihre Unterstützung für dessen Wiederwahl versagte, nachdem CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Ramrath noch erst vor sechs Wochen öffentlich die Arbeit seines Parteifreundes Huyeng in den Himmel lobte und für eine zweite Amtszeit des 59-jährigen plädierte.

„Damit wird Thomas Huyeng zu einem Bauernopfer, das die CDU für ihren Allianzpartner Bündnis90/Die Grünen aufbringt. Das unwürdige schwarz-grüne Postengeschacher legt nahe, dass die Grünen sich ihre erneute Unterstützung der OB-Kandidatur von Erik O. Schulz und ihren Verbleib in der erfolglosen CDU-geführten Jamaika-Allianz offenbar teuer haben abringen lassen.“ kritisiert Borchert.

Dass die Lobhudelei von Herrn Huyeng seitens der CDU nur vorgeschoben war, hat man allerdings bereits in den Wochen nach der vollmundigen CDU-Verlautbarung erkennen müssen. Anstatt sich, wie nach außen posaunt, um breite Mehrheiten für Herrn Huyeng im Rat zu bemühen, ist die CDU in dieser Frage einfach von der Bildfläche verschwunden und lässt ihren eigenen Mann ins Bodenlose fallen. (…)

Ein tieferer Sinn lässt sich auch mit viel Wohlwollen in dieser Juso-Aktion nicht erkennen. Sollte der SPD-Nachwuchs angenommen haben, damit könne er den Spaltpilz in die Allianz des Grauens tragen, hat er sich gründlich verkalkuliert. Die Jusos hatten seit der letzten Kommunalwahl mehr als fünf Jahre Zeit, die Allianz-Politik aus vielen guten Gründen anzugreifen – gehört hat man da nichts.

Peter Blindert: Letzte Arbeiten

8. März 2020 by

„Peter Blindert – neue Arbeiten auf Papier“  heißt die Ausstellung, die am Sonntag, 15.03.2020 um 14.00 Uhr in der Galerie des Kunstraums EN in Ennepetal eröffnet wird.

Was bei der Planung der Ausstellung niemand wissen konnte: Es sind die letzten Arbeiten von Peter Blindert, die nun gezeigt werden, denn der überaus vielfältige und schaffensreiche Hagener Künstler ist im Dezember des vergangenen Jahres nach langer Krankheit verstorben (Foto: privat).

Und doch arbeitete er bis zu seinen letzten Lebenstagen trotz schwindender Kräfte unbeirrt weiter. Es gelang ihm, mit Fragmenten von früheren Arbeiten zu spielen und schuf drei umfassende Serien von Collagen sowie zeichnerisch-malerisch überarbeiteten Fotos, die allesamt bisher noch nicht öffentlich gezeigt worden sind. Im Wesentlichen sind es eher kleine Formate, die sich in dieser Ausstellung zu überzeugenden großen Serien zusammenfügen und die ungeheure Kreativität des Künstlers widerspiegeln.

Die Kunstwelt hat nicht nur einen Künstler mit einer unglaublichen Schaffenskraft verloren, sondern einen Menschenfreund, eine durch und durch ehrliche Haut, gradlinig, offen, großzügig, jederzeit hilfsbereit und mit einer tiefen Achtung und Liebe der Natur, den Menschen und jeder Kreatur gegenüber.

Vernissage: Sonntag, 15. März 2020, 14.00 Uhr, Kunstraum EN, Bergstr.32, 58256 Ennepetal

Weitere Öffnungszeiten: 21. März bis 5. April, Sa. und So. 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr und nach Vereinbarung, Kontakt: 01726107391

www.kunstraum-en.de

Ergänzung zum Beitrag „Eine Planung verpufft“

7. März 2020 by

Der Beitrag zum geplanten Radweg zwischen Eppenhausen und Hohenlimburg („Eine Planung verpufft”) hat wegen der etwas verwirrenden Sachlage bei einigen Lesern zu Irritationen geführt.

Deshalb hier eine Verdeutlichung: Innerhalb des Stadtteils Hohenlimburg sind zwei Bauabschnitte zu unterscheiden. Der erste betrifft die Stennertstraße, dort ist nicht der Radweg an sich umstritten, sondern nur die Verkehrsführung. Beim zweiten Bauabschnitt auf der Hohenlimburger Straße bis zur Einmündung Hünenpforte ist der Radweg  – obwohl vom Stadtrat beschlossen – überraschend aus der Planung der Verwaltung verschwunden. Daran schließt der Radweg in Richtung Eppenhausen an, der sich – außerhalb der geschlossenen Ortschaft ist das Land zuständig – seit 2016 bei Straßen.NRW im Planungsstadium befindet.

In der Visualisierung als Karte werden die einzelnen Teile sicher leichter nachvollziehbar:

Kartengrundlage: OpenStreetMap.

Hauptschulen in Hagen haben weniger Zulauf

7. März 2020 by

Immer weniger Kinder in Hagen besuchen eine Hauptschule. Im laufenden Schuljahr gibt es in der Stadt 855 Hauptschüler und Hauptschülerinnen. Das sind 14,3 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Das hat das Statistische Landesamt IT.NRW auf der Grundlage aktueller Daten errechnet.

Geschrumpft sind beinahe alle weiterführenden Schulen in der Region, die Hauptschulen verzeichneten aber das höchste Minus. Die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse besucht ein Gymnasium (5.090 Schülerinnen und Schüler). Hier sank die Schülerzahl um 2,4 Prozent. Die Waldorfschule musste mit einem Rückgang um 6,6 Prozent den zweithöchsten Verlust nach den Hauptschulen hinnehmen.

Um 0,4 Prozent zugelegt haben hingegen die Hagener Gesamtschulen, derzeit werden hier 3.855 Kinder unterrichtet. Dass es nicht mehr sind, liegt an dem unzureichenden Angebot an Plätzen. Den höchsten Zuwachs verzeichnen die Sekundarschulen der Volmestadt. Hier erhöhte sich die Anzahl der Schüler um 11,0 Prozent auf 980.

