Hagens Denkmallandschaft wird erkundet

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Experte nimmt Arbeiten an Überblicksband auf

Erstmals wird das baukulturelle Erbe Hagens von den Anfängen bis zur Moderne komplett erfasst und dokumentiert. Gemeinsam gaben der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stadt Hagen den Start der Arbeiten an einem neuen Band in der Reihe „Denkmäler in Westfalen“ bekannt. Die Denkmaltopographie für die Stadt Hagen wird einen Katalog aller bekannten Baudenkmäler im Stadtgebiet und übergreifende Beiträge zur Hagener Denkmallandschaft umfassen.

„Wir freuen uns sehr, dass die Stadt Hagen sich als vierte Stadt in Westfalen-Lippe in die bundesweite Reihe der Denkmaltopographien einbringt,“ erklärt der Leiter des LWL-Denkmalpflege, Dr. Holger Mertens. „An der Grenze zwischen Sauerland und Ruhrgebiet gelegen, zeichnet sich Hagen durch eine außergewöhnlich vielfältige Denkmallandschaft und eine besondere Stadtentwicklung aus, die es nun zu erfassen und zu erkunden gilt.“

Die geplante Denkmaltopographie soll grundlegende Informationen, etwa zu Funktion, Baugattung, Stil, Datierung und Baugeschichte aller Hagener Denkmäler bieten. Zusätzlich geben Texte zur Stadtgeschichte, Geografie, zum Natur- beziehungsweise Landschaftsraum, der Kulturlandschaft und Archäologie einen umfassenden Überblick über das Gebiet. Einen Schwerpunkt bilden die Bau- und Kunstgeschichte sowie die Faktoren, die zur Entstehung der heutigen Hagener Denkmallandschaft beigetragen haben.

„Die Hagener Denkmaltopographie soll nicht nur als Grundlage für weitere wissenschaftliche Erforschungen, sondern vor allem als Anknüpfungspunkt für die zukünftige Stadtplanung und Stadtentwicklung dienen,“ betont Stadtbaurat Henning Keune, „sie ist damit eine wertvolle Wissensressource nicht nur für Fachleute, Planungsbüros und Behörden, sondern auch für Hagens Bürgerinnen und Bürger.“

Bearbeitet wird die Denkmaltopographie der Stadt Hagen in den kommenden zwei Jahren von Dr. Roland Feitenhansl, einem ausgewiesenen Experten in der wissenschaftlichen Erfassung und Dokumentation von Denkmälern. „Allerdings geht das nicht vom Schreibtisch aus,“ so der Kunsthistoriker. „Fundierte und aktuelle Informationen über Denkmäler lassen sich nur vor Ort gewinnen.“ In den nächsten Wochen wird Feitenhansl die Hagener Denkmäler besuchen. „Ich freue mich auf die Begegnung mit den Hagener Denkmaleigentümerinnen und -eigentümern und ich rechne mit zahlreichen neuen Erkenntnissen zur Stadtgeschichte.“

Der LWL fördert das Projekt finanziell. Die Federführung für das Projekt im Rahmen der bundesweiten Reihe liegt bei der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, die auch Herausgeberin der Reihe „Denkmäler in Westfalen“ ist. Der Leiter der LWL-Inventarisation, Dr. Michael Huyer, und Dr. Heinrich Otten werden die Arbeiten unterstützen und eng begleiten. „Die Hagener Denkmaltopographie ist wichtiger Schritt zur Sichtbarmachung des vielfältigen baukulturellen Erbes Westfalen-Lippes und damit zur Wertschätzung und Erhaltung der gebauten Zeugnisse unserer Geschichte“, so Huyer.

Hintergrund

Die Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland entsteht seit den frühen 1980er-Jahren auf Empfehlung der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder, ein Beschluss, der 2005 nochmals erneuert wurde. In Westfalen-Lippe erscheinen die Denkmaltopographien in der Reihe „Denkmäler in Westfalen“, die durch die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen verantwortet und herausgegeben wird. Jeder Band widmet sich einem Kreis, beziehungsweise einer kreisfreien Stadt.

Über 450 Baudenkmäler stehen in Hagen heute unter Schutz. Aus vorindustrieller Zeit sind Gehöfte und Adelssitze wie das Wasserschloss Werdringen erhalten. Industriedenkmäler, Arbeitersiedlungen und Unternehmervillen erzählen vom rasanten Wachstum der Stadt in Zeiten der Industrialisierung. Überregionale Bedeutung bekam Hagen am Anfang des 20. Jahrhunderts mit den Gebäuden des „Hagener Impulses“, darunter Werke von Peter Behrens und Henri van de Velde. Prägend für das Stadtbild sind auch die Bauten von Günther Oberste-Berghaus in Tradition des Bauhauses und spektakuläre technische Kulturdenkmäler wie das Eisenbahnviadukt über den Harkortsee oder die Hasper Talsperre.

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