Grüne: Fällungen „schützenswert“

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Schuld sollen auch noch die Wähler sein

Markana-Park AnsichtMarkanapark neben der Hasper Leimstraße (sog. Südumgehung): Prachtvolle Bäume, die „schützenswerten Baumfällungen“ zum Opfer fallen sollen. Foto: DW.

Als DOPPELWACHOLDER.DE im Februar über einen Beschluss der Bezirksvertretung (BV) Haspe berichtete, in dem bezüglich der Planungen im Markanapark von „schützenswerten Baumfällungen“ die Rede war, lag es noch nahe, einen Fehler im Sitzungsprotokoll zu vermuten. Jetzt stellt sich heraus: Es war genau so gemeint!

Daniel Adam, Ratsmitglied und zuvor Beisitzer im Vorstand des Kreisverbands Hagen der „Grünen“, bestätigt es in einem Kommentar auf Fakebook unter dem dort verlinkten DW-Beitrag „Grün ist nur die Theorie“. Die Aussage, die Allianz-Parteien CDU, Hagen Aktiv und, so Adam, „insbesondere“ die „Grünen“ hätten Baumfällungen kommentarlos zugestimmt, sei „sachlich falsch“.

Ja – denn es ist viel schlimmer! Denn die „Grünen“ haben tatsächlich nicht nur „kommentarlos“ zugestimmt, sondern ihren Abholzungswillen auch noch bekräftigt. Die Allianz-Brüder und -Schwestern haben die entsprechende Beschlussvorlage, worauf Adam ausdrücklich hinweist, entsprechend „ergänzt“ und im Anschluss „einstimmig final“ beschlossen.

In dieser Ergänzung geht es nicht etwa um grundsätzliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Rodung, sondern nur um den Auftrag an die Verwaltung, sie solle, wie DW bereits im Februar berichtete, darstellen, „in welcher Form“ eine Information über die geplanten „schützenswerten Baumfällungen“ (sic!) stattfinden solle.

Weiter solle die Verwaltung nach Vorliegen eines Bauantrags einen Plan vorlegen, aus dem hervorgehe, welche „schützenswerten“ Bäume erhalten würden. Und welche ebenfalls schützenswerte nicht, müsste man ergänzen.

Screenshot 2022-09-15 at 16-09-25 HAGEN - eine Stadt steht endlich auf Facebook Adam

Nicole Schneidmüller-Gaiser, grünes Mitglied der BV Haspe, pflichtete ihrem Parteifreund bei und bestätigte: „Daniel Adam, so ist es.“ Und ergänzte noch: „Zusätzlich hab ich die Bäume gezählt (…), um später nachhalten zu können, was gesagt wurde und was getan wurde.“ Was schließlich nur bedeuten kann, zu kontrollieren, ob die beschlossenen „schützenswerten Baumfällungen“ auch wirklich vollständig umgesetzt wurden.

Screenshot 2022-09-15 at 16-10-36 HAGEN - eine Stadt steht endlich auf Facebook SchneidmüllerScreenshots: Fakebook (Hagen – Eine Stadt steht endlich auf, 13.09. ff)

Im weiteren Verlauf des Fakebook-Geplänkels lenkt Schneidmüller-Gaiser ganz schnell auf andere Themen um: Vom geplanten ABUS-Lager über den Starkregen bis hin zu den schmelzenden Gletschern in den Alpen. Nur schleunigst weg von den konkreten Fehlern vor Ort hin zu den allgemeinen Problemen der Welt, die nur leider den Nachteil haben, dass sie bestimmt nicht von der BV Haspe gelöst werden.

Mit jammerndem Tonfall trägt Schneidmüller-Gaiser, die sich auch stellv. Bezirksbürgermeisterin nennen darf, ein merkwürdiges Demokratie-Verständnis vor:

„Was denkt Ihr, wie man in einer Demokratie mit zwei von 13 Stimmen (so sind die Verhältnisse in der BV Haspe) eine Mehrheit herstellen soll – erst Recht, wenn bestimmte Personen schon aus Prinzip anders abstimmen, um uns bloß nicht zu unterstützen?!?“

Ist es den „zwei Stimmen“ (der „Grünen“) untersagt, eine Beschlussvorlage abzulehnen? Wenn ja, von wem?

Eine ganz spezielle Note bringt die Bezirksvertreterin ins Spiel, indem sie versucht, die Wähler für das Versagen der „Grünen“ in Regress zu nehmen:

„Also: Alle, die Radwege und besseren ÖPNV wollen, die Natur schützen wollen, die eine lebenswerte Innenstadt wollen, die gegen Ausgrenzung von Minderheiten sind und für die Wachstum und Konsum nicht der alleinige Lebenszweck sind: Unterstützt Grün. Wählt Grün. Handelt Grün. Und schreibt nicht immer nur darüber, was „die Grünen“ falsch machen.“

„Handelt Grün!“ – Ein Satz, den sich erst einmal die Hagener „Grünen“ selbst über den Badezimmerspiegel hängen sollten.

Nachtrag:

Die Schlagersängerin Gitte war 1966 schon weiter als die Hagener „Grünen“ heute. Die Dänin sang seinerzeit: „Man muss schließlich auch mal ‚Nein‘ sagen könn’n“ (https://www.youtube.com/watch?v=slMQUBEGwyo). Im Text heißt es:

Ich geb‘ zu, dass er was hat.
Er hat Chancen in der Stadt.
Aber ich bin mir für ihn viel zu schade.

Wer könnte da wohl aus heutiger Hagener Sicht gemeint sein, für den sich Schneidmüller & Co anscheinend nicht „zu schade“ sind?

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