Verzerrte Sichtweisen bei Wikipedia?

7. März 2020 by

Prof. Dr. Aileen Oeberst von der FernUniversität in Hagen untersuchte mit ihrem Team das Medium

Wikipedia liefert oft verzerrte Sichtweisen auf historische Konflikte – Schuld ist die Neigung des Menschen, die eigene Gruppe positiver zu bewerten als andere Gruppen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Fernuni Hagen. Die Psychologin Prof. Dr. Aileen Oeberst untersuchte mit ihrem Team, ob und wie sich auch in der digitalen Welt Gruppenzugehörigkeiten bilden und wie sie sich auswirken.

Ergebnis: Durch verschiedene Sprachversionen bilden sich trotz der Offenheit der Wikipedia-Plattform gewisse Gruppenzugehörigkeiten. So entsteht auch hier der sogenannte Eigengruppenfehler in der Bewertung.

Das Forscherteam hatte Wikipedia-Artikel zu militärischen Auseinandersetzungen von der frühen Neuzeit bis zur Moderne – darunter etwa der Falklandkrieg zwischen dem Vereinigten Königreich und Argentinien, der Atombombenabwurf der USA auf das japanische Hiroshima oder der Englisch-Spanische Krieg in jeweils zwei Sprachen untersucht.

Über alle 35 Konflikte hinweg zeigte sich der Eigengruppenfehler als eindeutiges Muster. In vielen Artikeln wurde die eigene Gruppe systematisch besser oder auch mächtiger dargestellt und die andere Konfliktpartei als unmoralischer und stärker verantwortlich für den Konflikt.

Ausnahmen gab es aber auch. So geht etwa der englische Eintrag über den Atombombenabwurf härter mit den US-Amerikanern ins Gericht als sein japanisches Pendant.

Eine Planung verpufft

6. März 2020 by

Auf der Hohenlimburger Straße soll plötzlich kein Radweg mehr angelegt werden

Das ganz normale Hagener Chaos: Ein Radweg ist in Planung, ein kleines Stück ist im Detail umstritten – und 800 Meter werden entgegen der Beschlusslage der politischen Gremien mal eben von der Verwaltung gestrichen. Kartengrundlage: OpenStreetMap.

Ausschnitt aus der Vorentwurfsplanung für den Umbau der Hohenlimburger Str. (B7) in Höhe Herbeck. Quelle: Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, 2016. Aus: Radverkehrskonzept/Stadt Hagen.

Im Rahmen der bevorstehenden Sanierung der Hohenlimburger Straße zwischen der Hünenpforte und der Stennertstraße soll jetzt doch kein Radweg angelegt werden. Das beschloss die Bezirksvertretung (BV) Hohenlimburg mit den Stimmen von CDU, Hagen Aktiv und Grünen (!); die Gegenstimmen kamen von der SPD, die Bürger für Hohenlimburg enthielten sich.

„Ich finde das vorgelegte Konzept schlüssig. Wir haben in der Vergangenheit über das Thema Radweg in aller Breite diskutiert und hatten zig Ortstermine“, zitiert die WPWR den BV-Vertreter Jochen Eisermann (CDU). „Jetzt haben wir eine Vorlage, in der der Radweg nicht auftaucht und fangen wieder eine Diskussion an? Das kann nicht wahr sein,“ entrüstete sich der CDU-Mann.

Damit hat Eisermann, der auch Vorsitzender des Schützenvereins Holthausen ist, den Vogel abgeschossen: Der Radweg ist nämlich sowohl Bestandteil des Hagener Radverkehrskonzepts als auch des Haushaltsplans 2020/2021 – beides vom Stadtrat beschlossen.

Auffällig ist allerdings, dass der Radweg just in dem Moment aus der Planung verschwindet, nachdem es der Stadt Hagen gelungen war, in dem vom Oberverwaltungsgericht NRW moderierten Vergleichsverfahren wegen der Nichteinhaltung von Stickoxid-Grenzwerten die klagende Deutsche Umwelthilfe über den Tisch zu ziehen.

Zumindest der Verdacht erhebt sich, dass nun, wo die Kuh erst einmal vom Eis ist, die hehren Versprechungen einer Verkehrswende klammheimlich und häppchenweise entsorgt werden sollen.

Der jetzt so überraschend verschwundene Radweg ist Bestandteil einer Verbindung zwischen Hagen-Mitte und dem Stadtteil Hohenlimburg mit weiterem Verlauf nach Iserlohn. Für den Abschnitt außerhalb der geschlossenen Ortschaften ist das Land NRW der Baulastträger. Laut Radverkehrskonzept liegt bereits die Planung vor (siehe Abb. oben).

Im weiteren Verlauf, zwischen Hünenpforte und Stennertstraße, ist die Stadt Hagen zuständig. Das Radverkehrskonzept merkt hier an: „Maßnahme in Umsetzung / in Planung.“

Die Optimierung der Bushaltestelle ist Bestandteil der Planung, auch Querungshilfen sind vorgesehen. Der Radweg ist aber entgegen aller Ratsbeschlüsse gestrichen: Vorgesehene künftige Situation im Bereich der Haltestelle Hünenpforte. Zeichnung: Stadt Hagen.

Weiter ist der inkriminierte Radweg Teil des vom Rat beschlossenen und inzwischen von der Kommunalaufsicht genehmigten Haushaltsplans. Dort sind nicht nur die Ausbaukosten des Straßenabschnitts beziffert, sondern auch der Radweg wird explizit als Bestandteil der Baumaßnahme erwähnt:

„Die Maßnahme wurde im Sommer 2018 mit begleitendem Radweg bewilligt. Der Baubeginn ist im März 2020 geplant.“

Schützenbruder Eisermann sollte vielleicht erst einmal die Beschlüsse des Stadtrats lesen, bevor er sich vollmundig aus dem Fenster lehnt. Nach Maßgabe der Gemeindeordnung „entscheiden die Bezirksvertretungen unter Beachtung der Belange der gesamten Stadt und im Rahmen der vom Rat erlassenen allgemeinen Richtlinien in allen Angelegenheiten, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hinausgeht“.

