Abgetaucht

by

DGB ist in der Hagener Zivilgesellschaft nicht mehr präsent

Ein Männlein steht im Walde
Ganz still und stumm
Kinderlied (Hoffmann von Fallersleben)

Seit mehr als dreieinhalb Jahren ist Stefan Marx Chef des Hagener Stadtverbands des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Marx? Nie gehört? Kein Wunder – der Mann mit dem etwas ganz anderes versprechenden Nachnamen zieht das Vegetieren in der Versenkung vor.

Während sein Vorgänger, der 2016 verstorbene Jochen Marquardt, mit viel Engagement zu den vielfältigen Problemen der Kommune Stellung bezog und Bündnisse mit anderen gesellschaftlichen Akteuren schmiedete, überlässt sein Nachfolger den Lobbyorganisationen der Wirtschaft großflächig das Feld. Die Folge: Der DGB ist in der Wahrnehmung der Hagener Öffentlichkeit inzwischen vollständig von der Bildfläche verschwunden.

Jetzt, kurz vor der anstehenden Kommunalwahl, hat bei Marx offenbar der Wecker geklingelt, und er ließ aufrufen: „Wählen gehen!“ In diesen Wahlen werde darüber entschieden, welche Politik in den kommenden Jahren in den Städten, Gemeinden und Kreisen gemacht wird. Welche Erkenntnis!

„Es ist wichtig, bei der Kommunalwahl am 13. September demokratische Kräfte zu stärken, denn die AfD hat kein Angebot, den Strukturwandel zu gestalten, keine Alternativen zu den drängenden Fragen unserer Zeit. Sie versucht konsequent, möglichst jede Frage auf ihr einziges zugkräftiges Thema zurückzuführen: Migration. Ob der Wohnungsmarkt oder das Corona-Virus – entweder unterstellt die AfD eine Verschwörung gegen sich, oder es sind schlicht „die Ausländer“ schuld“, vermeldete der plötzlich Erwachte und startete eine Aktion.

Der Aufruf scheint aber nur für Bochum zu gelten, wo Marx als Regionsgeschäftsführer des DGB ebenfalls ein Büro unterhält: „Wir haben die Kampagne „Rathaus nazifrei – keine Stimme für AfD und NPD!“ in Bochum gestartet, die mit über 70 unterstützenden Organisationen mittlerweile weit über unsere Region hinaus verankert ist.“

Von einer Verankerung „weit über unsere Region hinaus“ kann keine Rede sein, wenn man sich die Liste der Unterstützer zu Gemüte führt. Während Bochum und die unmittelbare Umgebung (Herne, Hattingen) gut vertreten ist, sind aus Hagen nur die SPD und ihre Jugendorganisation gelistet.

Die haben wohl nur aus alter Verbundenheit unterzeichnet, denn selbst sie haben vor Ort in Hagen den im Kern richtigen Aufruf nicht weiter thematisiert. Auch die Hagener Sektionen der Einzelgewerkschaften sind in der Liste der Unterzeichner nicht vertreten. Das spricht schon Bände.

Der Totalausfall Stefan Marx wurde 2016 vom DGB-Landesvorstand in Hagen installiert. Der Landesvorsitzende des Gewerkschaftsbundes hieß seinerzeit Andreas Meyer-Lauber – auch aus Hagen. Eine weitere Kommentierung erübrigt sich damit.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: