Ein Steinbruch als „Naturerlebnis“

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Wie (und von wem) die Ausdehnung einer Industrie aufgehübscht wird

Seit Jahren umstritten ist die Ausweitung des Steinbruchs der Hohenlimburger Kalkwerke nach Osten auf Letmather Gebiet. Die Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm wehrt sich vehement gegen das Vordringen des Kalksteinabbaus.

Unterstützung erhielt die Initiative vom Regionalrat der Bezirksregierung. Der hatte sich 2021 gegen Erweiterungspläne für den Oeger Steinbruch ausgesprochen und der Bürgerinitiative auf dem Ahm so den Rücken gestärkt.

Dagegen hat der Steinbruchbetreiber jetzt die Gegenoffensive gestartet und dazu einen Partner gefunden. Nach einem Bericht der WPWR haben die Kalkwerke gemeinsam mit dem Verein Geopark Ruhrgebiet e.V. das Projekt „Geopfad Steltenberg“ gestartet. Der Pfad soll, so die Zeitung, „auch Statement sein: Rohstoffabbau und Naturerlebnis passen zusammen“.

Auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hohenlimburg seien schon eingebunden worden – natürlich über eine „digitale Lern-App“. Man verstehe sich nicht als Lobbyvereinigung für die Rohstoffindustrie, betont der Vorsitzende des Vereins Volker Wrede nach Angaben der Zeitung. Natürlich nicht.

Dr. Volker Wrede, der genannte Vorsitzende des GeoParks Ruhrgebiet, hatte sich in der Vergangenheit offen für die Erdgasförderung durch Fracking gezeigt und dies auch bei einem Auftritt auf einer Tagung des Europäisches Instituts für Klima und Energie e.V. (EIKE) vorgetragen.

EIKE gilt als Verein, der den wissenschaftlichen Konsens über die menschengemachte globale Erwärmung leugnet. Entgegen seinem Namen ist das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) kein wissenschaftliches Institut, sondern wird als Lobbyorganisation bezeichnet.

Von Stimmen aus Wissenschaft und Presse wird der Verein als Zentrum der politisch aktiven und organisierten Klimaleugnerszene in Deutschland beschrieben. Sein Ziel sei es, den systematischen Angriff auf die Befunde der Klimawissenschaft zu betreiben. Es bestehen enge inhaltliche und personelle Verbindungen zwischen EIKE und der Alternative für Deutschland (AfD).

Dieser Hintergrund, der in der Verbindung zwischen dem GeoPark-Verein und dem Steinbruchbetreiber relevant sein könnte, wird in der heimischen Gazette mit keinem Wort thematisiert.

Eine Antwort to “Ein Steinbruch als „Naturerlebnis“”

  1. Hartwig Brettschneider Says:

    Klimaleugner kann es nie geben. Das ist ein ideologischer Kampfbegriff. Denn sonst gäbe es heute auch kein Wetter, weil ab 30 Jahren Wetterbeobachtung erst von Klima gesprochen werden kann.

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