Laut Radverkehrskonzept ist die Hohenlimburger Straße dagegen sogar Teil des „Regionalen Radwegenetzes“. Noch können die kommunalen Angelegenheiten nicht wie in einem Schützenverein geregelt werden. Auch wenn es manchmal danach aussieht.

„Wenig Distanz zur AfD“

6. März 2020 by

Hagener Jusos fordern Rücktritt von FDP-Chef Hegenberg

In der Hagener Ausgabe der WPWR vom 02.03.2020 war ein Interview mit dem Hagener FDP-Vorsitzenden Lars-Peter Hegenberg zu lesen. Darin distanziert sich der Parteivorsitzende von der Politik der „Alternative für Deutschland“ (AfD) und kommentiert die Ereignisse rund um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen (dazu siehe hier). Die Hagener Jugendorganisation der SPD (Jusos) ist verwundert über die Aussagen Hegenbergs und hält diese für nicht glaubwürdig. Grund dafür seien Äußerungen auf dessen privatem Facebook-Account.

DOPPELWACHOLDER.DE hatte bereits im Januar 2019 über Hegenbergs zweifelhafte Aktivitäten in den asozialen Netzwerken berichtet („Hübsche Betonklötze“), die Jusos haben das jetzt aufgegriffen und sich weitergehend mit dem Hegenberg-Gezwitscher beschäftigt.

Ihnen liegen nach eigenen Angaben eine Vielzahl von Screenshots vor, die zeigen, dass der Rücktritt von Uli Alda bei den Hagener Liberalen keinesfalls zu einer Distanzierung von rechten Positionen geführt hat. Auch Lars-Peter Hegenberg falle im Internet mit Äußerungen auf, in denen er demokratische Politiker verunglimpft, Geflüchtete pauschal als Kriminelle darstellt und Inhalte von neurechten Online-Blogs teilt (siehe Abbildung. Montage: Jusos Hagen).

Im Juli 2016 kommentiert der FDP-Vorsitzende einen Artikel über Geflüchtete, die zu Bademeistern ausgebildet werden. „So macht man den Bock zum Gärtner“ schreibt Hegenberg, der im Zeitungsinterview seine Partei „schon in der Mitte“ sieht. Eine pauschale Darstellung von Migranten als Sexualstraftäter ist (nicht nur) nach Meinung der Jusos eine Aussage, die ein demokratischer Politiker auf keinen Fall treffen darf.

Ein weiteres ausgemachtes Ziel Hegenbergs ist die SPD-Politikerin und ehemalige Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz. Einen Zeitungsartikel, in dem Özoguz ein Wahlrecht für Ausländer fordert, wird vom Hagener Ober-Liberalen mit den Worten: „Damit ihre islamistischen Brüder wählen können…“ kommentiert. „Hegenberg unterstellt einer demokratischen, in Hamburg geborenen Politikerin, damit religiösen Fanatismus“, so die Jusos. Auch dies sei eine zutiefst rassistische Äußerung.

In einem anderen Post bezeichnet der FDP-Vorsitzende Özoguz als „unsägliche Trulla“. Dies wird von Ulrich Alda, dem im WPWR-Interview noch kritisierten Ex-Vorsitzenden, als „Lars-Peter Hegenberg at his best…“ kommentiert. Dies klingt nicht nach Distanzierung vom ehemaligen Landtagsabgeordneten Alda, sondern nach einer inhaltlichen Fortsetzung der unsäglichen Äußerungen des Vorgängers.

Der Vorsitzender der Hagener Jusos, Fleming Borchert, sagt dazu in Richtung der Hagener Ratsallianz: „CDU, Grüne und Hagen Aktiv müssen mit Blick auf die Äußerungen Hegenbergs diskutieren, ob sie weiterhin mit einer Partei weiterarbeiten wollen, deren Vorsitzender sich im Internet wiederholt rassistisch äußert. Eine glaubwürdige Distanzierung von rechts gelingt nur, wenn die oft zitierten Brandmauern gegen rechte Parolen auch in den eigenen Reihen existieren. Aktuell existieren sie nicht.“

„Für uns Jusos ist klar, dass Lars-Peter Hegenberg sein Amt niederlegen muss, damit die FPD in Hagen weiterhin als demokratischer Partner wahrgenommen werden kann. Andernfalls steht für uns die Zusammenarbeit mit den Hagener Liberalen im Rat in Frage, da die rassistischen und menschenverachtenden Kommentare des aktuellen FDP-Chefs wenig Distanz zur AfD zeigen. Da wundert es auch niemanden, dass Herr Hegenberg von „guten Gesprächen“ mit dem Hagener AfD-Vorsitzenden Michael Eiche spricht“, so David Wiegmann, stellv. Vorsitzender.

René Röspel: Warum ich den Schwanz eingekniffen habe

5. März 2020 by

Zuerst kommt die Parteiräson – am Ende vielleicht auch die Menschlichkeit

„Die Zustände in den Aufnahmeeinrichtungen auf den griechischen Inseln sind unbestritten katastrophal und untragbar“ stellt der Hagener Bundestagsabgeordnete René Röspel (SPD) zutreffend fest. „Ich wäre auch zu einem deutschen Alleingang zur Hilfe von Betroffenen und als Vorbild bereit, wenn am Ende der Verhandlungen auf europäischer Ebene keine breitere Lösung oder Vereinbarung zustande kommt. Unser Ziel ist, möglichst vielen – vor allem Kindern und Minderjährigen – zu helfen.“

So rechtfertigt sich Röspel für sein Abstimmungsverhalten, mit dem er reichlich widersinnig einen Antrag der GRÜNEN im Bundestag ablehnte. Die hatten ebenfalls gefordert, „unbegleiteten Kindern und anderen Angehörigen von Familien in Deutschland, die sich noch auf den griechischen Inseln befinden, den Familiennachzug nach der Dublin-III-Verordnung 604/2013 zügig und unbürokratisch zu ermöglichen“.

