Grüne fühlen sich „positiv überrascht“

by

Die Hagener Grünen sind positiv überrascht über die Kehrtwende der SPD in Sachen Radverkehr. Dass die SPD in Hagen zukünftig eine Fahrradpartei werden könnte, war lange Zeit nicht absehbar.

Als die Stadtverwaltung vorschlug, an der Hohenlimburger Straße für Hagen kostenneutral eine Spur dem Radverkehr zu widmen sowie vor der Sparkasse zehn Parkplätze wegfallen zu lassen, gab es ganz andere Töne zu hören:

„Einschneidende Maßnahmen bzgl. der Verkehrsführung einer Neuerstellung eines überflüssigen Radweges und Veränderung der Parksituation vor der Sparkasse werden abgelehnt“ hieß es im Mai 2019 auch von der SPD. Stattdessen drängte man zusammen mit CDU und BfH auf ein „Weiter so“ in der autogerechten Stadt.

Doch nicht nur in Hohenlimburg, sondern auch in Haspe hat die SPD jüngst volle Autofahrt voraus abgestimmt. Statt „An der Kohlenbahn“ eine Querungshilfe zu realisieren, wurde dem Radfahrer vorgeschlagen, lieber vom Rad abzusteigen und zu schieben. Radfahrern an dieser Stelle Vorrang zu gewähren, fand die SPD auch im Mai 2021 unzumutbar für Autofahrer.

„In den bisher angeschobenen Planungen wird vor allem der Freizeitverkehr bedient. An die Pendler, die tagtäglich den kürzesten Weg suchen und die meisten Kilometer durch die Stadt fahren, hält die aktuelle Infrastruktur in Hagen nur sehr wenig vor“, betont Ratsfrau Heike Heuer. So fehle es nicht nur an genügend reinen Radwege in den Achsen, sondern es reiche oftmals nicht einmal für korrekte Beschilderungen und Markierungen auf den Straßen.

Heuer stellt fest, dass einerseits 3,5 Millionen Euro im Haushalt für den Radverkehr vorgesehen seien, dieser Tropfen auf den heißen Stein der Mobilitätswende jedoch kein Potential finden werde. Das Nadelöhr blieben die Planungskapazitäten im Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung.

3 Antworten to “Grüne fühlen sich „positiv überrascht“”

  1. Friedrich-Wilhelm Geiersbach Says:

    Ich bin verwundert über das Lamentieren der Grünen. Sie sind doch Teil der sog. Allianz mit CDU, FDP und Hagen Aktiv, und so in besonderem Maße mitverantwortlich für die dürftigen Perspektiven, die die Finanzplanung des Kämmerers für die nächsten Jahre zulässt.
    Im übrigen bin ich als Radfahrer und häufiger Nutzer der Kohlenbahntrasse der Hasper SPD und der Mehrheit in der Bezirksvertretung dankbar, dass sie den Plan, Radfahrerinnen und Radfahrern An der Kohlenbahn Vorfahrt gegenüber dem Autoverkehr zu geben, abgelehnt hat. Es ging nämlich nicht um eine „Überquerungshilfe“ sondern um eine Vorfahrtsregelung, die Radfahrerinnen und Radfahrer vorhersehbar in tödliche Kollisionen mit Autos gebracht hätte. Ich kenne viele Radrouten im Ruhrgebiet und habe nach der Hasper Situation besonders darauf geachtet: Eine – den Radverkehr formal begünstigende, tatsächlich aber hoch gefährdende – Vorrangregelung wie von den Grünen in Haspe gefordert habe ich nirgendwo gesehen.

  2. Frau Specht Says:

    Eine Reglung wie die Grünen die gefordert haben gibt es in Bielefeld. Bei Bedarf sende ich gerne ein Foto davon zu. Im Übrigen ergibt sich aus dieser Verkehrssituation eine gewöhnliche Vorfahrt achten-Situation für die Autofahrenden. Die sollte man eigentlich beherrschen.

    • ws Says:

      Hier das Beispiel aus Bielefeld, das Frau Specht erwähnte:

      Vorfahrt für Radler

      So ähnlich sah auch der Entwurf für die Straße „An der Kohlenbahn“ aus, die von der BV Haspe abgelehnt wurde.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: