Corona-Chaos in Bussen: Hagens OB nimmt Schulen in Pflicht

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Dass die Busse morgens und nachmittags so dermaßen überfüllt mit Schülern sind, dass das aus Infektionsschutzgründen mit nichts zu rechtfertigen ist, wird in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses von der SPD-Fraktion hinterfragt. Vor allem mit Blick auf die Möglichkeit, auf die Hilfe lokaler Busunternehmer zurückgreifen zu können – und zwar mit Fördermitteln des Landes. Ein Appell der Stadt als Schulträger mit Blick auf gestaffelte Schulanfangszeiten bleibt bislang unerhört. (…)

„Ich bin mir ganz sicher, dass eine wirklich spürbare Entzerrung der Situation in den Schulbussen nur mit einem Wechsel aus Fern- und Präsenzunterricht gelingen kann. Aber auch gestaffelte Schulanfangszeiten würden einen deutlichen Effekt mit sich bringen. Einen klaren Appell haben wir als Schulträger über die sogenannten Schulformsprecher bereits vor geraumer Zeit abgesetzt – allerdings nur mit sehr überschaubarem Erfolg“, sagt Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

„Wir müssen und wir werden diesen Appell jetzt noch einmal mit sehr viel Nachdruck erneuern, denn als Stadt können wir eine solche Maßnahme nicht anordnen – das entscheidet die Schulkonferenz einer jeden Schule für sich selbst. Ich hoffe angesichts der nicht sinken wollenden Infektionszahlen diesbezüglich auf ein Umdenken und ein entsprechendes Handeln unserer Schulen hier vor Ort.“ (…)

Quelle: wp.de (Bezahlschranke)

Anmerkung: Bereits im März wurden während der ersten Coronawelle die Schulen geschlossen. Der Oberbürgermeister und seine Verwaltung hatten seitdem acht Monate Zeit, sich Gedanken zu machen. Jetzt die Verantwortung auf die Schulen abzuschieben, zeigt nur, dass Schulz überfordert ist. Es wäre die Aufgabe der Stadt als Schulträger, Maßnahmen zur Entzerrung der Schülerverkehre zu koordinieren. Wenn jede Schule isoliert den Unterrichtsbeginn festlegt, wird das nur neues Chaos erzeugen aber nicht zur Entspannung beitragen.

Seit 5. August ist bekannt, dass das Land Mittel für die Anmietung weiterer Fahrzeuge bei privaten Busunternehmen bereitstellt, die über ausreichend Kapazitäten verfügen, da ihr regulärer Geschäftsbetrieb weitgehend stillsteht. Nach Angaben der WPWR wurden seitens der Stadt Gelder für einen (!) Bus beantragt.

Ähnlich verschnarcht agierte die OB-Verwaltung auch bei der Anschaffung digitaler Endgeräte für Distanzunterricht. Während die Stadt Essen bereit alle notwendigen Schritte für die Antragstellung beim Land vorbereitet hatte, mussten in Hagen erst noch „Strategien ausgearbeitet“ werden.

Anscheinend war Schulz schwerpunktmäßig damit beschäftigt, seine Wiederwahl am 13. September abzusichern.

2 Antworten to “Corona-Chaos in Bussen: Hagens OB nimmt Schulen in Pflicht”

  1. KranichMuss Says:

    Mit dem, was das Virus mit sich gebracht hat und nach sich zieht , sind viele Menschen längst überfordert. In besonderem Maße auch die Schulen bei sich ständig verändernden Auflagen und dem immensen Druck, den Schulbetrieb zusätzlich organisieren zu müssen, “ nebst “ allen Ängsten.
    Geht´s um mehr schulische Autonomie oder abwälzen von Verantwortung seitens Land und Kommune ? Aus den Schulen hört man, daß sie bei Dingen, die hingegen veranlaßt werden könnten, weitgehend im Regen stehen gelasssen werden. Armin “ Locker “ Laschet, die zur Schulministerin mutierte Immobilienkauffrau FDP-Gebauer wollen einfach nicht so recht. Und anstatt sich an bestmöglicher Unterstützung der Schulen zu beteiligen, setzt Partei- u. Amtskollege Stamp ( der kleine Joachim ) mit wiederholter Diskreditierung von Lehrern noch einen drauf.
    Überfüllung von Bussen in Stoßzeiten, altersgemäßes Verhalten von Kindern und Jugendlichen, Aerosol-Gefahr in Klassenzimmern, das kannte man bis vor kurzem doch gar nicht. Lüftungsanlagen/-geräte, Arsch abfrieren bei geöffneten Fenstern ( nicht überall möglich ) mit Erkältungskrankheiten auch nicht.
    Wer entscheidet eigentlich über den Einsatz von zusätzlichen Bussen vor Ort ? Auch die Schulkonferenz, Herr Schulz ?
    Von Hafungsverantwortung und sogar haftungsverantwortlicher Vergangenheitsaufarbeitung schrieb hier ein Kommentarkollege. Was es nicht alles so gibt, liebe Güte. Aber HagenAktiv wird dann sicher auch hier mal (über)aktiv werden ( es sei denn, “ strategische “ Überlegungen stünden dem ein weiteres Mal entgegen ), oder ?
    Alles wird bestimmt mal gut. Nur wo ?

  2. Umleitung: Sechs nach Drei – vom Fake Blues Donald über Covid-19 zu Verschwörungsfragen und hin zu Annie Ernaux. | zoom Says:

    […] Corona-Chaos in Bussen: Hagens OB nimmt Schulen in Pflicht … doppelwacholder […]

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