Röspel begibt sich in den Bereich der politischen Schizophrenie: Plötzliche hehre Worte der Kritik für eine Situation, die nun schon seit Jahren anhält – gleichzeitig Ablehnung eines Antrags, den er eigentlich befürworten müsste. Seine Begründung bewegt sich auf der Linie: Warum ich den Schwanz eingekniffen habe.

Seine Genossen im Hagener Stadtrat haben sich (wenigstens) in diesem Punkte klarer positioniert und haben zusammen mit der Ratsmehrheit im Februar den offiziellen Beitritt zum Bündnis „Seebrücke – Städte sicherer Häfen“ beschlossen. Das ist an Röspel wohl vorbeigegangen.

Ernsthafte Bemühungen der Bundesregierung – an der Röspels SPD bekanntlich beteiligt ist -, eine Änderung an den menschenunwürdigen Zuständen für Flüchtlinge in Griechenland herbeizuführen, sucht man vergebens. Die Griechen wurden von Europa in Stich gelassen (und die hellenische Bürokratie hat sich als unfähig erwiesen), bis sich inzwischen der faschistische Mob auf den Inseln der Ostägäis breitmacht und zur Jagd auf Flüchtliche, Journalisten und NGOs bläst.

Jetzt ist Röspel (ein wenig) aufgewacht, so scheint es jedenfalls: „Ich bin für die Aufnahme von Geflüchteten im Rahmen einer europäischen Koalition der Vernunft. Inzwischen hat sich mit Frankreich, Portugal, Finnland und anderen bereits eine nennenswerte Gruppe von Staaten zu einer gemeinsamen Aufnahme bereit erklärt. Ich erwarte, dass die deutsche Bundesregierung jetzt zusammen mit diesen Staaten die Aufnahme dringend in die Wege leitet. Das Engagement unserer aufnahmebereiten Bundesländer, Städte und Gemeinden begrüße ich außerordentlich. Es ist wichtig zu wissen, dass es die Bereitschaft gibt, Schutzsuchende zügig aufnehmen zu können.“

Man müsse weg vom Prinzip der Zuständigkeit des Ersteinreisestaates. Es brauche eine gerechte und solidarische Verteilung geflüchteter Menschen auf die einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Nur so sei dauerhaft eine Entlastung der Staaten an den EU-Außengrenzen und somit auch insbesondere Griechenlands zu erreichen.

Das hört sich alles gut an. Trotzdem hat sich unser heimisches Humankapital (so nennt man es doch im Rahmen der Betriebswirtschaftspolitik – oder?) in Form des Hagener Abgeordneten dem Antrag der GRÜNEN im Bundestag nicht angeschlossen.

Begründung Röspel: „Leider haben B90/Grüne – offensichtlich aus politisch-strategischen Gründen – in dieser fragilen Verhandlungssituation auf der europäischen Ebene einen Antrag zur Namentlichen Abstimmung gestellt, von dem wir einschätzen, dass er zum jetzigen Zeitpunkt den betroffenen Menschen eher schadet als nützt und breite Hilfe erschweren kann.“

Die „breite Hilfe“ wird seit vielen Jahren nicht geleistet – was soll dieses Gejammer des Abgeordneten Röspel also zu jetzigen Zeitpunkt?

Es ist ein Paradebeispiel für die Funktionsweise des Bundestags im Allgemeinen und des Abgeordneten Röspel im Speziellen: Alles richtig, aber ich bin trotzdem dagegen. Erst kommen meine Diäten, dann Partei und Koalition, dann die Nation – und erst zuletzt das Völkerrecht und vielleicht ganz am Ende auch noch die Menschlichkeit.

Eine Todesanzeige für Gerda

5. März 2020 by

Mit ungewöhnlichen Methoden arbeitet ein Geschichtskurs die NS-Vergangenheit der Stadt Hagen auf

Pablo Arias, in der spanischen Provinz Asturien geboren, hält sich selbst für einen „stinknormalen Oberstudienrat“: Er unterrich­tet Spanisch, Erdkunde und Geschichte am Rahel-Varnhagen-Kolleg in Hagen, wo junge Erwachsene auf dem zweiten Bildungsweg einen Schulabschluss machen können. Seit 2003 lebt er in Deutschland. Eines ­allerdings, sagt er, wundere ihn noch immer: wie seine neue Heimatstadt mit ihrer Nazivergangenheit umgehe. ­“Eigentlich macht keiner was. Und wenn doch, dann halbherzig, nicht aus Überzeugung“, sagt Arias.

Seit knapp zwei Jahren leitet er den Projektkurs Ge­schichte, seine Schüler holen das Fachabitur oder das ­Abitur nach. Laut Lehrplan sollen sie sich mit den Opfern des Na­tionalsozialismus beschäftigen. Arias ­entschied, das Thema „aus der ­Lo­kalperspektive“ zu betrachten. In dem Buch „Hagen unterm Ha­kenkreuz“, 432 Seiten dick, werden Euthanasie und Zwangssteri­lisation nur beiläufig behandelt, ­obwohl laut Arias gut 300 behinderte oder psychisch kranke Bürger der Stadt ermordet und ungefähr tausend unfruchtbar gemacht wurden. Die Schüler sollten diesen Menschen ein Gesicht geben. (…)

Quelle: Spiegel (Bezahlschranke, Gratismonat möglich)

VRR bewertet viele Bahnhöfe als „nicht akzeptabel“

5. März 2020 by

Der Zustand der Bahnhöfe und Haltepunkte im Bereich des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) hat sich verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle VRR-Bericht, der 297 Stationen bewertet. 2019 wurden 131 Stationen als „akzeptabel“, 93 als „noch akzeptabel“ und 73 als „nicht akzeptabel“ eingestuft. Im Jahr zuvor fielen 61 Haltestellen in die schlechteste Kategorie.

