Stadt: Kredite rückläufig – Zinssätze explodieren

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Kürzungsdebatte droht

Die Liquiditätskredite der Stadt Hagen (städtischer Dispo) sind weiter rückläufig. Mit Stand zum 30. September betrugen sie 886,1 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 953,3 Millionen Euro.

Diese positive Entwicklung ist allerdings nach Angaben der Kämmerei überwiegend auf noch nicht abgeflossene Mittel aus Förderprogrammen zurückzuführen. Die Richtung könnte sich also auch wieder ändern.

Weniger positiv ist die Entwicklung der Investitionskredite zu betrachten. Die sind zwar ebenfalls rückläufig. Sie lagen vor einem Jahr noch bei 74,4 Millionen Euro, zum Ende des dritten Quartals 2022 waren es nur noch 66,0 Millionen Euro. Das bedeutet allerdings nichts anderes als einen weiteren Rückgang der Investitionen in die Infrastruktur der Stadt.

Gefahren für den kommunalen Haushalt drohen von den geradezu explodierenden Zinsen. Aufgrund der weiterhin hohen Inflation hatte die Europäische Zentralbank (EZB) im September die Leitzinsen erneut angehoben. Nach der ersten deutlichen Zinserhöhung im Juli um 0,50 Prozentpunkte folgte im September ein noch größerer Zinsschritt um 0,75 Prozentpunkte.

Die Zinsen am Geldmarkt sind aufgrund der Anhebung der Leitzinsen deutlich gestiegen. Der 3-Monats-Euribor liegt mit 1,160 % (29.09.2022) jetzt bereits um gut 1,7 Prozentpunkte über dem Stand ein Jahr zuvor (-0,543 %). Immerhin eine Verdreifachung (Euribor bezeichnet die durchschnittlichen Zinssätze, zu denen viele europäische Banken einander Anleihen in Euro gewähren).

Auch die Zinsen für langfristige Kredite sind im Zuge der wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen in den letzten Wochen wieder deutlich gestiegen. Lag der 10-Jahres-Swap vor einem Jahr noch bei 0,156 %, war er am 29.09.2022 auf 3,247 % gestiegen – mehr als das Zwanzigfache!

Gestern hat die EZB die Leitzinsen erneut um 0,75 Prozentpunkte auf 2 % erhöht. Und damit ist wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. EZB-Chefin Christine Lagarde sagte, die Arbeit sei noch nicht erledigt und es gelte, eine weitere Wegstrecke zurückzulegen. Es sei noch mehr „in der Pipeline“.

Die Zinsbelastung für die Stadt wird sich also massiv erhöhen – mit allen Folgen für den Haushalt. Die Diskussion über allerlei „Sparmaßnahmen“, sprich: Kürzungen, dürfte in nicht allzu ferner Zukunft beginnen.

Eine Antwort to “Stadt: Kredite rückläufig – Zinssätze explodieren”

  1. Eva Grund Says:

    Also. Ist!!!!Stadt Hagen zahlungsunfähig?
    Butter bei der Fische..verschlepte Insolvenz?

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