Naturdenkmal von Fäkalien bedroht

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Wo mal ein Spielplatz war, soll jetzt eine „Hundewiese“ hin

Prachtexemplar einer Blutbuche an der Stennertstraße in Hohenlimburg, auf der Brachfläche unterhalb des Naturdenkmals soll eine „Hundewiese“ entstehen. Foto: RVR.

In der Sitzung der Bezirksvertretung Hohenlimburg vom 10. Februar 2021 wurde der Antrag der CDU und einer Vertreterin der GRÜNEN angenommen, zu prüfen, ob im Bereich Stennertstraße und Bahnstraße eine „Hundewiese“ realisiert werden kann, mit Zäunen, Bänken, Schildern und Tütenspender.

Auf einem direkt angrenzenden Grundstück steht eine 120 Jahre alte Blutbuche, die bei der Stadt Hagen unter der Bezeichnung „Ho-2“ als Naturdenkmal geführt wird und deren Wurzelwerk weit in den Bereich der „Hundewiese“ hineinreicht.

Der Antrag wurde gegen die Stimmen von Hagen Aktiv und Bürger für Hohenlimburg und bei Enthaltung der SPD angenommen mit den Stimmen der CDU, der GRÜNEN und Afd (!). Das sorgte für Empörung bei Anliegerin Margrid F. Gantenberg, auf deren Grundstück die Blutbuche steht: „Ich bin entsetzt, wie „grüne Politik“ und Umwelt- und Naturschutz in Hohenlimburg aussieht.“

Nun ist jedem, der sich noch zu Fuß durch diese Stadt bewegt, das Begriffspaar „Kot und Köter“ bestens bekannt – nicht nur Schuhsohlen, auch Baumscheiben wissen ein Lied davon zu singen. Margrid F. Gantenberg verweist auf die Information eines Baumschützers, der bis zu seiner Pensionierung bei der Stadt Hagen gearbeitet hat. Der habe bestätigt, dass sich im Hundekot große Mengen an Stickstoff und Phosphor befinden würden, was dem sehr empfindlichen Wurzelbereich der Blutbuche schadet.

Eine ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt untersagt ausdrücklich, Chemikalien, „die das Erscheinungsbild oder den Bestand des geschützten Naturdenkmales gefährden oder beeinträchtigen können“, im Traufbereich „abzulagern, aufzuschütten oder einzubringen bzw. einzuleiten“. Stickstoff und Phosphor gehören zweifelsfrei in diese Kategorie.

Auf dem Areal befand sich bis 2005 ein Kinderspielplatz. Die Stadt Hagen plante damals, den Bereich Grünrockstraße 2 mitsamt der angrenzenden Spielplatzfläche zu verkaufen. Bei Realisation der dort vorgesehenen Baumaßnahme würde u. a. die Fläche des derzeitigen Spielplatzes Stennertstraße/Bahnstraße überbaut werden, hieß es seinerzeit.

Die geplante Überbauung wurde dann aber doch nicht realisiert. Der Spielplatz war trotzdem weg, übrig blieb eine Brachfläche, auf der nun die „Hundewiese“ entstehen soll. Übrigens ein interessanter Paradigmenwechsel: Der Hund ist das neue Kind. Das bekräftigt die örtliche CDU: „Auch Hunde sind Hohenlimburger“ – Kinder werden nicht mehr erwähnt.

2 Antworten to “Naturdenkmal von Fäkalien bedroht”

  1. Klaus Rosenberg Says:

    Ist es wirklich so schwer hier eine Einigung zu finden? Hundewiese ja, aber mit Auflagen. Jeder Hundehalter hat die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners zu entsorgen. Abfallkörbe an der Wiese aufstellen. Kontrolle, ob die Regeln eingehalten werden. Bei Nichteinhaltung Schließung der Hundewiese.

  2. Baya Says:

    ….Margrid F. Gantenberg verweist auf die Information eines Baumschützers, der bis zu seiner Pensionierung bei der Stadt Hagen gearbeitet hat. Der habe bestätigt, dass sich im Hundekot große Mengen an Stickstoff und Phosphor befinden würden, was dem sehr empfindlichen Wurzelbereich der Blutbuche schadet.

    Wenn die Hundebesitzer sich an die Regeln halten und den Kot mit den zur Verfügung stehenden Kotbeuteln in den vorgesehenen Behältnissen entsorgen, dann sollte es keine Probleme hinsichtlich der eingetragenen Mengen geben.

    Bevor man sich aber mal wieder auf die Hundebesitzer einschießt, gebe ich folgendes zu bedenken. Hagen hat unter anderem, im Vergleich zu anderen Kommunen, die höchste Hundesteuer. 180,00 Euro/Jahr. siehe auch die Quelle https://www.derwesten.de/panorama/tierisches/hagen-am-teuersten-die-hitliste-der-hundesteuer-in-nrw-id10471348.html

    Was tut die Stadt im Gegenzug? So gut wie nix! OK, das ist ein persönliches Schicksal der Hundebesitzer hier in Hagen.

    Für manche Menschen, ist aber der Hund, teilweise der einzige „Verwandte“! Ich kenne viele ältere Menschen, alleinstehend und ohne dicke Rente, welche erst durch ihren „kleinen Liebling“ vor die Türe kommen und somit auch soziale Kontakte beim „Gassigang“ pflegen.

    Hagen sollte für alle etwas bieten können! Der eine braucht „sein“ Schwimmnad, der nächste seinen Sportplatz, ein anderer seine Kultur und sein Theater und der übernächste möchte eine intakte Natur genießen…. Halt Lebensqualität!
    Wenn wir es schaffen, über unseren eigenen Tellerrand und Bedürfnisse hinaus zu schauen sollten man doch ein friedliches Miteinander hinbekommen.

    Hagen braucht Attraktivität! Und diese bekommt Sie nur, wenn wir viele Bedürfnisse abdecken. Eine attraktive Stadt kann sich weit aus einfacher sanieren. Man sollte sich eher die Frage stellen, warum die sogenannten Besserverdiener in Herdecke, Wetter, Schwerte usw. leben wollen als sich in Hagen niederzulassen?

    Also lasst uns doch einfach mal mit einer Hundwiese mehr anfangen 🙂

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