Von den Hagener Bahnstationen testiert der VRR dem Hauptbahnhof sowie Hohenlimburg, Dahl, Rummenohl und Westerbauer ein „akzeptables Erscheinungsbild“. Wehringhausen und Oberhagen hätten ein „noch akzeptables Erscheinungsbild“ und Heubing sowie Vorhalle ein „nicht akzeptables Erscheinungsbild“.

Viele Hagener Bahnkunden dürften das etwas anders sehen.

Kompositionen von skandinavischen Nationalhelden

5. März 2020 by

Siebtes Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Hagen

Das siebte Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Hagen findet am 10. März 2020 um 19.30 Uhr in der Stadthalle Hagen statt.

In diesem Konzert unter der Leitung von Generalmusikdirektor Joseph Trafton erklingen Kompositionen von skandinavischen Nationalhelden: Edvard Griegs Lebensunterhalt wurde von der norwegischen Krone gesichert, Jean Sibelius erhielt ein finnisches Staatsstipendium auf Lebenszeit.

In Griegs berühmtestem Opus „Peer Gynt“ (dazu steht die Suite Nr. 1 auf dem Programm) kann das Publikum die mit Mythen und Sagen gespickte Weltreise des Protagonisten nachempfinden. Die populäre Sinfonie Nr. 2 von Sibelius wird häufig mit dem finnischen Kampf um Unabhängigkeit von Russland assoziiert. Die Finnin Kaija Saariaho ist eine etablierte Komponistin der Neuzeit, deren Werk „Trans“ für Harfe und Orchester 2016 seine Uraufführung erfuhr. Auch sie wurde mit skandinavischen Preisen ausgezeichnet: dem Musikpreis des Nordischen Rates und dem Polar Music Prize. Als Solist gastiert der international gefragte Harfenist Andreas Mildner (Foto: Nora von Marschall).

Parallel zur Einführung für Erwachsene um 18.45 Uhr (Kleiner Saal, Eintritt frei) wird unter dem Titel „Sinfonikus“ von den Musikpädagogen Magdalena Rozanska und Jörg Lopper auch eine interaktive Einführung für 8-12-Jährige im Sinfonium angeboten, in welcher die jungen Besucher auf spielerische Weise gemeinsam musikalische Meisterwerke entdecken und die dabei eingesetzten Instrumente hautnah erleben und kennenlernen. Dieses Mal geht es um die Harfe.

Der Eintritt beträgt 12 Euro (ermäßigt 6 Euro) und beinhaltet die Teilnahme am „Sinfonikus“ sowie den Besuch des Konzertes.

Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 02331 / 207-3218 oder www.theaterhagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern, Tel. 02331 / 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse in der Stadthalle Hagen.

Matinee mit Brunch und Poetry Slammerin

5. März 2020 by

DGB-Frauen fordern: Gleiche Bezahlung

Höhere Gehälter, Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bessere Arbeitszeitregelungen – Tarifverträge setzen Standards für alle und lohnen sich besonders für Frauen in mehrfacher Hinsicht: Zwischen Frauen und Männern klafft eine durchschnittliche Lohnlücke von 21 Prozent. Dort, wo Tarifverträge gelten, ist diese Lücke um ganze 10 Prozentpunkte kleiner. „Deswegen machen die Gewerkschaftsfrauen des DGB am 8. März auf die besondere Bedeutung der Tarifbindung aufmerksam.“, sagt Iris Karp, Vorsitzende des DGB-Stadtfrauenausschusses Hagen.

Für die 21-Prozent-Lohnlücke gibt es viele Ursachen: Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig Teilzeit und in vergleichsweise schlecht bezahlten Berufen, sie haben seltener Führungspositionen inne – und sie übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit. „Wir brauchen mehr Tarifbindung, gerade in den Branchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten.“, so Karp weiter. „Denn Tarifverträge drängen prekäre Beschäftigung zurück, sorgen für faire Arbeitszeiten und bieten den Beschäftigten bessere Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung – im Erwerbsleben und im Alter.“

Der DGB fordert die Gleichstellung von Frauen und Männern durch Erhöhung der Tarifbindung und Ausweitung der Mitbestimmung zu stärken. Überdies gibt es in tarifgebundenen Betrieben häufiger Arbeitszeitmodelle, die Frauen und Männern die gleiche Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen – und einen Betriebsrat, der sich für deren Umsetzung stark macht. „Familiengerechte Arbeitszeitmodelle sind die Basis für einen grundlegenden Wandel bei der Verteilung der Haus- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern“, so Iris Karp.

Damit Frauen den gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit erhalten muss auch die Bundesregierung handeln. „Arbeitgeber müssen gesetzlich verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis mit zertifizierten Prüfverfahren zu überprüfen und Benachteiligung wirksam abzubauen.“, betont die Vorsitzende.

Am 8. März laden die DGB-Frauen herzlich zur Matinée ins das Kulturzentrum Pelmke, Pelmkestraße 14, ein. Ab 10:00 Uhr wird dort gegen Spende ein Brunch angeboten. Nach der Begrüßung um 11:30 Uhr kann man sich ab 12:00 Uhr auf Jule Weber aus Bochum freuen, Poetry Slammerin und Mutter. Seit 2008 spielt sie auf Bühnen und trägt dort auch erfolgreich Prosa und Lyrik vor. 2012 gewann sie sowohl die hessischen U20-Poetry-Meisterschaften als auch die internationalen deutschsprachigen U20-Poetry Slam-Meisterschaften. In ihrer Freizeit überlegt sie, wo sie auf die Schnelle eine Katze, ein Entenküken, ein Haifischkostüm und einen Roomba hernehmen soll…

Kostenlose Eintrittskarten für die Matinée sind noch in geringer Stückzahl am Infostand des DGB Hagen beim Frauen-Infotag am Samstag, 7. März ab 11:00 Uhr in der Volme Galerie erhältlich – schnell sein lohnt sich!

Kontakt: DGB Hagen: Körnerstraße 43, 58095 Hagen; Tel. 386040; hagen@dgb.de

Keine Lastwagen mehr auf den Hagener Ringen

4. März 2020 by

SPD-Ratsfraktion fordert sofortige Umsetzung des Beschlusses aus dem Umweltausschuss – das reicht aber nicht

Mit der Eröffnung der Bahnhofshinterfahrung müsse die hohe Belastung der Menschen in der Innenstadt durch schwere Lastwagen endlich ein Ende haben. Daher fordert die SPD-Ratsfraktion die Verantwortlichen in der Verwaltung auf, jetzt schnell und effektiv zu handeln.

Während die Politik bereits im vergangenen Jahr im Umweltausschuss ihre Hausaufgaben gemacht hat und auf Antrag der SPD-Fraktion einstimmig beschloss, mit der Öffnung der Bahnhofshinterfahrung ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen auf der Wehringhauser Straße, dem Bergischen und dem Märkischen Ring in beiden Fahrtrichtungen zu beschildern, müsse jetzt auch gehandelt werden.

„Jetzt ist es an der Zeit, dass dieser Beschluss von der Stadtverwaltung umgesetzt wird“, so Claus Rudel, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. „Die Anwohner in diesen Bereichen sind lange genug durch den starken LKW-Verkehr belastet worden.“

Auch der Luftreinhalteplan der Bezirksregierung sehe für die Stadt Hagen genau diese Maßnahme vor, betont Werner König, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Das Verbot brächte endlich eine Entlastung auch für die Anwohner an der Eppenhauser und der Rembergstraße.

Die Bahnhofshinterfahrung wird am 13. März 2020 feierlich eröffnet. Entsprechend dem Beschluss des Ausschusses müsste der LKW-Verkehr zu diesem Zeitpunkt neu gesteuert und damit aus den hoch belasteten Straßen verbannt werden.

Aus welchem Grunde die SPD so halbherzig vorgeht und nur die Sperrung des Innenstadtrings fordert, erschließt sich nicht. Selbst die CDU plädiert inzwischen für ein LKW-Durchfahrverbot in der gesamten Innenstadt (siehe: Überraschende Wende).

Ein konzeptionsloses „Ja, wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ reicht nicht aus, um die Hagener Verkehrs- und Umweltprobleme zu lösen. Da muss die SPD schon mehr bieten, um ernst genommen zu werden.

Zeit für Dezernenten läuft ab

4. März 2020 by

Die Tage für den Umwelt-, Ordnungs und Rechtsdezernenten Thomas Huyeng scheinen gezählt. Nach den Grünen hat sich jetzt auch die CDU-Fraktion auf ihrer Klausurtagung am Wochenende in Balve beschlossen, seine Stelle im Herbst 2020 zur Neubesetzung auszuschreiben.

Die Hintergründe: Die Partner der Allianz (CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP) wollten die erfolgreiche politische Zusammenarbeit im Rat fortsetzen. Die Bedeutung des Klimaschutzes solle auch personell in der Verwaltungsspitze stärker positioniert werden. Und: Nachdem absehbar war, dass eine Wiederwahl von Huyeng durch eine vorübergehende Vergrößerung des Verwaltungsvorstandes nicht konsensfähig war, habe die CDU-Fraktion mit den politischen Partnern die Neuausschreibung dieser Position beschlossen.

Die CDU will Huyeng bei der Suche nach „einer seinen großen fachlichen Fähigkeiten“ entsprechenden Position unterstützen. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Arbeiter aus Hagen-Halden attackieren das Management

4. März 2020 by

Die Mitarbeiter der Steinfabrik RHI Magnesita sehen sich als Opfer von Managementfehlern und einer Unternehmenskultur, die in erster Linie am Wohlergehen des Konzernvorstandes in Wien interessiert ist. „Die Entscheidung, unser Werk zu schließen, hatte unternehmenspolitische Gründe“, sagte Frank Röttger (51), Betriebsratsvorsitzender der Firma in Halden. „Wir hatten eigentlich nie eine Chance.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Emil Schumacher – Der Reiz des Materials

4. März 2020 by

8. März bis 7. Juni 2020, Emil-Schumacher-Museum Hagen

Emil Schumacher, Paper-Doll, 1970, Acryl auf Papier auf Leinwand, 90 x 122 cm, Emil Schumacher Museum, Hagen. © VG Bild-Kunst, Bonn 2019.

Die Farbe, das klassische Malmaterial, hat Emil Schumacher in seinem Œuvre um unzählige Möglichkeiten erweitert. Er ignorierte dabei immer wieder auch die Grenzen zur Gattung des bildhauerischen Reliefs. Die Faszination des Malers für Materialität von Malgrund und Farbe ist dabei eine Grundvoraussetzung für sein schöpferisches Werk, dem das Ringen um die Preisgabe der sinnlichen Kraft des Materials eingeschrieben ist.

Neue Werkstoffe aber auch malereifremde Fundstücke übten zudem einen unwiderstehlichen Reiz auf den Maler aus und regten die Entstehung neuer Werke und ganzer Werkgruppen an. Die neue Ausstellung des Emil Schumacher Museums, Hagen, stellt diesen Grundaspekt im Werk Emil Schumachers in den Vordergrund.

Der 1912 geborene Emil Schumacher erlebte als Kind die Folgen des Ersten Weltkrieges, der Weltwirtschaftskrise von 1929, gefolgt von den Schrecken des Naziterrors und der Mangelwirtschaft nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Ein krummer, rostiger Nagel, ein Stück Maschendraht, eine alte Glasscheibe, ein knittriges, unbeschriftetes Blatt Papier – alles konnte in diesen schweren Zeiten einen für heutige Menschen unvorstellbaren Wert besitzen.

In der Kunst Emil Schumachers sind solche Fund-Objekte ihrem rein praktischen Nutzen entzogen und sie geben auch keinen Hinweis auf die reale Welt, aber vielleicht ist es kein Zufall, dass Schumacher ihren ästhetischen Wert erkannte und sie als gestalterisches Element zu nutzen verstand.

