Als Hagen zur Großstadt wurde

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Ein Rückblick im Stadtjubiläumsjahr

Die 100.000ste Einwohnerin Hagens Therese Katharina Floren mit dem Sparbuch über 250 Reichsmark. Foto: Stadtarchiv Hagen.


In diesem Jahr steht ein Jubiläum an: Vor 275 Jahren erhielt Hagen die Stadtrechte. Und fast auf den Tag genau vor 93 Jahren wurde Hagens 100.000ste Einwohnerin Therese Katharina Floren geboren – und Hagen wurde Großstadt.

1928 fieberte die ganze Stadt der Geburt der 100.000sten Einwohnerin oder des 100.000sten Einwohners entgegen. Am 13. Februar 1928 war es dann endlich soweit: Therese Katharina Floren kam als erstes Kind des Eisenbahn-Zugführers Joseph Floren und seiner Frau Gertrud (geb. Schnapp) im elterlichen Haus an der damaligen Heidbrache zur Welt.

Als zwei Tage später, am 15. Februar 1928, die Geburtsurkunde ausgestellt wurde, war es amtlich: mit der Geburt der neuen Erdenbürgerin erreichte die Volmestadt die Einwohnerzahl von 100.000 und wurde so zur stolzen Großstadt. Dieser Augenblick wurde natürlich in ganz Hagen gebührend gefeiert – die Schülerinnen und Schüler bekamen schulfrei und sogar in den amerikanischen Medien wurde über dieses städtische Ereignis berichtet.

Die Stadtverwaltung gab zu Ehren der „100.000sten“ eine Gedenkmedaille des in Hagen tätigen Bildhauers und Medailleurs Hans Dorn heraus und der Rat der Stadt Hagen beschloss, die alte Heidbrache, in der das Geburtshaus stand, in Theresenstraße umzubenennen. Kurz nach der Geburt von Therese Floren besuchte der damalige Oberbürgermeister Alfred Finke die neue Hagener Bürgerin sogar persönlich und übergab der Familie ein Sparbuch mit 250 Reichsmark.

Außerdem übernahm er die Patenschaft für das Mädchen – eine Tradition, die in ähnlicher Form auch heute noch gepflegt wird: Auf Antrag der Eltern übernimmt der Bundespräsident die Ehrenpatenschaft für das siebte Kind einer Familie und stellt nach Prüfung der Voraussetzungen eine Urkunde über die Annahme der Ehrenpatenschaft aus. Die Ehrenpatenschaft lässt er zusammen mit einem Patengeschenk (derzeit 500 Euro) den Eltern von einem Repräsentanten der Stadt oder Gemeinde überreichen. In Hagen ist es üblich, das Geschenk des Bundespräsidenten um weitere 500 Euro zu ergänzen, sodass ein Sparbuch mit insgesamt 1.000 Euro angelegt und den Eltern des Neubürgers übergeben wird.

Nachdem Hagen den Rang einer Großstadt erreicht hatte, stieg die Einwohnerzahl durch eine Neugliederung des Gebiets schnell nach oben. Die bis dahin dem Landkreis Hagen angehörigen Gemeinden Boele, Fley, Halden, Herbeck, Holthausen und Vorhalle sowie die Stadt Haspe wurden im August 1929 in die Großstadt Hagen eingemeindet. Damit löste sich auch der Landkreis Hagen auf.

Die Stadtverwaltungen in Hagen und Haspe führten schon zehn Jahre zuvor, im Jahr 1919, Verhandlungen über eine Eingemeindung nach Hagen, die aber Mitte 1920 ergebnislos abgeschlossen wurden. So konnte sich die Volmestadt durch die Eingemeindungen zum Jahresende 1929 über 147.770 Einwohner freuen.

Hagens 100.000ste Einwohnerin Therese Katharina Genz, geborene Floren, zog 1962 mit ihrem Ehemann Dr. Bernhard Genz nach Dortmund, wo sie heute noch lebt.

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