Stadt zahlt jetzt Millionen für Garten am Hohenhof

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Erst das Theater um gefällte Bäume, jetzt eine Kostenexplosion: Die Arbeiten im Garten am Hohenhof werden für die Stadt Hagen richtig teuer. (…)

Rund 1,7 Millionen Euro waren ursprünglich veranschlagt. Aktuell gibt es bereits Mehrkosten von über 700.000 Euro. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die kommende Ratssitzung hervor. (…)

Die Mehrkosten von 709.303 Euro werden seitens der Verwaltung als förderfähig erachtet. Diese würden zeitnah beim Fördergeber im Rahmen eines Änderungsantrages beantragt. Wörtlich heißt es in der Vorlage: „Es wird von einer 100-prozentigen Förderung für die zuwendungsfähigen Positionen ausgegangen.“ Der Eigenanteil der Stadt erhöht sich durch die Preissteigerung um knapp 57.000 Euro auf 477.974 Euro. (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Wie in der gedruckten Ausgabe am Samstag war auch der Online-Artikel ursprünglich mit „Kosten-Explosion am Hohenhof“ überschrieben. Am Sonntagvormittag wurde die Headline geändert und die Kosten komplett der Stadt Hagen zugeordnet – eine Propaganda-Lüge, wie auch im eigentlichen Artikel (mit den richtigen Zahlen) nachzulesen ist.

Der Eigenanteil der Stadt erhöht sich nach Angaben der Verwaltung um 56.124,50 Euro. Von den Gesamtkosten müssen etwa 25 Prozent von der Stadt getragen werden, die keineswegs „Millionen“, wie die Überschrift in der WPWR behauptet, betragen.

Es ist also in diesem Fall gelungen, was so häufig nicht klappt und zu Recht immer wieder kritisiert wird: hier wurden in erheblichem Umfang Fördermittel akquiriert.

Man darf natürlich darüber streiten, ob es sich um eine sinnvolle Investition handelt. Das rechtfertigt es aber noch lange nicht, mit Propaganda-Lügen hausieren zu gehen. Schließlich ist der Hohenhof eines der wenigen Objekte (oder in einer inflationär gebrauchten Phrase des Pressehauses: eines „Leuchturms“), die diese Stadt zu bieten hat und auch überregional Beachtung findet.

In diesem Zusammenhang sind auch die Kosten in einen Kontext zu anderen Entscheidungen zu setzen, die im politischen Raum gefällt werden.

Allein für die Anmietung von Containern für zusätzliche Klassenräume an der Geschwister-Scholl-Hauptschule in Boelerheide werden 810.000 Euro veranschlagt – für nur zwei (!) Jahre. Ein Betrag, der nach Angaben der Stadt auch höher ausfallen könnte, da der Containermarkt ziemlich leergefegt ist. Dazu kommen noch 164.000 Euro Planungskosten.

Die Gesamtkosten liegen nur für diese eine Maßnahme damit bereits mehr als doppelt so hoch wie der Betrag, den die Stadt in die Restaurierung des Hohenhof-Gartens steckt.

Dabei wird die Anmietung der Container nur deshalb notwendig, weil der Rat mehrheitlich den Verkauf eines Schulgebäudes in Hagen-Vorhalle an eine Privatschule beschlossen hat – für 2,7 Millionen Euro, und somit 2 Millionen unter Wert. Eine selbstverschuldete teure – und völlig absurde – Entscheidung vor dem Hintergrund fehlender Klassenräume im gesamten Stadtgebiet.

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