Kommunale Unternehmen entdecken die Bäume

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Auch der Stadtrat sieht inzwischen den Vorteil des Schattens

3.000 Neuabonnenten für das 49-Euro-Ticket hatte sich die Hagener Straßenbahn AG zum Ziel gesetzt. Dafür wollte das Unternehmen 490 Bäume in Hagen pflanzen. Bis Anfang Mai sind allerdings bereits mehr als 6.500 neue Bestellungen eingegangen.

Daraufhin legte das Verkehrsunternehmen die Latte höher: Sollten bis zum Herbst 8.000 Neuabonnenten gewonnen werden, wird auch die Zahl der Bäume erhöht – auf 650.

Auch der kommunale Energie- und Wasserversorger Enervie ist dendrophil unterwegs. Unter dem Motto „Leitungswasser trinken, Klima schonen und Gutes tun“ brachte der Hagener Versorger seinen Kundinnen und Kunden vor allem den Aspekt der Nachhaltigkeit von Trinkwasser näher.

Ein zentraler Baustein der Kampagne war eine Wasserflaschen-Aktion unter dem Motto: „Die Flasche für den guten Zweck“. Hierfür kooperierte die Enervie-Tochter Mark-E mit zwei ortsansässigen Künstlern – der Designerin Martina Döbler und dem Street-Art-Künstler Martin Bender. Diese gestalteten Glasflaschen mit Kunst-Motiven, die in limitierter Auflage und für einen Preis von 5 Euro je Flasche in den Verkauf bei ausgewählten Hagener Lebensmittel-Märkten sowie Getränkeeinzelhändlern gingen.

Den Verkaufserlös von 4.500 Euro übergab Mark-E nun an Vertreter des Projektes „Bäume für Hagen“. Das Aktionsbündnis kann somit seine Baumpflanzaktionen im Hagener Stadtgebiet weiter fortsetzen und einen wichtigen Beitrag für Nachhaltigkeit und Klimaschutz leisten.

Bleibt die Hoffnung, dass die Bäume auch an den richtigen Stellen im Stadtgebiet gepflanzt werden, nämlich an den unbeschatteten Asphaltschneisen. Ein regelrechtes Alleenprogramm ist in Hagen seit Jahren überfällig, um die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu verbessern.

Die Stadtvertreter in der Verwaltung und den politischen Gremien hat diese Notwendigkeit bisher nicht erreicht. Kein Wunder – in klimatisierten Limousien bleibt die zunehmende Erhitzung (vermeintlich) außen vor.

Einen ersten Schritt haben sie jetzt trotzdem unternommen: Wenigstens die zentralen Bushaltestellen sollen zukünftig besser beschattet werden. Nach dem Willen der Verwaltung sollen die Vorstellungen des Stadtrats in einen „Aktionsplan“ aufgenommen werden. Allerdings erst 2024/25. Solange muss in den Sommermonaten weiter geschwitzt werden.

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