Premiere: Bartók-Doppelabend im Theater Hagen

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Herzog Blaubarts BurgDong-Won Seo und Dorottya Láng in einer Szene aus der Oper „Herzog Blaubarts Burg“. Foto: Jörg Landsberg.

Die erste Premiere des Theaters Hagen im Neuen Jahr am 15. Januar 2022 (19.30 Uhr, Großes Haus) präsentiert eine spartenübergreifende Produktion mit der Aufführung von zwei Werken des ungarischen Komponisten Béla Bartók: der Neuinszenierung der Oper „Herzog Blaubarts Burg“ und der neuen Choreographie der Pantomine „Der wunderbare Mandarin“.

Bartók griff in seiner 1911 geschriebenen Oper den als Märchen bekannten Blaubart-Stoff auf: Aus Liebe will Judith Blaubarts geheimnisvolle Vergangenheit ergründen. Dabei verstrickt sie sich selbst immer tiefer in seine Abgründe: Das Paar ringt um Annäherung, doch am Ende scheint die Einsamkeit unüberwindbar zu sein. Der Einakter ist ein packendes Psychodrama, das von symbolistischer Verdichtung lebt. Der Komponist schuf impressionistische Klangwelten und damit überwältigende musikalische Bilder vom Seelenleben eines Paares.

Das Öffnen von Türen wird in der Oper zu einem Sinnbild psychischer Prozesse: Die Inszenierung von Intendant Francis Hüsers in der Ausstattung von Alfred Peter, dramaturgisch begleitet von Rebecca Graitl, nimmt diese Metaphorik radikal ernst, um die zwischen Männern und Frauen noch heute gültigen Muster von Anziehung wie von Gewalt spürbar werden zu lassen.

Worum geht’s in Bartóks 1926 uraufgeführtem „Der wunderbare Mandarin“? Ein Mädchen wird dazu gezwungen, Freier anzulocken, um diese auszurauben. Unter den ‚Besuchern‘ befindet sich auch der ‚Mandarin‘, von dessen besonderer Erscheinung und Lust das Mädchen zunächst entsetzt ist, sich aber seiner erbarmt und ihm somit zu einem erlösenden Tod verhilft.

Choreograph Kevin O’Day und Ausstatter Thomas Mika transportieren Bartóks musikalisch und klangräumlich herausforderndes Werk ins Heute und stellen sich in Zusammenarbeit mit dem Ballett-Ensemble den aktuellen Fragen nach Ausgrenzung, Dogmatismus und sozialer Not. Sie lösen sich von den alten Rollenzuweisungen, denn Prostitution und die Missachtung körperlicher und seelischer Unversehrtheit betrifft die Geschlechter gleichermaßen. Der Traum von Erlösung durch Zuwendung, ja Liebe, selbst erst im Tod bleibt die humane Antwort als Leitmotiv des Stücks.

Reservierungen und Karten an der Theaterkasse (dienstags bis freitags von 10.00 bis 19.00 Uhr, samstags von 10.00 bis 15.00 Uhr sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn), per Telefon (02331 / 207-3218), per Email (theaterkasse@stadt-hagen.de) oder online über die Webseite (www.theaterhagen.de).

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