Auch das noch: Laschet kommt Fluten besuchen

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Von Schröder lernen, heißt siegen lernen?

Im Bundestagswahlkampf 2002 lag die rot-grüne Koalition lange Zeit in allen Umfragen deutlich hinter der Opposition. Dennoch errangen SPD und Bündnis 90/Die Grünen am 22. September 2002 erneut eine knappe Mandatsmehrheit, mit der die Regierungskoalition unter Bundeskanzler Schröder (SPD) fortgesetzt werden konnte.

Manche Beobachter führten dies auf das medienwirksame Krisenmanagement Schröders bei der Flutkatastrophe zurück, die im Spätsommer 2002 kurz vor der Bundestagswahl Ostdeutschland an der Elbe und ihre Nebenflüssen heimgesucht hatte.

Daran dürfte sich auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet erinnern, der heute der Stadt Hagen einen Besuch abstatten will, wie die Staatskanzlei auf Twitter mitteilte. CDU-Kanzlerkandidat Laschet will demnach mit Oberbürgermeister Erik Olaf Schulz und dem Krisenstab sprechen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Laschet war in der Vergangenheit nicht gerade dadurch aufgefallen, sich besonders für die Sorgen und Nöte der Stadt Hagen zu interessieren. Und auch der Kampf gegen den Klimawandel und die damit verbundenen Extremwettererscheinungen war bisher nicht unbedingt mit dem Namen Laschet verbunden.

Der Journalist Franz Alt, selbst CDU-Mitglied von 1963 bis zu seinem Austritt 1988, kritisiert im Klimareporter, nach eigenen Angaben das „unabhängige Online-Magazin zu Klimawandel und Energiewende“, seinen ehemaligen Parteifreund:

Fakt ist, dass Armin Laschet den deutschen Kohleausstieg erst für das Jahr 2038 befürwortet.

Fakt ist, dass Armin Laschet meint, ein Tempolimit von 130 auf deutschen Autobahnen bringe nichts fürs Klima.

Fakt ist seine Aussage: „Wir müssen besser darin werden, den jungen Menschen zu erklären, warum das mit dem Klimaschutz nicht so schnell geht.“

Damit soll verdrängt werden, dass die Unionsparteien – wenn auch nicht sie allein – 30 Jahre lang den Klimaschutz schlicht verpennt haben. Unser Haus brennt, aber Laschet bestellt die Feuerwehr für das Jahr 2038. Kann jemand Bundeskanzler eines Industriestaates sein, der wesentlich mitverantwortlich für die Klimaerhitzung ist?

Aber weil jetzt auch Wahlkampf ist, will Laschet wohl die Gunst der Stunde nutzen. Der Mann, der als Ministerpräsident eher den Eindruck erweckt, eine Marionette seines Koalitionspartners FDP zu sein (was auch im Wahlprogramm der CDU durchscheint), hat als vermeintliches Erfolgsmodell entdeckt, was 2002 auch schon Agenda-Kanzler Schröder geholfen hat: Fluten besuchen.

2 Antworten to “Auch das noch: Laschet kommt Fluten besuchen”

  1. Pietze Says:

    Ich warte jetzt auf den bösen Kommentar „by WS“ zum medienwirksamen Besuch des Vizekanzlers und Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer, im rheinland-pfälzischen Katastrophengebiet…

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