Der Mangelgesellschaft zu Beginn und Mitte des 20. Jahrhunderts steht die heutige Überflussgesellschaft diametral gegenüber. Aber überzeitliche Bedeutung entsteht vor allem dann, wenn ein Kunstwerk auch späteren Generationen noch etwas zu sagen hat. Die Kritik am Konsumüberfluss und der Unbedachtheit der Menschen im Umgang mit den Ressourcen erscheint inzwischen alt und ist doch so aktuell und dringend wie nie.

In einem Fragebogen des FAZ-Magazins antwortete Emil Schumacher schon 1990 auf die Frage nach dem größten Unglück für ihn persönlich. Seine Antwort darauf lautete: „Dass diese Welt wider besseres Wissen zerstört wird […]“.

Werkstattgespräch und Offene Probe zur Premiere von „Wenn die Nacht am tiefsten (… ist der Tag am nächsten)“

4. März 2020 by

Die nächste Premiere im Großen Haus des Theaters Hagen präsentiert die Deutsch-Rock-Punk-Pop-Theater-Party unter dem Titel „Wenn die Nacht am tiefsten (… ist der Tag am nächsten)“ (Premiere am 14.3.2020, 19.30 Uhr).

Als Einstimmung auf diese außergewöhnliche Produktion und deren Umsetzung auf der Hagener Bühne bietet das Theater Hagen eine Werkstatt-Probe (Werkstattgespräch und Offene Probe) am Montag, 9. März 2020 mit Beginn um 18.15 Uhr im Theatercafé an.

Bei dieser Einführungsveranstaltung erhalten die Besucher durch das Produktionsteam mit Michaela Dicu (Inszenierung), Andres Reukauf (Musikalische Leitung), Francis Hüsers (Konzept und Dramaturgie) sowie weiteren Beteiligten zahlreiche Informationen zu diesem besonderen Abend und können anschließend erste Live-Eindrücke beim Probenbesuch im Großen Haus gewinnen.

Der Eintritt ist frei.

„Lebendiges Judentum“ in der Alten Synagoge

4. März 2020 by

Zu einem Besuch der Dauerausstellung „Lebendiges Judentum“ in der Alten Synagoge Hohenlimburg, Jahnstraße 46, lädt die Volkshochschule Hagen (VHS) am Samstag, 7. März, von 10.30 bis 12 Uhr ein.

Rudolf Damm, ehemaliger Gesamtschullehrer für Deutsch, Geschichte und Religion sowie ehemaliger Vorsitzender der Hagener Stolpersteine e.V. und Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung e.V., führt Interessierte sachkundig durch die Ausstellung.

Die Besucherinnen und Besucher erhalten einen Überblick über die verschiedenen Kultgegenstände sowie die jüdischen Feste. Zudem lernen sie Beschneidungsbesteck, Gebetsmantel, Gebetsriemen, einen jüdischen Hochzeitsring, Hochzeitsverträge und verschiedene Gegenstände zu den Festen kennen. Im Mittelpunkt steht die Torarolle. Leittexte, Fotos und Zeichnungen ergänzen die Ausstellungsstücke.

Der Eintritt ist frei. Anmeldungen sind unter Angabe der Veranstaltungsnummer 1361 beim Team der VHS unter Telefon 02331/207-3622 oder auf der Seite www.vhs-hagen.de/anmeldung möglich.

„So unsägliche Tweets“

3. März 2020 by

Hagens FDP-Chef Hegenberg sieht seine Partei in politischer Mitte

In einem Interview mit der WPWR spielt der Hagener FDP-Vorsitzende Lars Peter Hegenberg den harmlosen Provinzler aus der politischen Mitte. Er distanziert sich vom ehemaligen Kreisvorsitzenden Uli Alda, erwähnt aber nicht, dass er damals selbst ein Twitter-Kumpel von Alda war und daher genau wusste, was der so alles absonderte.

Zur Frage, weshalb er Kreisvorsitzender geworden sei, antwortete Hegenberg:

Das ist mir letztlich ein bisschen in den Schoß gefallen durch den Rückzug von Herrn Alda. Hätte der seinerzeit nicht so unsägliche Tweets losgelassen, die man so nicht stehen lassen konnte, dann wäre mir das vermutlich erst dieses Jahr angetragen worden.

Und an anderer Stelle:

Ich sehe unsere Partei schon in der Mitte. Deshalb haben wir im Fall von Herrn Alda damals auch sofort die Reißleine gezogen. Das geht für eine liberale Partei nicht. Und ich habe auch das Gefühl, dass mein gesamter Vorstand sagen würde, wenn es zu einem Rechtsruck kommt, machen wir nicht mehr mit. Deshalb versuchen wir uns auch konsequent immer wieder von allen Rechten abzugrenzen.

Hegenberg hat also nur ein „Gefühl“, dass es in seiner Partei nicht zu einem Rechtsruck kommt und „versucht“ sich abzugrenzen. Schon das ist wenig glaubhaft: Das rechtslastige Twitter-Gezwitscher zwischen Alda und Hegenberg lief bis zum 16. Dezember 2018. Drei Tage später machte der Kölner Stadt-Anzeiger die Twitter-Ergüsse Aldas öffentlich. Am Heiligabend trat Alda zurück, Hegenberg trat seine Nachfolge an.

Im Interview entwickelt Hegenberg trotz formaler, aber windelweicher Abgrenzungsschwüre („versuchen wir“) folgerichtig ein Herz für Rechte:

Wobei ich niemals so weit gehen würde, den Hagener AfD-Fraktionsvorsitzenden Michael Eiche als Faschisten zu bezeichnen.

Aus „vielen persönlichen Gesprächen“ wisse er, dass man mit ihm „durchaus gut reden kann“. Nun mag es ja sein, dass es aus technischen Gründen im Stadtrat manchmal notwendig sein kann, auch mit Parteigenossen eines Thüringer Faschisten reden zu müssen. Nur: Hegenberg ist kein Ratsmitglied. Welche Veranlassung hatte er also, mit Eiche Konversationen zu pflegen?

