Schon wieder: Ordnungsamt traktiert Rentner

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Verursacher der Müllproblematik werden verschont

Dauerzustand seit Jahren: Bis zum Anschlag gefüllte Container. An der Leerung wird „gespart“, stattdessen werden Bürger von städtischen Möchtegern-Strafverfolgern belästigt. Foto: DW.

In einem Beitrag vom gestrigen Mittwoch berichtet das Hagener Einheitsblatt von einem Hohenlimburger Rentner, der vom Hagener Ordnungsamt behelligt wird, weil er angeblich sein Altpapier neben einem dafür vorgesehenen Container abgelegt haben soll (nicht online). Erst gestern war der Fall einer 86-jährigen Rollstuhlfahrerin aus Boele publik geworden, der die gleiche Schandtat vorgeworfen worde. Ähnliches im Dezember 2019: Seniorin in Hagen soll 128,50 Euro Strafe zahlen.

„Ende August flatterte einem Wesselbach-Anwohner ein Anhörungsbogen in einem Bußgeldverfahren ins Haus“, berichtet das Blatt. „Er habe, so der Vorwurf der Bußgeldstelle der Stadt Hagen, sein Altpapier nicht vorschriftsmäßig entsorgt und Kartons außerhalb des an der Wesselbachstraße aufgestellten Containers abgelegt.“

Beweise für die vermeintliche Freveltat des Rentner hat das städtische Vollzugsamt offenbar keine. Dem Rentner wurde von der Bürokratie allerdings angeboten, „bei einsichtigem Verhalten“ könne die angedrohte Strafzahlung von 128 Euro auf 55 Euro reduziert werden.

Der Hohenlimburger bestreitet nach Angaben der WPWR die gegenüber ihm erhobenen Vorwürfe: „Ich habe am Freitag, 28. August, nachmittags den Karton plattgetreten und dann von der Rückseite in den Container geschoben.“

Leider hat sich der Rentner vom Ordnungsamt einschüchtern lassen und will den „Gnadensatz“ in Höhe von 55 Euro zahlen, obwohl es anscheinend keine Beweise für seine angebliche Missetat gibt. Menschen, die in eine vergleichbare Situation geraten, kann man nur empfehlen, sich nicht von der städtischen Vollzugsabteilung und auch nicht von einer angedrohten Weitergabe an die Staatsanwaltschaft einschüchtern zu lassen.

Die Nutzerin eines Hagener Online-Forums hat gestern beschrieben, wie man mit den Möchtegern-Vollstreckern im Hagener Rathaus umgehen muss: „Telefoniert mit Bußgeldstelle – dann kam der Anhörungsbogen, dann kam der Bußgeldbescheid und die Drohung mit der Staatsanwaltschaft… Dann die späte Einsicht huch, hier ist was gewaltig falsch gelaufen, jetzt war jemand anderes beschuldigt. Auch die Dame zahlte nicht, weil sie unter Zeugen u.a. von einer städtischen Angestellten ordnungsgemäß entsorgt hatte. Zack, jetzt bekam man neben Bußgeldbescheid 1 noch einen weiteren mit unsachgemäß entsorgtem Müll ( einfach mal 2 Wochen später)… Jetzt wurde es langsam teuer. Nun gut, ein Rechtsanwalt schrieb einen „Dreizeiler“ und beides war sofort vom Tisch! Übrigens als simple Email….“

Während sich Rat und Verwaltung mit ihrem Projekt „Waste Watcher“ den örtlichen Populisten aus Politik und Presse anzudienen versuchen, bleiben die eigentlichen Verursacher der Container-Probleme außen vor: die Verantwortlichen des Hagener Entsorgungsbetriebs (HEB).

Der HEB ist seit Jahren nicht gewillt oder dazu in der Lage, die Papier-Container mit der notwendigen Frequenz zu entleeren. Alle Parteien im Stadtrat interessiert das nicht, weder die Platzhirsche von SPD und CDU, noch das restliche Spektrum aus Grünen und FDP bis hin zum Familenbetrieb der UnLinken oder der sich immer als „Ordnungsmacht“ präsentierenden Rechtaußentruppe AfD (die auch sonst in der ablaufenden Wahlperiode nichts zustande gebracht hat).

Der HEB ist eines der für die Bürger teuersten Entsorgungsunternehmen unter allen kreisfreien Städten des Ruhrgebiets und des Bergischen Landes. Er leistet sich gleich zwei Geschäftsführer, die gemeinsam ein jährliches Einkommen von mehr als 400.000 Euro beziehen. Für eine ausreichende Leerung der Altpapier-Container reicht es trotzdem nicht. Stattdessen werden harmlose Rentner traktiert.

Eine Antwort to “Schon wieder: Ordnungsamt traktiert Rentner”

  1. Jürgen Dute Says:

    Was soll man dazu nur sagen, dass die HEB ein Selbstbedinungsladen ist, muss jedem Bürger der Stadt eigentlich klar sein. Doch die Hagener träumen. Ein ehemaliger Personalratsvorsitzender der Stadt Hagen, nennen wir ihn mal W. King (die Übersetzung überlasse ich anderen) hat sich an der HEB eine goldene Nase verdient. In derZwiachenzeit hat er die Bürgermeisterin Frau Kramps hinterlistig abgeschossen und der Timo hat dies alles geduldet. Wahrscheinlich auch ein Zögling. Dieser W. King stellt sich wieder Zur Wahl in den Rat der Stadt. Wie beschuer muss man sein, diese Klicke zu wählen. Nur zu der Ehrenrettung von W. King, die anderen Parteien sind auch nicht besser. Die Grünen mit ihrer Vorsitzenden machen da ein mieses Spiel, doch der abhängige Wähler macht da bisher mit. Die CDU macht auch kein besseres Bild. Du husten alle mit, da sonst ihre Pöstchen gefährdet werden. Der Ehrliche bleibt in Hagen auf der Strecke. Daher kann die Folge nur eine Politikverdrossenheit sein.

    Der ehrenwerte Herr Wisotzki steht auch wieder zur Wahl. Was soll das denn. War da nicht irgendetwas mit eventuell nicht richtig abgerechneten Rechnungen. Man hört darüber nichts mehr. War da nicht etwas mit atmosphärischen Störungen bei der HEB, deren Aufsichtsratsvorsitzender der ehrenwerte Herr ist?! Man hört davon nichts mehr!

    Schade, dass es in Hagen so viele „Michel“ gibt. Ich hoffe sehr, die Wahlen am Sonntag werden da eine andere Sprache sprechen.

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