Eine Schande für die Stadt

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AfD erreicht in Hagen zweithöchstes Ergebnis in ganz NRW

Mit 9,3 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen hat die AfD bei den Kommunalwahlen am Sonntag in Hagen das zweithöchste Ergebnis aller kreisfreien Städte und Landkreise in Nordrhein-Westfalen erzielt. Nur in Gelsenkirchen schnitten die Rechten mit 12,9 Prozent noch besser ab. Im Landesdurchschnitt erreichte die AfD 5,0 Prozent, in der Stadt Remscheid sogar nur 1,0 Prozent.

Dabei hatte sie in Hagen noch nicht einmal ein kommunalpolitisches Wahlprogramm zustande gebracht. Die Tätigkeit im Rat hielt sich in äußerst überschaubaren Grenzen, obwohl ihr als Fraktion 6 Jahre lang alle Möglichkeiten offenstanden. Wer regelmäßig die Fakebook-Seite der AfD verfolgte, fand zur Kommunalpolitik praktisch nichts.

Dass die Blaulackierten in Hagen trotzdem solch eine Resonanz gefunden haben, dürfte zu einem gehörigen Teil auf diverse Fehlentscheidungen der Allianz aus CDU, Grünen und FDP zurückzuführen sein. Aber auch die jahrelange Fixierung der SPD auf innerparteilichen Pöstchenkampf wird Wähler in die Arme der AfD getrieben haben. Nachhilfe leisteten dabei Populisten vom Schlage eines Dietmar Thieser, die den Effekt nicht beachteten, dass die Leute im Zweifel lieber das Original als grautierige Kopien wählen.

Dazu kommen Mängel in der von OB Erik Olaf Schulz geführten Verwaltung und in den immer so stolz präsentierten Betrieben des unübersichlichen „Konzerns Stadt“. Ein Beispiel dafür, was die Menschen in Hagen zunehmend aufregt, ist der Müll.

Anstatt die Papier- und Altglascontainer häufiger zu leeren, wurden Mülldetektive angeheuert, die jetzt im Verein mit dem Ordnungsamt Rentnerinnen mit Bußgeldbescheiden überziehen, weil sie (angeblich) ihr Altpapier neben die überquellenden Container stellen. Wohin auch sonst? Das gibt verständlicherweise böses Blut.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Rolle, die die Monopolpresse in der Stadt gespielt hat; teilweise im Zusammenspiel mit den Strippenziehern im Rathaus.

Die Quittung liegt jetzt auf dem Tisch: Das zweithöchste AfD-Ergebnis in NRW. Eine Schande für diese Stadt.

4 Antworten to “Eine Schande für die Stadt”

  1. Martin S. Says:

    Aus meiner Sicht ebenfalls eine Schande, die wahnsinnige Wahlbeteiligung von 42,11 %.

  2. KranichMuss Says:

    Auf den ersten Blick gab es einige Wahlüberraschungen – nicht nur bezgl. AFD -, beim näher hinschauen wurde es zunehmend anders. Soweit es die AFD betrifft, möchte ich einerseits gar nicht alle Parteimitglieder über einen Kamm scheren, und doch sagt es generell etwas über eine Geisteshaltung und scheinbar speziell das Hagener Stadtklima anderer Art aus.
    Weitgehender Konsens beteht darin, daß diese Zeitepoche von u. a. Narzissmus, den dazugehörigen Blendern und Populisten ( Beispiele verzichtbar ) geprägt ist. Auf allen gesellschaftlichen Feldern wie insbes. Politik auf sämtlichen Ebenen, Führungs-/Teppichetagen von Unternehmen und Verwaltung ( ! ), Sport und ja, auch Kunst. Das aber ist nur möglich bei entsprechend abgestumpften, opportunistischen und blindgläubigen Clacueuren, hier Wählern. Angst und Bange.
    Wir haben es mit einer, nochmals reduzierten, Wahlbeteiling von
    rd. 42 %, rd. 148.000 Wahlberechtigten und beim OB rd. 31.000 Stimmen zu tun. Das sind, wenn ich nicht falsch rechne ( könnte aber.. ) rd. 20 %. Das “ erfüllt ihn mit GLÜCK “ ( WP/WP ), bei seiner unfreiwilligen Perspektive. Wieder mal ´ne Glücks-Definition, kann man machen.. .
    Ich vermute jedoch, daß ihn viele gar nicht so überzeugend fanden, aber den einzig aussichtsreichen Gegenkandidaten Jörg eben auch nicht wollten, was wiederum mit dem schlechten Image seiner Partei in Hagen zu tun haben könnte ( persönl. kann jedenfalls ich nichts dazu sagen ) und sich entschlossen, dann halt gar nicht zu wählen.
    O.k., eine Version.
    Und dann ist das Ausland ( Hacker ) tatsächlich an der Hagener Kommunalpolitik interessiert, wohl weltweit. Schon ein erhebendes Gefühl für Volme-Kasper und – Paschas. oder ?
    Ob es zur Kompensation reichen würde, weiß ich nicht. Ansonsten, wie gesagt, vorsichtshalber mal lieber: Angst und Bange. Hagau

    • KranichMuss Says:

      Claqueure, herrjeh
      bei dieser Gelegenheit auma, daß nun selbst bei der CDU unter´m Teppich gekrost wird, während Meister Pups auf Einstimmigkeit stolz ist und, natürlich, gar nichts merkt..
      Erssma nur einer, hoffentlich kostet ihn nicht das Leben, weil, sowas gibt´s doch gar nicht, nicht bei einer CDU, Gott nochma.
      Und was die Grünen betrifft, warte ich geduldig auf die Rösner-Glosse mit Hinweisen auf den Soft-Politiker Willaredt. Aus Sicht der Satire ( Partei ? )

  3. Klaus Rosenberg Says:

    Eine Schande für die Stadt sollen nun 9,3 % der Wahlberechtigten Bürger*innen Hagens sein ? Diese Aussage ist schlicht eine Schande für die Demokratie. Nicht dass ich hier die AfD verteidigen möchte aber es haben freie und geheime Wahlen stattgefunden und ein Teil der Wähler*innen haben sich für die AfD entschieden.
    Schämen sollten sich die anderen Parteien, dass sie nicht in der Lage waren Themen die die Bürger*innen bewegten ernst zu nehmen. Eine schlechte Politik oder eine Missachtung des Bürgerwillens führt dann eben zu diesen Ergebnissen.
    Die Gewinner dieser Wahl sind nunmal die AfD mit einem Stimmenzuwachs gegenüber 2014 von + 5,61 % und die Grünen mit einem Stimmenzuwachs gegenüber 2014 von + 4,28 %. Gewinner gegenüber ihrem Ergebnis von 2014 sind auch die BfHo mit + 1,08 % und die FDP mit + 1,04 %.
    Zu den Verlierern der Wahl zählen die SPD mit – 7,32 %, die CDU mit – 4,51, die Linken mit – 1,45 %, Hagen Aktiv mit 1,25 % und die Piraten mit – 0,88 % gegenüber 2014.
    Auch zu den Verlierern zählt bedauerlicherweise die Wahlbeteiligung mit einem Minus von 3,06 % gegenüber 2014. Dies als Schande zu bezeichnen ist sicher richtiger als eine bestimmte Gruppe von Wähler*innen so zu diskreditieren.

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