Treffpunkt Hauptbahnhof

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Integrationsrat will eine Gedenktafel für Gastarbeiter

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Ankunft eines Sonderzugs für Gastarbeiter im Bahnhof Hohenlimburg am 7. Dez. 1966. Foto: Stadt Hagen.

Der Integrationsrat schlägt dem Rat der Stadt Hagen vor, ein Andenken an die 1. Generation von Gastarbeitern in Form einer mehrsprachigen Gedenktafel im Bahnhofsviertel zu errichten.

Die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnete schon 1955 das erste Anwerbeabkommen mit Italien. 1960 folgten Spanien und Griechenland, 1961 die Türkei, 1963 Marokko und Südkorea, 1964 Portugal, 1965 Tunesien und 1968 Jugoslawien. Nach Ansicht des Integrationsrats soll die Gedenktafel in allen entsprechenden Sprachen verfasst werden.

Die 1. Generation der Gastarbeiter kam am Hagener Hauptbahnhof an, zudem diente dieser häufig als Treffpunkt und war ein bekanntes Viertel, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen.

Diese Generation der Gastarbeiter hat einen großen Beitrag zum Wiederaufbau der Industrie in Hagen geleistet und sollte daher nicht in die Vergessenheit geraten. Viele der Großbetriebe, bei denen sie beschäftigt waren, sind verscherbelt worden (wie Varta und Dolomitwerke) oder mit öffentlichen Geldern in andere Gebiete gelockt worden (wie Zwieback-Brandt).

Insbesondere die emotionalen Aspekte, unter denen diese Generation zu leiden hatte, ist den meisten Hagenern heute nicht mehr bewusst. So litten die Gastarbeiter sehr stark unter Heimweh; sie versuchten so viel Geld wie möglich anzusparen, um so schnell wie möglich wieder in die Heimatländer zurückzukehren.

Viele Nachkommen dieser 1. Generation sind inzwischen deutsche Staatsangehörige und kennen die Geschichte ihrer Vorfahren kaum. Die schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen der 1. Generation sind nur Wenigen bekannt.

Daher sollte Hagen ein Zeichen setzten und somit die Leistung zum Wiederaufbau Hagens durch die Unterstützung der Gastarbeiter wieder in Erinnerung rufen.

Fließband BrandtAm Fließband bei Zwieback-Brandt, 1972. Zum Ende der Spätschicht setzte die Hagener Straßenbahn Extrazüge ein, um die Arbeiterinnen nach Hause zu befördern. Foto: Bundesarchiv/Ulrich Wienke (CC-BY-SA 3.0).

Hagen, Firma Carl Brandt Zwieback und Bisquit Carl Brandt, Zwieback und Bisquit GmbH. Hagen/Westf. Gastarbeiter-Unterkünfte, 1972. Foto: Bundesarchiv/Ulrich Wienke (CC-BY-SA 3.0).

Gastarbeiterinnen-UnterkunftKüche in einer Hagener Gastarbeiterinnen-Unterkunft, 1972 Foto: Bundesarchiv/Ulrich Wienke (CC-BY-SA 3.0).

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