Krisenstab legt Maßnahmen-Katalog vor

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Eine Pressemitteilung der Stadt schildert die Reaktion auf die hohen Coronazahlen in Hagen:

Mit einem Inzidenzwert von 209,3 liegt Hagen heute den zweiten Tag in Folge über dem kritischen Grenzwert von 200. Der Krisenstab der Stadt Hagen unter Leitung von Oberbürgermeister Schulz hat in seiner Sitzung am gestrigen Donnerstag auf das Hagener Infektionsgeschehen zugeschnittene Maßnahmen erarbeitet, um die Zahl der Neuinfektionen in Hagen drastisch zu senken.

„In einer mehrstündigen Sitzung haben wir uns intensiv mit dem aktuellen Infektionsgeschehen und dessen Eindämmung auseinandergesetzt“, erläutert Schulz. „Uns ist es wichtig, nicht blind populäre Maßnahmen zu übernehmen, die keinen Bezug zu den Neuinfektionen in unserer Stadt haben.“

Folgende Maßnahmen werden nun mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt, damit die Regeln über die gültige Coronaschutzverordnung hinaus in Hagen in Kraft treten können:

7-Tage-Isolation bei Aufnahme in Pflegeheime

Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen sowie betreute Personen in Einrichtungen werden grundsätzlich bei Neuaufnahme aus dem häuslichen Umfeld oder bei Verlegung aus dem Krankenhaus für sieben Tage isoliert untergebracht und anschließend auf COVID-19 getestet, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

FFP-2-Maskenpflicht für Pflegepersonal und Betreuer

Pflegepersonal der Voll- und Teilzeitpflege, Beschäftigte von ambulanten Pflegediensten sowie Beschäftigte in besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe (Wohnheime für Menschen mit Behinderung) sollen unabhängig vom unmittelbaren Kontakt mit den zu betreuenden Personen und unabhängig von der Einhaltung eines Mindestabstands zum Tragen einer FFP-2-Maske verpflichtet sein.

Ausweitung der Tests in Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Um die Ausbreitung von Infektionen in Werkstätten und Wohnstätten für Menschen mit Behinderung künftig zu verhindern, sollen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetztes die Testintervalle erhöht werden.

Maskenpflicht rund um den Hauptbahnhof

Rund um den Hauptbahnhof als Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr treffen täglich trotz des Lockdowns zahlreiche Menschen aufeinander. Daher sollen Personen montags bis samstags zwischen 7 und 22 Uhr in den nachfolgend genannten Bereichen der Hagener Innenstadt künftig zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtet werden: Berliner Platz (Bahnhofsvorplatz), Graf-von-Galen-Ring von Bahnhofstraße bis Martin-Luther-Straße, Bahnhofstraße von Graf-von-Galen-Ring bis Stresemannstraße. Dies gilt nicht für Kinder bis zum Schuleintritt und Personen, die aus medizinischen Gründen keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können.

In weiteren Bereichen der Hagener Innenstadt – wie beispielsweise der Fußgängerzone oder dem Friedrich-Ebert-Platz – fehlt die Grundlage, eine Maskenpflicht anzuordnen, da aufgrund des Lockdowns kein Ballungsbereich vorhanden ist und Passanten ausreichend Abstand zueinander einhalten können.

Maskenpflicht für Bedienstete im Einzelhandel

Die Verpflichtung zum Tragen einer Alltagsmaske soll unabhängig von der Einhaltung eines Mindestabstands und unabhängig von einer Abtrennung durch Glas oder Plexiglas auch für Bedienstete im Einzelhandel bestehen.

Begrenzung der Teilnehmer an Trauerfeiern auf 30

Die Anzahl der an einer Bestattung oder einem Totengebet unter freiem Himmel teilnehmenden Personen soll auf 30 reduziert werden. Kinder bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

Krisenstab plant aktuell keine Ausgangssperre und keine Einschränkung des Bewegungsradius

Eine nächtliche Ausgangssperre und die Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort ist intensiv durch den Krisenstab diskutiert worden. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Maßnahmen bezüglich des aktuellen Pandemiegeschehens in Hagen keine Wirkung entfalten werden. Gleichwohl werden wir beide Maßnahmen auch noch einmal mit dem Land erörtern“, führt Oberbürgermeister Schulz aus.

Hagen hinterfragt Vergleichbarkeit der Inzidenzwerte

Ein weiteres Thema im Krisenstab war das unterschiedliche Testverhalten in den Kommunen und Kreisen, welches sich maßgeblich auf die Infektionszahlen auswirkt. Das Hagener Gesundheitsamt testet hinsichtlich des Infektionsschutzes sehr gründlich – enge Kontaktpersonen werden beispielsweise zweimal getestet, damit spätere Infektionen nicht unerkannt bleiben. „Wir begrüßen das Signal seitens der Bezirksregierung sehr, das unterschiedliche Testverhalten in den Städten beleuchten zu wollen, um so deutliche Unterschiede bei den Inzidenzwerten erklären zu können“, so Schulz.

Schulz: „Verzögerung bei Impfungen klar kommunizieren!“

Selbstverständlich beobachtet der Hagener Krisenstab auch die Schwierigkeiten rund um die Vergabe der Impftermine, die bei vielen Hagener Bürgerinnen und Bürger aktuell für Unmut sorgen. Oberbürgermeister Schulz dazu: „Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Organisation der Impftermine vor einer riesigen Herausforderung stehen. Gleichwohl darf es nicht sein, dass unsere Bürgerinnen und Bürger durch Kommunikationsdefizite bei dem Versuch, einen Impftermin zu vereinbaren, im Regen stehen gelassen werden. Hier muss klar nach außen kommuniziert werden, warum und wie lange es zu Verzögerungen kommt!“

2 Antworten to “Krisenstab legt Maßnahmen-Katalog vor”

  1. Ursula Garczarek Says:

    Die Stadt und die Westfalenpost wiederholen heute die These von gestern mit den angeblich vielen Testungen als Ursache für die vergleichsweise hohen Inzidenzahlen in Hagen. Die These ist unglaubhaft, angesichts der hohen Testpositivraten seit Anfang Januar: 22%, 18% und 17%, bundesweit nach
    ourworldindata etwa 10% und Zielgrösse laut WHO 5%. Eins ist daraus ganz sicher: es wird in Hagen deutlich zu wenig getestet!

  2. KranichMuss Says:

    Es geht bei Gott nicht nur um den verhältnismäßig sonderlichen ( ein Wort ) OB E. Olaf Scholz, aber vielleicht wäre es besser, wenn der Vorsitz im Krisenstab wechseln würde. Er muß wirklich nicht nun auch noch hier vorsitzen; vielleicht die Leiterin des Gesundheitsamtes oder andere geeignete Personen mit fachlicher sowie persönlicher Qualifikation.
    Außenstehende wissen nicht, wie es im Krisenstab tatsächlich zugeht ( mal Mäuschen spielen..). Wenn es wie ansonsten in der Verwaltung läuft, führt einer das dicke Wort und die meisten nicken ( ein Wort ). Bei dieser besonders verantwortungsvollen Aufgabe braucht es jedoch – trotz Landesvorgaben – viel Sachverstand, Einfühlungsvermögen in die unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereiche und Situationen und schon auch eine etwas gereifte Persönlichkeit.
    Oder ist der Vorsitz rechtlich festgeschrieben ? Klar, wer soll schon die Initiative ergreifen, sich trauen, wo doch – im Gegensatz zu woanders – Opportunität statt Opposition gute Nacht sagt ?
    Wie bitte, die Westfalenpost ?

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