Wo Hagener bleiben, wenn sie gehen

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Friedhofskultur im Wandel

Abschied nehmen im Grünen: Naturnahe Bestattungen – wie hier im RuheForst – werden immer beliebter. Foto: Maximilian Gerhard/Stadt Hagen.

Eine friedliche letzte Ruhestätte mitten im Grünen – das ist der Wunsch vieler Menschen. Bereits zu Lebzeiten zu wissen, wo der eigene Platz nach dem Tod sein wird, kann beruhigen und Angehörige entlasten. Dabei sind die Bestattungsformen auf den Friedhöfen der Stadt Hagen in den vergangenen Jahren immer vielfältiger geworden. Für die Wahl der richtigen Grabstelle gibt es dementsprechend einiges zu beachten.

Kommt die eigene Bestattung in einem besonders gestalteten Grab, unter einer Rasenfläche oder an einem Baum in Frage? Urnenwaldgrab, Ewigkeitsbrunnen und muslimisches Grabfeld – das sind nur drei von 18 verschiedenen Bestattungsarten, die allein auf den zehn kommunalen Friedhöfen in Hagen zu finden sind.

Unabhängig von der Konfession besteht hier eine große individuelle Auswahl. Grundsätzlich lässt sich zwischen Gräbern für Sargbestattungen und solchen für Urnen- beziehungsweise Aschebeisetzungen unterscheiden. In beiden Fällen existieren Wahl- und Reihengräber, die mit namentlicher Kennung oder anonym möglich sind.

Ein großes Interesse besteht inzwischen an naturnahen Urnenbeisetzungen. „Die Nachfrage nach individuellen Bestattungsformen nimmt stetig zu“, bestätigt Hans-Joachim Bihs, Vorstand des Wirtschaftsbetriebes Hagen (WBH) und damit zuständig für die Friedhofsverwaltung.

Eine Beerdigung mitten im Wald – diese besondere Grabform bietet der WBH im RuheForst auf der Philippshöhe an. Dort ist ein über 90 Jahre alter Laubmischwald vor allem mit Eichen, Buchen und dem Bergahorn zu entdecken. Rund um diese idyllische Landschaft gibt es pflegefreie Urnengräber. Ein Grabplatz kann schon zu Lebzeiten erworben und der Name an einem Baum angebracht werden. „Solche Gräber sind beliebt und treffen offenbar den Nerv der Zeit. Die Friedhofskultur ist im Wandel“, sagt Bihs.

Dieser Trend zu vielfältigeren Gräbern lässt sich auch auf dem Friedhof in Vorhalle erkennen, wo der WBH seit vergangenem Oktober eine Einrichtung für religiöse Waschungen verstorbener Muslime bauen lässt. Dort hatte die Stadt Hagen schon vor 14 Jahren ein Grabfeld für muslimische Bestattungen angelegt.

Da sich verstorbene Muslime nicht in Särgen oder Urnen, sondern in Leinentüchern beerdigen lassen, wurde die Hagener Friedhofssatzung um den Passus „Tuchbeisetzung“ ergänzt. Vor der Beisetzung wird der Leichnam einer religiösen Waschung unterzogen. Anschließend folgt nur ein kurzer Weg zum Grab. Gebete, Trauer-Zeremonien und andere religiöse Handlungen können somit am gleichen Ort stattfinden. Die Einweihung des Waschhauses ist voraussichtlich im Herbst geplant.

Eine neue pflegefreie Grabart ist 2019 mit dem Ewigkeitsbrunnen auf dem Friedhof Delstern hinzugekommen. Es handelt sich um einen Bestattungsort, an dem die Asche Verstorbener direkt nach der Einäscherung und nach Ablauf der Ruhezeit von Urnenstelen oder vergleichbaren Beisetzungsarten auf unbegrenzte Zeit verleiben kann. „Dieses neue Bestattungskonzept ist bislang deutschlandweit einmalig“, betont der WBH-Vorstand. Das Grab besteht, solange der Friedhof als solcher genutzt werden kann. Wenn die Aufnahmekapazität des Brunnens erreicht ist, wird dieser „ewig“ verschlossen und bleibt so lange erhalten, wie es den Friedhof gibt.

Wer mehr über die unterschiedlichen Grabarten auf den städtischen Friedhöfen in Hagen erfahren möchte, kann sich auf der neuen Internetseite www.friedhof-hagen.de ausführlich informieren.

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