Hagen führt umstrittene Luca-App ein

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Die Stadt Hagen wird als eine der ersten Städte im Ruhrgebiet Modellregion für die Einführung der App „Luca“, mit der Kontakte im Rahmen der Corona-Pandemie digital erfasst und nachverfolgt werden können. Durch den zwischen der Stadt Hagen und der culture4life GmbH (Betreiber und Entwickler der Luca-App) unterzeichneten Kooperationsvertrag als Modellregion entstehen der Stadt keine Kosten.

Dafür geht das Gesundheitsamt der Stadt Hagen davon aus, dass der Einsatz der App vor Ort einen deutlichen Mehrwert in der Kontaktnachverfolgung bieten wird, da im Falle einer Infektion, die positiv getestete Person alle gespeicherten Daten des Besuchs von Einrichtungen der letzten 14 Tage (nach persönlicher Freigabe) an die Gesundheitsbehörde übermitteln kann.

Voraussetzung ist, dass die Betreiber von Einrichtungen, zum Beispiel aus Gastronomie und Hotelgewerbe, bei der Luca-App registriert sind und damit die notwendigen Kontaktdaten dem Gesundheitsamt datenschutzkonform zur Verfügung stellen können.

An dem Luca-App-System wie auch an der Kommunikation der Entwickler bzw. Betreiber entzündete sich mehrfach Kritik: So forderte der Chaos Computer Club (CCC) in einer Pressemitteilung vom 15. März 2021 die „Bundesnotbremse für die Luca-App“ und erhob Vorwürfe: „Zweifelhaftes Geschäftsmodell, mangelhafte Software, Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe: Der Chaos Computer Club (CCC) fordert das sofortige Ende der staatlichen Alimentierung von Smudos Steuer-Millionengrab „Luca-App“.

Ferner wird kritisiert, dass das System von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben werde, das eine nach außen nicht transparente Finanzierungsstruktur aufweise.

Insbesondere wird in diesem Zusammenhang kritisiert, dass Betreiber bzw. Entwickler durch die Vermarktung der Funktionen Gästeregistrierung, Datenlieferung für Kontaktnachverfolgung und Risikokontaktwarnungen an die öffentliche Verwaltung, und das ohne Ausschreibung, mithilfe von öffentlichen Geldern eine große installierte Basis bei Anwendern wie auch bei Locations erreichen werden, um dann darüber hinausgehende Funktionen (z. B. Ticketing, Reservierung, u.v.m.) an die Nutzer anbieten zu können oder die Plattform an Dritte verkaufen. Die Anwender hätten der Nutzung ihrer personenbezogenen Daten aber für weitergehende Funktionen nicht wissentlich zugestimmt.

Der CCC: „Obwohl Steuergelder großzügig eingesetzt werden, verbleiben Daten, App und Infrastruktur selbstverständlich in den Händen der privatwirtschaftlichen Betreiber. Dabei gelten die teuren Lizenzen nur für ein Jahr – genug Zeit, um die Luca-App zum de-facto-Standard für Einlass-Systeme zu machen.

Für die Zeit nach der Finanzierung durch den Steuerzahler haben die Eigentümer schon heute Pläne zur weiteren Kommerzialisierung der Kontaktverfolgung: Neben der Anbindung in Ticketing-Systeme hofft man auf breite Verbindung mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen.

Die Marke „Luca“ wurde mit unternehmerischer Weitsicht unter anderem für „Zutrittskontrolle, Besuchermanagement, gedruckte Eintrittskarten, sowie für die Reservierung von Tickets für Veranstaltungen, insbesondere für Kultur- und Sportveranstaltungen, politische Veranstaltungen, Veranstaltungen für Bildungs- und Fortbildungszwecke und für wissenschaftliche Tagungen im Markenregister eingetragen.

Das Land NRW hat zur Genehmigung als Modellregion die umstrittene Luca-App keineswegs vorgeschrieben. Die Stadt Hagen bleibt nach eigenen Angaben über die Luca-App hinaus „offen für andere Anbieter“, insbesondere im Hinblick auf eine vom Land NRW angekündigte landesweit einheitliche Schnittstelle.

Trotzdem setzt die Stadt Hagen darauf, dass möglichst viele Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger die Luca-App einsetzen werden.

Eine Antwort to “Hagen führt umstrittene Luca-App ein”

  1. Allan Qutermain Says:

    Ich bin diese Woche auf die Bundes-Corona App gezwungenermaßen Umgestiegen.
    Problem, ich benötigte einen tagesaktuellen PCR Test und keinen Schnelltest, wie ihn die Apotheken anbieten.
    Um 08.00 Uhr wurde der Test bei mir gemacht, um die Mittagszeit lag das Ergebnis auf mein Handy in der App vor.

    Mir kommt diese Luca App nicht auf mein Handy da mir deren AGB zu Schwammig sind. Die Macher wollen ja Geld damit verdienen und ich bin nicht gewillt meine Gesundheitsdaten Privaten Anbietern zu überlassen.

    Auch bin ich nicht bei Twitter, Facebook, oder WhatsApp.
    Google weiß wegen Android schon genug von mir.

    Die Daten bleiben auch in der Bundes Corona App für 14 Tage auf mein Handy gespeichert.
    Danach werden, wenn nicht gesichert,
    Diese gelöscht.

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