Siehe dazu:

„Hübsche Betonklötze“
Hagener FDP-Vize Hegenberg twittert mit Alda und erklärt „Merkelsteine“

Im Zweifel rechts
FDP ist der AfD ähnlicher, als sie zugeben will

Die FDP ist nicht liberal
Rechtsruck der Freien Demokraten

Die FDP ist nicht eine Kraft der Mitte und ein Gegenpol zur AfD. Im Gegenteil: Der Wahlforscher Thorsten Faas stellte kurz vor der Bundestagswahl 2017 fest, dass der sogenannte Wahl-o-mat der Bundeszentrale für politische Bildung mehr Übereinstimmungen zwischen FDP und AfD zeigte, als zwischen CDU und AfD. (…)

Quelle: Deutschlandfunk

Hagen zahlt Millionen für Murks am Museum

3. März 2020 by

Das wird für Hagen richtig teuer: Die Beseitigung der Baumängel beim Schumacher-Museum wird die Stadt wohl alleine tragen müssen. (…)

Bislang sind die Feststellungen des vom Gericht bestellten Sachverständigen Dr. Ing. Stefan Wirth (Karlsruhe) zu diesem Themenkomplex „noch immer unvollständig und nicht vollständig zufriedenstellend“, stellt Jurist Bröker fest. (…)

Der die Stadt Hagen beratende Jurist stellt an dieser Stelle fest, dass Gutachter Wirth im Rahmen des Beweissicherungsverfahrens diese Thematik „nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit verfolgt“ habe. „Es hat den Anschein, dass der Sachverständige sich entweder überfordert fühlt oder unwillig ist“, bilanziert Bröker. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: In einem Kommentar zum Artikel meint WPWR-Redakteur Martin Weiske: „Auffällig bleibt, wie still sich inzwischen die Lobbyisten-Schar wegduckt, die seinerzeit das Kulturprojekt gegen reichlich Widerstände in der Stadtgesellschaft mit zum Teil zweifelhaften Methoden durchgepeitscht hat.“

Damit vermischt Weiske die Baumängel mit der Kultureinrichtung, auf die das von seinem Blatt überstrapazierte Wort „Leuchtturmprojekt“ ausnahmsweise einmal zutrifft. Wann hat sich Weiske je über die Lobbyisten mokiert, die Projekte mit zweifelhaften Methoden durchgepeitscht haben, wie zuletzt beim sogenannten „Block 1“ in Wehringhausen? Weiske macht sich mit solchen Vermengungen zum Taktgeber einer kulturfeindlichen Szene, die nicht nur in den asozialen Medien zu finden ist. Auch im Stadtrat ist sie gut verankert.

Zuzustimmen ist der Kritik daran, den Tagesordnungspunkt im Rat am 26. März unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu beraten. Das klinge nicht bloß „feige“, sondern sei vor allem „ganz schlechter Stil gegenüber der Bürgerschaft“, so Weiske. Das ist allerdings der übliche Stil im Rat; teilweise war in der Vergangenheit der nichtöffentliche Teil der Sitzungen umfangreicher als der öffentliche. Bisher hatte Weiske daran nichts auszusetzen.

Neue Infotafeln an Hagener Bauwerken

3. März 2020 by

Stadtbad Haspe. Postkarte aus den 1950er Jahren.

Sie erläutern grundlegende Fakten wie Baudaten, Architektennamen oder historische Aspekte: jene Infotafeln, welche der Hagener Heimatbund bereits seit 2006 im Stadtgebiet aufstellt. Zum Ende des Vorjahres konnte der Hagener Heimatbund durch einen einmaligen Zuschuss der städtischen Denkmalbehörde erneut vier bedeutende Bauwerke in der Volmestadt mit Tafeln ausstatten. Insgesamt beeindruckende 55 Objekte (Gebäude, Plätze, Denkmale) verfügen somit inzwischen über diese für jedermann öffentlich zugängliche Informationen.

Diesmal – gleichsam zum Abschluss des Bauhaus-Jahres – standen zunächst drei Hasper Gebäude der 1920er-Jahre im Fokus, die auch am Tag des offenen Denkmals im vergangenen September eine Rolle gespielt haben: Erstens das ehemalige Umformerwerk der Hagener Straßenbahn an der Voerder Straße/Schützenhof, das seit 1996 von der Evangelischen Missionsgemeinde genutzt wird, zweitens das ehemalige Stadtbad Haspe an der Berliner Straße, seit dem Jahr 2000 ein Senioren-Wohnstift, und drittens die ehemalige Berufsschule Haspe, das jetzige Christian-Rohlfs-Gymnasium, am Ennepeufer. Sowohl das Gymnasiumsgebäude als auch das einstige Hallenbad wurden vom früheren Hasper Stadtarchitekten Günther Oberste-Berghaus geplant, der vermutlich 1928 als Studierender am Bauhaus in Dessau eingeschrieben war.

Zudem erhielt die im 19. Jahrhundert errichtete frühere Villa der Fabrikantenfamilie Laufenberg an der Bergstraße, in der inzwischen eine städtische Kindertagesstätte beheimatet ist, eine Infotafel. Trotz zahlreicher Nutzungsänderungen im Verlauf der Jahrzehnte (unter anderem war hier auch mal der Sitz der Volkshochschule) haben sich an der Villa viele Original-Details aus der Gründerzeit erhalten.

Der Tag des offenen Denkmals und das Bauhaus-Jahr erfuhren mit den vier Infotafeln eine nachhaltige Bereicherung. Die stets in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege erfolgende Tätigkeit des Hagener Heimatbundes, denkmalgeschützte oder historisch bedeutsame Objekte mit Hinweisen zur Geschichte auszustatten, soll auch in diesem Jahr fortgesetzt werden. Insbesondere in Wehringhausen sind 2020 weitere Infotafeln geplant.


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