Kein Schwimmteich im Landschaftsschutzgebiet

by

Wald ist im Widerspruch zum geltenden Recht nicht zugänglich

Villa Kerckhoff Hagen,_Lohestraße_3Villa Kerckhoff in Hagen-Eppenhausen. In dem zum Anwesen gehörenden Wald sollte auf 530 m² ein Schwimmteich samt Zubehör angelegt werden, was aber der Rechtslage widerspricht. Foto: Klaus Bärwinkel (CC BY 3.0).

Es sollte eine opulente Anlage werden: Ein Schwimmteich in einem Umfang von 100 m², dazu eine Uferzone (300 m²), arrondiert mit einer Terrasse, einem Seehaus und der Anlage von Wegen. Das gesamte Vorhaben in der Lohestraße in Hagen-Eppenhausen sollte eine Fläche von ca. 530 m² umfassen.

Erstellt wurde die Planung von einer Berliner Firma mit dem hochtrabenden Namen „Königliche Gartenakademie“. Dahinter verbirgt sich eine Art gehobenes Gartencenter mit Onlineshop, das sich selbst in der Tradition des bedeutenden preußischen Landschaftsgestalters Peter Joseph Lenné (u.a. Park Sanssouci in Potsdam) sieht. Zweifellos eine etwas gewagte Abstammungsgeschichte.

Obwohl in der Vorlage geschwärzt, lässt sich bei dem betreffenden Grundstück leicht das der 1922 von dem Hagener Architekten Leopold Ludwigs geplanten Villa Kerckhoff erkennen. Ein 15.000 Quadratmeter großes Areal, das vor einiger Zeit von einem Immobilenmakler für mehr als 1,6 Millionen Euro angeboten wurde.

Weil sich der geplante Schwimmteich samt seiner Zutaten in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, stellte der Grundstückseigner einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung. Den lehnte die untere Naturschutzbehörde ab. Auch der Naturschutzbeirat empfahl, eine solche Genehmigung nicht zu erteilen.

Da es sich bei der Fläche um Wald im Sinne des Gesetzes handele, bedürfe es für das Vorhaben ebenfalls seitens des zuständigen Regionalforstamtes Ruhrgebiet einer forstrechtlichen Genehmigung der Waldumwandlung mit Festsetzung einer Ersatzaufforstung, erläutert die Naturschutzbehörde den rechtlichen Rahmen.

Daneben sei es verboten, bauliche Anlagen im Sinne der Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen zu errichten, zu erweitern oder in einer das Landschaftsbild beeinträchtigenden Weise zu ändern, auch wenn sie keiner Genehmigung bedürfen.

Die Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes sei erfolgt wegen seiner besonderen Bedeutung als Walderholungsgebiet für die Bewohner der Stadtteile Emst und Eppenhausen.

Aufgrund der Errichtung des Schwimmteiches inkl. Terrasse und Seehaus in einem Waldbereich und der damit verbundenen Reduzierung von Waldflächen sehe die untere Naturschutzbehörde keine Vereinbarkeit mit dem besonderen Schutzzweck, der u.a. explizit auf die Bedeutung als Walderholungsgebiet abziele.

Ein Widerspruch bleibt allerdings bestehen, trotz der mehrfachen Betonung der Behörde, es handele sich um ein Erholungsgebiet für die Stadtteilbewohner: Der betreffende Wald ist eingezäunt und somit gar nicht zu betreten.

Diese Tatsache widerspricht sowohl dem Bundeswaldgesetz als auch dem Landesforstgesetz NRW, nachdem der Waldbesitzer für eine Sperrung der Genehmigung durch die Forstbehörde bedarf.

Die Genehmigung sei zu erteilen, wenn die Waldfläche nur für eine bestimmte Frist gesperrt werden soll und die Sperrung aus wichtigen Gründen des Forstschutzes, der Waldbewirtschaftung, der Wildhege oder der Jagdausübung erforderlich sei, besagt das Landesforstgesetz.

Alle diese Gründe sind in diesem Fall nicht erkennbar. Die Verwaltungsvorlage geht auf die Diskrepanz zwischen der Feststellung, es handele sich um ein Erholungsgebiet, und der wegen der Umfriedung nicht als solcher möglichen Nutzung allerdings mit keinem Wort ein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: