Ist da jemand?

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Die Parteien in Deutschland stehen vor einem großen Problem: Seit 1990 haben sich ihre Mitgliederzahlen mehr als halbiert. Hat das Konzept der Mitgliederpartei ausgedient?

Die Zukunft der Parteien ist ungewiss. Seit der Wiedervereinigung haben sich ihre Mitgliederzahlen halbiert. Vor 30 Jahren waren noch mehr als 2,4 Millionen Deutsche in Parteien aktiv, sind es heute nur noch etwas mehr als 1,2 Millionen. Wer bleibt, ist im Durchschnitt mehr als 55 Jahre alt, männlich und lebt in Westdeutschland. Für die Parteien ist diese Entwicklung ein großes Problem. Ihnen gehen damit nicht nur Einnahmen in Gestalt von Mitgliederbeiträgen verloren. Vor allem aber verankern Mitglieder die Parteien in der Gesellschaft – so erklärt es Oskar Niedermayer.

Der Berliner Politikwissenschaftler forscht seit Jahrzehnten zum Parteiensystem und untersucht jedes Jahr die Mitgliederstrukturen der im Bundestag vertretenen Parteien. „Die Mitglieder sind wie ein Seismograf“, sagt Niedermayer. Sie zeigen, was in der Gesellschaft los ist und tragen diese Themen in die Parteien.

Bei den Mitgliedern kennt die Entwicklung der Volksparteien seit Jahren nur eine Richtung. Auch in diesem Jahr sind CDU/CSU und SPD um insgesamt knapp 30.000 Mitglieder geschrumpft. Doch einige Parteien trotzen dem Trend. Die Grünen und die AfD konnten ihre Mitgliederkartei seit 2016 stetig vergrößern. Was machen sie anders als die anderen? (…)

Quelle: FAZ

Anmerkung: In Hagen sind die Verluste der ehemaligen Volksparteien noch dramatischer. Seit 1990 hat die SPD 63 Prozent ihrer Mitglieder verloren, der CDU kamen 64 Prozent ihrer Parteifreunde abhanden. Der Verlust beträgt also nicht nur wie bundesweit die Hälfte, sondern knapp zwei Drittel des früheren Mitgliederbestands.

Gegenüber der Presse musste der Geschäftsführer des Unterbezirks Hagen der SPD, Claus Homm, im Juni einräumen: „Zwischen 60 und 100 Mitglieder pro Jahr sind in den letzten Jahren bei uns ausgetreten.“ Der Mitgliederschwund ist also – zumindest in Hagen – nicht nur auf Überalterung und damit verbunden mehr Sterbefälle zurückzuführen.

Jan Günter, Sprecher des Hagener Kreisverbands der CDU, redete sich im Juni die Schrumpfung schön: „Die Zahl ist, wie auch auf Bundesebene, in den letzten fünf Jahren leicht rückläufig.“ Der „leichte Rücklauf“ bedeutete ein Minus von 19 Prozent, ein Verlust von einem Fünftel der Mitglieder – in nur fünf Jahren.

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